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cimcrikci
dienet

Herausgeben U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

26. August 1998

17

BOMBENANSCHLAGE

TERRORISMUS IST DAS WERKZEUG
VON FEIGLINGEN
Rede von Außenministerin Albright

DIE TOTEN GEHÖRTEN ZU DEN
BESTEN AMERIKAS
Ansprache von Außenministerin Albright

WIR WERDEN NICHT RUHEN, BIS WIR EINE
LÖSUNG DES PROBLEMS GEFUNDEN HABEN
Ansprache von Außenministerin Albright

AMERIKA WIRD SICH NICHT
AUS DER WELT ZURÜCKZIEHEN
Trauerrede des Präsidenten

AMERIKA LASST SICH
NICHT EINSCHÜCHTERN
Trauerrede der Außenministerin

DIE FACKEL DER FREIHEIT MUSS HELLER
LEUCHTEN ALS DIE FEUER DES HASSES
Trauerrede des Verteidigungsministers

AMERIKANISCHE HILFE DAUERT AN
Rede von Außenministerin Albright

bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel. 0228-3392956
Fax 0228-333138
Internet http://www.usembassy.de

�BOMBENANSCHLAGE

TERRORISMUS

USA TRAUERN UM DIE TOTEN VON TANSANIA
Ansprache der Außenministerin

UNSER ZIEL WAR DER TERRORISMUS
Erklärung von Präsident Clinton

TERRORISTEN WERDEN DER
GERECHTIGKEIT NICHT ENTGEHEN
Erklärung von Außenministerin Albright

IRAK

USA BLEIBEN FEST GEGENÜBER DEM IRAK
von Außenministerin Albright

KOSOVO

HUMANITÄRE HILFSLEISTUNGEN DER USA
IM KOSOVO
Rede von Abteilungsleiterin Taft

ANHÖRUNG

CLINTON GIBT AFFÄRE ZU
Erklärung des Präsidenten

http://www.us-botschaft.de/amerikadienst
http://www.usembassy.de/amerikadienst

�BOMBENANSCHLAG E

26. August 1998

Terrorismus ist das Werkzeug von Feiglingen
Rede von Außenministerin Albright

WASHINGTON - (AD ) - Nachfolgend veröffentliche wir die Rede, die Außenministerin Albright am 11. August
1998 bei der Zeremonie im US-Außenministerium zum Gedenken an die bei den Bombenanschlägen in Kenia
und Tansania Getöteten gehalten hat.

Im Namen der Vereinigten Staaten möchte ich Ihnen
für Ihr Mitgefühl und Ihre Unterstützung in diesen
traurigen und schwierigen Zeiten danken.
Wie Sie wissen, fliege ich morgen nach Deutschland
und werde die Särge von 10 der 12 amerikanischen
Opfer der Bombenexplosion in Nairobi nach Hause
begleiten. Ich hoffe auch, einige der Verwundeten Amerikaner und Kenianer - die dort behandelt werden,
besuchen zu können. Am Donnerstag gegen Mittag
werden wir eine Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews abhalten. Der Präsident wird eine
Rede halten, und ich hoffe, viele von Ihnen können an
den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen.
Wir sind uns bewußt, daß eine große Mehrheit der
Opfer dieser Verbrechen Kenianer und Tansanier
waren. Ich habe mich mit Außenminister Godana und
Außenminister Kikwete in Verbindung gesetzt, um
unsere Trauer über die Tragödie zum Ausdruck zu
bringen, die ihr Volk erlitten hat. Wir alle haben die
schrecklichen Bilder im Fernsehen gesehen und das
Leid der vielen verwundeten Kenianer und Tansanier
erlebt, die großartige Freunde sind, uns unterstützen
und die unschuldigen Opfer dieses schrecklichen
Verbrechens sind.
Die Vereinigten Staaten konnten Such- und Rettungsgerät, Blutkonserven und anderes medizinisches Gerät
sowie Ärzte zur Verfügung stellen. Gleichzeitig waren
die Amerikaner zutiefst beeindruckt von dem Mut, den
die Rettungsmannschaften beweisen - insbesondere in
Kenia, wo das Blutbad am schlimmsten war. Es
scheint, daß ein kenianischer Sicherheitsbeamter, der
seine Arbeit gut und mutig verrichtete, eine noch

AMERIKA DIENST 17

verheerendere Explosion verhindert hat.
wir sehr dankbar.

Dafür sind

Ich werde beiden Ländern einen Besuch abstatten,
sobald das möglich ist, ohne die Last für die Menschen
dort weiter zu erhöhen. Ich habe mich diesbezüglich
mit den Botschaften in Verbindung gesetzt. Ich habe
klargemacht, daß ich kommen möchte, wenn es keine
Last ist, denn sie haben genug Last zu tragen.
Letzten Freitag hat Präsident Clinton die Bombenanschläge als verabscheuungswürdig und unmenschlich bezeichnet und gesagt, daß die Vereinigten
Staaten alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel
einsetzen, um die Verantwortlichen vor Gericht zu
bringen, unabhängig davon, was dafür erforderlich ist
oder wie lange es dauert. Ich möchte diese Aussage
heute bekräftigen.
Die Bombenexplosionen erinnern uns daran, daß
Terrorismus Willkür ist. Er ist das Werkzeug von
Feiglingen. Seine Opfer sind meistens gute, unschuldige Menschen, die nur versuchen, ihren Geschäften nachzugehen. Terror ist keine Form des
politischen Ausdrucks. Er ist sicherlich keine Manifestation religiöser Überzeugung. Er ist Mord - schlicht
und einfach. Und die dafür verantwortlich sind, ihn
finanzieren und anderweitig unterstützen, müssen von
allen vernünftigen Menschen abgelehnt werden.
Deswegen war ich sehr froh über die enge Zusammenarbeit, die wir vom ersten Augenblick der Tragödie an mit den Behörden in Kenia und Tansania hatten.
Und deswegen möchte ich Ihnen für die Hilfe danken,
die Ihre Regierungen bereitgestellt haben, indem sie
Informationen weitergegeben und in den vergangenen

Seite 1

�Tagen die Sicherheitsmaßnahmen an unseren Botschaften verstärkt haben. Und deswegen bin ich so
ermutigt von Ihren Worten des Mitgefühls und der
Anteilnahme heute Nachmittag.

ka zu gewinnen, Demokratie aufzubauen, den Handel
zu erweitern, Armut und Krankheiten zu bekämpfen
und - vor allem jetzt - scharf gegen die Kräfte des
Terrors vorzugehen.

Diese Anschläge mögen gegen Amerika gerichtet sein.
Aber wenn dem so ist, dann, weil Amerika für Frieden
in der Welt und für Rechtsstaatlichkeit, Wohlstand und
Demokratie steht. Ich weiß, daß das auch die Ziele
der Afrikaner sind. Wie Präsident Clinton während
seiner Reise im März erklärt hat, sind wir entschlossen, gemeinsam auf diese Ziele hinzuarbeiten.

In der Zeitung las ich heute Morgen die Worte eines
Mannes, der aus dem Ufundi-Gebäude gerettet wurde,
nachdem er 36 Stunden unter den Trümmern begraben gewesen war. Er sagte, er überlebte, weil "der
Mut des Geistes größer ist als der des Körpers; ich
habe die Hoffnung nie aufgeben."

Seien Sie versichert, diese Bombenanschläge werden
nicht dazu führen, daß Amerika zurückweicht oder sich
zurückzieht. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir
werden unsere Präsenz in Afrika und andernorts
aufrechterhalten, wo wir willkommen geheißen oder
benötigt werden. Und wir werden unser Engagement
beibehalten, starke, neue Beziehungen zu einem
neuen Afrika aufzubauen.
In den vergangengen Monaten gab es beunruhigende
Ereignisse am Hörn, in Angola, in Sierra Leone und in
der Demokratischen Republik Kongo. Es gibt vieles,
über das wir uns Sorgen machen müssen, und es gibt
viel zu tun: Streitigkeiten ohne Gewalt zu schlichten,
die Zustimmung zur Konvention über Desertifikation
und zum Gesetz über Wachstum und Chancen in Afri-

Es ist unerläßlich, daß wir alle auf dieser Grundlage
handeln - geleitet nicht von Angst, sondern von
Hoffnung; von der Überzeugung, daß wir eine Zukunft
gestalten können, die besser ist als die Vergangenheit.
Lassen Sie uns also nach vorne gehen in dem Glauben, die Vielzahl von Herausforderungen gemeinsam
anzugehen, denen wir uns als Partner und als Freunde
gegenübersehen.
Ich danke - Ihnen allen - nochmals, daß Sie heute ins
Außenministerium gekommen sind. Ich hoffe, wenn
wir uns das nächste Mal sehen, wird es unter fröhlicheren Umständen sein, denn wir haben alle sehr viel
Arbeit zusammen zu leisten, und sie ist leichter zu
erledigen, wenn wir alle lächeln.
Ich danke Ihnen.

* * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 17

�BOMBEN ANSCHLAGE
26. August 1998

Die Toten gehörten zu den Besten Amerikas
Ansprache von Außenministerin Albright

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Außenministerin Albright vor ihrem
Abflug zum Luftwaffenstützpunkt Ramstein vom 12. August 1998.

Ich fliege heute Morgen nach Deutschland in einer
Mission des Stolzes und der Trauer, um die bei den
Bombenanschlägen verwundeten Amerikaner und
Kenianer zu besuchen, mit Familienangehörigen zu
sprechen und die Särge der 10 Amerikaner nach
Hause zu begleiten, die getötet wurden.
Ich gehe mit großer Hochachtung für den Dienst, den
diejenigen für unser Land geleistet haben, die ihr
Leben dafür gaben. Ich gehe mit der Entschlossenheit, daß die Verantwortlichen für diese feigen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. Ich gehe
in dem sicheren Wissen, daß Amerika sich von
Terroristen nie einschüchtern lassen oder vor ihnen
zurückweichen wird.

Morgen wird Präsident Clinton hier auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews unser Flugzeug erwarten und an
der Zeremonie zu Ehren unserer verstorbenen Kollegen teilnehmen. Die morgen nach Hause kommen,
gehörten meiner Ansicht nach zu den Besten Amerikas. Sie waren typisch für die herausragenden
Menschen, die unsere Interessen schützen und unsere
Werte in den diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten auf der ganzen Welt fördern. Sie
verdienen unseren Dank und ihre Familien unsere
Unterstützung und Gebete.
Ich danke Ihnen.

