<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2405" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2405?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T02:54:50+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2416">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/0273cd5bb92d85c7f0504b9b2dc93f62.pdf</src>
      <authentication>f906303f96d99704f658a27d65e41b85</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="12435">
                  <text>amcrika
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

17. Mai 1995

18

.

AUSSENPOLITIK

CLINTON SPRICHT ÜBER MOSKAUER GIPFEL
UND SANKTIONEN GEGEN JAPAN
Radioansprache des Präsidenten

USA-IRAK

ALBRIGHT UNTERSTÜTZT FESTE HALTUNG
DER UNO GEGENÜBER DEM IRAK
Ausweitung der Sanktionen

NICHTVERBREITUNG

USA BEGRÜSSEN ENTSCHEIDUNG ÜBER
VERLÄNGERUNG DES N W
Erklärung von Botschafterin Albright

USIA

AMERIKA HAUSER SIND ORGANISCHE
VERBINDUNG ZWISCHEN USA UND
DEUTSCHLAND
Rede von Richard C. Holbrooke

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-339 23 72
Fax:0228-33 41 02

�AUSSENPOLITIK
17. Mai 1995

Clinton spricht über Moskauer Gipfel
und Sanktionen gegen Japan
Radioansprache des Präsidenten
WASHINGTON - (AD) - In einer Radioansprache an die Nation äußerte sich Präsident Clinton am 13. Mai 1995
dazu, wie der Moskauer Gipfel die Sicherheit der Vereinigten Staaten stärken wird und warum seine
Administration möglicherweise Sanktionen gegen japanische Importe verhängt.
Der Präsident sprach über sein jüngstes Treffen mit dem russischen Präsidenten Boris Jelzin, auf dem
Einigung über Fortschritte bei der Partnerschaft für den Frieden erzielt wurden und Rußland zusagte, den
Verkauf von Nukleartechnologie an den Iran einzustellen.
Ferner unterstrich Clinton seine Entschlossenheit, den japanischen Automarkt zu erschließen und erklärte:
"Aus diesem Grund habe ich meine Administration angewiesen, eine Liste mit potentiellen Sanktionen gegen
japanische Importe auszuarbeiten. Wir sind bereit zu handeln und werden das notfalls bald tun."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache des Präsidenten im Wortlaut.

Es ist schön, nach meiner Reise nach Rußland und
in die Ukraine wieder zu Hause zu sein. Ich habe
dort mit Vertretern unserer mutigen Alliierten aus
dem Zweiten Weltkrieg des 50. Jahrestages unseres
Sieges über den Faschismus in Europa gedacht.
Ebenso wie wir gedachten Menschen auf der ganzen Welt in dieser Woche der Opfer, die unsere
Freiheit schützten und unsere Welt sicherer machten. Ich habe diese Reise aber auch unternommen,
um die Sicherheit der Amerikaner in der Zukunft zu
erhöhen.
Ich möchte kurz einige der wichtigsten Aspekte
meines Treffens mit dem russischen Präsidenten
Jelzin ansprechen, die unsere Sicherheit vergrößern
sollen.
Erstens. Wir einigten uns auf weitere Fortschritte bei
der Teilnahme Rußlands an der Partnerschaft für
den Frieden, dem Programm über militärische
Zusammenarbeit zwischen der NATO und anderen
europäischen Demokratien, die sich alle der Achtung
der Grenzen und der Zusammenarbeit zur Förderung der kollektiven Sicherheit in Europa verpflichteten.
Zweitens. Präsident Jelzin erklärte sich einverstanden, den Verkauf von Nukleartechnologie an

AMERIKA DIENST 18

den Iran einzustellen, die eindeutig zur Entwicklung
von Nuklearwaffen eingesetzt werden könnte.
Drittens. Wir einigten uns, die Sonderkommission
unter Vorsitz von Vizepräsident Gore und dem
russischen Ministerpräsidenten Tschernomyrdin möge
prüfen, ob der Verkauf russischer Nuklearreaktoren
an den Iran diesem Land bei der Herstellung von
Kernwaffen helfen könnte.
Viertens. Wir befaßten uns mit der Angelegenheit,
wie Rußland bei der Einstellung seines Verkaufs
konventioneller Waffen an den Iran geholfen werden
könnte.
Fünftens. Wir beschlossen den Besuch von Fabriken
zur Herstellung biologischer Waffen im August als
Teil unserer gemeinsamen Bestrebungen zur Reduzierung der Gefahr einer Weiterverbreitung biologischer und chemischer Waffen. Dies ist von besonderer Bedeutung angesichts der jüngsten Giftgasanschläge auf japanische Untergrundbahnen durch eine
radikale Gruppe sowie von Hinweisen, daß solche
Gruppen sich weltweit um den Zugang zu chemischen und biologischen Waffen bemühen.
Sechstens. In Anbetracht der Tragödie von Oklahoma City und der Heimsuchung Rußlands durch das
organisierte Verbrechen vereinbarten wir den Austausch von Technologie, Informations- und Strafver-

Seite 1

�folgungsressourcen zur Förderung unserer gemeinsamen Bestrebungen im Kampf gegen Terrorismus
und organisiertes Verbrechen.

maßen. Wir haben lange genug vor dieser Mauer
gestanden. Jetzt müssen wir handeln, um amerikanische Arbeitsplätze zu schützen und zu schaffen.

Eine weitere wichtige Entscheidung in dieser Woche
wird uns ebenfalls helfen, die Welt in den kommenden Jahren sicherer zu machen. Die Vereinten
Nationen beschlossen eine unbefristete Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrags. Dieser Vertrag
ist seit 25 Jahren unsere wichtigste Waffe im Kampf
gegen die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen. Sie
kann jetzt unbefristet eingesetzt werden. Es war
kein leichter Kampf, und ich bin sehr stolz darauf,
daß die Vereinigten Staaten die Bestrebungen zur
Verlängerung des Einsatzes dieses unerläßlichen
und mächtigen Instruments anführten, das die
Sicherheit aller Amerikaner und aller Menschen auf
der Welt erhöht.

In den Vereinigten Staaten arbeiten nahezu 2,5
Millionen Menschen in der Automobilindustrie und
ihren Zulieferern, was 5 Prozent unserer Volkswirtschaft entspricht. Aufgrund der anderen von den
Automobilherstellern erworbenen Produkte hat der
Verkauf von mehr Autos positive Auswirkungen auf
unsere gesamte Wirtschaft.

