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                  <text>Amerika Dienst&#13;
&#13;
Herausgeben U.S. Information Service&#13;
Embassy of the United States of America&#13;
&#13;
Z12462 C&#13;
&#13;
22. April 1998&#13;
&#13;
08&#13;
&#13;
AUSSENPOLITIK&#13;
&#13;
ALBRIGHT: WIRTSCHAFTSWACHSTUM&#13;
BLEIBT AUSSENPOLITISCHES ZIEL DER USA&#13;
Rede der US-Außenministerin&#13;
&#13;
NATO&#13;
&#13;
GRUNDE FÜR DIE NATO-ERWEITERUNG&#13;
von Botschafter Alexander Vershbow&#13;
&#13;
WIRTSCHAFT&#13;
&#13;
DIE STÄRKUNG DER GLOBALEN&#13;
FINANZARCHITEKTUR&#13;
Rede von Finanzminister Rubin&#13;
&#13;
UMWELT&#13;
&#13;
INNOVATIONEN IN DEN VEREINIGTEN&#13;
STAATEN UND DAS AMERIKANISCHE&#13;
ENGAGEMENT FÜR DEN UMWELTSCHUTZ&#13;
Rede des Gesandten Michael C. Polt&#13;
&#13;
Um Übersendung von&#13;
Belegexemplaren&#13;
wird gebeten&#13;
&#13;
Deichmanns Aue 29&#13;
D 53170 Bonn&#13;
&#13;
Tel.: 0228-3392956&#13;
Fax: 0228-333138&#13;
Internet: http://www.usembassy.de&#13;
&#13;
�AUSSENPOLITIK&#13;
22. April 1998&#13;
&#13;
Albright: Wirtschaftswachstum bleibt&#13;
außenpolitisches Ziel der USA&#13;
Rede der US-Außenministerin&#13;
&#13;
NASHUA - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir unwesentlich gekürzt die Rede, die US-Außenministerin&#13;
Madeleine Albright am 7. April 1998 vor der Nashua Chamber of Commerce (New Hampshire) hielt.&#13;
&#13;
Die grundlegenden Herausforderungen der amerikanischen Außenpolitik sind dieselben wie früher und&#13;
gleichzeitig völlig andere. Seit Thomas Jefferson&#13;
Außenminister war, haben unsere Diplomaten sich&#13;
dafür eingesetzt, die Sicherheit amerikanischer&#13;
Staatsbürger zu gewährleisten, unsere Grenzen zu&#13;
schützen, unsere elementaren Wirtschaftsinteressen&#13;
zu fördern und den Werten von Freiheit und Toleranz,&#13;
die wir hochhalten, weltweit Geltung zu verschaffen.&#13;
Diese Herausforderungen konnten auf die eine oder&#13;
andere Art bewältigt werden, als Amerika ein Land von&#13;
Farmern war, die durch zwei Ozeane geschützt&#13;
wurden, für deren Überquerung selbst die schnellsten&#13;
Schiffe Wochen brauchten.&#13;
Im heutigen Zeitalter geschieht jedoch alles sofort.&#13;
Entfernung hat an Bedeutung verloren. Was morgen&#13;
früh in Bagdad, Bosnien oder Beijing geschieht, könnte&#13;
morgen Nachmittag hier in Nashua große Folgen&#13;
haben. Die daraus resultierenden Auswirkungen sind&#13;
klar.&#13;
Weil Amerika von allem betroffen sein könnte, was sich&#13;
irgendwo auf der Welt ereignet, müssen wir weltweit&#13;
eine Führungsrolle übernehmen. Und das Ziel dieser&#13;
Führungsrolle besteht zusammengefaßt darin sicherzustellen, daß Amerikaner in Sicherheit, Wohlstand&#13;
und Freiheit leben können.&#13;
&#13;
Kontrolle dieser Waffen übernehmen. Damit würden&#13;
wir jedoch die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel&#13;
setzen, wozu wir nicht bereit sind und auch nicht bereit&#13;
sein sollten.&#13;
Aus diesem Grund ist es wichtig, daß Präsident Clinton&#13;
und der russische Präsident Jelzin sich für die Aushandlung eines einschneidenden, aber stabilen&#13;
Abbaus unserer Nuklearwaffenarsenale einsetzen - im&#13;
Vergleich zum Höchststand des Kalten Kriegs um 80&#13;
Prozent.&#13;
Aus diesem Grund ist es wichtig, daß wir den Nichtverbreitungsvertrag unbegrenzt verlängert haben, daß&#13;
das gefährliche nordkoreanische Nuklearwaffenprogramm abgebaut wird und mehr als 150 Nationen einschließlich der fünf Atommächte - einem umfassenden Verbot von Atomtests zugestimmt haben.&#13;
Aus diesem Grund ist es wichtig, daß die Vereinigten&#13;
Staaten einem Abkommen über das weltweite Verbot&#13;
von Chemiewaffen zugestimmt haben. Damit haben&#13;
wir andere Länder - darunter Rußland, China, Pakistan&#13;
und Indien - ermutigt, unserem Beispiel zu folgen.&#13;
All diese Abkommen treffen Vorsorge für die Zukunft.&#13;
Wenn sie vollständig und in gutem Glauben umgesetzt&#13;
werden, machen sie die Welt zu einem sichereren Ort,&#13;
als sie sonst für unsere Kinder - und die Kinder aller&#13;
Menschen - sein würde.&#13;
&#13;
Ich möchte einige Beispiele anführen.&#13;
Der Kalte Krieg ist schon lange von der Weltbühne&#13;
verschwunden, Massenvernichtungswaffen jedoch&#13;
nicht. Wir könnten uns zurücklehnen und darauf&#13;
warten, daß andere Länder die Führungsrolle bei der&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
Ein zweites großes Ziel unserer Außenpolitik besteht&#13;
darin, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und&#13;
Sorge zu tragen, daß amerikanische Unternehmen,&#13;
Arbeitnehmer und Farmer ihre Produkte auf offenen&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Märkten verkaufen können und gleiche Wettbewerbsbedingungen haben.&#13;
&#13;
müssen wir auch den amerikanischen Werten treu&#13;
bleiben.&#13;
&#13;
In den letzten Jahren hatten wir außerordentlichen&#13;
Erfolg. Seit dem Amtsantritt von Präsident Clinton&#13;
haben wir mehr als 240 Abkommen zur Förderung des&#13;
Handels geschlossen, wodurch die Exporte in die&#13;
Höhe schnellten und landesweit 2,2 Millionen neue&#13;
Arbeitsplätze geschaffen wurden.&#13;
&#13;
Manche behaupten, es sei unsinnig, daß unsere&#13;
Außenpolitik moralische Aspekte in Betracht zieht.&#13;
&#13;
Zu diesen Handelsabkommen zählen das Internationale Technologieabkommen, das neue Märkte für&#13;
unsere Hochtechnologieunternehmen öffnen wird und&#13;
ein globales Telekommunikationsabkommen, das die&#13;
Chancen für Unternehmen in ganz Amerika dramatisch&#13;
verbessern wird.&#13;
Diese Schritte zu freierem und fairerem Handel sind in&#13;
einem Bundesstaat wie New Hampshire besonders&#13;
wichtig, wo Sie sich zunehmend - und mit Erfolg - den&#13;
Märkten im Ausland zuwenden.&#13;
Während der letzten Jahrzehnte ist New Hampshire&#13;
weltweit führend bei Computern, Industriemaschinen&#13;
und elektronischem Gerät geworden. Infolgedessen&#13;
stiegen Ihre Exporte viel schneller an als in fast allen&#13;
anderen Bundesstaaten.&#13;
Sie als Vertreter der Wirtschaft wissen jedoch, daß&#13;
diese begrüßenswerten Trends alles andere als&#13;
zwangsläufig oder automatisch sind. Es findet ein&#13;
erbitterter Wettbewerb um die Weltmärkte statt. Oft&#13;
befinden sich unsere Unternehmen in einem Kopf-anKopf-Rennen mit ausländischen Konkurrenten, die&#13;
direkte Unterstützung von ihren Regierungen erhalten.&#13;
Ich möchte Ihnen versichern, daß unsere Diplomaten,&#13;
solange ich Außenministerin bin, auf ein zunehmend&#13;
faires und offenes globales Wirtschaftssystem drängen&#13;
werden. Unsere Botschaften werden amerikanischen&#13;
Unternehmen jede angemessene Hilfestellung geben.&#13;
Unsere Unterhändler werden sich für Handelsvereinbarungen einsetzen, die mehr und bessere amerikanische Arbeitsplätze schaffen.&#13;
Um sicherzustellen, daß Abkommen auch eingehalten&#13;
werden, werde ich hier - ebenso wie bei allen meinen&#13;
Reisen - darauf hinweisen, daß andere Länder, die&#13;
Geschäfte vor unserer Haustüre tätigen wollen,&#13;
zulassen müssen, daß die Vereinigten Staaten das&#13;
auch bei ihnen tun können.&#13;
Während wir uns in den Vereinigten Staaten auf das&#13;
21. Jahrhundert vorbereiten, sind wir abhängig von&#13;
unseren Streitkräften, starken Bündnissen, einer&#13;
wirtschaftlichen Führungsrolle und einer entschlossenen Diplomatie, die unsere Sicherheit und unser&#13;
Wohlergehen garantieren. Wenn wir aber wirklich die&#13;
Zukunft gestalten wollen, die wir uns wünschen,&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Ich vertrete jedoch die Ansicht, daß eine Außenpolitik,&#13;
die bar moralischer Erwägungen ist, niemals dem&#13;
amerikanischen Volk gerecht werden kann. Denn&#13;
gerade weil wir unseren Prinzipien treu geblieben sind,&#13;
wird die amerikanische Führungsrolle im Großteil der&#13;
Welt nicht nur benötigt, sondern auch begrüßt.&#13;
Aus diesem Grund sollten wir alles in unsere Macht&#13;
Stehende tun, um weltweit die Demokratie zu fördern&#13;
und die Rechtsstaatlichkeit auszuweiten.&#13;
Denn&#13;
Nationen, die sich an internationale Regeln halten, sind&#13;
gute Nachbarn. Denn die Demokratie ist der Vater des&#13;
Friedens. Denn anderen Menschen zu helfen, in&#13;
Freiheit zu leben, ist gut und richtig für Amerika.&#13;
Aus diesem Grund müssen wir einen Krieg gegen das&#13;
internationale Verbrechen führen und ihn gewinnen und denjenigen dauerhaft das Handwerk legen, die mit&#13;
den illegalen Drogen Profite machen, die unsere&#13;
Kinder vergiften.&#13;
Aus diesem Grund werden wir entschlossen gegen&#13;
den internationalen Terror vorgehen und Seite an Seite&#13;
mit den Friedensstiftern gegen die Bombenleger im&#13;
Nahen Osten, in Nordirland, Zentralafrika und anderen&#13;
Krisenherden der Welt vorgehen.&#13;
Aus diesem Grund sind wir so entschiedene Anhänger&#13;
des internationalen Kriegsverbrechertribunals, denn&#13;
wir sind überzeugt, daß die für ethnische Säuberungen&#13;
Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden&#13;
sollten und diejenigen, die Vergewaltigung lediglich für&#13;
eine weitere Kriegstaktik halten, für ihre Verbrechen&#13;
büßen müssen.&#13;
Aus diesem Grund verurteilen wir die Verletzung von&#13;
Menschenrechten, wo immer sie stattfindet, weil wir&#13;
der Auffassung sind, daß alle Menschen die Chance&#13;
haben sollten, frei zu sprechen, zu schreiben, sich zu&#13;
versammeln und ihren Glauben auszuüben - und wenn&#13;
Diktatoren sagen, das geht sie nichts an, sagen wir,&#13;
daß die Respektierung der Menschenwürde jeden&#13;
etwas angeht.&#13;
Und deswegen bin ich der Ansicht, daß die Vereinigten&#13;
Staaten ihre Führungsrolle in den Vereinten Nationen&#13;
bewahren sollten.&#13;
Die Vereinten Nationen brauchen Reformen. Ich habe&#13;
die UN manchmal mit einem Unternehmen mit einem&#13;
185 Mitglieder zählenden Vorstand verglichen, von&#13;
denen jeder aus einer anderen Kultur kommt, jeder&#13;
andere Prioritäten und jeder einen arbeitslosen&#13;
Schwager hat, der Arbeit sucht.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�Aber mit der starken Unterstützung des Kongresses&#13;
haben wir die UN zu Veränderungen gedrängt. Und&#13;
die Wahrheit ist, daß sich die Vereinten Nationen&#13;
während der letzten fünf Jahre mehr verändert haben&#13;
