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dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

20

16. Oktober 1996

WAHLEN '96

DIE BESTÄNDIGKEIT EINER ÜBERPARTEILICHEN AUSSENPOLITIK
von Robert D. Schulzinger
DER FAKTOR AUSSENPOLITIK IM
AMERIKANISCHEN PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLKAMPF
von Stephen Hess
INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT UND
HANDEL: SCHLÜSSELTHEMEN DER
DEMOKRATEN
Interview mit Professor Zbigniew Brzezinski
FÜHRUNGSROLLE UND KONTIUNITÄT:
SCHLÜSSELTHEMEN DER REPUBLIKANER
Interview mit General Brent Scowcroft
AUSSENPOLITIK UND DER PRÄSIDENT
SCHAFTSWAHLKAMPF 1996
Wichtige Internetseiten
AUSSENPOLITIK UND DER PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLKAMPF 1996
Bibliographie

Informationen über die Politik der US-Regierung und
die Vereinigten Staaten im allgemeinen können
auf der Home Page von USIS-Deutschland
im World Wide Web des Internet unter
http://www.usia.gov/posts/bonn.html
abgerufen werden.

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn
Tel.: 0228-339 2372

Fax:0228-333 138
e-mail: bbsbonn@usia.gov
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html

�WAHLEN

'9 6
16. Oktober 1996

Die Beständigkeit einer überparteilichen Außenpolitik
von Robert D. Schulzinger

WASHINGTON - (AD) - "Eine von zwei Parteien getragene Außenpolitik ist tief in der politischen Kultur der
Vereinigten Staaten verwurzelt", so der Verfasser des nachfolgenden Artikels, der angefangen mit den
Präsidentschaftswahlen von 1952 beschreibt, wie erfolgreiche Präsidentschaftskandidaten beim Umgang mit
anderen Nationen in die Fußstapfen ihrer Vorgänger traten.
Robert D. Schulzinger ist Geschichtsprofessor an der University of Colorado in Boulder. Er war Personalberater
des Senatsausschusses für auswärtige Beziehungen und gehört derzeit dem Beratungsausschuß für historische
Publikationen des US-Außenministeriums an. Er schrieb unter anderem folgende Bücher: American Diplomacy
in the Twentieth Century, Present Tense: The United States since 1945, Henry Kissinger: Doctor of
Diplomacy sowie The Wise Men of Foreign Affairs: The History of the Council on Foreign Relations.

Sechs der elf amerikanischen Präsidentschaftswahlen
nach dem Zweiten Weltkrieg führten zu einem Parteiwechsel im Weißen Haus. Dreimal lösten die Republikaner die Demokraten ab (1952, 1968 und 1980),
und dreimal traten die Demokraten an die Stelle der
Republikaner (1960, 1976 und 1992). In jedem dieser
Wahlkämpfe versprach der siegreiche Kandidat eine
Außenpolitik, die sich grundlegend von der des
derzeitigen Amtsinhabers aus der anderen Partei
unterschied. Nach seiner Amtsübernahme trat er dann
jedoch beim Umgang mit anderen Nationen in die
Fußstapfen seines Vorgängers.
Eine von zwei
Parteien getragene Außenpolitik ist tief in der politischen Kultur der Vereinigten Staaten verwurzelt.
Der Anfang wurde im Wahlkampf 1952 gemacht, als
Dwight D. Eisenhower, der Kandidat der Republikaner,
zusagte, über die von der Truman-Administration
gegenüber der Sowjetunion verfolgte Eindämmungspolitik hinaus die Kommunisten in Osteuropa und
Asien wieder zurückzudrängen. Bald nach seinem
Amtsantritt ordnete Eisenhower jedoch eine grundlegende Überprüfung der amerikanischen Außenpolitik
an, die zu dem Schluß führte, daß sich die Außenpolitik
auf die langsame, geduldige Eindämmung der sowjetischen Aggression konzentrieren sollte. Während
seiner zweiten Amtszeit verfolgte Eisenhower einen
noch gemäßigteren Kurs, als er mit einer neuen

AMERIKA DIENST 20

Generation führender sowjetischer
Entspannung einleitete.

Politiker

die

Was Eisenhower als kluge Vorgehensweise zur
Entschärfung der Spannungen zwischen den Supermächten ansah, kritisierten prominente Demokraten
bei ihrem Streben nach der Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei 1960 als gefährliche Gleichgültigkeit gegenüber der Verteidigungsfähigkeit der Nation. Einer von ihnen - John F. Kennedy- stellte bei seiner erfolgreichen Bewerbung um das
Präsidentenamt die Wiederherstellung der militärischen Macht seines Landes und seiner Konkurrenzfähigkeit gegenüber der Sowjetunion in den Mittelpunkt
seiner außenpolitischen Agenda. In den ersten 21
Monaten seiner Amtszeit begegnete Kennedy kommunistischen Staaten und Revolutionsbewegungen,
insbesondere in den Entwicklungsländern, weitaus
entschiedener als es Eisenhower 1959 und 1960
getan hatte. Nachdem er jedoch im Oktober 1962
während der Kubakrise am Rande eines Krieges
gestanden hatte, verstärkte Kennedy dramatisch
Eisenhowers frühere Bestrebungen, die Gefahr eines
Atomkriegs zwischen den Vereinigten Staaten und der
Sowjetunion zu verringern.
Als der Republikaner Richard Nixon 1968 den Demokraten Hubert Humphrey beim Kampf um die Präsidentschaft besiegte, versprach er, im die Vereinigten

