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                  <text>amcrika&#13;
dienet&#13;
&#13;
Herausgeber: U.S. Information Service&#13;
Embassy of the United States ot America&#13;
&#13;
Z12462 C&#13;
04&#13;
&#13;
i&#13;
&#13;
WIRTSCHAFT&#13;
&#13;
21. Februar 1996&#13;
&#13;
WIRTSCHAFTSBERICHT DES PRÄSIDENTEN&#13;
Clinton optimistisch bezüglich Wirtschaftslage&#13;
&#13;
USA-EUROPA&#13;
&#13;
AMERIKAS ENGAGIERTE FUHRUNGSROLLE&#13;
IST ENTSCHEIDEND&#13;
von Botschafter Richard Holbrooke&#13;
&#13;
POLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE&#13;
FOLGERUNGEN DER OSTÖFFNUNG EUROPAS&#13;
AUS AMERIKANISCHER SICHT&#13;
von Robert L. Earle&#13;
&#13;
ABRÜSTUNG&#13;
&#13;
USA LEHNEN STICHTAG FÜR BESEITIGUNG&#13;
VON NUKLEARWAFFEN AB&#13;
Rede von Botschafter Stephen Ledogar&#13;
&#13;
WAHLEN '96&#13;
&#13;
MEINUNGSUMFRAGEN, PROBEABSTIMMUNGEN, WAHLWERBUNG UND VORWAHLEN&#13;
Mitteilungen zur amerikanischen Politik&#13;
&#13;
DATENAUTOBAHN&#13;
&#13;
CLINTON: NUTZUNG VON TECHNOLOGIE FÜR&#13;
EINE BESSERE ZUKUNFT&#13;
Rede des Präsidenten vor Nil-Rat&#13;
&#13;
RIAS&#13;
&#13;
FORDERUNG DER DEUTSCHAMERIKANISCHEN VERSTÄNDIGUNG&#13;
Ansprache des Gesandten J.D. Bindenagel&#13;
&#13;
Um Übersendung von&#13;
Belegexemplaren&#13;
wird gebeten&#13;
&#13;
Diese Artikel sind elektronisch abrufbar.&#13;
Nähere Informationen erhalten Sie bei der&#13;
Presseabteilung der Amerikanischen Botschaft&#13;
unter den unten angegebenen Adressen.&#13;
Tel. 0228 - 339 23 72&#13;
Deichmanns Aue 29&#13;
Fax 0228 - 33 31 38&#13;
D 53170 Bonn&#13;
Internet bbsbonn@usia.gov&#13;
&#13;
�WIRTSCHAFT&#13;
21.Februar 1996&#13;
&#13;
Wirtschaftsbericht des Präsidenten&#13;
Clinton optimistisch bezüglich Wirtschaftslage&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - In dem am 14. Februar 1996 veröffentlichten Bericht des Präsidenten an den Kongreß&#13;
stellte Clinton fest, die amerikanische Wirtschaft sei "die stärkste und wettbewerbsfähigste" der Welt und seine&#13;
Administration werde weiterhin darauf hinarbeiten, die wirtschaftliche Sicherheit aller Amerikaner zu verbessern.&#13;
Der Wirtschaftsbericht des Präsidenten wird dem Kongreß jedes Jahr zusammen mit einem von den&#13;
Wirtschaftsberatern des Präsidenten ausgearbeiteten ausführlicheren und detaillierteren Dokument vorgelegt.&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir den Wirtschaftsbericht des Präsidenten im Wortlaut.&#13;
&#13;
An den Kongreß der Vereinigten Staaten:&#13;
Vor fünfzig Jahren verabschiedete der Kongreß das&#13;
Beschäftigungsgesetz von 1946, das Präsident&#13;
Truman unterzeichnete. Das Gesetz verpflichtete die&#13;
amerikanische Regierung zur Förderung von Maßnahmen, die auf die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Amerikaner abzielten. Ich bin&#13;
stolz, daß meine Administration die Verpflichtung von&#13;
Präsident Truman Realität werden ließ.&#13;
In den&#13;
vergangenen drei Jahren haben wir eine solide&#13;
Wirtschaftsgrundlage geschaffen, um uns den Herausforderungen des 2 1 . Jahrhunderts zu stellen.&#13;
Starke Wirtschaftsleistung&#13;
Insgesamt gesehen ist die amerikanische Wirtschaft&#13;
gesund und stark. In den ersten drei Jahren der&#13;
Amtszeit dieser Administration wurden nahezu acht&#13;
Millionen Arbeitsplätze geschaffen, 93 Prozent davon&#13;
im Privatsektor. Der sogenannte "Leidensindex" - die&#13;
Summe von Inflations- und Arbeitslosenrate - fiel im&#13;
vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit&#13;
1968. Die Investitionen sind in die Höhe geschnellt&#13;
und legen die Basis für künftiges höheres Wirtschaftswachstum. Es gibt neue Unternehmenszusammenschlüsse in Rekordzahl, und die Exporte von in den&#13;
Vereinigten Staaten hergestellten Waren nahmen&#13;
rasch zu. Wir haben die stärkste und wettbewerbs-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
fähigste Wirtschaft der Welt - und ihre Grundlagen&#13;
sind solider als in den letzten drei Jahrzehnten.&#13;
Dieser Umschwung erfolgte aufgrund der harten Arbeit&#13;
und Erfindungsgabe des amerikanischen Volkes.&#13;
Viele der neuen Arbeitsplätze sind im Dienstleistungssektor entstanden und hochbezahlt - und spiegeln&#13;
damit die sich wandelnde Struktur der Wirtschaft&#13;
wider. Die Telelkommunikations-, Biotechnologie- und&#13;
Softwareindustrien führen weltweit die High-TechRevolution an. Herkömmliche Industrien wie der&#13;
Fertigungsbereich und das Baugewerbe wurden&#13;
umstrukturiert und verwenden jetzt Technologien und&#13;
Innovationen am Arbeitsplatz, um erneut zu prosperieren und Arbeitsplätze zu schaffen. In den Jahren&#13;
1994 und 1995 waren die Vereinigten Staaten beispielsweise wiederum der größte Autohersteller der&#13;
Welt.&#13;
Unser Wirtschaftsplan für 1993 ebnete den Weg für&#13;
diese Wirtschaftsexpansion und diesen Aufschwung,&#13;
indem er einen historischen Defizitabbau gesetzlich&#13;
verankerte und gleichzeitig in Technologie und Bildung&#13;
investierte. Seit über einem Jahrzehnt halten zunehmende Haushaltsdefizite die Zinssätze hoch und&#13;
hemmen Investitions- sowie Produktionswachstum.&#13;
Heute ist unser Defizit proportional das niedrigste aller&#13;
führenden Volkswirtschaften.&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Unsere Herausforderung besteht jetzt darin sicherzustellen, daß alle Amerikaner Gewinner beim Wirtschaftswandel werden - daß unser Volk die Qualifikationen und die Sicherheit hat, das Beste aus seinem&#13;
Leben zu machen. Aber gerade die Explosion von&#13;
Technologie und Handel, die solch außergewöhnliche&#13;
Chancen schafft, setzt die Arbeitnehmer auch neuem&#13;
Druck aus. In den vergangenen zwanzig Jahren&#13;
stagnierten die Einkommen der Mittelklasse, und&#13;
unsere einkommensschwächsten Familien mußten&#13;
zusehen, wie ihre Einkommen sich verringerten. Das&#13;
sind langfristige Trends, und drei Jahre solider&#13;
Wirtschaftsmaßnahmen können ein Jahrzehnt der&#13;
Vernachlässigung nicht korrigieren. Dennoch fangen&#13;
wir an, Fortschritte zu machen: Das reale Durchschnittseinkommen pro Familie nahm 1994 um 2,3&#13;
Prozent zu, und die Zahl der Armen war im Jahr 1994&#13;
zum ersten Mal seit fünf Jahren niedriger.&#13;
Bewältigung&#13;
forderungen&#13;
&#13;
unserer wirtschaftlichen Heraus-&#13;
&#13;
Ich bin fest entschlossen, unsere wirtschaftlichen&#13;
Herausforderungen anzusprechen und die wirtschaftliche Sicherheit aller Amerikaner zu verbessern.&#13;
Menschen, die hart arbeiten, müssen wissen, daß sie&#13;
eine Chance haben, in unserer neuen und sich&#13;
wandelnden Wirtschaft zu gewinnen. Unsere wirtschaftliche Tagsordnung versucht sowohl Wachstum&#13;
zu fördern als auch die Früchte dieses Wachstums in&#13;
greifbare Nähe aller Amerikaner zu rücken. Unsere&#13;
generelle Strategie ist einfach:&#13;
Haushaltsausgleich. In den 12 Jahren vor meiner&#13;
Amtsübernahme schnellte das Haushaltsdefizit&#13;
explosionsartig in die Höhe und die Staatsverschuldung vervierfachte sich. Meine Administration hat das&#13;
Haushaltsdefizit bereits um die Hälfte reduziert. Ich&#13;
bin entschlossen, unser steuerliches Haus in Ordnung&#13;
zu bringen. Ich habe einen Plan vorgeschlagen, der&#13;
den Haushalt in sieben Jahren ausgleicht ohne unsere&#13;
grundlegenden Werte anzutasten - ohne Medicare,&#13;
Medicaid, das Bildungswesen oder den Umweltschutz&#13;
zu beschneiden und ohne die Steuern für Arbeitnehmerfamilien zu erhöhen. Die von meiner Administration und den Republikanern im Kongreß vorgelegten&#13;
Pläne enthalten insgesamt genügend Ausgabenkürzungen, um den Haushalt auszugleichen und dennoch&#13;
eine bescheidene Steuersenkung einzuführen. Ich&#13;
habe mich dem amerikanischen Volk gegenüber&#13;
verpflichtet, für einen ausgeglichenen Haushalt zu&#13;
sorgen.&#13;
Vorbereitung der Arbeitnehmer durch Bildung und&#13;
Ausbildung. In der neuen Volkswirtschaft ist Bildung&#13;
der Schlüssel zu Chancen. Die als Kind in der Schule&#13;
erhaltene Bildung reicht nicht mehr ein Leben lang&#13;
aus. Meine Administration hat ein System für lebenslanges Lernen geschaffen, damit Amerikaner Schulen&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
mit hohem Standard besuchen können, Unterstützung&#13;
für den Collegebesuch oder den Wechsel von der&#13;
Schule zum Arbeitsplatz sowie Bildung und Ausbildung im gesamten Verlauf ihrer Karriere erhalten.&#13;
Wir haben Head Start für Vorschulkinder erweitert; das&#13;
Gesetz Goals 2000 erlassen, mit dem hohe Standards&#13;
für Schulen eingeführt werden; ein neues Kreditprogramm für Studenten geschaffen, das jungen&#13;
Menschen die Aufnahme und Rückzahlung von&#13;
Krediten für den Collegebesuch erleichtert; wir haben&#13;
50.000 jungen Menschen die Möglichkeit geboten, die&#13;
Collegegebühren durch einen Sozialdienst in der&#13;
Gemeinde zu verdienen und das Gesetz über Chancen beim Wechsel von der Schule zum Arbeitsplatz&#13;
verabschiedet. Jetzt müssen wir unserem Volk die&#13;
benötigten Qualifikationen bieten, indem wir meinem&#13;
Vorschlag gesetzlich verankern, die ersten 10.000&#13;
Dollar der Collegegebühren steuerlich absetzbar zu&#13;
machen, den besten fünf Prozent der Studenten an&#13;
jeder High School ein Stipendium in Höhe von 1.000&#13;
Dollar zu gewähren und das Gl-Gesetz für Arbeitnehmer zu erlassen, mit dem das bestehende Ausbildungssystem für Arbeitnehmer durch einen flexiblen&#13;
Voucher ersetzt wird, den Arbeitnehmer für den&#13;
Besuch eines Gemeindecollege oder anderer Ausbildungseinrichtungen verwenden können.&#13;
Verbesserung der wirtschaftlichen Sicherheit. Wir&#13;
müssen den Amerikanern die erforderliche Sicherheit&#13;
geben, um in der neuen Volkswirtschaft prosperieren&#13;
zu können. Wir können dies durch eine Reform der&#13;
Krankenversicherung tun, die den Amerikanern die&#13;
Chance zum Kauf einer Versicherung bietet, wenn sie&#13;
den Arbeitsplatz wechseln oder wenn ein Familienmitglied krank ist. Wir können dies tun, indem wir Firmen&#13;
ermutigen, eine umfassendere Rentenversicherung&#13;
bereitzustellen, wie ich bei meinen Vorschlägen zu&#13;
einer Vereinfachung des Rentensystems dargelegt&#13;
habe. Darüber hinaus sollte sich die Arbeit bezahlt&#13;
machen, indem der Mindestlohn angehoben und der&#13;
volle Einkommensteuerfreibertrag beibehalten wird,&#13;
der Steuererleichterungen für einkommensschwache&#13;
Familien vorsieht um sicherzustellen, daß Vollzeit&#13;
beschäftigte Eltern ihre Kinder nicht in Armut erziehen&#13;
müssen.&#13;
Schaffung hochbezahlter Arbeitsplätze durch&#13;
Technologie und Exporte. Wir müssen weiterhin&#13;
das Wachstum von Industrien ermutigen, die die&#13;
hochbezahlten Arbeitsplätze der Zukunft schaffen&#13;
werden. Wir haben die jahrzehntealten Telekommunikationsgesetze reformiert, um die digitale Revolution&#13;
anzuheizen, die unsere Lebensweise weiterhin&#13;
verändern wird. Wir müssen nach wie vor Exporte&#13;
ermutigen, da man an einem durch den Export von&#13;
Waren geschaffenen Arbeitsplatz durchschnittlich 13&#13;
Prozent mehr verdient als an anderen. Meine Administration hat über 200 Handelsabkommen abgeschlossen, darunter das Nordamerikanische Frei-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�handelsabkommen und die Uruguay-Runde des&#13;
Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens, und strebt&#13;
damit einen offenen Weltmarkt und faire Regeln für&#13;
Exporteure amerikanischer Waren und Dienstleistungen an. Infolgedessen haben die Exporte von Fertigwaren um 31 Prozent zugenommen.&#13;
&#13;
platz und die pharmazeutische Industrie reformiert,&#13;
um die Bürokratie abzubauen ohne den Schutz der&#13;
Öffentlichkeit zu beeinträchtigen. Und wir werden&#13;
weiterhin neue, marktorientierte Wege zum Schutz der&#13;
Öffentlichkeit finden.&#13;
Die Notwendigkeit zu Kontinuität&#13;
&#13;
Eine Regierung, die schlanker ist, effektiver&#13;
arbeitet und weniger kostet. Eine neue Volkswirtschaft erfordert eine neue Regierung. Das Zeitalter&#13;
der großen, zentralisierten, für alles zuständigen&#13;
Regierungen ist vorüber. Die Antwort ist jedoch nicht&#13;
der vollständige Abbau der Regierung. Wir müssen&#13;
vielmehr die Lösung unserer Probleme durch flexible,&#13;
nichtbürokratische Mittel anstreben - und die Zusammenarbeit mit Unternehmen, religiösen Gruppen,&#13;
Bürgerorganisationen, Schulen sowie bundesstaatlichen und Kommunalverwaltungen. Meine Administration hat die Regierung verschlankt: Die Anzahl der&#13;
Bundesbediensteten als Prozentsatz der nicht in der&#13;
Landwirtschaft zivilen Beschäftigten ist die geringste&#13;
seit 1933 vor dem New Deal. Wir haben eine gründliche Überarbeitung von Bundesvorschriften vorgenommen und schaffen insgesamt 16.000 Seiten&#13;
veralteter oder unnötiger Regeln ab. Wir haben&#13;
Bestimmungen für die Umwelt, Sicherheit am Arbeits-&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
Wie der Jahresbericht der Wirtschaftsberater klarstellt,&#13;
ist dies ein Augenblick großer Chancen für unser&#13;
Land. Unsere Wirtschaft ist die gesündeste aller&#13;
führenden Volkswirtschaften. Kein Land der Welt ist&#13;