* * * * *

AMERIKA DIENST 17

Seite 1

�BOMBENANSCHLAGE
26. August 1998

Wir werden nicht ruhen, bis wir eine Lösung
des Problems gefunden haben
Ansprache von Außenministerin Albright

RAMSTEIN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Außenministerin Albright auf dem
Luftwaffenstützpunkt Ramstein vor ihrem Abflug aus Deutschland vom 12. August 1998.

Ich habe gerade die neun Patienten besucht, die hier
im Krankenhaus liegen. Es geht ihnen besser. Ich
habe Präsident Clintons Genesungswünsche überbracht und ihnen gesagt, daß wir alles in unserer
Macht Stehende tun werden - nicht nur für sie, sondern
für alle, die verwundet wurden: Kenianer, Tansanier
und Amerikaner.
Dies ist eine äußerst schwere Reise. Ich bringe sehr
tapfere Amerikaner nach Hause. Sie verdienen die
Unterstützung des amerikanischen Volkes und aller
Mitglieder des auswärtigen Dienstes und der Ortskräfte, die die Vereinigten Staaten auf der ganzen Welt
so fähig vertreten.

Ich möchte den Mitarbeitern der Klinik hier danken, die
für diese Menschen hervorragende Arbeit geleistet
haben, ihnen Mut machen und alles tun, um ihnen zu
helfen. Wie Präsident Clinton und ich mehrfach gesagt
haben, werden wir nicht ruhen, bis wir eine Lösung für
dieses Terroristenproblem gefunden haben. Und ich
habe gesagt, daß unser Gedächtnis lang ist und unser
Arm weit reicht, und wir werden uns nicht von Menschen einschüchtern oder von der Weltbühne verdrängen lassen, denen nicht gefällt, wofür wir eintreten
- das sind Freiheit und Demokratie und der Kampf
gegen Armut, Krankheit und Terrorismus.
Ich danke Ihnen allen.

* * * * *

AMERIKA DIENST 17

Seite 1

�BOMENANSCHLAGE
26. August 1998

Amerika wird sich nicht aus
der Welt zurückziehen
Trauerrede des Präsidenten

ANDREWS AIR FORCE BASE - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Präsident Clinton bei
der Trauerfeier zu Ehren der bei den Bombenanschlägen in Nairobi und Daressalam Getöteten auf dem
Luftwaffenstützpunkt Andrews vom 13. August 1998.

Liebe Hinterbliebene, Außenministerin Albright,
Verteidigungsminister Cohen, Mitglieder des Kabinetts
und des Kongresses, Angehörige der Streitkräfte und
des Diplomatischen Corps, liebe Freunde. Ein besonderes Wort des Dankes an die Regierungsvertreter
aus Kenia und Tansania.
Alle Anwesenden würden heute lieber nicht hier sein.
Aber wir könnten nirgendwo anders sein, denn wir
haben uns hier versammelt, um 12 stolze Söhne und
Töchter zu ehren, die eine halbe Welt entfernt ums
Leben kamen, Amerika jedoch nie hinter sich gelassen
haben; die mit sich die Liebe ihrer Familien, den
Respekt ihrer Landsleute und vor allem die Ideale
genommen haben, für die Amerika steht. Sie starben
im Dienst für ihr Land, für das sie im Leben so viel
gegeben haben.
An ihre Familien und Freunde gewandt sage ich, Ihre
amerikanischen Mitbürger haben in den vergangenen
Tagen ein bißchen über Ihre Angehörigen erfahren.
Natürlich werden wir sie nie so kennen, wie Sie es
taten, oder uns an sie erinnern, wie Sie es tun - als
neugeborenes Baby, als stolzen Abiturienten, als
strahlende Braut oder strahlenden Bräutigam, als
beruhigende Stimme am Telefon von der anderen
Seite des Ozeans, als müden, aber glücklichen
Reisenden auf einem Flughafen mit Taschen voller
Geschenken und ausgetreckten Armen. Nichts kann
sie zurückbringen, aber nichts kann das Leben
auslöschen, das sie gelebt haben, den Unterschied,
den sie bewirkt haben, die Freude, die sie gemacht
haben.

AMERIKA DIENST 17

Wir können nur hoffen, daß Sie selbst in Ihrer Trauer
Stolz und Trost in dem Dank finden, den wir alle für
den Dienst empfinden, den sie geleistet haben.
Die Männer und Frauen, die in unseren Botschaften
auf der ganzen Welt tätig sind, leisten harte Arbeit, die
nicht immer voll und ganz gewürdigt und von vielen
ihrer amerikanischen Mitbürger nicht einmal verstanden wird. Sie schützen unsere Interessen und
fördern unsere Werte im Ausland. Sie sind Diplomaten, Ärzte und Fahrer, Buchhalter, Techniker und
militärische Wachen. Weit von zu Hause entfernt,
erdulden sie Härten - häufig mit großem Risiko.
Diese 12 Amerikaner hatten einen sehr unterschiedlichen Hintergrund. Wenn Sie ihre Bilder sehen,
erkennen Sie, daß sie ein Abbild von Amerikas
Gegenwart und Amerikas Zukunft sind. Aber so
unterschiedlich sie auch waren - jeder von ihnen hatte
Abenteuerlust und ein weites Herz. Alle freuten sich
über die Chance, die Welt zu sehen und sie besser zu
machen.
Unter ihnen waren ein hochrangiger Diplomat, den zu
treffen ich zweimal die Ehre hatte, und sein Sohn, der
in diesem Sommer stolz an seiner Seite arbeitete; ein
Haushaltsexperte; eine Ehefrau und Mutter, die gerade
ihren Urlaub mit der Pflege ihrer alternden Eltern
verbracht hatte; eine Mitarbeiterin des Außenministeriums, die sich darauf freute, mit ihrem neugeborenen
Enkel nach Hause zurückzukommen; eine in Indien
geborene Beamtin des auswärtigen Dienstes, die
amerikanische Staatsbürgerin geworden war und mit
ihrer Familie für ihr neues Heimatland die Welt bereiste; ein Feldwebel der Marineinfanteristen, der Sohn

Seite 1

�sehr stolzer Eltern; ein weiblicher Feldwebel der
Luftwaffe, die in die Fußstapfen ihres Vaters getreten
war; eine Epidemiologin, die ihre Kinder liebte und
darauf hinarbeitete, die Kinder Afrikas vor Krankheiten
und Tod zu schützen; ein Verwaltungsangestellter, der
eine Kenianerin geheiratet hat und in enger Verbindung zu ihren Kindern in Amerika steht; eine Beamtin
des auswärtigen Dienstes und Mutter von drei Kindern,
darunter ein kleines Baby; ein Angehöriger des
auswärtigen Dienstes, der ein hervorragender
Jazzmusiker und liebevoller Ehemann war; ein
Feldwebel des Heeres - ein Veteran des Golfkriegs,
ein Ehemann, ein Vater, der seinem eigenen Vater
sagte, wenn ihm je etwas zustoßen sollte, möchte er,
daß seine Asche vor Big Sur im Pazifik verstreut wird,
denn dort hatte er seine geliebte Frau kennengelernt.
Was mir heute ein Klassenkamerad über seinen
Freund sagte, können wir über sie alle sagen: Sie
waren das, was Amerika ausmacht.
Wir müssen die Erinnerung an diejenigen bewahren,
um die wir heute trauern, indem wir die Sache der
Freiheit und Gerechtigkeit voranbringen, für die sie
gelebt haben. Wir müssen weiterhin entschieden für
Freiheit auf jedem Kontinent eintreten. Amerika wird
sich weder aus der Welt und all ihren Versprechungen
zurückziehen, noch vor seiner Verantwortung zurückschrecken, uns gegen den Terror zu wenden und den
Freunden der Freiheit überall zur Seite zu stehen. Wir
schulden es denjenigen, die wir heute ehren.
Wir gedenken heute auch der Kenianer und Tansanier,
die einen großen Verlust erlitten haben. Wir sind
dankbar, daß Ihre Familienangehörigen zusammen mit
uns in unseren Botschaften gearbeitet haben. Und wir

sind dankbar für Ihre außerordentlichen Anstrengungen und teilen ihren großen Schmerz nach dieser
Tragödie. Wir beten um die schnelle Genesung aller
Verletzten - Amerikaner und Afrikaner gleichermaßen.
Egal was es erfordert - wir müssen die Verantwortlichen für diese schrecklichen Taten finden und dafür
sorgen, daß der Gerechtigkeit Genüge getan wird. Es
mag ein harter Weg vor uns liegen, denn die Terroristen haben Amerika zum Ziel, weil wir für Frieden und
Demokratie eintreten; weil der Geist unseres Landes
der Geist der Freiheit ist. Er ist die Last unserer
Geschichte und die strahlende Hoffnung der Zukunft
der Welt.
Es steht geschrieben: "Ihre gerechten Taten werden
nicht vergessen. Ihr Ruhm wird nicht verblassen. Ihre
Körper ruhen in Frieden, aber ihre Namen werden für
immer weiterleben."
Feldwebel Jesse Nathan Aliganga.
Julian Bartley, Sr.
Julian Bartley, Jr.
Jean Dalizu.
Molly Huckaby Hardy.
Feldwebel Kenneth Hobson.
Prabhi Guptara Kavaler.
Arlene Kirk.
Dr. Mary Louise Martin.
Ann Michelle O'Connor.
Oberstabsfeldwebel Sherry Lynn Olds.
Uttamlal "Tom" Shah.
Mögen sie Frieden in den Armen Gottes finden und
möge Gott denen Frieden geben, die sie lieben und ihr
geliebtes Land schützen.

•

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 17

�BOMBENANSCHLAGE

26. August 1998

Amerika läßt sich nicht einschüchtern
Trauerrede der Außenministerin

ANDREWS AIR FORCE BASE - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Außenministerin
Albright bei der Trauerfeier zu Ehren der bei den Bombenanschlägen in Nairobi und Daressalam Getöteten auf
dem Luftwaffenstützpunkt Andrews vom 13. August 1998.

