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*

amcrika
dienet

Herausgeber. U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462C

3. Dezember 1998

24

IRAK

IRAK MUSS SEINEN VERPFLICHTUNGEN
NACHKOMMEN
von Samuel Berger

USA-DEUTSCHLAND

DIE DEUTSCH-AMERIKANISCHEN
BEZIEHUNGEN AM ENDE DES
20. JAHRHUNDERTS
Rede von Botschafter John C. Kornblum

THANKSGIVING

CLINTON PREIST DIE VIELFALT AMERIKAS
Proklamation des Präsidenten zu Thanksgiving

http://www.us-botschaft.de/amerikadienst
http://www.usembassy.de/amerikadienst

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

DeichmannsAue29
D 53170 Bonn

Tel. 0228-3392956
Fax 0228-333138
Internet http://www.usembassy.de

�IRAK

2. Dezember 1998

Irak muß seinen Verpflichtungen nachkommen
von Samuel Berger

(AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel des Nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten,
Samuel Berger.

Vor einer Woche hoffte Saddam Hussein, sich alle
Möglichkeiten offenzuhalten, indem er der internationalen Staatengemeinschaft die Stirn bot und
gleichzeitig ein Ende der internationalen Sanktionen
forderte. Seine Nachbarn und die Welt bestanden
jedoch darauf, daß der Irak seine Verpflichtungen
vollständig erfüllt, und die Vereinigten Staaten und
Großbritannien machten deutlich, daß sie zur Unterstützung dieser Forderung durch militärische Gewalt
bereit waren.
Angesichts der entschlossenen und geeinten internationalen Reaktion kapitulierte Saddam Hussein. Jetzt
sind die UN-Waffeninspektoren in den Irak zurückgekehrt und tun ihre Arbeit - nicht, weil wir Saddams
Zusicherungen trauen, sondern weil wir sie überprüfen
wollen.
Seit Beginn der Krise haben wir darauf hingewiesen,
daß wir unsere gemeinsamen Ziele am besten durch
die Wiederaufnahme der UN-Waffeninspektionen im
Irak erreichen können, weil diese das effektivste Mittel
darstellen, Saddam Hussein auf die Spur zu kommen,
ihn vom Wiederaufbau der Waffen abzuhalten, die er
gegen sein eigenes Volk und die Welt eingesetzt hat,
und diese zu vernichten. Nachdem der Irak jetzt
nachgegeben und den Inspektoren die Rückkehr
gestattet hat, sind die Nationen der ganzen Welt einschließlich der Nachbarn des Irak in der arabischen
Welt - in der beharrlichen Forderung geeint, daß der
Irak seinen Verpflichtungen nachkommt. Und es ist
wichtig, den Grund dafür zu verstehen.
Erstens hat die ganze Welt genug von den ständigen
Täuschungsmanövern und Zuwiderhandlungen des
Irak. Der Irak stimmte einer Bedingung für den
Waffenstillstand im Golfkrieg zu - der Offenlegung
seines gesamten Arsenals von Massenvernichtungs-

AMERIKA DIENST 24

waffen innerhalb von 14 Tagen. Statt dessen verbrachte er den Großteil des Jahrzehnts damit, sich
seinen Verpflichtungen zu entziehen, den Inspektoren
Informationen vorzuenthalten, ihre Arbeit zu behindern
und Informationen direkt vor ihren Augen zu vernichten. Es gibt kein eindeutigeres Beispiel als die
jüngste Entdeckung, daß der Irak VX - die tödlichste
Chemikalie der Welt - hergestellt und Raketengefechtsköpfe damit bestückt hat, die er jederzeit gegen
seine Nachbarn einsetzen kann. Experten aus mehr
als einem Dutzend Ländern haben diese Erkenntnis
jetzt bestätigt.
Zweitens erinnert sich die ganze Welt an die jüngere
Geschichte und weiß, daß Saddam eine Bedrohung
für den Frieden darstellt. Jahr für Jahr hat Saddam in
einem Konflikt nach dem anderen gezeigt, daß er den
Besitz von Waffen anstrebt, um diese einzusetzen.
Und jedes Mal, wenn er sie einsetzte, waren seine
Opfer die Menschen im Nahen Osten. Er führte einen
ein Jahrzehnt währenden Krieg gegen den Iran, der
mindestens eine halbe Million Menschenleben
forderte. Er setzte wiederholt Chemiewaffen gegen
iranische Soldaten ein und feuerte SCUD-Raketen auf
iranische Städte ab. 1990 marschierten seine Truppen in Kuwait ein, exekutierten alle, die Widerstand
leisteten, plünderten das Land, setzten 600 Ölquellen
in Brand, ließen Millionen Tonnen Erdöl in den
Persischen Golf ab und griffen Riad und Manama mit
Raketen an.
Das Hauptopfer der Mißregierung von Saddam
Hussein ist die irakische Bevölkerung. Mehr als
70.000 irakische Kurden verschwanden 1988 wahrend
Saddams mörderischer Anfal-Kampagne, mindestens
5.000 wurden durch Senfgas getötet. Über 150.000
arabische Bewohner der Sumpfgebiete wurden aus
ihren Dörfern vertrieben, als irakische Soldaten die

