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dienet

Herausgeben U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z 12462 C

25. Mai 1994

20

HANDEL

CLINTON UNTERSTREICHT BEDEUTUNG DES
HANDELS
FÜR
AMERIKANISCHE
WIRTSCHAFT
Proklamation des Präsidenten

NAHER OSTEN

NArfER OSTEN FÜR USA WEITERHIN VON
VITALEM INTERESSE
Rede von Anthony Lake

WAFFEN

USA ÄNDERN HALTUNG GEGENÜBER
WAFFEN
Amerikaner für strengere Waffenkontrollen

LANDMINEN

USA PLANEN MULTILATERALES REGIME ZUR
KONTROLLE VON LANDMINEN
Anhörung McNamaras im Kongreß

USIA

FULTON WIRD DIREKTOR DES NEUEN
INFORMATIONSBÜROS
IM
USINFORMATIONSAMT
Ankündigung des Weißen Hauses

JACQUELINE KENNEDY ONASSIS

ZUM TODE DER PRASIDENTENWITWE
Ein Porträt

FUSSBALL

DIE AUSTRAGUNGSORTE DES
WORLD CUP 1994
Neun amerikanische Städte im Porträt (II)

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-339 23 72
Fax:0228-334102

�HANDEL
25. Mai 1994

CLINTON UNTERSTREICHT BEDEUTUNG DES HANDELS
FÜR AMERIKANISCHE WIRTSCHAFT
Proklamation des Präsidenten
WASHINGTON - (AD) - In einer aus Anlaß der Welthandelswoche 1994 am 18. Mai herausgegebenen
Proklamation unterstrich US-Präsident Bill Clinton die Bedeutung von Exporten für die amerikanische Wirtschaft
und erklärte, seine Administration sei der Schaffung eines für den Privatsektor günstigen Klimas verpflichtet.
Der Präsident wies darauf hin, daß Exporte "ein entscheidender Motor" des wirtschaftlichen Fortschritts
geworden seien. Seit fünf Jahren gehen mehr als 40 Prozent des Wachstums in den Vereinigten Staaten auf
Exporte von Waren und Dienstleistungen zurück und sichern damit 20 Prozent der Arbeitsplätze im
Fertigungsgewerbe.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Proklamation des Präsidenten im Wortlaut.
Während wir die Welthandelswoche 1994 begehen,
ist unsere Nation durchaus für den Konkurrenzkampf
der neunziger Jahre gerüstet. Unsere Wirtschaft ist
die stärkste in der industrialisierten Welt. Unsere
Erwerbsbevölkerung steht keiner anderen nach.
Unser höheres Bildungswesen sucht seinesgleichen. Und unser Volk ist optimistischer - und hat
dazu allen Grund.
Dennoch kommt der Erfolg auf dem Weltmarkt nicht
automatisch - er setzt Planung und Anstrengungen
voraus.
"Amerikanische Exporte bedeuten amerikanische
Arbeitsplätze" - das Thema der Welthandelswoche
illustriert, warum die Vereinigten Staaten sich bemühen müssen, das Engagement amerikanischer
Unternehmen auf dem Weltmarkt zu erhöhen.
Exporte sind ein entscheidender Motor des wirtschaftlichen Fortschritts unserer Nation geworden.
Seit fünf Jahren gehen mehr als 40 Prozent des
Wachstums in den Vereinigten Staaten auf Exporte
von Waren und Dienstleistungen zurück.
Heute steht jeder fünfte Arbeitsplatz im Fertigungsgewerbe mit Exporten in Verbindung. Exporte von
Gütern und Dienstleistungen sichern ungefähr 10,5
Millionen Arbeitsplätze. Exporte schaffen besser
bezahlte Arbeitsplätze.
In der Exportindustrie
beschäftigte amerikanische Arbeitnehmer verdienen
17 Prozent mehr als der Durchschnitt.

Angesichts der engen Verbindung zwischen Binnenund Weltwirtschaft ist es wichtiger denn je, Gewicht
auf die Faktoren zu legen, die Amerika wettbewerbsfähig machen. Umweltverträgliches Wachstum ist nur
zu erzielen, wenn wir die Probleme unserer Gesellschaft lösen, die unsere Bürger hindern, ihr Bestes zu
geben.
Der erste Punkt auf der Tagesordnung dieser Administration war die Verbesserung des Wirtschaftsklimas
in unserem Land, und das ist auch in Zukunft meine
Priorität. Wir haben beim Abbau unseres Haushaltsdefizits große Fortschritte gemacht. Steuerliche
Anreize haben einen starken Anstieg von Investitionen ausgelöst. Derzeit verfolgen wir eine Politik zur
Ermutigung von Partnerschaften zwischen Regierung
und Privatwirtschaft. Wir haben die schwierige
Aufgabe in Angriff genommen, der Rüstungsindustrie
bei der Konversion der Produktion zu friedlichen
Zwecken behilflich zu sein. Und wir widmen der
weiterführenden Bildung sowie der Ausbildung und
Umschulung unserer erwerbstätigen Bevölkerung
mehr Aufmerksamkeit.
Diese Administration setzt sich entschieden für eine
sichere Gesundheitsfürsorge für alle Amerikaner ein,
und wir haben einen Vorschlag zur Reform unseres
Sozialversorgungsnetzes vorgelegt.
Wir haben
wichtige Initiativen zur Bekämpfung von Verbrechen
und Drogenhandel ergriffen.
Diese Schritte zur Förderung von gesundem Wirtschaftswachstum und mehr Sicherheit für die Gesell-

AMERIKA DIENST 20

Seite 1

�schaff stellen die Grundlage für die Konkurrenzfähigkeit Amerikas in der Weltwirtschaft dar.
Amerikanischen Unternehmen muß jedoch ein fairer
Zugang zu internationalen Märkten gewährt werden.
Wir haben viel Gewicht auf den Abbau von Handelshemmnissen im Ausland gelegt und machen Fortschritte. Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen schafft einen pulsierenden, integrierten Markt
auf unserem Kontinent und eröffnet für die Zukunft
gute Chancen auf eine noch größere Freihandelszone. Der erfolgreiche Abschluß der UruguayRunde des GATT nach siebenjähriger harter Verhandlungsarbeit sollte jetzt zu einer beträchtlichen
Ausweitung des Welthandels führen.
Die Partnerschaft zwischen der US-Regierung und
dem Privatsektor ist erforderlich, wenn wir die zu
Beginn der Amtszeit meiner Administration umrissenen wirtschaftlichen Ziele erreichen wollen. Die
Bundesregierung will für die Privatindustrie ein
konstruktiver Partner sein, indem sie sich für die
Schaffung eines günstigen Wirtschaftsklimas im Inund Ausland einsetzt. Die Hauptverantwortung für
die Entwicklung überseeischer Märkte liegt jedoch
beim Privatsektor. Die Unternehmen müssen das
Risiko tragen, was auch das Recht mit sich bringt,
die Früchte zu ernten.

*

Seite 2

*

Unsere Arbeitnehmer werden die Früchte in Form
vieler neuer Arbeitsplätze ernten, denn Exporte
können unsere Methode Nummer eins für die Schaffung hochbezahlter Arbeitsplätze darstellen.
Das alles läßt nur eine Schlußfolgerung zu: Wir
müssen uns weltweit entwickeln, um eine gesundere
Wirtschaft zu sichern, und es liegt im Interesse der
Unternehmen, Arbeitnehmer und der gesamten
Bevölkerung, daß dies geschieht. Wir müssen auf
dem Weltmarkt mehr verkaufen - und tun weiterhin
unser Bestes, um den Zugang amerikanischer Waren
zu diesem Markt zu erweitern. Ferner müssen wir
den Handel auf eine Art und Weise fördern, die für
die Arbeitnehmer von Vorteil ist und umweltverträgliche Entwicklung ermutigt.
Aufgrund dessen erkläre ich, William J. Clinton,
Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft
der mir von der Verfassung und den Gesetzen der
Vereinigten Staaten übertragenen Vollmachten die
am 22. Mai 1994 beginnende Woche zur Welthandelswoche. Ich rufe das Volk der Vereinigten Staaten
dazu auf, sich an entsprechenden Vorhaben zu
beteiligen, um das Potential des Welthandels zur
Schaffung von Wohlstand für alle zu unterstreichen.

*

*

AMERIKA DIENST 20

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*•

�NAHER

OSTEN
25. Mal 1994

NAHER OSTEN FÜR USA WEITERHIN
VON VITALEM INTERESSE
Rede von Anthony Lake
WASHINGTON - (AD) - Der Nahe Osten bleibt Präsident Clintons Nationalem Sicherheitsberater Anthony Lake
zufolge trotz der Beendigung der Rivalität zwischen den Supermächten für die Vereinigten Staaten von "vitalem
Interesse".
Der Nahe Osten kann ein "Paradigma für die Haltung unserer Nation gegenüber der Welt nach dem Kalten
Krieg" sein, erklärte Lake am 16. Mai 1994 vor dem Washington Institute for Near East Policy.
Die Interessen der Vereinigten Staaten in der Region umfassen ihm zufolge den ungehinderten Fluß von Erdöl,
die Stabilität befreundeter arabischer Nationen, einen sicheren und dauerhaften Frieden zwischen Israel und
seinen Nachbarn sowie die Eindämmung der Ablehnungsfront - Irak, Iran und Libyen.
"Unser Feind", so Lake, "sind Unterdrückung und Extremismus, sei es unter religiösem oder weltlichem
Deckmantel". Washington grenze sich von jenen ab, "die ihre Ziele mit Hilfe von Terror, Intoleranz oder Zwang
fördern wollen". Er wies jedoch die Ansicht zurück, "eine erneute Betonung der traditionellen Werte der
islamischen Welt müßte zwangsläufig zu einem Konflikt mit dem Westen führen".
Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Redetext.
Ich freue mich über die Einladung, vor dem SorefSymposium des Washington Institute sprechen zu
dürfen. Ich weiß, daß Sie alle großes Interesse am
Nahem Osten haben und viel darüber wissen.
Folglich geht es mir wie dem Professor, der eine
Vorlesung über die Flut halten soll und genau weiß,
daß Noah unter den Zuhörern ist.
Da Außenminister Christopher derzeit intensive
Gespräche führt, werde ich heute nicht über den
Stand der Verhandlungen sprechen, sondern mich
auf unseren konzeptuellen Ansatz gegenüber dem
Nahen Osten konzentrieren. Der Nahe Osten ist in
vielerlei Hinsicht ein Paradigma für die Haltung
unserer Nation gegenüber der Welt nach dem Kalten
Krieg. Und es ist für uns eine Herausforderung und
eine Verantwortung, ein regionales Umfeld zu
schaffen, in dem das Versprechen einer Zukunft
voller Frieden und Hoffnung realisiert werden kann.
Der Nahe Osten sieht sich im wesentlichen mit einer
Entscheidung zwischen zwei verschiedenen Zukunftsmöglichkeiten konfrontiert. Ein Weg führt in
eine Zukunft, in der im Besitz von Massenvernichtungswaffen befindliche Extremisten eine Region
beherrschen, die von Konflikten zwischen Gemein-

AMERIKA DIENST 20

den und Staaten zerrissen ist. Die Alternative bringt
demokratischen Fortschritt, freien Verkehr von
Menschen und Waren und zu regionaler Sicherheit
führenden Dialog hervor. Gewalt oder Frieden,
Unterdrückung oder Freiheit, Isolation oder Dialog das sind die Alternativen.
Wir können jeden Tag Beispiele für diese Zukunftsmöglichkeiten sehen. Denken Sie an die Ereignisse
der vergangenen Tage. Bestrebungen zur Einigung
und Demokratisierung Jemens scheiterten, als der
Norden und der Süden des Landes das Schlachtfeld
dem Verhandlungstisch vorzogen. Gleichzeitig wurde
ein für die Beendigung eines anscheinend unlösbaren
Konflikts entscheidender Schritt unternommen, als
israelische Soldaten die Kontrolle über den Gazastreifen und Jericho friedlich an die palästinensischen
Behörden übergaben.
Inmitten dieses von Unruhen und Hoffnung gekennzeichneten Zeitalters können die Vereinigten Staaten
es sich nicht leisten, untätiger Zuschauer zu sein.
Obwohl die Rivalität zwischen den Supermächten
nicht mehr besteht, bleibt die Region für unsere
Nation von vitalem Interesse. Der freie Fluß von
Erdöl aus der Golfregion zu vernünftigen Preisen, die

