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dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C
10. Juli 1996

13

NATO

PERRY: NATO-ERWEITERUNG IM
21. JAHRHUNDERT
Bündnis muß Verteidigungsfähigkeit beibehalten

DAS INTERESSE DER USA AN EINER
NATO-ERWEITERUNG
von Botschafter Donald Blinken

AUSSENPOLITIK

DIE USA: DIE EINSAME SUPERMACHT AUSSENPOLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE
HERAUSFORDERUNGEN
Rede des Gesandten J.D. Bindenagel

4. JULI

220 JAHRE UNABHÄNGIGKEIT
Proklamation des Präsidenten zum 4. Juli

DATENAUTOBAHN

GRUNDPRINZIPIEN FÜR DIE BESCHLEUNIGTE
ENTWICKLUNG DER GLOBALEN INFORMATIONSINFRASTRUKTUR
von Vizepräsident AI Gore

bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn
Tel.: 0228-339 2372

Fax: 0228-333 138
e-mail: bbsbonn@usia.gov
internet: http://www.usia.gov/posts/bonn.html

�RASSISMUS

KOMMENTARE ZU BRANDANSCHLÄGEN AUF
KIRCHEN IN DEN USA
Verurteilung in den meisten Zeitungen

DROGEN

NEUE DROGENBEKÄMPFUNGSKAMPAGNE
ZUR UNTERSTÜTZUNG JUGENDLICHER
Rede von Gesundheitsministerin Donna Shalala

Informationen über die Politik der US-Regierung und
die Vereinigten Staaten im allgemeinen können
auf der Home Page von USIS-Deutschland
im World Wide Web des Internet unter
http://www.usia.gov/posts/bonn.html
abgerufen werden.

•

�NATO
10. Juli 1996

Perry: NATO-Erweiterung im 21. Jahrhundert
Bündnis muß Verteidigungsfähigkeit beibehalten

WASHINGTON - (AD) - Verteidigungsminister Perry erklärte am 27. Juni 1996, die "Erweiterung vollzieht sich wie
geplant" und mit den Nationen der Partnerschaft für den Frieden (PFF), die an einem NATO-Beitritt interessiert
seien, würden intensive Konsultationen geführt, "um sie auf die Erfüllung der Kriterien und Pflichten der
Mitgliedschaft vorzubereiten".
Dem Verteidigungsminister zufolge müssen die Streitkräfte prospektiver neuer Mitglieder "zu effektiven
Operationen mit den NATO-Streitkräften fähig sein". Darüber hinaus müssen potentielle neue Mitglieder "für
Demokratie und freie Marktwirtschaft eintreten", die Menschenrechte innerhalb und die Souveränität außerhalb
ihrer Grenzen respektieren, und "ihre Streitkräfte müssen demokratischer, ziviler Kontrolle unterstehen".
In einer Rede bei dem vom Obersten Alliierten Befehlshaber Atlantik in Norfolk (Virginia) veranstalteten Seminar
stellte Perry fest, die NATO-Vertreter begrüßten die Beteiligung Rußlands an der PFF und hofften, das Land
werde in der Partnerschaft eine führende Rolle im Einklang mit seiner Bedeutung als Großmacht übernehmen.
Er äußerte ferner, die kooperativen Beziehungen der NATO zu Rußland "sollten die Beteiligung Rußlands an der
PFF ergänzen und davon unabhängig sein".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Verteidigungsminister Perry im Wortlaut.

Im Juni 1995, vor nur einem Jahr, nahm ich am
Verteidigungsministertreffen in Brüssel teil. Ohne
Frage war dies das bedrückendste NATO-Treffen, an
dem ich je teilgenommen habe. Diejenigen unter
Ihnen, die dort waren, werden meine Meinung wahrscheinlich teilen. Bosnien wurde von unaussprechlichen Greueltaten heimgesucht. Die Vereinten Nationen wurden gedemütigt, als ihre Soldaten an ein
bosnisch-serbisches Radar angekettet wurden. Die
europäischen Nationen und die Vereinigten Staaten
hatten sich völlig überworfen. Bei dieser Zusammenkunft drängten die Vereinigten Staaten auf entschlossene Luftangriffe, um die Serben für die Verletzung der
UN-Sanktionen zu bestrafen, und die europäischen
Nationen, die Truppen auf dem Boden stationiert
hatten, fürchteten, solche Aktionen würden ihre
Soldaten in Gefahr bringen.
Infolgedessen erwies sich die NATO - die wie gelähmt
schien - als unfähig zur Bewältigung der bosnischen
Krise. Bei dem Treffen stellten wir zu Recht kritische
Fragen. Wenn die NATO nicht relevant für Bosnien -

AMERIKA DIENST 13

die größte Sicherheitskrise in Europa seit dem Ende
des Zweiten Weltkriegs - ist, wofür ist sie dann relevant? Mit anderen Worten, bei dem Treffen schien mir,
als befände sich die NATO in einem Prozeß des
Verfalls.
Was für einen Unterschied ein Jahr bewirkt. Vor zwei
Wochen nahm ich am Verteidigungsministertreffen in
Brüssel teil. In diesem Jahr war es eine von Stärke
und Hoffnung geprägte Zusammenkunft. Das Bündnis
strotzte vor Vitalität und Selbstbewußtsein.
Die
Vereinigten Staaten und die europäischen Nationen
arbeiteten harmonisch zusammen, und die NATO
führte mit großem Erfolg ihre erste militärische Operation durch.
In dieser berauschenden Atmosphäre kamen die
Verteidigungsminister zusammen - nicht 15, sondern
16. Minister aus 26 Nationen der Partnerschaft für den
Frieden, einschließlich Rußlands, waren ebenfalls
anwesend. Wir alle waren uns bewußt, daß 1996
bereits ein Jahr wirklich historischer Veränderungen

Seite 1

�für die NATO war. Wir setzten den Prozeß des
Wandels bei dieser Zusammenkunft fort, indem wir
Aktionen in die Wege leiteten, mit denen eine NATO
aufgebaut wird, wie sie Europa zur Bewältigung der
Herausforderungen des 21. Jahrhunderts benötigt.
Auf der Grundlage des Brüsseler Treffens möchte ich
Ihnen daher heute sechs Postulate darüber darlegen,
wie die NATO des 21. Jahrhunderts aussehen wird.
Das erste Postulat lautet, daß die NATO selbst stärker
und geeinter sein wird.
Die IFOR ist die erste größere Militäraktion in der
Geschichte der NATO und hat das Bündnis wiederbelebt. Sie hat bewiesen, daß die NATO-Nationen,
die auf jahrzehntelange Erfahrungen mit gemeinsamen
Übungen und Ausbildung zurückblicken sowie gemeinsame Doktrinen und Standards haben, zusammen
operieren können - und zwar mit großer Effektivität.
Aufgrund der durch die IFOR umgesetzten Bestrebungen der NATO erleben die Nationen des ehemaligen
Jugoslawiens das erste friedliche Frühjahr seit fünf
Jahren. Trotz aller noch bestehenden Probleme in
Sarajevo und Mostar kann man heute dorthin reisen
und Leute in Straßencafes Kaffee trinken sehen, statt
vor Grananten und Artilleriegeschossen Schutz zu
suchen. Dieser Geist der Solidarität beflügelte das
Treffen in Brüssel, bei dem wir auch zum ersten Mal
seit 30 Jahren die uneingeschränkte Beteiligung
Frankreichs an einer offiziellen Zusammenkunft der
NATO-Verteidigungsminister begrüßen konnten.
Das zweite Postulat lautet, daß die NATO durch die
Partnerschaft für den Frieden weiterhin eine Zone der
Stabilität auf dem gesamten Kontinent aufbauen wird.
Die Partnerschaft für den Frieden, die ich kurz PFF
nennen möchte, ist jetzt richtig in Schwung gekommen.
Allein im Jahr 1996 werden wir 15 größere Übungen
und vielfältige andere Aktivitäten im Zusammenhang
mit der PFF durchführen. Diese Übungen und Aktivitäten sind uns nicht nur dabei behilflich, solche militärischen Missionen der Zeit nach dem Kalten Krieg
wie Friedenssicherung, humanitäre Hilfe sowie Suchund Rettungsübungen in Angriff zu nehmen, sondern
auch dabei, Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen
Ost und West sowie unter den Partnernationen selbst
hervorzubringen.
In Brüssel haben wir versucht, die PFF zu stärken und
sicherzustellen, daß sie ein permanenter Pfeiler der
europäischen Sicherheitsarchitektur wird. Wir vereinbarten die verstärkte Beteiligung der Partner an der
Planung von Übungen, selbst für den Spannungsfall.
Und aufbauend auf den Erfahrungen der PFF-Nationen in der IFOR stimmten wir der Erhöhung der Anzahl
und Komplexität der PFF-Übungen zu.

Seite 2

In meinen Ausführungen vor meinen Kollegen habe ich
die Notwendigkeit unterstrichen, daß einige NATOLänder als Mentor für einzelne Partnerländer fungieren
sollten, insbesondere für diejenigen, deren Ressourcen ihr Vorgehen in der Partnerschaft begrenzen
könnten. Ich habe beispielsweise vorgeschlagen, daß
ein NATO-Land oder eine Gruppe von Ländern das
polnisch-ukrainische Friedenssicherungsbataillon in
derselben Weise sponsern sollte wie die Dänen das
baltische Friedenssicherungsbataillon sponsern. Andere könnten der Mentor der südlichen Balkan-Nationen bei der Umsetzung von Zielen sein, die das
Ergebnis des jüngsten Treffens der Minister des
südlichen Balkans waren, oder Partnerländern bei der
Erstellung des Verteidigungshaushalts und strategischer Planung besondere Hilfe leisten. Diese Aktivitäten "im Geiste der PFF" stärken nicht nur die Partnerschaft, sondern auch die NATO und die Sicherheit
Europas.
Das dritte Postulat lautet, daß die NATO größer sein
wird.
Die Erweiterung vollzieht sich wie geplant. Im Herbst
vergangenen Jahres beendete die NATO ihre Studie
über das "Wie" und "Warum" der Erweiterung, und wir
befinden uns jetzt in der zweiten Phase - intensiven
Konsultationen mit den Partnerländern, die an einem
NATO-Beitritt interessiert sind - um sie auf die Erfüllung der Kriterien und Pflichten der Mitgliedschaft
vorzubereiten. Ich möchte kurz auf diese Kriterien
eingehen.
Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, daß die
NATO kein sozialer Verein ist. Sie ist keine Zunft. Sie
ist ein Militärbündnis. Daher müssen ihre potentiellen
Mitglieder zur Verteidigung des Bündnisses bereit sein
und über die hierzu erforderlichen professionellen
Streitkräfte verfügen. Die NATO muß ihre Arbeit
weiterhin auf Konsens aufbauen, ungeachtet dessen,
ob sie 16, 18 oder 20 Mitglieder hat. Die neuen
Mitgliedstaaten müssen diese Tradition respektieren,
die sich in der Vergangenheit als so wirksam erwiesen
hat.
Die Streitkräfte der neuen Mitglieder müssen zu
effektiven Operationen mit den NATO-Streitkräften
fähig sein. Das bedeutet nicht nur eine gemeinsame
Doktrin, sondern auch Interoperabilität der Ausrüstung,
insbesondere bei der Kommunikation. Die potentiellen
neuen Mitglieder müssen auch für Demokratie und
freie Marktwirtschaft eintreten, die Menschenrechte
innerhalb und die Souveränität außerhalb ihrer Grenzen respektieren. Ihre Streitkräfte müssen demokratischer, ziviler Kontrolle unterstehen.
Immer wenn ich mit Vertretern einer Partnernation
zusammentreffe, die eine Bündnismitgliedschaft
anstrebt, sage ich ihnen: "Dies streben Sie an. So
werden Sie beurteilt, wenn die NATO-Minister zu-

