<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2499" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2499?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T23:38:28+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2510">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/b8de6f517dccbd1f0ef78cca9bebcb5c.pdf</src>
      <authentication>c49b35d94e90d28f50e4b3e4b07ec66d</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="13045">
                  <text>amcrika
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462C

01

13.Januar 1999

VERTEIDIGUNGSHAUSHALT

AUFSTOCKUNG DES
US-VERTEIDIGUNGSHAUSHALTS
Radioansprache des Präsidenten

USA-EUROPA

VEREINIGTE STAATEN BEGRÜSSEN
EINFÜHRUNG DES EURO
Erklärungen des Präsidenten und des
Stellvertretenden US-Finanzministers

USA-RUSSLAND

DIE REZESSION IN RUSSLAND UND IHRE AUSWIRKUNGEN AUF DIE NUKLEARINDUSTRIE
von Energieminister Bill Richardson

NATO

USA LEHNEN FORDERUNG NACH VERZICHT
DER NATO AUF ERSTEINSATZ VON ATOMWAFFEN AB
Interview mit Walter Slocombe

UMWELT

EINE WEITERE NACHTSITZUNG FÜR DEN
KLIMAWANDEL
von John C. Kornblum

Als zusätzlichen Service bieten wir ab sofort die Zustellung des Amerika Dienst per E-Mail
an! Sobald die Artikel übersetzt sind, werden sie Ihnen im txt- oder html-Format kostenlos
zugeschickt. Anmeldungen bitte unter dem Stichwort "subscribe amerikadienst" und der
Angabe von "txt" oder "html" an "jmrbonn@usia.gov". Oder besuchen Sie unsere Homepage
und melden Sie sich online an.
http://www.us-botschaft.de/amerikadienst
http://www.usembassy.de/amerikadienst

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.: 0228-3392956
Fax: 0228-333138
Internet: http://www.usembassy.de

�VERTEIDIGUNGSHAUSHALT

13.Januar 1999

Aufstockung des US-Verteidigungshaushalts
Radioansprache des Präsidenten

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Radioansprache von Präsident Clinton zur
Aufstockung des amerikanischen Verteidigungshaushalts vom 2. Januar 1999.

Guten Morgen. Während wir das letzte neue Jahr
dieses Jahrhunderts feiern, möchte ich zu Ihnen
darüber sprechen, daß wir in der Schuld derjenigen
stehen, die jedes Jahr zu einem Jahr des Friedens für
Amerika machen - die Männer und Frauen unserer
Streitkräfte.
Nahezu 1,4 Millionen Amerikaner stehen heute im
aktiven Dienst für unser Land. Fast eine Viertelmillion
von ihnen sind in Übersee und tun in unvergleichlicher
Weise, was getan werden muß - sei es, die Ambitionen
des Irak zu vereiteln, seine Nachbarn oder die Welt mit
Massenvernichtungswaffen zu bedrohen; in Korea an
der letzten befestigten Grenze des Kalten Krieges
Wache zu halten; den Frieden in Bosnien zu sichern;
unseren Nachbarn in Mittelamerika oder der Karibik bei
Naturkatastrophen zu helfen oder uns einfach das
Vertrauen zu geben, daß Amerika für immer stark und
sicher sein wird.
W r verlassen uns auf unsere Streitkräfte, weil die Welt
immer noch ein gefährlicher Ort ist. W r sind stolz auf
sie, weil sie die Besten der Welt sind. Und heute
erinnern wir uns daran, warum sie die Besten sind nicht nur wegen der Qualität unserer Waffen, sondern
wegen der Qualität unserer Menschen in Uniform. Ihr
Geschick, ihr Engagement und ihre Professionalität
sind enorm groß, stehen außer Frage und suchen
ihresgleichen auf der Welt.
Wenn wir unseren Soldaten und Soldatinnen einen
Auftrag geben, müssen wir uns ein Prinzip vor Augen
halten. Wir sollten sie nie bitten, etwas zu tun, wofür
sie nicht ausgerüstet sind, und wir sollten sie immer für
das ausrüsten, was wir sie zu tun bitten. Je mehr wir
verlangen, desto größer ist unsere Verantwortung,
unseren Truppen die Unterstützung, Ausbildung und
das Gerät zu geben, die sie benötigen. Als Ober-

AMERIKA DIENST 01

befehlshaber habe ich keine größere Pflicht als diese unseren Truppen die Instrumente an die Hand zu
geben, um neue Missionen zu übernehmen und
gleichzeitig ihre Einsatzbereitschaft zur Verteidigung
unseres Landes und zur Bekämpfung jedes Gegners
aufrechtzuerhalten; sicherzustellen, daß sie im Ausland
stationiert werden können in dem Wissen, daß ihre
Familien die Lebensqualität haben, die sie verdienen
und zu gewährleisten, daß sich ihr Dienst von der
Rekrutierung bis zum Ruhestand nicht nur lohnt,
sondern gut belohnt wird.
Ich bin zuversichtlich, daß unser Militär heute zur
Erfüllung dieser Mission bereit ist. Unsere Truppen
führen weiterhin mit makelloser Präzision weit von zu
Hause entfernt komplexe und gefährliche Missionen
durch, wie wir gerade am Persischen Golf gesehen
haben.
Unsere Herausforderung besteht in der
Bewahrung der Fähigkeit, dies zu tun, während wir
unsere gesamte Verteidigungsstrategie umsetzen.
Aus diesem Grund haben wir den Kongreß gebeten,
den diesjährigen Haushalt um 1,1 Milliarden Dollar
aufzustocken, um unsere Einsatzbereitschaft auf dem
höchsten Stand zu halten und die Rekrutierung zu
verbessern. Und der Kongreß hat es getan. Ich habe
auch mit unseren hochrangigen Militärs zusammengearbeitet, um sicherzustellen, daß ihre obersten
Prioritäten bei der Einsatzbereitschaft in unserem
Haushaltsantrag für das Jahr 2000 ihren Niederschlag
finden.
Der Haushalt, den ich dem Kongreß für das nächste
Jahr vorlege, sieht eine Erhöhung von über 12 Milliarden Dollar für Verteidigungsbereitschaft und Modernisierung durch eine Kombination neuer Ausgaben und
Haushaltseinsparungen vor. Das ist der Anfang von
sechsjährigen Bestrebungen, die sich mit der ersten

Seite 1

�langfristigen Aufstockung der Verteidigungsausgaben
seit einem Jahrzehnt befassen.
Wir möchten, daß unsere Streitkräfte weiterhin einsatzbereit sind, damit sie in jeder Krise schnell disloziert
werden können. Und das gewährleisten wir mit diesen
Bestrebungen durch die Finanzierung von gemeinsamen Manövern, Flugausbildung, dringend benötigten
Ersatzteilen und der Besetzung entscheidender
Positionen. Wir möchten, daß unsere Streitkräfte auch
im nächsten Jahrhundert die am besten ausgerüsteten
der Welt sind. Und das gewährleisten wir mit diesen
Bestrebungen, indem wir die nächste Generation von
Schiffen, Flugzeugen und Waffensystemen bezahlen.
Ferner wird dadurch unser Militär in die Lage versetzt,
bei der Bewältigung aufkommender Bedrohungen
unserer Sicherheit wie Terrorismus und Weiterverbreitung die ihm zukommende Rolle zu spielen.
Das wird uns helfen, unseren Truppen das ihnen
Zustehende zukommen zu lassen, indem wir überaltertes Gerät, Kasernen und Familienunterkünfte modernisieren und ersetzen. Dazu zählt eine Gehalts-

erhöhung für das Militär von 4,4 Prozent - die größte
seit 1982 -, eine Umstrukturierung von gezahlten
Belohnungen und die Wiedereinführung von Rentenzahlungen an das Militär, die vor mehr als einem
Jahrzehnt abgeschafft wurden.
Wir müssen diese Bestrebungen heute unternehmen,
damit unsere Nation auch morgen stark und sicher ist.
Und wir müssen es auch aus dem Grund tun, weil wir
eine heilige Verpflichtung gegenüber denjenigen
haben, die um unseretwillen Gefahren und Härten in
Kauf nehmen.
Es sind unsere Söhne und Töchter, Ehemänner und
Ehefrauen, Freunde und Nachbarn aus Städten und
Dörfern ganz Amerikas. Wir müssen ihnen die benötigte Hilfe geben, damit sie ihre Arbeit gut leisten und
weiterhin in ein sicheres und stabiles Amerika heimkehren können.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Ihnen ein gutes neues Jahr.

