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dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C
6. August 1997

15

USA-DEUTSCHLAND

BESUCH VON BUNDESPRÄSIDENT HERZOG
IN DEN USA
Erklärung des Weißen Hauses

ABSCHIEDSREDE
von J.D. Bindenagel

NATO

COHEN ERÖRTERT GRUNDE FÜR DIE NATOERWEITERUNG
Rede des Verteidigungsministers

BOSNIEN

DIE IMPLEMENTIERUNG DES DAYTONER
ABKOMMENS
Übersicht des US-Außenministeriums

HANDEL

AMERIKANISCH-EUROPAISCHE WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
Rede von Jeffrey Lang

UMWELT

ENTWICKLUNGSLÄNDER MÜSSEN EBENFALLS TREIBHAUSGASE REDUZIEREN
Rede von Staatssekretär Timothy Wirth

ZIVILANGELEGENHEITEN

BETRACHTUNGEN DER ZUKUNFT
von H. Allen Holmes

Informationen über die Politik der US-Regierung und
die Vereinigten Staaten im allgemeinen können
auf der Home Page von USIS-Deutschland
im World Wide Web des Internet unter
http://www.usia.gov/posts/bonn.html
abgerufen werden.

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn
Tel.: 0228-339 2372

Fax: 0228-333 138
e-mail: bbsbonn@usia.gov
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html

�USA-DEUTSCHLAND
6. August 1997

Besuch von Bundespräsident Herzog in den USA
Erklärung des Weißen Hauses

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Erklärung des Pressesprechers des Weißen
Hauses aus Anlaß des Staatsbesuchs von Bundespräsident Roman Herzog in den Vereinigten Staaten, in
dessen Rahmen er am 24. Juli 1997 mit Präsident Clinton zusammentraf.

Zusammenkunft Präsident Clintons mit Bundespräsident Herzog

in der Ukraine und die Stärkung der Partnerschaft
zwischen der NATO und der Ukraine hin.

Präsident Clinton empfing heute Bundespräsident
Herzog im Weißen Haus. Die beiden Präsidenten
führten im Oval Office ein Gespräch, dem ein Arbeitsessen im Old Family Dining Room folgte.

Die Präsidenten waren sich über die Notwendigkeit
einer beschleunigten Implementierung des Daytoner
Abkommens in Bosnien einig, wobei der Rückkehr der
Flüchtlinge besonderes Gewicht zukommt.
Sie
berieten sich über die Bestrebungen Deutschlands und
der Vereinigten Staaten zur Vergrößerung der Chancen von Minderheiten und zur Förderung ethnischer
Toleranz.

Die beiden Präsidenten stimmten im Hinblick auf die
grundlegende Bedeutung der Partnerschaft zwischen
Deutschland und den Vereinigten Staaten überein. Sie
bekräftigten ihr gemeinsames Engagement für die
Erlangung von Demokratie und Freiheit in ganz Europa
sowohl durch die Erweiterung der NATO und der
Europäischen Union um die neuen Demokratien
Zentral- und Osteuropas als auch durch die Förderung
der Demokratie in Rußland. Ferner wiesen sie auf die
Bedeutung der Unterstützung von Wirtschaftsreformen

In Anerkennung der Anwesenheit mehrerer renommierter Privatpersonen in der deutschen Delegation
unterstrichen die Präsidenten auch den Wert von
persönlichen Kontakten, Austauschprogrammen und
Besuchen von Parlamentariern für die Stärkung der
engen Bande der Freundschaft zwischen Deutschland
und den Vereinigten Staaten.

* * * * *

AMERIKA DIENST 15

Seite 1

�USA-DEUTSCHLAND
6. August 1997

Abschiedsrede
von J.D. Bindenagel

BONN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die am 17. Juli 1997 im Gästehaus der Landesvertretung Berlin
gehaltene Abschiedsrede von Charge dAffaires J.D. Bindenagel.

Herr Bundesminister Bohl, Frau Staatssekretärin
Boucsein, liebe Freunde,
mein fünfter Abschied von Deutschland gibt mir die
Gelegenheit, meine letzten drei Jahre in Bonn Revue
passieren zu lassen und - wenn Sie gestatten - ein
paar Worte über die ersten 25 Jahre meiner Tätigkeit
in drei Deutschlands zu sagen.
Als ich vor drei Jahren nach Deutschland kam,
verabschiedeten wir die Berlin Brigade, die nahezu 50
Jahre lang in Berlin Wache gestanden hatte. Die
Europäer arbeiteten an der Wiederherstellung des
Friedens in Bosnien ohne die amerikanischen Streitkräfte oder die Bundeswehr.
Wir unternahmen
Bestrebungen zur Verstärkung der wirtschaftlichen und
kulturellen Präsenz der Vereinigten Staaten in den
neuen Bundesländern und riefen deutsch-amerikanische "Neue Traditionen" in Berlin ins Leben. Wir
hatten gerade mit dem Aufbau einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur mit neuen NATO-Mitgliedern begonnen, ebenso wie dem Entwurf einer
Grundakte zwischen der NATO und Rußland sowie
der NATO und der Ukraine und internen Anpasssungen der Befehlsstruktur des Bündnisses.
Heute, nur wenige Tage nach dem NATO-Gipfel in
Madrid, steht die europäische Sicherheit auf einer
neuen, soliden Grundlage. Auf dem Balkan mag der
Frieden noch nicht Fuß gefaßt haben, aber wenn das
der Fall sein wird, haben die Bundeswehr und die
amerikanischen Streitkräfte dazu beigetragen.
Lassen Sie mich hier noch ein paar Worte über die
bedeutende Rolle Deutschlands in der NATO sagen.
Nach dem Ende des Kalten Krieges und der Vereinigung Deutschlands wurde immer deutlicher, daß

AMERIKA DIENST 15

die Bundesrepublik zusammen mit den anderen
Bündnismitgliedern Streitkräfte zu diesen Krisenreaktions- und Friedenssicherungsbestrebungen beisteuern kann und sollte, wenn die Stabilität in Europa
in Gefahr ist. Das Bundesverfassungsgericht hat
bewundernswürdig klare Richtlinien dafür gegeben,
wie die Bundeswehr in solchen Situationen eingesetzt
werden darf, und wir respektieren die Notwendigkeit,
daß das Militär ein Mandat vom Bundestag erhält. Die
erfolgreiche Beteiligung der Bundeswehr an der IFOR
und der SFOR zeigt, daß Deutschland in eine neue
Rolle hineinwächst.
Im wirtschaftlichen Bereich der "Neuen Traditionen"
sind die Vereinigten Staaten zum größten ausländischen Investor in den neuen Bundesländern geworden. Die Botschaft hat in enger Zusammenarbeit mit
der American Chamber of Commerce drei amerikanische Wirtschaftskonferenzen in Leipzig, Weimar und
Erfurt sowie Potsdam veranstaltet. Für Oktober ist
eine weitere in Dessau geplant. Wir arbeiten gemeinsam an der Bereitstellung von Chancen für amerikanische und deutsche Unternehmen im Telekommunikations- und Energiesektor,
einschließlich
der
amerikanischen Beteiligung an der BEWAG in
Berlin.
Und da Berlin nicht nur Hauptstadt ist, sondern auch
Sitz der Regierung wird, sehen wir dem Umzug
unserer Botschaft an den Pariser Platz neben dem
Brandenburger Tor erwartungsvoll entgegen. Unser
Umzug nach Berlin symbolisiert unsere Bestrebungen,
die amerikanische Präsenz in Deutschland an neue
Gegebenheiten hier anzupassen. Auf kulturellem
Gebiet werden amerikanische Institutionen wie die
neue Amerikanische Akademie und die Fulbright-

Seite 1

�Kommission neben dem Aspen Institute ihren Sitz in
Berlin haben.
Obwohl Wandel in der Welt nach dem Ende des Kalten
Krieges zum Schlagwort geworden ist, hat sich die aus
dem Fall des Kommunismus resultierende tiefgreifende
Umgestaltung in Europa und Amerika als ziemlich
beunruhigend erwiesen. Aber wir dürfen nicht vergessen, daß unsere Geschichte - die fünf Jahrzehnte
lange Geschichte der deutsch-amerikanischen
Zusammenarbeit - uns eine hervorragende Basis zur
Bewältigung dieser Herausforderungen bietet. Die
Stärke unserer Beziehungen liegt in unserer Verpflichtung zur Demokratie.
Die Bundesrepublik
Deutschland kann mit ihrer Ablehnung von Totalitarismus und Unterstützung der Demokratie voll Stolz
auf ihre Geschichte zurückblicken, während sie sich
den Herausforderungen der Zukunft stellt.

Verpflichtung zu ewiger Wachsamkeit, sie zu schützen,
verbinden Amerikaner und Deutsche jetzt und für
immer.
Als Enkel eines Präriepioniers und ausgewandertem
Pommer, der in mir ein starkes Gefühl für die Werte
der Prärie und ein preußisches Pflichtbewußtsein
weckte, bin ich stolz, diese erste Hälfte meiner Laufbahn an vielen der wichtigsten politischen Entwicklungen in Deutschland beteiligt gewesen zu sein. Mein
Schicksal ist es, ein Amerikaner in Deutschland zu
sein. Ich beklage mich nicht. Es ist ein großartiges
Schicksal, weil ich es mit vielen von Ihnen teilen kann.
Ich habe mein erstes Vierteljahrhundert deutschamerikanischer Tätigkeit sehr genossen:
ob in Bremen, wo meine Frau herausfand, daß
ihr Vorfahr kurz vor dem amerikanischen
Bürgerkrieg bremischer Konsul in Philadelphia
gewesen war und wo die "Grünen" zum ersten
Mal in eine Bürgerschaft gewählt wurden;

Ein geschätzter Freund von mir ließ sich kürzlich auf
eine Auseinandersetzung mit mir über meinen Versuch
ein, die zeitgenössische Geschichte Deutschlands und
die Differenzierung zwischen meinen eigenen Aufgaben in den drei Deutschlands unter dem Begriff
"Berliner Republik" zusammenzufassen. Der Begriff
"Berliner Republik", von meinem Freund Daniel
Hamilton 1994 bei der Carnegie-Stiftung geprägt, wird
sicherlich weiter diskutiert.

oder in Bonn während der unruhigen Zeit der
großen Demonstrationen gegen Bundeskanzler Kohls Entscheidung zur Stationierung von
Pershing-Raketen;
oder in der Studiengruppe "Deutschland und
Amerika" des Aspen Institute, in der ich zahlreiche Freundschaften schloß, darunter die zu
Hildegard Boucsein, Wolfgang Ischinger,
Dieter Spöri und vielen anderen;

Wir haben alle die politischen Debatten der vergangenen drei Jahre beobachtet oder uns daran beteiligt, bei
denen die politischen Entscheidungsträger von
geopolitischen Kräften, der Geschichte und den
demokratischen Prinzipien hin- und hergerissen
wurden, während sie versuchten, dieses neue
Deutschland in einem neuen Europa zu definieren.
Symbolischerweise repräsentiert Berlin alle drei
Elemente dieser dynamischen politischen Diskussion
über Maßnahmen für das neue Europa. Geographisch
liegt Berlin näher an Osteuropa und Rußland. Historisch war es die Hauptstadt der preußischen Hegemonie sowie der Nazi- und SED-Diktatur.
Für Amerikaner ist Berlin das Berlin des Kalten Krieges
und die Verkörperung unseres gemeinsamen Kampfes
für Freiheit. Wir kennen die Geschichte des Kalten
Krieges, weil es unsere gemeinsame Geschichte ist die Luftbrücke, der Aufstand des 17. Juni, die Berliner
Mauer, John Kennedy, das Viermächteabkommen,
Präsident Reagans Appell an Präsident Gorbatschow,
die Berliner Mauer niederzureißen, die demokratische
Revolution von 1989 und die Vereinigung Deutschlands. Aus der Bonner Republik heraus wurde das
vereinte Deutschland in Freiheit geboren. Unser
gemeinsames Engagement für Freiheit und unsere

*

Seite 2

*

oder in Ostberlin, als die Deutschen in der
DDR die Berliner Mauer niederrissen und
meine Teilnahme an den Gesprächen ermöglichten, die zur Vereinigung Deutschlands
führten;
oder wiederum in Bonn als "amtierender"
amerikanischer Botschafter oder Charge
d'Affaires ad infinitum.
Bald ist es an der Zeit für mich, Ihnen und Deutschland
erneut "Auf Wiedersehen" zu sagen. Jean und ich
gehen mit vielen schönen Erinnerungen an unsere Zeit
in allen drei Deutschlands. Und wir ergeben uns
glücklich in unser Schicksal. Mein Wunsch ist: Mögen
diese beruflichen und persönlichen amerikanischen
Verbindungen zu Deutschland immer stark bleiben.
Ihnen möchte ich alles Gute wünschen, und als
geübter Deutschlandwiederkehrer sage ich "Dankeschön und auf Wiedersehen!"

*

*

AMERIKA DIENST 15

�NATO

6. August 1997

Cohen erörtert Gründe für die NATO-Erweiterung
Rede des Verteidigungsministers

SAN FRANCISCO - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Verteidigungsminister William Cohen
vor dem Commonwealth Club of California am 21. Juli 1997.

Vor wenigen Jahren, inmitten der Ruinen des sowjetischen Imperiums und der Trümmer der Berliner Mauer
schrieb Francis Fukayama, daß der Lauf der
Geschichte zu Ende gehe und der wirtschaftliche und
politische Liberalismus des Westens die Welt als neue
universelle Kultur erfassen würde. Seine These wurde
von einem südafrikanischen Akademiker namens
Peter Vale etwas umgangssprachlicher aufgegriffen,
der kommentierte: "Freut Euch, meine Freunde, oder
weint aus Trauer. Was Kalifornien heute ist, wird die
Welt morgen sein."

