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cimcrikci
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

7. Oktober 1998

20

NATO

EINE NEUE VISION FÜR EUROPA
Rede von Verteidigungsminister Cohen

KOSOVO

"ES IST HÖCHSTE ZEIT FÜR DEN KOSOVO!'
von John Shattuck

SANKTIONEN

SANKTIONEN SOLLEN GEMEINSAME
VISION WIDERSPIEGELN
Rede von Stuart Eizenstat

USA-DEUTSCHLAND

CLINTON GRATULIERT SCHRÖDER
UND DANKT KOHL
Erklärung anläßlich der Bundestagswahl

DEUTSCH-AMERIKANISCHER TAG

DEUTSCH-AMERIKANISCHER TAG 1998
Proklamation des Präsidenten

http://www.us-botschaft.de/amerikadienst
http://www.usembassy.de/amerikadienst

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.: 0228-3392956
Fax: 0228-333138
Internet: http://www.usembassy.de

�KOSOVO
7. Oktober 1998

"Es ist höchste Zeit für den Kosovo!"
von John Shattuck

(AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von John Shattuck, dem Abteilungsleiter für Demokratie,
Menschenrechte und Arbeitsfragen im US-Außenministerium, der erstmals am 1. Oktober 1998 in der Financial
Times erschienen ist.

Slobodan Milosevic kündigt jetzt bereits seit Wochen
ein Ende des Konflikts im Kosovo an. Aber das brutale
Vorgehen seiner Sicherheitskräfte wird fortgesetzt, und
es gibt immer mehr Berichte über Massaker an
Zivilisten. Anfang September reiste ich mit Senator
Bob Dole im Rahmen einer Menschenrechtsmission in
den Kosovo. Wir wurden dort nicht nur Zeugen von
Verletzungen der Menschenrechte, sondern auch
einer bevorstehenden humanitären Katastrophe. Die
Welt sollte sich nicht von der Rhetorik des
jugoslawischen Präsidenten täuschen lassen. Sie hat
mit der bitteren Realität im Kosovo wenig zu tun.
Das Regime von Milosevic scheint zur Bestrafung der
Zivilbevölkerung im Kosovo entschlossen.
Die
Zerstörung geht weit über legitime Polizeiaktionen
hinaus. Die Gewalt hat die Form einer Strafe und
keinen Zufallscharakter.
Häuser werden innen
angezündet, während die Nachbarhäuser stehen
bleiben. Die Regierungstruppen schikanieren täglich
Zivilisten und vernichten die Infrastruktur, die ihr Leben
erträglich macht. Die daraus resultierende Geißel der
Zerstörung wird bei weitem nicht durch die Behauptungen der Regierung gerechtfertigt, Terroristen festzunehmen".
Seit Beginn der Kämpfe sind Hunderttausende aus
ihren Häusern geflohen. Die große Mehrheit bleibt
weiterhin im Kosovo, wo sie Tag und Nacht unter
freiem Himmel kampiert - kurz vor Wintereinbruch,
angesichts Temperaturen um den Gefrierpunkt und mit
nur begrenztem Zugang zu Nahrungsmitteln und
Obdach. Einige Familien kehren tagsüber in ihre
Dörfer zurück, nur um Nachts wieder in die Berge zu
fliehen. Wir sahen in den Gesichtern der Kinder
Anzeichen für Unterernährung. Wenn die interna-

AMERIKA DIENST 20

tionalen Hilfsorganisationen nicht sofort Schritte
unternehmen und eingreifen, könnten Zehntausende
diesen Winter verhungern oder erfrieren.
Die lauernde humanitäre Katastrophe, die jetzt den
Kosovo bedroht, ist nur ein Symptom für die politische
und militärische Krise, die die Region erneut destabilisieren und den bosnischen Friedensprozeß unterminieren könnte. Herr Milosevic hat diese Krise größeren Ausmaßes herbeigeführt. Er muß die zu ihrer
Beilegung erforderlichen Schritte unternehmen. Trotz
seiner Behauptungen, er befürworte die Rückkehr der
Vertriebenen in ihre Häuser, haben seine Sicherheitskräfte unter der Zivilbevölkerung ein Klima großer und
alles durchdringender Angst geschaffen.
Herr Milosevic muß die brutalen Angriffe seiner
Regierung auf Städte und Dörfer einstellen und die
Sicherheitskräfte abziehen. In der Zwischenzeit sollten
die politischen Vertreter der Albaner und die KosovoBefreiungsarmee alles in ihrer Macht Stehende
unternehmen, um das Sterben der Zivilisten und ihre
Unterdrückung zu beenden und der internationalen
Gemeinschaft Informationen über vermißte Serben
zukommen zu lassen. Albaner und Serben werden
gleichermaßen von unabhängigen forensischen
Untersuchungen profitieren, da keine Seite der
anderen Glauben schenkt. Wir dürfen nicht zulassen,
daß das Leid der Trauernden noch durch Propaganda
verstärkt wird.
Die Vereinigten Staaten verstärken den Druck auf
Milosevic. Vergangene Woche bewirkte die amerikanische Führungsrolle bei den Vereinten Nationen eine
entschiedene Resolution des UN-Sicherheitsrats, die
einen Waffenstillstand, den Abzug der Sicherheits-

Seite 1

�kräfte sowie direkten, ungehinderten Zugang des
Roten Kreuzes und anderer humanitärer Organisationen verlangt. Gleichzeitig schließt die NATO ihre
Vorbereitungen für Militäraktionen ab, falls sich diese
als notwendig erweisen sollten.
Im Kosovo reagieren die Vereinigten Staaten direkt auf
die Bedürfnisse der Vertriebenen, unter anderem mit
Hilfe in Höhe von über 40 Millionen Dollar für drängende humanitäre Erfordernisse. Der amerikanische
Botschafter Christopher Hill leitet die internationalen
Bestrebungen zur Herbeiführung einer Lösung, dank
der die Menschen im Kosovo innerhalb von Jugoslawien eine autonome Regierung erhalten.
Es gibt andere Initiativen, deren sich die Vereinigten
Staaten weiterhin bedienen, um Druck auf Herrn
Milosevic für eine gerechte und friedliche Beilegung
des Konflikts auszuüben. Seit Ausbruch des Konflikts
im Frühjahr haben wir mit unseren internationalen
Partnern zusammengearbeitet, um die Sanktionen
gegen Serbien zu verschärfen und insbesondere den
internationalen Aufkauf von Serbiens veralteter
Infrastruktur zu stoppen - Aufkäufe, die Milosevic das
erforderliche Geld zur Finanzierung dieses und eines
zweiten Kosovo verschaffen würden.
Die Vereinigten Staaten verstärken auch den Aspekt
der Gerechtigkeit. In Den Haag hat der Internationale
Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien
Gerichtsbarkeit über den Kosovo, und die Vereinigten
Staaten haben ihre finanzielle Unterstützung für die
Ermittlungen bei der Verfolgung der Verbrechen dort
erhöht. Die Vereinigten Staaten unterstützen ferner
die Bemühungen des Sicherheitsrats, Milosevics
unzulängliche Zusammenarbeit zu verbessern.

*

Seite 2

Die Vereinigten Staaten verstärken ihre Unterstützung
für die demokratisch gewählte Regierung von Montenegro, und arbeiten darauf hin sicherzustellen, daß
Montenegro seine Grenze zum Kosovo wieder öffnet.
Die Bereitschaft der montenegrinischen Regierung,
den Flüchtlingen zu helfen und mit den internationalen
humanitären Hilfsorganisationen sowie dem Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien
zusammenzuarbeiten, beweist, daß es eine demokratische Lösung für diejenigen gibt, die dazu bereit sind.
Was bis heute im Kosovo geschehen ist, erreicht noch
nicht die Größenordnung von Bosnien. Aber die
jüngsten Berichte über Massaker an Zivilisten zeigen,
daß das Potential für eine ähnliche Katastrophe - ein
Srebenica oder Omarska - real ist und die internationale Gemeinschaft zu weiteren Aktionen veranlassen sollte. Wo immer wir hingingen, sahen wir
zerbombte, zerstörte und manchmal noch brennende
Städte, in denen nur noch Rudel wilder Hunde, schwer
bewaffnete Polizei und Armeeeinheiten zu finden
waren. Wir erfuhren, daß die serbischen Behörden
begonnen hatten, Zivilisten zusammenzutreiben und
Männer und Jungen von Frauen und Kindern zu
trennen.
Was Senator Dole und ich gesehen haben, unterstreicht, was im Kosovokonflikt für die Menschen unter
Milosevics Herrschaft auf dem Spiel steht. Auch für die
internationale Gemeinschaft steht sehr viel auf dem
Spiel. Ebenso wie im Falle Bosniens kann letztlich nur
eine starke internationale Reaktion Milosevic dazu
veranlassen, das Richtige zu tun. Auf lange Sicht
können nur demokratische Institutionen und die
Respektierung der grundlegenden Menschenrechte
die Basis für die Staaten des ehemaligen Jugoslawien
schaffen, ihren angemessenen und friedlichen Platz in
der europäischen Staatengemeinschaft einzunehmen.

*

AMERIKA DIENST 20

�USA-DEUTSCHLAND
7. Oktober 1998

Clinton gratuliert Schröder und dankt Kohl
Erklärung anläßlich der Bundestagswahl

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die am 27. September 1998 von Präsident Clinton
anläßlich des Wahlergebnisses in Deutschland abgegebene Erklärung.

