<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2437" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2437?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T23:44:51+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2448">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/96aea6cb81710c4cf0c8e6748255d7cd.pdf</src>
      <authentication>629663c592bd7151d88ae4db578b2eaa</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="12636">
                  <text>ciniGrikci&#13;
dienet&#13;
&#13;
Herausgeber: U.S. Information Service&#13;
Embassy of the United States of America&#13;
&#13;
Z12462 C&#13;
15&#13;
&#13;
7. August 1996&#13;
&#13;
ASEAN&#13;
&#13;
AMERIKANISCHES ENGAGEMENT FÜR&#13;
SICHERHEIT UND WOHLSTAND&#13;
UNERLÄSSLICH&#13;
Rede von Außenminister Christopher&#13;
&#13;
BOSNIEN&#13;
&#13;
DIE SICHERUNG DES FRIEDENS IN BOSNIEN&#13;
von John Kornblum&#13;
&#13;
AUSSENPOLITIK&#13;
&#13;
ISOLATIONISMUS WIRD AMERIKA SCHADEN&#13;
Rede von ACDA-Direktor John Holum&#13;
&#13;
WIRTSCHAFT&#13;
&#13;
DIE WIRTSCHAFTLICHEN UND DIPLOMATISCHEN ZIELE DER VEREINIGTEN STAATEN&#13;
Rede von Staatssekretärin Joan Spero&#13;
&#13;
UMWELT&#13;
&#13;
DIE UMWELT ALS TAGESORDNUNGSPUNKT&#13;
FÜR DIE NACHRICHTENDIENSTE&#13;
Rede von CIA-Direktor John Deutch&#13;
&#13;
Informationen über die Politik der US-Regierung und&#13;
die Vereinigten Staaten im allgemeinen können&#13;
auf der Home Page von USIS-Deutschland&#13;
im World Wide Web des Internet unter&#13;
http://www.usia.gov/posts/bonn.html&#13;
abgerufen werden.&#13;
&#13;
Um Übersendung von&#13;
Belegexemplaren&#13;
wird gebeten&#13;
&#13;
Deichmanns Aue 29&#13;
D 53170 Bonn&#13;
&#13;
Tel.: 0228-339 2372&#13;
&#13;
Fax: 0228-333 138&#13;
e-mail: bbsbonn@usia.gov&#13;
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html&#13;
&#13;
�ASEAN&#13;
7. August 1996&#13;
&#13;
Amerikanisches Engagement&#13;
für Sicherheit und Wohlstand unerläßlich&#13;
Rede von Außenminister Christopher&#13;
&#13;
JAKARTA - (AD) - "Die Vereinigten Staaten teilen die Überzeugung nahezu aller asiatischen Nationen, daß das&#13;
amerikanische Engagement für die Sicherheit und den Wohlstand der asiatisch-pazifischen Region ... nach wie&#13;
vor unerläßlich ist", äußerte Außenminister Warren Christopher am 23. Juli 1996 vor dem regionalen Forum des&#13;
Verbands Südostasiatischer Nationen ASEAN.&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Außenministers im Wortlaut.&#13;
&#13;
Es ist mir eine Ehre, Leiter der amerikanischen&#13;
Delegation beim dritten Treffen des regionalen Forums&#13;
des ASEAN (ASEAN Regional Forum - ARF) sein zu&#13;
dürfen. Im Namen der Vereinigten Staaten möchte ich&#13;
Außenminister Alatas von Indonesien für seine im&#13;
vergangenen Jahr geleistete harte Arbeit danken, um&#13;
den Erfolg unseres heutigen Treffens sicherzustellen.&#13;
Die Anwesenheit von 21 Nationen an diesem Tisch&#13;
steht für die durch das Ende des Kalten Krieges&#13;
herbeigeführten großen Veränderungen in der&#13;
asiatisch-pazifischen Region. Vor einem Jahrzehnt&#13;
wäre der Gedanke, daß wir uns alle hier versammeln,&#13;
um Sicherheitsbelange anzusprechen, wahrscheinlich&#13;
so weit hergeholt erschienen wie die Voraussage im&#13;
Jahr 1945, Asien würde die Welt beim Wirtschaftswachstum anführen.&#13;
Obwohl unsere Nationen nie eine größere Chance zur&#13;
Zusammenarbeit für Frieden und Stabilität hatten,&#13;
bleiben wichtige Herausforderungen bestehen. Das&#13;
Wirtschaftswachstum kurbelt Kooperation und Integration an, aber der Konkurrenzkampf um Ressourcen und Märkte schafft neue Spannungen. Viele&#13;
asiatische Nationen befinden sich in einem Prozeß des&#13;
Übergangs. Und wir alle müssen komplexe neue&#13;
Bedrohungen bekämpfen wie die Verbreitung von&#13;
Massenvernichtungswaffen, Terrorismus, Verbrechen&#13;
und Drogenhandel sowie die weitreichenden Konsequenzen der Umweltzerstörung.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Die Vereinigten Staaten teilen die Überzeugung&#13;
nahezu aller asiatischen Nationen, daß das amerikanische Engagement für die Sicherheit und den Wohlstand der asiatisch-pazifischen Region in diesem&#13;
neuen Zeitalter nach wie vor unerläßlich ist. Präsident&#13;
Clinton hat erkannt, daß diese Region seit dem Ende&#13;
des Kalten Krieges wichtiger für unsere Interessen ist&#13;
als je zuvor. Es sollte absolut kein Zweifel daran&#13;
bestehen, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen,&#13;
weiterhin eine pazifische Macht zu bleiben. Während&#13;
der vergangenen drei Jahre hat der Präsident in&#13;
Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten und&#13;
Freunden eine Reihe wichtiger strategischer Entscheidungen zur Verstärkung unseres Engagements&#13;
getroffen - durch unsere Bündnisse, unsere vornestationierte Präsenz, unsere Verpflichtung zur weiteren&#13;
Stationierung von ungefähr 100.000 Soldaten im&#13;
Pazifik und unsere Beteiligung an regionalen Sicherheitsdialogen wie diesem. Unser Ziel ist, zum&#13;
Aufbau einer pazifischen Gemeinschaft beizutragen,&#13;
die auf unseren gemeinsamen Interessen, gemeinsamen Zielen und dem Streben nach nützlicher&#13;
Zusammenarbeit für beide Seiten gründet.&#13;
Die Grundlage unseres Engagements in der Region&#13;
bilden nach wie vor unsere fünf Bündnisse, angefangen von unserer Partnerschaft mit Japan. Die von&#13;
Präsident Clinton und Ministerpräsident Hashimoto im&#13;
April unterzeichnete gemeinsame Erklärung wird die&#13;
Fähigkeit unseres Bündnisses zur Förderung von&#13;
Sicherheit und Stabilität für alle Nationen in der Region&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�stärken. Durch ihre gemeinsamen Bestrebungen zur&#13;
Lösung der atomaren Krise und der Erlangung eines&#13;
dauerhaften Friedens auf der koreanischen Halbinsel&#13;
haben die Vereinigten Staaten und Südkorea ihre&#13;
Beziehungen verstärkt und ihre Zusammenarbeit&#13;
erweitert. Wir haben unsere starken Bande zu Thailand, den Philippinen und Australien bekräftigt, wohin&#13;
ich in zwei Tagen reisen werde, um Wege zur Vertiefung der amerikanisch-australischen Zusammenarbeit&#13;
zu sondieren. Wir haben unsere Sicherheitsarrangements mit unseren ASEAN-Partnern erweitert.&#13;
&#13;
Wir begrüßen die vom ARF im vergangenen Jahr&#13;
erzielten Fortschritte. Insbesondere in Bereichen wie&#13;
Vertrauensbildung, friedenssichernde Operationen&#13;
sowie Such- und Rettungsaktionen wird die Arbeit des&#13;
ARF die Sicherheit und Stabilität verbessern. Das&#13;
Engagement der Vereinigten Staaten im ARF wird sich&#13;
verstärken, vor allem während sich das ARF zu einem&#13;
Forum für präventive Diplomatie entwickelt. Wir wollen&#13;
die Fähigkeit des ARF zur Erörterung wichtiger&#13;
regionaler Sicherheitsfragen in einer bedeutenden&#13;
Weise gewährleisten.&#13;
&#13;
Ferner haben wir unser Engagement für andere&#13;
Nationen verstärkt und ein neues Kapitel unserer&#13;
Beziehungen zu Vietnam geöffnet, setzen unsere&#13;
Unterstützung der Reformen in Rußland fort und&#13;
erweitern unsere Zusammenarbeit mit Indien.&#13;
&#13;
Die Vereinigten Staaten sind der Überzeugung, daß&#13;
das ARF weiterhin eine konstruktive Rolle bei der&#13;
Entschärfung von Spannungen im Zusammenhang mit&#13;
territorialen Ansprüchen im südchinesischen Meer und&#13;
auf die Spratly-Inseln spielen kann. Die Sicherstellung&#13;
der Navigationsfreiheit in Wasserstraßen, auf denen&#13;
25 Prozent der Güter der Welt transportiert werden, ist&#13;
entscheidend für die Sicherheit und den Wohlstand der&#13;
asiatisch-pazifischen Region. Die Vereinigten Staaten&#13;
stehen zu den Prinzipien ihrer Erklärung vom 10. Mai&#13;
1995: Obwohl wir keine Position zu individuellen&#13;
territorialen Ansprüchen beziehen, werden wir keine&#13;
hinnehmen, die nicht im Einklang mit dem Völkerrecht&#13;
stehen, einschließlich dem Seerecht der Vereinten&#13;
Nationen aus dem Jahr 1992. Wir lehnen den Einsatz&#13;
oder die Androhung von Gewalt ab, fordern alle&#13;
Parteien zur Intensivierung ihrer diplomatischen&#13;
Anstrengungen auf und sind bereit, in jeder Weise zu&#13;
helfen, die eine klagende Partei als nützlich erachtet.&#13;
&#13;
Natürlich wird keine Nation eine größere Rolle bei der&#13;
Gestaltung der Zukunft Asiens spielen als China. Die&#13;
kontinuierliche Modernisierung und Entwicklung des&#13;
Landes ist unabdingbar für die Sicherheit und den&#13;
Wohlstand der asiatisch-pazifischen Region und der&#13;
Welt. Wir haben hart gearbeitet, um ein breites&#13;
Spektrum gemeinsamer Interessen zu fördern und vor&#13;
kurzem mehrere wichtige Übereinkommen erzielt, die&#13;
unsere gemeinsame Verpflichtung zu Nichtverbreitung&#13;
sowie erweitertem Handel und Investitionen stärken.&#13;
Wir sind uns bewußt, daß es weiterhin Meinungsverschiedenheiten geben wird, die wir konstruktiv beilegen müssen. Die Vereinigten Staaten sind fest von der&#13;
Notwendigkeit überzeugt, ein stabiles Umfeld für die&#13;
friedliche Lösung von Problemen zwischen der&#13;
Volksrepublik China und Taiwan sicherzustellen. Wir&#13;
ermutigen beide Seiten zu weiteren Schritten zur&#13;
Verringerung der Spannungen in der Straße von&#13;
Taiwan, darunter die Wiederaufnahme des Dialogs&#13;
über die Überquerung der Straße. Ich blicke weiteren&#13;
Fortschritten bei meinem Treffen hier mit Außenminister Qian Qichen erwartungsvoll entgegen unserem 14. seitdem ich Außenminister wurde.&#13;
Die Vereinigten Staaten vertreten die Auffassung, daß&#13;
ihre Beteiligung am regionalen Forum des ASEAN,&#13;
dem nordostasiatischen Sicherheitsdialog und anderen&#13;
Mechanismen ihre bilateralen Bestrebungen zur&#13;
Förderung der Stabilität ergänzen. Im vergangenen&#13;
Jahr fanden über 130 multilaterale Treffen über&#13;
Sicherheitsfragen in der asiatisch-pazifischen Region&#13;
statt - ein Beweis dafür, daß Harold Macmillan nicht&#13;
der einzige war, der an den Satz "Reden ist besser als&#13;
Krieg" glaubte. Dieses neue Netz von Kontakten trägt&#13;
zur Verringerung von Spannungen und Mißtrauen bei&#13;
und fördert gewohnheitsmäßige Konsultationen. Das&#13;
ARF - der einzige regionale Sicherheitsdialog auf&#13;
Regierungsebene - hat den Weg durch Förderung des&#13;
Dialogs, Ermutigung von Transparenz und Erweiterung&#13;
der Zusammenarbeit geebnet.&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Wir begrüßen auch die kontinuierliche Unterstützung&#13;
der Bestrebungen zur Erlangung eines dauerhaften&#13;
Friedens auf der koreanischen Halbinsel durch das&#13;
ARF. Das mit Hilfe unserer Verbündeten und Partner&#13;
erzielte Rahmenabkommen zwischen den Vereinigten&#13;
Staaten und der Demokratischen Volksrepublik&#13;
Nordkorea hat die Beseitigung einer verhängnisvollen&#13;
Bedrohung der regionalen Sicherheit eingeleitet. Das&#13;
nordkoreanische Nuklearprogramm ist unter internationaler Überwachung eingefroren. Die Umsetzung&#13;
der Bedingungen des Rahmenabkommens hat das&#13;
Konfliktrisiko dramatisch reduziert und den Weg zu&#13;
Fortschritten mit Nordkorea bei Problemen wie der&#13;
Nichtverbreitung von Raketen und Vermißten geebnet.&#13;
Die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten&#13;
Staaten, Südkorea und Japan ist stärker als je zuvor.&#13;
Und wir drängen Nordkorea weiterhin zu einer positiven Reaktion auf den von Präsident Kim und Präsident&#13;
Clinton unterbreiteten Vorschlag zu Vierparteiengesprächen zwischen den Vereinigten Staaten,&#13;
Südkorea, Nordkorea und China.&#13;
Jeder von uns hat ein großes Interesse an der Förderung dieser positiven Entwicklungen auf der Halbinsel. Ich darf Ihnen versichern, daß Präsident Clinton&#13;
sich der Sicherstellung starker Unterstützung des&#13;
Rahmenabkommens durch die Vereinigten Staaten&#13;
verpflichtet hat. Aber während die zur Umsetzung des&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�Rahmenabkommens ins Leben gerufene Energieentwicklungsorganisation der koreanischen Halbinsel&#13;
(Korean Peninsula Energy Development Organization KEDO) Fortschritte macht, sieht sie sich mit einer&#13;
beträchtlichen Finanzierungslücke konfrontiert. Viele&#13;
der hier vertretenen Nationen sind der KEDO bereits&#13;
behilflich. Ich fordere diejenigen, die noch keine Hilfe&#13;
leisten, zu maßgeblicher und kontinuierlicher Unterstützung auf. Gemessen an den Kosten verschärfter&#13;
Spannungen - ganz zu schweigen von einem bewaffneten Konflikt - ist diese Unterstützung eine verantwortungsvolle Investition in die Sicherheit und den&#13;
Wohlstand der asiatisch-pazifischen Region. Alle&#13;