Wir haben uns in dieser Woche nicht nur für eine
sicherere Welt für alle Amerikaner eingesetzt,
sondern auch für die weltweite Erschließung wirtschaftlicher Chancen für unser Volk. Die Vereinigten
Staaten sind dem offenen und fairen Handel zwischen allen Nationen verpflichtet. Aus diesem
Grund habe ich mich in den letzten beiden Jahren
so entschieden für die größten Initiativen zur Marktöffnung seit über einer Generation eingesetzt NAFTA, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen, das Welthandelsabkommen GATT. Ich habe
mich dafür eingesetzt, daß sich unsere Partner in
der asiatisch-pazifischen Region und in unserer
eigenen Hemisphäre bis zu einem bestimmten
Zeitpunkt zu freiem und fairem Handel verpflichten.
Aus diesem Grund habe ich mich für den Abbau der
japanischen Handelshemmnisse engagiert, die
konkurrenzfähigen, von amerikanischen Facharbeitern hergestellten Produkten den Marktzugang
verwehren.

Jede Seite profitiert von der Öffnung der japanischen
Märkte. Alte Gewohnheiten und starke Interessen
lassen sich jedoch nur schwer abschaffen. Seit über
20 Jahren hat sich jeder amerikanische Präsident mit
diesem Problem befaßt, und unsere Administration
führt jetzt seit 20 Monaten Gespräche mit Japan. Es
besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen
Gesprächen und Ergebnissen. Ich bin zur Öffnung
des japanischen Automarktes entschlossen. Aus
diesem Grund habe ich meine Administration angewiesen, eine Liste mit potentiellen Sanktionen gegen
japanische Importe auszuarbeiten. Wir sind bereit zu
handeln und werden das notfalls bald tun.

Wir schlössen innerhalb von 27 Monaten 14 zielorientierte Abkommen, um den japanischen Markt für
alle Waren zu öffnen - von unseren Äpfeln bis zu
unserem Reis, von unsererTelekommunikationsausrüstung bis zu unseren Leistungen im Wohnungsbau. Diese Abkommen zahlen sich allmählich bei
Arbeitsplätzen und Gewinnen hier in den Vereinigten
Staaten aus.
Im Hinblick auf den Verkauf von Autos und Autoteilen nach Japan stehen wir jedoch vor einer Wand.
Ausländer haben einen Anteil von 30 Prozent an
unserem Markt, aber nur 4 Prozent am japanischen
Markt - bei Kraftfahrzeugen und Autoteilen gleicher-

*

Seite 2

*

Unsere Bestrebungen, die japanischen Märkte
ebenso stark zu öffnen wie die unseren sind für
amerikanische Arbeitnehmer und Unternehmen von
Vorteil. Ferner sind sie gut für die japanischen
Verbraucher, die heute wegen ihrer Handelshemmnisse viel höhere Preise zahlen.

Wir wünschen keinen Handelskonflikt mit Japan,
werden jedoch nicht zögern, für faire Bedingungen für
amerikanische Produkte zu kämpfen. Ich möchte
zweierlei betonen: Wir streben keine Bevorzugung
amerikanischer Autos und Autoteile gegenüber denen
anderer Länder an. Wir wünschen, daß alle Länder
gleichen Zugang zum japanischen Markt bekommen.
Wir werden unsere Chancen immer im fairen Wettbewerb suchen.
Ferner möchte ich hervorheben, daß Japan ein
geschätzter Freund und Partner ist. Wir arbeiten in
vielen wichtigen Fragen zusammen, darunter Bestrebungen zur Öffnung des Handels auf anderen Gebieten sowie zur Förderung unserer gemeinsamen
Sicherheitsinteressen. Japan sollte wieder mit uns an
einem Strang ziehen. Gemeinsam müssen wir
sicherstellen, daß unsere Zukunft nicht nur mehr
Sicherheit, sondern auch mehr Wohlstand bietet - für
das amerikanische Volk und die Menschen auf der
ganzen Welt.

*

*

AMERIKA DIENST 18

'

�USA-IRAK
17. Mal 1995

Albright unterstützt feste Haltung der UNO
gegenüber dem Irak
Ausweitung der Sanktionen
VEREINTE NATIONEN - (AD) - Die "halbherzigen Maßnahmen und offene Täuschung" des Irak als Reaktion
auf die Direktiven des UN-Sicherheitsrats lassen dem Rat keine andere Wahl, als die gegen Baghdad
verhängten Sanktionen aufrechtzuerhalten, erklärte die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten
Nationen, Madeleine Albright, am 12. Mai 1995 bei einem Treffen des Rats.
Frau Albright sprach bei einer nichtöffentlichen Sitzung des Sicherheitsrates, in der die 25. periodische
Sanktionsüberprüfung durchgeführt und festgestellt wurde, der Irak habe seine aus dem Waffenstillstand
resultierenden Vereinbarungen nicht ausreichend eingehalten, um eine Änderung der vor fünf Jahren
verhängten umfassenden Wirtschaftssanktionen zu rechtfertigen.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Botschafterin Albright im Wortlaut.

Da der Irak seine Verpflichtungen aus den relevanten Resolutionen des Sicherheitsrats nicht erfüllt hat,
bleibt dem Rat keine andere Wahl, als die Sanktionen aufrechtzuerhalten. Anstatt sich an die Resolutionen zu halten, bot der Irak dem Sicherheitsrat mit
einer Mischung aus halbherzigen Maßnahmen und
offener Täuschung die Stirn.
Einer konsequenten Täuschungspolitik muß der Rat
mit konsequenter Festigkeit begegnen. Die Behauptungen des Irak, er habe die Bestimmungen von
Resolution 687 des Sicherheitsrats erfüllt, sind
eindeutig nicht fundiert und eine Mißachtung der
Schilderungen des Sonderbeauftragten Ekeus von
der Unzulänglichkeit der sogenannten "vollständigen,
endgültigen und umfassenden" Offenlegung der
irakischen Programme für biologische und chemische Waffen. Der Irak weigert sich weiterhin, eine
Anzahl von Verpflichtungen im Rüstungsbereich
einzuhalten - darunter die äußerst wichtige Resolution 707 des Rates.
Neben der Waffenfrage muß der Irak noch seine
Verpflichtungen zur Rückgabe kuwaitischen Besitzes
erfüllen. Viele der vom Irak gerade "zurückgegebenen" Militärtahrzeuge - eine Kollektion mutwillig
zerstörten und unbrauchbaren Alteisens - sind
tatsächlich Gegenstände, die der Irak vom Iran in
seinem ersten Aggressionskrieg gegen einen Nachbarn erbeutete. Ich wiederhole nochmals, daß es
keine Aussicht auf eine Abänderung der Sanktionen
gibt, bis der Irak die Waffen in funktionierendem

