<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2470" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2470?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T21:59:23+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2481">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/9f2b63ad0459b6f6b04e180d344a4290.pdf</src>
      <authentication>ac56e53804c114bac3c0c1f57e52a0fe</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="12856">
                  <text>Amerikadienst&#13;
&#13;
Herausgeben U.S. Information Service&#13;
Embassy of the United States of America&#13;
&#13;
Z12462 C&#13;
&#13;
22&#13;
&#13;
13. November 1997&#13;
&#13;
USA-EUROPA&#13;
&#13;
AMERIKA UND EUROPA - EINE&#13;
UNENTBEHRLICHE PARTNERSCHAFT&#13;
von Botschafter John C. Kornblum&#13;
&#13;
DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DIE&#13;
SICHERHEITSARCHITEKTUR FÜR DAS&#13;
"EUROPÄISCHE HAUS"&#13;
Rede des Gesandten Michael C. Polt&#13;
&#13;
USA-DEUTSCHLAND&#13;
&#13;
REDE VON GEORGE BUSH AM TAG DER&#13;
DEUTSCHEN EINHEIT&#13;
Besuch des ehemaligen Präsidenten in Berlin&#13;
&#13;
WIRTSCHAFT&#13;
&#13;
NEUE WIRTSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN UND CHANCEN&#13;
Rede von Senator Roth&#13;
&#13;
Informationen über die Politik der US-Regierung und&#13;
die Vereinigten Staaten im allgemeinen können&#13;
auf der Home Page von USIS-Deutschland&#13;
im World Wide Web des Internet unter&#13;
http://www.usia.gov/posts/bonn.html&#13;
abgerufen werden.&#13;
&#13;
Um Übersendung von&#13;
Belegexemplaren&#13;
wird gebeten&#13;
&#13;
Deichmanns Aue 29&#13;
D 53170 Bonn&#13;
Tel.: 0228-339 2372&#13;
&#13;
Fax: 0228-333 138&#13;
e-mail: bbsbonn@usia.gov&#13;
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html&#13;
&#13;
�USA-EUROPA&#13;
&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Amerika und Europa - eine&#13;
unentbehrliche Partnerschaft&#13;
von Botschafter John C. Kornblum&#13;
&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der&#13;
Bundesrepublik Deutschland, John C. Kornblum, am 12. November 1997 in der Friedrich-Ebert-Stiftung hielt.&#13;
&#13;
Ich freue mich über die Gelegenheit, heute zu Ihnen&#13;
sprechen zu dürfen. Wie Sie wissen, bin ich erst vor&#13;
einigen Monaten nach Deutschland gekommen. Ich&#13;
genieße es, wieder hier zu sein, alte Freunde und&#13;
Kollegen wiederzusehen und die faszinierende Palette&#13;
von Themen zu erörtern, mit denen Deutsche, Amerikaner - alle Bürger der transatlantischen Gemeinschaft&#13;
- konfrontiert sind.&#13;
Hier bei der Friedrich-Ebert-Stiftung zu sein, weckt bei&#13;
mir viele Erinnerungen. Wir haben zahlreiche Fragen&#13;
zusammen erörtert und sogar debattiert. Ungeachtet&#13;
dessen, wie weitreichend unsere Diskussionen&#13;
gewesen sein mögen - wer von uns hätte sich die&#13;
enormen Veränderungen vorstellen können, die&#13;
Europa in den letzten zehn Jahren erlebt hat?&#13;
In Deutschland wird heute viel über die Geschwindigkeit des Wandels diskutiert. Wandel kann beängstigend sein. Aber Besorgnis über die heutigen&#13;
Fragen sollte nicht die nahezu revolutionären Veränderungen ignorieren, zu denen unsere beiden&#13;
Länder seit 1990 beigetragen haben. Wir sind wahrhaft Partner im Wandel - positivem Wandel, der für&#13;
unsere beiden Nationen von Vorteil ist.&#13;
Zahl und Ausmaß unserer Erfolge sind überwältigend:&#13;
Die Wiedervereinigung Deutschlands, die Demokratisierung Zentral- und Osteuropas, der Zusammenbruch&#13;
der Sowjetunion, die Wiederherstellung der Souveränität der baltischen Staaten und der Ukraine, die Aufnahme neuer Mitglieder in die NATO, gemeinsame&#13;
Friedenssicherungsoperationen der NATO und&#13;
Rußlands in Bosnien, deutsche Streitkräfte vor Ort in&#13;
Bosnien, ein neuer Rahmen für die Zusammenarbeit&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
der Vereinigten Staaten mit der Europäischen Union.&#13;
Muß ich noch mehr hinzufügen?&#13;
Mit anderen Worten: Die Herausforderung der Anpassung unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen ist in Wirklichkeit nur möglich, weil&#13;
zahlreiche Veränderungen bereits stattgefunden&#13;
haben. Mein Land hat mehr als ein Jahrzehnt mit den&#13;
Herausforderungen des neuen Zeitalters gekämpft.&#13;
Amerika steht heute so gut da, weil wir hart gearbeitet&#13;
und offen debattiert haben. Und wir haben bewiesen,&#13;
daß Wandel möglich ist!&#13;
Vor kurzem stieß ich auf den Begriff "Weltinnenpolitik",&#13;
der die uns konfrontierenden Herausforderungen&#13;
treffend beschreibt. Durch das Ende des Kalten&#13;
Krieges verloren wir den soliden Stabilitätsrahmen,&#13;
innerhalb dessen unser Wohlstand geschaffen wurde.&#13;
Unsere Gesellschaften wurden mit weltweitem Einfluß&#13;
von außen konfrontiert. Die schnelle Globalisierung&#13;
von Industrie und Handel zerstörte für immer die&#13;
Illusion, irgendein Land, einschließlich der Vereinigten&#13;
Staaten, könnte sich von weltweiten Entwicklungen&#13;
isolieren.&#13;
Unsere bestehenden Konzepte von nationalen oder&#13;
sogar regionalen Grenzen der "Weltinnenpolitik"&#13;
wurden somit belanglos. Die Art unserer Zusammenarbeit muß revidiert werden, um dieser neuen Situation&#13;
gerecht zu werden. Die Herausforderungen des&#13;
Wandels stellen sich uns - egal was wir tun.&#13;
Unsere Erfolge haben eine klare Regel für Erfolg im&#13;
neuen Zeitalter aufgestellt: Die atlantische Partnerschaft ist nicht überholt, sie ist nicht in Gefahr - sie ist&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�unentbehrlich. Die zentrale Logik des Zeitalters nach&#13;
dem Kalten Krieg lautet: Das Verschwinden traditioneller Grenzen verlangt eine Vertiefung und Erweiterung&#13;
der praktischen werteorientierten Zusammenarbeit&#13;
zwischen demokratischen Gesellschaften. Ohne eine&#13;
zentrale Bedrohung wird unsere Welt zunehmend&#13;
chaotisch erscheinen - es sei denn, die demokratischen Nationen Europas und Nordamerikas erweitern&#13;
ihren Horizont und definieren eine gemeinsame&#13;
Agenda für den Wandel im transatlantischen Raum&#13;
und auf der ganzen Welt. Unser Atlantisches Bündnis&#13;
bietet den effektivsten Rahmen für diese Bestrebungen.&#13;
Diese gemeinsame Agenda hat viele Kapitel. Heute&#13;
möchte ich über ein wesentliches Element sprechen,&#13;
das auch weiterhin die Grundlage unserer Bestrebungen bleibt - der Erhalt von Frieden und Stabilität in&#13;
Europa.&#13;
Obwohl die sowjetische Bedrohung nicht mehr existiert, müssen wir uns weiterhin auf die Stabilität&#13;
Europas konzentrieren. Dreimal in diesem Jahrhundert standen sich gewaltige Armeen im Zentrum&#13;
Europas gegenüber. Zweimal brach Krieg aus. Beim&#13;
dritten Mal grenzte ein Bündnis westlicher Demokratien die Konfrontation auf den sogenannten Kalten&#13;
Krieg ein.&#13;
Dieser Krieg mag "kalt" gewesen sein, aber es war ein&#13;
Krieg - ein Krieg um Geist und Seele der Menschen,&#13;
und ein Krieg, der den zukünftigen Kurs der westlichen&#13;
Gesellschaft bestimmen sollte. Diese Konfrontation&#13;
ist glücklicherweise vorüber, und erstmals in der&#13;
Geschichte kann unsere atlantische Welt einen&#13;
demokratischen Frieden für ganz Europa aufbauen&#13;
und ausweiten.&#13;
Die wichtigste Lektion des Kalten Krieges lautet somit,&#13;
daß unsere Partnerschaft in der Tat unentbehrlich ist.&#13;
Das Atlantische Bündnis ist keine zeitweilige Struktur&#13;
zur Ankurbelung der Erholung Europas. Es war nie&#13;
ausschließlich zur Eindämmung der Sowjetunion&#13;
konzipiert. Es war von Anfang an eine Definition einer&#13;
zentralen Realität unseres Zeitalters.&#13;
Die schnelle Ausweitung von Technologie und Industrie im 20. Jahrhundert - einschließlich der Technologie des Krieges - hat die Demokratien Europas und&#13;
Nordamerikas zu einer großen Sicherheits- und&#13;
Partnerschaftszone geeint. Amerika ist eine wahrhaft&#13;
europäische Macht. Aber Europa ist auch ein integraler Bestandteil der amerikanischen Realität. Es&#13;
gibt keine separate Zukunft. Es gibt keinen dritten&#13;
Weg.&#13;
Vor dem Hintergrund dieser Gegebenheiten begannen&#13;
die Vereinigten Staaten und Europa den Aufbau einer&#13;
neuen demokratischen Friedensstruktur. Seit 1990&#13;
haben wir auf der Basis unserer beiden großartigen&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Institutionen - NATO und EU - Demokratie und Stabilität in ganz Europa auf der Grundlage einer dauerhaften euroatlantischen Gemeinschaft ausweiten können.&#13;
Präsident Clinton definierte seine Vision im Januar&#13;
1994, als er die Integration ganz Europas in unsere&#13;
demokratische Partnerschaft forderte - eine Partnerschaft, die Westeuropa und Nordamerika so viel&#13;
Freiheit und Wohlstand gebracht hat. In diesem Jahr,&#13;
in dem wir den 50. Jahrestag des Marshallplans feiern,&#13;
können wir stolz auf die bereits erzielten Fortschritte&#13;
sein.&#13;
Aber auch wenn wir auf unsere Leistungen zurückblicken, müssen wir uns bewußt sein, daß keine&#13;
Strategie stagnieren darf. Die NATO ist die Grundlage&#13;
für eine sich schnell entwickelnde europäische Sicherheitsstruktur. Unser amerikanisches Ziel ist die&#13;
Ausweitung des gemeinsamen Sicherheitsraums auf&#13;
all jene, die daran teilhaben möchten und einen Beitrag&#13;
zu unserer demokratischen Staatengemeinschaft&#13;
leisten können.&#13;
Dieser gemeinsame Sicherheitsraum setzt sich aus&#13;
verschiedenen Elementen zusammen:&#13;
Die NATO entwickelt sich schnell zu einer&#13;
gesamteuropäischen Sicherheitsorganisation.&#13;