unsere Nationen haben ferner ein Interesse an der&#13;
Wiederaufnahme des Nord-Süd-Dialogs, der zur&#13;
Beendigung der grausamen Teilung der Halbinsel&#13;
unerläßlich ist.&#13;
Seit seiner Gründung ist sich das ARF der Bedrohung&#13;
für regionale und globale Sicherheit durch die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen bewußt. Jetzt&#13;
haben unsere Nationen die Chance, auf der letztes&#13;
Jahr ausgehandelten unbegrenzten Verlängerung des&#13;
Nichtverbreitungsvertrags ( N W ) durch die Unterstützung des Abschlusses eines Vertrags über ein umfassendes Atomtestverbot (Comprehensive Test Ban&#13;
Treaty - CTBT) aufzubauen, der Nuklearexplosionen&#13;
für immer verbieten wird. Die aktuelle Version des&#13;
Vertrags ist ein konkreter und unerläßlicher Schritt zur&#13;
weiteren nuklearen Abrüstung, und wir fordern alle in&#13;
der Kommission für Abrüstung vertretenen Nationen zu&#13;
seiner Unterstützung auf.&#13;
Wir appellieren an die ARF-Teilnehmer, ihre Unterstützung für die globalen Nichtverbreitungsregime mit&#13;
einschneidenden&#13;
Exportkontrollmaßnahmen&#13;
zu&#13;
verstärken, die den destabilisierenden Transfer&#13;
sicherheitsempfindlicher Güter und Technologien&#13;
verhindern. Da moderne Rüstungsgüter das Potential&#13;
besitzen, alte regionale Rivalitäten zu schüren, sind die&#13;
Ermutigung von Transparenz und Zurückhaltung beim&#13;
Waffentransfer nach wie vor wichtig für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Stabilität. Wir sollten&#13;
uns weiterhin auf die Möglichkeit konzentrieren, unsere&#13;
Beteiligung am UN-Register für konventionelle Waffentransfers zu verbessern und im nächsten Jahr ein&#13;
regionales Register entwickeln.&#13;
Als Organisation, die sich dem "konsultativen Dialog&#13;
und Konsultationen über politische und Sicherheitsinteressen von gemeinsamem Interesse und Anliegen"&#13;
verschrieben hat, sollte das ARF auch die Auswirkungen der derzeitigen Gegebenheiten in Burma auf die&#13;
Region berücksichtigen. Die Weigerung der SLORC,&#13;
dem Wunsch der Mehrheit des burmesischen Volkes&#13;
nach demokratischer Herrschaft nachzugeben und die&#13;
zunehmende Schikanierung der demokratischen&#13;
Opposition verletzen nicht nur grundlegende, universelle Menschenrechte, sondern vergrößern auch&#13;
die Möglichkeit von Instabilität, Blutvergießen und&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Migration innerhalb Burmas und über die Grenzen&#13;
hinaus. Die stetige wachsende Beeinträchtigung der&#13;
Rechtsstaatlichkeit hat die Bedrohung vergrößert, die&#13;
Burmas florierender Drogenhandel für die Bürger von&#13;
Bangkok bis Berlin und von Schanghai bis San&#13;
Francisco darstellt.&#13;
Der Ansatz unserer Nationen zu Burma mag unterschiedlich sein, wir haben jedoch ein gemeinsames&#13;
Interesse und ein gemeinsames Ziel: Einen bedeutungsvollen politischen Dialog, der zu größerer&#13;
Stabilität und Offenheit führt. Präsident Clinton hat vor&#13;
kurzem zwei Sondergesandte zu engen Konsultationen mit Freunden und Verbündeten in die Region&#13;
entsandt.&#13;
Es ist von Bedeutung, daß wir unser&#13;
Engagement für Burma zur Förderung konkreter&#13;
Ergebnisse nutzen, insbesondere nach diesen Treffen&#13;
in Jakarta. Burmas Beteiligung am ARF und die&#13;
engeren Beziehungen des Landes zum ASEAN&#13;
unterstreichen wie wichtig es ist, daß der Versöhnungsprozeß Fortschritte macht und nicht Rückschläge erleidet.&#13;
Die kontinuierlichen Fortschritte Kambodschas zur&#13;
Aussöhnung und beim Wiederaufbau sind ebenfalls&#13;
unabdingbar für die regionale Sicherheit. Die Vereinigten Staaten begrüßen Kambodschas Aufnahme&#13;
als Vollmitglied des ASEAN im Jahr 1997. Wir haben&#13;
uns zu Hilfe bei der stetigen Demokratisierung und&#13;
Entwicklung verpflichtet und sind der Auffassung, daß&#13;
starke internationale Unterstützung für kommunale&#13;
Wahlen im Jahr 1997 und nationale Wahlen im Jahr&#13;
1998 unerläßlich für die Erlangung dieser Ziele ist.&#13;
Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit noch auf ein weiteres&#13;
Thema lenken: Die Bedrohung, die Terrorismus für&#13;
alle unsere Länder darstellt. Von Tokio bis Manila&#13;
wurde die Region Zeuge der grausamen Bedrohung&#13;
durch diese gesetzlosen Mörder. Wir fordern alle&#13;
Nationen dringend zur Ratifizierung der 11 bestehenden internationalen Abkommen zur Terrorismusbekämpfung und zur Verabschiedung praktischer&#13;
Maßnahmen für die Bekämpfung des Terrorismus auf,&#13;
die beim Treffen der P-8 im vergangenen Monat in&#13;
Lyon befürwortet wurden.&#13;
Wir sehen der Zusammenarbeit zur Erfüllung der&#13;
ehrgeizigen Ziele der Arbeitsgruppen des nächsten&#13;
Jahres erwartungsvoll entgegen.&#13;
Unsere sieben&#13;
Treffen zwischen den Sitzungsperioden bieten uns die&#13;
Chance zur Erweiterung unserer Kooperation auf&#13;
wichtige neue Bereiche, von Koordinierung der&#13;
Katastrophenhilfe bis zu gemeinsamen Bestrebungen&#13;
zur Entschärfung von Landminen. Wir sind besonders&#13;
erfreut über die Zustimmung Chinas, gemeinsam mit&#13;
den Philippinen Zusammenkünfte zu vertrauensbildenden Maßnahmen zu veranstalten. Um greifbare&#13;
Ergebnisse der ARF-Aktivitäten des nächsten Jahres&#13;
sicherzustellen, sollten wir die größere Beteiligung von&#13;
Vertretern des Militärs und der Rüstungsindustrie&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�ermutigen - ein entscheidender Schritt für das Ziel des&#13;
ARF von Vertrauensbildung und praktischer Zusammenarbeit.&#13;
In den vergangenen drei Jahren hat die Verpflichtung&#13;
des ARF zu Konsultationen und Konsens Früchte&#13;
getragen. Die Fähigkeit der ARF-Mitglieder zur&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
Erörterung sicherheitsempfindlicher Themen mit&#13;
Offenheit und gegenseitigem Respekt wird entscheidend für den dauerhaften Erfolg dieses Forums sein.&#13;
Jetzt haben wir die Verantwortung, den Inhalt unserer&#13;
Treffen zum Symbol unseres Erfolgs zu machen.&#13;
Ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�BOSNIEN&#13;
7. August 1996&#13;
&#13;
Die Sicherung des Friedens in Bosnien&#13;
von John Kornblum&#13;
&#13;
(AD) - Der nachfolgende Artikel wurde vom Abteilungsleiter für europäische und kanadische Angelegenheiten im&#13;
US-Außenministerium, John Kornblum, verfaßt und erschien erstmals am 14. Juli 1996 im Sunday Star-Ledger&#13;
von Newark. Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von The Sunday Star-Ledger.&#13;
Copyright © 1996 The Sunday Star-Ledger.&#13;
&#13;
Sieben Monate nach seiner Unterzeichnung wird das&#13;
Abkommen von Dayton nahezu ständig einer Prüfung&#13;
unterzogen. In den Nachrichten finden wir abwechselnd Berichte über Erfolge und Konflikte. Die Kämpfe&#13;
wurden eingestellt - aber ist der Frieden wirklich&#13;
möglich? Die realistische Beantwortung dieser Frage&#13;
ist für die Zukunft Europas und die Rolle der Vereinigten Staaten auf dem alten Kontinent von elementarer Bedeutung. In diesem Zusammenhang könnten&#13;
einige Anmerkungen hilfreich sein:&#13;
Zuallererst hat das Friedensabkommen sehr erfolgreich zur Beendigung des Krieges geführt. Der IFORFriedenstruppe gelang eine nahezu reibungslose&#13;
Entflechtung der Kriegsparteien, bei der es keine Opfer&#13;
gab. Die meisten Militärexperten bezweifeln, daß die&#13;
Feindseligkeiten in vollem Umfang Wiederaufflammen&#13;
könnten, selbst wenn eine Seite das wünschte.&#13;
Dayton ist jedoch mehr als ein Waffenstillstand. Es ist&#13;
ein umfassender Plan zur Wiederherstellung des&#13;
normalen Lebens. Sein Ziel ist der Erhalt des Staates&#13;
Bosnien-Herzegowina unter freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Bedingungen. Hierzu müssen wir drei&#13;
Ziele erlangen: Alle Bürger müssen frei dort leben und&#13;
arbeiten dürfen, wo sie es wünschen. Es muß eine&#13;
demokratische Regierungsform geben, die eine&#13;
politische Beteiligung aller Bürger erlaubt.&#13;
Das&#13;
Wirtschaftsleben muß wiederaufgebaut werden.&#13;
Ein Besuch in Bosnien zum jetzigen Zeitpunkt konfrontiert uns mit den Widersprüchen eines vom Krieg&#13;
verwüsteten Landes. Es wurde bereits viel erreicht.&#13;
Die Normalität stellt sich wieder ein. Überall gibt es&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Anzeichen für Fortschritt. Gleichzeitig bestehen aber&#13;
auch Frustrationen und Probleme fort.&#13;
Die traumatisierten Gesellschaften der drei Volksgruppen sind weiterhin von gegenseitigem Mißtrauen&#13;
erfüllt. Die Angst und Gewalt des Krieges sind in ihren&#13;
Köpfen und Herzen noch tief verankert. Öffentlich&#13;
angeklagte Kriegsverbrecher wie die Führer der&#13;
bosnischen Serben, Radovan Karadzic und General&#13;
Ratko Mladic, üben weiterhin Einfluß aus und behindern die Durchsetzung des Friedens. Die Rückkehr&#13;
der Flüchtlinge geht nur langsam vonstatten, und der&#13;
Wiederaufbau gestaltet sich schwieriger als man&#13;
gedacht hatte.&#13;
Vor einem Jahr erschien die Schaffung gesetzmäßiger&#13;
staatlicher und politischer Strukturen für den Erhalt&#13;
eines unabhängigen und souveränen Bosnien-Herzegowina unmöglich. Heute trennt uns lediglich eine&#13;
Menge harter Arbeit von der Realisierung dieser&#13;
Vision.&#13;
Das Friedensabkommen enthält zwei starke Werkzeuge: Truppen mit einem klar definierten Mandat zur&#13;
Durchsetzung seines militärischen Teils (IFOR) sowie&#13;
ergänzend eine zivile Verwaltungsstruktur zur Durchführung eines über fünf Jahre laufenden Wiederaufbauprogramms.&#13;
Diese zwei Werkzeuge sollten nicht verwechselt&#13;
werden. Der Abzug der IFOR-Truppen wird nicht die&#13;
umfassendere Verpflichtung der internationalen&#13;
Staatengemeinschaft zum Wiederaufbau Bosniens&#13;
beenden.&#13;
Der Wiederaufbau Bosniens ist eine&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe, keine&#13;
militärische.&#13;
Zur Wiederherstellung von Vertrauen und einer&#13;
lebensfähigen staatsbürgerlichen Gesellschaft stellten&#13;
die Verfasser des Daytoner Abkommens absichtlich&#13;
einen ehrgeizigen Zeitplan für seine Umsetzung auf.&#13;
Man sah vorher, daß die Dynamik für den Frieden nur&#13;
erhalten werden kann, wenn die Bewegung hin zu&#13;
einer geeinten Gesellschaft zügig und anhaltend&#13;
genug ist, um die Bestrebungen der nationalistischen&#13;
Kräfte zu vereiteln, die das Land immer noch spalten&#13;
wollen. Der Wiederaufbau der zivilen Strukturen der&#13;
Gesellschaft mußte schnell und geordnet erfolgen, um&#13;
den Aufbau separater Strukturen zu vermeiden, die zu&#13;
einer permanenten Trennung führen könnten.&#13;
Von zentraler Bedeutung bei diesem Bestrebungen&#13;
sind die für den 14. September anberaumten Wahlen&#13;
zur Wiederherstellung einer multiethnischen Regierung. Der Erfolg der Kommunalwahlen vom 30. Juni in&#13;
der krisengeschüttelten Stadt Mostar ist ein Hinweis&#13;
auf die Bedeutung der Wahlen für die Versöhnung der&#13;
entzweiten Volksgruppen Bosniens.&#13;
Eine neue, national gewählte Regierung wird ein&#13;
Partner beim Wiederaufbau des Landes und gleichzeitig das für die vollständige Erfüllung der im Daytoner&#13;
Abkommen eingegangenen Verpflichtungen zuständige Organ sein. Im Herbst werden die Vereinigten&#13;
Staaten und ihre internationalen Partner die erforderliche technische und politische Unterstützung bereitstellen, damit die gewählte Regierung so bald wie&#13;
möglich funktionsfähig ist.&#13;
&#13;
Zusätzlich zu den eindeutigen Erfolgen der IFOR&#13;
verlaufen die Vorbereitungen für nationale Wahlen im&#13;
Zeitrahmen. Niemand würde behaupten, daß die&#13;
gespaltene bosnische Gesellschaft wieder zusammengewachsen ist, aber es werden stetige Fortschritte&#13;
gemacht.&#13;
Die Freizügigkeit wird verbessert, und täglich überqueren mehr als 10.000 Menschen die ehemalige Frontlinie. Die vom US-Amt für internationale Entwicklung&#13;
(USAID) gewährte Wiederaufbauhilfe hat jetzt das&#13;
Land erreicht. Diese Gelder, die äußerst schnell&#13;
bereitgestellt wurden, werden für den Hausbau, die&#13;
Kreditvergabe an kleine und mittelständische Unternehmen sowie den Wiederaufbau der kommunalen&#13;
Infrastruktur verwendet. Alle diese Aktivitäten schaffen&#13;
Arbeitsplätze und bieten den Flüchtlingen damit einen&#13;
Anreiz zur Rückkehr in ihre Heimat.&#13;
Dieser Krieg hat tiefe Spaltungen hervorgerufen, deren&#13;
Überwindung vielleicht eine Generation dauert. Ohne&#13;
die von den Vereinigten Staaten übernommene&#13;
Führungsrolle hätte Bosnien jedoch nicht diese&#13;