Diese Vision zu untermauern ist die unerläßliche
Voraussetzung für ein weiteres Engagement der
Vereinigten Staaten in internationalen Angelegenheiten
und zur Einflußnahme auf die Aktionen anderer Freunde und Feinde - die unser nationales Wohlergehen beeinflussen können. Heute gibt es einige,
die unseren Rückzug aus der Welt wünschen und die
zentralen Lektionen dieses Jahrhunderts vergessen:
Wenn Amerika die Probleme der Welt vernachlässigt,
legt die Welt häufig ihre Probleme vor Amerikas
Türschwelle.

Obwohl Fukayama Unrecht hatte, trifft es zu, daß wir
heute wirklich an einem Wendepunkt in der Geschichte
stehen. Auf der einen Seite der Welt bieten sich
enorme Chancen mit florierenden Märkten, atemberaubenden Technologien und mutigen neuen Demokratien. Aber auf der anderen Seite der Welt gibt es
beunruhigende neue Gefahren, zunehmende ethnische Konflikte, regionale Aggressoren und Terrorismus. Und wir - die Vereinigten Staaten - stehen vor
der Herausforderung, über die Denkweise der Zeit
nach dem Kalten Krieg hinauszugehen und uns für ein
neues Jahrhundert neu zu orientieren. Wir müssen
Amerikas Vision für dieses neue Jahrhundert artikulieren und dann auf ihre Verwirklichung hinarbeiten - von
den neuen Chancen profitieren und neue Gefahren
vermeiden.

Diese Lektion wurde von der Generation von Amerikanern gut verstanden, die den Zweiten Weltkrieg
gewonnen hatten. Diese Generation artikulierte eine
Vision für Frieden und Stabilität in Europa und der
asiatisch-pazifischen Region. Auf beiden Kontinenten
gründete diese Vision auf der Prämisse, daß Amerika
nicht nur mit starken Streitkräften vorne stationiert,
sondern auch ein Amerika war, das eine helfende
Hand reichte und den Wiederaufbau besiegter Feinde
wie Deutschland und Japan anstrebte.

Als Verteidigungsminister kann ich Ihnen sagen, daß
die Sicherheitsvision der Vereinigten Staaten für
dieses neue Jahrhundert ziemlich einfach ist: Wir
streben eine Welt an, in der es mehr Stabilität in mehr
Regionen, mehr Demokratie und mehr Wohlstand in
mehr Nationen und daher weniger Bedrohungen der
amerikanischen Interessen gibt.

AMERIKA DIENST 15

Heute besteht die beste Art, in der wir diese Generation des Zweiten Weltkriegs ehren können, in der
Vollendung der globalen Vision für Frieden, die sie
artikulierte - sowohl in Europa als auch in der
asiatisch-pazifischen Region. Damit würden wir auch
der ersten Generation des nächsten Jahrhunderts ein
großes Geschenk machen.
Dieser wichtigen Aufgabe wurde durch die Tatsache
noch mehr Bedeutung verliehen, daß die Technologie
die Welt miniaturisiert und die riesigen Ozeane, die an
unsere Küsten schwappen, zu bloßen Teichen gemacht hat. Heute können wir uns nicht einfach in

Seite 1

�einen kontinentalen Kokon einspinnen und die Entfaltung der Welt auf CNN beobachten.
Vor Jahrhunderten entdeckte Archimedes das Geheimnis der Hebelwirkung und erklärte: "Gebt mir
einen Ort, an dem ich stehen kann, und ich werde die
Welt bewegen." Heute hat die Geschichte den
Vereinigten Staaten einen Ort gegeben, an dem sie
stehen können. Wenn wir unsere Ideale, unsere
Diplomatie und unsere militärische Macht als Hebel
einsetzen, haben wir die einzigartige Chance, die Welt
zu bewegen, nicht nur zum Besseren der anderen,
sondern zu unserem eigenen Besseren.
In der Tat ist es unsere Pflicht und unser Schicksal,
diesen Hebel anzusetzen und sowohl die atlantische
als auch die pazifische Region in die Gestaltung eines
neuen Jahrhunderts einzubeziehen.
Ein neues
Jahrhundert, das nicht durch Konflikte, sondern
Zusammenarbeit definiert ist. Nicht durch seine
Gefahren, sondern seine Versprechen.
In der asiatisch-pazifischen Region Archimedes zu
sein, bedeutet eine Stärkung des amerikanischjapanischen Sicherheitsbündnisses - wie wir es mit
unseren andauernden Verhandlungen tun, um es an
die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen - und sicherzustellen, daß es weiterhin eine
beruhigende Kraft für Frieden und Stabilität in der
gesamten Region ist.
Es bedeutet die Bewahrung eines starken Bündnisses
mit der Republik Korea, die Einsatzbereitschaft für
einen Spannungsfall in absehbarer Zukunft und die
Bereitschaft zur Förderung unserer gemeinsamen
Interessen auf lange Sicht, selbst nach Beendigung
der Teilung der Halbinsel.
Es bedeutet die Erweiterung unserer Beziehungen zu
Freunden und Verbündeten in Südostasien - der
Region, die bald anstelle von Europa unser zweitgrößter Exportmarkt sein wird und von wachsender
Bedeutung für die amerikanische Sicherheit ist.

Im Juni 1947, als das vom Krieg zerstörte Europa den
Wiederaufbau versuchte, wagte Marshall, sich Europa
als einen neuen Kontinent vorzustellen - geheilt,
ungeteilt und frei - im Frieden mit sich selbst und der
Welt und mit Amerika über eine Brücke der Hilfe,
Hoffnung und des gemeinsamen Erbes verbunden.
Marshalls Vision wurde zum Marshallplan. Die Hälfte
Europas nahm den Plan an und baute starke Demokratien, starke Volkswirtschaften und ein starkes
Bündnis namens NATO auf. Aber der anderen Hälfte
Europas wurde der Marshallplan verweigert, als
Joseph Stalin den Eisernen Vorhang auf Amerikas
helfende Hand fallen ließ.
Vor zwei Wochen unternahmen die Vereinigten
Staaten und ihre europäischen Verbündeten in Madrid
historische Schritte zur Vollendung von Marshalls
Vision.
Erstens bekräftigte die NATO ihre Verpflichtung zur
Entwicklung echter Zusammenarbeit mit Rußland und
der Ukraine. Die im Mai unterzeichnete Grundakte mit
Rußland und die in Madrid unterzeichnete Charta
zwischen der NATO und der Ukraine werden die
NATO auf einen künftigen Kurs der Konsultationen und
Kooperation mit diesen beiden großartigen europäischen Nationen bringen, Moskau ein Mitspracherecht aber kein Vetorecht und keine Stimme - in Brüssel
einräumen und der NATO engere Beziehungen zu
einer Ukraine ermöglichen, die rasch zu einem Modell
für die Förderung paneuropäischer Zusammenarbeit
wird. Gemeinsam widerlegen diese beiden Dokumente entschieden das Argument, daß die NATO-Erweiterung "neue Trennlinien" in Europa schafft.
Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, als ich direkt
nach dem Gipfel von Madrid nach Lviv reiste, um an
einer Übung der Partnerschaft für den Frieden mit
Streitkräften der Vereinigten Staaten, der Ukraine und
neun anderen Nationen des ehemaligen Warschauer
Pakts teilzunehmen, die alle zusammenkamen, wo
einstmals das größte sowjetische militärische Übungsgelände war.

In der asiatisch-pazifischen Region Archimedes zu
sein bedeutet auch, eine Strategie des Engagements
für China zu verfolgen: Zusammenarbeit mit China,
wenn möglich, Meinungsverschiedenheiten, wenn
nötig, und alles in unserer Macht Stehende zur
Gewährleistung einer Zukunft zu tun, in der China
einen Beitrag zu wirtschaftlichem Aufschwung, Kooperation und Vertrauen leistet, die sich jetzt im pazifischen Becken abzeichnen.

Sie sollten wissen, daß die amerikanischen Streitkräfte
der kalifornischen Nationalgarde angehörten, die eine
Partnerschaft mit den Streitkräften der Ukraine geschlossen hat. Es war ein wirklich erhebender Anblick.
Auf Boden, der einst unter dem Tritt der Truppen aus
einer Hälfte Europas erbebte, die für einen Krieg mit
der anderen Hälfte übten, kamen Streitkräfte aus ganz
Europa zusammen, um für den Frieden zu üben.

Auf der anderen Seite des Globus - über den Atlantik
hinweg in Europa - bedeutet die Rolle des Archimedes,
daß die Vereinigten Staaten zusammen mit ihren
NATO-Verbündeten den Traum vollenden, von dem
George Marshall als Erster sprach, als er vor 50
Jahren zum Podium in Harvard schritt.

Aber natürlich war der größte von der NATO in Madrid
zur Vollendung von Marshalls Vision unternommene
Schritt die Einladung an drei neue Demokratien Polen, Ungarn und die Tschechische Republik - zur
Aufnahme von Beitrittsverhandlungen, die zur Vollmitgliedschaft in der NATO führen.

Seite 2

AMERIKA DIENST 15

�Durch die Entscheidung für diese drei Länder erkannte
das Bündnis die enormen Fortschritte an, die diese
beim Aufbau ihrer neuen Demokratien, der Öffnung
ihrer Volkswirtschaften und Modernisierung ihrer
Streitkräfte erzielt haben. Die NATO machte in Madrid
aber auch vollkommen deutlich, daß die ersten neuen
Mitglieder nicht die letzten sein werden. Die Tür zur
NATO-Mitgliedschaft muß und wird für alle offen
bleiben, die zur Übernahme der mit einer Mitgliedschaft einhergehenden Pflichten in der Lage sind.
Als Präsident Clinton, Außenministerin Albright und ich
in den Tagen nach dem Madrider Gipfel den europäischen Kontinent bereisten, überbrachten wir sowohl
den für eine Mitgliedschaft ausgewählten Nationen als
auch den anderen, die noch den Weg vor sich haben,
die Botschaft, daß die mit der NATO-Mitgliedschaft
einhergehenden Pflichten tatsächlich sehr groß sind.
Erweiterung bedeutet die Ausweitung der feierlichsten
Garantien, die eine Nation abgeben kann - die Verpflichtung zur Gewährleistung der Sicherheit eines
anderen Landes. Daher unterstrichen der Präsident,
die Außenministerin und ich in Warschau, Prag und
Budapest, daß der Beitritt zum Bündnis bedeutet,
einen Beitrag zur Sicherheit zu leisten und nicht nur ihr
Nutznießer zu sein. Wir betonten die Notwendigkeit für
diese Länder, die Modernisierung ihrer Streitkräfte
fortzusetzen und sie mit denen der NATO interoperabel zu machen. Ich kann Ihnen versichern: Ich
habe keinen Zweifel, daß zum Zeitpunkt des Beitritts
dieser drei Nationen zum Bündnis im Jahr 1999 die
Hinzufügung ihrer Streitkräfte die NATO nicht nur
größer, sondern auch stärker machen wird.
Die Vorteile einer größeren, stärkeren NATO sind
enorm - sowohl für Europa als auch für Amerika.
Wir brauchen nur in die Geschichtsbücher zu schauen
um zu sehen, daß Amerika sicherer ist, wenn Europa
sicher ist. Und wenn der Frieden in Europa bedroht ist,
dann ist er das auch in Amerika. Präsident Clinton
erklärte bereits im Mai, daß das Schicksal Europas
und die Zukunft Amerikas untrennbar miteinander
verbunden sind.
Zweimal in diesem Jahrhundert haben Tausende von
Amerikanern für die Verteidigung der Freiheit in
Europa gekämpft und sind dafür gestorben. In den
letzten 50 Jahren floß jedoch kein amerikanisches Blut
mehr bei einem Krieg in Europa. Der Grund dafür ist
die NATO. Außenministerin Albright erklärte: "Wir
haben gelernt, daß Bündnisse die Androhung von
Gewalt glaubwürdiger machen und daher der Einsatz
von Gewalt weniger wahrscheinlich ist - daß durch die
Zusage, falls nötig zu kämpfen, es weniger nötig wird,
zu kämpfen."

NATO-Erweiterung wird dazu beitragen, Bedrohungen
dieser Interessen abzuschrecken. Sie beinhaltet das
Wissen, daß eine Ausweitung der Freiheit eine
Gewährleistung der Freiheit ist. Und sie wird die
künstlichen Trennlinien, die den Kontinent teilten,
durch ein größeres Sicherheitsfeld ersetzen, das das
Bündnis stärkt und besser in die Lage versetzt, den
Frieden zu schützen und zukünftige Kriege zu verhindern.
Der zweite Grund für die NATO-Erweiterung besteht in
der Verteidigung der europäischen Errungenschaften
bei Demokratie und Wohlstand. Eine erweiterte NATO
kann für ganz Europa das leisten, was die NATO
bereits für Westeuropa getan hat: Gewährleistung von
Sicherheit und Stabilität, damit die neuen Demokratien
prosperieren können, ebenso wie es früher bei
Deutschland, Italien und Spanien geschah.
Diese Sicherheit und Stabilität sind auch die Schlüsselelemente für die Förderung des Wohlstands in den
Vereinigten Staaten und Europa. Die Europa von der
NATO gebotene Stabilität hilft uns nicht nur bei der
Vermeidung der Kosten zukünftiger Kriege, sondern ist
auch die Grundlage für Investitionen, Handel und
Wirtschaftswachstum, die Amerikanern und Europäern
gleichermaßen zugute kommen - von Berkeley bis
Budapest und darüber hinaus.
Der dritte Grund für die NATO-Erweiterung besteht
darin, auf dem gesamten Kontinent ein Klima des
Friedens zu schaffen, örtliche Rivalitäten zu verhindern, Anreize für einen Rüstungswettlauf zu vermindern und ein Gebiet des Vertrauens und der
Zusammenarbeit zu schaffen, in dem die Mitglieder
ihre Differenzen durch Verhandlungen anstatt durch
Konfrontation lösen können.
Allein die Aussicht auf eine Erweiterung war während
der letzten Jahre eine mächtige Kraft für Frieden und
veranlaßte die Länder zur dramatischen Verbesserung
der Beziehungen zu ihren Nachbarn und Umstrukturierung ihrer Militärs unter demokratischer ziviler Kontrolle. Diese Dynamik bewirkte die Beilegung alter
Streitigkeiten zwischen Polen und Litauen, Polen und
der Ukraine, Ungarn und Rumänien, Italien und
Slowenien sowie Deutschland und der Tschechischen
Republik.
Dies sind dieselben Streitigkeiten, die den Ersten
Weltkrieg auslösten, die Hitler ausnutzte, um den
Zweiten Weltkrieg zu beginnen, und die im ehemaligen
Jugoslawien zu dem schlimmsten Morden seit dem
Zweiten Weltkrieg führten. Heute veranlaßt der
Erweiterungsprozeß die Nationen zur Beilegung dieser
Streitigkeiten, damit sie nicht weiter schwelen oder
durch engstirnige Nationalisten geschürt werden
können.