Heute hat das deutsche Volk erneut sein demokratisches Recht ausgeübt, seine Regierung zu wählen.

beiden Regierungen werden weiterhin engagiert an
einer umfassenden politischen Agenda arbeiten.

Ich gratuliere Gerhard Schröder zu seinem Wahlsieg.
Wir beide haben dieses Frühjahr in Berlin und diesen
Sommer in Washington konstruktive Gespräche
geführt. Ich sehe der engen Zusammenarbeit mit ihm
erwartungsvoll entgegen. Deutschland ist einer der
engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten. Unsere

Ferner möchte ich Helmut Kohl auch im Namen aller
Amerikaner meinen Dank aussprechen. Während
seiner 16-jährigen Amtszeit hat er einen historischen
Beitrag zur Einheit seiner Nation, zur Stärkung der
euroatlantischen Gemeinschaft und zum weltweiten
Frieden geleistet.

* * * * *

AMERIKA DIENST 20

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�SANKTIONEN
7. Oktober 1998

Sanktionen sollen gemeinsame Vision widerspiegeln
Rede von Stuart Eizenstat

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir in gekürzter Form die Rede, die der Staatssekretär für
wirtschaftliche, unternehmerische und landwirtschaftliche Angelegenheiten im US-Außenministerium, Stuart
Eizenstat, am 8. September 1998 vor der Task Force des Senats für Wirtschaftssanktionen gehalten hat.

Unseres Erachtens stellen Sanktionen, einschließlich
Wirtschaftssanktionen, die richtig geplant und im
Rahmen einer einheitlichen Strategie durchgesetzt
werden, ein wertvolles Instrument für die Förderung
amerikanischer Interessen und die Verteidigung
amerikanischer Werte dar.
Wenn Sanktionen angemessen und unter entsprechenden Bedingungen eingesetzt werden, können sie bedeutende
politische Ziele der Vereinigten Staaten voranbringen.
Herr Vorsitzender, ich möchte hierfür einige Beispiele
nennen: Ohne Wirtschaftssanktionen hätte sich
Serbien nicht an den Verhandlungstisch gesetzt, um
den Krieg in Bosnien zu beenden; der Irak wäre nicht
in seiner Fähigkeit eingeschränkt, Erdöl zu verkaufen
und Massenvernichtungswaffen zu beschaffen; Libyen
würde nicht wegen seiner Weigerung isoliert, die des
Attentats über Lockerbie Verdächtigen auszuliefern,
und Südafrika hätte vielleicht nicht der Apartheid ein
Ende gesetzt. Diese Sanktionen hatten einen gewissen Erfolg, weil sie Bestandteil eines integrierten
multilateralen Sanktionsregimes sind oder waren.
Auch unilaterale Sanktionen spielen eine wichtige,
aber stärker begrenzte Rolle. Unsere gegen Kuba,
Iran, Sudan, Nigeria und Burma verhängten unilateralen Sanktionen dienen unerläßlichen amerikanischen
Interessen. In den letzten Jahren hat jedoch die
Häufigkeit, in der wir auf unilaterale Wirtschaftssanktionen zurückgegriffen haben, explosionsartig
zugenommen. Einer Erhebung des Nationalverbands
der Hersteller zufolge haben die Vereinigten Staaten
seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 92 Mal unilaterale Wirtschaftssanktionen verhängt - 62, also über die
Hälfte davon, seit 1993. Dem Exportrat des Präsidenten zufolge sind derzeit gegen fünf Länder die

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eine oder andere Form von Wirtschaftssanktionen in
Kraft. Natürlich müssen wir uns fragen, ob wir auf dem
richtigen Weg sind. Die meisten der seit 1993 verhängten Sanktionen waren vom Kongreß per Gesetz
verlangte Maßnahmen, für die es keinen Ermessensspielraum gab. Im Gegensatz dazu waren nur drei der
seit 1993 verhängten 62 unilateralen Wirtschaftssanktionen von der Regierung entsprechend dem
Gesetz über wirtschaftliche Befugnisse bei internationalen Notfällen (International Emergency Economic
Powers Act - IEEPA) unter Einsatz der Amtsgewalt des
Präsidenten dem Ermessen überlassen - die Verschärfung des US-Embargos gegen den Iran 1995 und
die Verhängung eines umfassenden Embargos gegen
den Sudan in November 1997. Darüber hinaus setzte
der Präsident nach Feststellung bestimmter faktischer
Vorbedingungen im Fall Burma erneut unter dem
IEEPA seine Amtsgewalt ein, um im Mai 1997 ein
neues Investitionsverbot für Burma zu verhängen, wie
es das Gesetz verlangt.
Herr Vorsitzender, heute möchte ich zuerst zwei Fälle
ansprechen, bei denen flexible Sanktionen aufgrund
der dem Präsidenten vom Kongreß verliehenen
außerordentlichen Befugnisse Wirkung zeitigten - das
Helms-Burton-Gesetz (Libertad-Gesetz) und das
Gesetz über Sanktionen gegen den Iran und Libyen
(Libya Sanctions Act - ILSA). Jeder dieser Fälle zeigt,
wie wir die Flexibilität des Präsidenten, beispielsweise
die Aussicht auf eine Aussetzung, einsetzen konnten,
um die Ziele des Statuts effektiv umzusetzen. Anschließend möchte ich die übergeordneten Prinzipien
darlegen, die nach Ansicht der Administration die
amerikanische Sanktionsgesetzgebung leiten sollten.
Zum Abschluß werde ich einige spezifische Bemerkungen zu anhängigen Gesetzen machen und die Ideen

Seite 1

�der Administration darlegen, welche Gesetze ihre
Prinzipien zur Sanktionspolitik am besten verkörpern
würden.
Das Helms-Burton- und das ILSA-Gesetz stießen auf
heftigen Widerstand unserer Verbündeten. Wir fanden
jedoch in jedem Fall einen Weg zum Abbau der
Spannungen und zur Förderung der Ziele dieser
Gesetze.
Lassen Sie mich mit dem Helms-Burton-Gesetz
beginnen.
Wie Sie wissen, habe ich mich weltweit entschieden für
das Libertad-Gesetz verwendet. Die Aussetzung von
Titel III war der EU behilflich, im Dezember 1996 eine
gemeinsame Position zu beziehen, die jede Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und politischen
Beziehungen zu Kuba an konkrete Veränderungen der
kubanischen Menschenrechtsbilanz bindet. Ferner
stimmte sie zu, sich entschiedener für die Unterstützung der Demokratie auszusprechen. Ich freue mich
auch, daß wir dieses Gesetz und die Möglichkeit einer
Aussetzung von Titel IV nutzen konnten, um andere
Nationen zur stärkeren Unterstützung der Ziele dieses
Gesetzes zu veranlassen. Die Aussicht auf einen
Nachtrag zu Titel IV zum Erhalt einer Aussetzung
veranlaßte die EU am 18. Mai dieses Jahres, neuen
Disziplinen zuzustimmen, die Investitionen in illegal
enteignetes Eigentum weltweit, einschließlich in Kuba,
beschränken.
Die mit der EU am 18. Mai erzielte Übereinkunft
errichtet erstmals multilaterale Disziplinen unter den
wichtigsten kapitalexportierenden Ländern, Investitionen in Eigentum zu verhindern oder abzuschrecken,
das unter Verletzung des Völkerrechts enteignet
wurde.
Diese Beschränkungen werden illegale
Enteignungen entmutigen und Investoren warnen, "ihre
Hände von solchem Eigentum zu lassen". Die Übereinkunft wird auch jedem Land, das wiederholt illegale
Enteignungen vornimmt - wie Kuba - eine klare und
unmißverständliche Botschaft senden, daß es keine
normalen Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Staaten
mehr unterhalten kann.
Diese Botschaft ist in Havanna zweifelsohne angekommen. Castro versteht ihre Bedeutung und die
ernsthafte Bedrohung, die sie für sein Regime darstellt.
Er verurteilte die Übereinkunft als "eine Internationalisierung der Prinzipien des abscheulichen HelmsBurton-Gesetzes" und kritisierte sie als "Pakt ...
zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union mit dem Ziel einer Stärkung der
Blockade gegen Kuba". Dies zeigt das Ausmaß
dessen, was wir durch die Zusammenarbeit mit Europa
gegen Castro erreicht haben. Castro weiß nur zu gut,
daß diese Übereinkunft eine effektive multilaterale
Unterstützung einiger der Kernprinzipien darstellt, auf

