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cimcrikci
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

16. September 1994

SONDERDIENST

USA - HAITI

DIE DESPOTEN IN HAITI MUSSEN
JETZT AUFGEBEN
Ansprache des Präsidenten an die Nation

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.: 0228 - 339 23 72
Fax:0228-33 4102

�USA-HAITI
16. September 1994

DIE DESPOTEN IN HAITI MÜSSEN JETZT AUFGEBEN
Ansprache des Präsidenten an die Nation
WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton erklärte am 15. September 1994 in einer Ansprache an das
amerikanische Volk, "der Terror, die Verzweiflung und Instabilität", die Haiti in den Untergang treiben, würden
erst aufhören, wenn das Militärregime in Haiti entmachtet wird.
Wenn Generalleutnant Raoul Cedras und seine Anhänger nicht freiwillig aufgäben, so der Präsident, "wird die
internationale Staatengemeinschaft handeln", um "halsstarrige und grausame Diktatoren zu entmachten".
Der Präsident legte dar, welche militärischen Befehle er den vor Haiti liegenden Kriegsschiffen und den
Truppen erteilt habe.
"Die Botschaft der Vereinigten Staaten an die Diktatoren in Haiti ist eindeutig: Ihre Zeit ist abgelaufen.
Entweder Sie treten jetzt ab, oder wir werden Sie gewaltsam entmachten." Sollten sich die Diktatoren weigern,
würden sie von einer multilateralen Truppe der Vereinten Nationen unter Führung der Vereinigten Staaten
abgesetzt, um die Herrschaft physischen und psychologischen Terrors gegen das haitianische Volk zu
beenden, internationale Verpflichtungen einzuhalten und einen möglichen Flüchtlingsstrom von 300.000
Haitianern einzudämmen, die sich vor dem Militärregime versteckten, äußerte Präsident Clinton.
Die amerikanische Mission in Haiti wird dem Präsidenten zufolge "begrenzt und spezifisch" sein und aus zwei
Phasen bestehen: der Absetzung der Diktatoren sowie der Wiederherstellung von Recht und Ordnung.

Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache des Präsidenten im Wortlaut.

Meine amerikanischen Mitbürger, am heutigen
Abend möchte ich mit Ihnen darüber sprechen,
warum die Vereinigten Staaten an der Spitze der
internationalen Bestrebungen zur Wiederherstellung
der Demokratie in Haiti stehen. Die Diktatoren Haitis
unter Führung von General Raoul Cedras kontrollieren das grausamste Regime in unserer Hemisphäre.
Seit drei Jahren lehnen sie jede von der internationalen Staatengemeinschaft unterbreitete friedliche
Lösung ab. Sie haben ein von ihnen abgegebenes
Versprechen zur Aufgabe der Macht gebrochen. Sie
haben ihr Volk brutal behandelt, die Volkswirtschaft
zerstört. Und jede von uns und anderen Nationen
im Verlauf der letzten drei Jahre ausgearbeitete
diplomatische Lösung stieß bei ihnen nur auf Ablehnung.

bewahren, die wir eingehen und die andere uns
gegenüber eingehen.

Jetzt müssen die Vereinigten Staaten ihre Interessen
schützen. Wir müssen die brutalen Greueltaten
stoppen, die Zehntausende von Haitianern bedrohen, unsere Grenzen schützen, in unserer Hemisphäre Stabilität erhalten und Demokratie fördern
sowie die Glaubwürdigkeit der Verpflichtungen

Ich möchte, daß das amerikanische Volk den Hintergrund der Situation in Haiti versteht, wie die Ereignisse dort unsere nationalen Sicherheitsinteressen
beeinflussen und warum ich der Ansicht bin, daß wir
jetzt handeln müssen. Vor nahezu 200 Jahren
befreite sich das haitianische Volk von der Sklaverei

SONDERDIENST

Ich habe heute Verteidigungsminister Perry angewiesen, die zur Unterstützung der amerikanischen
Truppen bei jeglicher Aktion in Haiti erforderlichen
Reservisten einzuberufen. Ferner habe ich zwei
Flugzeugträger, die USS Eisenhower und die USS
America, in die Region entsandt.
Diese Anordnungen habe ich nach umfassender
Prüfung dessen erteilt, was auf dem Spiel steht. Die
Botschaft der Vereinigten Staaten an die Diktatoren
in Haiti ist eindeutig: Ihre Zeit ist abgelaufen.
Entweder Sie treten jetzt ab, oder wir werden Sie
gewaltsam entmachten.