AMERIKA DIENST 13

�sammentreffen und entscheiden, welche Anwärter für
einen Beitritt in Frage kommen." Diese Grundsätze
sind keine Hürden für eine NATO-Mitgliedschaft,
sondern vielmehr Garantien dafür, daß das Bündnis
auch in den nächsten 50 Jahren so effektiv und
leistungsfähig bleibt wie in den vergangenen nahezu
50 Jahren. Viele Partnernationen haben bereits große
Fortschritte erzielt, diesen Grundsätzen zu entsprechen, und die derzeit geführten intensiven Konsultationen werden ihnen helfen, noch mehr zu erreichen.
Mein viertes Postulat ist, daß die NATO kooperative
Beziehungen zu Rußland aufbaut.
Rußland ist seit mehr als 300 Jahren eine Schlüsselfigur für die europäische Sicherheit und wird das auch in
den kommenden Jahrzehnten bleiben. Die Frage ist
nur, ob das Land eine positive oder eine negative Rolle
spielen wird. Natürlich wünschen wir, daß Rußland
eine positive Rolle übernimmt. Rußland tat den
richtigen Schritt, als es sich für eine Teilnahme an der
Partnerschaft für den Frieden entschied. Wir begrüßen die Beteiligung Rußlands und hoffen, daß es im
Einklang mit seiner Bedeutung als Großmacht eine
führende Rolle übernehmen wird.
Die kooperativen Beziehungen des Bündnisses zu
Rußland sollten die Beteiligung Rußlands an der PFF
ergänzen und davon unabhängig sein. Ironischerweise entstammt der Entwurf für diese kooperativen
Beziehungen der Zusammenarbeit in Bosnien. Vor
kurzer Zeit besuchte ich die amerikanische Division in
Bosnien, die auch eine russische Brigade umfaßt, und
traf mit allen Brigadekommandeuren, einschließlich
des russischen Brigadekommandeurs zusammen. Ich
kann berichten, daß die Operation reibungslos vonstatten geht und die Brigadekommandeure - aus
Amerika, Rußland, den nordischen Ländern und der
Türkei - alle gemeinschaftlich zusammenarbeiten.
Nächste Woche, wenn ich unsere Truppen und die
anderer Nationen an unserem Unabhängigkeitstag am
4. Juli in Bosnien besuche, werde ich eine weitere
Gelegenheit haben, mir einen Eindruck von den
Operationen zu verschaffen.
Durch seine Beteiligung an der IFOR demonstriert
Rußland sein Engagement für die Teilnahme am
Aufbau der künftigen europäischen Sicherheitsarchitektur. In Brüssel bauten wir auf diesem Engagement auf, als die Verteidigungsminister der NATOMitgliedstaaten mit dem russischen Verteidigungsminister zu 16-plus-1-Gesprächen zusammentrafen.
Bei diesem Treffen einigten wir uns im wesentlichen
darauf, russische Truppen im Obersten Hauptquartier
der Alliierten Streitkräfte in Europa (SHAPE) zu
stationieren und dem NATO-Befehl zu unterstellen.
Und Rußland stimmte zu, daß wir NATO-Offiziere zum
russischen Generalstab nach Moskau entsenden.
Diese Vereinbarungen institutionalisieren im wesentlichen das bereits ad hoc geschlossene Abkommen

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über Zusammenarbeit bei der Durchführung der IFOROperation.
Mein fünftes Postulat zur NATO im 21. Jahrhundert
lautet, daß das Bündnis flexibler und effizienter wird.
Während die NATO das Szenarium einer einzigen
Bedrohung hinter sich läßt, das nahezu 50 Jahre lang
ihre Reaktionsfähigkeit und Befehlsstruktur bestimmte,
macht sie sich einen Mechanismus zu eigen, der ihre
neue Flexibilität bei der Reaktion auf neue Herausforderungen widerspiegelt - die alliierten Streitkräftekommandos (Combined Joint Task Force - CJTF). Wir
arbeiten hart an der Vervollständigung des CJTFKonzepts, haben es in Bosnien jedoch bereits in die
Tat umgesetzt. Somit brauchen wir nicht zuviel Zeit mit
theoretischen Überlegungen zum Wesen alliierter
Streitkräftekommandos verbringen. Eines funktioniert
heute bereits in der Praxis, und unsere Arbeit besteht
jetzt lediglich darin, eine bereits erfolgreich operierende CJTF auf eine allgemeine Formel zu bringen.
Die NATO wird nicht nur flexibler, sondern ist sich
auch der Notwendigkeit einer Effizienzsteigerung
bewußt. In vielerlei Hinsicht war die Struktur der
NATO für die Bosnien-Mission nicht geeignet. Unsere
Befehls- und Entscheidungsfindungsstrukturen waren
fast ausschließlich auf die Durchführung eines bekannten Plans mit bereits bestimmten Streitkräften konzentriert, der sich gegen einen bekannten Gegner richtete.
Die IFOR wiederum beinhaltete weitaus mehr Unsicherheit und unterstrich die Notwendigkeit einer
Umstrukturierung und Modernisierung des Bündnisses. Im Herbst werden unsere Militärbehörden
einen Bericht mit Empfehlungen veröffentlichen, wie
die Befehlsstruktur reaktionsschneller und flexibler
gestaltet und die Verteidigungsplanungsprozesse
angepaßt werden können.
Ferner ergreifen wir
Maßnahmen zur Vereinfachung und Beschleunigung
des gesamten Entscheidungsfindungsprozesses durch
die Schaffung einer politischen Koordinierungsgruppe
sowie der Kapazitätenkoordinierungszelle. Ich muß
sagen, daß ich einige Zweifel an der Fähigkeit dieser
bürokratischen Organisationen hege, das Bündnis zu
modernisieren. Aber denken Sie einmal kurz darüber
nach. Das Ziel ist klar, selbst wenn der Mechanismus
zur jetzigen Zeitpunkt noch etwas unsicher ist.
Ich möchte eindeutig klarstellen, daß das Ziel des
Bündnisses, flexibler und effizienter zu werden, allen
Verbündeten eine effektivere Zusammenarbeit erlauben soll. Es wird nicht angestrebt, dies ohne die
umfassende Beteiligung der Vereinigten Staaten zu
erreichen. Wir müssen zunächst mit 16 Mitgliedern
besser operieren können, bevor wir auch nur in
Erwägung ziehen, mit weniger als 16 besser zu
operieren.

Seite 3

�Dies führt mich zu meinem sechsten und letzten
Postulat zur Zukunft der NATO. Die NATO wird ein
wahrhaft transatlantisches Bündnis bleiben.
Meines Erachtens haben wir in Bosnien die klare
Lektion gelernt, daß die NATO als transatlantisches
Bündnis am besten operieren kann, wenn wir alle
zusammen sind. Ich hoffe, daß alle auf beiden Seiten
des Atlantiks diese Lektion gelernt haben und die
NATO weiterhin bei allen größeren Missionen geschlossen vorgeht. Die Sicherheit Europas ist auch in
Zukunft von elementarer Bedeutung für die Sicherheit

*

Seite 4

der Vereinigten Staaten. Und Amerikas Engagement
in Europa bleibt entscheidend für die Sicherheit
Europas. Vor 49 Jahren legte George Marshall eine
Vision für das Europa der Zukunft dar - ein vom
Atlantik bis zum Ural in Frieden, Freiheit und Demokratie geeintes Europa. Es ist an uns, diese Vision
Realität werden zu lassen. Diese Vision kann nur
durch eine starke, lebensfähige, transatlantische
Partnerschaft verwirklicht werden.
Ich danke Ihnen.

*

AMERIKA DIENST 13

�NATO
10. Juli 1996

Das Interesse der USA an einer NATO-Erweiterung
von Botschafter Donald Blinken

BUDAPEST - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen vom Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika
in Ungarn, Donald Blinken, verfaßten Artikel.
Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Wall Street Journal, © 1996 Dow Jones
&amp; Co., Inc. Alle Rechte vorbehalten.

Am Neujahrstag erhob der ungarische Präsident Arpad
Göncz sein Glas und brachte einen geistreichen und
amüsanten Toast auf 1995 aus als "das Jahr, in dem
die NATO Ungarn beitrat". Er verlieh damit natürlich
dem starken Wunsch Ungarns und seiner Nachbarstaaten nach einer NATO-Mitgliedschaft Ausdruck.
Aber er wies auch darauf hin, daß das Bündnis durch
die Stationierung seiner Truppen für den BosnienEinsatz im südlichen Ungarn tatsächlich bereits den
Erweiterungsprozeß begonnen hatte.
Die NATO-Erweiterung ist sowohl für Amerika als auch
für die neuen Demokratien in Zentraleuropa von
elementarer Bedeutung. Die Vereinigten Staaten
lernten mühsam die Lektion, daß sie keine Kontrolle
darüber haben, wann und wo auf dem europäischen
Kontinent Konflikte ausbrechen. Die NATO erwies sich
als die politisch am stärksten zusammenhängende,
kostengünstigste und vor allem in militärischer Hinsicht
reaktionsfähigste Institution, die es je gab - die Stütze
eines stabilen, demokratischen Europas. Zweifelsohne ist es für die Vereinigten Staaten von Vorteil, die
Grenzen von Stabilität und Demokratia weiter nach
Osten zu erweitern.
Die Prioritäten der neuen Demokratien Zentraleuropas
sind ein Spiegel der strategischen Interessen Amerikas. Niemand ist sich der Gefahren politischer und
militärischer Instabilität stärker bewußt als die Menschen in dieser Region, in der zwei Weltkriege begannen. Nach ihrem Sieg im Kalten Krieg haben die
Vereinigten Staaten eine moralische Verpflichtung, den
Satellitenstaaten der ehemaligen Sowjetunion beim
Übergang zu einer stabilen Demokratie Beistand zu

AMERIKA DIENST 13

leisten. Die Osterweiterung der NATO würde diesen
seit kurzer Zeit freien Nationen dieselben Vorteile
gewähren, die das Bündnis den westeuropäischen
Nationen vor nahezu einem halben Jahrhundert bot:
Die für Demokratie, freie Marktwirtschaft und Frieden
unerläßliche Sicherheit. Die Menschen in Zentraleuropa wissen, daß Sicherheit mehr ist als nur ein
Militärbündnis. Sie hat auch politische, wirtschaftliche,
soziale, umweltpolitische und Menschenrechtskomponenten.
Mit anderen Worten: Sicherheit
beinhaltet die umfassende Beachtung westlicher
Werte.
Aber obwohl es nicht schwer ist, triftige Gründe für
eine NATO-Erweiterung vorzulegen, stellt die tatsächliche Vorbereitung neuer Mitglieder eine Herausforderung dar. Vergangenen September schloß die
NATO eine Studie über die mit einer Erweiterung
zusammenhängenden Fragen ab, in der die grundlegenden Voraussetzungen für eine Bündnismitgliedschaft definiert werden. Obwohl es keine offiziellen
Kriterien sind, wurden diese Erfordernisse de facto zu
einem Maßstab, an dem potentielle neue Mitglieder
gemessen werden. Um für eine NATO-Mitgliedschaft
in Frage zu kommen, muß ein Land folgendes erreicht
haben oder bekunden:
Ein wirklich demokratisches Regierungssystem mit entsprechenden Institutionen, ein
stabiles politisches System sowie Achtung der
Menschenrechte.
Umfassende marktwirtschaftliche Reformen,
einschließlich Privatisierung, eine funktionie-