Seite 2

denen das Helms-Burton-Gesetz basiert und die große
Auswirkungen auf Investitionen in Kuba haben werden.
Über ihre Auswirkungen auf Kuba hinaus werden die
strengen Maßnahmen jedoch gegen alle Länder
angewandt, die - wie Kuba - eine lange Bilanz von
wiederholten Enteignungen unter Umgehung des
Völkerrechts aufweisen. Alle Anfragen nach diplomatischer Unterstützung durch die Regierung und Fürsprache oder Förderung durch die Wirtschaft wie
Risikoversicherung, Darlehen oder Subventionen,
werden überprüft um sicherzustellen, daß die Transaktion kein illegal enteignetes Eigentum beinhaltet.
Falls enteignetes Eigentum im Spiel ist, werden
Unterstützung und Hilfe verweigert, und dieses
Eigentum wird einer öffentlichen Liste von Liegenschaften hinzugefügt, bei denen Investitionen aktiv
entmutigt werden. Es wird erst Unterstützung oder
Hilfe gewährt, falls und nachdem diese Prüfung
vorgenommen wurde.
Ferner möchte ich darauf hinweisen, daß die Europäische Union unter besonderer Erwähnung Kubas jetzt
erstmals schriftlich eingeräumt hat, daß eines der vom
Castro-Regime eingesetzten Hauptinstrumente zur
Massenenteignung von Eigentum amerikanischer
Staatsbürger "im Widerspruch zum Völkerrecht zu
stehen scheinf.
Dieses Eingeständnis ist eine
außerordentliche Leistung, denn es stellt die erste
kollektive Bestätigung der Europäer seit der kubanischen Revolution dar, daß Kuba sich an der illegalen
Verstaatlichung amerikanischen Eigentums beteiligt
hat.
Herr Vorsitzender, dieses Ergebnis wäre nicht erzielt
worden, wenn wir nicht die Möglichkeit einer Aussetzung von Titel IV gehabt hätten. Unseres Erachtens
verdient unser Erfolg bei der Erlangung dieser Fortschritte mit den Europäern bei Eigentumsdisziplinen
ernsthafte Überlegungen von Seiten des Kongresses,
eine gezielte Aussetzung von Titel IV vorzunehmen.
Castro wäre natürlich begeistert, wenn die Übereinkunft nie umgesetzt würde. Wir müssen zusammenarbeiten um sicherzustellen, daß das nicht passiert.
Wenn Titel IV nicht geändert wird, um diese gezielte
Aussetzung vorzunehmen, werden diese wichtigen
neuen Beschränkungen von Investitionen in Kuba nie
durchgesetzt.
Bei der Ausarbeitung des ILSA-Gesetzes verlieh der
Kongreß seiner großen Besorgnis über das iranische
Programm zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen und ihrer Trägersysteme sowie über die
Unterstützung terroristischer Aktivitäten durch den Iran
Ausdruck. Der Kongreß bat die Administration um die
Entwicklung eines multilateralen Konsenses für die
Bewältigung dieser Probleme. Der Kongreß war
weitblickend genug, gleichermaßen Bestimmungen
über die Verhängung und die Aussetzung von Sanktionen in ILSA aufzunehmen. Diese Bestimmungen

AMERIKA DIENST 20

�zielten auf zunehmende multilaterale Zusammenarbeit
ab, und die dem ILSA innewohnende Flexibilität
gestattete uns, diese Zusammenarbeit zu erreichen.
Seit ILSA Gesetzeskraft verliehen wurde und im
Rahmen der Verhandlungen, die mit dem jüngsten
Gipfel zwischen den Vereinigten Staaten und der
Europäischen Union ihren Höhepunkt fanden, setzten
wir diese Instrumente mit großem Erfolg ein. Wir
erzielten bedeutende, verbesserte Zusammenarbeit
bei unseren im Zusammenhang mit dem Iran stehenden Belangen mit der EU, mit der wir ohnehin bereits
auf hoher Ebene zusammengearbeitet haben. Die EU
verschärfte ihr Kontrollsystem für Mehrzwecktechnologie im Hinblick auf den Iran, und Rußland richtete
erstmals einen Gesetzesrahmen und detaillierte
Bestimmungen für ein umfassendes Exportkontrollsystem ein. Die Umsetzung hat bereits begonnen,
aber wir sind uns bewußt, daß eine dauerhafte und
konsequente Durchsetzung für die Russen wesentlich
ist. Wir werden den Implementierungsprozeß weiterhin genau verfolgen.
Unsere Sorge über den Iran besteht nach wie vor. Der
Iran entwickelt weiterhin Massenvernichtungswaffen
und ihre Trägersysteme, wie die jüngsten iranischen
Raketentests unter Beweis stellen. Der Iran fördert
auch weiterhin terroristische Vereinigungen. Wir
werden Investitionen von Europäern und anderen
ausländischen Unternehmen im Iran nicht unterstützen, solange der Iran diese Aktivitäten fortsetzt.
Wir werden unseren Unternehmen auch in Zukunft
solche Investitionen untersagen.
Bis der Iran sein Verhalten ändert, ist es besonders
wichtig, auf der "Nachschubseite" eines Problems wie
der Herstellung von Massenvernichtungswaffen tätig
zu werden, daß heißt, dem Iran Zugang zu sicherheitsempfindlichen Materialien und Technologie zu verweigern, indem wir eng mit den Ländern zusammenarbeiten, die potentielle Quellen für diese Gegenstände
sind. ILSA trägt dem durch seine Betonung multilateraler Zusammenarbeit Rechnung. Wir haben die im
ILSA-Gesetz enthaltenen Forderungen im Hinblick auf
die EU, Rußland und Malaysia erfüllt, deren Unternehmen sich an den South Pars-Investitionen im Iran
beteiligten.
Die jüngste Entscheidung der Außenministerin im Fall
South Pars reflektiert die Einschätzung, daß die
Aussetzung im nationalen Interesse, die der Kongreß
in Abschnitt 9c des Gesetzes aufnahm, bei weitem der
wirksamste Weg ist, den amerikanischen Interessen im
allgemeinen zu dienen, die grundlegenden Ziele des
ILSA zu fördern, die Fähigkeit des Iran zum Erwerb
von Massenvernichtungswaffen und ihrer Trägersysteme sowie seine Fähigkeit zur Unterstützung von
Terrorismus einzuschränken.

AMERIKA DIENST 20

Die Administration bemühte sich auf höchster Ebene
erfolglos, Frankreich, Rußland und Malaysia zu
bewegen, ihre Unternehmen von Investitionen in das
South Pars-Ölfeld abzuhalten. Wir untersuchten
eingehend die im ILSA enthaltenen sechs Sanktionen
und kamen zu dem Schluß, daß Sanktionen den South
Pars-Deal nicht erfolgreich stoppen könnten.
Die Befugnis der Außenministerin zur Vornahme einer
Aussetzung, die ihr klugerweise vom Kongreß verliehen wurde, hat zur Konsolidierung der von uns mit der
EU und Rußland erzielten Ergebnisse bei der Stärkung
der internationalen Zusammenarbeit beigetragen,
gegen das gefährliche und abzulehnende Verhalten
des Iran vorzugehen und hat die Grundlagen für
weitere Fortschritte auf diesem entscheidenden Gebiet
geschaffen. Sie hat uns bei der Vermeidung eines
größeren Disputs mit unseren Verbündeten und
Freunden geholfen, der zu handelspolitischen Vergeltungsmaßnahmen und einer eingeschränkten Zusammenarbeit bei Massenvernichtungswaffen und
anderen Bestrebungen hätte führen können. Die
Aussetzung hat unsere Fähigkeit zur Zusammenarbeit
mit den Europäern, den Russen und den Malaysiern
bei einer Vielzahl bilateraler und multilateraler Anliegen
verbessert. Beispiele sind:
Die russische Zusammenarbeit bei Nichtverbreitung, Fortschritte bei internen Wirtschaftsreformen und die Ratifizierung des START IIVertrags.

Die Beilegung von Differenzen über das
Helms-Burton-Gesetz, einschließlich neuer
Disziplinen zur Abschreckung von Investitionen in illegal enteigneten Besitz auf der ganzen Welt, was ich bereits angesprochen habe.
Multilaterale Zusammenarbeit im Hinblick auf
den Irak zur weiteren Isolierung von Saddam
Hussein und zur Befolgung der Verpflichtungen gegenüber dem UN-Hochkommissar für
Flüchtlinge.
Fortschritte im Kosovo und in Bosnien, wo
Kooperation unserer NATO-Verbündeten
wesentlich ist, sowie bei anderen Fragen der
europäischen Sicherheit.
In krassem Gegensatz dazu hätte die Entscheidung
zur Verhängung von Sanktionen unsere Bestrebungen
zur Erlangung multilateraler und bilateraler Zusammenarbeit unterminiert, die Fähigkeit des Iran zur Beschaffung von Massenvernichtungswaffen einzuschränken,
und der South Pars-Deal wäre nicht gestoppt worden.
Herr Vorsitzender, ich möchte hervorheben, daß wir
bei Nichtverbreitungsfragen bereits ein sehr hohes
Maß an Zusammenarbeit mit unseren europäischen
Verbündeten pflegen. Wie in der beim Gipfel bekannt-