Chance, sich wieder zu einer Nation zu entwickeln, die&#13;
im heutigen Europa wirksam funktionieren kann. Die&#13;
Umsetzung des Friedensabkommens stellt einen&#13;
vernünftigen und realistischen Einsatz der amerikanischen Macht dar. Unser Engagement hat sowohl&#13;
klare Ziele als auch ein definiertes Ende, womit es ein&#13;
Modell für die Ausübung amerikanischen Einflusses in&#13;
Abstimmung mit der NATO zur Entwicklung funktionierender Lösungen für die komplexen Gegebenheiten&#13;
der Welt nach dem Kalten Krieg ist.&#13;
&#13;
Hat diese Strategie kurzer Fristen und ständigen&#13;
politischen Drucks bisher funktioniert?&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
* * *&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�AUSSENPOLITIK&#13;
7. August 1996&#13;
&#13;
Isolationismus wird Amerika schaden&#13;
Rede von ACDA-Direktor John Holum&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten "können es sich nicht leisten, daß isolationistische Tendenzen&#13;
oder politische Kontroversen" ihre Bestrebungen zum Abbau und zur Bekämpfung der Verbreitung von&#13;
Massenvernichtungswaffen beeinträchtigen, erklärte der Direktor des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung&#13;
(U.S. Arms Control und Disarmament Agency - ACDA), John Holum, bei einer vom Rat für internationale&#13;
Beziehungen und dem US-Außenministerium in Kansas veranstalteten Treffen am 18. Juli 1996.&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des ACDA-Direktors im Wortlaut.&#13;
&#13;
Die Berliner Mauer ist in Trümmer und Memorabilien&#13;
zerfallen. Die Sowjetunion besteht seit langem nicht&#13;
mehr. Der Kommunismus ist eine gescheiterte Doktrin&#13;
mit einer schrumpfenden Basis. Was für eine großartige Gelegenheit, die Verschwendung von Ressourcen für internationale Angelegenheiten zu beenden und "Relikte des Kalten Krieges" wie Rüstungskontrolle&#13;
beiseite zu legen. Oder?&#13;
Ganz im Gegenteil. Präsident Clinton hat die Notwendigkeit der amerikanischen Führungsrolle im Ausland&#13;
vehement bekräftigt - was mit seinen Worten zum Teil&#13;
bedeutet, "die ehrgeizigste Tagesordnung zum Abbau&#13;
und zur Bekämpfung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen seit dem Anbruch des Nuklearzeitalters" umzusetzen.&#13;
Mit gutem Grund.&#13;
Im vergangenen Jahr wurden wir Zeuge, wie Zivilisten&#13;
in der Tokioter U-Bahn mit chemischen Waffen&#13;
terrorisiert wurden. Wir sahen das Entsetzen der&#13;
Bombenanschläge auf das World Trade Center und&#13;
das Bundesgebäude in Oklahoma City. Und angesichts der Explosion einer Autobombe in Dhahran im&#13;
letzten Monat sehen wir uns erneut mit der Verletzbarkeit konfrontiert, vor der auch das mächtigste Militär&#13;
der Welt nicht gefeit ist. Dieser blanke Hohn hat das&#13;
dringende Gebot unterstrichen, auch die primitivsten&#13;
nuklearen, chemischen oder biologischen Waffen nicht&#13;
in die falschen Hände gelangen zu lassen.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Dennoch hätten jetzt über 40 Länder die&#13;
technischen und materiellen Fähigkeiten zur&#13;
Entwicklung von Nuklearwaffen, wenn sie sich&#13;
dafür entscheiden würden.&#13;
Mehr als 15 Nationen verfügen zumindest&#13;
über Kurzstreckenraketen - und viele von&#13;
ihnen streben den Besitz von Massenvernichtungswaffen an.&#13;
Ungefähr 20 Länder - von denen uns viele&#13;
feindlich gesinnt sind - unterhalten Chemiewaffenprogramme; weitere 15 verfügen über&#13;
die Fähigkeit und Motivation.&#13;
Und der Irak führt uns vor Augen, daß biologische Waffen auch für geächtete Regierungen&#13;
und Gruppen attraktiv sind.&#13;
Unterdessen führen wir noch immer nicht beendete&#13;
strategische&#13;
Rüstungskontrollverhandlungen&#13;
mit&#13;
Rußland - dem Land, das eine verheerende atomare&#13;
Zerstörung in den Vereinigten Staaten anrichten&#13;
könnte.&#13;
Und während Verträge eingehalten und Waffen zerlegt&#13;
werden, wird Rußland auch zum zentralen Element bei&#13;
der Lösung des Problems, daß das Fachwissen und&#13;
Material zur Herstellung von Atomwaffen zu verbrecherischen Staaten oder Terrorgruppen durchsickern könnte.&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Diese alten und neuen Herausforderungen auf meinem&#13;
Gebiet sowie in vielen anderen Bereichen machen&#13;
eine intensivierte amerikanische Führungsrolle für eine&#13;
Welt im Umbruch erforderlich. Denn die Vereinigten&#13;
Staaten führen seit über 40 Jahren mit Worten und&#13;
Taten die Bestrebungen zur Schaffung von Sicherheit&#13;
durch die Kontrolle von Waffen an.&#13;
Dank der Initiative von Präsident Kennedy und mit&#13;
Unterstützung von Präsident Eisenhower haben die&#13;
Vereinigten Staaten ein kleines, spezialisiertes,&#13;
unabhängiges Amt - bekannt als ACDA - ausschließlich für diese Sache ins Leben gerufen. Wir handeln&#13;
Abkommen wie den Vertrag über die Verringerung&#13;
strategischer Rüstungen mit Rußland und die globale&#13;
Chemiewaffenkonvention aus und setzen sie um. Wir&#13;
fördern regionale Rüstungskontrolle und Vertrauensbildung, einschließlich der im Rahmen der Beilegung&#13;
des Bosnien-Konflikts vereinbarten Begrenzungen.&#13;
Wir beraten den Präsidenten und den Außenminister&#13;
direkt und ohne bürokratische Behinderungen oder&#13;
Kompetenzgerangel zur Rüstungskontroll- und&#13;
Nichtverbreitungspolitik. Und trotz des Endes des&#13;
Kalten Krieges - und in mancher Hinsicht wegen ihm sind wir in der Tat mehr beschäftigt als früher.&#13;
Es wird Amerika schaden, wenn wir in Isolationismus&#13;
verfallen oder die Außenpolitik vornehmlich als&#13;
Plattform für politische Selbstdarstellung im Inland&#13;
benutzen.&#13;
Zugegeben, die Politik bewegt sich seit einiger Zeit auf&#13;
Messers Schneide - und die Außenpolitik der Exekutive zu stören ist in keiner Weise eine Erfindung des&#13;
heutigen Kongresses. Aber jetzt drohen eine extrem&#13;
parteipolitische Gruppe und neue Rufe nach Isolationismus unsere nationale Sicherheit zu unterminieren.&#13;
Eine unserer wichtigsten Aufgaben im Bereich der&#13;
nationalen Sicherheit heute besteht in der Realisierung&#13;
der Vorteile des zweiten Vertrags über die Verringerung strategischer Rüstungen START II. Damit&#13;
werden die ehemaligen amerikanischen und sowjetischen strategischen Nuklearwaffen auf ein Drittel&#13;
reduziert. Präsident Clinton und sein Amtskollege&#13;
Jelzin haben vereinbart, daß dieser Vertrag die Tür zu&#13;
Gesprächen über künftige Begrenzungen öffnen wird.&#13;
START II legt zwingende Gründe für Rüstungskontrolle&#13;
als Kontrolle der Bedrohung vor: In den siebziger und&#13;
achtziger Jahren waren einige Experten alarmiert&#13;
angesichts einer nuklearen "Lücke", die die Vereinigten Staaten im Falle eines sowjetischen Erstschlags verletzbar machte, der mit über 300 sowjetischen schweren landgestützten SS-18-Raketen&#13;
geführt würde, die mit je 10 Gefechtsköpfen mit&#13;
unabhängiger Zielerfassung bestückt waren.&#13;
Ein zur Zerstörung der SS-18 entworfenes amerikanisches Waffensystem würde optimistischen Schät-&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
zungen zufolge viele Milliarden Dollar kosten, wäre&#13;
nicht 100 Prozent zuverlässig und könnte nur mitten in&#13;
einem Nuklearkrieg eingesetzt werden. Aber im&#13;
Rahmen von START II werden diese SS-18 völlig&#13;
zerstört - sicher und verifizierbar, ohne daß ein&#13;
einziger Schuß abgefeuert wird.&#13;
START II ist jedoch in Gefahr. Solche Begrenzungen&#13;
für strategische Offensivwaffen wurden seit langem in&#13;
Zusammenhang mit Begrenzungen bei defensiven&#13;
Rüstungen gestellt, wie sie der ABM-Vertrag von 1972&#13;
vorsieht. Der Grund liegt auf der Hand: Während die&#13;
Zahl von Offensivwaffen auf einer Seite reduziert wird,&#13;
nimmt die Bedeutung jeder Defensivwaffe auf der&#13;
anderen Seite zu bis zu dem Punkt, an dem das erste&#13;
Land sich über seine Fähigkeit zur Abschreckung&#13;
eines Angriffs Sorgen machen könnte. Aufgrund&#13;
dieser Logik haben die Russen, die START II noch&#13;
nicht ratifizierten, stets ein Junktim zwischen dem&#13;
Vertrag und der weiteren Gültigkeit des ABM-Vertrags&#13;
von 1972 hergestellt. Als sie START I ratifizierten - der&#13;
die erste Hälfte der SS-18 eliminiert - machten sie klar,&#13;
daß START I in der Tat vom ABM-Vertrag abhängt.&#13;
Einige Mitglieder des Kongresses haben jedoch&#13;
ausgerechnet diese Zeit - zu Beginn der offiziellen&#13;
Umsetzung von START I und mitten im Drängen auf&#13;
die Ratifizierung von START II durch die Russen - für&#13;
die Forderung gewählt, daß der ABM-Vertrag voll und&#13;
ganz ausrangiert wird und wir unverzüglich mit dem&#13;
Aufbau einer nationalen Raketenverteidigung an&#13;
mehreren Standorten beginnen.&#13;
Ich vermute, daß hier politischer Opportunismus am&#13;
Werk ist - denn Meinungsumfragen belegen, daß die&#13;
meisten Amerikaner der Ansicht sind, wir hätten bereits&#13;
eine solche Verteidigung und würden sie begrüßen.&#13;
Natürlich sind nicht die Umfragen die öffentliche&#13;
Rechtfertigung, sondern die Behauptung, daß wir einer&#13;
Bedrohung durch Langstreckenraketen begegnen&#13;
müssen - jetzt nicht von Rußland, sondern von verbrecherischen Staaten wie Iran, Irak oder Nordkorea.&#13;
Das ist eine potentielle Gefahr, aber die Nachrichtendienste erklären, jede Bedrohung für eine Stadt wie&#13;
beispielsweise Kansas City sei mindestens 10 bis 15&#13;
Jahre entfernt. Als Schutz entwickeln die Vereinigten&#13;
Staaten eine angemessene Verteidigung, die bereits in&#13;
sechs Jahren bereit sein könnte, wenn wir sehen, daß&#13;
sich eine solche Bedrohung abzeichnet.&#13;
Aber jetzt eine nationale Raketenverteidigung zu&#13;
erzwingen, ergibt weder militärisch, diplomatisch,&#13;
wirtschaftlich noch sicherheitspolitisch einen Sinn. Wir&#13;
wären den Technologien von heute verhaftet und&#13;
würden modernere und effizientere Ansätze ausschließen.&#13;
Das Haushaltsbüro des Kongresses&#13;
erklärt, es würde den Etat um bis zu 60 Milliarden&#13;
Dollar aufstocken. Und wie ich bereits ausgeführt&#13;
habe, würde damit alles aufs Spiel gesetzt, was die&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�letzten drei Präsidenten bei den tatsächlichen Reduzierungen strategischer Offensivwaffen erzielt haben.&#13;
Dieser Plan wird als das "Gesetz zur Verteidigung&#13;
Amerikas" bezeichnet. Man könnte es genausogut das&#13;
"Gesetz zum Erhalt der russischen schweren Raketen"&#13;
nennen. Denn im Namen der Verteidigung gegen&#13;
Gefahren, die eines Tages Wirklichkeit werden, würde&#13;
es bestehende Gefahren verlängern, die wir sonst&#13;
beseitigen könnten.&#13;
Ich möchte mich nun einem zweiten Bereich zuwenden, in dem die Interventionen des Kongresses noch&#13;
schwerer zu erklären sind - Nordkoreas Nuklearwaffenpotential.&#13;
Nordkorea ist eine isolierte, verunsicherte, militarisierte, zunehmend verarmte und hungrige Nation. Wie&#13;
würde unser Sicherheitsumfeld aussehen, wenn&#13;
Nordkorea im Besitz von Atomwaffen wäre? Was&#13;
wäre, wenn das Land genug Nuklearmaterial oder&#13;
sogar Nuklearwaffen hätte, um sie an andere Staaten&#13;
wie Iran oder Libyen zu verkaufen - oder direkt an&#13;
Terrorgruppen?&#13;
Solche Aussichten mußten bis Ende 1994 nicht nur als&#13;
möglich, sondern als wahrscheinlich angesehen&#13;
werden - als wir ein Rahmenabkommen zu Abwendung des nordkoreanischen materiellen Potentials zur&#13;
Herstellung von über einem Dutzend Atomwaffen pro&#13;
Jahr unterzeichneten. Seit jenem Tag ist das nordkoreanische Nuklearprogramm eingefroren. Der zur&#13;
Verbreitung geeignete Reaktor wurde stillgelegt, und&#13;
der Bau von zwei größeren eingestellt. Die Wiederaufbereitungsanlage, mit der waffenfähiges Plutonium&#13;
aus verbrauchten Brennstäben gewonnen werden&#13;
konnte, ist geschlossen, und der erschöpfte Brennstoff&#13;
wurde in Kanistern versiegelt, die aus dem Land&#13;
transportiert werden. All dies geschieht unter kontinuierlicher internationaler Überwachung.&#13;
Dennoch ist auch dieses Abkommen in Gefahr.&#13;
Bei dem Abkommen von 1994 ging es um den Ersatz&#13;
verlorener Energiequellen. In der nächsten Zeit&#13;
werden zwei Leichtwasserreaktoren, die nicht für die&#13;
Herstellung von waffenfähigem Material geeignet sind,&#13;
die von Nordkorea stillgelegten ersetzen. Als Überbrückung wird in der Zwischenzeit Schweröl geliefert.&#13;
Japan und Südkorea werden zusammen über 4&#13;
Milliarden Dollar zum Bau der neuen Reaktoren&#13;
beitragen. Die Vereinigten Staaten werden im Vergleich dazu einen sehr viel geringeren Betrag für&#13;
