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dienet

Herausgeben U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C
6. März 1996

05

BOSNIEN

ERGEBNISSE DES NATO-TREFFENS IN ROM
Rede von Botschafter Hunter

FULBRIGHT

DIE VISION DES SENATORS FÜR AMERIKA
UND DIE WELT
Rede von USIA-Direktor Duffey

NACHRICHTENDIENSTE

DIPLOMATISCHE BERICHTERSTATTUNG
IST WERTVOLLE NACHRICHTENQUELLE
Erklärung von Abteilungsleiterin Toby Gati

WAHLEN '96

DIE VORWAHL VON NEW HAMPSHIRE
Ein Überblick
EMPFEHLUNGEN FÜR DIE GESTALTUNG
DER FERNSEHDEBATTEN IM
PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLKAMPF
von Debra Gersh Hernandez

WAHRUNG

DIE NEUEN 100-DOLLAR-NOTEN
Aufklärungskampagne des
US-Finanzministeriums

DATENAUTOBAHN

NEUES VON DER DATENAUTOBAHN
Übersicht jüngster Entwicklungen

Diese Artikel sind elektronisch abrufbar.
Nähere Informationen erhalten Sie bei der
Presseabteilung der Amerikanischen Botschaft
unter den unten angegebenen Adressen.

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel. 0228 - 339 23 72
Fax 0228 - 33 31 38
Internet bbsbonn@usia.gov

�BOSNIEN

6. März 1996

Ergebnisse des NATO-Treffens in Rom
Rede von Botschafter Hunter

BRÜSSEL - (AD) - Der Ständige Vertreter der Vereinigten Staaten bei der NATO, Botschafter Robert E. Hunter,
hielt am 19. Februar 1996 vor dem Nordatlantikrat im Anschluß an das NATO-Treffen in Rom zur Überprüfung der
Friedenssicherungsbestrebungen in Bosnien eine Rede, die wir nachfolgend im Wortlaut veröffentlichen. An der
Zusammenkunft am 17. und 18. Februar in Rom nahmen Vertreter der Kontaktgruppe sowie die Präsidenten der
drei Länder teil, die hauptsächlich an dem Friedensabkommen für Bosnien beteiligt sind.

Vielen Dank, Herr Vorsitzender. Wie stets ist es mir
eine große Ehre, mit den Menschen zusammenzutreffen, für die wir im Rat alle arbeiten - den Menschen, deren Bestrebungen für den Erfolg unserer
Arbeit bei der NATO von größter Bedeutung sind.
Denn wir können unsere Arbeit nicht leisten, wenn wir
nicht das tun, was Ihnen und den Parlamenten der 16
Bündnismitglieder sinnvoll erscheint und wenn Sie
nicht ihre Wähler dazu veranlassen können, uns bei
unserer Arbeit zu unterstützen. Das gilt meines
Erachtens derzeit mehr als zu jedem anderen Zeitpunkt in der gesamten Geschichte des Bündnisses.
Wir haben keinen Genossen Stalin, um uns einen
Grund zu liefern. Wir haben nur die tief in unseren
Gesellschaften verankerten grundlegenden Werte,
nach denen wir 16 demokratischen Nationen uns
richten, und es ist viel schwieriger, zu einem Zeitpunkt
eine Lanze für die Sicherheit zu brechen, an dem im
übertragenen Sinn die Sonne scheint als zu einer Zeit
direkter militärischer Bedrohung, wie wir sie so lange
hatten.
Zunächst einmal möchte ich Sie alle hier begrüßen, die
Sie von nah und fern gekommen sind, insbesondere
diejenigen aus Nordamerika, die so weit gereist sind,
um diese Woche hier zu sein. Sie nahmen sich Zeit,
obwohl Sie sehr beschäftigt damit sind, sich für das zu
engagieren, was uns allen gemeinsam ist. Ich heiße
Sie willkommen und danke Ihnen für die Hilfe und
Unterstützung, die ich von dieser starken US-Delegation immer erhalten habe. Herzlichen Dank an Delegationsleiter Bereuter und alle seine Kollegen.
Es ist mir eine Ehre, heute morgen mit Präsident

AMERIKA DIENST 05

Karsten Voigt auf dem Podium zu sitzen, und wir alle
freuen uns, Peter Corterier bei so guter Gesundheit zu
sehen. Er hat uns vor einigen Monaten einen gehörigen Schrecken eingejagt. Die von Ihnen gezeigten
Führungsqualitäten, Peter, waren von entscheidender
Bedeutung, insbesondere in der Übergangszeit nach
dem Ende des Kalten Krieges. Sie, Karsten Voigt und
unser Vorsitzender heute morgen haben Außerordentliches bewerkstelligt.
60 Tage sind seit dem Beginn der Umsetzung des
Abkommens von Dayton vergangen, seit dem Tag der
Übergabe der Befehlsgewalt an die NATO, die die
Verantwortung für die Durchführung der militärischen
Teile der Übereinkunft über Bosnien übernahm. Dies
ist das erste Mal, daß wir offiziell Bodentruppen
außerhalb des NATO-Gebietes stationieren. Wir sind
eine feierliche Verpflichtung eingegangen um zu
gewährleisten, daß die militärischen Bestandteile
dieses Abkommens erfüllt werden. Dabei waren sich
alle 16 Länder der Umstände voll bewußt. Ich spreche
von 16, denn sogar Island, das über keine Truppen
verfügt, schickte einen Arzt und zwei Krankenschwestern. Wir sind zusammen dort. Wir haben uns
gemeinsam viele Monate lang mit Bosnien befaßt, und
jeder hier Anwesende weiß, daß wir uns nicht immer
darüber einig waren, was getan werden mußte,
wodurch für uns große Schwierigkeiten entstanden.
Aber wenn ich Jean Monnet zitieren darf, der an der
Gründung einer anderen Institution mitwirkte, die
ebenfalls ihren Sitz in dieser Stadt hat - der Europäischen Union - haben wir in Bosnien sein Ziel erreicht,
nämlich alle an einer Seite des Tisches sitzen zu
haben und das Problem an der anderen. Nach den

Seite 1

�langen Diskussionen und Debatten sowie den oft bis
spät in die Nacht andauernden Meinungsverschiedenheiten über Luftangriffe ist es bemerkenswert, daß wir
am 20. Dezember - zufällig auch der Tag, an dem
unser herausragender Generalsekretär Javier Solana
sein Amt antrat - in der Lage waren, innerhalb einer
Viertelstunde dem Operationsplan und der Übergabe
der Befehlsgewalt an die NATO zuzustimmen. Das ist
phantastisch verglichen mit den stundenlangen
Auseinandersetzungen, die vorher erforderlich waren.
Wir arbeiten hier alle zusammen - nicht als 16 Regierungen, sondern als 16 Nationen. Hier ist Ihre Arbeit
so entscheidend, denn Sie sind diejenigen, die direkt
die Fragen für Ihr Volk beantworten müssen, warum
wir das tun, was wir tun, wie wir Erfolg haben können,
wie wir die optimale Leistung der NATO erzielen wollen
- unter Umständen, in denen die jungen Männer und
Frauen, die in jedem Ihrer Länder so heldenhaft Dienst
tun, gute Chancen hätten, in größter Sicherheit ihrer
Arbeit nachzugehen.
Wir hielten letztes Wochenende in Rom ein Treffen ab.
Im wesentlichen war es die sogenannte Kontaktgruppe
- die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich,
Deutschland, Rußland - mit einem italienischen
Gastgeber. Der Hohe Repräsentant, Carl Bildt, war
dort. Der Oberste Alliierte Befehlshaber Europa,
General Joulwan, war anwesend. Admiral Smith, der
Kommandeur der Friedenstruppe, war dabei sowie die
Präsidenten der drei wichtigsten betroffenen Länder:
Milosevic, Tudjman und Izetbegovic. Sie erzielten
Übereinkunft hinsichtlich der Behandlung des außerordentlich komplizierten Problems Mostar, das großenteils ein Test dafür ist, ob eines der wichtigsten
Elemente des Daytoner Abkommens Bestand hat - die
Kooperation innerhalb der bosnisch-kroatischen
Föderation. Wir erhielten neue Zusagen im Hinblick
auf das Verhalten jeder der drei Parteien und derjenigen, die darauf reagieren. Dazu zählt der Fall der
bosnischen Serben, bei dem unseres Erachtens
Präsident Milosevic für diesen Teil der Abmachung
verantwortlich ist. Weiterhin klärten wir das Verhältnis
der IFOR zu externen Bestrebungen, insbesondere
aenen des internationalen Kriegsverbrechertribunals
für das ehemalige Jugoslawien - die "Verkehrsregeln" damit wir als NATO das Unsrige zu der Einsicht
beitragen können, daß eine politische Regelung Hand
in Hand mit dem Streben nach Gerechtigkeit gehen
muß. Es muß aber auch entschieden ein klares
Verständnis bestehen, daß die wichtigsten Dinge
Vorrang haben, und das wichtigste ist, daß die Truppen der NATO/IFOR die ihnen zugewiesene Arbeit so
effektiv und sicher wie möglich erledigen müssen. Das
ist die erste Aufgabe. Wenn noch anderes getan
werden kann, sollte das natürlich in Betracht gezogen
werden. Wir müssen es richtig machen. Bei Kriegsverbrechern mußten wir die "Verkehrsregeln" einführen. Man könnte auch sagen, das Treffen in Rom
sei eine Realitätsprüfung gewesen. Es diente dazu,

Seite 2

diese Politiker daran zu erinnern - nachdem wir
ungefähr ein Sechstel des Weges des NATO-Mandats
zurückgelegt haben - welche Verpflichtungen sie in
Dayton eingegangen sind.
Bei der NATO handeln wir 16 Mitglieder in dem klarem
Bewußtsein, daß wir gemeinsam nach Bosnien gingen
und es gemeinsam verlassen werden - und zwar zu
dem vorgesehenen Zeitpunkt, nach einem Jahr.
Manche fragten sich, warum wir uns auf diesen
begrenzten Zeitraum geeinigt haben. Meines Erachtens versteht jeder hier Anwesende den Grund.
Erstens müssen wir den Völkern unserer 16 Mitgliedsländer gegenüber Wort halten, die bereit waren, das
Leben junger Männer und Frauen aufs Spiel zu setzen
- einige in einem Land, das von ihrer Heimat weit
entfernt ist. Ferner müssen wir diesen jungen Männern und Frauen gegenüber Wort halten - diesen
engagierten und mutigen Streitkräften der NATO - und
denen anderer Länder, denn wir sind nicht allein. Wie
Sie wissen, sind 14 Mitglieder der Partnerschaft für
den Frieden, insgesamt 17 Länder, entweder in der
IFOR oder unter dem Kommando der NATO oder
werden es in Zukunft sein. Wir mußten auch ganz
deutlich machen, daß wir uns nicht in eine Situation mit
offenem Ende begeben, die ein zweites Zypern werden
könnte. Und wir mußten auch deutlich machen, daß
die Verantwortung für das Funktionieren des Friedens
genau dort liegen muß, wo die Verantwortung liegt - als
erstes bei den Menschen im ehemaligen Jugoslawien,
den Menschen in Bosnien. Und somit gingen wir
gemeinsam in dieses Land und werden es auch
gemeinsam verlassen.
Dies ist eine NATO-Operation. Unter der Führung der
NATO. Mit den Regeln der NATO für ein Engagement
und der Art der NATO, Dinge zu erledigen. Wir haben
für dieses Unternehmen außerordentliche Vorbereitungen getroffen. Wenn man ein historisches Beispiel
sucht - obwohl dieses zweifellos weniger komplex war
- wendeten wir für die Planung dieser Operation
ebensoviel Zeit auf wie für die Operation "Overlord" vor
50 Jahren. Wir haben außergewöhnlich viel Ausbildung und Mühe in andere NATO-Operationen
gesteckt, beispielsweise die Operation "Deny Flight",
um das Flugverbot über Bosnien durchzusetzen. Bis
zur Beendigung von "Deny Flight" im Dezember flogen
die NATO-Länder insgesamt 100.420 Einsätze erstaunliche Bestrebungen in der Luft. Im Rahmen
der Operation "Sharp Guard", die zwar ausläuft, aber in
begrenztem Maße immer noch in Kraft ist, um die
Blockade der montenegrinischen Küste durchzusetzen, wurden mehr als 66.000 Schiffe kontrolliert.
Ungefähr 50.000 Schiffe wurden durchsucht und etwa
1.400 umgelenkt. Sechs versuchten, die Blockade zu
umgehen, was keinem gelang. Diese Aktion haben wir
zusammen mit der WEU unternommen. Somit gingen
wir gut vorbereitet in die IFOR.
Wie unsere Befehlshaber Ihnen mitgeteilt haben