Ich wünsche

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 01

�USA-EUROPA

13.Januar 1999

Vereinigte Staaten begrüßen Einführung des Euro
Erklärungen des Präsidenten und
des Stellvertretenden US-Finanzministers

WASHINGTON/NEW YORK - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine vom Weißen Haus herausgegebene
Erklärung Präsident Clintons vom 4. Januar 1999 sowie eine in New York abgegebene kurze Stellungnahme des
Stellvertretenden US-Finanzministers Lawrence Summers zur Einführung des Euro.

Präsident Bill Clinton:

Lawrence Summers:

Wir begrüßen die Einführung des Euro, einen von 11
europäischen Nationen unternommenen Schritt zu
einer vollständigeren europäischen Wirtschafts- und
Währungsunion (EWWU). Die Vereinigten Staaten
sind seit langem ein Befürworter der europäischen
Integration, und wir bewundern die stetigen Fortschritte, die diese Union möglich gemacht haben. Ein
starkes und stabiles Europa mit offenen Märkten und
kräftigem Wachstum ist gut für Amerika und für die
Welt. Eine erfolgreiche Wirtschaftsunion, die zu einem
dynamischen Europa beiträgt, liegt zweifelsohne in
unserem langfristigen Interesse.

Wir gratulieren Europa zu dieser bedeutenden Leistung, die den Höhepunkt der Träume darstellt, die
viele Menschen seit vielen Jahren haben. Die europäische Währungsunion kann, wenn sie erfolgreich ist,
viele bedeutende Vorteile für die Vereinigten Staaten
bringen - in Gestalt eines Europas, das einen größeren, wohlhabenderen Markt für unsere Waren darstellt
und weltweit für uns ein besserer Partner ist. Die von
der Währungsunion verhängte Disziplin macht die
Herausforderungen von Finanzdisziplin und Strukturreform in Europa noch wichtiger.

* * * * *

AMERIKA DIENST 01

Seite 1

�USA-RUSSLAND

13.Januar 1999

Die Rezession in Rußland und
ihre Auswirkungen auf die Nuklearindustrie
von Energieminister Bill Richardson

(AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen von US-Energieminister Bill Richardson verfaßten Artikel.

Die Finanzkrise in Rußland hat den amerikanischen
Bestrebungen neue Dringlichkeit verliehen, Rußland
bei der Verstärkung der Überwachung von waffenfähigem Material und Fachkenntnis zu helfen. Verschiedene Vorfälle mit unbezahltem Wachpersonal und
nicht funktionierenden Sicherheitseinrichtungen haben
bereits das Risiko eines nuklearen Lecks zu verbrecherischen Staaten oder Terroristen erhöht.
Der beunruhigendste Zwischenfall, der den durch
wirtschaftliche Härten ausgeübten Druck auf die
Mitarbeiter von Kernkraftwerken reflektiert, fand in der
geschlossenen Stadt Majak, der größten Wiederaufbereitungsanlage für Plutonium, statt, wo Dutzende
Tonnen waffenfähigen Plutoniums gelagert sind. Im
September lief ein wachhabender Feldwebel Amok und
tötete mehrere seiner Kollegen, bevor er floh. Er
wurde bislang noch nicht gefaßt.
Unsere Partnerschaft mit Rußland zur Bewältigung
dieser wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen ist außergewöhnlich. In Zusammenarbeit
mit dem US-Energieministerium verkauft Rußland den
Vereinigten Staaten große Mengen waffenfähigen
Urans in nichtwaffenfähiger Form - bislang 36 Tonnen.
Ferner akzeptiert Rußland unsere Hilfe bei der Verbesserung von Schutz und Nachweis von Nuklearmaterial in etwa 40 Nukleareinrichtungen, einschließlich
höchst geheimer Anlagen.
Darüber hinaus hat Moskau einem amerikanischrussischen Programm zugestimmt, in jedem Land 50
Tonnen waffenfähiges Plutonium für nukleare Explosivstoffe unbrauchbar zu machen. Und wir verfolgen
kooperative Programme, um russische Waffenforscher
in friedliche Projekte einzubeziehen und die Konsolidie-

AMERIKA DIENST 01

rung des russischen
erleichtern.

Nuklearwaffenkomplexes

zu

Die russische Finanzkrise hat diese Arbeit schwieriger,
aber auch wichtiger gemacht, denn die zunehmenden
Wirtschaftsturbulenzen werden die Anreize für Insider
in Nukleareinrichtungen zum Verkauf von Material oder
ihren Diensten außerhalb der autorisierten Kanäle
erhöhen.
Unsere größte Sorge ist, daß die wirtschaftlichen Härten die Fähigkeit dieser Einrichtungen
zum Schutz und zur Kontrolle von Nuklearmaterial
beeinträchtigen.
Beispielsweise haben wir von Fällen gehört, wo
Wachpersonal in einigen zivilen Nukleareinrichtungen
nicht zur Arbeit erschien und - in einem außergewöhnlichen Fall - der Strom einer Nukleareinrichtung wegen
unbezahlter
Elektrizitätsrechnungen
abgeschaltet
wurde, was natürlich Auswirkungen auf die vom Strom
abhängigen Sicherheitssysteme hatte.
Bislang haben wir keine Beweise dafür, daß Nuklearmaterial gefährdet wurde. Trotzdem sind dies ernste
Entwicklungen, und die Arbeitsgruppe des US-Energieministeriums für die Sicherheit von Nuklearmaterial in
Rußland und den neuen unabhängigen Staaten der
ehemaligen Sowjetunion arbeitet hart daran.
Das Programm meines Ministeriums für Materialschutz,
-kontrolle und -nachweis fördert beispielsweise
"passive" Sicherheitsverbesserungen,
die
sogar
funktionieren, wenn das Wachpersonal nicht verfügbar
ist oder der Strom abgeschaltet wird. Dazu zählen
Tresorschlösser, die bei Stromausfall in den sicheren
Zustand gehen und nur geöffnet werden können, wenn
zwei autorisierte Personen entsprechende Codes
eingeben, sowie passive physische Barrieren wie