Herr Präsident, Frau Clinton, Verteidigungsminister
Cohen, Mitglieder des Kabinetts, General Shelton und
Vertreter unserer Streitkräfte, verehrte Abgeordnete
des Kongresses, Exzellenzen des Diplomatischen
Korps: Im Namen des Außenministeriums möchte ich
Ihnen allen dafür danken, daß Sie mit uns unsere
Trauer, unsere Entschlossenheit und unserer Stolz
teilen.
Vor allem möchte ich die Familienangehörigen und
Freunde unserer verstorbenen Kollegen begrüßen.
Wir werden sie vermissen und um sie trauern. Wir
sind stolz auf diese herausragenden Amerikaner. Sie
waren unsere Besten. Unsere Erinnerung an sie und
unsere Liebe für sie leben fort.
Wir sind uns bewußt, daß die gleichen Explosionen,
die ihren Tod verursachten, auch viele Kenianer und
Tansanier töteten, darunter mindestens 42 Ortskräfte,
die mit großem Engagement für die gleiche Sache
arbeiteten wie wir. Wir sind zutiefst betrübt über diese
Tragödie. Wir werden für die Ermordeten und für die
schnelle Genesung der Verletzten beten. Wir beten,
daß die Last der Trauer durch die Anteilnahme all
derer gemildert wird, die diejenigen, die ihr Leben
ließen, kannten und mit ihnen zusammengearbeitet
haben.
Gleichzeitig müssen wir handeln, um solche Greueltaten in Zukunft zu verhindern. Eine Pest des Terrors
hat Opfer auf jedem Kontinent gefordert. Die Menschen auf jedem Kontinent müssen sich bei der
Bekämpfung des Terrors vereinigen, und die Welt muß
begreifen, was Terror anrichten kann und was nicht.
Terror kann Leben in Tod, Lachen in Tränen und
gemeinsame Hoffnungen in traurige Erinnerungen

AMERIKA DIENST 17

verwandeln. Er kann ein Gebäude in Trümmer legen.
Aber er kann Amerikas Entschlossenheit nicht ins
Wanken bringen, gemeinsam mit anderen eine Welt
anzustreben, in der es mehr Hoffnung und Wohlstand,
Freiheit und Frieden gibt.
Täuschen Sie sich nicht: Terrorismus ist das Werkzeug von Feiglingen. Terror ist keine Form des
politischen Ausdrucks und sicherlich keine Manifestation religiöser Überzeugung. Er ist Mord - schlicht
und einfach. Und die dafür verantwortlich sind, ihn
finanzieren und anderweitig unterstützen, müssen von
allen Menschen abgelehnt werden.
Seien Sie versichert, Amerika wird weiterhin auf der
Welt präsent sein, wo immer wir Interessen zu verteidigen, Freunde zu unterstützen und Arbeit zu erledigen
haben. Amerika läßt sich nicht einschüchtern. Wir
werden unsere Verpflichtung gegenüber dem afrikanischen Volk einhalten. Wir werden alles in unserer
Macht Stehende tun, um unsere Diplomaten und
Militärs auf der ganzen Welt zu schützen. Wir werden
alles in unserer Macht Stehende tun, damit die für die
Bombenanschläge der vergangenen Woche Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Amerikas Gedächtnis ist lang, und unser Arm reicht
weit und unsere Entschlossenheit ist ebenso unerschütterlich wie unsere Verpflichtung zu Gerechtigkeit.
An die Familien gewandt möchte ich sagen, ich weiß,
daß Worte nicht genug sind. Liebe ist das schönste
Geschenk im Leben, aber in Zeiten wie diesen auch
das schmerzlichste. Der Verlust, den Sie erlitten
haben, ist grenzenlos. Wir haben alle einen Verlust
erlitten, denn diejenigen, derer wir heute gedenken,

Seite 1

�verkörperten die Stärke und Vielfalt unseres Landes.
Sie waren die bescheidenen, aber bemerkenswerten
Menschen, die Amerika in diplomatischen Vertretungen auf der ganzen Welt repräsentieren - Menschen,
die Tag für Tag ihre Arbeit verrichten - für den Frieden,
die Stärkung der Demokratie, die Heilung der Kranken,
denen in Not helfen und Freunde für Amerika
gewinnen. Vor allem waren sie Gestalter und Macher,
gute Menschen, die in der Hoffnung und Überzeugung
handelten, daß das, was sein soll, besser gemacht
werden kann als es war.
Dies ist eine Mission des Stolzes und der Trauer. Ich
fühle mich geehrt, sie nach Amerika zurückbringen zu
dürfen.
Es liegt jenseits unserer Macht, die Uhr vor den letzten
Freitag zurückzudrehen. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, wir können diejenigen, die wir lieben,
nicht zurückbringen. Aber wir können uns für das
entscheiden, für das sie sich entschieden haben - nicht
von Furcht, sondern von Hoffnung geleitet zu sein; uns
selbst nicht über das zu definieren, was wir ablehnen,

*

Seite 2

*

sondern über das, wofür wir eintreten; die Gegenwart
des Bösen in dieser Welt anzuerkennen, aber nie das
Gute aus dem Blick zu verlieren; schreckliche Schicksalsschläge zu erdulden, aber nie denjenigen nachzugeben, die möchten, daß wir aufgeben, vor unserer
Verantwortung zurückschrecken, unsere Prinzipien
oder unseren Glauben aufgeben.
Wenn wir das tun, können wir sicherstellen, daß die
Verantwortlichen für die Bombenanschläge bei allem
scheitern, egal welches Ziel sie vor Augen gehabt
haben mögen, und daß Amerika weiterhin groß,
aufrecht und stark in der Welt sein wird.
Möge unseren verstorbenen Kollegen für immer Ehre
erwiesen werden, denn wir werden nie aufhören, stolz
auf sie zu sein. Mögen sie in Frieden ruhen, denn wir
werden sie nie vergessen. Und möge ihr Tod uns
gemahnen, der Freiheit wert zu sein, die wir feierlich
für unsere Generation und alle folgenden Generationen ehren.
Ich danke Ihnen. Gott schütze Sie.

*

*

AMERIKA DIENST 17

�BOMBENANSCHLAGE

26. August 1998

Die Fackel der Freiheit muß heller leuchten
als die Feuer des Hasses
Trauerrede des Verteidigungsministers

ANDREWS AIR FORCE BASE - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Verteidigungsminister
Cohen bei der Trauerfeier zu Ehren der bei den Bombenanschlägen in Nairobi und Daressalam Getöteten auf
dem Luftwaffenstützpunkt Andrews vom 13. August 1998.

Herr Präsident, Frau Clinton, Außenministerin Albright,
Abgeordnete des Kongresses, General Shelton,
Vertreter der Vereinigten Stabschefs, Janet [Justizministerin Reno], verehrte Gäste, meine Damen und
Herren, liebe Anverwandte und Freunde derjenigen,
die wir heute ehren: Dies ist ein Augenblick tiefer
Trauer und des Schmerzes - für die Familien, deren
Angehörige ihnen entrissen wurden; für die vielen
Freunde und Kollegen, deren Leben sie bereichert
haben; und für unsere Nation, deren Sache sie so
mutig gedient haben.

stationiert sind. Aber der heutige Tag ist eine historische Erinnerung, daß Amerikas Botschaftern, Diplomaten und ihren Mitarbeitern keine Ausnahme von der
Gefahr zugestanden wird, wenn sie an vorderster
Front der Demokratie dienen. Im Namen der Streitkräfte der Vereinigten Staaten möchte ich allen
Anerkennung zollen, die in unseren Botschaften,
Konsulaten und Einrichtungen im Ausland arbeiten.
Die Freiheiten, die wir würdigen, sind stärker, unsere
Nation ist sicherer - wegen Ihnen und wegen dem, was
Sie tun.

Richter Oliver Wendell Holmes, Jr. hat einmal folgende
Worte gesagt, die uns heute Kraft geben: "Leider
können wir unsere Träume nicht leben. Wir haben
Glück, wenn wir ein Beispiel unseres Besten geben
können und wenn wir in unserem Innersten das Gefühl
haben, es ehrenhaft getan zu haben."

Die 12 Amerikaner und die 245 Kenianer und Tansanierwurden uns in einem gewalttätigen Augenblick von
denen genommen, die mit Terror handeln und sich an
dem Todeskampf ihrer Opfer erfreuen. Wir geloben
heute hier, daß weder Zeit noch Raum unsere Entschlossenheit ins Wanken bringen werden, diejenigen
vor Gericht zu bringen, die diese unsäglichen Akte der
Feigheit und des Schreckens begangen haben. Wir
werden nicht ruhen. Wir werden uns nie von dieser
Aufgabe zurückziehen.

Wir wollen bei diesem Anlaß unsere Trauer und
unseren Dank den Familien gegenüber zu Ausdruck
bringen, die sich hier versammelt haben, und den
gefallenen Helden gegenüber, die ihre Träume gelebt
und als Soldaten und Diplomaten mehr als ein Beispiel
ihres Besten gegeben haben. Sie haben Härten
erduldet, und dennoch
haben sie still und stolz
gedient. Sie kannten die Gefahren ihres Berufs, und
dennoch haben sie ihr Leben für uns alle riskiert. Sie
lebten mit Tatkraft und Hingabe. Sie waren die Besten,
die Amerika zu bieten hat. Sie waren die besseren
Engel unserer Natur.
Ich sehe die Männer und Frauen in Uniform als
Botschafter des guten Willens und als Kämpfer, die
unsere Werte und Tugenden verteidigen, wo immer sie

AMERIKA DIENST 17

Diese Tragödie hat uns kostbare Leben gekostet, und
es gibt keinen Ausdruck des Schmerzes und keinen
Schwur der Gerechtigkeit, der den Schmerz dieses
Tages von uns nehmen könnte, aber wir dürfen nie
zulassen, daß Terroristen unsere Entschlossenheit
untergraben, die fruchtbare Arbeit derjenigen fortzusetzen, die von uns gegangen sind. Ihr plötzlicher
Verlust kann unser Zielbewußtsein nur stärken. Sie
haben nicht gedient und Opfer gebracht, sie haben
nicht ihr Leben gegeben, damit wir dieser neuen Welt
den Rücken kehren, die wir für andere aufbauen. Wir
müssen sicherstellen, daß die Fackel der Freiheit

Seite 1

�immer heller leuchtet als die Feuer des Hasses und
daß wir weiterhin ein Amerika sind, das des Preises
wert ist, den sie gezahlt haben.
Diese Söhne und Töchter Amerikas waren von hehren
Zielen geleitet. Vor sechs Tagen haben sie uns
verlassen, nachdem sie mehr als ein Beispiel ihres Be-

sten gegeben hatten. Zusammen mit ihren Familien
nehmen wir jetzt mit Ehrerbietung von ihnen Abschied,
mit dem Wissen in unserem tieftsen Innersten, daß
ihre Arbeit ehrenhaft getan wurde. Möge Gott unsere
Nation weiterhin schützen, und möge Er dort oben, wo
sie für immer wohnen werden, seine Arme für diese
Helden öffnen.