Schweröl beisteuern, der sich in diesem Jahr auf rund&#13;
25 Millionen Dollar beläuft. Dennoch hat der Kongreß&#13;
in diesem Sommer diesen bescheidenen Beitrag&#13;
nahezu halbiert - auf 13 Millionen Dollar.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Ich kann nicht erklären, warum das Rahmenabkommen weiterhin solches Unheil anzieht - warum so viele,&#13;
die bei seiner Aushandlung nicht anwesend waren, so&#13;
zuversichtlich sind, sie hätten einen besseren Deal&#13;
abgeschlossen. Aber selbst sie würden sich hartem&#13;
Druck ausgesetzt sehen, Japan und Südkorea zur&#13;
Einhaltung ihrer Abmachung aufzufordern - oder&#13;
darauf zu bestehen, daß Nordkorea seinen Verpflichtungen nachkommt - wenn wir unsere nicht&#13;
erfüllen können. Und wenn dieses Abkommen für&#13;
ungültig erklärt werden sollte und wir uns erneut mit&#13;
den Gefahren eines atomar bewaffneten Nordkorea&#13;
konfrontiert sehen, frage ich mich, ob die Väter dieser&#13;
Kürzung in Höhe von 12 Millionen Dollar nach vorne&#13;
treten werden und die Verantwortung für die von ihnen&#13;
vorgenommenen großen Einsparungen übernehmen.&#13;
Vor kurzem hatten wir eine knappe Entscheidung im&#13;
Kongreß zu einem weiteren wichtigen Ziel - ein&#13;
umfassendes Verbot für alle weiteren Atomtests aller&#13;
Länder, an allen Orten und unabhängig von den&#13;
Gründen.&#13;
Eisenhower war unser erster Präsident, der einen&#13;
solchen Vertrag anstrebte. Präsident Clinton hat ihn&#13;
schließlich in greifbare Nähe gerückt - nicht nur durch&#13;
die grundsätzliche Unterstützung des Testverbots,&#13;
sondern auch, indem er ihn auf den Verhandlungsweg&#13;
brachte und einen wirklich umfassenden Vertrag ohne&#13;
Ausnahmen befürwortete, der die gleiche Behandlung&#13;
aller Länder vorsieht.&#13;
Das Atomtestverbot wird dazu beitragen, die Gefahren&#13;
und Kosten jedes weiteren qualitativen Rüstungswettlaufs abzuwenden und eine zusätzliche Barriere gegen&#13;
die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen in mehr&#13;
Länder zu errichten. Heute lautet die Frage jedoch&#13;
nicht, ob das Testverbot in unserem Interesse, sondern ob es in Reichweite liegt.&#13;
Nach zweieinhalb Jahren harter Arbeit hätte das&#13;
Endspiel der Genfer Abrüstungskonferenz schon&#13;
längst stattfinden müssen. Die Konferenz hätte ihre&#13;
Arbeit vor der letzten Sitzungsperiode, die am 28. Juni&#13;
endete, abschließen sollen. Diese Frist hielt sie nicht&#13;
ein. Sollten die Mitgliedstaaten jetzt nicht am 29. Juli&#13;
mit der Bereitschaft zu einer umgehenden Einigung auf&#13;
den Vertragstext an den Verhandlungstisch zurückkehren, könnte der Abschluß des Vertrags über ein&#13;
umfassendes Atomtestverbot für dieses Jahr und&#13;
wahrscheinlich noch für viele weitere Jahre scheitern.&#13;
Bei den Verhandlungen waren zahlreiche Punkte&#13;
umstritten, einschließlich unseres Beharrens auf einem&#13;
soliden Verifizierungsregime mit gegenseitigen&#13;
Inspektionen vor Ort und dem Recht auf Verwendung&#13;
nationaler technischer Hilfsmittel - Satelliten und&#13;
anderen Technologien - zur Überwachung der Einhaltung. Andere waren stärker mit dem Schutz vor&#13;
einer Verifizierung beschäftigt.&#13;
Einige blockfreie&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Länder drängten darauf, den Vertrag mit der Forderung übermäßig zu belasten, alle Nuklearwaffen bis zu&#13;
einem bestimmten Zeitpunkt zu vernichten und in der&#13;
Zwischenzeit lediglich für den Schutz und die Betriebssicherheit der Arsenale erforderliche Explosionen zu&#13;
gestatten. Die Verfahrensweise zur Inkraftsetzung des&#13;
Vertrags bleibt umstritten. Mit anderen Worten - die&#13;
Arbeit in Genf ist schwierig.&#13;
Auf dem Höhepunkt all dieser Entwicklungen wurde im&#13;
Juni im Senat ein Zusatzantrag vorgelegt, der die&#13;
Vereinigten Staaten zu einer Wiederaufnahme von&#13;
Nukleartests im Herbst ermächtigen sollte. Er hätte zu&#13;
keinem besseren Zeitpunkt kommen können, um&#13;
unsere Glaubwürdigkeit bei den Verhandlungen zu&#13;
unterminieren.&#13;
Glücklicherweise wurde in diesem Fall das Richtige auf&#13;
die richtige Art und Weise getan. Eine überparteiliche&#13;
Mehrheit - unter der Führung von Demokraten wie den&#13;
Senatoren James Exon und Sam Nunn und den&#13;
republikanischen Senatoren Mark Hatfield, John&#13;
Chaffee und Nancy Kassebaum - stimmte gegen den&#13;
Antrag. Im Senat gewannen die langjährigen Verfechter des Testverbots die Oberhand, und bei einem&#13;
Erfolg in Genf wird ihnen daher ein Großteil des&#13;
Verdienstes gebühren. Bleiben Sie am Ball.&#13;
Weniger erfolgreich waren wir mit dem Einsatz unserer&#13;
Mittel auf dem Gebiet der Rüstungskontrolle und&#13;
Nichtverbreitung. Die von den Vereinigten Staaten&#13;
übernommene Führungsrolle bei diesen Fragen wird&#13;
durch die uns vom Kongreß auferlegte Handlungsunfähigkeit gefährdet.&#13;
Präsident Clinton und Außenminister Christopher&#13;
erfüllten das Amt für Rüstungskontrolle und Abrüstung&#13;
mit neuem Leben, damit es die Speerspitze der&#13;
amerikanischen Bestrebungen zur Rüstungskontrolle&#13;
und Nichtverbreitung wird. Vergangenes Jahr wurden&#13;
wir mit dem Versuch des Kongresses konfrontiert, uns&#13;
aufzulösen - das Amt ganz abzuschaffen. Bislang&#13;
haben wir das überlebt.&#13;
Jetzt sehen wir uns jedoch andauernden Bestrebungen zur Abstumpfung des Speers gegenüber - indem&#13;
man uns die Mittel verweigert, die wir für die Erledigung der uns vom Präsidenten zugewiesenen Arbeit&#13;
benötigen. Der Haushalt des ACDA ist seit mehreren&#13;
Jahren real geschrumpft, während unsere Arbeit&#13;
zugenommen hat. Einen Großteil dieses Jahres&#13;
operierten wir mit einer erlaubten Ausgabenquote, die&#13;
53 Prozent unter dem Antrag des Präsidenten liegt.&#13;
Meine Sorge geht jedoch weit über den Haushalt des&#13;
ACDA hinaus. Als kleine Behörde verlassen wir uns&#13;
zusammen mit 37 anderen Ämtern darauf, daß die&#13;
Botschaften und Missionen des Außenministeriums&#13;
unserer Stimme im Ausland Gehör verschaffen. Bei&#13;
Fragen, die anhaltende bilaterale Diplomatie erfordern,&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
beispielsweise das Rahmenabkommen mit Nordkorea,&#13;
übernimmt das Außenministerium oft die Führung und&#13;
ACDA bietet technische und politische Unterstützung.&#13;
Daher bin ich äußerst besorgt, daß die Finanzierung&#13;
internationaler Bestrebungen insgesamt, einschließlich&#13;
des Außenministeriums, jetzt nur noch die Hälfte der&#13;
Summe von vor 12 Jahren beträgt - bei konstantem&#13;
Dollarkurs. Einige Vorschläge des Kongresses sehen&#13;
jedoch Kürzungen um ein weiteres Drittel in den&#13;
nächsten fünf Jahren vor. Das würde unsere diplomatische Struktur wirklich erschüttern.&#13;
Hans Morgenthau, der kein Wilsonscher Idealist war,&#13;
machte die Beobachtung, daß die Qualität der Diplomatie einer Nation "die wichtigste" Komponente ihrer&#13;
internationalen Macht ist. Man braucht damit gar nicht&#13;
vollkommen übereinzustimmen, um die große Gefahr&#13;
in der Vorstellung zu sehen, daß wir bei internationalen&#13;
Angelegenheiten mit wenig mehr als Renomiergehabe&#13;
durchkommen könnten.&#13;
Ich wäre weniger insistent, wenn diese Arbeit nur&#13;
marginale Auswirkungen hätte.&#13;
Aber unsere&#13;
Rüstungskontroll- und Nichtverbreitungsbestrebungen&#13;
sind großartig vorangekommen.&#13;
Zusätzlich möchte ich noch folgende Anmerkungen&#13;
machen:&#13;
Der START I-Vertrag wurde in Kraft gesetzt,&#13;
was erst möglich war, nachdem die Ukraine,&#13;
Kasachstan und Belarus sich auf den Verzicht&#13;
auf alle nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion auf ihrem Territorium&#13;
verbliebenen Nuklearwaffen geeinigt hatten.&#13;
Die letzten werden Ende dieses Jahres abgezogen.&#13;
Unter der Führung Präsident Clintons und&#13;
trotz zahlreicher Schwierigkeiten wurde der&#13;
Nichtverbreitungsvertrag - unter dem verbotene Nuklearprogramme ausfindig gemacht und&#13;
bestraft werden können - unbegrenzt verlängert und hat jetzt mit 182 Mitgliedern nahezu&#13;
universellen Charakter.&#13;
Wir vereiteln die irakischen Bestrebungen zur&#13;
Umgehung von UNO-Sanktionen solange, bis&#13;
das Land die Wahrheit über seine Massenvernichtungswaffen sagt.&#13;
Aufgrund unserer mit dem Irak gemachten&#13;
Erfahrungen haben wir internationale Bestrebungen für neue internationale Techniken und&#13;
Regeln geleitet, um das Abzweigen von&#13;
Material aus friedlichen Zwecken dienenden&#13;
Nuklearprogrammen für Waffenprogramme zu&#13;
verhindern.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�Der Senat wird bis Mitte September einen&#13;
einstimmigen Beschluß über die Chemiewaffenkonvention fassen, die Präsident Bush&#13;
1993 abschloß. Das bedeutet, daß dieses&#13;
bahnbrechende Abkommen - das eine ganze&#13;
Waffengattung verbietet und über das einschneidendste Verifizierungssystem verfügt im kommenden Frühjahr in Kraft treten wird.&#13;
Erstmals werden in der Zeit nach dem Kalten&#13;
Krieg konventionelle Waffen in gemeinsame&#13;
Exportkontrollen einbezogen, die sicherheitsempfindliche Technologien von verbrecherischen Staaten fernhalten sollen.&#13;
Und dieses Jahr gibt es eine globale Übereinkunft über das Verbot langlebiger, nicht aufspürbarer Antipersonenminen, die nach einem&#13;
Krieg noch jahrelang scharf sind und unschuldige Zivilisten töten und verstümmeln.&#13;
Mit anderen Worten: Wir verfolgen wichtige Ziele, und&#13;
trotz großer Hindernisse machen wir bei ihrer Erlangung große Fortschritte. Dies ist nicht die richtige&#13;
Zeit, sich zurückzuziehen.&#13;
&#13;
Schlußbemerkung&#13;
Die Realität ist, daß wir immer noch in einer gefährlichen Welt leben - die aufgrund der Überrüstung aus&#13;
der Zeit des Kalten Krieges noch von Waffen starrt und uns neuen Gefahren gegenübersehen wie&#13;
Weiterverbreitung,&#13;
fanatischem&#13;
Nationalismus,&#13;
Terrorismus, Umweltzerstörung, Drogenhandel und&#13;
vielen anderen, uns direkt betreffenden Problemen. In&#13;
einer solchen Welt können es sich die Vereinigten&#13;
Staaten nicht leisten, daß isolationistische Tendenzen&#13;
oder politische Kontroversen ihre ohnehin enormen&#13;
Aufgaben noch erschweren. In Anlehnung an den&#13;
bekannten chinesischen Fluch können wir sagen, daß&#13;
die Zeit, in der wir leben, bereits interessant genug ist.&#13;
Wir müssen jetzt vielmehr auf ernsthafte internationalistische Politiker beider großen Parteien blicken,&#13;
die - selbst wenn unsere Regierung uneinig ist - eine&#13;
einheitliche Außenpolitik machen, wie sie einer&#13;
Großmacht in einer gefährlichen Welt ansteht. Nur&#13;
dann wird sich die Geschichte so entwickeln, wie wir&#13;
es anstreben - hin zu Demokratie, Entwicklung und&#13;
Frieden.&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�WIRTSCHAFT&#13;
7. August 1996&#13;
&#13;
Die wirtschaftlichen und diplomatischen&#13;
Ziele der Vereinigten Staaten&#13;
Rede von Staatssekretärin Joan Spero&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - Die wirtschaftliche Komponente der amerikanischen Diplomatie gewinnt zunehmend an&#13;
Bedeutung, während die Vereinigten Staaten die Förderung ihrer langfristigen Ziele - Frieden, Wohlstand und&#13;
Stabilität in der Welt nach dem Kalten Krieg - anstreben, erklärte die Staatssekretärin für wirtschaftliche und&#13;
landwirtschaftliche Angelegenheiten im US-Außenministerium, Joan Spero, am 18. Juli 1996 vor Vertretern&#13;
regionaler Medien. Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede der Staatssekretärin im Wortlaut.&#13;
&#13;
Ich freue mich, heute mit Ihnen über die wirtschaftliche&#13;
Dimension der amerikanischen Außenpolitik sprechen&#13;
zu können. Außenminister Christopher und wir alle im&#13;
Außenministerium schätzen diese Gelegenheiten zur&#13;
Erörterung außenpolitischer Angelegenheiten mit&#13;
Ihnen, zur Darlegung der Ziele unserer Politik und&#13;
Beantwortung Ihrer Fragen.&#13;
Präsident Clintons Außenpolitik verfolgt ein einfaches,&#13;
aber großes Ziel: Die Förderung von Sicherheit und&#13;
Wohlstand des amerikanischen Volkes. Wir leben&#13;
heute in einer Welt ohne einen eindeutigen gemeinsamen Feind, einer Welt mit drängenden globalen&#13;
Problemen wie Terrorismus, Bedrohungen unserer&#13;
Gesundheit und Umweltzerstörung - einer Welt, in der&#13;
nationale Grenzen aufgrund wirtschaftlicher Interdependenz zunehmend verwischt werden.&#13;
Unsere&#13;
heutige außenpolitische Herausforderung besteht in&#13;
der Anpassung unserer dauerhaften Ziele Frieden und&#13;