Niemand bezweifelt, daß Amerika in Zentral- und
Osteuropa wichtige Sicherheitsinteressen hat. Die

AMERIKA DIENST 15

Seite 3

�Schließlich wird die NATO-Erweiterung das Unrecht
der Vergangenheit wiedergutmachen und den Nationen Sicherheit und Stabilität bieten, die fünf Jahrzehnte
lang unter der sowjetischen Unterdrückung gelitten
haben. Die NATO nicht zu erweitern, würde einer
Bestätigung der 1945 von Joseph Stalin gezogenen
Trennlinie gleichkommen, für deren Überwindung zwei
Generationen von Amerikanern und Europäern
gekämpft haben. Dadurch würden - mit den Worten
von Außenministerin Albright - "während eines halben
Jahrhunderts auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs gebrachte Opfer zunichte gemacht und es
würde eine ständige Quelle für Spannungen im Herzen
Europas geschaffen."
Manche behaupten, trotz dieser Vorteile einer erweiterten NATO wären die Kosten für Amerika einfach
zu hoch - sowohl in finanzieller Hinsicht als auch im
Hinblick auf mögliche Opfer. Das ist einfach nicht
wahr. Den günstigsten Schätzungen des Verteidigungsministeriums zufolge werden sich die direkten
Grenzkosten für die Vereinigten Staaten für den
Zeitraum von 10 Jahren auf 100 bis 200 Millionen
Dollar belaufen. Diese Zahlen könnten sich ändern,
wenn wir ein besseres Verständnis dafür entwickeln,
was benötigt wird, damit neue Mitglieder besser
gemeinsam mit den Streitkräften der NATO operieren
und diese im Krisenfall besser in ihrem Land tätig
werden können. Tatsächlich sind einige unserer
technischen Experten der Ansicht, daß wir die möglichen Kosten überschätzt haben.
Ich kann Ihnen jedoch versichern, daß eine angemessene Verteidigung zwar immer teuer ist, Bündnisse sie
jedoch billiger machen - weil die Kosten geteilt werden
und weil interoperable Streitkräfte effektiver und
effizienter sind. Und ich kann Ihnen versichern, daß
die Kosten der NATO-Erweiterung im Vergleich zu
unseren finanziellen und menschlichen Opfern eines
möglichen Krieges in Europa lächerlich gering sind ein durch Instabilität verursachter Krieg, den wir nicht
verhinderten, weil wir das Bündnis nicht erweiterten.

*

Seite 4

Die Natur der Amerika konfrontierenden Herausforderung jenseits des Atlantiks und des Pazifiks
wurde in einer auf der anderen Seite der Bucht - in
Berkeley - gehaltenen Rede gut dargelegt. Der
Redner stellte fest, "in Europa, ... im Nahen Osten, in
Indonesien, in China, ... in Japan und Korea sind
Charakter und Stärke der (amerikanischen) Führungsrolle in der gegenwärtigen Situation möglicherweise
entscheidend. Sich der Frage durch Passivität zu
entziehen ... würde unsere dominante Führungsposition aushöhlen und uns damit eine sekundäre
Rolle zuweisen - eine Rolle, die jeden von uns zweifelsohne der amerikanischen Grundsätze von Freiheit
und Gerechtigkeit berauben würde, die wir immer mit
allen Mitteln hochgehalten haben." Und ich möchte
hinzufügen, daß sie uns der Früchte des Wirtschaftswachstums berauben würde.
Diese Rede wurde 1948 bei den Feierlichkeiten aus
Anlaß des Jahrestags der Gründung der University of
California von George Marshall in Berkeley gehalten,
als er das Land bereiste, um Unterstützung für seinen
Plan zu gewinnen. Heute finden Marshalls vorausschauende Worte über die Jahrzehnte hinweg bei uns
ihren Widerhall und unterstreichen die Bedeutung, das
Licht der Geschichte hochzuhalten, damit wir auf dem
Weg in die Zukunft nicht stolpern.
Abschließend möchte ich die Äußerung Winston
Churchills bei einem von ihm vor vielen Jahren zu
Ehren des Journalisten Stuart Alsop gegebenen
Abendessens widergeben. Nach dem Essen, als man
Champagner und etwas Brandy getrunken hatte,
erklärte Churchill: "Amerika. Amerika. Ein großartiges
und mächtiges Land. Wie ein starkes Pferd zieht es
die übrige Welt aus dem Morast der Verzweiflung zu
Frieden und Wohlstand." Dann richtete er seine kalten
blauen Augen anklagend auf Alsop und fragte: "Aber
wird Amerika den Kurs halten?" Nahezu fünfzig Jahre
später können wir seine Frage beantworten. Amerika
hat den Kurs gehalten, weil das unsere Pflicht ist. Wir
werden den Kurs halten, weil das unser Schicksal ist.

* * *

*

AMERIKA DIENST 15

�BOSNIEN
6. August 1997

Die Implementierung des Daytoner Abkommens
Übersicht des US-Außenministeriums

(AD) - Die nachfolgend veröffentlichte Übersicht wurde am 1. August 1997 vom Büro des Sondergesandten von
Präsident Clinton und Außenministerin Albright für die Implementierung des Daytoner Abkommens, Robert S.
Gelbard, herausgegeben.

Wichtige Leistungen
Die Kämpfe wurden eingestellt, die verfeindeten
Streitkräfte entflochten und die schweren Waffen
eingelagert.
Das reale Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 1995
nahezu verdoppelt. Die Arbeitslosigkeit ist von 90 auf
50 Prozent gesunken.
Die internationalen Geber führen ein dreijähriges
vorrangiges Wiederaufbauprogramm in Höhe von 5,1
Milliarden Dollar durch.
Die Infrastruktur wird wiederaufgebaut.
Bei den Wahlen im September 1996 wurden neue
nationale, regionale und kantonale Regierungen
gewählt, die jetzt zu funktionieren beginnen.

Ungefähr 150.000 Flüchtlinge sind aus dem Ausland
nach Bosnien und über 160.000 Vertriebene in ihre
Häuser zurückgekehrt.
Das von den Vereinigten Staaten unterstützte Open
Broadcast Network ist zu einem tragfähigen Fernsehnetz geworden.
Der Schiedsspruch von Brcko wurde friedlich umgesetzt, und der internationale Monitor hat seine Arbeit
aufgenommen.
Militärische Stabilität
Die Kämpfe wurden eingestellt und die verfeindeten
Truppen entflochten.
Schwere Waffen wurden unter internationaler Kontrolle
eingelagert und mehr als 2.000 schwere Waffensysteme zerstört.

Die logistischen Vorbereitungen der OSZE für die
diesjährigen Kommunalwahlen verlaufen nach Plan.
2,5 Millionen Wähler sind registriert, und ungefähr
20.000 Kandidaten stellen sich in 136 Kommunen zur
Wahl.

Zunächst die IFOR und dann die SFOR haben den
Frieden mit nur minimalen Verlusten erhalten. Die
Zusammenarbeit vor Ort mit der IFOR/SFOR war
ausgezeichnet.

In der Föderation werden eine gemeinsame Polizei, ein
gemeinsames Militär, ein gemeinsamer Zoll und
integrierte Finanzinstitutionen geschaffen.

Durch eine Kombination von Rüstungskontrolle mit
dem Ausbildungs- und Ausrüstungsprogramm wurde
ein stabiles militärisches Gleichgewicht geschaffen.

Im Rahmen des Ausbildungs- und Ausrüstungsprogramms wurde militärisches Gerät im Wert von
über 300 Millionen Dollar für die Bosnische Föderation
beschafft, und es wurden internationale Ausbildungsbestrebungen koordiniert.

Illegale ausländische Streitkräfte wurden aus dem
Land vertrieben, und Bosnien hat die militärische und
nachrichtendienstliche Zusammenarbeit mit dem Iran
und anderen extremistischen Ländern eingestellt.

AMERIKA DIENST 15

Seite 1

�Das Gesetz über die Verteidigung der Föderation
wurde im Juli 1996 verabschiedet, es wurden Abkommen über die Truppenstruktur der Föderation und
die gemeinsame Befehlsstruktur geschlossen sowie
vertrauensbildende Maßnahmen, beispielsweise die
Einrichtung einer Hotline in den verschiedenen
militärischen Hauptquartieren, durchgesetzt.
Wirtschaftswachstum
Das reale Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 1995
nahezu verdoppelt. Für 1997 wird ein Wachstum des
Bruttoinlandsprodukts von ungefähr 30 Prozent
erwartet. (Der Großteil des Wirtschaftswachstums
findet in der Föderation statt.)

Das Amt hofft, bis Ende dieses Jahres 10 Millionen
Dollar monatlich als Anleihe zur Verfügung stellen zu
können.
Bis Ende 1997 werden im Rahmen des Programms
von AID für städtische Infrastruktur und Dienstleistungen größere Projekte in mehr als 38 Kommunen
abgeschlossen und über 10.000 neue Arbeitsplätze
geschaffen.
Unter der Führung der Vereinigten Staaten richten sich
nahezu alle Geber nach unseren Bedingungen, denen
zufolge nur denjenigen Hilfe gewährt wird, die das
Daytoner Abkommen einhalten. Infolgedessen gingen
1996 nur drei Prozent der Gelder an die Republika
Srpska.

Die Arbeitslosenquote sank von 90 auf 50 Prozent.
Neue staatliche Institutionen
Die Löhne und Gehälter in der Föderation haben sich
mehr als vervierfacht (von 46 DM monatlich auf 260
DM monatlich).

Bei den Wahlen im September 1996 wurden neue
nationale, regionale und kantonale Regierungen
gewählt.

Die Infrastruktur wird wiederaufgebaut.
Einer Absichtserklärung des IWF wurde zugestimmt,
und die Umschuldung des Londoner Clubs wurde
abgeschlossen.
Internationale Wiederaufbaubestrebungen
Internationale Geber unter Führung der Weltbank
arbeiteten ein dreijähriges vorrangiges Wiederaufbauprogramm in Höhe von 5,1 Milliarden Dollar aus. Seit
Anfang 1996 haben die Geber 3,2 Milliarden Dollar für
dieses Programm zugesagt.
In den ersten beiden Jahren des Programms leisteten
die Vereinigten Staaten einen Beitrag von 524 Millionen Dollar und werden im Haushaltsjahr 1998 weitere
200 Millionen Dollar beisteuern.

Das bosnische Staatspräsidium und der Ministerrat
kommen in regelmäßigen Sitzungen zusammen.
Das Verfassungsgericht hat die Arbeit aufgenommen.
Die parlamentarische Versammlung wurde gebildet
und hat vor kurzem ein Paket von Wirtschaftsgesetzen
erlassen.
Der Ständige Ausschuß für militärische Angelegenheiten hat während des jüngsten Besuchs von Außenministerin Albright in Sarajevo seine Eröffnungssitzung
abgehalten.
Die Zentralbank wurde eingerichtet.
Strukturen der Föderation und Integration

1996 wurden mehr als 320 Kilometer Straße und
15.000 Wohneinheiten erneuert (darunter mehr als
2.500 durch das Amt für internationale Entwicklung -

Auf Föderations- und Kantonsebene wurden Regierungsstrukturen eingeführt.