Seite 1

�Staaten so stark entzweienden Vietnamkrieg einen
"ehrenhaften Frieden" zu erlangen. Humphrey verlor
die Wahl mit nur einem halben Prozentpunkt, weil
letztlich nicht genug Amerikaner der Ansicht waren,
daß er sich ausreichend von der äußerst unpopulären
Vietnamkriegspolitik Präsident Lyndon B. Johnsons
distanziert hatte. Als Nixon jedoch Präsident wurde,
verfolgte er die von der Johnson-Administration
entwickelte Politik der Vietnamisierung - den Südvietnamesen einen größeren Teil der Kampfhandlungen
zu überlassen. Nixon und Henry Kissinger, sein
wichtigster außenpolitischer Berater und Außenminister, fanden weithin öffentliche Zustimmung zur
Förderung der Entspannungspolitik mit der Sowjetunion, dem Auftauen der eingefrorenen Beziehungen
zur Volksrepublik China und der Einleitung des
Friedensprozesses zwischen Arabern und Israelis. All
diese Initiativen wurzelten in den unter der JohnsonAdministration entwickelten Plänen.
1976 war der Glanz von Kissingers Außenpolitik
verblaßt. Der Demokrat Jimmy Carter gewann in
diesem Jahr die Präsidentschaftswahlen teilweise
durch Angriffe auf Kissingers anmaßende Gleichgültigkeit gegenüber Menschenrechtsverletzungen im
Ausland
und seine
Konzentration auf die
amerikanisch-sowjetischen Beziehungen. 1977 und
1978 widmete die Carter-Administration den Beziehungen zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern mehr Aufmerksamkeit, aber 1979 und 1980
konzentrierten sich die Vereinigten Staaten erneut auf
die wachsenden Spannungen im Verhältnis zur
Sowjetunion. Die sowjetische Invasion in Afghanistan
im Dezember 1979 war für die Amerikaner ein großer
Schock. Im letzten Jahr seiner Präsidentschaft hatte
Carter den größten Zuwachs der Verteidigungsausgaben seit 20 Jahren gefordert. Seine Wiederentdekkung der von der Sowjetunion ausgehenden Bedrohung rettete ihn jedoch nicht vor der Niederlage
gegen den republikanischen Kandidaten Ronald
Reagan, der 1981 mit der im Vergleich zu sämtlichen
Kandidaten seit 1952 militantesten antisowjetischen
Plattform gewählt wurde. In der Praxis entsprach
jedoch auch Reagan dem Muster, daß ein Präsident im
Großen und Ganzen in die außenpolitischen Fußstapfen seines Vorgängers tritt. Die Aufrüstung
während Reagans erster Amtszeit entsprach den
Plänen von Carters letzten Verteidigungsgesuchen.
Während seiner zweiten Amtszeit wurde Reagan, der
früher die Entspannungspolitik als Garantie für "Friedhofsruhe" verhöhnt hatte, der engagierte Verfechter
des Abbaus der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.
Als Reagan bei seinem Besuch in Moskau 1988
gefragt wurde, warum er seine scharfe, antisowjetische
Rhetorik eingestellt habe, antwortete er: "Sie haben
sich geändert." Das war tatsächlich der Fall. Ende
1991 war die Sowjetunion von innen her zerfallen und
existierte nicht mehr. Der Kalte Krieg, der vier Jahr-

Seite 2

zehnte lang der Fokus der amerikanischen Außenpolitik gewesen war, hatte bereits zwei Jahre früher zu Beginn der Präsidentschaft des Republikaners
George Bush - geendet. In der Zeit nach dem Kalten
Krieg wurde Bush große Anerkennung für seine
außenpolitischen Fähigkeiten gezollt, insbesondere die
Zusammenstellung der multinationalen Koalition, die
1991 die irakischen Truppen aus Kuwait vertrieb.
Im Wahlkampf 1992 wurde Außenpolitik eindeutig zu
einem zweitrangigen Thema. Der Wahlsieger, der
Demokrat Bill Clinton, kritisierte Bush zwar hauptsächlich wegen der schlechten Wirtschaftslage, versprach
aber auch eine Kursänderung bei der Außenpolitik.
Clinton griff Bush wegen seiner Gleichgültigkeit
gegenüber Menschenrechtsverletzungen in China,
seinem Widerstreben gegen eine Militärintervention in
Bosnien sowie seiner offensichtlichen Feindseligkeit
gegenüber den vor Unterdrückung geflohenen haitianischen Flüchtlingen an. Nach seiner Amtsübernahme
unterschied sich Clinton beim Umgang mit auswärtigen
Angelegenheiten jedoch weitaus weniger von seinem
Vorgänger als seine Rhethorik im Wahlkampf hätte
vermuten lassen. Ebenso wie Bush bemühte sich
Clinton um die Riege freundschaftlicher politischer und
wirtschaftlicher Beziehungen zur Volksrepublik China trotz der Menschenrechtsverletzungen in dem Land.
Clinton entschied sich schnell gegen ein Eingreifen in
die Kampfhandlungen in Bosnien. Seiner Administration gelang 1995 jedoch die erfolgreiche Vermittlung
des Friedensabkommens zwischen den Kriegsparteien
in Bosnien. Auch in Haiti setzte Clinton anfänglich die
Politik der Bush-Administration fort, die er früher als
Abschiebung der Flüchtlinge in ihre Heimat kritisiert
hatte. 1994 setzte sich die Clinton-Administration
energischer für die Wiederherstellung der Demokratie
in Haiti ein.
Mitten im Wahlkampf 1996 kritisierte der republikanische Herausforderer des Präsidenten, Bob Dole,
Clintons Mangel an außenpolitischer Kohärenz, seine
exzessive Abhängigkeit von den Vereinten Nationen
und seine fehlende Bereitschaft zum angemessenen
Einsatz von militärischer Macht. Als Senator unterstützte Dole jedoch Clintons Entscheidung zur Entsendung amerikanischer Truppen nach Bosnien Ende
1995. Als die Clinton-Administration im September
1996 den Einsatz von Marschflugkörpern gegen den
Irak als Vergeltung für die Angriffe des Landes auf
kurdische Städte anordnete, unterstützte Dole den
Militärschlag.
Ungeachtet dessen, wie sehr die Präsidentschaftskandidaten im Zeitalter nach dem Zweiten Weltkrieg
die Unterschiede zwischen ihrer außenpolitischen
Haltung und der ihrer Kontrahenten betonten, verfolgten Administrationen der Demokraten und Republikaner gleichermaßen während des Kalten Krieges und
danach eine bemerkenswert ähnliche außenpolitische
Linie. Während des Kalten Krieges befürworteten sie

AMERIKA DIENST 20

�die Eindämmung der Sowjetunion und die Vermeidung
eines Weltkrieges, und nach 1989 sorgten sie für eine
starke Einbeziehung der Vereinigten Staaten in
internationale Angelegenheiten.
Die Amerikaner wählen 1996 auch einen neuen
Kongreß. Entweder behalten die Republikaner ihre
derzeitige Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus, oder die Demokraten erobern sie in einer oder in
beiden Kammern zurück. Unabhängig davon, welche
Partei im Kongreß das Sagen hat, lassen die im
Zeitalter nach dem Kalten Krieg gemachten Erfahrungen auf eine Fortsetzung der überparteilichen amerikanischen Außenpolitik schließen. In 22 der letzten 50
Jahren stellte eine Partei den Präsidenten und hatte
gleichzeitig die Mehrheit in beiden Häusern des
Kongresses, 22 Jahre lang stellte eine Partei den
Präsidenten und die andere hatte die Mehrheit in
beiden Häusern des Kongresses, und sechs Jahre
lang teilten sich beide Parteien die Kontrolle des
Kongresses.
Der Kongreß und der Präsident haben oft unterschiedliche Ansichten zur Außenpolitik. Das Bemerkenswerte an diesen Meinungsverschiedenheiten ist
die Tatsache, daß sie nicht so sehr parteipolitischer
Natur als vielmehr themenbezogen sind. Beispielsweise wurde die demokratische Truman-Administration
1947 und 1948 beim Entwurf des Marshallplans und
der Verbreitung der Truman-Doktrin von einem
republikanischen Kongreß unterstützt. Andererseits
wurde die demokratische Johnson-Administration
wegen des Vietnamkriegs von Kongreßabgeordneten
aus den eigenen Reihen kritisiert.