AMERIKA DIENST 05

�werden, ist das kein risiko- und kostenfreies Unternehmen, und es gab bereits einige Opfer. Die meisten
dieser Opfer resultieren jetzt - und vermutlich auch in
Zukunft - nicht von feindlichen Aktionen, obwohl das
noch eine reale Möglichkeit bleibt, sondern von der
Komplexität der Arbeit in einem so schwierigen Umfeld
- mit 3 bis 6 Millionen Minen, von denen es für viele
keinen Nachweis gibt.
Das Treffen in Rom war eine Bestandsaufnahme und
diente jedem der drei führenden Politiker auch als
Erinnerung, daß jeder einzelne von ihnen Aufgaben
hat. Das schließt die bosnische Regierung ein, die
ihrer Pflicht zur Ausweisung aller ausländischen
Streitkräfte nicht nachgekommen ist.
Sie haben
gesehen, was die NATO neulich getan hat, um unsere
genaue Haltung zu verdeutlichen.
Eines der wichtigsten Dinge, die in der IFOR im
Hinblick auf die anderen beteiligten Länder geschehen,
ist die Teilnahme von Streitkräften der Russischen
Föderation. Diese hat bereits zwischen 1.500 und
1.600 Soldaten in das Land entsandt, die als Teil der
NATO-Operation mit der amerikanischen Division
zusammenarbeiten. Während Rußland in diesem Jahr
im Hinblick auf die Wahlen einen äußerst schwierigen
und komplizierten Prozeß durchläuft - bei dem wir dem
Land alles Gute wünschen - hören wir aus diesem
Land viel über die NATO-Erweiterung. Aber wir hören
auch, daß diese russischen Streitkräfte tatsächlich in
Bosnien tätig sind - im Rahmen der Bestrebungen des
Bündnisses.
In meinem Büro ereignete sich am 8. November einer
jener Momente, an die Sie sich immer erinnern
werden, die Sie aber nicht wirklich glauben. Ein Teil
der endgültigen Planung für die IFOR war abgeschlossen, und der Plan für Befehlsarrangements
wurde paraphiert - in dem Allerheiligsten, von dem aus
wir den Kalten Krieg planten und führten. Verteidigungsminister Perry, der Oberste Alliierte Befehlshaber Europa, General Joulwan, sowie Generaloberst
Schewtsow und Marshall Gratschow waren anwesend.
Sie alle unterzeichneten ein Abkommen über die von
der NATO geführte IFOR. Manchmal kann ich immer
noch nicht glauben, daß das geschehen ist.
Natürlich bestehen die Zukunft der NATO und unser
Engagement für sie aus weitaus mehr als nur Bosnien.
Von den vielen Gründen, die uns als Bündnis zu
Aktionen veranlaßten, war einer die Erkenntnis unserer
Mitglieder, daß wir weiterhin eine grundlegende
Verantwortung haben, in unserem eigenen Interesse
dieses Bündnis zu erhalten und zu erweitern.
Als Botschafter der Vereinigten Staaten bei der NATO,
der für den Präsidenten der Vereinigten Staaten
arbeitet - derzeit ein Demokrat - freue ich mich sagen
zu können, daß wir außerordentliche Unterstützung
durch den US-Kongreß erhalten haben - aus beiden

AMERIKA DIENST 05

Lagern. Heute ist eine herausragende Delegation von
Vertretern der amerikanischen Legislative anwesend,
von denen die meisten - einschließlich Senator Roth
und dem Abgeordneten Bereuter - meines Wissens
Republikaner sind. Sie werden noch selbst das Wort
ergreifen, aber ich glaube sagen zu können, daß das
Engagement Amerikas für seine Sicherheit und seine
Werte sowie für die gemeinsame Sicherheit und die
gemeinsamen Werte auf dieser Seite des Atlantiks tief
im amerikanischen Staatsgebilde verankert sind. Wir
hatten 50 Jahre lang Erfolg, weil wir auf überparteilicher Basis vorgingen. Heute sind wir aus demselben Grund erfolgreich. Ich bin zuversichtlich, daß
dieses Engagement fortgesetzt wird - ungeachtet
dessen, wer unsere Nation regiert - sowohl im Weißen
Haus als auch im Kapitol.
Ich würde in der Tat dahingehend argumentieren, daß
dies die vordringlichste Bestrebung der neuen NATO
ist. Die Vereinigten Staaten sind in Europa präsent.
Wir sind eine europäische Macht. Es liegt in unserem
Interesse, hier zu sein. Solange Sie - unsere europäischen Freunde - dies wollen, werden wir hier sein.
Präsident Bush stellte dies bei seinen Bemühungen
eindeutig klar, den Kalten Krieg zu einem Ende zu
bringen. Und sein Nachfolger, Präsident Clinton, für
den zu arbeiten ich die Ehre habe, hat außergewöhnliche Anstrengungen zur Gestaltung der Zukunft
unternommen.
Es gibt vier große Bestrebungen. Eine besteht genau
darin, daß die Vereinigten Staaten Teil dieser Gleichung sind.
Die zweite Bestrebung ist, die Errungenschaften der
vergangenen 50 Jahre zu bewahren. Das begann
damit, die erneute Nationalisierung der Verteidigung zu
verhindern.
Es ist bemerkenswert und vielleicht
einzigartig bei allen Bündnissen der Geschichte, daß
wir am Tag nach dem Sieg nicht nur ein Glas Champagner zusammen tranken und dann jeder seines Weges
ging. Statt dessen kam jeder zur Arbeit bei der NATO
wie gewöhnlich. Wenn 16 Länder an die europäische
Sicherheit denken, denken sie an die NATO. Ja, es
gibt andere Institutionen von entscheidender Bedeutung: Die OSZE (Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa), die WEU (Westeuropäische Union), die Europäische Union, den Europarat.
Das Kernstück bildet jedoch heute wie in der Vergangenheit die NATO. Und deren Kernstück bilden heute
wie in der Vergangenheit die Führungsrolle und das
Engagement der Vereinigten Staaten.
Etwas ebenfalls Bemerkenswertes geschah während
dieser 50 Jahre - bei der NATO, der Europäischen
Union und mit den Bestrebungen einer herausragenden Gruppe von Männern und Frauen mit Vision der
vorherigen Generation, die in den 15 Ländern der
Union und einigen anderen den Krieg als Instrument
ihrer Beziehungen untereinander abschafften. Heute

Seite 3

�ist es undenkbar, daß eines dieser Länder Krieg als
eine Option ansehen würde. Und dennoch befinden
wir uns in einem Jahrhundert, das in Sarajevo mit
einem schrecklichen Vorfall begann, der zum schlimmsten Blutbad in der menschlichen Geschichte überhaupt führte. Wir sind am Ende des Jahrhunderts an
demselben Sarajevo genannten Ort angelangt zu einer
Zeit großer Hoffnungen und des Wissens, daß wir in
diesem Teil des Kontinents die erschreckende Geschichte hinter uns gelassen haben, die diesen
Kontinent bis heute heimgesucht hat.
Nummer drei: Wir sind uns auch bewußt, daß wir
weitergehen müssen, wenn wir unseren Werten und
unserer Sicherheit gerecht werden wollen. Die NATO
wurde bereits erweitert. Das geschah mit dem neuen
strategischen Konzept und der Gründung des Nordatlantischen Kooperationsrats vor rund vier Jahren.
Wir - die 16 Länder - entschieden im Januar 1994
unter Präsident Clintons Führung, daß die NATO neue
Mitglieder aufnehmen wird.
Diese Entscheidung
wurde getroffen. Es ist jedoch keine Entscheidung, die
in der Luft hängt. Sie gründet auf der Erkenntnis der
Bedeutung, die unsere Hilfestellung für die Gesellschaften Zentraleuropas zur Übernahme des ihnen
angemessenen Platzes im Westen und innerhalb der
großartigen Institutionen des Westens hat.
Es gibt eine Parallele zum Marshallplan. Churchill
bezeichnete ihn als "den am wenigsten schmutzigen
Akt in der Geschichte". Er war jedoch auch ein
strategischer Akt in dem Bemühen, den Ländern beim
Aufbau oder der Schaffung von Demokratie und dem
Wiederaufbau von Volkswirtschaften behilflich zu sein.
Was wir und die NATO heute in Zentraleuropa tun, ist,
den Ländern, die sich der sowjetischen Macht und
Dominanz entledigt haben, Hoffnung zu vermitteln,
daß ihre Bestebungen zum Aufbau freier Gesellschaften Erfolg haben können. Als ein Bündnis sind
wir verpflichtet, eine entscheidende Rolle dabei zu
spielen.
Nummer vier: Wir alle verstehen sehr wohl, daß es ein
Land gibt, dessen Zukunft bei der Entscheidung von
wesentlicher Bedeutung ist, ob wir auf unbegrenzte
Zeit Frieden und Hoffnung haben werden, oder ob wir
einen weiteren Zyklus von Krisen und vielleicht sogar
Konflikten durchlaufen müssen - und das ist Rußland.
Wir haben ein entscheidendes, wenn nicht sogar
lebenswichtiges Interesse am Erfolg des russischen
Experiments in Demokratie, sozialem Wandel, der
Einführung einer Marktwirtschaft und dem Engagement
in der Welt und für die europäische Sicherheit, bei der
das Land eine uneingeschränkte und legitime Rolle
übernehmen soll. Die NATO ist mit dem Aufbau von
Beziehungen zu Rußland befaßt.
Als wir über die Bewältigung dieser vier Herausforderungen sprachen und uns auf die Aufnahme
neuer Länder vorbereiteten, sahen wir uns mit fünf

Seite 4

größeren Problemen konfrontiert.
Nummer eins
bezieht sich direkt auf Sie: Die Aufnahme eines neuen
Mitglieds ist nicht etwas, das mein Präsident oder
irgendein Ministerpräsident vornimmt. Sie wird von
Ihren 16 Parlamenten vollzogen. In den Vereinigten
Staaten handelt es sich dabei um einen Vertrag, der
zwei Drittel der abgegebenen Stimmen des amerikanischen Senats erfordert. Das ist ein feierlicher Akt.
Die NATO verfaßt keine Verträge, die nur auf dem
Papier bestehen. Wir wiederholen nicht die zwanziger
und dreißiger Jahre. Wenn wir eine Verpflichtung
eingehen, müssen wir es meinen, und das beginnt mit
Ihnen. Wir dürfen nicht scheitern.
Zweitens und teils um Ihnen zu demonstrieren, was
getan werden sollte, müssen die Länder, die der NATO
beitreten wollen, Produzenten und nicht nur Konsumenten von Sicherheit sein. Es gibt weder eine
kostenlose Fahrt noch ein kostenloses Essen.
Nummer drei: Wir werden die Länder einzeln und
Schritt für Schritt in die NATO aufnehmen. Wir haben
noch keine Entscheidung getroffen, um welche Länder
es sich handelt und wann genau dieser Schritt unternommen wird. Zweifelsohne haben wir keine Grenze
bezüglich des Beitritts gesetzt. Aber unabhängig
davon, wieviele Länder wir aufnehmen, werden einige
es nicht am ersten Tag und einige niemals schaffen.
Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun um
sicherzustellen, daß wir mit der Aufnahme eines
Mitglieds nicht ein anderes ausgrenzen, weil wir das
Konzept von Grauzonen, Pufferstaaten, Einflußsphären und auch des Kräftegleichgewichts ablehnen, wie
es hier in Westeuropa möglich war.
Nummer vier: Wir wollen die NATO erweitern, ohne
eine neue Trennlinie in Europa zu ziehen. Wir brauchen keinen neuen Eisernen Vorhang.
Und letztens - wenn wir können, wollen wir die NATO
erweitem, ohne die Bemühungen von Demokraten
überall auf der Welt zu unterminieren, einschließlich
der Demokraten in Rußland.
In Bosnien lernen wir sehr viel. Wenn alles mit den
russischen Streitkräften dort klappt, dann können wir
dem russischen Militär sagen, daß es eine legitime
Rolle in Europa spielen muß und die Zukunft des
Landes nicht daran gemessen wird, was wir in Tschetschenien gesehen haben. Ich werde dem russischen
Volk sagen, daß es nicht ausgegrenzt, isoliert und
niedergeschlagen wird wie Deutschland im Jahr 1919.
Statt dessen sagen wir den Russen, daß sie eine
legitime Rolle haben, die sie übernehmen und richtig
spielen müssen, wie wir es Deutschland 1946 gesagt
haben. Die von den russischen Truppen in Bosnien
übernommene Rolle wird Boris Jelzin und seinen
Verbündeten auch vermitteln, daß sie recht hatten,
Beziehungen zum Westen aufzubauen.

AMERIKA DIENST 05

�Was wir mit den Partnern für den Frieden in der IFOR
lernen, ist ein ebenso präzises und praktisches
Lernexperiment dessen, was es heißt, ein NATOVerbündeter zu sein. Es wird uns bei der Anpassung
an das Bündnis behilflich sein. Wir müssen Dinge tun,
die uns helfen, beweglicher, effektiver, effizienter und
flexibler zu sein. Wir müssen durch schlankere,
effektivere Befehlssysteme Geld sparen. Wir tun es
auch aus einem weiteren Grund, als Teil einer der
wichtigsten Entwicklungen, die sich jetzt vollziehen dem erneuten Engagement Frankreichs für die
militärische Seite des Bündnisses. Wir passen uns an,
um auch dies zu ermöglichen. Wir müssen Frankreich
zu seinem Vorgehen beglückwünschen, denn seine
Rolle in Bosnien unterscheidet sich nicht von der jedes
anderen Verbündeten. Und zweifelsohne begrüßen
wir sie.
Die NATO hat drei große Projekte in Angriff genommen, mit denen die fünf Probleme bewältigt werden
sollen. Erstens die Erweiterung selbst. Wir haben die
gründliche Analyse - das "Wie" und "Warum" - aus
zwei Gründen vorgenommen. Wir mußten allen
Ländern sagen, welche Vorteile sie haben, wenn sie
der NATO beitreten und Verbündete werden wollen,
aber auch, was sie tun müssen. Die Studie war darauf
ausgelegt, auch uns zu sagen und uns zu vermitteln,
was wir tun müssen, damit wir ebenso stark sein
können und werden wie heute, wenn - nicht falls,
sondern wenn - wir 17, 18, 19 oder wer weiß wieviele
Verbündete sind.
Dieses Jahr gehen wir über die Studie hinaus und
leiten individuelle, eingehende Dialoge mit den Partnern ein, um herauszufinden, was genau sie tun und
was genau sie tun müssen, damit sie so viel wie
möglich über uns erfahren und vice versa und wir die
erforderliche Arbeit fortsetzen können, damit sie gute
Verbündete werden. Wir passen auch das Bündnis
weiter an.
Das zweite große Unterfangen ist die Partnerschaft für
den Frieden (PFF). Sie wird vielfach unterschätzt, ist
jedoch wahrscheinlich das Wichtigste, das die NATO
seit einer Generation unternommen hat. 27 Länder
sind beigetreten, aber offenkundig unterscheiden sie
sich voneinander. Einige arbeiten hart daran, andere
weniger hart. Das wußten wir, als wir die PFF ins
Leben riefen. Jedes Land unterzeichnet dasselbe
Rahmenabkommen und bereitet ein individuelles
Partnerschaftsprogramm vor. Die Vertreter dieser
Länder kommen in unser NATO-Gebäude. Sie gehen
zur Partnerschafts-Koordinierungszelle bei SHAPE.
Ironischerweise arbeiteten sie zuerst in einem Gebäude, das für das Vorgehen des Bündnisses im Falle
einer zweiten Berlin-Blockade gebaut worden war, falls
dieses erforderlich geworden wäre. Einige dieser
Offiziere des ehemaligen Warschauer Pakts fanden
ihren Arbeitsplatz hinter einem zur Erinnerung aufgestellten Teil der Berliner Mauer - und taten das Gegen-