Seite 1

�und erklärte seine Unabhängigkeit. Unglücklicherweise wurde das Versprechen der Freiheit schnell
zunichte gemacht. Und seitdem hat Haiti mehr Leid
und Unterdrückung als Freiheit erlebt. In dieser Zeit,
da die Demokratie sich in unserer gesamten Hemisphäre ausbreitet, ist Haiti ins Hintertreffen geraten.

Vor einem Jahr brachten die Diktatoren den Justizminister um. Vergangenen Monat schössen sie Pater
Jean-Marie Vincent, einen Bauernführer und engen
Freund von Pater Aristide, nieder. Vincent wurde an
der Türschwelle seines Heims, eines Klosters,
exekutiert. Er hatte sich geweigert, sein Priesteramt
aufzugeben und wurde deshalb ermordet.

Vor erst vier Jahren veranstaltete das haitianische
Volk die seit der Erklärung seiner Unabhängigkeit
ersten freien und fairen Wahlen. Es wählte ein
Parlament und einen neuen Präsidenten, Pater
Jean-Bertrand Aristide, einen katholischen Priester,
der nahezu 70 Prozent der Stimmen erhielt. Acht
Monate später verwandelte sich der haitianische
Traum von Demokratie jedoch in einen Alptraum von
Blutvergießen.

Ich möchte eindeutig klarstellen: General Cedras und
seine Komplizen tragen die alleinige Verantwortung
für dieses Leiden und diese entsetzliche menschliche
Tragödie. Durch ihr Handeln haben sie Haiti isoliert.

General Raoul Cedras führte einen Militärputsch
durch, der Präsident Aristide stürzte, den Mann, der
Cedras an die Spitze der Armee gestellt hatte. Wer
Widerstand leistete, wurde geschlagen und ermordet. Die Diktatoren begannen eine schreckliche
Einschüchterungskampagne von Vergewaltigung,
Folter und Verstümmelung. Menschen verhungerten, Kinder starben, Tausende von Haitianern flohen
aus ihrer Heimat über die gefährliche See in die
Vereinigten Staaten. Damals erklärte Präsident
Bush, die Situation stelle "eine ungewöhnliche und
außerordentliche Bedrohung der nationalen Sicherheit, Außenpolitik und Wirtschaft der Vereinigten
Staaten" dar.

Weder die internationale Staatengemeinschaft noch
die Vereinigten Staaten suchen die Konfrontation.
Fast drei Jahre lang haben wir hart an einer diplomatischen Lösung gearbeitet. Die Vereinten Nationen,
die Organisation Amerikanischer Staaten, die karibische Staatengemeinschaft, die sechs Präsidenten
Mittelamerikas - alle haben sich für eine friedliche
Beilegung dieser Krise eingesetzt. Wir haben alles
versucht - Überredungskunst und Verhandlungen,
Vermittlung und Verurteilung. Abgesandte wurden
nach Port-au-Prince geschickt und abgewiesen.
Monatelang bemühten sich die Vereinten Nationen,
ein für alle Parteien akzeptables Abkommen auszuarbeiten. Letztes Jahr kam General Cedras selbst in
die Vereinigten Staaten und unterzeichnete auf
Governors Island in New York eine Übereinkunft, in
der er sich verpflichtete, gemeinsam mit den anderen
Diktatoren die Macht aufzugeben.

Cedras und seine bewaffneten Komplizen haben
eine Schreckensherrschaft ausgeübt, Kinder exekutiert, Frauen vergewaltigt, Priester umgebracht. Je
verzweifelter die Diktatoren wurden, desto brutaler
wurden die von ihnen verübten Greueltaten. Jüngste Berichte dokumentieren, daß die verbrecherische
Polizei haitianische Waisenkinder ermordete. Die
Diktatoren verdächtigten die Kinder anscheinend der
Sympathie für Präsident Aristide, weil dieser während seiner Tätigkeit als Priester ein Waisenhaus
führte. Die Kinder flohen aus den Waisenhäusern
auf die Straße. Jetzt können sie aus Angst nicht
mehr schlafen. Ein kleiner Junge sagte einem
Besucher: "Es ist mir egal, wenn die Polizei mich
umbringt, denn dann hat mein Leiden ein Ende."