Seite 3

�gegebenen gemeinsamen Erklärung der Vereinigten
Staaten und der EU zur Nichtverbreitung dargelegt,
unternimmt die EU allein und gemeinsam mit uns
zusätzliche Schritte zur weiteren Stärkung ihrer Politik
in diesem Bereich. Dies umfaßt die Verpflichtung der
EU, der Weiterverbreitung (einschließlich Raketenträgersystemen) vor allem im Hinblick auf den Iran
hohe Priorität einzuräumen und Engagement für
verstärkte Bestrebungen zur Vermeidung des Transfers von Mehrzwecktechnologie zu zeigen, wo das
Risiko einer Abzweigung für Massenvernichtungsprogramme besteht.
Jetzt möchte ich auf die Situation in Indien und Pakistan zu sprechen kommen. Wie Sie wissen, beschäftigen wir uns erneut ernsthaft mit Indien und Pakistan
gleichermaßen in dem Bestreben, bei unseren Nichtverbreitungsanliegen echte Fortschritte zu machen.
Der Stellvertretende Außenminister Strobe Talbott, der
bei unseren Kontakten mit der indischen und pakistanischen Regierung die Führungsrolle innehat, nahm an
mehreren produktiven Sitzungen mit den designierten
Vertretern beider Regierungen teil. Als Ergebnis
dieser diplomatischen Bestrebungen scheinen wir
Fortschritte bei der Definition der Prinzipien, die die
amerikanischen Beziehungen zu Indien und Pakistan
nach der Beendigung der Atomtests untermauern, bei
der Darlegung unserer Nichtverbreitungs- und anderen
Ziele sowie bei der Erörterung von Schritten und
Aktivitäten zu machen, die zur Erlangung dieser Ziele
erforderlich sind.
Ferner setzen wir die im Glenn-Zusatzartikel enthaltenen Sanktionen entschlossen und korrekt um. Obwohl
es noch verfrüht ist, die Auswirkungen dieser Sanktionen auf Wirtschaftswachstum oder Geschäftsvolumen
in den jeweiligen Ländern zu quantifizieren, ist klar,
daß sie zu beträchtlichen wirtschaftlichen und politischen Kosten für beide Länder führen werden.
Der Mangel an einer flexiblen Befugnis zur Aussetzung
von Sanktionen unter dem Glenn-Zusatzartikel hat
unsere Fähigkeit eingeschränkt, Indien und Pakistan
zur Zusammenarbeit mit dem Ziel der Vermeidung
eines Rüstungswettlaufs auf dem Subkontinent zu
ermutigen. Es geht uns nicht darum, um des Bestrafens willen zu bestrafen, sondern darum, das
Verhalten beider Regierungen zu beeinflussen. Aber
unsere Fähigkeit zur Einflußnahme setzt mehr Flexibilität voraus. Wir möchten nicht, daß den Bevölkerungen
beider Länder - insbesondere den Armen und Benachteiligten - oder amerikanischen Unternehmen unnötig
viel Schaden zugefügt wird. Daher freuen wir uns, daß
der Senat im Juli eine offensichtlich unbeabsichtigte
Konsequenz des Sanktionsgesetzes korrigiert hat - die
Verhinderung der Bereitstellung von Krediten für
Agrargüter.

Seite 4

Wie die jüngsten Debatten im Senat zeigen, teilen die
Administration und der Kongreß den Wunsch nach
mehr Übereinstimmung, Flexibilität und Effektivität des
Sanktionsregimes gegen Indien und Pakistan. Es ist
unerläßlich, daß wir auf dieser starken Grundlage die
erforderlichen Veränderungen unserer Politik und
Gesetze vornehmen.
Aus diesem Grund unterstützen wir entschieden die
Verabschiedung des Brownback-Robb-Zusatzartikels
durch den Senat, der dem Präsidenten mehr Flexibilität
bei der Verhängung von Sanktionen gegen Indien und
Pakistan gibt, im Idealfall würden wir noch weiter
gehen und die Befugnis zur Aussetzung aller derzeit
verhängten Sanktionen vorziehen. Natürlich werden
wir erst dann diese Befugnis zur Aussetzung von
Sanktionen nutzen, wenn substantielle Fortschritte bei
der Erreichung unserer Nichtverbreitungsziele gemacht wurden oder falls bestimmte Sanktionen
ernsthafte negative und unbeabsichtigte Konsequenzen hätten, beispielsweise ein bevorstehender finanzieller Zusammenbruch, der zu einem wirtschaftlichen
Chaos und politischer Instabilität führen könnte.
Ferner wünschen wir uns zusätzliche Flexibilität zum
Schutz gegen völlig unangemessene Auswirkungen
der Sanktionen gegen ein Land im Vergleich zu einem
anderen; im Idealfall sollten die Sanktionen auf Indien
ungefähr dieselben Auswirkungen wie auf Pakistan
haben, wobei letzteres eine schwächere Wirtschaft hat
und abhängiger von Geldern internationaler Finanzinstitutionen ist, gegen die unter dem Glenn-Zusatzartikel Einspruch erhoben werden muß.
Vor diesem Hintergrund halten wir es weder für
ratsam, noch könnten wir Bestrebungen unterstützen,
die Schritte zu kodifizieren oder als Gesetz zu verabschieden, die Indien und Pakistan unternehmen
müßten, um von Sanktionen befreit zu werden, oder
spezifische Aktionen Indiens und Pakistans mit der
Aufhebung bestimmter Sanktionen zu beantworten.
Obwohl zwischen der Administration und dem Kongreß
beträchtliche Übereinstimmung hinsichtlich unserer
Nichtverbreitungsziele besteht, würde es unser
Streben nach Wandel stark erschweren, wenn per
Gesetz bestimmte Bezugsgrößen errichtet würden.
Indien und Pakistan würden auf einen solchen Ansatz
auch nicht positiv reagieren. Solche Schritte gesetzlich
zu verankern, würde den Eindruck erwecken, daß
Indien und Pakistan unter Druck handeln, um die
Aufhebung amerikanischer Sanktionen zu bewirken.
Das würde unsere Chancen beträchtlich schmälern,
die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Die Geschichte des Einsatzes unilateraler Sanktionen
durch unser Land zeigt klar und deutlich, daß sich in
den meisten Fällen das Verhalten des Ziellandes nicht
ändert oder daß wir bestenfalls einen Beitrag zu
Verhaltensänderungen oder einer Veränderung der
Politik leisten, jedoch nicht der entscheidende Faktor
sind. Es braucht Zeit, bis Sanktionen Wirkung zeigen.

AMERIKA DIENST 20

�Sie mögen einen hohen Preis von den amerikanischen
Interessen verlangen. Somit sind Sanktionen kein
Allheilmittel, kein Patentrezept, und sie haben ihren
Preis.
Sanktionen müssen effektiv sein
Das erste und wichtigste Prinzip, das unsere Sanktionspolitik leiten sollte, ist die Effektivität von Sanktionen bei der Erlangung des gewünschten Ergebnisses,
das Verhalten zu ändern, das Gegenstand der Sanktionen ist. Wenn Sanktionen zum falschen Zeitpunkt
und auf die falsche Art und Weise eingesetzt werden,
können sie die Erlangung unserer Ziele tatsächlich
behindern und die politischen Ziele der Vereinigten
Staaten unterminieren. Ich hatte meine ersten direkten
Kontakte mit Wirtschaftssanktionen, als ich im Weißen
Haus unter Präsident Carter mit dem fatalen Getreideembargo gegen die Sowjetunion nach ihrem
brutalen Einmarsch in Afghanistan befaßt war. Die
Absicht war löblich, aber da wir kein Getreidemonopol
hatten und keine internationale Übereinkunft erzielten,
erreichte das Embargo nicht seine Ziele und verlangte
den amerikanischen Landwirten und den amerikanischen Interessen einen hohen Preis ab. Das ist allzu
oft der Fall. Unilaterale Sanktionen fordern von
unseren Landwirten und Unternehmen einen hohen
Preis und Härten - oft ohne entsprechende Auswirkungen auf die Erlangung unserer außenpolitischen
Ziele. Darüber hinaus senden Sanktionen, die ineffektiv sind, den amerikanischen Interessen mehr
abverlangen als dem sanktionierten Land und selbst
unter unseren engsten Verbündeten keine breite
Unterstützung finden, keine Botschaft amerikanischer
Entschlossenheit oder amerikanischen Engagements.
Sie senden vielmehr eine Botschaft amerikanischer
Irrelevanz. Sanktionen, die leicht umgangen oder
verhindert werden können, die lediglich verhängt
werden, um "eine Erklärung abzugeben", sind unter
Umständen nicht nur sinnlos zur Erlangung unserer
Ziele, sondern mindern und unterminieren langfristig
den Wert von Sanktionen als außenpolitisches Instrument insgesamt.
Die Bedeutung von Einvernehmen unter den
Nationen
Unsere Außenpolitik ist am effektivsten, wenn sie
Zusammenarbeit und Konsultation zwischen der
Administration und dem Kongreß widerspiegelt. Die
Entscheidung zur Verhängung von Wirtschaftssanktionen - oder zur Aufhebung oder Aussetzung
möglicher Maßnahmen oder bereits verhängter
Sanktionen - sollte eine einvernehmliche Beziehung
zwischen der Exekutive und der Legislative
widerspiegeln. Wir müssen die besondere Rolle
respektieren, die jede Gewalt in der Außenpolitik spielt.
Der Kongreß teilt sich mit der Exekutiven die Verantwortung für die Gestaltung unserer Außenpolitik. Bei