AMERIKA DIENST 05

teil dessen, was sie während des Kalten Krieges getan
hatten. Es war eine Ironie des Schicksals.
Die PFF-Partner üben mit uns, sie nehmen unsere
Standards an, lernen, wie man auf parlamentarische
Kontrolle reagiert und gehen mit uns nach Bosnien.
Länder, die Mitglied der Partnerschaft für den Frieden
sind, können ständiger Bestandteil der NATO-Familie
werden, und wenn sie nicht die volle Mitgliedschaft
erhalten, werden sie feststellen, daß sie in der Partnerschaft für den Frieden einen Großteil dessen bekommen, was sie wirklich für die Sicherheit benötigen.
Und schließlich entwickeln wir die Beziehungen
zwischen der NATO und Rußland auf direktem Wege.
Wir wissen, daß wir dies tun müssen, und wurden
auch von vielen unserer zentraleuropäischen Partner
darum gebeten. Vaclav Havel aus der Tschechischen
Republik hat dies vielleicht am deutlichsten mit folgenden Worten formuliert: "Ich möchte, daß es eine NATO
wird, die Rußland einbezieht, damit wir hier gemeinsam etwas Konstruktives aufbauen können." In der
NATO werden die Russen ein Stimmrecht haben, aber
- um Mißverständnissen vorzubeugen - niemand kann
sein Veto gegen NATO-Entscheidungen einlegen. Die
NATO wird die offizielle Erweiterung vorantreiben. Wir
beschleunigen sie weder, noch verzögern wir sie.
Unsere Fortschritte sind sorgfältig geplant, offen und
effektiv beim Aufbau der erforderlichen Unterstützung,
und wir erbitten Hilfe von den in diesem Raum Anwesenden. Rußland ist der Partnerschaft für den Frieden
um des Friedens willen beigetreten. Wir unterhalten
besondere Konsultationen. Rußland hat uns am
vergangenen Donnerstag das Dokument für die
offizielle Beteiligung an der IFOR vorgelegt: Die
"Theorie", die der "Praxis" folgt. Und wir werden auf
diese Beziehungen in dem Maße aufbauen, in dem
Rußland bereit und willens und in der Lage ist, dies zu
tun.
Dies sind die drei großen Projekte, die wir in der NATO
in Angriff genommen haben. Unserer Schätzung nach
führen sie zu einer klaren Perspektive bezüglich des
Aufbaus einer Zukunft in Sicherheit hier.
Ein letztes Wort. Ich möchte nochmals auf das
zurückkommen, was ich eingangs erwähnte und
warum wir von Ihnen Leitung, Führung und Unterstützung erwarten. Sine qua non - das ist die unerläßliche
Voraussetzung. Wir in der NATO sehen uns mit einer
großen Herausforderung konfrontiert, die auch eine
gewisse Furcht enthält, während wir das Urteil der
Geschichte abwarten. In einer Generation wird die
Welt auf das zurückblicken, was wir in diesem Raum
und andernorts jetzt tun, und sagen: "Ihr habt es richtig
gemacht", oder "Ihr habt versagt". Ich bin zuversichtlich, daß die Geschichte angesichts dessen, was ich in
den vergangenen drei Jahren in der NATO und in
diesem Nordatlantikrat gesehen habe, am Ende
urteilen wird: "Gut gemacht".

Seite 5

�Ich danke Ihnen sehr für die Gelegenheit, heute
morgen bei Ihnen sein zu können. Ich gratuliere Ihnen
zu Ihrem Engagement für unser gemeinsames Enga-

gement und unsere gemeinsamen Werte.
Vorsitzender, ich danke Ihnen,

Herr

* * * * *

Seite 6

AMERIKA DIENST 05

�FULBRIGHT
6. März 1996

Die Vision des Senators für Amerika und die Welt
Rede von USIA-Direktor Duffey

FAYETTEVILLE - (AD) - Zum Gedenken an den früheren Senator von Arkansas und Verfasser des nach ihm
benannten Programms für Öffentlichkeitsarbeit, J. William Fulbright, hielt der Direktor des US-Informationsamts
(United States Information Agency - USIA), Joseph D. Duffey, bei einer Feierstunde am 28. Februar 1996 in
Fayetteville (Arkansas) nachfolgende Rede.

Das Fulbright-Programm wurde zu einer Zeit ins Leben
gerufen, die in vieler Hinsicht der jetzigen gleicht. Im
Jahr 1946 waren die Vereinigten Staaten gerade
siegreich aus einem langen, schwierigen Krieg
hervorgegangen und verspürten zu Recht ein Gefühl
des Triumphes - sie waren optimistisch bezüglich der
Zukunft sowohl im Hinblick auf die eigenen Aussichten
als auch die Möglichkeiten der Gestaltung einer neuen
Weltordnung. Senator Fulbright zählte zu den hoffnungsvollsten Personen des öffentlichen Lebens jener
Zeit und sprach bei jeder Gelegenheit die Empfehlung
aus, daß die Vereinigten Staaten die Führungsrolle bei
der Schaffung von Programmen und Organisationen
übernehmen sollten, die das Risiko wiederkehrender
Konflikte - ähnlich dem Zweiten Weltkrieg - verringern
könnten.
Aber ebenso wie heute machten sich beunruhigende
Befürchtungen breit - obwohl Sieg das ganze Land
erstrahlen ließ. Die Welt war immer noch ein gefährlicher Ort - damals wie heute hat die Schlichtung eines
großen Kampfes eine Vielfalt neuer und unerwarteter
Herausforderungen ausgelöst. Im Jahr 1946 lastete
die Furcht vor dem Kommunismus und der nuklearen
Vernichtung schwer auf dem Land. Senator Fulbright
hatte immer behauptet, daß die Atombomben von
Hiroshima und Nagasaki der Katalysator waren, der
seine Gedanken auf die Schaffung eines internationalen Austauschprogramms konzentrierte. Er nahm
die Warnung Albert Einsteins ernst, der schrieb, daß
"wir uns eine neue Denkweise zulegen müssen, wenn
die Menschheit überleben soll". Für Fulbright mußte
diese neue Denkweise die Änderung der Sichtweise
von Nationen zueinander beinhalten, und diese
Änderung durfte nicht auf der abgehobenen diplomati-

AMERIKA DIENST 05

schen Bühne stattfinden, auf der sich die internationalen Beziehungen für gewöhnlich entfalten,
sondern zwischen den Bürgern der vielen Nationen
der Welt. Nur der umfangreiche persönliche Austausch von Ideen, Kulturen und Geschichte vermittelte
Fulbright "eine gewisse Hoffnung, daß die menschliche
Rasse nicht Selbstmord begeht".
William Fulbrights Hoffnungen, daß sein Programm
das gegenseitige Verständnis weltweit vertiefen
könnte, gründeten sich auf seine eigenen äußerst
persönlichen Erfahrungen als Rhodes-Stipendiat in
den zwanziger Jahren, die ihn entscheidend prägten.
Obwohl Bill Fulbright seine Heimatstadt Fayetteville in
Arkansas liebte, erkannte er, daß ein Ort allein nicht
die Lektionen lehren kann, die unterschiedliche
Kulturen und Traditionen auf der ganzen Welt bieten
können. Ein einziger Ort ist stets per definitionem
provinziell - sei es Fayetteville, Paris, Oxford oder
Washington. Aber die Summe der Erfahrungen all
dieser Orte vermittelte Fulbright die Einsichten zum
Vermächtnis des einzelnen, das durch Auslandsaustausch erworben werden kann. Seine in Europa
gemachten Erfahrungen erweiterten seinen Horizont er war beeindruckt von der Komplexität der Weltgeschichte und der Kulturen. Vor allem hatten seine
Kontakte zu vielen unterschiedlichen Menschen die
Erkenntnis genährt, daß Amerikas Zukunft letztlich mit
der Zukunft der Weltgemeinschaft verbunden ist.
Die Geschichte des Fulbright-Austauschprogramms
erscheint wie ein Roman in unserer Zeit der Haushaltsengpässe und einem Umfeld, in dem weithin die
Meinung vertreten wird, daß die Regierung wenig zur
Verbesserung der Gesellschaft beitragen kann. Am

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�27. September 1945 erhob sich der frischgebackene
Senator aus Arkansas im Senat und erbat von der fast
leeren Kammer die ungeteilte Zustimmung, Kredite aus
Reparationszahlungen und Rückzahlungen aus
Auslandsanleihen zur Finanzierung eines akademischen Austauschprograms zu verwenden. Die
Gesetzesvorlage ging praktisch unbemerkt durch den
Kongreß und erhielt bei jeder Abstimmung einhellige
Unterstützung. An der Seite von Präsident Truman
wohnte Fulbright im August 1946 der Unterzeichnung
des Gesetzes bei, das seinen Namen zum Synonym
für internationalen Goodwill und intellektuelle Offenheit
über die Grenzen hinweg machte. Der offizielle Zweck
des Gesetzes war und ist "die Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Menschen in
den Vereinigten Staaten und den Menschen in anderen Ländern". Weder die Wohlhabenden noch die Elite
oder die Gelehrten sind die Hoffnungsträger für die
Verbesserung des internationalen Friedens, sondern
die Menschen aller Nationen. Nur indem die Möglichkeit des internationalen Verständnisses so weit wie
möglich verbreitet wird, konnte das Programm Senator
Fulbrights Überzeugung zufolge eine Chance haben,
jahrhundertealte Vorurteile und Mißtrauen zu überwinden. Später sagte er über das Programm, das
seinen Namen trug: "Es ist ein bescheidenes Programm mit einem unbescheidenen Ziel - der Einführung eines zivilisierteren, rationaleren und menschlicheren Regimes in internationalen Angelegenheiten...
Ich habe von Anfang an an diese Möglichkeit geglaubt
und tue es immer noch."
Gegen Ende seines Lebens gelangte Senator Fulbright
zu der Auffassung, das Fulbright-Programm sei nach
dem Ende des Kalten Krieges vielleicht noch notwendiger als auf dem Höhepunkt der amerikanisch-sowjetischen Spannungen. Im Gegensatz zu jenem Zeitalter,
in dem die Welt in zwei Glaubensrichtungen gespalten
war, leben wir heute in einer "multipolaren" Welt, in der
das Verständnis nuancierter Unterschiede zwischen
Kulturen von zunehmender Bedeutung ist.
Die
Beziehungen zwischen Ländern werden nicht länger
durch einige wenige Supermächte diktiert, sondern
vielmehr durch unzählige nicht greifbare und komplexe
Faktoren. Noch 1992 forderte Senator Fulbright den
Kongreß auf, das Engagement für das FulbrightProgramm zu bewahren, da es ein wichtiger Weg zum
Verständnis zwischen komplizierten Kulturen sei und
durch den Abbau von Barrieren zwischen Nationen
mehr denn je zur Sache des internationalen Friedens
beitragen könne. Bei jener Gelegenheit sagte er: "Die
größte Macht solcher Austauschprogramme ist
vielleicht, daß sie Nationen in Menschen verwandeln
und Ideologien in menschliches Streben umsetzen."
Seit der Einführung des Fulbright-Programms gingen
über 70.000 Amerikaner im Rahmen des Austauschprogramms ins Ausland, und es ermöglichte 130.000
Ausländern, die Vereinigten Staaten kennenzulernen.
Das Programm ist umfassend und bezieht Studenten

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und Dozenten aus mehr als 500 amerikanischen
Colleges und Universitäten aus jedem Bundesstaat ein
sowie Grundschullehrer und Vertreter aller Berufe und
Schichten. Ausländische Studenten und Wissenschaftler von nahezu 700 ausländischen Institutionen
sind an rund 300 amerikanische Colleges und Universitäten in 46 Bundesstaaten gekommen und haben
damit Hunderttausenden die Möglichkeit verschafft,
aus erster Hand Erfahrungen mit dem noch unbeendeten Projekt der amerikanischen Demokratie zu machen.
Die Liste prominenter Teilnehmer am FulbrightProgramm ist zu lang um sie aufzuführen, aber unter
ihnen sind Universitäts-Rektoren, mit dem Nobelpreis
ausgezeichnete Wirtschafts- und Naturwissenschaftler,
Musiker, Schauspieler und ja, auch Politiker. Senator
Fulbright sah ein Programm voraus, das die führenden
Vertreter der Gesellschaft zur Förderung von Frieden
und Verständnis unter den Nationen anregen sollte.
Aber er sah das Programm auch als etwas, das die
Gesellschaft bewegen würde, wenn die Teilnehmer
ihre Erfahrungen einem immer größer werdenden
Kreis von Menschen vermittelten. Er hegte keinen
Zweifel, daß die durch Kontakte zu fremden Menschen
und Kulturen gelernten Lektionen nicht nur eine
Bereitschaft unter den Teilnehmern schaffen würden,
die umfassendere Sichtweise zu teilen, die sie aus der
sogenannten "Fulbright-Erfahrung" gewonnen hatten,
sondern auch eine brennenden Leidenschaft wecken
würden, andere von der Bedeutung dieser Erfahrung
zu überzeugen.
Der Prozeß der Entdeckung ist ein zentrales Merkmal
der Fulbright-Erfahrung: Die Entdeckung kultureller
Unterschiede, fundamentaler menschlicher Ähnlichkeit
und der quälenden, aber voreiligen Erkenntnis, daß die
eigenen grundlegenden Überzeugungen von Moral,
Politik und dem Sinn des Lebens nicht die vielfältigen
Möglichkeiten des menschlichen Lebens umfassen.
Senator Fulbright hoffte, daß das Austauschprogramm
ein Destillat der größten Qualitäten der Bildung sein
würde:
Der konstanten Herausforderung einer
Neudefinition der eigenen Annahmen, die erschütternde Erfahrung, die das Bekannte plötzlich fremd
erscheinen läßt und die brillante Eröffnung neuer
Sichtweisen. Obwohl William Fulbright stets der
Überzeugung war, daß gute Institutionen von zentraler
Bedeutung für eine gute Gesellschaft sind - wie man
beispielsweise seinem leidenschaftlichen Engagement
für die Vereinten Nationen und seinen lebenslangen
Versuchen zur Reform der Institutionen der USRegierung entnehmen kann - vertrat der Senator auch
die Auffassung, daß gute Institutionen allein unzureichend sind, wenn ein Land nicht rechtschaffene,
gebildete Staatsbürger hat.
Die Ziele der Bildung waren für Senator Fulbright klar
definiert. Vor dem Hintergrund der wachsenden
Betonung von Bildung als vorberuflicher Bildung wies