AMERIKA DIENST 18

Zustand zurückgibt, die er dem Land gestohlen und
in seiner eigenen Armee verwendet hat.
Bei Gesprächen über Kuwaitis sowie Angehörige von
Drittländern, die vom Irak umgebracht oder gefangengenommen worden sind, trug der Irak dem Sicherheitsrat Argumente mit zwei falschen Behauptungen
vor, die darauf hinweisen, daß ihr Verfasser nicht die
Resolution 687 des UN-Sicherheitsrats gelesen hat.
Erstens. Die Behauptung, diese Frage stehe nicht
mit Sanktionen in Zusammenhang, ist schlichtweg
falsch. Der Irak muß diese Angelegenheit regeln,
bevor Sanktionen modifiziert werden können. Zweitens. Die hektischen Bestrebungen des Irak, außerhalb des Rahmens des Internationalen Komitees
des Roten Kreuzes ein Abkommen zu schließen,
weisen darauf hin, daß das Land die klaren Instruktionen des Sicherheitsrates nicht verstanden hat.
Der Irak setzt sein internes Embargo gegen den
Nordirak, seine Unterdrückung der Schia und Zerstörung ihres Lebensraums im Süden fort - Aktionen,
die gegen Resolution 688 des UN-Sicherheitsrats
verstoßen.
Der Sicherheitsrat weiß, daß der Irak sich weiterhin
weigert, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen,
die zu einer Aufhebung der Sanktionen führen
könnten. Da er über die Schwierigkeiten besorgt war,
die Nichtmitglieder des Regimes mit der Finanzierung
grundlegender humanitärer Bedürfnisse haben, nahm
er einstimmig Resolution 986 an und ermöglichte

Seite 1

�damit dem Irak Olverkäufe zur Finanzierung von
Lebensmittelimporten, Medikamenten und anderem
humanitären Versorgungsmaterial.
Wir entwarfen eine Resolution, für deren Ablehnung
die irakische Regierung keine Entschuldigung hat.
Die Resolution befaßt sich mit allen Fragen, die von
der irakischen Regierung als Rechtfertigung für ihre
frühere Ablehnung der Durchführung von Resolutionen 706 und 712 angeführt wurden. Der Sicherheitsrat handelte aus Besorgnis um das irakische
Volk; wir waren enttäuscht über die Weigerung des
Irak, die Resolution zu akzeptieren, die der irakischen Bevölkerung mehr Nahrungsmittel und Medizin liefern würde, als die irakische Regierung zu
finanzieren bereit ist. Wir betrachten die irakische
Weigerung jedoch ebensowenig als endgültig wie die
Ablehnung der letzten 30 Resolutionen des Sicherheitsrats durch das Land.
Wenn die Regierung des Irak wirklich um das Wohl
ihrer Bevölkerung besorgt ist, sollte sie Resolution

986 akzeptieren und umsetzen. Wir weisen die
Behauptung Baghdads zurück, es bestehe kein
Bedarf für eine sogenannte Übergangsmaßnahme.
Wir bedauern, daß Baghdad zur Umgehung von
Resolution 986 entschlossen zu sein scheint, indem
es falsche Argumente über Souveränität anführt.
Dies ist zu einem Zeitpunkt, an dem der Rat eine
ausschließlich auf humanitäre Belange ausgerichtete
Resolution angenommen hat, nicht angemessen.
Die Befolgung der Resolutionen des Rates läßt
keinen Raum zum streiten oder feilschen. Das
wesentliche an ihnen ist, daß der Irak seine Bereitschaft unter Beweis stellen sollte, in Frieden mit
seinen Nachbarn und seinem eigenen Volk zu leben.
Der Sicherheitsrat hat das bekräftigt, und der Irak
sollte dementsprechend handeln. Wir sind bereit, auf
reale humanitäre Belange zu reagieren - wie Resolution 986 demonstriert - sind jedoch nicht bereit zur
Aufhebung der Sanktionen auf der Grundlage der von
Baghdad bisher unternommenen halbherzigen
Schritte.

* *

Seite 2

AMERIKA DIENST 18

�NICHTVERBREITUNG
17. Mai 1995

USA begrüßen Entscheidung über Verlängerung des N W
Erklärung von Botschafterin Albright
VEREINTE NATIONEN - (AD) - Die Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen,
Madeleine Albright, erklärte am 11. Mai 1995, die internationale Staatengemeinschaft hätte sich mit ihrer
Entscheidung über eine unbegrenzte Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrags (NW) "einer historischen
Herausforderung gestellt und den Sieg davongetragen".
Frau Albright erörterte Strategie und Grundprinzipien der Vereinigten Staaten bei ihrer weltweiten Kampagne
zur unbegrenzten, bedingungslosen Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrags auf einer Pressekonferenz,
die kurz nach der Entscheidung der Unterzeichnerstaaten über eine unbegrenzte Verlängerung des 25 Jahre
alten N W stattfand. Bei der Konferenz wurden auch andere Dokumente angenommen, darunter eine
Grundsatzerklärung, eine Verpflichtung zu einer Stärkung des Überprüfungsprozesses sowie eine Resolution

über eine Zone im Nahen Osten, die frei von Massenvernichtungswaffen sein soll.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der von Botschafterin Albright bei der Pressekonferenz abgegebenen
Erklärung.
Meine Damen und Herren, zunächst einmal möchte
ich im Namen der gesamten amerikanischen Delegation bei der Konferenz über die Verlängerung des
N W zum Ausdruck bringen, daß wir einen langen,
schwierigen Weg zurückgelegt, letztlich aber unser
Ziel erreicht haben. Der Nichtverbreitungsvertrag ist
unbegrenzt verlängert worden. Die Gefahr einer
Verbreitung von Nuklearwaffen auch in anderen
Ländern wurde verringert. Durch die Verminderung
des Risikos, daß zusätzliche Länder zu Atommächten werden, sollte dieser außerordentliche Erfolg die
Welt zu einem sichereren Ort für uns alle, unsere
Kinder und Enkelkinder machen.

sowie auf zahlreiche andere Beamte des Außenministeriums, des Verteidigungsministeriums und des
Nationalen Sicherheitsrats.
Last but not least möchte ich den Dank meiner
Regierung an Botschafter Dhanapala, den Präsidenten der Konferenz übermitteln, der uns geschickt
durch aufgewühlte diplomatische Gewässer steuerte,
um die Verlängerung des Vertrags ohne ein entzweiendes Votum zu ermöglichen.