Als die Demokraten 1993 und 1994 die Mehrheit im
Kongreß hatten, genoß die Clinton-Administration
zweifelsohne mehr Unterstützung der Gesetzgeber bei
außenpolitischen Fragen als unter dem republikanisch
dominierten Kongreß 1995 und 1996. Die letzten
beiden Jahre zeigen jedoch, daß Regierungserfahrung
zu einer Mäßigung der in der Hitze des Wahlkampfs
vertretenen extremen Positionen führt. Als die Republikaner 1995 den Kongreß neu gestalteten, schienen sie zur Abschaffung der für auswärtige Angelegenheiten zuständigen Institutionen, Streichung der
Auslandshilfe und Lähmung der Handels- und Menschenrechtspolitik der Clinton-Administration bereit.
1996 suchten die republikanischen Abgeordneten im
außenpolitischen Bereich jedoch nach Gemeinsamkeiten mit der Clinton-Administration.
Seit dem Ende des Kalten Krieges herrscht in den
Vereinigten Staaten breite Übereinstimmung hinsichtlich der Außenpolitik der Nation. Jüngste Meinungsumfragen deuten darauf hin, daß die meisten Amerikaner trotz Differenzen über Stil und Einzelheiten der
Ansicht sind, daß ein starkes Engagement der Vereinigten Staaten auf der Welt für ihr Land lebenswichtig ist. Ihres Erachtens benötigt Amerika in einem
immer noch gefährlichen Umfeld Freunde und Verbündete. Sie halten militärische Macht immer noch für ein
wichtiges Element bei internationalen Angelegenheiten. Sie möchten, daß ihr Land Demokratie, Menschenrechte, freie Märkte und freien Handel fördert.
Die Erfahrung der letzten 50 Jahre legt nahe, daß
entweder eine zweite Clinton-Administration oder eine
neue Dole-Administration diese grundlegenden
außenpolitischen Ziele verfolgen werden.

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16. Oktober 1996

Der Faktor Außenpolitik im amerikanischen
Präsidentschaftswahlkampf
von Stephen Hess

WASHINGTON - (AD) - Im nachfolgenden Artikel gibt der Verfasser Beispiele dafür, wann die Außenpolitik den
hauptsächlich innenpolitisch dominierten Präsidentschaftswahlkampf beeinflußt. Ein Auslöser kann Hess zufolge
eine Krise sein, die amerikanische Bürger - entweder als Soldaten oder als Geiseln - direkt betrifft.
Stephen Hess ist seit 1972 Senior Fellow für Regierungsstudien an der Brookings Institution in Washington. Er
war Redenschreiber für Präsident Eisenhower, stellvertretender Referent für städtische Angelegenheiten unter
Präsident Nixon und Berater Präsident Carters für die Neuorganisation des Präsidialamts. Hess ist Verfasser von
15 Büchern, darunter The Presidential Campaign, Organizing the Presidency sowie Presidents and the
Presidency.

Am ersten Sonntag im September, als der Präsident
den Einsatz von Marschflugkörpern gegen den Irak
anordnete, kritisierte Robert Dole die "Führungsschwäche" Bill Clintons beim Umgang mit Saddam
Hussein. Am nächsten Tag, nachdem die Marschflugkörper ihr Ziel erreicht hatten, kam der republikanische Präsidentschaftskandidat zu dem Schluß, daß
Angriffe auf seinen Gegner aus der Demokratischen
Partei ein Fehler gewesen waren und bot "ohne
Zögern oder Bedenken" den amerikanischen Streitkräften Unterstützung an. Die Reform Party von Ross
Perot weigerte sich jedoch, sich hinter den Präsidenten
zu stellen und erklärte: "Krieg ist kein Mittel für Politiker, ein positives Image zu kreieren und in den
Meinungsumfragen aufzuholen." Erstaunlicherweise
ist Außenpolitik bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen wieder zu einem Thema geworden.
Es ist erstaunlich, weil die amerikanischen Wähler
hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt sind und die
meisten Wahlen von innenpolitischen Überlegungen
dominiert werden, insbesondere der Wirtschaftslage.
Als Clintons Wahlkampfmanager von 1992, James
Carville, bei einer Besprechung erklärte: "Es ist die
Wirtschaft, du Dummerchen" - seine anschauliche
Methode, die Wahlkampfmitarbeiter zu warnen, nicht
von ihrer grundlegenden Botschaft abzulassen wiederholte er lediglich eine Binsenwahrheit der
amerikanischen Politik.

AMERIKA DIENST 20

Clinton hielt tatsächlich mehrere obligatorische
außenpolitische Reden, in denen er allgemein die
Bedeutung des Welthandels ansprach. Es gelang ihm
jedoch, von außenpolitischen Themen abzulenken, die
traditionell die Stärke der Republikaner gewesen sind erst unter Ronald Reagan, dem Kandidaten von 1980
und 1984, der sich oftmals um ein gegen die Sowjetunion gerichtetes Amt zu bewerben schien, und
anschließend unter George Bush, dessen Beliebtheitsgrad nach dem Golfkrieg auf 90 Prozent anstieg.
Es gibt verschiedene Arten, wie Außenpolitik und
nationale Sicherheitsfragen sich einen Platz im
vorwiegend innenpolitischen Terrain der amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfe erobern:
Die erste ist offensichtlich eine während des Wahlkampfs auftretende Krise, wie die irakische Militärinvasion in kurdisches Gebiet in diesem Jahr. Der Wahlkampf zwischen Dwight Eisenhower und Adlai Stevenson im Jahr 1956 gestaltete sich infolge von zwei
internationalen Krisen komplizierter - dem Aufstand in
Ungarn und dem Einmarsch von Israelis, Franzosen
und Briten in Ägypten. Alle Kandidaten, die nicht der
Regierungspartei angehören, machen sich Sorgen
über sogenannte "Oktober-Überraschungen", bei
denen die Nation daran erinnert wird, daß der Kandidat
der Regierungspartei auch Oberbefehlshaber der