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�Sicherheit und das Wohlergehen Israels, ein sicherer
und dauerhafter arabisch-israelischer Frieden, die
Stabilität befreundeter arabischer Staaten, die Notwendigkeit der Eindämmung Iraks, Irans und Libyens
- der Ablehnungsfront gegen Frieden im Nahen
Osten, Bestrebungen zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen - aus
diesen Gründen hat unsere Nation ein wirkliches
Interesse an einer demokratischen Zukunft mit mehr
Frieden und Wohlstand.
Wir wollen jedoch nicht die Zukunft des Nahen
Ostens beherrschen. Die bewegte Geschichte der
Region war zu stark auf den Kampf um Beherrschung ausgerichtet und es wurden zu wenige
kooperative Anstrengungen unternommen, um
gemeinsame Interessen und Werte für eine bessere
Zukunft aller Völker der Region zu fördern.
Wir betrachten diesen Kampf um die Zukunft des
Nahen Ostens auch nicht als einen "Zusammenprall
der Zivilisationen". Ich möchte diesen Punkt besonders hervorheben. Es wurde von manchen angedeutet, daß es in der Welt nach dem Kalten Krieg
eine grundlegende Kluft gebe, welche die liberaldemokratischen Traditionen des Westens scheinbar
gegnerischen, auf dem Islam und anderen Religionen basierenden "Zivilisationen" gegenüberstelle.
Diese Theoretiker sind der Ansicht, daß es keine
gemeinsame Basis für eine Verständigung zwischen
"dem Westen und dem Rest" gebe, sondern nur die
Aussicht auf Konfrontation und Konflikt. Sie behaupten, die Vereinigten Staaten als einzige verbleibende
Supermacht auf der Suche nach einer neuen zu
bekämpfenden Ideologie sollten sich einem neuen
Kreuzzug gegen den Islam widmen. Bei der Suche
nach einer neuen feindlichen Ideologie würde der
Fundamentalismus den Kommunismus als Gefahr für
den Westen ablösen.
Wir lehnen das entschieden ab. Im Nahen Osten
gibt es, ebenso wie auf der ganzen Welt, eine
grundlegende Spaltung. Die Trennlinie zwischen
Gut und Böse verläuft jedoch nicht zwischen "Zivilisationen" oder Religionen, sondern zwischen Unterdrückung und verantwortungsbewußter Regierungsführung, zwischen Isolation und Offenheit und
zwischen Mäßigung und Extremismus. Sie macht
keine Unterschiede zwischen Rasse oder Glauben.
In Südafrika und in China, in Burma und in Rußland,
im Gazastreifen und im Norden des Irak sprechen
mutige Männer und Frauen, die für Menschenrechte
und Demokratie streiten, die universelle Sprache der
persönlichen und politischen Freiheit. Die dramatischen weltweiten Veränderungen der vergangenen
vier Jahre haben gezeigt, daß diese Sprache die
Vergangenheit überwinden und die Zukunft umgestalten kann.

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Dies gilt im Nahen Osten und der muslimischen Welt
ebenso wie andernorts. Unser Feind sind Unterdrückung und Extremismus, sei es unter religiösem
oder weltlichem Deckmantel. Wir grenzen uns von
jenen ab, die ihre Ziele mit Hilfe von Terror, Intoleranz und Zwang fördern wollen. Ich versichere
Ihnen, daß Präsident Clinton sich weiterhin unerschütterlich gegen Terrorakte wenden wird, die den
Friedensprozeß behindern oder den Völkern des
Nahen Ostens eine hoffnungsvolle Zukunft verweigern. Die Feinde des Friedens zögern nicht, zur
Förderung ihres Ziels Gewalt einzusetzen. Der
Präsident hat jedoch bekräftigt, er werde nicht
zulassen, daß sie Erfolg haben.
Wir weisen auch die Vorstellung zurück, daß eine
erneute Betonung traditioneller Werte in der islamischen Welt unweigerlich zu einem Konflikt mit dem
Westen oder mit demokratischen Grundsätzen führen
muß. Diese Werte - die Hingabe an Familie und
Gesellschaft, Glauben und gute Taten - sind uns
nicht fremd. Es ist nicht überraschend, daß die
Menschen im Nahen Osten und Nordafrika die Rolle
dieser Werte in Gesellschaft und Regierung testen
und debattieren. Die Menschen in der Region - wie
auf der ganzen Welt - suchen nach Mitteln und
Wegen, eine dem Volk verantwortliche Regierung zu
bilden, die fundamentalen Menschenrechte zu
garantieren und ihrem Leben einen Sinn zu geben.
Es ist weder ungewöhnlich noch einzigartig, daß viele
von ihnen auf den Islam schauen. Dies ist eine
universelle Suche. Es geht nicht um den Islam.
Heute sind die wirklichen Konflikte, die eine Beleidigung für das Gewissen der Menschheit darstellen,
keine "Konflikte der Zivilisationen". In Bosnien
widersetzen wir uns dem Haß und der Gewalt. Unser
Feind sind Selbstgerechtigkeit und skrupelloser
Nationalismus. Die Führer der Serben wollen ihre
Eroberungen durch Behauptungen legitimieren, sie
wehrten eine muslimische Bedrohung des Westens
ab. Die Welt sollte solche falschen Vorgaben jedoch
nicht akzeptieren. Zweifelsohne werden wir sie nicht
akzeptieren. Wir setzen uns für einen demokratischen bosnischen Staat ein, in dem Muslime und
Christen in Frieden miteinander leben. Unseres
Erachtens hat der Westen ein Interesse daran zu
demonstrieren, daß ein solcher Staat im Herzen
Europas willkommen ist, überleben und prosperieren
kann.
Die von Saddam Hussein abgegebene Erklärung für
seine Invasion in Kuwait - die Verteidigung der
islamischen Welt gegen einen westlichen Eindringling
- war ebenso fadenscheinig wie heute das Gerede
Slobodan Milosevics von einer Schlacht der Zivilisationen. Niemand läßt sich davon täuschen. Der
Golfkrieg wurde als das angesehen, was er war - ein

AMERIKA DIENST 20

�Versuch zur Eroberung und regionalen Vorherrschaft, den eine aus islamischen und nichtislamischen Nationen bestehende Koalition vereitelte.
Nach diesem Krieg sahen sich die Vereinigten
Staaten gezwungen, sich mit zwei feindlichen Regimen in der Region auseinanderzusetzen - dem
weltlichen Irak und dem fundamentalistischen Iran.
Andernorts in der Region widersetzen wir uns der
extremistischen Politik des weltlichen Libyen und des
fundamentalistischen Sudan. Und wir sind wachsam
von Algerien bis zum Südlibanon, vom Westjordanland und dem Gazastreifen bis Ägypten und
Jordanien, wo Extremisten die Region zu spalten
und auf den alten Pfad der Gewalt zurückzubringen
drohen.
Es sollte keinen Zweifel geben. Der islamische
Extremismus stellt eine Gefahr für die Interessen
unserer Nation dar. Es gibt Kräfte, die unter dem
Deckmantel des wiederauflebenden Islam die
Freiheit unterdrücken, sich von der Welt zurückziehen und Feindseligkeiten rechtfertigen.
Diese
Bewegungen stellen eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten und die internationale Staatengemeinschaft dar, da sie sich einer mächtigen und
allzuhäufig verführerischen Sprache bedienen - der
jahrhundertealten Leier von Haß, Furcht und Vorurteilen. Vor allem aber stellen sie - wie wir wissen eine Gefahr für die Zukunft des Nahen Ostens dar.
Obwohl sich die Umstände ändern, hat das Phänomen des Extremismus weltweit eines gemeinsam:
Ernüchterung, Unfähigkeit zur Deckung der Grundbedürfnisse des Menschen sowie vereitelte Hoffnungen auf politisches Mitspracherecht und soziale
Gerechtigkeit. Weitverbreitete Desillusionierung ist
eine Brutstätte für einen von Haß und Gewalt
gekennzeichneten Extremismus - der keineswegs
nur dem Nahen Osten oder der muslimischen Welt
vorbehalten ist. Kennzeichnend für den islamischen
Extremismus ist, daß er die Religion zur Tarnung
seiner wahren Absichten nutzt - dem puren Streben
nach politischer Macht.
Angesichts dieser Herausforderung müssen die
Vereinigten Staaten gemeinsam mit anderen dazu
bereiten Nationen regionale Bollwerke gegen den
Extremismus errichten. In Zentralasien pflegen wir
Beziehungen zu den neuen unabhängigen islamischen Staaten, beispielsweise Kasachstan. Andernorts - von der Türkei bis Saudi-Arabien, von Pakistan
bis Indonesien - halten wir alte Bündnisse und
Freundschaften mit weltlichen und fundamentalistischen Staaten aufrecht, die eine muslimische
Bevölkerung haben. Im Nahen Osten haben wir
dieselbe Aufgabe.

AMERIKA DIENST 20

Bei der Bewältigung der vor uns liegenden Herausforderungen müssen wir energisch den arabischisraelischen Frieden anstreben, die religiösen und
weltlichen Extremismus fördernden oder unterstützenden Staaten und Organisationen eindämmen und
eine Gemeinschaft gleichgesinnter Staaten im Nahen
Osten bilden, die dieselben Ziele verfolgen wie wir:
freie Märkte, Ausweitung von Demokratie sowie
Kontrolle der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihrer Trägersysteme.
Diese Elemente ergänzen und verstärken sich
gegenseitig. Fortschritte beim arabisch-israelischen
Friedensprozeß drängen die Extremisten in die
Defensive und verstärken ihre Isolation. Die Unterminierung extremistischer Kräfte erleichtert Fortschritte bei dem Friedensprozeß. Wenn Friedensschaffung und Eindämmung Wirkung zeitigen, ist es
für gemäßigte Regierungen einfacher, ihre Legitimierung zu erhöhen und Extremisten in ihrer Mitte in
Schach zu halten. Diese Mäßigung ist gegenseitig
verstärkend und führt zum Aufbau von Beziehungen,
die das Versprechen größerer regionaler Stabilität
beinhalten.
Das aktive Streben nach Frieden im Nahen Osten ist
eine der höchsten außenpolitischen Prioritäten der
Clinton-Administration.
Es bildet den Eckpfeiler
unserer Bemühungen zur Umgestaltung der Region.
Wenn Araber und Juden nach soviel Haß und Konflikten in Frieden im Heiligen Land leben, können sie
ihre enormen Talente und Ressourcen für die Aufgaben des Fortschritts ausschöpfen. Und sie können
ein Beispiel geben - eine Friedensschaffungsdynamik
entwickeln - die alle anderen Konflikte in der Region
positiv beeinflussen kann.
Was in der vergangenen Woche in Gaza und Jericho
geschah, ist daher sowohl einfach als auch tiefgreifend. Im wahrsten Sinne des Wortes hat die
palästinensische Polizei die Verantwortung für die
Aufrechterhaltung der Ordnung vom israelischen Heer
übernommen. Diese einfache Übergabe der Machtbefugnis symbolisierte jedoch auch die Veränderung
der Beziehungen zwischen Palästinensern und
Israelis. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben
die Palästinenser das Recht - und die Verantwortung
- erhalten, sich selbst zu regieren. Zum ersten Mal in
der Geschichte des israelisch-arabischen Konflikts
haben sich Israelis und Palästinenser auf praktische
Wege für eine friedliche Koexistenz im Heiligen Land
geeinigt.
Wir sind uns alle der mit diesem Prozeß einhergehenden Schwierigkeiten und Gefahren äußerst
bewußt. Zwischen dem historischen Händedruck vor
dem Weißen Haus im September vergangenen
Jahres und der Unterzeichnung von Kairo neun