Wohlstand an die Welt nach dem Kalten Krieg.&#13;
Wie Außenminister Christopher heute bereits erwähnte, kommt der amerikanischen Außenwirtschaftspolitik&#13;
in dieser neuen Welt eine zentrale Rolle zu. Wir&#13;
verfolgen wirtschaftliche Ziele um ihrer selbst willen weil sie von Vorteil für amerikanische Unternehmen,&#13;
amerikanische Arbeitnehmer und die amerikanische&#13;
Wirtschaft sind. Ferner bedienen wir uns der Wirtschaftsdiplomatie zur Unterstützung der traditionellen&#13;
außenpolitischen Ziele Frieden und Sicherheit. In&#13;
Bosnien, Haiti, Rußland, den neuen unabhängigen&#13;
Staaten der ehemaligen Sowjetunion und im Nahen&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Osten haben wir gesehen, daß die Mehrung des&#13;
Wohlstands den Frieden und die demokratische&#13;
Entwicklung fördert. Somit setzen wir traditionelle&#13;
wirtschaftliche Hilfsmittel ein. In dieser Zeit der&#13;
Haushaltskürzungen konzentrieren wir uns auf die&#13;
Förderung von Wirtschaftsreformen im Inland, regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Auslandsinvestitionen und Handel.&#13;
Ein ebenso bedeutendes Ziel unserer internationalen&#13;
Wirtschaftspolitik ist die Wahrung des amerikanischen&#13;
Einflusses in den Schlüsselregionen der Welt. Historisch gesehen hat uns die NATO militärisch in Europa&#13;
verankert, und das amerikanisch-japanische Sicherheitsbündnis ist der Pfeiler unserer Sicherheitspräsenz in Asien. Heute bieten Wirtschaftsbeziehungen und die daraus hervorgegangenen neuen wirtschaftlichen Institutionen - beispielsweise die Welthandelsorganisation (WTO) und das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) - ebenso&#13;
wichtige Verankerungen für die Projizierung des&#13;
politischen Einflusses der Vereinigten Staaten in die&#13;
ganze Welt.&#13;
Unterstützung von Frieden und Demokratie&#13;
Heute möchte ich mit Ihnen erörtern, wie wir uns für&#13;
die Verfolgung der zunehmend verflochtenen&#13;
Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen unserer Nation&#13;
einsetzen. Erstens nutzen wir, wie bereits erwähnt, die&#13;
Wirtschaft zur Unterstützung unserer diplomatischen&#13;
Ziele Frieden und Demokratie. In den letzten Monaten&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�haben wir beachtliche Fortschritte zum Frieden in den&#13;
lange Zeit von Streitigkeiten geplagten Regionen&#13;
beobachtet - vom Nahen Osten bis zum Balkan. In&#13;
Südafrika, den Staaten der ehemaligen Sowjetunion&#13;
und Haiti errichten von den Bürgern gewählte Regierungen die Grundlage für eine stabile, demokratische&#13;
Herrschaft. Die amerikanische Diplomatie ist für diese&#13;
Entwicklungen von elementarer Bedeutung, wirtschaftliche Sicherheit ist entscheidend für ihren Erhalt.&#13;
Lassen Sie mich mit dem Nahen Osten beginnen einem Modell wirtschaftlicher Unterstützung von&#13;
Frieden und Sicherheit. Die Tatsache bleibt bestehen,&#13;
daß Frieden und Sicherheit im Nahen Osten heute in&#13;
größerer Reichweite liegen als zu jedem anderen&#13;
Zeitpunkt in der neueren Geschichte, und wirtschaftliche Hilfsmittel haben in diesem Prozeß eine wichtige&#13;
Rolle gespielt.&#13;
Die Vereinigten Staaten bleiben&#13;
optimistisch, daß der Friedensprozeß weitere Fortschritte machen wird, und dabei wird Wirtschaftsdiplomatie auch in Zukunft bedeutende Impulse und&#13;
Beistand geben.&#13;
Heute wählten die Palästinenser einen Palästinensischen Nationalrat, und sie haben in Gaza und den&#13;
meisten Städten des Westjordanlands Selbstverwaltung. Der Wirtschaftsboykott Israels gehört der&#13;
Vergangenheit an.&#13;
Israel und Jordanien haben&#13;
Frieden geschlossen. Nur wenigen Menschen ist&#13;
bewußt, daß wirtschaftliche Zusammenarbeit eine&#13;
zentrale Rolle bei der Weichenstellung für den Friedensvertrag zwischen diesen beiden Ländern spielte.&#13;
Tatsächlich enthält das Friedensabkommen zwischen&#13;
Israel und Jordanien eine Vielzahl von Wirtschaftsklauseln - ebenso wie das Abkommen zwischen den&#13;
Israelis und den Palästinensern.&#13;
Eine der bemerkenswertesten Veränderungen im&#13;
Nahen Osten während der letzten Jahre ist die veränderte Einstellung - die Erkenntnis, daß wirtschaftliche Entwicklung und enge, grenzüberschreitende&#13;
Handelsbeziehungen von entscheidender Bedeutung&#13;
sind, wenn der Frieden in der Region Fuß fassen soll.&#13;
Israelis und Araber gleichermaßen wissen die Ausweitung des Handels, das Wirtschaftswachstum und&#13;
den höheren Lebensstandard zu schätzen, die mit&#13;
regionaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit einhergehen können. In der Tat hat sich der Friedensprozeß&#13;
als Segen für die Wirtschaft erwiesen, da er die Region&#13;
für ausländische Investoren attraktiver machte.&#13;
Ferner entwickelten wir neue Arten von Wirtschaftsdiplomatie zur Unterstützung des Friedensprozesses.&#13;
Im Mittelpunkt dieser Bestrebungen stehen die jährlichen Wirtschaftsgipfel des Nahen Ostens und&#13;
Nordafrikas, die 1994 in Casablanca begannen. Diese&#13;
Gipfeltreffen führten hochrangige Regierungs- und&#13;
Wirtschaftsverteter aus dem Nahen Osten und der&#13;
ganzen Welt zusammen, um die wirtschaftliche&#13;
Entwicklung in der Region zu unterstützen. Die&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Zusammenkünfte fördern die regionale wirtschaftliche&#13;
Integration und bringen Privatkapital direkt in den&#13;
Friedensprozeß ein. Das möchte ich jetzt näher&#13;
erläutern.&#13;
Zweifellos sind die Unternehmen - nicht die Regierung - der wirkliche Motor für Wirtschaftsentwicklung.&#13;
Vor zwei Jahren trafen in Casablanca Regierungsund Wirtschaftsvertreter aus der gesamten Region&#13;
- Araber und Israelis - ungehindert zusammen und&#13;
sprachen über geschäftliche Dinge. Letztes Jahr in&#13;
Amman wurden Abkommen unterzeichnet. Israel und&#13;
Jordanien einigten sich auf die gemeinsame Entwicklung des Senkungsgrabens des Jordan - eine strittige&#13;
Grenzfrage. Sie wollen in der Region Elat/Aqaba&#13;
gemeinsam einen internationalen Flughafen bauen.&#13;
Und amerikanische Unternehmen unterstützen die&#13;
regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Beispielsweise schloß Amoco ein Abkommen über ein Jointventure für den Bau einer Pipeline zur Beförderung&#13;
von Erdgas aus Ägypten nach Israel.&#13;
Wir setzen große Hoffnungen in weitere Fortschritte&#13;
beim nächsten Nahostgipfel in Kairo Ende des Jahres.&#13;
In Kairo werden Investitionsmöglichkeiten in der&#13;
Region sowie die Unterstützung von Unternehmen bei&#13;
der Beteiligung an potentiellen Infrastruktur-,&#13;
Tourismus- und anderen Projekten im Mittelpunkt&#13;
stehen.&#13;
Ein bedeutender Aspekt unserer Wirtschaftsdiplomatie&#13;
ist die Schaffung neuer regionaler Institutionen zur&#13;
Förderung regionaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit.&#13;
Dies sind dauerhafte Institutionen zur Ermutigung und&#13;
Unterstützung intraregionaler Integration sowie zur&#13;
Gewinnung ausländischen Kapitals. Diese Institutionen haben bereits eigene Dynamik entwickelt und&#13;
setzen sich jetzt zunehmend für die Beschleunigung&#13;
und Förderung des Friedensprozesses ein.&#13;
Die Nahostentwicklungsbank ist für diese Bestrebungen von elementarer Bedeutung. Die Bank verfolgt&#13;
drei bestimmte Ziele: Unterstützung des Privatsektors,&#13;
Förderung regionaler Projekte sowie des regionalen&#13;
Wirtschaftsdialogs. Die relativ kleine Kapitalbasis der&#13;
Bank wird eingesetzt, um existierende Mittel im&#13;
Privatsektor, bei der Weltbank und anderen Institutionen freizusetzen.&#13;
Während seiner jüngsten Reise nach Washington rief&#13;
Ministerpräsident Netanjahu die Administration und&#13;
den Kongreß entschieden zur schnellen Finanzierung&#13;
und Einrichtung der Nahostentwicklungsbank auf. Es&#13;
wurden bereits mehr als 75 Prozent der neuen Aktien&#13;
der Bank von 19 Ländern gezeichnet, und wir planen&#13;
die offizielle Eröffnung der Bank, die ihren Hauptsitz in&#13;
Kairo haben wird, beim dortigen Gipfel in diesem Jahr.&#13;
Der Friedensprozeß wird natürlich noch auf zahlreiche&#13;
Herausforderungen stoßen. In Syrien und im Libanon&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�gibt es viele Unwägbarkeiten, und die Gespräche über&#13;
den endgültigen Status Palästinas mit den Palästinensern haben noch nicht begonnen. Ferner müssen wir&#13;
Israel zugestehen, daß es nach seinen Wahlen eine&#13;
Bestandsaufnahme vornimmt. Diese Herausforderungen und Unwägbarkeiten machen es jedoch noch&#13;
wichtiger, daß wir beim Aufbau von Wirtschaftsinstitutionen zur Förderung wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Integration Fortschritte machen.&#13;
Die neue Wirtschaftsarchitektur&#13;
Ein zweites wichtiges Ziel unserer Außenwirtschaftspolitik ist die Gestaltung und Modernisierung der&#13;
Wirtschaftsarchitektur - der globalen und regionalen&#13;
Wirtschaftsinstitutionen - für die Welt nach dem Kalten&#13;
Krieg. Wir arbeiten auf globaler und regionaler Ebene&#13;
- sowie im Rahmen bilateraler Bestrebungen - an der&#13;
Förderung eines offeneren Handels- und Investitionsklimas sowie der Reform und Stärkung internationaler&#13;
Wirtschaftsinstitutionen. Diese neue Architektur bietet&#13;
eine wichtige Grundlage für Einfluß und Führungsrolle&#13;
der Vereinigten Staaten auf der ganzen Welt.&#13;
Auf globaler Ebene haben wir uns für die Gründung&#13;
der Welthandelsorganisation eingesetzt und bereiten&#13;
deren erste Ministerkonferenz vor, die diesen Dezember in Singapur stattfinden soll. Dort hoffen wir auf&#13;
einen weiteren Abbau von Handelshemmnissen sowie&#13;
die Aufnahme neuer Fragen wie Handels- und Arbeitsnormen und Transparenz bei der staatlichen Beschaffung in die Tagesordnung der WTO.&#13;
Ich möchte eine andere multilaterale Institution in&#13;
unserer Wirtschaftsarchitektur erwähnen - die Gruppe&#13;
der 7. Es gibt eine - in meinen Augen gesunde Tendenz, die anhaltende Bedeutung der G-7 in Frage&#13;
zu stellen. Ich habe als Sherpa an den letzten vier G7-Gipfeltreffen teilgenommen und war vor kurzem bei&#13;
dem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Lyon&#13;
anwesend. Meiner Ansicht nach sind diese Zusammenkünfte zu einem wichtigen Mechanismus für&#13;
multilaterale Aktionen zu einem breiten Spektrum von&#13;
Themen geworden. Rußland beteiligt sich beispielsweise jetzt am außenpolitischen Teil des Gipfels, und&#13;
die Gipfeltreffen konzentrieren sich mehr auf globale&#13;
Themen wie Terrorismus, Verbrechen und die Umwelt.&#13;
Im wirtschaftlichen Bereich hat die G-7 eine Führungsrolle beim Streben nach offenerem Handel und&#13;
Investitionen übernommen. In Lyon drängten die&#13;
Staats- und Regierungschefs der G-7 spezifisch auf&#13;
die uneingeschränkte und effektive Umsetzung der&#13;
Zusagen der Uruguay-Runde. Die G-7 befürwortete&#13;
auch einen amerikanischen Vorschlag, daß Bestechungsgelder im kommerziellen Bereich künftig&#13;
steuerlich nicht mehr absetzbar sein und als Verbrechen geahndet werden sollen. Solche Bestrebungen werden nicht nur die wirtschaftliche Effizienz und&#13;
gute Regierungsführung verbessern, sondern auch die&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Kosten geschäftlicher Transaktionen verringern und&#13;
die Wettbewerbschancen für amerikanische Unternehmen verbessern.&#13;
In diesem Jahr wurden bei der globalen Sitzung der G7 zahlreiche von Präsident Clinton hervorgehobene&#13;
Themen angesprochen. Die acht Staats- und Regierungschefs verabschiedeten 40 konkrete Empfehlungen zur Bekämpfung von transnationalem Verbrechen und Terrorismus und zur Überbrückung der&#13;
Kluft bei der internationalen Strafverfolgung. Die&#13;
Politiker bekräftigten ihren Ruf nach einer durchgreifenden Reform multilateraler Institutionen. Im&#13;
Hinblick auf die Reform der Vereinten Nationen&#13;
ermöglichten die weitere Verschlankung, Kostendämpfung und bessere Managementsysteme es der&#13;
Institution, in diesem Jahr erstmals in ihrer Geschichte&#13;
einen wachstumsneutralen Haushalt zu verabschieden. Auch bei den internationalen Finanzinstitutionen&#13;
wurden bedeutende Reformen vorgenommen: Zu den&#13;
seit Halifax unternommenen Schritten zählen verbesserte Überwachung und eine Verdoppelung der&#13;
durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur&#13;
Bewältigung der Finanzkrisen bereitgestellten Ressourcen.&#13;
Unsere Bestrebungen zum Aufbau einer regionalen&#13;
Wirtschaftsarchitektur waren ebenso erfolgreich. Wir&#13;