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 17

�B O M B EN A N S CH L A G E
26. August 1998

Amerikanische Hilfe dauert an
Rede von Außenministerin Albright

NAIROBI - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Außenministerin Albright am Ort des
Bombenanschlags auf die Amerikanische Botschaft in Nairobi vom 18. August 1998.

Herr Außenminister, liebe Freunde. Ich danke Ihnen,
daß Sie sich alle hier versammelt haben. Ich bin heute
nach Nairobi gekommen - an diesen traurigen und jetzt
geheiligten Ort - um persönlich eine Botschaft des
amerikanischen Volkes zu überbringen.
Diese
Botschaft beginnt mit Trauer und Schmerz. Infolge des
feigen Akts, der hier begangen wurde, fanden mehr als
250 Menschen den Tod. 5.000 wurden verletzt. Fast
jede Familie in jeder Region Kenias ist von dieser
Tragödie betroffen. So viele geliebte Angehörige
ließen ihr Leben. Unser Schmerz ist groß. In Amerika,
in Tansania und vor allem hier in Kenia.
Den Kenianern möchte ich im Namen meines Landes
unser aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.
Der
Bombenanschlag hier vor zehn Tagen war eine
schreckliche Ungerechtigkeit.
Die Toten waren
Teenager, Angestellte, Mütter, Kinder. Sie waren
niemandes Feind. Sie waren unschuldig. Ebenso
unschuldig wie Kenia. Warum wurde diese Nation
guter und stolzer Menschen zusammen mit Tansania
dafür ausgewählt? Es gibt keinen Grund. Aber Terror
braucht keinen Grund. Terror ist Haß, und wir lehnen
Haß ab. Terror ist Zerstörung, und die Menschen in
Kenia und den Vereinigten Staaten lehnen Zerstörung
ab. Wir bauen etwas auf. Und die Terroristen möchten nichts lieber, als uns auseinander zu bringen. Das
dürfen wir nicht zulassen. Wir werden es nicht zulassen.
Gemeinsam trauern wir um die Freunde und Angehörigen, die wir verloren haben. Gemeinsam beten wir für
die schnelle und vollständige Genesung der Verletzten. Gemeinsam schwören wir, die Mörder unserer
Angehörigen, Kollegen und Freunde vor Gericht zu
bringen.
Und gemeinsam müssen wir geloben,
freundschaftliche Beziehungen, zwischen unseren

AMERIKA DIENST 17

beiden Ländern aufrechtzuerhalten. Unsere Freundschaft reicht Jahrzehnte zurück. Noch vor der Unabhängigkeit brachte die Kennedy-Luftbrücke Hunderte von Kenianern in die Vereinigten Staaten, wo sie
eine weiterführende Bildung erhielten. Wir sind seit
langem Partner bei der Unterstützung von Frieden,
Stabilität und Freiheit in Ostafrika, und wir haben
starke und dauerhafte persönliche Kontakte geknüpft.
Ich weiß, daß manche aufgebracht waren über das,
was nach dem Bombenanschlag geschah. Und ich
kann nicht sagen, daß wir perfekt gehandelt haben,
aber ich glaube, daß die Anschuldigungen der Gefühllosigkeit falsch sind. Unter den Umständen, inmitten
des Horrors, der Ängste und der unterschiedlichen
Arbeiten, die erledigt werden mußten, überrascht es
nicht, daß es Mißverständnisse gab. Die US-Marineinfanteristen untersagten den Zugang zum Gebäude nicht aus Indifferenz, sondern weil sie Angst hatten,
daß das beschädigte Gebäude zusammenbrechen
und neue Opfer unter sich begraben würde, weil sie
die Menschen von den brennenden Öltanks fern halten
wollten und weil sie besorgt über die Möglichkeit eines
zweiten Terroranschlags waren.
Es gab viele Helden. Die Kenianer können stolz auf
das sein, was sie mit schierer Muskelkraft, bloßen
Händen und dem Mut der Verzweiflung geschafft
haben, um die Menschen aus den Trümmern zu
befreien und ihr Leben zu retten. Einige Länder, vor
allem Israel, verdienen unsere Bewunderung und
unseren Dank für alles, was sie getan haben.
Auch die Vereinigten Staaten haben viel beigetragen.
Wir haben große Mengen an Such-und-Rettungsgerät
wie Generatoren, hydraulische Maschinen und
Horchgeräte bereitgestellt. Ein städtisches Katastro-

Seite 1

�phenteam aus Virginia war dabei behilflich, Überlebende zu suchen und Menschen zu retten, sowohl aus der
Botschaft als auch aus dem Ufundi-Gebäude. Wir
lieferten große Mengen an medizinischen Hilfsgütern,
und unsere Militärärzte arbeiten hart in kenianischen
Krankenhäusern. Aber unsere Anstrengungen, nach
dieser Tragödie wiederaufzubauen, sind noch lange
nicht beendet. Sie müssen und werden andauern.
Wenn der Kongreß Anfang nächster Woche nach
Washington zurückkehrt, wird die Administration
beträchtliche Nothilfegelder beantragen, um den
Kenianern und Tansaniern behilflich zu sein. Wir
möchten mit den Vertretern der kenianischen Regierung und der Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten, um spezifische Bedürfnisse auszumachen und zu erfüllen, wie medizinische Versorgung,
Hilfe für die Opfer und ihre Familien, Reparatur der
öffentlichen Infrastruktur und Verbesserung der
Sicherheit. Wir möchten auch unsere Verpflichtung
bekräftigen, den Kenianern beim Aufbau einer wohlhabenderen und ganz demokratischen Gesellschaft
behilflich zu sein.
Ich weiß, daß einige gesagt haben, die getöteten
Kenianer wären nicht getötet worden, wenn die
Vereinigten Staaten nicht hier in Nairobi vertreten
gewesen wären. Und das ist wahrscheinlich wahr.
Aber warum sind wir hier? Die Amerikaner und
Kenianer, die in unserer Botschaft arbeiteten und unter
den Opfern waren, wollten nicht mehr und nicht
weniger als die Lebensqualität unserer beiden Völker
zu verbessern. Und deswegen arbeiten wir an der
Verbesserung der wirtschaftlichen Chancen, Stärkung
der bürgerlichen Gesellschaft, Förderung nachhaltiger
Entwicklung, Bekämpfung von Krankheiten und Schutz
der Umwelt und werden dies auch weiterhin tun.
Diese Bestrebungen spiegeln Werte und Wünsche
wieder, die Kenianer und Amerikaner teilen - und kein
Bombenanschlag kann das ändern.

*

Seite 2

Wir sind auch sehr stolz, daß die Bemühungen der
Vereinigten Staaten hier von einer wirklich erstaunlichen Botschafterin - Botschafterin Prudence Bushnell umgesetzt werden. Wir sind unglaublich stolz auf sie
und alles, was sie getan hat, um die Solidarität und den
Stolz Amerikas zu bewahren. Vielen Dank Prudence.
Letzte Woche las ich die sehr bewegende Geschichte
eines Mannes, der 36 Stunden nach dem Bombenanschlag aus dem Ufundi-Gebäude gerettet wurde. Er
sagte, er habe überlebt weil "der Mut des Geistes
größer ist als der des Körpers. Ich habe die Hoffnung
nie aufgeben." Diese tapferen Worte erinnern uns
daran, daß die Strategie des Terrors fast ausschließlich darauf baut, Hoffnung durch Angst zu ersetzen.
Es ist eine Strategie der Einschüchterung. Sie zielt
darauf ab, daß wir unsere Wünsche vergessen,
kuschen, passiv werden und uns gegeneinander
wenden. Ich sage, in einer einzigen Träne unter den
Millionen für die hier getöteten Angehörigen ist mehr
Stärke als ein Terroranschlag je haben kann. Wir
trauern, weil wir einander mögen, und das ist auch der
Grund, warum wir zusammen etwas aufbauen und
zuversichtlich sind, daß wir - wenn wir zusammenarbeiten - eine sehr viel bessere Zukunft aufbauen
können als die Vergangenheit.
Lassen sie uns die Entscheidung treffen, die diejenigen, die hier gestorben sind, von uns erwartet hätten:
Ihre Erinnerung zu ehren, indem wir ihren Familien
Trost spenden, uns um die Verletzten zu kümmern,
ihre Gesellschaft wieder aufzubauen und die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Und ihr Beispiel zu
ehren, indem wir unsere Anstrengungen verdoppeln,
eine Zukunft mit mehr Freiheit, Sicherheit und Wohlstand nicht nur für einige, sondern für alle Menschen
zu schaffen.
Ich danke Ihnen.

* * *

*

AMERIKA DIENST 17

�BOMBEN ANSCHLAGE

26. August 1998

USA trauern um die Toten von Tansania
Ansprache der Außenministerin

DARESSALAM - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Außenministerin Madeleine Albright vom
18. August 1998 bei ihrem kurzen Aufenthalt in Tansania, wo sie den Ort des Bombenanschlags auf die
Amerikanische Botschaft in Daressalam besuchte, mit Vertretern der tansanischen Regierung zusammentraf und
den Überlebenden des Bombenanschlags im Muhimbili Medical Center einen Krankenbesuch abstattete.

