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dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

26. September 1996

SONDERDIENST

VEREINTE NATIONEN

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

CLINTON FORDERT WELTWEITE
KAMPAGNE GEGEN TERRORISMUS
Rede des Präsidenten vor der
UN-Generalversammlung

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn
Tel.: 0228-339 2372

Fax: 0228-333 138
e-mail: bbsbonn@usia.gov
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html

�VEREINTE

NATIONEN
26. September 1996

Clinton fordert weltweite Kampagne gegen Terrorismus
Rede des Präsidenten vor der UN-Generalversammlung

NEW YORK - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir den vom Weißen Haus freigegebenen Text der Rede, die
US-Präsident Bill Clinton am 24. September 1996 vor der 51. UN-Generalversammlung hielt, nachdem er als
erster das Abkommen über ein umfassendes Atomtestverbot (Comprehensive Test Ban Treaty - CTBT)
unterzeichnet hatte.

Herr Präsident, Herr Generalsekretär, verehrte Staatsund Regierungschefs, Außenminister, Botschafter,
Exzellenzen, verehrte Gäste.
Vor drei Jahren hatte ich die Ehre, als erster nach der
Gründung der Vereinten Nationen geborener amerikanischer Präsident zu Ihnen sprechen zu dürfen. In
ihrem 51. Jahr haben die Vereinten Nationen noch
nicht alle Bestrebungen ihrer Gründerväter in die Tat
umgesetzt, aber die Ideale der Charta der Vereinten
Nationen - Frieden, Freiheit, Toleranz, Wohlstand erreichen jetzt mehr Menschen in mehr Nationen als je
zuvor.
Wir befinden uns derzeit an einem Wendepunkt in der
Geschichte, an dem Blöcke und Schranken, die lange
Zeit die Welt definierten, einem Zeitalter bemerkenswerter Chancen weichen; einer Zeit, in der mehr
Kinder und mehr Nationen zur Erfüllung ihrer Träume
in der Lage sein werden als je zuvor.
Dies ist jedoch auch ein Zeitalter neuer Bedrohungen:
Bedrohungen durch Terroristen und ihnen Vorschub
leistende verbrecherische Staaten, Bedrohungen
durch ethnisch, religiös, rassisch und stammesbedingten Haß, Bedrohungen durch internationale
Verbrecher und Drogenhändler, die alle noch gefährlicher werden, wenn sie Zugang zu Massenvernichtungswaffen erhalten.
Vor uns liegt eine zweifache Herausforderung: Die
Chance zu ergreifen, mehr Menschen in den Genuß
von Frieden und Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu
bringen sowie entschieden und schnell die durch den
Wandel hervorgerufenen Gefahren zu bekämpfen.

AMERIKA DIENST

Diese Woche unternehmen wir an diesem Ort einen
riesigen Schritt.
Mit überwältigendem globalen
Konsens werden wir das feierliche Versprechen
abgeben, für immer auf sämtliche Atomtests zu
verzichten.
Bevor ich hierher kam, hatte ich die Ehre, als erster
den Vertrag über ein umfassendes Atomtestverbot zu
unterzeichnen. Ich tat das stolz mit diesem Federhalter- demselben, den Präsident Kennedy vor 33 Jahren
zur Unterzeichnung des Vertrags zur Begrenzung von
Atomversuchen (Limited Test Ban Treaty - LTBT)
benutzte.
Der CTB-Vertrag wird dazu beitragen, die Atommächte
von der Entwicklung modernerer und gefährlicherer
Waffen abzuhalten. Er wird die Fähigkeit anderer
Staaten beschränken, in den Besitz solcher Waffen zu
gelangen. Er weist in ein Jahrhundert, in dem die
Funktion und Gefahr von Nuklearwaffen weiter verringert und letztlich beseitigt werden kann.
Ich möchte all jenen danken, die dazu beigetragen
haben, daß wir diesen Tag erleben, insbesondere dem
Vorsitzenden des Verhandlungsausschusses des
CTB-Vertrags, dem niederländischen Botschafter
Ramaker, und der australischen Regierung, die in den
Vereinten Nationen eine führende Rolle übernahm. Ich
danke dem Generalsekretär für seine Äußerungen
heute Morgen, in denen er die Kriterien, Maßstäbe und
Unterstützung der UNO als Hinterlegungsstelle für den
Vertrag festsetzte.
Die Unterzeichnung durch die erklärten Atommächte
der Welt - die Vereinigten Staaten, China, Frankreich,

