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dienet

Herausgeben U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

9. September 1998

18

USA-RUSSLAND

CLINTON: ICH GLAUBE AN DIE ZUKUNFT
RUSSLANDS
Rede des Präsidenten

USA-IRLAND

USA WERDEN DEN FRIEDENSPROZESS IN
NORDIRLAND WEITERHIN UNTERSTÜTZEN
Rede von Präsident Clinton

FRAUEN IN EINER DEMOKRATIE
Rede der First Lady

BOMBENANSCHLAGE

USA WERDEN IHRE INTERESSEN, BURGER
UND WERTE VERTEIDIGEN
Erklärung von Präsident Clinton

USA LASSEN SICH DURCH TERROR NICHT
EINSCHÜCHTERN
Erklärung von Außenministerin Albright

HAUPTVERDÄCHTIGER WIRD DES MORDES
ANGEKLAGT
Erklärung von Justizministerin Reno

FREEH LOBT INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEITBEIDERTERRORISMUSBEKÄMPFUNG
Erklärung des FBI-Direktors

http://www.us-botschaft.de/amerikadienst
http://www.usembassy.de/amerikadienst
Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.: 0228-3392956
Fax: 0228-333138
Internet: http://www.usembassy.de

�USA-RUSSLAND

9. September 1998

Clinton: Ich glaube an die Zukunft Rußlands
Rede des Präsidenten

MOSKAU - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die programmatische Rede, die Präsident Clinton am 1.
September 1998 vor Studenten der Moskauer Universität für internationale Beziehungen gehalten hat.

Ich glaube, die Anwesenheit hochrangiger Vertreter
der russischen und der amerikanischen Regierung hier
spricht deutlicher als ich es je zum Ausdruck bringen
könnte dafür, daß Amerika den Beziehungen zu
Rußland große Bedeutung beimißt. Es sind von
Freundschaft, gegenseitiger Verantwortung und der
Verpflichtung zur Zukunft geleitete Beziehungen. Es
ist für uns alle eine Ehre, heute hier zu sein, und wir
danken für Ihre freundliche Begrüßung.
An diesem ersten Tag des Semesters nehmen überall
in unseren beiden Ländern die Studenten ihre Studien
wieder auf - auch das Studium der Geschichte. In
diesem entscheidenden, sicherlich historischen
Augenblick möchte ich mit einigen Worten darüber
beginnen, was die Vergangenheit uns meines Erachtens lehren kann, während wir - und vor allem das
russische Volk - uns den Herausforderungen der
Gegenwart und der Zukunft stellen. Vor 222 Jahren
erklärten wir Amerikaner unsere Befreiung von der
Tyrannei König Georgs von England. Wir machten
uns daran, uns selbst zu regieren. Der Weg war nicht
oft - und sicherlich nicht immer - leicht. Erst kämpften
wir einen sehr langen Unabhängigkeitskrieg. Dann
dauerte es über zehn Jahre, eine funktionierende
Verfassung zu entwerfen. Dann - 1814 - zogen wir
wieder in den Krieg gegen England. Die Engländer
marschierten in unsere Hauptstadt ein und brannten
das Haus des Präsidenten nieder - das Weiße Haus.
Dann - 1861 - begannen wir den blutigsten Krieg
unserer Geschichte, einen Bürgerkrieg, der wegen der
Konflikte über die Sklaverei gekämpft wurde. Erteilte
unser Land beinahe für immer, aber statt dessen
wurden wir wiedervereinigt und schafften die Sklaverei
ab.

AMERIKA DIENST 18

In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, vor dem
Zweiten Weltkrieg, versank unser Land in einer großen
Wirtschaftskrise, durch die 25 Prozent unserer Bevölkerung arbeitslos wurden und mehr als ein Drittel
unserer Bevölkerung in Armut lebte. Sie kennen den
Rest. Im Zweiten Weltkrieg waren wir Verbündete, und
nach dem Zweiten Weltkrieg waren wir Gegner. Aber
es war eine Zeit großen Wohlstands für das amerikanische Volk, selbst wenn es während der vergangenen
50 Jahre Spannungen und schwierige Augenblicke
gab.
Das umfassendere Argument, das ich anbringen
möchte während Rußland diese Zeit extremer Schwierigkeiten durchmacht, ist, daß wir im Verlauf unserer
Demokratie viele intensive, sogar heftige Debatten
über die richtigen Beziehungen zwischen Menschen
unterschiedlicher Rasse, Religion oder Herkunft, über
die Kluft zwischen Reich und Arm, über Verbrechen
und ihre Bestrafung, sogar über Krieg und Frieden
geführt haben. Wir Amerikaner haben miteinander
gekämpft und argumentiert - wie wir es noch heute tun.
Aber wir haben unsere Freiheit bewahrt, indem wir uns
an die in unserer Verfassung und unserer Unabhängigkeitserklärung verankerten grundlegenden Werte
erinnerten; indem wir weiterhin die Würde jedes
Mannes, jeder Frau und jedes Kindes respektieren;
indem wir diejenigen mit anderen Ideen und Überzeugungen als unsere eigenen tolerieren; indem wir
Chancengleichheit fordern und indem wir jedem eine
Chance geben, das Beste aus seinem Leben zu
machen.
Rußlands großer Verbündeter im Zweiten Weltkrieg,
unser Präsident Franklin Roosevelt, hat einmal gesagt,
daß Demokratie das niemals endende Streben nach
Besserem ist. Für Amerikaner bedeutet das, daß wir in

Seite 1

�guten wie in schlechten Zeiten versuchen, den Kreis
der Chancen zu erweitern, die Bedeutung unserer
Freiheit zu vertiefen und eine stärkere nationale
Gemeinschaft aufzubauen.
Was hat das alles mit Rußland im Jahr 1998 zu tun?
Ihre Geschichte ist sehr viel länger als unsere und so
reich an Errungenschaften - von militärischen Siegen
über Napoleon und Hitler über die literarischen
Leistungen von Puschkin, Tolstoi, Tschechow, Pasternak und so vielen anderen bis zu den großen Leistungen in Kunst, Musik,Tanz, Medizin, Wissenschaft und
Raumfahrt.
Trotz seiner reichen, langen Geschichte begann
Rußland jedoch erst vor sieben Jahren Demokratie,
Freiheit und freie Märkte anzustreben - eine Reise, die
einzig und allein Ihre ist und von Ihrer eigenen Vision
von Rußlands demokratischem Schicksal geleitet sein
muß.
Sie befinden sich jetzt an einem entscheidenden Punkt
Ihrer Reise. Es gibt gravierenden wirtschaftlichen
Druck und gravierende Härten, die ich in meinen
Gesprächen mit Ihren Politikern heute Morgen erörtert
habe. Es steht enorm viel auf dem Spiel. Jede
Entscheidung, die Rußland heute trifft, könnte Konsequenzen auf Jahre hinaus haben. Angesichts der vor
Ihnen liegenden Fakten muß ich Ihnen sagen, ich
glaube nicht, daß es schmerzlose Lösungen gibt. Und
der Versuch zur Vermeidung schwieriger Lösungen
könnte die gegenwärtigen Herausforderungen in der
Tat nur verlängern oder verschlimmern.
Ich möchte zunächst einige Punkte anführen. Die
Erfahrungen Ihres Landes in den vergangenen Jahren
und insbesondere in den letzten sechs Jahren beweisen, daß die Herausforderungen der globalen
Wirtschaft sehr groß sind, aber das sind auch ihre
Vorteile. Das russische Volk hat in der Vergangenheit
enorme Herausforderungen bewältigt. Sie können es
hier tun. Sie können eine Zukunft mit Wohlstand
aufbauen. Sie können Chancen und Arbeitsplätze für
alle Menschen in diesem Land schaffen, die dafür zu
arbeiten bereit sind, wenn Sie stark und konkurrenzfähig sind und nicht vor der Umgestaltung, die Sie vor
sieben Jahren begonnen haben, davonlaufen, sondern
sich dem Wettbewerb stellen.
Der zweite Punkt, den ich anführen möchte, ist, daß
die übrige Welt ein sehr großes Interesse an Ihrem
Erfolg hat. Heute kämpft ungefähr ein Viertel der
Weltbevö!''.erung mit schwierigen wirtschaftlichen
Herausforderungen - die Menschen in Ihrem Land, die
Menschen in Japan, die seit fünf Jahren kein Wirtschaftswachstum haben. Japan ist immer noch ein
sehr wohlhabendes Land, aber wenn es überhaupt
kein Wachstum gibt, ist es schwieriger für alle anderen
Länder in Asien, die nicht so wohlhabend sind, mit
Ihnen Handel zu treiben. Und jetzt sehen wir auf der

Seite 2

ganzen Welt, daß die Kurse in Lateinamerika fallen,
wenn es in Rußland oder Japan Probleme gibt oder
Fragen bezüglich der Volkwirtschaft in China. In den
vergangenen beiden Tagen haben wir kräftige Kurseinbrüche an den amerikanischen Aktienbörsen erlebt.
Was heißt das? Unter anderem heißt es, daß wir - ob
wir wollen oder nicht - die Zukunft gemeinsam gestalten müssen, weil wir - ob wir wollen oder nicht - von
dem betroffen sein werden, was wir tun. Wir werden
von dem betroffen sein, was Sie tun; Sie werden von
dem betroffen sein, was wir tun. Wir können es
genauso gut gemeinsam tun und dann das Beste
daraus machen.
Im Hinblick auf die Ereignisse in Amerika ist es
natürlich stets erfreulicher, wenn unsere Aktienkurse
steigen, statt zu fallen. Ich habe seit gestern jedoch
mehrmals mit unserem Finanzminister darüber
gesprochen. Ich möchte den Punkt bekräftigen, der
meiner Ansicht nach wichtig für Rußland, für Amerika
und für jedes Land ist: Wir glauben, daß unsere
Wirtschaftspolitik solide ist; wir glauben, daß unsere
Bürger Spitzenleistungen erbringen, und wir sind
entschlossen, auf dem Weg der Steuerdisziplin zu
bleiben, der uns dahin gebracht hat, wo wir sind. Ich
glaube, wo immer es Märkte gibt, wird es immer
Veränderungen auf diesem Märkten geben. Aber wir
müssen versuchen, in die richtige Richtung zu gehen.
Und darüber möchte ich heute mit Ihnen sprechen:
Wie können wir in die richtige Richtung gehen? Wenn
ich alle die jungen Leute hier heute sehe - und ich
habe über Sie und Ihren Hintergrund gelesen - junge
Menschen aus ganz Rußland, die die Chancen der
Freiheit ergreifen, um für sich selbst und ihre Nation
einen neuen Kurs zu entwerfen; die einen Unterschied
bewirken, indem sie Unternehmen mit bescheidenen
Krediten und innovativen Ideen aufbauen, indem sie
Technologien nutzen, die für Waffen entwickelt worden
waren und sie den Bedürfnissen des Menschen
anpassen, indem sie kreative staatliche Lösungen für
komplexe Probleme finden, indem sie die Gesundheitsfürsorgeverbessern und Krankheiten bekämpfen,
indem sie mutigen Journalismus betreiben, Machtmißbrauch aufdecken, Literatur, Kunst und Wissenschaft
hervorbringen, die Art und Weise verändern, in der die
Menschen ihr Leben sehen, die Bürger organisieren,
um für Gerechtigkeit, Menschenrechte und eine
sauberere Umwelt zu kämpfen und die Welt einzubeziehen. In diesem Saal heute sind junge Menschen versammelt, die all dies tun. Das sollte für Sie
ein guter Grund zur Hoffnung sein.
Sie stehen an vorderster Front beim Aufbau eines
modernen Rußlands. Sie sind eine neue Generation.
Sie repräsentieren die Zukunft Ihrer Träume. Ihre
Anstrengungen heute werden nicht nur ein besseres
Leben für Sie selbst, sondern auch für Ihre Kinder und
kommende Generationen gewährleisten.