AMERIKA DIENST 20

wirtschaftlichen Maßnahmen kommt dem Kongreß
eine klare Rolle zu, die wir respektieren. Gleichzeitig
ist der Präsident verantwortlich für die Umsetzung der
Außenpolitik und den Umgang mit ausländischen
Regierungen. Daher muß Sanktionsgesetzgebung
diese jeweilige Verantwortung in Betracht ziehen.
Sanktionsgesetze sollten umfassende Ziele darlegen,
jedoch Flexibilität bieten, auf eine sich ständig verändernde und entwickelnde Situation zu reagieren und
dem Präsidenten die notwendigen Befugnisse geben,
spezifische amerikanische Aktionen auf die Bewältigung unserer außenpolitischen Ziele zuzuschneiden.
Wie Außenministerin Albright sagte, darf es keinen
stereotypen Ansatz zur Sanktionspolitik geben.
Einvernehmen zwischen den einzelnen Regierungsgewalten drückt sich in der Sanktionsgesetzgebung
durch die Aufnahme von Bestimmungen über die
Flexibilität des Präsidenten in die Gesetze aus,
einschließlich einer umfassenden Befugnis zur
Aussetzung bestimmter Sanktionen. Der Kongreß
spricht, aber letzten Endes kann nur der Präsident alle
zu einem gegebenen Zeitpunkt relevanten außenpolitischen Fragen abwägen und unsere auf eine
spezifische Situation zugeschnittene Antwort geben.
Die Macht des Kongresses in punkto Ausgaben und
Kontrolle stellt ein mehr als adäquates Instrument für
die Gestaltung unserer Außenpolitik dar, aber diese
Macht sollte nicht eingesetzt werden, um die Amtsgewalt des Präsidenten zu behindern, nach seinem
Ermessen zu handeln. Gesetze, die den Präsidenten
zur Verhängung von Wirtschaftssanktionen ermächtigen, sollten ihn auch ermächtigen, nicht zu handeln
oder bereits ergriffene Maßnahmen auszusetzen,
wenn dies im nationalen Interesse liegt.
Wenn unsere Politik effektiv sein soll, müssen wir
zusammenarbeiten um sicherzustellen, daß unsere
Sanktionen angemessen, einheitlich und so angelegt
sind, daß sie auf breite internationale Unterstützung
stoßen. Es muß besser strukturierte, systematische
Diskussionen zwischen der Exekutive und dem
Kongreß geben, wenn Sanktionen eine Option sind.
Die Bestrebungen dieser Task Force und diese
Anhörung an sich sind, Herr Vorsitzender, ein gutes
Beispiel dafür, wie die beiden Zweige der Regierung
zusammen eine effektive und prinzipienorientierte
Sanktionspolitik ausarbeiten sollten, die wirklich zur
Förderung unserer übergeordneten nationalen Interessen beitragen kann.
Wirtschaftssanktionen sollten nicht als erstes
Mittel angesehen werden
Das zweite Prinzip, das unsere Diskussionen leiten
sollte, lautet, daß Wirtschaftssanktionen nicht als
erstes Mittel zur Verteidigung unserer Interessen
angesehen werden sollten. Unsere erste Aktionslinie
gegenüber anderen Ländern sollte in der aggressiven
Ausschöpfung aller verfügbaren diplomatischen

Seite 5

�Optionen bestehen. Aus diesem Grund ist Engagement allgemein die bevorzugte Strategie zur Beeinflussung eines gewissen Verhaltens. China ist ein
gutes Beispiel. Die wegen der Ereignisse auf dem
Platz des Himmlischen Friedens verhängten Sanktionen sind noch in Kraft und reflektieren unsere Besorgnis über die Menschenrechtsbilanz Chinas und
andere Praktiken, aber durch ein allgemeineres
Engagement haben wir erreicht, daß das chinesische
Verhalten sich auf verschiedenen Gebieten den
international akzeptierten Normen stärker annähert.
Verfügbare Optionen reichen von symbolischen
Maßnahmen, wie dem Rückruf eines Botschafters oder
der Verringerung der Zahl der Botschaftsmitarbeiter
über die Verweigerung der Visaerteilung für bestimmte
Personen bis zu offizielleren Maßnahmen wie konzertierten Aktionen mit gleichgesinnten Ländern. Es sollte
nur dann zu Wirtschaftssanktionen gegriffen werden,
wenn alle anderen verfügbaren Optionen aggressiv
verfolgt wurden und scheiterten oder sich als unzureichend oder unangemessen erwiesen haben. Wir
dürfen nicht vergessen, daß die Macht positiver
Anreize oft stärker zur Erreichung unserer Ziele
beiträgt. Aktionen wie die Belohnung gewünschten
Verhaltens, die Bereitstellung von Hilfe und Unterstützung zum Beispiel im Bereich der Menschenrechte, bei
der Einführung moderner Rechtssysteme oder andere
Maßnahmen zur Unterstützung von im Übergang zur
Demokratie befindlichen Ländern können wirksame
Instrumente zur Erlangung unserer Ziele sein.
Multilaterale Sanktionen sind effektiver
Drittens. Wenn es durch diplomatische Initiativen und
positive Anreize nicht gelungen ist, das Verhalten
eines Landes zu ändern, das unseres Erachtens den
amerikanischen Interessen zuwiderläuft, stellen
Sanktionen eine Option dar. Sanktionen mit breiter
multilateraler Unterstützung sind am effektivsten.
Multilaterale Sanktionen üben den stärksten internationalen Druck auf den Anstoß erregenden Staat aus.
Sie demonstrieren eine einheitliche internationale
Absicht. Aufgrund ihres multilateralen Charakters sind
sie schwerer zu umgehen oder zu unterminieren. Sie
halten den Schaden für die amerikanische Konkurrenzfähigkeit möglichst gering und verteilen die
Kosten der Sanktionen gerechter auf alle Länder. Wir
sollten alles in unserer Macht Stehende zur Entwicklung eines multilateralen Sanktionsregimes unternehmen, wann immer solche Maßnahmen in Betracht
gezogen werden, und einen vernünftigen Zeitraum für
die Bildung eines internationalen Konsenses über
solche Sanktionen vorsehen.
In der heutigen interdependenten Weltwirtschaft ist die
Fähigkeit der Vereinigten Staaten, einem Zielland
wesentliche wirtschaftliche Vorteile vorzuenthalten,
stark eingeschränkt. Es gibt nur wenige Produkte und
Dienstleistungen, für die die Vereinigten Staaten der
einzige Lieferant sind. Ebenso wichtig ist vielleicht,

Seite 6

daß die Welt auch im Hinblick auf politische und
sicherheitspolitische Anliegen zunehmend multipolar
wird und den Vereinigten Staaten dadurch immer
weniger Druckmittel zur Verfügung stehen. Wir
können im Alleingang viel erreichen, und es wird
Zeiten geben, in denen wir im Alleingang handeln
müssen, aber wir können mit Unterstützung anderer
weitaus mehr erreichen.
Darüber hinaus müssen wir uns auch bewußt werden,
daß unilaterale Maßnahmen, insbesondere solche, die
von anderen als "extraterritoriar kritisiert werden,
unsere Bestrebungen zur Gewinnung multilateraler
Unterstützung komplizieren. Sie zielen nicht nur auf
das Land ab, dessen Verhalten wir ändern wollen,
sondern auch auf andere Staaten, einschließlich
unserer Verbündeten, die mit dem Zielland Geschäfte
tätigen. Die Vereinigten Staaten sind traditionell gegen
solche Sanktionen, wenn sie von anderen verhängt
werden - beispielsweise die Gesetzgebung von 1977,
die amerikanische Unternehmen bestrafte, die sich an
den Boykott Israels durch die arabischen Länder
hielten.
Multilaterale Unterstützung ist von Bedeutung, wenn
Wirtschafts- und Handelssanktionen ein wirklich
effektives Mittel für die Beeinflussung von Politik und
Verhalten anderer Länder sein sollen. Bosnien, der
Kosovo, Zypern, Irland und der Nahe Osten haben
deutlich gezeigt, daß die Führungsrolle der Vereinigten
Staaten bei der Lösung von Konflikten unerläßlich ist.
Wir haben die Pflicht zu führen, und wir werden das mit
allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln tun. Aber in
der Welt nach dem Ende des Kalten Krieges müssen
wir auch erkennen, daß wir zwar eine unerläßliche
Kraft für Frieden und Stabilität sind, die drängenden
weltweiten Probleme jedoch nicht auf eigenen Faust
lösen können.
Bei entscheidenden Fragen können Konsultationsmechanismen mit Ländern, die unsere Ziele teilen,
eine große Hilfe darstellen. Obwohl solche Mechanismen keine Ergebnisse garantieren, garantiert ihr
Fehlen fast mit Sicherheit, daß wir keine multilaterale
Unterstützung gewinnen können.
Wir müssen zu unilateralem Vorgehen bereit sein
Viertens. Wenn es uns nicht gelingt, ein multilaterales
Regime aufzubauen und wichtige nationale Interessen
oder Werte auf dem Spiel stehen, müssen wir zu
unilateralem Vorgehen bereit sein. Wir dürfen nicht
zulassen, daß andere Länder durch ihre Untätigkeit ein
Veto gegen den Einsatz von Sanktionen durch die
Vereinigten Staaten einlegen.
Vor diesem Hintergrund muß unsere Hauptüberlegung
bei der Verhängung sämtlicher unilateraler Sanktionen
darin bestehen, ob sie effektiv und Bestandteil einer
kohärenten Strategie zur Verhaltensänderung sind, ob

