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amcriha
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Sr,oN ^

Z12462 C
25

20. Dezember 1996

NATO

NATO BILLIGT EINSATZ DER SFOR IN
BOSNIEN
Rede von Außenminister Christopher
beim Nordatlantikrat

UMWELT

GIPFELTREFFEN VON SANTA CRUZ IST
POSITIVES ERGEBNIS VON MIAMI
Eröffnungsansprache von Vizepräsident Gore

PORTRAT

BILL RICHARDSON
Der designierte UNO-Botschafter
WILLIAM M. DALEY
Der designierte Wirtschaftsminister
GENE SPERLING
Der neue Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats
CHARLENE BARSHEFSKY
Die designierte US-Handelsbeauftragte

GESUNDHEIT

BEKÄMPFUNG DER URSACHEN VON
INFEKTIONSKRANKHEITEN
von AID-Direktor J. Brian Atwood

THEMENINDEX

DER AMERIKA DIENST

1996

Mit dieser letzten Ausgabe des Jahres 1996
wünscht die Redaktion des Amerika Dienst allen
Lesern ein friedliches und erfolgreiches neues Jahr.

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn
Tel.: 0228-339 2372

Fax: 0228-333 138
e-mail: bbsbonn@usia.gov
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html

�NATO
20. Dezember 1996

NATO billigt Einsatz der SFOR in Bosnien
Rede von Außenminister Christopher beim Nordatlantikrat

BRÜSSEL - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Rede, die Außenminister Warren
Christopher am 10. Dezember 1996 beim Ministertreffen des Nordatlantikrats in Brüssel hielt. Christopher gibt
darin einen Überblick über die von der NATO während seiner Amtszeit gemachten Fortschritte und kündigt den
Einsatz einer neuen internationalen Stabilisierungstruppe in Bosnien (SFOR) nach erfolgreichem Abschluß des
IFOR-Mandats an.

Herr Generalsekretär, verehrte Kollegen, es ist mir
eine Ehre, erneut im Namen der Vereinigten Staaten
vor Ihnen sprechen zu dürfen.
Während meiner vierjährigen Amtszeit als Außenminister hatte ich neunmal die Gelegenheit, vor dem
Nordatlantikrat eine Rede zu halten. Angesichts der
Bedeutung, die Präsident Clinton und ich unserer
Partnerschaft mit Europa beimessen und in Anbetracht
der zentralen Rolle der NATO bei der Gewährleistung
der Sicherheit all unserer Nationen ist dies einer
meiner wichtigsten Aufgabenbereiche gewesen. Auch
unsere Verbündeten standen unerschütterlich zu ihrer
Verpflichtung zur transatlantischen Partnerschaft. Sie,
meine Damen und Herren, haben uns Amerikaner
immer wieder daran erinnert, welch bedeutende Rolle
wir weiterhin in Europa spielen. Ich habe diese
Botschaft an unseren Kongreß und das amerikanische
Volk weitergeleitet. Mit ihrer Unterstützung ist unser
Bündnis stärker denn je geworden.
Der von uns zurückgelegte Weg und unsere gemeinsamen Leistungen dieser vier Jahre sollten bei all
unseren Völkern Vertrauen schaffen. Halten Sie sich
vor Augen, wo wir Anfang 1993 standen. Denken Sie
an die Unsicherheiten, mit denen das Bündnis damals
konfrontiert war, und an die unbeantworteten Fragen.
Viele fragten sich damals, ob Amerika sein Engagement in Europa fortsetzen würde. Andere stellten die
Bedeutung der NATO für die Welt nach dem Kalten
Krieg in Frage. Wir alle stimmten hinsichtlich der
Notwendigkeit einer Integration der neuen Demokratien Europas überein, hatten uns jedoch auf keine

AMERIKA DIENST 25

Strategie hierfür geeinigt. Rußland begab sich damals
gerade auf den schwierigen und unsicheren Weg zu
Demokratie und Marktwirtschaft. Der Krieg in Bosnien
befand sich auf dem Höhepunkt seiner Grausamkeit.
Wir bewältigten diese Herausforderungen, indem wir die 16 Mitglieder dieses großartigen Bündnisses unsere Interessen gemeinsam verfolgten. Bei ihrem
Gipfeltreffen 1994 einigten sich unsere Staats- und
Regierungschefs auf eine Strategie zur Umgestaltung
der NATO und zum Aufbau eines ungeteilten Europas.
1995 handelte die NATO, um den Krieg in Bosnien zu
beenden und bildete eine Koalition zur Friedenssicherung, die so umfassend war, daß wir zum ersten
Mal behaupten konnten, ganz Europa sei unter einer
Flagge in einer gemeinsamen Sache geeint. Die
NATO-Partnerschaft für den Frieden ist zu einer
dauerhaften, einigenden Kraft in Europa geworden.
Frankreich und Spanien trafen historische Entscheidungen über eine umfassendere Teilnahme am
Bündnis. Wir unterstützten die Demokratie in Rußland
und boten dem Land eine besondere Art der Partnerschaft mit der neuen NATO an. Die Ukraine, Belarus
und Kasachstan haben die Nuklearwaffen von ihrem
Territorium abgezogen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat
von Bosnien bis zum Kaukasus hart für eine Wahrung
ihrer Grundsätze gearbeitet. Die Europäische Union
hat die Grundlagen für ihre Erweiterung geschaffen
und ihre Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten
gestärkt.
Angesichts unserer Leistungen steht außer Frage, daß
Amerika heute in Europa engagiert bleibt. Es besteht

Seite 1

�kein Zweifel daran, daß die NATO, die EU und die
OSZE funktionieren, sich weiterentwickelt haben und
gemeinsam die beste Hoffnung für den Aufbau eines
sicheren, demokratischen und integrierten Kontinents
darstellen. Es besteht über den Atlantik hinweg ein
breiter Konsens über unseren Kurs. Die NATO ist
weiterhin der zentrale Garant unserer Sicherheit.
Die europäischen NATO-Mitglieder spielen im Bündnis
eine sichtbarere Rolle. Die NATO wird bald neue
Mitglieder aufnehmen. Rußland ist bereits unser
Partner - von den Konferenzräumen Brüssels bis zu
den Schlammfeldern Bosniens.
In dieser Woche symbolisieren drei Ereignisse die von
uns erzielten Fortschritte.
Beim OSZE-Gipfel in
Lissabon verabschiedeten 55 Nationen ein umfassendes Sicherheitsmodell und einen neuen Ansatz für die
konventionelle Rüstungskontrolle in Europa. Bei der
Londoner Bosnienkonferenz kamen wir zur Unterstützung von Demokratie und Wiederaufbau in Bosnien
zusammen. Heute treffen wir uns als NATO-Verbündete, um die von unseren Staats- und Regierungschefs beim Gipfel von 1994 unterbreitete Vision
voranzubringen.
Bei der heutigen Zusammenkunft stimmen wir über
den Einsatz einer NATO-Stabilisierungstruppe in
Bosnien ab. Wir werden einer bedeutenden Stärkung
der PFF zustimmen. Wir setzen die interne Anpassung der NATO fort. Wir erklären, daß die NATO
im heutigen Europa weder die Absicht noch den Plan
hat, Nuklearwaffen auf dem Territorium eines ihrer
neuen Mitglieder zu stationieren und hierfür auch keine
Notwendigkeit sieht. Und wir bekräftigen, daß derzeit
keine NATO-Streitkräfte in Alarmbereitschaft sind. Die
NATO signalisiert ihre Bereitschaft zur Einrichtung
gegenseitiger Verbindungsbüros mit Rußland bei
unseren wichtigsten militärischen Kommandostellen.
Heute beschlossen wir ein Gipfeltreffen unserer
Staats- und Regierungschefs im Sommer 1997. Wir
werden die von uns gemachten Fortschritte bei drei
umfassenden Zielen konsolidieren, die unsere führenden Politiker 1994 festlegten: Ausstattung der NATO
für neue Rollen und Missionen, Reform ihrer internen
Strukturen und Einbeziehung neuer Verbündeter und
Partner.
Wir müssen uns weiterhin ehrgeizige Ziele setzen und
die schwierigen Fragen direkt angehen - sowohl beim
Gipfel als auch danach. Viele bedeutende Herausforderungen liegen noch vor uns. Bei der Erweiterung
von NATO und EU müssen wir sicherstellen, daß die
Türen dieser Organisationen offen bleiben. Wir
müssen hart mit unseren Partnern in Rußland und der
Ukraine zusammenarbeiten, damit diese Nationen den
ihnen zukommenden Platz in dem neuen Europa
einnehmen. Es wird Zeit erfordern, die großen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Ost und West zu