knüpfen neue Wirtschaftsbeziehungen durch regionale&#13;
Bestrebungen in Europa, Asien und auf dem amerikanischen Kontinent. Diese Arrangements ermöglichen&#13;
uns die uneingeschränkte Beteiligung an den Wirtschaftsaktivitäten dieser Regionen sowie die Stärkung&#13;
unserer politischen und sicherheitspolitischen Bande.&#13;
Hier in der westlichen Hemisphäre wollten wir neue&#13;
und in manchen Fällen noch auf tönernen Füßen&#13;
stehende Demokratien unterstützen und zur Konsolidierung des in der Region bereits eingeleiteten&#13;
wirtschaftlichen Reformprozesses beitragen. Daher&#13;
veranstaltete Präsident Clinton im Dezember 1994 den&#13;
gesamtamerikanischen Gipfel in Miami, an dem 34&#13;
demokratisch gewählte Staats- und Regierungschefs&#13;
teilnahmen. Dort haben wir uns zu neuartiger Zusammenarbeit verpflichtet, um die Demokratie zu&#13;
stärken, die Armut auszumerzen, Wohlstand durch die&#13;
Konsolidierung der Wirtschaftsreformen zu fördern und&#13;
die Umwelt zu schützen. Wir vereinbarten ferner einen&#13;
neuen Rahmen für regionale Zusammenarbeit,&#13;
darunter die Schaffung einer "gesamtamerikanischen&#13;
Freihandelszone" bis zum Jahr 2005.&#13;
Auch unsere Partnerschaft mit Europa mußte umgestaltet werden, um sie an die heutigen Zeiten anzupassen. Aus diesem Grund reiste Präsident Clinton&#13;
im Dezember vergangenen Jahres nach Madrid, um&#13;
zusammen mit den Staats- und Regierungschefs der&#13;
Europäischen Union eine neue transatlantische&#13;
Tagesordnung zu entwerfen. Wirtschaftliche Zusammenarbeit bildet das Kernstück der neuen trans-&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�atlantischen Tagesordnung, welche die Schaffung&#13;
eines neuen transatlantischen Marktes fordert, auf&#13;
dem Handels- und Investitionshemmnisse abgebaut&#13;
oder abgeschafft werden.&#13;
Der transatlantische&#13;
Untemehmensdialog, an dem über 200 Geschäftsführer amerikanischer und europäischer Firmen&#13;
beteiligt sind, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Maßnahmen von praktischem und greifbarem Vorteil für die&#13;
Unternehmen.&#13;
Zum Abschluß möchte ich mich Asien zuwenden. Der&#13;
asiatisch-pazifische Raum ist die dynamischste&#13;
Wirtschaftsregion der Welt. Sie zeichnet für die Hälfte&#13;
der Weltproduktion verantwortlich. Bis zum Ende&#13;
dieses Jahrhunderts wird die Hälfte des Welthandels und zwei Drittel des gesamten amerikanischen&#13;
Handels - in der asiatisch-pazifischen Region abgewikkelt.&#13;
In Asien hat das starke amerikanische Engagement für&#13;
die Sicherheit der Region ein der wirtschaftlichen&#13;
Entwicklung, wachsenden Märkten und florierendem&#13;
Handel förderliches Umfeld geschaffen. Der Wohlstand wiederum hat die Grundlage für die Förderung&#13;
unserer strategischen Interessen gelegt: Demokratische Werte, Nichtverbreitung, Umweltschutz und&#13;
Menschenrechte.&#13;
Wir haben uns an das Forum für asiatisch-pazifische&#13;
wirtschaftliche Zusammenarbeit APEC gewandt, um in&#13;
der asiatisch-pazifischen Region Fuß zu fassen. Das&#13;
APEC wurde 1989 als lockerer Zusammenschluß für&#13;
Konsultationen gegründet, in dem die dynamischsten&#13;
Volkswirtschaften der Welt vertreten sind. 1993&#13;
erreichte das APEC einen Wendepunkt, als Präsident&#13;
Clinton zum ersten Mal die 18 APEC-Vertreter in&#13;
Seattle zusammenbrachte. Hier umrissen die Politiker&#13;
eine Vision für das APEC: Sie forderten eine pazifische&#13;
Gemeinschaft, die sich der Suche nach kooperativen&#13;
Lösungen für die Herausforderungen unserer sich&#13;
rasch wandelnden regionalen und globalen Wirtschaft&#13;
widmen sollte.&#13;
1994, als das APEC erneut in Indonesien zusammenkam, verpflichteten sich die Politiker zu freiem und&#13;
offenem Handel sowie Investitionen in der asiatischpazifischen Region bis zum Jahr 2010 für Industrienationen und bis zum Jahr 2020 für Entwicklungsländer.&#13;
Im November vergangenen Jahres wurde in Osaka&#13;
eine konkrete Tagesordnung zur Erlangung der&#13;
Handels- und Investitionsliberalisierung bis zu diesen&#13;
Daten verabschiedet, und die Mitgliedstaaten kündigten die sogenannten "Abschlagszahlungen" für die&#13;
Liberalisierung an. Im Herbst dieses Jahres werden&#13;
die APEC-Mitglieder in Manila ihre nationalen und&#13;
regionalen Aktionspläne vorlegen, um mit der Umsetzung unserer Liberalisierungsbestrebungen zu&#13;
beginnen.&#13;
&#13;
seite 4&#13;
&#13;
Die Unternehmen sind ein besonders aktiver Teilnehmer am APEC. Die Unternehmensvertreter beteiligen&#13;
sich direkt an den zehn Arbeitsgruppen des APEC, in&#13;
denen die tägliche Problemlösung für Unternehmensbelange vornehmlich stattfindet. Die Staats- und&#13;
Regierungschefs gründeten im letzten Jahr in Osaka&#13;
eine APEC-Unternehmensberatung - ABAC - um die&#13;
entscheidende Rolle der Unternehmen am APEC&#13;
institutionell zu verankern und sicherzustellen, daß die&#13;
Unternehmen ein direktes Sagen auf der politischen&#13;
Entscheidungsebene haben.&#13;
Schließlich möchte ich betonen, daß das APEC&#13;
zusätzlich zur Erleichterung der Unternehmensaktivitäten und der Förderung einer Liberalisierung&#13;
eine bedeutende geopolitische Rolle spielt. Durch das&#13;
APEC sind die Vereinigten Staaten in der am schnellsten wachsenden Region der Welt verankert. Es dient&#13;
auch in beträchtlichem Maße als Instrument, um China&#13;
- die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der&#13;
Region - in die regionale Wirtschaft und die asiatische&#13;
politische Gemeinschaft einzubeziehen. Die erfolgreichen Bemühungen des APEC, solch unterschiedliche&#13;
Volkswirtschaften zusammenzubringen - und ein&#13;
Gefühl gemeinsamer Zielsetzungen unter ihnen zu&#13;
vermitteln - verleiht ihm über seine wirtschaftliche&#13;
Mission hinaus politische Bedeutung.&#13;
Das Amerikabüro - Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Unternehmen&#13;
Das dritte - und letzte - Grundprinzip unserer Außenwirtschaftspolitik besteht in der Unterstützung der&#13;
amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit in der globalen&#13;
Wirtschaft. Außenminister Christopher hat die Förderung amerikanischer Wirtschaftsinteressen zur&#13;
Hauptfunktion des modernen Außenministeriums&#13;
erklärt. Er hat dafür ein "Amerikabüro" eingerichtet.&#13;
Unsere Botschaften auf der ganzen Welt arbeiten&#13;
härter als je zuvor, um amerikanischen Firmen behilflich zu sein, Chancen auszumachen, Investitionen&#13;
zu sichern, Handelsgeschäfte abzuschließen und&#13;
allgemein zu gewährleisten, daß unsere Firmen aus&#13;
den durch offene Marktsysteme geschaffenen Chancen Vorteile ziehen können. Wir üben weiterhin Druck&#13;
auf ausländische Regierungen aus, Gesetze zum&#13;
Schutz des Rechts auf geistiges Eigentum zu verabschieden und umzusetzen; wir handeln bilaterale&#13;
Investitionsverträge aus, die eine faire Behandlung&#13;
unserer Unternehmen vorsehen, und wir helfen&#13;
unseren Firmen bei der Beilegung von Investitionsstreitigkeiten.&#13;
Das positive Feedback, das wir erhalten, zeigt, daß wir&#13;
bereits etwas bewirken. Unser Ziel besteht jetzt darin,&#13;
Washington dieselbe Perspektive zu vermitteln, die&#13;
Unternehmen dem Außenministerium näherzubringen&#13;
und ihre Belange zum zentralen Element des politischen Entscheidungsprozesses zu machen. Wenn wir&#13;
wirklich die Wirtschaft ins Zentrum unserer Außen-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�Politik stellen, müssen wir intensivere Konsultationen&#13;
mit den Unternehmen führen, während wir ihre Interessen betreffende Maßnahmen erarbeiten.&#13;
Unsere Tagesordnung bei der Verfolgung unserer eng&#13;
miteinander verknüpften Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen ist daher ehrgeizig. Das Ende des Kalten&#13;
Krieges hat in keiner Weise die Notwendigkeit einer&#13;
amerikanischen Führungsrolle und des Engagements&#13;
geschmälert. In einer zunehmend interdependenten&#13;
globalen Wirtschaft hängen unsere Sicherheit und&#13;
unser Wohlstand immer mehr von unseren diplomatischen Investitionen im Ausland ab. Wir müssen&#13;
gewährleisten, daß wir die erforderlichen Ressourcen&#13;
zuweisen, damit unsere Behörden für auswärtige&#13;
Angelegenheiten effektiv Frieden und Sicherheit auf&#13;
der ganzen Welt - und ein stabiles Klima für amerikanische Exporte und Investitionen - fördern können.&#13;
Eine weitere Kürzung unseres bereits schmalen&#13;
Haushalts für auswärtige Angelegenheiten - wie einige&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
im Kongreß vorschlagen - wird unweigerlich beträchtliche politische und wirtschaftliche Kosten für unsere&#13;
nationale Volkswirtschaft und unsere vitalen Interessen&#13;
im Ausland nach sich ziehen.&#13;
Schlußbemerkung&#13;
Abschließend möchte ich feststellen, daß das wirtschaftliche Können der Vereinigten Staaten und die&#13;
amerikanische globale Führungsrolle untrennbar&#13;
verbunden sind. Wir leben in einem Zeitalter, in dem&#13;
die Vereinigten Staaten in einzigartiger Weise zur&#13;
Übernahme dieser Führungsrolle geeignet sind.&#13;
Indem wir die Volkswirtschaften an die vorderste Front&#13;
dieses Prozesses rücken - und durch unser Verständnis der Art und Weise, in der wirtschaftliche&#13;
Instrumente unsere diplomatischen und politischen&#13;
Ziele unterstützen - haben wir einen großen Schritt in&#13;
die richtige Richtung getan.&#13;
&#13;
* * *&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�UMWELT&#13;
7. August 1996&#13;
&#13;
Die Umwelt als Tagesordnungspunkt&#13;
für die Nachrichtendienste&#13;
Rede von CIA-Direktor John Deutch&#13;
&#13;
LOS ANGELES - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die der Direktor des amerikanischen&#13;
Nachrichtendienstes CIA, John Deutch, am 25. Juli 1996 vor dem World Affairs Council in Los Angeles hielt.&#13;
Darin beschreibt Deutch, wie der Einsatz nachrichtendienstlicher Erkenntnisse für den Umweltschutz dem Militär&#13;
zu verbesserter Entscheidungsfindung verhilft, zur Einschätzung von Naturkatastrophen und Notfallsituationen&#13;
sowie zur Prognostizierung des globalen Klimawandels beiträgt.&#13;
&#13;
Die Umwelt ist ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung der Nachrichtendienste. Heute möchte ich&#13;
Ihnen erläutern, was wir unter Umweltarbeit der&#13;
Nachrichtendienste verstehen, warum die Nachrichtendienste an dieser Arbeit mitwirken und warum unsere&#13;
Beteiligung für die Bürger der Vereinigten Staaten und&#13;
der Welt bedeutend ist. Ferner möchte ich zeigen, daß&#13;
der Einsatz nachrichtendienstlicher Erkenntnisse für&#13;
den Umweltschutz kein neues oder kostspieliges&#13;
Bestreben der Nachrichtendienste darstellt.&#13;
Die Aufgabe der Nachrichtendienste besteht darin&#13;
sicherzustellen, daß unsere hochrangigen Politiker und&#13;
Befehlshaber objektive Informationen erhalten, die&#13;
ihnen eine bessere Entscheidungsfindung ermöglichen. Auf der Grundlage unserer Ermittlungen und&#13;
ihrer Analyse verfassen wir nachrichtendienstliche&#13;
Berichte, die der Führung unseres Landes Einblick&#13;
gewähren, wie sich Ereignisse in allen Teilen der Welt&#13;
entwickeln und wie sie sich auf unsere nationale&#13;
Sicherheit auswirken.&#13;
Entwicklungen im Bereich der Umwelt - sowohl&#13;
natürliche als auch vom Menschen herbeigeführte zählen zu den unterschwelligen Kräften, die in einem&#13;
Land die Volkswirtschaft, soziale Stabilität, das&#13;
Verhalten auf den Weltmärkten sowie das Verhältnis&#13;
zu den Nachbarländern beeinflussen.&#13;
Ich möchte betonen - die Umwelt ist ein Faktor. Es&#13;
wäre unüberlegt, Konflikte in Somalia, Äthiopien oder&#13;
Haiti allein auf umweltpolitische Ursachen zurück-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
zuführen. Aber es wäre auch töricht, außer acht zu&#13;
lassen, daß in jedem dieser Staaten das Land auf eine&#13;
Art und Weise ausgebeutet wird, die die Ernährung der&#13;
zunehmenden Bevölkerung unmöglich macht.&#13;
Umweltzerstörung, Ausbreitung der Wüste, Erosion&#13;
und landwirtschaftliche Übernutzung zerstören weite&#13;
Teile des Ackerlandes. Diese Kräfte vertreiben die&#13;
Menschen aus ihrer Heimat und schaffen Spannungen&#13;
zwischen ethnischen und politischen Gruppen,&#13;
während der Kampf um die knappen Ressourcen&#13;
immer härter wird. Es besteht eine enge Verbindung&#13;
zwischen Umweltzerstörung, Bevölkerungswachstum&#13;
und Armut, die regionale Analysten in Betracht ziehen&#13;
müssen.&#13;
Nationale Aufklärungssysteme, die Panzerbewegungen in der Wüste verfolgen, können gleichzeitig auch&#13;
