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cimcrikci
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

&lt;o

Z12462 C
14

23. Juli 1997

CLINTON: POLEN WIRD WEGBEREITER
FÜR FREIHEIT UND SICHERHEIT
Rede des Präsidenten in Warschau

NATO

GRUNDE FÜR DIE NATO-ERWEITERUNG
Anhörung von Abteilungsleiter Kornblum

VEREINTE NATIONEN

WICHTIGSTE PUNKTE DES
UNO-REFORMPAKETS
Schritte zu einer effektiveren, effizienteren UNO
REFORMPAKET FÜR DIE UNO IST
"BEDEUTSAMER SCHRITT"
Ansprache von Bill Richardson
VEREINIGTE STAATEN UNTERSTÜTZEN
UNO-REFORM
von Princeton Lyman

USA-DEUTSCHLAND

DEUTSCHLAND IST DER ANKER
EINES GEEINTEN EUROPAS
Anhörung von John Kornblum

TERRORISMUS

TERRORISMUS BLEIBT GLOBALES THEMA
von Botschafter Philip Wilcox, Jr.

FRAUEN

INTEGRATION DER GESCHLECHTSSPEZIFISCHEN PERSPEKTIVE
Rede von Seth Winnick

Informationen über die Politik der US-Regierung und
die Vereinigten Staaten im allgemeinen können
auf der Home Page von USIS-Deutschland
im World Wide Web des Internet unter
http://www.usia.gov/posts/bonn.html
abgerufen werden.
Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn
Tel.: 0228-339 2372

Fax: 0228-333 138
e-mail: bbsbonn@usia.gov
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html

�NATO
23. Juli 1997

Clinton: Polen wird Wegbereiter
für Freiheit und Sicherheit
Rede des Präsidenten in Warschau

WARSCHAU - (AD) - "Vor acht Jahren haben Sie den Weg zur Freiheit angeführt. Jetzt bitten wie Sie, erneut
Wegbereiter zu sein", äußerte Präsident Clinton am 10. Juli 1997 gegenüber den Bürgern von Warschau in einer
Rede, die er zwei Tage nach der Einladung Polens zum NATO-Beitritt hielt. Nachfolgend veröffentlichen wir die
Ansprache Präsident Clintons im Wortlaut.

Herr Präsident, Herr Bürgermeister, Major Kuklelka,
Leutnant Blazeusz, liebe Bürger von Warschau und
Polen. Ich bin stolz darauf, zu Ihnen sprechen zu
dürfen und Sie - gemeinsam mit dem Volk Ungarns
und Tschechiens - als neue Mitglieder der NATO und
neue Verbündete der Vereinigten Staaten von Amerika
willkommen heißen zu dürfen.

wird nichts über Sie entschieden ohne Ihre Zustimmung. Jetzt tritt Polen der NATO bei. Polen nimmt
seinen Platz in der Gemeinschaft demokratischer
Staaten ein. Nie wieder werden andere über Ihr
Schicksal entscheiden. Nie wieder wird Ihnen Ihr
Geburtsrecht auf Freiheit verweigert. Polen kommt
nach Hause.

Mein Dolmetscher möge mir vergeben, wenn ich von
meinem Redetext abweiche und sage, daß die amerikanische Delegation stolz darauf ist, hier sein zu
dürfen. Für zwei unserer Delegationsmitglieder hat
dieser Tag eine besondere Bedeutung, und ich bitte
sie, sich zu erheben. Eines ist unsere Außenministerin, die in der Tschechischen Republik geboren und
von den Unruhen vertrieben wurde, die den Polen
während der letzten 50 Jahre so viele Sorgen bereiteten - Madeleine Albright. Die zweite ist eines der
herausragendsten Mitglieder des amerikanischen
Kongresses, deren beide Großväter polnische Einwanderer waren - Senatorin Barbara Mikulski aus
Maryland.

Vor 200 Jahren brannte in Polen ein helles Licht der
Freiheit. Damals gaben Sie Europa seine erste und
der Welt ihre zweite schriftlich niedergelegte Verfassung - nach der amerikanischen. Dieser feierliche
Pakt gab Ihren Vorfahren Kraft und Hoffnung, selbst
als Polen immer wieder Opfer der Tyrannei wurde.
Aber diese Woche sprechen die in dieser Verfassung
enthaltenen Worte und die derjenigen, die sie befolgten, über Jahrhunderte hinweg zu uns. "Wir schreiben
feierlich diese Verfassung in dem Willen, von der
gegenwärtigen Situation in Europa und dem günstigen
Moment zu profitieren, der uns wieder zu uns selbst
finden läßt." Bürger Polens, dieser günstige Moment
läßt Sie wieder zu sich selbst finden.

Wir kommen heute zusammen, um diesen Moment
erfüllter Versprechen zu feiern. Hier, im Dämmerlicht
des 20. Jahrhunderts, richten wir unseren Blick auf ein
neues Jahrhundert, ein Jahrhundert, in dem Polen
endlich eine freie Nation im Herzen eines freien,
neuen, ungeteilten, demokratischen und friedlichen
Europas wird.

Es ist ein von Ihnen gemachter Moment. Ebenso wie
hier vor 200 Jahren die Freiheit geboren wurde, ist sie
vor acht Jahren wiedergeboren worden, als Sie den
Lauf der Geschichte veränderten. Und jetzt haben wir
Polen wieder zurück nach Europa geführt und zu der
Zukunft, die Sie verdienen. Von diesem Tag an wird
Polen das, was es in Frieden aufbaut, in Sicherheit
bewahren.

Diese Woche vor drei Jahren kam ich in diese großartige Stadt und gab das folgende Versprechen ab: Es

AMERIKA DIENST 14

Seite 1

�Den Bürgern meines eigenen Landes sage ich: Dieses
Land, von dem aus ich spreche, hat die schlimmsten
Kriege des 20. Jahrhunderts erlebt. Durch die Erweiterung der NATO werden wir einen erneuten Krieg
verhindern, in den Polen hineingezogen werden
könnte, einen erneuten Krieg in Europa und einen
erneuten Krieg, der das Leben von Amerikanern
kosten könnte.
Wir sind diesem Augenblick dankbar für seine Segnungen, uns aber auch der großen Verantwortung bewußt,
die er beinhaltet. Durch die Macht seines Beispiels
und das Beispiel seiner Macht hat unser Nordatlantisches Bündnis nahezu ein halbes Jahrhundert die
Sicherheit Westeuropas, Kanadas und der Vereinigten
Staaten gewährleistet. Kein NATO-Mitglied ist je
angegriffen worden. Die NATO hat nie aggressiv
zurückgeschlagen.
Jetzt müssen wir unser Bündnis an eine neue Zeit
anpassen. Unser gemeinsamer Feind - die kommunistische Unterdrückung - ist verschwunden, aber
gemeinsame Gefahren bestehen immer noch. Zu viele
Menschen fürchten immer noch den Wandel, weil sie
seine Vorteile noch nicht spüren. Sie sind immer noch
empfänglich für die zersetzenden Aufrufe extremer
Nationalisten zu ethnischem, rassischem und religiösem Haß. Verbrecherische Staaten versuchen, die
Staatengemeinschaft der Demokratien zu unterminieren. Terroristen, internationale Kriminelle und Drogenhändler respektieren keine Grenzen. Das sind unsere
gemeinsamen Gefahren, die wir gemeinsam bekämpfen müssen.
Die NATO trägt ihren Teil dazu bei - sie nimmt neue
Mitglieder auf, übernimmt neue Aufgaben und arbeitet
mit neuen Partnern zusammen. Ebenso wie Polen
haben wir auch die Ukraine einbezogen, um zur
Konsolidierung der Stabilität in Europa beizutragen,
und wir arbeiten mit einem neuen Rußland als unserem Partner beim Aufbau eines Europas zusammen, in
dem jede Nation frei ist und jede freie Nation zur
Sicherung von Frieden und Stabilität für alle beiträgt.
Jetzt müssen Sie - wie Ihr Präsident es formulierte weiterhin Ihren Beitrag leisten. Polen, Ungarn und die
Tschechische Republik werden jetzt Vollmitglieder des
Bündnisses mit der vollen Verantwortung der Mitgliedschaft - der Verantwortung, Ihre Demokratien zu
pflegen, zu stärken und zu verteidigen, weil - wie wir in
Amerika wissen - nach über 200 Jahren der Kampf für
Demokratie nie beendet ist und jeden Tag gekämpft
werden muß.
Die Verantwortung zur Fortsetzung der bemerkenswerten Umgestaltung Ihrer Volkswirtschaft, weil Sie,
nachdem Sie die Armut kennengelernt haben, den
echten Wert des Wohlstands zu schätzen wissen, den
Sie gerade angefangen haben zu schaffen. Die Ver-