AMERIKA DIENST 18

�Meines Erachtens ist es auch wichtig darauf hinzuweisen, daß nicht nur die Jungen und gut Ausgebildeten, die Reichen und diejenigen mit guten Beziehungen profitieren sollten, als Rußland sich für die
Freiheit entschied. Es sollten auch die Männer und
Frauen profitieren, die in Fabriken und auf Bauernhöfen arbeiten und während der Sowjetära Kriege geführt
haben, diejenigen, die heute von Renten und staatlicher Unterstützung leben. Es sollten auch die Arbeiter
und Lehrer und Soldaten profitieren, die jeden Tag
arbeiten, aber jetzt auf ihren Gehaltsscheck warten.

Wirtschaftspolitik haben. Es ist eine Versuchung für
jeden, nach Möglichkeit keine Steuern zu bezahlen.
Aber wenn jeder seinen gerechten Anteil bezahlt, ist
der Anteil bescheiden und die Einkommen sind
langfristig höher, weil dadurch Stabilität und Wachstum
für das russische Wirtschaftssystem geschaffen
werden.

Die Herausforderung besteht in der Schaffung eines
neuen Rußlands, von dem alle verantwortungsvollen
Bürger dieses Landes profitieren. Wie schafft man
das? Ich glaube nicht, indem man wieder auf die
gescheiterten Maßnahmen der Vergangenheit zurückgreift. Ich glaube nicht, indem man den Reformprozeß
mittendrin stoppt, während es nur einigen wenigen
Russen sehr gut geht, aber viele andere darum
kämpfen, für ihre Familien sorgen zu können. Ich
glaube, Sie werden die Voraussetzungen für Wachstum schaffen, jedoch nur, wenn Sie weiterhin entschieden dem Weg der demokratischen, marktorientierten, konstruktiven Revolution folgen.

Drittens erfolgen spezielle Sicherheitsleistungen für
einige wenige Privilegierte auf Kosten der gesamten
Nation.

Das russische Volk hat in den vergangenen sieben
Jahren außerordentliche Fortschritte gemacht. Sie
sind zu den Wahlurnen gegangen, um ihre Politiker zu
wählen. Ungefähr 65 bis 70 Prozent von Ihnen werden
in jeder Wahl frei gewählt. Die Menschen in ganz
Rußland knüpfen wieder an ihre unterschiedlichen
religiösen Traditionen an und haben eine Vielzahl von
Privatorganisationen ins Leben gerufen. 70 Prozent
Ihrer Volkswirtschaft sind jetzt in privater Hand. Nicht
die Bürokraten, sondern die Verbraucher bestimmen,
welche Waren in die Geschäfte kommen und wo die
Menschen leben. Sie treiben überall auf der Welt
Handel und tätigen Investitionen, führen Austauschprogramme jeglicher Art durch und übernehmen eine
Führungsrolle bei der Bewältigung der Sicherheitsherausforderungen auf dem gesamten Erdball.
Dies ist ein entscheidender Augenblick für Sie. Die
heutige Finanzkrise verlangt nicht von Ihnen, daß Sie
Ihren Weg zu Freiheit und freien Märkten aufgeben.
Die Russen werden Rußlands Zukunft entscheiden,
aber es gibt meiner Ansicht nach klare Lehren, die
man aus der internationalen Erfahrung ziehen kann.
Meines Erachtens sind es folgende:
Erstens benötigen Regierungen in harten Zeiten
stabile Einnahmen, um ihre Rechnungen zu bezahlen
und Gehälter, Renten und die Gesundheitsfürsorge zu
unterstützen. Das erfordert entschiedene Aktionen um
sicherzustellen, daß jeder seinen gerechten Anteil an
den Steuern bezahlt. Sonst zahlen einige wenige zu
viel, viele zahlen zu wenig, die Regierung befindet sich
in einer Sackgasse, aus der sie nie wieder herauskommen kann, und Sie werden niemals eine stabile

AMERIKA DIENST 18

Zweitens hilft es nicht, Geld zu drucken, um die
Rechnungen zu bezahlen und die Banken zu retten.
Das bewirkt Inflation und verschärft letztlich die Härten.

Viertens wird die faire, gerechte Behandlung von
Gläubigern heute ihr Engagement für die Nation
morgen bestimmen. Die Menschen, die dieser Nation
Geld leihen, müssen fair behandelt werden, wenn Sie
möchten, daß sie dieser Nation in vier, fünf oder selbst
noch zehn Jahren Geld leihen.
Das sind keine radikalen Theorien, es sind durch
Erfahrung belegte simple Fakten. Wie Rußland darauf
reagiert, wird Ihre Zukunft grundlegend beeinflussen.
Das Überleben der heutigen Krise, wie schwierig es
auch sein mag, fängt gerade erst an. Um Arbeitsplätze, Wachstum und höhere Einkommen zu schaffen, muß eine Nation ihre eigenen und ausländische
Bürger davon überzeugen, daß sie sicher investieren
können. Erneut lehrt die Erfahrung, was funktioniert:
Faire Steuergesetze und faire Durchsetzung; leichtere
Übertragbarkeit von Land; strenge Gesetze zum
Schutz geistigen Eigentums, um Innovationen zu
fördern; unabhängige Gerichte zur konsequenten
Durchsetzung der Gesetze und dem Schutz von
Vertragsrechten; starke Banken zum Schutz von
Spareinlagen; Wertpapiermärkte zum Schutz von
Investoren; Sozialausgaben zur Förderung von
Hoffnung und Chancen und ein Sicherheitsnetz für
diejenigen, die in einer offenen Marktwirtschaft zu
irgendeinem Zeitpunkt arbeitslos werden; Wachsamkeit gegenüber unangebrachten versteckten Verbindungen zwischen Regierung und Geschäftsinteressen.
Dies ist keine amerikanische Agenda. Ich wiederhole:
Dies ist keine amerikanische Agenda. Dies sind die
Gebote des globalen Marktes, die ständig wiederholt
werden. Sie können auch bei einer Nation nach der
anderen sehen, zu welchem Preis sie ignoriert werden.
Keine Nation, sei sie reich oder arm, demokratisch
oder autoritär, kann den grundlegenden wirtschaftlichen Geboten des globalen Marktes entkommen.
Investoren und Unternehmer haben eine immer größer
werdende Auswahl zwischen Möglichkeiten, ihr Geld
zu investieren. Sie bewegen sich in die Richtung von
Offenheit, Fairness und Freiheit. Hier hat Rußland
eine Chance. Am Vorabend eines neuen Jahrhunderts

Seite 3

�besteht eine bemerkenswerte Übereinstimmung: Die
für Erfolg in der neuen Wirtschaft erforderlichen
Maßnahmen sind zunehmend auch diejenigen, die
demokratische Freiheit für den einzelnen Bürger
fördern.
Dies ist ein wohlhabendes Land. Es ist reich an
Ressourcen, es ist noch reicher an Menschen. Es hat
bemerkenswerte Arbeit geleistet, einer großen Zahl
von Menschen eine gute Bildung zu vermitteln. Sie
haben immer wieder durch große und kleine Dinge
gezeigt, daß die Menschen in diesem Land Mut und
Begabung besitzen und nicht bereit sind, sich unterdrücken zu lassen und aufzugeben. Vor Ihnen kann
eine glänzende Zukunft liegen.
Wir dürfen jedoch die Spielregeln nicht ignorieren,
denn wenn es ein freies System gibt, ist kein Land nicht einmal die Vereinigten Staaten mit ihrer großen
Volkswirtschaft - stark genug, um zu kontrollieren, was
Millionen und Abermillionen mit ihrem Geld machen.
Aber jedes Land wird einen großen Teil des Geldes
seiner eigenen Bürger behalten und viel Geld von
Investoren aus der ganzen Welt erhalten, wenn es
Systeme einführen kann, die sich an die internationalen Handelsregeln halten. Und ganz Rußland
benötigt den ihm zukommenden Anteil an diesen
Investitionen. Sie besitzen den natürlichen Reichtum,
die Stärke Ihrer Bürger, und Sie verfügen über die
Bildung. Alles, was Sie noch brauchen, ist Ihren Anteil
an den Investitionen.
Im 21. Jahrhundert wird die Wirtschaftsmacht auf
Kreativität und Innovationen basieren.
Die hier
versammelten jungen Menschen sind bestimmt
überzeugt, daß sie ebenso kreativ oder innovativ wie
jeder andere auf der Welt sein können. Alles hängt
vom freien Informationsfluß ab. Alles hängt von Ideen
ab. Wer seine Karriere beginnt, sollte sich Folgendes
vor Augen halten: Die drei größten Computer- und
Softwareunternehmen der Vereinigten Staaten sind
jetzt mehr wert als alle amerikanischen Unternehmen
in der Stahl-, Automobil-, Luftfahrt-, Chemie- oder
Plastikbranche zusammengenommen.

Organisationen und große nationale Organisationen,
die alle die von mir angesprochenen Regeln stärken.
Lassen Sie sich nicht entmutigen, lassen Sie sich nicht
abschrecken. Machen Sie weiter, bis Sie so weit sind.
Wenn Sie erst einmal so weit sind, wird Rußland
starten wie eine Rakete, weil es über die natürlichen
und die menschlichen Ressourcen verfügt.
Meines Erachtens ist es jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, daß wirtschaftliche Stärke - und das führt
uns wieder zurück zu den Regeln - von Rechtsstaatlichkeit abhängt. Wenn jemand beschließt, Geld
im Ausland zu investieren, möchte er die Regeln
kennen. Unter welchen Bedingungen investiere ich
mein Geld? Wie werden meine Investitionen geschützt? Wenn ich Geld verliere, sollte das auf eine
falsche Entscheidung meinerseits zurückzuführen
sein, nicht darauf, daß mein Geld nicht durch Gesetze
geschützt wird. Das ist sehr wichtig.
Aus diesem Grund wünschen Investoren eine ehrliche
Regierung und faire Systeme - fair gegenüber Unternehmen und Verbrauchern gleichermaßen - die streng
gegen Korruption und Amtsmißbrauch vorgehen und
offenlegen, nach welchen Regeln der Umgang mit
Anlagekapital erfolgt.
Wirtschaftliche Stärke hängt von Chancengleichheit
ab. Erforderlich sind gute Schulen und eine gute
Gesundheitsfürsorge, und jeder muß die Chance
erhalten, in den Genuß des nationalen Reichtums zu
kommen. Wirtschaftsmacht muß bei denjenigen
liegen, die ihrem Gewissen folgen, neue Technologien
zur Verbreitung von Ideen einsetzen, den Wandel
fördernde Organisationen ins Leben rufen und Unternehmen aller Art gründen.

Die Zukunft ist eine Zukunft der Ideen. Keine Nation
wird je ein Ideenmonopol besitzen. Kein Volk wird je
alle kreativen Gedanken des menschlichen Geistes
kontrollieren, die weltweit mehr oder weniger gleich
verteilt sind. Es wird Ihnen sehr gut gehen, wenn Sie
den Ihnen zustehenden Teil an Investitionen erhalten.
Hierzu müssen Sie sich an dieselben Regeln halten
wie alle anderen. Darum geht es bei dieser ganzen
Krise. Niemand konnte erwarten, daß Ihr Land diesen
Übergang ohne Opfer vollziehen kann. Sie haben erst
sieben Jahre hinter sich.

