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dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

5. Oktober 1994

39

USA-RUSSLAND

ZUSAMMENARBEIT ZUM NUTZEN DER
GANZEN WELT
Das amerikanisch-russische Gipfeltreffen
CLINTON UND JELZIN PLANEN WEITEREN
ABBAU VON ATOMWAFFEN
Gemeinsame Erklärung über nukleare Sicherheit
GEMEINSAME AMERIKANISCH-RUSSISCHE
ERKLÄRUNG ÜBER HANDEL UND
WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
Übersicht des Weißen Hauses

USA-HAITI

AMERIKANISCHE KONGRESSABGEORDNETE
BEURTEILEN SICHERHEITSLAGE IN HAITI
Haitianer begrüßen Hilfe bei
Wiederherstellung der Demokratie

BOSNIEN

UNPROFOR UNENTBEHRLICH FÜR
FRIEDENSPROZESS AUF DEM BALKAN
Ansprache von Botschafterin Albright

WIRTSCHAFT

WELTWIRTSCHAFTSLAGE BESSER ALS
SEIT LANGEM
Erklärung von Finanzminister Bentsen

AIDS

OFFENE GESPRÄCHE - DAS REZEPT
GEGEN AIDS
von Terry Y. Allen

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-33923 72
Fax:0228-33 41 02

�USA-RUSSLAND
5. Oktober 1994

ZUSAMMENARBEIT ZUM NUTZEN DER GANZEN WELT
Das amerikanisch-russische Gipfeltreffen
WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton erklärte
am 27. September 1994, bei seinem Gipfeltreffen mit
dem russischen Präsidenten Boris Jelzin gehe es
darum, die Stärken der Vereinigten Staaten und
Rußlands miteinander zu kombinieren, um anderen
Nationen helfen zu können.
Bei früheren amerikanisch-russischen Gesprächen
hätten fortbestehende Probleme aus dem Kalten
Krieg im Mittelpunkt gestanden, so der Präsident.
Bei diesem Gipfel gehe es um die Zukunft - "eine
Zukunft, in der wir versuchen werden, Rußland und
den Westen zu integrieren, ein neues Jahrhundert
des Friedens in Europa zu schaffen und ... unseren
kombinierten Einfluß und unser Ansehen zum
Nutzen der Welt jenseits unserer Grenzen einzusetzen".
Als wollten sie die wachsende Annäherung zwischen
ihnen betonen, warfen Clinton und Jelzin die für sie
vorbereitete Tagesordnung um - einschließlich der
Teilnahme an einem ausführlichen Gespräch mit
ihren Beratern - und führten ein dreistündiges
Gespräch unter vier Augen über außenpolitische
Fragen, einschließlich Bosnien und Berg-Karabach.
Nur die Protokollanten blieben bei ihnen, und die
beiden Präsidenten wiesen ihre Berater an, separate
Treffen über außenpolitische, sicherheitspolitische
und atomare Fragen abzuhalten.
Ein hochrangiger Regierungsvertreter erklärte
Journalisten gegenüber, er sei vom Präsidenten über
das unter vier Augen geführte Gespräch informiert
worden und äußerte, Präsident Clinton vertrete die
Ansicht, das Treffen habe "eine sehr positive und
nützliche Atmosphäre geschaffen", in der die beiden
Staatsoberhäupter - teilweise sehr offen - über
mögliche Fortschritte bei schwierigen Fragen wie
beispielsweise Berg-Karabach sprechen könnten.
"Meines Erachtens waren beide sehr zufrieden mit
dem Verlauf der Gespräche am Morgen", fuhr der
Regierungsvertreter fort.

AMERIKA DIENST 39

Ihm zufolge hatte sich Clinton vor Jelzins Ankunft
beklagt, der Zeitplan sei zu starr. Nach seinem
Gespräch mit Jelzin im Oval Office überprüfte er mit
dem russischen Staatsoberhaupt erneut den Plan,
und die beiden Politiker waren sich über die Notwendigkeit einig, ihn weniger offiziell zu gestalten.
Clinton stellte später fest, er habe mit Jelzin mehr
Zeit verbracht als mit jedem anderen ausländischen
Staatsoberhaupt - bei drei Gipfeltreffen und zwei im
Zusammenhang mit dem Gipfel der Industrienationen
stehenden Zusammenkünften.
"Sie haben eine äußerst enge, positive Beziehung
entwickelt", so der Regierungsvertreter, "und können
offen, direkt und kooperativ miteinander reden. Die
Gespräche waren sehr optimistisch, freundschaftlich,
informell und direkt."
Im Hinblick auf die Situation in Berg-Karabach, die
vorwiegend armenische Enklave in Azerbaidschan,
erklärte der Regierungsvertreter: "Dies ist wirklich ein
kritischer Punkt. Die gemeinsame Auffassung ist,
daß dieser Konflikt gelöst werden oder zumindest auf
den Weg einer Lösung gebracht werden kann." Er
stellte fest, während des Gesprächs im Kabinettzimmer des Weißen Hauses, an dem auch Vizepräsident Gore und der russische Außenminister
Kosirew teilnahmen, "diskutierten die Russen ihre
eigenen Vermittlungsbemühungen sowie ihre Arbeit
im Rahmen der KSZE, um die Kämpfe zu beenden".
Die amerikanische Seite "beschrieb einige Schritte
zur Konsolidierung des Waffenstillstands, die wir
hoffentlich gemeinsam prüfen können".
Dem Regierungsvertreter zufolge haben die Vereinigten Staaten kein Geheimnis daraus gemacht,
"daß wir mit den Russen im Hinblick auf unsere
Vorgehensweise nicht übereinstimmen. Wir hoffen,
daß aus diesen Gesprächen zwischen den beiden
Präsidenten irgendeine Beilegung unserer Differenzen im Hinblick auf eine Beteiligung der KSZE an
einer Lösung hervorgeht."

Seite 1

�"Wir stimmen darin überein, daß Rußland dieses
Problem nicht alleine lösen kann und die Vereinigten
Staaten ebenfalls nicht", so der Regierungsvertreter.
"In der Frage Berg-Karabach müssen Rußland und
die Vereinigten Staaten zusammenarbeiten."
Auf die Frage nach der Behauptung Jelzins, Moskau
sei der beste "Garant" des Friedens im "nahen
Ausland", teilte er mit: "Unseres Erachtens spielt
Rußland in Berg-Karabach ganz offensichtlich eine
Rolle, ebenso wie die Armenier und die Aserbaidschaner."
Als Clinton seine Berater über seine vertraulichen
Gespräche mit Jelzin informierte, habe er keine
Erörterung des "nahen Auslands" erwähnt. Er
betonte jedoch erneut, so der Regierungsvertreter,
die Amerikaner strebten "gute Beziehungen zu allen
anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion an. Unseres Erachtens ist es von Bedeutung,
daß jeder ihre Unabhängigkeit, territoriale Integrität
und Souveränität anerkennt. In den letzten anderthalb Jahren haben wir bei einigen Krisensituationen,
im Baltikum, der Ukraine und Moldawien sehr
wirksam mit Rußland zusammengearbeitet. Natürlich gab es bei einigen Fragen Meinungsverschiedenheiten - bisweilen auch taktischer Art - darüber,
wie andere behandelt werden sollten."
Dem Regierungsvertreter zufolge war der wichtigste
Punkt der Gipfelgespräche über Bosnien "die Bedeutung weiterer Zusammenarbeit für Rußland und die
Vereinigten Staaten sowie die Solidarität innerhalb
der Kontaktgruppe als Schlüsselelement der diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts".
Jelzin habe kein Geheimnis aus seiner Ablehnung
einer Aufhebung des gegen die bosnischen Muslime
verhängten Waffenembargos gemacht, da dies zu
einer Ausweitung des Krieges führe.
Clinton begrüßte Jelzin auf dem Südrasen vor dem
Weißen Haus mit militärischen Ehren. Anschließend
begannen die beiden Staatsoberhäupter umgehend
die erste Runde der für den zweitägigen Besuch
geplanten Gesprächsreihe.
Clinton und Jelzin nahmen ferner an einer Zeremonie im Weißen Haus zu Ehren amerikanischer und
russischer Veteranen teil, die während des Zweiten
Weltkriegs gegen die Nazis gekämpft hatten.
Besonders hervorgehoben wurden bei diesem
Ereignis 20 amerikanische und russische Veteranen,
deren Aufzeichnungen aus Kriegszeiten die vielfältige Naturder amerikanisch-sowjetischen Kooperation
beim Kampf gegen den gemeinsamen Feind, Adolf
Hitler, illustrieren.