AMERIKA DIENST 05

�er die Betonung der beruflichen Bildung zurück, die wie er es formulierte - "das Gehirn in Geld umwandelt".
Vielmehr betrachtete er Bildung als großartiges
staatsbürgerliches Projekt, als einzigen Weg zur
Förderung staatsbürgerlicher Tugenden wie Dienst an
der Öffentlichkeit, zivilisiertes Verhalten anderen
gegenüber, Toleranz, Anstand und Gleichberechtigung. Es ist besonders lehrreich, sich Senator
Fulbrights Überzeugung vor Augen zu halten, daß es
in einer Demokratie keine bedeutendere Berufung gibt
als die eines Staatsbeamten. In seiner ersten Rede
als Rektor der University of Arkansas erklärte er:
"Meines Erachtens können Schulen durch die richtige
Betonung der richtigen Fächer den Schülern die
Bedeutung guter Regierungsführung verdeutlichen, sie
lehren, daß Politik der ehrenhafteste aller Berufe sein
kann und die Besten unter ihnen zu einer Laufbahn in
der Politik veranlassen." William Fulbrights Worte, sein
Werk und sein Leben widerlegen den vorherrschenden
Zynismus, der sich gegenwärtig gegen Politik und
Staatsbeamte richtet und sollte als Erinnerung dienen,
daß Bildung und eine gesunde Gesellschaft eng
miteinander verbunden sind.
Fulbright setzte überall große Hoffnung auf die Bildung, hielt sie in einer Demokratie jedoch für besonders wichtig. Nach dem Sieg der Vereinigten
Staaten im Kalten Krieg behaupteten manche, Demokratie sei die einzige Regierungsform, die in der
Zukunft Bestand haben könne. William Fulbright
zeigte sich jedoch nie zufrieden mit der Demokratie.
Vielmehr war er der Überzeugung, daß Demokratie
beständige und große menschliche Bestrebungen
erfordert, um weiterhin erfolgreich zu sein. Im Senat
äußerte er einmal: "Gott hat nicht verfügt, daß unsere
Regierungsform erfolgreich sein wird, und es gibt auch
keine historischen Beweise zur Untermauerung der
These, Demokratie sei die natürliche Gesellschaftsform." Er fuhr fort: "Unsere Regierungsform ist das
Produkt großartiger menschlicher Bestrebungen. Sie
wurde von unseren Vorvätern in der Erkenntnis
geschaffen, daß der Mensch gut, aber auch eine
Bestie sein kann. Es werden immer kluge Taten der
Menschen erforderlich sein, um zu verhindern, daß die
Bestie überhand nimmt."
Senator Fulbright war davon überzeugt, daß die für
den Erhalt der demokratischen Struktur erforderliche
Klugheit nur durch ein starkes System staatsbürgerlicher Erziehung erhalten werden kann. Seine Unterstützung für ein internationales Austauschprogramm
war nur eine Facette seiner Überzeugung, daß
Vorurteile und Mißtrauen überwunden und statt dessen
gegenseitiges Verständnis gefördert werden können,
wenn die Menschen einander nicht so fremd sind. Die
potentiellen Schranken zwischen den Menschen auf
der internationalen Bühne waren beängstigend, aber
er erachtete die Schranken zwischen den Menschen
innerhalb eines Landes als keine geringere Herausforderung. Als Fulbright älter, die Nation heterogener

AMERIKA DIENST 05

und weniger geeint wurde und die politische Rhetorik
an Schärfe zunahm, wuchs seine Überzeugung, daß
die Demokratie nur erhalten werden kann, wenn die
Menschen bei ihren Gesprächen eine gemeinsame
Grundlage haben - inspiriert durch eine Erziehung zu
zivilisiertem und staatsbürgerlichem Verhalten.
Obwohl Senator Fulbright immer ein engagierter
Weltbürger war, überraschte er seine Anhänger
bisweilen durch seine Kritik an der von ihm als missionarisch empfundenen Geisteshaltung Amerikas - dem
eifrigen Streben nach Lösung der weltweiten Probleme, das seines Erachtens oftmals auf Kosten der
demokratischen Gesundheit Amerikas ging.
In seinen späteren Reden und Büchern äußerte
Senator Fulbright zunehmend Kritik an der selbst
auferlegten Rolle der Vereinigten Staaten als Retter
der Welt. In seinem Buch "Wahn der Macht" (The
Arrogance of Power, 1966) schrieb er: "Eine exzessive
Beschäftigung mit auswärtigen Beziehungen ... lenkt
eine Nation von den Quellen ihrer Stärke ab - ihren
inneren Angelegenheiten." Sein Widerstand gegen
den Vietnamkrieg gründete in dieser Überzeugung.
Als internationaler Pragmatiker war er der Ansicht, daß
Amerika bei der Wahl seiner Schlachten klug vorgehen
müsse und die Vorteile des Krieges größer sein
müßten als der dadurch angerichtete Schaden. Seiner
Meinung nach war der Vietnamkrieg unnötig - nicht nur
für die Weltpolitik, sondern auch wegen seines zu
hohen Preises für die Amerikaner - sowohl in Form von
Soldaten als auch der Zerstörung des nationalen
Konsenses.
Er machte sich Sorgen, daß Amerika allzusehr wie ein
überragendes Imperium handelte - seine Regierenden
buchstäblich herumpfuschten, während die Nation
brannte. Er schrieb, "eine ehrgeizige Außenpolitik auf
einer sich verschlechternden Grundlage ist nur eine
begrenzte Zeit lang möglich.... Amerika wird irgendwann ein Desaster erleben, wenn wir nicht unser Haus
in Ordnung bringen oder, genauer gesagt, nicht die
Arbeit wiederaufnehmen, unsere Kinder zu erziehen,
die Armut zu bekämpfen, unsere Städte zu erneuern
und unsere Umwelt zu säubern." Wir brauchen uns
nicht den Isolationismus einiger extremer Kritiker des
gegenwärtigen Internationalismus zu eigen machen,
um mit Senator Fulbright darin übereinzustimmen, daß
jetzt - nach dem Ende des Kalten Krieges - eine echte
Neuüberprüfung der Prioritäten unserer Nation und
des politischen Kurses erforderlich ist, selbst wenn das
eine verringerte Betonung der Führungsrolle Amerikas
in der Welt beinhaltet.
Senator Fulbrights Überzeugung, daß Amerikas
oberste Verantwortung seine innenpolitische Gesundheit ist, war letztlich ein Spiegelbild seiner Ansicht, daß
Amerika nicht durch die Kraft seiner Waffen, sondern
durch die Kraft seines Beispiels eine Führungsrolle in
der Welt übernehmen konnte. Er schrieb: "Wenn die
Vereinigten Staaten der Welt einen Dienst zu leisten

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�haben ... ist es großenteils ein Dienst durch das von
ihnen gegebene Beispiel." Für Senator Fulbright gab
es keine einfache Trennung zwischen Innenpolitik und
internationalen Beziehungen. Die beiden waren eng
miteinander verbunden, und eine Nation, die nicht ein
friedliches, erfülltes, bewunderungswürdiges innenpolitisches Leben aufweisen konnte, hätte wenig
Hoffnung, durch ihr Beispiel Vertrauen zu erwecken.
Er zitierte gerne Edmund Burke, der geäußert hatte,
"das Beispiel ist die Schule der Menschheit, und sie
lernt durch nichts anderes".
Es war besonders wichtig für Demokratien, durch die
Kraft ihres Beispiels zu führen, denn Demokratie
basiert auf einer Reihe von Ideen zu Menschenrechten, Gleichheit und Freiheit. Seit der Unabhängigkeitserklärung - die teilweise mit "dem gebührenden
Respekt für die Meinungen der Menschheit" im
Hinterkopf verfaßt wurde - waren die Vereinigten
Staaten stets zu Recht bemüht, andere Nationen von
den herausragenden Errungenschaften des demokratischen Projekts Amerikas zu überzeugen. Diese
Erfordernis, immer auf die "Meinungen der Menschheit" zu achten, war auch Teil der Motivation des
Fulbright-Austauschprogramms.
Zu den wenigen
Kritikern des Programms zählte Senator Kenneth
McKellar aus Tennessee, der Fulbright nach der relativ
reibungslosen Verabschiedung des Gesetzes gegenüber äußerte "das ist ein sehr gefährliches Gesetzeswerk... Sie bringen unsere Jungen und Mädchen
dorthin und setzen sie Formen des ausländischen
'-ismus' aus." Senator Fulbright antwortete, durch die
Ermutigung einer Verbreitung amerikanischer Kultur
und Werte auf der ganzen Welt würde mehr für die
Förderung von Demokratie getan, als mit Waffen je
erreicht werden könnte.

Senator Fulbright wurde in den Jahren unter Senator
McCarthys Terrorregime Zeuge des Schadens, den
sogenannte Patrioten anrichten können, die eine
unreflektierte Liebe zu Amerika verlangen. Er war der
Ansicht, daß die Institutionen der Vereinigten Staaten,
ihre philosophischen Überzeugungen und Bürger
widerstandsfähig genug waren, um Fragen und
Herausforderungen von innen standhalten zu können.
Tatsächlich war er letztlich der Meinung, Amerikas
große Stärke bestehe darin, daß seine Bürger ihr Land
so sehr liebten, um es ständiger Verbesserung für
würdig zu erachten. Ihm zufolge ist es ein Zeichen der
"politischen und intellektuellen Gesundheit eines
Landes (daß Bürger ihrer Meinung Ausdruck verleihen
dürfen) mit Freiheit und Offenheit". Teil der Idee für
das Fulbright-Austauschprogramm war nicht nur, der
Welt die großartigen Errungenschaften und das
Potential Amerikas vor Augen zu führen, sondern
auch, die Amerikaner zur Erprobung alternativer
Visionen von gutem Leben in anderen Kulturen zu
ermutigen. Ich glaube nicht, daß irgendein FulbrightStipendiat von seinem Auslandsaufenthalt mit einer
Gehirnwäsche durch ausländische '-ismen" zurückkehrte - die Befürchtung von Senator McKellar.
Meines Erachtens sind fast alle Teilnahmer am
Fulbright-Programm mit einer größeren Wertschätzung
für Amerikas Stärken sowie einem Bewußtsein für
seine Mängel zurückgekehrt. Vor allem flößt ihnen die
Fulbright-Erfahrung großen Respekt für die Tatsache
ein, daß es in Amerika nicht nur ein Recht, sondern
eine Pflicht darstellt, sich nicht auf seinen Lorbeeren
auszuruhen, sondern Amerika immer wieder an seinen
eigenen hohen Maßstäben zu messen. Diese Maßstäbe, die sich das Land selbst setzte, waren auch die
Motivation für das Leben und Wirken von Senator J.
William Fulbright.

Obwohl er weiterhin großes Vertrauen in die Anziehungskraft der Demokratie setzte, wenn diese offen mit
anderen Ideologien konkurrieren darf, erachtete
Senator Fulbright das Austauschprogramm nie als
Werbekampagne für amerikanische Werte. Seiner
Meinung nach forderte das Vertrauen in die höchsten
Ideale Amerikas diejenigen, die Amerika lieben, auch
dazu auf, notfalls zum Kritiker Amerikas zu werden. Er
schrieb: "Sein Land zu kritisieren heißt, ihm einen
Dienst zu leisten und ihm Ehre zu erweisen... Kritik ist
mehr als nur ein Recht. Sie ist ein patriotischer Akt,
eine höhere Form des Patriotismus."

Nicht weit entfernt von dem Ort, an dem wir heute
zusammengekommen sind, steht eine Büste des
Senators, unter der die Worte eingraviert sind: "In der
Schönheit dieser Gärten ehren wir die Schönheit
seines Traums: Frieden unter den Nationen und freier
Austausch von Wissen und Ideen auf der ganzen
Erde." Wohl jeder von uns möchte ein solches
Vermächtnis hinterlassen, aber nur wenige verfügen
über den Elan, die Standhaftigkeit und Vision. Senator
Fulbrights Vision war tatsächlich klar und weitblickend.
Wir ehren das Andenken an ihn durch unser fortgesetztes Engagement für diese Vision.

*

Seite 4

*

AMERIKA DIENST 05

�NACHRICHTENDIENSTE
6. März 1996

Diplomatische Berichterstattung ist
wertvolle Nachrichtenquelle
Erklärung von Abteilungsleiterin Toby Gati

WASHINGTON - (AD) - Die Berichterstattung des Auswärtigen Dienstes stellt bei den meisten Bedrohungen die
kostengünstigste und risikoärmste Nachrichtenquelle dar, erklärte die Abteilungsleiterin für nachrichtendienstliche
Informationen und Forschung, Tobi Gati, am 22. Februar 1996 vor Kongreßabgeordneten.
In einer Anhörung vor dem Sonderausschuß des Senats für Nachrichtendienste äußerte Gati, diplomatische
Vermittlung und gezielte Auslandshilfe seien der naheliegendste und kostengünstigste Weg für den Umgang mit
Bedrohungen.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Abteilungsleiterin Gati in Auszügen.