Manche wollen den derzeit weltweit stattfindenden
Machtwechsel ausnutzen, um ihre Mitbürger zu
übervorteilen. Als diese Nation von dem alten kommunistischen Kommando- und Kontrollsystem zu einem
offenen, freien System überging, ohne über all die
Mittlerinstitutionen und Privatorganisationen zu
verfügen, deren Aufbau Jahre dauert, wurde ein
Vakuum geschaffen. In dieses Vakuum drangen
einige in der Absicht vor, ihre Mitbürger auszubeuten,
um sich selbst ohne Rücksicht auf Fairness, Sicherheit
oder die Zukunft zu bereichern. Dies ist eine jeden
Bürger konfrontierende Herausforderung. Und sie ist
nicht spezifisch für Rußland. So etwas ist in jedem
Staat geschehen und wird in jedem Staat geschehen,
der diesen Übergang vollziehen mußte. An dieser
Entwicklung ist nichts von Natur aus Negatives. Sie ist
so vorhersehbar wie der Sonnenaufgang jeden
Morgen. Jedes Land wird damit konfrontiert. Aber Sie
müssen damit fertig werden.

Schauen Sie sich ein beliebiges europäisches Land
an, das seit Jahrzehnten eine offene Marktwirtschaft
hat. Dort gibt es Hunderte, ja Tausende kleiner

Sie brauchen einen Staat, der stark genug ist, Mißbrauch zu kontrollieren: Gewalt, Diebstahl, Betrug,
Bestechung, Monopolwirtschaft. Er darf jedoch nicht

Seite 4

AMERIKA DIENST 18

�so stark sein, daß er die legitimen Rechte, Träume und
Kreativität der Menschen beschränken kann. Das ist
die Schwierigkeit, die richtige Art von demokratischer,
marktwirtschaftlicher Gesellschaft zu schaffen.
Das Fazit lautet, daß das amerikanische Volk großes
Interesse an einem Erfolg Rußlands hat. Wir schätzen
Ihre Freundschaft. Wir bewundern Ihren Kampf. Wir
bieten Ihnen unsere Unterstützung, solange Sie die für
Stabilität und Fortschritt erforderlichen Schritte unternehmen. Es kommt uns sehr zugute, wenn Sie Ihre
Demokratie stärken und Ihren Wohlstand mehren.
Betrachten Sie sich, was unsere Partnerschaft bereits
hervorgebracht hat. Wir kehren den gefährlichen
Zuwachs an Nuklearwaffen um. Wir sind dem Zeitplan
bei der Verringerung der Nuklearwaffenarsenale unter
START I bereits zwei Jahre voraus. Der START IIVertrag, der noch von der Duma ratifiziert werden muß,
wird unsere nuklearen Streitkräfte um zwei Drittel unter
das Niveau des Kalten Krieges senken. Präsident
Jelzin und ich haben uns bereits auf einen Rahmen für
START III geeinigt, um unsere Nuklearwaffenarsenale
noch stärker abzubauen.
Zu einer Zeit, in der Indien und Pakistan Atomtests
beginnen, müssen Amerika und Rußland im Interesse
der jungen Menschen den Kurs verfolgen, den die Welt
bei der Verringerung von Nuklearwaffen, nicht bei
ihrem Aufbau, einschlagen sollte. Dies ist sehr wichtig.
Wir setzen uns für ein Ende der Ausbreitung von
Massenvernichtungswaffen ein. Wir unterzeichneten
mit 147 anderen Ländern den Vertrag über ein umfassendes Atomtestverbot. Wir setzen uns für die
Eindämmung des Rüstungswettlaufs zwischen Indien
und Pakistan, verstärkte Kontrollen des Transfers von
Rüstungstechnologie und die weltweite Bekämpfung
des Terrorismus ein.
Unsere Beziehungen werden immer enger, und damit
nähern wir uns immer mehr unserem Ziel eines
ungeteilten, demokratischen und friedlichen Europas.
Wir haben eine stärkere Zusammenarbeit zwischen
der NATO und Rußland vereinbart. Und unsere
Soldaten setzen sich in Bosnien Seite an Seite für den
Frieden ein.
Wir sind nicht immer einer Meinung, und unsere
Interessen sind nicht immer identisch. Aber in den
meisten Fällen arbeiten wir zusammen, und infolgedessen ist die Welt ein besserer Ort geworden. Die
Schaffung von Frieden stellt unsere oberste Pflicht dar,
aber wir müssen gemeinsam noch mehr unternehmen.
Wir müssen gemeinsam beweisen, daß Wirtschaftswachstum nicht zu Umweltzerstörung führen muß.
Ein großer Mann betrachtete den Zustand der Umwelt
und kam zu dem Schluß, daß die Menschheit zerstörerisch ist. Er schrieb: "Wälder schwinden, Flüsse

AMERIKA DIENST 18

trocknen aus, Tiere sterben aus, das Klima ist ruiniert,
das Land wird mit jedem Tag ärmer und häßlicher."
Tschechow schrieb diese Worte vor 100 Jahren.
Stellen Sie sich seine Reaktion auf die derzeitige
Umweltsituation vor - angesichts der toxischen
Verschmutzung von Luft und Wasser und der Erderwärmung, die Überflutung, Dürre und Krankheiten zu
verschlimmern droht.
Gemeinsam können wir sauberere Technologien
schaffen, damit unsere Volkswirtschaften wachsen,
ohne die Umwelt zu zerstören und zukünftige Generationen zu gefährden. Gemeinsam können wir die
Begabung unserer Bürger nutzen - nicht um Waffen
herzustellen, sondern um bessere Kommunikationsmittel zu schaffen, Krankheiten zu heilen, Hunger zu
bekämpfen, den Weltraum zu erforschen. Gemeinsam
können wir Gesellschaften verschiedener Menschen
mit verschiedenen Religionen, Rassen und Überzeugungen versöhnen und uns gemeinsam in ethnischem,
religiösem und rassischem Haß begründeten Kriegen
entgegenstellen, die die jüngste Geschichte beherrschten.
Wenn wir zusammenhalten und das Richtige tun,
können wir eine solche Welt schaffen. Wenn die
Menschen in Rußland Wirtschaftsreformen befürworten, von denen alle Menschen dieses Landes
profitieren, wird Amerika Ihnen zur Seite stehen. Da
die Menschen in Rußland sich für Bildung und wissenschaftliche Entdeckungen, gegen Korruption und für
eine ehrliche Regierung, gegen Kriminelle und Terroristen und für die Sicherheit ihrer Bürger, gegen Aggression und für den Frieden einsetzen, wird Amerika
stolz an Ihrer Seite stehen. Das ist nicht nur richtig,
sondern liegt auch im Interesse des amerikanischen
Volkes.
Ich war erstaunt, daß es in den Vereinigten Staaten
einige Zweifler gibt, die äußerten, vielleicht sollte ich in
politisch und wirtschaftlich so unsicheren Zeiten nicht
hierher kommen. Und in der amerikanischen Presse
werden Fragen über das Engagement Rußlands für
Reformen und Demokratie gestellt. Ich bin der Ansicht, in guten Zeiten kann sich jeder ins Flugzeug
setzen und reisen, aber Freunde besuchen sich in
unsicheren und schwierigen Zeiten.
Ich komme als Freund hierher, weil ich an die Zukunft
Rußlands glaube. Ich bin auch hierher gekommen,
weil jemand dem Volk die Wahrheit sagen muß, damit
es nicht skeptisch ist, wenn seine Politiker ihm Dinge
sagen, die hart klingen. Es gibt keinen anderen Weg,
als sich an die Regeln der Weltwirtschaft zu halten,
wenn Sie ihr angehören wollen. Wir können die
Regeln der Weltwirtschaft nicht aufgeben. Niemand
kann das.
Es gibt einen Weg, das soziale Netz und den Sozialvertrag zu erhalten und den Menschen zu helfen, die

Seite 5

�zu schwach sind, um erfolgreich zu sein. Es gibt
hierfür einen Weg. Und es gibt Menschen, die dabei
helfen. Aber es muß getan werden. Also komme ich
als Freund hierher. Ich komme hierher, weit ich weiß,
daß die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft der
jungen Menschen in Rußland eng miteinander verbunden sind. Und weil ich möchte, daß es eine gute
Zukunft wird. Ich bin überzeugt, daß das möglich ist.
Vor kurzem schrieb eine Frau aus Petrozawodsk
folgende Worte über Ihr Volk, das den Zweiten Weltkrieg gewann und das Land aus den Trümmern
wiederaufbaute. Hören Sie gut zu. Sie sagte: Wir
überlebten die Ruinen, die Zerstörung, den Hunger
und die Kälte. Ist es nicht möglich, daß unser Volk das
noch einmal tut? Wenn die Menschen sich erheben,

*

Seite 6

*

können sie Berge versetzen. Zu welchem Zweck?
Puschkin äußerte einmal, solange wir vom Feuer der
Freiheit erfüllt sind, können wir dem noblen Drang
unserer Seelen folgen.
Bei dem ganzen trockenen und manchmal engstirnigen Gerede über Wirtschaft und Finanzen sollten
Sie nie vergessen, daß ungeachtet der menschlichen
Bestrebungen das oberste Ziel lautet, dem noblen
Drang Ihrer Seele zu folgen. Letztlich wird das der
Sieg des russischen Volkes sein, wenn es diesen
Prozeß bis zum Ende durchsteht. Ich hoffe, daß Sie
das tun werden, und ich hoffe, daß wir bei jedem
Schritt auf diesem Weg Ihr Partner sein können.
Vielen Dank.

*

*

AMERIKA DIENST 18

�USA-IRLAND

9. September 1998

USA werden Friedensprozeß in Nordirland
weiterhin unterstützen
Rede von Präsident Clinton

BELFAST - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir leicht gekürzt die Rede, die Präsident Clinton am 3. September
1998 im Rahmen seiner Irlandreise vor dem nordirischen Parlament in Belfast gehalten hat.

Es war wunderbar zu sehen, wie unter den Menschen
in Nordirland der Wille zum Frieden aufkam. Vor drei
Jahren, als Hillary und ich hier waren, konnte ich
diesen Willen in den Augen der Menschen von Belfast
und Derry erkennen. Wir sahen, um die Worte von
Seamus Mallon zu gebrauchen, am Karfreitag die

heitsfürsorge hat dieses neue Parlament die Chance
und die Pflicht zur Gestaltung der Zukunft. Die von
Ihnen angenommenen neuen Strukturen der Zusammenarbeit können - auf der Grundlage vorteilhafter
Interdependenz anstelle der Belastung durch Teilung
oder Herrschaft - Ihre Beziehungen zu London und

anbrechende Morgendämmerung nach der langen

Dublin gleichermaßen stärken. Im Frieden können Sie

Dunkelheit Irlands durch das Engagement der führenden Politiker, die Probleme mit Worten, nicht mit
Waffen zu lösen. Einen Monat später erhellte sich der
ganze Himmel, als Sie mit überwältigender Mehrheit
für das Friedensabkommen stimmten. Dieses Parlament ist die lebendige Verkörperung des dieser
Übereinkunft innewohnenden Versprechens.

neuen Wohlstand finden, und ich weiß, daß Ihre
Politiker Frieden suchen.