Ich freue mich sehr, hier am Ort des Friedens, in
Daressalam, zu sein und mit dem Vizepräsidenten und
dem Außenminister zusammenzutreffen. Der Zweck
meiner Reise hierher besteht darin, dem Volk von
Tansania persönlich eine Botschaft des amerikanischen Volkes zu übermitteln. Wir teilen Ihre tiefe
Trauer um den Verlust von geliebten Menschen,
Kollegen und Freunden bei dem Bombenanschlag vor
zehn Tagen.
Wir empfinden großen Schmerz, während wir um die
Toten trauern, die Hinterbliebenen trösten und den
Überlebenden Beistand leisten.
Ich hatte heute
Morgen die Gelegenheit, im Muhimbili Medical Center
einige der Verwundeten zu besuchen und für ihre
baldige Genesung zu beten.
Die Terroristen wollen uns spalten, aber sie haben uns
nur noch enger zusammengebracht, wie Sie, Herr
Außenminister, bereits treffend gesagt haben. Ich
gratuliere der Regierung Tansanias zu ihrer mutigen
Reaktion auf diese Tragödie, ihre Bestrebungen zur
Rettung und Versorgung der Opfer und ihre Hilfe bei
der Suche nach den Tätern.
Ich freue mich, daß die Vereinigten Staaten eine große
Menge medizinischer Hilfsgüter bereitstellen konnten
und daß ich heute die Möglichkeit hatte, zusätzlichen
Nachschub nach Tansania zu bringen.
Darüber
hinaus werden wir - wie ich bereits mit dem Außenminister erörterte - den Kongreß um zusätzliche Mittel
bitten, damit wir beim Wiederaufbau helfen, Vorratslager für Notfälle auffüllen und den Opfern und ihren
Familien Hilfe leisten können.

AMERIKA DIENST 17

Die Bombenanschläge kosteten das Leben von
Tansaniern, Kenianern und Amerikanern. In jedem
Land sind geliebte Söhne und Töchter gestorben.
Manche arbeiteten in der Amerikanischen Botschaft,
andere waren einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Bombenexplosionen erinnern uns
daran, daß Terrorismus Willkür ist. Er ist das Werkzeug von Feiglingen, und seine Opfer sind meistens
gute, unschuldige Menschen, die nur versuchen, ihren
Geschäften nachzugehen.
Terror ist keine Form des politischen Ausdrucks und
sicherlich keine Manifestation religiöser Überzeugung.
Er ist Mord - schlicht und einfach. Und die dafür
verantwortlich sind, ihn finanzieren und anderweitig
unterstützen, müssen von allen vernünftigen Menschen abgelehnt werden. Diese Anschläge mögen
gegen Amerika gerichtet sein. Aber wenn dem so ist,
dann, weil Amerika für Frieden in der Welt und für
Rechtsstaatlichkeit, Wohlstand und Demokratie steht.
Ich weiß, daß das auch die Ziele der Tansanier und
anderer Afrikaner sind. Und wir müssen jetzt stärker
denn je gemeinsam auf diese Ziele hinarbeiten.
Seien Sie versichert, diese Bombenanschläge werden
nicht dazu führen, daß Amerika zurückweicht oder sich
zurückzieht. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir
werden unsere Präsenz in Afrika und andernorts
aufrechterhalten, wo wir willkommen geheißen oder
benötigt werden. Und wir werden unser Engagement
beibehalten, starke, neue Beziehungen zu einem
neuen Afrika aufzubauen.
Ich danke Ihnen.

Seite 1

�TERRORISMUS

26. August 1998

Unser Ziel war der Terrorismus
Erklärung von Präsident Clinton

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Präsident Clinton zu den Luftangriffen
auf das Netz radikaler Gruppen im Umfeld von Osama bin Laden vom 20. August 1998.

Heute habe ich unsere Streitkräfte angewiesen,
terroristische Einrichtungen in Afghanistan und Sudan
aufgrund der direkten Bedrohung anzugreifen, die sie
für unsere nationale Sicherheit darstellten. Ich möchte
Ihnen das Ziel und den Grund dieser Aktion erläutern.
Unser Ziel war der Terrorismus. Unsere Mission war
klar: Das Netz radikaler Gruppen anzugreifen, die
Anhänger von Osama bin Laden sind und von ihm
finanziert werden. Osama bin Laden ist der vielleicht
größte Organisator und Geldgeber des internationalen
Terrorismus in der heutigen Welt.
Die Gruppen in seinem Umfeld kommen aus unterschiedlichen Regionen, aber sie teilen den Haß auf
Demokratie, eine fanatische Verherrlichung von
Gewalt und eine schreckliche Verzerrung ihrer Religion, um die Ermordung Unschuldiger zu rechtfertigen.
Sie haben die Vereinigten Staaten genau wegen dem
zu ihrem Gegner erklärt, für das wir eintreten und
wegen dem, was wir ablehnen.
Vor einigen Monaten und erneut in dieser Woche hat
bin Laden öffentlich geschworen, einen Terrorkrieg
gegen Amerika zu führen. Er sagte, ich zitiere: "Wir
machen keinen Unterschied zwischen denen in
militärischen Uniformen und Zivilisten. Sie alle sind
Ziele."
Ihre Mission ist Mord, und ihre Geschichte ist blutig. In
den vergangenen Jahren haben sie amerikanische,
belgische und pakistanische Angehörige der Friedenstruppen in Somalia getötet. Sie haben sich verschworen, um den ägyptischen Präsidenten und den
Papst zu ermorden. Sie planten Bombenanschläge
auf sechs 747-Flugzeuge der Vereinigten Staaten über
dem Pazifik.
Sie bombardierten die Ägyptische

AMERIKA DIENST 17

Botschaft in Pakistan. Sie schössen deutsche Touristen in Ägypten nieder.
Die jüngsten Terroranschläge sind uns noch frisch im
Gedächtnis. Vor zwei Wochen verloren 12 Amerikaner
und fast 300 Kenianer und Tansanier ihr Leben, und
weitere 5.000 wurden verwundet, als unsere Botschaften in Nairobi und Daressalam bombardiert
wurden. Es gibt überzeugende Informationen unserer
Nachrichtendienste, daß das Terrornetz von bin Laden
für diese Bombenanschläge verantwortlich war.
Aufgrund dieser Informationen sind wir überzeugt, daß
die Bombenanschläge von der Organisation geplant,
iinanziert und ausgeführt wurden, die bin Laden leitet.
Amerika bekämpft den Terrorismus seit vielen Jahren.
Wenn möglich, nutzen wir bei unserem Kampf
Strafverfolgungs- und diplomatische Instrumente. Der
lange Arm des amerikanischen Gesetzes reicht um die
ganze Welt und hat die vor Gericht gebracht, die für
die Bombenanschläge in New York, Virginia und im
Pazifik verantwortlich waren. Wir zerschlagen in aller
Stille Terrorgruppen und vereiteln ihre Pläne. Wir
isolieren Länder, die Terrorismus praktizieren. Wir
arbeiten am Aufbau einer internationalen Koalition
gegen den Terrorismus. Aber es gibt und wird Zeiten
geben, in denen Strafverfolgung und diplomatische
Instrumente einfach nicht genug sind, in denen unsere
nationale Sicherheit auf dem Spiel steht und in denen
wir außergewöhnliche Schritte zum Schutz der Sicherheit unserer Bürger unternehmen müssen.
Mit zwingenden Beweisen, daß bin Ladens Netz von
Terrorgruppen weitere Anschläge gegen Amerikaner
und andere freiheitsliebende Menschen plante, habe
ich beschlossen, daß Amerika handeln muß. Und
deswegen habe ich heute Morgen auf der Grundlage

Seite 1

�der einstimmigen Empfehlung meines nationalen
Sicherheitsteams unsere Streitkräfte angewiesen,
Maßnahmen zu ergreifen, um eine unmittelbare
Bedrohung durch das Netz bin Ladens abzuschrekken.
Heute haben die Vereinigten Staaten gleichzeitig
terroristische Einrichtungen und Infrastruktur in
Afghanistan angegriffen. Unsere Streitkräfte hatten
einen der aktivsten terroristischen Stützpunkte auf der
Welt zum Ziel. Er enthielt die Schlüsselelemente der
Infrastruktur von bin Ladens Netz und diente als
Trainingslager für buchstäblich Tausende von Terroristen aus der ganzen Welt. Wir haben Grund zu der
Annahme, daß heute dort ein Treffen der wichtigsten
terroristischen Anführer stattfinden sollte, was die
Dringlichkeit unserer Aktionen unterstrich. Unsere
Streitkräfte griffen auch eine Fabrik im Sudan an, die
mit bin Ladens Netz in Verbindung steht. Die Fabrik
produzierte Material für chemische Waffen.

Meine amerikanischen Mitbürger, unser Kampf gegen
Terrorismus hat weder mit den Bombenanschlägen auf
unsere Botschaften in Afrika begonnen, noch wird er
mit dem heutigen Militärschlag enden. Er wird Stärke,
Mut und Durchhaltevermögen erfordern. Wir werden
dieser Bedrohung nicht nachgeben. Wir werden sie
bewältigen, wie lange es auch dauern mag. Dies wird
ein langer, anhaltender Kampf zwischen Freiheit und
Fanatismus, zwischen Rechtsstaatlichkeit und Terrorismus. Wir müssen bereit sein, solange wir müssen,
alles in unserer Macht Stehende zu tun. Amerika ist
und bleibt das Ziel von Terroristen, eben weil wir die
Führungsrolle übernommen haben; weil wir handeln,
um Frieden, Demokratie und grundlegende Menschenrechte zu fördern; weil wir die offenste Gesellschaft auf der Welt sind, und weil wir wieder einmal
gezeigt haben, daß wir eine unbeugsame Haltung
gegenüber dem Terrorismus einnehmen.

Die Vereinigten Staaten haben nicht leichthin gehandelt. Afghanistan und Sudan sind jahrelang
gewarnt worden, diesen Terrorgruppen keine Zuflucht
mehr zu gewähren und sie nicht mehr zu unterstützen.
Aber Länder, die ständig Terroristen aufnehmen,
haben kein Recht darauf, Zufluchtsort zu sein.