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überwinden und den Nationen des ehemaligen
Jugoslawiens den Wiedereintritt in Europa zu ermöglichen. Wir waren bei der Verteidigung von
Menschenrechten und politischer Freiheit wachsam:
Wie uns die mutigen jungen Menschen in Serbien
gezeigt haben und die jüngsten Entwicklungen in
Belarus demonstrieren, ist der Kampf für Demokratie in
Europa noch nicht vorüber. Natürlich müssen wir
weiterhin unsere transatlantische Partnerschaft
stärken, indem wir die Schranken zwischen unseren
Völkern und Volkswirtschaften abbauen und die
globalen Herausforderungen gemeinsam meistern.
1999 werden unsere Staats- und Regierungschefs
zweifellos aus Anlaß des 50. Jahrestages der NATO
erneut zusammentreffen. Das Ereignis sollte mehr als
eine Feier anläßlich der Vergangenheit der NATO sein,
mehr als eine Zeremonie zur Begrüßung neuer
Mitglieder. Es wird der Moment sein, an dem die
NATO ihre nächsten 50 Jahre beginnt. Es wird der
Zeitpunkt sein, um den weit ins nächste Jahrhundert
hineinreichenden Kurs unserer neuen atlantischen
Gemeinschaft festzulegen. Obwohl sich seit der
Gründung der NATO viel geändert hat, bleibt das Ziel
der Vereinigten Staaten bestehen: Eine engere
Partnerschaft mit einem größeren, stärker integrierten
Europa auf diesem Kontinent und weltweit. Vor dem
Hintergrund dieses Ziels möchte ich kurz auf die
Themen eingehen, die auf der Tagesordnung für
heute, den kommenden Gipfel und die nächsten Jahre
stehen.
Heute besteht unsere unmittelbarste Aufgabe darin,
unsere endgültige Zustimmung zum Einsatz einer
neuen Friedenstruppe für Bosnien zu geben. In zehn
Tagen ist die Mission der IFOR in Bosnien beendet.
Wir werden dann eine neue Mission beginnen - mit
weniger Soldaten und einem neuen anderthalbjährigen
Mandat. Das ist aufgrund des Erfolgs der IFOR
möglich. Lassen Sie uns kurz darüber nachdenken,
wieviel Dank wir den 60.000 Männern und Frauen der
IFOR schulden. Einige gehören den erfahrensten
Streitkräften der Welt an, andere kommen aus Nationen und Armeen, die vor einigen Jahren noch gar nicht
existierten. Sie vertreten langjährige Verbündete und

ehemalige Gegner. Alle haben gezeigt, daß sie der
Aufgabe der Schaffung von Sicherheit in Europa unter
den härtesten Bedingungen gewachsen sind. Alle an
der IFOR beteiligten Nichtmitgliedstaaten der NATO
werden in der Stabilisierungstruppe bleiben.
Wir haben bislang Fortschritte gemacht, indem wir in
Bosnien einen schrittweisen Ansatz für unsere Vorgehensweise wählten. Wir beendeten den Krieg. Wir
trennten die gegnerischen Streitkräfte. Wir überwachten die Übergabe von Land. Wir beaufsichtigten die
demokratischen Wahlen. Jetzt werden die Institutionen eines geeinten bosnischen Staates aufgebaut.
Jeder Schritt hat Bosnien einen weiteren Schritt vom

AMERIKA DIENST 25

�Krieg entfernt. Aber unsere Arbeit ist noch nicht beendet.
Die IFOR und der Hohe Repräsentant hatten bewundernswürdigen Erfolg bei der Schaffung der Grundlagen für eine normale bürgerliche Gesellschaft in
Bosnien. Jetzt müssen die Parteien einen größeren
Teil der Verantwortung übernehmen.
Sie müssen die Pressefreiheit respektieren. Sie
müssen Rüstungskontrollabkommen einhalten. Sie
müssen Freizügigkeit gewährleisten und den Flüchtlingen die sichere Rückkehr in ihre Heimat gestatten.
Wir alle werden große Anstrengungen unternehmen
müssen, um diese Bedingung für den Friedensprozeß
zu erfüllen. Sie müssen dafür sorgen, daß ihre
gemeinsamen Institutionen effektiv funktionieren. Eine
kompetente und ehrliche öffentliche Verwaltung ist von
elementarer Bedeutung. Die OSZE ist verantwortlich
für die Überwachung und Veranstaltung von Kommunalwahlen, die im April stattfinden werden. Wenn
diese Wahlen erfolgreich sein sollen und die OSZE
eine zentralere und einflußreichere Rolle in Europa
übernehmen soll, müssen wir ihren Bestrebungen
unsere volle finanzielle und politische Unterstützung
gewähren.
Gerechtigkeit ist auch eine Vorbedingung für dauerhaften Frieden. Es sollte kein Zweifel an unserer Entschlossenheit bestehen, Kriegsverbrecher zu bestrafen. Wir erwarten von den Behörden in Bosnien,
Kroatien und Serbien die Festnahme von Kriegsverbrechern und ihre Auslieferung an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Aber wir brauchen bei
diesem drängenden Problem auch neue und effektive
Methoden.

ihre Nachbarn in Zentraleuropa bereits haben: Faire
Wahlen, eine freie Presse und Marktwirtschaft. Wenn
Präsident Milosevic ihren Willen respektiert, können
die Serben die erforderliche Legitimität und Hilfe
bekommen. Wenn er Serbien als eine nicht reformierte Diktatur regieren will, erhöht er nur noch seine
Isolierung und das Leiden seines Volkes.
Die internationale Staatengemeinschaft muß ebenfalls
weiterhin ihren Verpflichtungen nachkommen. Wir
müssen die Gewährung von Wiederaufbauhilfe an die
Parteien beschleunigen, die ihre Pflicht erfüllen.
Unsere Zusagen müssen in Projekte vor Ort umgewandelt werden, damit die Menschen die Vorteile des
Friedens sehen können. Aber wie Präsident Clinton
erklärte, obliegt es immer noch dem bosnischen Volk,
die Verantwortung für den Wiederaufbau seines
Landes, die Versöhnung mit seinen Nachbarn, die
Einsetzung einer demokratischen nationalen Regierung sowie die Schaffung der Grundlagen für einen
sich selbst erhaltenden Frieden zu übernehmen.
Die Mission der NATO in Bosnien, die breite Basis
unserer Koalition und unsere Zusammenarbeit mit
Organisationen wie der OSZE machen offenkundig,
daß wir eine neue NATO aufgebaut haben. Die
Herausforderung, mit der wir uns in Bosnien konfrontiert sahen, ist auch die Art von Herausforderung,
der sich eine neue NATO in der Welt nach dem Kalten
Krieg mit größerer Wahrscheinlichkeit gegenübersieht
und zeigt uns das Potential, das die NATO für die
Gewährleistung von Frieden und Stabilität hat.
Jahrelang sahen die Menschen dieses Bündnis nur als
Bollwerk gegen Aggression in Europa. Jetzt erkennen
wir, daß es das mächtigste und effektivste Instrument
für den Aufbau militärischer Koalitionen in der Welt ist.

Unsere Hilfe in Bosnien wird nur etwas bewirken, wenn
wir darauf bestehen, daß die Parteien ihren Verpflichtungen nachkommen. Der Wiederaufbau in
Bosnien ist kein Selbstzweck. Die Reparatur von
Brücken und Straßen ist unseren Zielen nur dann
förderlich, wenn auf ihnen der freie Fluß von Menschen und Waren möglich ist. Wirtschaftshilfe wird nur
stabiles Wachstum hervorbringen, wenn die neuen
Institutionen in Bosnien es sich wirksam zunutze
machen. Die Wiederaufbauhilfe soll den Friedensprozeß unterstützen und die Erfüllung der zentralen
Forderung des Daytoner Abkommens - ein geeintes,
multiethnisches Bosnien - beschleunigen, und sie ist
an die Erfüllung dieser Forderung durch die Parteien
gebunden.

Das ist ein Grund, warum wir die interne Anpassung
der NATO in die Wege geleitet haben, und das ist der
Grund für die Einführung des Konzepts alliierter
Streitkräftekommandos (CJFT). Wir möchten der
NATO eine permanente Fähigkeit verleihen, für
komplexe Missionen wie IFOR zu planen, zu üben
sowie Soldaten und Gerät zu dislozieren. Diese
Reformen werden den europäischen Verbündeten der
NATO auch eine echte Chance bieten, eine sichtbarere, verantwortungsvollere Rolle im Bündnis zu
spielen. Unsere europäischen Verbündeten haben
beispiellose Erfahrung bei der Friedenssicherung. Sie
haben jetzt die Möglichkeit, die Aktiva der NATO für
Operationen unter der Führung der WEU zu nutzen.

Wir müssen Serbien und Kroatien auch klarmachen,
daß sie der internationalen Staatengemeinschaft nur
als offene, demokratische Gesellschaften beitreten
können. Heute verurteilen wir gemeinsam die Entscheidung der serbischen Regierung, die Ergebnisse
der Wahlen vom 17. November zu ignorieren. Diese
Entscheidung muß umgekehrt werden. Die Menschen
in Serbien haben ebenfalls ein Anrecht auf das, was

Seit unserem Berliner Ministertreffen über die innere
Anpassung der NATO haben wir beträchtliche Fortschritte erzielt - bei den CJFT, den Beziehungen der
NATO zur WEU, der Entwicklung einer gemeinsamen
europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität
sowie der Reform der Kommandostruktur. Wir sollten
diese Arbeit bis zu dem Gipfeltreffen beenden. Unser
Ziel besteht in der Stärkung der Fähigkeit der NATO zu