Herr Vorsitzender, Herr Senator, es ist mir eine Ehre,
Ihnen die Ansichten der Abteilung für Nachrichtendienste und Forschung des Außenministeriums zu den
derzeitigen und prognostizierten weltweiten Bedrohungen unserer nationalen Interessen darlegen zu
dürfen. In seinem Bericht zur Lage der Nation definierte Präsident Clinton sieben Bedrohungen der
Sicherheit und nationalen Interessen der Vereinigten
Staaten: Terrorismus, Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen,
organisiertes
Verbrechen,
Drogenhandel, ethnisch und religiös bedingter Haß,
verbrecherische Staaten und Umweltzerstörung.
Diese sieben Bedrohungen sind unsere oberste
Priorität. Sie stellen unsere unmittelbarsten Gefahren
dar, auf die Dr. Deutch, General Hughes und ich uns
heute konzentrieren werden. Bedrohungen dieser Art
beinhalten die Aktionen feindlicher Staaten und
Gruppen oder transnationale Phänomene mit globalen
Konsequenzen (z.B. Drogenhandel und Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen). Solche
Bedrohungen werden jetzt weithin anerkannt und
ziemlich gut verstanden. Die Nachrichtendienste
leisten einen wertvollen Beitrag zu unserer nationalen
Sicherheit, indem sie diese Bedrohungen gezielt
zusammentragen und analysieren.
Es gibt eine zweite Art von Bedrohung, die oft nicht
erkannt wird - ähnlich dem Hund von Sherlock Holmes,

AMERIKA DIENST 05

der nicht bellte. Solche Bedrohungen entstehen durch
verpaßte oder ungenutzte Chancen zur Förderung
unserer nationalen Tagesordnung. Wenn wir diese
Gelegenheiten nicht erkennen oder unbegründete und
fehlgeleitete Strategien verfolgen, könnten wir existierende Gefahren vergrößern oder neue schaffen. Die
Nachrichtendienste können eine elementare Rolle bei
der Identifizierung von Möglichkeiten für diplomatische
Vermittlung übernehmen und unsere Politiker wesentlich bei ihrem Bemühen um die Lösung von Problemen
unterstützen, bevor diese amerikanische Bürger,
Soldaten oder Interessen gefahren sowie bei ihrem
Bemühen um die Aushandlung von Lösungen für
drängende Probleme. Das ist die Essenz von "Nachrichtendiensten zur Unterstützung der Diplomatie" - ein
oftmals ignorierter aber wesentlicher Bestandteil
unserer nationalen Sicherheit.
Unsere in Bosnien und Nordkorea gemachten Erfahrungen unterstreichen die Bedeutung der Nachrichtendienste bei der Unterstützung von Diplomatie und die
entstehenden Konsequenzen, wenn wir die diplomatischen Chancen nicht sofort ergreifen.
Ähnliche
Gelegenheiten für die Konfliktlösung bestehen auch
andernorts. Wesentlich ist, daß wir den Augenblick
nutzen, um Probleme auf dem Verhandlungsweg zu
lösen und dadurch verhindern, daß verpaßte Chancen zu Bedrohungen unserer Interessen werden.
Beispielsweise erwiesen sich vor kurzem die früh-

Seite 1

�zeitige Entdeckung der entstehenden Krise in der
Ägäis und rechtzeitige nachrichtendienstliche Tätigkeit
während der entscheidenden Stunden möglicher
griechisch-türkischer Zusammenstöße als unschätzbar
bei der Verhinderung eines größeren Streits unter
NATO-Mitgliedern.
Unsere Diplomaten, das Militär und die Mitarbeiter der
Nachrichtendienste spielen wesentliche, sich ergänzende und gegenseitig unterstützende Rollen bei der
Identifizierung und Analyse von Bedrohungen der
Sicherheit und nationalen Interessen der Vereinigten
Staaten sowie der Reaktion darauf. Obwohl ich davon
überzeugt bin, daß alle drei bei diesen gemeinsamen
Bestrebungen entscheidend sind, muß ich eine
Warnung aussprechen: Die in meinen Ausführungen
sowie denen von Dr. Deutch und General Hughes
umrissenen Bedrohungen werden durch Aktionen
verschärft, die unsere weltweite diplomatische Präsenz
herabwürdigen.
Einfach ausgedrückt erzwingen
Haushaltskürzungen die Schließung von Dienststellen
in Übersee, die Abschaffung buchstäblich Tausender
von Positionen im Auswärtigen Dienst, das erzwungene Ausscheiden aus dem Amt von Mitarbeitern des
Auswärtigen
Dienstes
sowie
die
Kürzung verschiedener Programme. Dadurch wurde
bereits unsere Fähigkeit zur Identifizierung, Interpretation und Verringerung der Bedrohungen beeinträchtigt, die wir heute erörtern.
Die Berichterstattung des Auswärtigen Dienstes stellt
die kostengünstigste und risikoärmste nachrichtendienstliche Quelle für die meisten Bedrohungen dar,
und diplomatische Vermittlung sowie gezielte Auslandshilfe sind der naheliegendste, kostengünstigste
Weg für den Umgang mit jeder einzelnen von ihnen.
Was wir nicht länger durch unsere diplomatische
Präsenz und Berichterstattung erreichen können, muß
mit teureren, risikoreicheren Methoden zusammengetragen werden. Weiter verschlimmert wird das
Problem durch den Verlust oder die Verringerung
diplomatischer Foren für die Informationssammlung
durch Militärattaches, Wirtschaftsbeamte und andere
Mitarbeiter der US-Regierung. Noch gefährlicher ist
die Unterminierung unserer Fähigkeit zum Abbau von
Gefahren mit diplomatischen Mitteln und die damit
einhergehende erhöhte Wahrscheinlichkeit, daß den
Bedrohungen mit einer teuren und gefährlichen
Militärintervention begegnet werden muß.
Das geschrumpfte Budget für auswärtige Angelegenheiten hat direkte und negative Auswirkungen auf
unsere nachrichtendienstlichen Fähigkeiten. Wenn die
Tätigkeit unseres Auswärtigen Dienstes eingeschränkt
wird, leiden die Nachrichtendienste darunter. Wir
verlieren entscheidende Informationen und verringern
unsere Fähigkeit, Analysten und Informanten Feedback zu geben. Ferner werden wir der Einsichten der
Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes beraubt, die in

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der Lage sind, das Verhalten von Regierungsvertretern
anderer Nationen direkt einzuschätzen, die wir davon
zu überzeugen versuchen, gemeinsam mit uns gegen
verbrecherische Staaten und böswillige transnationale
Akteure vorzugehen.
Ich würde gerne eingehender auf die letztgenannten
Bedrohungen eingehen, werde mich jetzt aber dem
Hauptschwerpunkt dieser Anhörung zuwenden. Die im
folgenden erörterten Bedrohungen sind nach geographischen und funktionalen Gesichtspunkten, jedoch
nicht notwendigerweise ihrer Rangfolge nach geordnet. Alle rechtfertigen ernsthafte Besorgnis und
konzertierte Bestrebungen zur Verringerung der
Gefährdung amerikanischer Interessen.
Die in diesem Bericht erörterte gesamte Liste von
Bedrohungen ähnelt sehr stark der 1995 in meiner
Anhörung vor diesem Ausschuß dargelegten, aber die
Natur und Intensität spezifischer Bedrohungen hat sich
- oftmals als Ergebnis amerikanischer Diplomatie geändert. Obwohl Nordkorea in bezug auf Beschaffung, Analyse und Militär weiterhin eine beträchtliche
Herausforderung darstellt, wurde durch die erfolgreiche Umsetzung des Rahmenabkommens das Nuklearprogramm Pjöngjangs eingefroren, und die Amerikaner
arbeiten jetzt am Nuklearkomplex von Jongbjong an
der Gewährleistung der Sicherheit verbrauchten
Brennmaterials. In Bosnien gipfelten die diplomatischen Bestrebungen unter Führung der Vereinigten
Staaten im Abkommen von Dayton, das dem Land
Frieden brachte, aber jetzt werden wir mit der Bedrohung von Übergriffen auf amerikanisches Personal
(einschließlich amerikanischer Truppen) durch rückständige Mudschahedin und Unversöhnliche auf allen
Seiten konfrontiert. Ferner hat die amerikanische
Diplomatie die Bedrohungen für Amerikaner und
amerikanische Interessen im Nahen Osten verändert
und in gewisser Weise verringert. Fortschritte zu
einem umfassenden Frieden untergraben die Unterstützung für die Hamas und andere Terrorgruppen und
stärken gleichzeitig die Entschlossenheit anderer, den
Friedensprozeß noch stärker zu stören.
Einige der vergangenes Jahr festgestellten Bedrohungen sind jedoch besorgniserregender geworden. In
Südasien fordern Kommentatoren aus Indien und
Pakistan ihre Regierungen öffentlich auf, ihre Nuklearprogramme zuzugeben und zu intensivieren sowie
neue Raketensysteme zu entwickeln und zu dislozieren. Chinas militärische Aufrüstung wird fortgesetzt,
und Beijing veranstaltete eine Reihe bedrohlicher
militärischer Übungen, um Taiwan einzuschüchtern.
Sowohl in Südasien als auch in der Frage der Formosastraße könnte sich die Rolle der Diplomatie als
entscheidend für eine friedliche Lösung erweisen, aber
beides erfordert sorgfältige Überwachung durch die
Nachrichtendienste.

AMERIKA DIENST 05

�Rußland
Die Präsidentschaftswahlen im Juni werden ein
zukunftsweisendes politisches Ereignis für Rußland
sein. Offene und faire Wahlen markieren einen
wichtigen Schritt in der russischen Evolution zur
Rechtsstaatlichkeit. Aber die Umgestaltung Rußlands
in eine offenere Gesellschaft ist nicht gesichert. Die
Entwicklung Rußlands seit 1991 ist von Schwierigkeiten gekennzeichnet. Diese resultieren teilweise aus
der enormen Größe der Aufgabe, aber auch selbst
zugefügte Wunden, beispielsweise die Militärintervention in Tschetschenien, und das Erbe der sowjetischen
Vergangenheit spielen eine Rolle.
In den letzten fünf Jahren ist viel erreicht worden. Es
wurden Schritte unternommen, um die Wirtschaft zu
entmilitarisieren und größeres Gewicht auf Marktwirtschaft zu legen. Eine freie Presse, offene Debatten
und politischer Pluralismus wurden eingeführt.
Rußland erklärte, es akzeptiere die Unabhängigkeit
der anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion willkommene Worte, die in der Praxis ihren Niederschlag finden müssen - und es schuf kooperative
Beziehungen zu westlichen Staaten und Institutionen.
Rußland erfüllte termingerecht die im START I-Vertrag
vereinbarten Atomwaffen- und Raketenreduzierungen.
Bei der Nichtverbreitung stimmen wir vielleicht nicht
jeder russischen Unternehmung zu - beispielsweise
dem Verkauf von Atomreaktoren an den Iran - geben
Rußland aber generell gute Noten für seine Förderung
internationaler Nichtverbreitungsnormen und ihre
Befolgung.
Das gute Abschneiden der kommunistischen und
nationalistischen Kandidaten bei den Wahlen zur
Duma im Dezember 1995 demonstriert die Unzufriedenheit des Volkes mit der Kehrseite der Reformen - dem Anstieg wirtschaftlicher und politischer
Unsicherheit, Kriminalität, wirtschaftlichen Ungleichgewichten und Korruption. Viele sehnen sich nach der
alten Sowjetunion zurück: Sie erinnern die Unbeweglichkeit und Stagnation des kommunistischen
Systems als Stabilität und Sicherheit. Das gilt insbesondere für die gesellschaftlichen Gruppen, die in
den letzten fünf Jahren am meisten gelitten haben,
sowie für die Russen, die sich über die abnehmende
Rolle Rußlands in der Welt ärgern. Ein Sieg der
überzeugten Reformgegner bei den Wahlen im Juni
wäre ein Rückschlag für Rußland. Er könnte die
Integration Rußlands in die Weltwirtschaft behindern,
die Möglichkeiten der Vereinigten Staaten zur Zusammenarbeit mit Rußland einschränken und die
Chancen für die westliche Wirtschaft vermindern,
einen Beitrag zum Wiederaufbau der russischen
Wirtschaft zu leisten. Umgekehrt wären im Falle der
Wahl eines reformorientierteren Präsidenten im Juni
die Chancen für ein stabileres, demokratischeres und
stärker nach außen gerichtetes Rußland größer.

AMERIKA DIENST 05

Ungeachtet des Wahlausgangs befinden wir uns in
einer Zeit zunehmender nationalistischer Rhetorik, die
mit ausdrücklichen Forderungen nach einer Stärkung
des russischen Staates und der Rolle Rußlands im
Ausland einhergeht, insbesondere in den neuen
unabhängigen Staaten. Kurzfristig sollten wir keine
dramatischen Veränderungen in der russischen
Außenpolitik erwarten. Der neue Außenminister,
Jewgenj Primakow, kennt die Welt und weiß, daß
Rußlands weltweiter Einfluß eher durch Engagement
als durch Isolation vergrößert wird. Rußland ist
weitaus weniger in der Lage, Macht über seine
Grenzen hinaus zu projizieren und westlichen Interessen in Drittländern den Kampf anzusagen als früher
die Sowjetunion. Ebenso wichtig ist, daß die innenpolitischen Kontrollmechanismen, die den wirtschaftlichen Wohlstand des Landes für politische und militärische Zwecke einsetzten, untergraben sind,
regionale Politiker zu neuer Macht gelangten und die
neuen unabhängigen Staaten sowie die einstmals von
der Sowjetunion kontrollierten zentraleuropäischen
Nationen zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit entschlossen sind.
Gleichzeitig förderte der Krieg in Tschetschenien
ernsthafte Probleme innerhalb des russischen Militärs
zutage und löste brutale Militäroperationen aus, die die
Menschenrechte verletzten, die Opposition in Rußland
aktiv werden ließen, aber gleichzeitig nicht den
tschetschenischen Widerstand brechen konnten.
Während die andere Teile des Nordkaukasus einbeziehenden Vorfälle den Kreis der Zerstörung
vergrößern, steigen die Gefahren für Moskaus Autorität.
Der Balkan und Europa
Friede und Stabilität im ehemaligen Jugoslawien sind
nur möglich, wenn die Vereinigten Staaten und andere
beteiligte Streitkräfte, Diplomaten und humanitäre
sowie zivile Wiederaufbauorganisationen auf den
Leistungen der amerikanischen Diplomatie im DaytonAbkommen aufbauen. Die Gefahr feindlicher Aktionen
bleibt groß, sowohl zwischen den Parteien als auch auf
Seiten terroristischer Elemente aus dem Ausland. Die
Sicherung des Friedens wird schwierig und seine
Aussichten bleiben zweifelhaft, wenn die Truppenentflechtung und vertrauensbildende Maßnahmen nicht
von Erfolg bei den weitaus schwierigeren Aufgaben
wirtschaftlichen Wiederaufbaus und gesellschaftlicher
Versöhnung begleitet werden.
Diese Aufgaben
erfordern nicht ein oder zwei, sondern viele Jahre.
Das Ausmaß des erforderlichen Wiederaufbaus ist
erschreckend. Der Krieg in Bosnien hat die größten
Flüchtlingsströme seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht. Die Infrastruktur und Wohnungen bedürfen
umfassender Reparaturen.
Die kriegführenden
Parteien müssen entwaffnet, Wahlen abgehalten und
die öffentliche Sicherheit wiederhergestellt werden.