als in den vorangegangenen 45. Ihr Budget wurde&#13;
reduziert, die Rechenschaftspflicht verstärkt, und ihre&#13;
Führungsrolle hat sich maßgeblich verbessert.&#13;
&#13;
waren bei der Verfassung ihrer Charta behilflich und&#13;
genehmigten ihre Statuten.&#13;
&#13;
Darüber hinaus haben wir in den Vereinten Nationen&#13;
wichtige Geschäfte durchzuführen.&#13;
&#13;
Die Bezahlung unserer UN-Rechnungen ist nicht nur&#13;
eine Frage von Dollars und Cents. Sie liegt in unserem Interesse und ist ein Litmustest unserer Bereitschaft, das zu praktizieren, was wir predigen. Der&#13;
Kongreß sollte jetzt handeln - ohne Rücksicht auf&#13;
irgendwelche nicht damit in Verbindung stehende&#13;
Themen - und unsere Rechnungen bezahlen.&#13;
&#13;
Während wir sprechen, sind die UN-Inspektoren im&#13;
Irak und helfen uns, mehr über Saddam Husseins&#13;
Giftgas und biologische Waffenprogramme in Erfahrung zu bringen.&#13;
&#13;
Das ist der beste Weg zu weiteren Fortschritten bei&#13;
UN-Reformen. Das ist der einzige Weg, um die&#13;
Führungsrolle der Vereinigten Staaten zu bewahren.&#13;
Und das ist die richtige Entscheidung für Amerika.&#13;
&#13;
Und auf der ganzen Welt arbeiten UN-Behörden auf&#13;
die Förderung der nuklearen Sicherheit, die Bestrafung&#13;
von Völkermord, die Verhinderung von Krankheiten,&#13;
den Schutz von Kindern, frühzeitige Warnung vor&#13;
Hurrikanen und den Schutz der Rechte derjenigen hin,&#13;
die im Ausland Geschäfte tätigen. Das alles zu Kosten&#13;
für den Durchschnittsamerikaner, die ungefähr einer&#13;
Kinokarte entsprechen - demselben Betrag, den Sie&#13;
zahlen müßten, wenn Sie aus irgendeinem Grund&#13;
nochmals John Travolta in Grease sehen wollten.&#13;
&#13;
Ich weiß, daß es kein Patentrezept für die Sicherstellung der Unterstützung der Öffentlichkeit für das&#13;
amerikanische Engagement im Ausland gibt. Und&#13;
manche glauben, daß eine geteilte Regierung in&#13;
Washington heißen muß, die Öffentlichkeit außerhalb&#13;
Washingtons könne sich nicht bezüglich der grundlegenden Politik und Prinzipien einigen, für die Amerika&#13;
im Ausland steht.&#13;
&#13;
Bedauerlicherweise sind die Vereinigten Staaten mit&#13;
ihren Beitragszahlungen an die Vereinten Nationen mit&#13;
nahezu 1 Milliarde Dollar im Rückstand. Das schadet&#13;
Amerika.&#13;
&#13;
Denn der Geist der Überparteilichkeit in der amerikanischen Außenpolitik war vielleicht nie deutlicher&#13;
sichtbar als 1948 - vor genau einem halben Jahrhundert. Es war ein äußerst politisches Jahr mit einem&#13;
hart umstrittenen Präsidentschaftswahlkampf.&#13;
&#13;
Seien es Menschenrechte oder die Erweiterung des&#13;
Handels - jeden Tag argumentieren amerikanische&#13;
Diplomaten in Besprechungen auf der ganzen Welt,&#13;
daß die Nationen ihre Verpflichtungen erfüllen müssen.&#13;
Und jeden Tag werden unsere Diplomaten im Gegenzug gefragt: Nun, wenn das stimmt, wann zahlen die&#13;
Vereinigten Staaten dann ihre UN-Rechnungen?&#13;
Und wenn wir bis Ende dieses Jahres nicht unsere&#13;
Rechnungen bezahlt haben, könnten wir sogar unser&#13;
Stimmrecht in der UN-Generalversammlung verlieren.&#13;
Ich weiß, daß einige der Ansicht sind, die Vereinten&#13;
Nationen seien eine schlechte Organisation. Sie&#13;
vermuten, daß sie eine Flotte von schwarzen Hubschraubern unterhalten, die jeden Augenblick in&#13;
unserem Garten landen und unsere Gartenmöbel&#13;
stehlen könnte. Sie sagen, sie seien auf die Weltherrschaft aus - was absurd ist - und daß wir ihnen nicht&#13;
trauen können, weil sie aus lauter Ausländern bestehe&#13;
- was, ganz offen, in der Natur der Sache liegt.&#13;
Die Wahrheit ist, daß die Vereinten Nationen nicht eine&#13;
ausländische Präsenz auf amerikanischem Boden&#13;
sind. Sie sind "Made in America" - gegründet von&#13;
Menschen mit Namen wie Truman, Acheson und&#13;
Eleanor Roosevelt. Unsere Vorfahren schufen sie,&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
Ich teile diesen Pessimismus nicht.&#13;
&#13;
Dennoch kamen in jenem Jahr ein demokratischer&#13;
Präsident und ein republikanischer Kongreß zusammen, um den Marshallplan zu verabschieden, das&#13;
Fundament der NATO zu legen, den neu gegründeten&#13;
Staat Israel anzuerkennen, Griechenland und der&#13;
Türkei bei ihrem Kampf behilflich zu sein, auf der Seite&#13;
der Freiheit des Eisernen Vorhangs zu bleiben und&#13;
Berlin während der Blockade mit der Luftbrücke rund&#13;
um die Uhr zu versorgen.&#13;
Außenminister Marshall bezeichnete diese Bilanz als&#13;
brillante Demonstration der Fähigkeit des amerikanischen Volkes, der großen Verantwortung seiner&#13;
neuen Weltposition gerecht zu werden.&#13;
Einige sagen, die Amerikaner hätten sich verändert,&#13;
wir seien jetzt zu selbstgefällig und mit uns selbst&#13;
beschäftigt, um die mit unserer Position einhergehende&#13;
Verantwortung zu übernehmen. Von jetzt bis zum&#13;
Beginn eines neuen Jahrhunderts haben wir die&#13;
Chance, die Zyniker eines Besseren zu belehren. Und&#13;
ich bin überzeugt, daß wir das können.&#13;
Daniel Webster hat einmal geschrieben: "Gott gewährt&#13;
Freiheit nur denjenigen, die sie lieben und immer zu&#13;
ihrem Schutz und ihrer Verteidigung bereit sind."&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Mit Trumans Vermächtnis, das uns leitet, und Websters Worten, die uns inspirieren, wollen wir der&#13;
Versuchung der Selbstgefälligkeit widerstehen und die&#13;
von unseren Vorfahren geschaffene Rolle ohne zu&#13;
Klagen bereitwillig übernehmen.&#13;
&#13;
richtigen sind. Und daß wir, indem wir dem Vermächtnis unserer Vergangenheit gerecht werden, eine&#13;
Zukunft gestalten können, in der wir noch freier und&#13;
respektierter, noch wohlhabender sind und in Frieden&#13;
leben.&#13;
&#13;
Lassen Sie uns nicht Zweifler, sondern Macher sein voller Zuversicht, daß die Werte, die Amerika von&#13;
"Valley Forge" bis "Desert Storm" geleitet haben, die&#13;
&#13;
Dafür verpflichte ich mich, mein Bestes zu geben und&#13;
bitte Sie um Ihre Unterstützung. Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�NATO&#13;
22. April 1998&#13;
&#13;
Gründe für die NATO-Erweiterung&#13;
von Botschafter Alexander Vershbow&#13;
&#13;
(AD) - Der nachfolgende Artikel wurde vom Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika bei der NATO in&#13;
Brüssel verfaßt und erschien erstmals in der The Washington Post vom 7. April 1998.&#13;
&#13;
Kritiker haben versucht, den Eindruck zu erwecken, es&#13;
hätte nie eine ernsthafte Debatte über die NATOErweiterung stattgefunden und die Vereinigten Staaten&#13;
und ihre Verbündeten hätten sich nicht mit den wichtigen Fragen zu Rußland und dem zukünftigen Sicherheitsumfeld in Europa befaßt.&#13;
&#13;
militärischen Operationen in Bosnien. Und sie entwickeln sich weiter. Es wäre äußerst kontraproduktiv,&#13;
wenn wir Boris Jelzins mutige Entscheidung, mit der&#13;
NATO zu kooperieren, unterhöhlen würden, indem wir&#13;
dem Druck der russischen Hardliner nachgeben. Das&#13;
würde die antidemokratischen Elemente in Rußland&#13;
und den Glauben bestärken, daß die Verbündeten&#13;
&#13;
Mehr als 1.000 in den letzten anderthalb Jahren&#13;
veröffentlichte Artikel haben sich mit allen Aspekten&#13;
der neuen Rolle des Bündnisses befaßt. Mehr als 300&#13;
Konferenzen über die NATO-Erweiterung wurden in&#13;
Europa und Nordamerika veranstaltet, darunter einige&#13;
in Rußland. 12 Anhörungen vor dem US-Kongreß&#13;
während des letzten halben Jahres - mit Berichten von&#13;
mehr als 550 Seiten - haben sich mit den Einzelheiten&#13;
der NATO-Mission und der Bündnismitgliedschaft&#13;
befaßt und die Argumente aus jedem Blickwinkel des&#13;
politischen Spektrums geprüft.&#13;
&#13;
angesichts von Moskaus Einschüchterungsversuchen&#13;
&#13;
Kritiker behaupten, die NATO-Erweiterung würde die&#13;
Beziehungen zu Rußland vergiften. Das könnte&#13;
zutreffen, wenn die NATO eine Isolierung Rußlands&#13;
anstreben würde, aber das Gegenteil ist der Fall. Mit&#13;
der Partnerschaft für den Frieden und dem Ständigen&#13;
Gemeinsamen NATO-Rußland-Rat hat die NATO ein&#13;
Netz für die Sicherzeitszusammenarbeit geschaffen,&#13;
dem alle Staaten Europas angehören - sogar die&#13;
ehemals neutralen. Die neue NATO gibt Moskau eine&#13;
Chance, von dem alten sowjetischen Muster der&#13;
Konfrontation Abstand zu nehmen und sich einer&#13;
echten Partnerschaft mit Europa zuzuwenden.&#13;
Die Beziehungen zwischen der NATO und Rußland&#13;
sind heute besser und vielversprechender als zu jeder&#13;
anderen Zeit in den vergangenen 50 Jahren. Sie&#13;
umfassen alles von der Planung gemeinsamer Aktionen bei zivilen Katastrophen bis zu gemeinsamen&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
Zentraleuropa wieder in eine Grauzone der Instabilität&#13;
und begrenzten Souveränität verwandelt haben.&#13;
Während wir auf die bessere Anpassung der NATO an&#13;
das Sicherheitsumfeld des nächsten Jahrhunderts&#13;
hinarbeiten, sind wir uns bewußt, daß wir das wesentliche Merkmal beibehalten müssen, das das Bündnis&#13;
zum erfolgreichsten der Geschichte gemacht hat seine integrierte Militärstruktur und seine Fähigkeit zur&#13;
kollektiven Verteidigung. Die von uns eingeladenen&#13;
drei neuen Mitglieder werden die Verteidigungsfähigkeiten des Bündnisses beträchtlich verbessern. Und&#13;
nachdem sie erst vor kurzem nach Jahrzehnten der&#13;
totalitären Unterdrückung ihre Freiheit wiedergewonnen haben, kann man darauf zählen, daß sie an&#13;
unserer Seite stehen werden, nicht nur bei der Verteidigung des NATO-Territoriums, sondern auch, wenn&#13;
unsere gemeinsamen Werte bedroht sind - wie es&#13;
kürzlich während der Konfrontation mit dem Irak der&#13;
Fall war.&#13;
Als Grund für die Verschiebung der Abstimmung über&#13;
die Ratifizierung um mehrere Wochen gab der Mehrheitsführer im Senat, Trent Lott, an, seine Absicht sei,&#13;
"die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken". Es ist&#13;
richtig, eine faire Debatte dieses Themas zu gewährleisten, aber wie Senator Jesse Helms bei der Übermittlung des Gesetzentwurfs an den Senat feststellte,&#13;
ist es jetzt an der Zeit zu handeln.&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Niemand, der Demokratie befürwortet, sollte die&#13;