Als jedoch der Zeitpunkt für die Umsetzung dieses
Plans gekommen war, weigerten sich die Diktatoren
abzutreten und verstärkten statt dessen die Brutalität,
mit der sie gewaltsam an der Macht festhalten.
Selbst da bemühten sich die Länder der Welt noch
um eine friedliche Lösung, während sie gleichzeitig
das von uns verhängte Embargo verschärften. Wir
schickten große Mengen humanitärer Hilfslieferungen
- Nahrungsmittel für eine Million Haitianer und Medikamente, um den Menschen zu helfen, während die
Diktatoren weiterhin die Wirtschaft plünderten. In
diesen Sommer verwiesen sie dann die internationalen Beobachter des Landes, die auf die durch das
Regime verübten grausamen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam gemacht hatten.

Internationale Beobachter deckten grausame Vergewaltigungen von Frauen und Töchtern vermeintlicher politischer Dissidenten durch Soldaten und
Polizisten auf - von 13jährigen, 16jährigen. Die
Menschen werden umgebracht und verstümmelt und
ihre Körperteile als schreckliche Warnung für andere
zurückgelassen. Kinder werden gezwungen zuzusehen, wie die Gesichter ihrer Mütter mit Macheten
aufgeschlitzt werden.

Als Reaktion darauf verabschiedete der UN-Sicherheitsrat im Juli eine Resolution, die zum Einsatz aller
erforderlichen Mittel ermächtigt, einschließlich der
Gewalt, um die haitianischen Diktatoren zu entmachten und eine demokratische Regierung wiederherzustellen. Wir strebten immer noch eine friedliche
Lösung an, aber die Diktatoren wollten sich nicht
einmal mit dem Sondergesandten der Vereinten
Nationen treffen. Angesichts dieses fortgesetzten

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SONDERDIENST

�Widerstands und der zunehmenden Greueltaten
stimmten die Vereinigten Staaten zu, eine multilaterale Truppe anzuführen, die den Willen der Vereinten Nationen durchsetzen soll.
Über 20 Nationen auf der ganzen Welt, einschließlich nahezu aller karibischen Länder und so weit
entfernt liegender Staaten wie Polen, das vor kurzem seine Freiheit erlangt hat, Israel und Jordanien,
die seit Jahrzehnten um den Erhalt ihrer Sicherheit
kämpfen, und Bangladesch, ein Land, das an der
Bewältigung seiner Wirtschaftsprobleme arbeitet,
folgen unserem Aufruf ebenso wie Belgien und
Großbritannien. Sie haben einem gemeinsamen
Vorgehen mit uns zugestimmt, weil sie der Auffassung sind, daß dieses Problem in unserer Nachbarschaft für ihre zukünftigen Interessen und ihre
Sicherheit von Bedeutung ist.
Ich weiß, daß die Vereinigten Staaten nicht der
Weltpolizist sein können und in der Tat auch nicht
sein sollten. Und ich weiß, daß in dieser Zeit nach
Beendigung des Kalten Krieges viele Amerikaner
zögern, militärische Ressourcen und unser Militär
über unsere Grenzen hinaus zu verpflichten. Aber
wenn brutale Akte vor unseren Küsten verübt
werden, betrifft dies unsere nationalen Interessen.
Und wir haben die Verantwortung, zu handeln.
Tausende Haitianer sind bereits in die Vereinigten
Staaten geflohen und haben ihr Leben dabei aufs
Spiel gesetzt, der Terrorherrschaft zu entfliehen.
Solange Cedras herrscht, werden die Haitianer
weiterhin Zuflucht in unserem Land suchen. In
diesem Jahr wurden in weniger als zwei Monaten
über 21.000 Haitianer von unserer Küstenwache und
Marine auf See gerettet. Heute leben mehr als
14.000 Flüchtlinge auf unserem Marinestützpunkt
Guantanamo. Die Amerikaner haben bereits nahezu
200 Millionen Dollar für ihre Unterstützung und zur
Aufrechterhaltung des Wirtschaftsembargos aufgebracht, und wenn wir nicht handeln, besteht die
Aussicht, daß jeden Monat Millionen und Abermillionen auf unbestimmte Zeit ausgegeben werden.
300.000 weitere Haitianer - 5 Prozent der Gesamtbevölkerung - verstecken sich im eigenen Land.
Wenn wir nicht handeln, könnten sie die nächste
Flüchtlingswelle vor unseren Küsten sein. Wir
werden uns weiterhin der Gefahr eines Massenexodus von Flüchtlingen und dieser konstanten
Bedrohung der Stabilität in unserer Region stellen
und unsere Grenzen kontrollieren.
Kein Amerikaner sollte überrascht sein, daß die
jüngste Welle von Migranten an unseren Ufern aus
Haiti und Kuba kommt. Schließlich sind diese
beiden Länder die einzigen Nationen der westlichen