AMERIKA DIENST 25

Seite 3

�handeln, um neue Herausforderungen zu bewältigen,
während wir gleichzeitig die Qualitäten bewahren, die
sie so erfolgreich gemacht haben, darunter das
einheitliche Kommando und die transatlantische
Verbindung.
Wir machen auch kontinuierliche Fortschritte bei
unseren Bestrebungen, die neuen Demokratien
Europas vollständig, endlich und für immer in unsere
transatlantische Gemeinschaft einzubinden.
Die
NATO-Erweiterung muß natürlich mit den stärksten
Kandidaten beginnen, sonst würde sie überhaupt nicht
beginnen. Die Nationen, die wir zuerst einladen,
sollten diejenigen sein, die am deutlichsten unter
Beweis stellen, daß sie der Verantwortung gerecht
werden können, die NATO-Verbündete gemeinsam
tragen. Um Präsident Clinton zu zitieren, glauben wir
auch, daß die neuen Mitglieder nicht später als Juni
1999 - dem 50jährigen Bestehen der NATO - aufgenommen werden sollten.
Wenn die Aufnahmegespräche beginnen, hat jeder
von uns die Pflicht, unseren Bürgern und Parlamenten
zu vermitteln, daß die Erweiterung unsere Interessen
fördern wird. Das Bündnis muß auch klarstellen, daß
dieser Prozeß ein offenes Ende hat: Die ersten neuen
Mitglieder werden nicht die letzten sein. Die NATO
sollte den Wunsch der Nationen begrüßen, die nach
dem Gipfeltreffen weiterhin die Mitgliedschaft anstreben und unseren intensivierten Dialog sowie die
Konsultationen mit ihnen fortführen. Die Aussicht der
Erweiterung hat jedem potentiellen Mitglied einen
Anreiz gegeben, tiefere Beziehungen zur NATO zu
entwickeln, die Demokratie im eigenen Land zu
bewahren und zu regionaler Stabilität beizutragen. Es
liegt in unserem Interesse, diesen Anreiz für eine
große Gruppe von Staaten beizubehalten. Die neuen
Mitglieder der NATO werden auch die Pflicht haben,
die Tür für andere offenzuhalten.
Wir müssen ferner sicherstellen, daß alle neuen
Demokratien Europas - ob sie der NATO früher, später
oder überhaupt nicht beitreten - eine Chance haben,
zur Gestaltung der Zukunft Europas beizutragen.
Deshalb sollten wir mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um so bald wie möglich den Atlantischen
Partnerschaftsrat zu gründen. Der Rat wird die
kollektive Stimme der Partnerschaft für den Frieden.
Er wird unseren Partnern einen offiziellen Konsultationsmechanismus mit dem Bündnis und einen
Mechanismus für gegenseitige Zusammenarbeit - nicht
nur direkt mit der NATO - bieten. Er wird für jedes
Mitglied der Partnerschaft und des Nordatlantischen
Kooperationsrats, an dessen Stelle er tritt, offen sein.
Am wichtigsten ist, daß der Rat uns bei der Gestaltung
der Zukunft der Partnerschaft für den Frieden behilflich
ist. Die Partnerschaft ist ein außerordentlicher Erfolg.
'1996 hat sie 16 militärische Übungen abgehalten, 25
sind für nächstes Jahr geplant. Sie hat es ermöglicht,

Seite 4

die ersten wirklich gesamteuropäischen militärischen
Koalitionen zu bilden. Heute bringen wir sie auf eine
neue Ebene. Wir haben vereinbart, daß die Mitglieder
der Partnerschaft sich am gesamten Spektrum der
NATO-Missionen beteiligen sollten. Wann und wo
immer die NATO handelt, sollten unsere Partner eine
Chance haben, an unserer Seite zu stehen. Wir haben
vereinbart, unsere Partner zusätzlich zur Durchführung
in die Planung der Mission einzubeziehen, an der sie
sich beteiligen, sowie in die reguläre Arbeit der
militärischen Behörden der NATO in Friedenszeiten.
Diese Schritte sollten rasch umgesetzt werden.
Meines Erachtens sollte die NATO auch ein Verbindungsbüro in den Partnerländern eröffnen, die dies
wünschen. Und wir sollten alle anderen Erweiterungen
in Erwägung ziehen, die der Atlantische Partnerschaftsrat vorschlägt.
Jeder von uns, alle unsere Partner und viele andere
Nationen sind auch Mitglieder der OSZE. Sie ist ein
elementarer Pfeiler des amerikanischen Engagements
in Europa. Ihre Bedeutung wird zunehmen, solange
wir die von ihr geförderten Prinzipien respektieren:
Achtung der Menschenrechte und eine offene Gesellschaft. Natürlich ist die OSZE sehr viel mehr als ein
Trendsetter geworden: Sie hat Wahlen in ganz Europa
unterstützt und war während des gesamten Krieges in
Tschetschenien für die Förderung von Dialog und
Aussöhnung vor Ort. Sie ist die einbeziehende und
notwendige Ergänzung zu den anderen Institutionen
unserer neuen atlantischen Gemeinschaft. Bosnien ist
ein Fallbeispiel: Ohne die NATO hätten wir dort nicht
den Frieden sichern können; ohne die OSZE können
wir keine Demokratie - den Schlüssel zu dauerhaftem
Frieden - aufbauen.
Beim OSZE-Gipfeltreffen einigten wir uns auf den
Umfang und die Parameter von Verhandlungen zur
Anpassung des Vertrags über konventionelle Streitkräfte in Europa. Die Verhandlungen sollten unverzüglich im neuen Jahr beginnen. Wir sind bereit,
alte Spaltungen zwischen Staatengruppen zu überwinden, das System von Begrenzungen des Vertrags
auf den neuesten Stand zu bringen sowie stabilisierende Maßnahmen und die Verifizierung zu verbessern.
Unser Ziel sind schnelle Fortschritte. Zu diesem
Zweck sollte das Bündnis Anfang nächsten Jahres
einen umfassenden Verhandlungsvorschlag vorbereiten und unterbreiten.
Auch Rußland sollte eine vitale Rolle in jeder Institution
und bei jedem Vorhaben unserer neuen atlantischen
Gemeinschaft spielen. Das ist heute möglich aufgrund
der Fortschritte, die Rußland unter Präsident Jelzins
Führung gemacht hat: Wahlen sind Realität geworden,
und die Ideale freier Marktwirtschaft verbreiten sich
zunehmend. Das ist unerläßlich, weil wir nur ein von
Tyrannei, Teilung und Krieg freies Europa aufbauen
können, wenn die größte Nation Europas unser
vollwertiger Partner ist.

AMERIKA DIENST 25

�Wir streben grundlegend neue Beziehungen zwischen
dem neuen Rußland und der neuen NATO an. Zur
Erlangung dieses Ziels muß die NATO fest entschlossen ihre Gesamtstrategie weiterentwickeln.
Wir
müssen weiterhin jeden Eindruck von Unsicherheit,
Mehrdeutigkeit oder Verzögerung vermeiden. Gleichzeitig muß die NATO ihre Bereitschaft signalisieren, mit
Rußland die Einzelheiten und Substanz wirklich
kooperativer Beziehungen zu erarbeiten.
Das Potential für diese Beziehungen zeigt sich bereits
in Bosnien. Generalmajor Montgomery Meigs, der die
Einsatztruppe kommandiert, in der amerikanische und
russische Soldaten in Tuzla dienen, hat es am besten
formuliert: Heute "ist ein Angriff auf russische Mitglieder der Einsatztruppe Eagle nichts anderes als ein
Angriff auf amerikanische Soldaten". Die Truppen
Rußlands und der NATO in Bosnien trauen einander,
sind voneinander abhängig und verteidigen sich
gegenseitig. Sie haben letztes Jahr eine gemeinsame
Aufgabe übernommen, und sie haben eine gemeinsame Aufgabe für die nächsten 18 Monate. Unsere
Aufgabe ist es, einen permanenten Rahmen zu
schaffen, der ihre Einstellung auf andere gemeinsame
Vorhaben überträgt und sie bewahrt, lange nachdem
der letzte ausländische Soldat Bosnien verlassen hat.
Diese Beziehungen sollten in einer zwischen der
NATO und Rußland verabschiedeten Charta ihren
Niederschlag finden. Rußland und das Bündnis sollten
gemeinsam einen offiziellen Rahmen für Kooperation,
Konsultationen, Ausbildung und Krisenmanagement
schaffen. Wir streben keinen starren, legalistischen
Vertrag an, sondern vielmehr einen Konsultationsprozeß und ein Schema regelmäßiger Sicherheitszusammenarbeit. Es besteht Übereinstimmung, daß
solche Beziehungen möglich sind und gleichermaßen
im Interesse der NATO und Rußlands liegen. Und wir
sind jetzt bereit, bei jedem Aspekt unserer Sicherheitsstrategie in eine neue Phase zu treten: Wir sehen der
engen Zusammenarbeit mit Rußland bei der Erarbeitung dieses lebenswichtigen Elements erwartungsvoll entgegen, so daß Rußland ein Mitspracherecht bei europäischen Sicherheitsangelegenheiten
hat, das es verdient und das Europa benötigt.
Meiner Ansicht nach kann, muß und wird auch die
Ukraine vollständiger Bestandteil der europäischen
Strömung sein. Die Ukraine hat enorme Fortschritte
bei der Überwindung der schmerzlichen und schwieri-

AMERIKA DIENST 25

gen Geschichte des Landes gemacht. Die ukrainische
Führung hat klargestellt, daß sie ihren Teil zum Aufbau
eines sicheren und integrierten Europas beitragen will.
Heute haben wir beschlossen, erweiterte Beziehungen
zwischen der Ukraine und der NATO zu definieren.
Wir sollten die Ukraine auch ermutigen, weiterhin enge
Bande zu allen Nachbarländern zu knüpfen. Das neue
polnisch-ukrainische Bataillon zur Friedenssicherung
ist beispielsweise ein sichtbarer Schritt bei der Ausmerzung der Teilung Europas. Es sollte integraler
Bestandteil der Partnerschaft für den Frieden werden,
damit es bei künftigen Missionen wie der IFOR eingesetzt werden kann.
Ich habe oft gesagt, daß unsere große Herausforderung in allen diesen Bereichen darin besteht, die Arbeit
fortzusetzen, die unsere Vorgänger begannen, als sie
nach dem Zweiten Weltkrieg unser Bündnis aufbauten.
Sie riefen die transatlantische Partnerschaft ins Leben
und entwickelten sie weiter. Wir stärken unsere
Partnerschaft und dehnen auf die seit kurzem freien
Nationen Europas das aus, was ihnen 1945 verweigert
wurde. Es geschieht nicht häufig, daß den Menschen
die Möglichkeit geboten wird, die großen Chancen zu
nutzen, die wir in der Vergangenheit verstreichen
ließen. Wir haben diese Möglichkeit - und wir ergreifen
sie.
Heute erinnern wir uns an die Leistungen von Schuman, Bevin, Sforza, Pearson, Acheson und Marshall.
Wir denken nicht oft an die zahllosen großen und
kleinen Hindernisse, die ihnen im Weg standen.
Wenige erinnern sich an die Verständigung, die sie
erzielen mußten, bevor unsere Politiker in Bretton
Woods, Washington oder Rom zusammenkommen
konnten, um die Institutionen der Nachkriegszeit aus
der Taufe zu heben. Künftige Generationen werden
sich vielleicht auch nicht an die Einzelheiten unserer
Diskussionen hier erinnern. Aber wenn wir uns
weiterhin auf das wirklich Wesentliche konzentrieren,
werden sie sich an folgendes erinnern: Das war die
Zeit, in der wir die Gründungsvision der NATO erfüllten; das war die Zeit, in der wir die Aufgabe eines
halben Jahrhunderts beendeten, ein freies und
sicheres Europa aufzubauen, dieses Mal jedoch ohne
Teilungen und ohne jemanden auszuschließen. Ich
bin dankbar für die Gelegenheit, daß ich meinen Teil
zu diesem Unternehmen beitragen konnte, und ich
weiß, Präsident Clinton ist entschlossen, es fortzuführen.