AID), und in weiteren 32.000 wurde die Heizung

Es werden eine gemeinsame Polizei, ein gemeinsames Militär, ein gemeinsamer Zoll und integrierte
Finanzinstitutionen geschaffen.

wieder instand gesetzt. 400 Schulgebäude wurden
repariert, und in 40 Städten wurde die Wasserversorgung und Kanalisation ausgebessert.
1996 nahmen fünf Kraftwerke ihren Betrieb wieder auf,
und in allen größeren Städten und vielen ländlichen
Gebieten wurde die Stromversorgung wiederhergestellt. Ungefähr 776.000 Menschen (etwa ein Viertel
der Gesamtbevölkerung Bosniens) bekamen dank von
Gebern finanzierter
Energieversorgungsprojekte
wieder Strom.
AID gewährte 95 mittelständischen bosnischen
Unternehmen Kredite in Höhe von 52 Millionen Dollar,
wodurch fast 10.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Seite 2

Im Rahmen des Ausbildungs- und Ausrüstungsprogramms wurde militärisches Gerät im Wert von
über 300 Millionen Dollar für die integrierte Verteidigungsstreitmacht der Bosnischen Föderation beschafft, und es wurden internationale Ausbildungsbestrebungen koordiniert.
Öffentliche Sicherheit
Die Polizei der Föderation wird im Einklang mit internationalen Polizeinormen unter der Aufsicht der interna-

AMERIKA DIENST 15

�tionalen Polizei-Einsatztruppe (IPTF) der Vereinten
Nationen von Grund auf neu aufgebaut.
Zwei der 10 Föderationskantone (Sarajevo und
Gorazde) haben die Anfangsphase der Umstrukturierung abgeschlossen. Erwartungsgemäß wird dies in
den übrigen Kantonen bis September 1997 geschehen.
Die Polizei von Mostar wurde ethnisch integriert, und
im Juli 1997 wurden gemeinsame Patrouillen bosnischer und bosnisch-kroatischer Beamten eingeführt.
Die gute Koordinierung zwischen den Parteien - der
IPTF und der IFOR - bei der Planung der öffentlichen
Sicherheit führte im September 1996 zur sicheren
Durchführung von Wahlen.
In Sarajevo wurden von der US-Regierung geförderte
Ausbildungsprogramme über die Wahrung der
menschlichen Würde und grundlegende Qualifikationen eingeführt. Der IPTF wurde die Befugnis erteilt,
angebliche Menschenrechtsverletzungen durch die
Polizei im Dezember zu überprüfen, und sie arbeitet
mit der örtlichen Polizei bei der Entwicklung eigener
Fähigkeiten zusammen.
Flüchtlinge
Ungefähr 150.000 Flüchtlinge sind aus dem Ausland
nach Bosnien und über 160.000 Vertriebene in ihre
Häuser zurückgekehrt.
Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und die US-Regierung haben gemeinsam die
ersten drei "offenen Städte" bestimmt, die rückkehrende ethnische Minderheiten aufnehmen. Viele andere
Gemeinden haben ihr Interesse an dem Programm
bekundet.
Seit dem 2. Juli 1997 sind 164 bosnische Familien in
ihre Heimat auf der serbischen Seite der Schutzzone
im Gebiet um Brcko zurückgekehrt. Die ersten 16
bosnischen Familien sind nach Stolac zurückgekommen - einer der vier Föderationsgemeinden, die in
Dayton als "Pilotprojekt" für die Rückkehr bestimmt
wurden und die am widerwilligsten zurückkehrende
Flüchtlinge aufnimmt.
Die Präsidentin der Republika Srpska, Plavsic, hat der
Implementierung von Projekten in Sipovo zugestimmt,
die die Rückkehr der Bosniaken ermöglichen.
Minenräumung
Die Vereinigten Staaten waren bei der Einrichtung
einer effektiven Struktur zur Minenräumung vor Ort
behilflich. Regionale Minenräumtrupps haben im
November 1996 mit der Überwachung und Räumung
von Minen begonnen.

AMERIKA DIENST 15

Demokratisierung
Die nationalen, regionalen und kantonalen Wahlen im
vergangenen Jahr verliefen ohne Zwischenfälle, und
gewählte Regierungsvertreter haben ihr Amt angetreten.
Die logistischen Vorbereitungen der OSZE für die
diesjährigen Kommunalwahlen verlaufen nach Plan.
2,5 Millionen Wähler sind registriert und ungefähr
20.000 Kandidaten stellen sich in 136 Kommunen zur
Wahl.
Verschiedene Geber bieten aufstrebenden politischen
Parteien Unterstützung.
Die finanzielle und personelle Unterstützung für
Anhang 6 des Berichts der Menschenrechtskommission hat die Respektierung der Menschenrechte und
Rechtsstaatlichkeit verbessert.
Medien
Das von den Vereinigten Staaten unterstützte Open
Broadcast Network ist zu einem tragfähigen Fernsehnetz geworden.
Der Betrieb von VOA und RFE sowie von Gebern
geförderte Medienprojekte vor Ort tragen weiterhin zur
Informationsvielfalt in Bosnien bei.
Das Amt für internationale Entwicklung leistet den
kleinen alternativen Rundfunksendern in Banja Luka,
Doboj, Bijeljina und Prijedor lebenswichtige Unterstützung.
Die Vereinigten Staaten und andere Geber haben
Dutzende bosnischer Journalisten in journalistischen
Praktiken und Medienbetrieb des Westens unterrichtet.
Brcko
Der Schiedsspruch wurde friedlich umgesetzt. Der
internationale Monitor und seine Mitarbeiter haben ihre
Arbeit aufgenommen.
Ein IPTF-Kontingent wurde auf volle Stärke aufgestockt und ist vor Ort.
Infrastrukturprojekte wurden eingeleitet und Häuser für
die Flüchtlinge wiederaufgebaut.
Die Rückkehrverfahren für die Flüchtlinge wurden
genehmigt, mit internationaler Finanzhilfe werden neue
Häuser gebaut und viele Flüchtlinge zur Rückkehr
aufgefordert.
Die Häuserkommission hat die Arbeit aufgenommen
und entscheidet über Eigentumsansprüche.

Seite 3

�HANDEL
6. August 1997

Amerikanisch-europäische
wirtschaftliche Zusammenarbeit
Rede von Jeffrey Lang

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Rede, die der Stellvertretende
US-Handelsbeauftragte Jeffrey Lang am 23. Juli 1997 bei einer Anhörung im Handelsunterausschuß des
Repräsentantenhauses hielt.

Herr Vorsitzender, sehr geehrte Ausschußmitglieder,
ich freue mich über die Gelegenheit, dem Unterausschuß die Ansichten der US-Handelsbeauftragten über
die Auswirkungen unserer Handelspolitik auf die neue
transatlantische Agenda (New Transatlantic Agenda NTA) und damit in Zusammenhang stehende Initiativen

Handel und Investitionen zwischen den Vereinigten
Staaten und den 15 Mitgliedstaaten der EU übersteigt
eine Billion Dollar. Die EU bildet den größten Absatzmarkt für amerikanische Waren und Dienstleistungen - und umgekehrt. 1996 belief sich der
Handel mit Waren und Dienstleistungen in beide

darzulegen.

Richtungen auf nahezu 400 Milliarden Dollar.

Ich werde mich kurz fassen, damit ich

anschließend noch eventuelle Fragen der Ausschußmitglieder beantworten kann.
Zunächst möchte ich folgende Feststellung machen:
Während die sicherheitspolitische Zusammenarbeit
der Vereinigten Staaten mit Europa die Grundlage des
nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen Friedens
war, bildeten die amerikanisch-europäischen Handelsbeziehungen die Verankerung des internationalen
Handelssystems seit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) im Jahr
1947. Die Vereinigten Staaten und die Europäische
Gemeinschaft - seit dem Vertrag von Maastricht als
Europäische Union bezeichnet - sind die beiden
größten Akteure der Weltwirtschaft und haben beide
von den fortlaufenden Bestrebungen zur Liberalisierung des multilateralen Handels profitiert. Man kann
zweifelsohne behaupten, daß die amerikanischen
Anstrengungen zur weiteren Liberalisierung des
multilateralen Handels ohne die aktive Beteiligung der
EU keine Fortschritte machen können.
Die Richtigkeit dieser Behauptung wird offensichtlich,
wenn man sich die Dimension der transatlantischen
Wirtschaftsbeziehungen betrachtet. Wenn die EU ein
Nationalstaat wäre, würde dieser mit den Vereinigten
Staaten die lebhaftesten Handels- und Investitionsbeziehungen der Welt unterhalten. Die Zahlen sind auf
jeden Fall beeindruckend. Das Gesamtvolumen von

AMERIKA DIENST 15

Die

amerikanischen Warenexporte in die Europäische
Union betrugen in demselben Jahr 127,5 Milliarden
Dollar - ein Anstieg um 3,9 Milliarden Dollar oder 3,2
Prozent im Vergleich zu 1995. Die Importe aus der
EU beliefen sich 1996 auf 142,7 Milliarden Dollar. Im
Durchschnitt hielt sich in der Nachkriegszeit der
Handel in beide Richtungen ungefähr die Waage. Die
ausländischen Direktinvestitionen der Vereinigten
Staaten in der EU betrugen 1996 315,4 Milliarden
Dollar. Die Vereinigten Staaten und die EU tätigten
1995 jeweils etwa die Hälfte ihrer Auslandsinvestitionen bei dem anderen Wirtschaftspartner. Um dies in
die richtige Perspektive zu rücken, sollte man berücksichtigen, daß 1996 der Handel mit Waren und
Dienstleistungen zwischen den Vereinigten Staaten
und Kanada in beide Richtungen 327 Milliarden Dollar
und 1995 mit China 62 Milliarden Dollar betrug. Eine
der grundlegenden Botschaften, die ich Ihnen heute
übermitteln möchte, lautet, daß das enorme Ausmaß
der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen ungeachtet anderer sich uns in der Welt eröffnender
Chancen gebietet, daß wir die wirklich vitalen Wirtschaftsinteressen der Vereinigten Staaten bei ihren
Beziehungen zu Europa im Auge behalten müssen.
In Anerkennung der möglicherweise großen Vorteile
einer Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Regionen für beide Seiten erklärten
Präsident Clinton und die Staats- und Regierungschefs

Seite 1

�der EU beim amerikanisch-europäischen Gipfel im
Dezember 1995 in Madrid Initiativen im Handels- und
Investitionsbereich zum integralen Bestandteil der
neuen transatlantischen Agenda. Grund für die
^Stellung der neuen transatlantischen Agenda ist der
'unsch fühlender Politiker auf beiden Seiten, die
; iarken historischen Bande zwischen den Vereinigten
Staaten und Europa zu bekräftigen und ihre Vision von
einem Europa nach dem Ende des Kalten Krieges auf
der Grundlage von Demokratie und freier Marktwirtschaft umzusetzen. Die Wahrung und Förderung des
transatlantischen Wohlstands wurde als Schlüsselelement jeglicher Bestrebungen zur Gestaltung der
transatlantischen Beziehungen im Zeitalter nach dem
Ende des Kalten Krieges und im 21. Jahrhundert
gesehen.
Nach vielen innenpolitischen und transatlantischen
Gesprächen entschieden sich die Vereinigten Staaten
und die EU für einen pragmatischen Ansatz bei der
Aufgabe einer Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen. Da Kooperation das wichtigste Konzept für die
Belebung der neuen transatlantischen Agenda darstellt, arbeiteten wir an einer Reihe multilateraler und
transatlantischer Fragen, bei denen wir positive
gemeinsame Schritte unternehmen können und ließen
dabei das Gezänk und die gegenseitigen Beschuldigungen hinter uns, die oft unsere Handelsbeziehungen
charakterisierten. Das Resultat findet in dem "gemeinsamen Aktionsplan" der neuen transatlantischen
Agenda seinen Niederschlag. Der Wirtschaftsfragen
behandelnde Teil des Plans verleiht der Absicht beider
Seiten Ausdruck, zur Förderung der weiteren Evolution
des multilateralen Handelssystems zusammenzuarbeiten. Ferner führt er die zur Vertiefung der
transatlantischen
Beziehungen
eingegangenen
Verpflichtungen auf - die zusammengenommen als
"Initiative neuer transatlantischer Markt" bezeichnet
werden. Als Ergänzung dieser zwischenstaatlichen
Bestrebungen befürwortete die neue transatlantische
Agenda auch eine größere Rolle der europäischen und
amerikanischen Wirtschaft durch die Mitwirkung am
transatlantischen Wirtschaftsdialog. Obwohl ich die
allgemeine Analyse des Prozesses der neuen transatlantischen Agenda dem Außenministerium überlassen will, möchte ich doch kurz auf jede dieser drei
wichtigen Komponenten zu sprechen kommen.
Der Wirtschaftsteil des gemeinsamen Aktionsplans
beinhaltet multilaterale und transatlantische Bestrebungen der Wirtschaft, von denen viele 1996 eingeleitet
wurden und bis 1997 und darüber hinaus andauern.
Unter anderem werden folgende Aktionen zur Stärkung des multilateralen Handels- und Investitionssystems durchgeführt: Konsolidierung der Welthandelsorganisation, Prüfung von Wegen zum weiteren Abbau der Zölle, einschließlich eines Abkommens
über die Abschaffung von Zöllen auf Informationstechnologieprodukte (das Informationstechnologieabkommen oder ITA), Aufnahme der Arbeit an neuen

Seite 2

internationalen Richtlinien zum Schutz des Rechts auf
geistiges Eigentum und für die staatliche Auftragsvergabe sowie Einigung auf gemeinsame Bestrebungen im Rahmen der OECD zum Abschluß eines
multilateralen Investitionsabkommens.
Die vor dem Hintergrund des neuen transatlantischen
Marktes ergriffenen Aktionen zur Vergrößerung der
amerikanisch-europäischen wirtschaftlichen Chancen
umfassen eine laufende gemeinsame Untersuchung
der verbleibenden Hemmnisse für transatlantischen
Handel und Investitionen sowie Wege zu ihrem Abbau;
die Umsetzung eines Abkommens über Zusammenarbeit im Zollwesen; die Stärkung der Bestrebungen
zur Beilegung bestehender Handelsstreitigkeiten als
Bestandteil eines vertrauensbildenden Prozesses und
der Abschluß von Abkommen über gegenseitige
Anerkennung (Mutual Recognition Agreements MRAs) zur Verringerung der Belastung der Unternehmen durch Vorschriften. Andere Verpflichtungen im
Zusammenhang mit dem neuen transatlantischen
Markt beinhalten die Ausweitung des derzeitigen
Dialogs über die Informationsgesellschaft (Information
Society Dialogue) zur Ankurbelung von Innovation und
Gewährleistung von gegenseitigen Verbindungen und
Interoperabilität sowie die Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe für Beschäftigung und Arbeitsfragen.
Der transatlantische Wirtschaftsdialog ist ein Forum, in
dem führende amerikanische und europäische Wirtschaftsvertreter zusammentreffen und über Wege zum
Abbau der Hindernisse für amerikanisch-europäischen
Handel und Investitionen sprechen können. Die 1995
in Sevilla veranstaltete Konferenz über den transatlantischen Wirtschaftsdialog leitete einen Prozeß der
Beurteilung von Hindernissen für die Wirtschaft in
Europa und Amerika durch den Privatsektor ein. Das
Ergebnis war eine Reihe von Empfehlungen der
Wirtschaft für staatliche Aktionen zur Beseitigung
dieser Hemmnisse.
Was wurde durch die von mir beschriebenen Initiativen
in den anderthalb Jahren seit der Bekanntgabe der
neuen transatlantischen Agenda erreicht?
Vom
Standpunkt eines US-Handelsbeauftragten aus würde
ich sagen, daß die Ergebnisse gemischt sind, was wir
aber zu diesem Zeitpunkt des Prozesses nicht anders
erwartet hätten. Zweifelsohne profitieren die Vereinigten Staaten von den bemerkenswerten Erfolgen
im multilateralen Kontext. Der Abschluß des Informationstechnologieabkommens und das WTO-Abkommen über Basistelekommunikationsdienste stellen
große Fortschritte für unsere Hochtechnologieunternehmen dar, die zu unseren konkurrenzfähigsten
zählen. Wie ich eben sagte, hätten solche Meilensteine nicht ohne die Beteiligung der EU erreicht
werden können. Beim Ministertreffen der WTO in
Singapur im Dezember vergangenen Jahres schlössen
wir einen meines Erachtens funktionierenden Kompro-