Seite 3

�Monate später wurden wir konstant daran erinnert,
daß die Kräfte des Extremismus und der Reaktion
entschlossen sind, die Hoffnung auf Frieden zu
ersticken. Wir können - und dürfen - ihren Erfolg
nicht zulassen.
Einige mögen die Klugheit und Tragfähigkeit des von
Yitzhak Rabin und Jassir Arafat eingeschlagenen
Kurses in Frage stellen. Aber dies ist nicht der
Augenblick für Vorhersagen. Die Israelis und
Palästinenser haben erkannt, daß der Status quo
nicht tolerierbar und eine friedliche Versöhnung
endlosem Konflikt und Gewalt vorzuziehen ist. Wir
schulden ihnen mehr als nur im Zweifelsfall zu ihren
Gunsten zu entscheiden, wir schulden ihnen unsere
Unterstützung und Ermutigung. Wenn sie scheitern wenn wir ihnen erlauben zu scheitern - werden die
Hoffnungen für einen friedlichen Nahen Osten
zerschlagen. Und wer kann sagen, wieviele weitere
Menschenleben es kostet, wieviele Familien zerrissen oder Schlachten geschlagen werden, bevor ihre
mutigen Anführer wieder den Aufbau des Friedens
versuchen können.
Genausowenig können wir es uns leisten, die Hände
in den Schoß zu legen und der Geschichte in Gaza
und Jericho ihren Lauf zu lassen. Die Komplexität
des Friedensprozesses beginnt sich erst abzuzeichnen. Die israelisch-palästinensische Grundsatzerklärung fordert die Ausweitung entscheidender
Elemente der palästinensischen Selbstverwaltung
auf das Westjordanland. Die Wahlen im Westjordanland und im Gazastreifen sollten in diesem Jahr
stattfinden. Und binnen zwei Jahren werden Israel
und die PLO Verhandlungen über den endgültigen
Status aufnehmen.
In jeder Phase der israelisch-palästinensischen
Verhandlungen werden Schwierigkeiten auftreten.
Schwierigkeiten bei der Friedensschaffung zwischen
einem Staat und einer Organisation, die aus höchst
unterschiedlichen Elementen zusammengesetzt sind.
Sie beinhalten die Lösung äußerst komplizierter
Konflikte, die schnell wieder zunichte gemacht
werden kann. Ein dauerhafter regionaler Frieden
kann nicht auf dieser instabilen Grundlage allein
aufgebaut werden.
Aufgrund eben dieser Israelis und Palästinenser jetzt
konfrontierenden Schwierigkeiten hat der Präsident
Außenminister Christopher und seine Mitarbeiter
zurück in die Region entsandt, um bei den Verhandlungen zwischen Israel und Syrien mitzuwirken.
Ein syrisch-israelisches Abkommen wäre jedoch eine
entscheidende Lösung zwischen zwei starken Staaten, die gemeinsam in einen "Frieden der Mutigen"
eintreten. Es würde den Konflikt zwischen Israel und

Seite 4

den arabischen Staaten beenden. Jordanien und der
Libanon könnten ihre Differenzen mit Israel binnen
Kürze beilegen. Die vollständige Normalisierung der
Beziehungen zwischen Israel und den arabischen
Maghreb- und Golfstaaten würde rasch folgen. Mit
anderen Worten, die Pattsituation wäre durchbrochen.
Ein israelisch-syrischer Frieden würde mehr bewirken
als nur das Abkommen zwischen Israel und der PLO
zu stützen und eine Veränderung der Beziehungen
zwischen Israel und der arabischen Welt sicherstellen. Dieser Frieden würde auch viel zur Förderung unserer Bestrebungen um die Erweiterung des
Kreises von Friedensstiftern beitragen, die Mäßigung
im Nahen Osten fördern und eine Bastion gegen
reaktionäre Staaten errichten.
Im größeren Kontext des regionalen Friedens spielt
Syrien eine entscheidende Rolle. Historisch gesehen
haben Syriens Bündnis mit dem Iran und die Unterstützung von Gruppen der Ablehnungsfront den
Kräften des Extremismus im Nahen Osten eine
lebenswichtige Basis geschaffen. Durch das Schüren
von arabischem Nationalismus hat Syrien diesen
Kräften eine wichtige Quelle der Legitimität geboten.
Syrien hat diese Legitimität durch die Ablehnung von
Sadats Frieden mit Israel schlecht und durch den
Beitritt von Damaskus zur Koalition im Golfkrieg
gegen Saddam Hussein und die Aufnahme direkter
bilateraler Verhandlungen mit Israel gut genutzt.
Als Präsident Assad den entscheidenden Schritt
unternahm und in Genf bekanntgab, daß Syrien eine
strategische Entscheidung für Frieden mit Israel
getroffen habe, wurden die bisherigen extremistischen Verbündeten des Landes daher nervös.
Hisbollah-Anführer argumentierten, wie ein extremistisches Programm in einem Zeitalter des Friedens
zwischen Israel und dem Libanon am besten verfolgt
werden könnte. Die Anführer der palästinesischen
Ablehnungsfront gegen einen Friedensschluß gingen
aus Angst vor dem Verlust ihrer Basis im Libanon
und in Syrien auf der Suche nach neuen Zufluchtsorten nach Libyen. Iranische Regierungsvertreter
besuchten eilig Damaskus, das sie offensichtlich mit
leeren Händen wieder verließen. Als sie nach Hause
zurückkehrten, begann der iranische Klerus die
Führung zu kritisieren, die sich abzeichnende Isolation ihrer Nation nicht verhindert zu haben.
Trotz dieser ermutigenden Anzeichen unterschätzen
wir die Risiken und Kosten bei der Erlangung eines
israelisch-syrischen Friedens nicht. Wie Ministerpräsident Rabin feststellte, wird die heftige interne
Debatte in Israel den Preis für Frieden mit Syrien in
der Tat schmerzhaft machen. Obwohl es für die
Vereinigten Staaten schwierig sein wird, diesen
Schmerz zu mildern, können und wollen wir - wie

AMERIKA DIENST 20

�Präsident Clinton wiederholt klargestellt hat - Israel
bei der Minimierung der bevorstehenden Risiken
behilflich sein.
Erstens werden wir darauf bestehen, daß der
Frieden ein echter Frieden ist - nicht nur die bloße
Tatsache, daß kein Krieg herrscht - sondern eine
qualitative Veränderung der Beziehungen zwischen
Israel und Syrien. Volle diplomatische Beziehungen,
ein Ende des Boykotts, die Öffnung der Grenzen für
Menschen und Handel, die Förderung gemeinsamer
Wirtschaftsprojekte. Wie Präsident Clinton in Genf
feststellte, haben wir bereits guten Grund zu der
Annahme, daß Syrien sich jetzt zu echtem Frieden
verpflichtet hat in der Art, wie Israel und die anderen
ihn definieren.
Zweitens werden wir darauf bestehen, daß der
Frieden gesichert ist - die Vereinigten Staaten sind
bereit, sich an den von den Parteien ausgehandelten
Sicherheitsarrangements zu beteiligen. Spezifische
Gespräche über die Form der Beteiligung haben
noch nicht begonnen, aber unsere Verpflichtung ist
fest. Und ebenso wie wir in diesem vergangenen
Jahr gehandelt haben, um das Versprechen des
Präsidenten zur Aufrechterhaltung und Erweiterung
des qualitativen Vorsprungs von Israel einzulösen,
werden wir handeln, um Israels Frühwarnfähigkeiten
und seine Fähigkeit zur Bewältigung von Bedrohungen größerer Reichweite zu stärken, um einen
Ausgleich für die strategischen Vorteile zu schaffen,
die es für den Frieden aufzugeben bereit sein
könnte.
Schließlich werden wir darauf bestehen, daß der
Frieden umfassend ist. Wir werden mit Jordanien
und dem Libanon beharrlich zusammenarbeiten um
sicherzustellen, daß ihre Verhandlungen mit Israel
zu Friedensabkommen führen. Und wir werden
darauf bestehen, daß die anderen arabischen und
muslimischen Staaten ihren Boykott beenden und
ihre Beziehungen zu Israel vollständig normalisieren.
Doppelte Eindämmung
Stellen Sie sich die strategischen Auswirkungen
eines solchen Friedens auf den Nahen Osten
insgesamt vor. Wir werden unsere Bestrebungen
zur Eindämmung der vom Iran und Irak ausgehenden Bedrohungen drastisch verstärken. Dem Iran
würden die Mittel verwehrt, im Kernland des Nahen
Ostens Probleme zu schüren. Seine Botschaft des
Hasses, sein Ruf nach der Zerstörung der "zionistischen Einheit" werden der Welt als leere, anachronistische Drohung erscheinen. In gleicher Weise
werden Saddam Husseins Hoffnungen zur Mobilisierung der arabischen Welt hinter einem antiisraelischen Banner zerschlagen.

AMERIKA DIENST 20

Wir werden diese beiden reaktionären Staaten und
die sie unterstützenden Gruppen zunehmend isolieren können. Durch den Friedensprozeß wird ein
neues regionales Umfeld geschaffen, das bereits
Gestalt anzunehmen beginnt. Darin werden gemäßigte islamische Staaten von der Türkei im Norden
bis zu Saudi-Arabien im Süden, von Ägypten im
Westen bis zu Pakistan im Osten die Fähigkeiten
dieser verbrecherischen Staaten und Organisationen
zur Erweiterung ihres Einflusses sowie zur Verbreitung ihrer Botschaft des Hasses und der Gewalt
einschränken. Mit Syrien und den anderen Staaten
in diesem Lager, das mit Israel in Frieden lebt, wird
sich das Kräftegleichgewicht im Nahen Osten entschieden zugunsten der Mäßigung verlagern. Den
Extremisten wird der Anspruch verwehrt, daß ihnen
die Zukunft gehört - sie werden sich mit der Realität
des Scheiterns auseinandersetzen müssen.
Die Erweiterung des Friedens wird auch die Förderer
des Friedens in ihrem Kampf gegen Extremismus im
Inland unterstützen. Den Regierungen wird die
Chance geboten, Desillusionierung wegen gescheiterter Ideologien und unerfüllter Erwartungen mit den
greifbaren Ergebnissen der Friedensschaffung zu
begegnen. Ressourcen werden freigesetzt, um die
Grundbedürfnisse der Menschen zu erfüllen statt die
destruktiven Erfordernisse des Krieges. Regionale
Wirtschaftsentwicklung unter Einsatz der bisher
aufgrund von Boykotten und Konflikten verweigerten
Technologien und Gelder wird den Geschmack auf
ein besseres Leben bieten. Und wenn die Regierungen einmal in der Lage sind, für das wirtschaftliche
Wohlergehen ihrer Bevölkerung zu sorgen, werden
sie sich bei der Erfüllung des Wunsches ihrer Bürger
nach größerer politischer Beteiligung und Rechenschaftspflicht sicherer fühlen. Ein Friedensschluß
vermittelt den Regierungen die Stärke, Extremismus
im In- und Ausland zu bekämpfen.
Wir wissen, daß die Realitäten im Nahen Osten
unweigerlich diese Vision beeinträchtigen werden.
Wir unterschätzen die Schwierigkeiten nicht, die mit
Friedensschaffung oder dem Widerstand extremistischer Kräfte einhergehen, die in der Region auf
Beute lauern. In unserem Gedächtnis ist jedoch
Raum für mehr als nur das Massaker von Hebron,
die Autobombe in Alufa, die Invasion von Kuwait und
die Revolution im Iran. Wir sind bereits Zeuge von
zwei Unterzeichnungszeremonien auf dem Rasen vor
dem Weißen Haus geworden: Des Abkommens von
Camp David und der israelisch-palästinensischen
Grundsatzerklärung. Wir wissen jetzt, daß eine
Zukunft mit Frieden und Wohlstand für alle Menschen
im Nahen Osten mehr als eine bloße Illusion ist.
Abschließend möchte ich aus dem ersten Buch des
Talmud zitieren:

Seite 5

�Der Tag ist kurz,
die Aufgabe ist groß,
es ist nicht an Euch,
die Arbeit zu beenden.
Aber es steht Euch nicht frei,
Euch ihr zu entziehen.