Seite 1

�rende Marktwirtschaft sowie Strukturreformen.
Zivile Kontrolle des Militärs auf rechtlicher
Grundlage.
Die Absicht zur Pflege guter - wirtschaftlicher,
politischer, militärischer und kultureller Beziehungen zu seinen Nachbarn.
Die Fähigkeit zu enger und effektiver Zusammenarbeit mit der NATO bei allen Aspekten der Militärdoktrin und ihrer Umsetzung.
Ungarn erfüllt heute die ersten vier Kriterien und ist auf
dem Weg, dem fünften Punkt gerecht zu werden. In
Ungarn herrscht nach den freien Wahlen von 1990 und
1994 Demokratie. Die Institutionen sind stabil, und die
Rechtstaatlichkeit hat Fuß gefaßt. Über 70 Prozent
der ungarischen Wirtschaft sind jetzt in privater Hand.
Ausländische Investitionen sind willkommen: Rund 15
Milliarden Dollar aus dem Ausland wurden in Ungarn
investiert.
Strukturreformen, insbesondere des
Sozialwesens, werden durchgeführt.
Die zivile
Kontrolle des Militärs - ein neues Konzept in Zentraleuropa - wird eingeführt, während sich die Zivilisten
über militärische Fragen informieren. Und Ungarn
unterhält gute Beziehungen zu allen sieben Nachbarstaaten, von denen fünf in ihrer jetzigen Staatsform
noch vor fünf Jahren nicht existierten.
Ebenso wie ihre zentraleuropäischen Nachbarn
müssen die Ungarn noch die "Interoperabilität" der
NATO einführen: Den Lehrplan ihrer Militärakademien
überarbeiten, mit der Modernisierung des militärischen
Geräts beginnen und eine militärische Struktur aufbauen, die nach dem westlichen Modell funktioniert.
Die von der Clinton-Administration geförderte Partnerschaft für den Frieden, ein zwei Jahre altes Programm,
das den Nationen des ehemaligen Ostblocks militärische Ausbildung und andere Verbindungen zu

NATO-Mitgliedstaaten bietet, hat sich für Ungarn und
seine Nachbarn als äußerst hilfreich bei der Festsetzung praktischer, greifbarer Ziele und bei der Schaffung der dafür erforderlichen Wissensgrundlage
erwiesen.
Wenn den zentraleuropäischen Nationen im nächsten
oder übernächsten Jahr die NATO-Mitgliedschaft
angeboten würde, ohne daß sie die Vorteile der
Beteiligung an der PFF genossen hätten, wäre ihre
Fähigkeit zur Übernahme aller Pflichten einer NATOMitgliedschaft äußerst fraglich. Statt dessen ist es
eher wahrscheinlich, daß Ungarn ebenso wie Polen
und die Tschechische Republik bald bereit sein
werden. Und die Evolution der PFF wird sicherstellen,
daß selbst Nationen, die der NATO nicht frühzeitig
oder überhaupt nicht beitreten, starke und dauerhafte
Bande zum Bündnis entwickeln können.
Die NATO-Erweiterung geht wie geplant vonstatten.
Außenminister Warren Christophers Rede vom März in
Prag spiegelte den soliden Konsens unter den NATOVerbündeten wider, daß die Erweiterung stattfinden
sollte und wird. Und einige russische Politiker, darunter Boris Jelzins nationaler Sicherheitsberater
Alexander Lebed, haben offensichtlich ihren Widerstand aufgegeben.
Jede europäische Nation sollte die Chance zur
Gewährleistung ihrer Sicherheit innerhalb einer
kooperativen Struktur haben, die nicht nur eine
wiederbelebte NATO beinhaltet, sondern auch eine
erweiterte Europäische Union, eine gestärkte Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa,
konstruktive Beziehungen zwischen der NATO und
Rußland sowie eine dauerhafte Partnerschaft für den
Frieden. Für die Vereinigten Staaten ist ein solcher
Ansatz das beste Mittel zum Schutz ihrer Interessen
und Werte in einer unberechenbaren und häufig
gefährlichen Welt.

* *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 13

�AUSSENPOLITIK
10. Juli 1996

Die USA: Die einsame Supermacht Außenpolitische und wirtschaftliche Herausforderungen
Rede des Gesandten J.D. Bindenagel

BONN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die vom Gesandten der Botschaft der Vereinigten Staaten von
Amerika in der Bundesrepublik Deutschland am 12. Juni 1996 im Auswärtigen Amt gehaltene Rede.

Sehr geehrte Damen und Herren,
es freut mich, heute Gelegenheit zu haben, mit Ihnen
als angehende Kollegen aktuelle Fragen der amerikanischen Außenpolitik zu diskutieren.
Ich werde mich in meinen Ausführungen nicht nur auf
die anstehenden Herausforderungen konzentrieren,
sondern auch auf die Wertmaßstäbe zu sprechen
kommen, die unsere Politik prägen.
Doch bevor ich mit Ihnen über die amerikanischen
Vorstellungen zur Öffnung der NATO nach Osten
diskutiere, unsere Überlegungen zu einem konstruktiven Verhältnis zu Rußland erörtere und über die
Zukunft der transatlantischen Zusammenarbeit
spreche, möchte ich einige Worte zur Ausbildung
amerikanischer Diplomaten sagen.
Im Gegensatz zu der ein- beziehungsweise zweijährigen Ausbildungszeit in der Bundesrepublik werden
bei uns die Nachwuchsdiplomaten nach einer
mehrmonatigen Orientierungsphase ins kalte Wasser
geworfen. Mit dem "on the job training" am ersten
Verwendungsort fängt die diplomatische Karriere an.
Von der Pike auf lernt man dann, was es bedeutet,
sein Land zu vertreten. Und sie müssen sich anstrengen bei einer vierjährigen Probezeit! Mich hat
man nach Korea versetzt. Ein Posten mit Potential:
Dort habe ich die Grundlage für meine berufliche
Karriere gelegt.
Vielleicht sollte ich auch noch eine weitere Besonderheit des Auswärtigen Dienstes erwähnen. Bei uns
müssen sich die angehenden Diplomaten entscheiden,
ob sie lieber politische und wirtschaftliche Fragestel-

AMERIKA DIENST 13

lungen in ihrem Berufsleben bearbeiten wollen oder
aber sich mit Fragen der "public diplomacy" und den
kulturellen Beziehungen beschäftigen möchten.
Erstere gehen zum State Department, letztere zu
USIA, dem amerikanischen Informationsamt.
Die Umgestaltung unseres außenpolitischen Apparats
ist eine Facette eines größeren Transformationsprozesses. Man könnte sie auch als einen Prozeß der
Neuorientierung betrachten. Eine Neuorientierung,
nachdem das politische, militärische und ideologische
Korsett des Kalten Krieges von uns abgefallen ist.
Wie andere Staaten auch stehen die Vereinigten
Staaten nach dem Ende des Ost-West-Konflikts vor
der Aufgabe, ihre Rolle als "global player" neu zu
definieren.
Die Rollendefinition ist ein mühsames Geschäft. Die
Nachwirkungen des Kalten Krieges sind noch zu
spüren. Wir alle hatten uns geistig an die Bedingungen des Kalten Krieges gewöhnt; nun aber - und dies
schon seit geraumer Zeit - stehen wir vor komplexen
Herausforderungen. Herausforderungen, die durchaus mit den profunden Fragestellungen vergleichbar
sind, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu
beantworten waren. Wie damals werden wir auch jetzt
wieder erfolgreich sein!
Warum ich mir so sicher bin, werden Sie sich vielleicht
fragen?
Abgesehen davon, daß wir Amerikaner in der Regel
eine optimistische Ader haben, bin ich davon überzeugt, daß die Vereinigten Staaten auch weiterhin eine

Seite 1

�machtvolle, verantwortungsbewußte und vorausschauende Außenpolitik betreiben werden.
Sie sollten sich nicht durch die kritische Berichterstattung in den Medien verunsichern lassen: Die
Transparenz der politischen Auseinandersetzungen im
amerikanischen Regierungssystem verleitet viele
Kommentatoren zu der Annahme, die Vereinigten
Staaten wären nicht mehr in der Lage, eine ihrer
Bedeutung angemessene Politik zu betreiben.

Nun werden einige von Ihnen sicherlich denken, daß
dieser Aspekt unseres Verständnisses von Außenpolitik nur eine Seite der Medaille ist. Die andere Seite
ist die Tendenz zu Isolationismus - oder was dafür
gehalten wird.

Diese Bewertung übersieht den nach wie vor bestehenden überparteilichen Konsens, was die philosophischen Grundlagen unserer Außenpolitik angeht.

Einen klassischen, reinen Isolationismus gab es nie.
Was es gab, waren isolationistische Phasen. Die
Frage nach unserem außenpolitischen Engagement
muß immer auch in Bezug zu den innenpolitischen
Notwendigkeiten gesetzt werden. Und es ist offensichtlich, daß sich in einer interdependenten Welt die
innenpolitischen Interessen nicht von den außenpolitischen trennen lassen.

Nach wie vor gilt, daß es unveräußerliche Rechte des
einzelnen gibt, die bedauerlicherweise nicht überall auf
der Welt respektiert und geachtet werden. Die Freiheitsrechte sind - wie Sie wissen - der Kern der
amerikanischen Verfassung.
Damals galten die
Prinzipien, die Thomas Jefferson in der Unabhängigkeitserklärung von 1776 festschrieb, als geradezu
revolutionär: "... all men are created equal".

Auch der Kongreß hat kein Interesse an einer Schwächung der amerikanischen Führungsrolle. Auch der
Kongreß weiß, wie wichtig unsere auswärtigen Beziehungen sind, um unsere außenwirtschaftlichen
Interessen zu verwirklichen. Es besteht beispielsweise
kein Disput darüber, daß der Aufbau eines freien und
fairen Welthandelssystems an erster Stelle unserer
außenpolitischen Prioritätenliste steht.

Die Grund- und Menschenrechte spielen seit der
Staatsgründung eine nicht zu unterschätzende Rolle in
der amerikanischen Gesellschaft. Sie prägen auch
unsere Auffassung, was die Zielsetzung unserer
Außenpolitik angeht.

Wenn es Auseinandersetzungen gibt, dann über
Fragen der richtigen Vorgehensweise, wie unsere
Führungsrolle auch in Zukunft angemessen und
wirkungsvoll vertreten werden soll. Ob stärker in
einem multilateralen Rahmen, wie es der Präsident
befürwortet, oder eher in einem bi- oder unilateralen
Rahmen, wie es Teile des Kongresses wünschen.

Mit missionarischem Eifer wurden die philosophischen
Glaubenssätze verinnerlicht und verbreitet.
Die
konfliktreichen Begleitumstände der Staatsgründung angefangen von der Vertreibung marokkanischer
Piraten vor der amerikanischen Küste bis zu den
Auswirkungen der Napoleonischen Kriege sowie dem
Krieg mit Mexiko - wurden zum Prüfstein der amerikanischen Überzeugungen.
Am Ende des 19. Jahrhunderts waren die Außengrenzen gesichert, der innenpolitische Konflikt über die
Sklaverei beendet und die demokratischen Prinzipien
zum Leitmotiv politischen Handelns im Inneren wie im
Äußeren erhoben.
Nur widerstrebend nahmen die Vereinigten Staaten am
Ersten Weltkrieg teil; nicht zuletzt, um die eigene
Sicherheit zu bewahren, aber auch, um den Prinzipien
der Selbstbestimmung und der Demokratie in Europa
zum Durchbruch zu verhelfen. Präsident Woodrow
Wilsons "to make the world safe for democracy" traf
den Kern des amerikanischen Engagements, das nicht
idealistisch war, sondern amerikanische Ideale
verfolgte.
Angesicht dieser beständigen Überzeugungen ist es
leicht nachzuvollziehen, warum die amerikanische
Regierung die Demokratisierung in den Staaten Mittelund Osteuropas nachhaltig unterstützt.