Die Bündnismitgliedschaft allein sollte und&#13;
kann jedoch nicht zum Maßstab für Frieden&#13;
und Stabilität in Europa werden. Die aus der&#13;
integrierten Militärsstruktur des Bündnisses&#13;
resultierende Stärke strahlt Sicherheit für alle&#13;
Partnerstaaten aus, egal ob sie volle Mitglieder werden oder nicht. Das Projekt der&#13;
Alliierten Streitkräftekommandos (Combined&#13;
Joint Task Force - CJTF) erlaubt dem Bündnis&#13;
die Durchführung gemeinsamer Operationen&#13;
mit Nichtmitgliedstaaten der NATO. Beispielsweise sind 17 Nationen, einschließlich Rußlands, mit uns in Bosnien. Programme wie die&#13;
Partnerschaft für den Frieden, der Ständige&#13;
Gemeinsame NATO-Rußland-Rat und natürlich die Unterstützung für Friedenssicherungsaktionen wie die in Bosnien haben das Bündnis zur echten Grundlage für den Frieden in&#13;
der euroatlantischen Welt gemacht.&#13;
Es war eine der großen Errungenschaften der&#13;
NATO, die tiefgreifende und ständige Integration der Europäischen Union zu ermöglichen. Im Zuge der Erweiterung und&#13;
Vertiefung der EU erwartet man von ihr auch&#13;
die Übernahme von mehr Verantwortung für&#13;
den Aufbau eines gemeinsamen euroatlantischen Sicherheitsraums. Die Ausweitung der&#13;
schon existierenden sozialen und politischen&#13;
Stabilität ist ein wesentlicher Bestandteil&#13;
dieser Aufgabe. Selbst während der komplexe Erweiterungsprozeß beginnt, können die&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�Mitgliedstaaten der EU einen direkten Beitrag&#13;
zum Aufbau von Demokratie in Zentral- und&#13;
Osteuropa leisten.&#13;
Die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der europäischen Verbündeten ist ein weiteres wichtiges Ziel.&#13;
Über das wann und wie wurden während der vergangenen 20 Jahre äußerst komplexe Debatten geführt.&#13;
Ein übergeordnetes Ziel muß die Gewährleistung sein,&#13;
daß das Atlantische Bündnis durch eine verstärkte&#13;
europäische Verteidigungssäule gestützt wird.&#13;
Im Juni 1995 wurden die Fundamente für die Erreichung dieses Ziels geschaffen. Das Berlin-Kommunique der NATO sah vor, daß die NATO und die WEU&#13;
gemeinsam Missionen planen sollten, die von europäschen Verbündeten konzipiert und geleitet werden,&#13;
und bei denen die größten Truppenbeiträge von&#13;
europäischen Nationen kommen sollten.&#13;
Noch&#13;
wichtiger ist, daß die Vereinigten Staaten sich zur&#13;
Unterstützung solcher Missionen auf Gebieten wie&#13;
Logistik, Kommunikation und Nachrichtendienste&#13;
verpflichtet haben.&#13;
Das war ein revolutionärer Schritt. Er kombinierte die&#13;
europäische und die atlantische Vision auf eine Weise,&#13;
die die beiden tragenden Säulen unserer Partnerschaft&#13;
stützt. Um Erfolg zu haben, muß sich jeder beteiligen,&#13;
und sowohl die NATO als auch die WEU müssen ihre&#13;
Tätigkeit fortsetzen. Beispielsweise muß die WEU&#13;
eine Entscheidungsbefugnis bewahren, die von den&#13;
nicht sicherheitsrelevanten Aspekten der EU unabhängig ist.&#13;
Ein weiteres wesentliches Element unserer&#13;
neuen Sicherheitsstruktur ist die Integration&#13;
Rußlands in eine engere Partnerschaft mit der&#13;
übrigen europäischen Welt. Die EU hat&#13;
beschlossen, daß Rußland kein offizielles&#13;
Mitglied ihrer Gemeinschaft werden sollte.&#13;
Was im Hinblick auf die NATO geschieht, ist&#13;
noch offen: In den kommenden Jahren muß&#13;
sich Rußland jedoch allmählich für die Zusammenarbeit mit dem Westen öffnen.&#13;
Die am 29. Mai 1997 unterzeichnete Grundakte zwischen der NATO und Rußland führt&#13;
Rußland in eine echte Partnerschaft mit dem&#13;
Bündnis. Zusätzlich zu der bereits umfassenden Zusammenarbeit im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden und der gemeinsamen&#13;
Mission in Bosnien werden Rußland und die&#13;
NATO auf Gebieten von gemeinsamem&#13;
Interesse Konsultationen führen und gemeinsame Projekte entwickeln.&#13;
Die gestärkten Beziehungen der NATO zur&#13;
Ukraine sind ein weiterer wichtiger Meilenstein. Die Vereinigten Staaten haben ein&#13;
vitales Interesse an der Entwicklung der&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Ukraine, Rußlands und der neuen unabhängigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion zu&#13;
modernen, stabilen, in die internationale&#13;
Staatengemeinschaft integrierten Demokratien. Besondere Beziehungen zur Ukraine&#13;
werden diesem wichtigen Land helfen, seine&#13;
Geschicke zu lenken.&#13;
Neue sicherheitspolitische Herausforderungen&#13;
verlangen flexible und innovative Methoden.&#13;
Ein besonders flexibler Rahmen wird durch&#13;
ein anderes Schlüsselelement der neuen&#13;
Friedensstruktur geboten: die Organisation für&#13;
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die&#13;
oft als Helsinki-Prozeß bezeichnet wird. Die&#13;
OSZE hat viele Vorteile:&#13;
Sie ist umfassend und einbeziehend.&#13;
56 Nationen haben die Verpflichtungen der Schlußakte von Helsinki als&#13;
Grundlage für ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit angenommen.&#13;
Die OSZE bietet eine universelle&#13;
Grundlage. Die fortgesetzte Überwachung der Respektierung der Menschenrechte bleibt eine wichtige Aufgabe des Helsinki-Prozesses. Eine&#13;
Kontrolle der Einhaltung stellt uns ein&#13;
politisches "Zeugnis" für unsere Bestrebungen aus.&#13;
Die OSZE ist flexibel. Durch ihre&#13;
umfassende politische Verpflichtung&#13;
zu Zusammenarbeit kann sie sich&#13;
situationsgerecht entwickeln. Rechtlich bindende Verträge können die der&#13;
OSZE zugewiesenen zahlreichen&#13;
Aufgaben nicht erfüllen.&#13;
Die OSZE ist pragmatisch. Die OSZE&#13;
hat ausgezeichnete neue Methoden&#13;
für Frühwarnung, Konfliktverhütung&#13;
und Krisenmanagement entwickelt.&#13;
Sie hat in Bosnien Wahlen veranstaltet, den Frieden an Orten wie Moldawien und Makedonien überwacht und&#13;
einen Rahmen für die bedeutenden&#13;
KSE-Verhandlungen geboten.&#13;
Die OSZE hat eine glanzvolle Zukunft&#13;
vor sich, aber sie kann nicht sein, was&#13;
sie nicht ist. Sie ist ein flexibles Instrument für die Konsensbildung.&#13;
Aber sie kann nicht die einzige Struktur in Europa sein. Sie kann nicht die&#13;
NATO ersetzen. Sie kann nicht den&#13;
Frieden erzwingen oder von jedem&#13;
eine Einhaltung ihrer Grundsätze&#13;
verlangen.&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Mehr als rechtlich bindende Übereinkünfte oder eine neue Sicherheitscharta benötigt die OSZE dreierlei:&#13;
Politischen Willen: Es wurden neue&#13;
Instrumente entwickelt, die jedoch&#13;
nicht immer eingesetzt oder akzeptiert&#13;
werden. Beispielsweise wurde der&#13;
Mechanismus zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten noch nie genutzt. Einige Länder lehnen immer&#13;
noch Frühwarnmissionen oder Konfliktverhütungsmissionen ab. Manche&#13;
Teilnehmerstaaten verlangen eine&#13;
strenge Bestrafung in den Fällen, in&#13;
denen Vermittlung der bessere Ansatz wäre. Wir bemühen uns, Koalitionen von Friedensstiftern aufzubauen. Die OSZE hat noch viel ungenutztes Potential.&#13;
Verantwortung: Die OSZE kommt&#13;
nicht oft genug zum Einsatz. Sie&#13;
sollte der Rahmen für gemeinsame&#13;
Aktionen einer Vielzahl ihrer Mitglieder sein.&#13;
Bedauerlicherweise&#13;
herrscht zwischen den einzelnen&#13;
Organisationen noch Konkurrenz, es&#13;
gibt noch bilaterale Rivalitäten und&#13;
Länder, die sich nicht beteiligen wollen. Beispielsweise hatten die OSZE&#13;
und die EU einen unziemlichen Streit&#13;
darüber, wer für Albanien Verantwortung trägt - sogar als das Land in&#13;
Anarchie versank. Mehrere Länder&#13;
mit gravierenden internen Problemen&#13;
bitten die OSZE nicht um Hilfe.&#13;
Mittel: Während die OSZE immer&#13;
mehr Aufgaben übernimmt, werden&#13;
ihre Mittel immer knapper. Ich bin oft&#13;
erstaunt über Länder die behaupten,&#13;
die Vereinigten Staaten nähmen die&#13;
OSZE nicht ernst, weil wir großartige&#13;
neue Sicherheitserklärungen ablehnen. Wir sind im Hinblick auf Personal und Finanzmittel bei weitem der&#13;
größte Beitragszahler. Darüber hinaus stammen viele der Innovationen,&#13;
die von der OSZE ausgehen, aus den&#13;
Vereinigten Staaten. Im Gegensatz&#13;
dazu hat eine der lautesten Stimmen,&#13;
die weitere Erklärungen der OSZE&#13;
fordern, keinen Pfennig zur OSZEMission in Bosnien beigesteuert. Es&#13;
ist an der Zeit, der OSZE die für ihre&#13;
Arbeit erforderlichen Mittel zu geben!&#13;
Mit anderen Worten: Ein neuer Umgang mit sicherheitspolitischen Herausforderungen innerhalb des&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
OSZE-Raums bedeutet nicht, großartige neue Organisationskonzepte zu finden. Es bedeutet, die bereits&#13;
geschaffene Grundlage zu nutzen und darauf aufzubauen. Die OSZE kann uns dabei helfen, einen&#13;
konzeptionellen Durchbruch zu erzielen, der ein neues&#13;
Verständnis für den Einsatz unterschiedlicher&#13;
Sicherheits- und anderer kooperativer Mechanismen&#13;
fördert, um den Wandel in eine positive Richtung zu&#13;
lenken.&#13;
Die Prinzipien und Verpflichtungen von Helsinki sind&#13;
ein dramatisches "Empowerment" von Völkern und&#13;
Nationen. "Empowerment" bedeutet "Hilfe zur Selbsthilfe", was an Aktivitäten an der Basis denken läßt und&#13;
daran, wie Bürger entdecken, daß sie auch auf den&#13;
Gebieten ein Mitspracherecht haben, die vorher der&#13;
politischen Elite vorbehalten schienen. "Empowerment" beinhaltet auch, daß die Sicherheit nicht mehr&#13;