Präsident Clinton machte die Verlängerung des N W
zu einer seiner obersten außenpolitischen Prioritäten. Aus diesem Grund kam Vizepräsident Gore als
Leiter der amerikanischen Delegation nach New
York. Aus diesem Grund befaßte sich Außenminister Christopher in New York und bei verschiedenen
Zusammenkünften weltweit so energisch mit dieser
Frage. Und aus diesem Grund habe ich mich hier
bei den Vereinten Nationen an der Ausarbeitung der
Resolutionen über eine Erweiterung beteiligt und
während meiner letzten Reise an Gesprächen mit
anderen Politikern teilgenommen.

Zu Beginn dieser Konferenz waren die meisten
Kommentatoren der Ansicht, es könne kein Konsens
der Unterzeichnerstaaten über eine unbegrenzte
Erweiterung erlangt werden. Viele argumentierten,
die Vereinigten Staaten gefährdeten durch ihr Beharren auf einer unbegrenzten und bedingungslosen
Erweiterung unnötigerweise die Zukunft des N W .
Viele vertraten die Ansicht, wenn wir nicht auch einer
Verlängerung um eine kürzere Zeit zustimmten,
würden wir einige Länder zu einer Ablehnung oder
Abkehr vom N W veranlassen. Und viele sagten, um
eine Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrags zu
erzielen, müßten wir über die Ansicht unserer Regierung zur richtigen Geschwindigkeit der Abrüstung
hinausgehen.

Dies war eine umfassende Bestrebung der USRegierung, während der wir uns stark auf die unermüdliche Expertise von Ralph Earle, Tom Graham
und der gesamten NW-Delegation verlassen haben

Diese Ansichten erwiesen sich allesamt als falsch
oder stark übertrieben. Trotz vieler schwieriger Tage,
in denen wir diese und andere Kritikpunkte zurückwiesen, erledigten die Delegation und die Administra-

AMERIKA DIENST 18

Seite 1

�tion ihre Arbeit auf entschiedene, geschäftsmäßige
Art und Weise.
Ein kurzer Blick auf die heutigen Entscheidungen
zeigt, daß sich unsere Mühe bezahlt gemacht hat.
Erstens haben wir erfolgreich Nutzen aus dieser
einmaligen Chance zu einer dauerhaften Verlängerung dieses entscheidenden Vertrags gezogen. Die
Länder können jetzt zuversichtlich und sicher sein,
daß eine Entscheidung über den Verzicht auf Nuklearwaffen ihrer Nation nicht in einigen Jahren schaden wird.
Zweitens war unsere Strategie, auf einer unbegrenzten Verlängerung zu beharren - selbst wenn das
eine Abstimmung erfordert - die richtige. Indem wir
unsere Entschlossenheit demonstrierten, eine
unbegrenzte Verlängerung sicherzustellen, wurden
sich andere bewußt, daß Verhandlungen in gutem
Glauben über Begleitdokumente und eine anschließende Einigung über eine Verlängerung des Vertrags die klügste Entscheidung darstellten.
Drittens wurde diese unbegrenzte Verlängerung
nicht an Bedingungen geknüpft. Wir vermieden
erfolgreich eine Sprachregelung, die die Zukunft des
N W an einen besonderen Zeitplan für bestimmte
Waffenkontrolle und Abrüstungsziele knüpft. Dies
war entscheidend, weil wir eine Situation vermieden,
in der das gesamte Gebäude der Nichtverbreitung
zusammenfallen würde, wenn ein spezifisches Ziel
der Rüstungskontrolle nicht zu einem bestimmten
Zeitpunkt erzielt würde. Es wurde Zutrauen in die
Dauerhaftigkeit
des
Nichtverbreitungsregimes
geschaffen. Die Länder können jetzt auf Atomwaffen
verzichten, ohne fürchten zu müssen, daß der
Vertrag in naher Zukunft scheitern könnte.
Obwohl mittlerweile fast jedes Land der Welt auf
Kernwaffen verzichtet, haben die Atommächte auf
dem Gebiet der Rüstungskontrolle und Abrüstung
große Schritte unternommen und werden das auch
weiterhin tun. Die Kombination der START I und
START Il-Verträge führte zur Zerstörung Tausender
von strategischen Nuklearwaffen, und die verbleibenden Waffen sind nicht länger auf die Zivilbevölkerung
gerichtet. Die Verhandlungen über die Beendigung
von Atomwaffentests machen gute Fortschritte - und
Präsident Clinton setzt sich für ein solches Verbot im
kommenden Jahr ein. Die Vereinigten Staaten
drängen auf ein globales Verbot der Produktion
spaltbarer Materialien für atomwaffenfähige Zwecke.

Bei der Aushandlung der Begleitdokumente weigerte
sich die Clinton-Administration, zu Verpflichtungen
über Rüstungskontrolle und Abrüstung gedrängt zu
werden, die uns unsolide und unrealistisch erscheinen. Und wir erreichten dennoch die unbegrenzte
und bedingungslose Verlängerung mit einhelliger
Unterstützung aller Vertragsparteien.
Gleichzeitig trugen wir den Anliegen vieler Regierungen, angeführt von der südafrikanischen Delegation
Rechnung, den Verif izierungsprozess des Vertrags zu
stärken. Die unbegrenzte Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrags wird nicht unser Engagement für
die Erfüllung unserer Verpflichtungen unter dem
Vertrag schmälern. Ein beschleunigter Überprüfungsmechanismus wird dazu beitragen, dieses Ergebnis
sicherzustellen.