Beibehaltung der Trennlinien der Sicherheit in Europa&#13;
wünschen, wo Stalin sie 1945 markierte. Die NATO-&#13;
&#13;
Erweiterung ist die richtige Politik für die Vereinigten&#13;
Staaten und die richtige Politik für die Demokratie in&#13;
Europa.&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�WIRTSCHAFT&#13;
22. April 1998&#13;
&#13;
Die Stärkung der globalen Finanzarchitektur&#13;
Rede von Finanzminister Rubin&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die US-Finanzminister Robert E. Rubin am 14.&#13;
April 1998 an der Brookings Institution gehalten hat.&#13;
&#13;
Heute möchte ich darüber sprechen, wie das internationale Finanzsystem nach der Finanzkrise in Asien&#13;
aussieht, was wir von diesen Ereignissen über die&#13;
Chancen und Risiken eines globalen Finanzmarktes&#13;
lernen und wie wir die Architektur des internationalen&#13;
Finanzsystems stärken können, um das Potential der&#13;
Weltwirtschaft des 21. Jahrhunderts zu nutzen.&#13;
&#13;
andernorts sind global geworden. Die Entwicklungsländer wurden wichtige Teilnehmer an der globalen&#13;
Wirtschaft; beispielsweise sind sie jetzt Abnehmer von&#13;
mehr als 40 Prozent der amerikanischen Exporte. Die&#13;
Finanzliberalisierung und die technologische Innovation erweitern das Spektrum neuer Dienstleistungen&#13;
und Produkte immer mehr.&#13;
&#13;
Diese Fragen der Finanzarchitektur werden ganz oben&#13;
auf der Tagesordnung stehen, wenn Vertreter der&#13;
globalen Finanzwelt diese Woche hier in Washington&#13;
beim Frühjahrstreffen der G-7 und der Entscheidungsgremien des Internationalen Währungsfonds (IWF) und&#13;
der Weltbank zusammenkommen. Darüber hinaus&#13;
werden Notenbankchef Greenspan und ich eine&#13;
Sondersitzung einer Gruppe von Ministern und&#13;
Zentralbankvorsitzenden aus Industriestaaten, aufstrebenden Volkswirtschaften und Schwellenländern&#13;
einberufen, um über die Architektur zu sprechen. Ich&#13;
werde gleich den amerikanischen Ansatz zu Veränderungen der internationalen Finanzarchitektur&#13;
erläutern, den wir bei diesen Treffen vorstellen,&#13;
während andere Nationen ebenfalls ihre Ideen und&#13;
Vorschläge unterbreiten werden. Ich halte es jedoch&#13;
für wichtig, diese Erörterungen zuvor in einen größeren&#13;
historischen Kontext zu stellen.&#13;
&#13;
Vor einem Jahrzehnt überstieg der Fluß von staatlichem Kapital in die Entwicklungsländer bei weitem den&#13;
Zufluß von Privatkapital. Heute beträgt der jährliche&#13;
Privatkapitalfluß in alle Entwicklungsländer mehr als&#13;
das Siebenfache des Flusses von Staatskapital. 1996&#13;
flössen mehr als 250 Milliarden Dollar Privatkapital in&#13;
die neuentstehenden Märkte - verglichen mit ungefähr&#13;
20 Milliarden vor zehn Jahren. All dies erklärt, warum&#13;
Fluktuationen des thailändischen Bäht oder die&#13;
Hausse der koreanischen Börse jetzt Auswirkungen&#13;
auf Arbeitnehmer, Landwirte und Unternehmer in den&#13;
Vereinigten Staaten und Ländern auf der ganzen Welt&#13;
haben können und täglich Schlagzeilen auf den&#13;
Titelseiten unserer Zeitungen machen. Vor einem&#13;
Jahrzehnt hätte praktisch niemand außerhalb der&#13;
betroffenen Länder davon Notiz genommen.&#13;
&#13;
Während der letzten 10 bis 15 Jahre waren wir Zeuge&#13;
des schnellen Entstehens einer neuen Ära der globalen Wirtschaft und der globalen Finanzmärkte - einer&#13;
Ära, die für Arbeitnehmer, Landwirte und Unternehmer&#13;
auf der ganzen Welt enorme Chancen bietet. Die&#13;
Veränderungen waren dramatisch.&#13;
Eine starke&#13;
Zunahme von Handel, Kapitalfluß, Informations- und&#13;
Technologieaustausch führte zu einer Erhöhung des&#13;
globalen Outputs. Die meisten großen Unternehmen&#13;
sowohl hier in den Vereinigten Staaten als auch&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
Die globale Wirtschafts- und Finanzintegration im&#13;
Hinblick auf Handel und Kapitalfluß hat den Vereinigten&#13;
Staaten enorme Vorteile in Form von Exportsteigerungen, besser bezahlten Arbeitsplätzen, einem höheren&#13;
Lebensstandard und niedrigeren Inflationsraten&#13;
gebracht. Der starke Anstieg des Zuflusses von&#13;
Privatkapital in die Entwicklungsländer hat unter&#13;
anderem zur Finanzierung einer großen Zunahme von&#13;
Importen aus den Industrieländern, einschließlich&#13;
unseres Landes, beigetragen. Entwicklungsländer von&#13;
Lateinamerika bis Asien genossen ebenfalls große&#13;
Vorteile, da verstärkte Kapitalflüsse größere Investitio-&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�nen finanzierten und einen beträchtlichen Beitrag zu&#13;
den hohen Wachstumsraten in vielen dieser Länder&#13;
leisteten, den Lebensstandard erhöhten und Millionen&#13;
von der Armut befreiten. Die jüngsten Wirtschaftsturbulenzen in Asien sollten beispielsweise nicht von&#13;
dem ablenken, was Asien während der letzten 25&#13;
Jahre erreicht hat. Selbst bei pessimistischeren&#13;
Prognosen wird der Lebensstandard in Korea, Thailand und Indonesien Ende dieses Jahres immer noch&#13;
dreimal so hoch sein wie vor 20 Jahren und die Armut&#13;
weitaus geringer. Trotz der derzeitigen Krise ist das&#13;
Pro-Kopf-Einkommen höher als 1995.&#13;
Wie wir während der letzten Jahre gesehen haben,&#13;
beinhaltet diese neue Ära jedoch nicht nur große&#13;
Chancen und Vorteile, sondern auch neue Herausforderungen und Risiken. Wie effektiv die internationale Staatengemeinschaft diese Herausforderungen&#13;
und Risiken bewältigt, wird in den nächsten Jahren&#13;
große Auswirkungen auf unser wirtschaftliches&#13;
Wohlergehen und das aller Länder haben.&#13;
&#13;
Vor einem halben Jahrhundert, als die Welt einen ganz&#13;
anderen Zeitabschnitt der Geschichte hinter sich ließ,&#13;
forderte Franklin D. Roosevelt die Amerikaner eindringlich auf, ihn bei der Zusammenarbeit mit anderen&#13;
Nationen zur Schaffung internationaler Institutionen zu&#13;
unterstützen, die "den Unterschied zwischen einer&#13;
erneut im Sog von Panik und Wirtschaftskrieg gefangenen Welt... und einer Welt zeigen würden, in der&#13;
alle durch gegenseitiges Vertrauen, Zusammenarbeit&#13;
und Hilfe ein besseres Leben anstreben". Das&#13;
Ergebnis waren die Institutionen von Bretton Woods der Internationale Währungsfonds und die Weltbank denen später noch andere gemeinsame Einrichtungen&#13;
folgten wie die Welthandelsorganisation, Zentralbanknetze und regionale Entwicklungsbanken. Diese&#13;
internationale Architektur unterstützt Wachstum,&#13;
Finanzstabilität und offene Märkte weltweit, was&#13;
Generationen von Amerikanern Vorteile bringt.&#13;
&#13;
Eine große Herausforderung besteht darin, mehr&#13;
Menschen in den Genuß der Vorteile der Weltwirtschaft zu bringen. Trotz des enormen globalen&#13;
Wachstums des vergangenen Jahrzehnts lebt immer&#13;
noch mehr als die Hälfte der Menschen weltweit in&#13;
Armut, und das ist nicht nur ein Problem für die&#13;
betroffenen Länder, sondern für uns alle. Die Entwicklungsländer sind unsere Märkte der Zukunft, und ihr&#13;
wirtschaftliches Wohlergehen fördert das unsere. Hier&#13;
in den Vereinigten Staaten hat die globale Finanzintegration Vorteile für die überwältigende Mehrheit der&#13;
Amerikaner, aber eine oft geäußerte Sorge - die ich&#13;
teile - lautet, daß es in allen Industriestaaten, einschließlich der Vereinigten Staaten, den für den&#13;
Wettbewerb in der globalen Wirtschaft gut Gerüsteten&#13;
immer besser geht, während die nicht so gut Gerüsteten immer weiter zurückfallen.&#13;
&#13;
Während ihrer gesamten Geschichte mußten sich die&#13;
internationalen Finanzinstitutionen an die sich wandelnde globale Wirtschaft anpassen, wobei sie im&#13;
Großen und Ganzen erfolgreich waren. Während der&#13;
letzten Jahre hat sich die Geschwindigkeit des Wandels der globalen Wirtschaft jedoch beschleunigt. Die&#13;
Krise in Asien hat gezeigt, daß äußerst mangelhaft&#13;
funktionierende Finanzsektoren einiger weniger&#13;
Entwicklungsländer und eine unzureichende Risikobeurteilung internationaler Gläubiger und Investoren&#13;
große Auswirkungen auf alle Länder der Erde haben&#13;
können. Früher hätten unsolide makroökonomische,&#13;
finanzpolitische und andere Maßnahmen in aufstrebenden Volkswirtschaften nur wenige Konsequenzen für andere Nationen gehabt. Jetzt kann eine&#13;
unsolide Politik in diesen Ländern Volkswirtschaften&#13;
auf der ganzen Welt schaden - wie es unsere großen&#13;
Haushaltsdefizite in den achtziger Jahren taten -, und&#13;
die Probleme jedes einzelnen Landes sind unser aller&#13;
Probleme.&#13;
&#13;
Die Antwort auf diese Herausforderungen lautet jedoch&#13;
nicht, sich nach innen zu wenden oder die globale&#13;
Wirtschaft zu demontieren, von der so viele profitieren.&#13;
Die Antwort besteht für alle Nationen - einschließlich&#13;
der Vereinigten Staaten - darin, den Benachteiligten&#13;
die erfolgreiche Wiedereingliederung in die Wirtschaft&#13;
zu erleichtern; sich auf Bildung und Ausbildung zu&#13;
konzentrieren, um die Bürger mit den für Erfolg in der&#13;
globalen Wirtschaft erforderlichen Werkzeugen&#13;
auszustatten; Netze sozialer Sicherheit zum Schutz&#13;
derjenigen zu knüpfen, die sonst zurückgelassen&#13;
würden; sich für die umfassende Durchsetzung der&#13;
wichtigsten Arbeitsnormen weltweit einzusetzen sowie&#13;
Demokratie und Menschenrechte zu fördern. Die&#13;
Vorteile der globalen Wirtschaft können nur dann zum&#13;
Tragen kommen, wenn wir und alle anderen Nationen&#13;
im eigenen Land umfassende Unterstützung für eine&#13;
zukunftsorientierte internationale Wirtschaftspolitik&#13;
mobilisieren. Diese Unterstützung wird nur gewährt,&#13;
wenn alle in den Genuß dieser Vorteile kommen.&#13;
&#13;
Aus diesem Grund haben sich die Vereinigten Staaten&#13;
und die internationale Gemeinschaft sogar noch vor&#13;
den Turbulenzen in Asien für eine Stärkung der&#13;
internationalen Finanzarchitektur eingesetzt. Unsere&#13;
Ziele sind klar: Die Förderung von Wachstum in den&#13;
Industrie- und Entwicklungsländern gleichermaßen,&#13;
von dem alle profitieren; eine bessere Vermeidung&#13;
zukünftiger Krisen; ihre Bewältigung, wenn sie stattfinden; die Modernisierung der Architektur, damit sie&#13;
an die Märkte angepaßt ist. Die Vereinigten Staaten&#13;
begannen diese Bestrebungen vor vier Jahren beim&#13;