Seite 1

�ineinandergreifende Betonblöcke.
Andere Maßnahmen können so einfache Dinge wie das Zumauern
ungeschützter Fenster und überflüssiger Zugänge
beinhalten.
Ferner intensivieren wir unsere Bestrebungen zur
Konzentration von Material an wenigen, leichter zu
sichernden Orten, obwohl es angesichts des Ausmaßes des russischen Nuklearkomplexes noch
mehrere Jahre dauern wird, bevor wir signifikante
Ergebnisse sehen.
Die Frage der Betriebskosten wie beispielsweise der
Gehälter des Wachpersonals ist besorgniserregend.
Die Vereinigten Staaten haben solche Kosten in der
Vergangenheit nie bestritten, weil sie unseres Erachtens in den russischen Verantwortungsbereich
fallen. Trotzdem suchen wir nach Wegen, einzelne
Einrichtungen zu unterstützen, indem wir die Wärter mit
Winterkleidung versorgen und verschiedene Verpflegungsstellen subventionieren um zu gewährleisten,
daß die Wärter nicht hungrig Dienst tun müssen.
Die Kosten sind gering und zweifelsohne eine lohnende Investition.
Diesen Sommer hat mein Ministerium ein umfassendes
neues Programm mit dem russischen Innenministerium
eingeleitet - der Organisation, die in vielen russischen
Nukleareinrichtungen das Wachpersonal stellt. Wir

verbessern die Ausbildung und Notfallmaßnahmen.
Wir werden unsere Kontakte zum Innenministerium
nutzen, um die Bedeutung der Zahlung von Löhnen
und Gehältern des Wachpersonals sowie seiner
Versorgung mit anderen notwendigen Dingen zu
unterstreichen.
Die finanziellen Turbulenzen in Rußland behindern
unsere Bestrebungen zur Diversifizierung der Volkswirtschaften der zehn geschlossenen Nuklearstädte
und insbesondere die Förderung von Privatinvestitionen in diesen Regionen. Im nächsten halben Jahr wird
unsere neue "Initiative Nuklearstädte" jedoch hoffentlich die Weichen stellen.
Drei Städte wurden als Aushängeschilder ausgewählt:
Zwei Komplexe für den Entwurf von Nuklearwaffen und
ein Zentrum für Plutoniumherstellung in Krasnojarsk26. Im kommenden Januar werden führende Vertreter
dieser Städte vergleichbare "verkleinerte" Nukleareinrichtungen in den Vereinigten Staaten besuchen, um
zu lernen, wie wir dort zivile Arbeitsplätze schaffen, und
Teams amerikanischer Wirtschaftsentwicklungsspezialisten werden die drei russischen Zentren besuchen.
In den kommenden Monaten wird Rußland mehr, nicht
weniger Hilfe benötigen, und wir müssen darauf
vorbereitet sein. Unsere beiden Länder bleiben der
Verringerung der Bedrohung durch das nukleare Erbe
des Kalten Krieges verpflichtet.

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 01

�NATO
13.Januar 1999

USA lehnen Forderung nach Verzicht der NATO
auf Ersteinsatz von Atomwaffen ab
Interview mit Walter Slocombe

DEN HAAG - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir das Interview von Walter Slocombe, dem Staatssekretär für
politische Angelegenheiten im US-Verteidigungsministerium, mit dem Chefredakteur der niederländischen Zeitung
"De Volkskrant" vom 4. Dezember 1998 in Den Haag.

1. Was erwarten Sie von den Deutschen - wer wird die
Frage des Ersteinsatzes zur Abschreckung im strategischen Rat ansprechen?
Antwort: Die Bundesregierung muß entscheiden,
welche Fragen sie ansprechen will. Tatsache ist, daß
das Bündnis seine Nuklearpolitik seit dem Ende des
Kalten Krieges drastisch geändert hat. Wir haben etwa
80 bis 90 Prozent der Nuklearwaffen aus dem Verkehr
gezogen und verfügen damit über kaum ein Zehntel
des früheren Bestands. Die Vereinigten Staaten und
Rußland haben starke Einschnitte bei den strategischen Streitkräften vorgenommen, denen noch weitere
folgen werden, wenn die russische Duma hoffentlich
bald das in den Vereinigten Staaten bereits ratifizierte
START Il-Abkommen ratifiziert und wir im Rahmen von
START III zu weiteren Kürzungen übergehen. Die
Vereinigten Staaten haben Nuklearwaffen von ihren
Überwasserschiffen abgezogen. Wir besitzen keine
Nuklearminen. Eine ganze Gattung von Nuklearwaffen, die es vor 15 Jahren gab, existiert nicht mehr.
Soviel zur Streitkräftestruktur. Im Hinblick auf die
Doktrin ist die NATO vom Rückgriff auf Nuklearwaffen
zur Bewältigung einer übermächtigen konventionellen
Bedrohung übergegangen. Trotz der Erkenntnis, daß
es diese Bedrohung nicht mehr gibt, bleiben Nuklearwaffen ein Schlüsselelement der Abschreckungsstrategie des Bündnisses, weil sie bei einem Aggressor Unsicherheit darüber hervorrufen, was
geschehen wird, wenn er NATO-Mitgliedstaaten oder
ihre Streitkräfte angreift. Das ist von besonderer
Bedeutung in einem Zeitalter, in dem eine steigende
Zahl von Ländern chemische, biologische und nukleare Waffen sowie Langstreckenträgersysteme beschafft. Wir sind der Ansicht, daß das Bündnis jetzt im

AMERIKA DIENST 01

Wesentlichen über die richtige Nuklearstrategie
verfügt. Wenn manche das diskutieren möchten, ist
das ihre Entscheidung. Wir vertreten die Meinung, daß
das Bündnis die richtige Haltung einnimmt.
2. Wenn es jetzt keine Risiken gibt, warum sollten wir
uns dann die Möglichkeit eines Erstschlags vorbehalten?
Antwort: Weil es wahr und sehr gut ist, daß wir
innerhalb von 20 Jahren von einer Sowjetunion, die
eine große militärische Bedrohung für Europa darstellte, zu einem Rußland und einer ganzen Reihe von
Staaten, der Ukraine, den baltischen Ländern, Belarus,
Moldawien und anderen übergegangen sind, die
Sicherheitspartner darstellen.
Bedauerlicherweise
mußten wir während desselben Zeitraums das Entstehen neuer Bedrohungen durch verbrecherische
Staaten beobachten. Wir alle machen uns Sorgen
über den Irak und seine Fähigkeit zum Bau von
Chemiewaffen. Das Land verfügt über Chemiewaffen
sowie die Fähigkeit zum Bau biologischer Waffen.
1991 besaß es Chemiewaffen. Wir wissen nicht, ob es
noch einige davon hat. 1991 besaß es biologische
Waffen. Wir wissen nicht, ob es davon noch einige
hat. Das Land hatte ein sehr weit entwickeltes Nuklearwaffenprogramm. Es besaß die Fähigkeit zum Bau
von Langstreckenraketen. Das ist jetzt eingeschränkt
worden, aber die Fähigkeit besteht noch. Der Iran
arbeitet aktiv an Programmen für nukleare, chemische
und biologische Waffen und ihre Langstreckenträgersysteme. Der Iran verfügt ganz offensichtlich über ein
Nuklearwaffenprogramm und besaß Chemiewaffen.
Diese wurden im iranisch-irakischen Krieg eingesetzt,
als der Iran vom Irak angegriffen wurde. Der Iran baut