besser in der Lage, die Früchte des neuen Zeitalters&#13;
zu ernten. Unsere Strategie des Defizitabbaus und&#13;
der Investitionen in unser Volk fängt an, Erfolge zu&#13;
zeitigen. Es wäre ein schwerer Fehler, eine Umkehr&#13;
zu vollziehen.&#13;
Unsere Nation muß der Versuchung widerstehen, sich&#13;
ihrer Verantwortung zu entziehen oder zu engstirnigen, kurzsichtigen Lösungen für langfristige Probleme&#13;
zurückzukehren. Wenn wir weiterhin auf lange Sicht&#13;
investieren, werden wir der nächsten Generation eine&#13;
Nation hinterlassen, in der es noch mehr Chancen gibt&#13;
als heute.&#13;
&#13;
* * * *&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�USA-EUROPA&#13;
21. Februar 1996&#13;
&#13;
Amerikas engagierte Führungsrolle ist entscheidend&#13;
für die Sicherung des Friedens&#13;
von Botschafter Richard Holbrooke&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - Der nachfolgende Artikel basiert auf einer Rede, die Botschafter Holbrooke kürzlich im&#13;
National Press Club in Washington gehalten hat.&#13;
&#13;
Die außergewöhnlichen Entwicklungen der vergangenen Monate in Bosnien haben uns erneut die&#13;
wichtigste Lektion dieses Jahrhunderts vor Augen&#13;
geführt: Amerikas engagierte Führungsrolle ist&#13;
entscheidend für die Sicherung von Frieden und&#13;
Wohlstand auf der Welt. Als Abteilungsleiter für&#13;
europäische und kanadische Angelegenheiten im USAußenministerium hatte ich das Privileg, eine&#13;
bescheidene Rolle bei den entschiedenen Aktionen&#13;
der Clinton-Administration in Bosnien zu spielen, die&#13;
den Unterschied zwischen Krieg und Frieden&#13;
bewirkten. In Kürze werde ich mein Amt aufgeben und&#13;
tue dies mit tief empfundenem Dank an die&#13;
engagierten amerikanischen Diplomaten Robert&#13;
Frasure, Joseph Kruzel und Nelson Drew, die ihr&#13;
Leben bei dem Versuch ließen, Frieden nach Bosnien&#13;
zu bringen.&#13;
Ich bin der festen Überzeugung, daß engagierte,&#13;
präventive Diplomatie der beste Ansatz nicht nur in&#13;
Bosnien, sondern zu einem Dutzend, vielleicht sogar&#13;
Hunderten von großen und kleinen Problemen sind,&#13;
die mit dem Ende des Kalten Krieges wieder auftraten.&#13;
Bei dem jüngsten Streit zwischen Griechenland und&#13;
der Türkei über eine kleine Insel in der Ägäis wurden&#13;
mir Vorträge über die Protokolle von 1932 gehalten,&#13;
die ein Zusatz zu dem Vertrag von 1923 sind und sich&#13;
auf den von beiden Ländern unterzeichneten Vertrag&#13;
von Versailles beziehen. Es handelt sich um dasselbe&#13;
Problem, mit dem wir uns im Hinblick auf Ungarn und&#13;
seine beiden Nachbarländer - die Slowakei auf der&#13;
einen und Rumänien auf der anderen Seite - befassen.&#13;
Diese Länder wissen, wie stark wir uns für die Lösung&#13;
dieser Probleme engagieren, die ebenfalls aus dem&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
ungelösten Vermächtnis der Verträge von Trianon und&#13;
Versailles herrühren.&#13;
Ferner haben wir die&#13;
engagierten Bestrebungen des Präsidenten und der&#13;
Administration in Nordirland, die dramatische&#13;
Ergebnisse bei einer weiteren althergebrachten&#13;
Feindschaft hervorbrachten, die überwunden werden&#13;
muß.&#13;
Und natürlich die Bestrebungen des&#13;
Außenministers im Nahen Osten, die ebenfalls auf&#13;
Grenzen zurückzuführen sind, die nach dem Ersten&#13;
Weltkrieg gezogen wurden.&#13;
Bei all diesen Problemen können wir kontinuierlich&#13;
Raum für eine amerikanische&#13;
Führungsrolle&#13;
ausmachen. Manchmal erfordert dies Ressourcen.&#13;
Bei sehr seltenen Gelegenheiten wird es manchmal&#13;
erforderlich, Amerikaner einem Risiko auszusetzen wie in Bosnien. Die meiste Zeit erfordert es jedoch&#13;
moralische, politische und diplomatische Führung,&#13;
manchmal - wie bei der Pendeldiplomatie im Falle&#13;
Bosniens - unterstützt von Luftangriffen der NATO, die&#13;
absolut entscheidend waren. Die Führungsrolle des&#13;
Präsidenten, die bei all den von mir gerade erwähnten&#13;
Problemen vorhanden war, plus - wenn nötig - die&#13;
Bereitschaft zum Einsatz von Gewalt, bewirken etwas.&#13;
Manchmal erfordert dies über das militärische&#13;
hinausgehende Ressourcen, und hier werden wir mit&#13;
dem schwierigsten Aspekt unserer Politik konfrontiert den Haushaltsengpässen. In den vierziger Jahren der letzten Periode, die meines Erachtens&#13;
einigermaßen mit der Zeit verglichen werden kann, in&#13;
der wir heute leben - waren die Vereinigten Staaten&#13;
bereit, einen enormen Teil ihres Bruttosozialprodukts&#13;
aufzuwenden. In den Jahren 1947 und 1948 flössen&#13;
16 Prozent des Bundeshaushalts in die Auslandshilfe.&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Das entsprach ungefähr fünf Prozent des&#13;
Bruttosozialprodukts. Das können wir nicht mehr&#13;
aufbringen, und deswegen müssen die Europäer,&#13;
Japaner und andere eine größere Rolle übernehmen.&#13;
Wir benötigen jedoch mehr Unterstützung für unsere&#13;
Politik vom Kongreß als wir erhalten haben,&#13;
insbesondere im Hinblick auf nichtmilitärische&#13;
Ressourcen an Orten wie Bosnien.&#13;
Mit oder ohne sie werden wir aber eine stark&#13;
engagierte Administration beim Versuch einer&#13;
präventiven, aktiven Diplomatie bleiben. Das kann&#13;
man an den Reisen des Außenministers vergangene&#13;
Woche nach Zagreb, Belgrad, Sarajevo und Tuzla, in&#13;
den Nahen Osten und dann nach Helsinki zu seinem&#13;
ersten offiziellen Treffen mit dem russischen&#13;
Außenminister Jewgeni Primakow sehen.&#13;
Ich möchte mich nochmals Bosnien zuwenden: Das&#13;
Friedensabkommen von Dayton war die dramatischste&#13;
Verhandlung dieser Art in der Geschichte. Die&#13;
militärische Seite der Vereinbarungen funktioniert&#13;
außerordentlich gut. Im ganzen Land haben sich die&#13;
Soldaten aller drei ethnischen Gruppen hinter die in&#13;
Dayton&#13;
auf&#13;
der&#13;
Karte&#13;
gezogenen&#13;
Linien&#13;
zurückgezogen. Im großen und ganzen versuchen&#13;
sie, uns beim Aufspüren der Landminen behilflich zu&#13;
sein, die die größte Bedrohung der Sicherheit der&#13;
NATO- und IFOR-Truppen darstellen.&#13;
Auf der zivilen Seite ist die Gleichung komplizierter.&#13;
Die Vereinbarungen von Dayton waren sehr ehrgeizig,&#13;
und auch wenn wir nicht alles erreichen können, was&#13;
sie enthalten, lohnt sich der Versuch immer noch. Die&#13;
wichtigsten Stichtage sind erst Mitte März. Der zivile&#13;
Teil des Abkommens von Dayton wird der Testfall für&#13;
unseren Erfolg oder unser Scheitern, nicht der&#13;
militärische Teil. Damit Dayton als Erfolg und nicht nur&#13;
als Höhepunkt unserer guten Absichten bezeichnet&#13;
werden kann, muß die Umsetzung des zivilen Teils&#13;
Erfolg haben.&#13;
Ich habe bereits die knappen Ressourcen und den&#13;
Widerstand des Kongresses in diesem Bereich&#13;
erwähnt. Die Besorgnis des Kongresses in Zeiten von&#13;
Haushaltsengpässen ist verständlich.&#13;
Aber das&#13;
nationale Interesse der Vereinigten Staaten steht in&#13;
Bosnien auf dem Spiel. Wir müssen Erfolg haben. Wir&#13;
müssen nicht nur für Frieden in der Region Erfolg&#13;
haben - und der Frieden ist endlich in diese&#13;
krisengeschüttelte Region gekommen - wir müssen&#13;
aus sehr viel tieferliegenden Gründen Erfolg haben,&#13;
die den Kern der nationalen Interessen der Vereinigten&#13;
Staaten berühren.&#13;
Die Zukunft der NATO hängt stark von dem ab, was in&#13;
Bosnien geschieht.&#13;
Die Zukunft der amerikanisch-russischen Beziehungen&#13;
wird zutiefst davon betroffen sein, weil zum ersten Mal&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
seit über 50 Jahren russische Truppen direkt einem&#13;
amerikanischen&#13;
Kommando&#13;
unterstehen.&#13;
Verteidigungsminister Perry und sein russischer&#13;
Amtskollege Gratschow erzielten eine Vereinbarung,&#13;
die die Russen direkt dem Kommando des Obersten&#13;
Alliierten Befehlshaber Europa, General George&#13;
Joulwan, unterstellt.&#13;
Die Deutschen haben 4.000 Soldaten nach Kroatien&#13;
entsandt und unterhalten Transporte zwischen&#13;
Deutschland und Bosnien - wiederum ein historisches&#13;
Novum seit 1945, das wir begrüßen. Wir können den&#13;
Frieden nicht ohne einen deutschen Beitrag sichern.&#13;
Dasselbe gilt für Japan.&#13;
Die Franzosen unter&#13;
Präsident Chirac haben einen historischen Wandel in&#13;
ihrer Haltung gegenüber der NATO vollzogen,&#13;
kommen Schritt für Schritt zur integrierten&#13;
Kommandostruktur zurück und nehmen eine Umkehr&#13;
der Politik vor, die 1966 unter General de Gaulle&#13;
begann. Auch sie haben hier eine entscheidende&#13;
Komponente.&#13;
Über die NATO, Rußland, Deutschland und Frankreich&#13;
hinaus stellt sich uns die Frage der künftigen Rolle&#13;
Amerikas in der Welt bei der Friedenssicherung und&#13;
der künftigen Rolle des amerikanischen Militärs. So&#13;
viel hängt vom Erfolg in Bosnien ab. Der Testfall wird&#13;
jedoch nicht die militärische, sondern die zivile Seite&#13;
sein.&#13;
Werden im Sommer erfolgreich Wahlen&#13;
abhalten, wie es das Abkommen von Dayton fordert?&#13;
Sie müssen international überwacht werden. Werden&#13;
die Flüchtlinge zurückkehren können? Wird man die&#13;
Anordnungen des Kriegsverbrechertribunal vollständig&#13;
einhalten?&#13;
Wir haben einen erstaunlichen Anfang gemacht. Wer&#13;
hätte im Sommer vergangenen Jahres vorauszusagen&#13;
gewagt, daß der serbische Präsident Slobodan&#13;
Milosevic eine Eskorte mit einem amerikanischen&#13;
Abteilungsleiter&#13;
des&#13;
Außenministeriums&#13;
nach&#13;
Srebrenica senden würde, um den Ort der&#13;
schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit 1945 zu&#13;
besichtigen? Es ist nicht nur geschehen - unser&#13;
Abteilungsleiter für Menschenrechte, John Shattuck,&#13;
konnte sogar die Orte besichtigen, die er wollte und&#13;
wie er wollte.&#13;
Die internationale Polizei gibt Anlaß zu großer Sorge.&#13;
Sie wird in einem der 11 in Dayton ausgehandelten&#13;
Zusatzartikel gefordert. Sie ist nicht stark genug und&#13;
läßt eine Lücke in der Kette zwischen der IFOR und&#13;
der örtlichen Polizei, die in vielen Fällen keine Polizei&#13;
ist. Wir müssen einen Weg zur Stärkung der Polizei&#13;
finden. Abteilungsleiter Gelbard im Außenministerium&#13;
arbeitet aktiv an dieser Angelegenheit.&#13;
Dieses und eine Vielfalt anderer Probleme müssen&#13;
erfolgreich gelöst werden, denn unsere Termine&#13;
stehen fest. Die IFOR-Truppen werden in ungefähr&#13;
einem Jahr abziehen. Wenn es uns nicht gelingt, in&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�dieser Zeit Frieden in die Region zu bringen, wäre es&#13;
auch nicht gut, weitere Jahre dort zu bleiben.&#13;
Meines Erachtens werden die Historiker auf den&#13;
Herbst 1995 als zukunftsweisende Periode in der&#13;
Gestaltung der amerikanischen Außenpolitik in der Zeit&#13;
nach dem Kalten Krieg zurückblicken. Aber im&#13;
Gegensatz zur letzten vergleichbaren Periode in der&#13;
amerikanischen Außenpolitik von 1947 bis 1949&#13;
wissen wir nicht, wie sie enden wird.&#13;
Das Ergebnis unserer Bestrebungen in Bosnien wird&#13;
das, was anderorts geschieht, weit mehr beeinflussen,&#13;
als man sich klar macht. Einige Amerikaner glauben,&#13;
das Problem Bosnien sei vom übrigen Europa&#13;
getrennt. Sie haben unrecht. Ein instabiles Europa&#13;
würde wesentliche nationale Interessen der&#13;
Vereinigten Staaten bedrohen. Die Bosnienpolitik muß&#13;
- weil sie jetzt bedauerlicherweise aber zwangsläufig&#13;
unsere Politik in Europa bestimmen muß - Erfolg&#13;
haben.&#13;
Wir werden entscheidende Themen wie die ungarischslowakischen, ungarisch-rumänischen, rumänischukrainischen Probleme und vor allem unsere&#13;
Beziehungen zu den Russen auf dem Weg zu&#13;
historischen Wahlen nicht ignorieren. All diese Fragen&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
sind von Bedeutung. Aber all diese Fragen werden&#13;
direkt oder indirekt vom Erfolg oder Scheitern am&#13;
Boden in Bosnien im kommenden Jahr beeinflußt.&#13;
Unserer Ansicht nach war das Abkommen von Dayton&#13;
das beste, das wir erzielen konnten, auch wenn es&#13;
weit davon entfernt ist, perfekt zu sein. Wir haben uns&#13;
dazu verpflichtet.&#13;
Wir bitten die amerikanische&#13;
Öffentlichkeit&#13;
und&#13;
den&#13;
Kongreß&#13;
um&#13;
ihre&#13;
uneingeschränkte Unterstützung, weil es so wichtig ist.&#13;
Wie Außenminister Christopher nach seinem Treffen&#13;
mit den amerikanischen Truppen in Tuzla sagte,&#13;
müssen wir ihre Anstrengungen und ihr Opfer&#13;
würdigen, indem wir alles in unserer Macht Stehende&#13;
tun, um das Versprechen von Frieden für dieses&#13;
krisengeschüttelte Land zu erfüllen.&#13;
Der Tod des ersten amerikanischen Soldaten in&#13;
Bosnien vor nahezu zwei Wochen erfüllte sowohl die&#13;
Befürworter als auch die Gegner der Mission unserer&#13;
Truppen auf dem Balkan als Teil der IFOR - der&#13;
internationalen Friedenstruppe unter der Führung der&#13;
NATO - mit Trauer. Die Interessen haben sich jedoch&#13;
nicht verlagert - es würde nur einen höheren Preis&#13;
bedeuten, wenn wir uns heute abwenden.&#13;
&#13;