die Bewegung der Wüste erkennen - wie der Sand sich&#13;
auf ehemals produktive Felder ausbreitet oder Hügel&#13;
aufgrund von Entwaldung und Erosion brachliegen.&#13;
Satellitensysteme gestatten uns eine schnelle Einschätzung der Größenordnung des Schadens. Die&#13;
Einbeziehung dieser umweltpolitischen Dimension in&#13;
die traditionelle politische, wirtschaftliche und militärische Analyse verbessert unsere Fähigkeit, die&#13;
Politiker vor möglicher Instabilität, Konflikten oder&#13;
humanitären Katastrophen zu warnen und Situationen&#13;
auszumachen, die amerikanisches Engagement&#13;
erfordern könnten.&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Bestimmte Ereignisse haben bereits die Aufnahme von&#13;
Umweltfragen in unsere nachrichtendienstliche&#13;
Tagesordnung erforderlich gemacht. Als Moskau&#13;
anfänglich irreführende Informationen über den Unfall&#13;
im Atomkraftwerk Tschernobyl veröffentlichte, wandten&#13;
sich amerikanische Politiker an die Nachrichtendienste, um den Schaden und seine Auswirkungen auf die&#13;
ehemalige Sowjetunion und ihre Nachbarstaaten&#13;
einzuschätzen.&#13;
&#13;
Die weltweite Debatte über Umweltfragen betrifft&#13;
unsere Diplomatie in zunehmendem Maße. Außenminister Christopher erklärte im April, daß "unsere&#13;
Fähigkeit zur Förderung unserer globalen Interessen&#13;
untrennbar mit der Art und Weise verbunden ist, in der&#13;
wir die natürlichen Ressourcen der Erde verwalten".&#13;
Er betonte, daß wir die Umwelt "zu einem wesentlichen&#13;
Bestandteil der amerikanischen Außenpolitik" machen&#13;
müssen.&#13;
&#13;
Während des Golfkriegs, als Saddam Hussein Umweltzerstörung als Waffe einsetzte, forderten Politiker&#13;
und Militärs die Nachrichtendienste auf, die Bewegung&#13;
des Rauchs von brennenden Ölfeldern und den Fluß&#13;
des in den Golf abgelassenen Öls zu verfolgen. Sie&#13;
fragten, ob die Beschädigung des irakischen Nuklearkomplexes Tuwaitha eine Gefahr für die Truppen und&#13;
örtliche Bevölkerung beinhalte.&#13;
&#13;
Die Nachrichtendienste haben die Diplomatie auf&#13;
diesem Gebiet seit langem unterstützt, insbesondere&#13;
im Hinblick auf wichtige internationale Umweltverträge&#13;
und -abkommen. Ich möchte hier eine Analogie zur&#13;
Rolle der Nachrichtendienste bei der Aushandlung von&#13;
Rüstungskontrollverträgen herstellen. Solche Verträge&#13;
könnten nicht unterzeichnet und ratifiziert werden,&#13;
wenn die Nachrichtendienste nicht ihre Einhaltung&#13;
kontrollieren würden.&#13;
&#13;
In jedem dieser Fälle konnte die Antwort auf diese&#13;
Fragen nicht lauten "Umwelt ist keine Angelegenheit&#13;
der Nachrichtendienste", und sie lautete auch nicht so.&#13;
Unsere Antworten bestanden aus klassischer nachrichtendienstlicher Arbeit: Analysen auf der Grundlage&#13;
von Daten, die wir durch unsere Ermittlungen und aus&#13;
offenen Quellen gewonnen hatten. Wir konnten das&#13;
Ausmaß des Unfalls von Tschernobyl einschätzen.&#13;
Wir konnten amerikanischen Soldaten sagen, wie sie&#13;
den durch brennende Ölquellen hervorgerufenen&#13;
tödlichen Schwefelwasserstoff meiden können, und wir&#13;
konnten den Militärplanern mitteilen, daß eine Beschädigung des Reaktors keine Bedrohung darstellte.&#13;
&#13;
In ähnlicher Weise überwachen die Nachrichtendienste die Einhaltung von Umweltverträgen wie das&#13;
Montrealer Protokoll über die Ozonschicht schädigende Substanzen und die Londoner Konvention, welche&#13;
die Verklappung radioaktiven und anderen Mülls ins&#13;
Meer regelt. Ferner sollte die nachrichtendienstliche&#13;
Unterstützung beim Verhandlungsprozeß beginnen,&#13;
damit amerikanische Diplomaten über die besten&#13;
Informationen verfügen, um in Zukunft effektive und&#13;
durchsetzbare Verträge auszuarbeiten.&#13;
&#13;
Ich möchte betonen, daß die Umwelt für die Nachrichtendienste kein neues Problem ist. Wir haben seit&#13;
Jahren Mittel für das Verständnis umweltpolitischer&#13;
Fragen aufgewandt. Ein Großteil der Arbeit, der jetzt&#13;
unter die Bezeichnung Umwelt fällt, wurde früher unter&#13;
anderen Namen geleistet - Geographie, Ressourcen&#13;
oder Forschung.&#13;
&#13;
Der Einsatz nachrichtendienstlicher Erkenntnisse für&#13;
den Umweltschutz wird auch Bestandteil unserer&#13;
Unterstützung für die Wirtschaftspolitiker sein. Sie&#13;
müssen beispielsweise wissen, ob sich ausländische&#13;
Konkurrenten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber&#13;
amerikanischen Unternehmen schaffen, indem sie sich&#13;
über Umweltbestimmungen hinwegsetzen.&#13;
Die&#13;
Nachrichtendienste können wertvolle Informationen&#13;
bieten.&#13;
&#13;
Beispielsweise setzen wir seit langem Satellitenbilder&#13;
ein, um den Ernteertrag in Nordkorea oder andernorts&#13;
einschätzen zu können. Das gestattete uns die&#13;
Prognose von möglicherweise zu Instabilität führenden&#13;
&#13;
Mit anderen Worten: Der Bedarf nach von den Nachrichtendiensten bereitgestellten Informationen zu&#13;
Umweltfragen steigt. Da die Weltbevölkerung immer&#13;
weiter anwächst und Ressourcen wie sauberes&#13;
&#13;
Engpässen sowie die mengenmäßige Bestimmung der&#13;
&#13;
Wasser und Ackerland immer knapper werden, erhöht&#13;
&#13;
Agrarprodukte, die eine Nation möglicherweise&#13;
importieren muß - für das US-Landwirtschaftsministerium und die amerikanischen Landwirte wertvolle&#13;
Informationen. Ferner prüften wir das Vorkommen&#13;
natürlicher Ressourcen wie Öl, Gas und Mineralien.&#13;
&#13;
sich die Wahrscheinlichkeit, daß die Aktivitäten eines&#13;
Landes über seine nationalen Grenzen hinausreichende Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die amerikanischen Politiker müssen vor Problemen gewarnt&#13;
werden, die wahrscheinlich die amerikanischen&#13;
Interessen und regionale Stabilität beeinflussen.&#13;
&#13;
Wir versorgen das Militär seit Jahren mit Informationen&#13;
über das Terrain und örtliche Ressourcen. Wenn&#13;
unsere Streitkräfte militärische, friedenssichernde und&#13;
humanitäre Operationen in entlegenen und unbekannten Gebieten beginnen, brauchen sie noch bessere&#13;
Informationen über Umweltfaktoren, die ihre Gesundheit, Sicherheit und Fähigkeit zur Durchführung dieser&#13;
Operationen beeinflussen könnten.&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Die Wahrung der Fähigkeit zum Einsatz nachrichtendienstlicher Erkenntnisse beim Umweltschutz wird uns&#13;
die Beantwortung wichtiger Fragen gestatten, die&#13;
unsere Verbraucher in Zukunft wahrscheinlich stellen&#13;
werden. Beispielsweise werden das schnelle Bevölkerungswachstum in China und die prosperierende&#13;
Wirtschaft zu einem enormen Anstieg der Nachfrage&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�nach den natürlichen Ressourcen der Welt&#13;
einschließlich Erdöl und Nahrungsmitteln.&#13;
Auswirkungen wird das auf die Weltmärkte&#13;
Ebenso wie in der Vergangenheit müssen&#13;
Beantwortung solcher Fragen bereit sein.&#13;
&#13;
führen,&#13;
Welche&#13;
haben?&#13;
wir zur&#13;
&#13;
Ferner sollten wir Daten aus unseren Ermittlungssystemen bereitstellen, um den Experten bei der&#13;
Beantwortung von weniger traditionellen Fragen zu&#13;
helfen, beispielsweise: Welche Konsequenzen hat die&#13;
zunehmende Verwendung fossiler Brennstoffe für die&#13;
globale Umwelt?&#13;
Wie ich bereits erwähnte, haben die Nachrichtendienste einzigartige Aktivposten, darunter Satelliten,&#13;
Sensoren und Fernerkundungsgeräte, die der Wissenschaft eine Fülle von Informationen über die Umwelt&#13;
liefern können. Ferner können diese Informationen&#13;
durch verschiedene Mechanismen an Experten von&#13;
außerhalb weitergeleitet werden. Diese Bestrebungen&#13;
werden die Fähigkeit unserer Nation zur Verhinderung&#13;
von Umweltkrisen beträchtlich erhöhen.&#13;
1991 forderte der damalige Senator Gore die Nachrichtendienste zur Gründung einer Arbeitsgruppe auf,&#13;
die Wege sondieren sollte, wie nachrichtendienstliche&#13;
Aktivposten zur Unterstützung der Umweltforschung&#13;
eingesetzt werden könnten. Diese Initiative führte zu&#13;
einer Partnerschaft zwischen den Nachrichtendiensten&#13;
und der Wissenschaft, die sich für beide Seiten als&#13;
außerordentlich produktiv erwies.&#13;
Die Arbeitsgruppe Umwelt kam zu dem Ergebnis, daß&#13;
die von den Nachrichtendiensten über Satellit oder mit&#13;
anderen Mitteln gesammelten Daten entscheidende&#13;
Informationslücken der Umweltforschung füllen&#13;
können. Ferner können diese Daten zur weiteren&#13;
Untersuchung freigegeben werden, ohne etwas über&#13;
Quellen und Methoden zu verraten.&#13;
Beispielsweise können von den ersten Satelliten der&#13;
Nachrichtendienste - die lange Zeit vor den kommerziellen Systemen ins All geschickt wurden - aufgenommene Bilderden Wissenschaftlern zeigen, wie sich die&#13;
Grenzen von Wüsten, die Vegetation und das Polareis&#13;
mit der Zeit verändert haben. Diese historischen&#13;
Bilder, die jetzt nicht mehr als geheim eingestuft&#13;
werden, stellen wertvolle Indikatoren für regionalen&#13;
und globalen Klimawandel dar.&#13;
Einige der Wissenschaftler, die an der Arbeitsgruppe&#13;
Umwelt teilnahmen, haben eine Gruppe namens&#13;
MEDEA gegründet. MEDEA arbeitet mit den Nachrichtendiensten an der Einführung eines sogenannten&#13;
"globalen Treuhandprogramms". Im Rahmen dieser&#13;
Initiative werden wir während des kommenden Jahrzehnts regelmäßig Aufnahmen ausgewählter Orte von&#13;
umweltpolitischer Bedeutung machen.&#13;
Dadurch&#13;
werden die Wissenschaftler laufend Aufzeichnungen&#13;
von Veränderungen auf der Erde erhalten, wodurch ihr&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Verständnis für Umweltentwicklungen verbessert wird.&#13;
Noch wichtiger ist, daß dadurch ihre Fähigkeit entscheidend erhöht wird, bei möglichen katastrophalen&#13;
Bedrohungen der Gesundheit und des Wohlergehens&#13;
unserer Bürger ein strategisches Alarmsignal zu&#13;
geben.&#13;
Gleichzeitig wollen wir nicht, daß die Nachrichtendienste zum Zentrum für Umweltforschung werden oder&#13;
Forschung auf diesem Gebiet direkt unterstützen. In&#13;
diesem Fall besteht unsere Arbeit darin, Daten zu&#13;
sammeln und den Wissenschaftlern zur Verfügung zu&#13;
stellen. Ihre Arbeit wird von anderen gesponsert - von&#13;
der Nationalen Stiftung für Wissenschaft, dem Nationalen Amt für Ozeanographie und Meteorologie, der&#13;
NASA sowie akademischen Einrichtungen.&#13;
Wir&#13;
werden weiterhin mit Umweltexperten zusammenarbeiten um zu gewährleisten, daß sie ihr Wissen in&#13;
die Daten einbringen, die wir sammeln oder aus&#13;
unseren beträchtlichen Archiven abrufen.&#13;
Unsere Interaktion mit MEDEA ist nicht nur wertvoll für&#13;
die Umweltschützer, sondern hat auch direkte Vorteile&#13;
für die Nachrichtendienste. MEDEA arbeitet eng mit&#13;
unseren Analysten an der Entwicklung von Technologien zusammen, die unsere Fähigkeit zur Sammlung&#13;
und Auswertung von Daten aus unseren Ermittlungssystemen erhöhen.&#13;
Die Kombination von Daten und Fachwissen der&#13;
Nachrichtendienste mit wissenschaftlichen Erkenntnissen kann den Politikern ein besseres nachrichtendienstliches Produkt liefern. Wissenschaftler von&#13;
MEDEA haben mit unseren Analysten zusammengearbeitet, um Bedarf an Informationen über Umweltfragen und -probleme decken zu können - beispielsweise über eine Reihe von Lecks in Ölpipelines in der&#13;
russischen Region Komi. Das Ausströmen von Öl in&#13;
Komi ist nur ein Beispiel dafür, wie Satelliten der&#13;
Nachrichtendienste und Sensoren nach natürlichen&#13;
oder vom Menschen hervorgerufenen Katastrophen&#13;
umgehend wertvolle Informationen bereitstellen&#13;
können. In diesem Fall konnten wir feststellen, daß&#13;
keine großen Ölmengen in die arktischen Flüsse&#13;
gelangten.&#13;
In den Vereinigten Staaten unterstützen die Nachrichtendienste das Bundesamt für Katastrophenhilfe&#13;
und andere staatliche Einrichtungen im Falle von&#13;
Naturkatastrophen. Mit Hilfe von Daten aus einer&#13;
Vielzahl von Quellen können wir wenige Stunden nach&#13;
einer Katastrophe Art und Umfang des Schadens&#13;
einschätzen und melden - den Zustand von Straßen,&#13;
Flughäfen und Krankenhäusern sowie von Staudämmen und Nukleareinrichtungen, die eine potentielle&#13;
weitere Bedrohung darstellen. Ich möchte hier zwei&#13;
Dinge anmerken:&#13;
Erstens leisten wir diese Art von Unterstützung nur auf Anfrage. Wir brauchen eine&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Erlaubnis, um Aufnahmen über dem Territorium der Vereinigten Staaten zu machen.&#13;