AMERIKA DIENST 15

�miß mit der EU über die Behandlung sogenannter
"neuer Fragen" wie Handel und Umwelt, Handels- und
Arbeitsnormen, Handel und Investitionen sowie Handel
und Wettbewerb durch die WTO.
Unter der Rubrik neuer transatlantischer Markt wurde
zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union ein Abkommen über Zusammenarbeit im
Zollwesen geschlossen, das unseren Zollbeamten
durch die Umstrukturierung ihrer Operationen und
Förderung der Bestrebungen zu seiner Durchsetzung
helfen wird. Ferner schlössen wir unter großen
Schwierigkeiten ein Veterinäräquivalenzabkommen,
das zwar nicht so ehrgeizig wie erhofft ist, aber
dennoch viel zur Erleichterung des Handels mit
lebenden Tieren und Tierprodukten beiträgt. Wir
haben eine gemeinsame Studie über Wege zum
Abbau von Hemmnissen für den transatlantischen
Handel initiiert, indem wir uns auf eine ausgewählte
Gruppe von Sektoren für die anfängliche Untersuchung einigten. Natürlich steht die Aktion neuer
transatlantischer Markt, der von Privatsektor und
Regierungen gleichermaßen große Aufmerksamkeit
gewidmet wurde, für das Bestreben, die Verhandlungen über MRAs abzuschließen.
Dieser Versuch wurde von den am transatlantischen
Wirtschaftsdialog beteiligten amerikanischen und
europäischen Unternehmen als oberste Priorität auf
der transatlantischen Agenda und als wichtigstes
Handelsanliegen von Präsident Clinton und den
Staats- und Regierungschefs der EU angesehen. Das
von uns nach drei langen Jahren erst letzten Monat
erzielte Verhandlungsergebnis schafft einen Präzedenzfall in der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit
bei Reformen des Regelwerks, die die Belastung der
Unternehmen maßgeblich erleichtern werden.
So umfangreiche und verzweigte internationale
Wirtschaftsbeziehungen wie die zwischen den Vereinigten Staaten und Europa können nicht ohne
Probleme funktionieren. Die bloße Dynamik, die diese
Maschinerie antreibt, führt unweigerlich zu gewissen
Spannungen, insbesondere da sich das Tempo von
Innovation und Anpassung in der Geschäftswelt
weiterhin beschleunigt. Und in der Tat sehen wir uns
mit einer Vielfalt von Problemen im Hinblick auf unsere
Beziehungen zur EU konfrontiert. Diese Meinungsverschiedenheiten können ernsthafter Natur sein.
Manchmal kann - wie bei der Haltung der EU zur
Regulierung des Handels mit biotechnologisch manipulierten Nahrungsmitteln - Handel im Wert von
Millionen Dollar auf dem Spiel stehen.
Viele unserer Differenzen bestehen seit langem und
stehen auf die eine oder andere Weise in Zusammenhang mit der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU.
Einige Meinungsverschiedenheiten im Agrarbereich
leiten sich auch aus der Haltung der Europäer gegenüber dem Schutz der Umwelt und der menschlichen

AMERIKA DIENST 15

Gesundheit her. Die europäische Einstellung zum
Artenschutz führte zu einer Drohung der EU, amerikanische Pelzexporte zu unterbinden. Wir erhalten
häufig Beschwerden von amerikanischen Unternehmen bezüglich der europäischen Praxis, auf EU- und
Mitgliedstaatenebene Standards einzuführen - daher
das beträchtliche Interesse der Unternehmen an den
MRAs.
Europäische Industriesubventionen, insbesondere für die Flugzeug- und Schiffbauindustrie,
sind seit langem eine Quelle der Frustration für
amerikanische Firmen.
Im multilateralen Bereich sind wir über gewisse
Anzeichen besorgt, daß die EU, die wiederholt ihre
Verpflichtung zur erfolgreichen Umsetzung der
Uruguay-Runde und zum reibungslosen Funktionieren
der WTO zum Ausdruck gebracht hat, durch ihre
Aktionen das internationale Handelssystem unter
Druck setzt, dem dieses System nicht standhalten
könnte. Wir finden jüngste Bestrebungen der EU
besonders beunruhigend, Streitfälle, die mehr politischer als kommerzieller Natur sind, der WTO vorzulegen. Das schafft einen schlechten Präzedenzfall,
der die harte Arbeit unterminieren könnte, die alle
Seiten in die Gestaltung der WTO als objektives, auf
Vorschriften gründendes System zur Verwaltung
globalen Handels einbringen.
Wenn handelsbezogene Meinungsverschiedenheiten
zwischen den Vereinigten Staaten und der EU andere
heikle Bereiche der Außenpolitik berühren, riskieren
wir eine Verschlechterung des generellen Geschäftsklimas. Glücklicherweise erzielten wir im Frühjahr
Übereinstimmung mit den Europäern bezüglich ihrer
Vorbehalte gegenüber unseren Sanktionen gegen
Kuba, Iran und Libyen - jedoch erst nach Monaten
häufig harter Kritik seitens der EU. Wir hoffen weiterhin, daß die Differenzen über die Fusion von
Boeing/McDonnell-Douglas so rasch wie möglich
beigelegt werden können.
In den kommenden Monaten haben wir viele Chancen,
unsere Fähigkeit zur gemeinsamen Lösung von
Problemen und Förderung der Handelsliberalisierung
unter Beweis zu stellen. Die WTO-Verhandlungen
über Finanzdienstleistungen wurden wieder aufgenommen, und wenn wir zusammenarbeiten, können die
Vereinigten Staaten und die EU im Dezember den bei
den Basistelekommunikationsdiensten erzielten Erfolg
für die Finanzdienstleistungen wiederholen.
Wir
müssen bis zu dem festgesetzten Termin im Frühjahr
gemeinsam auf den Abschluß eines multilateralen
Abkommens über Investitionen in der OECD hinarbeiten. Wir blicken auch auf Europa, damit wir
zusammen Fortschritte bei der vorgeschlagenen
OECD-Konvention über Bestechung und offizielle
Korruption erzielen können. In der WTO gibt es eine
Vielzahl von Bereichen, in denen ein gemeinsamer
amerikanisch-europäischer Ansatz einen Unterschied
bei der Aufnahme neuer Mitglieder bewirken kann -

Seite 3

�von staatlicher Beschaffung über Marktzugangsinitiativen bis zu der unbeendeten Tagesordnung der
Uruguay-Runde. In diesem Zusammenhang möchte
ich die bevorstehende Aufnahme neuer WTO-Agrarhandelsgespräche besonders erwähnen. Wie in der
Vergangenheit wird die Zusammenarbeit der EU im
Agrarbereich eindeutig den Unterschied zwischen
Erfolg und Mißerfolg ausmachen.
Im transatlantischen Kontext können wir die Suche
nach neuen Chancen zur Erweiterung der wirtschaftlichen Wechselbeziehungen fortsetzen. Wir beabsichtigen, die gemeinsame Studie über den Abbau von
Handels- und Investitionshemmnissen aktiv zu verfolgen und erwarten, vorläufige Empfehlungen für
staatliche Aktionen bis Ende dieses Jahres vorliegen
zu haben. Der Erfolg der MRA-Verhandlungen hat
bereits zu der gemeinsamen Verpflichtung geführt,
zusätzliche Sektoren zu prüfen, die von dieser Art
regulierender Zusammenarbeit profitieren könnten.
In hoffe, daß die Vereinigten Staaten und Europa über
ihre Differenzen hinausblicken und das umfassendere
Ziel der Erweiterung transatlantischen und globalen
Wohlstands im Auge behalten können. Europa hat bei
der Bewältigung der internen Angelegenheiten in den
kommenden Jahren über vieles nachzudenken. Unser
aufrichtiger Wunsch ist, daß diese Konzentration auf
innere Angelegenheiten nicht eine konstruktive Rolle
für Europa im transatlantischen und globalen Kontext
ausschließt.
Wir auf der amerikanischen Seite werden weiterhin die
Lösung anhängiger Dispute und wenn möglich die
Entschärfung von Situationen anstreben, bevor sie zu
einer Krise eskalieren. Niemand - am wenigsten
Unternehmen und Arbeitnehmer - profitiert von einer
spannungsgeladenen Atmosphäre.
Wir werden
natürlich versuchen, Meinungsverschiedenheiten in
der WTO auszuräumen - dafür haben wir das WTOSystem geschaffen - und werden alles in unserer
Macht Stehende tun um sicherzustellen, daß es die
ihm zugedachte Aufgabe erfüllt.
Ferner müssen wir weiterhin über diese Meinungsverschiedenheiten hinaus auf die Chancen blicken, die
Europa für unsere Unternehmen bietet. Dies ist
besonders angebracht angesichts der möglichen
Verhandlungen über den Beitritt Zentral- und Osteuropas zur EU und der zur Vervollständigung dieses
Prozesses erforderlichen internen EU-Reformen. Die
Erweiterung der EU um viele der zentral- und osteuropäischen Staaten sollte zu beträchtlichen neuen
Marktchancen für amerikanische Firmen führen.
Man kann andere Möglichkeiten für die Vereinigten
Staaten und die EU in Erwägung ziehen - Zusammenarbeit, um die übrige Welt der Offenheit und Transparenz zu öffnen, die die transatlantischen Geschäfts-

Seite 4

beziehungen heute generell charakterisieren. Wir
haben in Drittländern beispielsweise viele gemeinsame
Interessen. Ein klarer Fall, bei dem die Vereinigten
Staaten und die EU durch die Einnahme einer gemeinsamen Haltung sehr viel erreichen können, ist die
Aufnahme neuer Mitglieder in die WTO - vor allem
China, Rußland und die Ukraine.
Abschließend möchte ich noch einige Worte zum
transatlantischen Wirtschaftsdialog sagen. Nach
meiner Teilnahme an der ersten Konferenz des
transatlantischen Wirtschaftsdialogs in Sevilla war ich
sehr beeindruckt von diesem Prozeß, Regierungsvertretern auf beiden Seiten des Atlantiks wirtschaftliche
Belange und Ideen zugänglich zu machen. Ich war
besonders beeindruckt von dem Engagement europäischer Unternehmen, die für gewöhnlich nicht die
Möglichkeit hatten, etwas in den offiziellen Entscheidungsprozeß einzubringen, was amerikanische
Unternehmen inzwischen als gegeben ansehen. Der
transatlantische Wirtschaftsdialog stellte unter Beweis,
wie bedeutend Liberalisierung als Kraft im Verlauf der
MRA-Verhandlungen sein kann. Hätte es den guten
Rat und die starke, rechtzeitige Intervention des
transatlantischen Wirtschaftsdialogs nicht gegeben,
hätten die MRA-Gespräche - so kann man fairerweise
sagen - keinen Erfolg haben können.
Der Dialog ist zuallererst ein Forum für Debatten
zwischen Unternehmen. Das ist gut so. Die Regierungen können vielleicht nicht immer alles tun, was der
Dialog möchte. Ich möchte nur auf die kluge Einschätzung der amerikanischen Regierung des großen
Potentials für eine konstruktive Beteiligung des Dialogs
und des Privatsektors beider Kontinente an der
Förderung der transatlantischen und globalen Liberalisierung des Marktes verweisen. An den transatlantischen Wirtschaftsdialog gewandt sage ich: Sie haben
sich als wertvoll erwiesen, und wir hoffen, daß sie
diese gute Arbeit fortsetzen.
Ich möchte den Unterausschuß bitten zu berücksichtigen, daß diese umfassenden und größtenteils äußerst
erfolgreichen Wirtschaftsbeziehungen zu europäischen
Märkten einen enormen Beitrag zu unserem nationalen
Wohlstand leisten und ein großes Potential für künftiges Wachstum bieten. Um dieses Potential vollständig
auszuschöpfen, sollten wir meines Erachtens weiterhin
mit der EU durch den Prozeß der neuen transatlantischen Agenda und andere geeignete Foren zusätzliche multilaterale und transatlantische Ziele bei der
Handelsliberalisierung sondieren. Die Zustimmung
des Kongresses zu einem neuen Fast-track-Mandat
würde natürlich die Bereiche beträchtlich erweitern, in
denen wir gemeinsam tätig werden könnten. Schließlich ist es an den Vereinigten Staaten und Europa, das
Tempo für die internationale Wirtschaft zu bestimmen,
und wir sollten uns dieser Verantwortung nicht entziehen.