Seite 2

antwortung zur Einbeziehung all Ihrer Nachbarn im
Osten wie im Westen, einschließlich der Menschen in
Rußland. Sie müssen weiterhin in Toleranz das
aufbauen, was andere im Haß zerstört haben.
Die Verantwortung zur Erfüllung der hohen militärischen Standards der NATO und zur Übernahme der
Kosten, weil echte Sicherheit Stärke und Einsatzbereitschaft erfordert. Wir wissen, daß Sie bereit sind, die
Lasten der Verteidigung der Freiheit zu teilen, weil Sie
den Preis des Verlusts der Freiheit kennen.
Andere Nationen blicken auf Sie, damit Sie ihnen
zeigen, welchen Beitrag neue Mitglieder leisten
können. Sie sind nicht durch die Tür der NATO
getreten, damit sie hinter Ihnen geschlossen wird.
Diese Tür bleibt offen.
Vor acht Jahren haben Sie den Weg zur Freiheit
angeführt. Jetzt bitten wir Sie, erneut Wegbereiter zu
sein. Die Menschen in Warschau, das polnische Volk
und das amerikanische Volk wissen aufgrund der
harten Lektionen dieses Jahrhunderts, daß Ihr Schicksal und unsere Zukunft miteinander verbunden sind.
Nach dem Ersten Weltkrieg haben sich die Vereinigten
Staaten aus der Welt zurückgezogen, und das flakkemde Licht der Freiheitsfackel wurde durch die Nacht
in Europa verdunkelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg
hielten wir und unsere Verbündeten das Symbol der
Freiheit in die Höhe - aber es konnte nur den halben
Kontinent erleuchten.
Heute sind wir hier zusammengekommen, um das
wertvollste Geschenk der Geschichte zu feiern - eine
zweite Chance. Eine zweite Chance, um das Opfer
derjenigen wiedergutzumachen, die von den Küsten
der Normandie bis zu den Straßen von Warschau für
unsere Freiheit kämpften. Eine zweite Chance, um
endlich Europa nicht durch die Gewalt der Waffen,
sondern die Macht des Friedens zu vereinen.
Vor einer Woche haben wir den 4. Juli - den amerikanischen Unabhängigkeitstag - gefeiert. Vor über 200
Jahren haben Sie Ihre Söhne entsandt, um zur
Sicherung unserer Zukunft beizutragen. Das hat
Amerika nie vergessen. Heute werden wir zusammenarbeiten, um die Zukunft eines ungeteilten Europas für
Ihre und unsere Freiheit zu sichern.
Das ist das Versprechen, das uns heute hier zusammenbringt. Das ist das Versprechen, das uns in
einem neuen Europa für ein neues Jahrhundert
verbindet. Das ist unser Versprechen an alle heute
hier versammelten jungen Menschen und an künftige
Generationen: Sicherheit für 100 Jahre. Demokratie
für 100 Jahre. Freiheit für 100 Jahre.
Gott schütze Amerika und Gott schütze Polen. Ich
danke Ihnen.

AMERIKA DIENST 14

�NATO

23. Juli 1997

Gründe für die NATO-Erweiterung
Anhörung von Abteilungsleiter Kornbium

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Abteilungsleiters für europäische und
kanadische Angelegenheiten im US-Außenministerium, John Kornblum, vor dem nationalen Sicherheitsausschuß
des Repräsentantenhauses am 17. Juli 1997.

Einleitung
Vielen Dank, Herr Vorsitzender. Ich begrüße diese
Gelegenheit, über die historischen Ereignisse der
vergangenen Woche in Madrid und ihre Bedeutung für
das amerikanische Volk sprechen zu können. Während wir unsere Aufmerksamkeit von den Vorbereitungen auf Madrid und zur Erlangung der Ziele des
Gipfeltreffens auf den Beginn der Beitritts- und Ratifizierungsphase verlagern, sehen wir der engen
Zusammenarbeit mit Ihnen erwartungsvoll entgegen
um sicherzustellen, daß die logische Begründung, die
Vorteile und Kosten der Erweiterung und Anpassung
der NATO von diesem Gremium und dem amerikanischen Volk voll und ganz verstanden werden. Ich
hege die Hoffnung, wenn nicht sogar die Erwartung,
daß diese Bestrebungen in ihrem weiteren Verlauf
ebenfalls uneingeschränkt begrüßt und unterstützt
werden.
Wir haben uns sehr gefreut, daß so viele Mitglieder
des Repräsentantenhauses und des Senats, darunter
der Abgeordnete des Repräsentantenhauses Norman
Sisisky, mit uns zusammen am Madrider Gipfel
teilnehmen konnten. Wie Senator Roth vor dem
Nordatlantikrat betonte, war der Gipfel von Madrid eine
historische Wasserscheide in der Entwicklung des
Bündnisses zu einer "neuen NATO" für ein neues
Jahrhundert. Es ist wichtig, daß wir hierbei die enge
Zusammenarbeit zwischen der Administration und dem
Kongreß fortsetzen.
Gründe für die Erweiterung der NATO
Bevor ich die Leistungen des Gipfeltreffens und die
Pläne für das nächste Jahr im einzelnen darlege,

AMERIKA DIENST 14

möchte ich nochmals die Gründe für die Erweiterung
und Anpassung der NATO anführen.
Vor sechs Jahren befand sich die NATO an einem
Scheideweg: Der Kalte Krieg war vorüber und der
Hauptgrund für die Existenz der NATO - die Abwehr
einer möglichen sowjetischen Bedrohung - bestand
nicht mehr. Viele fragten sich, warum wir die NATO
noch benötigen. Das Bündnis selbst stellte sich die
Frage und gelangte zu folgender Antwort: "Weil die
NATO das effektivste Militärbündnis der Geschichte ist
und eine entscheidende Rolle dabei zu spielen hat,
zum ersten Mal in der Geschichte einen ungeteilten,
friedlichen und sicheren Kontinent zu schaffen." Wir
erkannten jedoch, daß sich die NATO verändern
mußte, um dieser Rolle gerecht zu werden. Seit sechs
Jahren paßt sich die NATO an die Realitäten der Zeit
nach dem Kalten Krieg und das neue Sicherheitsumfeld in Europa an. In der vergangenen Woche
haben wir in Madrid die entscheidenden Schritte zu
dieser Anpassung und zur Verwirklichung unseres
Ziels eines geeinten und von Konflikten freien Europas
unternommen.
Die neue NATO ist besser zur Bewältigung der
Herausforderungen unserer Sicherheit in der Zeit nach
dem Kalten Krieg ausgerüstet als jede andere Institution. 50 Jahre lang war die NATO die effektivste
Abschreckung gegen einen Konflikt größeren Ausmaßes. In diesen 50 Jahren wurde kein NATOMitglied angegriffen und kein NATO-Mitglied hat ein
anderes Land angegriffen. Aber stellen Sie sich eine
Welt ohne die NATO vor. Während Institutionen wie
die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa (OSZE), die Vereinten Nationen (UNO) und die
Europäische Union (EU) immer noch ihre elementaren
Funktionen ausüben würden, gäbe es keine der NATO

Seite 1

�vergleichbare Organisation. Ohne die NATO würden
wir erneuten Konflikten und der Möglichkeit Tür und
Tor öffnen, daß wiederum amerikanische Soldaten für
den Schutz amerikanischer Interessen und Werte
kämpfen und sterben müßten. Vor seiner Reise nach
Madrid erklärte Präsident Clinton: "Wenn wir aus dem
20. Jahrhundert auch nur eine Lehre gezogen haben,
dann die, daß unsere Zukunft und die Europas untrennbar verbunden sind."
Durch die NATO-Erweiterung stärken wir die NATO
und die Sicherheit und Stabilität in ganz Europa.
Polen, Ungarn und die Tschechische Republik werden
nicht nur Sicherheit in Anspruch nehmen, sondern
auch Sicherheit schaffen. Sie teilen die Verpflichtung
der NATO zu den Prinzipien von Demokratie und
freien Märkten. Sie werden Sicherheit jenseits ihrer
Grenzen verbreiten und mit ihren Nachbarn an der
Konsolidierung der bereits erzielten enormen Fortschritte zusammenarbeiten. Sie werden die Vorteile
genießen, aber sie werden auch die Pflichten und
Kosten der NATO-Mitgliedschaft übernehmen. Durch
die Erweiterung der NATO tragen wir zur Konsolidierung und Fortsetzung der Fortschritte zu Reform und
Demokratie in ganz Europa bei. Und wir löschen für
immer die Trennlinie aus, die Europa 50 Jahre lang
geteilt hat. Die Erweiterung der NATO wird gewährleisten, daß diese neue NATO weiterhin das effektivste
Militärbündnis der Geschichte bleibt. Es ist eine neue
NATO für ein neues Jahrhundert.

chen Erfolg der Partnerschaft für den Frieden hin und
räumten ein, daß die NATO ohne die PfF nicht in der
Lage gewesen wäre, die IFOR und die SFOR so
effektiv und effizient unter Beteiligung so vieler Partner
nach Bosnien zu entsenden. Am zweiten Tag des
Gipfels trafen 28 Staats- und Regierungschefs der
Mitgliedsländer des EAPR beziehungsweise ihre
Stellvertreter erstmals in der Geschichte im Rahmen
der NATO mit ihren Amtskollegen aus dem Bündnis
zusammen.
Die führenden Vertreter des Bündnisses unterzeichneten die Charta zwischen der NATO und der Ukraine,
die dem Bündnis und der Ukraine die Stärkung ihrer
Konsultationen und Kooperation ermöglicht, und sie
erkannten die historische Unterzeichnung der Grundakte zwischen der NATO und Rußland im Mai an. Der
neue Ständige Gemeinsame Rat der NATO und
Rußlands wird der NATO und Rußland erlauben, zu
beratschlagen, zusammenzuarbeiten und - das
möchte ich betonen - "wo es angebracht ist", gemeinsam zur Bewältigung der sicherheitspolitischen
Herausforderungen in Europa zu handeln. Er wird
Rußland kein Vetorecht bei den Entscheidungen des
Bündnisses einräumen - auch das möchte ich betonen,
weil es kürzlich von einigen Kommentatoren mißverstanden wurde. Wo die NATO und Rußland sich auf
gemeinsame Aktionen einigen, werden sie diese auch
durchführen. Wo das nicht geschieht, hat das Bündnis
die Freiheit, ihm angemessen erscheinende Aktionen
durchzuführen.