v

Abschließend möchte ich sagen, daß dieses erfolgreiche Ergebnis meines Erachtens auf mehrere
Faktoren zurückzuführen ist. Es ist ein Tribut an die
weltweite Lobbyistenarbeit Präsident Clintons während der vergangenen Monate. Ferner ist es das
Resultat des Goodwills, den die Clinton-Administration weltweit während der vergangenen Monate
aufbaute, während wir zunehmend eine Verfolgung
unserer außenpolitischen Ziele durch multilaterale
Diplomatie anstrebten.
Indem wir die Anliegen
anderer Länder hörten und ihnen - wo möglich Rechnung trugen, stellten wir sicher, daß andere
Länder den wichtigen Anliegen der Vereinigten
Staaten Rechnung tragen. Und natürlich ist unser
heutiger Erfolg das Ergebnis des Engagements vieler
Länder für ein Nichtverbreitungsregime. Ihr Verständnis von der Bedeutung einer unbegrenzten
Verlängerung des Vertrags war ein entscheidender
Faktor.
Als Vizepräsident Gore vergangenen Monat bei
dieser Konferenz eine Rede hielt, verglich er diesen
Moment der Entscheidung mit der Krise, mit der die
Generation des Zweiten Weltkriegs konfrontiert war,
und die Präsident Roosevelt als "Rendezvous mit
dem Schicksal" bezeichnet hatte. Mit der heutigen
Entscheidung haben sich die Länder der Welt - und
die Vereinigten Staaten im besonderen - einer
historischen Herausforderung gestellt und den Sieg
davongetragen. Sie trafen eine kluge Entscheidung,
indem sie eine gefährlichere Welt mit neuen Nuklearwaffen zurückwiesen. Und indem wir eine Welt
sicherstellten, in der nicht durch Unsicherheit und
Angst neue und gefährliche Nuklearwaffen hervorgebracht werden, entschieden wir uns dafür, die
Sicherheit aller zu stärken.

Zusammen mit der Verlängerung des N W haben
diese Schritte die Gefahr eines Atomkriegs stark
verringert. Und das ist natürlich das Ziel all unserer
Bestrebungen.

Seite 2

,

AMERIKA DIENST 18

'

�USI A
17. Mai 1995

Amerika Häuser sind organische Verbindung
zwischen USA und Deutschland
Rede von Richard C. Holbrooke
FRANKFURT/MAIN - (AD) - Die Amerika Häuser sind "ein einzigartiges Kapital", erklärte der Abteilungsleiter
für europäische und kanadische Angelegenheiten im US-Außenministerium, Richard C. Holbrooke, der am 11.
Mai 1995 in der Frankfurter Paulskirche im Namen des US-Informationsamts (United States Information Agency
- USIA), dem die Amerika Häuser angehören, den Leo M. Goodman Award entgegennahm.
Die Amerika Häuser stellten eine "organische Verbindung zu Deutschland" her, äußerte Holbrooke und hob
insbesondere ihre Anpassungsfähigkeit hervor. Sie böten "einen facettenreichen Dialog und Engagement
zwischen unseren beiden Ländern auf vielen Ebenen".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Abteilungsleiter Holbrooke im Wortlaut.
Fred, Außenminister Genscher, Botschafter Redman,
es ist mir eine große Ehre, stellvertretend für die
Amerikanische Botschaft und das US-Informationsamt (United States Information Agency - USIA), dem
die Amerika Häuser in Deutschland angehören, den
Leo M. Goodman Award entgegenzunehmen.
Besonders geehrt fühle ich mich über die heutige
Anwesenheit eines früheren Preisträgers.
Ich
möchte Herrn Genscher meine Dankbarkeit für alles
aussprechen, was er für die deutsch-amerikanischen
Beziehungen sowie die Sache des Friedens und der
Freiheit in Europa und auf der Welt getan hat.
Dr. Joseph Duffey, der Direktor des US-Informationsamts, bedauert es außerordentlich, heute nicht hier
sein zu können. In wenigen Stunden wird er bei der
Anhörung eines Senatsausschusses über die Zukunft des US-Informationsamts sprechen. Ich bin
zuversichtlich, daß der heute den Amerika Häusern
verliehene Preis Dr. Duffey dabei unterstützen wird,
dem Kongreß und dem amerikanischen Volk ein
deutliches Signal zu senden, daß USIA in unserem
außenpolitischen Team eine unerläßliche Rolle
spielt.
Ich finde es sehr erfreulich, daß dieser Preis zwei
Jahre hintereinander einem der Unseren verliehen
wird. Im vergangenen Jahr wurde Senator William
Fulbright für die Gründung des Austauschprogramms
ausgezeichnet, das seinen Namen trägt. Das Ful-

AMERIKA DIENST 18

bright-Programm, dessen Ehrenvorsitzende der USBotschafter in Deutschland und Außenminister Kinkel
sind, fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich von USIA.
Wir alle bedauerten vor kurzem den Tod des Senators. Gleichzeitig wurden wir aber auch daran
erinnert, daß gute Werke ein Menschenleben überdauern. Durch das Fulbright-Programm wird sein
Name lange Zeit ein Symbol für Völkerverständigung
und Goodwill bleiben.
Sowohl die Amerika Häuser als auch das FulbrightProgramm bezeugen die Bedeutung des zwischenmenschlichen Austauschs sowie des interkulturellen
Dialogs. Die Amerika Häuser in Deutschland sind
seit einem halben Jahrhundert Foren für freie, offene
und ehrliche Gespräche.
Wenn ich von freien und offenen Diskussionen
spreche, erinnert mich das daran, wie angemessen
dieser Veranstaltungsort - die Paulskirche - ist, die
seit anderthalb Jahrhunderten die Rede- und Meinungsfreiheit symbolisiert.
Hier kam das erste,
demokratisch gewählte Parlament in der deutschen
Geschichte zusammen, um eine Verfassung für ein
freies und geeintes Deutschland auszuarbeiten.
Bedauerlicherweise wurde dieser große Traum
zunichte gemacht, mit militärischer Gewalt unterdrückt. Nach der erfolglosen Revolution der 40iger
Jahre des 19. Jahrhunderts kam ein Strom berühmter
Deutscher, viele der Talentiertesten und Klügsten