G-7-Treffen in Neapel, und die ersten konkreten&#13;
Schritte wurden in Zusammenarbeit mit anderen&#13;
Nationen beim G-7-Gipfel im darauf folgenden Jahr in&#13;
Halifax eingeleitet. Weitere Fortschritte werden nicht&#13;
den weitreichenden institutionellen Wandel erfordern,&#13;
der 1945 stattfand, aber die internationale Architektur&#13;
muß sich in hohem Maße an die völlig anderen&#13;
Gegebenheiten anpassen, die während des letzten&#13;
Jahrzehnts entstanden und sich umfassend auf die&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�Herausforderungen von morgen vorbereiten. Diese&#13;
Anpassung beinhaltet große intellektuelle Komplexität&#13;
und große Komplexität der internationalen Politik. Sie&#13;
wird nicht auf einmal, sondern schrittweise über einen&#13;
längeren Zeitraum erfolgen.&#13;
Es gibt ein ganzes Spektrum von Themen, die sehr&#13;
bedeutend für die Stärke einzelner Volkswirtschaften&#13;
und der globalen Wirtschaft sind - darunter solide&#13;
makroökonomische Maßnahmen, Bildung, Gesundheitsfürsorge und die Umwelt. Ferner gibt es eine&#13;
detaillierte Agenda für Reformen des IWF, die unter&#13;
anderem dessen Kreditvergabeprogramme betrifft.&#13;
Heute möchte ich mich in meinen Ausführungen&#13;
jedoch auf drei Herausforderungen konzentrieren, die&#13;
durch die Finanzkrise in Asien entstanden sind und in&#13;
direktem Zusammenhang mit Finanzstabilität und dem&#13;
Aufbau eines stärkeren globalen Finanzmarktes&#13;
stehen: Erstens die Bereitstellung besserer Informationen durch verbesserte Offenlegung und Transparenz,&#13;
zweitens der Aufbau starker nationaler Finanzsektoren&#13;
und drittens die Schaffung von Mechanismen, damit&#13;
der Privatsektor in größerem Umfang die Konsequenzen seiner Kreditvergabe- und Investitionsentscheidungen trägt, auch in Krisenzeiten.&#13;
&#13;
wirksamen Geschäften auf finanzielle Risiken und&#13;
Verwundbarkeiten besser feststellen und offenlegen.&#13;
Ebenso wichtig wie der Zugang zu guten Informationen&#13;
ist ihr richtiger Einsatz. Risiko- und Kreditbeurteilung&#13;
haben oft nicht mit der Entwicklung neuer Produkte&#13;
und Märkte Schritt gehalten. Tatsächlich waren wir&#13;
während der Krise in Asien überrascht, wie wenige der&#13;
internationalen Gläubiger und Investoren in diesen&#13;
Volkswirtschaften die für die Beurteilung der Risiken&#13;
erforderliche Fachkenntnis und das Wissen hatten.&#13;
Obwohl das in gewissem Ausmaß einfach nur die&#13;
anscheinend unvermeidliche Tendenz der Investoren&#13;
und Gläubiger widerspiegelt, manchmal zu optimistisch&#13;
oder zu pessimistisch zu sein - und manchmal auf&#13;
angemessene Analysen zu verzichten - sollten&#13;
möglichst viele Anreize zu entschiedenem Vorgehen&#13;
gegeben werden, was zumindestens Fragen der&#13;
moralischen Gefahr und Regulierungsmechanismen&#13;
beinhaltet.&#13;
Wenn Gläubiger und Investoren mit&#13;
umfassender analytischer Härte vorgehen, werden die&#13;
Märkte ihre entscheidende Disziplinarfunktion zugunsten einer guten Politik, Offenlegung, starker Finanzsektoren und ähnlichem weitaus effektiver erfüllen.&#13;
&#13;
Das erste wichtige Gebiet sind bessere Informationen.&#13;
Wenn Investoren gut informiert sind, machen sie&#13;
klugen Gebrauch von diesen Informationen, und wenn&#13;
sie davon ausgehen, daß sie die Konsequenzen ihrer&#13;
Aktionen tragen, treffen sie bessere Entscheidungen.&#13;
Das ist gut für sie und kann eine starke Antriebskraft&#13;
für eine solide Außenpolitik sein. Die Politiker einzelner Länder benötigen ebenfalls bessere Informationen, von denen sie sich bei ihren Aktionen leiten&#13;
lassen und die ihnen helfen, potentielle Probleme&#13;
vorauszusehen.&#13;
&#13;
Sogar vor der Krise in Asien beteiligten wir uns an&#13;
intensiven Bestrebungen zur Verbesserung von&#13;
Qualität und Quantität der internationalen Wirtschaftsund Finanzinformationen, einschließlich größerer&#13;
Transparenz des IWF. Viele Länder veröffentlichen&#13;
jetzt als Ergebnis dieser Bestrebungen mehr und&#13;
bessere Daten, und der IWF zeigt mehr Offenheit im&#13;
Hinblick auf seine Analysen. Die Ereignisse in Asien&#13;
haben jedoch die Notwendigkeit zur Stärkung dieser&#13;
Initiativen gezeigt. Wir schlagen hierzu vier Schritte&#13;
vor.&#13;
&#13;
Es gibt jedoch Hindernisse bei der Beschaffung&#13;
wichtiger Informationen über Wirtschafts- und Finanzfragen. Eines ist die Versuchung - im Privatsektor und&#13;
in der Regierung - die Aufdeckung von Problemen zu&#13;
vermeiden. Wie wir in Asien gesehen haben, machen&#13;
sich Probleme jedoch früher oder später bemerkbar und in der Zwischenzeit werden sie nur noch gravierender. In den krisengeschüttelten asiatischen&#13;
Volkswirtschaften wurde das wachsende Ausmaß der&#13;
Probleme durch äußerst effektive Strategien für&#13;
jahrelanges schnelles Wachstum verborgen. In vielen&#13;
Fällen bedeutete der Mangel an Daten, daß niemand&#13;
diesen starken Zuwachs oder die Schwächen dieser&#13;
Volkswirtschaften wirklich verstand.&#13;
&#13;
Erstens müssen weitaus mehr Wirtschafts- und&#13;
Finanzdaten zur Verfügung gestellt werden. Es ist&#13;
insbesondere von Bedeutung, gute Informationen über&#13;
die externen Verbindlichkeiten des öffentlichen und&#13;
Privatsektors zu erhalten. Die speziellen Datenweitergabestandards des IWF sollten von den Ländern&#13;
verlangen, einen vollständigen Überblick über verfügbare Zentralbankreserven zu geben, einschließlich&#13;
aller Terminverbindlichkeiten, Fremdwährungsverbindlichkeiten der Geschäftsbanken sowie der Indikatoren&#13;
für die Gesundheit des Finanzsektors. Die Bank für&#13;
internationalen Zahlungsausgleich sollte ihre Berichterstattung über grenzüberschreitende Bankgeschäfte&#13;
ausweiten, damit bessere, umfassendere und rechtzeitigere Daten über die externe Kreditvergabe an ein&#13;
Land zur Verfügung stehen. Regierungen und internationale Finanzinstitutionen müssen den Investoren&#13;
auch besseren Zugang zu diesen Daten verschaffen,&#13;
insbesondere durch das Internet.&#13;
&#13;
Ein weiteres Hindernis ist die Schwierigkeit, relevante&#13;
Informationen rechtzeitig zu erhalten. Auf den modernen, äußerst komplexen globalen Finanzmärkten&#13;
benötigen Investoren und Politiker eine größere Vielfalt&#13;
von Informationen als je zuvor.&#13;
Beispielsweise&#13;
müssen öffentliche und private Einrichtungen die&#13;
Auswirkungen von Derivaten und anderen bilanzun-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
Zweitens müssen wir prüfen, wie ein breiteres Spektrum qualitativ hochwertiger Informationen über Fragen&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�des Finanzsektors beschafft und veröffentlicht werden&#13;
kann, die das Risiko von Investitionen in aufstrebenden Märkten betreffen, einschließlich Details über&#13;
Bankenaufsicht, Konkursverfahren, eventuell über die&#13;
Rechtssysteme, Kreditkultur und Qualität des Banksektors. Wir müssen jetzt die zahlreichen schwierigen&#13;
Fragen im Zusammenhang mit diesen Punkten lösen,&#13;
beispielsweise wie sie am besten beschrieben werden&#13;
und wer diese Funktion erfüllen sollte.&#13;
Um diese Bestrebungen zur Offenlegung zu unterstützen, sollte der Privatsektor seine eigenen Gedanken zu den Daten und Informationen unterbreiten, die&#13;
er am nützlichsten erachten würde und Wege aufzeigen, um die umfassendere Nutzung der verfügbaren Informationen sowie die damit einhergehende&#13;
Konzentration auf die Risiken zu ermutigen.&#13;
Drittens muß der IWF seine Analysen und Kreditvergabekonditionen transparenter gestalten. Das&#13;
beinhaltet die häufigere und regelmäßige Veröffentlichung einer Reihe von IWF-Dokumenten, Analysen&#13;
und Absichtserklärungen. Während größere Transparenz unerläßlich ist, um den Investoren zu einem&#13;
fundierten Urteil über potentielle Probleme zu verhelfen, ist die Übertragung der Verantwortung auf den&#13;
IWF, öffentlich offizielle Warnungen vor einer Krise&#13;
auszusprechen, nicht unerläßlich. Obwohl es möglich&#13;
ist, Probleme auszumachen, die sich zu Schwierigkeiten und gelegentlich zu Krisen ausweiten können,&#13;
ist es unseres Erachtens nicht möglich, die Ausweitung&#13;
zu einer Krise zuverlässig vorherzusagen.&#13;
Viertens müssen wir die Anreize für die Länder zur&#13;
Verbesserung der Transparenz erhöhen. Die Disziplin&#13;
des Marktes ist immer der beste und mächtigste Anreiz&#13;
und kann hier auf eine bessere Offenlegung hinarbeiten. Analysten und die Kreditwürdigkeit einschätzende Behörden müssen auch die Verfügbarkeit&#13;
und Qualität von Daten und Informationen im Auge&#13;
behalten, wenn sie über die Kreditwürdigkeit und&#13;
Bereitstellung von Vermögenswerten entscheiden.&#13;
Darüber hinaus sollten der IWF und andere internationale Finanzinstitutionen ihrer Besorgnis über große&#13;
Lücken bei der Offenlegung einzelner Länder öffentlich&#13;
Ausdruck verleihen und in Erwägung ziehen, die&#13;
Vergabe von Krediten an ein Land von seiner Bereitschaft zur Verbesserung der Transparenz abhängig zu&#13;
machen.&#13;
Der zweite kritische Bereich, auf den wir uns konzentrieren, ist die Stärkung der nationalen Finanzsysteme.&#13;
Ein gemeinsames Element der von der Krise in Asien&#13;
betroffenen Länder - und abgesehen davon praktisch&#13;
aller Länder, die Finanzkrisen durchmachen - ist ein&#13;
äußerst mangelhaft funktionierender nationaler&#13;
Finanzsektor.&#13;
Die Entwicklung eines starken Finanzsystems, das&#13;
den Herausforderungen eines globalen Finanzmarkts&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
gerecht wird, ist ein langer und schwieriger Prozeß.&#13;
Die uns in den Vereinigten Staaten zur Verfügung&#13;
stehenden Institutionen und Gesetze für die Aufsicht&#13;
über unser nationales Finanzsystem wurden über&#13;
einen Zeitraum von Hundert Jahren entwickelt und&#13;
müssen konstant auf den neuesten Stand gebracht&#13;
werden. Auch wir hatten enorme Probleme auf dem&#13;
Finanzsektor mit der Krise unserer Spar- und Darlehenskassen in den achtziger Jahren. Diese Krise&#13;
entstand zum Teil aus der mangelhaften Aufsicht über&#13;
diese Institutionen, als sie neue Dienstleistungen&#13;
übernahmen, und der Verzögerung beim Ergreifen&#13;
entschiedener Korrektivmaßnahmen. Der Aufbau&#13;