Seite 1

�Langstreckenraketen. Libyen hat ein aktives Programm. Dasselbe gilt für Syrien. Ich meine nicht, daß
irgendeines dieser Länder morgen die NATO-Mitgliedstaaten angreifen wird, und ich schließe auch nicht die
Möglichkeit aus, daß es andere Länder gibt, aber mir
würde es sehr dumm erscheinen, wenn das Bündnis
einem Aggressor von vornherein sagen würde, daß er
im Falle eines Angriffs mit diesen schrecklichen Waffen
nicht das Risiko eines Gegenschlags mit Nuklearwaffen eingehen würde. Es geht einfach nur darum
sicherzustellen, daß wir ein hohes Maß an Unsicherheit oder Besorgnis aufrechterhalten wollen, womit
ein potentieller Aggressor bei einem Einsatz dieser
Waffen oder im Falle anderer aggressiver Akte gegen
das Bündnis konfrontiert würde. Ich stelle die Behauptung in Frage, es gäbe keine Bedrohung mehr.
Die Bedrohung hat sich verändert.
3. Manche behaupten, Sie würden die Bedrohung
durch diese Länder übertreiben, um den Ersteinsatz
von Nuklearwaffen zu rechtfertigen.
Antwort: Ich bin absolut nicht der Meinung, daß wir
die Bedrohung übertrieben darstellen. Das sind die
Fakten. Es steht außer Frage, daß der Iran Langstreckenraketen baut. Es steht außer Frage, daß er
ein Nuklearprogramm hat. Glücklicherweise ist es
nicht sehr weit entwickelt. Es steht außer Frage, daß
das Land über ein Chemiewaffenprogramm verfügt.
Der Irak hat zugegeben, daß er sowohl über Chemiewaffen als auch über biologische Waffen verfügte und
bestückte 1991 tatsächlich Raketen mit diesen Waffen.
Er hat die Fähigkeit zum Bau von Langstreckenraketen. Syrien hat ein aktives Chemiewaffenprogramm.
Libyen hat ein aktives Chemiewaffenprogramm.
Meines Erachtens kann niemand ernsthaft bestreiten,
daß diese Bedrohungen existieren. Wir waren Zeuge
des Einsatzes von Chemikalien. Selbst in Europa gab
es einen Anschlag durch eine Terrorgruppe. In der
Pariser U-Bahn wurde ein Terroranschlag verübt, bei
dem Chemiewaffen eingesetzt wurden. Das zeigt die
bestehenden Fähigkeiten. Darüber hinaus entwickelt
Nordkorea alle diese Systeme, und Nordkorea ist auch
ein sehr exportorientiertes Land.
4. Wir haben gehört, Sie würden das Thema nicht
gerne ansprechen. Fürchten Sie sich vor der Debatte?
Antwort: Ich fürchte mich nicht vor der Debatte, weil
ich der Ansicht bin, daß bei jeder fairen Debatte über
diese Themen die Menschen - möglicherweise auch
der deutsche Außenminister Fischer, der sehr vernünftig und verantwortungsbewußt und Mitglied einer
vernünftigen und verantwortungsbewußten Regierung
ist - zugeben werden, daß die derzeitige Politik klug ist.
Auf einen Aspekt dessen werde ich gleich noch
zurückkommen. Ich bin tatsächlich der Ansicht, daß
eine ausführliche öffentliche Debatte über diese
Themen die Gefahr birgt, von den wirklichen Fragen
der Umgestaltung der NATO abzulenken - wie wir die

Seite 2

NATO besser in die Lage versetzen, die Herausforderungen des kommenden Jahrhunderts zu meistern. Ich möchte darauf hinweisen, daß ich nicht die
Gelegenheit hatte, dies mit Bundesaußenminister
Fischer zu erörtern. Wir sprachen mit Verteidigungsminister Scharping bei seinem Besuch in Washington
über diese Frage und er wies auf einen meines
Erachtens sehr wichtigen Punkt hin: Den Unterschied
zwischen dem langfristigen Streben nach einer Welt
ohne Nuklearwaffen, in der nukleare Bedrohungen
kein Bestandteil der nationalen Politik mehr sind, und
dem derzeitigen Problem, Tag für Tag, jetzt und hier
NATO-Politik zu machen und eine reale Verteidigungsstrategie zu verfolgen. Das ist eine stichhaltige
Unterscheidung. Letzten Endes sind die Vereinigten
Staaten der Beseitigung aller Nuklearwaffen im
Rahmen der allgemeinen Abrüstung verpflichtet. Das
wird nicht so bald geschehen, ist aber ein berechtigtes
Streben. Mir geht es hier nicht darum, die neue
deutsche Regierung zu bitten, ein Grundprinzip
abzulehnen. Die neue deutsche Regierung sollte die
Situation prüfen und entscheiden, ob es im deutschen
und im Interesse des Bündnisses liegt, im Kontext der
gegenwärtigen Politik eine Debatte im großen Stil über
diese Fragen zu führen.
5. Können Sie der neuen Bundesregierung trauen, wo
doch Schröder gesagt hat, sie habe das Recht auf die
Eröffnung der Debatte?
Antwort: Es steht außer Frage, daß sie das Recht zur
Eröffnung der Debatte hat, wenn sie das wünscht.
Und es steht außer Frage, daß dies legitime Anliegen
sind und meines Erachtens haben mehrere aufeinanderfolgende Bundesregierungen quer durch die deutsche Politik in gewisser Weise eine sehr geachtete
moderne Tradition des Antimilitarismus in Deutschland
gepflegt. Es besteht die Notwendigkeit einer effektiven
Verteidigung, eines effektiven Bündnisses und einer
effektiven Abschreckung als Teil dieses Bündnisses.
Was Scharping bei seinem Besuch in Washington
gesagt hat, war, daß die neue Bundesregierung diese
Kemprinzipien der NATO nicht in Frage stellen will.
6. Es besteht ein Widerspruch, denn Scharping hat
einerseits behauptet, es gebe langfristige Bestrebungen, andererseits verwandelte die neue Bundesregierung diese vier Wochen nach ihrem Amtsantritt in
eine Debatte innerhalb des Bündnisses.
Antwort: Verteidigungsminister Scharping wies
während seines Besuchs in Washington unter anderem auch darauf hin, daß die Bundesregierung noch
keine Entscheidung getroffen hat, wie sie diese Frage
behandeln will. Meines Erachtens sollten wir die
Entscheidung der Bundesregierung abwarten, bevor
wir uns offiziell an der Diskussion beteiligen.