Seite 5

�UMWELT
20. Dezember 1996

Gipfeltreffen von Santa Cruz
ist positives Ergebnis von Miami
Eröffnungsansprache von Vizepräsident Gore

SANTA CRUZ - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir in wesentlichen Auszügen die Eröffnungsansprache, die
Vizepräsident AI Gore am 7. Dezember 1996 beim Gipfel über umweltverträgliche Entwicklung in Santa Cruz in
Bolivien hielt.

Es ist mir eine Ehre, heute morgen hier zu Ihnen
sprechen zu dürfen und eine Freude, wieder in
Bolivien und Santa Cruz zu sein, das ich bereits vor
einigen Jahren besucht habe.
Es ist kaum zu glauben, daß fast auf den Tag genau
erst zwei Jahre vergangen sind, seit die 34 demokratisch gewählten Staats- und Regierungschefs unserer
Region in Miami zusammentrafen und unsere Reise in
eine Zukunft auf der Grundlage von freiem Handel,
starken demokratischen Institutionen, der Bekämpfung
von Armut sowie Wachstum begannen, das das Leben
der Menschen verbessert und gleichzeitig unsere
Umwelt schützt. Nach Ansicht der Vereinigten Staaten
gehört der bolivianische Gipfel über nachhaltige
Entwicklung zu den vielversprechendsten Ergebnissen
von Miami. Wir erachten diese Konferenz und ihre
substantielle Tagesordnung als Schlüsselelemente der
Partnerschaft dieser Hemisphäre, die wir für das 21.
Jahrhundert schaffen wollen. Obwohl wir aus verschiedenen Nationen kommen und einen unterschiedlichen Hintergrund haben, sind wir geeint in der
grundlegenden Überzeugung, daß wir keine verantwortungsbewußten Hüter unserer Freiheit sein können, wenn wir nicht auch verantwortungsbewußte
Hüter von Land, Wasser und Luft dieser Hemisphäre
sind. Eine nachhaltige demokratische Entwicklung
setzt die nachhaltige Entwicklung der Ressourcen
voraus, die unsere Freiheit erhalten.
Der Gipfel für nachhaltige Entwicklung in dieser
Hemisphäre ist in vieler Hinsicht eine Brücke, die auf
den geistigen Grundlagen des Erdgipfels von Rio und
auf der in Miami begonnenen hemisphärischen
Partnerschaft steht. In den letzten beiden Jahren

AMERIKA DIENST 25

haben wir begonnen, auf eine größere Synthese
zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, sozialer
Gerechtigkeit und Umweltschutz hinzuarbeiten. Wir
lernen, daß keiner dieser Prozesse ohne den anderen
fortgesetzt werden kann. Durch unsere Zusammenarbeitsind wir zu der Erkenntnis gelangt, daß wir nicht
die Armut bekämpfen können, ohne uns mit der
Zerstörung der Umwelt zu befassen. Und wir haben
gelernt, daß wir nicht die Umwelt schützen können,
ohne wirksam gegen Armut vorzugehen.
Auf dem Weg nach Santa Cruz heute morgen wurde
unser Flugzeug wegen des Sturms nach Cochabamba
umgeleitet. Als der Himmel wieder klar wurde, gab
unser Flug von Cochabamba nach Santa Cruz mir die
Gelegenheit, von oben mehr von diesem wunderschönen Land zu sehen. Von der rechten Seite
meines Flugzeugs aus konnte ich durch die Wolken in
der Ferne fast das Land des sagenumworbenen Cerro
Rico (in Potosi) sehen. Er ist das vielleicht aussagekräftigste Symbol unserer Hemisphäre für die
enge Verbindung zwischen der Art und Weise, wie wir
uns die Erde zunutze machen, und der Armut beziehungsweise dem Reichtum, die das Resultat unseres
Umgangs mit den natürlichen Ressourcen sind. Der
Cerro Rico war früher einmal reich an Silber. Dort
stand einmal die größte Stadt unserer Hemisphäre und
unterhielt das damals mächtigste Imperium, das
Tausende von Meilen entfernt war. Dieser Reichtum
wurde jedoch schnell und grausam ausgebeutet, und
der Wohlstand war nur von kurzer Dauer. Als die
Reichtümer vollkommen erschöpft worden waren,
blieben die Berge kahl zurück und die Menschen in
diesem schönen Land litten gemeinsam mit der Erde.
Beide waren verarmt.

Seite 1

�Heute, Jahrhunderte später, wächst in unserer Hemisphäre ein neues Verständnis für die Zerbrechlichkeit der Geschenke der Erde und ihren wahren Wert.
In den Vereinigten Staaten und in allen Ländern
unserer Hemisphäre lernen wir aus unseren Fehlern.
Wir setzen uns für die Sauberheit von Wasser, Luft
und Land ein. Wir schützen gefährdete Arten. In
meinem Land können wir endlich wieder auf die Berge
schauen und dort Kondore fliegen sehen. Hier an
diesem südlichen Himmel, in den der Cerro Rico
hineinragt, sehen wir, wie dieses neue Bewußtsein die
Flügel schwingt und sich über diesen Ort erhebt, der
uns von Gott gegeben wurde. Dieser Ort ist unsere
tierra rica, unser reiches Land.
Wir kommen als Brüder und Schwestern in einer
neuen Hemisphäre zusammen und geben ein feierliches Versprechen ab: Die Menschenwürde, die
Bekämpfung der Armut und die Zukunft unseres
Planeten erfordern, daß diese tierra rica nicht zu einem
Cerro Rico wird. Dieses reiche Land soll nicht wieder
ausgebeutet werden.
Diesen Kurs verfolgten wir gemeinsam in Rio, in
Miami, hier in Santa Cruz und werden es bald in
Santiago tun. Durch Zusammenarbeit sind wir zu der
Erkenntnis gelangt, daß Regierungen allein nicht die
Lösungen für alle uns konfrontierenden Herausforderungen bieten können, sondern dem Privatsektor,
nichtstaatlichen Organisationen und den internationalen Finanzinstitutionen eine immer wichtigere
Rolle zukommt. In Zusammenarbeit tragen wir die
Mauer des Mißtrauens ab, die die Debatte über Handel
und Umwelt umgibt. Wir sind uns bewußt, daß
vorsichtige handelspolitische Maßnahmen, wie die im
Rahmen von NAFTA und MERCOSUR ergriffenen, mit
Umweltschutz, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und
sozialem Fortschritt vereinbar sind.
Und durch
Zusammenarbeit sind wir zu der Erkenntnis gelangt,
daß sozialer Fortschritt im Rahmen einer Verpflichtung
zu demokratischer Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit das gemeinsame übergeordnete Ziel
darstellt, das unsere wirtschaftlichen und umweltpolitischen Ziele verbindet.
In diesem Sinne ist unsere heutige Arbeit Teil größerer
globaler Bestrebungen zur Förderung von nachhaltiger
Entwicklung, Demokratie und Wohlstand. In Manila
kamen gerade die Staats- und Regierungschefs des
Forums für asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC) zusammen und prüften am
Rande ihrer Gespräche über Handel und Integration
auch Mittel und Wege zur Säuberung des pazifischen
Ozeans sowie zur Entwicklung einer Agenda für
umweltverträgliche Städte und Industrien. In Istanbul,
Rom, Peking, Kairo und Kopenhagen kamen wir unter
der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen zusammen, um einen neuen Kurs für Fragen zu entwerfen, die für die Zukunft unseres Planeten von zentraler
Bedeutung sind, einschließlich Urbanisierung, Hunger,