Seite 2

Bei kurzen Ansprachen im Rahmen der Begrüßungszeremonie erinnerte Clinton daran, daß Jelzin und er
sich vor anderthalb Jahren beim Vancouver-Gipfel
darauf geeinigt hätten, eine "historische Chance" für
die "Schaffung einer neuen Partnerschaft" zu nutzen,
die die Bitterkeit des Kalten Krieges ersetzen sollte.
"Wir haben dieses Versprechen gehalten", versicherte
der Präsident.
Die daraus resultierenden Vorteile für die Welt und
die beiden Nationen seien beträchtlich. "Unsere
Nationen nähern sich aneinander an und ersetzen
Mißtrauen und Furcht durch Vertrauen und Zusammenarbeit", so Clinton. Er wies darauf hin, daß die
beiden Staaten nicht länger mit nuklearen Sprengköpfen bestückte Raketen gegeneinander richten.
"Unsere Soldaten stehen sich nicht mehr als Todfeinde gegenüber", sondern arbeiten und trainieren
zusammen als "Partner für den Frieden". Vor kurzem
veranstalteten Soldaten beider Nationen in Rußland
gemeinsame Manöver.
Der Handel zwischen Rußland und den Vereinigten
Staaten wird nicht mehr durch sicherheitsbedingte
Einschränkungen und Verbote behindert, sondern
"wächst mit jedem Tag". "Wir haben uns auf die
Sicherstellung von Nuklearmaterial geeinigt und
arbeiten daran, Bosnien, dem Nahen Osten und
Berg-Karabach Frieden zu bringen".
Bei einem Fototermin vor der ersten Gesprächsrunde
wurde Jelzin gefragt, wie er auf eine Aufhebung des
Waffenembargos gegen die bosnischen Muslime
reagieren würde. "Meine Antwort wäre natürlich
negativ", entgegnete er.
Clinton, der dem Kongreß versichert hatte, er werde
ein Ende des Embargos des UN-Sicherheitsrats
anstreben, falls die bosnischen Serben nicht bis zum
15. Oktober den international geförderten Friedensplan akzeptieren, teilte einem Fragesteller mit: "Die
bosnische Regierung ließ uns gegenüber verlauten,
sie wäre eventuell an einer Aufschiebung entsprechender Aktionen für vier bis sechs Monate interessiert."
Der amerikanische Präsident wies darauf hin, Washington und Moskau hätten bisher in der BosnienFrage eng zusammengearbeitet. "Wir haben jeden
Schritt gemeinsam unternommen. Wir werden unser
Bestes tun, damit das auch in Zukunft so bleibt."
"Gemeinsam", so Clinton gegenüber Jelzin, "müssen
wir sicherstellen, daß alle Neuen Unabhängigen
Staaten ihren rechtmäßigen Platz als starke und
unabhängige Nationen in Europa erhalten und in der
Lage sind, ihre Zukunft selbst zu gestalten." Aus
diesem Grund hätten alle Amerikaner die Entschei-

AMERIKA DIENST 39

�düng Jelzins begrüßt und respektiert, die russischen
Truppen aus den baltischen Staaten abzuziehen.
Die letzten russischen Truppen verließen Estland
und Lettland am 31. August.

Nach Abschluß der dritten Gesprächsrunde unterzeichneten Clinton und Jelzin Abkommen über
nukleare Sicherheit, Handel und Investitionen und
gaben eine Beschleunigung des geplanten Abbaus
atomarer Gefechtsköpfe bekannt.

* * * * *

AMERIKA DIENST 39

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�USA-RUSSLAND
5. Oktober 1994

CLINTON UND JELZIN PLANEN WEITEREN
ABBAU VON ATOMWAFFEN
Gemeinsame Erklärung über nukleare Sicherheit
WASHINGTON - (AD) - Die Präsidenten Bill Clinton und Boris Jelzin begrüßten am 28. September 1994 die
fortschreitende Entschärfung und den Abbau strategischer Nuklearsysteme unter dem START-I-Vertrag und
bekräftigten ihre Absicht, nach Inkrafttreten von START I eine frühzeitige Ratifizierung des START-Il-Vertrags
anzustreben.
In einer zum Abschluß ihrer Gespräche in Washington abgegebenen gemeinsamen Erklärung vereinbarten die
zwei Staatschefs auch, ihre beiden Länder würden nach der Ratifizierung des START-Il-Vertrags mit der
Entschärfung aller strategischen nuklearen Trägersysteme fortfahren, "indem ihre nuklearen Gefechtsköpfe
beseitigt oder andere Schritte unternommen werden, um sie kampfunfähig zu machen".
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der gemeinsamen Erklärung der Präsidenten der Vereinigten Staaten
und Rußlands über strategische Stabilität und nukleare Sicherheit im Wortlaut.

Die Präsidenten Clinton und Jelzin unterstrichen,
daß nach dem Ende des Kalten Krieges im Hinblick
auf die Stärkung globaler strategischer Stabilität und
nuklearer Sicherheit beträchtliche Fortschritte erzielt
wurden. Die Vereinigten Staaten und Rußland
reduzieren ihre Atomstreitkräfte in beträchtlichem
Maße. Es wurden bedeutende Schritte zur Änderung der Zielkoordinaten strategischer Raketen
unternommen. Es wurden multilaterale Verhandlungen über ein umfassendes Atomtestverbot aufgenommen. Die Präsidenten wiesen auf die Schlüsselrolle des Nichtverbreitungsvertrags bei der Gewährleistung weltweiter Stabilität hin.
Präsident Jelzin skizzierte die von Rußland in der
UN-Generalversammlung vorgelegte Initiative zum
Abschluß eines Vertrags unter den fünf ständigen
Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über die Einstellung der Produktion spaltbaren waffenfähigen
Materials, ein Verbot der Wiederaufbereitung spaltbaren Materials zur Herstellung von Waffen, eine
weitere Beseitigung nuklearer Gefechtsköpfe sowie
einen Abbau strategischer Trägersysteme.
Präsident Clinton legte die von ihm vor der UNGeneralversammlung beschriebenen Ideen für die
Zusammenarbeit bei der Förderung der Nichtverbreitung von Nuklearwaffen dar, insbesondere zur

AMERIKA DIENST 39

Erhöhung der Sicherheit von Nuklearmaterial und der
Verhinderung seines Schmuggels.
Die Präsidenten erörterten diese Initiativen, über die
sie sich zuvor gegenseitig informiert hatten und die
daher die gemeinsamen Ziele und bestimmte gemeinsame Vorschläge enthielten, die einen Beitrag
zur nuklearen Nichtverbreitung leisten sollen. In
dieser Hinsicht stimmten die beiden Präsidenten darin
überein, daß die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats angesichts ihrer Verantwortung als
Atommächte eine besondere Rolle zu spielen haben.
Die Vereinigten Staaten und Rußland werden mit den
anderen ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats
und weiteren Staaten an einem erfolgreichen Ergebnis der für 1995 anberaumten Konferenz über den
Nichtverbreitungsvertrag arbeiten, die zu einer
dauerhaften und bedingungslosen Verlängerung des
Nichtverbreitungsvertrags führen soll. Ferner streben
sie so bald wie möglich den Abschluß eines umfassenden Vertrags über das Verbot von Atomtests
sowie ein weltweites Verbot der Produktion spaltbaren Materials für Atomwaffen an. Die Präsidenten
waren sich ferner einig, daß es wünschenswert ist,
ihre jeweiligen Moratorien über ein Verbot von
Atomtests zu verlängern.

Seite 1

�Die Präsidenten begrüßten die derzeitige Entschärfung und den Abbau strategischer Nuklearsysteme
durch die Parteien des START-I-Vertrags sowie die
Umsetzung dertrilateralen Erklärung vom 14. Januar
1994. Sie äußerten sich zufrieden über die reale
Möglichkeit, den START-I-Vertrag und das Lissaboner Protokoll in naher Zukunft in Kraft zu setzen und
sagten zu diesem Zweck volle Kooperationsbereitschaft zu. Die Präsidenten beschlossen, daß ihre
Verteidigungsminister jedes Vierteljahr einen Informationsaustausch über entschärfte oder abgebaute
strategische Systeme durchführen sollten.
Die Präsidenten bekräftigten ihre Absicht, eine
frühzeitige Ratifizierung des START-Il-Vertrags
anzustreben, nachdem START I in Kraft getreten ist
und verliehen ihrem Wunsch Ausdruck, auf dem
nächsten amerikanisch-russischen Gipfel die Ratifizierungsurkunden für START II auszutauschen.
Im Rahmen einer bedeutenden neuen Entwicklung
einigten sich die Präsidenten, daß die Vereinigten
Staaten und Rußland nach der Ratifizierung des
START-Il-Vertrags im Einklang mit diesem Vertrag
die Entschärfung aller strategischen nuklearen
Trägersysteme fortsetzen werden, indem ihre
nuklearen Gefechtsköpfe beseitigt oder andere
Schritte unternommen werden, um sie kampfunfähig
zu machen.
Die Präsidenten wiesen ihre Experten an, den Dialog
über den Vergleich konzeptioneller Ansätze zu
intensivieren und konkrete Schritte zur Anpassung
atomarer Streitkräfte und Praktiken beider Seiten an
die veränderte internationale Sicherheitslage und
den derzeitigen Geist der amerikanisch-russischen
Partnerschaft zu unternehmen, einschließlich der
Möglichkeit, nach der Ratifizierung von START II
einen weiteren Abbau sowie Beschränkungen der
verbleibenden atomaren Streitkräfte vorzunehmen.
Die Staatschefs erörterten femer die Aussichten auf
vertrauensbildende und die Transparenz erhöhende
Maßnahmen in diesem Bereich. Ihrer Ansicht nach
werden sich im Rahmen der Entwicklung der politischen Partnerschaft neue Chancen zur Stärkung der
Stabilität durch Offenheit und Transparenz bieten.
Präsident Clinton beschrieb Präsident Jelzin gegenüber die von den Vereinigten Staaten als Ergebnis
der kürzlich abgeschlossenen Überprüfung ihrer
nuklearen Situation geplanten einseitigen Anpassungen ihrer strategischen und nichtstrategischen
Atomstreitkräfte, Sicherheitsvorkehrungen sowie
Kontrollpraktiken.
Präsident Jelzin bezeichnete
diese Veränderungen in den Vereinigten Staaten als
Ausdruck der neuen Beziehungen zwischen den
beiden Ländern und legte eine in Rußland vorzunehmende vergleichbare Überprüfung zum Abbau der