Seite 1

�südlichen Marschen nach dem Golfkrieg trockenlegten; ihre Kultur wurde zerstört, viele wurden von
Artilleriegranaten und Kampfhubschraubern niedergemetzelt. 1997 wurden den Vereinten Nationen zufolge
im Irak etwa 1.500 politische Gefangene erschossen. Heute leben alle Iraker in der Angst vor willkürlicher Verhaftung und Deportation aus ihren
Häusern.
Seit sieben Jahren versucht die internationale Staatengemeinschaft - nicht Saddam Hussein - das
irakische Volk am Leben zu erhalten.
Als nach dem Einmarsch Saddams in Kuwait Sanktionen gegen den Irak verhängt wurden, nahmen die
Vereinten Nationen Nahrungsmittel, Medikamente und
andere humanitäre Hilfsgüter davon aus. Nach dem
Golfkrieg ergriffen die Vereinigten Staaten die Führungsrolle, als sie vorschlugen, dem Irak den Verkauf
einer bestimmten Menge Erdöls zu gestatten, damit er
deren Erlös für den Kauf humanitärer Güter verwenden kann. Bis 1996 weigerte sich Saddam Hussein,
das zu tun, und hoffte, die Weltmeinung durch das
Aushungern seines Volkes manipulieren zu können.
Das Programm "Öl für Nahrungsmittel" bringt ungefähr
3 Milliarden Dollar jährlich ein, mit denen der Irak
Nahrungsmittel und Medizin kaufen kann.
Die
Lebensmittelversorgung im Irak hat sich verbessert:
Der Durchschnittsbürger erhält pro Tag ungefähr
2.030 Kalorien - eine Menge, die das von den Vereinten Nationen empfohlene tägliche Minimum
übersteigt. Die humanitäre Hilfe für den Irak entspricht fast der gesamten Hilfe der Vereinten Nationen
für alle Länder der Welt während der letzten drei Jahre
zusammengenommen.
Dennoch behindert Saddam Hussein das Programm
und lehnt ausländische Nahrungsmittel- und Medikamentenspenden ab. In der Zwischenzeit gibt die
irakische Regierung ihr Geld für den Bau verschwenderischer Paläste aus, versteckt ihre Waffen und
hortet Lebensmittel für ihre Elitemilitäreinheiten. Der
Irak nimmt Hunderte Millionen Dollar durch den
Schmuggel ein, aber der Großteil dieses Geldes fließt
in die Taschen von Saddam Husseins Familie und
ihrer Anhänger. Seit der Einführung des Programms
"Öl für Nahrungsmittel" hat das Regime seine eigenen
Nahrungsmittelkäufe um 300 bis 500 Millionen Dollar
pro Jahr verringert.
Unter den internationalen Sanktionen ist es Saddams
Regime zur Zeit nur erlaubt, seine Einnahmen aus
den Ölverkäufen für zweierlei auszugeben: Nahrungsmittel und Medikamente. Wenn die Sanktionen

Seite 2

aufgehoben würden, könnte Saddam Hussein den
ölreichtum seines Landes ganz nach seinem Belieben
ausgeben. "Öl für Nahrungsmittel" würde wahrscheinlich zu "Öl für Panzer". Das irakische Volk
würde wahrscheinlich weniger zu essen bekommen.
Die Nachbarn des Irak müßten zweifelsohne mehr
Angst haben.
Aus diesem Grund werden die Vereinigten Staaten
weiterhin mit Geduld und Entschlossenheit Saddam
Hussein daran zu hindern versuchen, sein Volk zu
gefährden, seine Nachbarn zu bedrohen und die
Sicherheit der Welt zu unterminieren.
Wir suchen nicht die Konfrontation mit dem Irak,
sondern vielmehr das Ende der Konfrontation des Irak
mit der Welt. Wir stellen die Integrität des Irak als
Nation nicht in Frage, sondern vielmehr die Unterdrückung des irakischen Volkes durch die irakische
Regierung, die den Irak entzweit. Unsere Politik ist
dahingehend proirakisch, daß ihre Ziele im Einklang
mit den Interessen der großen Mehrheit des irakischen Volkes stehen. Sie ist dahingehend proislamisch, daß sie versucht, einen Irak aufzubauen, in
dem alle gläubigen Menschen in Frieden leben
können, und einen Nahen Osten, in dem alle gläubigen Menschen in Sicherheit leben können.
In der Tat spiegeln die sechs Millionen amerikanischen Muslime, die in der wachsenden Zahl von
Moscheen und islamischen Zentren ihre Religion
ausüben, die Realität wider, daß es keinen Konflikt
zwischen dem Islam und Amerika gibt. Wie Präsident
Clinton erklärt hat, werden wir auf einem Kurs der
Freundschaft und Achtung für die muslimische Welt
bleiben, selbst während wir versuchen, alle Amerikaner miteinander auszusöhnen und größere Einheit in
unserer zunehmenden Vielfalt zu finden. Wir werden
weiterhin nach gemeinsamen Werten, gemeinsamen
Interessen und gemeinsamen Unternehmungen
suchen.
Gegenüber einem verbrecherischen Regime mit
Massenvernichtungswaffen und einer Geschichte
ihres Einsatzes müssen die Vereinigten Staaten und
ihre Freunde in der muslimischen Welt natürlich
weiterhin geeint sein - denn wir sind alle gefährdet.
Wir alle hoffen zutiefst, daß der Irak der Staatenfamilie
wieder als freiheitsliebendes und gesetzestreues
Mitglied beitritt. Wir alle müssen zusammenarbeiten,
um diese Hoffnung zu verwirklichen - in unserem
eigenen Interesse und im Interesse des langen
Leidens des irakischen Volkes.