Seite 2

Diese Auseinandersetzungen sind keine Neuauflage
einer Debatte über Isolationismus, wie viele glauben.
Der Isolationismus reflektierte eine außenpolitische
Periode im ausgehenden 19. Jahrhundert, die spätestens mit der Kriegserklärung Deutschlands und
Italiens an die Vereinigten Staaten am 11.12.1941 ihr
Ende fand.
Wenn man sich heute die Diskussionen über eine
Neuordnung der europäischen Staatengemeinschaft in
der unmittelbaren Nachkriegszeit betrachtet, kann man
ganz deutlich erkennen, wie sich die amerikanische
Regierung zu einem europäischen Akteur entwickelt
hat. Eine Abwendung von Europa war nach den
leidvollen Erfahrungen der beiden Weltkriege nicht
mehr denkbar.
Vor diesem Hintergrund sollten Sie unser ausgeprägtes Engagement zum Aufbau einer stabilen
Friedensordnung in Europa nach dem Ende des Kalten
Krieges betrachten. Deshalb finden Sie in den Vereinigten Staaten die treibende Kraft für eine Öffnung
der NATO nach Osten.
Es scheint mir in diesem Zusammenhang fast überflüssig darauf hinzuweisen, daß es im ureigensten
Interesse der Vereinigten Staaten liegt, wenn Europa
zusammenwächst, Ost und West eine institutionelle

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�Einheit bilden und für die Vereinigten Staaten ein
verläßlicher und starker Partner werden.
Im Nachkriegseuropa fiel es vielen schwer, sich
vorzustellen, daß Deutschland friedlich mit seinen
Nachbarstaaten zusammenlebt. Fünfzig Jahre nach
Kriegsende unterhält Deutschland zu seinen Nachbarstaaten überaus freundschaftliche Beziehungen
und ist voll in die europäische Staatengemeinschaft
integriert.
Diese Entwicklung sollte all jene inspirieren, die heute
mutlos in die Zukunft blicken, voller Zweifel über die
Tragfähigkeit der neuen Strukturen sind und sich nicht
vorstellen können, wie sich Europa zu einem starken
Machtfaktor im Geflecht der internationalen Beziehungen entwickelt.
Die Vereinigten Staaten setzen große Hoffnungen in
die Fähigkeit der deutschen Außenpolitik, die europäische Integration voranzutreiben. Mit der Erlangung
der uneingeschränkten Souveränität im Verlauf der
friedlichen Vereinigung hat Deutschland an politischem
Gewicht und Verantwortung gewonnen.
Das Ende der Teilung Europas bestätigte den Erfolg
der westlichen Politik gegenüber den Staaten des
Ostblocks; die Defizite der kommunistischen Regime in
den Bereichen persönliche Freiheit, Rechtsstaatlichkeit
und wirtschaftliche Chancen für den einzelnen haben
sich im Laufe der Zeit als übermächtig erwiesen.
Amerikas Einstellung gegenüber Europa am Ende des
20. Jahrhunderts ist nicht nur von diesen erfreulichen
Veränderungen geprägt, sondern basiert natürlich
auch auf der soliden Grundlage der transatlantischen
Partnerschaft.
Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin
Streitkräfte in Europa unterhalten. Und dies sowohl
aus militärischen Gründen, als auch wegen der
politischen Symbolik. Die Vereinigten Staaten verstehen sich, wenn es um Europa geht, als eine
europäische Macht.
Die Sicherheit Europas ist auch unsere Sicherheit.
Das klingt sehr einfach, entspricht aber den historischen Erfahrungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Vereinigten Staaten werden deshalb nicht weniger
als 100.000 Soldaten in Europa stationiert lassen;
davon etwa 75.000 allein in Deutschland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Institutionen entstanden, die Stabilität und Sicherheit, Frieden und
Wohlstand in Europa begünstigt haben. Das transatlantische Verteidigungsbündnis - die NATO - ist für
uns Amerikaner das wichtigste Bindeglied über den
Nordatlantik.

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Für uns ist die Allianz aber weit mehr als nur ein
Verteidigungsbündnis, in dem wir eine gewichtige
Rolle spielen. Auch wenn dies vielfach in Vergessenheit geraten ist - zu Beginn der transatlantischen
Partnerschaft war ein breites Themenspektrum an
Zusammenarbeit vorgesehen.
Ein Blick in den
Washingtoner Vertrag zeigt, daß die NATO nicht als
reines Verteidigungsbündnis konzipiert war. Nur - im
Laufe der Zeit haben andere Organisationen bestimmte Aufgaben übernommen, und die weltpolitische
Lage im Kalten Krieg machte es erforderlich, daß sich
die NATO-Mitgliedstaaten auf die Bewahrung ihrer
Sicherheit und Freiheit konzentrierten.
Aus unserer Perspektive ist es konsequent, wenn wir
nun Staaten Mittel- und Osteuropas an dieser Sicherheitsgemeinschaft, den bewährten Verfahren der
Zusammenarbeit und den politischen Konsultationen
teilhaben lassen. Die politischen wie auch moralischen Argumente für eine Beteiligung dieser jungen
Demokratien sprechen eindeutig für die Aufhebung der
durch den Kalten Krieg bedingten Ausgrenzung.
An zweiter Stelle unserer außenpolitischen Prioritätenliste steht folglich der Aufbau einer stabilen Friedensordnung in Europa. Lassen Sie mich die wichtigsten Bestandteile dieser Sicherheitsarchitektur kurz
ansprechen:
Der erste Aspekt zielt auf die ökonomische Dimension.
Die Erfolge der Europäischen Union seit ihren Anfängen sind beachtlich. Die amerikanische Regierung
unterstützt die europäische Integration ohne Vorbehalt.
Die wachsende Interdependenz zwischen West- und
Osteuropa führt früher oder später zu einer Osterweiterung der EU, was wir begrüßen werden. Politische Stabilität in Europa ist nicht ohne wirtschaftlichen
Wohlstand bei allen Beteiligten denkbar!
Die Europäische Union ist nicht die einzige Institution,
die wir unterstützen, um in Europa Stabilität und
Sicherheit zu bewahren. Angesichts unserer außenwirtschaftlichen Interessen versteht es sich von selbst,
daß wir der neuen Welthandelsorganisation (WTO)
große Bedeutung beimessen. Auch die OECD ist zu
nennen, die eine entscheidende Rolle bei den Wirtschaftsreformen in Mittel- und Osteuropa spielt. Sie
stellt wichtige Informationen und Fachwissen für die
neuen Demokratien bereit.
Der zweite Aspekt zielt auf Verfahren ab, die stabilitätsfördernd sind. Wir befürworten eine Stärkung der
OSZE und deren Mandat. Die KSZE hat eine wichtige
Rolle bei der Überwindung der politischen Systeme im
Osten gespielt. Heute ist die Nachfolgeorganisation
dazu prädestiniert, "präventive" Diplomatie zu betreiben.
Das ist zwar ein überaus schwieriges Thema, aber
gerade deshalb kann es nicht ignoriert werden.

Seite 3

�Präventive Diplomatie erfordert Fachwissen über Land
und Leute, deren Geschichte, traditionelle Konfliktlösungsverfahren und natürlich couragierte Voraussicht.
Eigenschaften, die Sie als angehende Diplomaten
noch brauchen werden.
Wir wollen aus der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa ein wirkungsvolles Instrument zur Beilegung von Streitigkeiten und Friedenserhaltung machen. Friedenserhaltende Maßnahmen, mit oder ohne Truppen, ob in Tschetschenien
oder andernorts, können einen wichtigen Beitrag
leisten, um Konflikte zu lösen oder sie erst gar nicht
entstehen zu lassen.
Dem dritten Aspekt einer stabilen europäischen
Friedensordnung wird die größte Aufmerksamkeit
geschenkt: Der Öffnung der NATO nach Osten. Für
die potentiellen Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa stellt die NATO die Möglichkeit sicherheitspolitischer Stabilität und Aufnahme in die westliche
Staatengemeinschaft dar.
Ich brauche Ihnen nicht darzulegen, daß die NATO
keinen Staat bedroht. Und es versteht sich von selbst,
daß eine Öffnung der NATO ostwärts nicht geplant ist,
um Rußland zu isolieren.
Der Prozeß der Öffnung der NATO erfolgt in parallelen
Schritten. Das Programm "Partnerschaft für den
Frieden" ist der institutionelle Rahmen, in dem potentielle Mitgliedstaaten an das Bündnis herangeführt
werden. Alle interessierten OSZE-Mitgliedstaaten
können sich daran beteiligen und den Umfang der
militärischen Zusammenarbeit selbst bestimmen. Es
gibt, wie Ihnen bekannt ist, keine Rangordnung unter
den beteiligten Staaten. Alle werden gleich behandelt.
Jeder Staat muß individuell unter Beweis stellen, daß
er bereit und in der Lage ist, mit der NATO zusammenzuarbeiten. Dies ist ein wichtiges Element im Aufnahmeprozeß.
Es wird kein Vetorecht geben, aber wir haben ein
überaus großes Interesse, die Osterweiterung im
Einvernehmen mit Rußland zu realisieren.

Zum Dialog mit Rußland gibt es keine Alternative und
ich sehe positive Zeichen, daß Rußland zunehmend
bereit ist, die Argumente für eine Ostöffnung der NATO
als Stabilitätsfaktor für ganz Europa - Rußland inbegriffen - anzunehmen.
Denken Sie nur an das nach wie vor enorme Nuklearwaffenpotential, das zuverlässig gesichert sein muß,
um keinen Schaden anzurichten. Wie Sie wissen,
befindet sich der Themenkomplex "Nonproliferation"
an vierter Stelle der außenpolitischen Prioritätenskala
der Clinton-Administration.
Nur in kooperativer
Zusammenarbeit wird es möglich sein, die Gefahren