Seite 2

Nuklearstreitkräfte Rußlands und zur Erhöhung ihrer
Sicherheit dar. Die Präsidenten stimmten darin
überein, daß jede Seite auf angemessene Weise
unabhängig weitere einseitige Schritte im Hinblick auf
ihre eigenen nuklearen Streitkräfte erwägen sollte.
Die Präsidenten stimmten über die fundamentale
Bedeutung überein, die Gültigkeit und Vollständigkeit
des ABM-Vertrags zu bewahren. Unter Hinweis auf
die bei der Frage der ABM/TMD-Abgrenzung und
dem multilateralen Beitritt zum ABM-Vertrag gemachten Fortschritte wiesen die Präsidenten ihre
jeweiligen Delegationen an, in Zusammenarbeit mit
anderen Teilnehmerstaaten an einer möglichst
schnellen Erzielung vollständiger Einigkeit über die
verbleibenden Fragen zu arbeiten.
Beide Seiten haben ein Interesse an der Entwicklung
und Aufstellung wirksamer taktischer Verteidigungssysteme auf der Grundlage der Zusammenarbeit.
Die Präsidenten waren sich einig, daß beide Seiten
ein gemeinsames Manöver mit taktischen Verteidigungssystemen und Frühwarnsystemen abhalten
werden. Diese Übung soll die Grundlage für gemeinsame Operationen der amerikanischen und russischen Streitkräfte, beispielsweise im Bereich der
Friedenssicherung, schaffen.
Ausgehend von den Grundsätzen der Partnerschaft
und Gegenseitigkeit einigten sich die Präsidenten auf
die Entwicklung umfassender bilateraler und multilateraler Kooperation zur Gewährleistung nuklearer
Sicherheit. Sie erzielten Einigung bei folgenden
Punkten:
Zusammenarbeit auf bilateraler und multilateraler
Basis, einschließlich eines Austauschs entsprechender Informationen, zur Verhinderung illegalen
Handels mit Nuklearmaterial sowie Maßnahmen
zur Verstärkung der Kontrollregime und für den
physischen Schutz solcher Materialien.
Austausch detaillierter Informationen auf dem
nächsten Treffen der Gore-TschernomyrdinKommission über die gesamten Arsenale nuklearer Gefechtsköpfe, Vorräte spaltbaren Materials
sowie deren Sicherheit. Die Seiten werden ein
Verfahren für den regelmäßigen Austausch derartiger Informationen entwickeln.
Anweisung der gemeinsamen Arbeitsgruppe für
nukleare Sicherheit, Transparenz und Unumkehrbarkeit, bis zum März 1995 weitere Maßnahmen
zur Vertrauensbildung und Erhöhung der Transparenz und Irreversibilität beim Abbau von Atomwaffen zu ergreifen.

AMERIKA DIENST 39

�Erleichterung umfassender Zusammenarbeit
unter entsprechenden Behörden beider Länder
zur Gewährleistung effektiver Kontrolle, des
Nachweises und physischen Schutzes von
Nuklearmaterial.
Förderung von Programmen zur Zusammenarbeit
amerikanischer und russischer Labors auf den
Gebieten Sicherheit, physischer Schutz, Kontrolle
und Nachweis von Nuklearmaterial.
Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen dem
amerikanischen und dem russischen Verteidigungsministerium auf dem Gebiet nuklearer
Sicherheit.
Umsetzung eines gemeinsamen Plans für den
beschleunigten Bau eines Endlagers für aus
abgebauten Nuklearwaffen stammendes spaltbares Material in Mayak.
Nach einer umfassenden Erörterung der stategi-

sehen Stabilität und angesichts der Notwendigkeit
einer Kontrolle aller Massenvernichtungswaffen
einigten sich die Präsidenten auf folgendes:
Die Bedeutung der fortgesetzten, umfassenden,
allseitigen Umsetzung der im September 1992
abgegebenen Erklärung der Vereinigten Staaten,
Rußlands und Großbritanniens über biologische
Waffen als Mittel zum Aufbau von Vertrauen, daß
offensive biologische Waffenprogramme eingestellt
wurden.
Die Notwendigkeit eines Beitritts aller Staaten zur
Chemiewaffenkonvention und der universellen
Anwendung aller ihrer Bestimmungen sowie die
Notwendigkeit einer unverzüglichen Einleitung von
Maßnahmen zur Inkraftsetzung der Chemiewaffenkonvention; ferner die Notwendigkeit einer unverzüglichen Lösung ausstehender Fragen im Zusammenhang mit dem bilateralen Abkommen über
deren Beseitigung und der Regierungsvereinbarung von Wyoming.

* *

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�USA-RUSSLAND
5. Oktober 1994

GEMEINSAME AMERIKANISCH-RUSSISCHE
ERKLÄRUNG ÜBER HANDEL UND
WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
Übersicht des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine am 28. September 1994 vom Weißen Haus
herausgegebene Übersicht über die von den Vereinigten Staaten von Amerika und der Russischen Föderation
abgegebene gemeinsame Erklärung zu den Grundsätzen und Zielen von Handel, wirtschaftlicher
Zusammenarbeit und Investitionen zwischen beiden Ländern.

Am heutigen Tag unterzeichneten Präsident Clinton
und der russische Präsident Jelzin eine gemeinsame
Erklärung, die den Rahmen für eine Ausweitung des
bilateralen Handels, der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Investitionen zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland schafft. Die gemeinsame
Erklärung unterstreicht die herausragende Rolle von
Handel und Investitionen angesichts der Verbesserung und des Ausbaus der bilateralen Beziehungen.
Die gemeinsame Erklärung basiert auf der Prämisse,
daß eine bilaterale Partnerschaft auf der Grundlage
des Privatsektors sowie staatlicher Zusammenarbeit
die Volkswirtschaften beider Länder stärken und zu
einer beträchtlichen Erhöhung von bilateralem
Handel und Investitionen führen wird. Amerikanische Investitionen in Rußland werden einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und
Reform dieses Landes leisten.
Amerikanische
Unternehmen können als Quelle von Kapital und
Expertenwissen einen beträchtlichen Aktivposten für
die russische Industrie darstellen und ein Bindeglied
zum Weltmarkt sein. Ferner wird die amerikanische
Wirtschaft Nutzen aus einer substantiellen Steigerung ihrer Exporte von Kapitalgütern ziehen. Die
Beteiligung ausländischer Unternehmen am amerikanischen Markt hat für die Wirtschaftsentwicklung und
Konkurrenzfähigkeit der Vereinigten Staaten eine
wichtige Rolle gespielt - und die gemeinsame
Erklärung umreißt das Ziel der Förderung einer
wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die Rußland
ebenfalls in den Genuß dieser Vorteile bringt.
Größere Investitionen amerikanischer Unternehmen

AMERIKA DIENST 39

auf Gebieten wie Energieproduktion und -einsparung,
pharmazeutische Produkte und Medikamente, Weiterverarbeitung von Lebensmitteln, Umwandlung militärischer Produktion für zivile Zwecke wird den Lebensstandard in Rußland erhöhen und Fortschritte Rußlands zu einer lebensfähigen Demokratie und Marktwirtschaft sowie eine vollwertige globale Partnerschaft
bei friedlichem Handel fördern.
Die gemeinsame Erklärung schafft die Vision einer
wesentlich bedeutsameren amerikanisch-russischen
Partnerschaft bei Handel und Investitionen und legt
Schritte zur Erreichung dieses Ziels dar. Im Rahmen
der gemeinsamen Erklärung verpflichtet sich Rußland
zu einer Fortsetzung marktorientierter Reformen, um
für ausländische Unternehmen ein günstiges Klima zu
schaffen. Die Vereinigten Staaten wiederum verpflichten sich zur Unterstützung der russischen
Reformen sowie zur Förderung der russischen
Industrie und der Exportmärkte.
In der gemeinsamen Erklärung werden folgende
Punkte hervorgehoben:
Maßnahmen zur Förderung des Handels, einschließlich von umfassenden Maßnahmen zum
Marktzugang, die der Notwendigkeit russischer
Exporte in die Vereinigten Staaten sowie dem
amerikanischen Zugang zum russischen Markt
Rechnung tragen,
Schaffung günstiger Bedingungen für wirtschaftliche Unternehmungen, darunter Zusammenarbeit
bei der Festsetzung von Normen, Produktzulas-

Seite 1

�sungen, Tests und Qualitätskontrollen, Exportkontrollen sowie der weiteren Verbesserung des
Schutzes geistigen Eigentums,
Möglichkeiten für engere wirtschaftliche Zusammenarbeit in Verbindung mit marktwirtschaftlichen
Reformen in Rußland,

Maßnahmen zur Förderung von Investitionsanreizen, um die Bedeutung der Zustimmung Rußlands
zum bilateralen Investitionsvertrag und der Umsetzung des Erlasses von Präsident Jelzin zur
Schaffung eines günstigen Klimas für ausländische Investoren hervorzuheben,
amerikanische Unterstützung für Marktreformen
und die Bereitschaft, "Partnerschaftsabkommen"
als Bezugspunkte des Reformprozesses zu
betrachten.