starker Finanzsektoren wird zweifelsohne der Schlüssel zu finanzieller Stabilität und Wachstum der aufstrebenden Volkswirtschaften sein.&#13;
Angesichts der Auswirkungen, die schwache Finanzsysteme international haben können, ist es an der Zeit&#13;
für einen systematischeren Ansatz zur Stärkung&#13;
nationaler Finanzsysteme, der eine umfassendere&#13;
Einschätzung der Verletzbarkeit nationaler Finanzsysteme und Schritte zur Förderung von Reformen&#13;
beinhaltet. Um dies zu tun, müssen wir in folgenden&#13;
Bereichen aktiv werden.&#13;
Erstens müssen wir eine vollständigere Reihe globaler&#13;
Standards entwickeln, von denen die Bestrebungen&#13;
der jeweiligen Regierungen geleitet werden. Als&#13;
Ergebnis der Initiativen von Halifax hat das Basler&#13;
Komitee jetzt die "Grundprinzipien für effektive Bankenaufsicht" erarbeitet. IOSCO, die Organisation, die&#13;
Vertreter der Regulierungsbehörden aus der ganzen&#13;
Welt zusammenbringt, ist bereits dabei, eine analoge&#13;
Reihe von Prinzipien für die Aufsicht über Wertpapierfirmen zu entwickeln. Unserer Ansicht nach&#13;
sollten die Grundprinzipien jedoch für zusätzliche&#13;
Bereiche erarbeitet und angenommen werden, die die&#13;
Stärke eines Finanzsystems betreffen, einschließlich&#13;
Konkursregimen, Rechnungs- und Offenlegung,&#13;
Klassifizierung von Kreditvergabe und Unternehmensführung insgesamt. Andere Praktiken, die angenommen werden müssen, sind die bessere Handhabung&#13;
von Kreditrisiken, die Inangriffnahme der Probleme der&#13;
direkten und indirekten Kreditvergabe, nicht übereinstimmende Fälligkeiten und Währungen sowie die&#13;
Ermutigung einer starken Kreditkultur und der erforderlichen Qualität des Banksystems einer Nation.&#13;
Verschiedene Länder tun das in unterschiedlicher&#13;
Weise und werden das auch in Zukunft tun, wir&#13;
müssen uns jedoch auf bestimmte international&#13;
akzeptable Standards von hoher Qualität einigen.&#13;
Zweitens müssen wir die Lücke in der heutigen&#13;
internationalen Architektur schließen und eine internationale Überwachung der finanziellen Regulierungsund Aufsichtssysteme der Länder bereitstellen, so wie&#13;
der IWF jetzt die makroökonomischen Maßnahmen&#13;
überwacht. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher&#13;
Wege, dies zu tun - vielleicht über eine gemeinsame&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�Initiative mit dem IWF und der Weltbank unter Verwendung des vorhandenen Fachwissens der Vertreter der&#13;
Regulierungsbehörden. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, den geeigneten Weg zu finden, um&#13;
diese Lücke zu schließen.&#13;
Erweiterte Überwachung wird nationale Behörden&#13;
dazu veranlassen, ihre Praktiken auf international&#13;
akzeptable Niveaus zu bringen, wie ich es in den von&#13;
mir gerade erörterten Standards dargelegt habe, und&#13;
Finanzrisiken verringern.&#13;
Diese Einschätzungen&#13;
können das Fundament für politische Diskussionen&#13;
und gegebenenfalls die geeignete Hilfe des IWF und&#13;
der multilateralen Entwicklungsbanken für Programme&#13;
zur Stärkung der Finanzsysteme legen.&#13;
Darüber&#13;
hinaus sollten Analysen dieser Art in die Schlüsseldokumente einfließen, die der IWF unserer Ansicht nach&#13;
systematischer veröffentlichen sollte. Das würde dann&#13;
die stärkste Initiative - die Märkte - ins Spiel bringen.&#13;
Drittens sollten wir die Prüfung anderer Initiativen in&#13;
Erwägung ziehen, die Einfluß auf die Stärkung von&#13;
Finanzsystemen haben könnten. Die Behörden in&#13;
größeren Finanzzentren könnten beispielsweise ein&#13;
starkes Aufsichtsregime im Heimatland zur Bedingung&#13;
für den Zugang von Banken aus anderen Ländern zu&#13;
ihren Märkten machen, wie es durch die Einhaltung&#13;
der Basler Grundprinzipien demonstriert wird, plus aller&#13;
entsprechenden zusätzlich entwickelten Standards.&#13;
Ich möchte auch noch auf zwei weitere Punkte in&#13;
Bezug auf Finanzsektoren und Kapitalmärkte verweisen. Die Erfahrung lehrt, daß die Stärke von&#13;
Finanzsystemen wesentlich verbessert wird, wenn&#13;
Länder ausländischen Anbietern von Finanzdienstleistungen den Zugang zu ihren Märkten gestatten mit all dem Wettbewerb, Kapital und der Erfahrung, die&#13;
sie mitbringen. Das jüngste WTO-Abkommen über&#13;
Finanzdienstleistungen ist in diesem Zusammenhang&#13;
ein großer Schritt nach vorne.&#13;
Während Versuche zur Begrenzung des Kapitalzuflusses wie Chiles Kontrollen bei kurzfristig angelegtem Kapital darüber hinaus von einigen befürwortet&#13;
werden, ist es von entscheidender Bedeutung unabhängig von den Vor- oder Nachteilen solcher&#13;
Maßnahmen - daß diese Art von Ansatz politische&#13;
Entscheidungsträger nicht von der Umsetzung der&#13;
zugrundeliegenden soliden Maßnahmen ablenkt, die&#13;
die wirkliche Grundlage für Stabilität und Wachstum&#13;
sind. In diesem Zusammenhang könnte es sich als&#13;
nützlich erweisen, niedrigere, vernünftige Zinsobergrenzen für Banken zu prüfen, um eine übermäßige&#13;
Anhäufung von kurzfristigen Fremdwährungsverbindlichkeiten zu verhindern.&#13;
Der dritte und letzte entscheidende Bereich, den ich&#13;
heute erörtern möchte, ist die Entwicklung effektiver&#13;
Mechanismen für Gläubiger und Investoren, damit sie&#13;
die Konsequenzen ihrer Aktionen vollständiger&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
übernehmen. Wir können nicht ganz verhindern, daß&#13;
Krisen entstehen. Wenn Krisen entstehen, wie vor&#13;
kurzem in Asien, ist die Bereitstellung von zeitlich&#13;
begrenzter finanzieller Unterstützung durch den IWF&#13;
unter der Bedingung, daß die Länder eine solide Politik&#13;
verfolgen, unerläßlich für die Atempause, die diese&#13;
Länder zur Stabilisierung ihrer Währungen, die&#13;
Wiederherstellung des Vertrauens in den Markt und&#13;
erneutes Wachstum benötigen. Sie begrenzt das&#13;
Risiko, daß sich die Krise verschärft oder ausweitet.&#13;
Aber - und hier wird es immer schwierig sein, ein&#13;
Gleichgewicht herzustellen - der Privatsektor muß die&#13;
Konsequenzen seiner Entscheidungen in Zusammenhang mit der Wiederherstellung der Finanzstabilität&#13;
uneingeschränkt tragen.&#13;
Man sollte sich aus zwei Gründen darauf konzentrieren, daß der Privatsektor die Konsequenzen für&#13;
seine Aktionen übernimmt. In einer Welt, in der jeden&#13;
Tag Billionen von Dollar durch die internationalen&#13;
Märkte fließen, wird es einfach nicht genug offizielle&#13;
Finanzmittel für die Krisen geben, die entstehen&#13;
können. Auch bei der internationalen Hilfe gibt es ein&#13;
Risiko, das Ökonomen als "moralische Gefahr"&#13;
bezeichnen. Das heißt, daß die Bereitstellung von&#13;
offizieller Finanzhilfe die Gläubiger und Investoren vor&#13;
den Konsequenzen schlechter Entscheidungen schützt&#13;
und die Saat künftiger Krisen sät. Ein gewisser Schutz&#13;
der Gläubiger könnte ein unvermeidliches Nebenprodukt des übergreifenden Ziels der Wiederherstellung der Finanzstabilität sein, aber dieser Schutz&#13;
sollte so gering wie möglich gehalten werden.&#13;
Wenn Investoren mehr Verantwortung für ihre Aktionen&#13;
übernehmen, haben sie einen besseren Anreiz, die&#13;
Risiken richtig zu analysieren und abzuwägen. Das&#13;
wiederum wird in allen Ländern - einschließlich&#13;
unseres eigenen - eine gute Politik fördern und zur&#13;
Verhinderung von Instabilität und Krisen beitragen.&#13;
Die Märkte sind eine mächtige Kraft, und unser Ziel&#13;
muß im besseren Funktionieren der Märkte bestehen,&#13;
während weiterhin die unerläßliche internationale&#13;
Unterstützung für krisengeschüttelte Märkte und der&#13;
Schutz von einer Ausweitung der Krise bereitgestellt&#13;
werden.&#13;
Der Privatsektor kann auf vielfältige Weise einbezogen&#13;
werden, wenn der IWF in Krisenzeiten Nothilfe für ein&#13;
Land leistet, wie die jüngsten Fälle in Asien gezeigt&#13;
haben. In Korea streckten die internationalen Banken&#13;
einen beträchtlichen Teil der ausstehenden Kredite&#13;
und handelten sie neu aus, während der IWF Korea&#13;
einen Nothilfefonds unter Zuhilfenahme seiner neuen&#13;
Kreditfazilität mit kurzfristigen hohen, an durchgreifendere Maßnahmen gebundenen Zinsen anbot. In&#13;
Indonesien verhandeln die ausländischen Banken jetzt&#13;
mit einem Komitee, das die Unternehmensschuldner&#13;
des Privatsektors vertritt, während das Indonesienprogramm mit dem IWF darauf abzielt, ein stabileres&#13;
makroökonomisches Umfeld zu schaffen.&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�Obwohl die ganze Frage der Einbeziehung des&#13;
Privatsektors äußerst kompliziert ist - und es gibt viele&#13;
Bereiche, die noch nicht vollständig erforscht sein&#13;
könnten - möchte ich nur einige Anmerkungen zu&#13;
möglichen Mechanismen machen.&#13;
Im allgemeinen würde die Förderung neuer, flexiblerer&#13;
Formen von Schuldenabkommen und -vertragen einen&#13;
Rahmen für direkte Verhandlungen zwischen Gläubigern und Investoren bieten. Darüber hinaus sollte der&#13;
IWF die Kreditvergabe für Zahlungsrückstände&#13;
sondieren - mit anderen Worten, der IWF sollte&#13;
weiterhin die Finanzierung für Länder bereitstellen,&#13;
selbst wenn diese Länder mit der Bezahlung von&#13;
Schulden an private Gläubiger im Rückstand sind - um&#13;
eine Situation zu schaffen, in der Schuldner und&#13;
Gläubiger die Dinge selbst aushandeln. Ein umfassenderes internationales Konkursregime irgendeiner Art&#13;
könnte große Anziehungskraft haben, aber die politischen Hindernisse könnten sich - zumindest beim&#13;
derzeitigen Wissensstand - als unüberwindbar erweisen. Starke Konkursgesetze und -Institutionen, die&#13;
die Beziehungen zwischen Schuldner und Gläubiger&#13;
abdecken, könnten jedoch bedeuten, daß Unternehmenskonkurse eine bessere Chance haben,&#13;
schnell und mit weniger Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt gelöst zu werden. Die Regierungen&#13;
könnten dann den Umfang offizieller Garantien&#13;
verringern, um ein gesunderes Umfeld zu schaffen,&#13;
damit Unternehmensschulden nicht geschützt werden,&#13;
und dort, wo es angemessen ist, Banken in Konkurs&#13;
gehen können. Es wurden auch verschiedene Versicherungspläne für Gläubiger unterbreitet, aber keiner&#13;