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Rolle der Frau, Bevölkerung und andere äußerst
wichtige soziale Fragen. In Managua hatte ich die
Gelegenheit zur Teilnahme an einer bedeutenden
Zusammenkunft, bei der sich viele unserer Nationen
den Zielen von CONCAUSA (Central American
Alliance for Sustainable Development) verpflichteten.
Kommende Woche werden in Genf Vertreter von mehr
als 100 Nationen zusammentreffen, um über die
nächsten Schritte für die Bewältigung der extrem
wichtigen globalen Herausforderung des Klimawandels
zu beraten. Wir wissen, daß wir uns und künftige
Generationen in große Gefahr bringen, wenn wir
dieses Risiko ignorieren. Ich bin erfreut und ermutigt
angesichts der hier und weltweit unternommenen
Bestrebungen zur Bekämpfung dieser Bedrohung.
Hier in Santa Cruz wird unsere heutige Arbeit neue
Herausforderungen bringen, neue Fragen aufwerfen
sowie unsere Diskussionen und zukünftige Arbeit
leiten. All dies sind Schlüsselelemente eines entstehenden globalen Bewußtseins über die Zukunft
unseres Planeten. Unsere Nationen haben sich
niemals zuvor im Schulterschluß so intensiv auf unsere
gemeinsamen Herausforderungen konzentriert. Und
wir haben nie zuvor so klar die Notwendigkeit von
Aktionen mit hohen Grundsätzen erkannt.
Die besondere Herausforderung, mit der wir heute und
in den kommenden Monaten konfrontiert sind, besteht
in mehr als nur der Befürwortung von Ideen - wir
müssen sie umsetzen. Wir müssen mehr unternehmen, als nur Ideen zu Papier zu bringen - wir müssen
sie vor Ort, zum Nutzen unserer Menschen umsetzen.
Wir müssen über ehrgeizige Worte und Absichtserklärungen hinaus zu konkreten Ergebnissen kommen, die im Leben der Menschen wirklich etwas
bewirken. Lassen Sie uns nicht vergessen, daß wir
heute aus einem einzigen Grund hier sind: Alles
Menschenmögliche zu unternehmen, um das Wohlergehen unserer Kinder und Enkel zu verbessern und
sicherzustellen, daß sie in einer friedlichen Welt leben
können - einer Welt mit sauberer Luft und sauberem
Wasser, in der das Versprechen des Wohlstands nicht
nur ein Traum, sondern ihr Geburtsrecht ist.
Dieses Unterfangen beginnt man am besten mit dem
Aktionsplan dieses Gipfels. Es ist ein ehrgeiziges
Dokument, das auf den in Rio, Miami und andernorts
geschaffenen Grundlagen basiert.
Und dieses
Dokument fördert die Sache nachhaltiger Entwicklung,
indem es viele der in Rio eingegangenen Verpflichtungen weiterentwickelt, anstatt völliges Neuland zu
betreten. Nach mehrjähriger Arbeit mit dem RioProzeß haben wir und der Großteil der internationalen
Staatengemeinschaft erkannt, daß die Konzentration
auf einige wenige Schlüsselthemen zu einem bestimmten Zeitpunkt bei weitem der effektivste Weg zur
Förderung der Umweltagenda ist.

AMERIKA DIENST 25

�Ich möchte zwei Bereiche unseres Aktionsplans
hervorheben, die ein besonderes Versprechen für die
Verbesserung des Lebens der Menschen beinhalten.
Erstens die Initiativen zur Verbesserung der Wasserqualität. Sauberes Wasser ist eine grundlegende
Notwendigkeit. Niemand in dieser Hemisphäre sollte
verurteilt sein, unsauberes Wasser zu trinken. Aber
allzu viele tun das jeden Tag. Viele Menschen in den
Vereinigten Staaten waren vor einigen Jahren schokkiert, als Hunderttausende unserer Mitbürger aufgrund
von Problemen mit der städtischen Wasserversorgung
in Milwaukee (Wisconsin) erkrankten.
Heute stimmen wir darin überein, daß die Länder der
Hemisphäre verschiedene innovative und spezifische
Schritte zur Verbesserung der Wasserqualität in
unserer gesamten Hemisphäre unternehmen müssen.
Im Rahmen unseres Aktionsplans werden wir unsere
Bestebungen verstärken, nicht nur die Verunreinigung
durch biologische Schadstoffe, sondern auch durch
Chemikalien und Schwermetalle zu verhindern. Und
wir werden mehr zur Förderung innovativer Finanzmechanismen unternehmen, um Gelder für die
Bestrebungen zum Schutz von Wassereservoiren zu
erhalten.
Zweitens enthält der Aktionsplan das großartige
Versprechen, allen unseren Bürgern die Vorteile der
Elektrizität zu bringen. Elektrischer Strom erleuchtet
Häuser und Schulen, kühlt Medikamente und versorgt
Unternehmen mit Energie. Trotzdem hat heute noch
ein Drittel unserer Bürger keinen Zugang zu dieser
grundlegenden Technologie. Alle unsere Bürger
müssen Zugang zu dieser elementarsten aller Dienstleistungen und das Recht haben, umfassend am
nachhaltigen Wirtschaftswachstum unserer Hemisphäre beteiligt zu sein und dazu beizutragen.
Ich freue mich feststellen zu können, daß die jüngsten
technologischen Fortschritte erneuerbare Energien
besonders attraktiv für die Stromversorgung ländlicher
Gebiete machen. Ich habe keinen Zweifel daran, daß
sie in den kommenden Jahren noch attraktiver und
kostengünstiger werden.
Unsere hemisphärische Partnerschaft macht sich
diese und andere Fortschritte zunutze, indem sie uns
gestattet, zum Vorteil aller voneinander zu lernen.
Dies sind wichtige Schritte, aber lassen Sie mich noch
einmal wiederholen, daß Worte allein nicht ausreichen.
Wichtig ist jetzt die Umsetzung. Wichtig ist Beharrlichkeit, die jedoch nur dann gegeben ist, wenn alle Teile
der bürgerlichen Gesellschaft beteiligt sind. Tatsächlich wissen wir, daß in der neu zu schaffenden Hemisphäre weder unsere Bürger noch unsere führenden
Politiker nur von den Regierungen Antworten erwarten
können. Der Privatsektor ist derzeit die wichtigste
Triebkraft für nachhaltige Entwicklung und wird es
auch in Zukunft bleiben. Betrachten Sie sich die
Bilanz. In den letzten 20 Jahren überstieg der Zufluß

AMERIKA DIENST 25

von Privatkapital in diesen Kontinent bei weitem die
offizielle Entwicklungshilfe als Hauptquelle für die
Finanzierung der von uns angestrebten Lösungen. Im
vergangenen Jahr stieg der Zufluß von Privatkapital in
die Hemisphäre auf mehr als 50 Milliarden Dollar an.
Wir ersetzen Handelshemmnisse durch Handelsbrücken. Allein innerhalb von sieben Jahren erhöhte
sich der Handel in der westlichen Hemisphäre um das
Doppelte - auf mehr als 530 Milliarden Dollar. Das
Wirtschaftswachstum in Lateinamerika beträgt in
diesem Jahr schätzungsweise 3 Prozent.
Ich möchte nochmals insbesondere Bolivien und
andere hier vertretene Länder dazu beglückwünschen,
daß sie bei der Energieversorgung und auf anderen
Gebieten das Wettbewerbsprinzip eingeführt haben.
Die zunehmende Erfahrung zeigt eindeutig, daß
Privatunternehmen sowohl für die Wirtschaft als auch
für die Umwelt besser sind als staatliche Unternehmen. Zur Förderung dieser beeindruckenden Entwicklungen haben all unsere Nationen eine große Verantwortung, die für mehr Wohlstand und nachhaltige
Entwicklung erforderlichen Instrumente bereitzustellen.
Diese Maßnahmen beinhalten eine solide makroökonomische Politik, zunehmende Privatisierung und
Kapitalisierung, ein angemessenes Regelwerk und gut
funktionierende Finanzmärkte.
Außerdem müssen wir alles in unserer Macht Stehende zur Förderung unserer umweltpolitischen Ziele
unternehmen, indem wir Umfang und Reichweite der
Informationstechnologie in unserer gesamten Hemisphäre vergrößern. Der Einsatz des modernen
Internets erleichtert den Fluß von biologischen,
geologischen und atmosphärischen Informationen, die
unabdingbare Voraussetzung für jeden soliden Plan für
nachhaltige Entwicklung sind. Das interamerikanische
Informationsnetz zur Artenvielfalt, das wir als Teil
unseres Aktionsplans einrichten möchten, ist ein
solider Vorschlag, der unsere Unterstützung verdient.
Das zukünftige Wohlergehen dieses Planeten erfordert
jedoch mehr als das, was wir hier in unserer Eigenschaft als Staats- und Regierungschefs tun oder
sagen. Unsere Zukunft hängt auch von den einzelnen
Bürgern ab, die in ihren Kommunen hart arbeiten. Ich
werde jeden Tag durch den Mut der vielen Bürger,
Kinder, Wissenschaftler, Künstler, Einheimischen,
Entwicklungsexperten und Diplomaten inspiriert, die oft
unter großer Gefahr für sich und ihre Familien am
Schutz der Umwelt und der Bekämpfung von Armut
arbeiten.
Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, daß wir
von Dingen träumen dürfen, die es noch nie gab.
Betrachten Sie sich, welche Wunder sich um uns
herum ereigneten:
Südafrika baut heute seinen Weg zu einer
Zukunft in Demokratie und Wohlstand.

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�In Haiti faßt die Freiheit Fuß.
Rußland und die Vereinigten Staaten schaffen
Frieden, anstatt Raketen aufeinander zu
richten.