AMERIKA DIENST 01

�7. Ist es ein amerikanischer Alptraum, daß ein deutscher Außenminister eine andere Politik verfolgt als
der Bundeskanzler?
Antwort: Die Vereinigten Staaten werden mit jeder
deutschen Regierung zusammenarbeiten. Es liegt an
dieser, die Entscheidung zu treffen, welche Themen
sie wann, in welchem Kontext und wie ansprechen will.
8. Haben Sie keine Angst, daß andere Länder diesem
Beispiel folgen?
Antwort: Ich habe keine Angst davor, daß irgendeine
dieser Fragen erörtert wird. Meines Erachtens spricht
jedoch vieles dafür, daß es nicht sinnvoll ist, angesichts der wirklich wichtigen Themen viel Zeit auf diese
Fragen zu verwenden. Diejenigen unter uns, die
überzeugt sind, daß die NATO sowohl im Allgemeinen
als auch im Hinblick auf Nuklearwaffen grundsätzlich
die richtige Strategie verfolgt, haben von der Debatte
nichts zu befürchten. Wir versuchen nicht, die Debatte
zu vermeiden. Ich würde es jedoch vorziehen, wenn
wir uns auf die wirklich zentralen Themen konzentrierten - die europäische Verteidigungsidentität, die
Vorbereitung der NATO auf die Bewältigung der neuen
uns konfrontierenden Herausforderungen, den Aufbau
von Beziehungen zwischen der NATO und Rußland,
die Integration neuer Mitglieder in das Bündnis, die
Einbeziehung der neuen Mitglieder, den Aufbau der
Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses. Das scheinen
mir die Themen zu sein, die eine Debatte verdienen,
denn sie repräsentieren die Herausforderungen von
heute und nicht die von vor 15 oder 20 Jahren.
9. Bei der Debatte über die Probleme der neuen
NATO ist Deutschland auch gegen eine Globalisierung
der NATO und eine NATO-Intervention ohne ein
Mandat des UN-Sicherheitsrats.
Antwort: Wir möchten die NATO nicht in dem Sinne
globalisieren, daß sie zu einer globalen Polizei wird.
Wir sind jedoch überzeugt - und das wird meines
Erachtens nicht groß erörtert - daß wir nicht länger in
einer Welt leben, in der die zentrale Herausforderung
für die europäische Sicherheit das Risiko eines
massiven sowjetischen Angriffs mit Bodentruppen auf
das Territorium von NATO-Mitgliedern ist.
Diese
Bedrohung existiert glücklicherweise nicht mehr. Wir
befinden uns jetzt in einer Situation, in der die Bedrohungen der Sicherheit des Bündnisses weniger
ernsthaft, aber dennoch ernsthaft und anderer Art sind.
Es sind Bedrohungen durch regionale Instabilität, wie
beispielsweise in Bosnien und im Kosovo, die auch in
anderen Gebieten entstehen könnten. Es sind Bedrohungen durch die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, auch aus an das NATO-Gebiet
angrenzenden Ländern. Zieht man die Entwicklung
von Raketen- und Flugzeugträgersystemen in Betracht, kommt auch aus weiter entfernten Ländern eine
Bedrohung. Dies sind ganz direkte Bedrohungen der

AMERIKA DIENST 01

Sicherheit der NATO. Wir sprechen nicht darüber, daß
die NATO in anderen Gebieten tätig wird und in
Osttimor oder irgendwo anders Frieden stiftet. Das
gehört zum Thema Globalisierung. Wir sprechen nur
vom Umgang mit Bedrohungen Europas, die sich von
der alten Form einer direkten Truppeninvasion unterscheiden.
Ihre andere Frage hatte mit dem Mandat des Sicherheitsrats zu tun. Die Vereinigten Staaten stimmen
voll und ganz überein, daß es von elementarer Bedeutung ist, eine angemessene rechtliche Grundlage für
jeden Einsatz von militärischer Gewalt zu haben.
Ferner stimmen wir zu, daß es aus rechtlichen und
politischen Gründen oft wünschenswert ist, den
Einsatz von Gewalt von den Vereinten Nationen
billigen zu lassen. Das steht außer Zweifel. In der
Praxis haben wir uns an die UNO gewandt und deren
Zustimmung erhalten. Im Golfkrieg 1991 hatte die
Zustimmung die drastischste und weitreichendste
Form. Im jüngsten Fall des Kosovo war die Zustimmung völlig klar, jedoch weniger direkt und
weitreichend. Wir bestreiten nicht, daß eine Vollmacht
der UNO nützlich oder wünschenswert ist. Tatsache
ist jedoch, daß die UN-Charta Artikel 51 enthält, der
das Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung anerkennt, und diese Definition ist
unabhängig vom UN-Sicherheitsrat und rechtlich
separat. Unseres Erachtens beinhalten Artikel 5 1 , die
UN-Charta und das Völkerrecht im Allgemeinen, daß
Staaten gemeinsam handeln dürfen, wenn ihre
Sicherheit bedroht ist und nicht erst abwarten müssen,
bis es zu einer Invasion kommt. Im Falle des Kosovo
oder im Falle Bosniens handelt es sich beispielsweise
um Situationen, in denen die sehr reale Gefahr eines
Ausufern des Konflikts bestand, wenn nicht gehandelt
worden wäre. Eine solche Instabilität in der Region
kann Stabilität und Sicherheit bedrohen, und Konflikte
können auf NATO-Mitgliedstaaten übergreifen.
10. Im Kosovo gab es auch den Faktor der Opposition
von Seiten Rußlands und Chinas.
Antwort: Das ist eine andere Frage. Niemand ist
wohl der Ansicht, irgendwo im Völkerrecht sei niedergelegt, daß andere Länder sich nicht verteidigen und
zu ihrer Verteidigung zusammenschließen dürfen,
wenn ein großes Land der Welt dagegen ist. Ich habe
vergessen, wer für die Kosovo-Resolution stimmte und
wer sich der Stimme enthielt. Selbst wenn man aus
Argumentationszwecken davon ausgehen würde, daß
die Russen oder die Amerikaner gegen bestimmte
Aktionen anderer Länder sind, die diese zu ihrer
Selbstverteidigung unternehmen, heißt das nicht, daß
diese Aktionen einer angemessenen Rechtsgrundlage
entbehren. Sie sprechen da einen wichtigen praktischen Punkt an. Wenn man behauptet, daß die
europäischen Länder zusammen mit den Vereinigten
Staaten oder im Alleingang ihre Interessen nur dann
verteidigen können, wenn sie die Zustimmung des UN-

Seite 3

�Sicherheitsrats haben, dann haben sie ihre nationale
Verteidigung und Souveränität der Mehrheit des UNSicherheitsrats oder irgendeinem ständigen Mitglied
übertragen. Das ist meines Erachtens eine weder
erforderliche noch vernünftige Interpretation des
Völkerrechts. Das ist als internationale Strategie
absolut nicht sinnvoll.
11. Hätten die Vereinigten Staaten im Kosovo auch
gegen den Widerstand Rußlands gehandelt?
Antwort: Obwohl die Russen deutlich gemacht haben,
daß sie einen Einsatz ohne militärische Gewalt
vorziehen würden, stimmten sie nicht gegen UNResolution 1199 (über den Kosovo). Und ebenso wie
ich sicher bin, daß die Russen aus Prinzip und aus
rechtlichen Gründen ihr Recht auf Selbstverteidigung
ohne eine Resolution des UN-Sicherheitsrats geltend
machen, bin ich sicher, daß auch die Vereinigten
Staaten gegen den Widerstand der Russen handeln
können. Wir ziehen die russische Haltung in Betracht.
Wir sind der Ansicht, daß das System besser funktioniert, wenn wir mit den Russen zusammenarbeiten.
Aber notfalls sind wir zum Alleingang bereit.
12. Trotzdem sind Sie nie ohne Unterstützung Rußlands vorgegangen. Wird das je geschehen?
Antwort: Ich bin zweifellos sicher, daß wir das Recht
haben, gegen russischen, chinesischen, britischen oder, wenn man kein Amerikaner ist - amerikanischen
Widerstand zu handeln. Ob wir je mit einer Situation
konfrontiert werden, in der dies nötig ist, ist eine
andere Frage. Das hängt von den Umständen ab. Es
besteht ein großer Unterschied zwischen den gesetzlich niedergelegten Rechten und dem, was man aus
diplomatischen, politischen oder strategischen Gründen tut, um einen möglichst breiten internationalen
Konsens zu erreichen.
13. Tun die Europäer genug, um eine breite Machtgrundlage für die NATO zu schaffen?
Antwort: Ob sie genug tun? Nein. Aber sie tun viel
mehr als in den letzten Jahren. Und sie sind auf dem
richtigen Weg.
14. Sind Sie überzeugt, daß sie weitermachen
werden?
Antwort: Ich denke schon, denn das liegt in ihrem
eigenen Interesse.
15. Meiner Meinung nach sind sie nicht überzeugt,
daß das in ihrem eigenen Interesse liegt. Oder sind
Sie der Ansicht, daß es nur um finanzielle Fragen
geht?