* * *&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�USA-EUROPA&#13;
21. Februar 1996&#13;
&#13;
Politische und wirtschaftliche Folgerungen der&#13;
Ostöffnung Europas aus amerikanischer Sicht&#13;
von Robert L. Earle&#13;
&#13;
STUTTGART - (AD) - Der Gesandte-Botschaftsrat für öffentliche Angelegenheiten bei der Botschaft der&#13;
Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland hielt am 14. Februar 1996 nachfolgende&#13;
Rede vor dem Bundeswehrkommando 51 in Stuttgart.&#13;
&#13;
Sehr geehrte Damen und Herren,&#13;
Sie haben mich eingeladen, ein Thema zu behandeln,&#13;
das große politische Aufmerksamkeit in den Vereinigten Staaten genießt. Unser Verhältnis zu den&#13;
Staaten Osteuropas und Rußlands hat nach dem&#13;
Ende des Kalten Krieges einen bemerkenswert&#13;
positiven Verlauf genommen. Das Ende der ideologisch bedingten Auseinandersetzung mit der Sowjetunion hat nicht nur große Genugtuung ausgelöst, weil&#13;
die Wertvorstellungen der westlichen Staatengemeinschaft bestätigt wurden, sondern auch weil wir die&#13;
große Chance erhielten, ein neues Beziehungsgeflecht aufzubauen, das sich durch partnerschaftlichen Umgang und vertrauensvolle Zusammenarbeit&#13;
auszeichnet.&#13;
Das Thema sieht eine Trennung in einen politischen&#13;
und einen ökonomischen Teil vor. Beide Teile sind&#13;
allerdings nicht voneinander zu trennen. Wenn wir&#13;
nur den jüngsten Besuch des russischen Ministerpräsidenten Viktor Tschernomyrdin Ende Januar in&#13;
Washington betrachten, zeigt sich, daß politische&#13;
Fragen nicht ohne deren ökonomische Bedeutung zu&#13;
lösen sind.&#13;
Die amerikanische Unterstützung für&#13;
einen weiteren Kredit des Internationalen Währungsfonds in Höhe von neun Milliarden US-Dollar verdeutlicht, wie nachhaltig mein Land den Reformprozeß in&#13;
Rußland zu fördern versucht. Finanzhilfen sind nicht&#13;
nur ökonomisch sinnvoll, sondern stellen zugleich ein&#13;
politisches Instrument dar, Rußland die westliche&#13;
Unterstützung auf seinen Reformkurs zu signalisieren.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
Erfreulich ist, daß die russisch-amerikanischen&#13;
Beziehungen einen Grad der Normalität erreicht&#13;
haben, der noch vor einigen Jahren undenkbar&#13;
gewesen wäre. Natürlich hat sich meine Regierung&#13;
besorgt über die Ergebnisse der Wahlen zur Duma&#13;
gezeigt; umso wichtiger war dieses bilaterale Treffen,&#13;
in dem wir eine Fortsetzung der Wirtschaftsreform in&#13;
Rußland begrüßten.&#13;
Die Entwicklung von einer Planwirtschaft zu einer&#13;
Marktwirtschaft ist ein schwieriges Unterfangen. Allen&#13;
Beobachtern der russischen Volkswirtschaft ist schon&#13;
lange klar, daß internationale Unterstützung durch den&#13;
Weltwährungsfonds, die Weltbank und die westlichen&#13;
Industriestaaten auch weiterhin erforderlich ist.&#13;
Unsere Unterstützung darf auch dann nicht nachlassen, wenn das russische Volk seine demokratischen&#13;
Rechte in Anspruch nimmt und Parteien legitimiert, die&#13;
andere alternative Reformansätze verfolgen. Die&#13;
Belastungen der russischen Bevölkerung durch die&#13;
Wirtschaftsreform schlagen sich in deren Wahlverhalten nieder.&#13;
Dies ist zwar bedauerlich, aber&#13;
nichtsdestotrotz nachvollziehbar und durchaus verständlich.&#13;
Die jüngsten Beratungen mit dem russischen Ministerpräsidenten Tschernomyrdin waren aus unserer&#13;
Sicht zweckmäßig und unterstrichen die erfolgreiche&#13;
Entwicklung guter bilateraler Beziehungen.&#13;
Im&#13;
Bereich der wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit wurden Vereinbarungen getroffen, die&#13;
sich von neuen Raumfahrtprojekten über den Kauf von&#13;
15.000 Tonnen schwach angereichertem Uran aus&#13;
verschrottenten Atomwaffen bis zu Kooperations-&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�abkommen zwischen mittelständischen Unternehmen&#13;
erstrecken. Gerade die Zusammenarbeit von Wirtschaftsunternehmen, die Sicherung von Arbeitsplätzen&#13;
und die Intensivierung des Handels trägt entscheidend&#13;
dazu bei, den Reformprozeß in Rußland unumkehrbar&#13;
zu machen.&#13;
Das Stichwort "Atomwaffen" ist gefallen. Es versteht&#13;
sich von selbst, daß eine politische Betrachtung der&#13;
Veränderungen in Rußland und Osteuropa nicht nur&#13;
die Demokratisierung der jeweiligen Staaten behandeln kann, sondern auch die neue sicherheitspolitische Lage berücksichtigen muß.&#13;
Mit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus&#13;
Deutschland und den Staaten des Warschauer Pakts&#13;
sowie der vertragskonformen Durchführung der&#13;
Rüstungskontrollvereinbarungen über die Reduzierung konventioneller Streitkräfte hat sich die Sicherheitslage in Europa gravierend verbessert. Die&#13;
Ängste vor einem nuklearen Schlagabtausch sind&#13;
vergangen; die sicherheitspolitischen Fragestellungen&#13;
orientieren sich heute nicht mehr an der militärischen&#13;
"Hardware", sondern an der Sicherung militärischer&#13;
Einrichtungen, in denen atomare Waffen lagern, und&#13;
dem Aufbau neuer, vertrauensvoller Strukturen, die&#13;
Stabilität und Sicherheit in ganz Europa garantieren.&#13;
Mit dem Ende des Kalten Krieges fängt zwar eine&#13;
neue Zeitrechnung an, doch die militärischen wie auch&#13;
politischen Altlasten machen uns noch immer zu&#13;
schaffen. Die militärischen Altlasten sind und bleiben&#13;
eine Gefahr.&#13;
Mit der Ratifizierung des START IIAbkommens durch den amerikanischen Kongreß&#13;
Ende Januar sind zumindest von unserer Seite die&#13;
Schritte zu einer weiteren kontrollierten nuklearen&#13;
Abrüstung getan worden. Wie sie aus den Nachrichten erfahren haben, hat der russische Präsident&#13;
Jelzin angekündigt, noch vor den Präsidentschaftswahlen im Sommer der Duma den START-Vertrag zur&#13;
Ratifizierung vorzulegen. Das Abkommen sieht vor,&#13;
die Zahl der Nuklearraketen in den USA und Rußland&#13;
bis zum Jahr 2003 auf 3.500 beziehungsweise 3.000&#13;
abzubauen. Alle landgestützten Langstreckenraketen&#13;
mit Mehrfachgefechtsköpfen sollen abgebaut, die Zahl&#13;
der Sprengköpfe auf U-bootgestützten Raketen&#13;
begrenzt werden. Wir sind zuversichtlich, daß der&#13;
START Il-Vertrag demnächst vom russischen Parlament ratifiziert wird und der kontrollierte Abbau des&#13;
Nukleararsenals beginnen kann.&#13;
Prinzipiell befinden wir uns auf dem Weg von einer&#13;
strategischen Rivalität zu einer strategischen Kooperation, die die Weiterverbreitung von Atomwaffen,&#13;
Trägerraketen und modernen konventionellen Waffen&#13;
verhindern soll.&#13;
Eine grundsätzliche Übereinstimmung zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten&#13;
- was die militärische Sicherheit angeht - ist die&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Voraussetzung und Grundlage für den Aufbau einer&#13;
neuen stabilen Weltordnung.&#13;
Eine Weltordnung, die in der Lage ist, Probleme mit&#13;
globalen Dimensionen in den Griff zu bekommen.&#13;
Wenn wir nur unseren Blick auf Europa richten, dann&#13;
sind ethnische Konflikte, territoriale Auseinandersetzungen, Flüchtlingsbewegungen und die Bekämpfung&#13;
des Terrorismus einige der Herausforderungen, die wir&#13;
schwerlich alleine bewältigen können. Wenn wir dann&#13;
noch in andere Regionen der Welt blicken, sind die&#13;
Probleme ähnlicher Natur, werden aber durch Bevölkerungsexplosion, Armut, Hunger und fehlende&#13;
Bildung auch nicht leichter zu lösen. Ohne internationale Zusammenarbeit müßte die Staatengemeinschaft am Anfang des 21. Jahrhunderts vor den&#13;
Herausforderungen kapitulieren. Deshalb begrüßen&#13;
wir die Ostöffnung ohne Vorbehalte und nutzen die&#13;
vielfältigen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Sie&#13;
ist wichtig, weil sie Sicherheit und Stabilität in Europa&#13;
gewährleistet, wo wir alle elementare Interessen&#13;
verfolgen.&#13;
Unsere Außenpolitik gegenüber den Staaten des&#13;
früheren Warschauer Pakts ist eindeutig: Wir möchten&#13;
diesen Staaten zu demokratischen und marktwirtschaftlichen Strukturen verhelfen, so daß sie eine&#13;
souveräne Politik betreiben können und ihr ökonomisches Potential einsetzen, um den Lebensstandard&#13;
ihrer Bürger anzuheben. Wir streben die Öffnung&#13;
unserer westlichen Institutionen für die ehemals&#13;
kommunistischen Länder an, die willens und bereit&#13;
sind, sich zu Demokratie und offenen Märkten zu&#13;
verpflichten. Wir arbeiten an einem neuen transatlantischen Rahmen für das 21. Jahrhundert.&#13;
Demokratie, freie Märkte und gegenseitige Sicherheit&#13;
sind dabei die grundlegenden Elemente einer dauerhaften internationalen Ordnung.&#13;
Amerikanische Wirtschaftsunternehmen leisten einen&#13;
erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung&#13;
dieser Staaten.&#13;
Jede Investition trägt dazu bei,&#13;
Arbeitsplätze zu schaffen, die Wirtschaft wachsen zu&#13;
lassen und den Wohlstand der Bevölkerung anzuheben. Je stabiler das Wirtschaftswachstum, je&#13;
größer die Konsummöglichkeiten breiter Bevölkerungsschichten, um so schneller wächst das Vertrauen&#13;
in die Demokratie.&#13;
Jede Investition reduziert die&#13;
Gefahr einer Rückkehr zu alten Verhältnissen.&#13;
Private Investitionen sind unseres Erachtens die&#13;
Triebkraft des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels in Osteuropa. Schon jetzt ist&#13;
dies eine Region mit einer Wachstumsrate, die sich an&#13;
die 5 Prozent annähert.&#13;
Bei über 120 Millionen&#13;
Konsumenten und einem Marktvolumen von 500&#13;
Milliarden Dollar kann man davon ausgehen, daß&#13;
innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Steigerung&#13;
auf 900 Milliarden Dollar zu verzeichnen ist. Struktu-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�relle Reformen&#13;
Wirkung.&#13;
&#13;
und&#13;
&#13;
Stabilitätspolitik&#13;
&#13;
zeigen&#13;
&#13;
also&#13;
&#13;
Doch selbst bei solchen Aussichten ist der Erfolg nicht&#13;
gesichert.&#13;
Gerade deshalb hat der Westen die&#13;
Verpflichtung, Reformkräfte zu stärken und geduldig,&#13;
aber nachdrücklich demokratische Prinzipien zu&#13;
verfechten. Dies ist ein langwieriger Prozeß - rasche&#13;
Ergebnisse werden nicht zu erzielen sein. Aber wie&#13;
sagt man hier: Auch Rom wurde nicht an einem Tag&#13;
erbaut.&#13;
Die amerikanische Regierung hat gegenüber den&#13;
Staaten Osteuropas sehr deutlich gemacht, daß es&#13;
darauf ankommt, Märkte zu öffnen und Marktbeschränkungen für ausländische Investoren aufzuheben. Das bedeutet aber auch, daß die Staaten&#13;
Osteuropas die Gelegenheit haben, ihre Waren auf&#13;
dem europäischen Markt abzusetzen. Die amerikanische Regierung setzt sich dafür ein, daß einige&#13;
dieser Länder in die Welthandelsorganisation aufgenommen werden.&#13;
Es ist deshalb auch nur folgerichtig, wenn die amerikanische Regierung die Aufnahme osteuropäischer Staaten in die Europäische&#13;
Union begrüßt.&#13;
Das wird zwar noch eine Weile&#13;
dauern, aber die klare Perspektive einer späteren&#13;
Teilhabe am europäischen Binnenmarkt motiviert die&#13;
politisch Verantwortlichen in Osteuropa.&#13;
Offene Märkte allein sind nicht ausreichend, um die&#13;
gesellschaftliche&#13;
Verwurzelung der&#13;
Demokratie&#13;
sicherzustellen.&#13;
Neben neuen rechtsstaatlichen&#13;
Verfassungen, einer unabhängigen Rechtssprechung&#13;
und Wahlen bedarf es aber auch kultureller Erneuerungen. Eine neue politische Kultur muß entstehen,&#13;
die sich die Gepflogenheiten demokratischer Prinzipien zu eigen macht.&#13;
Gewerkschaften sind da&#13;
ebenso zu nennen wie auch eine freie Presse. Eine&#13;
freie Presse ist ungemein wichtig, um gerade jenen&#13;
Kräften zu widerstehen, die eine Rückkehr zu den&#13;
alten Zeiten propagieren. Auch hier haben wir die&#13;
Aufgabe, durch den Austausch von Ideen, durch&#13;
Programme aller Art jene Entwicklungen zu födern, die&#13;
letztlich auf eine offene Gesellschaft abzielen.&#13;
Lassen Sie mich auf einen weiteren Aspekt hinweisen,&#13;
der das Interesse der amerikanischen Politik an einer&#13;
weiteren Demokratisierung und deren breiten Absicherung unterstreicht. Wir wissen natürlich, daß dieser&#13;
Prozeß lange dauern wird und auch die Grenzen einer&#13;
externen Beeinflußung eng gezogen sind.&#13;
Exemplarisch kann man dies an der gegenwärtigen Diskussion über die Erweiterung der NATO verfolgen. Hier&#13;
werden Diskrepanzen zwischen den NATO-Ländern&#13;
und Rußland deutlich.&#13;
Auf der einen Seite ist die NATO auf dem Weg, die&#13;
Aufnahme neuer Mitglieder vorzubreiten.&#13;
Auf der&#13;
anderen Seite wird von Rußland Kritik geäußert und&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
vor einer Erweiterung gewarnt. Die NATO hat keine&#13;
feindlichen Absichten gegenüber Rußland.&#13;
Im&#13;
Gegenteil, die Aufnahme neuer Mitglieder trägt ganz&#13;
entschieden dazu bei, die Stabilität und Sicherheit in&#13;
Europa zu erhöhen.&#13;
Dies liegt auch im Interesse&#13;
Rußlands.&#13;
Angesichts der intensiven militärischen&#13;
Zusammenarbeit, die im Laufe des letzten Jahres an&#13;
Dynamik gewonnen hat - ich darf nur daran erinnern,&#13;
daß schon amerikanische und russische Einheiten vier&#13;