Auch unsere Bestrebungen für diese Hemisphäre sind
weit mehr als nur der Stoff, aus dem die Träume sind.
Sie können - und werden - mit harter Arbeit, Zielstrebigkeit und Entschlossenheit realisiert werden,

* * * * *

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AMERIKA DIENST 25

�PORTRAT
20. Dezember 1996

Bill Richardson
Der designierte UNO-Botschafter

Der Kongreßabgeordnete Richardson ist Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und hat damit einen
der höchsten Posten der demokratischen Führung im
Repräsentantenhaus inne. Von der Führung wurde er
als einer der "produktivsten Gesetzgeber im Repräsentantenhaus" bezeichnet, der zahlreiche Gesetzesvorlagen und Zusätze in den Bereichen Umwelt,
Energie, Indianerfragen, Gesundheitswesen, Außenpolitik und Verteidigung verabschiedete.
1982 wurde Richardson gewählt, um den 3. Kongreßdistrikt von New Mexiko zu vertreten - einen der
größten und ethnisch vielfältigsten des Landes. In
seinem Distrikt sind große hispanische, indianische
und angloamerikanische Kulturen angesiedelt. Er
umfaßt Santa Fe, Taos, einen Großteil des NavajoReservats, die nationalen Labors von Los Alamos und
den Luftwaffenstützpunkt Cannon.
Bei den letzten sechs Wahlen wurde Richardson mit
durchschnittlich 70 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Er ist als Vertreter der Basis bekannt und hat
über 2.300 Stadtversammlungen abgehalten.
Richardson ist führendes demokratisches Mitglied im
Ressourcen-Unterausschuß für nationale Parks,
Wälder und Ländereien. Neben dem RessourcenUnterausschuß ist er im Handelsausschuß, dem
Ständigen Sonderuntersuchungsausschuß für die
Nachrichtendienste und der Helsinki-Kommission für
Menschenrechte tätig.
Richardson war im Kongreß einer der maßgeblichen
Befürworter von erweitertem Handel auf dem gesamten amerikanischen Kontinent (darunter das
Nordamerikanische Freihandelsabkommen). Er hat
sich vehement für Umweltbelange eingesetzt mit der
Formulierung von Gesetzen über saubere Luft und
sauberes Wasser sowie Gesetzen, die vor der Verunreinigung durch Erdöl schützen sollen. Darüber
hinaus hat er die Erweiterung von Nationalparks und
die Kennzeichnung wilder und malerischer Flüsse

AMERIKA DIENST 25

unterstützt. Seit langem war er Befürworter des
Verfassungszusatzes über einen ausgeglichenen
Bundeshaushalt und stimmte für das selektive Veto.
Der designierte UNO-Botschafter diente als Sondergesandter von Präsident Clinton für heikle diplomatische
Missionen. Er hat die Freilassung von Amerikanern
und anderen Geiseln aus der Gefangenschaft ausgehandelt. Er traf mit dem irakischen Präsidenten
Saddam Hussein (Juli 95) zusammen und handelte die
Freilassung zweier inhaftierter Amerikaner aus. Er
erzielte die Freilassung von zwei amerikanischen
Piloten, die von den Nordkoreanern gefangengenommen worden waren (Dezember 94). Er traf mit dem
kubanischen Präsidenten Fidel Castro (Januar und
Februar 96) zusammen und handelte die Freilassung
von drei politischen Gefangenen aus, beschaffte Visa
für ihre Familien und erreichte eine Reduzierung der
Visagebühren um die Hälfte für jährlich bis zu 1.000
Kubaner. Er befreite eine Amerikanerin aus einem
Gefängnis in Bangladesch (Juli 96). Er führte ein
fünfstündiges Gespräch mit dem haitianischen General
Cedras (Juli 94), das die Grundlage für die friedliche
Wiedereinführung ins Amt von Präsident Aristide legte.
Er hielt ein historisches Treffen (Februar 94) mit der
burmesischen politischen Dissidentin Aung San Suu
Kyi ab (während ihres sechsjährigen Hausarrests
durften sie bis dahin nur Familienangehörige besuchen), die inzwischen freigelassen wurde. Er wurde
für den Friedensnobelpreis nominiert (1995). Richardson wurde von der mexikanischen Regierung der
Aztec Eagle Award verliehen (die höchste Ehre, die
einem Ausländer zuteil wurde). Er leitete amerikanische Beobachterteams bei den Wahlen in Guatemala, Nicaragua und Ostdeutschland.
Richardson ist seit langem Verfechter der Souveränität
der Indianer. Als Vorsitzender des Unterausschusses
für indianische Angelegenheiten im 103. Kongreß
formulierte er Dutzende von Gesetzentwürfen und
verabschiedete fast 40 Gesetzesvorlagen (von denen
die Hälfte Gesetz wurde), mit denen alle Aspekte des

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�Lebens der Indianer verbessert wurden, darunter die
Reform des Gesundheitswesens, gerichtliche Veränderungen, Umweltschutzgesetze und Verbesserungen bei der Verwaltung von Treuhandsfonds.

Als ehemaliger Vorsitzender der Abgeordneten
hispanischer Herkunft im Kongreß war er der Initiator
von "Adelante con Clinton" beim Präsidentschaftswahlkampf 1992.

Richardson ist Stellvertretender Vorsitzender des
nationalen Komitees der Demokraten. Er führte den
Vorsitz des Redaktionsausschusses beim Parteitag
des nationalen Komitees der Demokraten im Jahr
1992 und Berichten der Washington Post vom 5. Juli
1992 zufolge wurde er als Kandidat für die Vizepräsidentschaft gehandelt.

Richardson lebt mit seiner Frau Barbara in Santa Fe
(New Mexico). Er erwarb seinen Bachelor of Arts an
der Tufts University und seinen Master of Arts an der
Fletcher School of Law and Diplomacy.

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AMERIKA DIENST 25

�PORTRAT
20. Dezember 1996

William M. Daley
Der designierte Wirtschaftsminister

Der 48jährige William M. Daley trat im Mai 1993 erneut
der Chicagoer Rechtsanwaltssozietät Mayer, Brown &amp;
Platt bei, wo sein Hauptaufgabenbereich Körperschaftsrecht und staatliche Beziehungen war. Von
September 1993 bis November 1993 war er als
Sonderberater von Präsident Clinton für das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA tätig.
Von 1985 bis 1990 war Daley bereits Partner von
Mayer, Brown &amp; Platt und in dieser Zeit bei der Erweiterung des Washingtoner Büros der Kanzlei
behilflich.
Daley war Ko-Vorsitzender von Chicago '96, des mit
der Überwachung der städtischen und kommunalen
Planung für den nationalen Parteikonvent der Demokraten 1996 beauftragten überparteilichen, gemeinnützigen Gastkomitees.
Von 1990 bis 1993 war er Präsident der Amalgamated
Bank of Chicago, nachdem er der Bank 1989 als
stellvertretender Vorsitzender beigetreten war. Von
1975 bis 1985 war Daley Sozius der Anwaltskanzlei
Daley &amp; George, Chicago.
Daley ist Mitglied der boards of directors der Federal
National Mortgage Association (FannieMae), Wheelabrator Technologies, Inc., Northwestern Memorial
Corporation, Everen Securities, Inc. und Big Shoulders
Archdiocese of Chicago. Darüber hinaus ist er auch

Mitglied in den Treuhänderausschüssen des The Field
Museum und der Loyola University Chicago. Außerdem ist Daley Mitglied der Beratungsstellen von City
Year Chicago und The Catholic Charities sowie des
Beratergremiums der John Marshall Law School. Er ist
Mitglied von The Chicago Council on Foreign Relations
und des Economic Club of Chicago. Daley wurde
1977 von Präsident Carter in den Konsultativrat von
Economic Opportunity berufen und hatte diese Position
bis 1980 inne. Weiterhin war er im Bi-State Policy
Commirtee für den regionalen Flughafen tätig und
Leiter der Clinton/Gore-Kampagne 1992 in Illinois.
1994 erhielt Daley den St. Ignatius Award for Excellence in the Practice of Law. Ebenfalls 1994 wurde ihm
vom The World Trade Center Chicago der World Trade
Award verliehen.
Daley, der 1975 bei der Anwaltsvereinigung Illinois
zugelassen wurde, erwarb seinen Bachelor of Laws
an der John Marshall Law School in Chicago und
seinen Bachelor of Arts an der Loyola University
Chicago. Ihm wurde ferner der Ehrendoktor der
Jurisprudenz von der John Marshall Law School,
Chicago, verliehen.
Daley lebt mit seiner Frau Loretta und drei Kindern in
Chicago (Illinois).

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AMERIKA DIENST 25

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�PORTRAT
20. Dezember 1996

Gene Sperling
Der neue Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats

Vom 20. Januar 1993 bis heute war Gene Sperling
Präsident Clintons Stellvertretender Referent des
Präsidenten für Wirtschaftspolitik. In dieser Funktion
war Sperling Stellvertretender Direktor des Nationalen
Wirtschaftsrats (NEC) unter Robert Rubin (1993-95)
und Dr. Laura D'AndreaTyson (1995 bis heute).

Bevor Sperling sein Amt im Weißen Haus antrat, war
er Gouverneur Clintons wirtschaftspolitischer Direktor
beim Clinton-Gore-Präsidentschaftswahlkampf in Little
Rock (Arkansas). Nach der Wahl 1992 wurde er zum
Stellvertretenden Direktor für Wirtschaftspolitik für das
Übergangsteam des Präsidenten ernannt.

Als Stellvertretender Direktor des NEC für binnenwirtschaftliche Fragen koordinierte Sperling die Erarbeitung der wirtschaftlichen Tagesordnung des Präsidenten und hatte die Funktion, als ehrlicher Vermittler
die Interessen des Präsidenten bei der interministeriellen Entwicklung der Wirtschaftspolitik zu vertreten. Zu
seinen Aufgabenbereichen zählten wichtige Budgetfragen, die Formulierung und Rechtfertigung des
Vorschlags des Präsidenten für einen ausgeglichenen
Haushalt, Bildungs- und Ausbildungsinitiativen,
Steuerpolitik, Gesundheitsfürsorge sowie städtische
Fragen. In jüngster Zeit hat Sperling eine führende
Rolle bei der Koordinierung der Erarbeitung neuer
politischer Initiativen des Präsidenten gespielt, wie
etwa dem Projekt zur Bekämpfung des Analphabetentums bei Kindern America Reads, dem Bau von
Schulen und im Bereich der Bildungstechnologie sowie
Steuerfreibeträgen für Collegegebühren im Rahmen
von HOPE-Stipendien.