Seite 3

�Radikale Extremisten inner- und außerhalb Bosniens
werden versuchen, diesen Friedensprozeß zu vereiteln. Angeklagte Kriegsverbrecher könnten die
Verfolgung durch das internationale Kriegsverbrechertribunal zu umgehen versuchen, indem sie Zwietracht
säen und alte Animositäten schüren. Es ist unerläßlich, daß amerikanische Diplomaten ebenso wie die
Truppen der Vereinigten Staaten und der Alliierten die
uneingeschränkte Unterstützung der Nachrichtendienste erhalten.
Die Aussöhnung in Kroatien hat mit dem Abkommen
über die friedliche Integration des von den Serben
besetzten Ostslawonien unter der Leitung einer
Übergangsbehörde der Vereinten Nationen große
Fortschritte gemacht. Aber auch hier besteht die reale
Gefahr, daß Extremisten und Kriminelle die Entmilitarisierung, die Rückkehr der Vertriebenen und den
Schutz der lokalen Minderheiten - ohne die Ruhe und
soziale Gerechtigkeit nicht gewährleistet sind - zu
blockieren versuchen. Wenn der Frieden in Bosnien
und Kroatien nicht hält, besteht die ernsthafte Gefahr,
daß der Konflikt sich aufgrund aufflammender latenter
Meinungsverschiedenheiten in und zwischen den
anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawien
ausbreitet.
In ganz Ostzentraleuropa kämpfen aufstrebende
Demokratien um die Konsolidierung der Reformen, die
Bewahrung der Dynamik der demokratischen Evolution und die Unterstellung der Streitkräfte und Sicherheitsdienste unter zivile Kontrolle. Die Stabilität in
dieser Region ist noch nicht sichergestellt. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, der
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa (OSZE) und einer Reihe anderer fähiger
Partner drängen die Vereinigten Staaten weiterhin auf
Maßnahmen, mit denen diese Nationen gestärkt und in
westlichen Institutionen und Mustern der Zusammenarbeit verankert werden.
Der Nahe Osten und Nordafrika
Das Ziel der amerikanischen Politik im Nahen Osten ist
eine stabile, friedliche, wirtschaftlich prosperierende
und politisch offene Region, in der Israel vollständig
akzeptiert und sicher ist, die Öllieferungen garantiert
sind und der Drang zur Beschaffung weiterer todbringender Waffen in konstruktive Unternehmungen
umgeleitet wird. Der Abschluß des Nahost-Friedensprozesses ist der Schlüssel zur Erlangung dieser Ziele.
Despotische Regime, die zögerliche Einführung von
Wirtschaftsreformen, religiöser Extremismus und hohe
Geburtenraten gefährden noch immer die politische
und wirtschaftliche Stabilität. Nach wie vor bedrohen
Iran, Irak und Libyen ihre Nachbarländer. Unter
Saddam Hussein unternahm der Irak zwei katastrophale Militärinterventionen und verfolgte ein aktives

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Programm zum Bau nuklearer, chemischer und
biologischer Waffen. Seit mehreren Jahren behindert
Bagdad die Arbeit der UN-Kommission, die mit der
Zerstörung der Fähigkeiten des Landes zum Bau
solcher Waffen beauftragt ist. Nachrichtendienstliche
Erkenntnisse der Vereinigten Staaten waren der
UNSCOM bei der Ausübung ihrer Überwachungs- und
Verifizierungsaktivitäten von Massenvernichtungswaffen im Irak behilflich. Irak und Iran bedrohen
weiterhin zwei elementare Interessen der Vereinigten
Staaten: Die regionale Stabilität und den freien Fluß
von Energieressourcen am Golf.
Iran, Irak, Libyen, Syrien und Sudan gewähren noch
immer Terroristen Zuflucht. Mit Ausnahme des Sudan
erarbeiten oder planen sie Programme zur Beschaffung von Massenvernichtungswaffen und Raketentechnologie.
Diese Maßnahmen sind besonders
gefährlich und beunruhigend, wenn sie von autoritären
Regimen mit einem erwiesenen Interesse an regionaler Destabilisierung verfolgt werden. Syrien, das
ebenfalls auf der Liste der Terrorismus fördernden
Staaten steht und chemische Waffen sowie moderne
Raketentechnologie zu beschaffen versucht, verhandelt auch aktiv mit Israel über ein Friedensabkommen.
Die Erlangung eines Abkommens hätte offenkundige
Auswirkungen auf das Verhalten Syriens in diesen
Bereichen.
Terrorismus
Der internationale Terrorismus stellt eine der alarmierendsten Bedrohungen der Sicherheit amerikanischer
Regierungsbediensteter, Zivilisten und anderer
Interessen wie den Nahost-Friedensprozeß dar. Im
Jahr 1995 töteten Terroristen zwei amerikanische
Regierungsvertreter bei einer Schießerei in Karatschi
und weitere fünf bei einem Bombenanschlag in Riad.
Effektive Terrorismusbekämpfungsoperationen verhinderten eine sehr viel höhere Zahl von Verletzten, da
die Versuche von Terroristen, die den für den Anschlag auf das World Trade Center Verantwortlichen
nahestanden, vereitelt wurden, mehrere amerikanische Zivilluftfahrtgesellschaften in Ostasien zu
bombardieren. Unsere Ressourcen für die Sicherheit
werden in der Tat durch die vielen Bedrohungen
unserer Diplomaten und Einrichtungen im Ausland aufs
äußerste strapaziert.
Auf der ganzen Welt sind Amerikaner das Ziel von
Geiselnehmern. Terroristen in Kolumbien und Kaschmir nehmen Amerikaner zur Erpressung von Lösegeld
und/oder als politisches Druckmittel gefangen, und in
mehreren Ländern sind Amerikaner das Ziel von
Terroristen. Der Anschlag auf das World Trade Center
ist eine konstante Erinnerung, daß die Amerikaner in
ihrem eigenen Land weiterhin ungeschützt gegen
ausländische Terroristen sind, die Schlagzeilen
machen und massenhaft Verletzte bewirken wollen.

AMERIKA DIENST 05

�Trotz der Verbreitung neuer, nicht staatlich geförderter
Terrorgruppen stellt staatlich geförderter Terrorismus
eine besondere Herausforderung dar. Angeführt wird
die Liste vom Iran, der Geld, Ausbildung und Waffen
für säkulare und islamische Radikale bereitstellt, die
Gewalt zur Unterminierung unserer Bestrebungen
einer Erleichterung des Friedens zwischen Arabern
und Israelis einsetzen. Im Sudan halten sich viele
Terrorgruppen auf, darunter die ägyptische islamische
Gama'at, die Ägypten mit der Verschwörung zur
Ermordung von Präsident Mubarak in Äthiopien im Juni
vergangenen Jahres zu destabilisieren versuchte.
Neuere terroristische Bedrohungen gehen von dem
Chaos in Afghanistan aus, wo nach dem Ende des
Krieges "Absolventen" die Ausbildungslager verlassen,
die auf die Bekämpfung konservativer Regime brennen. Der ethnische Konflikt in Rußland weitete sich
vor kurzem auf die internationale Arena aus, als
tschetschenische Separatisten ein türkisches Schiff im
Schwarzen Meer entführten. Die Friedenssicherung in
Bosnien wird durch potentielle terroristische Bedrohungen lokaler und ausländischer Elemente
gefährdet.
Drogenhandel und internationales Verbrechen
Große Organisationen, die Drogen produzieren und
schmuggeln, überschwemmen die Vereinigten Staaten
nach wie vor mit illegalen Suchtmitteln und machen
unsere Bestrebungen zur Reduzierung der Nachfrage
zunichte. Häufig beuten sie die Anfälligkeit der
weniger begünstigten Teile unserer Gesellschaft aus
und verschärfen bestehende soziale Defizite. Unser
Interesse an der Stärkung des Trends zu Demokratisierung in unserer eigenen Hemisphäre, das im
vergangenen Jahrzehnt so deutlich ausgeprägt war,
wird durch die Drogenhändler unterminiert.
Die
Tatsache, daß viele Drogenbarone straffrei ausgehen,
höhlt das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung
aus.
Ein Großteil des öffentlichen Augenmerks konzentriert
sich auf Lateinamerika, aber Heroin, das vorwiegend
aus dem südostasiatischen Goldenen Dreieck zwischen Thailand, Burma und Laos kommt, drängt
weiterhin auf den amerikanischen Markt. Fortschritte
bei der Bekämpfung des Drogenhandels waren
mühsam; ohne die Mitarbeit der Herstellerländer
können sie überhaupt nicht erzielt werden. Diese
Mitarbeit zu gewinnen, ist Aufgabe der Diplomatie mit
Unterstützung effektiver Programme für Länder, die
sich der Zusammenarbeit mit uns verpflichtet haben.
Internationales organisiertes Verbrechen kennt keine
Grenzen. Es bedroht den Betrieb amerikanischer
Unternehmen, stört den Übergang zu Demokratie und
Marktwirtschaften und beeinträchtigt die Verteilung und
Effektivität amerikanischer Hilfe. Unser Interesse an
Stabilität und Demokratie in den ehemals sowjetischen

AMERIKA DIENST 05

Republiken und Zentraleuropa wird von kriminellen
Gruppen bedroht, die Vorteile aus der Privatisierung
ziehen, Regierungsvertreter korrumpieren und illegal
erworbenen Reichtum sowie Einschüchterung nutzen,
um die Kontrolle über Banken und Unternehmen zu
erlangen. In dem Maße, in dem das russische organisierte Verbrechen an Stärke gewonnen hat, wurden
Bündnisse mit gut etablierten Kriminellen in Europa,
Südamerika und Asien geschlossen.
Weiterverbreitung
Die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen stellt
eine ernsthafte und zunehmende Bedrohung der
nationalen Interessen der Vereinigten Staaten im Inund Ausland dar - und dies wahrscheinlich noch auf
Jahre hinaus. Die Vereinigten Staaten haben die
Eindämmung der Weiterverbreitung zur obersten
Priorität und zum Schlüsselelement ihrer diplomatischen Konsultationen und militärischen Vorbereitungen weltweit gemacht.
Die Vereinigten Staaten
werden die internationalen Bestrebungen zur Aushandlung eines Vertrags über ein umfassendes
Atomtestverbot (Comprehensive Test Ban Treaty CTBT) anführen, den der Präsident im Verlauf dieses
Jahres unterzeichnen möchte. Der CTBT wird zusammen mit der unbegrenzten Verlängerung des
Nichtverbreitungsvertrags (NW) und einem künftigen
Vertrag über die weltweite Einstellung der Produktion
von spaltbarem Material das globale Nichtverbreitungsregime beträchtlich stärken.
Zusätzlich zu diesen multilateralen Bestrebungen
werden sich die Vereinigten Staaten nach wie vor auf
wichtige regionale Brennpunkte konzentrieren, wo die
Weiterverbreitung am wahrscheinlichsten stattfindet
oder zunimmt. Zu diesen Regionen zählen der
Persische Golf, die koreanische Halbinsel und Südasien. Die Vereinigten Staaten werden darauf hinarbeiten, daß spaltbares Material nicht aus der ehemaligen Sowjetunion in die Hände entschlossener
Lieferanten oder Terroristen gelangt.
Am wichtigsten beim globalen Kampf zur Eindämmung
der Verbreitung von Nuklearwaffen sind die Bestrebungen zum Aufspüren und Sicherstellen spaltbaren
Materials in Rußland und den ehemaligen sowjetischen Republiken. Wir erachten dies als ein äußerst
ernsthaftes Problem, obwohl die Anzahl der Vorfälle
von Schmuggel mit spaltbarem Material aus der
früheren Sowjetunion im vergangenen Jahr verglichen
mit den 1994 berichteten Fällen drastisch abgenommen hat. Wir benötigen kontinuierliche internationale
Wachsamkeit seitens der diplomatischen, nachrichtendienstlichen und Strafverfolgungseinrichtungen zur
Bekämpfung des Schmuggels. Ein genaues Verständnis des uns konfrontierenden Problems wird zur
Erarbeitung einer diplomatischen Strategie für den
Nukleargipfel in Moskau im April beitragen.

Seite 5

�Schlußbemerkung
Die Bedrohung der Amerikaner und amerikanischer
Interessen hat sich im vergangenen Jahrzehnt drastisch verändert. Die Gefahr eines absichtlichen - oder
zufälligen - Atomschlags hat sich stark verringert, aber
das Risiko eines Schadens durch einen Terrorakt oder
ein mit Drogen in Verbindung stehendes Verbrechen
hat sich erhöht. Mit dem Ende des Kalten Krieges, der
Ablösung autoritärer Regime durch aufstrebende
Demokratien sowie der zunehmenden Akzeptanz
offener Märkte und geteilter Verantwortung für Bedrohungen des globalen Ökosystems sollten wir uns
sicherer fühlen als es die meisten von uns tun.
Unser Kopf mag uns sagen, wir seien sicherer, aber
unser Instinkt - und Nachrichten - argumentieren
anders. Kopf und Instinkt haben beide recht. Die
Bedrohung des Überlebens der Vereinigten Staaten
hat sich enorm verringert, aber Bedrohungen unseres
Wohlergehens bestehen weiter und können sogar
zunehmen.