Mal im letzten Jahr miteinander geübt und Manöver&#13;
durchgeführt haben - ist das NATO-Programm&#13;
"Partnerschaft für den Frieden" überaus erfolgreich.&#13;
Rußland beteiligt sich an diesem Programm, das&#13;
Elemente der Zusammenarbeit und Vertrauensbildung&#13;
beinhaltet und kann dadurch unmittelbare Erfahrungen&#13;
mit der Struktur des Bündnisses und dessen Zielsetzung machen.&#13;
Wir sind davon überzeugt, daß&#13;
Rußland früher oder später die Vorteile erkennt, die&#13;
mit einer NATO-Erweiterung einhergehen.&#13;
Verteidigungsminister Perry hat bei der Wehrkundetagung in München auf einen wichtigen Aspekt dieser&#13;
Diskussion hingewiesen, als er die Tatsache hervorhob, daß Rußland trotz Meinungsverschiedenheiten die militärische und politische Zusammenarbeit&#13;
aufrechterhält.&#13;
Und in der Tat hat die Zusammenarbeit Formen angenommen, die uns optimistisch&#13;
stimmen.&#13;
Die russische Beteiligung an der IFORFriedenstruppe in Bosnien funktioniert ohne Probleme.&#13;
Die NATO und russische Einheiten arbeiten Hand in&#13;
Hand. Ohne russische Unterstützung für den Friedensprozeß würden wir sicherlich nicht so rasch mit&#13;
der Umsetzung des Friedensplans von Dayton&#13;
vorankommen.&#13;
Wir wollen diese Zusammenarbeit mit Rußland nicht&#13;
gefährden.&#13;
Aber die NATO-Erweiterung ist unvermeidlich. Sie ist für die osteuropäischen Staaten&#13;
der Anreiz, elementare Reformen bei den Streitkräften&#13;
durchzuführen.&#13;
Reformen, die beispielsweise die&#13;
zivile Kontrolle des militärischen Apparates oder die&#13;
Offenlegung der Rüstungsausgaben und militärischen&#13;
Planungen erfordern.&#13;
Mit dem NATO-Kooperationsrat haben wir ein erstes&#13;
Instrument geschaffen.&#13;
Dazu kam das Programm&#13;
"Partnerschaft für den Frieden". Nun sind wir dabei,&#13;
die Bedingungen und Modalitäten eines Beitritts neuer&#13;
Mitglieder zu einem späteren Zeitpunkt zu erarbeiten.&#13;
Die Erweiterung der NATO ist für das reformierte&#13;
Bündnis kein leichter Schritt. Das Bündnis ist eine&#13;
ernsthafte Angelegenheit: Der NATO-Vertrag steht&#13;
nicht nur auf dem Papier.&#13;
Wir übernehmen keine&#13;
Verpflichtungen, wenn wir sie nicht auch einhalten&#13;
können. Infolgedessen muß die Erweiterung in erster&#13;
Linie auch vor den nationalen Parlamenten Bestand&#13;
haben. Der Bundestag wird eine Erweiterung ebenso&#13;
ratifizieren müssen wie der amerikanische Kongreß.&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Des weiteren muß sichergestellt sein, daß wir als&#13;
NATO nicht nur Sicherheit exportieren. Die neuen&#13;
Mitglieder müssen ihren Teil dazu beitragen.&#13;
Es&#13;
versteht sich von selbst, daß die NATO keine Länder&#13;
aufnehmen wird, die territoriale Streitigkeiten mit ihren&#13;
Nachbarn haben.&#13;
Wie viele neue Mitglieder aufgenommen werden, steht&#13;
noch nicht fest. Fest steht allerdings, daß jedes Land&#13;
individuell aufgenommen wird. Wir werden darauf&#13;
achten, daß die Aufnahme nicht auf Kosten anderer&#13;
Länder vollzogen wird. Wir werden keine Grauzonen&#13;
enstehen lassen; es darf keine Pufferstaaten geben&#13;
und es dürfen keine Einflußzonen entstehen, denen&#13;
Staaten zugeordnet werden, die nicht in die NATO&#13;
aufgenommen werden. Der Beitritt zur NATO darf auf&#13;
keinen Fall die demokratischen Kräfte in den jeweiligen Ländern schwächen. Wir wollen keine neuen&#13;
Trennungslinien in Europa.&#13;
Deshalb ist es so wichtig, die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der OSZE zu fördern und&#13;
auszubauen. Die OSZE ist ein wichtiges Instrument,&#13;
um politische, sicherheitspolitische und auch wirtschaftliche Fragestellungen aufzugreifen und zu&#13;
behandeln.&#13;
Die OSZE wird auch künftig ihren&#13;
besonderen Platz in dem Konzert der internationalen&#13;
Sicherheitsorganisationen haben und ihren Beitrag zur&#13;
Bewahrung des Friedens und der Freiheit sowie der&#13;
Bewältigung regionaler Konflikte leisten. Natürlich&#13;
dürfen wir nicht in unseren Anstrengungen nachlassen, die Organisation zu unterstützen und die Anerkennung und Respektierung vereinbarter Normen&#13;
und Verhaltensweisen zu fördern.&#13;
&#13;
Aus amerikanischer Sicht ist das Ende des Kalten&#13;
Krieges eine jener historischen Entwicklungen, die als&#13;
Zäsur in die Geschichte eingehen. Mit dem Ende der&#13;
kommunistischen Herrschaft über Osteuropa und&#13;
Rußland haben wir die Chance, unsere gemeinsame&#13;
Zukunft neuzugestalten. Und dieser Prozeß fängt zu&#13;
Hause an. Alle westlichen Industriestaaten stehen&#13;
vor den gleichen Herausforderungen: Die Staatsverschuldung muß eingeschränkt, die Arbeitslosigkeit&#13;
bekämpft, die Konjunktur gefördert und die staatlichen&#13;
Wohlfahrtsprogramme müssen überprüft werden.&#13;
Wenn Sie die Diskussion in den Vereinigten Staaten in&#13;
den letzten Monaten verfolgt haben, dann werden Sie&#13;
mit mir übereinstimmen: Diese Auseinandersetzung&#13;
zwischen republikanisch dominiertem Kongreß und&#13;
dem Präsidenten ist letztlich eine Folge der weltpolitischen Veränderungen seit dem Ende der achtziger Jahre.&#13;
Dennoch, die Vereinigten Staaten&#13;
verfolgen ihre außenpolitischen Ziele: Unser Einsatz&#13;
für einen Frieden im ehemaligen Jugoslawien, unser&#13;
Bemühen, die NATO zu erweitern, ohne das bilaterale&#13;
Verhältnis zu Rußland zu gefährden wie auch der&#13;
europäisch-amerikanische Dialog, den wir im November in Madrid vertieft haben, sind Belege für Amerikas&#13;
außenpolitisches Engagement.&#13;
Die Vereinigten&#13;
Staaten nehmen ihre Führungsrolle ernst und leisten&#13;
einen wichtigen Beitrag zur Integration Osteuropas&#13;
und Rußlands in das internationale System.&#13;
Vielen Dank!&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�ABRÜSTUNG&#13;
21. Februar 1996&#13;
&#13;
USA lehnen Stichtag für Beseitigung von&#13;
Nuklearwaffen ab&#13;
Rede von Botschafter Stephen Ledogar&#13;
&#13;
GENF - (AD) - Botschafter Stephen J. Ledogar, der amerikanische Vertreter bei der Genfer Abrüstungskonferenz&#13;
(Conference on Disarmament - CD) wies am 8. Februar 1996 den Vorschlag eines "zeitgebundenen Rahmens"&#13;
für die Beseitigung von Nuklearwaffen entschieden zurück.&#13;
In einer Rede vor der Genfer Abrüstungskonferenz forderte Ledogar das multilaterale Rüstungskontrollgremium&#13;
auf, sich auf die bevorstehende Arbeit zu konzentrieren: Die Aushandlung des Vertrags über ein umfassendes&#13;
Atomtestverbot (Comprehensive Test Ban Treaty - CTBT) - der Kernversuche für alle Zeit beenden würde - und&#13;
die Konvention über die Einstellung der Produktion von spaltbarem Material zur weltweiten Verwendung in&#13;
Nuklearwaffen.&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Rede von Botschafter Ledogar.&#13;
&#13;
Herr Präsident,&#13;
in der vergangenen Woche haben Sie allen Teilnehmern der Genfer Abrüstungskonferenz eine Reihe von&#13;
Fragen über die Rolle der CD im Hinblick auf "nukleare Abrüstung" gestellt. Ich antwortete Ihnen bilateral,&#13;
aber ich glaube, Ihre Fragen - und ich nehme an,&#13;
meine Antworten - sind wichtig genug, um offiziell&#13;
ausführlich erörtert zu werden.&#13;
Alle bei der Genfer Abrüstungskonferenz vertretenen&#13;
Länder stimmen bezüglich der Notwendigkeit von&#13;
Diskussionen über nukleare Abrüstung überein, die&#13;
zum letzlichen Ziel einer von Nuklearwaffen freien Welt&#13;
führen könnte. Seit Jahrzehnten haben die Amerikaner die Bestrebungen zur nuklearen Abrüstung der&#13;
US-Regierung unterstützt, deren jüngstes Beispiel die&#13;
Ratifizierung des START Il-Vertrags ist. Der STARTVertrag führt zu äußerst einschneidenden Reduzierungen - nahezu 75 Prozent - der Nukleararsenale der&#13;
Russischen Föderation und der Vereinigten Staaten&#13;
sowie zur Verlegung aller Kernwaffen aus der Ukraine,&#13;
Kasachstan und Belarus.&#13;
Das Inkrafttreten von&#13;
START II wird in noch einschneidenderen Reduzierungen resultieren. Dennoch gibt es unter den CDStaaten unterschiedliche Meinungen, wo, mit welcher&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
Geschwindigkeit und wie umfassendere Bestrebungen&#13;
zur nuklearen Abrüstung am besten verfolgt werden&#13;
könnten.&#13;
Die Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz für&#13;
den Nichtverbreitungsvertrag (NW) im Frühjahr&#13;
vergangenen Jahres führte zur unbegrenzten Verlängerung dieses Vertrags und war eine historische&#13;
Leistung für die gesamte Menschheit. Die Vereinigten&#13;
Staaten leiten ihre internationalen Verpflichtungen zur&#13;
nuklearen Abrüstung aus dem N W und dem NWProzeß her. Die Präambel und Artikel VI des N W&#13;
lauten: "Wünschen ... die Beseitigung von Nuklearwaffen und ihrer Trägersysteme aus den nationalen&#13;
Arsenalen gemäß einem Vertrag über allgemeine und&#13;
vollständige Abrüstung unter strikter und wirksamer&#13;
internationaler Kontrolle."&#13;
(Präambel, Absatz 12).&#13;
"Jede Vertragspartei verpflichtet sich, Verhandlungen&#13;
über wirksame Maßnahmen betreffend die Einstellung&#13;
des nuklearen Rüstungswettlaufs zu einem frühzeitigen Datum sowie betreffend nukleare Abrüstung&#13;
und einen Vertrag über allgemeine und vollständige&#13;
Abrüstung unter strikter und wirksamer internationaler&#13;
Kontrolle in gutem Glauben fortzusetzen." (Artikel VI).&#13;
Diese Vertragsverpflichtungen sind auch für alle&#13;
anderen Nationalstaaten der Welt bindend, mit Aus-&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�nähme der wenigen - ihre derzeitige Anzahl ist neun die nicht Vertragsparteien des N W sind. Mehrere&#13;
dieser geringen und noch abnehmenden Anzahl von&#13;
Ländern sind Teilnehmer der CD. Das ist ein wichtiger&#13;
Faktor, auf den ich zurückkommen werde.&#13;
Das bei der Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz für den N W im Mai vergangenen Jahres&#13;
verabschiedete Dokument über Grundsätze und Ziele&#13;
der nuklearen Nichtverbreitung und Abrüstung stellte&#13;
fest: "Die Konferenz bekräftigt die Notwendigkeit,&#13;
weiterhin mit Entschlossenheit auf die vollständige&#13;
Verwirklichung und wirksame Umsetzung der Bestimmungen des Vertrags hinzuarbeiten". Unter der&#13;
Überschrift "Nukleare Abrüstung" erklärt das Dokument ferner: "Die Vorhaben betreffend nukleare&#13;
Abrüstung wie im Vertrag über die Nichtverbreitung&#13;
von Nuklearwaffen niedergelegt, sollten daher mit&#13;
Entschlossenheit verwirklicht werden. In diesem&#13;
Zusammenhang bekräftigen die Atomwaffenstaaten&#13;
erneut ihre in Artikel VI erklärte Verpflichtung, Verhandlungen über wirksame Maßnahmen betreffend&#13;
nukleare Abrüstung in gutem Glauben fortzusetzen."&#13;
Das Dokument verweist ferner darauf, daß drei in&#13;
einem "Aktionsprogramm" erwähnte Maßnahmen&#13;
wichtig "für die vollständige Verwirklichung und&#13;
wirksame Umsetzung von Artikel VI sind". Der erste&#13;
Punkt ist der Abschluß der Verhandlungen über ein&#13;
umfassendes Atomtestverbot durch die Genfer&#13;
Abrüstungskonferenz spätestens im Jahr 1996. Der&#13;
zweite Punkt ist die unverzügliche Aufnahme und der&#13;
frühzeitige Abschluß von Verhandlungen zu einer&#13;
Konvention über das Verbot der Produktion von&#13;
spaltbarem Material für Nuklearwaffen oder andere&#13;
nukleare Sprengkörper durch die CD. Der dritte Punkt&#13;
ist "die entschlossene Verfolgung von systematischen&#13;
und progressiven Anstrengungen der Atomwaffenstaaten zur weltweiten Reduzierung von Nuklearwaffen mit&#13;
dem letzlichen Ziel der Beseitigung dieser Waffen, und&#13;
von allen Staaten zur allgemeinen und vollständigen&#13;
Abrüstung unter strikter und wirksamer internationaler&#13;
Kontrolle". Ich darf darauf verweisen, daß die CD von&#13;
den NW-Parteien als verantwortlich für die Aushandlung eines CTBT und einer Konvention über die&#13;
Einstellung der Produktion von spaltbarem Material&#13;
anerkannt, ihr jedoch nicht die gleiche Verantwortung&#13;
bei Bestrebungen zur weltweiten Reduzierung von&#13;
Nuklearwaffen übertragen wurde. Ich darf ferner&#13;
darauf verweisen, daß der dritte Punkt Abrüstungsverpflichtungen sowohl der fünf Atomwaffenstaaten als&#13;
auch aller anderen Parteien des Vertrags im einzelnen&#13;
darlegt.&#13;
Ungeachtet dieser eindeutig definierten NW-Verpflichtungen wurde im Anschluß an unsere Rückkehr&#13;
aus New York nach Genf von einigen in der CD mehr&#13;
Betonung auf das generelle Konzept der "nuklearen&#13;
Abrüstung" gelegt. Es wurde ein Junktim zwischen&#13;
einer Fortsetzung der Verhandlungen zu einer Kon-&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
vention über die Einstellung der Produktion von&#13;
spaltbarem Material und einem als "nukleare Abrüstung" bezeichneten Punkt hergestellt, unter dem seine&#13;
Verfechter nukleare Rüstungsreduzierungen nur der&#13;
fünf Atomwaffenstaaten zu verstehen schienen, jedoch&#13;
unter der Überwachung aller Teilnehmer der Genfer&#13;
Abrüstungskonferenz. Mehrere CD-Mitglieder gaben&#13;
eine logische Begründung für ein solches Junktim, die&#13;
Motive anderer blieben unklar.&#13;
Die Verfechter des Junktims entschieden sich, die&#13;