Die Leistungen von Madrid
Die Einladung an Polen, Ungarn und die Tschechische
Republik zur Aufnahme der Beitrittsverhandlungen war
in keinster Weise die einzige Leistung des Madrider
Gipfels, wenn auch die bemerkenswerteste. Die
Erweiterung kann nicht isoliert betrachtet werden. Sie
ist nur ein Element umfassenderer Bestrebungen zur
Schaffung einer sichereren euroatlantischen Gemeinschaft.
In Madrid haben die Verbündeten klargestellt, daß
diese Erweiterung der NATO nicht die letzte sein wird.
Sie verabschiedenten ein solides Konzept der offenen
Tür, das die Fortsetzung der intensivierten Dialoge der
NATO mit den die Mitgliedschaft anstrebenden
Partnern, eine Verpflichtung zur Überprüfung des
Status dieser Dialoge beim nächsten Gipfeltreffen im
Jahr 1999 sowie stärkere und tiefere kooperative
Beziehungen mit den Partnern durch den neuen
Euroatlantischen Partnerschaftsrat (EAPR) und einer
erweiterte Partnerschaft für den Frieden (PfF) enthält.
Der Euroatlantische Partnerschaftsrat wird die Konsultationen der NATO mit ihren Partnern stärker in den
Brennpunkt rücken, Umfang und Inhalt unserer
praktischen Zusammenarbeit verbessern sowie
Transparenz und Vertrauen zwischen allen Mitgliedstaaten des EAPR erhöhen. In ähnlicher Weise
wiesen die Bündnismitglieder auf den außerordentli-

Seite 2

Ferner stellten die Verbündeten fest, daß Fortschritte
bei der internen Anpassung der NATO gemacht
wurden und einigten sich darauf, ausstehende Fragen
über die Befehlsstruktur und die Entwicklung einer
gemeinsamen europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität (ESVI) möglichst im Rahmen der NATO
und des Konzepts der Alliierten Streitkräftekommandos
bis zum Ministertreffen des Nordatlantikrats im Dezember zu lösen. Diese Elemente der NATO-Anpassung Erweiterung, das Verhältnis zu Rußland und zur
Ukraine, der EAPR, die erweitere PfF und die interne
Anpassung - werden die laufenden Bestrebungen
anderer euroatlantischer Institutionen wie OSZE, EU,
Europarat und WEU zur Erlangung unseres Ziels eines
sicheren, integrierten Europas ergänzen.
Die nächsten Schritte
Beitrittsgespräche
Im September und Oktober wird die NATO mit den
eingeladenen Ländern Beitrittsgespräche führen. Die
Gespräche werden offiziell die Bereitschaft und
Fähigkeit jedes zum Beitritt eingeladenen Landes
bestätigen, die Verpflichtungen des Nordatlantikvertrags zu erfüllen und die politischen und rechtlichen
Voraussetzungen des Bündnisses zu akzeptieren.
Ferner werden die Gespräche das Verhältnis jedes

AMERIKA DIENST 14

�Landes zum Verteidigungsplanungssystem der NATO
und ihrer integrierten Militärstruktur festlegen. Die
NATO möchte die Gespräche bis zum Ministertreffen
des Nordatlantikrats am 16. und 17. Dezember
abschließen, bei dem die Außenminister der NATOStaaten die Beitrittsprotokolle unterzeichnen werden.

hungen zwischen der NATO und der Ukraine mit Leben zu erfüllen. Wir werden mit unseren Verbündeten
und Partnern an der Entwicklung dieser Foren zusammenarbeiten.

Anschließend beginnt der Ratifizierungsprozeß. Der
Zusatzartikel zum Washingtoner Vertrag über die
Aufnahme von drei Ländern muß von allen 16 NATOMitgliedstaaten ratifiziert werden. In Madrid unterstützten die Verbündeten das Ziel Präsident Clintons,
den Ratifizierungsprozeß rechtzeitig abzuschließen,
damit die drei eingeladenen Länder der NATO offiziell
am 50. Jahrestag des Washingtoner Vertrags im April
1999 beitreten können.

Bei der internen Anpassung der NATO wurden bereits
beträchtliche Fortschritte erzielt, aber die Arbeit muß
noch fertiggestellt werden. Die NATO wird sich darum
bemühen, diese Aufgaben ebenfalls bis zum Ministertreffen im Dezember abzuschließen. Wir werden
weiterhin mit unseren Kollegen in Frankreich und
anderen verbündeten Ländern nach Wegen suchen,
die Kommandofrage bei den Alliierten Streitkräften
Südeuropa zu lösen.

Kosten

Schlußbemerkung

Bis Dezember wird die NATO eine umfassende
Analyse der Kosten der Erweiterung sowie eine
detaillierte Analyse der militärischen Erfordernise im
Zusammenhang mit der Erweiterung um die drei
eingeladenen Länder abschließen. Die Erklärung des
Madrider Gipfels enthält das Eingeständnis, daß die
Erweiterung Auswirkungen auf die der NATO zur
Verfügung stehenden Mittel haben wird sowie die
Verpflichtung, die zur Deckung dieser Kosten notwendigen Mittel aufzubringen.

In den letzten drei Monaten haben wir gemeinsam mit
unseren Verbündeten in der NATO und unseren
Partnern in Europa eine Reihe außergewöhnlicher
Maßnahmen ergriffen, um dem Ziel eines friedlichen,
sicheren und ungeteilten Europas näherzukommen.
Sie und Ihre Kollegen im Kongreß haben uns auf
jedem Schritt dieses Weges begleitet. Nicht alle
stimmten jeder unserer Aktionen zu, und es gibt viele
Fragen. Das sollte auch so sein. Ihre Fragen und
Anliegen haben unsere Entscheidungen besser und
stärker gemacht. In Zusammenarbeit haben wir den

Die Erklärung wurde von allen Bündnismitgliedern
gebilligt. Wir werden darauf bestehen, daß unsere
derzeitigen und zukünftigen Mitglieder ihren gerechten
Teil der Kosten der Mitgliedschaft tragen.
EAPR, PfF, Rußland und die Ukraine
Ein anderes wichtiges Ziel in den kommenden Monaten wird darin bestehen, den EAPR, den Ständigen
Gemeinsamen Rat mit Rußland und die neuen Bezie-

*

AMERIKA DIENST 14

Interne Anpassung

Rahmen für die weitreichendsten Veränderungen in

der europäischen Sicherheitsstruktur seit dem Ende
des Kalten Krieges geschaffen. Jetzt haben wir die
Chance, zusammen unsere gemeinsame Vision von
einer neuen NATO für ein neues Europa und ein
neues Jahrhundert zu realisieren. Meine Kollegen in
der Administration und ich sehen der Zusammenarbeit
mit Ihnen bei diesem Bestreben erwartungsvoll
entgegen.

*

Seite 3

�VEREINTE

NATIONEN
23. Juli 1997

Wichtigste Punkte des UNO-Reformpakets
Schritte zu einer effektiveren, effizienteren UNO

VEREINTE NATIONEN - (AD) - UNO-Generalsekretär Kofi Annan legte der UNO-Generalversammlung am 16.
Juli 1997 einen 95-seitigen Bericht vor, der die Reformen und Reorganisationsmaßnahmen enthält, mit denen der
Generalsekretär die Vereinten Nationen in den kommenden Jahren zu einer effektiveren und effizienteren
Organisation machen möchte.
Nachfolgend veröffentlichen wir die wichtigsten Punkte des Berichts.

Die in dem vorliegenden Bericht enthaltenen Maßnahmen und Vorschläge umfassen das vom Generalsekretär während der ersten sechs Monate seiner
Amtszeit eingeleitete Reformprogramm. Es sieht
tiefgreifende und weitreichende Veränderungen vor,
um die Organisation entschlossen auf den Weg zu
wichtigen und grundlegenden Reformen zu bringen,
die sie zielgerichteter, kohärenter und flexibler machen
sollen. Einige Maßnahmen wurden bereits durchgeführt, andere erfordern mehr Zeit, und viele benötigen Entscheidungen der Mitgliedstaaten. Reform ist
schließlich ein andauernder Prozeß und nicht ein
einzelnes Ereignis.
Die Aktionen und Empfehlungen konzentrieren sich
vornehmlich auf folgende Bereiche von oberster
Priorität:
Schaffung einer neuen Führungs- und Verwaltungsstruktur, mit der die Fähigkeit des Generalsekretärs zur
Übernahme der Führungsrolle und Sicherstellung der
Rechensschaftspflicht verbessert wird, die die Organisation erfordert, durch:
a.

Einrichtung der Position eines Stellvertretenden Generalsekretärs.

b.

Einrichtung einer hochrangigen Verwaltungsgruppe.

c.

Weiterentwicklung und Stärkung der vom
Generalsekretär im Januar 1997 gegründeten
Exekutivausschüsse der sektoralen Gruppen,

AMERIKA DIENST 14

in denen alle Abteilungen, Fonds und Programme der Vereinten Nationen enthalten
sind.
d.

Dezentralisierung des Entscheidungsprozesses auf Landesebene und Konsolidierung der
Präsenz der Vereinten Nationen unter "einer
Flagge".

e.

Schaffung einer strategischen Planungseinheit.