Von 1990 bis 1992 war Sperling als Wirtschaftsberater
des New Yorker Gouverneurs Mario Cuomo tätig.
Davor arbeitete er als politischer Berater, Anwalt für
Verfassungsfragen in der Berufungsinstanz und
Wirtschaftsberater für Regierungsvertreter der Demokratischen Partei.
Sperling hat Beiträge im Yale Law Journal, der Columbia Law Review, Michigan Law Review, Pennsylvania
Law Review sowie im Atlantic Monthly, der Washington
Post, New York Times, im Christian Science Monitor
und American Prospect veröffentlicht.
Sperling legte seine Examina an der University of
Minnesota und der Yale Law School ab und besuchte
die Wharton Business School. An der Yale Law
School war er Redakteur des Yale Law Journal.
Sperling ist gebürtig aus Ann Arbor (Michigan), und
seine Leidenschaft für Wirtschaftspolitik wird nur noch
von seiner Liebe zum Wolverine football übertroffen.

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Seite 1

�PORTRAT
20. Dezember 1996

Charlene Barshefsky
Die designierte US-Handelsbeauftragte

Im April 1996 ernannte Präsident Clinton Charlene
Barshefsky zur amtierenden US-Handelsbeauftragten,
nachdem sie zuvor drei Jahre lang die Hauptstellvertreterin des US-Handelsbeauftragten gewesen war. In
dieses Amt hatte Präsident Clinton sie am 28. Mai
1993 berufen.
Seit 1993 spielt Botschafterin Barshefsky eine Schlüsselrolle bei der Erarbeitung und Verfolgung der
handelspolitischen Ziele der Administration. Sie wirkte
am Zustandekommen zahlreicher Handelsvereinbarungen und Investitionsverträge mit. Ihr Verantwortungsbereich umfaßt viele Regionen, einschließlich
der asiatisch-pazifischen Region und Lateinamerikas,
Funktionsbereiche wie geistiges Eigentum und Investitionen weltweit sowie mehrere Sektoren.
In Asien erwirkte Barshefsky den Abschluß bilateraler
und multilateraler Handelsvereinbarungen sowie die
Aufnahme von Verhandlungen über die Verbesserung
des Marktzugangs für amerikanische Exporte und
Investitionen. Im Verhältnis zu Japan spielte sie eine
Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung der Politik und der
Aushandlung eines umfassenden Rahmenabkommens.
Entsprechend diesem Rahmenabkommen
wirkte sie entscheidend an Übereinkünften im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe der japanischen
Regierung für Telekommunikationsgerät und -dienstleistungen, medizinisches Gerät und Medizintechnologie, Versicherungen, Flachglas, Zellulartelefone und ausrüstung sowie Abkommen mit Nippon Telephone &amp;
Telegraph (NTT) mit.
Im Büro des US-Handelsbeauftragten war sie auch
eine bedeutende Entscheidungsträgerin und politische
Innovatorin bei einer Reihe sektoraler Handelsfragen
mit Japan, darunter Halbleiter, Computer, Supercomputer, Papier, Glass, Holzprodukte und Landwirtschaft.
Im Hinblick auf Marktzugangsfragen und den Schutz
des Rechts auf geistiges Eigentum in den
amerikanisch-chinesischen
Handelsbeziehungen

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spielte Botschafterin Barshefsky eine führende Rolle
beim Abschluß eines umfassenden Abkommens mit
China über den Schutz des Rechts auf geistiges
Eigentum und war verantwortlich für die allmähliche
und stetige Öffnung des chinesischen Marktes für
wichtige amerikanische Exporte. Zusätzlich leitete sie
mit China bilaterale Verhandlungen über Dienstleistungen ein, darunter Versicherungen und Telekommunikation. Botschafterin Barshefsky war führend
bei der Formulierung des DEC-Prozesses in Korea
sowie beim Abschluß des Bündnisses für gegenseitiges Wachstum (AMG) mit den Staaten des Verbands
Südostasiatischer Nationen (ASEAN). Ferner leitet sie
die Ausarbeitung der amerikanischen Handels- und
Investitionspolitik im Zusammenhang mit dem Forum
für asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC).
Botschafterin Barshefsky leitete die Bestrebungen der
Administration zur Entwicklung bilateraler und regionaler Handelsinitiativen unter besonderer Berücksichtigung von Brasilien, Argentinien, den CARICOMLändern und Zentralamerika, um dem raschen Wachstum des Handels zwischen den Vereinigten Staaten
und Lateinamerika Rechnung zu tragen. Sie war
verantwortlich für die Umsetzung der CBI ParityInitiative sowie für die Förderung von Maßnahmen, die
angemessenen und effektiven Schutz amerikanischer
Investitionen und des Rechts auf geistiges Eigentum in
der Region sicherstellen. Barshefsky war maßgeblich
an der Initiierung der Freihandelszone für den gesamten amerikanischen Kontinent (FTAA) beteiligt und
ist die führende Unterhändlerin der Vereinigten Staaten
beim FTAA. Ferner wird sie das amerikanische Team
bei den Verhandlungen über den Beitritt Chiles zum
NAFTA leiten.
Botschafterin Barshefsky setzt die Bestrebungen der
Administration für strengere Investitionsregeln fort und
ist Leiterin eines interministeriellen Teams, das mit
dem Abschluß weiterer bilateraler Investitionsverträge
(BITS) in Asien und dem amerikanischen Kontinent

Seite 1

�befaßt ist sowie mit dem Engagement der US-Regierung für regionale Bestrebungen im APEC und der
Erarbeitung des Freihandelsabkommens für den
gesamten amerikanischen Kontinent. Im Hinblick auf
den Schutz des Rechts auf geistiges Eigentum und
dessen Umsetzung ist Botschafterin Barshefsky
verantwortlich für die Durchführung der "Special 301"Bestimmungen des Handelsgesetzes und die wichtigste Unterhändlerin der Administration für bilaterale
Fragen zum Recht auf geistiges Eigentum.
Neben diesen Aufgabenbereichen ist Botschafterin
Barshefsky Vorsitzende der Gruppe zur Überprüfung
der Handelspolitik, die bei der Formulierung der
generellen Handelspolitik der Administration behilflich
ist, und an allen Aspekten des Entscheidungsfindungsprozesses der Regierung zu Handelsfragen beteiligt.
Vor ihrer Verwendung im Büro des Handelsbeauftragten war Botschafterin Barshefsky Partnerin der
Washingtoner Anwaltssozietät Steptoe &amp; Johnson. 18

Jahre lang war sie auf internationalen Handel und
Handelspolitik spezialisiert und Ko-Vorsitzende der
International Practice Group.
Während ihrer Zeit im Büro des Handelsbeauftragten
und bei Steptoe &amp; Johnson hat Botschafterin Barshefsky Artikel über die amerikanische und internationale Handelspolitik und Handelsgesetze veröffentlicht sowie Vorträge und Anhörungen zu diesem
Thema gehalten.
Botschafterin Barshefsky legte ihre Examina 1972 an
der University of Wisconsin und 1975 an der Columbus School of Law an der Catholic University in
Washington ab. Beide Institutionen verliehen ihr
zahlreiche akademische Ehren und Auszeichnungen.
Botschafterin Barshefsky ist mit Edward B. Cohen
verheiratet. Sie wohnen mit ihren beiden Töchtern in
Washington, D.C.

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AMERIKA DIENST 25

�GESUNDHEIT
20. Dezember 1996

Bekämpfung der Ursachen von Infektionskrankheiten
von AID-Direktor J. Brian Atwood

(AD) - Das Amt für internationale Entwicklung (Agency for International Development - AID) stellt eine Vielzahl von
Instrumenten und Finanzmitteln zur weltweiten Stärkung öffentlicher Gesundheitssysteme sowie zur Bekämpfung
der globalen Verbreitung von Infektionskrankheiten bereit. Nachfolgend erläutert AID-Direktor J. Brian Atwood die
Arbeit seiner Behörde im Kampf gegen die weltweite Ausbreitung ansteckender Krankheiten.

Ebenso wie die Charaktere in einem Spionageroman
überqueren die Erreger ansteckender Krankheiten oft
unerkannt die Landesgrenzen, gefährden unbemerkt
jeden, der mit ihnen in Kontakt kommt und bedrohen
die Stabilität der Nationen. Die Aufmerksamkeit der
Öffentlichkeit konzentriert sich auf furchterregende
neue Krankheiten, wie die durch das Ebola-Virus und
den BSE-Erreger hervorgerufenen, aber die alten
Infektionskrankheiten, die mit Antibiotika und Insektenbekämpfungsprogrammen unter Kontrolle gebracht
wurden, machen ebenfalls wieder Schlagzeilen. Zu
einer Zeit, in der Menschen und Fracht, die möglicherweise Träger von Krankheitserregern sind, innerhalb
weniger Stunden Ozeane und Kontinente überqueren
können, stellen das Auftreten tödlicher neuer Krankheiten und das Wiederaufleben der alten Killer ein
globales Anliegen dar.
AID bekämpft seit langem Infektionskrankheiten in den
Entwicklungsländern und gewährt Unterstützung bei
medizinischer Forschung und Gesundheitsfürsorge in
mehr als 40 dieser Länder. AID ist die führende
Behörde der Vereinigten Staaten zur Förderung
internationaler Gesundheit und spielt eine Schlüsselrolle bei der Reaktion auf den Ausbruch von Krankheiten. Der Anteil von AID am Haushalt der US-Regierung für die Krankheitsbekämpfung lag im Haushaltsjahr 1996 bei 295 Millionen Dollar.
Im Juni 1996 erkannte ein Präsidialerlaß zu Infektionskrankheiten die führende Rolle des Amts für internationale Entwicklung bei den langfristigen Bestrebungen
zur Bekämpfung der Ursachen erstmals oder erneut
auftretender Krankheiten in den Entwicklungsländern
an. Das Dokument fordert verstärkte Überwachung,

AMERIKA DIENST 25

Reaktionsfähigkeit und Forschungsaktivitäten in den
Vereinigten Staaten und zusammen mit anderen
Ländern bei der Bekämpfung dieser Krankheiten.
Wie verbreiten sich Infektionskrankheiten?
Epidemien werden nicht immer von neuen Organismen
verursacht. Bekannte Krankheiten können sich an
neuen Orten ausbreiten oder Menschen befallen, die
nicht immun sind. Die Veränderung der ökologischen
und klimatischen Bedingungen oder der Landnutzung
kann die Anfälligkeit des Menschen für "Bakterienüberträger" erhöhen - Insekten, Nagetiere oder andere die
Krankheit übertragende Tiere.
Da immer mehr
Menschen in den Entwicklungsländern aus ländlichen
Gebieten in stark bevölkerte städtische Gebiete mit
unzulänglichen Wohnverhältnissen und sanitären
Einrichtungen oder Gesundheitssystemen ziehen, sind
die Bedingungen für die Entwicklung und Ausbreitung
dieser Krankheiten gegeben.
Malaria, Tuberkulose, Gonorrhöe und Lungenentzündung treten als größere Gesundheitsprobleme wieder
auf, weil die Krankheitserreger gegen die Medikamente resistent werden und die Insekten, die Krankheiten
übertragen, immer resistenter gegen Schädlingsbekämpfungsmittel werden. Die Gesundheitssysteme
müssen "ungewöhnliche Ereignisse" erkennen
können, die den erstmaligen oder erneuten Ausbruch
von Krankheiten signalisieren und schnelle, angemessene Antworten geben können.