Gemeinsam führen Bürger und Politiker Nordirland aus
der eiskalten Verzweiflung in das warme Sonnenlicht
des Friedens. Dreißig Jahre lang forderte die Krise
enorme Opfer: Allzu viele Menschen starben, allzu
viele Familien trauerten, jeder Familie wurde der
Segen eines normalen Lebens verwehrt - durch die
ständige Angst, daß allein das Einkaufen wegen der
Bomben und Gewehrkugeln zum Tod führen könnte,
wegen der täglichen Belästigungen durch Straßensperren und Durchsuchungen, wegen der unheilvollen
Präsenz ständig patrouillierender bewaffneter Soldaten, wegen Absperrungen mit Stacheldraht, bewachter Tore und sechs Meter hoher Zäune.
Da wundert es nicht, daß auf einer Mauer in Belfast die
Frage zu lesen war: Gibt es ein Leben vor dem Tod?
Jetzt endlich lautet die Antwort: Ja.
Von jetzt an liegt das Schicksal Nordirlands in den
Händen seiner Bürger und ihrer Vertreter. Von
Landwirtschaft bis Finanzen, von Bildung bis Gesund-

AMERIKA DIENST 18

Seitdem Waffenstillstand von 1994 ist die Zahl der anund abreisenden Passagiere an Ihrem internationalen
Flughafen und Fährhafen um mehr als 15 Prozent
gestiegen. Es werden doppelt so viele Hotelzimmer
gebaut. Und vor dem Hintergrund des am Karfreitag
geschlossenen Abkommens werden Ihnen Rekordzahlen an in- und ausländischen Investitionen prognostiziert, die neue Arbeitsplätze, Chancen und Hoffnung
bringen.
Die Vereinigten Staaten unterstützen Ihr Streben nach
Frieden, angefangen mit den Amerikanern irischer
Herkunft, die dieser Sache leidenschaftlich, unerschütterlich und dauerhaft verpflichtet sind. Es zählt zu den
großen Privilegien meiner Präsidentschaft, daß ich mit
den Friedensstiftern, protestantischen und katholischen Politikern hier im Norden zusammenarbeiten
konnte - Premierminister Blair und Premierminister
Ahern.
Unser Kongreß hat um des Friedens in Nordirland
willen seine Parteigrenzen überwunden. Ich hoffe, das
wird Auswirkungen haben, wenn die Abgeordneten
nach Hause zurückkehren.

Seite 1

�Sie haben dem internationalen Fonds für Irland
außerordentliche Unterstützung zugesagt - 100
Millionen Dollar in den vergangenen fünf Jahren. Ich
freue mich sehr, daß ich heute von republikanischen
und demokratischen Abgeordneten begleitet werde
sowie von Jim Lyons, meinem Sonderberater für
wirtschaftliche Initiativen in Nordirland, und Senator
Mitchell, den sie jetzt eben zu Recht so herzlich
willkommen geheißen haben.
In den kommenden Monaten und Jahren wird Amerika
weiterhin mit Ihnen den Weg der Erneuerung gehen.
Wir werden Sie bei der Ausbildung der Mitglieder Ihres
Parlaments unterstützen, Nichtregierungsorganisationen fördern, die von der Basis eine bürgerliche
Gesellschaft aufbauen, durch Bildung in unsere
gemeinsame Zukunft investieren, die grenz- und
gemeindeüberschreitende Verständigung vertiefen,
ihnen bei der Gewährung von Kleinkrediten zur
Gründung kleiner Unternehmen helfen und Handel und
Investitionen unterstützen, was für unsere beiden
Völker von Vorteil ist.
Ich danke dem Bildungsminister, der mich heute
begleitet, sowie dem Wirtschaftsminister, der im Juni
eine Handelsmission hierherführte, die bereits Ergebnisse zeitigt. Schatzkanzler Brown unternimmt mit
seiner Mission in zehn amerikanischen Städten
kommenden Monat den nächsten wichtigen Schritt.
Während Sie darauf hinarbeiten, das Gesicht und die
Zukunft Nordirlands zu verändern, können Sie auf die
Vereinigten Staaten zählen.
Trotz allem, was wir tun können und möchten, liegt die
Zukunft bei Ihnen. Sie haben zugestimmt, die Gewalt
der Vergangenheit zu begraben. Jetzt müssen Sie
eine Zukunft in Frieden und Wohlstand schaffen. An
die Mitglieder des Parlaments: Sie schulden es ihrem
Land, das Beste in Ihren Bürgern hervorzubringen,
indem Sie Ihr Bestes geben. Es liegen schwierige,
manchmal schmerzhafte Entscheidungen vor Ihnen,
aber sie müssen getroffen werden. Und weil Sie
zugestimmt haben, gemeinsam Verantwortung zu
tragen, müssen Sie - wo möglich - gemeinsam, nicht
gegeneinander vorgehen, um Hindernisse zu überwinden, anstatt sie zu errichten, und sich über kleinliche Streitereien hinwegsetzen, anstatt sie zu schüren.
Das lateinische Wort für Versammlung, "concilium", ist
die W jrzel des Wortes "reconciliation" - Versöhnung.
Der Geist der Versöhnung muß Ihnen allen innewohnen.
Sie benötigen auch noch eine andere Eigenschaft.
Unser einziger Präsident, der irischer Abstammung
und katholisch war, John Kennedy, zitierte gerne einen
britischen protestantischen Premierminister. "Mut",
sagte Winston Churchill, "wird zu Recht als die wichtigste aller Eigenschaften angesehen, denn es ist die
Eigenschaft, die alle anderen garantiert".

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Mut und Versöhnung bildeten das Kernstück unserer
Verpflichtung zu Frieden. Bei Ihren jetzigen Fortschritten müssen Mut und Versöhnung dieses Parlament in ganz spezifischer Weise leiten: Indem die
Kriegswaffen außer Betrieb gestellt werden, die in
einem in Frieden lebenden Nordirland veraltet sind;
indem Fortschritte bei der Gründung eines Exekutivrats erzielt werden; indem Ihre Polizei angepaßt wird,
so daß sie das Vertrauen, den Respekt und die
Unterstützung aller Menschen gewinnt; indem das
Recht der Straße beendet wird, denn die Definition von
Verbrechen, die Verhängung von Strafe und die
Durchsetzung der Gesetze müssen den gewählten
Vertretern des Volkes, den Gerichten und der Polizei
überlassen bleiben; indem die frühzeitige Freilassung
von Gefangenen betrieben wird, deren Organisationen
Gewalt wirklich aufgegeben haben, und indem ihnen
bei der Suche nach einem produktiven, konstruktiven
Platz in der Gesellschaft geholfen wird; indem eine
gerechtere Gesellschaft aufgebaut wird, in der Menschenrechte Geburtsrechte sind und in der jedem
Bürger gleicher Schutz und gleiche Behandlung vor
dem Gesetz gewährt wird. Das müssen die Maßstäbe
des neuen Nordirlands sein.
Die Worte und Taten Ihrer Politiker in dieser Woche
und ihre Bereitschaft zu Gesprächen sind hoffnungsvolle Reflexionen des Mutes und der Versöhnung, die
alle Bürger einbeziehen müssen. Ebenso hoffnungsvoll sind die Aktivitäten der heute hier anwesenden
Gemeindevertreter, Nichtregierungsorganisationen,
der Vertreter von Wirtschaft, Justiz und Wissenschaft.
Vor allem gratuliere ich den Frauen, die eine so
mächtige Kraft für Frieden sind. Hillary hat gestern
einen wunderbaren Tag bei Ihrer Vital Voices-Konferenz verbracht. Wie sie sagte, sind wir verpflichtet, die
dort eingegangenen Partnerschaften weiterzuverfolgen.
Alle Ihre Stimmen sind entscheidend. Das Beispiel,
das Sie für Ihre Nachbarn gegeben haben, die Arbeit,
die Sie in Ihren Gemeinden leisten, die Standards, die
Sie von Ihren gewählten Vertretern verlangen - all das
wird außerordentlich große Auswirkungen auf Ihre
Zukunft haben. Und an die Menschen in Nordirland

gerichtet sage ich, es ist Ihr Wille zu Frieden, der Ihrem
Land endlich diesen Augenblick der Hoffnung gebracht
hat. Sie dürfen ihn nicht verstreichen lassen. Er wird
in unserem Leben nicht wiederkehren. Geben Sie
Ihren Politikern die Unterstützung, die sie für die
harten, aber notwendigen Entscheidungen benötigen.
Helfen Sie ihnen zu beweisen, daß die Dinge zusammenwachsen können und die Mitte zusammenhalten kann.
Sie haben für eine Zukunft gestimmt, die anders ist als
die Vergangenheit. Jetzt müssen Sie beweisen, daß
die Entscheidung zu Vernunft und Mäßigung über die
Macht der Extreme triumphieren kann. Es liegt ein
harter Weg vor Ihnen. Der Terror von Omagh war

AMERIKA DIENST 18

�nicht die letzte Bombe; es war ein teuflischer Anschlag
auf den Frieden. Die Frage lautet jetzt nicht, ob es
weitere Bomben und weitere Versuche geben wird, die
Entscheidung der Wähler mit Gewalt aufzuheben. Das
mag sehr wohl der Fall sein. Die Frage lautet nicht, ob
die Gefühle hohe Wellen schlagen und die Debatten
entzweien. Sicherlich werden sie das. Die Frage
lautet: Wie werden Sie auf die Gewalt reagieren? Wie
werden Sie mit den Meinungsverschiedenheiten fertig?
Können die schlechten Gewohnheiten und brutalen
Kräfte von gestern Ihren Willen zum Frieden von
morgen brechen? Das ist die Frage.
In unserer sogenannten modernen Welt - von Bosnien
bis zum Nahen Osten, von Ruanda bis zum Kosovo,
vom indischen Subkontinent bis zur Ägäis - hassen
sich die Menschen immer noch wegen ihrer unterschiedlichen Rasse, Stammeszugehörigkeit und
Religion in einem nutzlosen Kampf, den Sinn des
Lebens darin zu finden, was wir nicht sind, statt Gott
um Hilfe zu bitten, das zu werden, was wir sein sollten.
Sie haben gesagt, daß von jetzt an in Nordirland nur
noch eine Trennlinie eine Rolle spielt - die Trennlinie
zwischen denen, die sich für den Frieden entscheiden
und denen, die ihn zerstören wollen; zwischen denen,
die durch Hoffnung Auftrieb erhalten und denen, die
vor Haß gelähmt sind; zwischen denen, die sich für
den Aufbau entschieden haben und denen, die
weiterhin alles niederreißen wollen.

Es gibt so viel mehr, das Sie verbindet als spaltet - die
Werte des Glaubens und der Familie, der Arbeit und
Gemeinschaft, des gleichen Landes und Vermächt. lisses, derselben Liebe zum Lachen und zur Sprache.
Sie streben das Gleiche an - in Frieden und Sicherheit
zu leben, sich um geliebte Menschen zu kümmern, ein
besseres Leben aufzubauen und bessere Chancen für
Ihre Kinder zu schaffen. Das sind nicht katholische
oder protestantische Träume, es sind menschliche
Träume, die am besten gemeinsam verwirklicht
werden.
Das amerikanische Volk kennt aus eigener Erfahrung
Bigotterie und Gewalt, die in Rasse und Religion
gründen. Noch heute kämpfen wir mit der Herausforderung, aus unserer zunehmenden Vielfalt eine
Nation aufzubauen. Aber es ist der Mühe wert. Wir
wissen, daß wir klüger, stärker und glücklicher sind,
wenn wir gemeinsam vorgehen. Und wir wissen, daß
Sie es auch sein werden.
Und so, Mitglieder des Parlements, Bürger von Belfast,
Einwohner Nordirlands - erinnern Sie sich daran, daß
in den ersten Tagen der Amerikanischen Republik die
gälische Bezeichnung für Amerika "Inis Fa'il" - Insel
des Schicksals - war. Heute sehen die Amerikaner Sie
als Inis Fa'il, und Ihr Schicksal ist Frieden. Amerika
steht zu Ihnen. Die ganze Welt steht zu Ihnen. Möge
Gott mit Ihnen sein und Ihnen die Stärke für die vor
Ihnen liegende gute Arbeit verleihen.
Ich danke Ihnen.