Die Clinton-Administration ist sich der mit der Umgestaltung des Nahen Ostens einhergehenden schwierigen Aufgabe wohl bewußt. Aber wir werden diese
Herausforderung annehmen. Und ich weiß, daß Sie
uns dabei zur Seite stehen werden.

* * * *

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AMERIKA DIENST 20

�WAFFEN
25. Mal 1994

USA ÄNDERN HALTUNG GEGENÜBER WAFFEN
Amerikaner für strengere Waffenkontrollen
WASHINGTON - (AD) - Am 15. Mai 1994 berichtete
das US-Justizministerium, daß Verbrechen mit
Handfeuerwaffen in den Vereinigten Staaten nach
den letzten vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 1992
stark angestiegen sind. Bei einer Gedenkfeier für
ermordete Strafverfolgungsbeamte am 16. Mai 1994
bedauerte Präsident Clinton das Ausmaß von
Verbrechen mit Waffengewalt, verwies jedoch auf
Veränderungen im Gesetz und der öffentlichen
Meinung, die auf eine Inangriffnahme des Problems
schließen lassen. "Amerika wird sich des Problems
bewußt", stellte Clinton fest. "Wir haben eine Wende
bewirkt. Jetzt müssen wir die Arbeit zu Ende
bringen."
Obwohl die Verbrechensrate in den Vereinigten
Staaten insgesamt niedriger ist als in vielen anderen
Ländern - einem kürzlichen Artikel im Wall Street
Journal zufolge wird in London doppelt so oft
eingebrochen wie in New York - belegen die Statistiken, daß Verbrechen mit Waffengewalt in Amerika
sehr viel häufiger sind als in jeder anderen modernen Industriegesellschaft. Die weithin in die Schlagzeilen geratenen Morde an ausländischen Touristen
-einschließlich der Erschießung einer Deutschen und
Verwundung ihres Ehemanns am 16. Mai in Kalifornien - bereiten weltweit Anlaß zu der besorgten
Frage, warum Waffen in den Vereinigten Staaten so
leicht erhältlich sind, und was die US-Regierung
dagegen unternimmt.
Nirgendwo ist die Sorge über den Waffenbesitz
jedoch größer als in den Vereinigten Staaten - unter
den Amerikanern - selbst, stellen Experten fest. Da
die Amerikaner sehr viel wahrscheinlicher Opfer von
mit Waffen ausgerüsteten Verbrechern werden als
ausländische Besucher, hat ihnen zufolge der Ruf
der Öffentlichkeit nach einer Änderung der amerikanischen Gesetze über Waffenbesitz bereits zu zwei
wichtigen Gesetzen geführt, die den Besitz von
Waffen einschränken.
Das erste Gesetz - nach Präsident Reagans Pressereferent Brady benannt, der 1981 bei dem Anschlag
auf Präsident Reagan angeschossen wurde - gelangte im Herbst zur Verabschiedung und schreibt

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eine fünftägige Wartezeit beim Kauf einer Waffe vor.
Damit wird den Strafverfolgungsbeamten Zeit eingeräumt, Nachforschungen über den möglichen Käufer
anzustellen.
Das zweite Gesetz wurde Anfang dieses Monats vom
Repräsentantenhaus verabschiedet.
Mit diesem
Gesetz werden 19 halbautomatische Waffentypen
verboten, mit denen kein anderer Zweck verfolgt
würde, als Menschen umzubringen. Der Senat
stimmte im Rahmen eines umfassenden Gesetzes
zur Verbrechensbekämpfung einer ähnlichen Maßnahme zu. Die Maßnahmen müssen bei einer
Konferenz von Repräsentantenhaus und Senat vor
der erwarteten Unterschrift des Präsidenten abgestimmt werden.
Präsident Clinton, der stark für das Verbot von
halbautomatischen Waffen eintrat, erklärte, die für die
Maßnahme stimmenden
Kongreßabgeordneten
"haben sich für das nationale Interesse eingesetzt".
"Wir sind begeistert über das Verbot halbautomatischer Waffen. Unsere harte Arbeit hat sich bezahlt
gemacht", äußerte Cheryl Brolin, Sprecherin der
Handgun Control Incorporated, einer Organisation,
die für stärkere Waffenkontrolle kämpft. In einem
Interview erklärte sie: "Das zeigt in der Tat, daß die
Amerikaner der Lobbyisten müde werden, die einer
vernünftigen Waffenkontrolle entgegenarbeiten."
Eine dieser Interessengruppen ist die National Rifle
Association (NRA), die seit Jahren äußerst effektiv
die Maßnahmen zur Waffenkontrolle im Kapitol
vereitelt hat. Die amerikanische Presse sieht das
Brady-Gesetz und das Gesetz über halbautomatische
Waffen als wichtige Niederlage für die NRA und
verweist darauf, daß sich Meinungsumfragen zufolge
bis zu 80 Prozent der Bevölkerung für Einschränkungen ausgesprochen haben.
Die NRA verweigerte jeden Kommentar zu diesem
Artikel, hat sich jedoch häufig für strengere Gesetze
zur Bestrafung Krimineller statt für härtere Kontrollen
des Waffenbesitzes ausgesprochen und oft auf den
Zweiten Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung

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�verwiesen, der das Recht der Amerikaner auf
Waffenbesitz schützt. Der Zusatzartikel, der Bestandteil der Bill of Rights ist, lautet folgendermaßen:
"Da eine gut ausgebildete Miliz für die Sicherheit
eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht
des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht
beeinträchtigt werden."
Brolin erklärt, die Interpretation des Zweiten Zusatzartikels durch die NRA "ist schlichtweg falsch. Die
Gerichte vertreten die Auffassung, daß der Zweite
Zusatzartikel nicht das Recht des einzelnen auf
Waffenbesitz schützt", erläuterte sie. "Kein Gesetz
zur Waffenkontrolle wurde je aufgrund des Zweiten
Zusatzartikels abgelehnt", fügte sie hinzu.
Auf die Frage, ob sie optimistisch bezüglich zusätzlicher Gesetze zur weiteren Einschränkung des
Waffenverkaufs in den Vereinigten Staaten sei,
antwortete Brolin, ihre Organisation sei bereits für
ein dem Repräsentantenhaus am 28. Februar
vorgelegtes, gemeinhin als Brady II bekanntes
Gesetz aktiv.
Im Fall ihrer Annahme würden zu den von diesen
Gesetzen verordneten Einschränkungen eine weitere
Verschärfung der Bestimmungen über den Waffenhandel, die Einführung von Waffenscheinen sowie
eine Sicherheitsausbildung für die Benutzung von
Schußwaffen gehören, erklärte sie. Ihre Organisation werde "unsere 400.000 Mitglieder im ganzen
Land zur Unterstützung von Brady II mobilisieren."
Einige Kongreßabgeordnete wollen jedoch weiter
gehen als Handgun Control Incorporated. Der
republikanische Senator John Chafee aus Rhode
Island hat beispielsweise einen Gesetzesvorschlag
über das Verbot sämtlicher Handfeuerwaffen in den
Vereinigten Staaten eingebracht mit dem Argument,
daß "82 Prozent aller Morde in den Vereinigten
Staaten mit Schußwaffen begangen werden".
Senator Pat Moynihan (Demokrat aus New York)
wiederum möchte das Problem durch eine starke
Steuererhöhung auf Munitionsverkäufe lösen, da
eine Beseitigung der schätzungsweise 214 Millionen
Waffen schwierig sei, während eine starke Verteuerung der Munition viel effektiver wäre.
Senator Bill Bradley (Demokrat aus New Jersey)
machte vergangene Woche den Vorschlag, sämtliche Waffenbesitzer sollten einen Ausweis mit Foto
mitführen müssen, wodurch bei einem Verbrechen
verwendete Waffen viel schneller aufgespürt werden
könnten als bisher.
Mittlerweile wurden vielerorts die Bestimmungen zur
Waffenkontrolle verschärft, ohne Maßnahmen der

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Bundesregierung abzuwarten. In der Bundeshauptstadt Washington beispielsweise ist Privatpersonen
der Besitz von Schußwaffen verboten.
Diese Schritte bedeuten dem konservativen Kommentator Charles Krauthammer zufolge, daß die
Amerikaner im Hinblick auf Schußwaffen Taten
wünschen. Im Zusammenhang mit der Annahme des
Gesetzes über halbautomatische Waffen im Repräsentantenhaus wies Krauthammer darauf hin, daß
eine ähnliche Aktion vor einiger Zeit wegen 70
fehlender Stimmen scheiterte.
Dieses Mal, erklärte er, stimmten sogar überzeugte
Konservative wie der republikanische Kongreßabgeordnete aus Illinois, Henry Hyde, für diese Maßnahme. Mehrere Abgeordnete aus ländlichen Gebieten,
die aufgrund der niedrigen Verbrechensrate in ihren
Wahlkreisen eine Schußwaffenkontrolle ablehnten,
gaben jetzt angesichts des Schußwaffenproblems in
den Städten ihre Stimme für diese Maßnahme ab.
"Das ist das beginnende Ende der Waffenmanie",
stellte Krauthammer in seiner Kolumne fest.
Richard Kohn, Historiker und Experte für den Zweiten
Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung an der
University of North California, verweist darauf, daß
die Haltung der USA gegenüber Waffen im Unabhängigkeitskrieg und dem Geist der Westbewegung
verwurzelt ist. In einem Interview äußerte er: "Die
Vereinigten Staaten entstanden als eine revolutionäre
Gesellschaft, die eine übermächtige Regierung
fürchtete. Die Amerikaner hegten Mißtrauen gegenüber einer Gesellschaft, in der Waffenbesitz dem
Staat vorbehalten war."
"Der Zweite Zusatzartikel der Verfassung sollte
verhindern, daß die Zentralregierung die Macht zur
Zerstörung der Bürgerwehr der Bundesstaaten
erhält", fuhr Kohn fort. "Die Interpretation der Gerichte geht in diese Richtung, besagt jedoch nicht, daß
alle Bürger das Recht auf unkontrollierten Waffenbesitz haben", stellte er fest.
Das kulturelle Erbe des Landes ist ebenfalls ein die
Haltung gegenüber Waffen beeinflussender Faktor.
Während der Zeit der Siedler waren Waffen aufgrund
derweiten Entfernung von den Sicherheitskräften und
ihrer unregelmäßigen Verteilung im Land sowie für
die Jagd erforderlich.
Jack Greene, Historiker an der Johns Hopkins
University in Baltimore (Maryland) weist jedoch darauf
hin, daß die weitverbreitete Verfügbarkeit von Waffen
ein nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenes
Phänomen und nicht tief in der amerikanischen
Psyche verwurzelt ist.