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�Rußland und Großbritannien - sowie die überwältigende Mehrheit der Nationen - wird umgehend eine
internationale Norm gegen Atomtests schaffen, noch
bevor der Vertrag offiziell in Kraft tritt.
Der CTB-Vertrag ist die aus harten Verhandlungen
hervorgegangene gemeinsame Arbeit.
Manche
beschwerten sich, er schreibe keine vollständige
atomare Abrüstung zu einem bestimmten Zeitpunkt
vor. Diesen Menschen würde ich raten, nicht die
Vorteile dieser Errungenschaft aufzugeben, indem sie
die zur Erlangung dieses Ziels gemachten enormen
Fortschritte ignorieren.
Heute sind keine russischen Raketen mehr auf
Amerika gerichtet und keine amerikanischen Raketen
mehr auf Rußland. Im Rahmen der START-Verträge
verringern wir unsere Nuklearwaffenarsenale um zwei
Drittel. Die Ukraine, Belarus und Kasachstan verzichten auf die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auf ihrem Territorium verbliebenen Nuklearwaffen. Wir arbeiten mit den neuen unabhängigen
Staaten an der Verbesserung der Sicherheit von
Nukleareinrichtungen sowie der Konversion von
Nuklearwaffen zu friedlichen Zwecken.
Die Vereinigten Staaten und die anderen Atommächte
befürworten die nuklearwaffenfreien Zonen im Südpazifik und in Afrika. Die Hälfte des Landes auf der Welt
ist infolge internationaler Übereinkünfte atomwaffenfrei.
Und die Weltgemeinschaft verlängerte den Nichtverbreitungsvertrag unbeschränkt.
Dennoch haben einige der Veränderungen, die diese
Fortschritte ermöglichten, auch neue Gefahren
hervorgerufen. Der Zusammenbruch der Sowjetunion
hinterließ Nuklearmaterial auf dem gesamten Gebiet
der neuen unabhängigen Staaten. Während weltweit
die Grenzen fallen, steigt die Gefahr von Nuklearschmuggel. Wenn wir also die globalen Arsenale von
Massenvernichtungswaffen abbauen, müssen wir auch
die Gefahr verringern, daß tödliches Material in die
falschen Hände gelangt, und müssen gleichzeitig
effektive Verteidigungsmöglichkeiten für unsere
Menschen entwickeln, falls das geschehen sollte.
Die Vereinigten Staaten haben sechs Zielen oberste
Priorität eingeräumt, um die Bedrohung durch atomare
Zerstörung und die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen weiter zu verringern und um die
gefährliche Verbreitung dieser Waffen einzuschränken.
Erstens müssen wir unsere Menschen vor Angriffen
mit Chemiewaffen schützen und verbrecherischen
Staaten und Terroristen die Androhung eines Einsatzes von Giftgas erschweren, indem wir die Chemiewaffenkonvention so bald wie möglich in Kraft setzen.
Ich danke den hier vertretenen Nationen, die die
Chemiewaffenkonvention ratifiziert haben. Ich bedaure zutiefst, daß der US-Senat noch nicht über die