Zweitens schaffen wir aus geheimzuhaltenden&#13;
Informationen nicht als geheim eingestufte&#13;
Produkte. Wir haben ein Katastrophen reaktionsteam, das umgehend nicht geheime&#13;
Landkarten und Diagramme erstellen kann,&#13;
die durch Erdbeben, Brände, Überschwemmungen, Wirbelstürme, Ölkatastrophen oder&#13;
Vulkanausbrüche hervorgerufene Schäden&#13;
zeigen.&#13;
Ich möchte Ihnen ein Beispiel dafür geben, wie gut&#13;
dieses System funktioniert: Vor wenigen Wochen (am&#13;
5. Juni) bat die Bundesforstverwaltung uns um Hilfe bei&#13;
der Bekämpfung des in Alaska wütenden verheerenden Feuers. In jenem Fall hatten wir nicht genug&#13;
Flugzeuge, um das Ausmaß der Brände angemessen&#13;
feststellen zu können. Innerhalb von 24 Stunden nach&#13;
der ersten Anfrage erstellten wir eine Landkarte, die&#13;
Reichweite der Feuersbrunst, schwelende Feuer sowie&#13;
die Feuerwand zeigte. Diese Informationen waren&#13;
umfassender und detaillierter als die durch das&#13;
Überfliegen mit Zivilflugzeugen gewonnenen und&#13;
standen auch viel schneller zur Verfügung.&#13;
Ferner können wir unsere Fähigkeiten einsetzen, um&#13;
vor Katastrophen ein Alarmsignal zu geben. Wir leiten&#13;
diese Informationen auch an ausländische Regierungen weiter. Als beispielsweise 1995 auf der Karibikinsel Montserrat ein Vulkan wieder aktiv wurde,&#13;
beobachteten wir starke Veränderungen und alarmierten Hilfsorganisationen und Militärbehörden der&#13;
Westindischen Inseln, damit sie sich auf eine mögliche&#13;
Evakuierung der Inselbewohner vorbereiten konnten.&#13;
Vor kurzem registrierten wir eine Veränderung im&#13;
Krater des Vulkans - ein Spalt war entstanden, was&#13;
darauf hinwies, daß sich die Gefahr eines Ausbruchs&#13;
dramatisch erhöht hatte. Wir gaben schnell ein&#13;
Alarmsignal, das den Behörden auf Montserrat die&#13;
Evakuierung von 4.000 Menschen in weniger gefährdete Gebiete auf der Insel gestattete.&#13;
Diese Aktivitäten liegen außerhalb unserer traditionellen nachrichtendienstlichen Mission, aber unseres&#13;
Erachtens ist es wichtig Hilfe zu leisten, wenn die&#13;
entsprechenden Fähigkeiten anderweitig nicht verfügbar sind. Diese Bestrebungen kosten uns sehr wenig,&#13;
sind jedoch für Hilfsorganisationen, Katastrophenopfer&#13;
und potentielle Opfer, deren Leben durch die rechtzeitige Warnung gerettet werden konnte, von enormem&#13;
Nutzen.&#13;
Vizepräsident Gore ist ein führender Verfechter des&#13;
Einsatzes von nachrichtendienstlichen Erkenntnissen&#13;
zur Vertiefung des Wissens über die Umwelt auf&#13;
internationaler Ebene, beispielsweise zur besseren&#13;
Erkennung von Ölkatastrophen und dem Verklappen&#13;
von Chemiemüll auf internationalen Wasserstraßen.&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
Die amerikanisch-russische gemeinsame Kommission&#13;
für wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit&#13;
- die Gore-Tschernomyrdin-Kommision - hat einen&#13;
produktiven Informationsaustausch zwischen den&#13;
Vereinigten Staaten und Rußland in die Wege geleitet.&#13;
Dank dieses Austauschs verfügen wir über einzigartige&#13;
und wertvolle Daten aus den nachrichtendienstlichen&#13;
Programmen Rußlands. Die Russen haben beispielsweise umfassende Daten über das Nördliche Eismeer&#13;
gesammelt. Diese Informationen sind entscheidend für&#13;
unser Verständnis ozeanographischer und atmosphärischer Prozesse, die wiederum entscheidend für&#13;
unsere Fähigkeit zur Vorhersage globaler Klimaveränderungen sind. Zusammen mit Rußland haben wir&#13;
einen CD-ROM-Atlas des Nördlichen Eismeers&#13;
produziert. Er enthält mehr als zwei Millionen zwischen 1948 und 1993 von wandernden russischen&#13;
Forschungsstationen, Eisbrechern und Flugzeugexpeditionen zusammengetragene Einzeldaten sowie&#13;
auf amerikanischeil Bojen durchgeführte Beobachtungen. Diese einst geheimgehaltenen Daten sind jetzt&#13;
über das World Wide Web auf den Internet abrufbar&#13;
und werden den amerikanischen Wissenschaftlern zur&#13;
Verfügung stehenden wissenschaftlichen Bestand an&#13;
ozeanographischen Daten mehr als verdoppeln.&#13;
Die arktischen Daten sind nicht nur für wissenschaftliche Studien des Klimawandels entscheidend. Sie&#13;
können uns auch die Bewegung von Schadstoffen&#13;
aufzeichnen helfen. Die großen Ströme Rußlands&#13;
fließen nach Norden in die Arktis. Sie führen viele&#13;
Rückstände aus russischen Industrieanlagen mit sich,&#13;
darunter Chemikalien, Schwermetalle und organische&#13;
Substanzen sowie radioaktive Stoffe aus dem russischen Verteidigungsprogramm. Zum Beispiel sind 3&#13;
Millionen Curie radioaktiven Mülls aus Chelyabinsk, die&#13;
vor Jahren im Techa entsorgt wurden, im Nördlichen&#13;
Eismeer - mehr als 1.500 Kilometer von dem Kraftwerk&#13;
entfernt - gelandet. Die russischen ozeanographischen Daten können den Russen und uns dabei&#13;
behilflich sein festzustellen, wohin radioaktive Materialien und Schadstoffe gelangen werden, wenn sie das&#13;
Nördliche Eismeer erreicht haben, und ob amerikanische und kanadische Gewässer davon betroffen sein&#13;
werden.&#13;
&#13;
Anfang dieses Jahres tauschten Rußland und die&#13;
Vereinigten Staaten nicht mehr der Geheimhaltung&#13;
unterliegende, über einen Zeitraum von 25 Jahren&#13;
gemachte Bilder von Umweltschäden auf dem Luftwaffenstützpunkt Eglin in Florida und dem Yeysk-Luftwaffenstützpunkt in Südwestrußland aus. Dieser andauernde Austausch wird unseren beiden Ländern bei&#13;
der Beseitigung ihrer toxischen und radioaktiven&#13;
Altlasten auf den Standorten behilflich sein. Die zur&#13;
Herstellung dieser Karten verwendete Technik könnte&#13;
uns helfen, in der Zukunft potentielle Quellen für&#13;
Verschmutzung zu identifizieren. Ein solcher Informationsaustausch hat sich als kostengünstiger und&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
�höchst effektiver Weg zur Schaffung guten Willens und&#13;
Stärkung internationaler Beziehungen erwiesen. Wir&#13;
sollten neue Möglichkeiten für den Austausch von&#13;
Informationen mit anderen Ländern sondieren.&#13;
&#13;
Politik und Militär, benötigen - und bitten um Unterstützung bei Umweltfragen und -Problemen.&#13;
Die Nachrichtendienste verfügen über einzigartige technische Ressourcen zur Sammlung&#13;
von Daten und analytisches Fachwissen, die&#13;
entscheidende Informationslücken für Umweltforscher füllen oder Hilfsorganisationen bei&#13;
der Bewältigung von Naturkatastrophen&#13;
behilflich sein können.&#13;
&#13;
Ich möchte noch einen weiteren wichtigen Punkt&#13;
bezüglich unserer Arbeit an Umweltthemen anschneiden - die Kosten sind gering und die potentiellen&#13;
Vorteile enorm. Die für nachrichtendienstliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Umwelt zugewiesenen&#13;
Ressourcen sind bescheiden und machen vielleicht ein&#13;
Zehntel des Budgets für Datensammlung und -analyse&#13;
aus. Wir nutzen die bereits vorhandenen nachrichtendienstlichen Fähigkeiten.&#13;
Diese wichtige Arbeit&#13;
erfordert keine neuen Kapitalinvestitionen.&#13;
Die nachrichtendienstlichen Erkenntnisse auf dem&#13;
Gebiet der Umwelt machen es auch nicht erforderlich,&#13;
daß wir Systeme zur Sammlung von Daten von&#13;
unseren wichtigsten Zielen abziehen oder in Bereichen&#13;
tätig werden, wo wir nicht hingehören. Die Darstellung&#13;
von Standorten im Rahmen des globalen Treuhandprogramms kann beispielsweise während der nicht&#13;
stark genutzten Stunden des Satelliteneinsatzes&#13;
erfolgen. Sie wird die Sammlung von Daten über&#13;
unsere Ziele von höchster Priorität nicht stören,&#13;
darunter die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Terrorismus, Drogenhandel und die Aktivitäten&#13;
verbrecherischer Staaten.&#13;
Mit anderen Worten: Die Umwelt wird weiterhin einen&#13;
bedeutenden Platz auf der nachrichtendienstlichen&#13;
Tagesordnung der Vereinigten Staaten einnehmen.&#13;
Umweltfaktoren beeinflussen die internen und&#13;
externen politischen, wirtschaftlichen und&#13;
militärischen Aktionen von Nationen, die für&#13;
unsere nationale Sicherheit wichtig sind.&#13;
Die Abnehmer unserer nachrichtendienstlichen Erkenntnisse, darunter die Vertreter von&#13;
&#13;
Durch eine produktive Partnerschaft mit den&#13;
Wissenschaftlern können wir strategische&#13;
Alarmsignale über Umweltschäden geben, die&#13;
eine Gefahr für unsere Gesundheit und unser&#13;
Wohlergehen sein könnten.&#13;
Diese Aktivitäten stellen keine Bedrohung&#13;
unserer traditionellen Aufgaben dar.&#13;
Die von mir beschriebene elementare Arbeit&#13;
erfordert nur eine geringe Zuwendung von&#13;
Ressourcen.&#13;
Meines Erachtens wäre das Ignorieren von Umweltfragen kurzsichtig von uns, während wir versuchen, die&#13;
Entwicklungen in der Welt nach dem Kalten Krieg zu&#13;
verstehen und vorherzusagen sowie Bedrohungen&#13;
unseres nationalen Wohlergehens auszumachen.&#13;
Ebenso wie Außenminister Christopher versprochen&#13;
hat, "Umweltfragen zu einem wesentlichen Bestandteil&#13;
der amerikanischen Außenpolitik zu machen", beabsichtige ich sicherzustellen, daß nachrichtendienstliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Umwelt weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der nachrichtendienstlichen Aktivitäten der Vereinigten Staaten sind. Selbst&#13;
in Zeiten der Haushaltskürzungen werden wir die&#13;
Politiker und das Militär bei der Bewältigung dieser&#13;
bedeutenden Umweltfragen unterstützen.&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 15&#13;
&#13;
Seite 5&#13;
&#13;
�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
        <elementSet elementSetId="1">
          <name>Dublin Core</name>
          <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
          <elementContainer>
            <element elementId="50">
              <name>Title</name>
              <description>A name given to the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="12637">
                  <text>Amerikadienst 07.08.1996</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
            <element elementId="41">
              <name>Description</name>
              <description>An account of the resource</description>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="12638">
                  <text>&lt;strong&gt;1. ASEAN&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisches Engagement für Sicherheit und Wohlstand unerlässlich &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Außenminister Christopher&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Sicherung des Friedens in Bosnien&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von John Kornblum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Isolationismus wird Amerika schaden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von ACDA-Direktor John Holum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Die wirtschaftlichen und diplomatischen Ziele der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Staatssekretärin Joan Spero&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Umwelt als Tagesordnungspunkt für die Nachrichtendienste&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von CIA-Direktor John Deutch&lt;/em&gt;</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12631">
              <text>07.08.1996</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12632">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12633">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12634">
              <text>Amerikadienst 07.08.1996</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12635">
              <text>&lt;strong&gt;1. ASEAN&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisches Engagement für Sicherheit und Wohlstand unerlässlich &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Außenminister Christopher&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Sicherung des Friedens in Bosnien&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von John Kornblum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Isolationismus wird Amerika schaden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von ACDA-Direktor John Holum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Die wirtschaftlichen und diplomatischen Ziele der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Staatssekretärin Joan Spero&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Umwelt als Tagesordnungspunkt für die Nachrichtendienste&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von CIA-Direktor John Deutch&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