der bisher vorgeschlagenen scheint effektiv zu sein,&#13;
und einige könnten eine zusätzliche moralische Gefahr&#13;
darstellen.&#13;
Bevor ich zum Schluß komme, möchte ich ein wichtiges vordringliches Thema ansprechen. Der IWF hat&#13;
eine zentrale Rolle bei den Bestrebungen zur Wiederherstellung der Finanzstabilität im Hinblick auf&#13;
Krisen in den kommenden Jahren gespielt - Themen,&#13;
die von entscheidender Bedeutung für das wirt-&#13;
&#13;
schaftliche Wohlergehen des amerikanischen Volkes&#13;
sind. Dies alles unterstreicht die Notwendigkeit, daß&#13;
der Kongreß - wie vom Präsidenten gefordert - die&#13;
vollständige Finanzierung des IWF genehmigt. Infolge&#13;
der jüngsten Situation in Asien nähern sich die&#13;
normalen Finanzressourcen des IWF einem historischen Tiefstand. Der IWF könnte nicht die Kapazität&#13;
haben, effektiv zu reagieren, wenn sich die Krise in&#13;
Asien verschärft, sich auf andere Entwicklungsländer&#13;
auf der ganzen Welt ausweitet, oder wenn kurzfristig&#13;
eine neue Krise entstünde. Jeder Tag, an dem diese&#13;
Situation anhält, ist ein weiterer Tag, an dem amerikanische Arbeitnehmer, Landwirte und Unternehmer&#13;
verletzbar sind. Der Kongreß sollte handeln, und zwar&#13;
jetzt. Und unsere Fähigkeit, den IWF zu beeinflussen,&#13;
sich mit diesen neuen Herausforderungen zu befassen, hat wiederum Auswirkungen auf unsere Fähigkeit,&#13;
den IWF mit den erforderlichen Mitteln zu unterstützen.&#13;
Wie ich bereits ausführte, müssen wir viele Schritte&#13;
unternehmen, um eine starke globale Wirtschaft&#13;
aufzubauen, von der jeder profitiert. Aber die Ziele, die&#13;
ich heute umrissen habe - bessere Information, ein&#13;
stärkeres nationales Finanzsystem und Mechanismen,&#13;
damit der Privatsektor die Konsequenzen seiner&#13;
Investitionsentscheidungen in vollerem Umfang&#13;
übernimmt - sind entscheidende Elemente bei der&#13;
Stärkung der Architektur des internationalen Finanzsystems, insbesondere im Hinblick auf die Verhinderung von finanzieller Instabilität und Krisen sowie&#13;
deren Handhabung.&#13;
Fortschritte erfordern Zeit, eine enorme Menge von&#13;
Energie seitens der internationalen Gemeinschaft und&#13;
in unserem Land enge Zusammenarbeit zwischen dem&#13;
Kongreß und der Administration. Aber unser Erfolg bei&#13;
der Bewältigung der Herausforderung einer Stärkung&#13;
der internationalen Finanzarchitektur wird auf Jahrzehnte hinaus entscheidend für den globalen Wohlstand - und das wirtschaftliche Wohlergehen unseres&#13;
Landes - sein.&#13;
Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
Seite 6&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�UMWELT&#13;
22. April 1998&#13;
&#13;
Innovationen in den Vereinigten Staaten und das&#13;
amerikanische Engagement für den Umweltschutz&#13;
Rede des Gesandten Michael C. Polt&#13;
&#13;
BONN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die der Gesandte der Botschaft der Vereinigten Staaten&#13;
von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland, Michael C. Polt, am 20. April 1998 an der Bonner Universität&#13;
gehalten hat.&#13;
&#13;
Ich freue mich über das Interesse an der heutigen&#13;
Veranstaltung. Wenn Sie wüßten, welche Erfahrungen&#13;
ich vor kurzem während der "Woche der Erde" gemacht habe, wüßten Sie, wie sehr ich mich freue,&#13;
heute hier zu sein. Während meiner letzten drei Jahre&#13;
in der Schweiz habe ich zusammen mit einigen&#13;
Kollegen der Amerikanischen Botschaft und des Amts&#13;
für Stadtreinigung in orangefarbenen Overalls bei der&#13;
Säuberung des Ufers der Aare in Bern mitgeholfen.&#13;
(Ja, sogar in der Schweiz gibt es Müll!) Es machte mir&#13;
nichts aus "anzupacken", wie es in den siebziger&#13;
Jahren in dem amerikanischen Slogan gegen die&#13;
Umweltverschmutzung hieß, aber es ist sehr viel&#13;
wichtiger für mich, heute hier zu sein.&#13;
Ich möchte gleich zu Anfang einräumen, daß ich kein&#13;
Umweltexperte bin. Wie viele von Ihnen in diesem&#13;
Raum bin auch ich sozusagen ein "Umweltkonsument"&#13;
- ein Konsument der Schönheit der Natur, sauberer&#13;
Luft und einer gesunden Umgebung. Als Vater von&#13;
zwei Kindern mache ich mir Sorgen über die Auswirkungen, die der Mensch auf den Planeten hat. Und&#13;
als Diplomat bin ich schließlich an der Förderung von&#13;
internationaler Zusammenarbeit und einer Lerngemeinschaft für den Umweltschutz interessiert.&#13;
I. Das US-Außenministerium und Umweltdiplomatie&#13;
Ich freue mich, berichten zu können, daß der Umweltschutz im Jahr 1996 zu einem expliziten außenpolitischen Anliegen der Vereinigten Staaten wurde.&#13;
Damals gab Außenminister Warren Christopher&#13;
bekannt, daß das Außenministerium die Federführung&#13;
bei die gesamte US-Regierung umfassenden Bestre-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
bungen übernehmen würde, die globalen Umweltherausforderungen anzugehen. Christopher formulierte&#13;
das Problem folgendermaßen: "Die Vereinigten&#13;
Staaten übernehmen die Führungsrolle bei der&#13;
Förderung von Frieden und Wohlstand weltweit. Wir&#13;
müssen auch beim Schutz der globalen Umwelt&#13;
führend sein, von der Wohlstand und Frieden letztlich&#13;
abhängen."&#13;
Diese Initiative wurde von Außenministerin Albright&#13;
fortgesetzt und erweitert. Jedes Jahr gibt das Außenministerium am "Tag der Erde" eine auf den neusten&#13;
Stand gebrachte Version seines Berichts mit dem Titel&#13;
Environmental Diplomacy heraus. Dieser Bericht soll&#13;
nicht nur die politischen Entwicklungen, sondern auch&#13;
die Herausforderungen und Prioritäten für das kommende Jahr hervorheben. Sie können ihn in dieser&#13;
Woche auf der Homepage des Außenministeriums und&#13;
der unserer Botschaft lesen.&#13;
Eine weitere Initiative des Außenministeriums ist&#13;
institutioneller Art. Wir haben ungefähr ein Dutzend&#13;
regionaler Zentren eingerichtet, die Umweltthemen in&#13;
die Außenpolitik integrieren sollen. Das sind Büros in&#13;
unseren Botschaften, die sich auf grenzüberschreitende Umweltprobleme konzentrieren - Probleme, die nur&#13;
gelöst werden können, wenn die betroffenen Nationen&#13;
miteinander kooperieren. Obwohl alle Zentren einen&#13;
gemeinsamen Ansatz bezüglich der Hilfestellung für&#13;
andere Nationen bei der Zusammenarbeit haben, wird&#13;
jedes Zentrum die vordringlichsten Umweltprobleme in&#13;
Angriff nehmen, die spezifisch für seine Region sind.&#13;
Beim zentralasiatischen Zentrum in Taschkent liegt&#13;
beispielsweise das Hauptaugenmerk auf den wasserbezogenen Problemen des Aralsees. In Addis Abeba&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�liegt das Augenmerk auf Desertifikation, Entwaldung,&#13;
Artenvielfalt und Wassernutzung.&#13;
&#13;
der Ansicht, daß das Ozonloch sich bald nach der&#13;
Jahrhundertwende zu schließen beginnt.&#13;
&#13;
Dieses System von Zentren spiegelt die Hauptgründe&#13;
wider, aus denen Diplomaten sich für den Umweltschutz engagieren sollten:&#13;
&#13;
In einem weiteren wichtigen Bereich - der Luftqualität bieten die Vereinigten Staaten technisches Fachwissen an und fördern den Export von sauberen Technologien, um anderen Nationen bei der Verbesserung&#13;
ihrer Luft und öffentlichen Gesundheit behilflich zu&#13;
sein. In Osteuropa sind wir besonders aktiv. Dort&#13;
haben Jahrzehnte der Nutzung von Kohlekraftwerken&#13;
zusammen mit mangelnder Umweltregulierung die&#13;
Luftqualität ernsthaft verschlechtert. Zusammen mit&#13;
der EU und Ungarn haben die Vereinigten Staaten&#13;
entscheidend an der Einrichtung des regionalen&#13;
Umweltzentrums für Zentral- und Osteuropa in Budapest mitgewirkt. Dieses Zentrum hat eine führende&#13;
Rolle im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit kommunalen und nationalen Regierungen übernommen,&#13;
sowohl direkt als auch über Nichtregierungsorganisationen, um bei der Erarbeitung strenger Umweltbestimmungen über Luftqualität und der Durchsetzung&#13;
dieser Bestimmungen zu helfen.&#13;
&#13;
Umweltverschmutzung macht nicht vor internationalen Grenzen halt,&#13;
Ressourcenknappheit hat das Potential,&#13;
internationale Konflikte auszulösen und&#13;
Diplomatie kann ein wichtiges Instrument bei&#13;
der Bewältigung der umweltpolitischen Herausforderungen der Welt sein.&#13;
Obwohl dies ein relativ neuer Aufgabenbereich des&#13;
Außenministeriums ist, ist es auch ein ziemlich natürliches Unternehmen für uns. Wir möchten die Dinge&#13;
bewegen und einen maßgeblichen Unterschied&#13;
bewirken.&#13;
II. Die Bilanz&#13;
Die Umweltdiplomatie des US-Außenministeriums ist&#13;
nur ein Teil eines sehr viel größeren Netzes amerikanischer Initiativen zum Schutz der Artenvielfalt,&#13;
Verringerung toxischer Chemikalien, Bekämpfung der&#13;
Auswirkungen des Klimawandels und Pflege von&#13;
Ozeanen und Wäldern.&#13;
Ich möchte einige spezifische Leistungen erwähnen,&#13;
die im In- und Ausland sowohl auf unilateraler Ebene&#13;
als auch im Rahmen eines internationalen Regimes&#13;
erbracht wurden.&#13;
Im Interesse der Artenvielfalt verhängten die Vereinigten Staaten 1994 Sanktionen gegen Taiwan, um&#13;
Tiger und Nashörner zu schützen. Der lukrative&#13;
Handel mit ihren Körperteilen und Produkten hat sie in&#13;
vielen Gegenden an den Rand des Aussterbens&#13;
gebracht - trotz des Verbots dieses Handels gemäß&#13;
der Konvention über den internationalen Handel mit&#13;
gefährdeten Arten. Als Reaktion auf unsere Aktion&#13;
unternahm Taiwan dramatische Schritte zur Eindämmung des gesamten illegalen Handels mit wildlebenden Tieren, einschließlich des Handels mit Tigerknochen und dem Hörn der Nashörner. Taiwans&#13;
herausragende Verpflichtung zur Bewältigung dieses&#13;
gravierenden Problems gestattete den Vereinigten&#13;
Staaten die Aufhebung der Handelssanktionen.&#13;
Die Beteiligung an multilateralen Regimen ist ebenfalls&#13;
ein wichtiger Teil der amerikanischen Umweltpolitik.&#13;
Als Unterzeichner des Montrealer Protokolls von 1987&#13;
haben wir zur drastischen Reduzierung der Emission&#13;
von die Ozonschicht zerstörenden Substanzen in die&#13;
Atmosphäre beigetragen. Aufgrund dieses bahnbrechenden Abkommens sind die Wissenschaftler jetzt&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Die Durchsetzung ist ein wichtiges Element des&#13;