ausschließlich von den einflußreichen Staaten bestimmt wird. Jeder Bürger und jeder Staat hat ein&#13;
Interesse und ein Mitspracherecht an unserer gemeinsamen Zukunft.&#13;
Damit dies nicht zu theoretisch klingt, sollten wir ein&#13;
Beispiel aus der Vergangenheit erörtern: Das Thema&#13;
Menschenrechte. In den siebziger und achtziger&#13;
Jahren führten wir endlose Diskussionen darüber, ob&#13;
Menschenrechte tatsächlich ein mit unseren internationalen Partnern zu verfolgendes legitimes Thema&#13;
sind. Es hat über 10 Jahre gedauert, den Konsens zu&#13;
erzielen, daß Menschenrechte ein legitimer Bestandteil&#13;
der internationalen Beziehungen sind. Als sich dieser&#13;
Konsens abzeichnete, stellte er einen konzeptionellen&#13;
Durchbruch dar - ein echtes neues Verständnis, wie&#13;
Sicherheit funktioniert.&#13;
Das Gleiche geschieht jetzt im Hinblick auf unser&#13;
Verständnis von den Ursachen des Konflikts und den&#13;
uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Schaffung&#13;
eines dauerhaften Gefühls der Sicherheit unter allen&#13;
Völkern der atlantischen Welt. Es wurden viele&#13;
Fortschritte gemacht, aber es bleibt noch mehr zu tun.&#13;
Die Themen wurden definiert, und die Mechanismen&#13;
beginnen zu greifen. Aber ein endgültiger Konsens&#13;
wurde noch nicht erreicht.&#13;
Die OSZE kann ein neues Sicherheitsmodell schaffen,&#13;
das uns auf eine neue Ebene des gegenseitigen&#13;
Verständnisses führt - eine Ebene, auf der die Organisationen die Möglichkeit haben, wirklich miteinander zu&#13;
kooperieren, um Ergebnisse zu erzielen. Vor allem&#13;
müssen wir zu einem neuen Verständnis unter den&#13;
Mitgliedstaaten kommen, daß die Anwendung der&#13;
gegenseitigen Sicherheitsmechanismen keine Bedrohung darstellt.&#13;
Die Vereinigten Staaten vertreten die Auffassung, daß&#13;
der Schlüssel zu einem Durchbruch in der breiteren&#13;
Annahme des Konzepts von "Empowerment" liegt.&#13;
Präsident Clinton hat überzeugende Argumente für die&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�Notwendigkeit der Herstellung eines Gleichgewichts&#13;
von Bestrebungen vorgebracht, diejenigen gleichermaßen zurückzuhalten und ihnen "Empowerment" zu&#13;
geben, die sich in den von uns geschaffenen Rahmen&#13;
einfügen.&#13;
Wenn wir die gegenseitige Sicherheit über das traditionelle Konzept der Kontrolle erheben wollen, benötigen&#13;
wir eine positive Definition von Sicherheitszusammenarbeit und müssen "Empowerment" als positives&#13;
Gegenstück zu äußerem Zwang sehen. Ein Sicherheitssystem ist traditionell ein Mittel zur Kontrolle&#13;
von Macht und ihrer Kanalisierung zu einem positiven&#13;
Zweck. Diese Aufgabe ist immer noch von Bedeutung.&#13;
Aber neben den verteidigungspolitischen Aspekten der&#13;
Kontrolle von Macht sollte Sicherheitszusammenarbeit&#13;
in Zukunft auch die Mittel finden, Macht zu gegenseitigen Zielen und Zusammenarbeit zu lenken. Insbesondere sollten kleinere Staaten von der kollektiven&#13;
Stärke ihrer Zusammenarbeit profitieren können, um&#13;
eine aktive Rolle bei ihrer eigenen Sicherheit zu&#13;
spielen.&#13;
Die Herstellung eines Gefühls von "Empowerment"&#13;
versucht die NATO beispielsweise mit dem neuen&#13;
Euroatlantischen Partnerschaftsrat. Die OSZE, die&#13;
eine breitere Grundlage und konzeptionelle Basis als&#13;
der EAPR hat, kann eine wesentliche Rolle bei der&#13;
Definition dieses neuen Konzepts übernehmen,&#13;
ebenso wie sie es vor 20 Jahren bei den Menschenrechten getan hat.&#13;
Wenn ich nun meine heutigen Ausführungen abschließe, möchte ich sowohl die Neuartigkeit als auch&#13;
die Kontinuität unserer Arbeit an einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur betonen. Unsere Arbeit&#13;
ist neuartig, weil wir neue Strukturen schaffen und vor&#13;
allem neue Denkweisen bewirken. Aber es gibt auch&#13;
eine grundsätzliche Kontinuität. Als die Vereinigten&#13;
Staaten vor 50 Jahren den Marshallplan in die Wege&#13;
leiteten, hatten sie Frieden, Stabilität, Demokratie und&#13;
Integration in Europa im Sinn. Das sind dieselben&#13;
Ziele, auf die wir heute hinarbeiten. Altbundespräsident Richard von Weizsäcker erklärte neulich, daß&#13;
wir nicht von der "NATO-Erweiterung" oder von der&#13;
"Osterweiterung" der Europäischen Union sprechen&#13;
sollten, sondern von der Vervollständigung Europas.&#13;
Mit dieser Sichtweise stimme ich voll und ganz überein.&#13;
Die Vervollständigung Europas, die Konsolidierung&#13;
unserer Sicherheit, das gute Funktionieren unserer&#13;
Institutionen und deren weitere Anpassung - das alles&#13;
sind unentbehrliche Bestandteile der transatlantischen&#13;
Partnerschaft. Ein Ereignis in einem Land hat das&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Potential, Auswirkungen auf die gesamte Region,&#13;
wenn nicht sogar die ganze Welt zu haben. Dafür gibt&#13;
es kein besseres Beispiel als den Krieg in Bosnien und&#13;
die Ankunft der Flüchtlinge in Deutschland.&#13;
Wir alle kämpfen mit der Globalisierung und den&#13;
daraus resultierenden mannigfaltigen Veränderungen.&#13;
Unsere Länder werden oft mit denselben Fragen und&#13;
Herausforderungen konfrontiert. Wenn sich Amerikaner die Liste der wichtigsten innenpolitischen Herausforderungen der Deutschen ansehen, sind ihnen diese&#13;
sehr vertraut: Steuerreform, Gesundheitsreform,&#13;
Rentenreform, Kriminalität, Schaffung von Arbeitsplätzen, die Aufgaben lebenslangen Lernens, Umschulung, Globalisierung, Einwanderung etc. Wir&#13;
sehen auch, wie mehr und andere Elemente aus&#13;
unseren Ländern in unseren Dialog einfließen. Der&#13;
Privatsektor wird zunehmend einbezogen, um bei der&#13;
Lösung von Problemen zu helfen, die früher ausschließlich in den Aufgabenbereich der Regierung&#13;
fielen.&#13;
Was wir hier sehen, ist die effektive Gewährung von&#13;
mehr Rechten für neue Segmente unserer Gesellschaft, die im eigenen Land und in der transatlantischen Gemeinschaft ein Mitspracherecht erhalten. Die&#13;
Art, in der die transatlantische Gemeinschaft den&#13;
Wandel meistert, kann exemplarisch für andere&#13;
Regionen auf der Welt sein. Der Bereich Sicherheitspolitik kann auch wegweisend für andere demokratische Prozesse sein. Das bedeutet, wenn wir es richtig&#13;
machen, sind wir nicht die einzigen, die profitieren. Es&#13;
bedeutet aber auch, wenn wir zögern oder scheitern,&#13;
halten wir Fortschritte auf der ganzen Welt auf.&#13;
Während all dieser Veränderungen sind das Atlantische Bündnis und die deutsch-amerikanische Partnerschaft die Grundlage des Wandels und seine treibende&#13;
Kraft. Ohne unsere enge Zusammenarbeit hätte es&#13;
keine Wiedervereinigung Deutschlands, keine Freiheit&#13;
in Osteuropa, keinen KSE-Vertrag und kein Friedensabkommen für Bosnien gegeben.&#13;
Ohne unsere zukünftige enge Zusammenarbeit wird es&#13;
keine neue Sicherheitsstruktur in Europa geben.&#13;
Während der vergangenen sieben Jahre haben wir&#13;
gemeinsam an wahrhaft revolutionären Veränderungen gearbeitet.&#13;
Unsere Partnerschaft ist wirklich unentbehrlich. Ich bin&#13;
fest davon überzeugt, daß das Beste noch vor uns&#13;
liegt.&#13;
Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * *&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�USA-EUROPA&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Die Vereinigten Staaten und die&#13;
Sicherheitsarchitektur für das "europäische Haus"&#13;
Rede des Gesandten Michael C. Polt&#13;
&#13;
WESSELING - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Rede, die der Gesandte der&#13;
Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland, Michael C. Polt, am 6.&#13;
November 1997 beim Eichholzer Forum der Konrad-Adenauer-Stiftung auf Schloß Eichholz in Wesseling hielt.&#13;
&#13;
Ich freue mich über die Gelegenheit, heute zu Ihnen&#13;
sprechen zu dürfen. Wie Sie wissen, sind Botschafter&#13;
Kornblum und ich erst vor einigen Monaten nach&#13;
Deutschland gekommen. Wir genießen es beide,&#13;
wieder hier zu sein, alte Freunde und Kollegen wiederzusehen und die faszinierende Palette von Themen zu&#13;
erörtern, mit denen Deutsche und Amerikaner - und&#13;
alle Bürger der transatlantischen Gemeinschaft konfrontiert sind.&#13;
Mir gefällt der Ausdruck, den Sie als Untertitel für&#13;
meine heutigen Ausführungen gewählt haben "Weltinnenpolitik". Dieses Konzept beinhaltet ein&#13;
Element, das der Kern unseres Brainstorming, unserer&#13;
Debatten und Diskussionen darüber ist, wie wir besser&#13;
zusammenarbeiten können, um die europäische&#13;
Stabilität zu konsolidieren und über die im Kalten Krieg&#13;
künstlich gezogene Linie hinaus auszudehnen.&#13;
Die Stabilität Europas ist für die Sicherheit der Vereinigten Staaten von elementarer Bedeutung. Sie&#13;
hören von Amerikanern oft die Äußerung, die Vereinigten Staaten seien eine europäische Macht. Das&#13;
ist keine vom Außenministerium geäußerte Platitüde;&#13;
hinter diesem Aphorismus verbirgt sich ein Universum&#13;
gemeinsamer Interessen. Ob man sich unsere&#13;
kulturellen Bande, den enormen Handel in beide&#13;
Richtungen oder die Amerikanern und Europäern&#13;
gemeinsamen Werte anschaut - man sieht einen&#13;
überzeugenden Beweis unseres gemeinsamen&#13;
Interesses an Zusammenarbeit.&#13;
Das Ziel der Vereinigten Staaten - das wir mit Europa&#13;
teilen - besteht in der Vervollständigung des Aufbaus&#13;
eines wahrhaft integrierten, demokratischen und&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
sicheren Europas. Dieses Ziel ist die Grundlage&#13;