ressourcen gegenüber, und das ist ein Problem.
Außerdem müssen sie die Wahl zwischen der Schlüsselfunktion der Verteidigung im Inland und umfassenderen Pflichten treffen. Fast alle europäischen Länder
haben Programme verabschiedet, die im Falle ihrer
Umsetzung - und sie wurden bereits eingeleitet - zu
weitaus mobileren, weitaus flexibleren, weitaus besser
dislozierbaren Truppen führen. Aus dem einfachen
Grund, weil sie - und das führt zurück zum Ausgangspunkt unserer Diskussion - nicht mehr mit dieser
Bedrohung eines massiven bewaffneten russischen
Angriffs konfrontiert sind. Sie verstehen, daß das kein
unmittelbares Sicherheitsdilemma ist, und sie müssen
ihre Truppen entsprechend anpassen.
16. Haben Sie Schätzungen vorgenommen, wieviel
eine Umgestaltung und Reform der NATO kosten
würde?
Antwort: Wir haben - nicht so sehr im US-Verteidigungsministerium als vielmehr innerhalb der NATO ernsthafte Analysen durchgeführt, wie diese Anpassungen im Rahmen der bestehenden Etats und mit
vernünftigen Prognosen durchgeführt werden können.
Es geht nicht so sehr darum, mehr Geld auszugeben,
sondern vielmehr darum, es anders auszugeben: für
im Allgemeinen kleinere Streitkräfte. Viele, nicht alle
Länder - einschließlich der Niederlande - schaffen die
Wehrpflicht ab. Sie gehen zu kleineren, flexibleren,
besser dislozierbaren Streitkräften über. Zu besserer
Kommunikation und mehr Dauerhaftigkeit.
17. Glauben Sie, daß die Welt bei einem Verzicht auf
den Ersteinsatz von Nuklearwaffen sicher für einen
konventionellen Krieg würde?
Antwort: Worüber ich mir Sorgen mache, ist nicht nur,
daß das die Welt sicher für einen konventionellen
Krieg, sondern - viel schlimmer - für einen chemischen
und biologischen Krieg machen würde. Es geht nicht
darum, daß sie sicher würde. Es geht darum, daß das
einen Anreiz für Menschen mit Aggressionstrieb böte,
die im Besitz dieser Waffen sind. Es wäre ein Anreiz
zu ihrem Einsatz. Dadurch wird die Welt nicht sicher.
18. Sind Sie der Ansicht, daß sich die europäische
Haltung zur NATO wegen Deutschland ändern wird?
Antwort: Das weiß ich nicht, denn bis jetzt haben wir
mehrere Erklärungen verschiedener Mitglieder der
deutschen Bundesregierung gehört. Die endgültige
Entscheidung darüber, wie, wann und in welchem
Zusammenhang Deutschland dieses Thema im
Bündnis ansprechen will, liegt bei Deutschland selbst.
Diese Entscheidung muß noch getroffen werden.
19. Sie glauben nicht, daß Deutschland die Frage
anschneiden wird?

Antwort: Meines Erachtens sehen sich die Europäer
wie alle Staaten Engpässen bei ihren Verteidigungs-

Seite 4

AMERIKA DIENST 01

�Antwort: Bislang haben wir Hinweise darauf, daß in
Deutschland darüber eine Diskussion stattfindet. Daß
die Bundesregierung bislang keine Entscheidung
getroffen hat, wie - falls überhaupt - sie das Thema in
der NATO aufbringen will. Es ist durchaus möglich,
daß das geschieht. Ich bestreite nicht, daß das
möglich oder sogar wahrscheinlich ist. Aber wie das
geschieht und was Deutschland vorschlägt - das wird
große Auswirkungen auf den weiteren Prozeß haben.

weniger um ihren möglichen Einsatz in Gebieten, die
die Interessen der NATO berühren. Meines Erachtens
heißt das in einem solchen Fall nicht notwendigerweise, daß die NATO Nuklearwaffen einsetzen sollte.
Ich bin jedoch überzeugt, daß es einen großen
Unterschied zwischen der Aussage "ich bin nicht
sicher, ob ich in diesem Kontext Nuklearwaffen
einsetzen würde" und der Aussage gibt "diese Probleme gehen die NATO nichts an".

20. Meinen Sie, daß die neuen Mitgliedstaaten die
deutsche Haltung unterstützen werden?

23. Die deutsche Regierung ist aber der Ansicht, daß
sie in solche Probleme hineingezogen wird.

Antwort: Ich möchte nicht darüber spekulieren,
welche Haltung die einzelnen Länder einnehmen. Ich
bin jedoch überzeugt, daß Staaten, die sich der
Tatsache bewußt sind, daß sie in Europa weiterhin mit
Sicherheitsproblemen, insbesondere möglicherweise
Massenvernichtungswaffen - wenn auch in einem
anderen Kontext - konfrontiert sind, erkennen müssen,
daß die NATO-Doktrin nichts anderes beinhaltet, als
sich das Recht auf den Einsatz von Nuklearwaffen als
Reaktion auf diese entsetzlichen Bedrohungen und
Formen von Aggression vorzubehalten.
Meines
Erachtens werden alle Länder im Bündnis - ebenso
wie schon 1991 - übereinkommen, daß dies die
richtige Politik ist.

Antwort: Wir sollten der Bundesregierung zugestehen,
ihre Ansicht zu äußern.

21. Sind Sie der Ansicht, daß die NATO mit Nuklearwaffen auf Bedrohungen reagieren sollte?
Antwort: Ich sage nicht unbedingt, daß die NATO
Nuklearwaffen als Reaktion auf eine Bedrohung oder
den Einsatz chemischer oder biologischer Waffen
gegen ein Nichtmitgliedsland einsetzen sollte, obwohl
ich das nicht völlig ausschließen würde. Darum geht
es hier nicht. Vielmehr geht es darum, wie die NATO
auf Bedrohungen ihrer Mitglieder reagieren würde. Es
ist schön und gut zu sagen, daß wir uns beispielsweise
über libysche Chemiewaffen keine Sorgen machen
brauchen, weil wir in Nordeuropa leben. Es besteht
jedoch kein Zweifel, daß diese Länder in einem oder
spätestens zwei Jahrzehnten mit Hilfe von Raketen,
Flugzeugen oder terroristischen Methoden über die
Fähigkeit verfügen werden, diese Waffen gegen Ziele
in Europa einzusetzen.
22. Ist es möglich, daß die NATO einen Vergeltungsschlag übt, wenn Libyen oder der Irak andere Ziele im
Nahen Osten angreifen?
Antwort: Das ist ein ganz anderes Thema als die
Frage des Ersteinsatzes. Die Debatte über den
Ersteinsatz geht darum, ob die NATO potentiellen
Aggressoren versichert, daß sie nicht mit bestimmten
Risiken konfrontiert werden, die ansonsten einen
großen Abschreckungseffekt hätten. Und das wäre
sehr dumm. Bei der anderen Frage geht es darum,
was die NATO mit denjenigen machen sollte, die
Massenvernichtungswaffen entwickeln, und viel