spezifischen, konkreten Aspekte der herkömmlichen&#13;
Sprachregelung zu ignorieren und vertraten die&#13;
Ansicht, der CTBT und die Konvention kämen nicht&#13;
länger als nukleare Abrüstungsmaßnahmen in Frage.&#13;
Auf jeden Fall wurden die Verhandlungen über die&#13;
Einstellung der Produktion von spaltbarem Material&#13;
vereitelt, obwohl die CD für diesen Zweck bereits ein&#13;
Ad-hoc-Komitee eingerichtet und ein entsprechendes&#13;
Mandat verabschiedet hatte. Diese Verhandlungen&#13;
sind bis heute blockiert. In der Tat ist es in diesem&#13;
Jahr in der CD Mode, Herr Präsident, die Tatsache zu&#13;
verschleiern, daß die Konferenz 1994 die Aushandlung&#13;
der Konvention im Jahr 1995 vereinbart hatte, diese&#13;
Verpflichtung dann jedoch nicht einhielt. Die für diese&#13;
Umkehrung Verantwortlichen schulden uns übrigens&#13;
eine Erklärung für ihre in die Höhe geschraubten&#13;
Forderungen.&#13;
Ebenfalls ungeachtet der Sprachregelungen des&#13;
Dokuments über Grundsätze und Ziele der&#13;
Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz für den&#13;
N W forderte die Bewegung der Blockfreien bei ihrem&#13;
Gipfeltreffen in Cartagena im Oktober vergangenen&#13;
Jahres zur Bestürzung meiner Regierung und der&#13;
vieler anderer die Genfer Abrüstungskonferenz auf,&#13;
"vordringlich ein Ad-hoc-Komitee einzurichten, damit&#13;
die Verhandlungen über ein schrittweises Programm&#13;
der nuklearen Abrüstung und letztlichen Beseitigung&#13;
von Nuklearwaffen in einem zeitgebundenen Rahmen&#13;
Anfang 1996 aufgenommen werden können...". Die&#13;
überwältigende Mehrheit der Teilnehmer des Gipfeltreffens der Blockfreien waren Gegner des N W , einige&#13;
wenige waren es nicht. Dieses Cartagena-Konzept&#13;
der Blockfreien wurde dann in eine Resolution der UNGeneralversammlung aufgenommen, die im Dezember&#13;
vergangenen Jahres "verabschiedet" wurde, jedoch&#13;
mit einer großen Zahl von Enthaltungen und 39&#13;
Neinstimmen, darunter die der Vereinigten Staaten.&#13;
Seit Beginn der Abrüstungskonferenz 1966 wurden&#13;
mehrere nationale Erklärungen abgegeben, die&#13;
Verhandlungen über nukleare Abrüstung in der CD&#13;
forderten. Diese individuellen Erklärungen enthalten&#13;
zusammen mit der kollektiven Erklärung der G-21, die&#13;
am 23. Januar hier vom Botschafter von Peru vorgelegt wurde, den Vorschlag, daß die CD im Rahmen&#13;
des NW-Dokuments über Grundsätze und Ziele eine&#13;
Verpflichtung zur Aushandlung von nuklearen Rüstungsreduzierungen hat, die letztlich zur Beseitigung&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�von Nuklearwaffen in einem zeitgebundenen Rahmen&#13;
führen im Einklang mit der oben erwähnten nicht&#13;
einstimmig verabschiedeten Resolution der UNGeneralversammlung zu diesem Thema. Herr Präsident, die ständige Wiederholung dieser Verzerrung&#13;
ändert die Realität dessen nicht, was im N W und beim&#13;
NVV-Überprüfungsprozeß&#13;
tatsächlich&#13;
vereinbart&#13;
wurde, und mehr als die ständige Wiederholung des&#13;
Wunsches der NW-Parteien nach Universalität des&#13;
N W könnte den wenigen Staaten Pflichten auferlegen,&#13;
die entschlossen darauf beharren, sie nicht zu übernehmen.&#13;
Der Gedanke einer Erörterung der nuklearen Abrüstung und eines Programms zur Reduzierung und&#13;
Beseitigung von Nuklearwaffen in einem zeitgebundenen Rahmen wirft mehrere Fragen auf. Was bedeutet&#13;
ein "zeitgebundener Rahmen"? Dramatische Reduzierungen von Nuklearwaffen finden statt im Einklang mit&#13;
veränderten politischen Umständen und der Triebkraft&#13;
der Interessen spezifischer Staaten an der Verringerung der Bedrohung durch Nuklearwaffen.&#13;
Herr Präsident, ich möchte kurz eine Reihe von&#13;
Beispielen nuklearer Abrüstung nennen, die der Mode&#13;
entsprechend in diesem Forum gerne übersehen&#13;
werden: Die SALT-Verhandlungen zwischen den&#13;
Vereinigten Staaten und der ehemaligen Sowjetunion&#13;
in den siebziger Jahren versuchten mit gewissem&#13;
Erfolg den Rüstungswettlauf aufzuhalten; das INFAbkommen mit der früheren Sowjetunion beseitigte in&#13;
den achtziger Jahren eine ganze Klasse von Nuklearwaffen; der Schwellenvertrag (Threshold Test Ban&#13;
Treaty - TTBT) zwischen den Vereinigten Staaten und&#13;
der ehemaligen Sowjetunion begrenzte den Detonationswert von Kernexplosionen; die jüngsten&#13;
unilateralen Zusicherungen von Atomwaffenstaaten&#13;
gegenüber Nichtatomwaffenstaaten, Nuklearwaffen&#13;
nicht einzusetzen oder deren Einsatz anzudrohen&#13;
(Resolution 984 des UN-Sicherheitsrats); die Protokolle zum Vertrag von Tlatelolco, das Antarktis-Abkommen und die erklärte Absicht der Vereinigten&#13;
Staaten und anderer Nuklearwaffenstaaten, in diesem&#13;
Jahr die Protokolle des Vertrags über die südpazifische atomwaffenfreie Zone zu unterzeichnen;&#13;
unilaterale Maßnahmen der Vereinigten Staaten&#13;
Anfang der neunziger Jahre zur Beseitigung Tausender von Gefechtsköpfen von Flugzeugen und Schiffen;&#13;
Tausende amerikanischer und russischer Gefechtsköpfe, die nicht mehr auf Ziele des jeweils anderen&#13;
Landes gerichtet sind; unilaterale Maßnahmen mehrerer Staaten zur Begrenzung der Produktion von&#13;
spaltbarem Material; die endgültige Beseitigung großer&#13;
Bestände solchen Materials aus Militärprogrammen&#13;
durch die Vereinigten Staaten und schließlich die&#13;
START I- und START Il-Verträge. Infolge von START&#13;
I ziehen die Vereinigten Staaten Tausende nuklearer&#13;
Gefechtsköpfe pro Jahr ab und werden letztlich ihre&#13;
strategischen Streitkräfte um 9.000 Gefechtsköpfe&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
reduzieren. START II hat die Verringerung weiterer&#13;
3.000 Gefechtsköpfe jeder Partei zum Ziel.&#13;
Wie können wir sicher sein, daß die von denjenigen,&#13;
die dem Dialog nur Pietät und Rhetorik hinzufügen,&#13;
diktierte Einführung eines "zeitgebundenen Rahmens"&#13;
nicht ein künstlicher Mechanismus wäre, der den von&#13;
mir gerade beschriebenen derzeitigen Trend zu&#13;
einschneidenden Reduzierungen von Nuklearwaffen&#13;
negativ beeinflussen würde? Im übrigen gibt es auch&#13;
eine praktische Realität, die Grenzen setzt: Die&#13;
maximale Kapazität der Vereinigten Staaten zur&#13;
Zerstörung der Tausende nuklearer Gefechtsköpfe im&#13;
Einklang mit den START-Verträgen ist bereits bis weit&#13;
ins 21. Jahrhundert erschöpft. Wie würde ein "zeitgebundener Rahmen" auf diesen Prozeß Anwendung&#13;
finden?&#13;
Eine weitere Frage ist, wie Verhandlungen über die&#13;
Beseitigung von Nuklearwaffen in einem "zeitgebundenen Rahmen" zu den unterschiedlichen Gegebenheiten in einzelnen Ländern mit unterschiedlichen Nuklearbeständen passen würden. Wie ich bereits sagte,&#13;
haben die Vereinigten Staaten und die Russische&#13;
Föderation bilaterale und ziemliche erfolgreiche&#13;
gegenseitige Anstrengungen zur Reduzierung ihrer&#13;
Nukleararsenale unternommen. Zwei andere Atomwaffenstaaten - Frankreich und Großbritannien - haben&#13;
eine Reihe wichtiger unilateraler Schritte zu nuklearer&#13;
Abrüstung unternommen. Bedauerlicherweise führt&#13;
der fünfte Atomwaffenstaat - China - weiterhin Kernversuche durch und modernisiert sein Nukleararsenal.&#13;
Einige argumentieren, die Atomwaffenstaaten mit den&#13;
größten Beständen müßten diese erst in einer bestimmten Größenordnung abbauen, bevor sie als die&#13;
Länder mit kleineren Arsenalen selbst Reduzierungen&#13;
in Erwägung ziehen könnten. Mit anderen Worten:&#13;
Die fünf erklärten Atomwaffenstaaten sind offensichtlich nicht alle bereit, jetzt auf die Herausforderung&#13;
multilateraler Verhandlungen zu reagieren.&#13;
Daher erscheint es uns logisch, Herr Präsident, daß&#13;
Verhandlungen über Reduzierungen zunächst zwischen den Fünf stattfinden müßten. Natürlich könnte&#13;
eine spätere Rolle für ein größeres Forum, möglicherweise die CD, nicht ausgeschlossen werden.&#13;
Femer erhebt sich die Frage, ob und wie Nuklearreduzierungen "in einem zeitgebundenen Rahmen" bestimmte nuklearfähige oder "Schwellenstaaten"&#13;
betreffen würden, die im Gegensatz zu den NWStaaten weder bezüglich der Existenz und Fortsetzung&#13;
ihrer Nuklearwaffenprogramme ernste Vertragsverpflichtungen haben noch im Hinblick auf Nuklearreduzierungen und Nichtverbreitung. Wie würde dieses&#13;
Gremium diese ehrgeizige und komplizierte Frage&#13;
behandeln?&#13;
Herr Präsident, wie ich Ihnen in unserem bilateralen&#13;
Gespräch erklärte, haben wir meines Erachtens ein&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�Terminologieproblem.&#13;
Meine Delegation ist der&#13;
Auffassung, daß die Genfer Abrüstungskonferenz&#13;
wenig außer nuklearer Abrüstung getan hat, seit wir im&#13;
Jahr 1992 die Chemiewaffenkonvention abgeschlossen haben. Der CTBT und die Konvention über die&#13;
Einstellung der Produktion von spaltbarem Material&#13;
sind die ersten beiden konkreten Schritte. Wenn diese&#13;
Aufgaben beendet und andere Bedingungen günstig&#13;
sind, müssen wir uns fragen: Wo können die Aspekte&#13;
der nuklearen Abrüstung am besten erörtert werden,&#13;
die Waffenreduzierungen auf multilateraler Basis&#13;
ansprechen?&#13;
Wir können Vor- und Nachteile für die mögliche&#13;
zukünftige Verwendung der CD für Verhandlungen&#13;
über nukleare Abrüstung ausmachen. Eine Frage, die&#13;
sich unmittelbar stellt und die unserer Ansicht nach&#13;
geklärt werden muß, lautet: Wie können wir bei diesem&#13;
wichtigen Thema in der CD - einem Gremium, das per&#13;
Konsens operiert - Fortschritte machen, wenn einige&#13;
wenige ihrer wichtigen Teilnehmer nicht nur Nuklearwaffen herstellen oder anderweitig beschaffen können,&#13;
sondern auch nicht einmal der NW-Verpflichtung&#13;
unterliegen, "Verhandlungen über wirksame Maßnahmen betreffend die Einstellung des nuklearen&#13;
Rüstungswettlaufs zu einem frühzeitigen Datum sowie&#13;
betreffend nukleare Abrüstung und einen Vertrag über&#13;
allgemeine und vollständige Abrüstung unter strikter&#13;
und wirksamer internationaler Kontrolle in gutem&#13;
Glauben fortzusetzen"?&#13;
Herr Präsident, glücklicherweise sind die Verhandlungen über einen CTBT weitergekommen, und die CD&#13;
hat bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Wie der&#13;
Direktor des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung, John Holum, bei der Eröffnung der Plenarsitzung der Genfer Abrüstungskonferenz in diesem Jahr&#13;
ausführte, ist der CTBT sowohl eine Abrüstungs- als&#13;
auch eine Nichtverbreitungsmaßnahme. In jüngster&#13;
Zeit wurde jedoch das Gespenst eines Junktims bei&#13;
nuklearer Abrüstung im Zusammenhang mit den&#13;
CTBT-Verhandlungen beschworen, das Fortschritte zu&#13;
behindern droht. Direktor Holum warnte, daß die&#13;
Bedrohung einer Einbettung des CTBT in einen&#13;
zeitgebundenen Rahmen ein gütiges Gesicht hat. Sie&#13;
trägt die Maske einer tiefen Verpflichtung zur Rüstungskontrolle. Er fügte hinzu, wenn man ein wichtiges Ziel einem anderen opfert, wird man bei beiden&#13;
scheitern.&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
Nukleare Abrüstung wird - zusammen mit Nichtverbreitungsfragen - sicherlich bei der NVV-Überprüfungskonferenz im Jahr 1997 von der großen Mehrheit&#13;
der Staaten diskutiert werden, die Parteien des&#13;
Vertrags sind. Wir hoffen, daß die CD-Teilnehmer bis&#13;
dahin nicht nur über den Abschluß eines CTBT,&#13;
sondern auch einer Konvention über die Einstellung&#13;
der Produktion von spaltbarem Material berichten&#13;
können - den beiden für die CD bei der Überprüfungsund Verlängerungskonferenz für den N W vereinbarten&#13;
Zielen. Die Vereinigten Staaten werden auch bereit&#13;
sein, im Rahmen des Mandats der Überprüfungs- und&#13;
Verlängerungskonferenz darüber zu berichten und&#13;
seine Leistungen zu erörtern, um als Atomwaffenstaat&#13;
systematische und progressive Bestrebungen zur&#13;
weltweiten Reduzierung von Nuklearwaffen mit dem&#13;
letztlichen Ziel der Beseitigung dieser Waffen zu&#13;
verfolgen. Alle NW-Parteien werden die Chance&#13;
haben, über ihre Bestrebungen zu allgemeiner und&#13;
vollständiger Abrüstung unter strikter und wirksamer&#13;
internationaler Kontrolle Bericht zu erstatten.&#13;
Wie ich Ihnen bei unserem privaten Gespräch sagte,&#13;
Herr Präsident, werden die Vereinigten Staaten bereit&#13;
sein, eine aktive und konstruktive Rolle bei den&#13;
Diskussionen und Verhandlungen über nukleare&#13;
Abrüstung zu spielen, wo immer sie stattfinden sollen.&#13;
Wir sind zu Gesprächen - ohne Vor- und Rahmenbedingungen - über unser gemeinsames Streben nach&#13;
Fortschritten zu diesem gemeinsamen Ziel bereit. Die&#13;
Vereinigten Staaten haben in der jüngsten Vergangenheit große Fortschritte in diesem Bereich erzielt, und&#13;
meine Regierung ist überzeugt und entschlossen, dies&#13;
auch in Zukunft zu tun.&#13;
Herr Präsident, wir sind uns alle einig, daß der Abschluß eines Vertrags über ein umfassendes Atomtestverbot ein entscheidender Schritt zum Ziel der nuklearen Abrüstung sein wird. Das bald danach erlassene&#13;
Verbot der Produktion von spaltbarem Material für&#13;
Waffen wäre ein weiterer wichtiger Beitrag dieser Art.&#13;