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Konvention abgestimmt hat, möchte Ihnen und den
Menschen überall auf der Welt aber versichern, daß
ich diesen Vertrag nicht sterben lassen werde und wir
uns den Nationen anschließen werden, die zur
Verhinderung der Weiterverbreitung von Chemiewaffen entschlossen sind.
Zweitens müssen wir das Risiko verringern, daß ein
geächteter Staat oder eine Organisation eine Nukleareinrichtung bauen können, indem wir einen Vertrag
über das Einfrieren der Produktion spaltbaren Materials für nuklearwaffenfähige Zwecke aushandeln. Die
Abrüstungskonferenz sollte sich umgehend dieser
Herausforderung widmen. Die Vereinigten Staaten,
Rußland, Frankreich und Großbritannien haben bereits
die Produktion spaltbaren Materials für waffenfähige
Zwecke eingestellt. Ich fordere die anderen Nationen
zur Beendigung der ungesicherten Produktion dieser
Materialien bis zur Fertigstellung des Vertrags auf.
Drittens müssen wir den Abbau unserer Nuklearwaffenarsenale fortsetzen. Wenn Rußland den START IIVertrag ratifiziert, sind Präsident Jelzin und ich bereit
zur Erörterung der Möglichkeiten weiterer Kürzungen
sowie zur Beschränkung und Kontrolle nuklearer
Gefechtsköpfe und Nuklearmaterials. Das wird dazu
beitragen, den Abbau irreversibel zu gestalten.
Viertens müssen wir unsere Bestrebungen zur Bekämpfung der Weiterverbreitung von Nuklearwaffen
intensivieren, indem wir den Nichtverbreitungsvertrag
stärken. Wir sollten der Internationalen AtomenergieOrganisation (IAEO) eine wichtigere Rolle und bessere
Mittel für die Durchführung weltweiter Inspektionen
geben. Unsere Strafverfolgungs- und Zollbehörden
sollten im Kampf gegen Nuklearschmuggel enger
zusammenarbeiten. Und ich fordere alle Nationen, die
das noch nicht getan haben, zur unverzüglichen
Unterzeichnung des Nichtverbreitungsvertrags auf.
Fünftens müssen wir die Menschen besser vor
denjenigen schützen, die Krankheit als Waffe im Krieg
einsetzen, indem wir der Konvention über biologische
Waffen Mittel zur Verbesserung ihrer Einhaltung
beifügen, darunter Inspektionen vor Ort, wenn wir der
Ansicht sind, daß solche Waffen eingesetzt worden
sein könnten oder wenn sich ein verdächtiger Krankheitsausbruch ereignet. Wir sollten die Erfüllung
dieser Aufgabe bis 1998 anstreben.
Schließlich müssen wir dem durch Antipersonenminen
hervorgerufenen Gemetzel ein Ende setzen - den
versteckten Killern, die jedes Jahr mehr als 25.000
Menschen töten oder verstümmeln. Im Mai habe ich
eine Reihe von Aktionen bekanntgegeben, die die
Vereinigten Staaten zur Erlangung dieses Ziels
durchführen. Heute wiederhole ich meinen Appell für
die zügige Aushandlung eines weltweiten Verbots des
Einsatzes, der Lagerung, Produktion und des Transfers von gegen lebende Ziele gerichteten Landminen.