Seite 1

�dieses Landes, über den Atlantik und bereicherte
und stärkte die Demokratie in den Vereinigten
Staaten.
Unter ihnen waren Carl Schurz, der amerikanischer
Senator, Innenminister und führender Reformer
wurde; Thomas Nast, der wichtigste politische
Cartoonist unserer Geschichte - er erfand den Esel
als Symbol der Demokratischen Partei, den Elefanten der Republikaner und unser nationales Selbstbildnis, Onkel Sam - sowie Albert Bierstadt, einer der
Gründer der ersten Schule amerikanischer Maler,
der Hudson River School.
Deutsche Einwanderer spielten weniger als 20 Jahre
später eine entscheidende Rolle in der größten Krise
der amerikanischen Geschichte - unserem Bürgerkrieg. Deutsche Einwanderer halfen unserer Nation,
diese Bewährungsprobe zu bestehen und die von
uns stets hochgehaltenen Ideale zu verteidigen. Der
berühmte Südstaatengeneral, Robert E. Lee, soll
gesagt haben: "Wenn die Deutschen nicht gewesen
wären, hätten wir die Yankees geschlagen."
300.000 deutsche Einwanderer kämpften für die
Union, darunter Generäle wie der eben erwähnte
Carl Schurz und Franz Sigel.
Ungefähr 100 Jahre später überquerte ein anderer
Menschenstrom den Atlantik - dieses Mal in Richtung Osten. Ende der 40iger und Anfang der 50iger
Jahre kamen viele Amerikaner nach Deutschland,
um beim Wiederaufbau Ihres Landes zu helfen und
eine starke Grundlage für Ihre Demokratie zu legen.
Zu ihren herausragenden Leistungen zählt die
Errichtung der Amerika Häuser.

In ihren Anfängen

waren es kleine Leseräume in der amerikanischen
Besatzungszone, oft an unmöglichen Orten: Im
Hinterzimmer eines Wirtshauses, in einer Arztpraxis
oder einer Börse. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelten sich während der ersten Monate
und Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
in Städten in ganz Westdeutschland amerikanische
Bibliotheken.
Diese Zentren sowie die von ihnen organisierten
Filmvorführungen, Vorträge, Ausstellungen und
Konzerte füllten ein Vakuum in einem Land, das
durch die Diktatur isoliert und vom Krieg zerstört
war. Diese Aktivitäten unterstanden in den Anfangsjahren den amerikanischen Streitkräften und anschließend dem US-Außenministerium.
1953
übernahm das neugegründete US-Informationsamt
diese Aufgaben.
Diese mittlerweile "Amerika Häuser" umgetauften
Institutionen waren für die deutsche Öffentlichkeit
eine Offenbarung. Menschen mit einem gesunden

Seite 2

Mißtrauen gegenüber Propaganda - Ergebnis ihrer
schrecklichen Erfahrungen - waren äußerst beeindruckt von der Offenheit sowie Meinungs- und
Ideenfreiheit, die sie dort vorfanden.
Der US-Hochkommissar für Deutschland, John J.
McCIoy, erklärte 1950: "Das Amerika Haus ist kein
Haus der Propaganda. Es ist ein Ort, an dem freie
Männer und Frauen ihre Ansichten austauschen,
lernen und gegenseitiges Verständnis entwickeln
können."
Dieses Verständnis entstand und entsteht durch
Bücher und Zeitschriften, Besuche amerikanischer
Künstler, Wissenschaftler und Regierungsvertreter,
Kunstausstellungen und Konzerte sowie durch
Austausch- und internationale Besucherprogramme.

,

i

Musiker von John Cage bis Lionel Hampton, Schriftsteller von William Faulkner bis Toni Morrison,
Künstler und Architekten von Edward Steichen bis
Mies van der Rohe kamen im Laufe der Jahre in die
Amerika Häuser.
Während der letzten Jahrzehnte, in denen Deutschland seine eigenen Bibliotheken und Kulturinstitutionen wiederaufbaute und eine stabile und erfolgreiche
Demokratie schuf, sank unweigerlich die Zahl der
Amerika Häuser. Die derzeitigen Häuser - Berlin,
Köln, Frankfurt, München, Hamburg und Leipzig sind Aushängeschilder eines Systems, dem einst
über 50 angehörten.
Leseräume weichen jetzt den CD-ROMs. Digitale
Videokonferenzen nutzen Satellitentechnologie;
umfangreiche Zeitschriften werden auf CDs gespeichert; Multimedia-Computer vergrößern den Zugang
von Studenten, die in den Vereinigten Staaten
studieren wollen, zu mehr Informationen.
Durch Investitionen in neue Konzepte von Service
und Technologie können die Amerika Häuser führenden deutschen Meinungsbildern heute und morgen
mehr Einblick in die Vereinigten Staaten gewähren
als je zuvor. Alle Amerika Häuser sind heute nahtlos
durch ein elektronisches Netz verbunden, das sofort
neueste Informationen über die Vereinigten Staaten
bereitstellt.
Jedes enthält das neue "Information USA"-System,
das weit über die Rolle einer traditionellen Bibliothek
hinausgeht. Das "Information USA"-System umfaßt
den Auskunftsdienst "Reference Service", der Informationen über alle Aspekte amerikanischer Politik
und Gesellschaft bereitstellt, "Study in the USA", das
an einem Studium in den Vereinigten Staaten interessierten Deutschen Beistand leistet, die "Business
Information Centers", die - in Zusammenarbeit mit der