Seite 4

einer unkontrollierbaren Weitergabe von Massenvernichtungswaffen zu reduzieren.
Wo ich gerade beim Komplex "Nonproliferation" bin,
möchte ich Sie auf die Ernsthaftigkeit hinweisen, mit
der meine Regierung das Problem der regionalen
Proliferation angeht. Präsident Clinton hat gegen den
Iran ein vollständiges Handelsembargo verhängt.
Amerikanische Unternehmen sind davon betroffen.
Der Iran versucht durch den Kauf russischer Atommeiler eine Nuklearkapazität aufzubauen, die längerfristig zu einer ernstzunehmenden Bedrohung des
Nahen Ostens wie auch Europas führen wird.
Was die Angelegenheit aus unserer Sicht verschärft,
ist die iranische Unterstützung von Terrorgruppen, die
gegen Israel Anschläge verüben. Wie man an den
unzähligen Missionen Warren Christophers ablesen
kann, ist es ohnehin schwer genug, in dieser Region
Frieden zu stiften. Terrorismus, Bombenanschläge
und die Störung der öffentlichen Ordnung tragen nicht
dazu bei, den Friedensprozeß zu fördern. Der Iran
muß sein Verhalten ändern und sich wie ein zivilisierter
Staat verhalten.
Wirtschaftssanktionen haben sich zwar in der Vergangenheit nicht immer als wirksam erwiesen. Im
Rahmen einer präventiv angelegten Diplomatie sind
sie aber geeignet, ein Zeichen unserer Mißbilligung zu
setzen.
Jetzt kommt es darauf an, unseren Bündnispartnern zu
verdeutlichen, welche langfristigen Implikationen eine
weitere Nuklearisierung des Nahen Ostens hat.
Unsere Verbündeten in Europa sollten dieses sicherheitspolitische Problem nicht auf die leichte
Schulter nehmen! Kurzfristige Handelsvorteile sind
zwar verlockend, aber die Sache ist zu ernst, um
leichtfertig darüber hinwegzugehen.
Ich nehme an, daß sich die Bundesregierung unserer
Position annähern wird. Wir müssen auch dann
zusammenarbeiten, wenn wir unterschiedliche Auffassungen vertreten.
Lassen Sie mich zum Schluß noch einige Sätze zum
transatlantischen Verhältnis sagen. In letzter Zeit kann
man oft die These hören, die Allianz verliere ihren
Zusammenhalt, nachdem der Kalte Krieg zu Ende
gegangen und die Bindewirkung der externen Bedrohung weggefallen ist.
Ich für meinen Teil kann nicht erkennen, daß die
Allianz vor dem "Aus" steht. Das Gegenteil ist richtig:
Wir stehen vor großen Aufgaben und Herausforderungen. Ohne einen institutionellen Rahmen wie das
Bündnis können sie kaum in Angriff genommen
werden. Oder können Sie sich vorstellen, wie Europa -

AMERIKA DIENST 13

�und ich meine dabei Ost und West - seine Friedensordnung ohne das transatlantische Bündnis gestaltet?
Letzte Woche in Berlin haben alle 16 Mitgliedstaaten
der NATO eine klare Antwort auf diese Frage gegeben.
Die NATO-Außenminister entschieden sich für die
Schaffung eines flexibleren Verteidigungssystems, in
dem Europa eine größere Rolle übernehmen soll.
Bosnien hat bewiesen, wie die Vereinigten Staaten und
Westeuropa bei einer ungewohnten Aufgabe effektiv
und flexibel zusammenarbeiten können, solange der
Wille stark genug ist. Die unglückliche Erfahrung der
UN-Mission in dieser Region hat auch demonstriert,
wie negativ die Konsequenzen sein können, wenn die
Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten aus dem
Tritt geraten. Diese Lektion haben wir beide gelernt.
Aber die NATO ist nicht alles.
Im Dezember vergangenen Jahres unternahmen die
Vereinigten Staaten und Europa in Madrid bedeutende
Schritte zur Erweiterung und Vertiefung dieser Beziehungen, indem sie eine neue Tagesordnung der
politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit
vereinbarten.
Diese neue transatlantische Tagesordnung unterstreicht das breite Spektrum der Beziehungen und
befaßt sich nicht nur mit traditionellen Handelsfragen,
sondern auch mit einer großen Bandbreite politischer
und wirtschaftlicher Initiativen auf der ganzen Welt.

Wir haben uns bezüglich der andauernden Notwendigkeit geeinigt, Brücken über den Atlantik zu schlagen,
die bessere Kommunikation zwischen unseren
Bürgern, Wissenschaftlern, Lehrern, Forschungsinstitutionen und unseren Gesellschaften fördern.
Insgesamt gesehen hoffen wir, daß diese neue
transatlantische Tagesordnung den Rahmen und die
erforderliche Disziplin bietet, um unsere Zusammenarbeit effektiver und kohärenter zu gestalten. Sie wird
die EU für amerikanische Politiker transparenter
machen und das erste Mal markieren, an dem wir uns
umfassend mit der Europäischen Union auseinandergesetzt haben, nicht nur als politische Kraft mit
dem Potential, als Partner an der Seite der Vereinigten
Staaten bei einer Vielzahl außenpolitischer und
diplomatischer Initiativen zu stehen.
Wir glauben, daß eine Vertiefung der Zusammenarbeit
über den Atlantik hinweg sowohl für die Europäische
Union wie auch für die Vereinigten Staaten von Vorteil
ist.
Es gibt - wie Sie sehen - eine ganze Palette von
Themen, die sich schwerlich "national" lösen lassen.
Folglich werden die Vereinigten Staaten auch weiterhin
eine internationale Macht bleiben und gemeinsam mit
ihren Verbündeten ihre Interessen wahrnehmen.
Ich danke Ihnen.

* * *

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Seite 5

�4. J U L I
10. Juli 1996

220 Jahre Unabhängigkeit
Proklamation des Präsidenten zum 4. Juli

WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton forderte in seiner Proklamation zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli
seine Mitbürger dazu auf, gemeinsam ein Amerika zu schaffen, "das weltweit die stärkste Kraft für Frieden,
Gerechtigkeit und Freiheit bleibt".
Nachfolgend veröffentlichen wir den offiziellen Text.

Ich freue mich, zusammen mit meinen Mitbürgern im
ganzen Land und auf der ganzen Welt den Unabhängigkeitstag zu feiern.

Chancen - wir halten diese Werte immer noch in Ehren
und müssen sie auch in Zukunft jeden Tag erneut
bekräftigen.

Jedes Jahr kommen wir an diesem Tag mit unseren

Amerika entwickelt sich immer noch weiter,

Familien und Freunden zusammen, um den Jahrestag
der Unterzeichnung unserer Unabhängigkeitserklärung
zu feiern. Mit Weitblick und Mut erklärten unsere
Gründerväter der Welt gegenüber unmißverständlich:
"Folgende Wahrheiten erachten wir als selbstverständlich: Daß alle Menschen gleich geschaffen sind,
daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen, unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind, daß dazu
Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören."
Das waren wahrhaft revolutionäre Gedanken, die den
Verlauf der menschlichen Geschichte grundlegend
veränderten.

während Jahrzehnten der Herausforderungen und des
Wandels waren wir bestrebt, das zu verwirklichen, was
sich unsere Gründerväter an unserem ersten Unabhängigkeitstag vorstellten.
Auch bei unseren
weiteren Bestrebungen wollen wir zusammenarbeiten,
um ein Amerika zu schaffen, das weltweit die stärkste
Kraft für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit bleibt. Wir
wollen uns für ein Amerika einsetzen, das nicht durch
Verschiedenartigkeit getrennt, sondern vielmehr durch
gemeinsame Werte und die Achtung unserer Vielfalt
geeint ist. Wir wollen uns für ein Amerika einsetzen, in
dem jeder einzelne ungeachtet seiner Rasse, seiner
Religion, seines Geschlechts oder seiner gesellschaftlichen Stellung seine Träume verwirklichen kann.
Auf diese Weise bezeugen wir am besten unsere
Hochachtung für diejenigen, die vor 220 Jahren ihr
Leben, ihr Hab und Gut und ihre Ehre für unsere
Freiheit gaben.

Heute durchleben wir wieder eine Zeit tiefgreifenden,
historischen Wandels im Hinblick darauf, wie wir
arbeiten, leben, miteinander und mit der übrigen Welt
verbunden sind. Die in unserer Unabhängigkeitserklärung niedergelegten Wahrheiten sind jedoch
unabänderlich und weisen weiterhin unseren Weg zu
den Herausforderungen und Chancen der Zukunft.
Gleichberechtigung, Rechte des einzelnen, Freiheit,

und

Mit den besten Wünschen für einen schönen 4. Juli.

* * * * *

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�DATENAUTOBAHN
10. Juli 1996

Grundprinzipien für die beschleunigte Entwicklung
der globalen Informationsinfrastruktur
von Vizepräsident AI Gore

WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Vizepräsident AI Gore, der erstmals in
der Sonderbeilage zu Telekommunikation in Die Welt vom 13. Juni 1996 erschien.

Die globale Informationsinfrastruktur (Global Information Infrastructure - Gll) - ein dichtes Netz von Kommunikationsnetzen - verändert für immer die Art und
Weise, in der Bürger auf der ganzen Welt leben,
lernen, arbeiten und kommunizieren.
Dieses globale Netz gestattet auch dem entlegendsten
Dorf, in der modernsten Bibliothek zu stöbern. Es
erlaubt Ärzten auf einem Kontinent, Patienten auf
einem anderen zu untersuchen. Es kann einer Familie
in der nördlichen Hemisphäre helfen, mit ihren Verwandten in der südlichen Hemisphäre in Verbindung
zu bleiben. Und es schärft das Bewußtsein der Bürger
überall auf der Welt, daß wir alle Hüter unseres kleinen
Planeten sind.
Industriestaaten und Entwicklungsländer haben bei
einer Reihe verschiedener internationaler Zusammenkünfte den Konsens erarbeitet, daß das beste
Informationsnetz auf fünf Hauptprinzipien gründen
würde: Privatinvestitionen, Wettbewerb, flexiblen
Bestimmungen, offenem Zugang und Universalität der
Dienste. Ziel dieser Leitlinien ist die beschleunigte
Entwicklung der Gll sowie die Gewährleistung ihrer
Langlebigkeit.
Diese Prinzipien wurden vor zwei Jahren in Buenos
Aires bei der Konferenz der internationalen Fernmeldegewerkschaft angenommen und vergangenes Jahr
beim Ministertreffen der G-7 über das Telekommunikationswesen in Brüssel bestätigt. Ferner wurden sie in
einer Vielzahl regionaler und multilateraler Foren
erneut bekräftigt - der Zusammenkunft des Forums für
asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit
(APEC), dem gesamtamerikanischen Gipfel, und sie

AMERIKA DIENST 13

wurden bei der Konferenz über Informationsgesellschaft und Entwicklung festgehalten.
Alle fünf Grundsätze sind eng miteinander verknüpft
und voneinander abhängig. Wir sollten uns darüber
Gedanken machen, wie sie sowohl den Interessen
einzelner Nationen als auch den gemeinsamen
Interessen aller Bürger der Welt förderlich sein können.
Ich möchte auf die wichtigsten Grundsätze eingehen.
Privatinvestitionen und Wettbewerb. Präsident Clinton
unterzeichnete 1996 das Gesetz über die Reform des
Telekommunikationswesens, das unsere Kommunikationsmärkte für Wettbewerb zwischen einer Vielzahl
von Unternehmen öffnet. Unseres Erachtens hat freier
Wettbewerb zwischen Privatunternehmen sich immer
wieder als die beste Methode erwiesen, Kreativität zu
fördern, Arbeitsplätze zu schaffen, Gewinne zu
erhöhen und den Verbrauchern ein breites Spektrum
neuer Dienste anzubieten.
Dies ist eine enorme Chance für den Privatsektor - wie
wir in Südamerika, Asien und jetzt in Teilen Afrikas
sehen. Aber Privatinvestitionen - wo immer sie auch
getätigt werden - müssen von gesundem Wettbewerb
begleitet sein.
In den Vereinigten Staaten haben wir diese Lektion
gelernt. Als ein Bundesrichter das weltweit größte
Telefonmonopol von AT&amp;T aufbrach, überraschte das
Resultat selbst die vehementesten Verfechter der
Deregulierung. Die Kosten für ein Ferngespräch
sanken drastisch. Neue Unternehmen mit neuen
Arbeitsplätzen schössen wie Pilze aus dem Boden.