Gewährleistung finanzieller Solvenz durch die Einrichtung eines Umlauffonds von bis zu 1 Milliarde
Dollar, der aus freiwilligen Beiträgen oder von den
Mitgliedstaaten vorzuschlagenden anderen Mitteln
finanziert wird, abhängig von einer dauerhaften Lösung
der Finanzprobleme der Organisation.
Reduzierung von 12 Sekretariatseinheiten auf fünf und
die vorgeschlagene Konsolidierung von fünf behördenübergreifenden Gremien in zwei.
Eine veränderte Verwaltungsstruktur zusammen mit
Maßnahmen zur Verbesserung der Verwaltung und
Effizienz, durch die mindestens 1.000 Mitarbeiterpositionen abgebaut, die administrativen Kosten um ein
Drittel gesenkt, die Leistungen verbessert und über die
Jahre hinweg zusätzliche Einsparungen bei Personalkosten vorgenommen werden.
Durchführung einer gründlichen Überprüfung der das
Humankapital betreffenden Maßnahmen und Praktiken

Seite 1

�um sicherzustellen, daß alle Mitarbeiter die notwendigen Fertigkeiten haben und die Grundvoraussetzungen für effektiven Dienst mitbringen.
Förderung von andauernder und nachhaltiger Entwicklung als oberste Priorität der Vereinten Nationen durch:
a.

b.

c.

d.

e.

Zusammenlegung der Fonds und Programme
der Vereinten Nationen mit Entwicklungsoperationen in einer Entwicklungsgruppe der
Vereinten Nationen, die Konsolidierung und
Zusammenarbeit unter den Mitgliedstaaten
erleichtert ohne ihre Unterschiedlichkeit oder
Identität aufs Spiel zu setzen.
Vorschlag einer "Entwicklungsdividende", um
Ressourcen von der Verwaltung zu Entwicklungsaktivitäten zu verlagern.
Einrichtung eines neuen Büros zur Finanzierung von Entwicklung mit einem Stellvertretenden Generalsekretär, der die Führungsrolle bei der Einführung innovativer Mittel zur
Mobilisierung neuer Finanzressourcen für
Entwicklung übernimmt.
Vorschläge zur Lastenteilung und besseren
Berechenbarkeit durch mehrjährige ausgehandelte und freiwillige Zusagen zur Finanzierung der Entwicklungsoperationen der Vereinten Nationen.
Stärkung der umweltpolitischen Dimension der
Aktivitäten der Vereinten Nationen, insbesondere des Umweltprogramms der Vereinten
Nationen (UNEP).

Stärkung und gezielte Ausrichtung der normativen
Politik- und wissensbezogenen Funktionen des
Sekretariats und seiner Fähigkeit, den behördenübergreifenden Gremien der Vereinten Nationen durch die
Einrichtung einer konsolidierten Sektoralgruppe für
wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten zu dienen.
Verbesserung der Fähigkeit der Organisation zur
rascheren Entsendung von friedenssichernden und
anderen Operationen vor Ort, einschließlich der
Erweiterung der schnellen Einsatztruppe der Vereinten
Nationen.
Stärkung der Fähigkeit der Vereinten Nationen zur
Friedensschaffung nach Konflikten mit der Benennung
der Abteilung für politische Angelegenheiten als
Einrichtung vor Ort für diesen Zweck.
Unterstützung internationaler Bestrebungen zur
Bekämpfung von Verbrechen, Drogenhandel und Ter-

Seite 2

rorismus durch die Konsolidierung der Programme und
Aktivitäten der Vereinten Nationen in Wien in einem
Büro für Drogenkontrolle und die Verhinderung von
Verbrechen.
Erweiterung der Menschenrechtsaktivitäten durch die
Reorganisation und Umstrukturierung des Menschenrechtssekretariats und der Integration von Menschenrechten in alle wichtigen Aktivitäten und Programme der Vereinten Nationen.
Förderung der Abrüstungsagenda durch die Einrichtung einer Abteilung für Abrüstung und Rüstungskontrolle zur Inangriffnahme der Reduzierung von
Rüstungen und Massenvernichtungswaffen sowie der
Rüstungskontrolle.
Verbesserung der Reaktion auf humanitäre Bedürfnisse durch die Einrichtung eines neuen Büros zur
Koordinierung von Katastrophenhilfe, das die Abteilung
für humanitäre Angelegenheiten ersetzt und seine
Fähigkeiten auf die effektivere Bewältigung komplexer
Notfälle konzentriert.
Grundlegende Verbesserung der Information der
Öffentlichkeit und Kommunikationsstrategie und
Funktionen der Vereinten Nationen, um die sich
verändernden Erfordernisse der Organisation zu
meistern.
Berücksichtigung der Notwendigkeit zu grundlegenderen Veränderungen durch Empfehlungen des Generalsekretärs an die Mitgliedstaaten, folgendes in
Erwägung zu ziehen:
a.

Konzentration der Arbeit der Generalversammlung auf Probleme von höchster Priorität
und Verkürzung der Sitzungen der Versammlung.

b.

Einrichtung einer Kommission auf Ministerebene zur Prüfung der Notwendigkeit für
grundlegende Veränderungen durch die
Überprüfung der Charta der Vereinten Nationen und der rechtlichen Instrumente, aus
denen die Sonderorganisationen der Vereinten Nationen ihre Satzungen ableiten.

c.

Ernennung der im Jahr 2000 abzuhaltenden
Sitzung der Generalversammlung zur "Jahrtausendversammlung", die sich auf die Vorbereitung der Vereinten Nationen zur Bewältigung der größten Herausforderungen und
Erfordernisse der Völkergemeinschaft im 21.
Jahrhundert konzentrieren soll und mit einer
"Völkerversammlung" einhergeht.

AMERIKA DIENST 14

�VEREINTE

NATIONEN
23. Juli 1997

Reformpaket für die UNO ist "bedeutsamer Schritt"
Ansprache von Bill Richardson

VEREINTE NATIONEN - (AD) - Das von UN-Generalsekretär Kofi Annan am 16. Juli 1997 bekanntgegebene
Reformpaket ist dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika bei den Vereinten Nationen, Bill
Richardson, zufolge ein bedeutsamer Schritt. Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache, die Richardson
kurz nach der Vorlage des 95-seitigen Berichts des Generalsekretärs vor der UN-Generalversammlung hielt.

Herr Präsident, als der Generalsekretär im März den
ersten Entwurf seines Reformplans vorstellte, wurde
dieser von meiner Delegation rückhaltlos begrüßt.
Heute freuen wir uns außerordentlich, daß die sorgfältig erwogenen, überarbeiteten Vorschläge des Generalsekretärs der Generalversammlung vorgestellt
werden. Da wir den vollständigen Bericht erst heute
erhalten haben, müssen wir natürlich ebenso wie
andere Delegationen die Einzelheiten sorgfältig prüfen.

sein, wenn die Bestrebungen zur Stärkung der Vereinten Nationen Früchte tragen sollen.
In diesem Zusammenhang schlägt meine Delegation
vor, daß wir die heutige Chance ergreifen, unserer
kollektiven Entschlossenheit zur Fortsetzung des
Reformweges Ausdruck zu verleihen.

Mit der Unterbreitung dieser Vorschläge unternahm
der Generalsekretär einen bedeutsamen Schritt zu der
Strukturreform, die den Vereinten Nationen heute und
in Zukunft gestatten wird, mehr für die Menschen auf
der Welt zu tun, es besser und billiger zu tun.

Wir fordern die Generalversammlung dringend auf,
noch heute auf den Vorschlag von Präsident Razali zur
Einrichtung eines Ad-hoc-Ausschusses aus dem
gesamten Plenum zur Prüfung der Vorschläge des
Generalsekretärs zu reagieren. Dieser Ausschuß stellt
bei der Fortsetzung des Reformprozesses den nächsten logischen Schritt dar.

Wir beglückwünschen den Generalsekretär zu seinen
bisherigen Initiativen und sagen ihm unsere volle
Unterstützung zu, damit der Reformprozeß bei den
Vereinten Nationen Wirkung zeitigt.

Die heutigen Ankündigungen sind ein greifbarer
Ausdruck der Reformkultur, die sich während der
letzten Jahre hier bei den Vereinten Nationen und in
ihren Mitgliedstaaten kräftig entwickelte.

Wir sind uns bewußt, daß der Generalsekretär nicht
alle vorgeschlagenen Reformen alleine durchführen
kann.
Viele zentrale Elemente des Vorschlags
erfordern Aktionen aller Mitgliedstaaten. Das Sekretariat und die Mitgliedstaaten sind gemeinsam für den
Kurs des Reformprozesses als Ganzes verantwortlich.
Zusammenarbeit wird von elementarer Bedeutung

Wir wollen es zu unserer Priorität machen, auf dem
heutigen guten Anfang aufbauend gemeinsam für eine
Organisation zu arbeiten, die in den kommenden
Jahren besser im Dienst aller Menschen stehen kann.
Vielen Dank, Herr Präsident.

* * * * *

AMERIKA DIENST 14

Seite 1

�VEREINTE

NATIONEN
23. Juli 1997

Vereinigte Staaten unterstützen UNO-Reform
von Princeton Lyman

(AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen vom Abteilungsleiter für internationale Organisationen im USAußenministerium, Princeton Lyman, verfaßten Artikel über die Notwendigkeit einer Reform der Vereinten
Nationen.