Über eines bin ich mir jedoch auch sicher: Die Risiken
für Amerika und die Welt aufgrund von Untätigkeit
wären sehr viel höher als Aktionen, denn das würde
unsere Feinde ermutigen und ihre Fähigkeit und
Bereitschaft intakt halten, einen Schlag gegen uns zu
führen. In diesem Fall wußten wir vor unserem Angriff,
daß diese Gruppen bereits weitere Aktionen gegen
uns und andere geplant hatten.

Ich möchte unseren Nachrichtendiensten und Strafverfolgungsbehörden für ihre harte, gute Arbeit
danken. Und ich möchte meinen Stolz auf unsere
Streitkräfte zum Ausdruck bringen, die diese Mission
ausgeführt und gleichzeitig alle erdenklichen Anstrengungen unternommen haben, um den Verlust an
unschuldigen Menschenleben so gering wie möglich
zu halten.

Ich möchte wiederholen: Die Vereinigten Staaten
möchten Frieden, nicht Konflikt. Wir möchten das
Leben auf dieser Welt schützen, nicht jemandem das
Leben nehmen. Wir haben in Bosnien, Nordirland,
Haiti, im Nahen Osten und andernorts auf den Frieden
hingearbeitet, aber in dieser Zeit kann keine Friedenskampagne erfolgreich sein ohne die Entschlossenheit,
den Terrorismus zu bekämpfen.

Ich möchte, daß Sie verstehen, ich möchte, daß die
Welt versteht, daß unsere heutigen Aktionen nicht
gegen den Islam gerichtet waren, die Religion von
Millionen guter, friedliebender Menschen auf der
ganzen Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten.
Keine Religion verzeiht den Mord an unschuldigen
Männern, Frauen und Kindern. Unsere Aktionen
zielten vielmehr auf Fanatiker und Mörder, die Mord
unter dem Mantel der Gerechtigkeit begehen und
dabei die großartige Religion verunglimpfen, in deren
Namen zu handeln sie vorgeben.

Unsere heutigen Aktionen sollen folgende Botschaft
laut und klar übermitteln: Es gibt keine entbehrlichen
amerikanischen Ziele. Es gibt keinen Zufluchtsort für
Terroristen. Wir werden unser Volk, unsere Interessen
und unsere Werte verteidigen. Wir werden den
Menschen aller Glaubensrichtungen in allen Teilen der
Welt helfen, die frei von Angst und Gewalt leben
wollen. Wir werden hartnäckig bleiben und siegen.

*

Seite 2

Ich danke Ihnen. Gott schütze Sie, und möge Gott
unser Land schützen.

* * * *

AMERIKA DIENST 17

�TERRORISMUS
26. August 1998

Terroristen werden der Gerechtigkeit nicht entgehen
Erklärung von Außenministerin Albright

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Eingangserklärung von Außenministerin Albright bei
einem Pressegespräch zu den Luftangriffen gegen Einrichtungen der Terrororganisation von Osama bin Laden
vom 20. August 1998.

Sie haben die Erklärungen des Präsidenten gehört.
Ich möchte kurz über die menschlichen und außenpolitischen Aspekte sowie die Gründe für die heutigen
Ereignisse sprechen.

Aktionen keine perfekte Versicherung sind, wäre Untätigkeit eine Einladung zu weiteren Schreckenstaten.
Obwohl wir diese Konfrontation nicht gesucht haben,
müssen wir unserer Verantwortung gerecht werden.

In den vergangenen zwei Wochen haben wir mit den
Folgen der schrecklichen Bombenanschläge von
Nairobi und Daressalam gelebt: 12 Amerikaner sind
tot, Hunderte Kenianer und Tansanier sind tot, und
Tausende sind verletzt. Ich bin gerade von den Orten
der Bombenanschläge zurückgekehrt, und sie machen
einen schaudern - das tragische menschliche Gesicht
willkürlicher Terroranschläge. Wir dürfen nicht zulassen, daß solch feige und zerstörerische Akte ungestraft bleiben.

Bin Laden und sein Netz wurden wiederholt gewarnt,
ihre terroristischen Aktivitäten einzustellen.
Als
Reaktion darauf erklärten sie den Vereinigten Staaten
den Krieg und haben zuerst zugeschlagen, und wir
haben zutiefst gelitten. Aber wir lassen uns nicht
einschüchtern. Wir werden hart arbeiten, um künftige
Bedrohungen auszumachen und sie zu vereiteln. Wie
die Angriffe von heute beweisen, wird es keinen
Zufluchtsort für Terroristen geben.

Dank hervorragender Arbeit der Nachrichtendienste
konnten wir schnell die Identität der Verantwortlichen
für die jüngsten Anschläge feststellen. Wir haben auch
konkrete Informationen über neue Drohungen gegen
amerikanische Staatsbürger, Botschaften und Einrichtungen erhalten. Gestern hat Osama bin Ladens
terroristisches Netz die Welt in einer unverfrorenen
öffentlichen Erklärung darüber informiert, daß weitere
Amerikaner das Ziel von Mordanschlägen sein werden.
Bei den jüngsten Tragödien haben wir gesagt, daß
unser Gedächtnis lang ist und unser Arm weit reicht.
Heute haben wir zwei Orte auf der anderen Seite der
Welt erreicht; heute haben wir gehandelt, um zukünftigen Terrorakten vorzubeugen und die Aktivitäten
derjenigen zu stören, die sie planen. Obwohl unsere

AMERIKA DIENST 17

Heute bitten die Vereinigten Staaten jede Nation, sich
öffentlich gegen diejenigen zu stellen, die für Terrorismus verantwortlich sind, ihn finanzieren oder
anderweitig unterstützen. Wir bitten die Regierungen,
mit uns gemeinsam die erforderlichen Maßnahmen zu
ergreifen, um Terrorakte abzuschrecken und zu
bekämpfen. Und wir sind uns bewußt, daß das - wie
der Präsident sagte - ein langer Kampf ist, aber wir
sind uns auch bewußt, daß es ein Kampf ist, den wir
gewinnen müssen. Gemeinsam müssen die Menschen überall auf der Welt den Terroristen überall auf
der Welt die Botschaft senden, daß sie sich verstecken, aber dem langem Arm der Gerechtigkeit nicht
entgehen können. Das schulden wir uns selbst und
unserer künftigen Sicherheit. Und wir schulden es der
Erinnerung an die unschuldigen Opfer der Terroranschläge aus unserem eigenen Land und aus den
Ländern auf der ganzen Welt.

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�IRAK
26. August 1998

USA bleiben fest gegenüber dem Irak
von Außenministerin Albright

(AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Außenministerin Madeleine Albright, der erstmals in der
New York Times vom 17. August 1998 erschienen ist. Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher
Genehmigung der New York Times.

Am Ende des Golfkriegs war man sich allgemein einig,
daß Saddam Hussein keine weiteren sechs Monate
überdauern würde.
Bedauerlicherweise war die
gängige Meinung falsch, und wir müssen seitdem mit
den Konsequenzen leben und uns damit befassen.
Sieben Jahre lang haben wir Saddam Hussein erfolgreich in Schach gehalten indem wir die strengsten
multilateralen Sanktionen der Geschichte aufrechterhalten haben, während die Sonderkommission der
Vereinten Nationen für Waffeninspektionen - oder
UNSCOM - viele von Saddam Husseins Raketen und
Massenvernichtungswaffen aufspüren und vernichten
konnte.
Von Zeit zu Zeit rasselt Saddam Hussein mit dem
Säbel in der Hoffnung, durch das Provozieren einer
Krise den Willen der internationalen Gemeinschaft zu
brechen, während wir unsere kostbaren Verteidigungsdollars darauf verwenden, unsere Streitkräfte zu
entsenden und zurückzurufen.
Wir werden ein
wachsames Auge auf die Bedrohung unserer nationalen Interessen durch den Irak haben. Wir kontrollieren den Zeitplan und werden entscheiden, wie
und wann wir auf die Aktionen des Irak reagieren auf
der Grundlage der Bedrohung, die sie für die Nachbarn
des Irak, die regionale Sicherheit und die lebenswichtigen Interessen der Vereinigten Staaten darstellen.
Unsere Beurteilung beinhaltet Saddam Husseins
Fähigkeit, Massenvernichtungswaffen wiederherzustellen, einzusetzen oder ihren Einsatz anzudrohen. Wir
schließen nichts aus, auch nicht den Einsatz von
Gewalt.
Wir haben unsere Streitkräfte am Golf
umstrukturiert, so daß wir - wenn nötig - unverzüglich
und effektiv handeln können.

AMERIKA DIENST 17

In der Zwischenzeit ist Saddam Husseins Entscheidung, die Zusammenarbeit mit der Internationalen
Atomenergie-Organisation
und der
UN-Sonderkommission einzustellen, eine Verletzung des Abkommens, das er mit Generalsekretär Kofi Annan vor
weniger als sechs Monaten erzielte und eine direkte
Herausforderung der Befugnis des Sicherheitsrats.
Das ist eine Konfrontation zwischen dem Irak und den
Vereinten Nationen. Es ist an Herrn Annan und dem
Sicherheitsrat sicherzustellen, daß Saddam Hussein
seinen Kurs umkehrt und mit der UNSCOM zusammenarbeitet. Und wenn es ihnen nicht gelingt, ihn zu
überzeugen, sich zurückzuziehen, haben wir die
Grundlage für unsere eigenes entschiedenes Vorgehen geschaffen.
Die Unterstützung der UNSCOM bildet das Kernstück
unserer Bestrebungen, Saddam Hussein von einer
Bedrohung seiner Nachbarn abzuhalten, und wir sind
stolz, daß wir diese Bestrebungen am entschiedensten
unterstützen. Weil die UN-Sonderkommission trotz der
wohldurchdachten Anstrengungen des Irak, seine
Programme für Massenvernichtungswaffen zu verheimlichen und diesbezüglich zu lügen, so effektiv bei
der Entwaffnung des Irak war, hat Saddam Hussein
versucht, die Organisation als provokativ und voreingenommen zu diskreditieren. Obwohl dies offensichtlich unwahr ist, haben einige im Sicherheitsrat
diesen Bestrebungen Unterstützung gewährt.
Wir haben die entgegengesetzte Haltung eingenommen und die UNSCOM und ihren Vorsitzenden,
Richard Butler, entschieden verteidigt. Wir unterstützen seine eingehenden Inspektionen, während wir
gleichzeitig versuchen zu gewährleisten, daß Saddam
Hussein diese Bestrebungen nicht zum Nachteil des