Seite 1

�Und AT&amp;T wurde letzten Endes ein stärkeres Unternehmen - konkurrenzfähiger und innovativer.
Die Entwicklung in Chile stellt ebenfalls die Vorteile
von Privatinvestitionen und offenem Wettbewerb unter
Beweis. 1994 führte Chile stark wettbewerbsfördernde
Bestimmungen ein. Die Zahl der Fernmeldegesellschaften in Chile stieg von einer auf zwölf. Der Anteil
der Haushalte mit Telefonanschluß erhöhte sich um
mehr als 50 Prozent. Und die Preise sanken von etwa
zwei Dollar pro Minute auf ungefähr 20 Cents pro
Minute. Die Einnahmen der Branche stiegen ebenfalls
- ungefähr doppelt so schnell wie die der gesamten
Volkswirtschaft.
Privatinvestitionen und Wettbewerb sind für die
Entwicklung der globalen Informationsinfrastruktur von
unerläßlicher Bedeutung.
Dasselbe gilt für vernünftige, flexible Bestimmungen.
Damit Investoren Risiken eingehen und der Wettbewerb Fuß fassen kann, müssen die Bestimmungen
Stabilität, Freiheit und Flexibilität gewährleisten und
gleichzeitig den Verbrauchern faire Preise und eine
große Auswahl bieten.
In den Vereinigten Staaten lenken wir viele Branchen
im Kommunikationsbereich durch eine unabhängige
Fernmeldebehörde, die Federal Communications
Commission (FCC). Dieses Expertenforum verfügt
über das Wissen, die Technik betreffende Entscheidungen zu fällen. Und zusammen mit anderen
Gremien im Justiz- und Wirtschaftsministerium verfügt
die FCC über die Fähigkeit zur Überwachung sich
wandelnder Marktbedingungen.
Ebenso wie diese neuen Technologien die alte
Wirtschaftsordnung radikal verändern, müssen wir in
der Regierung die veralteten Bestimmungen abschaffen und gleichzeitig den ihnen zugrundeliegenden Werten und Idealen treu bleiben.
Ein weiteres, eng mit den Grundsätzen Privatinvestitionen, Wettbewerb und Flexibilität der Bestimmungen
verbundenes Kernprinzip ist offener Zugang. Alle
Nationen und alle Parteien müssen mit der Gll vernetzt
werden können.
Der Grund wird zum Teil durch ein Prinzip illustriert,
das in der Computerwissenschaft als Metcalfes Gesetz
bekannt ist. Metcalfes Gesetz besagt, daß sich ein
Computernetz ungefähr im Quadrat im Verhältnis zur
Anzahl der Menschen vergrößert, die an ihm arbeiten.

Aus diesem Grund wächst das Internet so schnell. Je
mehr Menschen sich einloggen, desto mehr Menschen
verspüren den Wunsch dazu. Verdoppelt man die

Seite 2

Anzahl der Menschen online, vervierfachen sich die
Möglichkeiten, Menschen miteinander zu verbinden
und ihre Begabungen und Ideen zu kombinieren.
Aus diesem Grund ist offener Zugang so wichtig.
Wenn man die Menschen von den Netzen fernhält,
verlieren sie ihren Wert. Wenn die Menschen Zugang
erhalten, steigt der Nutzen für jeden einzelnen.
Deshalb müssen die Besitzer von Netzwerken nichtdiskriminierende Preise für den Zugang zu ihren
Netzen berechnen. Der einzige Weg, das echte
Versprechen der Gll zu verwirklichen, besteht darin
sicherzustellen, daß jeder, der sich einloggt, Zugang
zu Tausenden unterschiedlicher Informationsquellen
hat - von der Videoprogrammierung über elektronische
Zeitungen bis zum Computer-Bulletin-Board - Menschen aller Nationen und jeder Sprache.
Der fünfte und letzte Grundsatz ist vielleicht am
wichtigsten - Universalität der Dienstleistungen.
Unseres Erachtens können universelle Dienste eine
natürliche Folge der ersten vier Grundsätze sein. Die
Kombination von offenem Zugang, flexiblen Bestimmungen, Wettbewerb und Privatinvestitionen wird
uns zweifelsohne in diese Richtung ziehen. Jedes
Prinzip für sich wird uns jedoch nicht ganz zu diesem
Ziel bringen.
Daher haben Präsident Clinton und ich den Privatsektor unserer Nation aufgefordert, bis zum Ende
dieses Jahrzehnts zur Vernetzung jeder Schule in
Amerika mit der Datenautobahn beizutragen. Und
deshalb wiederhole ich meine Forderung zur Einrichtung einer globalen digitalen Bibliothek, damit alle
Bürger der Welt schnelleren und besseren Zugang zu
allen Informationen der Welt haben.
Natürlich werden sich die genauen Konturen der
universellen Dienstleistungen in allen Nationen
unterscheiden. Ihre Grundzüge sollten sich jedoch an
den meisten Orten ähneln: Beispielsweise die Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen zu Preisen,
die sich Menschen aller Einkommensschichten leisten
können, die Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger
Dienste unabhängig vom Wohnort oder den physischen Fähigkeiten einer Person sowie die Unterrichtung der Anwender in der effektiven Nutzung dieser
Technologien.
Die Gll ist ein historisches Unterfangen. Sie wird
gestärkt durch Beteiligung, unterstützt durch Offenheit
und untermauert durch starke Nationen und talentierte
Menschen, die den Traum von einer besseren Zukunft
verwirklichen wollen.
Helfen Sie mir, die erste große Leistung des 21.
Jahrhunderts zu erbringen.

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�RASSISMUS
10. Juli 1996

Kommentare zu Brandanschlägen
auf Kirchen in den USA
Verurteilung in den meisten Zeitungen

WASHINGTON - (AD) - Landesweit verurteilten die Zeitungen in Amerika die jüngsten Brandanschläge auf
vorwiegend afroamerikanische Kirchen im Süden der Vereinigten Staaten. Während die Leitartikel die Täter
öffentlich brandmarkten, erwähnten sie lobend, daß religiöse, philanthropische und kommunale Gruppen
zusammengekommen seien, um die Kirchen wiederaufzubauen und den von den Brandanschlägen betroffenen
Gemeinden zu helfen.
Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus den Leitartikeln.

The Christian Science Monitor
Im Zusammenhang mit der Serie von Brandanschlägen auf Kirchen der schwarzen Bevölkerung im Süden
der Vereinigten Staaten äußerte der Überlebende des
Holocaust und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel:
"Es sollte einen Aufschrei der Entrüstung geben, der
diese Menschen zum Schweigen bringt."
Bis jetzt ist den Tätern noch nicht das Handwerk gelegt
worden. Es gab jedoch einen "Aufschrei der Entrüstung" seitens der Regierung, der Kirchen und der
Öffentlichkeit. Während der Präsident und der Kongreß zahlreiche Schritte unternommen haben, um den
Brandanschlägen auf die Kirchen Einhalt zu gebieten,
gab es auch konkrete Hilfsangebote anderer, zum
Beispiel:
Der nationale Kirchenrat, das amerikanischjüdische Komitee und die nationale Konferenz
katholischer Bischöfe haben gemeinsam
Spenden in Höhe von 4 Millionen Dollar für
den Wiederaufbau der niedergebrannten
Kirchen aufgebracht.
Sieben führende philanthropische Gruppen
taten sich zusammen und spendeten 2,5
Millionen Dollar für den Wiederaufbau der
Kirchen.

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Wenn das Land bei der Verurteilung dieser
Akte mit einer Stimme spricht, ist dies ein
entscheidender erster Schritt. Wie der Stellvertretende Justizminister Deval Patrick
erklärte, könnte "dies der Triumph sein, der
dieser Tragödie folgt".
The Commercial Appeal (Memphis, Tennessee)
Eines der ermutigendsten Zeichen dieser langanhaltenden Empörung ist, daß viele Amerikaner, schwarze
und weiße, zusammengekommen sind, um die
Brandanschläge zu verurteilen und den Betroffenen
beim Wiederaufbau zu helfen.
Die vorwiegend aus Weißen bestehende Christliche
Koalition, die für gewöhnlich mit konservativen politischen Belangen in Verbindung gebracht wird, die nicht
viele der Betroffenen teilen, kündigte eine Spendenkampagne an, um 1 Million Dollar für den Wiederaufbau der von Brandstiftern niedergebrannten Kirchen
aufzubringen.
"Wir hoffen, vertrauen und beten, daß Gott unsere
beim Kampf gegen diesen Terror geschaffenen
Beziehungen und unser Vertrauen nutzen wird, um
neue Chancen der Zusammenarbeit bei zahlreichen
anderen Problemen zu eröffnen", äußerte Ralph Reed,
der Anführer der Koalition vor einer kleinen Versammlung schwarzer Pastoren und Bürgerrechtler in Atlanta.

Seite 1

�Die Reaktionen innerhalb der betroffenen Gemeinden
berühren jedoch am meisten.
Nachdem zwei Kirchen der schwarzen Gemeinde in
Kossuth (Mississippi) niedergebrannt wurden, kamen
die Einwohner einer multirassischen religiösen Gruppe
zusammen um bekanntzugeben, daß sie über 22.750
Dollar aus Spenden der Gemeinde für einen Wiederaufbaufonds gesammelt hatten.
Rund 50 Beauftragte der Bundesbehörden werden
nach Corinth (Mississippi) und Kossuth kommen, um
Beweise in der Asche der niedergebrannten Kirchen
zu sichern und mit möglichen Zeugen zu sprechen.
James Cavanaugh vom US-Büro für Alkohol, Tabak
und Feuerwaffen, der die Ermittlungen bei den 13
Brandanschlägen in Mississippi und Alabama leitet,
appellierte jedoch an die mächtigste Waffe: Die Hilfe
der Öffentlichkeit.
"Wir brauchen Informationen der Öffentlichkeit",
erklärte Cavanaugh. "Jeder Amerikaner muß darüber
nachdenken, was hier vor sich geht. Es ist empörend."
Eine weitere Erklärung wurde von Senator Thad
Cochran (Republikaner aus Mississippi) abgegeben,
der den Senat zur Verabschiedung einer Gesetzesvorlage drängte, die der Bundesregierung die Ermittlungen bei den Brandanschlägen erleichtert. Das
Repräsentantenhaus stimmte seiner Version des
Gesetzentwurfs mit 422 zu 0 Stimmen zu.
Post-Gazette (Pittsburgh, Pennsylvania)
Die Bürgerrechtsbewegung erreichte ihren Höhepunkt
vor drei Jahrzehnten, aber die seitdem erzielten
Fortschritte an den Frontlinien des Rassenkampfes in
Amerika reichten nicht aus. Die Brandanschläge auf
Kirchen der schwarzen Gemeinden im Süden sind
Beweis der noch vorherrschenden Intoleranz. Der
Kongreß unternimmt zu Recht Schritte zur Verbesserung der Befugnisse der Bundesregierung bei der
Ermittlung solcher Greueltaten.
Wie kein Geringerer als der Verfechter der Rechte des
Staates, der Sprecher des Repräsentantenhauses
Newt Gingrich, bemerkte, treffen diese abscheulichen
Akte den Kern eines Bundesrechts. Die amerikanische Verfassung garantiert religiöse Freiheit. Die
Zerstörung von Kirchen verletzt dieses Recht.
Haßverbrecher haben immer die schwarzen Gemeinden angegriffen, indem sie ihre Kirchen zerstörten. Was die für diese Brandanschläge Verantwortlichen nicht verstehen, ist, daß solche Empörung
verbindet, statt eine belagerte Gemeinde auseinanderzureißen. Wenn die Absicht dieser Anschläge darin
besteht, die schwarze Gemeinde hilflos zu machen, ist
sie bereits zunichte gemacht worden.