Seite 1

�Präventionsprogramme von AID
In den Entwicklungsländern stellen Infektionskrankheiten eine große Gefahr für ernsthafte gesundheitliche
Beeinträchtigungen (Morbidität) dar. Chronische, zu
Invalidität führende Krankheiten behindern Autonomie
und wirtschaftlichen Fortschritt. Neue und erneut
auftretende Krankheiten mit den größten wirtschaftlichen Auswirkungen in den Entwicklungsländern sind
HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose.
Anstatt Programme zur Bekämpfung spezifischer
Krankheiten zu entwickeln - ein sich ständig veränderndes Ziel - erhöht AID die Fähigkeit der Gesundheitssysteme zur Erkennung, Prävention und Behandlung ansteckender Krankheiten durch verbesserte
Ausbildung, Haushaltsmanagement, Pharmazeutika,
Logistik und Kommunikation. Die Hilfe richtet sich
auch auf die Entwicklung epidemiologischer Fähigkeiten und der Krankheitskontrolle sowie die Förderung von Immunisierung, Gesundheitserziehung und
Veränderung des Risikoverhaltens.
Effektive nationale epidemiologische Überwachungssysteme sind von entscheidender Bedeutung, jedoch
sehr schwierig zu schaffen und zu erhalten. Spezielle
Überwachungssysteme für seltene Krankheiten sind
langfristig möglicherweise nicht zweckmäßig. AID hilft
den Entwicklungsländern bei der Einrichtung von
Systemen zur Entdeckung ungewöhnlicher Ereignisse
und zur Bereitstellung von Informationen, um angemessene Aktionen zur Bekämpfung des Ausbruchs
ansteckender Krankheiten durchführen zu können.

Frauen vor Ort in die Planung und Umsetzung der
Bestrebungen zur Bekämpfung der Krankheit von
elementarer Bedeutung. Andere Schlüsselprogramme
beinhalten die Verfügbarkeit von Kondomen, die
Förderung von Verhaltensänderungen und die Verbesserung von Dienstleistungen zur Kontrolle anderer
Krankheiten, die die Möglichkeit einer Ansteckung mit
HIV/AIDS erhöhen.
Resistenz gegen Antibiotika
Mit der Zeit entwickeln alle Bakterien eine gewisse
Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika. Infolgedessen
werden in Zukunft unausweichlich gravierende Probleme durch gegen Medikamente resistente Bakterien
entstehen.
AID ist besonders besorgt über gegen Antibiotika
resistente Krankheitserreger, die Kinder in Entwicklungsländern bedrohen und in den Industrieländern ein
zunehmendes Risiko darstellen. In diesem Zusammenhang räumt AID durch Pneumokokken verursachten Kinderkrankheiten (Lungenentzündung),
durch Hemophilus verursachter Lungenentzündung
und Hirnhautentzündung sowie durch das ShigaKruse-Bakterium verursachter Ruhr hohe Priorität ein.
Tuberkulose tritt wieder verstärkt auf, und die Infektionen rühren zunehmend von Bakterienstämmen her,
die resistent gegen verschiedene, früher effektive
Antibiotika sind. Das gilt insbesondere für Bevölkerungen mit einer starken Verbreitung der HIV-Infektion.
Forschung

Gesundheitssysteme sind nur eine Waffe im Kampf
gegen das Auftreten ansteckender Krankheiten. Die
Beweise häufen sich, daß komplexe Fragen wie
menschliches Verhalten, wirtschaftliche Entwicklung
und Umwelt zum Auftreten und zur Ausbreitung von
Krankheiten beitragen. Die Programme von AID in
diesen Bereichen befassen sich mit Problemen wie
Bevölkerungsexplosion, schlechter Nutzung von Land,
Wasser und Pflanzen sowie mangelhafter Ernährung.
HIV/AIDS
Seit 1986 ist AID weltweit führend im Kampf gegen die
HIV/AIDS-Epidemie, indem es sich auf die Bekämpfung der Ausbreitung des Virus und die Milderung
seiner sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen
konzentriert. Diese Strategie verhindert das Auftreten
und Wiederauftreten anderer Krankheiten, beispielsweise Tuberkulose. AID gibt jährlich ungefähr 120
Millionen Dollar für Präventions- und Behandlungsprogramme aus, um lokale Kapazitäten für die Bekämpfung der Krankheit und ihrer Folgen aufzubauen.
In vielen Entwicklungsländern bekommen Frauen mit
"ebenso großer Wahrscheinlichkeit HIV/AIDS wie
Männer. Aus diesem Grund ist die Einbeziehung von

Seite 2

Die Forschung des Amts für internationale Entwicklung
im Bereich der Infektionskrankheiten in Entwicklungsländern konzentriert sich auf drei Bereiche:
Bekämpfung verbreiteter Kinderkrankheiten
wie Diarrhoe, Malaria, Lungenentzündung
sowie von Krankheiten, denen durch Impfungen, bessere Vorbeugung, Pflege und den
vernünftigen Einsatz mikrobenbekämpfender
Arzneimittel vorgebeugt werden kann.
Verringerung der hohen reproduktiven Morbidität und Sterblichkeit mit Hilfe angemessener
Behandlung und Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten.
Verringerung der Übertragung von HIV/AIDS.
Abstimmung mit den Partnern
AID arbeitet im Rahmen offizieller Abkommen und
Koordinierungsvereinbarungen mit anderen amerikanischen Partnern zusammen. Zu den multilateralen
Aktivitäten zählen substantielle finanzielle und technische Beiträge zu den Programmen der Weltgesund-

AMERIKA DIENST 25

�heitsorganisation (World Health Organization - WHO)
zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose und der
Resistenz gegen Antibiotika. Ferner fördert AID die
internationale Unterstützung regionaler Kontrolle von
Infektionskrankheiten durch das internationale Zentrum
für die Erforschung diarrhoischer Krankheiten (International Center for Diarrheal Disease Research) mit Sitz
in Dhaka in Bangladesch.
Obwohl das historische Mandat von AID sich auf
langfristige Entwicklungsfragen konzentriert, stellt das
Amt auch Mittel für internationale Notfälle bereit.
Unser Büro für ausländische Katastrophenhilfe reagiert
auf Natur- und vom Menschen verursachte Katastro-

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AMERIKA DIENST 25

phen; wir haben einen großen Beitrag zur Bekämpfung
von Epidemien wie Cholera und Diphterie sowie zu
Operationen amerikanischer und internationaler
Behörden beim Umgang mit dem Ausbruch neuer
Virusinfektionen wie dem Ebola-Virus gezeigt.
Die Operationen von AID vor Ort in den Entwicklungsländern zielen auf die Weiterentwicklung der lokalen
Kapazitäten zur Überwachung und Kontrolle von
Infektionskrankheiten ab. Unser Hauptbeitrag wird
weiterhin darin bestehen, die Ursachen für ansteckende Krankheiten und ihre Verbreitung begünstigende
Bedingungen zu bekämpfen.

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�THEMENINDEX
20. Dezember 1996

DER AMERIKA DIENST
1996

Abrüstung
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PFF
Porträt
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01, 05, 08, 10, 11, 15, 18
14
18
02, 04, 05, 13
06, 14
13
01, 18
05
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25
23, 24
02, 07
17
02
11, 21
16
09
03, 08, 24
05
19
06, 07, 23
03, 10, 12, 13, Sonderdienst 24. Oktober,
23, 25
03
11
14
24
02, 03
17, 21, 22, 24, 25
13
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Sport
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Telekommunikation
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Thanksgiving
Umwelt
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Verteidigung
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Wirtschaft
WTO
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12
23
09
09,11,14,16
23
08,09,15,17,25
07, 09, 11, 12, 18, 21, 23
04,08,10,21
16
09
14, 18
14,22
10
Sonderdienst 26. September, 19
11
04, 05, 16,17, 20, 22
05,06
04, 06, 10, 11, 15, 19, 22
01,24
13

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              <text>&lt;strong&gt;1. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;NATO billigt Einsatz der SFOR in Bosnien&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Außenminister Christopher beim Nordatlantikrat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gipfeltreffen von Santa Cruz ist positives Ergebnis von Miami&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eröffnungsansprache von Vizepräsident Gore&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Porträt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bill Richardson&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der designierte UNO-Botschafter&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;William M. Daley&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der designierte Wirtschaftsminister&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gene Sperling&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der neue Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Charlene Barshefsky &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die designierte US-Handelsbeauftragte&lt;/em&gt;</text>
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