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�UMWELT
6. August 1997

Entwicklungsländer müssen ebenfalls
Treibhausgase reduzieren
Rede von Staatssekretär Timothy Wirth

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Eröffnungsansprache von Staatssekretär Timothy
Wirth bei einer Anhörung des Ausschusses für internationale Beziehungen des Repräsentantenhauses am 24.
Juli 1997.

Ich freue mich, heute mit Ihnen die andauernden
Verhandlungen über die nächsten Schritte gemäß der
UN-Rahmenkonvention über den Klimawandel erörtern
zu können. Diese Verhandlungen wurden im August
1995 aufgenommen und sollen im Dezember bei der
dritten Konferenz der Parteien in Kyoto mit der Verabschiedung eines neuen Protokolls oder anderen
rechtlichen Instruments zu Ende gehen.
In seiner Rede vor der Sondersitzung der UN-Generalversammlung im vergangenen Monat erklärte Präsident Clinton, "die wissenschaftlichen Fakten sind klar
und überzeugend", und verpflichtete die Vereinigten
Staaten zu einer Führungsrolle bei der Bewältigung
der Probleme des Klimawandels. Der Präsident
verpflichtete sich zu einem Dialog mit dem amerikanischen Volk und dem Kongreß zur Erörterung der
realen und drohenden Gefahren des Klimawandels,
der damit einhergehenden wirtschaftlichen Kosten und
Nutzen sowie der Chancen, die amerikanische
Technologie und Innovation bieten können. Der
Präsident verpflichtete sich ferner, "ein starkes amerikanisches Engagement für realistische und bindende
Obergrenzen in die Konferenz von Kyoto einzubringen,
die unsere Treibhausgasemissionen beträchtlich
reduzieren werden".
In den vergangenen Wochen hat sich das Interesse an
den Verhandlungen intensiviert, insbesondere im
Kongreß. Die Administration begrüßt dieses Interesse,
möchte für unsere Arbeit an einem neuen Abkommen
in Kyoto einen möglichst intensiven Dialog ermutigen
und fordert die Vorsitzenden des Senats und des
Repräsentantenhauses zur Einrichtung von Beobachtergruppen auf, mit denen wir in den kommen-

AMERIKA DIENST 15

den Wochen und Monaten noch enger zusammenarbeiten können.
Ich möchte mich heute auf zwei Anliegen konzentrieren - erstens die Berücksichtigung spezifischer
umweltpolitischer Ziele unserer im Rahmen der
Klimakonvention ausgehandelten Aktionen und
zweitens die Notwendigkeit, daß die Entwicklungsländer ihrer Rolle bei der Erlangung dieser Ziele
besser gerecht werden.
Ich möchte mit der Wissenschaft beginnen, weil die
Wissenschaftler diejenigen waren, die als Erste unsere
Aufmerksamkeit auf den Klimawandel gelenkt haben,
und weil wir weiterhin unsere Maßnahmen auf die
besten wissenschaftlichen Beweise und genauesten
Analysen gründen. Obwohl ich weiß, daß vielen von
Ihnen die grundlegenden Fakten bekannt sind, könnte
es meines Erachtens nützlich sein, einige der entscheidendsten Punkte zu wiederholen, die von den
Wissenschaftlern dargelegt wurden.
Der "Treibhauseffekt" wird durch Gase wie Kohlendioxid, Methan und Stickoxid verursacht, die sich in der
Atmosphäre ansammeln und die Rückstrahlung der
Sonnenenergie verhindern, wodurch der Planet sich
mehr als sonst erwärmt. Die natürlichen Konzentrationswerte dieser Treibhausgase in der Atmosphäre
halten die Temperaturen auf einem Niveau, bei dem
Leben gedeihen kann. Ohne den Hintergrundeffekt
der Treibhausgase in unserer Atmosphäre wäre die
Erdtemperatur rund 33° C kälter.
Menschen erhöhen die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre vor allem durch die

Seite 1

�Verbrennung von fossilen Brennstoffen - Kohle, Öl und
Erdgas - sowie durch eine Reihe anderer industrieller
Prozesse. Veränderte Landnutzuhg, insbesondere
Abholzung und Bodenerosion, spielen ebenfalls eine
Rolle, indem sie die Fähigkeit der natürlichen Umwelt
zur Absorption von Kohle aus der Atmosphäre verringern. Seit der industriellen Revolution Im 18. Jahrhundert ist die Konzentration von Kohlendioxid in der
Atmosphäre um 30 Prozent angestiegen. Während
des gleichen Zeitraums hat sich die Methankonzentration verdoppelt, und die Stickoxidkonzentrationen
haben sich' ÜrH rÜrld 15 Prozeht erhöht.

bis zum Jahr 2100 nahezu verdreifachen und höher
steigen als zu jedem anderen Zeitpunkt in den vergangenen 50 Millionen Jahren. Veränderungen unseres
Klimasystems würden sich auch über die von aktuellen
Studien vorhergesagten Auswirkungen hinaus bemerkbar machen. Die Risiken würden sich dramatisch
vergrößern, während die Konzentrationen weiterhin
ansteigen. Ferner gibt es keinen Grund zu der
Annahme, daß diese zusätzlichen Effekte linear sein
werden. Sie werden höchstwahrscheinlich unberechenbare und äußerst unerfreuliche Wege einschlagen.

Seit der vorindustriellen Zeit hat sich die Erde um rund
0,5° C erwärmt. Wissenschaftler glauben, daß der
beobachtete Anstieg wahrscheinlich nicht ausschließlich auf natürliche Ursachen zurückzuführen ist. In
seiner jüngsten wissenschaftlichen Einschätzung
gelangte der zwischenstaatliche Ausschuß für Klimawandel (lPCC) zu der Schlußfolgerung, daß die
Beweise unter dem Strich auf einen beträchtlichen
menschlichen Einfluß auf das Klimasystem deuten.

Ich möchte jetzt auf die Teilung der Verantwortung
zwischen Industrie- und Entwicklungsländern eingehen.

Projektionen für künftigen Klimawandel auf der Grundlage von komplexen Klimamodeflen und unserem
besten Verständnis der Physik des Klimasystems
legen bis zum Jahr 2100 einen Anstieg von weiteren 1 °
- 3,5° C mit einer durchschnittlich größeren Zunahme
als in den vergangenen 10.000 Jahren nahe. Die
Erwärmung erfolgt nicht einheitlich - sie wird wahrscheinlich an höheren Breitengraden und an den Polen
größer sein.
Anhand dieser Erwärmungstrends wird der Meeresspiegel aufgrund der thermischen Ausdehnung der
Meere und des Schmelzens von Gletschern und
Eisdecken bis zum Jahr 2100 voraussichtlich um 0,45
cm ansteigen. Dadurch würden ohne Präventivmaßnahmen hier in den Vereinigten Staaten - vor allem in
Florida und Louisiana - 18.500 km2 Küstengebiete
überschwemmt und jedes Jahr ungefähr 100 Millionen
Menschen weltweit Opfer von Stürmen.
Mit anderen Worten gibt der Weg, auf dem wir uns
befinden, Anlaß zu beträchtlicher Sorge. Der Klimawandel wird wahrscheinlich weitreichende und meistenteils negative Auswirkungen auf die menschliche
Gesundheit haben. Sowohl das natürliche als auch
das künstliche Ökosystem sind in Gefahr. Die Lebensfähigkeit und Ansiedelung von Wäldern und landwirtschaftlichen Gebieten wird sich maßgeblich verändern.
Darüber hinaus konzentrieren sich praktisch alle
Studien über die Auswirkungen der Störung des
Klimas auf die prognostizierte Verdoppelung der
atmosphärischen Konzentration von Treibhausgasen.
Aber wenn Anfang des nächsten Jahrhunderts keine
einschneidenden Maßnahmen ergriffen werden, ist es
sehr wahrscheinlich, daß sich die atmosphärischen
Konzentrationen verglichen mit der vorindustriellen Zeit

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Wie ich bereits ausführte, wissen wir, daß die vom
Menschen verursachten Emissionen die Konzentration
um rund 30 Prozent erhöhen - von 280 ppm in vorindustriellen Zeiten auf ungefähr 336 ppm heute. Wir
wissen, daß die Industrieländer das meiste Kohlendioxid in die Atmosphäre emittieren und das C0 2 dort
für 100 bis 150 Jahre verbleibt. Wir wissen, daß die
Vereinigten Staaten die meisten Treibhausgase
emittieren. 4 Prozent der Weltbevölkerung leben in den
Vereinigten Staaten, und auf uns entfallen 22 Prozent
der Kohlendioxidemissionen. Wir wissen auch, daß
die Entwicklungsländer angesichts der derzeitigen
Trends die Industrienationen in rund 30 Jahren als
Emittent überholen werden. (Dann leben ungefähr 70
Prozent der Weltbevölkerung in den Entwicklungsländern). China, mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern,
wird wahrscheinlich die Vereinigten Staaten gegen
Ende des ersten Quartals des neuen Jahrhunderts
überholen.
Daher werden Aktionen der Industrieländer allein uns
nicht auf den Weg zu sicheren Konzentrationen von
Treibhausgasen bringen. Wir benötigen auch Aktionen
der Entwicklungsländer. Aus unseren bisherigen
Diskussionen und Verhandlungen wird jedoch sehr
deutlich, wenn die Industrienationen mit ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Kapazität, ihren technischen
Fähigkeiten und ihrem energieverschwendenden
Lebensstil nicht zuerst handeln - ein Beispiel geben
und die Emissionen verringern - dann werden die
Entwicklungsländer auch nicht handeln. Wir müssen
den Weg anführen. Und wir müssen schnell handeln.
Andernfalls wird eine Verdoppelung der Konzentrationen sicher sein, und wir begeben uns auf den
Weg zu einer Verdreifachung oder noch höheren
Konzentrationswerten - deren Konsequenzen unsicher, wahrscheinlich aber katastrophal sind.
1992 verabschiedete die internationale Staatengemeinschaft die UN-Rahmenkonvention über den
Klimawandel in dem Bestreben, diese Umweltbedrohung in den Griff zu bekommen. In der Konvention
einigten sich die Entwicklungsländer auf eine Reihe

AMERIKA DIENST 15

�von Aktionen zur Abschwächung des Klimawandels
und Erleichterung der Anpassung an seine Auswirkungen. Die Industriestaaten stimmten zu, dieselben Maßnahmen zu ergreifen, wollen jedoch darüber
hinaus Schritte unternehmen, um ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2000 auf den Stand von 1990
zu senken.
1995 beschlossen die Unterzeichnerstaaten der
Klimakonvention, daß die unter dem Vertrag bestehenden Verpflichtungen zur Bewältigung der Bedrohung
nicht ausreichen. Dementsprechend einigten sie sich,
einen Prozeß zur Aushandlung der nächsten Schritte
einzuleiten. Da das für die Industriestaaten gesetzte
"Ziel" nur bis zum Jahr 2000 gültig ist, begannen sie
mit der Erörterung von Zielen, die ihre Bestrebungen
im ersten und eventuell zweiten Jahrzehnt des nächsten Jahrhunderts leiten sollen. Die Industriestaaten
einigten sich auf die Festsetzung quantitativer Ziele für
die Beschränkung und Verringerung von Treibhausgasemissionen bis zu einem noch zu bestimmenden
Zeitpunkt - wie 2005, 2010 oder 2020. Damals
forderten die Entwicklungsländer - von denen viele
gerade erst mit der Umsetzung bestehender Verpflichtungen im Rahmen der Konvention begonnen
hatten - der Verhandlungsprozeß sollte nicht zu neuen
Verpflichtungen für sie führen.
Sie stimmten jedoch der Förderung einer Umsetzung
ihrer bestehenden Verpflichtungen zu.
Die Vorschläge der Vereinigten Staaten bei den
derzeitigen Verhandlungen zielen auf eine Fortsetzung
des Prozesses ab. Der amerikanische Vorschlag
erkennt an, daß die 1992 in Anhang I der Konvention
aufgeführte Liste der "Entwicklungsländer", die
Unterzeichnerstaaten sind, nicht mehr den derzeitigen
Gegebenheiten entspricht. Eine Reihe von Entwicklungsländern gehört bereits durch die Mitgliedschaft in
der OECD und auf andere Weise zur entwickelten
Welt, und andere stehen kurz davor. Unser Vorschlag
zur Ausarbeitung eines "Anhang B" würde solche
Länder auf freiwilliger Basis in die Lage versetzen,
ihren derzeitigen Status - bei dem sie nicht unter.
Anhang I aufgeführt sind - zu überwinden und bindende Verpflichtungen zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen einzugehen, was ihren sich
schnell verändernden wirtschaftlichen Status widerspiegelt und ihnen ermöglicht, sich mit den Industriestaaten auf Vergünstigungen für eine Verringerung der
Treibhausgasemissionen zu einigen.
In ähnlicher Weise fordert Artikel 16 des amerikanischen Vorschlags von den Unterzeichnerstaaten aus
dem Kreis der Entwicklungsländer, bis zum Jahr 2005
bindende Verpflichtungen einzugehen, damit alle
Vertragsparteien quantitative Bestimmungen über ihre
Treibhausgasemissionen haben und es einen Mechanismus oder "Auslöser" für die automatische Anwen-