Seite 1

�UN-Inspektionsteams im Sicherheitsrat ausnutzen
kann. Seit der letzten Krise war die UNSCOM in der
Tat äußerst effektiv. Sie hat eine Reihe von Inspektionen durchgeführt und sehr ernsthafte Beweise zu Tage
gefördert, daß Saddam Hussein immer noch nicht über
viele nicht bekanntgegebene chemische Gefechtsköpfe Rechenschaft abgelegt hat und bewiesen, daß
der Irak tödliches VX-Gas waffenfähig gemacht hat.
Das steht in direktem Widerspruch zu Außenminister
Tarik Asis Behauptungen, die Programme für Massenvernichtungswaffen des Irak vollständig offengelegt zu
haben.
In diesem Monat beabsichtigte die UNSCOM, einige
besonders eingehende Inspektionen folgen zu lassen,
was wir unterstützten. Als der Irak jedoch am 3.
August alle Inspektionen ablehnte, wurde uns klar, daß
Saddam Hussein etwas getan hatte, was selbst seine
Befürworter im Sicherheitsrat nicht verteidigen konnten. In diesem Zusammenhang habe ich Konsultationen mit Herrn Butler geführt, der zu der Schlußfolgerung gelangte, es sei klüger, sich auf die offene
Verhöhnung des Sicherheitsrats durch den Irak zu
konzentrieren. Hätte die UNSCOM die eingehenden
Inspektionen durchgeführt, wäre sie ohnehin daran
gehindert worden. Aber einige Nestbeschmutzer im
Sicherheitsrat hätten erneut behauptet, die UNSCOM
hätte den Irak provoziert.
Unser Ziel besteht jetzt darin, den Sicherheitsrat dazu
zu bringen, sich seiner Verantwortung gegenüber der
UN-Sonderkommission und der Internationalen
Atomenergie-Organisation zu stellen. Diese Organisationen haben eindeutig das Mandat des Sicherheitsrats, die notwenigen Maßnahmen durchzuführen, um
den Irak zu entwaffnen. Sollte es dem Rat nicht
gelingen, Saddam Hussein von einer Wiederaufnahme
der Zusammenarbeit zu überzeugen, haben wir freie
Hand, andere Mittel zur Unterstützung des UNSCOMMandats einzusetzen.
Ich möchte eindeutig klarstellen: Was Saddam Hussein wirklich will, ist eine Aufhebung der Sanktionen bei

gleichzeitiger Beibehaltung seiner restlichen Fähigkeiten zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen.
Das werden wir nicht zulassen. Solange Saddam
Hussein sich weigert, die Resolutionen des Sicherheitsrats einzuhalten, werden die umfassenden
Sanktionen gegen den Irak in Kraft bleiben.
Das vereitelt eines der vordringlichsten Ziele Saddam
Husseins: Die Kontrolle über die Einnahmen des Irak
zurückzugewinnen, so daß er seine Fähigkeit zur
Bedrohung seiner Nachbarn wiederherstellen kann.
Die mangelnde Zusammenarbeit des Irak mit der
UNSCOM könnte den Tag verzögern, an dem der Irak
völlig entwaffnet ist. Aber das wird uns auch helfen
sicherzustellen, daß die Sanktionen aufrechterhalten
werden, womit sehr viel getan wird, Saddam Hussein
von einer Widerbewaffnung abzuhalten.
Einige werden argumentieren, dies sei eine unmenschliche Bürde für das irakische Volk, das nicht für
Saddam Husseins Verhalten verantwortlich gemacht
werden kann. Aber das irakische Volk profitiert von
der Erweiterung des Programms "ÖI-für-Nahrungsmittel", das jetzt gewährleistet, daß jeder Iraker eine
tägliche Ration erhält, die der empfohlenen Kalorienmenge eines Durchschnittsamerikaners entspricht. Im
Rahmen dieses Programms wird Saddam Hussein
jedoch der Zugang zu den Einnahmen aus diesen
Ölverkäufen verweigert. Das Geld wird bei einem
Dritten auf einem UN-Konto hinterlegt und nur für
Lieferungen freigegeben, die vom Sanktionsausschuß
der Vereinten Nationen genehmigt wurden.
Mit anderen Worten: Saddam Hussein mag wieder mit
dem Säbel rasseln, aber er hat keinen Ausweg. Mit
seinen letzten Aktionen hat er sich in der Tat die Tür
vor der Nase zugeschlagen und uns nur dabei geholfen, ihn in Schach zu halten. So oder so wird seinem
jüngsten Versuch, die internationale Gemeinschaft zu
erpressen, seine falschen Behauptungen über die
Einhaltung der Sanktionen zu glauben, kein Erfolg
beschieden sein.

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 17

�KOSOVO

26. August 1998

Humanitäre Hilfsleistungen der USA im Kosovo
Rede von Abteilungsleiterin Taft

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die die Abteilungsleiterin für Bevölkerungs-,
Flüchtlings- und Migrationsfragen im US-Außenministerium, Julia V. Taft, am 18. August 1998 bei einem
öffentlichen Forum mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen über die humanitäre Situation im Kosovo
gehalten hat sowie eine Übersicht über die humanitären Hilfsleistungen der USA im Kosovo.

Die humanitäre Situation im Kosovo hat sich in den
letzten Wochen so stark verschlechtert, daß wir uns
am Rande einer möglicherweise kurz bevorstehenden
"humanitären Krise" befinden. Viele von Ihnen sind im
Kosovo tätig oder waren vor kurzem dort, so daß ich
Ihnen nicht schildern muß, wie schlimm die Situation
geworden ist, insbesondere für die Zehntausenden
von Flüchtlingen, die sich noch in den Bergen in der
Nähe von Malisevo befinden. Wir machen uns große
Sorgen um diese Menschen und die neuen Flüchtlinge
und im eigenen Land Vertriebenen, die diese Situation
hervorbringt. Es ist erschreckend, daß wir nur wenige
Jahre nach der Unterzeichnung des Daytoner Abkommens in dieser Region erneut mit einem
Flüchtlings- und Vertriebenenproblem dieser Größenordnung konfrontiert werden.
Ich habe das heutige Forum organisiert, um unsere
gemeinsame Besorgnis über die humanitäre Lage im
Kosovo hervorzuheben und die von der US-Regierung
zu ihrer Bewältigung unternommenen Schritte zu
überprüfen. Bedauerlicherweise kann ich nicht sagen,
daß wir die humanitäre Notlage im Kosovo bald unter
Kontrolle haben. Wir arbeiten aber auf politischer
Ebene und mit Hilfe unserer Partner vor Ort daran, die
derzeitige Situation so gut wie möglich zu bewältigen.
Wir sind dort. Wir machen uns Sorgen. Wir engagieren uns.
Die US-Regierung hat mit Hilfsleistungen in Höhe von
mehr als 10 Millionen Dollar auf die Krise reagiert. Das
meiste Geld wird von unseren Partnern in den Nichtregierungsorganisationen verteilt - von denen viele
heute vertreten sind - während mit dem restlichen Geld
internationale Organisationen wie der UN-Hoch-

AMERIKA DIENST 17

kommissar für Flüchtlinge (UNHCR) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unterstützt
werden. Neben direkter finanzieller Hilfe unterstützen
wir das Welternährungsprogramm und verschiedene
Nichtregierungsorganisationen direkt mit Nahrungsmittelhilfe.
Das Verteidigungsministerium schickt
derzeit fast eine halbe Million Tagesrationen an
Hilfsorganisationen und stellt den Hilfsorganisationen
vor Ort auch Fahrzeuge zur Verfügung. Das Amt für
internationale Entwicklung (AID) hat während der
letzten Monate eine beträchtliche Anzahl von Mitarbeitern in die Region geschickt und wird am Samstag ein Team des OFDA (Büro für amerikanische
Katastrophenhilfe im Ausland in der Abteilung für
humanitäre Hilfe des AID) entsenden. Obwohl diese
Hilfe sehr wichtig ist, wird sie allein das Problem nicht
lösen. Aus diesem Grund engagieren wir uns im
Kosovo aktiv auf politischer Ebene.
Humanitäre
Belange waren immer ein wesentlicher Bestandteil
unserer politischen Strategie im Kosovo und werden
das auch bleiben.
Wie viele von Ihnen wissen, setzen wir uns aktiv für die
Rückgabe von beschlagnahmten humanitären Gütern
an Nichtregierungsorganisationen ein und üben
weiterhin Druck auf serbische Regierungsvertreter
aus, den humanitären Organisationen im Kosovo
ungehinderten Zugang zu gewähren. Wir sind uns
bewußt, daß der Zugang nicht überall gewährt wird,
konnten aber einige Fortschritte beobachten.
Wir sind besorgt über weitere Berichte über einen
künstlich hervorgerufenen Mangel an Nahrungsmitteln.
Wir haben jegliche künstliche Lebensmittelknappheit
öffentlich verurteilt und Botschafter Hill gebeten, diese