* * * * *

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AMERIKA DIENST 39

�USA-HAITI
5. Oktober 1994

AMERIKANISCHE KONGRESSABGEORDNETE
BEURTEILEN SICHERHEITSLAGE
IN HAITI
Haitianer begrüßen Hilfe bei Wiederherstellung der Demokratie
PORT-AU-PRINCE - (AD) - Eine aus Kongreßabgeordneten beider Parteien zusammengesetzte Delegation, die kürzlich die Sicherheitslage in Haiti
beurteilte und mit führenden haitianischen Politikern
zusammentraf, ist der Ansicht, die Bestrebungen der
Vereinigten Staaten zur Wiederherstellung der
Demokratie würden begrüßt, es bestehe jedoch auch
die Notwendigkeit eines glaubwürdigen Entwaffnungsprogramms.

Die Kongreßabgeordneten trafen am 1. Oktober mit
dem haitianischen Militärmachthaber Generalleutnant
Raoul Cedras zusammen. Er teilte ihnen mit, er
werde spätestens am 15. Oktober abtreten, selbst
wenn das Parlament Haitis das Amnestiegesetz nicht
billige. Auf die Frage nach der Glaubwürdigkeit von
Cedras vordem Hintergrund seines Verhaltens in der
Vergangenheit antwortete Dodd, zukünftige Taten
sagten mehr aus als Worte.

Senator Christopher Dodd, der die Delegation auf
ihrer Mission am 1. Oktober 1994 leitete, stellte fest,
paramilitärische Gruppen im ganzen Land seien
"noch bewaffnet und gefährlich". Ihre Entwaffnung
stelle eine wichtige Priorität dar. Obwohl die amerikanischen Truppen es vorzögen, wenn die haitianischen Streitkräfte diese Aufgabe übernähmen,
würden sie "falls erforderlich" selber tätig.

Der Senator äußerte im Zusammenhang mit der
Absicht von Cedras und seinen Anhängern, Haiti
nach Aufgabe der Macht zu verlassen, die Putschisten müßten im Rahmen des kürzlich unter Leitung
des ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter ausgehandelten Abkommens nicht notwendigerweise haitianisches Gebiet verlassen. Er stellte jedoch fest, im
Interesse "größerer Stabilität" auf Haiti sei das klug.

Senator Claiborne Pell zeigte sich von der Tatsache
beeindruckt, daß das haitianische Volk die Präsenz
amerikanischer Truppen "wirklich wünscht und
begrüßt". Pell, der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, bezeichnete diese Situation als "ganz verschieden" von der
vor acht Jahrzehnten, als die Vereinigten Staaten in
Haiti einmarschierten und dort 19 Jahre lang blieben.

Senator Paul Coverdell räumte ein, Cedras habe
zwar in der Vergangenheit seine Versprechen, von
seinem Amt abzutreten, nicht eingehalten, jetzt habe
sich die Situation ansichts der Anwesenheit von
18.000 amerikanischen Soldaten in Haiti jedoch
"dramatisch" verändert.

Dodd prognostizierte, der im Exil lebende haitianische Präsident Jean-Bertrand Aristide werde "in
Kürze" nach Haiti zurückkehren. Der Senator zeigte
sich optimistisch und äußerte, haitianische Politiker
hätten der Delegation von Kongreßabgeordneten
gegenüber deutlich gemacht, Aristide müsse "so
schnell wie möglich" nach Hause zurückkehren.
Selbst die Haitianer, die damals nicht für Aristide
gestimmt hätten, hätten vor den amerikanischen
Senatoren ihrem Wunsch nach einer Rückkehr des
Präsidenten Ausdruck verliehen.

AMERIKA DIENST 39

Dodd zufolge würde die Übergangszeit in Haiti
"reibungsloser" verlaufen, wenn der tatsächliche
Präsident Emile Jonassaint abtreten und Ministerpräsident Robert Malval die Übernahme seiner
"rechtmäßigen Position als amtierender Ministerpräsident" gestatten würde.
Senator John Warner, Senator Judd Gregg und
andere Delegationsmitglieder vertraten die Ansicht,
der amerikanische Kongreß solle kein spezifisches
Datum für den Abzug der amerikanischen Truppen
aus Haiti festsetzen. Einige Kongreßabgeordnete in
Washington schlugen den 1. März 1995 als mögli-

Seite 1

�chen Termin für einen amerikanischen Abzug aus
Haiti vor.
Am 1. Oktober stattete eine zweite Delegation von
Kongreßabgeordneten Haiti einen Besuch ab, um
die amerikanischen Truppen zu ermutigen und ihren
Anliegen Gehör zu schenken. Die aus den Abgeordneten des Repräsentantenhauses Norman Dicks,
Julian Dixon, John Lewis, Joe Sheen, Bill Young,
L.F. Payne und John McHugh bestehende Gruppe
wurde vom Abgeordneten John Murtha geleitet. Die
Delegationsmitglieder äußerten die Überzeugung,
die amerikanische Militärintervention werde den
Haitianern im Kampf für die Freiheit und eine demokratisch gewählte Regierung zum Sieg verhelfen.
Levin forderte die Anhänger Aristides auf, den
Haitianern anzuraten, mit ihren Demonstrationen bis
nach dessen Rückkehr abzuwarten. Er warnte,
diejenigen, "die die Demokratie zerstören wollen",
könnten zukünftige Demonstrationen zur Unterminierung der amerikanischen Bestrebungen nutzen.
Die Besuche der Kongreßabgeordneten fanden kurz
nach dem dritten Jahrestag des Militärputsches in
Haiti statt, durch den Aristide gestürzt wurde. Nach
einem Gottesdienst in der Kathedrale Sankt Johannes organisierten Aristide-Anhänger einen
großen Marsch von der Kirche zum Friedhof. Der
amerikanische Botschafter William Swing bezeichnete den Marsch zur Unterstützung von Aristide als
"eindeutige Demonstration der Sehnsucht der
Haitianer nach Demokratie".
Bedauerlicherweise wurden die Demonstranten bei
ihrem Marsch von Gegnern Aristides angegriffen,
und mehrere Haitianer kamen ums Leben. Swing
führte die Unruhen auf "antidemokratische Elemente"
zurück, die sich dem Wandel widersetzen. Er
nannte die FRAPH (Front für Förderung und Fortschritt auf Haiti) als Anstifter und "unzureichenden
Schutz durch die haitianische Polizei" als einen
Grund für die Unruhen.
Der Sprecher der amerikanischen Botschaft, Stanley
Schräger, bezeichnete die Angriffe als "nicht akzeptables" Verhalten und stellte fest, der Mangel an
Schutz durch die haitianische Polizei und die Fähigkeit der FRAPH zu ungestraftem Handeln "unterstreicht die Bedeutung, die Menschen zu entwaffnen
und Haitis verfassungswidrigen paramilitärischen
Apparat abzubauen".
Als Reaktion auf Kritik, das amerikanische Militär
hätte den für Aristide Demonstrierenden keinen
Schutz geboten, wies Oberst Barry Willey darauf hin,
es sei nicht die Aufgabe des amerikanischen Militärs
in Haiti, als Polizei zu fungieren. Ihm zufolge lag es

Seite 2

im Verantwortungsbereich der haitianischen Polizei,
die Menge unter Kontrolle zu halten, und das amerikanische Militärpersonal sei nicht befugt gewesen,
"gegen die Demonstranten" vorzugehen. Vielmehr
sei es angewiesen worden, eine Absperrung zu dem
Hauptmarsch zu bilden und die Menge notfalls nur
dann unter Kontrolle zu bringen, "falls sie sich auf
andere Ziele als den Friedhof zubewegen würde".
Da es kürzlich mehrere Angriffe auf Journalisten und
haitianische Zivilisten gegeben habe, wurde Willey
zufolge die Präsenz der Amerikaner am Boden und
in der Luft erhöht. Während einer Europareise
erklärte US-Verteidigungsminister Perry, die gefährlichsten Stellen, einschließlich der beiden größten
Städte Haitis, würden von amerikanischen Truppen
abgeschirmt. Der Verteidigungsminister, der kürzlich
in Haiti war, prognostizierte ferner, es werde vor der
Aufgabe der Macht durch das haitianische Militär
weitere Gewaltanwendung geben.
Dodd zufolge hatten alle Parlamentarier und Wirtschaftsvertreter, mit denen er zusammentraf, dieselbe
Botschaft an das illegale Militärregime: "Entwaffnet
diese Verbrecher". Es seien Bestrebungen im Gang,
die sog. Attachees (paramilitärische Kräfte) und die
FRAPH "so schnell wie möglich" zu entwaffnen. Den
Senatoren wurde mitgeteilt, die Bewaffneten seien
landesweit in den Städten organisiert und stellten
eine "wirkliche Bedrohung" dar.
Schräger beschuldigte die FRAPH der "versuchten
Untergrabung des demokratischen Prozesses" und
erklärte, Haiti sei seit Jahren 'Von Gewalt und Einschüchterungstaktiken geplagt worden", und aus
diesem Grund seien 18.000 amerikanische Soldaten
dort stationiert. Er betonte, daß die amerikanischen
Truppen das Blutvergießen einzuschränken versuchten.
Obwohl der 30. September in Haiti spannungsgeladen war, wies Willey auf positive Entwicklungen hin,
einschließlich einer Wiedereinberufung des Parlaments und der Wiedereinsetzung des Bürgermeisters
von Port-au-Prince.
Am 30. September übernahm das amerikanische
Militär entsprechend einer Bitte der Regierung
Aristide die Kontrolle über die staatlichen Fernsehund Rundfunkanstalten, nachdem diese vor 13
Monaten unter die Kontolle der de facto-Regierung
gebracht worden waren.
Die Kontrolle über die Sender wurde Schräger
zufolge ohne Verluste übernommen. Ein Mitglied des
legitimen Informationsministeriums stellte ein neues
Sendeteam zusammen, bevor der Betrieb wiederaufgenommen wurde.