amerikanischen Ansatzes zum Schutz der Umwelt. Im&#13;
vergangenen Jahr erweiterte das amerikanische&#13;
Umweltschutzamt - das EPA - den Einsatz einer neuen&#13;
Maßnahme beträchtlich, die die Industrie zur Offenlegung und Behebung von Verstößen gegen Umweltvorschriften ermutigte. Aber hier wird mit "Zuckerbrot und&#13;
Peitsche" hantiert: Das EPA unternimmt beispiellose&#13;
Anstrengungen, um der Industrie Hilfe zur Verfügung&#13;
zu stellen und die freiwillige Offenlegung von Verstößen gegen Umweltbestimmungen zu ermutigen.&#13;
Das ist das Zuckerbrot. Gleichzeitig hat das EPA den&#13;
Einsatz der "Peitsche" stark erweitert, um die Einhaltung der Umweltgesetze durch die Industrie sicherzustellen. Die Bilanz des EPA ist beeindruckend: Im&#13;
vergangenen Jahr verhängte das amerikanische&#13;
Justizministerium das höchste Strafmaß insgesamt in&#13;
seiner Geschichte im Zivil- und Strafprozeßrecht für&#13;
Verstöße gegen Umweltvorschriften über einen&#13;
Zeitraum von einem Jahr hinweg.&#13;
Die Durchsetzung ist natürlich unabdingbar. Aber die&#13;
Vereinigten Staaten glauben an die Macht von Anreizen. Vorrangig dabei sind marktorientierte Mechanismen, auf die ich gegen Ende meiner Ausführungen&#13;
im einzelnen eingehen werde. Im Augenblick genügt&#13;
es zu sagen, daß sie zu den innovativsten - und&#13;
vielversprechendsten - Merkmalen der amerikanischen&#13;
Umweltpolitik zählen. Wir haben gelernt, daß die&#13;
Kosten für den Umweltschutz entschieden niedriger&#13;
sind, wenn die Regierung den Umweltschutz für die&#13;
Industrie so attraktiv wie möglich macht.&#13;
Anreize können staatliche Regulierung auch ergänzen.&#13;
Die US-Regierung ermutigt beispielsweise Firmen, in&#13;
ihren Sektoren oder Fachbereichen eine Führungsrolle&#13;
in Umwelttechnologie zu übernehmen. Das EPA hat&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�eine neue Webseite geschaffen, die Erfolgsgeschichten bei der Verhinderung von Umweltverschmutzung&#13;
auflistet. Die Geschichten erzählen von technologischen und verwaltungstechnischen Veränderungen Geschichten, die zur Verbreitung dessen beitragen,&#13;
was sie als einzelne Unternehmen zum Schutz der&#13;
Umwelt tun. Hier in Deutschland weiß man, daß die&#13;
Verbraucher die Unternehmen belohnen, denn das&#13;
war die ursprüngliche Idee hinter dem System "Der&#13;
grüne Punkt" für das Recycling. Damit wird den&#13;
Verbrauchern die Macht gegeben, Hersteller zu&#13;
belohnen, die den Umweltschutz ernst nehmen.&#13;
&#13;
Käufer von extrem verbrauchsarmen Fahrzeugen erhalten einen Steuerfreibetrag von&#13;
3.000 bis 4.000 Dollar.&#13;
&#13;
Hier einige der jüngsten Maßnahmen der Vereinigten&#13;
Staaten beim Umweltschutz. Sie können einer langen&#13;
Liste von Bestrebungen hinzugefügt werden:&#13;
&#13;
Im Lauf von fünf Jahren sollen diese steuerlichen Anreize insgesamt 6,3 Milliarden Dollar&#13;
betragen.&#13;
&#13;
Im vergangenen Jahr haben wir den 25.&#13;
Jahrestag des Gesetzes über die Reinhaltung&#13;
des Wassers gefeiert. Ich möchte nicht so&#13;
tun, als hätten wir nicht eine große Hürde zu&#13;
überwinden gehabt: Einige von Ihnen erinnern&#13;
sich vielleicht, daß der Fluß Cuyahoga in Ohio&#13;
tatsächlich Feuer gefangen hat und der Hudson einen Bakteriengehalt hatte, der um das&#13;
170-fache zu hoch war. Die Amerikaner&#13;
sagten in den siebziger Jahren, "genug ist&#13;
genug", und heute haben sie nicht nur Anspruch auf saubereres Wasser, sondern auch&#13;
auf Beurteilungen der Sicherheit ihres lokalen&#13;
Trinkwassers, die den Verbrauchern von&#13;
ihrem Wasserwerk zugeschickt werden. Und&#13;
erst vor zwei Monaten stockte Präsident&#13;
Clinton seinen Aktionsplan Sauberes Wasser&#13;
um über 500 Millionen Dollar auf. Damit wird&#13;
der Weg zu saubererem Wasser fortgesetzt.&#13;
&#13;
Präsident Clinton stellte ferner 2,7 Milliarden Dollar für&#13;
zusätzliche Forschung und die Entwicklung neuer,&#13;
energieeffizienter Technologien zur Verfügung. Das ist&#13;
von entscheidender Bedeutung. Ich möchte dies&#13;
betonen: Neue Technologien sind von entscheidender&#13;
Bedeutung. Wenn wir Wissenschaft, Technologie und&#13;
Wissen optimal nutzen, können wir unsere Volkswirtschaften ankurbeln und die Qualität der Umwelt&#13;
verbessern. Im vergangenen Jahr wurde ein Durchbruch in der Brennstoffzellentechnologie bekanntgegeben, der den Weg zur Entwicklung von Autos&#13;
ebnen wird, die doppelt soviel Energie sparen wie die&#13;
heutigen Modelle. Da es in unseren Gesellschaften&#13;
einfach nicht möglich ist, auf das Auto zu verzichten,&#13;
birgt diese Technologie große Versprechen. Sie kann&#13;
nicht nur zu einer Verringerung der Verschmutzung&#13;
führen, sondern auch zur Senkung der Kosten des&#13;
Autofahrens.&#13;
&#13;
Die Vereinigten Staaten waren international&#13;
führend dabei, im Jahr 1975 Katalysatoren für&#13;
neue Autos zur Vorschrift zu machen.&#13;
Und schließlich sagen Sie in Deutschland&#13;
"Recycling", weil es eines dieser typisch&#13;
amerikanischen Phänomene war, das von&#13;
anderen Ländern übernommen und sogar&#13;
verbessert wurde.&#13;
III. Zukunftsorientierte Programme&#13;
Diese Maßnahmen sind wichtig, weil sie uns zeigen,&#13;
wieviel wir getan haben und tun können - ohne das&#13;
Wirtschaftswachstum zu beeinträchtigen. Aber in&#13;
meinem Land gibt es sehr viel mehr zu tun.&#13;
Präsident Clinton hat Anfang dieses Jahres im Rahmen seiner Strategie für den Schutz des Klimas eine&#13;
Reihe von Steuererleichterungen für Verbraucher&#13;
eingeführt, die umweltfreundlich einkaufen.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
Für neue Sonnenkollektoren auf dem Dach&#13;
zur Erzeugung von Strom oder heißem Wasser kann ein Steuerfreibetrag von bis zu 2.000&#13;
Dollar gewährt werden.&#13;
Mit einem Steuerfreibetrag in Höhe von 2.000&#13;
Dollar wird der Kauf eines energieeffizienten&#13;
neuen Hauses belohnt.&#13;
&#13;
Sauberere Autos sind eine weitere wichtige, zukunftsorientierte Initiative.&#13;
Vizepräsident Gore rief im&#13;
Februar ein Programm für sauberere Autos ins Leben,&#13;
das die Qualität der Luft dramatisch verbessern wird,&#13;
indem es den amerikanischen Verbrauchern bis zum&#13;
Ende des Jahres Fahrzeuge mit saubererer Verbrennung anbietet. Es ist von Bedeutung, daß sich bei&#13;
dieser Initiative das Weiße Haus, das EPA und&#13;
Vertreter amerikanischer und ausländischer Automobilhersteller gemeinsam freiwillig an einem Programm&#13;
beteiligt haben, Autos 70 Prozent sauberer zu machen&#13;
als das Gesetz verlangt.&#13;
Ein für die Vereinigten Staaten sehr wichtiges Gebiet bei dem Deutschland für uns als Modell dient - ist die&#13;
Erneuerung heruntergekommener Stadtviertel. Im&#13;
Rahmen einiger unserer vielversprechendsten Projekte werden Partnerschaften zwischen Kommunalbeamten, Bankern, Geschäftsleuten und Anwohnern&#13;
gegründet. In einem Landkreis in Ohio war ein&#13;
Sanierungsprojekt ein enormer Erfolg. Es verwandelte&#13;
heruntergekommene Stadtviertel in prosperierende&#13;
Gemeinden, führte zur Schaffung von fast 200 Arbeitsplätzen, einer Erhöhung der Steuereinnahmen um&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�mehr als eine Million Dollar, kurbelte die örtliche&#13;
Wirtschaft an und ersparte unerschlossenen Gegenden sogar die Planierraupe. Es ist ein Erfolgsrezept,&#13;
und derzeit laufen in ganz Amerika mehr als einhundert Pilotprojekte zur Sanierung heruntergekommener Stadtviertel oder stehen kurz vor ihrer&#13;
Einleitung. Die Rolle der Bundesregierung besteht&#13;
darin, diese Partnerschaften zu erleichtern, interessante Modelle für Zusammenarbeit zu entwickeln&#13;
und auf kommunaler und Bundesebene einen Pool von&#13;
Begabungen und Ressourcen zu bilden.&#13;
Ferner bemühen wir uns, von den Indianern über den&#13;
Schutz der Artenvielfalt zu lernen. Mit ungefähr 550&#13;
Indianerstämmen in den Vereinigten Staaten können&#13;
wir auf eine breite Palette von Erfahrungen zurückgreifen. Im vergangenen Jahr haben Behörden der&#13;
Bundesregierung mit verschiedenen Stämmen Konsultationen geführt und Fallstudien über den Einsatz von&#13;
einheimischem Wissen beim Umweltschutz und die&#13;
nachhaltige Nutzung der Artenvielfalt in den Vereinigten Staaten gemacht.&#13;
Teile der indianischen Bevölkerung haben eine&#13;
wunderbare Einstellung zum Umweltschutz: Beim&#13;
Umgang mit den natürlichen Ressourcen muß man&#13;
sieben Generationen weit denken. Es ist eine Philosophie, die in den Vereinigten Staaten und andernorts stärker gefördert sollte.&#13;
In den Vereinigten Staaten macht man sich immer&#13;
mehr Gedanken darüber, was der Einzelne zum&#13;
Schutz der Umwelt unternehmen kann. In meinem&#13;
Land ist die Bevölkerung durch den Umweltgipfel von&#13;
Rio 1992 aufgerüttelt worden. Das internationale Jahr&#13;
des Ozeans - YOTO - ist besonders populär, da mehr&#13;
als die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung nur&#13;
wenige Kilometer von einer Küste entfernt lebt. Aus&#13;
diesem Grund rief Präsident Clinton alle Amerikaner&#13;
dazu auf, dies als Gelegenheit zu nehmen, mehr über&#13;
die Ozeane und ihre enorme Artenvielfalt zu lernen&#13;
und sich für saubere Küstengewässer einzusetzen.&#13;
Von besonderer Bedeutung ist die Synergie zwischen&#13;
Gemeinden und nationalen Regierungen sowohl auf&#13;
nationaler als auch auf internationaler Ebene. Präsident Clinton wies Ende März in seiner in Botswana&#13;
gehaltenen Rede darauf hin. Er erklärte: "Auf allen&#13;
Kontinenten werden sich Nationen der engen Verbindung zwischen Umweltschutz und Demokratie bewußt,&#13;
während die Kommunalregierungen sich mit den&#13;
Zentralregierungen die Verantwortung für den Schutz&#13;
von Tieren und Wasser, Wäldern und Ackerland teilen.&#13;
Wenn die Menschen entscheiden können, beschließen&#13;
sie in den meisten Fällen, das zu schützen, was für sie&#13;
kostbar ist."&#13;
Das amerikanische Programm "grüne Gemeinden"&#13;
basiert auf dieser Philosophie. Es wurde vom Umweltsschutzamt ins Leben gerufen und versucht, den&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
Gemeinden bei der Abstimmung ihrer umweit-,&#13;
wirtschafts- und sozialpolitischen Entscheidungen zu&#13;
helfen. Der Ansatz ist einfach. Er beginnt mit einem&#13;