Seite 1

�Frage bei Milosevic persönlich anzusprechen. Wir
werden diese und andere Behauptungen weiterhin
prüfen, bis wir eine Lösung gefunden haben.
Wir sehen die Notwendigkeit einer sofortigen Rückkehr
der im eigenen Land Vertriebenen in ihre Häuser im
Kosovo. Die Rückkehr ist ein unbestrittenes Recht
aller Vertriebenen. Eine direktere Auswirkung ist, daß
die Rückkehr humanitäre Hilfsleistungen erleichtern
und sicherstellen wird, daß mehr Menschen jetzt und
im Winter eine Unterkunft haben. Milosevic hat
versprochen, die Rückkehr der im eigenen Land
Vertriebenen und Flüchtlinge in ihre Häuser zu erlauben, und wir werden ihn beim Wort nehmen. Wir
haben eine Initiative ins Leben gerufen, die hoffentlich
die sofortige Rückkehr einiger im eigenen Land
Vertriebener unterstützt, damit sie keinen kalten Winter
ohne Unterkunft und Nahrungsmittel durchmachen
müssen. Wir arbeiten eng mit internationalen Organisationen, einschließlich des UNHCR, des IKRK und
der diplomatischen Beobachtermission im Kosovo
(KDOM) zusammen, um ihre Präsenz in den Städten
zu verstärken, in die die Vertriebenen zurückkehren
können und werden. Unseres Erachtens sind Malisevo und Mitrovica vielversprechende Rückkehrgebiete.
Wir ermutigen die heute hier vertretenen Nichtregierungsorganisationen zu prüfen, wie auch sie zur
Förderung einer Rückkehr ihre Präsenz in diesen
Städten verstärken können.
Neben der Ermutigung einer verstärkten internationalen Präsenz werden wir unseren Druck auf
Milosevic verstärken, sein Versprechen einer Rückkehr zu erfüllen. Wir werden unserer Erwartung
Ausdruck verleihen, daß er ein sicheres Umfeld
schafft, die Polizeipräsenz verringert, ungehinderten
Zugang gewährt und in fünf Schlüsselgebieten die
Wiederherstellung der Häuser unterstützt. Wir erwarten, daß die Rückkehr in diese fünf Gebiete nur eine
erste Runde darstellt.
Wir sind uns bewußt, daß nur eine Einstellung der
Feindseligkeiten ein vollkommen sicheres Umfeld für
humanitäre Hilfsleistungen, die Rückkehr aller in ihre
Häuser und ein Ende der Flüchtlings- und Vertriebenenströme darstellt. Wie Sie wissen, arbeiten wir dank
der Anstrengungen von Botschafter Christopher Hill an
einer Verhandlungslösung. Wir begrüßen die Einsetzung eines Verhandlungsteams unter Leitung von
Herrn Rugova und werden weiterhin eng mit beiden
Seiten zusammenarbeiten, bis eine Lösung gefunden
wird. Die US-Regierung engagiert sich voll und ganz
für eine friedliche Lösung dieses Konflikts.
Ich möchte wiederholen, daß wir uns an der humanitären Front engagieren. Wir teilen Ihre Besorgnis und
werden auf politischer Ebene und zur Unterstützung
unserer Partner vor Ort alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um den Erfordernissen der von
diesem Konflikt Vertriebenen gerecht zu werden. Ich

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freue mich auf Ihre Kommentare, Fragen und Vorschläge, wie wir weiterhin zur Deckung der steigenden
Bedürfnisse zusammenarbeiten können. Vielen Dank
für Ihre Teilnahme an diesem Forum.
Übersicht über die humanitären Hilfsleistungen der
USA im Kosovo
Die Vereinigten Staaten beteiligen sich aktiv an der
Aushandlung einer Lösung für den Kosovo, der
Schaffung von Bedingungen für die sichere Gewährung humanitärer Hilfe und der Förderung einer
sicheren Rückkehr der Flüchtlinge und im eigenen
Land Vertriebenen. Die US-Regierung fordert die
Einstellung aller Feindseligkeiten und aller Aktionen,
die negative Auswirkungen auf das Wohlergehen von
Zivilisten haben. Die US-Regierung übt konstant
Druck auf serbische Regierungsvertreter aus, humanitären Organisationen ungehinderten Zugang zum
Kosovo zu gewähren, und setzt sich aktiv für die
Rückgabe beschlagnahmter humanitärer Güter an
Nichtregierungsorganisationen ein.
Hochrangige
Regierungsvertreter, einschließlich des Gesandten der
USA in Belgrad, Miles, und Botschafter Hill, sowie die
diplomatische Beobachtermission im Kosovo haben
die Hilfsorganisationen begleitet und die Frage des
Zugangs angeschnitten. Vertreter der US-Regierung
haben Milosevic aufgerufen, sein Versprechen einer
sofortigen Rückkehr der im eigenen Land Vertriebenen
einzuhalten. Die US-Regierung verfolgt derzeit eine
Rückkehrinitiative, um internationale Unterstützung zu
mobilisieren und den Druck auf Milosevic zu verstärken, Bedingungen für die sichere Rückkehr der im
eigenen Land Vertriebenen zu schaffen.
Die amerikanische Regierung arbeitet eng mit internationalen und Nichtregierungsorganisationen zusammen um sicherzustellen, daß deren Operationen
Unterstützung finden und bestehenden Erfordernissen
umfassend Rechnung getragen wird. Die US-Regierung hat andere Länder aufgefordert, über
Nichtregierungs- und internationale Organisationen
Hilfe zu gewähren. Die US-Regierung stellt internationalen und Nichtregierungsorganisationen direkte
Finanzhilfe, Güter und Gerät zur Verfügung, damit die
im Zusammenhang mit dem Kosovo-Konflikt stehenden humanitären Bedürfnisse gedeckt werden können.
Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht über
die von der US-Regierung geleistete Hilfe als Reaktion
auf den Konflikt im Kosovo (Stand 13. August 1998):
UN-Hochkommissar für Flüchtlinge
2,6 Millionen Dollar Katastrophenhilfe
185.000 Tagesrationen
Internationales Komitee vom Roten Kreuz
700.000 Dollar Katastrophenhilfe

AMERIKA DIENST 17

�UN-Soforthilfe für Kinder

Nichtregierungsorganisationen

250.000 Dollar Katastrophenhilfe

Fast 5,3 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe
und Unterkunft

Welternährungsprogramm
265.000 Tagesrationen
830.000 Dollar Sachspenden
Acht zusätzliche Fahrzeuge für Albanien

Weitere Spenden stehen bereit. Die US-Regierung
wird auf den nächsten Spendenaufruf der Vereinten
Nationen reagieren, der Ende August 1998 erwartet
wird.

* * * * *

AMERIKA DIENST 17

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�ANHÖRUNG

26. August 1998

Clinton gibt Affäre zu
Erklärung des Präsidenten

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Präsident Clinton nach seiner Aussage
zu der Affäre mit Monica Lewinsky.

Guten Abend. Heute Nachmittag habe ich in diesem
Raum, von diesem Stuhl, vor dem Büro des Sonderermittlers und der Anklagejury eine Aussage gemacht.
Ich habe ihre Fragen ehrlich beantwortet - auch
Fragen nach meinem Privatleben - Fragen, die kein
amerikanischer Staatsbürger je beantworten möchte.
Dennoch muß ich die volle Verantwortung für mein
Handeln übernehmen, sowohl öffentlich als auch
privat. Und deswegen spreche ich heute Abend zu
Ihnen.
Wie Sie wissen, wurde ich in einer eidlichen mündlichen Zeugenaussage im Januar nach meiner Beziehung zu Monica Lewinsky befragt. Obwohl meine
Antworten rechtlich korrekt waren, habe ich freiwillig
keine Informationen angeboten. Ich hatte tatsächlich
eine Beziehung zu Frau Lewinsky, die nicht ziemlich
war. In der Tat war sie falsch. Sie war ein entscheidender Irrtum in meinem Urteilsvermögen und ein
persönliches Versagen meinerseits, für das einzig und
allein ich verantwortlich bin.

Fragen in einem politisch motivierten Zivilprozeß
gestellt wurden, der inzwischen eingestellt wurde, war
ebenfalls eine Erwägung.
Darüber hinaus hatte ich echte und ernste Sorgen
bezüglich einer Untersuchung durch einen Sonderermittler, die mit vor 20 Jahren getätigten Privatgeschäften begann - Geschäften, möchte ich hinzufügen, für
die eine unabhängige Bundesbehörde vor über zwei
Jahren keine Beweise eines Vergehens meinerseits
oder meiner Frau gefunden hat.
Die Untersuchung durch den Sonderermittler wurde
auf meine Mitarbeiter und Freunde ausgedehnt, dann
auf mein Privatleben, und jetzt ist die Untersuchung
selbst Gegenstand von Ermittlungen. Das alles dauert
viel zu lange an, kostet zu viel und verletzt zu viele
unschuldige Menschen.

Aber ich habe der Anklagejury heute gesagt - und ich
sage es jetzt Ihnen - daß ich zu keinem Zeitpunkt
irgend jemanden gebeten habe zu lügen, Beweise zu
verheimlichen oder zu zerstören oder eine sonstige
ungesetzliche Tat zu begehen.

Diese Angelegenheit ist jetzt eine Sache zwischen mir,
den beiden Menschen, die ich am meisten liebe meine Frau und unsere Tochter - und unserem Gott.
Ich muß sie in Ordnung bringen, und ich bin bereit,
alles zu tun, was dafür erforderlich ist. Nichts ist mir
wichtiger. Aber es ist eine Privatangelegenheit. Und
ich beabsichtige, mein Familienleben wieder für meine
Familie zu reklamieren. Es geht niemanden etwas an,
außer uns. Selbst Präsidenten haben ein Privatleben.

Ich weiß, daß meine öffentlichen Aussagen und mein
Schweigen in dieser Angelegenheit einen falschen
Eindruck erweckt haben. Ich habe Menschen in die
Irre geführt, auch meine eigene Frau. Das bedauere
ich zutiefst. Ich kann Ihnen nur sagen, daß ich von
mehreren Faktoren geleitet war: Erstens, von dem
Wunsch, mich selbst vor der Peinlichkeit meines
Verhaltens zu schützen. Die Tatsache, daß diese

Es ist Zeit, diese persönliche Zerstörungskampagne
und das Herumschnüffeln im Privatleben zu beenden
und unsere Staatsgeschäfte fortzusetzen. Unser Land
ist durch diese Angelegenheit schon zu lange abgelenkt worden. Und ich übernehme die Verantwortung
für meinen Teil dabei - das ist alles, was ich tun kann.
Jetzt ist es Zeit - in der Tat ist es schon seit langem
Zeit - weiterzumachen. Wir haben wichtige Arbeit zu

AMERIKA DIENST 17

Seite 1

�erledigen - echte Chancen zu ergreifen, echte Probleme zu lösen und echte Sicherheitsbelange anzugehen.
Und deshalb bitte ich Sie heute Abend, sich von dem
Spektakel der vergangenen sieben Monate abzuwenden, unseren nationalen Dialog wiederherzustellen

und unsere Aufmerksamkeit wieder all den Herausforderungen und all den Versprechungen des nächsten Amerikanischen Jahrhunderts zuzuwenden.

Ich danke Ihnen fürs Zusehen. Gute Nacht.

* * * * *

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AMERIKA DIENST 17

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