AMERIKA DIENST 39

�Das amerikanische Militär wird Willey zufolge nicht
über die Anstalten senden, kein Material für Sendun-

AMERIKA DIENST 39

gen bereitstellen und weder den Inhalt noch die Natur
der Sendungen beeinflussen.

Seite 3

�BOSNIEN
5. Oktober 1994

UNPROFOR UNENTBEHRLICH FÜR
FRIEDENSPROZESS AUF DEM BALKAN
Ansprache von Botschafterin Albright
VEREINTE NATIONEN - (AD) - "Effektive und energische" Friedenssicherungsoperationen im ehemaligen
Jugoslawien sind "von essentieller Bedeutung" für erfolgreiche politische Bestrebungen zur Beendigung der
Konflikte auf dem Balkan, erklärte die Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen,
Madeleine Albright, am 30. September 1994 vor dem UN-Sicherheitsrat, nachdem dieser das Mandat der
Friedenstruppen erneuert hatte.
Der Sicherheitsrat nahm einstimmig eine Resolution über die Verlängerung des Mandats der mehr als 35.000
UN-Friedenstruppen in Bosnien, Kroatien und der ehemals jugoslawischen Republik Makedonien für ein
weiteres halbes Jahr an. Ferner richtete er an die Kriegsparteien die Botschaft, daß das kommende halbe Jahr
für die Friedensverhandlungen und die weitere Verlängerung des Mandats der UNPROFOR von
entscheidender Bedeutung sei.
Die Erneuerung des Mandats findet zu einer Zeit wachsender Spannungen in Bosnien statt, in der die NATO
mit verstärkten Luftangriffen gegen die bosnischen Serben wegen deren Verletzung der Schutzzonen um
Sarajevo und Gorazde sowie deren Angriffen auf UN-Friedenstruppen und Angehörige von Hilfsorganisationen
droht.
Nachfolgend veröffentlichen wir die von Botschafterin Albright vor dem UN-Sicherheitsrat gehaltene Ansprache
im Wortlaut.

Herr Präsident, in den letzten sechs Monaten seit
der Verlängerung des UNPROFOR-Mandats durch
den Sicherheitsrat hat sich die Situation in den
Staaten des ehemaligen Jugoslawien beträchtlich
verändert. Die wichtigste Entwicklung in Bosnien
war der von der Kontaktgruppe unterbreitete Teilungsplan. Die Kontaktgruppe genoß die beständige
Unterstützung durch den Sicherheitsrat, was insbesondere in dieser Resolution bekräftigt wird.
Während die bosnische Föderation den Vorschlag
annahm, war das bei den bosnischen Serben leider
nicht der Fall. Wir werden weiterhin fordern, daß die
bosnischen Serben den Vorschlag akzeptieren, der
unseres Erachtens die beste Möglichkeit für eine
gerechte Lösung des Konflikts darstellt. Erst vor
einer Woche hielt der Sicherheitsrat durch die
Annahme einer Resolution über die Verschärfung
von Sanktionen gegen die bosnischen Serben
diesen vor Augen, daß ihr fortgesetzter Starrsinn
ihnen teuer zu stehen kommen kann.

AMERIKA DIENST 39

In Kroatien hält der Waffenstillstand, die Gespräche
zwischen den Parteien haben jedoch nicht zu den
erhofften Fortschritten geführt. Meine Regierung
unterstützt entschieden die grundlegende Richtschnur, eine Lösung des Konflikts in der Republik
Kroatien müsse (ebenso wie in Bosnien) im Einklang
mit der Souveränität und territorialen Integrität ihrer
international anerkannten Grenzen stehen. Dieses
von meiner Regierung als dringend erforderlich
erachtete Prinzip wird in dieser Resolution explizit
dargelegt.
In der ehemals jugoslawischen Republik Makedonien
haben sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten
verschärft, der Konflikt ist jedoch glücklicherweise
nicht grenzüberschreitend.
Die UNPROFOR stand an vorderster Front dieser
Entwicklungen.
Die größte Friedenssicherungsoperation der Vereinten Nationen, die UNPROFOR,
spielt bei den Bestrebungen der internationalen
Staatengemeinschaft zur Friedensschaffung eine

Seite 1

�wesentliche Rolle. In Bosnien hat die UN-Schutztruppe eine Fortsetzung der humanitären Hilfe
ermöglicht. Sie hat zur Aufrechterhaltung des Waffenstillstands zwischen den bosnischen Kroaten und
bosnischen Muslimen beigetragen, auf dessen
Grundlage eine bedeutende bosnisch-kroatische
Föderation geschaffen werden kann. Sie hat aktiv
Maßnahmen zum Abbau der Spannungen ausgehandelt. Bei Verletzung dieser Maßnahmen war die
UNPROFOR zu härterem Vorgehen bereit.
Meine Regierung ist besorgt über die zunehmende
Verletzung der Schutzzonen und hat sich deren
strikter Durchsetzung verpflichtet. Ich bin zuversichtlich, daß die UNPROFOR im Falle der Notwendigkeit
strikter Durchsetzung eng mit der NATO zusammenarbeiten wird um sicherzustellen, daß die Absicht
des Sicherheitsrats zum Schutz der Sperrzonen
umgesetzt wird.
In Kroatien wurde der UNPROFOR eine gewaltige
Aufgabe übertragen. Einen Großteil konnte sie - wie
der Generalsekretär kürzlich unterstrich - angesichts
des vorherrschenden Eigensinns nicht bewältigen.
Diese Resolution fordert Fortschritte bei der Umsetzung des Friedensplans der Vereinten Nationen für

die Republik Kroatien, überträgt jedoch gleichzeitig
den Kriegsparteien - und nach Ansicht meiner Regierung gilt das insbesondere für die Serben - die
Verantwortung zur Schaffung von Bedingungen, die
der UNPROFOR eine Erfüllung ihres Mandats
gestatten.
In der ehemals jugoslawischen Republik Makedonien
hat die UNPROFOR bei der Abschreckung von
Konflikten eine wertvolle Rolle gespielt, wobei sie die
volle Unterstützung von Regierung und Volk dieses
Landes genoß.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß eine
effektive und energische UNPROFOR für den von
uns angestrebten Erfolg des politischen Prozesses
von essentieller Bedeutung ist.
Abschließend möchte ich allen Ländern meine
Hochachtung bezeugen, die Soldaten zur UNRPOFOR beigesteuert haben, sowie denjenigen, die bei
dieser Mission verwundet wurden oder umkamen und
allen Truppen, die im Namen des UN-Sicherheitsrats
und der internationalen Staatengemeinschaft Dienst
tun.

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 39

�WIRTSCHAFT
5. Oktober 1994

WELTWIRTSCHAFTSLAGE BESSER ALS SEIT LANGEM
Erklärung von Finanzminister Bentsen
MADRID - (AD) - US-Finanzminister Lloyd Bentsen zufolge ist die Weltwirtschaftslage derzeit besser als zu
irgendeinem Zeitpunkt in den vergangenen 10 Jahren.
Er äußerte am 1. Oktober 1994 in Madrid, Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) hätten beim
Treffen der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der G-7 prognostiziert, die Welt könnte mit
Wirtschaftswachstum und niedrigen Inflationsraten rechnen.
Schätzungen des IWF zufolge beträgt das weltweite Wirtschaftswachstum 1994 3,1 und 1995 3,6 Prozent.
Nachfolgend veröffentlichen wir die von Finanzminister Bentsen abgegebene Eingangserklärung bei einer
Pressekonferenz im Anschluß an das Treffen der Finanzminister der G-7, das in Verbindung mit den Treffen
des IWF und der Weltbank in Madrid stattfand.