AMERIKA DIENST 20

�In einem Interview äußerte er: "Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges waren die meisten Bürger nicht im Besitz von Waffen, obwohl sich
die Situation im 19. Jahrhundert durch die Ausdehnung des Landes nach Westen hin etwas veränderte. Der Süden hatte von jeher eine tolerantere
Haltung gegenüber dem Waffenbesitz. In den
dreißiger Jahren, als ich aufwuchs, besaßen vergleichsweise wenige Menschen Schußwaffen."
Kohn und Greene stimmen jedoch darin überein,
daß sich im stark verstädterten Amerika Ende des
*

AMERIKA DIENST 20

20. Jahrhunderts und angesichts einer im Vergleich
zu früheren Zeiten stark erhöhten Verbrechensrate
selbst die Einstellung derjenigen wandelt, die sich in
der Vergangenheit für einen einfachen Zugang zu
Waffen aussprachen - eine Entwicklung, mit der sich
Administration und Kongreß befassen.
Zusammenfassend stellte Kohn fest, daß die Amerikaner "sich große Sorgen über die Eskalation von
Waffen in unserer Gesellschaft machen und eine
Veränderung fordern".

* * * *

Seite 3

�LANDMINEN
25. Mai 1994

USA PLANEN MULTILATERALES REGIME
ZUR KONTROLLE VON LANDMINEN
Anhörung McNamaras im Kongreß
WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten haben eine "beschleunigte Überprüfung der Politik" zur
Entwicklung eines Vorschlags für ein multilaterales Regime zur Kontrolle von gegen lebende Ziele gerichteten
Landminen eingeleitet, erklärte Thomas McNamara, Stellvertretender Abteilungsleiter im Außenministerium für
politische und militärische Angelegenheiten.
Millionen bereits gelegter Landminen stellen "eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung" dar, insbesondere
in den Entwicklungsländern, teilte McNamara dem Bewilligungsunterausschuß des Senats für auswärtige
Operationen am 13. Mai 1994 mit.
"Neben diesem tragischen, in Menschenleben zu zahlenden Preis verhindern nicht entschärfte Landminen die
Rückführung von Flüchtlingen sowie die wirtschaftliche Entwicklung und stellen eine andauernde Gefahr für
die politische Stabilität dar."
Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Eingangserklärung McNamaras vor dem
Unterausschuß.

*

Herr Vorsitzender, zunächst einmal möchte ich Ihnen
für die Gelegenheit danken, über die Bestrebungen
der Administration zur Lösung des Problems zu
sprechen, das unter unschuldigen Zivilisten einen
schrecklichen Tribut fordert: Der unverantwortliche
Einsatz von gegen lebende Ziele gerichteten Landminen. Ich weiß, Herr Vorsitzender, daß Sie sich für
diese Sache stark engagieren. Obwohl wir bereits
in den achtziger Jahren diesbezügliche Anstrengungen unternommen haben, waren Ihr Weitblick und
Ihre Führungsqualitäten unerläßlich, um dieser
Angelegenheit die ihr zukommende Aufmerksamkeit
zu widmen. Die Administration ist ebenso engagiert
wie Sie, und wir bemühen uns energisch um eine
Beendigung dieser menschlichen Tragödie.

Unser Ansatz zur Lösung des Problems von Landminen basiert auf zwei grundlegenden Tatsachen.
Erstens der Unmittelbarkeit des Problems. Landminen fordern jede Woche Hunderte von Todesopfern.
Aus diesem Grund wollen wir dringend Lösungen
finden, die in naher Zukunft Wirkung zeitigen.
Zweitens der Komplexität des Problems. Sie führt
dazu, daß ein einziger Ansatz zu seiner Lösung nicht
ausreicht. Folglich haben wir eine umfassende,
vierteilige Strategie entwickelt, um die vielfältigen
Facetten des Problems anzusprechen. Ich möchte
unseren Ansatz vorstellen.

Es gibt mehrere Millionen noch gelegter, gegen
lebende Ziele gerichteter Landminen. Sie werden
noch jahrelang eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen, vor allem in den Entwicklungsländern, in denen die Zivilbevölkerung besonders
verletzlich ist. Neben diesem tragischen, in Menschenleben zu zahlenden Preis verhindern nicht
entschärfte Landminen die Rückführung von Flüchtlingen sowie die wirtschaftliche Entwicklung und
stellen eine andauernde Gefahr für die politische
Stabilität dar. Somit sind Landminen in vielen

Der erste Teil umfaßt unsere Initiativen zur Entschärfung der Minen. Er richtet sich auf die Landminen, die bereits gelegt wurden und jeden Tag unschuldige Zivilisten gefährden. Wir nehmen zur Zeit
an laufenden Hilfsprogrammen zur Entschärfung von
Minen in Kambodscha, Afghanistan, Nicaragua und
Mosambik teil und unterstützen entsprechende
Bestrebungen in Eritrea, Äthiopien, Honduras und
Costa Rica. In Angola, Somalia, Ruanda und Liberia
bestehen ebenfalls bedeutende Probleme, die fortdauernden Unruhen in diesen Ländern haben aber

AMERIKA DIENST 20

Regionen der Welt ein bedeutendes Hindernis bei der
Erreichung unserer außenpolitischen Ziele.

Seite 1

�bisher eine detaillierte Planung und Umsetzung
unserer Hilfsprogramme verhindert. Wir hoffen, bis
Ende 1994 in mindestens sechs weiteren Ländern
unsere Beurteilungen darüber abgeschlossen zu
haben, wo Landminen ein ernstes Problem darstellen. Ich möchte darauf hinweisen, daß diese
Staaten zusammengenommen einen großen Prozentsatz der Länder ausmachen, die Schätzungen
über die Verbreitung von Landminen zufolge diese
Krise herbeiführten. Ich versichere Ihnen, daß wir
uns um die Lösung der schwierigsten Fälle bemühen.
Diese Aktivitäten kommen uns bei unseren Bestrebungen zu Hilfe, die örtliche Bevölkerung über den
optimalen Umgang mit Landminen bis zu ihrer
endgültigen Beseitigung zu unterrichten. Ferner
fördern sie in den betroffenen Ländern die Ausbildung in effektiven, sicheren Techniken zur Entschärfung. In diesem Zusammenhang, Herr Vorsitzender, möchte ich darauf verweisen, daß unsere
diesjährigen Leistungen auf diesem Gebiet direkt auf
Ihre Unterstützung in Form einer Zuweisung von 10
Millionen Dollar im Finanzjahr 1994 an das Verteidigungsministerium zurückzuführen sind.
Das Programm "Ausbildung der Ausbilder" soll von
Landminen geplagten Ländern die Fähigkeit zur
Lösung des Problems aus eigener Kraft vermitteln.
Angesichts moderner Technologie ist das der
kostengünstigste Weg zur Lösung des Problems und
für diese Länder die einzige Möglichkeit, die zur
Entschärfung der Minen erforderliche Zahl von
Menschen einzusetzen.
Herr Senator, ich freue mich, Ihnen heute mitteilen
zu können, daß die Vereinigten Staaten für Ende
dieses Jahres oder Anfang des kommenden die
Veranstaltung einer Konferenz möglicher Geberländer planen - ein Beweis dafür, welch große Bedeutung unsere Regierung dem Problem der Landminen
beimißt. Unseres Erachtens wird eine solche
Konferenz die Aufmerksamkeit der Welt verschärft
auf das Problem lenken und eine Vielzahl von
Staaten - und ihre zusätzlichen Ressourcen - in die
weltweiten Bestrebungen zur Beseitigung von
Landminen einbringen.
Dies ist zwar ein Anfang, reicht aber nicht aus.
Angesichts der derzeitigen Technologie und Ressourcen schätzen wir, daß es mehrere Jahrzehnte
dauern wird, alle derzeit verlegten Minen zu entsorgen. Aus diesem Grund schließen das Außen- und
das Verteidigungsministerium einen Forschungsplan
zur Entwicklung von Technologien ab, die den
betroffenen Nationen beim Aufspüren und der
Beseitigung von Landminen behilflich sind. Um

Seite 2

unsere Minenentschärfungsprogramme fortzusetzen,
haben wir für das Haushaltsjahr 1995 zusätzliche
Hilfsgelder beantragt.
Der zweite Teil unserer Gesamtstrategie besteht in
der Stärkung der Konvention über konventionelle
Waffen (Convention on Conventional Weapons CCW), insbesondere von Protokoll II, das den Einsatz
von Landminen regelt. Der Präsident hat die Konvention gestern dem Senat zur Beratung und Zustimmung zur Ratifizierung übermittelt. Dank dessen
können wir Druck auf maßgebliche Verbesserungen
des Protokolls über Landminen ausüben, damit es bei
internationalen Konflikten Anwendung findet, die
Forderung enthält, daß alle Minen einen beträchtlichen metallischen Anteil haben und bestimmte
Minen sich selbst entschärfen.
Der dritte Teil unserer Strategie ist der Appell an alle
Länder, die Landminen herstellen und/oder exportieren, Moratorien für den Transfer von Landminen zu
verhängen. Im Dezember vergangenen Jahres
verabschiedete die UN-Generalversammlung die von
Ihnen im Namen der Vereinigten Staaten vorgelegte
Resolution einstimmig, die ein Moratorium für den
Export von ein gravierendes Risiko für Zivilisten
darstellenden Landminen fordert. Wie haben ernsthafte Bestrebungen in die Wege geleitet, die betreffenden Länder zur Unterstützung der UN-Resolution
mit konkreten Maßnahmen zu veranlassen. Acht
weitere Länder haben ihrerseits bereits Moratorien
verhängt, und mehrere andere haben uns erklärt, sie
hätten Kontrollsysteme eingeführt, die Moratorien
gleichbedeutend sind. Obwohl wir der Ansicht sind,
daß noch weitere Länder Moratorien verhängen
werden, reicht dies nicht aus. Wir werden die anderen weiterhin auf eine Reaktion drängen.
Unilaterale Exportmoratorien sind eine nützliche
Maßnahme. Sie sind jedoch nur zeitlich befristet.
Wir sehen sie als Bindeglied zum vierten Teil unserer
Strategie:
Der Schaffung eines dauerhafteren
internationalen Kontrollmechanismus. Die Leichtigkeit, mit der Landminen verlegt werden können und
die damit einhergehenden außerordentlich niedrigen
Kosten gebieten zusammen mit der Schwierigkeit und
den enormen Kosten der Aufspürung und Entfernung
der Minen verstärkte Präventivmaßnahmen als hohe
Priorität unseres Gesamtansatzes. Aus diesem
Grund hat die Administration eine beschleunigte
Überprüfung der Politik eingeleitet, um den Vorschlag
für ein multilaterales Kontrollregime für gegen lebende Ziele gerichtete Landminen zu erarbeiten. Wir
überprüfen rigoros und systematisch ein breites
Spektrum von Optionen. Obwohl wir noch keine
Entscheidungen getroffen haben, ist unser Ansatz
von mehreren Grundprinzipien geleitet.