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�Streitkräfte werden könnte. Und die Nation neigt zu
patriotischem Verhalten.
Zweitens: Wenn eine internationale Frage zu einer
innenpolitischen wird, weil sie amerikanische Bürger
entweder als Soldaten oder als Geiseln direkt betrifft.
Jüngste Beispiele sind der Koreakrieg, der Vietnamkrieg und die Stürmung der US-Botschaft im Iran 1979.
Diese Ereignisse hatten beträchtliche Auswirkungen
auf die Wahl von Eisenhower (1952), den Verzicht
Lyndon Johnsons auf eine erneute Kandidatur (1968),
die Wiederwahl Richard Nixons (1972) und die
Niederlage Jimmy Carters (1980).
Drittens: Ein Fehler eines Kandidaten, wie ihn beispielsweise Präsident Gerald Ford und Senator Barry
Goldwater begingen. Ford stellte bei seiner Debatte
1976 mit Carter eine falsche Behauptung hinsichtlich
der sowjetischen Vorherrschaft in Osteuropa auf,
während Goldwater, der 1964 Kandidat der Republikaner war, unaufgefordert eine Erklärung über die
Entlaubung in Vietnam aufgrund des Einsatzes von
Nuklearwaffen gab, was ihm das Image eines "Atombombers" verlieh.
Viertens: Die Kandidaten wissen, daß bestimmte
Länder für verschiedene Gruppen von Amerikanern
eine besondere Bedeutung haben. Doles Vorschlag,
im Mai 1999 die US-Botschaft nach Jerusalem zu
verlegen, gefällt den Amerikanern jüdischer Herkunft,
während Clintons Intervention im Friedensprozeß in
Nordirland von den Amerikanern irischer Herkunft
begrüßt wird. Die Beziehungen der Vereinigten
Staaten zu Castros Kuba haben Auswirkungen in
Florida, einem Bundesstaat mit einer Vielzahl von
Wählerstimmen, ebenso wie Einwanderungsfragen in
Bundesstaaten mit einer Grenze zu Mexiko besondere
Bedeutung zukommt.
Fünftens: Die Kandidaten sprechen manchmal aufgrund früherer Erfahrungen und Interessen außenpolitische Fragen an. Mehrere Präsidentschaftskandidaten gehörten dem Senatsausschuß für auswärtige
Beziehungen oder dem Streitkräfteausschuß an.
George Bush war Botschafter in China, Vertreter der
Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen und
Direktor des Nachrichtendienstes CIA. Dole - der
einen Aufschub der bosnischen Wahlen mit der
Behauptung forderte, "diese Wahlen werden Betrug
sein, aber Betrug mit Billigung der Vereinigten Staaten" - hat seit langer Zeit bestehende, entschiedene
Ansichten über den Konflikt im ehemaligen Jugoslawien.
Sechstens: Die Kandidaten werden durch das Wahlprogramm ihrer Partei bestimmten Ansichten verpflichtet. Es gibt vergleichsweise große Unterschiede
in diesen Dokumenten, die bestimmen, warum die
Wähler für Republikaner, Demokraten oder eine der
kleineren Parteien stimmen. In den Wahlprogrammen

Seite 2

von 1996 verpflichten sich die Republikaner beispielsweise, "die Verringerung der Verteidigungsausgaben
unserer Nation rückgängig zu machen", und die
Demokraten argumentieren, "die Republikaner wollen
mehr für die Verteidigung ausgeben als das Pentagon
beantragt". (Die Plattform der Reform Party befaßt
sich nicht mit internationalen Beziehungen.)
Jeder Erklärung zur wichtigen Rolle der Außenpolitik
bei den Wahlen müssen ernsthafte Bedenken entgegengehalten werden: In den Vereinigten Staaten gibt
es während der Präsidentschaftswahlkämpfe keine
verantwortungsbewußte Debatte über außenpolitische
Fragen. Die amerikanischen Wähler wissen nicht viel
über außenpolitische Angelegenheiten. Und das
außenpolitische Interesse der Wähler geht nicht über
den grundlegenden Wunsch nach Frieden hinaus.
Außenpolitik als Wahlkampfthema beschränkt sich auf
die Frage, wer das Land am besten aus einem Krieg
heraushalten kann. Sehr technische Fragen wie die
internationale Finanzlage oder sogar explosive
Situationen, die das amerikanische Militär mit großer
Wahrscheinlichkeit nicht betreffen, spielen für Wahlmandate keine Rolle. Die Appelle der Kandidaten sind
grundlegend, sogar primitiv. "Ich habe es schon früher
gesagt, und ich sage es immer wieder: Eure Jungs
werden nicht in irgendwelche Kriege ins Ausland
geschickt", erklärte Franklin Roosevelt 1940.
Da die Wähler weniger Interesse an außenpolitischen
als an innenpolitischen Fragen haben und weniger
darüber wissen, ist klar, daß die internationalen
Fragen, für die die Wähler sich interessieren, ein sehr
großes Anliegen darstellen. Die Außenpolitik wird nur
dann zu einer beherrschenden Wahlkampffrage, wenn
sie die Wähler an einer empfindlichen Stelle trifft. Das
Engagement der Amerikaner in Vietnam war ein
solcher Fall, und Perot würde gerne die Beteiligung der
Amerikaner am Nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA und am Allgemeinen Zoll- und
Handelsabkommen GATT zu einer weiteren entscheidenden Frage machen.
Senator Daniel Patrick Moynihan vertritt die weithin
verbreitete Meinung, "bei Wahlen präsentieren wir uns
selten von unserer besten Seite". In einem Wahlkampf
werden die Fragen immer stark vereinfacht, allzu sehr
dramatisiert und aufgebauscht. Vielleicht sollte man in
der Praxis nicht erwarten, daß Präsidentschaftswahlen
ein angemessenes Medium für eine objektive, gründliche, ausgewogene Überprüfung der Politik sind.
Obwohl diese Beobachtung für innenpolitische und
internationale Fragen gleichermaßen zutrifft, sind
letztere angesichts ihrer Komplexität, Geheimhaltung
und des begrenzten Wissens der Wähler noch unergründlicher. Daher kann man als Faustregel im
Wahlkampf festhalten: Alle Fragen werden schlecht,
und die außenpolitischen Fragen am schlechtesten
gehandhabt.

AMERIKA DIENST 20

�Es gibt keine geographischen oder geometrischen
Veränderungen in der amerikanischen Politik, die
darauf hindeuten, daß außenpolitische Themen bei
zukünftigen Wahlkämpfen mit größerer oder geringerer
Wahrscheinlichkeit angesprochen werden. Oder daß
sie mit mehr Verantwortungsbewußtsein als in der
Vergangenheit gehandhabt werden. Die Ironie liegt
darin, daß die außenpolitischen Versprechungen der
Kandidaten wahrscheinlich wenig mit den außenpolitischen Krisen gemein haben, mit denen ein
Präsident tatsächlich konfrontiert wird. Aufgrund der
jüngeren Geschichte kann man sagen, daß den

Wählern besser gedient wäre, wenn sich die Kandidaten mit den folgenden Fragen befassen würden:
Was würden Sie tun, wenn eine feindliche Macht
Angriffsraketen auf Kuba stationieren, wenn Nordkorea
eine Atomwaffe einsetzen oder wenn in Bosnien ein
Krieg zwischen Muslimen und Serben ausbrechen
würde? Bedauerlicherweise beantworten die Präsidentschaftskandidaten keine hypothetischen Fragen.
Täten sie es, wäre das Ergebnis weitaus interessanter
- und zweifelsohne nützlicher - als die jetzt beim
Präsidentschaftswahlkampf geführten außenpolitischen Debatten.