AMERIKA DIENST 18

«

k

�Handelsabteilung des US-Wirtschaftsministeriums spezielle Daten über amerikanische Unternehmen,
Produkte und Dienstleistungen liefern, um unsere
wachsenden Wirtschaftsbeziehungen zu fördern.
Es ist äußerst passend, daß das erste Business
Information Center im Januar vergangenen Jahres
im Amerika Haus Frankfurt eröffnet wurde. Dies ist
eine Anerkennung der Rolle dieser Stadt als eines
der wichtigsten Finanzzentren Europas.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit der Amerikanischen Handelskammer für ihre fortgesetzte und
energische Unterstützung der Amerika Häuser
danken. Wie die Verleihung des Leo M. Goodman
Awards demonstriert, profitieren beide Seiten von
diesen Beziehungen. Amerikanische Unternehmen
leisten einen unerläßlichen Beitrag zu Frieden,
Völkerverständigung und Demokratie hier und andernorts.
Die Förderung amerikanischer Unternehmen im
Ausland gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer
Präsenz außerhalb der Vereinigten Staaten. Sie ist
ein Schlüsselelement von Präsident Clintons Plan für
nationales Wirtschaftswachstum und Sicherheit. Wir
in der Regierung pflegen im Rahmen eines Prozesses gemeinsamer Aktionen und der Verständigung
überall Kontakte zu amerikanischen Unternehmen.
Die Business Information Centers, die vom USInformationsamt und der Handelsabteilung des USWirtschaftsministeriums in sechs Städten Deutschlands unterhalten werden, sind ein gut sichtbares
und dynamisches Symbol für die neue Konzentration
auf wirtschaftliche und unternehmerische Interessen
als integraler Bestandteil der Außenpolitik dieser
Administration. Seit ihrer Eröffnung vor einem Jahr
haben die Business Information Centers Tausende
von Anfragen deutscher und amerikanischer Unternehmen beantwortet. Gleichzeitig hat die Zusammenarbeit zwischen dem US-Informationsamt, der
Handelsabteilung des US-Wirtschaftsministeriums,
anderer Regierungsbehörden der Vereinigten Staaten sowie Organisationen wie der Amerikanischen
Handelskammer in Deutschland den Amerika Häusern eine neue Rolle gegeben - als Forum und
Treffpunkt für Wirtschaftsvertreter.
Natürlich vertreten wir Amerika als Ganzes, nicht
einzelne Unternehmen.
Aber wir können hier
interessante Informationen über Wirtschaft und
Unternehmen der Vereinigten Staaten geben. Die
Entwicklung neuer und die Wiederbelebung alter
Industrien - die vielgestaltige Kreativität amerikanischer Unternehmen - sind ein anregendes Beispiel
für unsere fortdauernde nationale Dynamik.

AMERIKA DIENST 18

Am heutigen Abend ist auch ein besonderes Wort
des Dankes an die Adresse der Organisationen und
Freiwilligenverbände engagierter und aufgeschlossener Einzelpersonen angebracht, die über die Jahre
zum Erhalt der Amerika Häuser beigetragen haben.
Ich meine die "Freunde und Förderer des Amerika
Hauses" in Frankfurt, die "Freunde des Amerika
Hauses" in München und Berlin sowie den "Freundeskreis des Amerika Hauses Köln". Diese Gruppen
haben viel dazu beigetragen, die Amerika Häuser zu
den lebenswichtigen Kräften zu machen, die sie
waren und sind. Wir stehen tief in ihrer Schuld.
Würdigen möchte ich auch die Deutsch-Amerikanischen Institute - die GAls - die über die Jahre hinweg
die Fahne hochgehalten haben. Viele waren ursprünglich Amerika Häuser. Sie alle führen solide,
nachdrückliche und kreative Programme durch - trotz
der Rückschläge und Haushaltskürzungen, die uns
alle auf beiden Seiten des Atlantiks betreffen.
Meinen aufrichtigen Dank möchte ich auch der
deutschen Regierung - auf Bundes-, Länder- und
Gemeindeebene - für ihre entschiedene Unterstützung der GAls und der Amerika Häuser aussprechen.
Nur dadurch ist die lebhafte amerikanische Präsenz
in vielen Teilen Deutschlands möglich geworden.
Die Amerika Häuser haben seit ihren bescheidenen
Anfängen viel erreicht. Trotz oder vielleicht gerade
wegen dieses ständigen Wandels stehen sie für
dauerhafte, dynamische Bande zwischen Deutschland
und den Vereinigten Staaten.
Bei der Eröffnung des jüngsten Amerika Hauses in
Leipzig vor drei Jahren erinnerte sich der sächsische
Ministerpräsident Kurt Biedenkopf daran, wieviel er
selber während der fünfziger Jahre von seinen
Besuchen in den Amerika Häusern in Westdeutschland gelernt hatte. Jetzt bietet das neue Amerika
Haus Leipzig den Ostdeutschen, die nahezu sechs
Jahrzehnte lang von der amerikanischen Kultur
abgeschnitten waren, diese Möglichkeit.
Ich freue mich über unsere bisherigen Leistungen,
Amerika und die neuen Bundesländer einander
anzunähern, und sehe der Zukunft erwartungsvoll
entgegen. Zusätzlich zum Programm des Amerika
Hauses Leipzig, das für Sachsen und Thüringen
zuständig ist, erweitert das Amerika Haus Berlin
unsere Aktivitäten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt
und Mecklenburg-Vorpommern.
In Zusammenarbeit mit der Universität Halle-Wittenberg, der Leucorea-Stiftung und anderen sind wir
aktiv an der Errichtung eines Centers for Advanced
English and U.S. Studies in Lutherstadt Wittenberg
beteiligt. Radio Charlie der Voice of America wird am

Seite 3

�Samstag in Berlin seinen Sendebetrieb auf der
Frequenz des früheren AFN aufnehmen. Dieses
Projekt - eine Partnerschaft zwischen VOA, die
ebenfalls dem US-Informationsamt untersteht, und
Capital Radio wird einen belebenden Beitrag zur
Medienlandschaft in der am schnellsten wachsenden
und dynamischsten Hauptstadt Europas leisten.
Eine weitere interessante neue Institution, die
Amerikanische Akademie zu Berlin, wird sich auf die
Förderung des Kulturaustausche auf der Ebene der
Geisteswissenschaften über den Atlantik hinweg und
in ganz Mitteleuropa konzentrieren.
Ich habe über unsere Leistungen in der Vergangenheit und Pläne für die Zukunft gesprochen. Diese
Aktivitäten finden jedoch vor dem Hintergrund jahrhundertealter gemeinsamer Geschichte und Erfahrungen statt. Wir, die wir am heutigen Abend hier
versammelt sind -Deutsche und Amerikaner gleichermaßen - wissen, daß unsere beiden Völker über
Jahrhunderte einzigartige Beziehungen entwickelt
haben - entstanden durch die Einwanderung, zerrissen durch Kriege, geheilt und gepflegt durch Wiederaufbau und Bündnisse, aufrechterhalten durch
zwischenmenschliche Kontakte sowie den Austausch
von Menschen und Gütern.
Wir wissen, daß die Geschichte uns auf Gedeih und
Verderb aneinander gebunden hat, daß es einem
unserer Länder nur gut gehen kann, wenn es dem
anderen ebenfalls gut geht.
Wir sind uns auch bewußt, daß eine unserer wichtigsten Aufgaben in der Pflege dieser Beziehungen
besteht und darin, ihre Zukunft treuhänderisch zu
verwalten - die lebenswichtigen Verbindungen aufrechtzuerhalten, die gewährleisten, daß die Lehren
der Geschichte von einer Generation an die nächste
weitergegeben werden.
Wir befinden uns inmitten eines dynamischen Wandels und suchen nach Lösungen für die neuen
Herausforderungen zunehmend komplexer und
zunehmend multikultureller Gesellschaften.
Die
Notwendigkeit einer Anpassung an neue Gegebenheiten besteht immer weiter: Vom Informationszeitalter bis zu einem zunehmend integrierten
Europa, von Haushaltskürzungen bis zu den Erfordernissen einer wirklich globalen Wirtschaft.
Die Amerika Häuser sind Zeugen und Leitfiguren in
den wogenden Wassern des Wandels. Sie stehen
für direktes amerikanisches Engagement - eine
organische Verbindung zu Deutschland. Sie erfassen und reflektieren nicht nur Ihre, sondern auch
unsere regionale Vielfalt.
Sie gehen über die
nationalen Hauptstädte - Bonn und Washington,
Berlin und New York - hinaus und erstrecken sich