AMERIKA DIENST

�Unsere Kinder haben Anspruch darauf, auf sicherem
Boden gehen zu können.
Vor 33 Jahren hielt Präsident Kennedy auf dem
Höhepunkt des Kalten Krieges eine Rede vor der
American University in Washington. Das Thema
seiner Ausführungen war der Frieden, jedoch kein
abstraktes Ideal des Friedens. Vielmehr rief er uns
dazu auf, sich auf einen "praktischeren, erreichbaren
Frieden" zu konzentrieren, "der nicht auf einer plötzlichen Revolution der menschlichen Natur basiert,
sondern auf der allmählichen Evolution menschlicher
Institutionen, auf einer Reihe konkreter Aktionen sowie
positiver, effektiver Abkommen, die im Interesse aller
Betroffenen liegen".
In derselben Rede gab er auch die baldige Aufnahme
von Gesprächen in Moskau über einen Vertrag über
ein umfassendes Atomtestverbot bekannt. Präsident
Kennedys Vision überstieg die damaligen Möglichkeiten. Aber seine Worte haben immer noch Gültigkeit. Während wir unsere Namen unter den CTBVertrag setzen - den am längsten angestrebten und
am härtesten erkämpften Preis in der Geschichte der
Rüstungskontrolle - wollen wir die Zuversicht früherer
Pioniere aufbieten und die Herausforderungen des
neuen Jahrhunderts ins Auge fassen.
In den letzten drei Jahren haben wir bei der Bewältigung dieser Herausforderungen den richtigen Kurs
eingeschlagen. In Bosnien, wo der Krieg vorüber ist
und die Menschen vor zehn Tagen friedliche Wahlen
veranstalteten, haben wir den richtigen Kurs eingeschlagen. Jetzt müssen wir Bosnien beim Aufbau
einer Zukunft in Einheit, Demokratie und Frieden
helfen. In Haiti, wo die Diktatoren verschwunden sind,
es wieder Demokratie gibt und die Abwanderung von
Flüchtlingen aufgehört hat, haben wir den richtigen
Kurs eingeschlagen. Jetzt müssen wir dem haitianischen Volk helfen, die umfassenden Vorteile der
Freiheit zu genießen und eine Zukunft in mehr Wohlstand aufzubauen.
Im Nahen Osten und in Nordirland werden Fortschritte
zu einem dauerhaften Frieden gemacht, und wir sind
auf dem richtigen Kurs. Jetzt müssen wir weitere
Fortschritte zwischen Israel und den Palästinensern
fördern und den Kreis des Friedens erweitern, um
noch mehr Nachbarn Israels einzubeziehen. Wir
müssen dazu beitragen, daß die Kinder in Belfast die
Chance erhalten, ein normales Leben zu führen.
Die Tatsache, daß Demokratien Märkte öffneten und
der Frieden auf der ganzen Welt Fuß faßt, zeigt, daß
wir auf dem richtigen Kurs sind. Hier auf dem amerikanischen Kontinent hat mit einer Ausnahme jede Nation
die Flagge der Freiheit gehißt. In Zentraleuropa,
Rußland, der Ukraine und den anderen neuen unabhängigen Staaten verdienen die Kräfte der Reform
all unseren Respekt und werden weiterhin die Unter-

AMERIKA DIENST

stützung der Vereinigten Staaten genießen. Jetzt
müssen wir damit beginnen, die neuen Demokratien
Europas in die NATO aufzunehmen, die Partnerschaft
der NATO mit Rußland zu stärken und ein sicheres
und ungeteiltes Europa aufzubauen.
In Asien überredeten Südkorea, Japan, China und
Amerika gemeinsam Nordkorea zum Einfrieren seines
Nuklearprogramms unter internationaler Überwachung. Jetzt müssen wir nach den provozierenden
Aktionen Nordkoreas einen dauerhaften Frieden für
das gesamte koreanische Volk anstreben.
Unser Planet ist sicherer aufgrund unserer gemeinsamen Bestrebungen zur Schließung von Tschernobyl,
zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels, zum Schutz der Wälder und Ozeane der
Welt. Jetzt müssen wir unsere Pflicht als Hüter
unserer Umwelt erfüllen, damit wir unseren Kindern
einen noch gesünderen Planeten hinterlassen können.
Wir alle müssen unsere historischen Bestrebungen
zum Aufbau eines besseren, globaleren Handelssystems für das 21. Jahrhundert fortsetzen. Wir haben
bemerkenswerte Fortschritte gemacht, aber es muß
mehr zur Öffnung von Märkten und Schaffung von
Millionen neuer Arbeitsplätze für all unsere Menschen
getan werden.
In dieser Zeit der Herausforderung und des Wandels
sind die Vereinten Nationen wichtiger denn je, denn
unsere Welt ist interdependenter denn je. Die meisten
Amerikaner wissen das. Bedauerlicherweise ignorieren manche Amerikaner in ihrem Bestreben sich der
Probleme der Welt zu entledigen und sich vielleicht
stärker auf unsere eigenen Probleme zu konzentrieren, was die Vereinten Nationen getan haben. Sie
ignorieren die Vorteile der Zusammenarbeit sowie
unsere wechselseitige Abhängigkeit bei der Gestaltung
einer besseren Zukunft. Sie ignorieren alles, was die
Vereinten Nationen unternehmen, um das Leben von
Millionen Menschen zu verbessern, indem sie den
Frieden bewahren, Kinder impfen, sich um Flüchtlinge
kümmern und die Vorteile des Fortschritts mit allen auf
der Welt teilen. Sie erschweren es den Vereinigten
Staaten, ihren Verpflichtungen gegenüber den Vereinten Nationen nachzukommen.
Ich möchte Ihnen allen jedoch versichern, daß die
überwältigende Mehrheit der Amerikaner die Vereinten
Nationen unterstützt - nicht nur, weil sie unsere
eigenen Ideale widerspiegeln, sondern auch weil sie
unsere Interessen stärken. Wir müssen weiterhin
daran arbeiten, die Unterstützung der UNO durch
unser Volk offenkundig werden zu lassen.
Zum 51. Mal in Folge sind die Vereinigten Staaten der
größte Beitragszahler der UNO: Wir zahlen unsere
Schulden, und ich verpflichte mich zur Abzahlung
unserer angehäuften Verbindlichkeiten.
Jedoch