Seite 2

The Atlanta Journal and Constitution
Die Agitatoren und Feiglinge, die Anschläge auf
Kirchen verüben, wollen den in diesen Gotteshäusern
herrschenden Geist der Nächstenliebe und Brüderlichkeit zerstören. Sie wären enttäuscht zu sehen,
welchen Zusammenhalt der Gläubigen ihre skrupellosen Brandanschläge hervorrufen.
Die Antidiffamierungsliga veröffentlichte Zeitungsanzeigen, in denen sie ihre Anhänger bat, die Wiederaufbauarbeit ganz besonders zu unterstützen. "Wir
werden alle ein Raub der Flammen des Hasses", heißt
es in der Anzeige in The New York Times. "Helft uns,
es jetzt zu löschen." Obwohl die Antidiffamierungsliga
sich meistens für Anliegen der jüdischen Gemeinde
einsetzt, ist sie auch ein standhafter Verfechter von
Religionsfreiheit für alle.
Bei ihrem jährlichen Treffen führte die Southern Baptist
Convention eine Sonderkollekte für den Wiederaufbau
der zerstörten Kirchen durch. Es war die erste Kollekte bei einer Jahresversammlung seit 1986. "Die
afroamerikanische Gemeinde muß wissen, daß wir ihr
zur Seite stehen", erklärte Richard Land, der Präsident
der Southern Baptist Christian Life Commission.
Diese Unterstützung aus vielen Kreisen ist eine
bemerkenswerte Geste der Ablehnung der erbärmlichen und entarteten Feiglinge, die Kirchen niederbrennen. Sie sollte auch als Erinnerung daran dienen,
daß jeder einzelne von uns die Pflicht hat, sich den
Stimmen des Hasses und der Spaltung entgegenzusetzen.
The State Journal-Register (Springfield, Illinois)
Rationale Menschen erörtern Fragen wie berufliche
Gleichstellung, illegale Einwanderung, Reform des
Sozialwesens und Rechte von Homosexuellen. Die
Amerikaner haben hierzu unterschiedliche Meinungen,
und der daraus resultierende nationale Dialog ist
wichtig für die Gestaltung der Politik.
Für einige Irrationale besteht die Antwort auf diese
Fragen jedoch in Gewaltanwendung gegen alle, die sie
hassen. Die öffentliche Debatte wird für sie zu Zündstoff, der ihre konfusen Überzeugungen schürt und sie
zu gewalttätigen, gesellschaftsfeindlichen Akten wie
Brandanschlägen auf Kirchen veranlaßt.
Natürlich muß der nationale Dialog über soziale
Fragen fortgeführt werden. Aber rationale Menschen
auf allen Seiten müssen jeden gewalttätigen Akt der
Intoleranz lautstark verurteilen. Die wenigen irrationalen Menschen, die Kirchen niederbrennen,
müssen wissen, daß ihr Haß für alle Amerikaner
inakzeptabel ist. Sie dürfen keine Zuflucht finden.
Haß, Selbstgerechtigkeit und Intoleranz müssen von
allen als unmoralisch erachtet werden.

AMERIKA DIENST 13

�Die Brandstifter des Hasses werden scheitern.
Tatsächlich werden sie schwarze Gemeinden inmitten
von Vielfalt stärken und den Amerikanern beim
Umgang mit Vorurteilen helfen. Es wird ihnen lediglich
gelingen, die Opposition gegen die Feuer der Intoleranz zu stärken.
The San Francisco Chronicle
Die Brandanschläge auf Kirchen schwarzer Gemeinden senden eine allgemeine und erschreckende
Botschaft des Schreckens und der Intoleranz.

Die Zerstörung dieser heiligen Strukturen ist kein
Haßverbrechen. Sie ist ein feiges Verbrechen.
Es reicht nicht aus, die Brandstifter zu finden und zu
verurteilen. Die Gesellschaft muß angesichts solch
feiger Akte genug Entschlossenheit zeigen, damit der
nächste Verrückte, dem es in den Sinn kommt, mitten
in der Nacht mit einer Gasflasche und Streichhölzern
in eine Kirche zu schleichen, von zwei mächtigen
Gefühlen überwältigt und letztlich abgeschreckt wird:
Angst. Und Sinnlosigkeit.

Dieser Botschaft muß man sich zornig widersetzen.

The Baltimore Sun

In dieser Nation ist nichts heiliger als die Fähigkeit von
durch Glauben und ein Gemeinschaftsgefühl verbundenen Menschen, Gotteshäuser zu bauen.

Präsident Clinton hat das Justiz- und Finanzministerium angewiesen, eine gemeinsame Arbeitsgruppe
"Brandanschläge auf Kirchen" zu bilden, die ihm direkt
Bericht erstattet. Justizministerin Janet Reno traf mit
vielen Pastoren der zerstörten Kirchen zusammen und
versicherte Ihnen, daß die Behörden alle erforderlichen
Mittel einsetzen werden, um diese Fälle zu lösen und
die Brandstifter vor Gericht zu bringen. Einige Pfarrer
waren aufgebracht, weil Mitglieder ihrer Gemeinden
befragt wurden, als wären sie Verdächtige. Aber sie
sollten sich mit dem Wissen trösten, daß die Behörden
bei ihrer Suche nach Antworten nichts unversucht
lassen.

Die Kirchen geben ihren Gemeindemitgliedern - sogar
ganzen Städten - ein Gefühl von Kontinuität und
Stabilität. Die Gemeinde verkörpert ihre Arbeit, ihr
Geld und ein übergeordnetes Gefühl für Aufgabe und
Gottheit.
Insbesondere für viele afroamerikanische Gemeinden
ist die Kirche weitaus mehr als ein Ort des Glaubens.
Sie ist eine Institution, die auch außerhalb der Kirchenmauern unschätzbare geistige und materielle
Unterstützung gewährt.

*

AMERIKA DIENST 13

* * *

*

Seite 3

�DROGEN
10. Juli 1996

Neue Drogenbekämpfungskampagne
zur Unterstützung Jugendlicher
Rede von Gesundheitsministerin Donna Shalala

WASHINGTON - (AD) - Gesundheitsministerin Donna Shalala rief eine ehrgeizige Drogenbekämpfungskampagne zur Aufklärung der Öffentlichkeit und Eindämmung des jüngsten Anstiegs beim Marihuanakonsum
Jugendlicher ins Leben.
Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Rede von Gesundheitsministerin Shalala aus Anlaß
des 100. Jahrestages des Eltern-Lehrer-Verbands (Parent-Teacher Association - PTA) am 24. Juni 1996.

Es ist mir eine große Ehre, aus Anlaß Ihres 100.
Jahrestages mit Ihnen zusammenzutreffen.
Seit 100 Jahren ist die PTA eine der wichtigsten
Basisorganisationen in Amerika. 100 Jahre lang
rettete sie Leben, förderte Bildung und eröffnete
Zukunftsperspektiven. Und 100 Jahre lang führte sie
Eltern, Lehrer und Gemeinden bei der Aufgabe
zusammen, unsere größte Ressource zu schützen unsere Kinder.
Das war nie wichtiger als heute.
Denn jeden Tag sterben in Amerika 16 Kinder bei mit
Schußwaffen verursachten Unfällen, durch Mord und
Selbstmord.

Ein Bericht jüngeren Datums an den Präsidenten
belegte, daß jede Stunde mindestens ein
amerikanischer Teenager mit HIV infiziert wird.
Ferner ist ein erneuter Anstieg des MarihuanaKonsums bei den 12-17jährigen zu beobachten - der
monatliche Konsum hat sich seit 1991 nahezu
verdoppelt.
Wir sollten uns nichts vormachen: Wenn wir nicht
schnell handeln, könnten wir eine ganze Generation
verlieren.

Jeden Tag bekommen mehr als 1.000 Jugendliche
uneheliche Kinder.

Das war die Botschaft eines umfassenden Berichts der
Carnegie Corporation in New York von letztem Herbst,
der die Schlußfolgerung enthielt, daß mindestens die
Hälfte unserer Teenager aufgrund riskanten
Verhaltens gefährdet ist, das ihr Leben ernsthaft
verkürzen könnte.

Jeden Tag fangen über 3.000 junge Menschen das
Rauchen an.

Das sind nicht anderer Leute Kinder, das ist nicht
anderer Leute Problem.

Jeden Tag brechen mehr als 1.000 Jugendliche die
weiterführende Schule ab.

Dies ist unser Problem - ein amerikanisches Problem,
das das Leben jeder Familie beeinflußt, ungeachtet der
Rasse, Religion, Region und finanziellen Situation.

Und über 2 Millionen 12-17jährige nehmen mindestens
fünf alkoholische Getränke zu sich.

AMERIKA DIENST 13

Aberglauben Sie mir nicht einfach, wenn ich sage, daß
etwas getan werden muß. Wir wollen es aus erster
Hand, von den Experten selbst hören:

Seite 1

�Eine 16jährige erklärt: "Ich möchte Fotomodell werden.
Rauchen verbrennt eine Menge Kalorien."

Ich brauche wohl keinem von Ihnen zu erzählen, unter
welchem Druck Eltern heute stehen.

Ein College-Student äußert: "Ich bin kein starker
Trinker, aber jedes Mal, wenn ich etwas trinke,
betrinke ich mich."

Eltern arbeiten länger an unsichereren Arbeitsplätzen
und haben weniger Zeit für Ihre Kinder. Es ist für sie
schwieriger, die Lebenshaltungskosten zu bestreiten
und gleichzeitig für die Ausbildung ihrer Kinder zu
sparen. Es gibt mehr Alleinerziehende, mehr Familien,
in denen beide Eltern berufstätig sind, und immer mehr
Familien, die sich nicht einer starken, sie
unterstützenden Gemeinde zugehörig fühlen. Und die
Aufmerksamkeit unserer Kinder wird von immer mehr
Seiten beeinträchtigt.

Ein Schüler im ersten Jahr an der High School stellt
fest: "Mir gefällt Gewalt. Ich sehe gerne Gewalt. Es
gefällt mir wirklich, Zeuge von Gewalt zu sein, vor
allem bei Videospielen."
Warum kommen junge Amerikaner, die jahrelang auf
dem rechten Weg waren, vom Kurs ab und vergeuden
ihr Leben? Es gibt viele Gründe.
Teilweise sind es Armut und Mangel an Chancen Frühindikatoren für die künftige Gesundheit eines
Kindes und seine künftigen Lebenschancen in diesem
Land.
Teilweise sind es die gefährlichen Botschaften, die
unsere Kultur den jungen Menschen sendet,
beispielsweise: "Rauchen ist toll." "Marihuana ist
cool." "Jeder hat Sex." "Eine Waffe verschafft Dir
Respekt."
Teilweise ist es darauf zurückzuführen, daß wir eine
bessere Aufklärung brauchen und jede neue
Generation dazu anleiten müssen, ein gesundes
Leben zu führen. Damit dürfen wir nie aufhören.
Noch etwas anderes ist ebenfalls von entscheidender
Bedeutung.
Ich habe eine aus Teenagern
zusammengesetzte Beratungsgruppe - 17 junge
Menschen aus allen sozialen Schichten, mit denen ich
mich einmal monatlich treffe. Und ob wir über die
Verhinderung von Drogenkonsum oder Depressionen,
über Rauchen oder Sex reden - sie sagen alle
dasselbe.
Sie sagen, ihre Eltern seien bei weitem die
einflußreichsten Menschen in ihrem Leben.
Sie sagen, Eltern und Familien könnten das meiste zu

Kindererziehung wird folglich für Eltern immer
schwieriger - genau zu dem Zeitpunkt, an dem Kinder
ihre Eltern - und andere fürsorgliche Erwachsene mehr denn je brauchen.
Kein Wunder, daß so viele Eltern solche Angst haben.
Eine Mutter in einem Vorort von Virginia formulierte es
am besten: "Früher wollte ich, daß mein Sohn den
Nobelpreis bekommt. Heute will ich nur noch, daß er
überlebt."
Als Gesellschaft müssen wir im Schuiterschluß dieser
Mutter und allen Eltern helfen. Aus diesem Grund
haben wir eine neue Strategie für die öffentliche
Gesundheit Heranwachsender mit dem Namen
"sicheres Geleit" entwickelt.
"Sicheres Geleit" ist unser umfassender Ansatz zum
Umgang mit schwierigen Herausforderungen wie
Suchtstoffmißbrauch,
Tabakkonsum,
TeenagerSchwangerschaften, sexuell übertragbare Krankheiten,
Gewalt, Ernährung und Sport.
Es geht hierbei um partnerschaftliche Zusammenarbeit
mit der PTA und allen anderen Erwachsenen und
Institutionen, die im Leben Jugendlicher eine Rolle
spielen, um ihnen dabei zu helfen, unsere wertvollen
jungen Menschen durch die bisweilen felsigen Wasser
der Jugend zu geleiten.

ihrer Rettung unternehmen.