AMERIKA DIENST 01

24. Aber was geschieht, wenn andere Mitglieder
ebenfalls glauben, daß sie in das Problem hineingezogen werden?
Antwort: Zuerst sollte man nicht vergessen, daß die
NATO per definitionem nichts ohne die Zustimmung
aller ihrer Mitglieder unternehmen kann. Wenn die
deutsche oder die amerikanische oder die niederländische oder irgendeine andere Regierung im Bündnis
sagen, daß etwas nicht in unserem Interesse liegt, zu
gefährlich, zu risikoreich, zu kostspielig oder illegal ist,
haben sie die Macht, die NATO vom Handeln abzuhalten. Es ist nicht möglich, die NATO in etwas
hineinzuziehen, wenn auch nur ein einziges Bündnismitglied dagegen ist.
25. Sollte die NATO ein Interessenbündnis anstelle
eines Verteidigungsbündnisses werden?
Antwort: Die NATO war schon immer ein Interessenbündnis - Interesse an der Sicherheit der
Mitgliedstaaten. Meines Erachtens ist offensichtlich,
daß es in den letzten 20 Jahren eine Veränderung im
Hinblick darauf gegeben hat, woher diese Interessen
stammen. Vor 20 Jahren war die Bedrohung direkt.
Es war die Bedrohung einer massiven Invasion mit
Bodentruppen, unterstützt durch mächtige Luft- und
Seestreitkräfte sowie Nuklearwaffen, durch die Sowjets, die eine mitten durch das Zentrum Europas
laufende Grenze überschreiten würden. Jetzt, da
diese Bedrohung glücklicherweise nicht mehr existiert,
gibt es andere Bedrohungen, die keine Bedrohungen
eines unbestimmten Gefühls einer Weltordnung
irgendwo im Südpazifik sind. Es sind Bedrohungen
der Sicherheit Europas. Sie rühren von Dingen wie
ethnisch begründeten Kriegen und Instabilität her, von
Orten wie dem Kosovo und Bosnien, von der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und - ich zögere
nicht, das auszusprechen - möglicherweise von
Problemen in weiter entfernten Regionen, die sehr
direkte Auswirkungen auf die europäische Sicherheit
haben. Wir bestreiten nicht - meines Erachtens
bestreitet niemand in den Vereinigten Staaten - daß die
NATO oder die Vereinigten Staaten generell die

Seite 5

�Freiheit haben, alle möglichen Konflikte zu bekämpfen.
Wir sagen, daß das Bündnis das Recht und die Pflicht
hat, Bedrohungen unserer Sicherheit zu begegnen.
26. Also sind die Sicherheitsbeziehungen in Europa
entscheidend.

Antwort: Bei der NATO geht es um Sicherheit im
transatlantischen Raum. Die Vereinigten Staaten
haben auch das Recht, ihre Identität und ihre Interessen zu schützen. Aber es geht hier um Sicherheitsfragen, das ist richtig.

* * * * *

Seite 6

AMERIKA DIENST 01

�UMWELT

13.Januar 1999

Eine weitere Nachtsitzung für den Klimawandel
von John C. Kornblum

BONN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika
in der Bundesrepublik Deutschland, John C. Kornblum, der auf Deutsch erstmals am 11. Januar 1999 in Die Welt
erschien.

Die Bilder von der Klimakonferenz in Buenos Aires im
November waren - wie vor einem Jahr in Kyoto - von
Frustration und Erschöpfung gekennzeichnet. Klimaverhandlungen sind wahrhaftig keine leichte Arbeit. Es
dauerte eine ganze Nacht, bis ein 'Aktionsplan von
Buenos Aires" vereinbart wurde. Aber es wird sehr viel
mehr als einen 'Aktionsplan" erfordern, um die Arbeit
zu beenden, die getan werden muß. Es wird Engagement und harte Arbeit von uns allen verlangen, weil wir
eine globale Lösung für die globalen Probleme des
Klimawandels benötigen - jeder muß tatkräftig mithelfen.
Abkommen und Quoten sind gut und schön. Aber
sie können irreführend sein. Die globale Erwärmung
kann nicht in nur einem Teil der Welt rückgängig
gemacht werden. Die besten Absichten Europas oder
der Vereinigten Staaten sind nicht genug. Wir sind
eine Welt mit einer Atmosphäre. Jeder, auch die
weniger entwickelten Länder, müssen tatkräftig
mithelfen.
Manchmal scheinen unsere europäischen Freunde
zu glauben, die Festlegung eines Ziels sei genug.
Und wenn andere nicht zustimmen, müsse man nur
lauter sprechen. Damit kommen wir nirgendwo hin.
Die Vereinigten Staaten haben sich zur Reduzierung
ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet und sich
dafür ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Aber wir sind ein
riesiges Land. Unsere Volkswirtschaft hängt von Autos
und fossilen Brennstoffen ab. In der Dritten Welt
kämpfen mehrere große Länder darum, die erste Stufe
der Industrialisierung zu erreichen. Auch sie sind nicht
an Lektionen von reichen, hoch entwickelten europäischen Staaten interessiert.

AMERIKA DIENST 01

Heißt das, daß die Probleme nicht gelöst werden
können? Ganz im Gegenteil, es gibt funktionierende
Methoden, die für die Wirtschaftsinteressen und
aufgeklärte Politiker attraktiv sind. Solche "Flexibilitätsmechanismen" waren in den Vereinigten Staaten bei
anderen schwierigen Problemen wie saurem Regen
erfolgreich. Sie können auch beim Klimawandel eine
wichtige Rolle spielen. Aber wir benötigen Offenheit
und Pragmatismus. Nur Recht zu haben, wird nicht
ausreichen.
Tatsache ist, selbst wenn die Industrienationen ihre
Ziele erfüllen, werden die globalen Treibhausgasemissionen weiterhin zunehmen, wenn die wichtigsten
Entwicklungsländer nicht mitmachen. Aber die Vereinigten Staaten verstehen, daß sich die Entwicklungsländer dringenden Erfordernissen gegenübersehen,
und ihre Pflichten sind nicht die gleichen wie die der
Industrienationen. In Buenos Aires gab der argentinische Präsident Menem die Verabschiedung eines
freiwilligen aber bindenden Emissionsziels für sein
Land mit den Worten bekannt: "Der einzige Weg zu
nachhaltigem Wachstum ist sauberes Wachstum." Für
viele Entwicklungsländer könnte "bedeutungsvolle
Beteiligung" die Verlangsamung der Emissionszuwachsrate
bedeuten, während ihre Volkswirtschaften weiterhin wachsen.
Jeder muß tatkräftig mithelfen, und unserer Ansicht
nach sind Vereinbarungen über konkrete Anreize der
beste Weg dazu. Die Erfahrung lehrt, daß der beste
Anreiz wirtschaftlicher Art ist. Das Protokoll von Kyoto
sieht ein System handelbarer Emissionszertifikate vor,
das Ländern mit niedrigen Kosten den Verkauf von
Emissionszertifikaten an Länder gestattet, in denen die
Verringerung der Emissionen teuer ist.
Und der
Mechanismus für saubere Entwicklung (Clean Develop-