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�USA-DEUTSCHLAND

2. Dezember 1998

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen
am Ende des 20. Jahrhunderts
Rede von Botschafter John C. Kornblum

BERLIN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Botschafters der Vereinigten Staaten von
Amerika in der Bundesrepublik Deutschland, John C. Kornblum, bei der Deutschen Bank in Berlin vom 13.
November 1998.

Ich danke Ihnen für die Einladung, heute hier eine
Rede zu halten. Das Thema - die deutsch-amerikanischen Beziehungen am Ende des 20. Jahrhunderts ist uns sowohl vertraut als auch etwas unbekannt.
Vertraut, weil unsere Partnerschaft einzigartig und
natürlich ist. Sie ist auch sehr erfolgreich. Das
Thema ist etwas unbekannt, weil die Gegebenheiten
sich völlig verändert haben. Unsere Tagesordnung
hat sich erweitert. Wir arbeiten nicht nur Seite an
Seite, um ein geteiltes Berlin zu verteidigen oder
Freiheit in Osteuropa zu erreichen. Zusammen mit
unseren Partnern sind wir mit einer Fülle von Herausforderungen konfrontiert - Herausforderungen ohne
klare Definition oder Lösungen.
Wir müssen zusammenarbeiten, um die neue revolutionäre Entwicklung in Wirtschaft und Technologie zu
meistern. Wir müssen auch zusammenarbeiten, um in
einer Welt mit größerer Offenheit und Interdependenz
Stabilität zu bewahren. Die gesellschaftlichen und
sozialen Implikationen alternder Bevölkerungen sind
ein weiterer Problembereich. Es gibt nicht länger
deutsch-amerikanische oder europäisch-amerikanische Fragen. Wir bauen eine integrierte Gesellschaft. Die uns konfrontierenden Fragen sind in
Außen- und Innenpolitik zunehmend ähnlich. Das
heißt nicht, daß es keine geschichtlichen, geographischen und kulturellen Unterschiede gibt. Das Ladenschlußgesetz in Deutschland ist ein Beispiel.
In Europa ist es auch dringend notwendig, einen
tieferen politischen Konsens zu wichtigen Zielen zu
finden. Aber wenn ich höre, daß der MercedesStern bald auf dem Chrysler-Verwaltungsgebäude
stehen wird - oder Bertelsmann bald Englisch

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als Geschäftssprache einführen wird, ist es klar, daß
sich grundsätzlich etwas verändert hat.
Heute möchte ich aus meiner Sicht einige der wichtigsten Elemente dieses neuen Zeitalters erörtern.
Erstens Europa. Seit 1990 scheint es offensichtlich,
daß die europäischen Staaten an der Verwirklichung
unserer gemeinsame Agenda gehindert sein werden,
wenn sie nicht zu einem größeren Konsens gelangen.
Das heißt nicht unbedingt, daß man immer mit einer
Stimme sprechen oder alles in Brüssel ratifizieren
muß. Es heißt, Konsens über die Bedeutung und den
Umfang der europäischen Integration zu erzielen.
Deutschland und die Vereinigten Staaten sind durch
eine lange Geschichte verbunden - eine Freundschaft,
die in zwei grausame Kriege hineingezogen wurde.
Nach 1945 war es nicht möglich, einfach dort weiterzumachen, wo wir aufgehört hatten. Wir mußten etwas
völlig Neues schaffen.
Dieses völlig Neue ging aus den Herausforderungen
des Kalten Krieges und der Bedrohung der Demokratie in ganz Europa durch die Sowjetunion hervor.
Unsere gemeinsame Antwort auf die Berlin-Blockade
vor fünfzig Jahren - Festigkeit und Mut auf Seiten der
Deutschen und Amerikaner gleichermaßen - stellte die
Weichen für die Schaffung einer integrierten Vision
von einem neuen Europa.
Wenn Druck von außen wie die sowjetische Bedrohung einige unserer größten Herausforderungen
und größten Erfolge bedeutete, dann waren die den
Amerikanern und Deutschen gemeinsamen Eigen-