* *

AMERIKA DIENST 18

*

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�IRLAND
9. September 1998

Frauen in einer Demokratie
Rede der First Lady

BELFAST - (AD ) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von First Lady Hillary Rodham Clinton bei der Vital
Voices-Konferenz über Frauen in einer Demokratie in Belfast vom 2. September 1998.

Es ist eine große Ehre und ein persönliches Vergnügen, wieder in Belfast zu sein. Ich fühle mich vom
Klang der Stimmen so vieler Frauen umarmt und
gegrüßt. Den Berichten, die ich erhielt, während ich in
Rußland war, und denen, die ich gerade gehört habe,
entnehme ich, daß diese Konferenz bereits erfolgreich
Menschen zusammengebracht und ihnen den Austausch von Ideen und die Erarbeitung von Plänen
ermöglicht hat, um den erhofften Frieden Realität
werden zu lassen. Wie alle Erfolge ist auch dieser das
Produkt vieler Hände.
Als ich vor wenigen Minuten hier ankam, dachte ich
daran, wie der Lagan, der einst Menschen von diesen
Küsten wegbrachte, sie jetzt zurückbringt, um ein
wiedergeborenes Belfast vorzufinden, das durch diese
beeindruckende Waterfront symbolisiert wird. Ich hatte
das Privileg, dieser Wiedergeburt beiwohnen zu dürfen
- erst beim Besuch meines Mannes im November 1995
und dann bei meiner Rückkehr nach Belfast im
Oktober vergangenen Jahres, als ich vor der Universität von Ulster und hier bei einer Konferenz junger
Menschen eine Rede gehalten habe. Ich habe in den
Gesichtern der Männer und Frauen, der Jungen und
Mädchen eine neue Offenheit, ein neues Engagement,
ein neues Bewußtsein für den Weg gesehen, der
zurückgelegt wurde und der noch zurückgelegt werden
muß.
Ich weiß auch, daß die Lieder von U2 und anderen
großartigen Musikern in den vergangenen Monaten an
der Waterfront erklangen und das feierten, was sich
hier vollzieht. Ich glaube jedoch auch, daß weder
Arbeitsgruppen, noch Reden oder ruhige Konversationen mit den mächtigen Stimmen konkurrieren können,
die hier in den letzten Tagen vernommen wurden.
Stimmen aus ganz Nordirland, aus Irland, den Ver-

AMERIKA DIENST 18

einigten Staaten, England, Schottland und Wales. Von
jeder Tradition. Von jeder Schicht der Gesellschaft.
Jedem Alter. Frauen und Männern. Die alle in einen
mächtigen Chor einstimmten, der die Frauen aufforderte, vollwertige Beteiligte an einem sicheren und
demokratischen Nordirland zu werden. Einem Nordirland, das die Menschen erhofften, für das sie lebten,
starben und schließlich abstimmten. Morgen wird mein
Mann hier an die Waterfront kommen, um vor Ihrem
neuen Parlament eine Rede zu halten und die Bürger
Nordirlands zu diesem hart erkämpften Frieden zu
beglückwünschen, der der Ihre ist.
Die vergangenen Monate haben gezeigt, was die
Menschen hier schon immer gewußt haben: Der Weg
zu Frieden wird nie leicht sein. Aber die Welt hat auch
gesehen, daß weder Feuer, noch Bomben oder
Terroristen Sie je abschrecken werden. Wenn mein
Mann und ich morgen nach Omagh fahren, werden wir
derer gedenken, die von den Feinden des Friedens
ermordet wurden. Es waren vor allem Frauen und
Kinder.
Es waren Katholiken und Protestanten,
Unionisten und Nationalisten, alte und junge Menschen. Es waren Menschen, die einfach ihr Leben
gelebt haben, in einem Stoffgeschäft arbeiteten, mit
Freunden unterwegs waren, Schuluniformen für ihre
Kinder kauften.
Die Terroristen haben sich die Menschen in Nordirland
zum Ziel genommen, und als Reaktion darauf stellten
sich die Menschen - alle Menschen - Seite an Seite,
um zu sagen: Haß und Gewalt haben hier keinen Platz
mehr. Wir haben uns für die Wahlurnen entschieden,
nicht für Bomben. Demokratie, nicht Teilung. Wir
haben beschlossen, in Frieden zu leben, und wir
werden nie wieder zurückgehen. Wir werden nur nach

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�vorne gehen. Und während Sie das tun, denken Sie
bitte daran, daß Amerika an Ihrer Seite steht.

Verwebe die Fäden echter Freundschaft mit den Farben des Lebens

Es ist äußerst angebracht, daß diese Konferenz in der
ersten Schulwoche stattfindet, nicht nur, weil es eine
Zeit für neue Freunde und einen neuen Anfang ist,
sondern auch, weil unsere Kinder letztlich der Grund
dafür sind, daß wir hier sind. 30 Jahre lang haben die
Menschen ihre Kinder an der Schule abgesetzt haben ihnen das Hemd in die Hose gesteckt, ihnen
einen Abschiedskuß gegeben und von einer Zeit
geträumt, in der sie draußen frei von Gewalt spielen
können. Sie träumten von einer Zeit, in der die
Chancen und das Schicksal ihrer Kinder nie wieder
durch ihre Kirche oder politische Partei oder dadurch
bestimmt würde, daß sie ein Junge oder ein Mädchen
sind. Heute besteht die reale Hoffnung, daß dieser
Traum, der einst durch Dichtung und Protest ausgedrückt wurde, endlich für die Kinder in Nordirland
Realität wird.

Nutze das Muster des Friedens
und verzichte auf Zwist

All dies wäre nicht möglich gewesen ohne den Mut und
die Stärke von Generationen von Frauen. Auch wenn
sie Sonntags in verschiedene Kirchen gegangen sein
mögen, sprachen sie alle an sieben Tagen der Woche
ein stilles Gebet für ihre Männer, damit sie heil nach
Hause kommen. Sieben Tage in der Woche lebten sie
in Angst, daß das Unsägliche geschehen könnte, und
sie gezwungen sein könnten, ihr eigenes Kind zu
begraben. Und dennoch hatten sie an sieben Tagen
der Woche Hoffnung und beteten, daß die Zukunft
strahlender und frei von Krisen und Kummer sein
möge.
Frauen. Mütter. Schwestern. Töchter. Wenige waren
bekannt. Aber nachdem sie gesehen hatten, wie ihr
Leben und ihre Gemeinden auseinander gerissen
wurden, kamen die Frauen zusammen, wie Frauen es
immer getan haben - am Küchentisch, auf dem Markt,
bei Zusammenkünften wie dieser. Es waren Frauen,
deren geflüstertes "genug" zu einem Chor der Stimmen wurde, der nicht länger ignoriert werden konnte.
Wenn wir genau zuhören, vernehmen wir ihre Stimmen
immer noch in diesem Raum, und sie stimmen in die
Unseren heute ein.
Wenn wir zuhören, können wir die Stimmen von
Frauen vernehmen, die Hohn und Drohungen, Vorurteilen und Gewalt widerstanden, um sich in einer
politischen Welt Gehör zu verschaffen, die einst
vornehmlich den Männern vorbehalten war. Wir
können die Stimmen der Frauen von Craigavon hören,
die statt sicn in ihrem Kummer zu vergraben, die Macht
des Stiftes benutzten, um durch Schreiben und die
Weitergabe ihrer Gedichte, Kurzgeschichten, Essays
und Theaterstücke zu heilen. In einem Gedicht
schreibt Madge Steel darüber, wie man eine gemeinsame Ebene findet:

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Bringe die Freunde, die jung sind,
mit den alten zusammen
Und Du wirst auf Deinem Webstuhl
ein Gewebe aus Gold vorfinden.
Wenn wir zuhören, können wir die Stimmen derjenigen
vernehmen, die dieses Gewebe aus Gold zu weben
geholfen haben - Aktivisten an der Basis wie die
verstorbene Joyce McCarten, die buchstäblich Gemeinden durch die Krise verwoben hat. Vor drei
Jahren habe ich Joyce im Ye Olde Lamplighter in der
Lower Ormeau Road getroffen. An einem kleinen
Holztisch haben wir Tee getrunken und darüber
gesprochen, was diese Frauen zusammengebracht
hat. Wie sie erkannten, daß Geschichte und Religion
sie trennten, selbst wenn sie alle dasselbe wollten:
Gute Arbeit und gute Schulen für ihre Kinder. Straßen,
auf denen man sicher gehen kann. Sicherheit und
Wohlstand, auf die man zählen kann. Und eine
Zukunft, an die man glauben kann.
Wohl kaum eine radikale Tagesordnung. Aber dafür
wurde Joyce als "Unruhestifterin" bezeichnet. Sie
hatte einen anderen Namen für sich, und als sie mich
traf, gab sie stolz bekannt, daß sie sich selbst als
"Familienfeministin" bezeichnete. Denn Familien zu
retten, war ihr Ziel bei allem, was sie tat. Ich habe viele
Familienfeministinnen auf der Welt getroffen. In
Südafrika, Bosnien, Kasachstan, Rußland, China,
Nicaragua, Brasilien, Pakistan und Indien. Orte, die
von Zwist, Meinungsverschiedenheiten und Konflikten
zerrissen sind, die durch rassische, religiöse, ethnische und Stammesunterschiede hervorgerufen
wurden. Dennoch gibt es selbst in den schlimmsten
Zeiten Frauen wie diese, die sich erheben und sagen:
"Haltet für eine Minute ein, bitte, und denkt darüber
nach, was für uns und unsere Kinder wirklich wichtig
ist."
Ich haben solche Frauen bei der Vital Voices-Konferenz in Österreich getroffen. Angeregt von Botschafterin Swanee Hunt, die heute unter uns weilt. Ich
habe sie bei der Weltfrauenkonferenz der Vereinten
Nationen in Peking getroffen, und ich erinnere mich
deutlich an die Banner, die von Frauen aus allen Teilen
der Welt gemacht worden waren. Sie breiteten diese
Banner über die Chinesische Mauer. Eingewebt in
diese Banner waren die Träume der Frauen - die
vielleicht unterschiedliche Kleider trugen, unterschiedliches Essen aßen, unterschiedliche Religionen
hatten und unterschiedliche Sprachen sprachen - aber
sie sprachen dieselbe Muttersprache: Die Sprache der
Freiheit und der Hoffnung.