unserer täglichen Arbeit. Im Rückblick auf die letzten&#13;
50 Jahre dürfen wir nicht die Tatsache aus den Augen&#13;
verlieren, daß dieses übergeordnete Ziel zum ersten&#13;
Mal in Reichweite liegt.&#13;
Ich möchte einige der Bereiche beleuchten, auf die wir&#13;
in den Vereinigten Staaten großen Wert legen, während wir gemeinsam mit unseren europäischen&#13;
Partnern den Plan für eine europäische Sicherheitsarchitektur für das nächste Jahrhundert ausarbeiten.&#13;
Die NATO steht im Mittelpunkt unserer Bestrebungen.&#13;
Sie bleibt der Anker des amerikanischen Engagements&#13;
in Europa und der Dreh- und Angelpunkt der transatlantischen Sicherheit. Als Garant für die Demokratie&#13;
in Europa und Kraft für die europäische Stabilität muß&#13;
die NATO eine führende Rolle bei der Förderung eines&#13;
integrierteren, sichereren Europas übernehmen, das&#13;
zur Bewältigung neuer Herausforderungen bereit ist.&#13;
Die Vereinigten Staaten werden weiterhin ungefähr&#13;
100.000 Soldaten in Europa stationieren, um ihren&#13;
Einfluß und ihre Führungsrolle in der NATO zu bewahren, die lebenswichtigen transatlantischen Beziehungen zu pflegen, eine sichtbare Abschreckung zu&#13;
bieten, auf Krisen zu reagieren und zu regionaler&#13;
Stabilität beizutragen. Die NATO ist die Verkörperung&#13;
des amerikanischen Engagements für die europäische&#13;
Sicherheit.&#13;
Die NATO ist und bleibt vor allem eine Militärorganisation, das heißt ein der kollektiven Verteidigung verpflichtetes Bündnis. Die alte Bedrohung, die 1949 zur&#13;
Gründung der NATO führte, existiert nicht mehr, aber&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�bedauerlicherweise sind neue, potentielle Gefahren&#13;
entstanden. In den letzten fünf Jahren sind infolge von&#13;
Kriegen wie dem im ehemaligen Jugoslawien und im&#13;
Kaukasus mehr Europäer eines gewaltsamen Todes&#13;
gestorben als während der 45 Jahre davor. Hier in&#13;
Europa sind Ihre Bürger noch stärker als die Amerikaner von diesen Tragödien betroffen, weil Sie - insbesondere Deutschland - Hunderttausende von&#13;
Flüchtlingen und Asylsuchenden aufgenommen haben.&#13;
Aber selbst in Europa mögen neue Bedrohungen - aus&#13;
dem Süden oder aus dem Osten - als in weiter Ferne&#13;
liegend erscheinen. Wie wir alle sehr wohl wissen,&#13;
sind sie jedoch nicht unvorstellbar. Dies gilt insbesondere in einem Zeitalter, in dem sich Raketentechnologie und Massenvernichtungswaffen ausbreiten.&#13;
Selbst während die NATO ihre Kräfte zur Bewältigung&#13;
dieser neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen bündelt, bleibt sie eine politische Organisation von&#13;
großer Bedeutung. Sie wurde als Katalysator für die&#13;
Stärkung der Werte und Institutionen bezeichnet, die&#13;
ihren Mitgliedern gemein sind: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Respektierung der Menschen- und&#13;
Bürgerrechte, Toleranz gegenüber ethnischen und&#13;
religiösen Unterschieden sowie eine zivile Kontrolle&#13;
des Militärs. Es mag Sie überraschen zu hören, daß&#13;
die gerade von mir vorgetragene Beschreibung vor&#13;
einigen Wochen von Vaclav Havel in Washington&#13;
vorgenommen wurde.&#13;
Präsident Havel und seine Amtskollegen in Polen und&#13;
Ungarn verleihen dem Wunsch ihrer Landsleute nach&#13;
einer NATO-Mitgliedschaft Ausdruck - nicht nur wegen&#13;
der Sicherheitsgarantien des Bündnisses, sondern&#13;
auch wegen seiner politischen Ziele. Diese Länder&#13;
zählen zu den leidenschaftlichsten Befürwortern des&#13;
Bündnisses. Soldaten aus Polen und der Tschechischen Republik - zwei der drei vorgeschlagenen&#13;
Beitrittskandidaten - taten im Golfkrieg Seite an Seite&#13;
mit Amerikanern Dienst. Ferner unterstützten diese&#13;
beiden Länder gemeinsam mit dem dritten Beitrittskandidaten - Ungarn - NATO-Truppen und Soldaten&#13;
aus anderen aufstrebenden Demokratien bei friedenssichernden Missionen im ehemaligen Jugoslawien.&#13;
Tatsächlich hätten wir unsere Truppen ohne die&#13;
entscheidende Hilfe Ungarns und ohne unser Bereitstellungsgelände in Taszar nicht so schnell und&#13;
reibungslos nach Bosnien entsenden können. Dies ist&#13;
nur eines von zahlreichen Beispielen für die Unterstützung dieser Nationen für die Prinzipien der Pflichtenteilung.&#13;
Eine NATO, der die neuen europäischen Demokratien&#13;
angehören, wird eher in der Lage sein, ihre Missionen&#13;
zu erfüllen, das Territorium ihrer Mitglieder zu verteidigen und Konflikte zu bewältigen, die eine Gefahr für&#13;
den gemeinsamen Frieden darstellen. Die Erweiterung des Bündnisses wird sicherstellen, daß kein Teil&#13;
Europas wieder zu einer Zone des Wettbewerbs der&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Großmächte oder zur Einflußsphäre wird. Sie wird&#13;
Vertrauen bilden und den neuen Demokratien einen&#13;
großen Anreiz zur Konsolidierung ihrer Reformen&#13;
geben. Die NATO-Erweiterung zielt nicht darauf ab,&#13;
eine Teilung Europas durch eine neue zu ersetzen.&#13;
Vielmehr soll sie die Sicherheit aller Staaten Europas&#13;
erhöhen.&#13;
Ähnliche Ziele sind die Grundlage unserer Arbeit mit&#13;
den Partnerstaaten der NATO. Die zunehmenden&#13;
Verbindungen zwischen der NATO und ihren Partnerstaaten geben letzteren die Möglichkeit, einen Beitrag&#13;
zu Missionen der NATO zu leisten, beispielsweise der&#13;
im ehemaligen Jugoslawien. Derzeit haben 14 dieser&#13;
Partner Soldaten in die SFOR entsandt und tragen&#13;
damit - ebenso wie jedes andere NATO-Mitglied - ihren&#13;
Teil zum Erhalt des Friedens bei.&#13;
Der neue Euroatlantische Partnerschaftsrat (EAPR)&#13;
versetzt seine 43 Mitglieder in die Lage, den Kurs des&#13;
Programms Partnerschaft für den Frieden zu bestimmen und dem Bündnis dessen Sicherheitsbelange&#13;
nahezubringen. Der EAPR wird die Konsultationen&#13;
zwischen der NATO und ihren Partnerstaaten vertiefen&#13;
und stärker in den Mittelpunkt rücken, Umfang und&#13;
Inhalt unserer praktischen Kooperation verbessern und&#13;
Transparenz und Vertrauen aller Partnerstaaten&#13;
erhöhen. Diesen Monat trifft sich der EAPR, um die&#13;
Stabilität in Südosteuropa zu erörtern, was für uns eine&#13;
gute Gelegenheit darstellt, gemeinsam darüber&#13;
nachzudenken, wie wir dieses wesentliche Forum&#13;
umfassend nutzen können.&#13;
Die Grundakte zwischen der NATO und der Russischen Föderation sowie der Ständige Gemeinsame&#13;
Rat markieren den Beginn der neuen und historischen&#13;
Partnerschaft der NATO mit Rußland. Dieser Schritt&#13;
zeigt, daß wir allmählich ein neues gegenseitiges&#13;
Verständnis entwickeln.&#13;
Die gestärkten Beziehungen der NATO zur Ukraine&#13;
sind ein weiterer wichtiger Meilenstein. Die Vereinigten Staaten haben großes Interesse an der&#13;
Entwicklung der Ukraine, Rußlands und der anderen&#13;
Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu&#13;
modernen, stabilen Demokratien, die in eine Völkergemeinschaft integriert sind, in der parlamentarische&#13;
Regierungen, Rechtsstaatlichkeit, freier und fairer&#13;
Handel sowie kooperative Sicherheit die Norm sind.&#13;
Ein wichtiges Element dieser Entwicklung ist das&#13;
Verhältnis dieser Staaten zur NATO.&#13;
Bei der inneren Anpassung der NATO haben wir&#13;
Fortschritte gemacht, aber es bleibt immer noch viel zu&#13;
tun. Und im Vorfeld des für Dezember anberaumten&#13;
Ministertreffens prüfen wir Wege zur Lösung ausstehender Fragen.&#13;
Die NATO hat auf den Wunsch unserer europäischen&#13;
Verbündeten reagiert, im Rahmen einer neuen euro-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�päischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität mehr&#13;
Verantwortung für die Verteidigung und einen größeren Teil der Lasten zu übernehmen. In Zukunft wird&#13;
die Westeuropäische Union in der Lage sein, unter&#13;
Nutzung von Aktivposten der NATO auf eigene Faust&#13;
Militäroperationen durchzuführen und dabei die&#13;
Beziehungen über den Atlantik hinweg zu stärken,&#13;
anstatt damit zu konkurrieren.&#13;
Lassen Sie mich noch kurz die Kosten der NATOErweiterung ansprechen.&#13;
Der US-Senat hat, wie Sie wissen, bereits seine&#13;
Beratungen über die NATO-Erweiterung begonnen,&#13;
und viele der von den Senatoren aufgeworfenen&#13;
Fragen konzentrieren sich auf die Kosten der Erweiterung. Wir alle in der NATO müssen die von uns&#13;
in Madrid eingegangenen Verpflichtungen erfüllen: Der&#13;
NATO werden infolge der Erweiterung Kosten entstehen, diese Kosten sind tragbar und werden gedeckt.&#13;
Zu einer Zeit, in der viele unserer europäischen&#13;
Verbündeten mit wirtschaftlichen Herausforderungen&#13;
großen Ausmaßes konfrontiert sind - darunter Arbeitslosigkeit und Stagnation der Wirtschaft - besteht die&#13;
Gefahr, daß die Unterstützung der Öffentlichkeit für die&#13;
Finanzierung einer nach außen orientierten Außenpolitik und größerer Integration allmählich untergraben&#13;
wird. Ich freue mich besonders, daß Konferenzen wie&#13;
diese stattfinden, weil sie das öffentliche Bewußtsein&#13;
schärfen und dadurch die Unterstützung der Öffentlichkeit verbessern können. Verteidigungsminister Cohen&#13;
hat im vergangenen Monat vor dem Bewilligungsausschuß des Senats erklärt: "Bündnisse sparen Geld.&#13;
Die kollektive Verteidigung ist kostengünstiger als die&#13;
nationale Verteidigung." Die Kosten der Erweiterung&#13;
müssen gegen die Kosten der Nichterweiterung&#13;
abgewogen werden. Diese Botschaft hat nicht nur&#13;
Anziehungskraft für unsere Moral, sondern auch für&#13;
unsere Brieftasche.&#13;