Als Vorsitzender kann ich berichten, daß wir am
heutigen Nachmittag ausgezeichnete Gespräche
geführt haben. Ich möchte kurz darlegen, was wir
erörtert haben und anschließend einige Fragen
beantworten.
Wir haben über das gesprochen, was man als
ausgezeichnete wirtschaftliche Aussichten für die
Industriestaaten bezeichnen kann. Die Situation ist
besser als seit langer Zeit. Die Aussichten auf
Wachstum verbessern sich beträchtlich. Die Inflationsraten sind niedrig. Der Handel ist in den
vergangenen 15 Jahren um ein Dreifaches gestiegen
und wird Schätzungen zufolge schnellerwachsen als
zu jedem anderen Zeitpunkt in den vergangenen fünf
Jahren.
Herr Camdessus, der geschäftsführende Direktor
des IWF, begann seine Präsentation, indem er uns
mitteilte, seit Mitte der achtziger Jahre sei die
Weltwirtschaftslage nicht so gut gewesen und die
voraussichtlichen Inflationsraten nicht so positiv. Der
IWF legte diese Woche einen Bericht über das
Wachstum vor, dem zufolge die Weltwirtschaft in
diesem Jahr um 3,1 und im kommenden Jahr um
3,6 Prozent wachsen wird. In den Industriestaaten
liegen die Zahlen für beide Jahre bei nahezu 3
Prozent.
Offensichtlich hat unsere Wachstumsstrategie eines
Abbaus des Haushaltsdefizits in den Vereinigten

AMERIKA DIENST 39

Staaten, niedriger Zinssätze in Europa und einer
Ermutigung der Nachfrage in Japan einen sichtbaren
Unterschied gemacht.
Jetzt besteht die uns konfrontierende Herausforderung darin, diese wirtschaftliche Erholung in ein
dauerhaftes Wachstum umzuwandeln, das weiterhin
Arbeitsplätze schafft.
Es besteht Besorgnis über den Anstieg der langfristigen Zinssätze. In gewissem Ausmaß werden sie
durch eine zunehmende Kluft zwischen der weltweiten Spartätigkeit und der aus der steigenden Nachfrage nach Investitionskapital in vielen Bereichen
resultierenden Investitionstätigkeit verursacht. Wir
würden es begrüßen, wenn die G-10 sich näher mit
diesem Thema befaßte.
Zusätzliche Aufmerksamkeit werden wir der Verringerung der staatlichen Ausgaben widmen. Dies
wird zusammen mit einer antiinflationären Geldpolitik
das Vertrauen von Verbrauchern und Investoren
gleichermaßen stärken. Langfristig sollte dies zu
einer Senkung der kurzfristigen Zinssätze führen und
sicherstellen, daß die wirtschaftliche Erholung nicht
durch eine Inflation gefährdet wird.
Wir erörterten die jüngsten Entwicklungen auf den
Devisenmärkten und bekräftigten erneut unser
Engagement für eine fortgesetzt enge Zusammenarbeit.

Seite 1

�Das Problem der hohen Arbeitslosigkeit in mehreren
Ländern wurde ebenfalls diskutiert. Es wurden
einige Fortschritte gemacht, die sich mit zunehmender wirtschaftlicher Erholung noch fortsetzen werden.
Die im März dieses Jahres in Detroit veranstaltete
Konferenz über die Schaffung von Arbeitsplätzen
und die sich wandelnde Arbeitswelt befaßte sich mit
diesem Thema, und bei unseren jüngsten Gesprächen in Neapel sowie bei der von der OECD zu
diesem Thema geleisteten Arbeit wurden verschiedene Schritte identifiziert, die wir unternehmen
können. Vor nur zwei Tagen beseitigten wir in
Washington ein Strukturproblem unserer Wirtschaft.
Präsident Clinton unterzeichnete ein Gesetz, das
den Banken Operationen über die Grenzen der
Bundesstaaten hinweg gestattet und diese somit
rationalisiert.
Ein weiterer möglicher Schritt wäre eine Liberalisierung des Handels durch die schnelle Umsetzung der
Beschlüsse der Uruguay-Runde. Ich wünsche mir
eine Durchsetzung in den Vereinigten Staaten
Anfang des kommenden Jahres und bin in dieser
Hinsicht zuversichtlich.
Wir ergriffen einige bescheidene Maßnahmen als
Reaktion auf die in Neapel erhaltenen Anweisungen
der Staats- und Regierungschefs zur Verbesserung
des laufenden Verfahrens der Überwachung der
Wirtschaftspolitik und politischer Zusammenarbeit.
Erstens einigten wir uns, der Überwachung der
Wirtschaftspolitik weiterhin eine hohe Priorität
einzuräumen und den entstehenden und möglichen
Bedrohungen umweltverträglichen
Wachstums
besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Zweitens beschlossen wir, den IWF um die Übernahme einer aggressiveren Rolle bei der Identifizierung von Gefahren und Untersuchung ihres möglichen Übergreifens über Grenzen und Wirtschaftssektoren hinweg zu bitten.
Drittens beschlossen wir eine stärkere Einbeziehung
der Präsidenten der Zentralbanken in die Arbeit der
G-7.
Viertens sprachen wir uns für eine bei den kooperativen Bestrebungen zur Überwachung der weltweiten
Kapitalmärkte von der G-10 zu spielende wichtige
Rolle aus.
Fazit ist: Wir wollen sichergehen können, daß die
von jedem unserer Länder verfolgte Politik im Einklang mit dem Ziel ausgewogenen, umweltverträglichen und inflationsfreien Wachstums steht. Wir
wollen bei allen diesen Unternehmungen nicht den

Seite 2

informellen Ansatz opfern, den ich stark befürwortete,
als ich meine Arbeit im Rahmen der G-7 aufnahm.
Ich weiß, daß viele von Ihnen an der Frage der
Sonderziehungsrechte interessiert sind. Wir waren
innerhalb der G-7 einmütig der Ansicht, daß der von
den Vereinigten Staaten und Großbritannien unterbreitete Vorschlag über eine Zuteilung von 16 Milliarden Sonderziehungsrechten die Grundlage für ein
Abkommen über diese Frage darstellt. Eine besondere Zuweisung in dieser Hinsicht ist eine Möglichkeit, die entstandenen Ungerechtigkeiten zu verringern. Seit der letzten Zuteilung sind etwa 40
Nationen dem IWF beigetreten, und somit wäre das
nur fair. Wir akzeptieren keine generelle Zuweisung
von Sonderziehungsrechten. Die Mitgliedstaaten der
G-7 wünschen eine Form der Zuteilung, die den
ärmsten Staaten und den Transformationsländern die
größten Vorteile bietet.
Wir einigten uns femer auf die Unterstützung einer
beträchtlichen Erhöhung der Ressourcen des IWF für
Länder mit starken Stabilisierungs- und Reformprogrammen.
Die Minister und Gouverneure trafen auch mit einer
ukrainischen Delegation zusammen. Sie erklärte uns,
nach zwei Jahren ohne bedeutungsvolle Reformen
sei ihr Land jetzt bereit zur Schaffung einer stabilen
Marktwirtschaft. Wir begrüßen diese Entwicklung
ebenso wie das vorgeschlagene Abkommen zwischen der ukrainischen Führung und dem IWF über
ein Transformationsprogramm zur Unterstützung der
Reformen. Wir bekräftigten erneut die in Neapel
abgegebene Erklärung, die Ukraine könne in den
nach Beginn der Reformen folgenden zwei Jahren
Zugang zu 4 Milliarden Dollar erhalten. Wir sehen
der für Ende des Monats in Winnipeg anberaumten
Konferenz über die ukrainische Wirtschaft erwartungsvoll entgegen.
Wir trafen auch mit den Mitgliedern einer russischen
Delegation zusammen und sprachen über die russische Wirtschaft und ihr Programm für 1995. Rußland
hat im Bereich der Wirtschaftsreformen beträchtliche
Fortschritte gemacht. Die Inflationsrate ist wieder
einstellig. Die Privatisierung verändert die wirtschaftliche Landschaft. Die Schlangen vor den Läden
existieren nicht mehr. Zur Unterstützung dieser
Entwicklungen sind weitere haushaltspolitische
Anstrengungen erforderlich. Im kommenden Jahr
sind ehrgeizige Stabilisierungsbestrebungen erforderlich, einschließlich eines schnelleren Wandels bei
Arbeitsplätzen und Wachstum. Wir bleiben der
Unterstützung eines ehrgeizigeren Programms
verpflichtet, das umfassende Unterstützung durch den
IWF und die Weltbank enthält.

AMERIKA DIENST 39

�Es war ein gutes Treffen. Wir haben einige wichtige
Fortschritte erzielt. Die Weltwirtschaft entwickelt sich
ganz ordentlich, und wir widmen unsere Aufmerk-

samkeit jetzt den Aktionen, die ihren guten Verlauf in
den kommenden Jahren sichern sollen.

* * * * *

AMERIKA DIENST 39

Seite 3

�AIDS
5. Oktober 1994

OFFENE GESPRÄCHE - DAS REZEPT GEGEN AIDS
von Terry Y. Allen
WASHINGTON - (AD) - Michael H. Merson, ein führender Experte auf dem Gebiet der Epidemiologie, ruft die
Regierungen und die Bürger - insbesondere junge Leute - auf der ganzen Welt dazu auf, in die Offensive zu
gehen, um eine weitere Ausbreitung der AIDS-Epidemie zu verhindern. Der nachfolgende Artikel gibt
Einzelheiten über seine Arbeit und seine unermüdlichen weltweiten Bestrebungen.
Der Verfasser des nachfolgend veröffentlichten Artikels, Terry Y. Allen, ist Redakteur von Amherst.
Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Amherst. Copyright (c) 1994 Amherst
College.