SONDERDIENST

Hemisphäre, in denen eine demokratische Regierung
verweigert wird - die einzigen Länder, in denen es
Diktatoren gelungen ist, die Welle von Demokratie
und Fortschritt aufzuhalten, die unsere gesamte
Region erfaßt hat und die unsere Regierung seit
Jahren aktiv fördert und unterstützt.
Heute haben 33 von 35 Ländern auf dem gesamten
amerikanischen Kontinent demokratisch gewählte
Führer. Und Haiti ist die einzige Nation in unserer
Hemisphäre, in der das Volk seine eigene Regierung
gewählt und sich für Demokratie entschieden hat, nur
damit Tyrannen die Macht an sich rissen.
Es steht außer Frage, daß das haitianische Volk
Demokratie wünscht. Wir wissen es, weil die Haitianer zu den Wahlurnen gegangen sind und es der
Welt mitgeteilt haben. Die Geschichte hat uns
gelehrt, daß der Erhalt der Demokratie in unserer
Hemisphäre Amerikas Sicherheit und Wohlstand
stärkt. Die Demokratien hier werden eher den
Frieden aufrechterhalten und unserer Region Stabilität bringen. Sei werden eher freie Märkte und
wirtschaftliche Chancen schaffen und starke, verläßliche Handelspartner werden. Und sie werden
ihren Bürgern eher die Chancen bieten, die sie zum
Verbleib in ihrem eigenen Land und zum Aufbau ihrer
eigenen Zukunft ermutigen.
Die Wiedereinsetzung der demokratischen Regierung
auf Haiti wird zu größerer Stabilität und mehr Wohlstand in unserer Region führen, ebenso wie unser
Vorgehen in Panama und Grenada dies bewirkte.
Neben den Menschenrechtsverletzungen, den Einwanderungsproblemen, der Bedeutung von Demokratie haben die Vereinigten Staaten auch ein starkes
Interesse daran, daß Diktatoren - insbesondere in
unserer Region - ihr Wort gegenüber den Vereinigten
Staaten und den Vereinten Nationen nicht brechen.
In der Welt nach dem Kalten Krieg werden wir die
Sicherheit und den Wohlstand der Vereinigten
Staaten mit unserer militärischen Stärke, unserer
Wirtschaftsmacht und unseren konstanten Bestrebungen zur Förderung von Frieden und Wachstum
gewährleisten. Aber wenn unsere nationalen Sicherheitsinteressen bedroht sind, werden wir wenn
möglich Diplomatie und wenn nötig Gewalt anwenden.
In Haiti haben wir einen Fall, bei dem die Rechtslage
klar ist, das fragliche Land in der Nähe liegt, bei dem
unsere eigenen Interessen offenkundig sind, die
Mission durchführbar und begrenzt ist und bei dem
die Nationen der Welt uns zur Seite stehen. Wir
müssen handeln.

Seite 3

�Abschließend möchte ich sagen, ich weiß, daß das
amerikanische Volk zu Recht besorgt darüber ist, ob
unsere Soldaten einem Risiko ausgesetzt werden.
Unsere Freiwilligenarmee ist die beste der Welt, und
ihre Verantwortlichen haben hart gearbeitet, um das
Risiko für all unsere Streitkräfte zu minimieren. Aber
es besteht ein Risiko, und wir müssen darauf vorbereitet sein.

Unsere Mission in Haiti wird ebenso wie in Panama
und Grenada begrenzt und spezifisch sein. Unser
Plan zur Absetzung der Diktatoren erfolgt in zwei
Phasen. Erstens werden die Diktatoren abgesetzt
und Haitis legitime, demokratisch gewählte Regierung wiedereingesetzt. Wir werden haitianische
Sicherheitskräfte unter ziviler Kontrolle ausbilden, die
das Volk schützen, statt es zu unterdrücken. Während dieser Periode werden Polizeibeobachter aus
allen Ländern der Welt mit den Behörden zusammenarbeiten, um die grundlegende Sicherheit und
bürgerliche Ordnung zu maximieren und Vergeltung
zu minimieren.