* *

AMERIKA DIENST 20

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�WAHLEN

'9 6
16. Oktober 1996

Internationale Zusammenarbeit und Handel:
Schlüsselthemen der Demokraten
Interview mit Professor Zbigniew Brzezinski

WASHINGTON - (AD) - Professor Zbigniew Brzezinski zufolge spielt Außenpolitik zwar keine große Rolle bei
Präsidentschaftswahlkämpfen, der Nahe Osten und die NATO-Erweiterung sind jedoch zwei Themen, die "den
Ausgang der Wahlen beeinflussen, aber auf keinen Fall entscheiden könnten". Obwohl es nur marginale
Unterschiede zwischen Republikanern und Demokraten zum Thema Außenpolitik gäbe, behauptet er, die
Demokraten tendierten zu einer größeren Betonung von Handel, internationaler Zusammenarbeit und
ökologischen Belangen.
Brzezinski war Nationaler Sicherheitsberater von Präsident Carter und Fakultätsmitglied der Universitäten
Harvard und Columbia. Jetzt ist Brzezinski Berater am Zentrum für strategische und internationale Studien und
Professor der amerikanischen Außenpolitik an der Schule für moderne internationale Studien der Johns Hopkins
University in Washington. Das Interview führte die freie Journalistin Wendy S. Ross im September 1996.

Frage: Welche Rolle spielt die Außenpolitik Ihrer
Ansicht nach im derzeitigen Präsidentschaftswahlkampf?

Das zweite Thema ist die NATO-Erweiterung. Dieses
Problem ist ein spezielles Anliegen, besonders für die
Amerikaner, die aus Zentraleuropa stammen.

Antwort: Ich glaube nicht, daß die Außenpolitik eine
wichtige Rolle im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf
spielt. Diese Kampagne konzentriert sich vornehmlich
auf innenpolitische Themen. Darüber hinaus gibt es
zu diesem Zeitpunkt keine größeren Krisen - mit
Ausnahme des irakischen Problems - die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit fesseln und ein echtes
Interesse an Außenpolitik wecken.

Die von dem jeweiligen Kandidaten zu diesen beiden
Themen eingenommenen Positionen könnten in
gewissem Maße das Wahlverhalten einiger wichtiger
religiöser und ethnischer Gruppen beeinflussen.

Frage: Gibt es außenpolitische Themen, die das
Wahlergebnis beeinflussen könnten?

Antwort: In etwas vager Weise tendieren die Demokraten eher zu einer Betonung von Multilateralismus,
internationaler Zusammenarbeit, ökologischen Belangen und so weiter. Mit anderen Worten: Wenn man
sarkastisch sein wollte, könnte man sie als die "Tagesordnung derjenigen, die Gutes tun" bezeichnen. Im
Gegensatz dazu sind die Republikaner mehr an
Fragen wie Macht, militärischer Bereitschaft und dem
nationalen Einsatz von Gewalt interessiert. Wiederum
vereinfacht, könnte man sie als die "SchwarzeneggerTagesordnung" bezeichnen.

Antwort: Es gibt einige Themen, die den Ausgang der
Wahlen beeinflussen, aber auf keinen Fall entscheiden
könnten. Vor allem zwei drängen sich auf. Das erste
ist der Nahe Osten. Dieses Thema könnte - aufgrund
der Probleme mit dem Irak, dem relativ kurz zurückliegenden Golfkrieg und dem großen Interesse vieler
Amerikaner an der Zukunft Israels - das Wahlverhalten
in einigen Teilen der Vereinigten Staaten beeinflussen.

Frage: Sehen Sie grundlegende philosophische
Unterschiede zwischen Republikanern und Demokraten bei außenpolitischen Themen?

Ich möchte jedoch betonen, daß dies nur marginale
Unterschiede sind. Und es gibt heute keine grundle-

AMERIKA DIENST 20

Seite 1

�gende philosophische Kollision zwischen Republikanern und Demokraten, teils, weil es keine größeren
internationalen Krisen gibt, die entscheidende Trennlinien schaffen.
Frage: Welche außenpolitischen Themen sind zu
diesem Zeitpunkt für die Demokratische Partei von
größter Bedeutung?
Antwort: Neben den von mir bereits erwähnten würde
ich Handel weit oben auf die Liste setzen, weil Handel
das Arbeitsleben in den Vereinigten Staaten betrifft,
eine besondere Bedeutung für die amerikanische
Erwerbsbevölkerung hat und mit dem Thema Wohlstand in Zusammenhang steht. Handel ist ein Bereich,
in dem die Clinton-Administration große Leistungen
vorweisen kann.
Frage: In welchem außenpolitischen Bereich haben
die beiden Präsidentschaftskandidaten Ihrer Ansicht
nach die größten Meinungsverschiedenheiten?
Antwort: Ich möchte nochmals betonen, daß es keine
grundlegenden, sondern nur marginale Meinungsverschiedenheiten gibt. Die Republikaner befürworten
beispielsweise eine etwas entschiedenere Reaktion
auf die jüngste Herausforderung durch den Irak. Von
den Republikanern weiß man, daß sie sich für ein
etwas früheres Datum der NATO-Erweiterung ausgesprochen haben als bisher von dem Kandidaten der
Demokratischen Partei angedeutet wurde.
Die Republikaner haben kritisiert, wie die Demokraten
das Thema China behandelten. Die Republikaner
tendierten zu einer Betonung der Menschenrechtsdimension. Bei diesem Thema gibt es jedoch unter
den Republikanern selbst Meinungsverschiedenheiten,
weil die Unternehmer, die vielleicht mehr dem republikanischen Kandidaten zugeneigt sind, kein
Interesse daran haben, die Menschenrechtsfrage zu
einem wichtigen Anliegen in den amerikanisch-chinesischen Beziehungen zu machen.
Frage: Einige Republikaner sagen, die jüngsten
Luftangriffe auf den Irak seien in diesem Wahljahr aus
politischen Gründen ausgeführt worden. Wie lautet
Ihre Antwort auf diese Beschuldigungen?
Antwort: Ich glaube wirklich nicht, daß es sich hierbei
überhaupt um eine Beschuldigung handelt. In einem
Wahljahr können die von nationalen Interessen
geleiteten Entscheidungsträger offensichtlich die
politischen Konsequenzen außenpolitischer Entscheidungen nicht völlig außer Acht lassen. In der Tat
ist es so, daß die Vorgehensweise des Präsidenten im
Hinblick auf den Irak von den Republikanern generell
unterstützt wurde, aber dann erklärten sie, es müßte
mehr getan werden.