Seite 4

auf regionale Hauptstädte wie Hamburg und Chicago,
München und Cincinnati.
Die Amerika Häuser sind ein einzigartiges Kapital.
Sie öffnen jedem die Tür zu den Vereinigten Staaten,
der uns in unserer ganzen Vielfalt kennenlernen
möchte. Sie sind greifbare Symbole unserer dauerhaften Freundschaft und wechselseitigen Abhängigkeit.
Das Geniale an ihnen ist ihre Anpassungsfähigkeit.
Sie bieten einen facettenreichen Dialog und Engagement zwischen unseren beiden Ländern auf vielen
Ebenen. Im übergreifenden Kontext eines Programms des Amerika Hauses wird ein aufmerksamer
Beobachter erstaunliche Nebeneinanderstellungen
und Ähnlichkeiten beispielsweise von Geldwert und
moralischen Werten, von Außen- und Städtepolitik
sehen.
Es war eine kluge Entscheidung, unsere Zentren
"Häuser" zu nennen. Ein Haus ist ein Ort, der
Besucher willkommen heißt, jedoch hauptsächlich der
Familie dienen soll. Ein Haus enthält komplexe und
miteineinander verflochtene Beziehungen, die bisweilen schwierig sind. Es ist jedoch letztlich ein Ort, an
dem man sich umeinander kümmert. Die Amerika
Häuser sind die physische Manifestation dauerhaften
Engagements.
Nationale Politik wird weltweit immer stärker nicht nur
von Eliten, sondern von zunehmend besser informierten Bürgern beeinflußt. Eine äußerst wichtige Rolle
spielen dabei Einzelpersonen und Organisationen, die
sich mit grenzüberschreitenden Fragen befassen wie Handel, Menschenrechte, Umwelt, Rolle der Frau,
Bildung und Einwanderung. Internationale Beziehungen werden immer zersplitterter, unmittelbarer und
persönlicher. Die Ansichten und Aktionen der Öffentlichkeit in den einzelnen Ländern haben einen
größeren Einfluß auf die Weltgeschichte als je zuvor.
Unsere Aufgabe in der amerikanischen Außenpolitik
besteht darin, diesem wachsenden Bedürfnis zu
entsprechen: Zur Förderung unserer nationalen
Interessen zu verstehen, zu informieren und zu
beeinflussen und den Dialog zwischen Amerikanern
und der übrigen Welt zu erweitem.
In diesem Zusammenhang werden USIA und die
Amerika Häuser auch in Zukunft auf glaubwürdige
und sinnvolle Art die Position der Vereinigten Staaten
erklären und verteidigen, Informationen über die
offizielle Politik der Vereinigten Staaten sowie über
die diese Politik gestaltenden Bürger, Werte und
Institutionen geben und amerikanische und deutsche
Bürger gleichermaßen in den Genuß der Vorteile
internationalen Engagements bringen.

AMERIKA DIENST 18

�die alten Welten Griechenlands und Roms
trennte... Unsere Rollen unterscheiden und
ergänzen sich - und wir verfolgen dieselben
Ziele: Frieden und Freiheit für alle Menschen
für alle Zeit in einer Welt des Wohlstands und
der Gerechtigkeit."

Im nächsten Monat sind es 32 Jahre her, daß Präsident John F. Kennedy in diesem Raum Worte
sprach, die heute ebensolche Gültigkeit haben wie
damals:
"... Denn wir leben in einer Welt wechselseitiger Abhängigkeiten sowie der Unabhängigkeit
- einem Zeitalter des Internationalismus sowie
des Nationalismus... heute gibt es keine
ausschließlich deutschen oder amerikanischen
oder sogar europäischen Probleme. Es gibt
internationale Probleme, und unsere beiden
Länder und Kontinente sind bei den Aufgaben
des Friedens ebenso wie im Krieg untrennbar
miteinander verbunden.
Wir sind Partner für den Frieden - nicht in
einem engen, bilateralen Kontext, sondern im
Rahmen einer atlantischen Partnerschaft. Der
Ozean trennt uns weniger, als das Mittelmeer

Die Amerika Häuser und das US-Informationsamt
haben während des vergangenen halben Jahrhunderts einen großen Beitrag dazu geleistet, einen
Konsens über diese gemeinsamen Ziele zu bilden.
Möge dieser großzügige Preis uns zu erneutem
Engagement inspirieren. Wir wollen sicherstellen,
daß diese Institutionen sich in einer wandelnden Welt
weiterhin anpassen, verbessern und unsere beständige deutsch-amerikanische Freundschaft auf Dauer
vertiefen.
Ich danke Ihnen.

*

AMERIKA DIENST 18

*

Seite 5

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12430">
              <text>17.05.1995</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12431">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12432">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12433">
              <text>Amerikadienst 17.05.1995</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12434">
              <text>&lt;strong&gt;1. Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton spricht über Moskauer Gipfel und Sanktionen gegen Japan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Radioansprache des Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. USA-Irak&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Albright unterstützt feste Haltung der UNO gegenüber dem Irak&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ausweitung der Sanktionen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Nichtverbreitung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA begrüßen Entscheidung über Verlängerung des NVV&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von Botschafterin Albright&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. USIA&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerika Häuser sind organische Verbindung zwischen USA und Deutschland&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Richard C. Holbrooke&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