AMERIKA DIENST 18

�Und sie sendeten eine deutliche Botschaft: Wirtschaftlicher Fortschritt hängt vom Fortschritt der
Frauen ab. Demokratischer Fortschritt hängt vom
Fortschritt der Frauen ab. Menschenrechte sind
Frauenrechte, und Frauenrechte sind Menschenrechte. Und diese Konferenz ist Teil einer andauernden
vielversprechenden Initiative, die diese Punkte immer
wieder hervorhebt und dabei das Leben und die
Gesellschaft von Frauen verändert.
Es gibt keine bessere Zeit, uns erneut diesen grundlegenden Wahrheiten zu verpflichten, als diesen 50.
Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Es geht nicht darum, Lippenbekenntnisse für
Rechte abzugeben, die auf einem Stück Papier
aufgeschrieben sind und abgelegt werden. Vielmehr
geht es darum, wie wir uns gegenseitig zu Hause und
bei der Arbeit, in der Kirche, in der Schule und bei
politischen Versammlungen behandeln: Werden wir
geschätzt? Haben wir die Nahrungsmittel, Gesundheitsfürsorge, Bildung, Unterkunft und das erforderliche Einkommen, um zu überleben und zu prosperieren? Haben wir Zugang zu den Möglichkeiten, mit
denen wir unser von Gott gegebenes Potential erreichen können?
Viele der Frauen hier in Nordirland und auf der ganzen
Welt, die ich getroffen habe, wissen nichts von der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Aber sie
wissen in ihrem tiefsten Inneren, daß sie - trotz allem,
was Kultur und Tradition sie lehrt - so sicher wie sie in
die menschliche Familie geboren wurden, mit von Gott
gegebenen Rechten ausgestattet sind. Und der
Grund, warum wir diese Rechte wollen, ist nicht nur,
eine Erklärung abzugeben oder Teil einer politischen
Bewegung zu sein, sondern, daß wir zu einer besseren Welt beitragen wollen, einer Welt, in der wir sicher
auf den Straßen gehen und friedlich mit denen zusammenleben können, die wie wir sind, und denen, die
nicht wie wir sind, weil wir wollen, daß unsere Würde
und die Würde aller Menschen respektiert wird.
In Peking hat mich das von den Frauen dieser Insel
gemachte Banner besonders bewegt. Darauf abgebildet war das Bild einer rothaarigen Frau, die auf der
Weltkugel steht. Und es ist beeindruckend, wie weit
sie seit jenem Tag des Jahres 1995 allein in Nordirland
gekommen ist.
Wer hätte gedacht, daß die Mehrheit der Frauen beider
Traditionen nach vorne treten und "Ja" zu einem
Friedensabkommen sagen würde? Wer hätte gedacht,
daß bei der ersten Sitzung des Parlaments 14 Sitze
von Frauen besetzt wären? Und wer hätte gedacht,
daß das Abkommen eine Gesellschaft fordert, die
wirklich alle einbezieht? Nicht nur alle Religionen und
politischen Parteien, sondern auch alle Frauen und
Männer gleichermaßen.

AMERIKA DIENST 18

Wie meine gute Freundin, Außenministerin Albright,
gerne sagt, ist die Förderung der Sache der Frau "nicht
nur das Richtige, sondern von jeder Gesellschaft auch
Klug". Es war das Richtige für Frauen, den Weg für die
Versöhnung zu ebnen, der uns hierher gebracht hat.
Und es ist klug von Frauen, eine zentrale Rolle beim
Wiederaufbau zu spielen, der ein Nordirland schaffen
wird, das die Versprechen von Demokratie, Wohlstand
und Frieden für alle seine Bürger erfüllt. Wie Sie
wissen, war das Friedensabkommen der Beginn, nicht
das Ende.
Sie überlegen, was praktisch getan werden muß, um
das Versprechen des Friedens zu erfüllen. Sie wissen
besser als ich, daß es sehr viel mehr als Diskussionen,
Konferenzen und Berichte braucht. Die Hoffnung auf
Frieden muß in die harte Arbeit praktischer Aktionen
und politischer Kompromisse umgewandelt werden nicht nur im Parlament, sondern in der gesamten
Gesellschaft. Die wirkliche Herausforderung dieser
Konferenz beginnt folglich erst nach ihrem Abschluß.
Wie wird sich jeder von uns dafür einsetzen, das
Versprechen des Friedens zu erfüllen?
Diese Entscheidung liegt natürlich bei den Männern
und Frauen Nordirlands. Aber auf der Grundlage
dessen, was wir über die Bedingungen für die Förderung von Frieden und Wohlstand wissen, können wir
uns meines Erachtens auf grundlegende Ziele einigen:
Alle Menschen müssen Zugang zu Chancen, guter
Bildung und hochwertiger Gesundheitsfürsorge haben.
Zu guten Arbeitsplätzen und Krediten. Zu Chancen,
die verantwortungsvollen Menschen jeder Herkunft die
Möglichkeit geben, mit Zuversicht ins 21. Jahrhundert
zu gehen.
Wenn wir das Versprechen des Friedens erfüllen
wollen, müssen wir diese Ziele in praktische Aktionen
umwandeln. Wie können wir beispielsweise ein
Bildungssystem einführen, das den Bedürfnissen
junger Menschen entspricht, die sich auf eine ganz
andere Welt zubewegen, die von der Weltwirtschaft
dominiert ist? Wie stellen wir die Kredite zur Verfügung, die Kleinunternehmer in den ärmsten Gebieten
Nordirlands für den Aufbau einer blühenden Wirtschaft
benötigen? Wie können wir sicherstellen, daß Darlehen und Kleinkredite zur Verfügung stehen, daß die
Wirtschaft, die Regierung und vor allem die Banken in
diesem Land den Bedürfnissen der Menschen entsprechen, die gerne zeigen möchten, daß sie Wirtschaftschancen für sich selbst schaffen können?
Wenn das Versprechen des Friedens erfüllt werden
soll, müssen alle Menschen vor Gewalt geschützt
werden. Und insbesondere müssen alle Frauen vor
Gewalt geschützt werden - sei es Gewalt zu Hause
oder auf der Straße. Gewalt zu Hause, die zu Gewaltanwendung und Aggression führt und einen gegen

Seite 3

�den anderen aufhetzt, muß als das gesehen werden,
was es ist: Ein Verbrechen, keine Familienangelegenheit.

bereits von zweien gehört - dem Body Shop und den
Ford-Werken.

Wenn das Versprechen des Friedens erfüllt werden
soll, müssen alle Frauen und Männer frei sein, bei
Wahlen und in der Öffentlichkeit ihre Stimme zu
erheben.

Ich begrüße die Partnerschaften im Wert von mehr als
zwei Millionen Dollar, die sich dem Ergebnis dieser
Konferenz verpflichten. Sie kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft und widmen sich verschiedenen
Gebieten wie politischer Führung, Medienarbeit,
Beratung und - am wichtigsten - wirtschaftlicher
Entwicklung. Dies ist erst der Anfang.

Es gibt viele Ziele, die Sie bei dieser Konferenz erörtert
haben. Zweifelsohne verlangen diese Ziele eine
Garantie für Chancengleichheit und Demokratie. Und
dafür haben Sie sich entschieden. Aber wie unser
Land gelernt hat, bedeutet Demokratie harte Arbeit.
Sie ist ein immerwährender Kampf. Man macht es nie
richtig, es gibt keine perfekte Demokratie, und der
Erfolg hängt letzten Endes nicht nur von Gesetzen und
Institutionen ab, sondern auch von Einstellungen und
Werten. Davon, sich mit Menschen zu verstehen, von
denen man sich grundlegend unterscheidet. Von dem,
was wir unseren Kindern beibringen, wenn wir sie ins
Bett bringen.
Denken wir nur einmal an die Frauen und Mädchen:
Was möchten wir Frauen und Mädchen hier und
weltweit beibringen?
Lehren wir unsere jungen
Mädchen, daß wir sie schätzen - nicht um ihres
Aussehens willen, sondern um ihrer Gedanken,
Gefühle, Taten und Träume willen? Werden unsere
Unternehmen mehr tun, um Frauen Kinderbetreuung
und andere Instrumente zur Verfügung zu stellen, die
sie benötigen, um Arbeit und Familie miteinander
vereinbaren zu können - damit keine Frau jemals die
Wahl zwischen einer Arbeit treffen muß, die für den
Unterhalt der Familie wichtig ist, und der Zeit, die sie
ihren Kindern bei einer liebevollen Erziehung schuldet?
Wenn eine Frau zu Hause, in der Gemeinde oder im
Parlament ihre Stimme erhebt - werden wir ihr dann so
aufmerksam und respektvoll zuhören wie einem
Mann? Und werden wir als Frauen die Entscheidungen der anderen schließlich respektieren? Werden wir
zugeben, daß es heute kein allgemeingültiges Modell
für Frauen gibt? Daß wir zwischen Ganztagsarbeit
und einer Rolle als Mutter und Hausfrau wählen
können - oder wie die meisten Frauen beide Rollen
eine gewisse Zeit unseres Lebens spielen? Und
werden wir die Entscheidungen unterstützen, die jede
Einzelne von uns trifft?
Während Sie sich mit Fragen auseinandersetzen, die
spezifisch für Irland sind, sowie mit Fragen, die Frauen
überall betreffen, sollen Sie wissen, daß die amerikanische Regierung, das amerikanische Volk und die
internationale Gemeinschaft Ihnen helfen möchten,
Erfolg zu haben.
Während der letzten Tage haben die Frauen bei dieser
Konferenz gesagt, daß sie die Instrumente haben
möchten, ihre Stimme zu erheben und das Leben ihrer
Familien zu verbessern. Und in diesem Saal sind
Partner, die ihnen dabei helfen möchten. Wir haben

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Wir verlassen diese Konferenz heute mit der Zusage
des US-Arbeitsministeriums und des Beschäftigungsund Ausbildungsamts von Nordirland, den Zugang von
Frauen zu Arbeitsplätzen, Kinderbetreuung und
Ausbildung zu verbessern. Wir verlassen diese
Konferenz mit der Zusage des Institute of Directors
(eine Gruppe europäischer Führungskräfte), Frauen im
mittleren Management die erforderliche Beratung und
Ausbildung zur Verfügung zu stellen, damit sie auf den
europäischen und internationalen Märkten bestehen
können.
Wir verlassen diese Konferenz mit der Zusage von
Unternehmen von Xerox bis MCI und von America
Online bis Marriott, sich zu engagieren - letzteres stellt
beispielsweise Praktika für junge Menschen in der
Tourismusbranche zur Verfügung. Und ich muß
sagen, als ich heute von Moskau kommend über die
Landschaft Nordirlands flog, dachte ich, daß dies einer
der schönsten Plätze auf Gottes Erde ist. Ein Ort, den
viele Menschen gerne mit eigenen Augen sehen
möchten. Wir verlassen diese Konferenz mit Zusagen
des Präsidenten und der Außenministerin der Vereinigten Staaten, daß sich unsere Regierung vehement
dafür engagiert, die auf dieser Konferenz geschlossenen Partnerschaften in Ergebnisse umzusetzen.
Und es ist für uns ermutigend, daß unsere Partner in
Nordirland einen Nachfolgemechanismus einführen,
um all dies weiterzuführen.
Zum Abschluß dieser Konferenz wollen wir uns
gegenseitig versprechen, daß dies erst der Anfang ist daß die Stimmen, die wir erheben, nie verstummen,
während das Friedensabkommen umgesetzt wird.
Stattdessen sollen sie in allen Gemeinden gehört
werden, und wie Inez bereits sagte, werden viele
andere einstimmen, die heute nicht hier sind.
Denn ungeachtet dessen, ob ein Mann oder eine Frau
für oder gegen das Friedensabkommen gestimmt hat,
spielt in einer Demokratie jeder einzelne Bürger eine
Rolle bei der Erfüllung des Versprechens des Friedens. Eine Demokratie braucht Unternehmen und
Nichtregierungsorganisationen. Kirchen jeder Tradition, die uns inspirieren, unseren Glauben als Quelle
der Stärke und Einheit zu nutzen. Und sie braucht
Menschen jeden Alters, denn dieser Kampf kann und
wird nie ohne sie gewonnen werden. Sie braucht Sie

AMERIKA DIENST 18

�alle, die Sie hier versammelt sind - die Frauen von
Nordirland, die immer die Stimme gegen Ungerechtigkeit erheben, auf Chancen zur Bewältigung von
Herausforderungen hinweisen und im Namen all jener
sprechen, die noch keine Stimme haben.
Sie braucht junge Menschen wie Fiona. Vor einem
Monat hatte ich die Gelegenheit, Fiona und andere
junge Frauen und Männer zu treffen, die im Rahmen
der Projekte "Children" und "Children's Friendship"
nach Washington kamen. Einige von ihnen sind heute
hier. Eine junge Frau, Vicky Moore, machte ein
Praktikum in meinem Büro und stellte sich in ihrem
Wahlkreis zur Wahl.
Eine andere junge Frau, Janette Rooney, lebte sechs
Wochen lang in unserer Bundeshauptstadt und lernte
etwas über Führung, Dienst an der Gemeinschaft und
die Arbeit an der Verständigung zwischen verschiedenen Gemeinden. Aber einen Tag, bevor Janette in ihre
Heimatstadt in County Tyrone zurückkehrte, fand der
Bombenanschlag in Omagh statt. Mehrere ihrer
Kommilitonen schalteten CNN ein und sahen, wie ihre
Freunde ins Krankenhaus gebracht wurden. Eine von
Janettes besten Freundinnen kam ums Leben.
Als die Direktorin des Projekts "Children's Friendship"
Janette einige Tage später zu Hause anrief, um ihr
Beileid auszusprechen, erwähnte Janettes Mutter, daß
ihre Tochter gerade eine Einladung zu dieser Vital
Voices-Konferenz erhalten hatte.