Vor 52 Jahren räumte die Welt die Trümmer des
Zweiten Weltkriegs beiseite und gründete die Vereinten Nationen in der Hoffnung, dadurch ein Wiederaufleben solcher Zerstörung, Greueltaten und solchen
Leids zu verhindern. Die Vereinigten Staaten sind
stolz auf ihre bei der Schaffung dieser Organisation
übernommene Führungsrolle und die einzigartige
Unterstützung, die wir ihr seitdem gewährt haben. Wie
Präsident Clinton wiederholt betonte, ist die Rolle der
UNO als internationaler Treffpunkt und Medium für
kooperative Aktionen heute ebenso bedeutend wie zu
jedem anderen Zeitpunkt in ihrer Geschichte. Die
Anforderungen der Welt haben sich jedoch gewandelt,
und wir müssen sicherstellen, daß die Vereinten
Nationen sich so verändern, daß sie zur Erfüllung der
Bedürfnisse der internationalen Staatengemeinschaft
in der Lage sind.
Erfolgreiche Regierungen und Unternehmen hören nie
mit der Suche nach Wegen zur Verbesserung ihrer
Arbeit auf, und das sollte die UNO auch nicht. Diese
Institution ist viel zu wichtig, um sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. In der Zeit seit dem fünfzigsten Jahr
ihres Bestehens, die von intensiven Debatten und der
Vorlage internationaler Reformvorstellungen geprägt
war, haben die Mitgliedstaaten und die Vertreter der
UNO ein großes gemeinsames Interesse an der
Bewilligung und Durchsetzung konkreter Reformmaßnahmen entwickelt.
Es wurden bereits Bestrebungen eingeleitet, einige der
Mängel der Vereinten Nationen zu beheben. Moderne
Managementpraktiken fassen Fuß. Ein rigoroses
Inspektionssystem wurde eingeführt. Die Erhöhung
der Effektivität gestattet Haushaltskürzungen und
Personalabbau. Die Fähigkeit des Generalsekretärs

AMERIKA DIENST 14

zur Organisation und Leitung von Friedenssicherungsoperationen wurde beträchtlich gestärkt, und der
Sicherheitsrat zeigt jetzt äußerste Disziplin bei der
Bewilligung neuer Missionen.
Die Vereinigten Staaten begrüßen den Ansatz von
Generalsekretär Annan zur weiteren Stärkung der
UNO durch Reformen. Seine Initiativen zur Zusammenlegung der Abteilungen des Sekretariats,
Ausarbeitung eines Verhaltenskodex für die UNOMitarbeiter und zum Abbau der Bürokratie werden eine
neue Arbeitsweise im UNO-Hauptquartier ermutigen.
Er verdient und erhält von den Mitgliedstaaten starke
Unterstützung für seine Reformbestrebungen. Von
besonderer Bedeutung ist seine Konzentration auf die
Verringerung der Gemeinkosten der Vereinten Nationen von derzeit 38 auf 25 Prozent und die Verwendung
der Ersparnisse für Wirtschafts- und Sozialprogramme.
Alle Mitgliedstaaten sollten sich Versuchen zur Verlangsamung dieser Reformen widersetzen. Es gibt
keine Rechtfertigung für den Erhalt oder Schutz
überflüssiger Arbeitsplätze in den UNO-Sitzen in New
York und Genf auf Kosten der Bedürftigsten der Welt,
denen dann weniger Hilfe gewährt werden kann. Beim
jüngsten G-8-Gipfel in Denver wurde der Generalsekretär entschieden zu der von ihm vorgeschlagenen
Umstrukturierung der Vereinten Nationen ermutigt, und
die Generalversammlung wird die Gelegenheit haben,
diesen Veränderungen in den kommenden Monaten
zuzustimmen.
Vor diesem Hintergrund bekräftigen die Vereinigten
Staaten ihre starke Unterstützung für die UNO und ihr
Engagement für die Bewältigung des ständigen
Problems der amerikanischen Rückstände, die zusammen mit den Rückständen vieler anderer

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�zahlen. Das ist eine ungesunde Situation, durch die
die UNO stets den Haushaltsengpässen einiger
weniger Mitglieder aussetzt ist. Obwohl diese Situation
nicht rasch behoben werden kann, weil so viele
Mitgliedstaaten arm sind, sollten die Vereinten Nationen damit beginnen, sich für den Großteil ihrer Finanzierung weniger abhängig von einem Mitgliedstaat
- den Vereinigten Staaten - zu machen. Zweifelsohne
können die kleinen Summen, die durch die amerikanischen Vorschläge umverteilt würden, ohne gleichzeitige Erhöhung ihrer Beiträge von den Mitgliedstaaten übernommen werden, deren Volkswirtschaften in
den vergangenen Jahren schnei! gewachsen sind.

Staaten - zur Finanzkrise der Vereinten Nationen
beigetragen haben. Präsident Clinton arbeitet mit dem
amerikanischen Kongreß an der umfassenden Lösung
dieses Problems. Ein bald vom Kongreß zu billigender
Gesetzentwurf würde den Vereinigten Staaten gestatten, im Verlauf von drei Jahren die meisten ihrer
Rückstände bei der UNO zu bezahlen und in Zukunft
ihre Beiträge ganz zu begleichen. Der Gesetzentwurf
spezifiziert Reformparameter, die zur Leistung dieser
Zahlungen erreicht werden müssen. Wir sind uns
bewußt, daß andere Mitgliedstaaten diesen Ansatz
nicht als völlig zufriedenstellend ansehen werden. In
unserem Regierungssystem ist es jedoch üblich, daß
der Kongreß Bedingungen oder Parameter für die
Durchführung in- und ausländischer Programme durch
den Präsidenten festsetzt. Das Wichtigste ist, ob
andere Mitgliedstaaten der Ansicht sind, daß diese
Parameter gut für die Vereinten Nationen sind.
Unseres Erachtens ist das der Fall.

Der zweite schwierige Parameter besteht darin, die
Vereinten Nationen zu bitten, bis zur endgültigen
Regelung die Rückstände auf ein "umstrittenes" Konto
einzuzahlen, bei denen wir Differenzen mit den
Vereinten Nationen haben. Das ist nicht neu. Es
wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals für
andere Mitglieder für die Dauer ihrer Verhandlungen
mit den Vereinten Nationen über die kontroversen
Punkte praktiziert. Darüber hinaus bezieht sich ein
Viertel des umstrittenen Betrags auf ein kompliziertes
Steuererstattungssytem, das nur die amerikanischen
Beschäftigten bei der UNO betrifft.

Erstens wurden die meisten in diesem Gesetzentwurf
enthaltenen Reformen von anderen UNO-Mitgliedern
und dem Generalsekretär selbst befürwortet, wie
beispielsweise Personal- und Haushaltsdisziplin,
verbesserte Rechenschaftspflicht und regelmäßige
Programmauswertungen. Ohne diese Reformen wird
die UNO weder die Glaubwürdigkeit noch die Fähigkeit
zur Ausübung ihrer Funktionen haben.

Die Schlüsselfrage für andere Mitglieder lautet: Was
steht auf dem Spiel? Präsident Clinton hat die amerikanische Verpflichtung gegenüber den Vereinten
Nationen aufs Entschiedenste bekräftigt.

Wir sind uns bewußt, daß die schwierigeren Parameter
die amerikanischen Beiträge und Zahlungsrückstände
betreffen. Die Vereinigten Staaten versuchen, ihre
Beiträge im nächsten Jahr von 25 Prozent auf 22
Prozent und bis zum Jahr 2000 auf 20 Prozent zu
senken. Das scheint nicht ganz im Einklang mit dem
Prinzip der "Zahlungsfähigkeit" zu stehen. Aber die
Vereinigten Staaten haben viele Jahre lang eine
enorme Verantwortung bei der Finanzierung von
Friedens- und Sicherheitsaktivitäten auf der ganzen
Welt übernommen, die weit über die der UNO hinausgehen. Darüber hinaus würden die Vereinigten
Staaten selbst mit diesem reduzierten Beitragssatz die
höchsten Beiträge entrichten - im vergangenen Jahr
zahlten sie 1,5 Milliarden Dollar an das UNO-System.
Am wichtigsten ist jedoch, daß eine Verringerung des
amerikanischen Beitragssatzes ein notwendiger Schritt
zur Übernahme größerer Verantwortung der Vereinten
Nationen ist. Heute zahlen 155 der 185 Mitgliedstaaten zusammen weniger als 13 Prozent der Ausgaben
der UNO, während 14 Mitglieder mehr als 80 Prozent

* *

Seite 2

Als der Senat mit 90 zu 5 Stimmen über die erste
Version dieses Gesetzentwurfs abstimmte, hatte er die
Unterstützung des breitesten Spektrums der amerikanischen Politiker. Welche Probleme das Gesetz auch
enthalten mag - es geht einen großen Schritt über die
Debatten und die an der UNO in den vergangenen
Jahren geübte Kritik hinaus. Und es bietet den
Vereinten Nationen die Chance, die Finanzkrise im
Großen und Ganzen zu bewältigen.
Die Alternative wäre mehr Konfrontation, mehr Krisen und so lange das andauert weniger effektive Vereinte
Nationen. Nur die Gegner der UNO könnten diese
Aussicht gutheißen. Wir benötigen die Unterstützung
der anderen Mitglieder, damit dieser Plan funktioniert.
Wir sind der Auffassung, daß er sich zu unser aller
Vorteil auswirken wird.

*

AMERIKA DIENST 14

�USA-DEUTSCHLAND
23. Juli 1997

Deutschland ist der Anker eines geeinten Europas
Anhörung von John Kornblum

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des designierten Botschafters für Deutschland,
John Kornblum, bei seiner Anhörung vor dem Auswärtigen Ausschuß des Senats am 15. Juli 1997.