AMERIKA DIENST 20

�Erstens ist die Crux des Problems das Fehlverhalten
der Zivilisten in der Dritten Welt. Landminen sind
zur Waffe der Wahl vieler Entwicklungsländer
geworden, wo sie bei Unruhen häufig gegen Zivilisten eingesetzt werden.
Zweitens müssen wir eine Reihe von Faktoren
abwägen, um ein Regime zu erzielen, das tatsächlich Leben und Gliedmaßen rettet. Zweifelsohne
wollen wir keine Gefahren hinterlassen, die eine
andauernde Bedrohung für Zivilisten darstellen,
wenn die Kampfhandlungen eingestellt wurden.
Gleichzeitig würde es keinen Sinn ergeben, eine
Lösung zum Landminenproblem zu verfolgen, die
das Risiko für unsere Männer und Frauen in Uniform
erhöht. Zur Zeit müssen sie auf Landminen als
Schutz und zur Verwirklichung der nationalen
Sicherheitsziele in unterschiedlichen Kampfsituationen zurückgreifen, wie etwa der entmilitarisierten
Zone zwischen Nord- und Südkorea.
Drittens könnten einige wünschenswerte Aspekte
des Regimes nicht verhandelbar sein. Da ein
Großteil des Problems aus dem unverantwortlichen
Einsatz der Minen durch diejenigen herrührt, die
keine Rücksicht auf die Sicherheit der Nichtkombattanten nehmen, wollen wir den Ländern, deren
Verhalten wir einzudämmen versuchen, keine
Entschuldigung geben, dem Regime nicht beizutreten. Wir wollen auch einen Verhandlungsprozeß
verhindern, der Jahre benötigt, um Ergebnisse
hervorzubringen. Je länger die Erlangung eines
Abkommens dauert, das etwas bewirkt, desto mehr
unschuldige Zivilisten werden leiden.
Wir wollen, daß unsere Vorschläge von praktischen
Gesichtspunkten geleitet sind. Dies ist der klassische Fall, bei dem das Beste der Feind des Guten
sein könnte. Wir sollten nicht von Anfang an die
Schaffung eines Regimes erwarten, das nicht mit der

*

AMERIKA DIENST 20

*

Zeit zu Verbesserungen und Verfeinerungen fähig ist.
Von höchster Bedeutung ist jetzt, das Regime zu
formulieren und umzusetzen. In diesem Zusammenhang sind unsere Erfahrungen mit dem Raketentechnologie-Kontrollregime (Missile Technology
Control Regime - MTCR) nützlich. Die heute durchgeführten Kontrollen sind sehr viel schärfer als bei
der Einführung des MTCR.
Mit anderen Worten, ein internationales Kontrollregime kann unseres Erachtens bei der Milderung
des durch Landminen verursachten menschlichen
Leidens äußerst nützlich sein. Die Administration hat
sich der Erlangung des erforderlichen internationalen
Konsenses in möglichst kurzer Zeit verschrieben. Wir
legen bereits den Grundstock bei unseren Gesprächen mit den wichtigsten Ländern.
Abschließend möchte ich feststellen, daß seit Beginn
dieser Anhörung aufgrund von Landminen zwei
weitere Opfer zu beklagen waren. Dies unterstreicht
nicht nur den Ernst des Problems, sondern auch
seine Dringlichkeit. Ich möchte das Engagement der
Administration zur Bewältigung dieses Problems in
einem Zeitrahmen unterstreichen, der für die Millionen von Bedeutung ist, die jeden Tag mit diesem
Problem leben und sterben.
Herr Vorsitzender, in diesem Zusammenhang möchte
ich die von Ihnen in den vergangenen fünf Jahren
übernommene Führungsrolle bei der Schaffung und
Finanzierung des Fonds für Kriegsopfer würdigen.
Dieser zur Unterstützung von zivilen Opfern von
Konflikten - vornehmlich Opfern von Landminen verwendete Fonds hat in Afrika, Asien und Lateinamerika viel Gutes getan. In gewisser Weise könnte
er als fünfter Teil einer umfassenden amerikanischen
Strategie zur Reaktion auf diese menschliche Tragödie bezeichnet werden, die durch den willkürlichen
Einsatz von gegen lebende Ziele gerichteten Landminen verursacht wurde.

*

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�USI A
25. Mai 1994

FULTON WIRD DIREKTOR DES NEUEN
INFORMATIONSBÜROS IM US-INFORMATIONSAMT
Ankündigung des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Das Pressebüro des Weißen Hauses gab ab 19. Mai 1994 die Ernennung von Barry
Fulton zum Direktor des neuen Informationsbüros im US-Informationsamt (United States Information Agency USIA) durch Präsident Clinton bekannt.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der Ankündigung.

Der Präsident gab heute seine Absicht bekannt,
Barry Fulton zum Direktor des neuen Informationsbüros im US-Informationsamt zu ernennen.

Fulton ist seit 1968 im Auswärtigen Dienst des USInformationsamts tätig und hat den Rang GesandterBotschaftsrat. Seit Dezember 1991 war er Stellvertretender Direktor des Büros für Bildung und Kultur

"Ich freue mich, Barry Fulton zum ersten Direktor
dieses neuen Büros ernennen zu können", äußerte
der Präsident. "Er wirkte entscheidend an der
Entwicklung des neuen Informationsbüros mit und
verfügt über ausgezeichnete Qualifikationen, um in
einer sich wandelnden Welt neue Wege für die
Informationsprogramme von USIA zu weisen."

und seit August 1992 sein amtierender Direktor. Zu

Fulton wird für die Leitung und Verwaltung des
neuen Informationsbüros verantwortlich sein, das
verschiedene, bereits bestehende Elemente des
Büros für Politik und Programme sowie des Büros
für Bildung und Kultur miteinander verbindet. Das
Informationsbüro verbreitet Informationen über die
Vereinigten Staaten - ihre Bürger, Institutionen,
Werte und Regierung.

seinen Posten in Übersee zählen Islamabad und
Karatschi, Tokio, Rom und Brüssel. Seine letzte
Position im Ausland war die eines Beraters für
Öffentlichkeitsarbeit in der NATO-Mission der Vereinigten Staaten. Davor war er als Chef für Ressourcen und Operationsanalysen sowie als Personalchef der Angehörigen des Auswärtigen Dienstes
für USIA in Washington tätig.
Fulton unterrichtete zeitweise an der American
University, der Pennsylvania State University, der
University of Illinois, der University of Maryland und
dem San Antonio College. Vor Aufnahme seiner
Tätigkeit für USIA war er Direktor der Rundfunk- und
Fernsehanstalt für die in der Türkei stationierten
amerikanischen Streitkräfte. Fulton erwarb an der
Pennsylvania State University den Grad eines Bachelor of Science sowie eines Master of Arts und promovierte an der University of Illinois.

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AMERIKA DIENST 20

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Seite 1

�JACQUELINE

KENNEDY

ONASSIS
25. Mai 1994

ZUM TODE DER PRÄSIDENTENWITWE
Ein Porträt
WASHINGTON - (AD) - Wir wußten, daß selbst
Jacqueline Kennedy Onassis eines Tages alt werden
und wie wir alle aus diesem Leben scheiden würde.
Aber in unserem Herzen weigerten wir uns, es zu
glauben.
Für eine ganze Generation, die John Kennedys
Camelot - Jackie, wie sie Millionen bekannt war nicht vergessen können und wollen, wird sie für
immer jung und ein ewiges Symbol einer besonderen Zeit im Leben dieser Nation sein, als alles
möglich schien und die Hoffnung grenzenlos war.
Für diejenigen unter uns, die die Kennedy-Jahre
miterlebten, brachte die Nachricht von ihrem Tod am
19. Mai 1994 alle Erinnerungen zurück - Jackie mit
ihrer Familie und Freunden beim Segeln vor Cape
Cod und beim Tennis in Hyannis Port, ihre blendenden Auftritte im Weißen Haus bei Staatsempfängen,
ihre stille Würde am Arlington National Cemetery mit
John Jr. und Caroline an ihrer Seite, als die Nation
ihrem jüngsten Präsidenten Lebewohl sagte.
Das Fernsehen wurde während der Kennedy-Präsidentschaft populär. Zum ersten Mal in der Geschichte sah die Nation das Präsidentenpaar aus der
Nähe - sowohl bei offiziellen als auch inoffiziellen
Anlässen - für alle Zeiten festgehalten, zumeist auf
körnigem Schwarzweißfilm. Dies macht die Erinnerung unweigerlich noch lebhafter - die Ereignisse
scheinen soviel realistischer.
Aber das Gefühl des Verlusts bei der Nachricht vom
Tode dieser bemerkenswerten Frau ging noch tiefer.
Die Anziehungskraft von Jacqueline Kennedy
Onassis und John Kennedy war sehr viel stärker als
die Schaffung eines Images durch die Macht des
Fernsehens, ging weit über Zauber und Stil hinaus,
war im wesentlichen losgelöst von unserer Trauer
bei der Tragödie einer Amtszeit, die durch einen
Mord frühzeitig beendet wurde.
Jacqueline Kennedy Onassis und John Kennedy
schienen etwas im tiefstem Inneren von uns allen
anzurühren - Amerikanern und Nichtamerikanern
gleichermaßen. Sie stellten einen Bruch mit dem

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Bedauern der Vergangenheit dar, sie schienen die
Unruhe und Rastlosigkeit einer Nachkriegsgeneration
zu verkörpern, die nach der tieferen Bedeutung des
Lebens und höherer Leistung in der Staatskunst
strebte. Sie steckten ihre Ziele so hoch. Die Enttäuschungen, die sie im privaten wie im öffentlichen
Bereich erlitten, schienen die von uns allen gefühlte
Frustration widerzuspiegeln, wenn wir unsere Fähigkeiten erweitern und unsere Besorgnis vertiefen.
Niemand war sich ihrer Anziehungskraft besser
bewußt als John Kennedy. Überall auf der Welt
wollten die Menschen etwas über Jackie und John
wissen. Bei einem Staatsbesuch in Frankreich sagte
der Präsident geistreich: "Ich bin der Mann, der
Jacqueline Kennedy nach Paris begleitet hat." Aber
auch Jackie besaß Humor, wenn auch etwas tiefgründiger. Auf die Frage, welche Art von Musik ihr
Mann gerne hörte, erwiderte sie: "Spielen Sie nur
immer wieder 'Hail to the Chief."
Sie war eine leidenschaftliche Anhängerin der Kunst
und des Denkmalschutzes. Das Weiße Haus veränderte sein Gesicht nach ihrem Einzug, und Washington wurde eine andere Stadt. Bald waren
Dichter wie Carl Sandburg und Komponisten wie Igor
Strawinsky ebenso willkommen wie die herausragendsten ausländischen Staatsoberhäupter und die
wichtigsten Kongreßabgeordneten. Die Amerikaner
gewannen nicht nur durch ihre Regierung, sondern
auch durch das Engagement ihrer Nation für Kultur
an Stolz.
Obwohl unsere Erinnerung an sie immer mit den drei
unglaublichen Jahren verbunden sein wird, in denen
sie die First Lady war, blieb Jacqueline Kennedy
Onassis auch in den Jahren nach Dallas in unserem
Gedächtnis haften. Die Öffentlichkeit war in gewisser
Weise enttäuscht, als sie 1968 den griechischen
Schiffsmagnaten Aristoteles Onassis heiratete, zeigte
jedoch auch Verständnis, daß diese Frau viel durchlitten hatte und ihren eigenen persönlichen Frieden
suchte.
Als sie Mitte der siebziger Jahre in die Vereinigten
Staaten zurückkehrte, wurde sie Lektorin bei einem

Seite 1

�Verlag und zog sich in New York in das Leben einer
Berufstätigen und Mutter zurück. Ihre Aufopferung
für ihre Kinder - und deren Privatsphäre - war legendär. Sie sagte einmal: "Wenn man die Erziehung
seiner Kinder verpfuscht, zählt alles andere, was
man tut, nicht mehr viel." Ein Freund stellte fest:
"Ihre Kinder waren immer der Mittelpunkt ihrer Welt."
In den Jahren nach Washington äußerte sie sich
selten in der Öffentlichkeit. Sie behielt ihre Gefühle
für die Menschen und Ereignisse in ihrem Leben für
sich und vertraute sich vielleicht ein paar engen
Freunden an. Wir wissen wenig von ihrem persönlichen Leid oder der Grundlage ihrer inneren Stärke.
Im Januar wurde bei Jacqueline Kennedy Onassis
Krebs diagnostiziert. In den vergangen Wochen
wurde die Prognose düster. Einen letzten Blick von
ihr erheischten wir am vergangenen Wochenende,

*

Seite 2

als sie zum letzten Mal durch ihren geliebten Central
Park spazierte. Als sie in der vergangenen Nacht
verstarb, waren ihre beiden Kinder bei ihr. Draußen
fiel ein leichter Regen als sich die Menschen versammelten, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.
Ihr Schwager, Senator Edward Kennedy, sagte:
"Jackie war 40 wundervolle und unvergeßliche Jahre
lang ein Teil unserer Familie und unseres Lebens,
und sie wird uns nie verlassen."
Ohne Zweifel kann man hinzufügen, daß sie auch
stets in der Erinnerung unserer Nation lebendig sein
wird. Amerika trauert nicht nur um eine starke und
mutige Frau, sondern auch um ein lebenswichtiges
Bindeglied zur Vergangenheit, das niemals verloren
sein wird. Henry Allen von der Washington Post
schrieb: "Sie war still. Sie war schön. Sie war
unser, und sie war wir."