AMERIKA DIENST 20

�sie zu unseren Bestrebungen beitragen, multilaterale
Unterstützung für unsere politischen Ziele zu
gewinnen, anstatt sie zu beeinträchtigen, und ob sie im
Einklang mit unseren internationalen Verpflichtungen
und humanitären Prinzipien stehen. Bei der Verhängung bestimmter Sanktionen müssen wir den Nutzen
gegen die Kosten abwägen. Die Analyse darf natürlich
nicht auf ökonomische Interessen beschränkt sein,
sondern muß das gesamte Spektrum politischer und
sicherheitspolitischer Interessen in Betracht ziehen, die
vielleicht nicht sofort offensichtlich sind oder nicht
quantifiziert werden können, wie beispielsweise die
Förderung der Menschenrechte. Gleichzeitig dürfen
wir auch nicht vergessen, daß handelspolitische
Maßnahmen nicht die einzige Art von Sanktionen sind.
Uns steht eine Vielzahl anderer Maßnahmen zur
Verfügung, die manchmal viel wirksamer sind. Dazu
können die Verweigerung der Visaerteilung, der
Widerstand gegen eine Teilnahme an internationalen
Sportereignissen und Besuche von Delegationen des
Kongresses zählen, um die Aufmerksamkeit auf das
Problem zu lenken.
Der wichtigste Maßstab für die Effektivität von Sanktionen sind ihre Auswirkungen auf das Ziel. Wir müssen
davon ausgehen können, daß sie effektiv um- und
durchgesetzt werden und daß sie insgesamt nicht
mehr Schaden anrichten als das Unrecht, das sie zu
beheben trachten. Mögliche negative Auswirkungen
auf gefährdete ausländische Bevölkerungen müssen
ausreichend

berücksicht werden.

Falls möglich,

müssen wir bei jedem Sanktionsregime versuchen,
das Anstoß erregende Land selbst oder besser noch
die ärgerniserregenden Körperschaften oder Einzelpersonen zu treffen, anstatt Unternehmen in
Drittländern.
Jetzt möchte ich die von den Bundesstaaten und
Kommunen verhängten Sanktionen ansprechen. Wir
verstehen die Sorgen und die Frustration, die zu
kommunalen Sanktionsmaßnahmen führen. Verschiedene Regierungen auf der ganzen Welt zeigen
ein Verhalten - beispielsweise der Mißbrauch von
Menschenrechten in Burma - über das die Öffentlichkeit zu Recht entrüstet ist. Wenn unser Land sich mit
einem solchen Verhalten befaßt, ist es jedoch wichtig,
daß wir mit einer Stimme sprechen. Einzelne oder
inkonsequente Aktionen könnten den Eindruck
hinterlassen, die Vereinigten Staaten seien gespalten
und könnten - was noch wichtiger ist - die Verfolgung
unserer allgemeinen außenpolitischen Ziele stören.
Aus diesem Grund ist es unseres Erachtens von
Bedeutung, daß die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesstaaten sich bei diesen Fragen
genau abstimmen. Wir möchten mit den Bundesstaaten eine Partnerschaft aufbauen, um eng an diesen
Fragen zusammenzuarbeiten. In jüngster Zeit haben
wir Bestrebungen unternommen, um genau solche
produktiven und kooperativen Beziehungen aufzubauen.

AMERIKA DIENST 20

Maßnahmen der Bundesstaaten und Kommunen oder
der Bundesregierung müssen im Einklang mit unseren
internationalen Verpflichtungen stehen. Sanktionen,
die unsere Handelspartner als nicht mit unseren
rechtlichen Verpflichtungen - sei es in der Welthandelsorganisation oder in bilateralen Verträgen vereinbar oder als "extraterritorial" kritisieren, unterminieren allzu oft unsere Bestrebungen zur Mobilisierung
multilateraler Hilfe, wirken sich negativ auf andere
multilaterale Ziele aus und geben anderen Anlaß, die
guten Absichten der Vereinigten Staaten bei der
Erfüllung internationaler Verpflichtungen in Frage zu
stellen. Anstatt mit unseren Freunden und Verbündeten Druck auf Anstoß erregende Staaten auszuüben,
ihr Verhalten zu ändern, wenden wir dann Zeit und
Energie für die Lösung dieser Dispute auf.
Herr Vorsitzender, zusammenfassend kann man
sagen: Wenn unsere Politik effektiv sein soll, müssen
wir zusammenarbeiten - Administration, Kongreß,
Bundesstaaten und Kommunen sowie die Wirtschaft
und Nichtregierungsorganisationen - um sicherzustellen, daß unser Einsatz von Sanktionen angemessen und einheitlich erfolgt und internationale
Unterstützung erhält.
Jüngste Gesetzesinitiativen
In den letzten Monaten erörterte der Kongreß verschiedene Gesetzesvorlagen, die sich mit Sanktionsfragen befassen. Sie reichen von umfassenden
Sanktionsreformen wie dem Lugar/Hamilton/CraneSanktionsreformgesetz und dem Dodd-Sanktionsrationalisierungsgesetz von 1998 über den Vorschlag
von Senator Glenn bis zu solchen, die Sanktionen als
Instrument für die Sicherung eines bestimmten politischen Ziels einsetzen möchten, beispielsweise das
Wolf-Specter- oder das Nickels-Gesetz, die sich mit
wichtigen Fragen der Religionsfreiheit befassen, dem
Sanktionsgesetz über die Nichtverbreitung iranischer
Raketen und verschiedenen Gesetzesvorlagen zur
Situation in Indien und Pakistan.
Wir haben versucht, auf den zahlreichen Konzepten
von Senator Lugar und den Kongreßabgeordneten
Hamilton und Crane sowie den Senatoren Glenn,
Dodd, Robb, Brownback und anderen aufbauend
einen Vorschlag zu unterbreiten, der unseres Erachtens einen wertvollen Beitrag leisten würde. Wir
sind überzeugt, daß wir durch Zusammenarbeit einen
echten Beitrag zur Verbesserung des Einsatzes von
Sanktionen zur Erlangung unserer außenpolitischen
Ziele leisten können.
Viele der Ideen in den von ihnen dargelegten Vorschlägen sind gute Beispiele für die Art von Bestrebungen, die wir zur Verbesserung des Dialogs zwischen
Kongreß und Administration bei Sanktionsfragen
unternehmen müssen. Sanktionspolitik sollte besonnen und überlegt sein und alle Faktoren in Betracht

Seite 7

�ziehen, die für die Entscheidung über Sanktionen
relevant sind. Wir begrüßen die von diesen Senatoren
und Kongreßabgeordneten übernommene Führungsrolle.

nen zu verhängen. Wie Senator Lugar in seinem Brief
zu dieser Gesetzgebung feststellte, kann Inflexibiltät
bei ansonsten löblichen Bestrebungen genau die Ziele
vereiteln, die das Gesetz erreichen will.

Obwohl unsere Ansichten in vielerlei Hinsicht den
im Lugar/Crane/Hamilton(LCH)-Gesetz dargelegten
entsprechen, haben wir im Hinblick auf spezifische
Bestimmungen dieses Gesetzes wesentliche Differenzen, die die Administration von seiner Annahme
abhielten. Unserer Ansicht nach sollte ein Vorschlag
über Sanktionsreformen eine gemeinsame Vision von
Administration und Kongreß zur Sanktionspolitik
reflektieren, die in klaren verfahrensorientierten und
inhaltlichen Richtlinien für beide Zweige der Regierung
verkörpert ist. In seinem gegenwärtigen Entwurf
würde das LCH-Gesetz der Exekutiven viele bindende
und belastende Beschränkungen im Hinblick auf ihre
Handlungsfreiheit im außenpolitischen Bereich auferlegen und ihr nur begrenzte Flexibilität einräumen.
Obwohl das Gesetz auf den ersten Blick auch dem
Kongreß vergleichbare Beschränkungen auferlegt,
macht die Fähigkeit des Kongresses, einen Nachtrag
zu Gesetzen zu verabschieden, Regeln zu verändern
oder zukünftige Gesetze zu verabschieden, die
Vorrang haben - beispielsweise durch die Sprachregelung "ungeachtet aller anderen Gesetze" - es
weniger wahrscheinlich, daß sich das Gesetz als
praktische Beschränkung des Kongresses erweist. Mit
anderen Worten: Das Gesetz würde der Exekutiven
mehr starre Beschränkungen als der Legislativen
auferlegen, obwohl die explosionsartige Zunahme von
Sanktionen in den letzten Jahren großenteils auf den
Kongreß und nicht auf den Präsidenten zurückzuführen ist. Wie ich bereits erwähnte, kamen 59 von
62 der in den letzten fünf Jahren verhängten Sanktionen vom Kongreß.