Ich danke für die Gelegenheit, im Zusammenhang mit
meiner Nominierung zum Botschafter der Vereinigten
Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland eine Rede vor diesem Ausschuß halten zu dürfen.
Ich habe meine Laufbahn im auswärtigen Dienst vor
über 30 Jahren in Deutschland begonnen. Seit damals
haben sich Europa und Deutschland dramatisch
verändert. Ich hatte das Privileg, an vielen der wichtigen Ereignisse auf dem Weg dorthin teilnehmen zu
können. 1970 und 1971 war ich an der Aushandlung
der ersten entscheidenden Öffnung zwischen Ost und
West - dem Viermächteabkommen über Berlin beteiligt. Ich trug zum Entwurf der Schlußakte von
Helsinki bei und war der Vertreter der Vereinigten
Staaten bei der OSZE in Helsinki und Wien. Während
des Zusammenbruchs des Kommunismus in Europa
war ich Stellvertretender Ständiger Vertreter bei der
NATO. Die Grundlagen für die neue NATO von heute
wurden in diesen Jahren geschaffen. Und als Abteilungsleiter für europäische und kanadische Angelegenheiten im US-Außenministerium konnte ich direkt
an der Entwicklung der amerikanischen Rolle im
Europa der Zeit nach dem Kalten Krieg mitarbeiten.
Deutschland liegt im Zentrum dieses dramatischen
Zeitalters des Wandels. An jedem entscheidenden
Punkt der Nachkriegszeit war Deutschland ein wichtiger Partner der Vereinigten Staaten. Unsere Vision
einer engen und gleichberechtigten atlantischen
Partnerschaft und unsere unermüdlichen Bestrebungen zur Schaffung von Demokratie in ganz Europa
haben wir gemeinsam mit unseren deutschen Verbündeten verfolgt. Während wir in die noch dynamischere
Welt des 21. Jahrhunderts eintreten, wird es praktisch
kein wichtiges amerikanisches Ziel geben, auf das
Deutschland nicht direkt Einfluß hat.

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Es ist mir eine Ehre, von Präsident Clinton zum
Vertreter der Vereinigten Staaten in Deutschland in
dieser Zeit kontinuierlichen Wandels ernannt worden
zu sein. Außenministerin Albright hat ein aktives
amerikanisches Engagement in Deutschland und
Europa zum Kernstück unserer Bestrebungen erklärt.
Unsere engen Verbindungen und gemeinsame Vision
sind ein ausgezeichneter Ausgangspunkt, um die von
der Außenministerin dargelegten Ziele zu erreichen.
Die Herausforderungen schnellen Wandels erfordern
immer engere Konsultationen und Kooperation
zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland.
Im Falle meiner Bestätigung werde ich auf der Grundlage der engen persönlichen Beziehungen zwischen
Präsident Clinton und Bundeskanzler Kohl einen
umfassenden Dialog zwischen den Politikern und
Völkern unserer beiden Länder über die uns konfrontierenden Herausforderungen anregen. Es wird
mein Ziel sein, einen Weg für den Umgang mit Chancen und Problemen zu finden. Gemeinsam sollten wir
über derzeitige Belange hinausschauen und einer
noch umfassenderen Zusammenarbeit in einem neuen
Jahrhundert Impulse geben.
Dabei gehe ich nicht von automatischer Übereinstimmung oder einem leichten Weg zum Konsens in
allen Fragen aus. Wir haben bereits Bereiche ausgemacht, in denen Deutschland und die Vereinigten
Staaten hart arbeiten müssen, um einen gemeinsamen
Ansatz zu neuen und schwierigen Problemen zu
finden. Ich werde jedoch auf meine in Deutschland
und Europa gemachten Erfahrungen und dem auf
beiden Seiten des Atlantiks vorhandenen Goodwill
aufbauen. Ich hoffe, eng mit Ihnen, Herr Vorsitzender,
und den anderen Kongreßabgeordneten zusammenzuarbeiten und die breite Grundlage der Außenpolitik

Seite 1

�der Vereinigten Staaten zu untermauern. Ferner hoffe
ich, Angehörige beider Kammern und ihre Mitarbeiter
regelmäßig in Deutschland begrüßen zu können. Ihr
fortgesetztes Engagement ist integraler Bestandteil
dieser wesentlichen Partnerschaft.
Herr Vorsitzender, Deutschland ist ein sehr wichtiges
Land. Es ist auch ein Land, das unsere Vision und
unsere Ziele für die moderne Welt teilt. Es ist der
Anker eines geeinten Europas und einer der Grundpfeiler für die Brücke über den Atlantik. Unsere Länder
sind eng miteinander verbunden - durch unsere
Menschen und unsere engen Handels- und Investitionsbeziehungen.

Ungefähr ein Viertel der Amerikaner hat Vorfahren aus
Deutschland, etwa 400.000 Deutsche sind bei in

*

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Deutschland
niedergelassenen
amerikanischen
Unternehmen beschäftigt, und rund 500.000 Amerikaner arbeiten bei deutschen Unternehmen in den
Vereinigten Staaten. Unser gemeinsames Engagement in Berlin trug dazu bei, den Geist der Demokratie
in einem geteilten Europa zu definieren. Unsere
Entschlossenheit zur Bewältigung der Herausforderungen im Europa nach dem Kalten Krieg hat bereits
großen Nutzen gebracht.
Die Chancen für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit sind unbegrenzt. Die Herausforderungen sind enorm. Ich verspreche, mit Ihrer Unterstützung die Interessen der Vereinigten Staaten in unseren wichtigen Beziehungen zu Deutschland zu verteidigen und zu fördern.
Ich danke Ihnen.

* * *

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�TERRORISMUS
23. Juli 1997

Terrorismus bleibt globales Thema
von Botschafter Philip Wilcox, Jr.

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel des Koordinators für Terrorismusbekämpfung im US-Außenministerium, Botschafter Philip Wilcox, Jr.

Die Welt von heute ist immer noch ein gefährlicher Ort.
Der Zusammenbruch der Sowjetunion und das Ende
des Kalten Krieges führten weder das "Ende der
Geschichte" noch einen neuen Weltfrieden und
Harmonie herbei. Statt dessen rückten diese Veränderungen die ernsthaften globalen Probleme und
Bedrohungen in den Mittelpunkt.
Sie kennen die Liste bereits: Ethnische Konflikte,
Verbreitung von Waffen, Umweltzerstörung, unhaltbares Bevölkerungswachstum, internationales Verbrechen und Terrorismus. Diese globalen Probleme
betreffen direkt unser Wohlergehen und unsere
Sicherheit. Daher wird ihnen in der außenpolitischen
Tagesordnung der Clinton-Administration hohe
Priorität beigemessen.
Aber keines dieser Probleme hat bei den Amerikanern
mehr Furcht ausgelöst als Terrorismus.
Terrorismus, den wir als politisch motivierte Gewalt
gegen Nichtkombattanten definieren, ist ein altes Übel,
und seit Jahren sind die amerikanischen Interessen
Ziel von Terroristen im Ausland. Heute scheint die
Bedrohung jedoch zuzunehmen - vielleicht weil die
Bedrohung eines konventionellen Krieges gegen die
Vereinigten Staaten abgenommen hat und wir Opfer
von zwei schrecklichen Terroranschlägen bei uns im
Inland wurden - dem Bombenattentat auf das World
Trade Center und das Regierungsgebäude in Oklahoma City. Nicht zu vergessen die beiden Bombenanschläge auf amerikanische Streitkräfte in SaudiArabien und die Rohrbombe bei den Olympischen
Spielen in Atlanta.
Es ist ein Paradoxon, daß wir uns besonders mit
Terrorismus beschäftigen und die Regierungen seiner

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Bekämpfung außerordentliche Aufmerksamkeit zuwenden, obwohl verglichen mit anderen Formen der
Gewalt durch Terrorismus relativ wenige Menschen
ums Leben kommen. Warum?
Erstens ruft Terrorismus tiefsitzende Angst und
Unsicherheit hervor - mehr als andere Formen der
Gewalt.
Terroristen suchen sich - häufig willkürlich und ohne
Warnung - unschuldige Zivilisten als Opfer aus. Wir
denken, wir können uns gegen andere Formen der
Gewalt schützen, aber gegenüber Terroristen fühlen
wir uns hilflos.
Die Terroristen wissen das, und sie versuchen uns
einzuschüchtern, damit sie uns ihren politischen Willen
oder ihre Ideologie aufzwingen können. Töten ist nur
ein Mittel zum Zweck. Indem sie Furcht und Panik
auslösen, versuchen Terroristen Konzessionen zu
erzwingen oder Regierungen zu schwächen und zu
diskreditieren, indem sie deutlich machen, daß diese
zum Schutz ihrer Bürger nicht in der Lage sind.
Terrorismus wird auch als billiges Instrument strategischer Kriegführung genutzt, manchmal von verbrecherischen Staaten unter Einsatz von Helfershelfern und manchmal von durch Ideologie, Religion
oder ethnische Zugehörigkeit motivierten Gruppen, die
Regierungen stürzen und den Lauf der Geschichte
verändern wollen.
Terroristen setzen Gewalt auch weniger zielgerichtet
ein, um Protest und Wut zum Ausdruck zu bringen,
messianische und fanatische religiöse Programme zu
verbreiten sowie aus noch obskureren pathologischen
Gründen.