Seite 1

�Schäften - wie Pragmatismus und Weitblick - entscheidend für den Aufbau unserer Partnerschaft.
Unsere beiden Länder hatten eine Vision für Europa eine Vision, zu der die Verpflichtung zu der neuen
atlantischen Gemeinschaft gehörte, die aus den
Ruinen des alten europäischen Gleichgewichts
entstanden war. Und Deutschland brachte Energie,
Mut und eine Vision von Demokratie für Deutschland
und Europa ein. Deutschlands Weitblick als führende
Macht in Europa zeigt sich in vielfältiger Weise. Einige
Beispiele ragen heraus, wie Deutschlands Vision einer
gemeinsamen Währung und seine Beteiligung an der
internationalen Friedenstruppe um sicherzustellen,
daß Bosnien Frieden und Unabhängigkeit genießen
kann. Das war kein einfacher Schritt für Deutschland,
und ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Solidarität und
Ihrem Verantwortungsbewußtsein. Als jemand, der
maßgeblich an der Gestaltung der amerikanischen
Bosnienpolitik beteiligt war, würde ich darüber hinaus
sagen, daß die Vereinigten Staaten mit Deutschland
den größten Konsens darüber erzielten, wie das
Blutvergießen auf dem Balkan beendet werden soll.
Und jetzt hat sich unsere Tagesordnung erweitert. W r
arbeiten nicht nur Seite an Seite, um zur Bewahrung
des zerbrechlichen Friedens in Bosnien beizutragen,
sondern wir streben auch die Gewährleistung an, daß
der Kosovo nicht in den gleichen Sog von Krieg und
Zerstörung gezogen wird.
Wir stehen an der Schwelle zur Erweiterung der
NATO - was an sich schon ein Meilenstein bei der
Vollendung Europas ist. Und die Europäische Union
verfolgt ihr eigenes Erweiterungsprogramm, das das
Potential hat, bei der Überwindung noch bestehender
Teilungs- und Bruchlinien in Europa behilflich zu sein.
Ebenso wie die Aussicht auf die NATO-Erweiterung
die Länder Zentraleuropas veranlaßt hat, sich als
potentielle Verbündete statt als Gegner oder Konkurrenten zu sehen, hat auch die Aussicht auf die
EU-Mitgliedschaft diese Länder ermutigt, die erforderlichen und manchmal schmerzlichen Schritte zu
unternehmen, um ihre Wirtschafts- und Rechtssysteme auf den richtigen Weg zu bringen. Aus
diesem Grund ist es von elementarer Bedeutung, daß
der EU-Erweiterungsprozeß weiterhin so weit wie
möglich nach außen gerichtet ist und ein offenes Ende
hat. Wir dürfen keine neuen Trennlinien ziehen oder
irgendeinem Land in Europa die Tür zu neuen Chancen verschließen.
Der Beginn der Wrtschafts- und Währungsunion kann
große Fortschritte bei der Erlangung eines neuen
Niveaus von europäischem Konsens bedeuten.
Die Vereinigten Staaten haben das Streben Europas
nach engerer Integration von Anfang an unterstützt.
Die Gründung der Montanunion, des Gemeinsamen

Seite 2

Marktes, des Binnenmarktes und jetzt die Pläne für
eine Erweiterung der EU - all dies haben wir gefördert,
und all dies liegt in unserem ureigenen Interesse.
Wr haben dasselbe Interesse an der Einführung einer
einheitlichen Währung wie an jeder anderen bedeutenden Entwicklung in Europa. Uns ist gut gedient,
wenn Europa wirtschaftlich prosperiert und auf die
Öffnung seiner Märkte sowie die Stärkung seiner
Beziehungen zur Weltwirtschaft hinarbeitet. Europa
wird Vorteile durch eine Wirtschafts- und Währungsunion haben, die diese Ziele unterstützt - und wenn
Europa prosperiert, erhöht das auch den Wohlstand in
den Vereinigten Staaten.
Gleichzeitig möchte ich die wachsende Bedeutung der
praktischen Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und der EU nach der Einführung des
Euro hervorheben. Eine Veränderung dieser Größenordnung wird zwischen Washington und Frankfurt
neue
Kommunikationsverbindungen
erforderlich
machen. Mit dem 1. Januar 1999 - in nur wenigen
Wochen - sollte sich unsere Aufmerksamkeit zunehmend auf die Perfektionierüng unseres neuen Dialogs
konzentrieren.
Die Einführung des Euro wird das erste Ereignis in
einem entscheidenden Jahr sein. Im Verlauf der
nächsten 12 Monate finden eine Reihe wichtiger
Veranstaltungen statt. Deutschland wird die Präsidentschaft der EU übernehmen. Die NATO feiert ihr
50-jähriges Bestehen mit einem Gipfel in Washington
und nimmt drei neue Mitglieder auf. Und Deutschland
wird ein G 8-Gipfeltreffen abhalten. Diese und andere
Schritte werden eine neue Tagesordnung zu einem
breiten Spektrum von Themen definieren - von
Sicherheitsfragen bis zur Überprüfung unserer
internationalen Finanzarchitektur.
Unsere transatlantische Agenda
Die Europäische Union ist heute Amerikas größter
Handelspartner. Obwohl ein Großteil der übrigen Welt
sich in Turbulenzen befindet, wachsen unsere Volkswirtschaften und sind in guter Verfassung.
Amerikanische Unternehmen haben seit der Amtsübernahme von Präsident Clinton nahezu 17 Millionen
Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten geschaffen.
Die Inflationsrate ist auf einem historischen Tiefstand.
Die Zinssätze sind niedrig. Und zum ersten Mal seit 29
Jahren haben wir einen Haushaltsüberschuß.
In Europa beobachten wir anhaltendes Wachstum von
2 bis 3 Prozent pro Jahr. Die Inflation stellt keine echte
Bedrohung dar. Und die Verbraucher geben wieder
mehr aus. Der einzige dunkle Punkt sind die anhaltend hohen Arbeitslosenzahlen.