AMERIKA DIENST 15

dung dieser Bestimmungen auf der Grundlage vereinbarter Kriterien gibt.
Indem sie diese "evolutionäre" Politik fordern, sind die
Vereinigten Staaten fast allen Ländern weit voraus und
werden dementsprechend kritisiert. Beispielsweise
sind mehrere Industriestaaten der Ansicht, daß unser
Vorschlag den Entwicklungsländern unfaire Lasten
auferlegt. Die meisten Entwicklungsländer sind der
Ansicht, daß "Evolution" über die Klimakonvention und
das Berliner Mandat hinausgeht. Meines Erachtens
haben wir das richtige Konzept: Niemand sollte
ausgenommen werden; da wir die größten Emissionen
haben, sollten wir als erste handeln, aber andere
müssen sich uns im Laufe der Zeit anschließen.
Die gesamten Verhandlungen über den Klimawandel
sind äußerst kompliziert - die kompliziertesten, die ich
seit 25 Jahren im öffentlichen Leben gesehen habe und der Aspekt der "Evolution" ist vielleicht der
wichtigste von allen. Wir haben - ebenso wie einige
Kongreßabgeordnete - Vorschläge unterbreitet. Jetzt
müssen wir einen endgültigen Vorschlag und eine
Verhandlungsposition ausarbeiten. Wir begrüßen Ihre
Beiträge, Ihre Unterstützung und Kreativität bei der
Lösung dieses Problems. Und ich sehe Ihren Ideen,
Fragen und Kommentaren erwartungsvoll entgegen.
Die Frage ist nicht, ob die Entwicklungsländer, insbesondere die großen und in schnellem Wachstum
begriffenen, eine quantitative Verpflichtung zur Begrenzung oder Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen eingehen sollten - zweifelsohne wird es
unmöglich sein, die Bedrohung des Klimawandels zu
verringern, wenn sie das nicht tun. Die Frage lautet,
wann solche Verpflichtungen gültig werden sollten,
welche Kriterien angelegt werden und auf wen sie
anwendbar sind.
Es gibt signifikante Unterschiede zwischen dem
Volkseinkommen der Industriestaaten und der Entwicklungsländer. Und es gibt enorme Unterschiede
bei der Emission von Treibhausgasen pro Kopf. Einige
Entwicklungsländer argumentieren, diese Kluft müsse
schmaler werden, bevor sie Verpflichtungen zur
quantitativen Emissionsbeschränkung oder -Verringerung akzeptieren.
Obwohl dieses Argument verständlich ist, läßt es zwei
wesentliche Punkte außer Acht. Erstens kann die
durch den globalen Klimawandel hervorgerufene
Bedrohung nicht abgewendet werden, wenn die
Nationen erst handeln, wenn das Volkseinkommen
oder die pro-Kopf-Emissionen irgendwann in der
Zukunft übereinstimmen.
Zweitens werden die
Industrienationen einfach keine signifikanten Bestrebungen zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen unternehmen, wenn ihre Anstrengungen durch
den unbegrenzten Anstieg von Emissionen in den
Entwicklungsländern unterminiert werden.

Seite 3

�Die Rahmenkonvention - die von Präsident Bush
unterzeichnet wurde, an der der Senat beratend
mitwirkte und zu der er seine überwältigende Zustimmung gab - stellte den Grundsatz auf, daß die
Nationen der Welt im Hinblick auf den Klimawandel
gemeinsame aber voneinander abgegrenzte Pflichten
und unterschiedliche Fähigkeiten haben. Es ist weder
realistisch noch mit der vom Senat gebilligten Konvention vereinbar, darauf zu bestehen, daß die Entwicklungsländer umgehend bindende Emissionsziele
akzeptieren, die die Industriestaaten aushandeln
wollen. Darauf zu bestehen, daß die Entwicklungsländer, die jetzt in zunehmendem Maße zum globalen
Anstieg von Treibhausgasen beitragen, erst dann
handeln müssen, wenn sie ein bestimmtes Volkseinkommen oder bestimmte pro-Kopf-Emissionen erreichen, ist jedoch ebenso unrealistisch und mit dem
Hauptziel der Konvention nicht vereinbar.

Das Abkommen von Kyoto kann die Nationen mit den
erforderlichen Instrumenten versehen, damit sie
wesentliche, bindende Verpflichtungen zur Beschränkung und Verringerung der Treibhausgasemissionen
eingehen. Dazu zählen über mehrere Jahre gehende
Pläne für Treibhausgasemissionen, die jährliche
Fluktuationen ausgleichen. Das beinhaltet vollständige
nationale Flexibilität bei der Auswahl von Maßnahmen
zur Erlangung solch bindender Emissionspläne.
Ferner zählen dazu Vergünstigungen für Nationen mit
bindenden Emissionsplänen unter Beteiligung des
Privatsektors, um dadurch die Kosten der Umsetzung
zu senken. Und das umfaßt die gemeinsame Durchführung zum Nutzen der Nationen mit bindenden
Emissionsplänen gegenüber denjenigen, die noch
keine solchen Pläne haben - sowohl zur Senkung der
Kosten der Umsetzung als auch zur Förderung von
Wirtschaftsentwicklung und Umweltschutz.

Das in Kyoto zu erzielende Abkommen wird das
Problem des globalen Klimawandels nicht lösen.
Ungeachtet dessen, wie ehrgeizig es ist, wird es nur
ein zweiter Schritt auf einem viel längeren Weg zur
Erreichung des übergeordneten Ziels der Klimakonvention sein. Bei unseren Vorbereitungen auf
Kyoto müssen wir auch weitere, darüber hinausgehende Schritte vorbereiten. Insbesondere müssen wir
gewährleisten, daß alle Nationen, die einen beträchtlichen Teil der Verantwortung für die globalen Treibhausgasemissionen tragen, die Notwendigkeit der
Begrenzung oder Verringerung ihrer Emissionen
akzeptieren und sich in diese Richtung bewegen.

Herr Vorsitzender, wir haben für die nächsten Monate
tatsächlich einen ehrgeizigen Kurs eingeschlagen. Die
enormen Gefahren für unseren Planeten erfordern
nichts Geringeres. Ich bin zuversichtlich, daß wir mit
Ihrer fortgesetzten Unterstützung und der anderer
Kongreßabgeordneter in Kyoto zu Ergebnissen
kommen werden, die auf dem weitaus längeren Weg
zur Rettung des Klimasystems der Erde für gegenwärtige und künftige Generationen einen beträchtlichen
Schritt darstellen. Ich danke Ihnen.

* *

Seite 4

*

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�ZIVILANGELEGENHEITEN
6. August 1997

Betrachtungen der Zukunft
von H. Allen Holmes

WASHINGTON - (AD) - In einer Welt abnehmender militärischer Konfrontationen widmet das amerikanische
Militär dem Wiederaufbau vom Krieg zerstörter Infrastrukturen wie dem Bau von Brücken und Brunnen sowie der
Räumung von Minen zunehmende Aufmerksamkeit. In einer Rede vor der internationalen Konferenz über
Zivilangelegenheiten 1997 erörtert der Abteilungsleiter für SpezialOperationen und unterschwellige Konflikte im
US-Verteidigungsministerium, H. Allen Holmes, die zivile Dimension heutiger Militäroperationen in vielen Teilen
der Welt.

An der Schwelle zum 21. Jahrhundert sehen sich die
Vereinigten Staaten mit einem dynamischen und
instabilen Sicherheitsumfeld konfrontiert. Wir befinden
uns in einer Periode strategischer Chancen. Mit dem
Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des
Warschauer Pakts hat die Bedrohung eines globalen
Krieges abgenommen. Die von uns geschätzten
Werte - Demokratie und Marktwirtschaft - werden in
vielen Teilen der Welt übernommen. Und gleichzeitig
verändern die sich wandelnde Weltwirtschaft und die
Verbreitung
internationaler
Informationssysteme
weiterhin die Kultur, den Handel und globale Interaktionen.

vier Jahren konnten wir die zunehmende Bedeutung
von Zivilangelegenheiten bei militärischen Operationen
- abgesehen von Kriegen - beobachten. In Anerkennung des Werts von Zivilangelegenheiten befassen
sich die Stabsoffiziere und Planer unserer Streitkräfte
darüber hinaus immer mehr mit der Planung der zivilen
Dimension von Militäroperationen. In Bosnien beispielsweise wurde die Planung der militärischen
Unterstützung der Wahlen von Mitarbeitern der
Abteilungen Operationen, Strategie und Politik durchgeführt, während unser Personal für Zivilangelegenheiten das entscheidende Bindeglied zwischen den
militärischen und zivilen Planern darstellte.

Dennoch ist die Welt weiterhin ein äußerst unsicherer
Ort mit immer komplexeren und gefährlicheren Bedrohungen der nationalen Sicherheit. Wir sehen uns
nach wie vor mit einer Vielzahl gravierender regionaler
Gefahren in Südwestasien, im Nahen Osten und
Ostasien konfrontiert. Wie wir in Somalia, im ehemaligen Jugoslawien und vor kurzem an Orten wie Zaire
beobachten konnten, drohen darüber hinaus gescheiterte oder scheiternde Staaten Instabilität, interne
Konflikte und menschliche Krisen hervorzurufen. In
einigen Fällen verlieren die Regierungen ihre Fähigkeit
zur Wahrung der öffentlichen Ordnung und Erfüllung
der Bedürfnisse des Volkes und schaffen die Voraussetzungen für Bürgerunruhen, Hungersnöte, massive
Migrationsströme über internationale Grenzen hinweg
und aggressive Aktionen von Nachbarstaaten.

In den vergangenen Jahren lernten viele Länder
außerhalb der Vereinigten Staaten den Wert amerikanischer Zivilmissionen schätzen und führen solche
Einheiten in ihrem eigenem Militär ein, wobei ihnen
unsere Streitkräfte für Zivilangelegenheiten als Modell
dienen. Einige Länder haben die Bedeutung von
Zivilangelegenheiten erkannt und ihr militärisches
Personal an das U.S. Army John F. Kennedy Special
Warfare Center and School geschickt, mobile Übungsteams angefordert und unsere Einheiten für Zivilangelegenheiten besucht um herauszufinden, warum
unsere Zivilangelegenheiten für Befehlshaber so
nützlich sind. Zwei unserer wichtigsten Verbündeten,
Großbritannien und die Republik Korea, sind hier bei
dieser internationalen Konferenz vertreten. Andere,
darunter Frankreich und Deutschland, haben großes
Interesse zum Ausdruck gebracht.

In diesem Kontext wurde die Arbeit unserer Streitkräfte
für Zivilangelegenheiten immer herausragender. In nur

AMERIKA DIENST 15

Seite 1

�Eine unserer künftigen Herausforderungen besteht
darin, unsere Einheiten für Zivilangelegenheiten darauf
vorzubereiten, von einer multinationalen Perspektive
aus zu arbeiten. Unsere Planer für Zivilangelegenheiten müssen Unterschiede in den Doktrinen für Zivilangelegenheiten bei unseren Verbündeten antizipieren
und auf Zusammenarbeit zur Erlangung übergeordneter Ziele vorbereitet sein.
Die vor kurzem abgeschlossene vierteljährliche
Umstrukturierung unserer Verteidigung war eine
umfassende Überarbeitung der amerikanischen
Verteidigungserfordernisse bis zur Jahrhundertwende.
Im Rahmen dieser Überarbeitung formulierte Verteidigungsminister William Cohen eine klare Vision für das
Verteidigungsministerium bis zum Jahr 2015 und
unterbreitete einen Plan für ein strategisch orientiertes,
ausgewogenes und finanzierbares Verteidigungsprogramm. Indem wir eine nationale Sicherheitsstrategie für unser Engagement befolgen, werden wir
weiterhin ein starke Führungsrolle in der internationalen Staatengemeinschaft übernehmen und alle
Dimensionen unserer Fähigkeiten nutzen, um auf das
gesamte Spektrum von Spannungsfällen zu reagieren,
das internationale Sicherheitsumfeld zu gestalten und
uns auf die Bewältigung der Herausforderungen einer
ungewissen Zukunft vorzubereiten. Diese drei Komponenten - Reaktion, Gestaltung und Vorbereitung bilden die strategische Grundlage der vierteljährlichen
Umstrukturierung und unserer künftigen Verteidigungsstrategie.
Reaktion auf Krisen
Jüngste Erfahrungen am Golf, in Haiti und Bosnien
haben das Ausmaß unter Beweis gestellt, in dem
unsere Streitkräfte für SpezialOperationen und insbesondere unser Personal für Zivilangelegenheiten die
Effektivität unserer konventionellen Kampftruppen bei
der Reaktion auf Krisen verbessern und, nachdem die
Krise vorüber ist, unseren Diplomaten bei der Gestaltung des Sicherheitsumfelds behilflich sind.
Während der Operation Wüstensturm unterstützten
unsere Streitkräfte für SpezialOperationen beispielsweise eine größere Kampfoperation der Koalitionsstreitmacht erstmals nach ihrer Wiedereinsetzung.
Unsere Streitkräfte für Zivilangelegenheiten waren
während des Stadiums von Wüstensturm nach dem
Konflikt maßgeblich daran beteiligt, der kuwaitischen
Regierung bei der Bereitstellung elementarer Dienstleitungen für das kuwaitische Volk und der Wiederherstellung ihrer Amtsgewalt behilflich zu sein.
Im Anschluß daran waren unsere Streitkräfte für
Zivilangelegenheiten bei der Reaktion auf ein breites
Spektrum humanitärer Krisen behilflich - zum Beispiel
mit der Operation Provide Comfort, bei der unser
Personal für Zivilangelegenheiten bei der Rückführung
der Kurden half, und kleineren Operationen wie Pacific