Und trotz der Aura der Unabhängigkeit, die Teenager
so gut vermitteln, erklären sie, die meisten jungen
Menschen brauchten und wünschten sich jeden Tag
Liebe, Aufmerksamkeit, Einbeziehung und tatsächlich
auch Strenge von Seiten ihrer Eltern.
Wir alle wissen, daß meine Teenager-Berater recht
haben: Die Familie ist die wichtigste Institution in
diesem Land, und dennoch haben wir uns zu einer
Gesellschaft entwickelt, in der schwierige Umstände
Mütter und Väter daran hindern, ihre Kinder so zu
erziehen, wie sie gerne möchten.

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Das ist nicht der alte, von oben gelenkte, allzu
programmatische Ansatz der Bundesregierung zur
Lösung von Problemen.
Statt dessen definieren wir die staatliche Rolle klarer:
Sie soll unsere jeweiligen Partner zusammenhalten
und ihnen Befugnisse verleihen sowie Lücken füllen,
die ohne unsere kollektiven Bestrebungen ein
klaffendes Loch würden.
Was bedeutet "sicheres Geleit" also im einzelnen?
Es bedeutet die Verbesserung unserer Fähigkeit zur
Unterstützung umfassender Forschung in allen
Bereichen der Gesundheit
und
Entwicklung

AMERIKA DIENST 13

�Jugendlicher - von HIV-Infektion bis zu Gewalt und von
der Verhinderung von Teenager-Schwangerschaften
bis zum Verständnis der sich abzeichnenden
Bedürfnisse
besonders
anfälliger
Bevölkerungsgruppen.
Es bedeutet die Finanzierung wichtiger nationaler
Kampagnen zur Gesundheitsfürsorge in Bereichen wie
Rauchen, Verhinderung von Drogenkonsum, Sport
und Nahrungsmittelkennzeichnung - um Teenager und
ihre Eltern mit den für eine gesunde Lebensführung
entscheidenden Informationen zu versorgen.
Ich freue mich, heute eine neue nationale
Aufklärungskampagne der Öffentlichkeit bekanntgeben
zu können, mit der der zunehmende Konsum von
Marihuana unter Teenagern bekämpft werden soll, der
seit 1991 zu beobachten war.

das Rauchen aufzunehmen - im Namen der
öffentlichen Gesundheit und im Namen unserer Kinder.
Ich bin stolz darauf - und ich weiß, daß auch Sie stolz
darauf sind.
Insgesamt besteht unser Ziel darin, binnen sieben
Jahren den Zigarettenkonsum von Kindern und
Jugendlichen um die Hälfte zu reduzieren.
Und um das zu tun, hat der Präsident einige der
mutigsten Vorschläge im Bereich der öffentlichen
Gesundheit unterbreitet, die es je in diesem Land
gegeben hat.

Es ist an der Zeit für eine Bestandsaufnahme - und so
nennen wir diese neue Kampagne.

Um die Anziehungskraft des Rauchens für Kinder
einzuschränken, schlagen wir vor, ihnen den Zugang
zu Zigaretten zu erschweren, Zigarettenreklametafeln
mindestens 300 Meter entfernt von den Schulen
unserer Kinder anzubringen, den Malboro-Mann und
Joe Camel aus den Zeitschriften zu verbannen, die
von Millionen Kindern gelesen werden und den
Zigarettenunternehmen zu verbieten, als Sponsor von
Veranstaltungen
die
Anziehungskraft
ihres
Markennamens einzusetzen.

Von neuen öffentlichen Bekanntmachungen bis zu
neuen Unterrichtsmaterialien geht es bei dieser
Kampagne darum, den Eltern Informationen
zu
vermitteln und sie anzuregen, häufig und frühzeitig mit
ihren Kindern über Suchstoffmißbrauch zu sprechen.

Vom Küchentisch über die Fußballfelder bis zu den
Kinos müssen wir den Kindern die gegen das Rauchen
gerichtete Botschaft senden - dort, wo sie leben, wo
sie lernen und wo sie ihre Freizeit verbringen - in
Worten und Bildern, die sie verstehen.

Wir wollen ihnen behilflich sein, ihren Kindern zu
verdeutlichen, daß Drogen illegal, gefährlich und
schlecht sind.

Aus diesem Grund arbeiten wir mit der nationalen
Frauenfußballmannschaft zusammen und setzen
wichtige Bekanntmachungen ein, um Millionen von
Kindern eine deutliche Botschaft zu senden: Rauchen
und Fitness passen ebensowenig zusammen wie Öl
und Wasser.

Zu viele Teenager denken heute, Marihuana würde
nicht ihre Gesundheit oder ihr Leben ruinieren.

Wir wollen den Eltern behilflich sein, sich mit ihren
Kindern an den Küchentisch zu setzen und ihnen
klarzumachen, daß sie gegen deren Konsum von
Drogen, Alkohol oder Zigaretten sind.
Ein Schlüsselelement der Bestandsaufnahme ist die
Publikation Eine drogenfreie Jugend, die dank der
PTA Millionen von Familien erreicht, die Kinder im Alter
zwischen 7 und 13 Jahren haben.
Wenn Sie diese Broschüre aufschlagen, werden sie
keine tollen Statistiken und Graphiken finden. Sie
werden jedoch folgendes vorfinden: Praktische
Ratschläge und praktische Informationen, um Ihre
Kinder zu erreichen, bevor es der Suchtstoffmißbrauch
tut. Und mit Ihrer Hilfe wird es uns gelingen.
Die Bestrebung der Administration, die unsere
Strategie des "sicheren Geleits" vielleicht am
deutlichsten widerspiegelt, ist unsere Initiative "Kinder
und Rauchen", bei der es letztlich darum geht, den
Eltern die Befugnisse zurückzugeben.
Nie zuvor in der Geschichte hat ein Präsident den Mut
und die Überzeugung besessen, den Kampf gegen

AMERIKA DIENST 13

Aus diesem Grund treten wir an Führungskräfte der
Medien und der Unterhaltungsindustrie heran - und
stellen sie vor die Herausforderung, Charaktere zu
entwerfen, die in und cool genug sind, nicht zu
rauchen.
Und aus diesem Grund möchte ich Ihnen allen für die
Arbeit danken, die sie zusammen mit uns für das
Video-Aufklärungsprogramm "Stoppt den Verkauf verhindert die Sucht" geleistet haben.
Mit der Verteilung von Tausenden Videos für PTAVersammlungen im ganzen Land klären Sie die Eltern
und Lehrer über das Problem des Rauchens bei
Jugendlichen auf - und was sie tun können, um es zu
beheben.
Einige mögen sagen: "Können sich die Eltern nicht um
ihre Kinder kümmern?" Die Antwort lautet, natürlich
können sie. Das ist genau der Punkt, auf den unser
Vorschlag abzielt - sicherzustellen, daß die Kinder die
Informationen über das Rauchen von den Eltern und

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�anderen fürsorgenden Erwachsenen erhalten - nicht
von Joe Camel.

Es gibt keine schwierigere, wichtigere und forderndere
Aufgabe als die Erziehung unserer Kinder.

Aus diesem Grund stehen wir den Eltern zur Seite und
sagen: "Ja, wir helfen Euch, Eure Kinder zu schützen."

Und es gibt kein besseres Sicherheitsnetz in diesem
Land als Eltern, die ihre Kinder lieben, leiten und
unterstützen.

Ja, wir werden unsere
Eigeninteressen stellen Zigarettenindustrie.

Interessen
nicht nur

vor
die

die
der

Wir sind ein sichereres Land wegen des BradyGesetzes über das Verbot von Handfeuerwaffen - und
der Präsident wird nicht zulassen, daß es abgeschafft
wird.
Wir sind ein gesünderes Land, weil wir unseren
Standpunkt behauptet und die historische Garantie von
Medicaid - Gesundheitsfürsorge für unsere anfälligsten
Kinder - durchgesetzt haben.
Und wir werden ein klügeres Land sein, wenn die
Eltern die Vorteile einer Vorrichtung zur Sichtung von
Fernsehsendungen
und
des
mit
der
Unterhaltungsindustrie ausgearbeiteten freiwilligen
Kontrollsystems nutzen können, um das Ausmaß an
Gewalt zu kontrollieren, dem unsere Kinder im
Fernsehen ausgesetzt sind.

Es mag einfach klingen - aber das gilt für die meisten
Dinge, die man mit gesundem Menschenverstand tut.
Die Eltern müssen die Zeit finden - sich die Zeit
nehmen - wirklich mit ihren Kindern zu sprechen, ihnen
bei den Hausaufgaben zu helfen und ihnen vom ersten
Tag an die Unterscheidung zwischen Gut und Böse
beizubringen.
Und wir brauchen Eltern, die ihren Kindern das
Vertrauen geben und ihren Charakter prägen, damit
sie die richtigen, die klugen - die gesunden Entscheidungen bezüglich des einzigen Lebens treffen
können, das sie je haben werden.
Wenn wir das tun, werden wir ein Ergebnis erzielen,
das
kein
anderes
Regierungsprogramm
je
hervorbrachte: Die Eltern werden ihre Stimme in
diesem Land weit über die Lautstärke von CDs, Filmen
und Fernsehsendungen erheben. Es sind die Eltern,
die gehört werden.

Aber die Regierung kann dies nicht alleine tun.
Wir alle müssen uns beteiligen - die Medien, Eltern,
Großeltern, ältere Geschwister, Ärzte und Lehrer,
Trainer, Berater und Kirchenvertreter, Angehörige des
öffentlichen Gesundheitswesens und Unternehmer.

Franklin D. Roosevelt hat einmal gesagt: "Wir können
nicht immer die Zukunft für unsere Jugend gestalten,
aber wir können immer unsere Jugend auf die Zukunft
vorbereiten."
Und genau das werden wir gemeinsam tun.

Offen gesagt, Sie müssen sich beteiligen.
Ich danke Ihnen.
Denn der richtige Weg zu Gesundheit und Hoffnung für
unsere Kinder muß immer an demselben Ort beginnen
und enden - bei den Eltern.

*

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* * *

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