AMERIKA DIENST 24

�Wir sind der größte Handelspartner des jeweils
anderen Landes, und der bilaterale Investitionsfluß
trägt zu unserem Wohlstand bei. Die amerikanischen
Investitionen in den neuen Bundesländern und das
neue Unternehmen Daimler-Chrysler sind nur die am
stärksten sichtbaren Elemente von Direktinvestitionen
in den transatlantischen Beziehungen, die jetzt die
750-Milliarden-Dollar-Marke
übersteigen.
Jeder
zwölfte amerikanische Fabrikarbeiter ist jetzt bei
einem europäischen Unternehmen angestellt. Und die
amerikanischen Investitionen in Europa machen fast
die Hälfte unserer weltweiten Gesamtinvestitionen
außerhalb unseres Landes aus.
1995 riefen wir die Neue Transatlantische Agenda ins
Leben. Sie trägt bereits Früchte. Zum Beispiel haben
wir ein Abkommen über gegenseitige Anerkennung
(MRA) abgeschlossen, das durch Vorschriften
geschaffene Handelshemmnisse im Wert von 60
Milliarden Dollar abschafft, darunter bei medizinischem Gerät, Pharmazeutika und Telekommunikationsgerät. Ferner einigten wir uns auf Zusammenarbeit im Zollwesen und die Anpassung von Veterinärnormen und -verfahren.
Im Mai schufen wir die Grundlage für ein noch ehrgeizigeres gemeinsames Projekt - die Transatlantische Wirtschaftspartnerschaft (TEP). Im Rahmen
dieser Initiative machen wir mehrere Bereiche von
gegenseitigem Interesse aus, erhöhen den Handel,
sprechen Meinungsverschiedenheiten an und bauen
Handelshemmnisse ab. Mit dem Ziel beträchtlicher
Resultate zum Jahr 2000 deckt diese neue amerikanisch-europäische Handelsinitiative verschiedene
Bereiche ab:
Zum Beispiel: Verbesserung der Zusammenarbeit in der Landwirtschaft im wissenschaftlichen Bereich und bei Regulierungsfragen.
Abbau von Regulierungshemmnissen. Die
Geschäftswelt hat diese Barrieren als wichtigstes Hindernis für die Expansion des Handels
ausgemacht.
Dienstleistungen. Hier besteht unser Ziel im
Abbau von Bürokratie und einer Senkung der
Kosten für die Verbraucher auf unserem
riesigen Dienstleistungsmarkt - der solche
Bereiche wie Telekommunikation, Versicherungen, Reise und Tourismus sowie Vertrieb
umfaßt.
Beim globalen elektronischen Handel arbeiten
wir darauf hin, diesen vielversprechenden
Bereich zollfrei zu halten. Insbesondere
haben wir die Entwicklung eines Arbeitsprogramms in der WTO und eine Stillhaltever-

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pflichtung vereinbart, die sicherstellen, daß
elektronische Übermittlungen zollfrei bleiben.
Ein weiterer Bereich sind Arbeitsnormen, bei
denen wir uns auf Fortschritte bei den wichtigsten Standards auf internationaler Ebene
geeinigt haben.
Umweltfragen sind von entscheidender
Bedeutung, wie die Klimakonferenz in Buenos
Aires vor kurzem demonstrierte. Aus diesem
Grund haben sich die Vereinigten Staaten
und die Europäische Union zur Förderung
und Erlangung eines hohen Niveaus an
Umweltschutz verpflichtet. Die Vereinigten
Staaten hoffen, daß der Gipfel uns dabei
behilflich ist, ein internationales System
handelbarer Emissionszertifikate für Treibhausgase voranzubringen. Ein System handelbarer Emissionszertifikate ist in den Vereinigten Staaten bereits mit großem Erfolg
umgesetzt worden und hat den sauren Regen
zu einem Bruchteil der prognostizierten
Kosten dramatisch verringert. Die Vereinigten
Staaten sind der Auffassung, daß es viele
Lösungen zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen gibt, von denen alle Seiten profitieren. Wir sind bedauerlicherweise immer
noch der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Aber unsere Volkswirtschaft ist die größte der Welt und kann nicht
über Nacht geändert werden. Wir versuchen
nicht, das Problem zu umgehen. Präsident
Clinton hat Anfang dieses Jahres im Rahmen
seiner Strategie für den Schutz des Klimas
eine Reihe von Steuererleichterungen für
Verbraucher eingeführt, die umweltfreundlich
einkaufen. Er stellte ferner 2,7 Milliarden
Dollar für zusätzliche Forschung und die
Entwicklung neuer, energieeffizienter Technologien zur Verfügung. Mit anderen Worten ist
unsere Bilanz sehr viel besser als die Medien
und andere behaupten.
Der letzte Bereich der TEP, den ich erwähnen
möchte, ist meiner Ansicht nach besonders
wichtig. Es ist die Ermutigung der Beteiligung
öffentlicher und Privatunternehmen an der
Gestaltung der Transatlantischen Wirtschaftspartnerschaft. Die Vereinigten Staaten und
die Europäische Union haben sich auf die
Öffnung dieser Partnerschaft geeinigt, um
Interessengruppen wie Unternehmer, Arbeitnehmer, Verbraucher, Umwelt- und Nichtregierungsorganisationen aufzunehmen, die
an der Gestaltung der Tagesordnung mitwirken. Diese vielversprechende Form der
Zusammenarbeit gründet auf der Anerkennung der wichtigen Beiträge des Transatlanti-