Die hier und in anderen Einlassungen für diese
Anhörung gegebene Übersicht über die wichtigsten
und am leichtesten zu identifizierenden Bedrohungen
unserer Sicherheit sind ein nützlicher Leitfaden für die
Herausforderungen, mit denen sich amerikanische
Politiker, Diplomaten, Militärplaner und Angehörige der
Nachrichtendienste konfrontiert sehen.
Unsere
Mitbürger haben jedoch andere Ängste und fühlen sich
durch die Gefahren bedroht, die weniger leicht zu
definieren oder zu quantifizieren sind. Die Nachrichtendienste leisten gute Arbeit bei der Beschaffung
und Interpretation von Informationen über die oben
erörterten "großen" Bedrohungen. Bei all diesen
Themen - und insbesondere bei transnationalen und
globalen Problemen beschneiden wir unsere
nachrichtendienstlichen Fähigkeiten, setzen unsere
Soldaten einem Risiko aus und schwächen unsere
nationale Sicherheit, wenn wir die diplomatische
Unterstützung oder Auslands- und Entwicklungshilfe
kürzen.

* * * * *

Seite 6

AMERIKA DIENST 05

�WAHLEN

'9 6
6. März 1996

Die Vorwahl von New Hampshire
Ein Überblick

WASHINGTON - (AD) - Pat Buchanans knapper Sieg
in New Hampshire machte weltweit große Schlagzeilen, weil hier die ersten Vorwahlen der Vereinigten
Staaten stattfanden und sie daher die Aufmerksamkeit
der Medien auf sich zogen.
Aber Buchanans Sieg in dem "Granitstaat" muß im
Kontext gesehen werden. New Hampshire ist ein
kleiner Bundesstaat und infolgedessen entfallen auf
ihn relativ wenige -16 - Delegierte, die zum nationalen
Konvent der Republikaner entsandt werden. Verglichen damit hat Arizona, das die Vorwahlen am 27.
Februar abhielt, beispielsweise 39 Delegierte und
New York, wo die Vorwahlen am 7. März stattfinden,
sogar 102.
Darüber hinaus werden die Delegierten aus New
Hampshire entsprechend der abgegebenen Stimmen
proportional verteilt im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten - zum Beispiel Delaware und Arizona - wo der
Wahlsieger alle Stimmen erhält ("winner-take-all"). So
konnte Buchanan die Mehrheit der Delegiertensitze in
New Hampshire auf sich vereinigen, aber bei weitem
nicht alle.
Wie die Washington Times ausführte, siegte Buchanan mit 28 Prozent der Stimmen knapper als bei seiner
Kandidatur im Jahr 1992. Damals konnte er in einem
Zweimannrennen mit Präsident Bush 37 Prozent der
Stimmen auf sich vereinigen. Die konservative Zeitung
schrieb jedoch auch, es sei "nicht besonders implausibel", daß die Stimmen für ihn aus echter Zustimmung für ihn abgegeben worden waren statt als
reine Proteststimmen.
New Hampshire hat in der amerikanischen Politik über
die Jahre hinweg einen gewissen Mythos erlangt, nicht
nur, weil dort die ersten Vorwahlen abgehalten werden, sondern auch, weil der Bundesstaat als starker
Indikator dafür gilt, wer schließlich von der Partei
nominiert wird.

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Auf republikanischer Seite wurde beispielsweise seit
1952 jeder Sieger von New Hampshire nominiert
(obwohl er nicht zwangsläufig die allgemeine Wahl
gewann), mit Ausnahme von Henry Cabot Lodge, dem
amerikanischen Botschafter in Vietnam, der 1964 bei
den Vorwahlen den Sieg davontrug, obwohl er nicht
auf der Kandidatenliste stand, dann aber gegen
Senator Barry Goldwater aus Arizona verlor. Goldwater wurde zwar nominiert, verlor die allgemeine Wahl
aber in einem Erdrutschsieg für Präsident Lyndon
Johnson. Die Präsidenten Eisenhower, Nixon, Ford,
Reagan und Bush hatten alle die Vorwahl von New
Hampshire gewonnen, bevor sie von der Partei
nominiert wurden. Bush verlor jedoch 1992 die
allgemeinen Wahlen.
Bei den Demokraten ist der Mythos weniger offensichtlich. Estes Kefauver war 1952 und 1956 Sieger der
Vorwahl von New Hampshire, aber jedes Mal wurde
Adlai Stevenson nominiert. Stevenson jedoch unterlag
bei beiden allgemeinen Wahlen dem Republikaner
Dwight Eisenhower. 1968 gewann zwar der amtierende Präsident Johnson die Vorwahl von New Hampshire, aber der Anti-Vietnamkriegskandidat Eugene
McCarthy erhielt 42 Prozent der Stimmen, weshalb ihn
die Presse als psychologischen Sieger der Vorwahl
bezeichnete. Johnson zog später seine Kandidatur
zurück, aber McCarthy wurde nicht nominiert. Die
Nominierung ging an Vizepräsident Hubert Humphrey,
der an gar keiner Vorwahl teilgenommen hatte.
1972 schnitt Edmund Muskie schlechter ab, als viele
vermutet hatten. Obwohl er die Vorwahl von New
Hampshire gewann, wurde letztlich George McGovern
nominiert. Gary Hart war 1984 der Sieger von New
Hampshire, nominiert wurde jedoch Walter Mondale.
1992 unterlag Bill Clinton zwar Paul Tsongas, wurde
aber dennoch nominiert. Clinton ist der einzige, der
die Vorwahl von New Hampshire verlor, aber die
Präsidentschaftswahlen gewann.

Seite 1

�Die Vergangenheit ist natürlich keine sichere Richtschnur für die Zukunft. 1952, als die Vorwahl von New
Hampshire erstmals für die amerikanische Politik
Bedeutung erlangte, wurden noch in wenigen Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten. Selbst wenn ein
Kandidat alle Vorwahlen gewann, gab es noch viele
Machenschaften, sowohl hinter den Kulissen als auch
im Nationalkonvent der Partei, bevor die Nominierung
sicher war.
1996 ist die Vorwahl in New Hampshire nur eine von
41. In diesem Jahr wandte sich die Aufmerksamkeit

schnell den anderen Bundesstaaten zu, die das Datum
ihrer Vorwahl gegenüber 1992 vorgezogen hatten.
Vorwahlen fanden bereits am 24. Februar in Delaware
(die ersten überhaupt), sowie am 27. Februar in
Arizona, North Dakota und South Dakota statt. Dieses
Jahr werden 23 Bundesstaaten ihre Vorwahlen bis
Ende März abhalten und nahezu 80 Prozent der
Delegierten wählen, wodurch Absprachen und Verhandlungen über das Abtreten von Stimmen zwischen
den Kandidaten während des Parteikonvents unwahrscheinlich werden.

* * * * *

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AMERIKA DIENST 05

�WAHLEN

'9 6
6. März 1996

Empfehlungen für die Gestaltung der Fernsehdebatten
im Präsidentschaftswahlkampf
von Debra Gersh Hernandez

(AD) - Die Kommission für die Fernsehdebatten der Präsidentschaftskandidaten gab drei Empfehlungen für die
Gestaltung dieser Debatten im Wahlkampf 1996 ab und stellte Kriterien für die Zulassung von Kandidaten auf.
Der nachfolgende Artikel befaßt sich mit diesen Empfehlungen und stellt fest, daß die Kriterien für die
Moderatoren Fernsehjournalisten den Vorzug gegenüber Zeitungsjournalisten geben.
Debra Gersh Hernandez ist Redakteurin bei Editor &amp; Publisher in Washington.
Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Editor &amp; Publisher, 18. November 1995.
Copyright © 1995 Editor &amp; Publisher, Inc.

Der Kommission für die Fernsehdebatten der Präsidentschaftskandidaten zufolge sollen drei jeweils
90minütige Debatten der Präsidentschaftskandidaten
sowie eine der Vizepräsidentschaftskandidaten an
jedem Mittwoch zwischem dem 25. September und
dem 16. Oktober 1996 abgehalten werden. Die
Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten soll am 9.
Oktober stattfinden.
Von den drei Fernsehdebatten der Präsidentschaftskandidaten, in denen innen- und außenpolitische
Themen zur Sprache kommen, wird eine mit den
Kandidaten hinter traditionellen Rednerpulten stattfinden, die zweite in der Atmosphäre einer Bürgerversammlung, was 1992 bei den Wählern sehr beliebt
war, die dritte sowie die der Vizepräsidentschaftskandidaten in einem informelleren Umfeld, wobei Kandidaten und Fernsehmoderator sitzen.
An jeder Debatte wird nur ein Diskussionsleiter
teilnehmen und nicht das traditionelle Podium von
Fragestellern.
Dem Kovorsitzenden der Kommission, Frank J.
Fahrenkopf, zufolge, werden die Moderatoren von
ABC, CBS und NBC wahrscheinlich nicht für diese
Aufgabe ausgewählt, da die Kommission jemanden
vorziehen würde, der nicht mit den Kandidaten kon-

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kurriert. Eine "nicht bedrohliche und nicht egozentrische" Persönlichkeit wäre "der Verkehrspolizist, der
unseres Erachtens erforderlich ist".
"Diese Moderatoren umgibt die Aura eines Stars", so
der Kovorsitzende Paul G. Kirk. "Das ist unserer
Ansicht nach nicht notwendig. Die Menschen erwarten
von den Debatten der Kandidaten Informationen.
Diese Berühmtheit der Moderatoren könnte störend
sein."
Ausgewählte Gruppen aus der ganzen Nation, die im
Anschluß an die Debatten von 1992 befragt wurden,
wiesen darauf hin, daß die Form eines Podiums nicht
immer Zusatzfragen zuließ, erklärte Fahrenkopf.
Mit nur einem Fernsehmoderator sei die Diskussion oft
flüssiger und die Teilnehmer könnten "natürliche
Zusatzfragen" stellen, erklärte er bei einer Pressekonferenz in Washington im Zusammenhang mit der
Bekanntgabe der Debattenempfehlungen.
Kirk erläuterte, ein Bewerber für den Posten des
Diskussionsleiters brauchte Erfahrung mit politischen
und gegenwärtigen Entwicklungen, müßte mit Kamera
und Kopfhörer umgehen können und ein "gewisses
Talent und berufliche Fähigkeiten" fürs Fernsehen
besitzen.

Seite 1

�Das schließe nicht unbedingt die Journalisten der
Printmedien aus, so Fahrenkopf, da es auch unter
ihnen einige mit Fernseherfahrung gäbe. Dennoch
würden die Moderatoren erst gegen Ende des Verfahrens, möglicherweise sogar erst zwischen den Debatten ernannt, äußerte Kirk.

um zu haben, politische Unterstützung in einer Mehrheit von Wahlbezirken in diesen Bundesstaaten,
entsprechende Geldmittel oder andere Möglichkeiten
zur Finanzierung des Wahlkampfes sowie Förderung
durch Amtsinhaber auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene.

Ein 'alter Hase' des Fernsehens, Robert Asman,
wurde zum ausführenden Produktionsleiter der
Debatten bestimmt.

Um Medienberichterstattung und Konkurrenzfähigkeit
zu prüfen, holt die Kommission die Meinung von Chefs
der Washingtoner Nachrichtenzentralen, professionellen Wahlkampfmanagern, Meinungsforschern und auf
Wahlen spezialisierten Politologen ein. Zusätzlich wird
die Kommission Vergleiche hinsichtlich des Umfangs
der Berichterstattung in Zeitungen und im Fernsehen
zwischen diesen Kandidaten und denen der großen
Parteien anstellen und die veröffentlichte Meinung
politischer Kommentatoren berücksichtigen.

Von den ursprünglich vorgeschlagenen 40 Veranstaltungsorten wurden 10 - alle auf Campusgeländen - in die engere Wahl gezogen, von denen Ende
Januar oder Anfang Februar vier ausgewählt werden.
Die Kommission veröffentlichte auch ihre Kriterien für
die Teilnahme von Kandidaten an den Debatten. Die
Kandidaten der Demokraten und Republikaner sind
automatisch inbegriffen. Die Kriterien der Kommission
für die Parteilosen zielen den Richtlinien zufolge darauf
ab, nicht den beiden großen Parteien angehörige
Kandidaten zu identifizieren, die eine realistische
Chance haben, gewählt zu werden.
Die Kandidaten müssen landesweit politische Unterstützung genießen, für die nationalen Nachrichten von
Interesse und konkurrenzfähig sein und nationale
öffentliche Begeisterung oder Interesse aufweisen.
Zu den Indikatoren für die Unterstützung durch
politische Anhänger im ganzen Land zählen: Erfüllung
der verfassungsmäßigen Vorraussetzungen für die
Wahl zum Präsidenten, Erscheinen auf dem Stimmzettel in genügend Bundesstaaten, um eine realistische Chance für eine Mehrheit im Wahlmännerkollegi-

Um schließlich die nationale öffentliche Begeisterung
oder das Interesse feststellen zu können, wird die
Kommission die Ergebnisse von Umfragen nationaler
Meinungsforschungs- und Nachrichtenverbände sowie
die Teilnahme an Zusammenkünften und Versammlungen im ganzen Land prüfen und mit denen der
Kandidaten beider großen Parteien vergleichen.
Informationen über die Debatten - sowohl aktuelle als
auch historische Daten - können auf der Home Page
der Kommission im Internet unter folgender Adresse
abgerufen werden: http://park.org/fair/Events/Debates.
Die Kommission plant auch ein Projekt zur Wählererziehung unter dem Namen "Debate, Watch '96", das
Menschen zusammenbringen soll, um den Debatten
zuzusehen und sie in Schulen, Bibliotheken, Hörsälen

und anderen Foren zu erörtern.