Seite 1

�Man kann argumentieren, daß Terrorismus als strategische Waffe historisch gescheitert ist. Aber das ist
kein Grund zur Beruhigung. Es besteht kein Zweifel,
daß er den amerikanischen Interessen und denen
unserer Freunde auf der ganzen Welt großen Schaden
zugefügt hat. Terrorismus hat beispielsweise den
israelisch-palästinensischen Konflikt und den Nordirlandkonflikt um Jahre verlängert. Echte Fortschritte
zum Frieden bei diesen Auseinandersetzungen
wurden nur erzielt, wenn die Terroristen aufgaben und
geächtet wurden.
Terrorismus verursacht auch hohe wirtschaftliche
Kosten. Allein die Regierung der Vereinigten Staaten
gibt pro Jahr rund 5 Milliarden Dollar zum Schutz vor
Terrorismus im In- und Ausland aus, und diese Kosten
werden zweifelsohne steigen. Terrorismus kann auch
ganze Volkswirtschaften lahmlegen. In Ägypten haben
Terroristen beispielsweise monatelang fast die gesamte lebenswichtige Tourismusindustrie zum Stillstand gebracht, indem sie sich einige wenige Touristen
zum Ziel nahmen.
Die Technologie hat die terroristische Bedrohung noch
verschärft. Im Jahr 1605 versuchte Guy Fawkes in
einer Verschwörung mit 29 Fässern Sprengstoff König
James und das britische Parlament in die Luft zu
sprengen. Heute könnte ein kleiner Zünder in einer
Handtasche dieselbe Wirkung erzielen. Und Anleitungen zum Bau einer Bombe sind ohne Schwierigkeiten
im Internet zu finden.
Terroristen verwenden Computer, Handys und
Kryptographie-Software, um sich ihrer Entdeckung zu
entziehen, und sie haben moderne Mittel zum Fälschen von Pässen und Dokumenten. Ramzi Ahmed
Yousef und seine Bande, die wegen des Versuchs
verurteilt wurden, 12 amerikanische Flugzeuge über
dem Pazifik in die Luft zu sprengen, benutzten alle
dieses Handwerkszeug.
Noch gefährlicher ist die Aussicht, daß Terroristen
Material der - chemischen, biologischen oder atomaren
- Massenvernichtung einsetzen, um die Zahl der Opfer
weit über das herkömmliche Maß hinaus zu multiplizieren. Der Saringasanschlag in der Tokioter U-Bahn im
Jahr 1995 durch die apokalyptische japanische Aum
Shinrikyo-Sekte zeigte, daß die Bedrohung durch
chemischen Terrorismus jetzt eine Realität ist.
Die Bereitschaft einiger fanatischer oder verrückter
Terroristen zu Kamikazekommandos machen Terroristen, die Massenvernichtungswaffen einsetzen, zu
einer noch unheimlicheren Bedrohung.
Und schließlich hat Terrorismus aufgrund der Massenmedien heute eine sehr viel zerstörerische Wirkung als
in der Vergangenheit. Keine Story hält sich besser
oder länger als ein Terroranschlag. Die Medien von
heute, insbesondere das Fernsehen, multiplizieren die

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durch Terrorismus erzeugte Angst, indem sie seine
Schrecken lebhaft übermitteln. Und das verstärkt in
hohem Maße unserer kollektives Gefühl der Verletzlichkeit. Natürlich wissen die Terroristen das. Und sie
versuchen, die Medienberichterstattung zu nutzen, um
uns und unsere Regierungen psychologisch in die
Defensive zu drängen.
Wie sieht der derzeitige Trend bei Terrorismus aus?
Wer sind die Terroristen von heute? Und was tut die
US-Regierung, um sie zu bekämpfen und in die
Defensive zu drängen, wo sie hingehören?
Erstens der Trend. Es gibt gute und schlechte Nachrichten. Die aktuelle Zahl internationaler Terroranschläge hat in den vergangenen Jahren abgenommen, von einem Höchststand von 665 im Jahr 1987
auf durchschnittlich 300 - 400 in den letzten Jahren.
Es gibt verschiedene Gründe für diesen positiven
Trend:
Die Sowjetunion und nahezu alle der vielen von ihr
unterstützten revolutionären Terrorgruppen sind jetzt
Geschichte.
Nach 50 Jahren des Krieges und Terrorismus kämpfen
die Araber und Palästinenser jetzt für Frieden. Die
PLO verzichtet jetzt auf Terroranschläge, und auch die
meisten arabischen Staaten verurteilen ihn unmißverständlich.
Nur einige wenige verbrecherische Staaten unterstützen weiterhin den Terrorismus.
Heute besteht ein zunehmender internationaler
Konsens, daß Morde an Unschuldigen aus politischen
Gründen absolut inakzeptabel sind, ungeachtet der
Motivation und des Grundes.
Die Mehrheit der Staaten möchte dementsprechend
mit allen vorhandenen Mitteln gegen Terroristen
vorgehen, insbesondere unter Anwendung des
Gesetzes zur Terrorbekämpfung.
Es gibt jedoch auch eine negative Seite:
Ungeachtet des Engagements der palästinensischen
und arabischen Hauptströmung für den Frieden im
Nahen Osten verübten Gruppen wie die Hamas und
der palästinensisch-islamische Dschihad 1995 in Israel
im Rahmen einer bösartigen Verzögerungstaktik
gezielt Bombenanschläge, um den Friedensprozeß zu
stören.
Und ein israelischer Terrorist ermordete Ministerpräsident Rabin aus demselben Grund.
Der Iran setzt ungeachtet der amerikanischen Bestrebungen, das Land durch Sanktionen in Schach zu

AMERIKA DIENST 14

�halten, weiterhin Terrorismus als außenpolitische
Waffe ein, um Dissidenten umzubringen und den
Friedensprozeß zu unterminieren.
Obwohl Libyens terroristische Aktivitäten im Ausland
durch Sanktionen der UNO eingeschränkt wurden,
widersetzt es sich weiterhin der Forderung der UNO,
zwei der des Bombenanschlags auf Pan Am-Flug 103
über Lockerbie Verdächtigte einem britischen oder
amerikanischen Gericht auszuliefern.
Terroristen nutzen in zunehmendem Maße die Religion
für ihre Zwecke aus. Früher waren die meisten
Terrorgruppen weltlich, während heute immer mehr
Terroristen den Anspruch erheben, im Namen der
Religion, insbesondere des Islam, zu handeln. Einige
sind Teil organisierter Gruppen wie der Hamas, der
libanesischen Hisbollah oder der ägyptischen Gamaat.
Andere sind ad hoc gebildete islamische Elemente wie
die Gang von Ramzi Ahmed Yousef, die großenteils in
Afghanistan ausgebildet werden.
Die Ausschlachtung der Religion für politische Zwecke
und Gewaltanwendung ist ein uraltes Phänomen. Man
muß sich vor Augen halten, daß alle Religionen
abweichlerische und gefährliche Randgruppen
hervorgebracht haben und der Islam - ebenso wie
Christentum und Judentum - Frieden und Gewaltlosigkeit predigt. Angeblich im Namen des Islam handelnde
Terroristen mißbrauchen ihren Glauben und werden in
der ganzen islamischen Welt immer stärker verurteilt.
Inländischer Terrorismus - der auf die Bürger oder das
Territorium von nur einem Staat beschränkt ist - hat mit
der Zeit abwechselnd zu- und abgenommen. Heute
scheint er, beispielsweise in Südasien, abzunehmen.
Messianische Kultgruppen, wie die japanische Aum
Shinrikyo, die sich des Terrorismus zur Erfüllung ihrer
Visionen vom letzten Kampf zwischen Gut und Böse
bedienen, könnten ebenfalls eine wachsende Bedrohung darstellen. Sie sind um so gefährlicher, wenn
sie Zugang zu Geld und Technologie haben.
Die Vereinigten Staaten unternehmen viel zur Bekämpfung des Terrorismus:
Unsere Politik besteht darin, alle Terroristen, ungeachtet ihrer Zugehörigkeit, unermüdlich aufzuspüren
und zu bestrafen, wobei wir uns einer Kombination aus
Mitteln der Strafverfolgung, Diplomatie und Nachrichtendienste bedienen. Wir konnten die für den
Anschlag auf das World Trade Center verantwortlichen
Terroristen, die Verschwörer - darunter Scheich Abdul
Rahman -, die den Holland Tunnel in New York, das
Gebäude der Vereinten Nationen und verschiedene
Bundesbehörden in New York in die Luft sprengen
wollten, und die Gang, die Anschläge auf amerikanische Flugzeuge über dem Pazifik plante, ihrer

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gerechten Strafe zuführen, was echte Erfolgsgeschichten sind.
Wir machen Terroristen gegenüber keine Zugeständnisse. Wir weigern uns, den Forderungen nach
politischen Konzessionen oder Lösegeld nachzugeben.
Wir identifizieren Staaten, die den Terrorismus fördern,
verhängen Wirtschaftssanktionen gegen sie und bitten
unsere Freunde, ebenso zu handeln. In einer an
unsere europäischen Verbündeten gerichteten Rede in
Stuttgart äußerte der damalige Außenminister Christopher: "Die Zusammenarbeit gegen dem Terrorismus
Vorschub leistende Staaten ist ein Gebot, keine
Option.... Unser auf Prinzipien gegründetes Engagementfürfreien Handel verpflichtet uns nicht, Geschäfte
mit aggressiven Tyranneien wie Iran und Libyen
abzuschließen. Wir müssen unsere Kräfte bündeln,
um durch wirksame multilaterale Maßnahmen diesen
verbrecherischen Regimen die Mittel zu verweigern,
nach denen sie streben."
Die Vereinigten Staaten betonen die Rechtsstaatlichkeit beim Umgang mit Terroristen und bestehen
darauf, daß Terrorismus ungeachtet seiner Motive
oder Gründe ein Verbrechen ist, für das es keine
mildernden Umstände gibt. Durch die Stärkung der
amerikanischen Gesetze zur Terrorismusbekämpfung
und die aggressive Förderung internationaler Verträge
und Konventionen gegen den Terrorismus, von denen
es derzeit 10 gibt, führen wir einen weltweiten Trend
zur Anwendung des Gesetzes als unserer effektivsten
Waffe gegen Terroristen an.
Hinzuzufügen ist:
Wir verfügen über herausragende militärische Mittel,
die wir einsetzen können, wenn außergewöhnliche
Situationen das erfordern.
Da Terroristen im Dunkeln operieren, investieren wir in
großem Maße in die Sammlung und Analyse nachrichtendienstlicher Informationen.
Das Büro für diplomatische Sicherheit im Außenministerium bildete im Rahmen des Hilfsprogramms
zur Terrorismusbekämpfung mehr als 18.000 Beamte
aus über 80 Ländern in Terrorismusbekämpfungstechnik und Flugsicherheit aus.
Wir haben ein wirkungsvolles Forschungs- und
Entwicklungsprogramm im Bereich der Technologie für
die Terrorismusbekämpfung, insbesondere für das
Aufspüren von Sprengstoffen.
Und schließlich ist die Zusammenarbeit mit anderen
Staaten unerläßlich, um Terroristen Einhalt zu gebieten, denn der Terrorismus wird ein zunehmend
transnationales Phänomen. Aus diesem Grund hat

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�Präsident Clinton der Terrorismusbekämpfung auf
unserer diplomatischen Agenda hohe Priorität eingeräumt. Wir beraten uns jährlich mit Dutzenden von
Regierungen und fördern multilaterale Aktionen wie
den Friedensgipfel von Scharm-el-Scheich, die
Folgetreffen zur Terrorismusbekämpfung in Washington und die G-7-Ministerkonferenz über Terrorismus in
Paris.