Seite 3

�sehen Wirtschaftsdialogs (TABD). Als Pionier
in unternehmerischer Diplomatie kann der
TABD uns bei der Einführung eines Modells
für ein Welthandelssystem behilflich sein, das
zugänglich und offen ist.
Jeder dieser Punkte hat konkrete Vorteile für beide
Seiten. Und die Transatlantische Wirtschaftspartnerschaft ist als Ganzes wichtiger als ihre Bestandteile,
denn sie gewährleistet in Zeiten schnellen globalen
Wandels ständige Kontakte zwischen uns.
Auf dieser Grundlage können wir unsere gemeinsame
Vision und Verantwortung für die Welt aufbauen.
Europa und die Vereinigten Staaten sind jetzt mehr als
je zuvor in wirtschaftlicher Hinsicht weltweit führend.
Das zeigte sich auch auf schmerzliche Weise während der globalen Finanzkrise.
Wie Präsident Clinton bei der Tagung von IWF und
Weltbank im Oktober erklärte, stellen die Ereignisse,
die im vergangenen Jahr mit starken Schwankungen
der thailändischen Währung begannen, jetzt die
gravierendste Finanzkatastrophe der letzten 50 Jahre
dar. Und als weltweit größte Volkswirtschaften
müssen wir und die EU - sowie Japan - die Bestrebungen anführen, eine Lösung zu finden.
Unser Ansatz - Reformprogramme mit dem IWF im
Mittelpunkt - bringt Ergebnisse hervor. Länder wie
Thailand und Korea haben Reformen durchgeführt,
ihre Währungen stabilisiert und die Zinssätze auf das
Niveau von vor der Krise gebracht. Mit Geduld und
Reformen kann dasselbe in Rußland und anderen
betroffenen Ländern geschehen. Dennoch hat die
Krise weiterhin das Potential, sich zu verstärken und
auszuweiten. Daher müssen wir wachsam sein und
gewährleisten, daß der IWF über die Ressourcen und
die politische Unterstützung verfügt, die er im Fall
neuer Notfälle benötigt.
Von der handelspolitischen Perspektive aus gesehen
müssen wir unseren Prinzipien und den im Frühjahr
beim letzten asiatisch-europäischen Gipfel und beim
G 8-Gipfel gemachten spezifischen Zusagen treu
bleiben, indem wir unsere offenen Märkte erhalten und
die multilaterale Liberalisierung fortsetzen. Etwas
anderes würde eine ähnliche Situation wie die in den
dreißiger Jahren provozieren, als sich der Protektionismus in den Vereinigten Staaten und Europa
verstärkte und die Weltwirtschaftskrise verlängerte.
Jeder von uns wird sich dem Druck wachsender
Importe - beispielsweise von Stahl - ausgesetzt sehen,
aber Europa muß einen Teil der Last übernehmen.
Sollte die EU diese Herausforderung nicht bewältigen,
wird der Druck auf uns alle verstärkt.
Dieser Punkt wurde vor kurzem von Wirtschaftsminister Daley eindringlich klargemacht: "Die Ver-