In dieser Zeit des

Leidens und unaussprechlichen Verlusts war diese
Konferenz etwas, auf das sich Janette freuen konnte.
Und wie stolz ihre Mutter war, daß ihre Tochter Teil der
Lösung war, Teil der neuen Generation, Teil der
Zukunft Nordirlands. Denn daran arbeiten Sie.

Morgen werde ich mit dem Oberbürgermeister und
anderen die wunderschönen Grünanlagen Belfasts
besuchen. Das sind Orte, an denen alle Mütter und
Väter ihre Kinder gerne frei spielen lassen möchten.
Es gibt eine neue Partnerschaft zwischen der gemeinnützigen amerikanischen Organisation KaBOOM und
PlayBoard, einer Organisation Nordirlands, die sich der
Schaffung eines sicheren Umfelds für spielende Kinder
widmet. Sie hoffen, irgendwo in Belfast eine solche
Umgebung schaffen zu können.
Sie werden nicht die Erwachsenenvision von dem
umsetzen, was die Fantasie eines Kindes anregt. Die
Kinder werden diesen Ort selbst gestalten. Sie werden
Architekten ihrer eigenen Umgebung. Ist das nicht in
gewisser Weise eine Metapher für das, was derzeit in
Nordirland geschieht? Sie alle sind jetzt die Architekten einer neuen Umgebung. Sie sind letzten
Endes diejenigen, die entscheiden, ob die Kinder
Nordirlands so spielen können, wie Kinder es sollten ohne Rücksicht auf Religion oder Politik, ohne Klischees oder Beschimpfungen, ohne Angst und Gewalt.
Das ist mein größter Traum, während ich hier auf
Ihrem Flughafen lande, durch Ihre Straßen fahre, in die
Gesichter der Menschen am Straßenrand blicke, die
meinem Auto zuwinken. Meines Erachtens wird dieser
Traum wahr werden. Und wenn das geschieht,
werden wir an diese Konferenz zurückdenken und
wissen, daß die Stimmen der Frauen eine* entscheidende Rolle bei der Erfüllung dieses Versprechens des
Friedens für alle Bürger Nordirlands gespielt haben für Männer und Frauen, Jungen und Mädchen.
Möge Gott Ihnen bei dieser wichtigen Arbeit beistehen
und die Zukunft segnen, die Sie gemeinsam gestalten.
Vielen Dank.

AMERIKA DIENST 18

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�B O M BENA NSCHLA GE

9. September 1998

USA werden ihre Interessen, Bürger
und Werte verteidigen
Erklärung von Präsident Clinton

WORCESTER - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Präsident Clinton anläßlich der
Verhaftung und Auslieferung in die Vereinigten Staaten eines Hauptverdächtigen für den Bombenanschlag auf die
Amerikanische Botschaft in Nairobi (Kenia) vom 27. August 1998.

Verhaftung eines für den Bombenanschlag auf die
Amerikanische Botschaft in Kenia Verdächtigen
Gestern Nacht brachten amerikanische Strafverfolgungsbeamte Mohammed Rashid, einen für den
Bombenanschlag auf die Amerikanische Botschaft in
Nairobi (Kenia) Verdächtigen in die Vereinigten
Staaten. Die Beteiligung des Verdächtigen an dem
Bombenanschlag wurde im Rahmen einer gemeinsamen Untersuchung der kenianischen Polizei und
eines FBI-Teams ermittelt. Er steht in Verbindung mit
Osama bin Laden, dem mächtigsten Organisator und
Geldgeber des internationalen Terrorismus, gegen
dessen Netz wir in der vergangenen Woche in Afghanistan und Sudan einen Schlag verübt haben.
Mit dieser Verhaftung ist der Fall nicht abgeschlossen.
Wir werden weiterhin alle verfolgen, die an der Planung, Finanzierung und Ausführung der Anschläge auf
unsere Botschaften in Kenia und Tansania beteiligt
waren, die das Leben von 12 Amerikanern und
Hunderten von Afrikanern forderten.

*

AMERIKA DIENST 18

Ich möchte unseren Strafverfolgungsbeamten und den
Mitarbeitern der Nachrichtendienste für ihre hervorragende Arbeit sowie den kenianischen und
tansanischen Behörden für ihre harte Arbeit und enge
Zusammenarbeit mit dem FBI danken.
Dies ist ein wichtiger Schritt nach vorne in unserem
Kampf gegen den Terrorismus - aber es liegt noch ein
weiter Weg vor uns. Die Feinde von Frieden und
Freiheit werden zweifelsohne wieder zuschlagen.
Unsere Entschlossenheit muß von langer Dauer sein.
Wir nutzen alle uns zu Verfügung stehenden Instrumente: Strafverfolgung, Diplomatie und wenn nötig
Gewalt - Amerikas militärische Macht - und werden
das auch in Zukunft tun. Unabhängig davon, was
dafür erforderlich ist, wie lange es dauert und wohin es
uns führt - wir werden die für die Ermordung und
Verstümmelung amerikanischer Staatsbürger Verantwortlichen vor Gericht bringen. Wir werden unsere
Interessen, Bürger und Werte verteidigen.

* * * *

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�BOMBEN ANSCHLAGE

9. September 1998

USA lassen sich durch Terror nicht einschüchtern
Erklärung von Außenministerin Albright

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die am 27. August 1998 von Außenministerin Madeleine
Albright bei einer Pressekonferenz im Justizministerium abgegebene Erklärung zu der Festnahme und
Auslieferung des Hauptverdächtigen für den Anschlag auf die Amerikanische Botschaft in Nairobi (Kenia).

Frau Justizministerin [Reno], Herr Verteidigungsminister [Cohen], Herr Sicherheitsberater [Berger],
[CIA-]Direktor Tenet, [FBI-]Direktor Freeh, verehrte
Vertreter der Strafverfolgung, liebe Freunde, ich freue
mich, hier einer sehr begrüßenswerten Bekanntgabe
beiwohnen zu können.
Die Auslieferung und Anklage des Hauptverdächtigen
für den Bombenanschlag in Kenia ist das Verdienst der
harten Arbeit und des langen Arms der Strafverfolgungsbehörden und Diplomaten unserer Nation. Dies
ist ein Beweis für die wachsende Entschlossenheit der
internationalen Staatengemeinschaft, Terroristen zur
Rechenschaft zu ziehen.
Als ich vergangene Woche unsere Vertretungen in
Nairobi und Daressalam besuchte, war ich tief beeindruckt von der Arbeit, die das FBI in Zusammenarbeit
mit seinen kenianischen und tansanischen Kollegen
bei der Beweissammlung leistete.
Ich weiß, sie würden sagen, daß sie nur ihre Arbeit tun,
aber sie durchsuchen tagaus, tagein die Trümmer und
sichten einen Berg der Zerstörung nach mikroskopisch
kleinen Hinweisen. Es ist herzzerreißende Knochen-

arbeit. Und sie verdienen zu Recht unseren Dank für
ihre Bemühungen, die volle Wahrheit zu finden, wer
diesen feigen Massenmord geplant und begangen hat.
Terroristen sollten wissen, daß Amerika zum Schutz
seiner Bürger alle verfügbaren diplomatischen,
juristischen, wirtschaftlichen und - falls erforderlich militärischen Mittel einsetzen wird. Wir lassen uns
durch Terror nicht einschüchtern. Wir werden uns
unserer Verantwortung nicht entziehen. Und wir sind
entschlossen, die Terroristen früher oder später für
ihre Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.
Bedauerlicherweise können wir nichts unternehmen,
um die Kollegen und Angehörigen zurückzubringen,
die uns vor 20 Tagen genommen wurden. Aber die
heutige Bekanntgabe zeigt, wie ernst es uns damit ist,
die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.
Ich danke der Justizministerin und den Direktoren
Freeh und Tenet im Namen des Außenministeriums für
die von Ihnen geleistete hervorragende Arbeit. Und ich
biete Ihnen für den weiteren Verlauf der Ermittlungen
unsere uneingeschränkte Zusammenarbeit und
Unterstützung an.

* * * * *

AMERIKA DIENST 18

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�BOMBEN ANSCHLAGE
9. September 1998

Hauptverdächtiger wird des Mordes angeklagt
Erklärung von Justizministerin Reno

WASHINGTON - (AD ) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Justizministerin Reno vom 27. August
1998 anläßlich der Verhaftung und Auslieferung von Mohammed Rashid Daoud Al-Owhali wegen seiner
Beteiligung an dem Bombenanschlag auf die Amerikanische Botschaft in Nairobi (Kenia).

Am 7. August wurden 258 unschuldige Menschen in
Kenia und Tansania von Terroristen ermordet.
Zahllose weitere wurden verletzt. 12 Amerikaner
ließen ihr Leben im Dienst für ihr Land.
Als Reaktion führten die Vereinigten Staaten eine der
umfassendsten Ermittlungen ihrer Geschichte durch.
Ebenso wie jede zivilisierte Nation diese feigen Akte
verdammte, haben auch wir uns mit den Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt zusammengetan
und uns einmütig geschworen, daß Gerechtigkeit
widerfahren wird.
Heute haben wir Ergebnisse. Mohammed Rashid
Daoud Al-Owhali, ein gebürtiger Jemenite, wurde
gestern Nacht in die Vereinigten Staaten ausgeliefert,
wo er sich einer Mordanklage wegen seiner Beteiligung an dem Bombenanschlag auf die Amerikanische Botschaft in Nairobi gegenübersieht.

*

AMERIKA DIENST 18

Ich möchte Außenministerin Albright, Verteidigungsminister Cohen, dem Nationalen Sicherheitsberater
Berger und den anderen Bundesbehörden meinen
Dank aussprechen, die uns bei unserer Arbeit behilflich waren. Vor allem möchte ich FBI-Direktor Louis
Freeh und Mary Jo White, der Staatsanwältin für den
südlichen Bezirk von New York, und den anderen
Männern und Frauen des Justizministeriums und des
FBI für ihre hervorragende Arbeit, die Tausenden von
Stunden und die großen persönlichen Opfer danken,
die sie für diese Mission erbracht haben.
Es ist ein großes Unrecht geschehen. Aber wir
werden nicht ruhen. Wir werden nicht vergessen. Wir
werden jeden einzelnen Mörder verfolgen. Es wird
Gerechtigkeit walten.