*

Seite 4

Wir können stolz auf unsere unter Einsatz dieser
Maßnahmen und Instrumente erzielten Erfolge sein.
Aber wir dürfen nicht selbstgefällig sein, denn der
Terrorismus ist ein bewegliches Ziel.

*

AMERIKA DIENST 14

�FRAUEN
23. Juli 1997

Integration der geschlechtsspezifischen Perspektive
Rede von Seth Winnick

GENF - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Stellvertretenden Vertreters der Vereinigten Staaten
beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen in Genf vom 9. Juli 1997.

Herr Präsident,
ich danke für diese Gelegenheit, vor dem Wirtschaftsund Sozialrat das wichtige Thema der Integration der
geschlechtsspezifischen Perspektive ansprechen zu
dürfen.
Wir möchten dem Sekretariat für die ausgezeichnete
Dokumentation für diesen Tagesordnungspunkt
danken. Als wir an der Umsetzung der Erklärung von
Peking und der Aktionsplattform arbeiteten, stellten wir
fest, daß wir als ersten Schritt Richtlinien für die
Integration der geschlechtsspezifischen Perspektive in
alle Maßnahmen und Programme des UNO-Systems
benötigen. Das Papier des Sekretariats enthält mit
seiner klaren Definition der Integration und der nötigen
praktischen Schritte dafür diese ersten Richtlinien.
Die Vereinigten Staaten stimmen mit der Analyse des
Sekretariats überein, daß Integration folgendes
erfordert:
Engagement auf höchster Ebene.
Eine klare politische Aussage begleitet von institutionellen Strategien.
Rechenschaftspflicht oder Anreize zur Verstärkung der
Bedeutung von Integration.
Die Erkenntnis, daß geschlechtsspezifische Themen in
Bereichen angesprochen werden müssen, die traditionell als technisch oder geschlechtsneutral angesehen
werden.

Gruppen, die über die technische Kapazität verfügen,
Anleitung zu geben und die Integration der Geschlechter vehement voranzutreiben.
Es muß dafür gesorgt werden, daß diese Gruppen
oder zentralen Anlaufstellen nicht zum einzigen
Bereich der Organisation werden, der sich mit geschlechtsspezifischen Fragen befaßt. Sollte dies
geschehen, werden die Gruppen selbst zu Instrumenten der Ausgrenzung.
In den Vereinigten Staaten arbeiten wir an der Integration der geschlechtsspezifischen Perspektive in
der gesamten Bundesregierung. Im August 1995
richtete Präsident Clinton einen interministeriellen Rat
für Frauenfragen ein um sicherzustellen, daß die
Vereinigten Staaten die Erklärung von Peking und die
Aktionsplattform umsetzen. Außenministerin Albright
ist die Vorsitzende des Rats und First Lady Hillary
Rodham Clinton die Ehrenvorsitzende. Gesundheitsministerin Donna Shalala, die erste Vorsitzende des
Rats, beteiligt sich aktiv an seiner Arbeit. Der Rat setzt
sich aus hohen Vertretern aller Bundesbehörden
zusammen.
Der Hauptgrund für den Erfolg des Rats ist wahrscheinlich sein Engagement auf höchster Ebene. Er
sendet die Botschaft an alle Ebenen der Regierung,
daß die Umsetzung der Dokumente von Peking wichtig
ist und nicht ignoriert werden darf.
Während der ersten anderthalb Jahre seines Bestehens konzentrierte sich der Rat auf die Durchführung
von Veränderungen in jeder einzelnen Behörde der
US-Regierung durch folgende Maßnahmen:

Mitarbeiterkapazitäten für die Integration.

AMERIKA DIENST 14

Seite 1

�Analyse der aktuellen und vorgesehenen Projekte und
Programme, um sie gegen die Ziele der Aktionsplattform abzuwägen.
Identifizierung neuer Initiativen, mit deren Hilfe staatliche Behörden das Leben von Frauen und Mädchen
verbessern könnten;
Einführung weitreichender Veränderungen bei ihren
Programmen und Operationen um sicherzustellen, daß
die Ziele von Peking integraler Bestandteil des täglichen Geschäftslebens werden.
Vor kurzem begann der Rat mit der Einrichtung
interministerieller Arbeitsgruppen, damit der Wandel in
der gesamten Bundesregierung wirksam wird. Gestatten Sie mir, hierfür drei Beispiele zu nennen:
Geschlechterfragen und institutioneller Wandel
Das Amt für internationale Entwicklung (AID), das bei
der Durchsetzung eines Aktionsplans für die Gleichstellung der Geschlechter an vorderster Front der
amerikanischen Behörden steht, leitet eine Arbeitsgruppe zur Prüfung der Frage, wie geschlechtsspezifische Perspektiven in seine Arbeit integriert werden
können. Ziel der Arbeitsgruppe ist die Gewährleistung,
daß positive Veränderungen - insbesondere im
Hinblick auf die Integration - zu einem festen Bestandteil der Institution werden und nicht so leicht wieder
zunichte gemacht werden können.
Geschlechtsspezifische Datentrennung
Unter Leitung des Landwirtschaftsministeriums befaßt
sich eine Arbeitsgruppe mit der geschlechtsspezifischen Trennung und Analyse von Daten. Dies
entspricht der Ansicht des Generalsekretärs, daß
Geschlechterfragen in Bereichen untersucht werden
müssen, die traditionell als technisch oder geschlechtsneutral angesehen wurden. Obwohl viele
amerikanische Behörden einige Daten nach Geschlecht trennen, gibt es keine einheitliche Politik der
Regierung. Die Arbeitsgruppe bewertet die derzeitige
Situation und prüft Gesetze oder Vorschriften über die
Sammlung und Analyse von Daten.

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Seite 2

Mentorenarbeit
Unter Leitung des Bildungsministeriums befaßt sich
eine Arbeitsgruppe mit Mentorenarbeit, um sicherzustellen, daß junge Menschen an der Umsetzung der
Beschlüsse von Peking mitwirken. Diese Arbeitsgruppe soll herausfinden, an welchen Arten von
Mentorenprogrammen sich die einzelnen Behörden
beteiligen, welche nachahmenswert sind, welche
neuen Aktivitäten ermutigt werden sollten und wo es
möglich sein könnte, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Organisationen Mentorenprogramme zu entwerfen und umzusetzen.
Der interministerielle Rat des Präsidenten für Frauenfragen erwartet die Gründung zusätzlicher Arbeitsgruppen in diesem Jahr.
Vor Peking wurden wir oft daran erinnert, daß die
Vorbereitung der Vierten Weltfrauenkonferenz wichtiger sei als die Konferenz selbst - daß die Überprüfung
und Neubewertung des Status der Frau und die
Verpflichtung zur Erlangung von Gleichberechtigung
bis zum Jahr 2000 auch außerhalb der Konferenz
wertvoll ist. In diesem Tenor ist die Umsetzung der
Erklärung von Peking und der Aktionsplattform von
größter Bedeutung.
Obwohl "Integration der geschlechtsspezifischen
Perspektive" nicht poetisch klingt und wahrscheinlich
auch keine Schlagzeilen machen wird, gehört sie zu
den wesentlichsten und dauerhaftesten Aktionen, die
wir ergreifen können. Durch die Integration der
geschlechtsspezifischen Perspektive im gesamten
UNO-System, allen Maßnahmen und Programmen - ob
sie sich mit Armut, Bildung und Ausbildung, Gesundheit, Gewalt, bewaffneten Konflikten, der Wirtschaft,
Macht und Entscheidungsfindung, Menschenrechten,
der Umwelt oder Kindern befassen - werden wir
sicherstellen, daß jede Politik und jedes Programm auf
eine Art und Weise konzipiert, entwickelt und umgesetzt wird, die für alle Männer und Frauen von Vorteil
ist.
Vielen Dank, Herr Präsident.

* * *

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AMERIKA DIENST 14

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              <text>&lt;strong&gt;1. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton: Polen wird Wegbereiter für Freiheit und Sicherheit &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Präsidenten in Warschau&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gründe für die NATO-Erweiterung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Anhörung von Abteilungsleiter Kornblum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Vereinte Nationen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wichtigste Punkte des UNO-Reformpakets&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Schritte zu einer effektiveren, effizienteren UNO&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reformpaket für die UNO ist "bedeutsamer Schritt"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache von Bill Richardson&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vereinigte Staaten unterstützen UNO-Reform&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Princeton Lyman&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. USA-Deutschland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Deutschland ist der Anker eines geeinten Europas&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Anhörung von John Kornblum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Terrorismus&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Terrorismus bleibt globales Thema&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Botschafter Philip Wilcox, Jr.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Frauen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Integration der geschlechtsspezifischen Perspektive&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Seth Winnick&lt;/em&gt;</text>
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