online angebotenen Hilfspaket, das den Menschen&#13;
Informationen gibt, die sie nutzen. Ferner beinhaltet er&#13;
technische Hilfe, Informationen und Empfehlungen, um&#13;
Gemeinden, Kommunalregierungen und besorgten&#13;
Bürgern bei der Bewältigung der immer komplexeren&#13;
Anforderungen an Gemeindeplanung und -Verwaltung&#13;
zu helfen. Beispielsweise begann die Stadt York in&#13;
Pennsylvania letztes Jahr mit einem Projekt zur&#13;
Weiterentwicklung des Eisenbahnkorridors der Stadt&#13;
durch Investitionen in Höhe von 50 Millionen Dollar aus&#13;
privaten und öffentlichen Quellen, damit auf 40 Hektar&#13;
dieses Geländes 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen&#13;
werden können. Das Programm "grüne Gemeinden"&#13;
wird jetzt um ein neues Programm erweitert - "grüne&#13;
Gemeinden für Afrika".&#13;
Der Präsident gab vergangenen Monat ferner eine&#13;
neue Initiative bekannt, dieses Jahr mehr als 80&#13;
Millionen Dollar zu investieren, um den Ländern&#13;
Afrikas beim Schutz ihrer schönen Natur zu helfen.&#13;
Und er versprach, die Ratifizierung des Vertrags über&#13;
Desertifikation, den er dem Senat 1996 übermittelte, zu&#13;
einem Bestandteil seines vorrangigen Aktionsplans zu&#13;
machen.&#13;
IV. Nachhaltiges Wachstum und Klimawandel&#13;
Zusammenfassend lautet meine bisherige Botschaft,&#13;
daß wir die Umwelt am besten durch die Schaffung&#13;
von Kreisläufen richtigen Verhaltens schützen können&#13;
- Kreisläufe, bei denen gute Praktiken zu weiteren&#13;
guten Praktiken führen. Wir sollten eine Situation&#13;
anstreben, in der Vision, Forschung, der Markt und&#13;
einzelne Unternehmen sich gegenseitig verstärken.&#13;
Alle diese Elemente sind Bestandteil des Ansatzes der&#13;
Vereinigten Staaten zur Bekämpfung des Klimawandels.&#13;
Aus diesem Grund haben wir uns in Kyoto um ein&#13;
nationales und internationales System handelbarer&#13;
Emissionszertifikate für Treibhausgase bemüht. Im&#13;
Rahmen eines internationalen Regimes für den Handel&#13;
mit Emissionen kann ein Land oder Unternehmen&#13;
seine Emissionsziele erreichen, indem es entweder&#13;
seine eigene Verschmutzung verringert oder Verringerungen anderer Länder und Firmen kauft oder durch&#13;
eine Kombination von beidem.&#13;
Ein System handelbarer Emissionszertifikate ist in den&#13;
Vereinigten Staaten bereits mit großem Erfolg umgesetzt worden und hat den sauren Regen zu einem&#13;
Bruchteil der prognostizierten Kosten dramatisch&#13;
verringert. Man kann jetzt an der Chicagoer Handelskammer mit Schwefeldioxidzertifikaten handeln. Es&#13;
gibt viele Lösungen zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen, von denen alle Seiten profitieren. Diese&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�Lösungen können die Energieeffizienz erhöhen und&#13;
den Verbrauchern Einsparungen bringen.&#13;
Wir halten die Konferenz von Kyoto über den Klimawandel für einen Erfolg. In Kyoto setzten wir uns auch&#13;
für die Aufnahme von sechs anstelle von nur drei&#13;
Gasen in das Protokoll ein. Wir haben viele der in&#13;
Kyoto vertretenen Nationen erfolgreich von der&#13;
Notwendigkeit überzeugt, zusätzliche Gase in die&#13;
Bestimmungen aufzunehmen, die synthetische&#13;
Ersatzstoffe für ozonschädigende FCKW sind, große&#13;
Auswirkungen auf die Umwelt haben und nur schwer&#13;
abbaubar sind. Und ich bin besonders optimistisch&#13;
über die Aufnahme von marktorientierten Mechanismen.&#13;
Das Protokoll von Kyoto gibt durch den Mechanismus&#13;
für saubere Entwicklung einen Anstoß für die Teilnahme von Entwicklungsländern. Auf diesem Gebiet&#13;
muß aber noch mehr unternommen werden. Es bleibt&#13;
ein amerikanisches Schlüsselziel sicherzustellen, daß&#13;
sich die Entwicklungsländer maßgeblich beteiligen.&#13;
Aus diesem Grund hat Präsident Clinton erklärt, daß er&#13;
dem Senat das Protokoll erst dann zur Beratung und&#13;
Annahme vorlegen wird, wenn die wichtigsten Entwicklungsländer sich substantiell beteiligen.&#13;
&#13;
pflichtungen wie Normen für Energieeffizienz und&#13;
Marktreform sowie Aktivitäten im Sinne des Klimaschutzes wie Wiederaufforstung, Modernisierung von&#13;
Kernkraftwerken und Einsatz erneuerbarer Energiequellen.&#13;
Aber wir müssen noch mehr tun. Da die Vereinigten&#13;
Staaten die meisten Treibhausgase emittieren, haben&#13;
sie eine besondere Verantwortung gegenüber ihrer&#13;
eigenen Bevölkerung und der übrigen Welt zu handeln.&#13;
Und wir setzen unsere nationalen technischen Ressourcen ein, um in anderen Gebieten auf der Welt Hilfe&#13;
zu leisten.&#13;
Ein jüngstes Beispiel ist das Projekt der NASA&#13;
für die allererste Umweltstudie im südlichen&#13;
Afrika. Sie soll einen Maßstab für Veränderungen der Umwelt bieten und helfen, die&#13;
Auswirkungen des Klimawandels einzuschätzen.&#13;
Die Vereinigten Staaten planen auch die&#13;
Bereitstellung von einer Milliarde Dollar über&#13;
einen Zeitraum von fünf Jahren, um den&#13;
Entwicklungsländern bei der Bekämpfung der&#13;
globalen Erderwärmung zu helfen.&#13;
&#13;
Während derzeit die Industriestaaten für ungefähr 60&#13;
Prozent der gesamten Emissionen verantwortlich sind,&#13;
steigen die Emissionen der Entwicklungsländer schnell&#13;
an und werden sich im Jahr 2020 auf mehr als die&#13;
Hälfte der weltweiten Emissionen belaufen. China ist&#13;
weltweit bereits für den zweithöchsten Anteil an&#13;
Treibhausgasemission verantwortlich und wird die&#13;
Vereinigten Staaten, die leider noch den höchsten&#13;
Emissionsanteil besitzen, innerhalb der nächsten 15&#13;
Jahren überrunden. Daher ist es dringend geboten,&#13;
daß jeder unserer nächsten Schritte Aktionen der&#13;
Entwicklungsländer und Industrieländer gleichermaßen&#13;
beinhaltet.&#13;
&#13;
V. Ökosysteme und breitgefächerte Ansätze&#13;
&#13;
Diesen November findet in Buenos Aires die vierte&#13;
Konferenz über den Klimawandel statt. Darüber&#13;
hinausblickend arbeiten wir an einer Übereinkunft über&#13;
verschiedene Themen im Zusammenhang mit der&#13;
Umsetzung des Protokolls von Kyoto. Dazu zählen&#13;
Richtlinien für den Handel mit Emissionszertifikaten,&#13;
gemeinsame Programme zur Umsetzung des Protokolls sowie der Mechanismus für saubere Entwicklung&#13;
- eine Initiative zur Ermutigung von Wachstum, und&#13;
zwar sauberem Wachstum, in den Entwicklungsländern. Der Mechanismus für saubere Entwicklung&#13;
gestattet den Industriestaaten den Einsatz von Emissionszertifikaten aus ihrer Tätigkeit in den Entwicklungsländern, die sie sich für die Einhaltung der&#13;
Emissionsziele anrechnen lassen können. Ferner&#13;
fördern wir Mechanismen zur Ermutigung einer&#13;
sinnvolleren Beteiligung der Entwicklungsländer,&#13;
beispielsweise durch die freiwillige Verpflichtung zu&#13;
bindenden Emissionszielen, andere Arten von Ver-&#13;
&#13;
Ich bin optimistisch, daß uns das gelingen wird. Die&#13;
Leiterin des amerikanischen Umweltschutzamts, Carol&#13;
Browner, wird nicht müde darauf hinzuweisen, daß&#13;
jedes Mal, wenn in den Vereinigten Staaten Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit&#13;
ergriffen werden - das Gesetz zur Reinhaltung der Luft,&#13;
das Gesetz zur Reinhaltung des Wassers etc. - diese&#13;
Gesetze von düsteren Prognosen der Industrie über&#13;
eine wirtschaftliche Katastrophe begleitet werden. Die&#13;
Bilanz zeigt jedoch, daß diese Aktionen enorme&#13;
Vorteile mit sich brachten. Und die düsteren Wirtschaftsprognosen haben sich nicht erfüllt. Warum?&#13;
Weil die Industrie letzten Endes die Herausforderung&#13;
meistert und kostengünstigere, innovativere Wege zur&#13;
Erfüllung dieser neuen Standards und Verringerung&#13;
der Verschmutzung findet.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
Da Sie an der Umwelt interessiert sind, wissen Sie,&#13;
daß es unsinnig wäre, ein Umweltproblem wie den&#13;
Klimawandel aus dem Zusammenhang gerissen zu&#13;
diskutieren. Es ist wesentlich, die Dynamik des&#13;
gesamten Systems zu sehen.&#13;
Dasselbe Prinzip sollte auf unsere Aktionen angewandt werden. Wir können Umweltfragen nicht&#13;
unabhängig von der Notwendigkeit behandeln, daß&#13;
unsere Volkswirtschaften weiterhin unsere Bevölkerungen ernähren. Wir müssen ein Gleichgewicht finden.&#13;
&#13;
Tatsächlich kann mit der Umweltschutztechnologie&#13;
Geld verdient werden. Das brauche ich einem deut-&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�sehen Publikum nicht zu sagen, denn Ihr Land ist bei&#13;
diesen Technologien weltweit führend. Die gute&#13;
Nachricht lautet, daß wir ein Klima von Umweltbewußtsein schaffen und gleichzeitig Wettbewerb beim&#13;
Umweltschutz fördern. Das wird uns in Zukunft helfen,&#13;
noch mehr zu bewirken - nicht nur, weil es richtig ist,&#13;
&#13;
sondern auch, weil es in wirtschaftlicher Hinsicht&#13;
sinnvoll ist.&#13;
Und mit diesen optimistischen Worten möchte ich die&#13;
Diskussion eröffnen,&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
Seite 6&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 08&#13;
&#13;
�</text>
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    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
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      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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          <name>Creator</name>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 22.04.1998</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Albright: Wirtschaftswachstum bleibt außenpolitisches Ziel der USA&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede der US-Außenministerin&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gründe für die NATO-Erweiterung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Botschafter Alexander Vershbow&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Stärkung der globalen Finanzarchitektur&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Finanzminister Rubin&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Innovationen in den Vereinigten Staaten und das amerikanische Engagement für den Umweltschutz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Gesandten Michael C. Polt&lt;/em&gt;</text>
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