Seite 2

Heaven, bei denen wir andere Kurden umsiedeln
halfen, die uns nachrichtendienstliche Erkenntnisse
und andere Hilfe für Guam zur Verfügung gestellt
hatten.
In Haiti führten unsere Soldaten für Zivilangelegenheiten Aktivitäten durch, die von der Wiederherstellung
der Elektrizität im ganzen Land bis zur Bereitstellung
von Experten für 12 Ministerien reichten.
In Bosnien-Herzegowina war das amerikanische
Personal für Zivilangelegenheiten unter der Führung
eines britischen Korpskommandeurs während der Zeit
der IFOR bei der Koordinierung des militärischen
Engagements für den Wiederaufbau der zivilen
Infrastruktur und der Bereitstellung von Hilfe für über
500 internationale, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen behilflich.
Während der IFOR lag das Augenmerk der Einheiten
für Zivilangelegenheiten auf friedenssichernden Operationen und kleinen Gemeindeprojekten in Gebieten,
in denen Truppen stationiert waren. Mit der Stationierung der SFOR gab es eine Verlagerung der Aufmerksamkeit zu Zielen auf nationaler Ebene. Aus diesem
Grund nutzt die SFOR die zivil-militärische Einsatztruppe als ihr Verbindungsglied zu zivilen Einrichtungen bei der Förderung der wirtschaftlichen Erholung
und dem Wiederaufbau des Landes, bei der Unterstützung der Rückkehr der Flüchtlinge und dem Aufbau
dauerhafter Institutionen für den Frieden. Die von
einem amerikanischen Kommandeur befehligte
Einsatztruppe war an buchstäblich Hunderten größerer
Projekte zur Unterstützung der SFOR und an der
Förderung der zivilen Implementierung der Abkommen
von Dayton beteiligt.
Unsere jüngsten Erfahrungen verweisen auf die
Möglichkeit, daß das amerikanische Militär zur Beteiligung an komplexeren, nicht herkömmlichen
Operationen aufgefordert wird - die enge Verbindungen zu anderen amerikanischen Regierungsbehörden,
nichtregierungsabhängigen
und
internationalen
Organisationen sowie unseren Verbündeten beinhalten. Damit weist die von uns in der Vergangenheit
geleistete Arbeit eindeutig den Weg zu dem künftigen
Sicherheitsumfeld, mit dem wir uns konfrontiert sehen.
In diesem Zusammenhang haben unsere Einheiten für
Zivilangelegenheiten viel zu bieten. Die Art und Weise,
in der diese Streitkräfte eingesetzt werden, muß jedoch
sehr sorgfältig erwogen werden, bevor wir uns an einer
Operation beteiligen. Dies kann zum Teil in den frühen
Planungsphasen einer Operation durch die Einbeziehung von Mechanismen für die Übergabe der
Verantwortung von unserem Militär an die entsprechenden amerikanischen Regierungsbehörden und
letztlich zurück an den Aufnahmestaat angesprochen
werden. Das bedeutet die Beteiligung der zuständigen

AMERIKA DIENST 15

�Büros im US-Außen-, Justiz- und anderen Ministerien,
wenn wir eine Operation planen.
Gestaltung des internationalen Sicherheitsumfelds
Die Arbeit unserer Einheiten für Zivilangelegenheiten
am Golf, in Haiti und Bosnien-Herzegowina zeigt, wie
gut diese das internationale strategische Umfeld
gestalten können, nachdem upsere traditionellen
Streitkräfte auf eine Krise reagiert haben. Ebenso
wichtig ist die tägliche Arbeit unserer Einheiten für
Zivilangelegenheiten vor Krisenbeginn.
Unsere
weltweiten humanitären Bestrebungen zur Minenräumung sind ein eindrucksvolles Beispiel für den von
unserem Personal für Zivilangelegenheiten geleisteten
signifikanten Beitrag.
Die durch Antipersonenminen ausgelöste Krise hat von
Bevölkerungen und Regierungen auf der ganzen Welt
einen enormen Tribut gefordert. Das Versäumnis oder
die Unfähigkeit eines Landes, sich mit der Weiterverbreitung von Antipersonenminen zu befassen, verursacht ganz offensichtlich nicht nur persönliches Leid,
sondern macht den Landwirten auch die Nutzung ihrer
Felder unmöglich, was die Wiederaufnahme der
landwirtschaftlichen Produktion behindert, den Zugang
zu Märkten verhindert, das Vertrauen der Öffentlichkeit
in neue Regierungen untergräbt und viele andere
Hürden für eine Nation aufbaut, die die Wunden des
Krieges heilen möchte. Zusätzlich zu den Menschen
zugefügten Verletzungen und den daraus entstehenden medizinischen Kosten treiben Minenfelder ganze
Gesellschaften in hilflose Armut, aus der es keinen
Ausweg zu geben scheint.
Die humanitären Bestrebungen zur Minenräumung
sind eine der grundlegendsten Missionen, an denen
sich die Vereinigten Staaten beteiligen können, und
haben für die Clinton-Administration hohe Priorität. Es
ist unser Ziel, die Länder beim Aufbau einer dauerhaften heimischen Infrastruktur zu unterstützen, mit deren
Hilfe die Bevölkerung lernen kann, sich vor Landminen
zu schützen, die Gefahren durch Landminen abzuwehren und in verminten Gebieten den früheren
Zustand wiederherzustellen.

unseren humanitären Minenräumprogrammen zu
spielen. Das Personal für Zivilangelegenheiten dient
als Verbindungsglied zwischen unseren Minenräumteams, der Regierung des Aufnahmestaats und der
US-Botschaft. Darüber hinaus verfügen die Streitkräfte
für Zivilangelegenheiten über die erforderlichen
Fähigkeiten, um Personal des Aufnahmestaats
auszubilden, heimische Minenräumeinheiten aufzustellen und langfristig autonome Programme
aufrechtzuerhalten, was das höchste Ziel dieses
entscheidenden Programms darstellt.
Unser Personal für Zivilangelegenheiten bringt auch
unmittelbare, direkte und greifbare Vorteile für Aufnahmestaaten auf der ganzen Welt: Es werden
Straßen und Schulen gebaut, Brunnen ausgehoben,
Regierungen stabilisiert, Chaos und Verwirrung
beseitigt und die Ordnung wiederhergestellt. Indem sie
für das Leben der Bevölkerung vor Ort wirklich einen
Unterschied bewirken, untermauern die Mitarbeiter
unserer Einheiten für Zivilangelegenheiten den
Goodwill der Vereinigten Staaten in den Augen der
Welt - unsere Streitkräfte für Zivilangelegenheiten
stellen zweifelsohne wertvolle diplomatische Multiplikatoren dar.
Im Hinblick auf die Zukunft ist es von entscheidender
Bedeutung, daß wir unsere Präsenz aufrechterhalten
und in Regionen Beziehungen aufbauen, die für
unsere nationalen Interessen wichtig sind. Unsere
Herausforderung besteht darin, trotz haushaltspolitischer Engpässe weltweit eine effektive militärische Präsenz beizubehalten. Zu diesem Zweck
müssen wir kostenintensive Lösungen vermeiden und
verstärkte internationale Zusammenarbeit anstreben.
Genau das gestattet uns unser Personal für Zivilangelegenheiten.

Das Programm hilft dem Aufnahmestaat bei der
Entwicklung aller Aspekte der Aufklärung der Bevölkerung über Minen und von Minenräumprogrammen
unter dem Vorbehalt, daß kein amerikanisches
Personal Landminen entschärft oder scharfe Minenfelder betritt. Streitkräfte für SpezialOperationen sind
die Hauptquelle des amerikanischen Militärs für die
Ausbildungsprogramme.

Eine Momentaufnahme zeigt, wie das Personal für
Zivilangelegenheiten in Ruanda und Namibia als Teil
humanitärer Minenräumteams tätig ist, im Aufnahmeland Mali als Vermittler bei einer Operation zur Verbesserung der medizinischen Infrastruktur dient, in
Belize an kleinen Bauprojekten wie Brunnenbau und
Straßenausbesserung mitwirkt, an der Wahlvorbereitung in Bosnien beteiligt ist, die Zuweisung
humanitärer Hilfe für Kambodscha koordiniert und der
kambodschanischen Regierung beim Aufbau einer
Infrastruktur behilflich ist, dank derer der Staat den
Menschen die erforderlichen Dienste anbieten kann.
Und sie zeigt, wie das Personal mit nichtstaatlichen
Behörden und privaten Trägern an Zivilprojekten in
Laos zusammenarbeitet, wo vor einem Jahr noch kein
amerikanisches Militär zugelassen war.

Als wir vergangenes Jahr zu diesem Zeitpunkt zusammentrafen, war unser Personal für Zivilangelegenheiten erst vor kurzem in die Minenräumteams einbezogen worden. Jetzt beginnen unsere Soldaten für
Zivilangelegenheiten allmählich eine Schlüsselrolle bei

Die Arbeit unseres Personals für Zivilangelegenheiten
spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung
regionaler Stabilität, Verhinderung oder Entschärfung
von Konflikten und Bedrohungen, Abschreckung von
Aggression und Gewalt weltweit. Die Fähigkeiten der

AMERIKA DIENST 15

Seite 3

�Einheiten für Zivilangelegenheiten wiederum bieten
unseren regionalen Kommandeuren, Botschaftern und
Politikern ein breites Spektrum von Optionen.

partner von der Unterstützung unserer Bestrebungen
abzuhalten oder uns größere Opfer als erwartet zuzufügen, um unsere nationale Entschlossenheit zu
schwächen. In Anbetracht dieser nichtmilitärischen
Bedrohungen gewinnt die Arbeit unserer Streitkräfte für
Zivilangelegenheiten zunehmend an Bedeutung, da ihr
Verständnis für den zivilen Sektor größer ist als das
unserer konventionellen Streitkräfte.

Vorbereitung auf eine ungewisse Zukunft
Ebenso wie die Streitkräfte für SpezialOperationen
früherer Jahre, werden auch die von heute mit ungewöhnlichen Herausforderungen konfrontiert.
Sie
müssen sich auf die heutigen nichttraditionellen
Herausforderungen einstellen und gleichzeitig die
Kampffähigkeit und Reservestruktur der Amerikaner
verändern, damit sie künftigen Herausforderungen
effektiv begegnen können.

Vergangenes Jahr habe ich erwähnt, daß das Personal für Zivilangelegenheiten eine bedeutende Rolle
dabei übernehmen kann, andere Regierungen und ihre
Bürger auf den Umgang mit Terrorangriffen vorzubereiten. Ich fordere Sie dringend auf, weiter nach
Wegen zu suchen, wie Sie auf diesem Gebiet einen
Beitrag leisten können.

Um darauf vorbereitet zu sein, die Kriege unserer
Nation zu führen und zu gewinnen, um eine Reihe
schwieriger Operationen in Spannungsfällen durchzuführen, um zur Unterstützung unserer Freunde und
Verbündeten in der Dritten Welt bei der Schaffung
eines sicheren Umfelds bereit zu sein, müssen wir
ständig neue Taktiken und Ausrüstung entwickeln, die
der Kriegführung des neuen Zeitalters, mit der wir im
21. Jahrhundert konfrontiert sein werden, angemessen
sind.

Ferner fordere ich Sie eindringlich dazu auf, bei dieser
Konferenz den Rednern gut zuzuhören, die zukünftige
Herausforderungen und verfügbare Mittel erörtern,
welche Ihnen bei Ihrer Arbeit helfen könnten. Ich
möchte Sie ermutigen, Fragen zu stellen, Kommentare
abzugeben, auf Ihren Erfahrungen basierende Vorschläge zu machen und neue Ideen zu unterbreiten.
Dies wird Politikern aller Behörden und den Oberbefehlshabern hilfreiche Anregungen bieten.

Wir müssen damit rechnen, daß unsere Gegner sich in
zunehmendem Maße ungewöhnlicher Mittel oder
unkonventioneller Ansätze bedienen werden, um
unsere Stärken zu umgehen oder zu unterminieren
und unsere Schwächen auszunutzen. Um die direkte
militärische Konfrontation mit den Vereinigten Staaten
zu vermeiden, könnten uns unsere Gegner mit terroristischen Gewalttaten, dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen oder nachrichtendienstlicher Kriegführung zur Erlangung ihrer Ziele drohen. In einem
konventionellen Krieg könnten diese Mittel auch
eingesetzt werden, um unseren Zugang zu entscheidenden Einrichtungen zu verzögern oder zu
verhindern, unsere Kommando- und Kontrollnetze zu
zerstören, Verbündete und potentielle Koalitions-

* *

Seite 4

Die kommenden Jahre werden unsere gesamten
Streitkräfte auf eine harte Probe stellen. Kürzungen im
Verteidigungshaushalt werden den Wert von Anpassungsfähigkeit und unserer Fähigkeit zum Umgang
mit dem Wandel erhöhen. Ich bin zuversichtlich, daß
die heutigen Streitkräfte für Zivilangelegenheiten über
die Kreativität, Flexibilität und Professionalität verfügen, neue unkonventionelle Aufgaben zu bewältigen
und gleichzeitig ihre traditionellen Fähigkeiten zu
bewahren. Und ich bin zuversichtlich, daß die Streitkräfte für Zivilangelegenheiten aus dem nächsten
Jahrzehnt stark und mit einem neuen Zielbewußtsein
in einer geänderten Welt hervorgehen werden.

*

AMERIKA DIENST 15

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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <description>A name given to the resource</description>
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              <text>Amerikadienst 06.08.1997</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. USA-Deutschland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Besuch von Bundespräsidenten Herzog in den USA &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung des Weißen Hauses&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abschiedsrede&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von J.D. Bindenagel&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Cohen erörtert Gründe für die NATO-Erweiterung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Verteidigungsministers&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Implementierung des Daytoner Abkommens&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des US-Außenministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Handel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisch-europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Jeffrey Lang&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Entwicklungsländer müssen ebenfalls Treibhausgase reduzieren&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Staatssekretär Timothy Wirth&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. Zivilangelegenheiten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Betrachtungen der Zukunft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von H. Allen Holmes&lt;/em&gt;</text>
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