Weil die Bestrebungen zur Reform unserer Sanktionspolitik eine gemeinsame Vision von Administration und
Kongreß widerspiegeln sollten, die in klaren verfahrensorientierten und inhaltlichen Richtlinien für beide
Zweige der Regierung verkörpert sind, begrüßen wir
insbesondere diese Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit Ihnen über unsere Ideen zu Sanktionen.
Das unserem Ansatz zugrundeliegende Prinzip ist das
einer Symmetrie zwischen den beiden Zweigen. Mit
anderen Worten: Der Kongreß sollte der Exekutiven
nicht mehr Vorschriften machen als sich selbst.
Multilaterale Sanktionen
Schließlich sollten jede Sanktionsreformgesetzgebung
und jeder Präsidialerlaß eine eindeutige Erklärung
beinhalten, daß solche Richtlinien sich nur auf unilaterale Wirtschaftssanktionen beziehen. Eine solche
Erklärung würde unsere große Präferenz multilateraler
Sanktionen und unsere Ansicht unterstreichen, daß
vom UN-Sicherheitsrat verhängte Sanktionen die
kollektive Beurteilung widerspiegeln sollten, daß eine
Situation besonders gravierend ist und die Verhängung
globaler Sanktionen rechtfertigt - die zeitlich nicht
beschränkt sind und keine Unantastbarkeit von
Verträgen erlauben. Im Gegensatz dazu erfordern
unilaterale Sanktionen eine andere Struktur und ziehen
beispielsweise in Betracht, daß die Verhängung
unilateraler Sanktionen einen unangemessenen Preis
von den amerikanischen Interessen fordert. Die
Erklärung könnte feststellen, daß unser Ansatz zu
unilateralen Wirtschaftssanktionen aus diesen
Gründen nicht im Zusammenhang mit der Verhängung
multilateraler Sanktionen steht. Das ist von Bedeutung, weil multilaterale Sanktionen beispielsweise nicht
dieselben Merkmale aufweisen sollten wie zeitlich
begrenzte Bestimmungen, die auf unsere heimischen
unilateralen Sanktionsmaßnahmen Anwendung finden.

Wir würden die Gelegenheit begrüßen, weiterhin eng
mit dem Kongreß an einem Vorschlag zu Sanktionsreformen zusammenzuarbeiten, der bedeutende
Richtlinien für Administration und Kongreß gleichermaßen enthält und dem Präsidenten die notwendige
Flexibilität gibt, jede Sanktionsgesetzgebung effektiv
zu gestalten, einschließlich der Freiheit, keine Sanktio-

* *

Seite 8

*

AMERIKA DIENST 20

�NATO
7. Oktober 1998

Eine neue Vision für Europa
Rede von Verteidigungsminister Cohen

SKOPJE - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die US-Verteidigungsminister William S. Cohen am
26. September 1998 beim Treffen der südosteuropäischen Verteidigungsminister in Skopje in Makedonien
gehalten hat.

Minister Kitanoski, sehr geehrte Amtskollegen, verehrte Gäste und Beobachter, meine Damen und
Herren,
gestatten Sie mir, Verteidigungsminister Kitanoski für
die Veranstaltung dieses äußerst wichtigen Treffens
hier in Skopje zu danken. Es ist mir eine große Ehre,
heute mit so vielen Persönlichkeiten zusammenzukommen, die sich so stark für ein friedliches und
stabiles Europa einsetzen.
Unsere Bestrebungen erinnern an die Worte des
Historikers Edward Gibbon: "Es ist die Pflicht des
Patrioten, sich ausschließlich für die Förderung des
Ruhms seines Landes einzusetzen. Aber es ist die
Pflicht des Philosophen, über den Ruhm seines
Landes nachzudenken." Ich fühle mich geehrt, hier in
dieser Gruppe von Philosophen zu sein.
Ein amerikanischer Präsident sagte einmal über
Südosteuropa: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der
Weltgeschichte muß jede Nation zwischen verschiedenen Lebensweisen wählen... Eine Lebensweise ist
gekennzeichnet von freien Institutionen, garantierter
Freiheit und Freiheit von Unterdrückung... Die zweite
Lebensweise basiert auf Terror, Schikane und der
Unterdrückung individueller Freiheiten."
Der US-Präsident, der diese Worte sprach, war Harry
S. Truman, als er 1947 der amerikanischen Unterstützung für die Souveränität und Freiheit dieser Region
Ausdruck verlieh. Fünf Jahrzehnte später, nach einem
langen und bitteren Kalten Krieg, veranstalten wir
dieses Treffen unter Staaten, die erneut diese erste
Lebensweise anstreben - ein Leben in Freiheit.

AMERIKA DIENST 20

Tatsächlich kommen wir zu einem Zeitpunkt zusammen, an dem eine neue Vision von Europa Realität
wird: Ein in Frieden und Demokratie geeintes Europa;
ein Europa, in dem Sicherheit nicht durch Bomben und
Gewehrkugeln, sondern durch Vertrauen und Transparenz garantiert wird; ein Europa, das die sich zum
gegenwärtigen Zeitpunkt der Weltgeschichte bietenden
Chancen ergreift.
Wir bauen die Säulen dieses neuen Europas auf
vielerlei Weise. Beim NATO-Ministertreffen in Lissabon erörterten wir während der letzten drei Tage einige
der von unserem Bündnis erzielten erstaunlichen
Leistungen. Unser Bündnis sät die Saat militärischer
Zusammenarbeit über unsere Grenzen hinaus und
fördert wirtschaftliche und politische Stabilität.
Durch die NATO-Erweiterung reichen wir Ungarn,
Polen und der Tschechischen Republik die Hand der
Unterstützung und Stabilität und erweitem die Demokratie auf ganz Europa. Wir haben bereits mehrmals
darauf hingewiesen, daß die NATO gegenüber ihren
neuen Mitgliedern eine Politik der Offenen Tür verfolgt.
Diese Tür ist jedoch nur über eine steile Treppe zu
erreichen, und niemand weiß das besser als die neuen
Mitglieder, die wir im kommenden Jahr willkommen
heißen werden. Aus diesem Grund stellen wir sicher,
daß sowohl das Bündnis als auch die neuen Mitglieder
bereit sind. Unsere gegenseitigen Verpflichtungen
stellen das feierlichste Gelöbnis dar, das ein Land
abgeben kann.
Eine weitere tragende Säule dieses neuen Europas ist
die Partnerschaft für den Frieden. Die PfF ist ein
unerläßlicher Grundstein für regionale Stabilität und
kooperative Sicherheit und wird das auf viele Jahre

Seite 1

�hinaus bleiben. Obwohl die Partnerschaft die Nationen
auf eine potentielle NATO-Mitgliedschaft vorbereitet,
sollte sie auch als Selbstzweck betrachtet werden.
Denn die NATO-Verbündeten sind für die Partnerstaaten als Ratgeber auf Gebieten tätig, die von der
Ausbildung im Bereich der Friedenssicherung bis zur
Umsetzung von Verteidigungsreformen reichen.
Ich freue mich, daß drei NATO-Verbündete hier
vertreten sind, die uns bei dieser wichtigen Aufgabe in
Südosteuropa unterstützen - Griechenland, Italien und
die Türkei. Erst letzte Woche zeigte sich dieser Geist
auf bemerkenswerte Weise, als Soldaten aus 27
Partnernationen gemeinsam am Manöver "Cooperative
Best Efforf auf dem Übungsgelände von Krivolak nicht
weit von hier teilnahmen. Sie arbeiteten Seite an Seite
und tauschten ihre Kenntnisse über Friedenssicherung, Hilfs- und Flüchtlingsoperationen aus. Obwohl
sie verschiedene Uniformen trugen, waren sie durch
ein gemeinsames Ziel geeint.
Sie sind die wahrhaftige Verkörperung der Partnerschaft für den Frieden. Und die Partnerschaft wird uns
weiterhin zusammenbringen, während wir uns für die
Erlangung unserer anderen Ziele einsetzen:
Regionale Ausbildungszentren,
ein Konsortium der Verteidigungsakademien
und
die Einrichtung eines regionalen Luftraumnetzes.
Die dritte Säule des neuen Europas wird genau hier in
Südosteuropa gebaut, während wir noch mehr Zusammenarbeit und Stabilität anstreben. Aus diesem
Grund ist dieses Ministertreffen so entscheidend. Wir
stehen wirklich an einer Wegscheide, an einem Punkt,
der nicht weniger zentral ist als der, an dem unsere
Vorgänger vor 50 Jahren standen. In dieser Region
bleiben einige der größten Herausforderungen bestehen, und in dieser Region besteht das größte Potential
für Fortschritt.
Wir haben bereits mit der Förderung von verstärkter
militärischer Zusammenarbeit begonnen. Und wir
fördern mehr Vertrauen und Offenheit durch praktische
Maßnahmen zur Verringerung von Unsicherheit und
zur Stärkung des Vertrauens. Wir haben seit unserem
letzten Treffen in Sofia auch auf vielen anderen
Gebieten Fortschritte gemacht.
Die Multinationale Friedenstruppe Südosteuropa stärkt
die Beziehungen zwischen unseren Ländern. Diese
südosteuropäische Brigade ist nicht nur eine Kraft für
Frieden und Stabilität, sondern auch für Zusammenarbeit und Offenheit.