Das Umfeld der Zeit nach dem Kalten Krieg bietet uns&#13;
mehr Chancen, die Struktur unserer Organisationen&#13;
und Institutionen maßgerecht an unsere Erfordernisse&#13;
anzupassen. Die Organisation für Sicherheit und&#13;
Zusammenarbeit in Europa ist ein ausgezeichnetes&#13;
Beispiel dafür, wie Form der Funktion folgt. Die&#13;
Flexibilität der OSZE und das Fehlen einer starren&#13;
Rechtsstruktur gestatten uns die schnelle und pragmatische Reaktion auf aktuelle politische Ereignisse. Wir&#13;
sollten alle darauf hinarbeiten sicherzustellen, daß die&#13;
OSZE weiterhin eine anpassungsfähige, kreative und&#13;
innovative Organisation bleibt.&#13;
Die Vereinigten Staaten messen der Arbeit der OSZE&#13;
große Bedeutung bei. Ich kann Ihnen das sagen, weil&#13;
mein Büro direkt neben dem von jemandem liegt, der&#13;
sozusagen "bei wichtigen Ereignissen in der Geschichte der OSZE dabei war". Wie viele von Ihnen&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
wissen, war Botschafter Kornblum der Leiter der&#13;
Delegation der Vereinigten Staaten beim Gipfel von&#13;
Helsinki 1992 und danach der Botschafter der Vereinigten Staaten bei der KSZE in Wien. Ich stimme voll&#13;
und ganz mit Botschafter Kornblums Feststellung&#13;
überein, daß die OSZE neue Wege zu gemeinsamen&#13;
Aktionen finden muß, wenn OSZE-Prinzipien und&#13;
-Verpflichtungen verletzt werden. Die OSZE muß&#13;
unverzüglich und effektiv handeln können. Die OSZE&#13;
sollte ein Sicherheitsmodell für das nächste Jahrhundert ausarbeiten, muß jedoch auch bereit sein,&#13;
ihren Worten und Deklarationen praktische Aktionen&#13;
folgen zu lassen.&#13;
In Lissabon haben wir vereinbart, daß ein Sicherheitsmodell die Grundlage für eine neue Definition der&#13;
gemeinsamen Sicherheit werden und diese zu Recht&#13;
in einer Charta verankert werden könnte. Es ist jedoch&#13;
unerläßlich, daß wir die vor uns liegende Arbeit&#13;
bewältigen, statt darüber zu debattieren, wie wir sie auf&#13;
dem Papier in den Griff bekommen. Um ein wirklich&#13;
nützliches Dokument zu erarbeiten, werden wir in der&#13;
Tat wahrscheinlich einen konzeptionellen Sprung&#13;
machen und neue Methoden der Sicherheitszusammenarbeit entdecken müssen, insbesondere ein&#13;
besseres Verständnis, wie wir die in Europa stattfindenden dramatischen Veränderungen in eine&#13;
positive und kooperative Richtung lenken können.&#13;
Dieser konzeptionelle Sprung wird uns weit über alte&#13;
Vorschläge über den rechtlichen Status und OSZEVerträge hinausbringen.&#13;
Ein zu sondierender Bereich ist die Umsetzung. Viele&#13;
Länder sehen ein Dilemma in der Entwicklung der&#13;
OSZE. Wir haben solide Strukturen aufgebaut. Wir&#13;
haben zahlreiche Instrumente im Zusammenhang mit&#13;
Konfliktverhütung entwickelt. Was wir nicht entwickelt&#13;
haben, ist ein Mittel der Gewährleistung, daß diese&#13;
Instrumente auf die bestehenden Probleme angewendet werden. Die Antwort liegt wiederum nicht in&#13;
rechtlichen Antworten auf politische Probleme, sondern&#13;
im Aufbringen des erforderlichen politischen Willens.&#13;
Der beste Weg hierzu ist konzertierte Aktion - eines&#13;
der einzigartigen Attribute der OSZE.&#13;
Innerhalb des OSZE-Raums ist ein neuer Ansatz zu&#13;
Sicherheitsherausforderungen erforderlich.&#13;
Die&#13;
Vereinigten Staaten hoffen in Wien einen konzeptionellen Durchbruch zu erreichen, der ein neues Verständnis für den Einsatz unterschiedlicher Sicherheitsund anderer kooperativer Mechanismen fördert, um&#13;
den Wandel in eine positive Richtung zu lenken.&#13;
Damit dies nicht zu theoretisch klingt, sollten wir ein&#13;
potentielles Beispiel der Vergangenheit erörtern: Das&#13;
Thema Menschenrechte. In den siebziger und achtziger Jahren führten wir endlose Diskussionen darüber, ob Menschenrechte tatsächlich ein mit unseren&#13;
internationalen Partnern zu verfolgendes legitimes&#13;
Thema sind. Es hat über 10 Jahre gedauert, um den&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Konsens zu erzielen, daß Menschenrechte ein legitimer Anlaß zu Besorgnis in internationalen Beziehungen sind. Als sich dieser Konsens abzeichnete, stellte&#13;
er einen konzeptionellen Durchbruch dar - ein echtes&#13;
neues Verständnis, wie Sicherheit funktioniert.&#13;
Das Gleiche geschieht jetzt im Hinblick auf präventive&#13;
Diplomatie und Konfliktverhinderung. Es wurden viele&#13;
Fortschritte gemacht, aber es bleibt noch sehr viel&#13;
mehr zu tun. Die Themen wurden definiert, und die&#13;
Mechanismen beginnen zu greifen. Aber der endgültige Konsens wurde noch nicht erzielt.&#13;
Die derzeitigen Wiener Verhandlungen befassen sich&#13;
weiterhin mit den Themen, die in dem 1994 in Budapest vereinbarten Verhaltenskodex so sorgfältig&#13;
niedergelegt wurden. Aber viele der in Wien unterbreiteten Vorschläge kommen uns wie eine Wiederverwertung alter Ideen oder Fragen vor, zu denen wir&#13;
bereits einen Konsens erlangt haben.&#13;
Wir hoffen, daß das neue Sicherheitsmodell uns zu&#13;
einer neuen Ebene des gegenseitigen Verständnisses&#13;
bringen wird - ein gegenseitiges Verständnis unter&#13;
Organisationen, so daß sie wirklich miteinander&#13;
kooperieren können, um Ergebnisse zu erzielen. Vor&#13;
allem müssen wir zu einem neuen Verständnis unter&#13;
den Mitgliedstaaten kommen, daß die Anwendung der&#13;
OSZE-Mechanismen keine Bedrohung ist.&#13;
Die Vereinigten Staaten vertreten die Auffassung, daß&#13;
der Schlüssel in der breiteren Annahme des Konzepts&#13;
von "Empowerment" liegt. "Empowerment" bedeutet,&#13;
daß nicht mehr länger nur die einflußreichen Staaten&#13;
oder die politische Elite sicherheitspolitische Entscheidungen treffen. Präsident Clinton selbst hat die&#13;
Arbeit an der Herstellung eines Kräftegleichgewichts&#13;
betont, das diejenigen gleichermaßen zurückhält und&#13;
ihnen mehr "Empowerment" verleiht, die in den&#13;
Rahmen gelangen, den wir aufbauen.&#13;
Wenn wir die gegenseitige Sicherheit über das traditionelle Konzept der Kontrolle hinausbringen wollen,&#13;
benötigen wir eine positive Definition der Sicherheitszusammenarbeit. Mit anderen Worten: Mehr "Empowerment" ist ein positives Gegenstück zur Durchsetzung. Ein Sicherheitssystem ist traditionell ein Mittel&#13;
zur Kontrolle von Macht und ihrer Kanalisierung zu&#13;
einem positiven Zweck. Diese Aufgabe ist immer noch&#13;
von Bedeutung. Aber abgesehen von den verteidigungspolitischen Aspekten der Kontrolle von Macht&#13;
sollte Sicherheitszusammenarbeit in der Zukunft auch&#13;
die Mittel finden, auf der Stärke gemeinsamer Ziele&#13;
und Zusammenarbeit aufzubauen, um einen positiven&#13;
Zweck zu erzielen. Insbesondere sollten die kleinen&#13;
Staaten von der kollektiven Stärke ihrer Zusammenarbeit profitieren können, um eine aktive Rolle bei der&#13;
Handhabung ihrer eigenen Sicherheit zu spielen.&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
Die Schaffung eines Gefühls von mehr "Empowerment" ist beispielsweise das, was die NATO mit dem&#13;
neuen Euroatlantischen Partnerschaftsrat zu tun&#13;
versucht. Die OSZE, die eine breitere Grundlage und&#13;
konzeptionelle Basis als der EAPR hat, muß auch&#13;
damit beginnen, ihren Teilnehmerstaaten mehr&#13;
"Empowerment" zu verleihen. Das kann durch die&#13;
breitere Beteiligung der Bürger und Nichtregierungsorganisationen an der Arbeit der OSZE geschehen.&#13;
Diese Erörterung der OSZE und der NATO zeigt&#13;
hoffentlich das Ausmaß, in dem wir Innovationen&#13;
durchführen und unsere Instrumente und Methoden&#13;
neu definieren. Wir sind bei unserem Ansatz sehr viel&#13;
mehr nach außen orientiert und beziehen mehr ein.&#13;
Und das hat das praktische Ergebnis, unsere Bestrebungen auf den Export von Sicherheit zu konzentrieren&#13;
sowie dem europäischen Sicherheitsfundament&#13;
kontinuierlich besseres Verständnis und zunehmende&#13;
Interaktion hinzuzufügen.&#13;
Während wir am Aufbau einer umfassenden europäischen Sicherheitsarchitektur arbeiten, müssen wir uns&#13;
auch auf regionale Sicherheitsherausforderungen&#13;
konzentrieren. Wir sind weiterhin den Zielen des&#13;
Abkommens von Dayton verpflichtet, und in Bosnien&#13;
sind wir weiterhin der Erlangung eines sich selbst&#13;
tragenden Friedens verpflichtet.&#13;
Wenn ich nun meine heutigen Ausführungen abschließe, möchte ich sowohl die Neuartigkeit als auch&#13;
die Kontinuität unserer Arbeit an einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur betonen. Unsere Arbeit&#13;
ist neuartig, weil wir neue Strukturen schaffen und&#13;
sogar neue Denkweisen bewirken. Aber es gibt auch&#13;
eine grundsätzliche Kontinuität. Als die Vereinigten&#13;
Staaten vor 50 Jahren den Marshallplan in die Wege&#13;
leiteten, hatten sie Frieden, Stabilität, Demokratie und&#13;
Integration in Europa im Sinn. Das sind dieselben&#13;
Ziele, auf die wir heute hinarbeiten. Deutschlands&#13;
ehemaliger Bundespräsident, Richard von Weizsäcker,&#13;
erklärte neulich, daß wir nicht von der "NATO-Erweiterung" oder von der "Osterweiterung" der Europäischen Union sprechen sollten, sondern von der&#13;
Vervollständigung Europas. Mit dieser Sichtweise&#13;
stimme ich voll und ganz überein.&#13;
Die Vervollständigung Europas, die Konsolidierung&#13;
unserer Sicherheit, das gute Funktionieren unserer&#13;
Institutionen und deren weitere Anpassung - das alles&#13;
sind unerläßliche Bestandteile des Konzepts der&#13;
"Weltinnenpolitik". Ein Ereignis in einem Land hat das&#13;
Potential, Auswirkungen auf die gesamte Region,&#13;