Wir wollen diese Aufgaben jetzt in Angriff nehmen,&#13;
während das Fenster der politischen Chancen zu ihrer&#13;
Verwirklichung geöffnet ist. Die Vereinigten Staaten&#13;
werden dort sein, wenn alle Nationen der Welt mit&#13;
Nuklearwaffenbeständen und -Programmen bereit zur&#13;
Aushandlung von Reduzierungen sind, nicht auf der&#13;
Grundlage von "Wir wollen nur darüber sprechen, was&#13;
Sie tun sollten", sondern auf der Grundlage von "Auch&#13;
über das, was wir besitzen, kann verhandelt werden".&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�WAHLEN&#13;
&#13;
'9 6&#13;
21. Februar 1996&#13;
&#13;
Meinungsumfragen, Probeabstimmungen,&#13;
Wahlwerbung und Vorwahlen&#13;
Mitteilungen zur amerikanischen Politik&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - Der nachfolgende Artikel versucht, das "wie" und "warum" der Wahlkampagne 1996 in&#13;
den Vereinigten Staaten zu erläutern.&#13;
&#13;
Meinungsumfragen&#13;
Die jüngste von The Boston Globe und WBZ-TV bei&#13;
republikanischen und unabhängigen Wählern durchgeführte Meinungsumfrage belegte, daß der Millionär&#13;
und Verleger Steve Forbes neun Punkte vor dem&#13;
Mehrheitsführer im Senat, Bob Dole - dem erklärten&#13;
Spitzenkandidaten bei den Vorwahlen am 20. Februar&#13;
- liegt.&#13;
Einer kurz zuvor unter möglichen Wählern veranstalteten Umfrage des Pew Research Center zufolge lag&#13;
Forbes etwas vor Dole, während bei einer ähnlichen&#13;
Befragung der American Research Group Dole zwei&#13;
zu eins vor Forbes lag.&#13;
Bei allen drei Meinungsumfragen belegte der Fernsehkommentator Pat Buchanan den dritten Platz, gefolgt&#13;
von dem ehemaligen Gouverneur von Tennessee,&#13;
Lamar Alexander, und dem texanischen Senator Phil&#13;
Gramm.&#13;
Forbes erzielt die meiste Publicity in New Hampshire&#13;
und Iowa, wo die Landeskonvente - Caucuses - am&#13;
12. Februar stattfinden, aufgrund seines kontroversen&#13;
Vorschlags einer 17prozentigen "Einheitssteuer"&#13;
anstelle des komplizierten amerikanischen Einkommensteuersystems sowie seiner Ausgaben in Millionenhöhe aus seinem Privatvermögen für Fernsehspots, die äußerst kritisch gegenüber Dole sind. Im&#13;
Gegenzug konzentrieren sich Doles Werbespots auf&#13;
Forbes politische Unerfahrenheit.&#13;
&#13;
nicht gut genug angesehen, es sei denn, er brächte die&#13;
Entscheidung. Bei den frühen Landeskonventen und&#13;
Vorwahlen sehen die Analysten den Kandidaten auf&#13;
einem starken zweiten Platz häufig als den echten&#13;
"Gewinner", der die Dynamik auf die nächste Wahlveranstaltung überträgt.&#13;
Die Probeabstimmung von Alaska&#13;
Eine unverbindliche Probeabstimmung oder inoffizielle&#13;
Zählung von Stimmen für republikanische Präsidentschaftskandidaten, die über einen Zeitraum von drei&#13;
Wochen hinweg in Alaska durchgeführt wurde, war&#13;
"ein weiteres Anzeichen, daß zu diesem Zeitpunkt&#13;
nichts wirklich definitiv ist", berichtete National Public&#13;
Radio.&#13;
Der konservative Kommentator Buchanan, der gegenüber dem Unternehmer Forbes bei den abgegebenen&#13;
Stimmen mit 33 zu 31 Prozent abschnitt, erklärte, der&#13;
Sieg sorge für "Energie, Feuer und Enthusiasmus bei&#13;
unseren Organisationen im ganzen Land". Obwohl der&#13;
"Schönheitswettbewerb" von Alaska nur einen Bruchteil der landesweiten Abstimmung ausmacht, berichteten die Medien ausführlich darüber.&#13;
Trotz der Unterstützung durch den Gouverneur von&#13;
Alaska und zwei Senatoren kam Dole auf den abgeschlagenen dritten Platz. Und jetzt besteht dem&#13;
Radiokommentator von Anchorage, Fritz Pettyjohn,&#13;
zufolge "das Potential für einen weit offenen Kampf um&#13;
die Nominierung".&#13;
&#13;
Ein erster Platz für Dole in Iowa - dem an seinen&#13;
Heimatsstaat angrenzenden Bundesstaat - würde als&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Tagung über nationale Themen&#13;
Meinungsumfragen sind nur ein Schnappschuß&#13;
dessen, was die Wähler zu einem bestimmten Zeitpunkt denken, und die Meinung kann sich aus einer&#13;
Vielzahl von Gründen schnell ändern. Greifbare&#13;
Beweise hierfür lieferte die Tagung über nationale&#13;
Themen - National Issues Convention - ein Experiment&#13;
in Demokratie, das Mitte Januar in Austin (Texas)&#13;
stattfand.&#13;
&#13;
Tagung erörtert wurden, gelangten fast 21 Prozent zu&#13;
der Schlußfolgerung, daß sie nicht gekürzt werden&#13;
sollten - verglichen mit neun Prozent bei der ersten&#13;
Umfrage.&#13;
Mit Ergebnissen wie diesem und ausführlicher Berichterstattung durch die amerikanischen Medien ist es&#13;
sehr gut möglich, daß in Zukunft weitere "beratende&#13;
Umfragen" durchgeführt werden.&#13;
Wahlwerbung&#13;
&#13;
Insgesamt 459 Personen aus den gesamten Vereinigten Staaten wurden willkürlich zur Teilnahme&#13;
ausgewählt. Zur Einschätzung ihrer Sichtweise wurde&#13;
eine Meinungsumfrage durchgeführt. Dann kamen die&#13;
Teilnehmer in kleinen Gruppen zusammen, um über&#13;
die Krankheiten der Nation zu sprechen. Danach fand&#13;
eine zweite identische Befragung statt um herauszufinden, ob sie ihre Meinung geändert hatten.&#13;
Das Ergebnis belegte, so die Veranstalter der ersten&#13;
"beratenden Umfrage" in den Vereinigten Staaten, daß&#13;
sich die öffentliche Meinung beträchtlich ändert, wenn&#13;
die Menschen eine Chance haben, miteinander zu&#13;
sprechen, Broschüren zu bestimmten Themen zu&#13;
lesen und sowohl Kandidaten als auch Experten zu&#13;
befragen.&#13;
Unter den republikanischen Präsidentschaftskandidaten, die bei der Tagung sprachen, waren der&#13;
Senator von Texas, Phil Gramm, der Senator von&#13;
Indiana, Richard Lugar, und der Unternehmer Steve&#13;
Forbes. Ein weiterer Redner war Vizepräsident AI&#13;
Gore, der voraussichtlich weiterhin das demokratische&#13;
Wahlteam mit Präsident Clinton bilden wird, obwohl&#13;
sie ihre Kandidatur für die Wiederwahl noch nicht&#13;
offiziell erklärt haben.&#13;
"Dieses Experiment war wie ein Fenster zu Amerika",&#13;
stellte James Fishkin, Professor an der University of&#13;
Texas fest, der die Tagung über nationale Themen ins&#13;
Leben gerufen und organisiert hat. "Der politische&#13;
Prozeß würde mehr von einem ernsthaften Dialog mit&#13;
den Wählern, von weniger irreführender Werbung und&#13;
Schlagworten profitieren."&#13;
Fishkins Experiment bewies, daß die Testpersonen&#13;
ihre Meinung zu einem breiten Spektrum von Themen&#13;
änderten - von der Einheitssteuer bis zu außenpolitischen Fragen bezüglich des Umfangs der militärischen Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten&#13;
Staaten und anderen Nationen.&#13;
Von besonderer Bedeutung für ein ausländisches&#13;
Publikum ist der Meinungswandel, den die Testpersonen bei der Auslandshilfe vollzogen. Herkömmliche&#13;
Meinungsumfragen belegen kontinuierlich, daß die&#13;
Amerikaner den Prozentsatz des Haushalts überschätzen, der für Auslandshilfe aufgewandt wird. Als&#13;
die tatsächlichen Ausgaben für Auslandshilfe bei der&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
Ein Weg, den Präsidentschaftswahlkampf in den&#13;
Vereinigten Staaten zu verfolgen, besteht darin, sich&#13;
auf die Fernsehwerbung zu konzentrieren, so der&#13;
politische Beobachter Jerry Hagstrom, weil die Werbespots der Kandidaten Aufschluß über ihre Wahlkampffonds und ihren Stand in dem Wettkampf geben&#13;
sowie über ihre Positionen zu Themen, die für die&#13;
Wähler von Bedeutung sind.&#13;
Hagstrom, Redakteur beim National Journal, stellte&#13;
vor kurzem bei einer Informationsveranstaltung im&#13;
Foreign Press Center des US-Informationsamts fest,&#13;
Erfahrung und Organisationstalent - oder der Mangel&#13;
derselben - würden in Stil, Form und Inhalt der Spots&#13;
offenkundig.&#13;
Ihm zufolge gibt es vier Arten politischer Werbespots:&#13;
biographische, die als erstes benutzt werden,&#13;
um die Öffentlichkeit mit dem Kandidaten&#13;
bekannt zu machen. Sie enthalten häufig&#13;
Graphiken und patriotische Musik.&#13;
Probleme, zu denen eine bestimmte Position&#13;
bezogen wird, und die sich für gewöhnlich auf&#13;
eine bestimmte geographische Region konzentrieren.&#13;
Angriffe, die als "negativ" angesehen und oft&#13;
für Kritik an Gegnern verwendet werden, die&#13;
vermeintlich Fortschritte im Wahlkampf machen.&#13;
Erbauliches in dem Versuch, die Werbeserie&#13;
mit einer Botschaft des "Wohlgefühls" und der&#13;
Inspiration enden zu lassen.&#13;
Hagstrom verwies darauf, daß die Kandidaten den&#13;
Großteil ihrer Fernsehspots in den letzten Minuten vor&#13;
den wichtigsten Vorwahlen und Landeskonventen&#13;
zeigen in dem Bestreben, die unentschiedenen Wähler&#13;
für sich zu gewinnen.&#13;
Die Vorwahlen - Primaries&#13;
Die Präsidentschaftswahlen 1996 sind noch neun&#13;
Monate entfernt, aber der Auswahlprozeß der Kandi-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�daten, die sich in dieser Wahl stellen wollen, hat&#13;
bereits begonnen.&#13;
Präsident Clinton hat bisher keinen Konkurrenten bei&#13;
der Nominierung für die Demokratische Partei, aber in&#13;
der Republikanischen Partei ist das Feld voll und der&#13;
Wettkampf hat begonnen. Bevor die Kandidaten zu&#13;
den Bundeskonventen gehen, die jede Partei zur&#13;
Nominierung ihres Präsidentschaftskandidaten abhält,&#13;
müssen sie erst die Stimmen der Delegierten der&#13;
Bundesstaaten gewinnen, die bei diesen Konventen&#13;
wählen.&#13;
Dies geschieht auf zweierlei Weise: Entweder in einer&#13;
Vorwahl, bei der die Wähler sich für einen Kandidaten&#13;
und die ihn unterstützenden Delegierten für den&#13;
Konvent entscheiden, oder bei einer Reihe von&#13;
Landeskonventen und Treffen, bei denen die Parteimitglieder ihre Unterstützung für die einzelnen Kandidaten&#13;
zum Ausdruck bringen. Diejenigen, die sich zur&#13;
Unterstützung des Kandidaten verpflichtet haben,&#13;
werden dann als Teilnehmer der Konvente ausgewählt.&#13;
Seit Jahrzehnten wurden die ersten Landeskonvente&#13;
in dem kleinen Staat Iowa im Mittelwesten abgehalten.&#13;
Und die erste Vorwahl findet in dem noch kleineren&#13;
nordöstlichen Staat New Hampshire statt.&#13;
Bob Beckel führte den Präsidentschaftswahlkampf des&#13;
ehemaligen Vizepräsidenten Walter Mondale im Jahr&#13;
1984. Ihm zufolge haben die Kandidaten historisch&#13;
gesehen keine andere Wahl als in Iowa und New&#13;
Hampshire große Anstrengungen zu unternehmen,&#13;
"denn das Wichtigste zu diesem Zeitpunkt ist Geld, und&#13;
wenn sie in diesen beiden Bundesstaaten nicht gut&#13;
abschneiden, wird es sehr schnell knapp und die&#13;
Kameras gehen aus - das ist die größte Furcht.&#13;
Deswegen wird so große Betonung auf Iowa und New&#13;
Hampshire gelegt. Denn wenn man da nicht in&#13;
einigermaßen guter Verfassung durchkommt, kann&#13;
man genausogut nach Hause gehen und zusehen."&#13;
Kritiker des Prozesses argumentieren, daß sowohl&#13;
Iowa als auch New Hampshire zu viel Einfluß auf die&#13;
Präsidentschaftswahlen und die Tendenz zur Beeinflussung der Ergebnisse haben. Die Landeskonvente&#13;
von Iowa werden beispielsweise an einem kalten&#13;
Februarabend abgehalten, zu denen nur die Engagiertesten - einige sagen, nur die Ideologen - der Partei&#13;
kommen.&#13;
Infolgedessen, erklären die Kritiker, nehmen die&#13;
Kandidaten beider Parteien bei diesen entscheidenden&#13;
frühen Wahlkämpfen Positionen ein, die extremer sind&#13;
als die von den meisten Menschen in den Vereinigten&#13;
Staaten vertretenen. Und die beiden Staaten, so die&#13;
Kritiker weiter, sind relativ klein, dünn besiedelt und&#13;
verfügen nicht über die rassische oder ethnische&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
Vielfalt.diedenGroßteildesübrigenLandescharakterisiert.&#13;
In diesem Jahr könnte sich zum ersten Mal seit&#13;
Jahrzehnten die besondere Position von Iowa und&#13;
New Hampshire wandeln. Der Südstaat Louisiana hat&#13;
für den 6. Februar einen Landeskonvent anberaumt,&#13;
nahezu eine Woche vor dem für den 12. Februar in&#13;
Iowa festgesetzten. Und der Bundesstaat Delaware&#13;
hat für den 24. Februar eine Vorwahl geplant - vier&#13;
Tage nach dem Wahlkampf von New Hampshire, wird&#13;
dies als ein Versuch angesehen, dem Bundesstaat&#13;
New England etwas von seiner Bedeutung zu stehlen.&#13;
Ob nun weiterhin die ersten großen Ausscheidungskämpfe für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen in Iowa und New Hampshire stattfinden oder&#13;
ob andere Bundesstaaten versuchen, ins nationale&#13;
Rampenlicht zu gelangen - in diesem Monat kommt&#13;
Bewegung in den Präsidentschaftswahlkampf.&#13;
Oregon: Die erste Briefwahl für Kongreßwahlen&#13;
Die republikanische Mehrheit im amerikanischen Senat&#13;
ist auf 53 zu 47 geschrumpft, nachdem die Demokraten bei einer Sonderwahl in Oregon den von Bob&#13;
Packwood freigemachten Sitz eroberten, der im Herbst&#13;
vergangenen Jahres aufgrund von angeblichem&#13;
ethischen und sexuellen Fehlverhalten zurücktrat.&#13;
Im Bundesstaat Oregon wurde eine einzigartige&#13;
dreiwöchige Briefwahl durchgeführt, mit der in der&#13;
Person des demokratischen Kongreßabgeordneten&#13;