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�unterstützen wir auch den Reformprozeß, in dessen
Rahmen großartige Arbeit zur Reformierung und
Verschlankung der Bürokratie und Kontrolle des
Haushalts geleistet wurde und der fortgesetzt werden
sollte.
Ferner sind wir der Ansicht, daß wir alle - die Nationen
der Welt - durch Zusammenarbeit mehr zur Bekämpfung des Terrorismus unternehmen sollten. Letztes
Jahr forderte ich die hier versammelten Nationen dazu
auf, sich der vollständigen Ablehnung von Aggression,
Terrorismus und gesetzlosem Verhalten zu verpflichten. Offen gesagt, haben wir das noch nicht
getan. Klare Ablehnung bedeutet, Terroristen, die
Unschuldige ermorden, und Drogenhändlern, die
unsere Kinder vergiften, keine Hilfe und keine Zuflucht
zu gewähren. Und sie bedeutet, alles in unserer
Macht Stehende zu unternehmen, damit Massenvernichtungswaffen nicht in die falschen Hände gelangen.
Klare Ablehnung verlangt von uns die Isolierung der
Staaten, die nicht die von uns allen akzeptierten
Regeln zivilisierten Verhaltens befolgen. Solange der
Irak seine Nachbarn und Menschen bedroht, solange
der Iran Terroristen hilft und ihnen Schutz gewährt,
solange Libyen die Auslieferung der für den Bombenanschlag auf Pan Am Flug 103 Verantwortlichen
verweigert, solange sollten diese Länder keine vollwertigen Mitglieder der Familie der Nationen werden.
Die Vereinigten Staaten verfolgen eine aus drei Teilen
bestehende Strategie zur Bekämpfung von Terroristen
- im Ausland durch engere Zusammenarbeit mit
gleichgesinnten Nationen, im Inland durch die Ausstattung unserer Strafverfolgungsbehörden mit den
härtesten verfügbaren Terrorismusbekämpfungsinstrumenten und indem wir alles in unserer Macht
Stehende unternehmen, unsere Flughäfen und die uns
verbindenden Flugzeuge noch sicherer zu gestalten.
Ich habe unseren Kongreß zur Erfüllung dieser
Verpflichtungen um mehr als eine Milliarde Dollar
ersucht, und wir setzen den Plan des Vizepräsidenten
für Luftfahrtsicherheit in die Tat um, damit die in die
Vereinigten Staaten Ein- und Ausreisenden sowie die
innerhalb unseres Landes Reisenden sicherer sind.
Es gibt weitere Schritte, die wir zusammen unternehmen müssen. Im vergangenen Jahr habe ich darauf
gedrängt, daß wir zusammen gegen Geldwäsche und
Briefkastenfirmen vorgehen, daß wir die grauen Märkte
für Feuerwaffen, Explosivstoffe und gefälschte Papiere
schließen, weltweit mehr Zentren für Strafverfolgungsbehörden eröffnen und die Schutzvorrichtungen für
todbringendes Material erhöhen. Auf jedem dieser
Gebiete haben wir Fortschritte gemacht - im Rahmen
der UNO, beim Anti-Terror-Gipfel in Scharm el
Scheich, bei der Terrorismuskonferenz in Paris sowie
im Alleingang.