wenn nicht sogar die ganze Welt zu haben. Dafür gibt&#13;
es kein besseres Beispiel als den Krieg in Bosnien und&#13;
die Ankunft der Flüchtlinge in Deutschland.&#13;
Die Globalisierung findet nicht nur in der Finanz- und&#13;
Geschäftswelt, sondern auch in politisch-militärischen&#13;
Angelegenheiten statt. In allen diesen Bereichen wird&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�die Art, in der die transatlantische Gemeinschaft den&#13;
Wandel meistert, exemplarisch für andere Regionen&#13;
auf der Welt sein. Das bedeutet, wenn wir es richtig&#13;
machen, sind wir nicht die einzigen, die profitieren. Es&#13;
bedeutet aber auch, wenn wir zögern oder scheitern,&#13;
halten wir Fortschritte auf der ganzen Welt auf.&#13;
Wir befinden uns wahrhaftig in einem neuen Zeitalter&#13;
der internationalen Beziehungen, und dieses neue&#13;
Zeitalter fordert uns heraus, die Welt durch eine neue&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Brille zu betrachten. Ich glaube, wir können uns zu&#13;
unserer Aufgeschlossenheit und den weitblickenden&#13;
Entscheidungen gratulieren, die wir seit dem Ende des&#13;
Kalten Krieges getroffen haben - von denen viele vor&#13;
nur wenigen Monaten in Paris oder Madrid ihren&#13;
Höhepunkt fanden. Aber unsere Arbeit ist noch nicht&#13;
getan. Wir wollen sie im Geiste des Muts und der&#13;
Kreativität fortsetzen, mit denen wir begonnen haben.&#13;
Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * *&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�USA-DEUTSCHLAND&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Rede von George Bush am Tag der Deutschen Einheit&#13;
Besuch des ehemaligen Präsidenten in Berlin&#13;
&#13;
BERLIN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die der frühere Präsident der Vereinigten Staaten von&#13;
Amerika, George P. Bush, am 3. Oktober 1997 bei einer Veranstaltung der Organisationen "Wir für Deutschland"&#13;
und "Aktion Gemeinsinn" in Berlin hielt.&#13;
&#13;
Ich danke Ihnen. Herr Bundeskanzler, herzlichen&#13;
Dank für Ihre bewegenden Worte. Ich freue mich&#13;
außerordentlich, hier zu sein, und zwar aus mehreren&#13;
Gründen. Ich kenne keine Stadt in den Vereinigten&#13;
Staaten, in der 12 Cellisten gleichzeitig ein und&#13;
dieselbe Melodie spielen. Das war wunderbare Musik,&#13;
und ich danke den Musikern dafür. Ich wünschte, sie&#13;
wären nicht so schnell wieder weg gewesen, aber sie&#13;
hatten sicherlich noch einen weiteren Auftritt am Tag&#13;
der Deutschen Einheit. Gestatten Sie mir, mich&#13;
Bundeskanzler Kohl anzuschließen und Herrn Dr.&#13;
Odewalk, Herrn Dr. Zumwinkel, Professor Schwitzer&#13;
und andere zu begrüßen, denen ich für meine Einladung am heutigen Tag danken möchte. Es ist sehr&#13;
schön, daß Herr DeMaziere heute gekommen ist, und&#13;
ich war stolz, daß Bundeskanzler Kohl ihn herausgehoben und extra begrüßt hat.&#13;
Zunächst möchte ich sagen, daß ich es sehr bedauere,&#13;
daß meine Frau Barbara nicht hier sein kann. Sie war&#13;
heute morgen bei diesem wunderbaren Ereignis in&#13;
Stuttgart dabei. Ich wünschte, alle Berliner hätten das&#13;
sehen können. Ich kann ihnen sagen, daß es womöglich ebenso gefühlsbewegend war wie die wundervolle Parade, die hier von den Deutschen aus Anlaß&#13;
des Tags der Einheit abgehalten wurde. Zumindest für&#13;
mich war es ein wunderbarer Tag. Andererseits bin&#13;
ich vielleicht froh, daß meine Frau nicht hier ist. Denn&#13;
ich bin wohl mit einer der populärsten Frauen in den&#13;
Vereinigten Staaten verheiratet, und wohin ich auch&#13;
gehe, fragen mich die Menschen: "Wo ist Barbara?&#13;
Warum ist sie nicht gekommen?" Sie ist also nicht&#13;
hier, und ich freue mich, hier allein vor Ihnen zu stehen&#13;
und die liebenswürdigen Worte meines Freundes,&#13;
Ihres Bundeskanzlers, hören zu dürfen.&#13;
&#13;
Nach einem außergewöhnlichen Tag wie dem heutigen ist es schwierig, einen Anfang für meine Ausführungen zu finden, abgesehen von meinem Dank an&#13;
Sie, der von Herzen kommt. Es ist schwierig, nicht von&#13;
den Emotionen eines Tages wie diesem überwältigt zu&#13;
werden. Und daß ich heute im historischen, geeinten&#13;
Berlin bin, macht dies für mich zu einem ganz besonderen Tag. Natürlich schulde ich - ebenso wie Sie&#13;
- meinem geschätzten Freund und Kollegen, Bundeskanzler Kohl, besonderen Dank. Ich habe grenzenlose Achtung vor ihm, und heute an diesem&#13;
besonderen Tag bei ihm in Deutschland zu sein und&#13;
dem Geist des deutschen Volkes Tribut zu zollen dem Geschenk, als das er die deutsche Einheit&#13;
bezeichnete - ist etwas, an das ich mich lange erinnern&#13;
werde.&#13;
Es ist angebracht, den Abschluß dieses Tags der&#13;
Einheit hier in Berlin mit zwei Organisationen zu feiern,&#13;
die den Geist des modernen Deutschland verkörpern:&#13;
"Wir für Deutschland" und "Aktion Gemeinsinn".&#13;
Schließlich waren es die Menschen, deren Hunger&#13;
nach Freiheit und einem besseren Leben vor einem&#13;
Jahrzehnt die Ereignisse ins Rollen brachte, die letzten&#13;
Endes den Lauf der Geschichte veränderten und den&#13;
Weg zur Vereinigung Deutschlands ebneten. Es war&#13;
nicht schwer für mich, Bundeskanzler Kohl und dem&#13;
deutschen Volk in der Frage der Vereinigung zur Seite&#13;
zu stehen - vielleicht weil ich alt genug bin, um den&#13;
Zweiten Weltkrieg erlebt zu haben, wo ich zu hassen&#13;
lernte.&#13;
Dann aber sah ich ein demokratisches&#13;
Deutschland und verstand die Veränderungen. Und es&#13;
ist viel einfacher, in einem freien, geeinten Deutschland durch dieses Tor zu fahren als früher.&#13;
Ebenso wie Ihr Geist im Kalten Krieg den Sieg davontrug, ist es heute Ihr Geist, der Deutschland vor-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�antreibt. Dieser Geist manifestiert sich, wie wir vor&#13;
kurzem sahen, auf vielerlei Weise und in vielen&#13;
verschiedenen Menschen.&#13;
Der Bundeskanzler&#13;
erinnerte an das Hochwasser an der Oder, das&#13;
Zehntausende Deutsche betraf. Es war eine schwierige Zeit für Deutschland, als der Schaden eskalierte.&#13;
Die Menschen verloren ihre Häuser, ihr Eigentum&#13;
wurde beschädigt, Unternehmen wurden ruiniert,&#13;
Existenzen zerstört. Aber inmitten dieses Leidens sah&#13;
ich von der anderen Seite des Atlantiks, was Sie hier&#13;
sahen. Wir sahen alle, daß etwas Dramatisches&#13;
geschah. Wir sahen wie Deutsche - nicht nur im&#13;
Osten, sondern aus dem ganzen Land und in Polen gemeinsam Hilfe leisteten. Und wir sahen, wie sie&#13;
dem Schlimmsten der Natur mit dem Besten des&#13;
menschlichen Geistes begegneten.&#13;
Herr Bundeskanzler, damals sprachen Sie vom Geist&#13;
der Solidarität und der Nachbarschaftshilfe, und sie&#13;
wiesen heute erneut darauf hin. Sie sprachen von den&#13;
Mitarbeitern der Hilfswerke und den Freiwilligen, die&#13;
die Ärmel hochkrempelten und die Deiche entlang des&#13;
Flusses sicherten. Während meiner Zeit als Präsident,&#13;
und sogar heute, als ich mit Ihrem Minister Neuter&#13;
darüber sprach, nannte ich das eine engagierte&#13;
Staatsbürgerschaft, eines von Tausend Glanzlichtern.&#13;
Die vom deutschen Volk Anfang August unter Beweis&#13;
gestellte Solidarität erklärt durch ihr Beispiel möglicherweise besser als meine Worte, was es bedeutet, sich&#13;
zu engagieren. Bei der Bewältigung der vor uns&#13;
liegenden Herausforderungen gibt es Dinge, die eine&#13;
Regierung nicht sehr gut leisten kann. Manchmal kann&#13;
die Regierung einfach nicht dieses besondere Einfühlungsvermögen zeigen wie ein engagierter Bürger,&#13;
der in seiner Gemeinde tätig ist und einem Freund in&#13;
Not hilft - sei dieser das Opfer einer Flutkatastrophe&#13;
oder jemand, der nicht lesen kann. Ich sage immer&#13;
gerne, es gibt in Amerika kein Problem, das nicht von&#13;
engagierten Bürgern irgendwo bereits gelöst wird.&#13;
Ebenso wie die beiden Organisationen - die Gastgeber&#13;
des heutigen Abends - es in Deutschland tun. Stein&#13;
um Stein, Dorf um Dorf bewirken Sie einen Unterschied. Sie werden Ihrer Verantwortung als freies Volk&#13;
in einer freien Gesellschaft gerecht und tragen als&#13;
einzelne Bürger dazu bei, dieses großartige Land in&#13;
Freiheit voranzubringen.&#13;
Während wir diesen Tag der Einheit feiern, beglückwünsche ich Sie zu Ihren selbstlosen Taten und Ihrem&#13;
engagierten Beitrag zur Gestaltung einer noch besseren Zukunft für Deutschland. Tatsächlich sind Organisationen wie Ihre ein weiterer Grund, warum ich&#13;
optimistisch hinsichtlich der Zukunft dieses großartigen&#13;
Landes bin, und warum andere das auch sind. Der 3.&#13;
Oktober 1990 war nach Ansicht vieler Menschen das&#13;
erste von zahlreichen Kapiteln der deutschen Erfolgsgeschichte der kommenden Jahre, Jahrzehnte und&#13;
Jahrhunderte. Wenn ich das hinzufügen darf, ich&#13;
hoffe, daß die äußerst wichtigen deutsch-amerikanischen Beziehungen sich weiterhin erfolgreich&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
entwickeln, denn meines Erachtens sind sie entscheidend für das zukünftige Wohlergehen nicht nur&#13;
unserer großartigen Länder, sondern auch von Europa&#13;
und darüber hinaus. Besonders möchte ich die&#13;
Bedeutung der jungen Menschen und ihrer wichtigen&#13;
Rolle hervorheben, die sie in dieser Hinsicht in Zukunft&#13;
übernehmen werden. Ich weiß, daß manche sich&#13;
Sorgen über die Zukunft machen, aber schauen Sie&#13;
auf den Weg, den wir bereits zurückgelegt haben und&#13;
sehen Sie, wie weit wir gekommen sind. Ich meine&#13;