Ich kann Ihnen versichern, daß kein Präsident
Entscheidungen wie diese ohne tiefes Nachdenken
und Gebete trifft. Es ist jedoch meine Aufgabe als
Präsident und Oberbefehlshaber, diese Maßnahmen
zu ergreifen, die meines Erachtens unsere nationalen
Sicherheitsinteressen am besten schützen werden.

Das haitianische Volk sollte wissen, daß wir in
friedlicher Absicht kommen. Und Sie - das amerikanische Volk - sollten wissen, daß unsere Soldaten
nicht am Wiederaufbau Haitis oder seiner Wirtschaft
beteiligt sein werden. Die internationale Staatengemeinschaft muß durch Zusammenarbeit die für den
Wiederaufbau Haitis erforderliche wirtschaftliche,
humanitäre und technische Hilfe bereitstellen.

Ich möchte nochmals betonen, die Nationen der Welt
haben alle möglichen Wege erprobt, um die demokratisch gewählte Regierung Haitis friedlich wiedereinzusetzen. Die Diktatoren haben jede mögliche
Lösung abgelehnt. Der Terror, die Verzweiflung und
Instabilität werden nicht enden, bevor sie das Land
verlassen. Ich fordere sie nochmals auf, dies zu tun.
Sie können jetzt immer noch gehen und das Chaos
und die Unordnung verringern sowie die Sicherheit
und Stabilität erhöhen, in der diese Rückkehr zur
Demokratie erfolgen kann.

Wenn diese erste Phase abgeschlossen ist, wird die
große Mehrheit unserer Truppen nach Hause
zurückkehren - in Monaten, nicht Jahren. Ich
möchte, daß unsere Truppen und ihre Familien
wissen, daß wir sie so bald wie möglich wieder nach
Hause bringen.

Wenn sie jedoch das Land jetzt nicht verlassen, wird
die internationale Staatengemeinschaft zur Erfüllung
unserer Verpflichtungen handeln: Um der Demokratie eine Chance zu geben, nicht um sie zu garantieren; um halsstarrige und grausame Diktatoren zu
entmachten, nicht um eine Zukunft aufzuzwingen.

Dann, in der zweiten Phase, wird sich eine sehr viel
kleinere amerikanische Streitmacht mit den Streitkräften anderer Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zusammenschließen. Und sie werden Haiti
nach den Wahlen im nächsten Jahr und der Amtsübernahme einer neuen haitianischen Regierung
Anfang 1996 verlassen.

Ich weiß, viele sind der Ansicht, daß wir dem haitianischen Volk nicht bei der Wiederherstellung von
Demokratie und dem Streben nach ihren hart erkämpften Freiheiten behilflich sein sollten und die
Haitianer die Gewalt und Unterdrückung als ihr
Schicksal akzeptieren sollten. Aber erinnern Sie sich:
Dasselbe wurde von einem Volk gesagt, das vor über
200 Jahren die Waffen gegen einen Tyrannen erhob,
dessen Truppen sein Land besetzt hatte. Es war
jedoch ein unbeugsamer Haufen, ein Volk, das für
seine Freiheit kämpfte und an all diejenigen appellierte, die an Demokratie und ihre Sache glaubten.
Und ihre Rufe wurden beantwortet, eine neue Nation
wurde geboren - eine Nation, die seit jenem Tag
glaubt, daß das Recht auf Leben, Freiheit und das
Streben nach Glück niemandem verwehrt werden
sollte.

Heute abend kann ich bekanntgeben, daß Präsident
Aristide zugesagt hat, mit Ende seiner Amtszeit im
Einklang mit der Verfassung abzutreten, auf die er
geschworen hat. Er hat sich zur Aussöhnung aller
Haitianer verpflichtet und will ein historisches Beispiel setzen, indem er friedlich die Macht an einen
rechtmäßig gewählten Nachfolger übergibt. Er weiß
ebenso wie wir, daß beim Aufbau einer Demokratie
die zweite Wahl die wichtigste Wahl ist.
Präsident Aristide hat mir gesagt, daß er seine
Mission als erfüllt betrachtet, wenn er das Amt an
den nächsten demokratisch gewählten Präsidenten
Haitis übergibt - nicht wenn er wiedereingesetzt wird.
Er hat sich verpflichtet, die Entscheidung der haitianischen Wähler zu respektieren, die ihr Vertrauen in
den Wahlzettel setzen.

* *

Seite 4

Möge Gott das Volk der Vereinigten Staaten und die
Sache der Freiheit schützen.

* *

*

SONDERDIENST

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