Seite 2

Frage: Glauben Sie, daß die Politik in den vergangenen Wochen bei außenpolitischen Themen im Kongreß eine maßgebliche Rolle gespielt hat - beispielsweise bei der Senatsentscheidung, Maßnahmen zur
Chemiewaffenkonvention zu vertagen?
Antwort: Die Vertagung des Abschlusses der Chemiewaffenkonvention war eine politische Entscheidung, und die Bestrebungen, sie zu verabschieden,
waren ebenfalls eine politische Entscheidung. In
diesem Sinn haben beide Seiten ein politisches Spiel
gespielt und jeder kalkulierte, das negative Ergebnis
wäre für die andere Seite im innenpolitischen Bereich
schädlicher. Der Grund für die Vertagung war, daß die
Republikaner nicht als Gegner der Konvention ins
Protokoll eingehen wollten, gleichzeitig jedoch die
Ansicht vertraten, die Chemiewaffenkonvention sei
nichtsehr effektiv und einfach nur ein weiterer Vertrag
ohne jeden Biß.
Frage: Und die Meinung der Clinton-Administration
zur Chemiewaffenkonvention?
Antwort: Die Clinton-Administration äußerte, sie sei
dennoch ein Schritt zu einer internationalen Ordnung nicht idiotensicher, aber dennoch ein Schritt zu
engerer internationaler Zusammenarbeit bei der
Eindämmung der Verbreitung von Chemiewaffen.
Das waren die Argumente, die zu diesem Thema
vorgebracht wurden. Aber dahinter stand auf beiden
Seiten eine politische Rechnung. Die Demokraten
hofften, den Republikanern wäre es peinlich, wenn es
den Anschein hätte, daß sie in irgendeiner Weise
Chemiewaffen befürworteten, und die Republikaner
hofften, man könnte die Demokraten des Wunschdenkens bezichtigen.
Frage: Glauben Sie, daß die beiden großen politischen Parteien außenpolitische Themen während der
Präsidentschaftswahlkämpfe
besser
abhandeln
könnten?
Antwort: Diese Frage ist leicht zu beantworten. Die
Antwort lautet offensichtlich "Ja". Tatsache ist, daß
außenpolitische Themen im Verlauf dieses Wahlkampfs - und bedauerlicherweise während der meisten
Wahlkämpfe der vergangenen Jahre - nicht in ernsthafter und verantwortungsvoller Weise behandelt
wurden. Ich hoffe, daß es beispielsweise möglich sein
könnte - und meines Erachtens möglich sein sollte eine Debatte der Präsidentschaftskandidaten ausschließlich der Erörterung von Außenpolitik
zu
widmen. Ich hoffe, es ist möglich, ernsthafte Diskussionen zwischen den Anhängern der jeweiligen
Kandidaten zu führen, die sich mit den außenpolitischen Themen befassen. Solche Veranstaltungen
würden zur Information der Öffentlichkeit über außenpolitische Fragen beitragen und vielleicht eine klarere

AMERIKA DIENST 20

�Definition alternativer Ansätze zu außenpolitischen
Problemen herausarbeiten.
Frage: Wie schätzen Sie das Wissen der amerikanischen Öffentlichkeit über auswärtige Angelegenheiten und ihr Interesse daran ein?
Antwort: Ich muß sagen, daß es insgesamt relativ
gering ist. Die amerikanische Öffentlichkeit besitzt ein
sehr geringes Wissen der ausländischen Geschichte,
überhaupt kein Wissen ausländischer Geographie und
hat ein relativ geringes Interesse an auswärtigen
Angelegenheiten. Meines Erachtens ist dies die Folge
der kontinentalen Isolation, gewisser Unzulänglichkeiten im Bildungswesen, aber auch auf die amerikanischen Medien zurückzuführen, die sich nur mangelhaft mit Außenpolitik befassen.
Das habe ich besonders gemerkt, als ich im August
außerhalb von Washington war und im Radio die
Morgennachrichten von CBS hörte, die sich CBSWeltnachrichtenüberblick nennen. Es gab praktisch
nichts außer einer Zusammenfassung absolut trivialer
Geschichten, die sich fast ausschließlich um innenpolitische Angelegenheiten drehten. Obwohl die
Morgennachrichten Weltnachrichtenüberblick hießen,
erfuhr ich buchstäblich überhaupt keine Weltnachrichten. Dasselbe galt für die Abendnachrichten. An
dem Ort, an dem ich mich befand, konnte ich nur die
Fernsehnachrichten auf CBS TV empfangen, die auch
vorgeben, Weltnachrichten zu sein. Aber tatsächlich
gab es keine ernsthafte Berichterstattung über irgendein wichtiges internationales Thema.

mend auf den letzten Seiten. Tatsache ist, daß
Amerika sehr viel mehr mit sich selbst beschäftigt ist.
Die Institutionen und Organisationen, die den Horizont
der amerikanischen Öffentlichkeit erweitern könnten
und es meiner Meinung nach tun sollten, versagen
kläglich.
Frage: Welche Rolle spielte die Außenpolitik bei den
Präsidentschaftswahlkämpfen 1976 und 1980?
Glauben Sie, daß das Geiseldrama im Iran teilweise
dafür verantwortlich war, daß Carter 1980 nicht
wiedergewählt wurde?
Antwort: Meines Erachtens spielte die Außenpolitik
im Jahr 1976 auf zwei Ebenen eine Rolle. Zum einen
wurde die Entspannungspolitik von Nixon und Ford
von den Demokraten kritisiert, weil sie Menschenrechte nicht ausreichend berücksichtigte.
Und zum
anderen machte Präsident Ford in der Debatte der
Präsidentschaftskandidaten eine Aussage über
Osteuropa, die zu implizieren schien, daß der kommunistische Satellitenstaat Polen seiner Ansicht nach ein
völlig unabhängiger Staat sei. Das war für die Demokraten natürlich ein gefundenes Fressen, und sich
nutzten es politisch effektiv aus.
1980 trug das Geiseldrama im Iran zweifelsohne zur
Niederlage der demokratischen Administration bei.
Die demokratische Administration wurde als inkompetent, unentschlossen und schwach sowie einfach
unfähig angesehen, mit der andauernden nationalen
Demütigung fertigzuwerden.
Die Republikaner
brachten diese Punkte natürlich vor und konnten
dadurch politisch beträchtlich an Boden gewinnen.

Amerikanische Zeitungen, selbst führende nationale
Zeitungen, bringen internationale Nachrichten zuneh-

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�WAHLEN

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16. Oktober 1996

Führungsrolle und Kontinuität:
Schlüsselthemen der Republikaner
Interview mit General Brent Scowcroft

WASHINGTON - (AD) - General Brent Scowcroft zufolge ist die Rolle der Außenpolitik beim derzeitigen
Präsidentschaftswahlkampf unerheblich und wird wahrscheinlich keinen großen Einfluß auf das Wahlverhalten
der Amerikaner haben, es sei denn, vor der Wahl finden auf der internationalen Bühne "dramatische Ereignisse"
statt. Die Schlüsselthemen der Republikaner im Bereich der Außenpolitik sind bei diesem Wahlkampf
"Führungsrolle und Kontinuität", so der General.
Scowcroft war Referent für nationale Sicherheitsfragen der Präsidenten Ford und Bush sowie Militärbeauftragter
unter Präsident Nixon. Im Rahmen seiner militärischen Laufbahn hatte Scowcroft Ämter in der Organisation der
Vereinigten Stabschefs, im Hauptquartier der US-Luftwaffe sowie im Büro des Abteilungsleiters für internationale
Sicherheitsfragen im Verteidigungsministerium inne. Scowcroft ist Gründer und Präsident von The Forum for
International Policy, einer überparteilichen, gemeinnützigen Organisation, die unabhängige Meinungen zu
wichtigen außenpolitischen Fragen abgibt. Ferner ist er Präsident von The Scowcroft Group, einer Beraterfirma
für weltweit expandierende und investierende Unternehmen. Das Interview führte der Chef vom Dienst Dian
McDonald im September 1996.