damit die freien Nationen der Welt. Und schauen Sie&#13;
auf Deutschland. Betrachten Sie den zurückgelegten&#13;
Weg und wie weit Sie gekommen sind.&#13;
Wo ich gerade über junge Menschen spreche. Ich&#13;
arbeite mit Freunden in Deutschland und den Vereinigten Staaten an der Förderung von mehr deutschamerikanischen Austauschprogrammen zwischen&#13;
Akademikern. Meines Erachtens wird das Projekt&#13;
"Endowment for the 21 st Century" - das von einem&#13;
Mann namens Heinz Prechter, einem auf seine&#13;
deutsche Herkunft stolzen Amerikaner, ins Leben&#13;
gerufen wurde - zu einem besseren Verständnis&#13;
zwischen unseren Völkern führen. Das sind Glanzlichter. Es ist nicht die Regierung, es sind die Menschen,&#13;
die mit ihren Möglichkeiten versuchen, etwas zu&#13;
bewirken.&#13;
Heute stehen wir an der Schwelle zu einem neuen&#13;
Jahrhundert, einem neuen Jahrtausend, und während&#13;
wir uns auf das Unbekannte vorbereiten, wissen wir&#13;
eines: Die Welt von heute ist sicherer, freier und&#13;
wohlhabender als je zuvor. Ein neues und hoffnungsvolles Zeitalter ist angebrochen. Aber es liegt noch viel&#13;
Arbeit vor uns. Der Kalte Krieg mag vorüber sein, aber&#13;
neue Herausforderungen sind entstanden, und daher&#13;
ist es angebracht, daß wir diesen besonderen Tag mit&#13;
einer Botschaft des Dienstes begehen. Die Art von&#13;
Dienst, für den nicht nur diese beiden Organisationen&#13;
am heutigen Abend beispielhaft sind, sondern die Art&#13;
von Dienst, die zahllose Deutsche einer hehren und&#13;
selbstlosen Sache täglich erweisen. In diesem Sinne&#13;
geben Sie ein leuchtendes Beispiel dafür, daß jeder&#13;
von uns jeden Tag etwas bewirken kann. Ich beglückwünsche Sie zu dem, was Sie geleistet haben. Ich&#13;
beglückwünsche Sie zu dem, was Sie tun und wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei&#13;
Ihrer wichtigen Arbeit.&#13;
Man hat mir zehn Minuten für meine Ausführungen&#13;
gegeben, und ich werde sie mit einem Witz beenden,&#13;
den mein Freund, der große Prediger Billy Graham,&#13;
erzählt hat. "Er stand da, wo ich jetzt meine Rede&#13;
halte. Und er redete 10 Minuten, er redete 20 Minuten,&#13;
er sprach eine Stunde. Daraufhin zog der Vorsitzende&#13;
seinen Schuh aus und warf ihn nach dem Redner. Er&#13;
traf nicht ihn, sondern eine Dame, die in der ersten&#13;
Reihe saß. Worauf diese sagte: Noch einmal. Ich&#13;
kann ihn immer noch hören." Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�WIRTSCHAFT&#13;
&#13;
12. November 1997&#13;
&#13;
Neue wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen&#13;
Rede von Senator Roth&#13;
&#13;
BONN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die Senator William Roth, der Vorsitzende des&#13;
Finanzausschuß des Senats und Präsident der Nordatlantischen Versammlung, am 16. Oktober 1997 vor dem&#13;
DIHT in Bonn hielt.&#13;
&#13;
Vielen Dank. Es ist mir eine Freude, hier zu sein und&#13;
mit dieser Gruppe herausragender Wirtschaftsvertreter&#13;
zusammenzutreffen. Es sind Ihre Energie, Ihre Ideen,&#13;
Ihre Führungsrolle, Ihr Management und Ihre Risikobereitschaft, die Nationen vorantreiben, und das&#13;
sollten Regierungsmitglieder immer bedenken.&#13;
Unternehmen brauchen Regierungen und Gesetze,&#13;
um gemeinsame Regeln zur Gewährleistung von&#13;
Fairneß, Gerechtigkeit und gleichberechtigten Beziehungen zu fördern, aber die Regierung darf sich selbst&#13;
nie als Wohltäter der Wirtschaft betrachten oder als&#13;
von ihr abhängig sehen. Eine solche Art von Beziehung schafft ein Ungleichgewicht, das eine Gefahr für&#13;
den Unternehmergeist darstellt und den Markt behindert.&#13;
&#13;
fallen Besteuerung, internationale Handelsbeziehungen und Sozialpolitik. Er ist zuständig für mehr als 75&#13;
Prozent aller staatlichen Ausgaben und für 100&#13;
Prozent der staatlichen Einnahmen. Und er hält mich&#13;
in Atem!&#13;
&#13;
Vor diesem Hintergrund möchte ich mich bei meinen&#13;
heutigen Ausführungen auf einige der Herausforderungen und Chancen konzentrieren, denen Sie als&#13;
Unternehmer gegenüberstehen.&#13;
&#13;
Diese beiden Chancen eröffnen mir eine meines&#13;
Erachtens einzigartige Perspektive, die es mir gestattet, Wirtschafts- und Außenpolitik zu einem prägnanten&#13;
und funktionierenden Paradigma zusammenzufügen&#13;
und diese beiden Bereiche nicht nur getrennt voneinander zu verstehen, sondern auch zu sehen, welche&#13;
Symbiose und Synergieeffekte sie in Kombination&#13;
bilden.&#13;
&#13;
Ich möchte darlegen, was die Regierung meines&#13;
Erachtens tun sollte, um Ihnen bei der Bewältigung der&#13;
Herausforderungen und Ergreifung der Chancen zu&#13;
helfen. Anschließend möchte ich Ihnen eine Aufgabe&#13;
geben, die sich meiner Meinung nach für Sie, Ihre&#13;
Unternehmen und die Zukunft als Segen erweisen&#13;
könnte.&#13;
Dabei werde ich zwei einzigartige Chancen nutzen, die&#13;
mein Verständnis beeinflußt und zu meiner Meinungsbildung beigetragen haben. Die erste betrifft die&#13;
Möglichkeiten, die ich als Vorsitzender des Finanzausschusses des Senats habe. Dieser Ausschuß ist&#13;
großenteils verantwortlich für die amerikanische&#13;
Wirtschaftspolitik. In seinen Zuständigkeitsbereich&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
Die zweite Chance habe ich in meiner Eigenschaft als&#13;
Präsident der Nordatlantischen Versammlung, dem&#13;
parlamentarischen Arm der NATO. In dieser Funktion&#13;
arbeite ich eng mit mehr als 200 Abgeordneten aus&#13;
ungefähr 40 Parteien innerhalb des Bündnisses&#13;
zusammen. Wir beteiligen uns aktiv am Prozeß der&#13;
NATO-Erweiterung, der Entwicklung der Europäischen&#13;
Union und zahlreichen anderen transatlantischen&#13;
Fragen von entscheidender Bedeutung.&#13;
&#13;
Mit Blick auf die Wirtschafts- und Außenpolitik zusammengenommen können wir nur sagen, daß wir in&#13;
einem der dynamischsten Zeitalter der Geschichte&#13;
leben.&#13;
Der Kalte Krieg ist beendet. Wir werden täglich&#13;
Zeugen einer Revolution in der Medizin- und Kommunikationstechnologie. Der Frieden verspricht steigenden Wohlstand. Die NATO wird um neue demokratische Nationen Zentraleuropas - Nationen mit pulsierenden, lebensprühenden Volkswirtschaften - er-&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�weitert, und die Europäische Union folgt schnell ihrem&#13;
Beispiel. Mit der Einführung der Europäischen Währungsunion und dem Euro sowie der Aufnahme des&#13;
Transatlantischen Wirtschaftsdialogs (Transatlantic&#13;
Business Dialogue - TBD) verstärken wir unsere&#13;
gemeinsamen Anstrengungen zur Liberalisierung von&#13;
Handel und Investitionen.&#13;
Was für eine verheißungsvolle Zeit - eine Zeit des&#13;
Optimismus. Fortschritte bei jeder dieser Entwicklungen beeinflussen Fortschritte auf anderen Gebieten&#13;
- alle tragen meines Erachtens zu erhöhter Sicherheit&#13;
und größerer Stabilität auf dem europäischen Kontinent und in der transatlantischen Gemeinschaft bei&#13;
und schaffen mehr Chancen für Beschäftigung und&#13;
Wirtschaftswachstum.&#13;
Gestatten Sie mir, noch folgendes hinzuzufügen: Ich&#13;
weiß, daß Ihre großartige Nation die Herausforderungen annimmt. Diese Herausforderungen stehen in&#13;
Verbindung mit der - wirtschaftlichen, politischen und&#13;
psychologischen - Wiedervereinigung. Sie kämpfen&#13;
noch mit einer hohen Arbeitslosigkeit (11,5 Prozent),&#13;
einem Haushaltsdefizit, einem Übermaß an Vorschriften und einer Industrie, die sich über ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und die höchsten&#13;
Lohnkosten der Welt Sorgen macht.&#13;
Mit Ausnahme der Wiedervereinigung sahen sich die&#13;
Vereinigten Staaten vor nicht allzu langer Zeit ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Ich erinnere&#13;
mich lebhaft daran, wie Vertreter der Presse und&#13;
Kommentatoren vor nur wenigen Jahren behaupteten,&#13;
Amerika hätte seine besten Tage bereits hinter sich.&#13;
Die Ansicht war weit verbreitet, wir hätten als Nation&#13;
unseren Wettbewerbsvorteil verloren und zukünftige&#13;
Generationen würden nicht mehr dieselbe Lebensqualität genießen können wir ihre Eltern. Arbeitslosigkeit und Zinssätze waren hoch. Das Haushaltsdefizit&#13;
wuchs. Stahlwerke und andere traditionelle Fabrikationsbetriebe schlössen ihre Pforten.&#13;
Viele stellten die Vermutung an, die Zukunft gehöre&#13;
den Anrainerstaaten des Pazifik. Unter den Amerikanern machte sich Besorgnis und ein wachsendes&#13;
Gefühl der Unsicherheit breit.&#13;
Während dieser schwierigen Zeit habe ich gepredigt,&#13;
was allgemein als das Evangelium von der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik bezeichnet wurde Steuersenkungen, Beschränkung der staatlichen&#13;
Ausgaben, Deregulierung, offene Märkte. Glücklicherweise war 1994 die Mehrheit des Kongresses derselben Meinung wie ich. Innerhalb der ersten Sitzungsperiode des Kongresses veränderten wir die Arbeitsweise der Regierung. Wir verabschiedeten die&#13;
Sozialhilfereform. Wir beschlossen die erste Steuersenkung seit 16 Jahren (obwohl sie nicht so hoch&#13;
ausfiel, wie ich gerne gesehen hätte!). Wir senkten die&#13;
staatlichen Ausgaben und verabschiedeten einen&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
ausgeglichenen Haushalt.&#13;
Wir verringerten das&#13;
Haushaltsdefizit um 75 Prozent, und heute tendiert es&#13;
erstmals seit 1969 gegen Null. Im Zuge dieser Maßnahmen verdoppelten sich die Börsenkurse, die&#13;
Zinssätze fielen, die Beschäftigung stieg explosionsartig an, der Handel nahm zu, die Stundenlöhne der&#13;