Seite 4

Jetzt sollten wir die von mir letztes Jahr vorgeschlagene Erklärung über Verbrechen und öffentliche Sicherheit annehmen. Sie beinhaltet die Verweigerung
von Schutz, damit wir den Terroristen, Verbrechern
und Drogenhändlern mit einer Stimme sagen können:
Ihr habt keinen Zufluchtsort und kein Versteck.
Ich rufe jedes Mitglied zur Ratifizierung der elf internationalen Konventionen auf, die zur Verhinderung und
Bestrafung von Terrorismus und zur Bestrafung des
Einsatzes von Explosivstoffen bei Terroranschlägen
beitragen. In jeder Nation, deren Kinder Opfer von
Drogen werden, und in jeder Nation, die Drogen
herstellt, müssen wir mehr unternehmen, um die
Nachfrage zu senken und illegale Drogen vom Markt
und von der Straße zu nehmen.
Die Vereinigten Staaten werden das Ihrige tun.
Nächste Woche werde ich militärische Ausrüstung und
Ausbildung im Wert von über 100 Millionen Dollar für
Mexiko, Kolumbien sowie andere Staaten Südamerikas und der Karibik anvisieren. Diese Mittel werden
unseren Freunden bei der Unterbindung des Drogenflusses an der Quelle helfen. Jetzt fordere ich alle
Nationen, die zur Produktion illegaler Rauschmittel
erforderliche Chemikalien herstellen, zur Gründung
einer Arbeitsgruppe auf, deren Mitglieder sich dafür
einsetzen, daß die Drogenhersteller nicht in den Besitz
dieser Chemikalien gelangen.
Wir dürfen nicht
zulassen, daß noch mehr Drogen dunkle Schatten auf
den Anbruch des kommenden Jahrhunderts werfen.
Unsere Pflicht zur Bekämpfung all dieser Kräfte der
Zerstörung steht in direktem Zusammenhang mit
unseren Bestrebungen zur Verringerung der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen. Wir sind
uns alle bewußt, daß wir dagegen nicht immun sind.
Wir sahen sie, als unsere Freunde in Japan in der
Tokioter U-Bahn der mörderischen Macht einer kleinen
Phiole Saringas ausgeliefert waren. Wir wissen, daß
eine kleine Menge Plutonium für den Bau einer
Atombombe ausreicht. Wir wissen, daß angesichts
der diese Zeit kennzeichnenden schnellen Entwicklung
und offenen Grenzen mehr gefährliche Menschen
Zugang zu Materialien zur Massenvernichtung haben.
Das Streben nach der Lösung dieser Probleme in den
Waffenarsenalen dieser Welt und der Verhinderung
ihrer Verbreitung hat für uns alle eine neue und starke
Dringlichkeit angenommen.
Daher wollen wir unsere Entschlossenheit zur Bekämpfung verbrecherischer Staaten, Terroristen und
Verbrecher erhöhen, die unsere Sicherheit, unsere
Lebensweise und die Möglichkeiten unserer Kinder im
21. Jahrhundert bedrohen. Wir wollen uns erneut dazu
verpflichten sicherzustellen, daß sie nicht in den Besitz
von Massenvernichtungswaffen gelangen. Wir wollen
härter denn je dafür arbeiten, die nukleare Bedrohung
zu beseitigen, die die Weltbühne zu lange verdunkelt
hat. Wir wollen diese wichtigen Aufgaben zu unserer

AMERIKA DIENST

�gemeinsamen Verpflichtung machen. Wenn wir das
tun, werden wir zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf
eine bessere, sicherere Welt zusteuern - die bessere

und sicherere Welt, deren Aufbau die Vereinten
Nationen seit 51. Jahren anstreben.
Ich danke Ihnen.

* * * * *

AMERIKA DIENST

Seite 5

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