* * *

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�FUSSBALL
25. Mai 1994

DIE AUSTRAGUNGSORTE DES WORLD CUP 1994
Neun amerikanische Städte im Porträt (II)
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend setzen wir die Porträts der Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft 1994 mit den Städten New York/New Jersey, Orlando, San Francisco und Washington fort.

NEW

YORK/NEW

JERSEY

New York City, auch "Big Apple" genannt, ist als
Veranstaltungsort für Spiele der Fußballweltmeisterschaft geradezu prädestiniert. Schließlich war es
hier, wo die berühmteste Mannschaft der Vereinigten
Staaten, Cosmos, hochklassigen Profifußball in den
Vereinigten Staaten salonfähig machte und bei der
amerikanischen Jugend das Interesse für diesen
Sport weckte.
Die Weltmeisterschaftsspiele werden im 76.000
Sitzplätze bietenden Giants Stadium in East Rutherford (New Jersey), rund 15 Kilometer westlich
von Mannhattan stattfinden. Das Stadion ist die
Heimat von zwei American Football-Profiteams, den
Giants und den Jets, und gehört zu einem riesigen
Sportkomplex, in dem auch die New Jersey Devils
(Eishockey) und die New Jersey Nets (Basketball)
ihre Heimspiele absolvieren.
Das Gebiet von New York City wurde Anfang des
17. Jahrhunderts zunächst von Holländern besiedelt.
Der Legende nach erwarben holländische Kaufleute
Mannhattan im Jahr 1624 von dem örtlichen Indianerstamm für Tand im Wert von 24 Dollar. Ob
zutreffend oder nicht, seither wird auf der Insel mit
Geld, Land oder wertlosem Plunder gehandelt.
Als England das Gebiet 1664 in Besitz nahm, war
New York bereits ein pulsierender Handelshafen.
Heute ist es das Finanzzentrum und die größte Stadt
der Vereinigten Staaten. Die Bevölkerungszahl von
New York/New Jersey mit ihren Vororten erreicht 18
Millionen.
Aufgrund von Größe, Einfluß und Geschichte besitzt
New York in der Psyche Amerikas einen einzigartigen Stellenwert. Keine andere Stadt kann es an
Vielfalt, Kulturleben, Wohlstand oder Schamlosigkeit
mit ihr aufnehmen. Nirgends sonst stößt man auf
soviele Widersprüche, eine solch einmalig gemischte

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Gesellschaft, soviel Humor, Hybris und Egozentrik.
Es wird als ehernes Gesetz hingenommen, was
Frank Sinatra in seinem berühmten Lied über New
York zum Ausdruck brachte, als er sang: "If I can
make it there, I can make it anywhere. It's up to you.
New York, New York."
New York ist zu Recht stolz auf seine großen Kulturinstitutionen: Der Broadway - das bedeutendste
Theaterviertel des Landes -, das Metropolitan Museum of Art, das Museum of Modern Art, das Natural
History Museum, die Carnegie Hall, das Lincoln
Center for the Performing Arts und viele andere
exzellente Museen, Theater und Galerien.
New York ist darüber hinaus eine Stadt der Parks
und charakteristischen Stadtviertel. Der 340 Hektar
große Central Park trennt die Upper East von der
Upper West Side Manhattans.
Er beherbergt
Sportplätze, angelegte Gärten, einen See, Spielplätze, einen Zoo, Waldwege, ein Karussel und eine
Schiittschubahn. Die Freiheitsstatue, ein Geschenk
des französischen Volkes zur Erinnerung an die
Erringung der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten, ist ebenso wie Ellis Island, das für viele Einwanderer zum Tor nach Amerika wurde, nach einer
kurzen Fahrt mit der Fähre zu erreichen.
Wer Manhattan erforschen möchte, sollte vielleicht
Greenwich Village ins Auge fassen, ein Viertel mit
interessanten Geschäften und Cafös, in dem die
Beat-Generation ihre Blütezeit erlebte und wo Jazz-,
Dichter- und Schachclubs auch heute noch ihr
Publikum finden. Soho ist eine schicke und arrivierte
Künstlergemeinde, die Radio City Music Hall ist
berühmt wegen ihrer Live-Shows mit den langbeinigen Rockettes. Einen Besuch wert sind auch Chinatown und das benachbarte Little Italy, Viertel, die für
ihr besonderes Ambiente und die zahlreichen Restaurants bekannt sind. Am nördlichen Ende des Central
Park liegt Hartem, das berühmteste afroamerikani-

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�sehe Stadtviertel der Vereinigten Staaten und Zentrum schwarzen Wirtschafts- und Kulturlebens.
Die Metropole New York erstreckt sich bis weit nach
New Jersey hinein, das wiederum seinen eigenen
Charakter besitzt. Sein Rückgrat bilden eine Reihe
von ethnisch gemischten Industriestädten. Es ist
vielleicht kein Zufall, daß eine dieser Städte, Kearny,
die Heimat von drei der besten Spieler im amerikanischen Fußballteam ist: Torwart Tony Meola und der
Mittelfeldspieler John Harkes und Tab Ramos.
New Jersey ist auch für seine Seebäder bekannt.
Praktisch die gesamte Küste besteht aus Sandstränden, von denen jeder ein etwas anderes Publikum anzieht. Etwa zwei Drittel des Weges an der
Küste entlang liegt Atlantic City, die glitzernde Metropole des Glücksspiels, die lediglich von Las Vegas
übertroffen wird.
Weitere Informationen können angefordert werden
bei: New York Convention and Visitor's Bureau, 2
Columbus Circle, New York, New York, 10019;
Telefon: 212-484-1244.
ORLANDO
Es ist historisch überliefert, daß der spanische
Forschungsreisende Ponce de Leon, der 1513 als
erster Europäer Florida erkundete, einen sagenhaften "Jungbrunnen" zu finden hoffte. Heute
strömen Jahr für Jahr Millionen Besucher auf der
Suche nach anderen Phantasiegebilden in den
Staat, und keine andere Stadt wird dabei mehr
frequentiert als Orlando, der Standort des berühmtesten Vergnügungsparks der Welt - Walt Disney
World.
Orlando liegt etwa 170 Kilometer östlich des Golfs
von Mexiko, 90 Kilometer westlich vom Kennedy
Space Center und Cape Canaveral, wo die NASA
ihre Raumfähren startet, und 380 Kilometer nördlich
von Miami, Floridas größter Stadt.
Obwohl die Vereinigten Staaten bereits 1821 die
Kontrolle über Florida erlangten, dauerte es noch 20
weitere Jahre, bis Siedler zu dem ursprünglich
Jernigan genannten Ort vordrangen. Im Jahr 1857
wurde die Stadt zu Ehren des Soldaten Orlando
Reeves umbenannt, der in den Kriegen gegen den
Indianerstamm der Seminolen gefallen war. Bis
1880 war die Eisenbahnlinie der South Florida
Railroad über Orlando nach Tampa an Floridas
Westküste vorgedrungen.
Als die Bundesregierung in den fünfziger Jahren
ihren Raumfahrtkomplex in Cape Canaveral grün-

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dete, war Orlando immer noch eine schläfrige, von
Orangen- und Grapefruitplantagen umgebene Stadt.
Das veränderte sich schlagartig, als die Walt Disney
Company 1971 einen Themenpark dort eröffnete.
Orlando ist heute eine der am schnellsten wachsenden Städte in den Vereinigten Staaten. Mit
Vororten zählt Orlando über eine Million Einwohner,
und allein im Jahr 1992 kamen über 15 Millionen
Besucher dorthin. Obwohl der Tourismus der
Haupterwerbszweig der Region ist, haben auch
Unternehmen wie der Rüstungskonzern Martin
Marietta, der amerikanische Automobilclub American
Automobile Association, AT&amp;T, Westinghouse und
Alfa Romeo dort ihren Sitz. Darüber hinaus ist
Orlando nach wie vor das Zentrum für Anbau und
Verarbeitung von Zitrusfrüchten in Mittelflorida.
Neben dem 11.300 Hektar großen Vergnügungspark
von Walt Disney World befinden sich im Raum von
Orlando noch der Themenpark der Universal Studios,
die Sea World of Florida, mehrere Wassersportparks,
der Einkaufs- und Unterhaltungskomplex Church
Street Station sowie Gatorland, die größte Alligatorenfarm Floridas. Orlando bietet darüber hinaus ein
Symphonieorchester, Oper- und Ballettruppen,
Kunstgalerien und Museen. In den zahlreichen
botanischen Gärten blühen das ganze Jahr über
Blumen und tropische Pflanzen.
Weniger als einen Kilometer vom Stadtzentrum
entfernt befindet sich das 70.000 Sitzplätze bietende
Citrus-Bowl-Stadion, in dem Spiele der Fußballweltmeisterschaft ausgetragen werden. Obwohl
Orlando im internationalen Fußball noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt ist, hat die Stadt in der
Vergangenheit bereits amerikanische Collegefußballspiele ausgerichtet, und ein nationales Trainingszentrum für amerikanische Nationalmannschaften befindet sich im nahegelegenen Seminole
County.
Orlando ist die Heimat des Profibasketballteams
"Magic". An weiteren Sportarten sind unter anderem
Angeln, Bootssport, Tennis und sogar Eishockey
vertreten.
Sollte ein Besucher auf die Idee kommen, es gebe in
Orlando immer noch zuwenig Abwechslung, so findet
er eine Autostunde entfernt Silver Springs, das
berühmt ist für seine Fahrten mit dem Glasbodenboot
und "Dschungel"-kreuzfahrten, Weeki Wachee, wo
"echte" Meerjungfrauen Unterwassershows vorführen
oder das Kennedy Space Center mit seinem Raumfahrtmuseum.
Weitere Informationen über Orlando sind erhältlich
bei: Orlando/Orange County Convention &amp; Visitors

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�Bureau, Inc., 7208 Sand Lake Road, Suite 300,
Orlando, Florida 32819; Telefon: 407-363-5800;
Telefax: 407-363-5899; Telex: 4977247.

SAN

San Francisco ist überraschend kompakt. Viele
seiner Hauptattraktionen befinden sich nur einen
Spaziergang voneinander entfernt. Das preisgünstige
und bequeme öffentliche Nahverkehrsnetz umfaßt
Cable Cars, Busse und Straßenbahnen.

FRANCISCO

"I left my heart in San Francisco", schmachtet der
Sänger Tony Bennett in einer bekannten Ode an
diese Stadt an der Bucht. Jeder, der San Francisco
schon einmal besucht hat, kann nachfühlen, warum.
Auf einer vom Pazifik und der San Francisco Bay
umspülten Halbinsel gelegen, nimmt die Stadt einen
der lanschafllich malerischsten Plätze des ganzen
Landes ein.
Die berühmteste Attraktion der Stadt ist die Golden
Gate Bridge, von wo man beobachten kann, wie der
Nebel vom Pazifik in die San Francisco Bay hineinströmt. Fast ebenso berühmt sind die Cable Cars,
die die steilen Hügel von San Francisco herauf- und
hinunterfahren. Aufgrund der kühlen Sommer und
milden Winter blühen das ganze Jahr über Blumen.
Gärten - von traditionellen englischen bis zu strengen japanischen - sind überall anzutreffen.
Seit Jahren besitzt San Francisco mit den "FortyNiners" - so benannt nach dem Jahr 1849, als durch
den Goldrausch angezogene Siedler nach San
Francisco kamen - eine der besten Profi-Footballmannschaften der USA. Darüber hinaus ist die
Stadt Heimat des Baseballteams der Giants und der
Basketballmannschaft Golden State Warriors. Im
nahegelegenen Oakland ist ein weiteres Baseballteam, die Athletics, vertreten; im südlich nahe dem
Silicon Valley (dem Zentrum der amerikanischen
Computerindustrie) gelegenen San Jose spielt die
Profi-Eishockeymannschaft der Sharks.