amerikanischen Arbeitnehmer stiegen real an, die&#13;
Unternehmen erlebten einen Boom, und die Wirtschaft&#13;
wuchs.&#13;
Ich sage Ihnen das nicht, um zu prahlen oder zu&#13;
belehren. Wie ich bereits erklärte, bin ich mir durchaus&#13;
bewußt, daß die deutsche Wirtschaft mit Herausforderungen konfrontiert ist, die über die hinausgehen,&#13;
denen wir uns in Amerika gegenübersahen. Aber ich&#13;
erzähle von diesen Erfolgen, um zu zeigen, daß sich&#13;
das Blatt wenden kann - und daß es sich sehr schnell&#13;
wenden kann.&#13;
Steuersenkungen kurbeln das Wirtschaftswachstum&#13;
an und ermutigen Spar- und Investitionstätigkeit. Eine&#13;
Kontrolle der staatlichen Ausgabenpolitik setzt Kapital&#13;
frei, regt die Märkte an und fördert neue Unternehmen.&#13;
Ein Übermaß an Vorschriften beeinträchtigt Investitionen und erfordert höhere Gewinne zur Deckung der&#13;
Kosten. Deregulierung bewirkt das Gegenteil, und&#13;
diese Maßnahme hat großen Einfluß auf Ihre Wirtschaft - ebenso wie das bei uns der Fall war.&#13;
Deutschland hat eine Industrie von Weltklasse - sehr&#13;
gut ausgebildete und äußerst effiziente Arbeitnehmer.&#13;
Sie haben in kapitalintensive Produkte investiert, die&#13;
hohe geistige Fähigkeiten verlangen. Jetzt müssen&#13;
Sie - ebenso wie wir in den Vereinigten Staaten das&#13;
versuchen - die deutsche Industrie von den Fesseln&#13;
befreien, damit sie ihre Stärken nutzen kann. Aufgrund&#13;
der hohen Steuern und dem Übermaß an Vorschriften&#13;
sind die Investitionen in Deutschland größtenteils auf&#13;
die Fertigung und Vermarktung von Produkten beschränkt, die auf dem deutschen Markt verkauft&#13;
werden. Das ist langfristigem Wachstum nicht förderlich.&#13;
Ebenso wie die Vereinigten Staaten muß&#13;
Deutschland sich selbst als Exportplattform sehen und&#13;
auf den Weltmarkt schauen, wo ausreichend niedrige&#13;
Kosten gestatten, die übrige Welt mit Produkten zu&#13;
versorgen.&#13;
Deutschland und die Vereinigten Staaten sehen sich&#13;
beide einer Welle wirtschaftlichen Wandels gegenüber&#13;
- einer dynamischen Globalisierung. Die Frage für&#13;
unsere beiden Nationen ist einfach: Werden wir auf&#13;
dieser Welle reiten, oder wird sie über uns hinwegrollen?&#13;
Meines Erachtens müssen wir in dieser Hinsicht&#13;
ebenso mutig sein wie auf geopolitischem Gebiet.&#13;
Schauen Sie sich an, wie wir andere einbeziehen und&#13;
die Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas integrieren. Betrachten Sie unsere Bestrebungen zur Erweiterung der NATO und zur Schaffung einer Zone&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
�größerer Stabilität im Osten und überlegen Sie sich,&#13;
wie das unseren wirtschaftlichen Zielen dient und&#13;
diese fördert. Neben diesen mutigen Initiativen gibt es&#13;
andere, beispielsweise das Engagement Deutschlands&#13;
bei der Entsendung von Soldaten zu internationalen&#13;
Friedensmissionen, ganz zu schweigen von den&#13;
Bemühungen zur Errichtung der europäischen Währungsunion.&#13;
Die Einführung einer gemeinsamen Währung könnte&#13;
sich - wenn sie richtig durchgeführt wird - zu einem&#13;
enormen Vorteil für in Europa tätige Unternehmen&#13;
entwickeln. Eine richtige Einführung muß auf drei&#13;
grundlegenden Kriterien basieren: Erstens einer&#13;
Währungs- und Finanzpolitik, die Inflation bekämpft&#13;
und reale Erträge aus Investitionen fördert; zweitens&#13;
muß sie auf eine Art und Weise erfolgen, die bestehende Verträge nicht antastet; und drittens müssen die&#13;
übrigen Länder Europas das Maß an währungspolitischer Verantwortung gewinnen, das Deutschland&#13;
während der letzten 50 Jahre erworben hat.&#13;
Jedes dieser Kriterien stellt eine mutige und interessante Entwicklung dar.&#13;
Diese Art von Vision&#13;
müssen wir auch im Hinblick auf unsere zukünftigen&#13;
Ziele an den Tag legen. Die Vereinigten Staaten und&#13;
Deutschland waren bei der Ausweitung des Handels&#13;
auf der ganzen Welt immer führend. Gemeinsam&#13;
haben wir uns im Rahmen des GATT und der WTO für&#13;
den Abbau von Handelshemmnissen eingesetzt. Jetzt&#13;
ist es für uns an der Zeit, diese Bestrebungen auf die&#13;
nächsthöhere Ebene zu bringen. Wir müssen überlegen, welche Ziele wir bei der nächsten Runde von&#13;
Handelsgesprächen anstreben.&#13;
Damit Amerika und Deutschland international wirksam&#13;
konkurrieren können, müssen wir uns gemeinsam für&#13;
den allgemeinen Abbau von Handelshemmnissen&#13;
einsetzen, anstatt alles immer nur mit gleicher Münze&#13;
heimzuzahlen, wie das bei früheren Verhandlungen&#13;
geschehen ist. Wir müssen eine Reihe von Regeln für&#13;
alle fördern - allgemeine, umfassende Regeln, die&#13;
einen freien Handel ermöglichen. Wir brauchen&#13;
Regeln, die einige Handelshemmnisse - wie Zölle und&#13;
Quoten - beseitigen und andere - wie den Schutz&#13;
geistigen Eigentums - harmonisieren.&#13;
Das ist viel verlangt. Aber meiner Meinung nach&#13;
müssen wir sicherstellen, daß unser Umgang mit&#13;
wirtschaftlicher Entwicklung so dynamisch und mutig&#13;
ist wie unser Ansatz bei internationalen Sicherheitsfragen. Tatsächlich sind beide eng miteinander&#13;
verbunden. Während sich unsere wirtschaftliche&#13;
Partnerschaft durch die von mir dargelegten Maßnahmen entwickelt, werden wir innerhalb der trans-&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 22&#13;
&#13;
atlantischen Gemeinschaft noch mehr Fähigkeiten zur&#13;
Bewältigung globaler Herausforderungen erwerben.&#13;
Solche Beziehungen werden meines Erachtens auf&#13;
den zahlreichen Ähnlichkeiten zwischen unseren&#13;
Nationen gründen.&#13;
Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, mit&#13;
Richard von Weizsäcker zusammenzutreffen, als er&#13;
vor beiden Häusern des Kongresses eine Rede hielt.&#13;
Ich werde nie vergessen, was er bei dieser Gelegenheit sagte: "Sie haben uns geholfen, so daß sich unser&#13;
Land erholen und wir eine solide Demokratie aufbauen&#13;
konnten. Gemeinsam sind wir in eine verläßliche&#13;
Partnerschaft hineingewachsen und in ein starkes&#13;
Bündnis, das schließlich entscheidend dazu beitrug,&#13;
der Spaltung Europas ein Ende zu bereiten."&#13;
Heute wird das Ende eines geteilten Europas zu einer&#13;
einzigartigen Chance - einer Chance, die wir ergreifen&#13;
müssen. Und daher schließe ich meine Ausführungen&#13;
mit einer Aufgabe. Ich habe oft gehört, das achte&#13;
Weltwunder sei das Orakel der Kommunikation und&#13;
Werbung in der Wirtschaft. Von Volkswagen bis&#13;
McDonalds haben die Botschaften der Wirtschaft einen&#13;
charakteristischen Einfluß auf unsere Kulturen. Wenn&#13;
diese furchteinflößende Macht tatsächlich das achte&#13;
Weltwunder ist, würde ich vorschlagen, daß das&#13;
neunte Weltwunder die Tatsache ist, daß davon so&#13;
wenig Gebrauch gemacht wird, um jene Ideen und&#13;
Maßnahmen zu fördern, die den Zielen der freien&#13;
Marktwirtschaft dienen.&#13;
Die Wirtschaft muß ihre kreativen Fähigkeiten und ihre&#13;
Kommunikationsressourcen nutzen, um die Öffentlichkeit zu erziehen. Wir kennen die Macht von Steuererleichterungen, die Notwendigkeit einer Deregulierung, die Vorteile von Zollsenkungen, die durch die&#13;
NATO-Erweiterung herbeigeführte Stärkung von&#13;
Frieden und Stabilität.&#13;
Wir wissen, welche Vorteile Deutschland durch die&#13;
Europäische Union und die Aussicht auf eine Währungsunion genießt. Jetzt müssen Sie als führende&#13;
Vertreter der Industrie dieses Wissen anderen zukommen lassen. Und gemeinsam müssen wir uns für&#13;
die Förderung von Maßnahmen einsetzen, die den&#13;
Handel stärken, die Sicherheit erhöhen, unsere&#13;
Familien schützen und Chancen für die Menschen in&#13;
ganz Deutschland und den Vereinigten Staaten&#13;
schaffen.&#13;
Heute habe ich meines Erachtens grob skizziert, was&#13;
aus meiner Perspektive getan werden muß. Jetzt bitte&#13;
ich Sie, diese Botschaft gemeinsam mit mir zu verbreiten. Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * *&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12850">
              <text>13.11.1997</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12851">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12852">
              <text>U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12853">
              <text>Amerikadienst 13.11.1997</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12854">
              <text>&lt;strong&gt;1. USA-Europa&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerika und Europa - eine unentbehrliche Partnerschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Botschafter John C. Kornblum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vereinigten Staaten und die Sicherheitsarchitektur für das "Europäische Haus"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Gesandten Michael C. Polt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. USA-Deutschland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Rede von George Bush am Tag der Deutschen Einheit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Besuch des ehemaligen Präsidenten in Berlin&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neue wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Senator Roth&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="44">
          <name>Language</name>
          <description>A language of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12855">
              <text>Deutsch</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