Ron Wyden zum ersten Mal seit 34 Jahren ein demokratischer Senator in Oregon gewählt wurde, wobei er&#13;
den Senatspräsidenten des Staates Oregon, Gordon&#13;
Smith, mit 48 zu 47 Prozent der Stimmen knapp in&#13;
einem Wahlkampf mit sechs Kandidaten besiegte.&#13;
Wyden wird die verbleibenden drei Jahre von Packwoods Amtszeit übernehmen.&#13;
Oregon hat seit langem bei Wahlkämpfen gemäßigte&#13;
bis liberale Kandidaten unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit unterstützt.&#13;
"Dies war ein Wahlkampf um die Werte von Oregon",&#13;
äußerte Wyden. "Aber ich denke, er hat nationale&#13;
Auswirkungen. Wir haben beispielsweise bei unseren&#13;
Gesetzen für sauber Luft und sauberes Wasser auf&#13;
überparteilicher Basis zusammengearbeitet. Dieser&#13;
Kongreß versucht, das rückgängig zu machen, und&#13;
den Einwohnern von Oregon gefällt das nicht."&#13;
Der New York Times zufolge war der Wahlkampf ein&#13;
"Probelauf" für die Kongreßwahlen im November, bei&#13;
denen Wyden Wahlkampfunterstützung von Präsident&#13;
Clinton erhielt und Smith bei den Wahlkampfthemen&#13;
Umwelt, Schwangerschaftsabbruch und der Krankenversicherung Medicare für die älteren Mitbürger&#13;
Stimmen in republikanischen Wahlkreisen verlor.&#13;
Meinungsumfragen belegten auch, daß die unent-&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�schiedenen Wähler für Wyden stimmten, als er sich&#13;
gegen negative Wahlwerbung aussprach.&#13;
Der Beobachter der demokratischen Partei Terry&#13;
Michaels stellte fest, die Schlußfolgerung sei falsch,&#13;
Wydens Sieg komme der "Zustimmung zu programmatischem Liberalismus" oder dem "Ende der GingrichRevolution" gleich. Er fügte jedoch hinzu: "Der Kampf&#13;
liegt noch vor uns - im Herbst."&#13;
Russell Sadler, Rundfunkjournalist aus Oregon&#13;
kommentierte: "Es ist ein Alarmsignal für die Republikanische Partei von Oregon, deren christlicher&#13;
Flügel die Führung übernommen und die sich zunehmend im rechten Spektrum isoliert hat. Es ist eine&#13;
Botschaft, daß Demokraten in Staatsämter gewählt&#13;
werden, wenn die Partei weiterhin diese eher konservativen Kandidaten nominiert."&#13;
Mit der Feststellung, Smith habe "um Haaresbreite den&#13;
Sieg verfehlt", erklärte der Vorsitzende des nationalen&#13;
Komitees der Republikaner, Haley Barbour, die&#13;
Wahlergebnisse "stellen klar, daß Bill Clinton im&#13;
November keinen Bundesstaat als sicher annehmen&#13;
kann".&#13;
Die Vertreter des Bundesstaates waren erfreut, daß&#13;
die Briefwahl ein Rekordergebnis von über 65 Prozent&#13;
der registrierten Wähler hervorbrachte und stellten&#13;
fest, die Präsidentschaftsvorwahl im März in Oregon&#13;
würde ebenfalls per Briefwahl durchgeführt.&#13;
Mögliche Daten für die Fernsehdebatten der&#13;
Präsidentschaftskandidaten&#13;
Die parteiunabhängige Kommission für die Fernsehdebatten der Präsidentschaftskandidaten hat folgende&#13;
Daten vorgeschlagen:&#13;
1.&#13;
2.&#13;
3.&#13;
4.&#13;
&#13;
Präsidentschaftskandidaten: Mittwoch, 25.&#13;
September, St. Louis (Missouri)&#13;
Vizepräsidentschaftskandidaten: Mittwoch, 2.&#13;
Oktober, Hartford (Connecticut)&#13;
Präsidentschaftskandidaten: Mittwoch, 9.&#13;
Oktober, St. Petersburg (Florida)&#13;
Präsidentschaftskandidaten: Mittwoch, 16.&#13;
Oktober, San Diego (Kalifornien)&#13;
&#13;
Die Termine und Orte werden erst im weiteren Verlauf&#13;
des Jahres von den Nominierten der beiden Parteien&#13;
endgültig festgelegt. Die Kommission unterbreitete&#13;
den Vorschlag, daß jede landesweit im Fernsehen&#13;
übertragene Debatte 90 Minuten lang ist, sowohl&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
Seite 4&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
außen- als auch innenpolitische Themen anspricht und&#13;
nur einen Moderator ohne ein Podium von Fragestellern hat.&#13;
Der demokratische Esel und der republikanische&#13;
Elefant&#13;
Die politische Kultur Amerikas ist reich an Bildern,&#13;
Karikaturen und Cartoons. Zwei der berühmtesten&#13;
Beispiele hierfür sind die Symbole, die stellvertretend&#13;
für die Demokratische und die Republikanische Partei&#13;
stehen: Der Esel und der Elefant.&#13;
Der demokratische Esel - das ältere politische Maskottchen - erschien Mitte des 19. Jahrhunderts in&#13;
mehreren Karikaturen und wurde schließlich 1870&#13;
durch Thomas Nast populär, den ersten modernen&#13;
politischen Karikaturisten der Vereinigten Staaten. Er&#13;
kritisierte die Demokraten für ihre wiederholten Angriffe&#13;
auf Edwin Stanton, einen republikanischen Regierungsvertreter, der im Jahr zuvor gestorben war. Nast&#13;
zeichnete die Demokratische Partei als Esel, der wild&#13;
auf einen toten Löwen eintritt, der Stanton darstellen&#13;
soll.&#13;
Dies war nicht der einzige Beitrag Nasts zur politischen&#13;
Satire. 1874 entwarf er das Maskottchen der Republikaner. Als leidenschaftlicher Republikaner wählte&#13;
Nast den Elefanten aufgrund der Qualitäten, die dieses&#13;
Tier besitzen soll: Intelligenz, Stärke, Witz und Gelassenheit. Das erste Erscheinen des Elefanten in der&#13;
Wochenzeitschrift Harper's sollte die Befürchtungen&#13;
der republikanischen Wähler zerstreuen, die besorgt&#13;
waren, Präsident Ulysses S. Grant könnte für eine&#13;
dritte Amtszeit kandidieren.&#13;
Die Karikatur zeigt einen Esel mit einer Löwenmähne,&#13;
der eine Gruppe von Tieren anknurrt, darunter einen&#13;
armen, unschuldigen Elefanten mit dem Schild "Die&#13;
republikanische Stimme". Der wilde, als "Cäsarismus"&#13;
bezeichnete Esel versucht die Wähler zu überzeugen,&#13;
daß die Demokraten wirklich eine Partei sind, die man&#13;
fürchten muß. Der Elefant wurde sofort populär und ist&#13;
heute das Maskottchen der Republikanischen Partei.&#13;
Politische Karikaturen sind ein nützliches Mittel, um&#13;
verschiedene aktuelle politische Themen zu kritisieren&#13;
und hervorzuheben. Die Verwendung von Tieren ist&#13;
eine besonders effektive Ausdrucksmethode. Der&#13;
republikanische Elefant und der demokratische Esel&#13;
werden zweifelsohne noch viele Jahre lang Bestandteil&#13;
der amerikanischen Politik sein.&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
*&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�DATEN AUTOBAHN&#13;
&#13;
21. Februar 1996&#13;
&#13;
Clinton: Nutzung von Technologie&#13;
für eine bessere Zukunft&#13;
Rede des Präsidenten vor Nil-Rat&#13;
&#13;
WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton zufolge enthält die Technologie das Versprechen des Amerikanischen&#13;
Traums für alle Mitbürger, die dafür zu arbeiten bereit sind, und bietet allen einen Weg zur weiteren&#13;
Zusammenarbeit in einem neuen Zeitalter.&#13;
In seiner Rede beim Treffen des Rats für die nationale Informations-Infrastruktur (NM) am 13. Februar 1996, bei&#13;
dem ihm der Abschlußbericht des seit drei Jahren bestehenden Rats vorgelegt wurde, dankte der Präsident&#13;
allen, die das Verständnis der Datenautobahn erleichtert haben.&#13;
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Präsidenten in wesentlichen Auszügen.&#13;
&#13;
Sie alle wissen, daß wir an der Schwelle zu einem&#13;
Zeitalter unglaublicher Chancen für das amerikanische&#13;
Volk stehen. Meines Erachtens wird die Unterzeichnung des Telekommunikationsgesetzes von 1996 in&#13;
der vergangenen Woche zur Verbesserung dieser&#13;
Möglichkeiten beitragen, und ich möchte Reed Hunt&#13;
und allen anderen danken, die diese Gesetzesvorlage&#13;
ausgearbeitet und unterstützt haben.&#13;
Überlegen Sie, was seit der Gründung dieses Rats im&#13;
Jahr 1993 alles geschehen ist - die Weiterentwicklung&#13;
des Internet, der durch Computeranimation entstandene Film, die Technologieexplosion. Wir wissen,&#13;
daß das Potential zur wirtschaftlichen und sonstigen&#13;
Verbesserung des Lebens der Amerikaner absolut&#13;
überwältigend ist. Und wir alle wissen, daß wir erst&#13;
am Anfang dieses Prozesses stehen.&#13;
Am Telekommunikationsgesetz hat mir besonders&#13;
gefallen, daß es ein gewisses Maß an öffentlichem&#13;
Interesse erfordert, das meiner Ansicht nach am&#13;
besten für das steht, was wir tun sollten und wie wir es&#13;
tun sollten. Sie wissen, daß das Gesetz letztlich&#13;
nahezu einstimmig verabschiedet wurde, und für mich&#13;
repräsentiert es das Modell der öffentlichen und&#13;
privaten Zusammenarbeit, die wir in so vieler Hinsicht&#13;
für die Zukunft benötigen.&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
Offenkundig setzt das Gesetz die Kräfte des Marktes&#13;
mehr als je zuvor frei. Es birgt enorme neue Chancen&#13;
für Information, Lernen und Unterhaltung. Dies wird&#13;
im Einklang mit den besten Prinzipien fairen Wettbewerbs und des öffentlichen Interesses erfolgen.&#13;
Unter anderem wird es unsere Empfehlungen der&#13;
KickStart-lnitiative aufgrund der darin enthaltenen&#13;
Garantien für den Zugang von Schulen, Bibliotheken&#13;
und Krankenhäusern zur Datenautobahn gesetzlich&#13;
verankern. Dies alles berechtigt zu Hoffnungen.&#13;
Denken Sie an die unser Land konfrontierenden&#13;
Herausforderungen, beispielsweise die von mir in&#13;
meinem Bericht zur Lage der Nation erwähnten: Die&#13;
Herausforderung, starke Familien zu schaffen und&#13;
allen Kindern eine Kindheit zu geben; die Herausforderung, jedem Amerikaner Zugang zu der Bildung&#13;
zu gewähren, die wir für das 21. Jahrhundert benötigen; die Herausforderung, den Amerikanern in einer&#13;
Zeit, in der ihr spezieller Arbeitsplatz weniger sicher&#13;
sein könnte als früher, mehr wirtschaftliche Sicherheit&#13;
zu bieten; die Herausforderung, unsere Straßen sicher&#13;
zu machen, unsere Umwelt sauber zu halten, die&#13;
Integrität unserer Regierung wiederherzustellen und&#13;
unsere Führungsrolle in der Welt zu bewahren. All&#13;
dies geht mit der Technologieexplosion einher, die von&#13;
der Datenautobahn verkörpert wird.&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�Wir wissen jetzt beispielsweise, daß wir den Familien&#13;
mehr Sicherheit geben können, indem wir aufgrund&#13;
der Technologie eine bessere Gesundheitsfürsorge&#13;
anbieten. Die Menschen in den ländlichen Gebieten&#13;
können Verbindung zu einem Arzt in einer Stadt über&#13;
das ganze Land hinweg aufnehmen, damit er ein&#13;
medizinisches Problem löst. Wir wissen, unser&#13;
Strafrechtssystem kann aufgrund von Computern&#13;
entschieden besser funktionieren. Wir sehen, daß&#13;
gefährliche Kriminelle per Computer vor Gericht&#13;
gestellt werden können, ohne vom Polizeirevier ins&#13;
Gericht gebracht werden zu müssen. Wir können&#13;
unsere Chancen zum Aufspüren von Problemen&#13;
aufgrund von Technologie erweitern. Wenn heute&#13;
jemand ein Auto stiehlt, es quer durch das Land fährt&#13;
und auf dem Parkplatz vor einem Einkaufszentrum&#13;
abstellt, kann der Besitzer buchstäblich binnen&#13;
Sekunden nachdem das Auto gefunden wurde,&#13;
ermittelt und der Tatbestand geklärt werden&#13;
Wir wissen, Technologie kann dazu beitragen, daß&#13;
unsere Regierung besser arbeitet, und dies ist bereits&#13;
in vielfältiger Weise geschehen. Millionen von Amerikanern werden in diesem Jahr ihre Steuererklärungen&#13;
elektronisch machen, wodurch sie viel Zeit ersparen.&#13;
Wir wissen, daß Amerikaner, die ein kleines Unternehmen gründen, die ganzen Informationen hierfür online&#13;
abfragen können. Und dies ist erst der Anfang. Die&#13;
KickStart-lnitiative ist für mich besonders wichtig&#13;
aufgrund der ihr inhärenten Versprechungen zur&#13;
Erlangung eines meiner wichtigsten Ziele: Der Vernetzung aller Schulen, Bibliotheken und Gemeindezentren in diesem Land bis zum Jahr 2000 mit der&#13;
Datenautobahn.&#13;
Das kann von Gemeinde zu Gemeinde geschehen.&#13;
Ich war vor kurzem in Concord (New Hampshire), nur&#13;
zwei Tage, nachdem die Schulen in dieser Gemeinde&#13;
vernetzt worden waren. Es waren wirklich Bestrebungen auf Gemeindeebene der Art, wie wir sie benötigen. Ich war zufällig in einer Schule der Gegend mit&#13;
dem niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen der Gemeinde.&#13;
Ich sah, was die Gemeindevertreter unternommen&#13;
hatten, um den Schülern Geräte zur Verfügung zu&#13;
stellen, die sie mit nach Hause nehmen und gemeinsam mit ihren Eltern benutzen konnten, sogar Schüler,&#13;
die aus bescheidenen Verhältnissen stammten mit&#13;
Eltern ohne formale Bildung oder vorherige Erfahrung.&#13;
&#13;
Schülern erlaubt, Dinge zu tun, die sie nie zuvor tun&#13;
konnten - Grauwale zu studieren oder die Vulkane auf&#13;
Hawaii, die Galapagosinseln zu erforschen - all das,&#13;
ohne das Klassenzimmer zu verlassen. Ich erinnere&#13;
mich, daß ich vor nicht allzu langer Zeit einen Achtklässler aus Albany (New York) traf, der einen Aufsatz&#13;
über Vulkane geschrieben hatte - ausschließlich&#13;
anhand von Material aus Australien dank des Zugangs&#13;
zur Datenautobahn.&#13;
Wir wissen auch, daß Technologie die Bildungschancen in allen Schulen verbessern kann, selbst in&#13;
Bereichen, wo die Leistungen bisher sehr bescheiden&#13;
waren. Die Christopher Columbus School in Union&#13;
City (New Jersey), die Sie in Ihrem Bericht erwähnen,&#13;