Frage: Wie würden Sie die Rolle der Außenpolitik im
derzeitigen Präsidentschaftswahlkampf charakterisieren?
Antwort: Ich würde sagen, sie ist wahrscheinlich so
unmaßgeblich wie bei allen Wahlkämpfen, an die ich
mich erinnern kann. Die Außenpolitik wird sporadisch
angesprochen, ist jedoch kein wichtiges Thema im
Wahlkampf.
Frage: Glauben Sie, daß es außenpolitische Themen
gibt, die zu diesem Zeitpunkt potentielle Auswirkungen
auf den Ausgang der Wahlen haben könnten?
Antwort: Das glaube ich nicht, es sei denn, es
geschehen dramatische Ereignisse, die Auswirkungen
haben würden. Aber abgesehen davon glaube ich das
nicht. Die Außenpolitik wird eine untergeordnete Rolle
beim Wahlkampf spielen. Und meines Erachtens wird
Präsident Clinton generell sagen, daß er in der
Außenpolitik ein guter Präsident war, daß er die
Tradition der amerikanischen Außenpolitik fortgesetzt
hat, stark gewesen ist und nicht vor dem Einsatz von

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Gewalt zurückschreckte, wenn dieser angebracht war.
Und Senator Dole wird wahrscheinlich sagen: "Es gibt
keine Führung. Unsere Politik war von einer Veränderung nach der anderen gekennzeichnet. Es gab
keine Kontinuität, keine Strategie. Wir benötigen eine
kontinuierliche Außenpolitik, die durch Stärke untermauert wird, und der Präsident hat eine Aushöhlung
unseres Militärs zugelassen." Mir scheint, daß dies
das zugrundeliegende Thema sein wird, aber es wird
nicht die Einstellung vieler Wähler ändern. Sollte
jedoch etwas dramatisches geschehen, wie etwa im
Irak, mit China und der Verbreitung von Raketen, dann
könnte das Auswirkungen auf die Wahl haben. Aber
das wäre ein unvorhergesehenes Ereignis.
Frage: Die amerikanische Politik gegenüber illegalen
Einwanderern wird als das umstrittenste außenpolitische Thema für Präsident Clinton und Senator
Dole bezeichnet. Stimmen Sie dieser Einschätzung
zu?
Antwort: Meiner Ansicht nach ist es ein äußerst
emotionsgeladenes Thema. Aber Ihre Formulierung ist

Seite 1

�mir zu stark. Erstens möchte ich in Frage stellen, daß
es wirklich ein außenpolitisches Thema ist. Es ist ein
innenpolitisches Thema. Und es ist für einige wenige
wichtige Staaten wie Kalifornien, Texas und Florida
von entscheidender Bedeutung. Aber im übrigen Land
ist es ein eher abstraktes Thema und wird daher nicht
allzu viele Wähler beeinflussen.
Frage: Glauben Sie, daß es ein entscheidender Faktor
sein könnte, wie Kalifornien wählt?
Antwort: Ich denke, ja. Aber wie Sie wissen, ist man
dort nicht unbedingt nach Parteien in unterschiedliche
Lager gespalten. Es wird jedoch mehr als in jedem
anderen Staat in Kalifornien ein entscheidendes
Thema sein, danach vielleicht in Florida.
Frage: Welche außenpolitischen Themen sind für die
Republikanische Partei zum gegenwärtigen Zeitpunkt
von besonderer Bedeutung?
Antwort: Auch wenn es einige spezifische Themen
wie Bosnien und Haiti gibt, sind Führungsrolle und
Kontinuität die Themen, die die Republikaner betonen
würden.
Frage: Welche Rolle und welchen Charakter hat die
Sicherheitspolitik Ihrer Ansicht nach in den Wahlen,
jetzt, da der Kalte Krieg Geschichte ist?
Antwort: Während des Kalten Krieges waren die
Wahlen häufig das Forum von Debatten darüber, wer
gegenüber dem Kommunismus eine schwache
Haltung einnahm, wer unsere militärische Stärke nicht
aufrechterhielt und so weiter und so fort. Diese
Themen sind verschwunden. Und nach dem Ende des
Kalten Krieges ist das amerikanische Volk meines
Erachtens im Augenblick im Großen und Ganzen nicht
besonders an Außenpolitik interessiert.
Deshalb
werden die jeweiligen Wahlkampfmanager auf der
Suche nach Themen, die von Interesse für das Volk
sind, wahrscheinlich keine in der Außenpolitik finden,
weil es nichts mehr gibt, was die Menschen so interessiert, wie es die Bedrohung durch eine aggressive
Sowjetunion tat.
Frage: Sehen Sie einen grundlegenden philosophischen Unterschied zwischen den Republikanern und
den Demokraten bei außenpolitischen Themen?
Antwort: Ja, meiner Ansicht nach gibt es generelle
Unterschiede zwischen Republikanern und Demokraten. Aber wie Sie wissen, ist es etwas schwieriger,
diese Unterschiede auszumachen, weil es unterschiedliche Demokraten und unterschiedliche Republikaner gibt. Aber in dem Maße, in dem man eine
Unterscheidung treffen kann, würde ich sagen, daß
diese zweierlei Art ist. Zum einen ist es das Ausmaß,
in dem die militärische Stärke eine Rolle in der Außenpolitik spielen muß: Wie stark müssen wir militärisch im

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Vergleich zu unserer Wirtschaft sein? Und zum
anderen ist es wirklich das Ausmaß, in dem die
Themen Menschenrechte und Demokratie zu operativen Elementen der Außenpolitik werden. Es gibt
grundsätzliche Elemente für beide Parteien. Aber die
Demokraten tendieren dazu, sie operativer als die
Republikaner in dem Sinne zu machen, was unsere
Außenpolitik sein sollte.
Nehmen wir zum Beispiel China. Die Demokraten
pflegen zu sagen: "Das wichtigste im Hinblick auf die
amerikanisch-chinesischen Beziehungen ist die
Menschenrechtsbilanz Chinas, und wir müssen die
Chinesen bestrafen, bis sie ihre Menschenrechtsbilanz
in Ordnung gebracht haben." Die Republikaner
pflegen zu sagen: "China ist eine Großmacht. Wir
haben viele Interessen in China - viele sehr wichtige
Interessen, darunter auch die Menschenrechte. Aber
sie sollten die Beziehungen nicht dominieren."
Frage: Glauben Sie, daß die Republikaner während
dieses Wahlkampfs zögern, die außenpolitische Bilanz
des Präsidenten zu kritisieren?
Antwort: Nein, meines Erachtens zögern sie überhaupt nicht. In der Tat glaube ich, daß es eine gewisse Tendenz dazu gibt, insbesondere im Hinblick auf
die Führungsrolle. Aber wie ich bereits gesagt habe,
wird die Außenpolitik kein vorherrschendes Thema
sein, da sie den amerikanischen Wähler nicht so sehr
zu interessieren scheint.
Frage: Könnten Sie kurz Präsident Bushs wichtigste
außenpolitische Erfolge zusammenfassen, und
glauben Sie, daß der amerikanische Wähler diese
Leistungen im Präsidentschaftswahlkampf 1992 aus
dem Blick verloren hat?
Antwort: Meiner Ansicht nach gab es eine Reihe
wichtiger Leistungen. Die herausragendste war das
Ende des Kalten Krieges. Es war natürlich nicht
George Bush, der das Ende des Kalten Krieges
bewirkte. Hier waren Elemente im Spiel, die nicht nur
einer bestimmten Person zugeschrieben werden
können. Aber die Tatsache, daß eine so tiefgehende
und bittere Konfrontation, wie diejenige, die den Kalten
Krieg motivierte, in so kurzer Zeit enden konnte, ohne
daß ein Schuß abgefeuert wurde, ist meines Erachtens
erstaunlich. Und die Tatsache, daß der Kalte Krieg wenn Sie so wollen - stillschweigend endete und nicht
mit einer Atombombe, war eine besondere Leistung
von George Bush. Dazu kam seine Fähigkeit, die
Sowjetunion dazu zu bringen, nicht nur die Wiedervereinigung Deutschlands zu akzeptieren, sondern auch
eine Wiedervereinigung innerhalb der NATO.
Die andere Leistung, wegen der die meisten Menschen heute George Bush erinnern werden, ist der
Golfkrieg. Und da hat er meiner Ansicht nach hervorragende Arbeit geleistet in dem Sinne, daß er die