Seite 1

�ment Mechanism - CDM) räumt Industrienationen
einen Bonus ein, wenn sie in saubere Technologieprojekte in Entwicklungsländern investieren.
Studien belegen, daß umfassender uneingeschränkter Handel den Preis von reduzierten Treibhausgasemissionen pro Tonne um 80-90 Prozent verglichen mit dem Preis ohne Handel senken würde.
Dieser Ansatz, der das "wo" und "wie" der Emissionsreduzierungen verändert, würde nicht nur die Kosten
der Verringerung von Emissionen minimieren, sondern
auch die technologische Entwicklung fördern und
beträchtliche Investitionsressourcen zur Unterstützung
eines Arbeitsplätze schaffenden sauberen Wirtschaftswachstums weltweit freisetzen.
Die Vereinigten Staaten zählen auf diese Flexibilitätsmechanismen, die zur Erfüllung unseres ehrgeizigen
Ziels beitragen. Oberflächlich gesehen, stimmt es mit
den Zielen anderer Kyoto-Parteien überein. Die EU
hat ein Ziel von 8 Prozent, Japan von 6 Prozent und
die Vereinigten Staaten von 7 Prozent bis zur ersten
Haushaltsperiode von 2008-2012.
Im Kontext des für die Vereinigten Staaten prognostizierten Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums ist
unser Ziel jedoch viel höher gesteckt. Die amerikanische Volkswirtschaft ist seit 1990 unerwartet stark,
was zu einem unvorhergesehenen Energiebedarf
geführt hat, der wiederum unsere Emissionszuwachsrate erhöhte. 1996 lebten in den Vereinigten Staaten
265 Millionen Menschen, und zwischen dem Basisjahr
des Protokolls von Kyoto - 1990 - und dem Jahr 2010
wird ein etwa 16-prozentiger Anstieg der amerikanischen Bevölkerung erwartet.
Wenn wir nichts
unternehmen, würden die Vereinigten Staaten zwischen 1990 und 2010 eine Steigerung der Emissionen
um 30 Prozent erleben.
Zieht man unser Wrtschafts- und Bevölkerungswachstum in Betracht, wird unser Ziel einer 7-prozentigen
Verringerung tatsächlich zu einer signifikanten (mehr
als 20-prozentigen) Abnahme der pro-Kopf-Emissionen
führen - mehr, als bei den meisten anderen Parteien
des Protokolls von Kyoto.
Eine andere Erwägung ist die relativ geringe Bevölkerungsdichte in den Vereinigten Staaten (27 Menschen
pro Quadratkilometer im Vergleich zu 228 Menschen
pro Quadratkilometer in Deutschland), die zu weitaus
höheren Transportbedürfnissen führt. Stellen Sie sich
vor, sie müssen Erzeugnisse über eine Strecke
transportieren, die sieben Mal so lang ist wie Deutschland, nur um sie aus ihrem Anbaugebiet in Kalifornien
zum Markt in die Bundeshauptstadt Washington zu
bringen. Oder 20 Kilometer bis zum nächsten Lebensmittelhändler fahren zu müssen - keine ungewöhliche
Situation.

Seite 2

Und unsere Bevölkerung ist von Nord nach Süd und
von Ost nach West verteilt, was den Umgang mit
weitaus größeren Temperaturunterschieden verlangt.
Ein Haus in Montana zu heizen, wo drei Monate
hintereinander minus 10° Celsius herrschen, verlangt
viel Energie, und dasselbe gilt für die Kühlung eines
Büros in New Orleans, damit die Menschen dort im
August arbeiten können. Angesichts dieser Gegebenheiten wird die Erlangung unseres Ziels viel harte
Arbeit erfordern.
Die Vereinigten Staaten sind zu harter Arbeit bereit.
Dieses Jahr sind die bundesstaatlichen Investitionen in
Energieeffizienz und erneuerbare Energien auf eine
Milliarde Dollar angewachsen - ein 25-prozentiger
Anstieg. Der Haushalt des Präsidenten für 1999
beinhaltet auch einen Antrag auf eine weitere Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in
den großen, Kohlendioxid ausstoßenden Sektoren der
Wirtschaft sowie steuerliche Anreize für Amerikaner
zum Kauf von kraftstoffeffizienten Fahrzeugen, energieeffizienten neuen Häusern und Sonnenkollektoren auf
den Dächern. Darüber hinaus sind steuerliche Anreize
für die Stromgewinnung aus Wind und Biomasse in
diesem Paket enthalten.
Die harte Überzeugungsarbeit in der amerikanischen
Öffentlichkeit und Wrtschaft zahlt sich ebenfalls aus.
Eine im vergangenen Sommer durchgeführte Umfrage
zeigte, die meisten Amerikaner sind nicht nur der
Ansicht, daß sich die Auswirkungen des Klimawandels
bereits während ihres Lebens zeigen (57 Prozent der
befragten Amerikaner), sondern auch, daß diese
Veränderungen eine ernsthafte Bedrohung für zukünftige Generationen darstellen (65 Prozent).
Zu den wichtigsten Entwicklungen seit Kyoto zählt die
steigende Zahl amerikanischer Unternehmen, die
zugeben, daß die Bedrohung durch den Klimawandel
real ist. Viele setzen sich jetzt dafür ein, die Zukunftsvision von Kyoto in die Realität umzusetzen und
sondieren neue Wege für den besseren und klügeren
Umgang mit Energie. Manche haben zugesagt, ihre
Emissionen freiwillig unter die in Kyoto gesetzten Ziele
zu senken. Ein Grund für diese wachsende politische
Unterstützung ist die Erkenntnis, daß die Flexibilitätsmechanismen für beide Seiten vorteilhafte Lösungen
beinhalten, die Erderwärmung zu bekämpfen und
gleichzeitig ein Wachstum nicht nur unserer Volkswirtschaft, sondern der Volkswirtschaften aller an demselben Kampf beteiligten Länder zu bewirken.
Was sind die nächsten Schritte? Das Protokoll von
Kyoto ist nur der erste Schritt in einem langen Prozeß
des Umgangs mit dem Klimawandel - fast wie die erste
Teilstrecke in einem Marathon. In den nächsten zwei
Jahren werden die Vereinigten Staaten den Aktionsplan von Buenos Aires uneingeschränkt unterstützen,
der einen Prozeß zur Identifizierung und Zustimmung
zu den Bestimmungen und Modalitäten für den Einsatz

AMERIKA DIENST 01

�aller drei flexiblen Mechanismen beinhaltet. Die Frage
der freiwilligen Beteiligung der Entwicklungsländer wird
ebenfalls weiterhin oben auf unserer Tagesordnung
stehen. Um Erfolg zu haben, benötigen wir die pragmatische und weitblickende Unterstützung aller unserer

Partner, insbesondere Deutschlands, der weltweit
drittgrößten Volkswirtschaft und zweitgrößten Handelsnation. Wir sollten nicht vergessen, daß es keine
Alternative zum Erfolg gibt.

* * * * *

AMERIKA DIENST 01

Seite 3

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13040">
              <text>13.01.1999</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13041">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13042">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13043">
              <text>Amerikadienst 13.01.1999</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="13044">
              <text>&lt;strong&gt;1. Verteidigungshaushalt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Aufstockung des US-Verteidigungshaushalts&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Radioansprache des Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. USA-Europa&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vereinigte Staaten begrüßen Einführung des Euro&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärungen des Präsidenten und des Stellvertretenden&lt;/em&gt; &lt;em&gt;US-Finanzministers&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. USA-Russland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Rezession in Russland und ihre Auswirkungen auf die Nuklearindustrie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Energieminister Bill Richardson&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA lehnen Forderungen nach Verzicht der NATO auf Ersteinsatz von Atomwaffen ab&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Interview mit Walter Slocombe&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Eine weitere Nachtsitzung für den Klimawandel&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von John C. Kornblum&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