Seite 4

einigten Staaten allein können nicht alle Exporte aus
Asien aufnehmen. Wr werden nicht der Schuttabladeplatz für krisengeschüttelte Volkswirtschaften sein."
Diese Krise ist eine gute Gelegenheit für Europa, in
globalen Finanzangelegenheiten mehr Verantwortung
zu übernehmen.
Die Ausführungen von Wrtschaftsminister Daley
unterstrichen auch die wachsende Sorge in den
Vereinigten Staaten über das multilaterale Handelssystem. Wir müssen das bestehende System respektieren. Jeder von uns muß die Verpflichtungen der
Uruguay-Runde erfüllen und die Entscheidungen der
Streitschlichtungsausschüsse respektieren.
Dies ist ein großes Anliegen. Die Vereinigten Staaten
haben jetzt Fälle gegen die EU im Hinblick auf die
Bananenmarktordnung und das Verbot von amerikanischem Rindfleisch in der EU abgeschlossen. In
beiden Fällen entschieden die WTO-Streitschlichtungsausschüsse und Berufungsbehörden zugunsten
der Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten
würden eine Verhandlungslösung vorziehen, aber wir
werden den Fall nicht zum vierten Mal aufrollen,
nachdem wir ihn die ersten drei Male gewonnen
haben.
Im Zusammenhang mit Bananen und Rindfleisch hat
die EU die Verpflichtung, die Entscheidungen der
WTO-Streitschlichtungsgremien zu respektieren und
umzusetzen. Die Mißachtung der Entscheidungen des
Ausschusses schwächt die Unterstützung für das
Handelssystem, an dessen Aufbau wir so hart gearbeitet haben. Ferner schwächt sie die Abschreckung
von Protektionismus. Und - offen gesagt - schwächt
sie auch die Unterstützung für unsere bilateralen
Beziehungen.
Werte wie Transparenz und Verständnis für die
Sorgen unserer Bürger sind ebenfalls wesentlich. Das
bedeutet, die WTO durch die Öffnung von Streitschlichtungsverfahren und die beschleunigte Veröffentlichung der Berichte der Streitschlichtungsausschüsse transparenter zu gestalten. Die EU kann in
diesem Bereich sehr viel mehr tun.
Ich habe verschiedene wichtige wirtschaftliche
Themen auf unserer transatlantischen Agenda
aufgeführt, aber globale politische Fragen sollten nicht
von unserer langen und manchmal schwierigen
Handelsagenda überschattet werden.
Ein Beispiel sind der Irak und verbrecherische Staaten
im Allgemeinen. Welches ist unser bester Ansatz für
den Umgang mit Staaten, die sich nicht an internationale Normen halten? Wie können Deutschland und
die Vereinigten Staaten bei dieser komplexen Frage
am besten zusammenarbeiten? Je mehr die Vereinigten Staaten und ihre Partner miteinander darüber

AMERIKA DIENST 24

�A

*

kommunizieren, wie man das Problem von Staaten
bewältigt, die Terrorismus unterstützen und die
Menschenrechte verhöhnen, desto besser sind die
Chancen, Irritationen in unseren Beziehungen zu
verhindern. Schließlich besteht Übereinstimmung in
der transatlantischen Welt, daß die Regierungen von
Iran, Irak und Libyen eine Politik verfolgen, die den
Prinzipien des Völkerrechts widerspricht. Deswegen
müssen wir härter auf Maßnahmen hinarbeiten, die
dieses gemeinsame Terrain widerspiegeln. Vor
allem müssen wir Mißverständnisse und Fehleinschätzungen vermeiden.
Themen wie verbrecherische Staaten und andere
komplexe Fragen auf unserer Agenda sind manchmal
verwirrend. Aber es ist klar, daß die demokratischen
Nationen Europas und Nordamerikas ihren Horizont erweitern müssen. Wir benötigen in dieser Zeit
des Wandels in der transatlantischen Welt und überall
auf der Erde eine gemeinsame Agenda.
Deutschland, Amerika und die neue Synthese
Besonders optimistisch bin ich im Hinblick auf die
Rolle, die die deutsch-amerikanische Partnerschaft
bei der Beilegung von Meinungsverschiedenheiten
und der Ausweitung unserer transatlantischen Agenda
spielen kann, damit diese Gemeinschaft ihr wirklich
einzigartiges Potential erfüllen kann.
Die deutsch-amerikanische Partnerschaft ist der Kern
unserer transatlantischen Welt - nicht nur wegen des
deutschen Gewichts in Europa, sondern auch aufgrund unserer gemeinsamen Interessen.
Deutschland sieht sich einem neuen Zeitalter gegenüber - sowohl im Hinblick auf seine nationale Entwicklung als auch im Hinblick auf seinen Platz in der EU.
Die vollständige Integration der neuen Bundesländer
bleibt weiterhin eine Hürde in Deutschland. Noch
wichtiger ist vielleicht, daß es Auswirkungen auf die
anderen EU-Mitgliedstaaten haben wird, wie Deutschland die Herausforderungen der Anpassung seiner
Volkswirtschaft als Ganzes an das Informationszeitalter bewältigt.

Am Ende des 20. Jahrhunderts sehen sich Deutschland, Amerika und die gesamte transatlantische
Gemeinschaft mit einer Reihe systemimmanenter
Fragen konfrontiert. Auf einer Ebene können sie leicht
identifiziert werden: Wachstum unserer Volkswirtschaften, Reform unserer Bildungssysteme und
Bewältigung der Überalterung unserer Bevölkerung,
um nur einige zu nennen.
Auf anderer Ebene wird die Definition dieser neuen
Fragen schwieriger: Wo enden wirtschaftliche und
beginnen soziale Fragen? Renten und die Bildungsreform sind zwei Beispiele. Wo enden nationale und
beginnen internationale Fragen? Die Regulierung des
Internet ist ein Beispiel. Selbst die grundlegende
Frage "Was ist die Natur der Arbeit und wie wird sie
sich mit Beginn des neuen Jahrhunderts wandeln?"
wird von der transatlantischen Gemeinschaft in
zunehmendem Maße behandelt.
Abschließend möchte ich betonen, daß am Ende des
20. Jahrhunderts zahlreiche Herausforderungen zu
bewältigen sind. Gleichzeitig haben wir in den letzten
50 und insbesondere in den letzten zehn Jahren viel
erreicht.
Unsere Errungenschaften haben eine klare Regel für
Erfolg im neuen Zeitalter aufgestellt: Die atlantische
Partnerschaft mit den deutsch-amerikanischen
Beziehungen im Mittelpunkt ist nicht überholt. Sie ist
nicht in Gefahr. Sie ist unentbehrlich. Die zentrale
Logik des Zeitalters nach dem Kalten Krieg lautet: Das
Verschwinden traditioneller Grenzen verlangt eine
Vertiefung und Erweiterung der praktischen werteorientierten Zusammenarbeit zwischen demokratischen Gesellschaften. Unsere euroatlantische Welt
bietet den effektivsten Rahmen für diese Bestrebungen.
Was wir jetzt mehr als alles brauchen, ist eine strategische Agenda. Wir brauchen eine Vision. Wir sind
noch nicht da, aber wir haben den Willen und eine
hervorragende Basis, um dies zu erreichen. Ich bin
fest davon überzeugt, daß das Beste noch vor uns
liegt.
Ich danke Ihnen.