Seite 2

Diese Brigade, die einem zivilen Lenkungsausschuß
untersteht, wird die zivile Kontrolle über das Militär
fördern. Sie wird ein Forum bieten, um konkrete
Chancen der militärischen Zusammenarbeit zu
erörtern. Und sie wird den beteiligten Ländern gestatten, aus erster Hand Erfahrungen mit Übungen in
einem NATO-Umfeld zu sammeln. Die Brigade ist nur
eines von vielen ausgezeichneten Beispielen für
unsere Zusammenarbeit.
Die Stellvertretenden Verteidigungsminister trafen in
Albanien und die Verteidigungsminister in Slowenien
zusammen, um die letztes Jahr vereinbarten Ziele
anzustreben. Unsere Experten im Bereich gemeinsamer ziviler und militärischer Katastrophenbereitschaft trafen in den Vereinigten Staaten zusammen,
um unsere Fähigkeiten grenzüberschreitender Hilfe
weiterzuentwickeln. Und diesen Sommer trafen sich
mehr als 150 Regierungsvertreter in Rumänien bei
einem sehr erfolgreichen Seminar über vertrauensbildende Maßnahmen.
Wir verbessern auch die Zusammenarbeit auf Gebieten wie Grenzkontrolle und der Operation ALBA unter
Führung der Italiener - vielleicht das Kronjuwel bei
unserem Streben nach Stabilität - während unsere
Länder zusammentreffen, um dem krisengeschüttelten
Albanien zu helfen.
Jede dieser Aktionen unterstreicht die direkte und
enge Verbindung zwischen unseren Bestrebungen zur
Förderung von Offenheit und Transparenz und
unseren Bestrebungen zur Förderung der Demokratie.
Jedes Mal, wenn unsere Streitkräfte zusammen üben,
jedes Mal, wenn wir uns zu Gesprächen wie diesem
treffen, verstehen wir einander besser.
Verständnis geht mit Vertrauen einher. Und dieses
Vertrauen wiederum bringt Sicherheit hervor. Sicherheit stärkt Demokratie, die wiederum zu mehr
Verständnis und Vertrauen zwischen den Nationen
führt. Es ist ein sich selbst verstärkender Zyklus von
Transparenz und Demokratie. Meines Erachtens
waren unsere Bestrebungen zur Förderung und
Verlängerung dieses Zyklus in ganz Südosteuropa
erfolgreich, weil wir uns nicht auf leere Worte, sondern
auf konkrete Initiativen konzentrierten und weil wir
Einbeziehung in den Mittelpunkt unserer Initiativen
gestellt haben.
Jetzt müssen wir dieselben Stärken auf die noch
unbeendigten Aufgaben anwenden. Wir müssen
unsere Bestrebungen zur Ausweitung von Zusammenarbeit und Offenheit unter unseren Nationen fortsetzen
und unsere Initiativen entschlossen umsetzen. Wir
haben die Chance, diese Bande zwischen uns zu
stärken und echte Fortschritte auf Gebieten wie
Konfliktverhinderung und der Gründung eines Friedenssicherungszentrums zu machen.

AMERIKA DIENST 20

�Die Bedeutung dieser Bande erinnert mich an meinen
Besuch 1984 in Rußland, wo ich mit dem berühmten
russischen Dichter Jewtuschenko zusammentraf. Als
ich mich verabschiedete, sagte er etwas, das ich die
ganzen Jahre nicht vergessen habe: "Wir beide
müssen in Kontakt bleiben. Sonst vergessen wir das
Gesicht des anderen."
Wenn wir nicht in Kontakt bleiben, wenn wir das
Gesicht des anderen nicht erkennen, wird es sehr
leicht, mit dem Finger auf den anderen zu zeigen und
ihn zu verteufeln oder zu erniedrigen. Aber wenn wir
Kommunikationslinien haben - wie diese Ministertreffen
- wird es viel einfacher, uns anzunähern anstatt
auseinanderzudriften, wenn wir auf die Probe gestellt
werden.
Diese Probe ist nirgendwo härter als hier in Südosteuropa. Im Kosovo schürt das Feuer des Hasses den
unerbittlichen Vormarsch ethnischer Gewalt. Es ist an
der Zeit, diese Krise direkt anzugehen. Gemeinsam
müssen wir eine humanitäre Katastrophe verhindern,
und wir müssen alle Parteien zu sinnvollen Gesprächen zusammenbringen, die zu einer Beendigung des
Konflikts führen.
In Bosnien müssen wir unsere Entschlossenheit
bewahren und uns weiterhin dem Friedensabkommen
von Dayton verpflichten. Unsere Botschaft an die neu
gewählten Politiker muß klar sein: Wir erwarten nichts
anderes als die vollständige Einhaltung von Dayton.

*

AMERIKA DIENST 20

*

In Albanien erinnern uns die Gewaltakte der vergangenen Woche in Tirana deutlich daran, wieviel noch&gt;
getan werden muß. Und wir müssen weiterhin Ausbildung und Hilfe dafür einsetzen, die Saat der Demokratie zum Keimen zu bringen.
Während wir über die vor uns liegenden Herausforderungen nachdenken, wären wir gut beraten, uns
den Rat der amerikanischen Diplomatin Cläre Boothe
Luce ins Gedächtnis zu rufen. Vor nahezu 60 Jahren
sprach sie Worte, die die vor uns liegenden Entscheidungen beschreiben könnten. Sie sagte, daß wir
vor drei Wegen stehen.
Der erste Weg sei der Weg für die Opfer - für diejenigen, die vor dem Bösen die Augen verschließen, ihm
den Rücken kehren und sich von der Welt isolieren
wollen. Der zweite Weg sei der Weg der Bequemlichkeit - ein von Opportunisten und Beschwichtigern
gewählter Weg, die angesichts der Gefahr aufgeben.
Der dritte Weg sei der Weg der Freiheit und Gerechtigkeit - ein harter, enger und gerader Weg, der von
wenigen gewählt wird.
Aber Luce stellte fest, daß der dritte Weg der beste sei
- selbst wenn er an manchen Stellen gefährlich ist.
Der Weg der Freiheit kann manchmal schwierig und
sogar gefährlich sein, aber diese Region hat sich auf
eine Reise begeben und muß sie fortsetzen. Wir
müssen auf Kurs bleiben, denn das ist der Weg zu
Frieden und Wohlstand im lebenswichtigen Herzen
Südeuropas.

*

*

Seite 3

�DEUTSCH-AMERIKANISCHER

TAG

7. Oktober 1998

Deutsch-Amerikanischer Tag 1998
Proklamation des Präsidenten

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Proklamation von Präsident Clinton zum DeutschAmerikanischen Tag am 6. Oktober 1998.

Seit dem Tag, an dem unsere Republik geboren
wurde, haben Deutschamerikaner unser nationales
Leben und unsere Kultur bereichert. Viele, die nach
Religionsfreiheit strebten, ließen sich vor über 300
Jahren in und um Philadelphia nieder, und bis heute
heißt eines der größten Viertel dieser Stadt Germantown. Während der Kolonialzeit kamen weitere
Deutsche an diesen Ufern an und schufen sich in den
13 Kolonien ein Heim. Heute kann nahezu ein Viertel
der Amerikaner seine Wurzeln nach Deutschland
zurückverfolgen.
Deutschamerikaner haben nicht nur beim Wachstum
unserer Nation, sondern auch bei vielen unserer
wichtigsten Werte einen bedeutenden und dauerhaften
Eindruck hinterlassen. Als geschickte und fleißige
Farmer teilen die Deutschamerikaner unsere Liebe für
das Land und den ausgeprägten Sinn für Familie und
Gemeinschaft. Mit tiefem Respekt für Bildung und die
schönen Künste bereichern sie das kulturelle Leben
der Gemeinden, in denen sie leben. Und von ihren
ersten Tagen in diesem Land an haben die Deutschen
und die Deutschamerikaner die Freiheit verehrt, wie
sie durch den Dienst von General Friedrich von
Steuben während des amerikanischen Kampfes um
Unabhängigkeit und durch die Entsendung eines
ausschließlich aus Deutschamerikanern bestehenden
Korps der Militärpolizei unter dem Kommando von Ma-

jor Bartholomew von Heer verkörpert wurde, das als
General Washingtons persönliche Wacheinheit
während des Revolutionskrieges diente.
Wir alle können stolz auf die Leistungen der Deutschamerikaner sein - als Soldaten und Staatsmänner,
Wissenschaftler und Musiker, Kunsthandwerker und
Lehrer. Es ist angebracht, daß wir diesen besonderen
Tag auserwählen, um uns daran zu erinnern und zu
feiern, wie viel die Deutschamerikaner getan haben,
um unsere Ideale zu bewahren, unsere Kultur zu
bereichern und unsere Demokratie zu stärken.
Aufgrund dessen erkläre ich, William J. Clinton,
Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft
des mir durch die Verfassung und die Gesetze der
Vereinigten Staaten verliehenen Amtes, hiermit den 6.
Oktober 1998 zum Deutsch-Amerikanischen Tag. Ich
ermutige alle Amerikaner, feierlich die vielen Geschenke zu würdigen, die Millionen von Menschen deutscher
Abstammung dieser Nation gemacht haben und die
das Leben unserer Bürger bereichern.
Zum Zeugnis dessen habe ich diese Proklamation
eigenhändig unterzeichnet am 5. Tag des Oktober, im
Jahre des Herrn 1998 und im 223. Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika.

* * * * *

AMERIKA DIENST 20

Seite 1

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          <name>Creator</name>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 07.10.1998</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. NATO&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Eine neue Vision für Europa &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Verteidigungsminister Cohen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;2. Kosovo&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;"Es ist höchste Zeit für den Kosovo!" &lt;br /&gt;&lt;em&gt;von John Shattuck&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;3. Sanktionen&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Sanktionen sollen gemeinsame Vision widerspiegeln&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Stuart Eizenstat&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;4. USA-Deutschland&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Clinton gratuliert Schröder und dankt Kohl&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung anläßlich der Bundestagswahl&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;5. Deutsch-amerikanischer Tag&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;Deutsch-amerikanischer Tag 1998&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Proklamation des Präsidenten&lt;/em&gt;</text>
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