Der zum Gedenken an Mitglieder der freiwilligen
Feuerwehr des 19. Jahrhunderts errichtete 64 Meter
hohe Coit Memorial Tower auf dem Telegraph Hill
bietet den besten Überblick über die verschiedenen
Stadtviertel. Zu den meistbesuchten Orten gehört
Fisherman's Wharf, wo Fischerboote vor den zahlreichen Restaurants festmachen, die ihre Spezialitäten
aus der Überfülle des Pazifiks beziehen. Von dort
kann man sich zur Insel Alcatraz übersetzen lassen
und das berühmte - und ausbruchssichere - ehemalige Bundesgefängnis besuchen, wo einst Gangster
wie AI Capone und "Machine Gun" Kelly einsaßen.
In der Nähe der Whart befinden sich die Cannery und
der Ghirardelli Square, beides pittoreske Komplexe
mit Galerien, Geschäften und Restaurants, die in
einer alten Obstpackerei bzw. einer ehemaligen
Schokoladenfabrik untergebracht sind.
Die berühmteste Grünanlage San Franciscos ist der
Golden Gate Park, ein bewaldetes Gelände mit Seen,
Gärten und malerischen Fahrwegen, der sich vom
Pazifik sechs Kilometer landeinwärts erstreckt. Der
Park, in dem seit den sechziger Jahren viele Rockkonzerte stattfanden, bietet ferner ein Kunstmuseum,
Aquarium, Planetarium, Promenadenkonzerte und
einen japanischen Teegarten. Der Presidio, ein
ehemaliges Militärgelände und heute ein hoch über
dem Ozean nahe der Golden Gate Bridge gelegener
Park, eröffnet auf malerischen Nebenstraßen Aussichten auf den Ozean und die Bucht.

Der Fußball besitzt in der Region, wie in ganz
Kalifornien, eine starke Anhängerschaft. Die Weltmeisterschaftsspiele werden an der Stanford University im 40 Kilometer südlich gelegenen Palo Alto
stattfinden.

San Francisco ist seit langem das Finanz-, Wirtschafts- und Kulturzentrum Nordkaliforniens. Die
darstellenden Künste werden angeführt vom Symphonieorchester der Stadt und einer Oper von
Weltformat.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche
Theater und eine sehr aktive Musikszene.

San Francisco wurde 1776 von den Spaniern
gegründet. Bekannt wurde die Stadt jedoch, als
1848 in der Nähe Gold gefunden wurde. Schiffe
voller Abenteurer aus jedem Winkel der Welt gaben
der Ansiedlung bereits in ihrer Frühzeit ein kosmopolitisches Flair, das sie nie mehr verlor. Chinesen,
Italiener, Russen, Japaner, Mexikaner - sie alle
tragen ihren Teil zu dem Völkergemisch dieser Stadt
bei. Das bekannteste Stadtviertel ist heute Chinatown, die größte Konzentration von chinesischen
Geschäften, Restaurants, Märkten, Wohnhäusern
und Tempeln außerhalb Asiens.

Bei Ausflügen in den Norden der Stadt sollte man
Sausalito oder Tiberon besuchen, die sich durch ihre
Geschäfte und Restaurants sowie die Aussicht auf
die Bucht auszeichnen. Ebenso zu empfehlen sind
eine Wanderung durch die 220 Hektar großen Muir
Woods mit ihren beeindruckenden riesigen Mammutbäumen oder ein Besuch bei einigen der über 200
Weingüter zwischen den sanften Hügeln der Täler
von Napa und Sonoma, wo einige der besten Weine
des Landes gekeltert werden. Eine der malerischsten
Fahrten in Amerika führt von San Francisco am
Pazifik entlang nach Süden, nach Monterey Bay,

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�Pebble Beach, Carmel und Big Sur - hoch auf den
Cliffs über dem Pazifik gelegen.
Die Region von San Francisco ist darüber hinaus
stolz auf ihre akademische Tradition mit nahegelegenen Universitäten wie Stanford und der University
of California at Berkeley, die zu den führenden der
USA gehören.
Weitere Informationen über San Francisco können
vom San Francisco Convention &amp; Visitors Bureau,
Visitor Information Center, P.O. Box 429097, San
Francisco, CA 94142-9097, Telefon: 415-391-2000,
angefordert werden.
WASHINGTON
Spiele der Fußballweltmeisterschaft '94 werden auch
in der Bundeshauptstadt Washington, D.C., ausgetragen, dem politischen Zentrum der Vereinigten
Staaten - und Schwerpunkt des Fußballsports in den
USA.
Jahr für Jahr kommen Millionen Besucher aus der
ganzen Welt, um Washington zu sehen, insbesondere die Gebäude an beiden Enden der Pennsylvania Avenue: das US-Kapitol, in dem der Kongreß
zusammentritt, und das Weiße Haus, Residenz und
Arbeitsort des Präsidenten. Als einzige Stadt der
USA, die nicht einem der 50 Bundesstaaten angehört, wurde Washington 1790 aus Teilen der Staaten
Maryland und Virginia gebildet, um als Bundeshauptstadt der neuen Republik der Vereinigten Staaten zu
dienen. Washington ist jedoch mehr als der Sitz der
Regierung. Die Stadt und ihr Einzugsgebiet sind
eine der am schnellsten wachsenden Regionen des
Landes. Die Stadt an sich hat rund 600.000 Einwohner, während die Bevölkerung der Hauptstadtregion insgesamt etwa 3,9 Millionen beträgt.
Washington ist eine Stadt berühmter Museen, von
denen viele entlang der National Mall liegen, einem
Parkstreifen, der sich vom Kapitol über das Washington Monument bis über das Lincoln Memorial
hinaus erstreckt. An der Mall liegen das Nationale
Museum für Luft- und Raumfahrt (National Air and
Space Museum), das Naturkundemuseum (Museum
of Natural History), das Museum für amerikanische
Geschichte (Museum of American History), die
Arthur M. Sackler Gallery (asiatische Kunst), das
Museum für afrikanische Kunst (Museum of African
Art), das Nationalarchiv (in dem die Unabhängigkeitserklärung und die amerikanische Verfassung
aufbewahrt werden) sowie die Nationale Kunstgalerie (National Gallery of Art).

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Eines der größten Feste, die auf der Mall veranstaltet
werden, ist das jährlich stattfindende Festival of
American Folklife, das diesmal am 24. Juni 1994
eröffnet wird. Als Teil des Festivals ist während der
Fußballweltmeisterschaft eine World Cup Night
geplant, mit amerikanischer Musik, Kunsthandwerk,
Spezialitäten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und anderen kulturellen Veranstaltungen.
Washington hat ebenfalls zahlreiche charakteristische
Stadtviertel. Im Norden liegen das Geschäftsviertel
und Adams-Morgan, ein Bezirk mit einem bunten
Völkergemisch, zahlreichen Restaurants und Nachtclubs, die vor allem Studenten und Akademiker
anziehen. Das Viertel geht nach und nach in eine
Reihe von Bezirken mit vornehmlich afroamerikanischer Bevölkerung über, in die sich um das Gelände
der Howard University gruppieren, eine der renommiertesten Universitäten für Schwarze in den Vereinigten Staaten.
Weiter im Westen teilen sich die Kanzleien diplomatischer Vertretungen die Massachusetts Avenue
mit den Büros wichtiger Wirtschaftsverbände und
berufsständischer Organisationen. In einem etwas
abgelegenen Winkel der Stadt befindet sich
Georgetown, das im 18. Jahrhundert ursprünglich ein
Hafen am Potomac-Fluß war. Heute ist dieses Viertel
ein Zentrum des Nachtlebens und der Gastronomie,
und in seinen Nebenstraßen sind viele historische
Gebäude erhalten geblieben.
Washingtons erste Kontakte mit dem Fußball ergaben
sich durch Botschaftsmannschaften, die zu Beginn
des Jahrhunderts das Spiel dort einführten. Heute ist
Fußball in der ganzen Region ein Sport für Angehörige aller Schichten; zur amerikanischen Nationalmannschaft gehören eine Reihe von Spielern aus Vororten
Washingtons oder von nahegelegenen Universitäten.
Die Weltcupspiele werden im 56.500 Sitzplätze
fassenden Robert F. Kennedy-Stadion ausgetragen,
das etwa 20 Häuserblocks vom US-Kapitol entfernt
liegt. Im RFK wurde bereits früher Fußball gespielt:
zu Zeiten der North American Soccer League war
das Stadion die Heimat der Washington Diplomats,
für die kurzzeitig auch der holländische Fußballstar
Johan Cruyff spielte. In den letzten Jahren wurden
auch mehrere Spiele der Nationalmannschaft und im
Rahmen des US-Cups dort ausgetragen.
Am bekanntesten ist das RFK jedoch wegen der
Washington Redskins, der Footballmannschaft, die in
der ganzen Region viele leidenschaftliche Anhänger
hat. Darüber hinaus hat die Stadt Profimannschaften
im Basketball und Eishockey aufzuweisen. Für
Baseballfans liegt das wunderschöne neue Camden-

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�Yards-Stadion der Baltimore Orioles weniger als eine
Autostunde entfernt.
In Zusammenhang mit den Wettmeisterschaftsspielen wird die Stadt Washington 1994 eine Reihe von
Veranstaltungen durchführen, darunter eine von der
Corcoran Gallery ausgerichtete Kunstausstellung
sowie Ausstellungen mit Gemälden und Photographien von Künstlern aus allen 24 Teilnehmerstaaten.
Das 1994 Gospel Project plant einen Wettmeisterschaftsabend als Teil des zweimonatigen Festivals
der Gospelmusik, und bei einer Weltcup-Modenschau wird je ein Modeschöpfer aus allen 24 Teilnehmerstaaten vorgestellt. Schließlich wird die
französische Botschaft am Abend des 14. Juli, dem
französischen Nationalfeiertag, eine Feier veranstalten, um die Weltmeisterschaft 1994 ausklingen zu
lassen und die Wettmeisterschaft 1998 anzukündigen, die in Frankreich stattfinden wird.
In Washington befinden sich darüber hinaus das
John F. Kennedy Center for the Performing Arts, in

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dem die National Symphony und Solisten aus der
ganzen Welt auftreten, sechs Universitäten und
Colleges, 43 öffentliche Bibliotheken und die Library
of Congress sowie zahllose Restaurants und Cates,
in denen amerikanische Gerichte und Spezialitäten
aus aller Herren Länder geboten werden.
Für eine Großstadt ist Washington mit großen
Grünflächen gesegnet, von denen die bedeutendsten
am Potomac-Fluß und am Rock Creek liegen.
Tretboote schwimmen auf dem Tidal Basin am
Jefferson Memorial, während am anderen Ufer des
Potomacs in Virginia der Nationalfriedhof von Arlington liegt, auf dem Präsident John F. Kennedy
beigesetzt ist.
Weitere Informationen sind erhältlich bei: Washington, D.C. Convention and Visitors Association, 1212
New York Avenue, N.W., Washington, D.C. 20005,
oder beim International Visitors Information Service,
733 15th Street, N.W., Suite 300, Washington, D.C.
20005; Telefon: 202-789-7000.

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