* *

AMERIKA DIENST 24

* *

*

Seite 5

�THANKSGIVING

2. Dezember 1998

Clinton preist die Vielfalt Amerikas
Proklamation des Präsidenten zu Thanksgiving

WASHINGTON - (AD) - Die Vielfalt der Bevölkerung der Vereinigten Staaten stellt sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar, erklärte Präsident Clinton anläßlich des traditionellen amerikanischen
Feiertags Thanksgiving am 26. November 1998.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Wortlaut der Proklamation des Präsidenten zu Thanksgiving.

Thanksgiving gehört zu den beliebtesten und weithin
begangenen Feiertagen in den Vereinigten Staaten.
Ob sie Nachfahren der ersten Siedler oder neue
Bürger sind - die Amerikaner treffen sich mit Familie
und Freunden, um dem guten Gott für die Segnungen
der Freiheit, des Friedens und der Fülle zu danken.
Wir sind eine Nation, die sich aus Menschen vieler
Länder, Kulturen und Glaubensrichtungen zusammensetzt. Thanksgiving in den Kolonien in Plymouth
1621, als die Pilger aus der Alten Welt gemeinsam mit
den Indianern aus der Neuen Welt feierten, ließen die
Herausforderung und Chance ahnen, die eine solche
Vielfalt uns schon immer bot: Gemeinsam in Frieden
zu leben, unsere Unterschiede zu respektieren und zu
würdigen und die Stärken des anderen bei der Arbeit
des Aufbaus einer großartigen und geeinten Nation zu
nutzen.
Daher sollten wir an Thanksgiving nicht vergessen,
dankbar für die zahlreichen Beiträge zu sein, die jede
Generation von Amerikanern zum Erhalt unserer
Segnungen geleistet hat. W r sind dankbar für die
mutigen Patrioten, die gekämpft haben und gestorben
sind, um unsere Freiheit zu verteidigen und unseren
Glauben an die Würde des Menschen zu bewahren.
Wir sind dankbar für die Männer und Frauen, die
dieses Land jahrzehntelang bearbeitet haben - von
den steinigen Farmen Neuenglands über die riesigen
Weizenfelder der Great Plains bis zu den fruchtbaren
Weinhängen Kaliforniens - und den Reichtum unserer
Nation mit ihren amerikanischen Mitbürgern und
Menschen auf der ganzen Welt teilen. Wr sind
dankbar für die Führungspersönlichkeiten und Visionäre, die uns im Lauf der Jahre aufgefordert haben,

AMERIKA DIENST 24

das amerikanische Versprechen für alle unsere Bürger
zu erfüllen und in unserer Gesellschaft unsere grundlegenden Ideale von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit Realität werden zu lassen. Wir sind dan kbar für
die zahllosen stillen Helden und Heldinnen, die jeden
Tag hart arbeiten, sich mit Liebe und Sorgfalt um ihre
Familie kümmern und trotzdem noch die Zeit und
Energie aufbringen, ihre Gemeinden zu einem
besseren Ort zu machen. Jeder von uns hat Grund,
stolz auf seine Rolle beim Aufbau Amerikas zu sein,
und jeder von uns hat Grund, unseren amerikanischen
Mitbürgern dankbar für den Erfolg dieser Bestrebungen zu sein.
Aufgrund dessen erkläre ich, William J. Clinton,
Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft
der mir durch die Verfassung und die Gesetze der
Vereinigten Staaten verliehenen Befugnis, Donnerstag, den 26. November 1998 zum nationalen Feiertag
Thanksgiving. Ich fordere alle Bürger der Vereinigten
Staaten auf, sich im Geiste des guten Willens und
beim Gebet zu Hause, in Gotteshäusern und Gemeindezentren zu versammeln, um Gott ihren tiefempfundenen Dank für die zahlreichen Segnungen
zum Ausdruck zu bringen und um unseren Brüdern
und Schwestern in diesem Land, die gemeinsam
unsere großartige amerikanische Familie bilden, die
Hand echter Dankbarkeit und Freundschaft zu
reichen.
Unterzeichnet am 17. Tag des November, im Jahre
des Herrn 1998 und im 223. Jahr der Unabhängigkeitder Vereinigten Staaten von Amerika.
William J. Clinton

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