* * * *

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�BOMBENANSCHLAGE
9. September 1998

Freeh lobt internationale Zusammenarbeit
bei der Terrorismusbekämpfung
Erklärung des FBI-Direktors

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir leicht gekürzt die Erklärung, die FBI-Direktor Louis Freeh
am 27. August 1998 bei einer Pressekonferenz im Justizministerium aus Anlaß der Festnahme und Auslieferung
des Hauptverdächtigen für den Bombenanschlag auf die Amerikanische Botschaft in Nairobi (Kenia) abgegeben
hat.

Heute geben wir bekannt, daß Mohammed Rashid
Daoud Al-Owhali in die Vereinigten Staaten überstellt
wurde, wo er im Zusammenhang mit dem tödlichen
Terroranschlag auf die Amerikanische Botschaft in
Nairobi (Kenia) vor Gericht gestellt wird. Ebenfalls hier
bei dieser Pressekonferenz anwesend sind Justizministerin Reno, Außenministerin Albright, der Nationale Sicherheitsberater Sandy Berger und die
Staatsanwältin für den südlichen Bezirk von New York,
Mary Jo White. Jeder gibt eine kurze Erklärung über
die Bedeutung des heutigen Ereignisses für die
Sicherheit der Vereinigten Staaten und die internationale Zusammenarbeit ab, die diese Festnahme
ermöglichte.
Zunächst möchte ich im Namen des FBI und aller
amerikanischen
Strafverfolgungsbehörden
den
kenianischen und tansanischen Strafverfolgungsbehörden besonderen Dank für ihre hervorragende
Zusammenarbeit, Unterstützung und professionelle
Arbeit aussprechen. Selten haben internationale
Bemühungen so schnell ein so produktives Ergebnis
gezeitigt. Aus unserer Sicht ist dies nicht nur ein
leuchtendes Beispiel für die Bedeutung internationaler
Strafverfolgung im Angesicht der globalen Bedrohung
durch den Terrorismus, sondern auch für die direkten
Vorteile echter internationaler Zusammenarbeit und die
polizeiliche Zusammenarbeit vor Ort am Schauplatz
dieser entsetzlichen Verbrechen.
FBI-Sonderagenten brachten den Angeklagten von
Kenia nach New York. Eine vor kurzem im Bezirksgericht von Manhattan entsiegelte Anklageschrift
beschuldigte ihn der Ermordung von 12 Amerikanern

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in der Botschaft, der Verschwörung zum Mord sowie
zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen bei dem
Bombenanschlag, dem mehr als 250 Menschen, die
meisten von ihnen Kenianer, zum Opfer fielen.
In der Klageschrift wird festgestellt, daß der Angeklagte von kenianischen Behörden in Gewahrsam genommen wurde, von den FBI-Sonderagenten über seine
Rechte belehrt wurde, auf diese Rechte verzichtete
und folgende Erklärung abgab: Er sei in verschiedenen
Ausbildungslagern in Afghanistan gewesen, einschließlich mehreren Lagern, die Verbindungen zur al
Quaeda - einer internationalen Terrorgruppe unter der
Führung von Osama bin Laden - haben, die sich dem
Widerstand gegen nichtislamische Regierungen mit
Zwang und Gewalt verschrieben hat.
Der Angeklagte erklärte, er sei im Umgang mit Sprengstoffen, in Entführung und Menschenraub ausgebildet
worden, so die Klageschrift. Ferner hat der Angeklagte
demnach zugegeben, daß er an Konferenzen, Besprechungen und einer Pressekonferenz mit bin Laden
teilnahm und wußte, daß Laden eine "Fatwah" unterzeichnet hatte, der zufolge es "richtig ist, Amerikaner
weltweit umzubringen".
Laut Klageschrift fuhr der Angeklagte am Tag des
Bombenanschlags mit einem Mitverschwörer in einem
Fahrzeug mit einer improvisierten Sprengvorrichtung
zur Botschaft, und "warf ein handgranatenähnliches
Gerät (ohne Splitterschutz) auf einen Wachposten vor
der Botschaft". Ferner stellt die Klageschrift fest: "Der
Angeklagte erklärt, die Operation sei als Märtyrertat
geplant gewesen, die er nicht zu überleben erwartete."

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�Darübre hinaus enthält die Klageschrift folgendes: Da
ein FBI-Sonderagent eine eidesstattliche Erklärung "für
den begrenzten Zweck abgab, einen hinreichenden
Verdachtsgrund für die Festnahme des Angeklagten
zu liefern", beinhaltet die Gerichtsakte nicht alle
während der Ermittlung gesammelten Fakten.
Obwohl die Festnahme allein schon zeigt, daß in den
20 Tagen seit dem Bombenanschlag in Kenia beträchtliche Fortschritte gemacht worden sind, befinden wir
uns noch am Anfang weitreichender internationaler
Ermittlungen. Ich möchte betonen, daß die gegen den
Angeklagten erhobenen Beschuldigungen zum
gegenwärtigen Zeitpunkt lediglich Beschuldigungen
sind und bis zur Erbringung von Schuldbeweisen von
der Unschuld des Angeklagten ausgegangen wird und
alle seine gesetzmäßig und verfassungsmäßig
garantierten Rechte umfassend geschützt werden. Die
Rechtsstaatlichkeit wird sowohl von den Vereinigten
Staaten als auch von Kenia voll und ganz gewahrt.
Die gegen den Angeklagten erhobenen Beschuldigungen waren ein ausgezeichnetes Beispiel für die
nationale und internationale Zusammenarbeit. Wir
wissen die ausgezeichnete Arbeit der kenianischen
Behörden sowie die Unterstützung durch die tansanische und andere Regierungen wirklich zu schätzen.
Obwohl der in Kenia und Tansania durch die getöteten
und verletzten Amerikaner geforderte Tribut tragisch
war, dürfen wir nicht vergessen, die diese beiden
Länder noch weitaus größere Verluste erlitten haben.
In Kenia starben mehr als 250 Menschen, darunter 12
Amerikaner, und mehr als 5.000, darunter 13 Amerikaner, wurden verletzt. In Tansania starben keine
Amerikaner, aber unter den Opfern waren 11 Tansanier und 86 Verletzte, darunter zwei Amerikaner.
Alle drei Länder haben große Verluste erlitten. Kenia
und Tansania haben enormes Leid erfahren, und
diesen Ländern gebührt unser tiefes Mitgefühl und
unsere Anteilnahme. Alle drei Nationen sind in dem
Bestreben geeint, die Verantwortlichen vor Gericht zu
bringen. Wir schulden den Strafverfolgungsbeamten
beider afrikanischen Länder und ihren Botschaftern in
den Vereinigten Staaten großen Dank. Letzte Woche
reiste ich kurz nach den Bombenanschlägen nach
Kenia und Tansania. Ich sprach ausführlich mit
Strafverfolgungsbeamten beider Länder sowie Vertretern ihrer Justiz- und Innenministerien. Wir trafen
die Entscheidung, diesen Angeklagten in den Vereinigten Staaten vor Gericht zu stellen.
Ich habe eng mit den Leitern der FBI-Teams in beiden
Nationen zusammengearbeitet - einer FBI-Truppe mit
nahezu 500 Mitarbeitern. Dazu zählten mehr als 400
Sonderagenten und Spezialisten - Beweisaufnahmeexperten, Bombenfachleute sowie forensisches und
wissenschaftliches Personal. Ferner gehörte den
Teams ein Kader ausgebildetes Personal zur Unterstützung an.

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Die Zusammenarbeit mit allen Teilen der Bundesregierungwar ausgezeichnet - unter anderem mit dem
Außenministerium, dem Verteidigungsministerium,
dem CIA, anderen Behörden der Nachrichtendienste,
dem Büro des Nationalen Sicherheitsbearters und dem
FBI. Ein besonderer Dank gilt Verteidigungsminister
William Cohen und CIA-Direktor George Tenet.
Das Verteidigungsministerium hat sich bei diesen
komplexen Ermittlungen in jeder Hinsicht aus vollwertiger Partner erwiesen, und die bislang erzielten
Erfolge wären ohne die selbstlose und engagierte
Arbeit seiner Mitarbeiter nicht möglich gewesen. Diese
Ermittlung ist ein weiteres Beispiel für die außergewöhnlich engen Verbindungen zwischen dem CIA und
dem FBI bei einem breiten Spektrum äußerst wichtiger
Fälle und Fragen. FBI-Sonderagenten waren im
Terrorismusbekämpfungszentrum des CIA tätig, und
CIA-Agenten arbeiteten in der Abteilung für Terrorismusbekämpfung des FBI. Zu den Ergebnissen zählen
unter anderem die Auslieferung von Personen aus
anderen Ländern in die Vereinigten Staaten, die des
Bombenanschlagsauf das World Trade Center in New
York und des Anschlags auf das CIA-Hauptquartier
beschuldigt werden sowie ihre anschließende Verurteilung.
In Kenia und Tansania bin ich mit den Sicherheitsbeamten der beiden Amerikanischen Botschaften
zusammengetroffen, und mir fehlen die Worte, um den
Dank des FBI für die Hilfe und Zusammenarbeit des
Außenministeriums angemessen zum Ausdruck zu
bringen.
Ich möchte auch der New Yorker Gemeinsamen
Einsatztruppe zur Terrorismusbekämpfung des FBI für
ihre Arbeit am Ort des Anschlags und den Detektiven
der New Yorker Polizei für ihre herausragenden
Bemühungen danken, von denen so viele dem FBI
ebenfalls bei der Untersuchung der Bombenanschläge
auf das World Trade Center und das Bundesgebäude
in Oklahoma City behilflich waren. Ferner möchte ich
dem Büro für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen des
Finanzministeriums meinen Dank für seine Unterstützung aussprechen.
Das FBI ist dem Kongreß und der Administration
dankbar für ihren Weitblick bei der Formulierung und
Finanzierung zunehmender Aktivitäten zur Terrorismusbekämpfung. Für das FBI hat der Kongreß in den
vergangenen vier Jahren die Anzahl der Stellen mehr
als verdoppelt und die Mittel für nationale Terrorismusbekämpfungsprogramme mehr als verdreifacht.
Obwohl der Haushalt für internationale Terrorismusbekämpfungsprogramme aus Sicherheitsgründen Verschlußsache ist, ist der Kongreß in diesem Bereich
ebenso weitblickend.
Ein Beispiel ist die Erweiterung des Legal AttacheProgramms des FBI - das sind im Ausland stationierte

AMERIKA DIENST 18

�Sonderagenten, die gemeinsam mit ausländischen
Regierungen an der Vereitelung von Verbrechen
arbeiten, die Amerikaner in anderen Nationen bedrohen oder in den Vereinigten Staaten begangen
werden könnten. Das Programm hat bescheidenen
Umfang und ist mit geringen Kosten verbunden, hat
jedoch bemerkenswerte Ergebnisse hervorgebracht.
Die ersten Sonderagenten des FBI am Tatort der
beiden jüngsten Bombenanschläge in Ostafrika
gehörten den Büros des Legal Attache in Ägypten und
Südafrika an. Das FBI ist sicher, daß der Senat und
das Repräsentantenhaus in Zukunft alle Aspekte ihrer
Unterstützung der Strafverfolgung im Ausland fortsetzen werden.

Alle in der Regierung wissen, daß Terrorismus die
Ermordung von Amerikanern bedeutet und diese Krise
gemildert und dann beseitigt werden muß. Alle in der
Regierung haben sich zutiefst der Bekämpfung von
Terrorismus verpflichtet - sei es in den Vereinigten
Staaten oder im Ausland. Die Notwendigkeit der
Zusammenarbeit aller gesetzestreuen Nationen zur
Bekämpfung des internationalen Terrorismus und des
internationalen Verbrechens war nie größer. Alle
gesetzestreuen Menschen profitieren enorm von
konstanter Wachsamkeit.

* * * * *

AMERIKA DIENST 18

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