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�Aggression erkannte und eine Koalition zur Eindämmung der Aggression und ihrer Abwehr mobilisierte. Er mobilisierte die internationale Staatengemeinschaft über die Vereinten Nationen, um diese Aggression zu verurteilen und die Aktionen zu ihrer
Abwehr zu genehmigen.
Und nachdem er diese Ziele erreicht hatte, beendete
er den Golfkrieg. Dies ist einer der eindeutigsten Fälle,
wie man mit einer nicht provozierten Aggression
umgehen sollte. Ob ich glaube, daß der amerikanische Wähler diese Leistungen im Jahr 1992 aus dem
Blick verloren hat? Ich denke folgendes. Das Ende
des Kalten Krieges vollzog sich - aus der Perspektive
des amerikanischen Volkes - so mühelos, daß es
irgendwie unvermeidlich schien und niemand viel
Aufmerksamkeit darauf verwendete, wievieler Mühen
es bedurfte, daß er auf diese Weise endete. Präsident
Bush erhielt enorm viel Zustimmung für den Golfkrieg.
In der Tat stieg seine Popularität auf ungefähr 90
Prozent. Aber das Gedächtnis der Menschen ist kurz,
es gab eine wirtschaftliche Malaise im Inland und dann
erklärte der damalige Gouverneur Clinton erfolgreich:
"Unsere wirklichen Probleme liegen hier im Inland, und
wir haben einen Präsidenten, der zuviel Zeit für die
Außenpolitik aufwendet."
Frage: Sind Sie der Ansicht, daß die Republikaner
und/oder Demokraten in Präsidentschaftswahlkämpfen
außenpolitische Themen geschickter handhaben
könnten? Und wenn das der Fall ist, welchen Rat
würden Sie ihnen zur Verbesserung des Umgangs mit
Außenpolitik bei den amerikanischen Wahlen geben?
Antwort: Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.
Meines Erachtens sollte - soweit das möglich ist Außenpolitik im Wahlkampf entsprechend ihrer
Verdienste behandelt werden. Das ist jedoch sehr
schwierig. Bisher haben die Parteien - wenn während
eines Wahlkampfs Krisen auftraten - im Schulterschluß
einstimmig gehandelt. Meiner Meinung nach sollte

*

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Außenpolitik ein Wahlkampfthema sein, wird aber
hoffentlich vor dem Hintergrund ihrer Leistungen und
nicht ihrer Persönlichkeiten erörtert. Ich bin jedoch
nicht sehr optimistisch, daß das geschieht.
Frage: Könnten Sie vor dem Hintergrund Ihrer derzeitigen Tätigkeit im The Forum for International
Policy und der The Scowcroft Group noch etwas
über das Wissen der amerikanischen Öffentlichkeit
über außenpolitische Angelegenheiten und ihr Interesse daran sagen? Wie könnte man den jetzigen
Zustand ändern und würden Sie empfehlen, das
Interesse der Amerikaner an internationalen Fragen zu
vertiefen?
Antwort: Das derzeitige Wissen ist relativ gering, und
geringer als während der meisten Zeit im Kalten Krieg.
Meiner Meinung nach ist das darauf zurückzuführen,
daß das amerikanische Volk traditionsgemäß relativ
isoliert ist, Außenpolitik zwei große Ozeane entfernt
stattzufinden scheint und kein Bestandteil unseres
täglichen Lebens ist. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem
wir wahrscheinlich entweder die Grundlage für eine
Welt schaffen, die besser mit unseren Werten vereinbar ist, oder zulassen, daß die Welt einmal mehr in
einen Gefahrenzustand abdriftet, aus der wir sie - wie
schon so oft in diesem Jahrhundert - retten müssen.
Es gibt viele Menschen, die diese Botschaft verbreiten
können, und The Forum for International Policy
bemüht sich ebenfalls darum. Letztlich obliegt es
jedoch insbesondere dem amerikanischen Präsidenten, immer wieder darauf hinzuweisen, daß
Außenpolitik wichtig ist und warum sie wichtig ist und
alles zur Förderung unserer Interessen zu unternehmen. Wieder einmal verläßt sich das amerikanische
Volk in Friedenszeiten darauf, daß sein Präsident das
Richtige tut. Und es gibt ihm eine Menge Spielraum.
Daher ist die vom Präsidenten übernommene Führungsrolle meines Erachtens von entscheidender
Bedeutung.

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'9 6
16. Oktober 1996

Außenpolitik und der Präsidentschaftswahlkampf 1996
Wichtige Internetseiten

Anmerkung: USIS übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt und die Verfügbarkeit der genannten Quellen.
Diese liegt ausschließlich bei den Anbietern.

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AMERIKA DIENST 20

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�W AH L E N '9 6
16. Oktober 1996

Außenpolitik und der Präsidentschaftswahlkampf 1996
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              <text>&lt;strong&gt;1. Wahlen'96&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Beständigkeit einer überparteilichen Außenpolitik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Robert D. Schulzinger&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Faktor Außenpolitik im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Stephen Hess&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Internationale Zusammenarbeit und Handel: Schlüsselthemen der Demokraten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Interview mit Professor Zbignlew Brzezinski&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Führungsrolle und Kontinuität:&lt;br /&gt;Schlüsselthemen der Republikaner&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Interview mit General Brent Scowcroft&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außenpolitik und der Präsidentschaftswahlkampf 1996&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wichtige Internetseiten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außenpolitik und der Präsidentschaftswahlkampf 1996&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bibliographie&lt;/em&gt;</text>
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