Bereits seit einiger Zeit hören wir von dem Werk
eines Mannes, der es mit dem weltweit verheerendsten Problem für die öffentliche Gesundheit aufgenommen hat: Michael H. Merson steht an vorderster
Front im internationalen Kampf gegen die Pandemie
AIDS.
Merson bringt herausragende Referenzen auf dem
Gebiet von Infektionskrankheiten mit. Er war leitender Epidemiologe im Cholera-Forschungslabor in
Dhaka (Bangladesh) sowie Direktor des Kontrollprogramms der Weltgesundheitsorganisation WHO
für Diarrhöerkrankungen und akute Infektionen der
Atemwege und arbeitete unter anderem in Guam,
Nepal und dem Nordosten Brasiliens.
Merson begann seinen Kampf gegen AIDS vor
nahezu vier Jahren, als der damalige Direktor des
noch jungen weltweiten AIDS-Programms der WHO
(Global Program on AIDS - GPA) überstürzt seinen
Posten verließ. Man bat Merson, das Programm
während einer Übergangszeit zu verwalten und
gleichzeitig die Suche nach einem neuen Direktor zu
leiten. Angesichts seiner erwiesenen Begabung
überrascht es nicht, daß er schon bald gebeten
wurde, die Position, die jetzt als die eines geschäftsführenden Direktors bezeichnet wird, dauerhaft zu
bekleiden.
Mersons Genfer Mitarbeiterstab umfaßt über 200
Personen, darunter Virologen, Gesundheitsbeamte,
Ökonomen, Epidemiologen und Ärzte. Ungefähr 250
weitere Angehörige des GPA sind weltweit in 70
Zentren vor Ort tätig.

AMERIKA DIENST 39

Der umfassende Auftrag des GPA besteht darin, die
weltweite Reaktion auf die Pandemie zu leiten und zu
koordinieren.
Genauer gesagt befaßt sich das
Programm mit der Erforschung und Entwicklung von
Impfstoffen und Medikamenten, der Entwicklung von
Vorsorge- und Behandlungsprogrammen für Geschlechtskrankheiten, HIV und AIDS, sowie mit
technischer Unterstützung der Länder bei der Bekämpfung des AIDS-Virus.
Angesichts dieser komplexen Aufgabe und der von
20 Staaten aufgebrachten Haushaltsmittel in Höhe
von bisher ungefähr 450 Millionen Dollar ist das GPA
bei weitem das größte und ehrgeizigste Gesundheitsprogramm, das je ins Leben gerufen wurde. Merson
teilt jedem bereitwillig mit, daß das durchaus angemessen sei, da die Epidemie, die sich während der
siebziger und achtziger Jahre stillschweigend verbreitete und zur Infektion von Millionen Menschen
führte, "gerade erst beginnt. Und es ist kein Ende in
Sicht."
Merson nahm im Dezember 1993 in New York an
den Veranstaltungen zum sechsten Welt-AIDS-Tag
der Vereinten Nationen als führender Vertreter für
öffentliche Gesundheit im Bereich AIDS teil. Zwischen seinen Zusammenkünften mit Kollegen von
den Vereinten Nationen und öffentlichen Auftritten
betonte er in Interviews, der Kampf zur Eindämmung
der Epidemie werde weiterhin von "Ablehnung,
Selbstgefälligkeit" und der fälschlichen Annahme
behindert, nur gesellschaftliche Randgruppen seien
anfällig für eine Infektion mit dem tödlichen HI-Virus
und die daraus resultierende Krankheit AIDS.

Seite 1

�Merson führte alarmierende neue Beweise dafür an,
daß das HI-Virus keineswegs auf relativ begrenzte
Bevölkerungsgruppen wie homosexuelle Männer und
Drogenabhängige beschränkt sei, sondern auch die
große Gruppe der heterosexuellen Bevölkerung
betroffen ist. Millionen sexuell aktiver Menschen
seien derzeit gefährdet, warnte Merson, insbesondere junge Menschen, welche die Verbreitung dieser
Epidemie unaufhaltsam vorantrieben.
Zur Untermauerung dieser Behauptungen stellte
Merson kürzlich von der WHO erstellte Statistiken
und Prognosen vor:
Zwei Drittel der bisher weltweit über 14 Millionen
HIV-Infektionen sind das Ergebnis heterosexueller Ansteckung. Dieser Prozentsatz wird bis zum
Jahr 2000 auf 75 oder 80 ansteigen.
Die Gesamtzahl von AIDS-Fällen weltweit liegt
schätzungsweise über der 2,5 Millionen-Marke.
Mehr als 95 Prozent aller gemeldeten Fälle
betreffen junge Menschen oder Personen mittleren Alters.
Konservativen Schätzungen der WHO zufolge
werden sich seit Ausbruch der Pandemie bis zum
Jahr 2000 weltweit insgesamt mindestens 30 bis
40 Millionen Männer, Frauen und Kinder mit dem
HI-Virus infiziert haben. Bis Ende der neunziger
Jahre rechnet man mit nahezu 10 Millionen im
Zusammenhang mit AIDS stehenden Todesfällen,
die Mehrheit davon in den Entwicklungsländern.
Der Prozentsatz infizierter Männer und Frauen
wird bis dahin ungefähr gleich sein. Zudem wird
trotz fortgesetzter Forschung nicht bald mit der
Entwicklung eines Impfstoffs oder einer Behandlungsmöglichkeit gerechnet.
Dennoch ist Merson hoffnungsvoll, denn, so erklärte
er am Welt-AIDS-Tag, "die Ausbreitung von HIV
käme zum Stillstand, wenn jeder Mensch eine der
vier Methoden von 'safe sex' anwenden würde:
Abstinenz, Treue, Geschlechtsverkehr ohne Penetration oder die Benutzung von Kondomen." Merson
hält diese Idee nicht für utopisch.
Er wies auf eine kürzlich erstellte umfassende
Übersicht von 35 Studien über Sexualerziehung in
der Schule hin. "Diese Studien demonstrieren, daß
Sexualerziehung nicht zu frühzeitiger sexueller
Aktivität führt", erklärte er. "Wir können unseren
Kindern das Notwendige beibringen, um sexuelle
Aktivität aufzuschieben, oder - falls sie sexuell aktiv
sind - Kondome zu benutzen. Kondome bieten den
doppelten Schutz vor Schwangerschaft und AIDS."

Seite 2

Merson hält Präservative für ein lebensrettendes
Mittel für diejenigen, die sie brauchen. "Wir sollten in
der Lage sein, ebenso leicht über Kondome zu
sprechen wie über Antibiotika.
Im allgemeinen
sprechen wir so indirekt über AIDS wie in den fünfziger Jahren über Krebs." Merson kann sehr gut über
Kondome sprechen. Er äußert sich sachlich, offen
und überzeugend zu AIDS.
Seit er das GPA leitet, hat er vorsichtig und bewußt
den Umgang mit der Öffentlichkeit erlernt. Als
Fürsprecher für die Verhütung von AIDS, der durch
die ganze Welt reist, hat er ausreichend Gelegenheit,
das vom ihm Gelernte anzuwenden. Wegen seiner
etwas väterlichen Art könnte man ihn für den vertrauten Hausarzt einer Familie halten. Und genau
das ist wichtig, wenn er die Öffentlichkeit aufklären
und widerstrebende Regierungen zur Ergreifung von
Maßnahmen bewegen will:
Er muß Vertrauen
erwecken.
Es ist eine von Mersons beständigen Herausforderungen, die Aufmerksamkeit der Regierungen auf ein
nicht sichtbares Problem zu lenken. Die zunehmende Epidemie ist nahezu unsichtbar. "Im Gegensatz
zu allen anderen mir bekannten Epidemien spielen
Diskriminierung und Stigmatisierung hier eine große
Rolle. Das treibt die AIDS-Opfer dazu, sich zu
verstecken, wodurch wir sie nicht behandeln können."
Eine zusätzliche Schwierigkeit dabei, die Regierungen mit den Fakten zu konfrontieren, ist der lange
zeitliche Abstand - oft ein Jahrzehnt - zwischen der
Infektion mit dem HI-Virus und dem Auftreten der
AIDS-Symptome. Führende Regierungsmitglieder,
insbesondere in armen Ländern, verspüren wenig
Anreiz, knappe öffentliche Mittel für die Vorbereitung
auf eine Epidemie zu verwenden, die vielleicht erst
nach Ablauf ihrer Amtszeit zutage tritt.
Merson macht jedes Jahr mindestens 10 Reisen in
Entwicklungsländer. Solche Länder, erklärt er, sind
enormen Gefahren ausgesetzt, weil die AIDS-Epidemie ihre schwachen Volkswirtschaften und Gesundheitssysteme schnell zerstören kann. Sein Ziel
besteht darin, Regierungsvertreter - insbesondere
Gesundheits-, Bildungs-, Arbeits- und Kommunikationsminister - davon zu überzeugen, daß Verhütung
das billigste Mittel gegen die Epidemie ist. Er bemüht
sich, ihre Unterstützung für Aufklärung über "safe
sex" und - falls erforderlich - die breite Verfügbarkeit
von Präservativen zu gewinnen. In einigen Ländern
kann das in den Schulen geschehen. In vielen
Ländern, in denen die Zeit der Schulpflicht sehr kurz
ist, könnte dies auf den Arbeitsplatz verlagert werden
- in Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe oder
andere Orte - und würde das Landwirtschafts-, das
Arbeitsministerium oder beide einbeziehen.