ist eine Schule, die ich Ende der Woche besuchen&#13;
möchte, um die Bedeutung Ihrer Empfehlungen sowie&#13;
unser Ziel zu unterstreichen und allen Amerikanern in&#13;
diesem Land zu demonstrieren, daß Technologie&#13;
wirklich etwas bewirken kann.&#13;
In meinem Bericht zur Lage der Nation habe ich&#13;
festgestellt, während wir die Art der Arbeit und des&#13;
Arbeitsplatzes verändern und immer mehr Organisationen weniger bürokratisch, hierarchisch, dafür aber&#13;
flexibler werden, verschwindet auch das Zeitalter des&#13;
aufgeblähten, zentralisierten Regierungsapparats.&#13;
Die heutige Regierung ist die schlankste seit 1965.&#13;
Bis Ende dieses Jahres wird sie die schlankste&#13;
Regierung seit 1963 sein.&#13;
Aber nur weil wir keine aufgeblähte Regierung im&#13;
herkömmlichen Sinne haben, heißt das nicht, daß sie&#13;
schwach ist. Es bedeutet nicht, daß der einzelne,&#13;
Familien und Gemeinden wieder zu der Zeit zurückkehren sollten, in der sie für sich selbst sorgen&#13;
mußten. In dieser uns konfrontierenden neuen Welt&#13;
können wir nur durch Zusammenarbeit die Chancen&#13;
nutzen und die Probleme bekämpfen.&#13;
Sie haben ein Beispiel gesetzt. Und dieser Bericht&#13;
zeigt den Rahmen der Partnerschaft auf, dank der die&#13;
Menschen das meiste aus ihrem Leben machen und&#13;
die Gemeinden das Beste tun können, um die sich&#13;
ihnen bietenden Chancen zu ergreifen. Diesem&#13;
Beispiel sollten die Amerikaner in vielen anderen&#13;
Lebensbereichen unserer Nation folgen.&#13;
&#13;
Das Basiselement von KickStart auf Gemeindeebene&#13;
ist unglaublich wichtig, und ich beglückwünsche Sie zu&#13;
der Sicherstellung, daß wir alle unseren Teil zum&#13;
Erfolg der Initiative beitragen.&#13;
&#13;
Dank Ihrer Unterstützung für die Benton Foundation,&#13;
die ich besonders begrüße, werden zahlreiche&#13;
Schulen, Bibliotheken und Gemeinden voneinander&#13;
lernen und den Fortschritt sehr viel mehr beschleunigen können als es sonst möglich gewesen wäre.&#13;
&#13;
Wie Sie in Ihrem Bericht feststellten, verbessert sich&#13;
die Bildung dank Bildungstechnologie. Sie sehen es&#13;
an den Prüfungsergebnissen der Clearview-Grundschule in Chula Vista (Kalifornien), die Sie als Beispie!&#13;
anführen. Sie wissen auch, daß die Technologie den&#13;
&#13;
Mit Hilfe des von Bill Nye, Disney und AT&amp;T produzierten Videos fällt es allen sehr viel leichter, die Datenautobahn zu verstehen. Herzlichen Dank an Sie und&#13;
alle anderen Unternehmen, die einen Beitrag zu&#13;
diesem Projekt geleistet haben.&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�Abschließend möchte ich etwas unterstreichen, das&#13;
für Sie vielleicht offensichtlich ist, für viele andere Amerikaner jedoch nicht auf der Hand liegt, die&#13;
nicht diesen Entwicklungen ausgesetzt waren. Es&#13;
geht nicht um Technologie um der Technologie willen.&#13;
Es geht um den Einsatz von Technologie, damit die&#13;
Menschen zusammenarbeiten können, um für sich&#13;
und ihre Familien eine bessere Zukunft zu gestalten.&#13;
Sie haben dazu beigetragen, Amerika vor eine&#13;
Herausforderung zu stellen, und Sie haben uns den&#13;
Weg gezeigt - einen Weg, der das Versprechen des&#13;
Amerikanischen Traums für alle unsere Mitbürger&#13;
&#13;
enthält, die dafür zu arbeiten bereit sind, und uns allen&#13;
weitere Zusammenarbeit in einem neuen Zeitalter&#13;
ermöglicht.&#13;
Das ist die wichtigste Lektion, die ich als Präsident&#13;
gelernt habe. Wir müssen neue Wege der Zusammenarbeit finden, damit die Menschen als Einzelpersonen und Familien in den Gemeinden ihr großes&#13;
Versprechen einlösen können - und Sie haben das in&#13;
diesen beiden Berichten getan. Unser Land steht in&#13;
Ihrer Schuld, und ich danke Ihnen.&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
Seite 3&#13;
&#13;
�RIAS&#13;
21. Februar 1996&#13;
&#13;
Förderung der deutsch-amerikanischen Verständigung&#13;
Ansprache des Gesandten J.D. Bindenagel&#13;
&#13;
BERLIN - (AD) - Anläßlich der Preisverleihung der RIAS BERLIN-Kommission am 7. Februar 1996 in Berlin hielt&#13;
der Gesandte der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland, J.D.&#13;
Bindenagel, nachfolgende Rede.&#13;
&#13;
Mit der zweiten jährlichen Preisverleihung der RIASKommission setzen wir heute abend eine "Neue&#13;
Tradition" der deutsch-amerikanischen Freundschaft&#13;
hier in Berlin fort.&#13;
Während des Kalten Krieges, als Berlin ein belagerter&#13;
Außenposten weit hinter dem Eisernem Vorhang war,&#13;
sendete RIAS lebenswichtige Informationen für&#13;
Deutsche auf beiden Seiten der Mauer. RIAS trug&#13;
dazu bei, den Traum von Freiheit und Einheit am&#13;
Leben zu erhalten.&#13;
Dieser Traum wurde wahr. Heute ist Berlin erneut die&#13;
Hauptstadt Deutschlands und ein dynamischer Knotenpunkt im Zentrum Europas.&#13;
Der Eiserne Vorhang ist in der Tat bereits eine verblassende Erinnerung. Und mit seiner Beseitigung&#13;
haben wir ein Zeitalter der Konfrontation und Gefahr&#13;
hinter uns gelassen. Unsere Welt ist heute zweifelsohne besser und sicherer, aber weit davon entfernt,&#13;
perfekt zu sein. In vieler Hinsicht ist sie sogar noch&#13;
komplexer geworden, mit alten Risiken, die jetzt durch&#13;
eine Vielzahl weniger orthodoxer Gefahren ersetzt&#13;
wurden.&#13;
Wir müssen nicht länger die Sowjetunion fürchten,&#13;
aber wir fühlen umso deutlicher den Druck ethnischer&#13;
Konflikte, territorialer Streitigkeiten, eines der Umwelt&#13;
abträglichen Bevölkerungswachstums, von Umweltzerstörung und Flüchtlingsströmen. Wir sehen uns mit&#13;
zunehmenden Bedrohungen durch die Verbreitung von&#13;
Massenvernichtungswaffen, Terrorismus, internationalem Verbrechen und Drogenhandel konfrontiert.&#13;
Die neue globale Wirtschaft bietet ausgezeichnete&#13;
Aussichten für Wachstum, aber sie kann auch gra-&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
vierende Veränderungen für unsere Industrien und&#13;
Arbeitnehmer mit sich bringen.&#13;
Dieser Prozeß der Umgestaltung ist eine ungeheure&#13;
Herausforderung, aber vor allem eine historische&#13;
Chance. Wir haben den Augenblick genutzt, um das&#13;
Fundament für ein neues, integriertes Europa zu legen&#13;
und die Nationen Zentral- und Osteuropas in demokratischen politischen Systemen und freien Marktwirtschaften zu verankern.&#13;
Die Risiken sind enorm. Die von uns jetzt gefällten&#13;
Entscheidungen werden unsere Zukunft ebenso sicher&#13;
betreffen wie die bedeutenden Entscheidungen, die&#13;
weitblickende Politiker des Bündnisses am Ende des&#13;
Zweiten Weltkriegs trafen. Vor fünfzig Jahren schufen&#13;
der Marshallplan, die NATO, das GATT und die in&#13;
Bretton Woods ins Leben gerufenen internationalen&#13;
Finanzinstitutionen die Grundlage für unsere Gemeinschaft westlicher Demokratien und für eine zunehmend&#13;
interdependente globale Wirtschaft.&#13;
Während diese Institutionen der Nachkriegszeit zu&#13;
beispiellosem Frieden und Wohlstand seit über einem&#13;
halben Jahrhundert beitrugen, erstreckten sich ihre&#13;
Vorteile bedauerlicherweise nur auf den halben&#13;
Kontinent. Und an dieser Trennlinie begann der Kalte&#13;
Krieg.&#13;
Heute haben wir uns zu einem ungeteilten Europa&#13;
verpflichtet. Wir streben die Öffnung unserer Institutionen für die ehemals kommunistischen Länder&#13;
an, die willens und bereit sind, sich zu einer multiethnischen Demokratie und offenen Märkten zu verpflichten. Wir arbeiten auf die Schaffung eines neuen&#13;
transatlantischen Rahmens für das 21. Jahrhundert&#13;
&#13;
Seite 1&#13;
&#13;
�hin, der eine auf Demokratie, freie Märkte und gegenseitige Sicherheit gegründete dauerhafte internationale&#13;
Ordnung bewahren kann.&#13;
Glücklicherweise werden diese transatlantischen&#13;
Verbindungen durch ein reiches Erbe kultureller und&#13;
familiärer Bande verstärkt, die Jahrhunderte zurückreichen. Seit dem 17. Jahrhundert haben über sieben&#13;
Millionen Deutsche Europa verlassen, um in Amerika&#13;
ein neues Leben zu beginnen. Heute zählen die&#13;
Nachfahren dieser Einwanderer mehr als 60 Millionen ungefähr jeder vierte Amerikaner hat deutsche Wurzeln.&#13;
Diese lebenswichtigen menschlichen Bande tragen zur&#13;
Gewährleistung der Stärke und Flexibilität unserer&#13;
politischen und sicherheitspolitischen Beziehungen&#13;
bei. Es ist unsere Aufgabe, darauf zu achten, daß die&#13;
Bande ständig erneuert werden.&#13;
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben rund 15&#13;
Millionen amerikanische Soldaten und ihre Familienangehörigen in Deutschland gelebt - viele von ihnen&#13;
hier in Berlin. Sie sind nach Amerika als "Botschafter"&#13;
für Ihr Land zurückgekehrt. Während diese Präsenz&#13;
verringert wird, müssen wir kreativer bei der Suche&#13;
nach anderen Wegen werden, Deutsche und Amerikaner in Kontakt zueinander zu bringen.&#13;
&#13;
dessen 50jähriges Bestehen wir heute feiern - war&#13;
ebenfalls eine der großartigen Institutionen der&#13;
Nachkriegszeit.&#13;
Obwohl der Sender nicht mehr&#13;
existiert, besteht der Name RIAS - und die deutschamerikanische Partnerschaft, die er symbolisiert - in&#13;
neuer Form in der RIAS BERLIN-Kommission fort.&#13;
Dank einer großzügigen Stiftung des US-Informationsamts und einer Spende in gleicher Höhe von&#13;
der Bundesregierung kann die Kommission eine Reihe&#13;
bedeutender Aktivitäten unterstützen. Austauschprogramme für deutsche und amerikanische Rundfunkjournalisten, finanzielle Unterstützung von Radiound Fernsehprogrammen, die bessere Beziehungen&#13;
zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten&#13;
fördern, und die Verleihung jährlicher Preise für die&#13;
besten Radio- und Fernsehprogramme über die&#13;
Vereinigten Staaten in Deutschland - und vice versa.&#13;
Die Preisträger, die wir gleich ehren, werden Teil einer&#13;
besonderen Tradition, die ein halbes Jahrhundert&#13;
zurückreicht - der RIAS Tradition.&#13;
Ich möchte ihnen gratulieren und ihnen für ihren&#13;
Beitrag zu einer großen Sache danken - der deutschamerikanischen Verständigung.&#13;
Vielen Dank.&#13;
&#13;
Eines der Instrumente zur Förderung dieser elementaren Aufgabe ist die RIAS BERLIN-Kommission. RIAS -&#13;
&#13;
* * * * *&#13;
&#13;
Seite 2&#13;
&#13;
AMERIKA DIENST 04&#13;
&#13;
�</text>
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&#13;
Wirtschaftsbericht des Präsidenten&#13;
Clinton optimistisch bezüglich Wirtschaftslage&#13;
&#13;
USA-EUROPA&#13;
&#13;
Amerikas engagierte Führungsrolle ist entscheidend&#13;
von Botschafter Richard Holbrooke&#13;
&#13;
Politische und wirtschaftliche Folgerungen der Ostöffnung Europas aus amerikanischer Sicht &#13;
von Robert L. Earle&#13;
&#13;
ABRÜSTUNG&#13;
&#13;
USA lehnen Stichtag für Beseitigung von Nuklearwaffen ab&#13;
Rede von Botschafter Stephen Ledogar&#13;
&#13;
WAHLEN'96&#13;
&#13;
Meinungsumfragen, Probeabstimmungen, Wahlwerbung und Vorwahlen&#13;
Mitteilungen zur amerikanischen Politik&#13;
&#13;
DATENAUTOBAHN&#13;
&#13;
Clinton: Nutzung von Technologien für eine bessere Zukunft&#13;
Rede des Präsidenten vor Nil-Rat&#13;
&#13;
RIAS&#13;
&#13;
Forderungen der deutschamerikanischen Verständigung&#13;
Ansprache des Gesandten J.D. Bindenagel</text>
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          <name>Creator</name>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 21.02.1996</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wirtschaftsbericht des Präsidenten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Clinton optimistisch bezüglich Wirtschaftslage&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. USA-Europa&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikas engagierte Führungsrolle ist entscheidend&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Botschafter Richard Holbrooke&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Politische und wirtschaftliche Folgerungen der Ostöffnung Europas aus amerikanischer Sicht&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Robert L. Earle&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Abrüstung&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;USA lehnen Stichtag für Beseitigung von Nuklearwaffen ab&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Botschafter Stephen Ledogar&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wahlen'96&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Meinungsumfragen, Probeabstimmungen, Wahlwerbung und Vorwahlen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Mitteilungen zur amerikanischen Politik&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Datenautobahn&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton: Nutzung von Technologie für eine bessere Zukunft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Präsidenten vor NII-Rat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. RIAS&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Förderung der deutsch-amerikanischen Verständigung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache des Gesandten J.D. Bindenagel&lt;/em&gt;</text>
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