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 05

�WAHRUNG

6. März 1996

DIE NEUEN 100-DOLLAR-NOTEN
Aufklärungskampagne des US-Finanzministeriums

Washington - (AD) - Die amerikanische Regierung
informiert zur Zeit mit einer internationalen Aufklärungskampagne über die neuen 100-Dollar-Noten, die
im ersten Quartal 1996 weltweit in Umlauf kommen
sollen. Die neuen Geldscheine weisen modernste
Sicherheitsmerkmale auf, die aufgrund des technischen Fortschritts in der Drucktechnologie notwendig
wurden.
Für die großangelegte Aufklärungskampagne wurden
Broschüren, Poster, Videos, Kurzinfos und gezielte
Werbeanzeigen produziert, mit denen Millionen
Menschen in aller Welt, die den US-Dollar als Zahlungsmittel benutzen, informiert werden. Das USFinanzministerium hat detailliertes Informationsmaterial
an über 200 diplomatische Vertretungen in aller Welt
verschickt, deren Repräsentanten sich bereits mit
Vertretern von Regierungen, Finanzinstituten und der
Industrie zusammengesetzt haben, um sie über die
bevorstehende Einführung der neuen Währung zu
unterrrichten. Millionen von Informationsschriften in 20
Sprachen wurden aufgelegt.
Botschaften veranlaßten die Übersetzung des Informationsmaterials in weitere Sprachen, wie z.B. Lettisch,
Ägyptisch und Tagalog. Um allen Benutzern der
amerikanischen Währung einen möglichst raschen
Zugang zu Informationen zu gewähren, hat das
Finanzministerium sechs Global Information Centers
eingerichtet, die neben der Aufklärung der Öffentlichkeit auch die gezielte regionale Informationsverbreitung koordinieren.
"Nachdem zwei Drittel der amerikanischen Banknoten
im Ausland in Umlauf sind, ist es unsere Verantwortung, alle diejenigen über die bevorstehende
Veränderung aufzuklären, die ihr Vertrauen in unsere
Währung setzen", sagte der Staatssekretär des USFinanzministeriums, John D. Hawke.
Die dem Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten
angehörenden 12 Bundesbanken und ihre 24 Filialen

AMERIKA DIENST 05

sind für die Unterrichtung der Finanzinstitute über die
neue Währung in ihren jeweiligen Regionen zuständig.
Im November 1995 leiteten sie ein umfassendes
Programm mit Schulungsseminaren für Geldinstitute in
die Wege und fungieren gleichzeitig als regionale
Auskunftsstelle für die Öffentlichkeit und alle, die im
Finanzwesen tätig sind.
Das Bureau of Engraving and Printing des US-Finanzministeriums legt seit September 1995 einen Vorrat an
neuen 100-Dollar-Noten an. Bisher wurden 600
Millionen Banknoten gedruckt. Nach dem Versand der
Banknoten an die Bundesbanken in allen Teilen der
Vereinigten Staaten sollen die sicheren Geldscheine
der 1996er Serie weltweit in Umlauf kommen, während
die alten Banknoten allmählich von der Zentralbank
ausgetauscht werden.
Neben den neuen 100-Dollar-Noten bleiben die alten
Geldscheine weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel.
Die US-Regierung plant keine Abwertung der alten
oder neuen Währung. Regierungsvertreter raten
jedoch allgemein dazu, beim Umtausch von DollarNoten im Ausland darauf zu achten, daß der Umtausch
bei seriösen Devisenhändlern erfolgt, die für faire
Gebühren bekannt sind.
"Besitzern von US-Banknoten in aller Welt können wir
versichern, daß die US-Regierung nicht vorhat, die
alten Scheine aus dem Verkehr zu ziehen", sagte der
Vorsitzende des Zentralbankrates Alan Greenspan.
"Wenn alte Noten von den Finanzinstituten bei der
Zentralbank eintreffen, werden sie einfach gegen neue
ausgetauscht. Der alte und der neue Schein werden
zum vollen Nennwert honoriert".
Während die neue Währung gedruckt wird, informiert
die Aufklärungskampagne die Öffentlichkeit weltweit
über das neue Design der 100-Dollar-Noten, das dazu
beitragen soll, die Sicherheit der amerikanischen
Banknoten im Zeitalter der High-Tech-Drucktechnologie mit hochleistungsfähigen Reproduktionsmedien wie

Seite 1

�Farbkopierern, Digitalscannern, Laserdruckern und
Publishing-Software zu optimieren.
"Das ist die erste größere Änderung der US-Währung
seit 1928, obwohl die Neugestaltung von Banknoten
zur Verbesserung ihrer Sicherheit und Integrität
natürlich nichts Neues ist", sagte US-Schatzmeisterin
Mary Ellen Withrow, die im Rahmen der Aufklärungskampagne bisher schon zahlreiche öffentliche Auftritte
absolvierte. Die US-Währung hat ihr Aussehen seit
1785 mehr als zwölfmal geändert. Withrow fügte
hinzu, daß die neue Währung in bezug auf Format,
historische Porträts und Druckfarben dem charakteristischen "amerikanischen Look" treu bleiben wird.
Auch das Papier, eine Mischung aus Baumwolle und
Leinen, wird sich genauso anfühlen wie bisher.
Das neue Design weist jedoch einige zusätzliche
Sicherheitsmerkmale auf. Am auffälligsten ist das
größere Porträt, das außerdem weiter nach links
versetzt wurde, um einem Wasserzeichen Platz zu
machen.
Mikrodruck und Sicherheitsfäden, die
erstmals bei der Notenserie von 1990 in Erscheinung
traten, wurden beibehalten.
Die Sicherheitsmerkmale
Banknote umfassen:

der neuen

100-Dollar-

* Ein Wasserzeichen rechts des Porträts, das dieselbe historische Persönlichkeit darstellt wie das
Porträt selbst. Das Wasserzeichen läßt sich nicht
kopieren und ist nur sichtbar, wenn man den
Geldschein gegen das Licht hält.
* Ein Sicherheitsfaden, der in Ultraviolettlicht rot
leuchtet. Zur zusätzlichen Sicherheit befindet sich
der Faden bei jedem Nennwert an einer anderen
Stelle.
* Changierende Druckfarbe. Die Zahl in der unteren
rechten Ecke auf der Vorderseite des Geldscheins
erscheint grün, wenn man gerade daraufschaut,
und wechselt bei seitlicher Betrachtung zu schwarz.
* Mikrodruck in der Zahl in der unteren linken Ecke
sowie auf dem Mantel im Porträt Benjamin Franklins.
* Konzentrische feine Linien im Porträt und auf der
Rückseite der Banknote. Diese Art des Drucks ist
äußerst schwierig zu kopieren.
Die neue 100-Dollar-Note ist die erste einer ganzen
Reihe neuer Banknoten, die in jährlichen Abständen

eingeführt werden sollen. Die Sicherheitsmerkmale
können je nach Nennwert variieren. Die 100-DollarNote ist mit allen verbesserten Sicherheitsmerkmalen
ausgestattet, während es beim 1-Dollar-Schein
weniger sein werden. Die Hauptstärke der neuen
Notenserie liegt in der Kombination verschiedener
Sicherheitsmerkmale.

Richard Schmierer, Presseattache,
Amerikanische Botschaft Bonn
Tel. 0228-339 2131
FAX: 0228-333 318
Walter Theurer, Pressesprecher,
Außenstelle
der Amerikanischen Botschaft Berlin
Tel. 030-238 5174
FAX: 030-238 6214
Craig Springer, Direktor
Amerika Haus Frankfurt
Tel. 069 - 971 448 0
FAX: 069-720 205
Lee James Irwin, Direktor
Amerika Haus Hamburg
Tel. 040-450 104 0
FAX: 040-444 705
Sandra Kaiser, Direktorin
Amerika Haus Köln
Tel. 0221-209 010
FAX: 0221 - 255 543
•

Greg Lynch, Direktor
Amerika Haus Leipzig
Tel. 0341-213 8420
FAX: 0341-213 8432
William Graves, Direktor
Amerika Haus München
Tel. 089 - 552 537 0
FAX: 089-553 578
Richard Gilbert, Vanessa Anderson,
Mike Johnson
Global Information Center, London
Tel. 0044 171 831 6262
Weitere Informationen sind beim US-Finanzministerium per FAX 001 202 622-2040 oder über die WebSeite des Finanzministeriums unter http://WWw.
ustreas.gov/. erhältlich.

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 05

�DATEN AUTOBAHN
6. März 1996

Neues von der Datenautobahn
Übersicht jüngster Entwicklungen

WASHINGTON - (AD) - Der nachfolgende Artikel faßt die jüngsten Entwicklungen in den Vereinigten Staaten bei
Informations- und Telekommunikationstechnologien zusammen und erörtert Neuheiten auf dem Internet sowie die
Entwicklung einer globalen Informationsinfrastruktur.

Bibliothekskiosk beantwortet Fragen
Ein Informationskiosk in der Bibliothek des Southwestern College in Kalifornien beantwortet Fragen, die
Auskünfte erteilenden, überarbeiteten Bibliothekaren
regelmäßig gestellt werden, wie "Wo kann ich Informationen über (die berühmte Person X) finden?". "Wir
haben festgestellt, daß zwei Drittel der an unseren
Informationsdienst gerichteten Fragen die Region
betreffen", äußert der Dekan des Colleges für Auskunftsdienste in der Zeitschrift Chronicle of Higher
Education. Der Kiosk bietet einen Rundgang durch
die Bibliothek mit Fotos und einem Grundriß an.
Exodus kommerzieller Dienstleistungen beobachtet
Kommerzielle Online-Dienste haben Schwierigkeiten,
Kunden zu halten und sich von anderen Anbietern
abzuheben, weil die informierten Computeranwender
zu kleinen Internet-Anbietern überwechseln, berichtet
The Wall Street Journal. Hand in Hand mit der
Abnahme der Kunden geht das Problem der Anbieter
von Internet-Inhalten, die zunehmend ihre eigenen
Informationen auf das Web schicken und so die
kommerziellen Dienste völlig umgehen. Während die
Zahl der Kunden kommerzieller Dienste im vergangenen Jahrzehnt auf ungefähr 12,5 Millionen gestiegen
ist (mit einer Verdoppelung im letzten Jahr), verachtfachte sich die Zahl der World Wide Web-Nutzer einer
Übersicht der International Data Corporation zufolge
allein im vergangenen Jahr auf acht Millionen.

Informationssysteme Leute, die sich mit dem Internet,
kundenfreundlicher Bedienung und Vernetzung
auskennen, berichten Kopfjäger in der Zeitschrift
Information Week.
Computerverbrechen
Die von einem Professor der Michigan State University
durchgeführte Befragung bei 150 Sicherheitsdirektoren
von Unternehmen ergab, daß 98,6 Prozent Computerverbrechen in ihren Unternehmen erlebt hatten, so die
Tampa Times. Die häufigsten Probleme waren
Kreditkarten- und Telekommunikationsbetrug, Benutzung der Computer für persönliche Zwecke durch die
Angestellten, nicht genehmigter Zugang zu vertraulichen Akten und das unrechtmäßige Kopieren von
Software. "75 bis 80 Prozent dieser Vorfälle geschehen im Haus", stellt ein Sicherheitsberater fest.
Sinkende Gebühren für Zellularfunk
Die Gebühren für Zellulartelephone in den Vereinigten
Staaten, die angesichts der enormen Nachfrage seit
Jahren hoch waren, könnten schließlich auf den
Wettbewerbsdruck reagieren und sinken, berichtet The
Wall Street Journal. Die Nachfrage verlangsamt sich,
und der Wettbewerb hat in New York, Chicago und
Washington zugenommen. Statistiken der 15 größten
Anbieter in den Vereinigten Staaten belegen eine
12prozentige Zuwachsrate im Jahr 1995, verglichen
mit 63 Prozent im Vorjahr. Der Vormarsch von
persönlichen Kommunikationsdienstleistungen könnte
die Preise noch weiter drücken.

Anforderungsprofil für Computerexperten
Im Jahr 1996 suchen die Arbeitgeber im Bereich der

AMERIKA DIENST 05

Seite 1

�Interessante Web Sites auf dem Internet

Text only:
http://www.pbs.org/newshour/textonly/hometext.html

Nachfolgend einige nützliche Adressen auf dem World
Wide Web.
The Food and Nutrition Information Center (FNIC) der
National Agricultural Library:
gopher://gopher.nal. usda.gov:70/11/infocntr/fnic
http://www.nalusda.gov/fnic/
Diese Seite enthält eine Vielfalt elektronischer Zugangspunkte für die vollständigen Texte der Bibliographien, Ressourcenlisten und Übersichten des Zentrums, darunter Material für die Nahrungsmittelkennzeichnung sowie Software über Nahrungsmittel und
Ernährung. Zusätzlich sind Informationen über die
menschliche Ernährung und Nahrungsmittelaufklärung
erhältlich.
College and University Home Pages:
http://www.mit.edu:8001/people/cdemello/univ.html
Diese Seiten bieten Knotenpunkte für die Home Pages
von über 2.300 Colleges und Universitäten in 77
Ländern. Alphabetische und geographische Listen
stehen zum browsen zur Verfügung.

Die an Graphiken reiche Seite bietet ausgewählte
Transkriptionen der wichtigsten Themen aller Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Verfügbar sind ferner auch "Hintergrundinformationen" - ausgewählte Transkriptionen aktueller
Sendungen von besonderem Interesse wie über
Bosnien, den Bundeshaushalt und Medicare. Eine
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Verbindungen eingerichtet.
The Hubble Telescope's "deepest-ever view of the
universe":
http://www.stsci.edu/pubinfo/PR/96/01.html
Mehrere Hundert nie zuvor gesehene Galaxien können
bei dieser "allertiefsten" Sicht des Universums betrachtet werden, die mit dem Hubble-Weltraumteleskop der
NASA vorgenommen wurde. Neben den klassischen
spiral- und ellipsenförmigen Galaxien gibt es eine
verblüffende Vielfalt anderer Formen und Farben von
Galaxien, die ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis
der Evolution des Universums sind.

PBS's Online News Hour:
http://www.pbs.org/newshour/
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Seite 2

AMERIKA DIENST 05

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              <text>&lt;strong&gt;1. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ergebnisse des NATO-Treffens in Rom &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Botschafter Hunter&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Fulbright&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Vision des Senators für Amerika und die Welt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von USIA-Direktor Duffey&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Nachrichtendienste&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Diplomatische Berichterstattung ist wertvolle Nachrichtenquelle&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von Abteilungsleiterin Toby Gati&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wahlen'96&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Die Vorwahl von New Hampshire&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ein Überblick&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Empfehlungen für die Gestaltung der Fernsehdebatten im Präsidentschaftswahlkampf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Debra Gersh Hermandez&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Währung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die neuen 100-Dollar-Noten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Aufklärungskampagne des US-Finanzministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. Datenautobahn&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neues von der Datenautobahn&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht jüngster Entwicklungen&lt;/em&gt;</text>
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