AMERIKA DIENST 39

�Das GPA ermutigte die Länder mit finanzieller und
technischer Unterstützung zur Entwicklung eigener
maßgeschneiderter Verhütungsprogramme.
Der
erste Schritt besteht in der Identifizierung und Erreichung von Risikogruppen, um eine Ausbreitung des
HI-Virus in der Gesamtbevölkerung zu verhindern.
Zudem kann das GPA dazu beitragen, daß sexuell
übertragbare Krankheiten wirksam behandelt werden
- ein wichtiger Punkt, da sie die Ausbreitung von
HIV/AIDS erleichtern. Das GPA bemüht sich auch
um die Stärkung der Unterstützungssysteme für
AIDS-Opfer in den Gemeinden.
Beim Umgang mit Regierungsvertretern verfolgt
Merson eine Strategie der Konzentration auf überzeugende Fallbeispiele, von denen eins aus dem
thailändischen Bangkok stammt. Seit einigen Jahren
ist Bangkok das Mekka westlicher Touristen, von
denen viele sich an dem dortigen blühenden Sexgeschäft erfreuen. Die Zahl der weiblichen Prostituierten in Thailand wird derzeit auf 100.000 geschätzt.
"1987 war das HI-Virus in Bangkok noch praktisch
unbekannt", so Merson. "1990 waren 75 Prozent
der Prostituierten, 20 Prozent der 17- und 18jährigen
Militärangehörigen und vier Prozent aller Schwangeren HIV-positiv."
Selbst wenn sich lediglich ungefähr zwei Prozent
Angehörige von Risikogruppen wie Prostituierte und
ihre Kunden (Touristen, Fernfahrer, Soldaten,
Geschäftsreisende) anstecken, so Merson, kann
man erwarten, daß sich das HI-Virus wie ein Lauffeuer auf Frauen und Freundinnen in entlegenen
Dörfern, Städten, Nationen und Kontinenten verbreitet. Das von Marshall McLuhan prognostizierte
Weltdorf ist Wirklichkeit geworden.
"Im Afrika südlich der Sahara gibt es Gebiete, in
denen bereits 70 bis 80 Prozent der Angehörigen
von Risikogruppen mit dem HI-Virus infiziert sind",
stellt Merson fest. Im weiteren unweigerlichen und
tödlichen Verlauf folgt der HIV-Epidemie die AIDSEpidemie und dieser wiederum die Tuberkulose, der
die schwachen Immunsysteme der AIDS-Opfer kaum
Widerstand entgegensetzen können. Bedauerlicherweise sind viele Medikamente, die früher zur Bekämpfung von Tuberkulose eingesetzt wurden, jetzt
nicht mehr wirksam, weil sich gegen diese Mittel
resistente Varianten der Krankheit entwickelten.
Derzeit machen sich die Mitarbeiter der WHO
Sorgen über die Ausbreitung des HI-Virus in Brasilien und Honduras ("insbesondere in den Städten, in
die die Menschen auf der Suche nach Arbeit ziehen", betont Merson), in Mittel- und Osteuropa, wo
Wanderungsbewegungen zu beobachten sind und

AMERIKA DIENST 39

die öffentliche Gesundheitsfürsorge im argen liegt,
sowie in Teilen Asiens.
Für die Entwicklungsländer kann die Epidemie "den
Verlust von Produktivität einer ganzen Generation"
bedeuten, so Merson. AIDS kann Thailand bis zum
Jahr 2000 ungefähr 9 Milliarden Dollar an indirekten
Kosten in Form von Produktivitäts- und Konsumverlust verursachen.
Der Verlust nur weniger Mitglieder der jüngeren,
gebildeten Generation kann katastrophale Auswirkungen haben. Merson gibt hierfür ein Beispiel: "Stellen
Sie sich vor, in Ihrem Land wüßten nur drei Personen, wie man ein Elektrizitätswerk leitet. Wenn diese
Menschen krank werden, wird - im Unterschied zu
Westeuropa oder den Vereinigten Staaten - die
gesamte Volkswirtschaft in Mitleidenschaft gezogen."
Dennoch ist Merson wahrhaft zuversichtlich, daß das
aus einer Vielzahl unterschiedlicher Kulturen bestehende Weltdorf Mittel finden wird, um sich vor HIV/
AIDS zu schützen. "Ich sage nicht, daß in jedem
Land der Welt jeden Abend im Fernsehen Werbung
für Kondome gemacht werden sollte", äußert er und
fügt hinzu, er erwarte bald mehr darüber zu erfahren,
wie die muslimischen Länder des Nahen Ostens ihre
Bevölkerung über die Epidemie aufklären.
Es scheint fast unglaublich, daß es bereits eine
Anzahl von Erfolgsgeschichten gibt, die als Modell für
zukünftige Bestrebungen zur Verhütung der Epidemie
dienen können. Hilfe im Kampf gegen die Epidemie
kommt aus verschiedenen Quellen - die Weltbank,
die Darlehen in Höhe von 500 Millionen Dollar für
staatliche Bestrebungen zur Eindämmung bereitstellte; die UNESCO, UNICEF sowie viele nichtstaatliche Organisationen wie Save the Children,
Ärzte ohne Grenzen und kommunale Gruppen in den
einzelnen Ländern. Oft können gerade die nichtstaatlichen Organisationen am wirksamsten mit den
"abtrünnigen" Bevölkerungsgruppen umgehen, die die
Regierungen am liebsten ignorieren. Die römischkatholische Kirche, ein notorischer Gegner künstlicher
Geburtenkontrolle, ist Merson zufolge sehr hilfreich
bei der Versorgung von Opfern der Epidemie.
Merson führt einige besonders effektive Projekte an,
die von der GPA unterstützt wurden: Die Förderung
der Benutzung von Kondomen in Zaire und Thailand,
ein für Fernfahrer konzipiertes Aufklärungsprogramm
in Tansania, persönliche Botschaften zur Verhütung
von AIDS in Simbabwe, Medienkampagnen auf den
Philippinen und in der Schweiz. In vielen Fällen ist
die Erziehung der Peer-group - also die Heranziehung und Ausbildung von Mitgliedern der Zielgruppen
zur Aufklärung ihrer Mitbürger - eine vielversprechen-

Seite 3

�de Strategie, um Prostitutierte und Drogenabhängige
zu erreichen.
Ein bemerkenswertes Verhütungsprojekt wurde im
Norden Thailands entwickelt, als Gesundheitsbeamte
tatkräftig die Forderungen der im Sexgeschäft
Tätigen unterstützten, ihre Kunden sollten Kondome
verwenden. Die Bordellbesitzer stimmten zu. Einem
Bericht der WHO zufolge "wurde diese Politik in
allen Etablissements des Projektgebiets gleichzeitig
eingeführt, so daß die Bordellbesucher wenig
Alternativen zur Verwendung von Präservativen
hatten. Die Strategie funktioniert. Im thailändischen
Samut Sakhon verwenden jetzt nahezu 100 Prozent
der Kunden ein Kondom... Das Projekt ist jetzt
landesweit auf 66 der 73 thailändischen Provinzen
erweitert worden."
Mit Finanzmitteln und Hilfe von der GPA werden jetzt
ähnlich innovative Programme nachgeahmt, Medienkampagnen ins Leben gerufen und Analphabeten mit
Hilfe visueller Materialien erreicht.
Merson, der im Dienste des GPA viele Reisen
unternimmt, räumt ein, daß er dieses anspruchsvolle

Amt nicht ewig ausfüllen kann. Irgendwann wünscht
er sich einen akademischen Posten in den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der öffentlichen
Gesundheit.
Er stellte die Beobachtung an, Amerikaner, die eine
berufliche Laufbahn in diesem Bereich anstrebten,
könnten besser ausgebildet sein, als es tatsächlich
der Fall ist. Er selbst trat dem internationalen Gesundheitswesen bei, nachdem er seine Ausbildung an
der medizinischen Fakultät der State University im
New York Downstate Medical Center abgeschlossen
hatte. Als er später noch im Zentrum für Seuchenbekämpfung in epidemiologischen Studien ausgebildet
wurde, ermutigten ihn mehrere Fakultätsmitglieder zur
Arbeit auf diesem Gebiet. Er hatte bereits in Guam
einen Vorgeschmack vom Umgang mit einer Epidemie bekommen, als die Cholera am Ende des Vietnamkrieges unter den Flüchtlingen wütete.
Er mußte damals schon bereit gewesen sein. Auf
jeden Fall, gestand er, "hätte ich es langweilig
gefunden, mein Leben lang Kopfschmerzen und
Erkältungen zu behandeln".

* * * * *

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AMERIKA DIENST 39

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      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. USA-Russland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Zusammenarbeit zum Nutzen der ganzen Welt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Das amerikanisch-russische Gipfeltreffen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Clinton und Jelzin planen weiteren Abbau von Atomwaffen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Gemeinsame Erklärung über nukleare Sicherheit&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gemeinsame amerikanisch-russische Erklärung über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des weißen Hauses&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. USA-Haiti&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;amerikanische Kongressabgeordnete beurteilen Sicherheitslage in Haiti &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Haitianer begrüßen Hilfe bei Wiederherstellung der Demokratie&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;UNPROFOR unentbehrlich für Friedensprozess auf dem Balkan&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache von Botschafterin Albright&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Weltwirtschaftslage besser als seit Langem&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von Finanzminister Bentsen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. AIDS&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Offene Gespräche - das Rezept gegen AIDS&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Terry Y. Allen&lt;/em&gt;</text>
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