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                  <text>amcrika
dienet

Herausgeben U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

19

18. Mai 1994

FRIEDENSOPERATIONEN

POLITIK DER CLINTON-ADMINISTRATION ZUR
REFORM VON FRIEDENSOPERATIONEN
Bericht der US-Regierung

RASSENDISKRIMINIERUNG

SENAT SOLL KONVENTION ÜBER RASSENDISKRIMINIERUNG UNTERSTÜTZEN
Ansprache von John Shattuck

VERBRECHENSBEKÄMPFUNG

NACHRICHTENDIENSTE
UND
VERFOLGUNG
Rede von CIA-Direktor Woolsey

TERRORISMUS

TERRORISMUS WEITERHIN
GLOBALES
PROBLEM
Jahresbericht des Außenministeriums

PORTRÄT

DESIGNIERTER OBERSTER RICHTER IST
PRAGMATISCHER
ARCHITEKT
DES
KONSENSES
Porträt von Stephen Breyer

UMWELT

UMWELTVERTRÄGLICHE ENTWICKLUNG
EINE ILLUSION
von Thomas J. DiLorenzo

FUSSBALL

DIE AUSTRAGUNGSORTE DES
WORLD CUP 1994
Neun amerikanische Städte im Porträt (I)

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

STRAF-

Tel.:0228-339 23 72
Fax:0228-33 4102

�FRIEDENSOPERATIONEN
18. Mal 1994

POLITIK DER CLINTON-ADMINISTRATION ZUR
REFORM VON FRIEDENSOPERATIONEN
Bericht der US-Regierung
WASHINGTON - (AD) - Am 5. Mai 1994 gab die US-Regierung den Bericht Die Politik der ClintonAdministration zur Reform von multilateralen Friedensoperationen (The Clinton-Administration's Policy
on Reforming Multilateral Peace Operations) heraus. Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge über die neuen
Richtlinien zur Unterstützung von Friedensoperationen der Vereinten Nationen und anderer Organisationen
durch die Vereinigten Staaten und deren Beteiligung daran.
Notwendigkeit der Reformen
Obwohl UN-Friedensoperationen den Interessen der
Vereinigten Staaten dienen, bedürfen sie weiterhin
der Verbesserung und Reform. Zur Zeit wird jede
Operation getrennt eingeleitet und verwaltet, wodurch knappe Ressourcen verloren gehen. Weitere
organisatorische Veränderungen im UN-Hauptquartier würden entsprechend Effizienz und Effektivität
verbessern. Ein völlig unabhängiges Büro eines
Generalinspekteurs sollte unverzüglich eingerichtet
werden. Der Beitragssatz der Vereinigten Staaten
sollte auf 25 Prozent gesenkt werden.
Da die Unterstützung von UN-Friedensoperationen
gelegentlich in unserem Interesse liegt, ist es für uns
auch von Interesse, die Fähigkeiten der Vereinten
Nationen zur Friedenssicherung zu stärken, die
Operationen billiger zu machen und die Verwaltung
der Friedenssicherung offenzulegen.
Rolle der amerikanischen Außenpolitik
Die UN- und anderen multilateralen Friedensoperationen sind manchmal der beste Weg zur Verhinderung, Eindämmung oder Lösung von Konflikten, die
ansonsten kostenintensiver und todbringender
wären. In solchen Fällen ziehen die Vereinigten
Staaten einen Nutzen daraus, nur einen Teil der
Last tragen zu müssen. Wir profitieren auch davon,
um die Stimme der internationalen Staatengemeinschaft zugunsten der von uns unterstützten Sache
bitten zu können. So ist die Schaffung einer Fähigkeit zur Durchführung multilateraler Friedensoperationen Teil unserer nationalen Sicherheitsstrategie
und unserer nationalen Militärstrategie.

AMERIKA DIENST 19

Obwohl der Präsident den Oberbefehl über die
amerikanischen Streitkräfte nie abgibt, kann die
Beteiligung amerikanischen Militärs an UN-Operationen unter bestimmten Umständen amerikanischen
Interessen dienen. Erstens kann die amerikanische
militärische Beteiligung gelegentlich notwendig sein,
um andere von der Teilnahme an Operationen zu
überzeugen, die amerikanischen Interessen dienen.
Zweitens könnte die amerikanische Beteiligung ein
Weg zur Ausübung des Einflusses der Vereinigten

Staaten für eine wichtige UN-Mission sein, ohne
unilateral die Last zu tragen. Drittens könnten die
Vereinigten Staaten gebeten werden, einzigartige
Fähigkeiten für wichtige Operationen zur Verfügung
zu stellen, die andere Länder nicht bieten können,
und sich zu deren Bereitstellung entscheiden.
Mit der Verbesserung unserer Fähigkeiten für Friedensoperationen werden andere Instrumente zur
Erlangung von Zielen der Vereinigten Staaten nicht
außer acht gelassen oder geschwächt. Die Vereinigten Staaten werden die Fähigkeit beibehalten, im
Alleingang oder im Rahmen von Koalitionen zu
handeln, wenn unsere wichtigsten Interessen oder die
unserer Freunde und Verbündeten auf dem Spiel
stehen.
Die Vereinigten Staaten unterstützen weder ein
stehendes Heer der Vereinten Nationen noch werden
wir spezifische amerikanische Militäreinheiten zur
Beteiligung an UN-Operationen zuweisen.
Es ist nicht die Politik der Vereinigten Staaten, die
Zahl von UN-Friedensoperationen oder die amerikanische Teilnahme an solchen Operationen zu erweitern.

Seite 1

�Unterstützung der richtigen Friedensoperationen
Entscheidung für Friedensoperationen
Die Vereinigten Staaten werden gut definierte Friedensoperationen im allgemeinen als Instrument zur
Schaffung fest umgrenzter Möglichkeiten unterstützen, damit die Kombattanten ihre Differenzen beilegen und gescheiterte Gesellschaften mit ihrem
Wiederaufbau beginnen können. Friedensoperationen sollten keine Verpflichtungen mit offenem Ende,
sondern vielmehr an konkrete politische Lösungen
gebunden sein, ansonsten sollten sie nicht unternommen werden. Jede UN-Friedensoperation sollte
in möglichst hohem Maße einen an unmittelbare
oder endgültige Ziele gebundenen festgelegten
Zeitrahmen, eine mit anderen humanitären Hilfsbestrebungen gut koordinierte integrierte politischmilitärische Strategie, spezifische Truppenstärken
und eine fest umrissene Budgetkalkulation haben.
Die Vereinigten Staaten werden das UN-Sekretariat
und die Mitglieder des Sicherheitsrats weiterhin zur
Verpflichtung zurigorosen,regelmäßigen Auswertungen aller vorgeschlagenen neuen Friedensoperationen auffordern.
Die Administration wird die nachfolgend genannten
Faktoren bei der Entscheidung in Erwägung ziehen,
ob sie für eine vorgeschlagene neue UN-Friedensoperation stimmen (Kapitel VI oder Kapitel VII) oder
eine regional geförderte Friedensoperation unterstützen:

Bei traditionellen Friedensoperationen (Kapitel VI)
sollte ein Waffenstillstand verhängt worden sein
und vor der Entsendung der Streitmacht die
Zustimmung der Parteien eingeholt werden.
Zur Friedensschaffung (Kapitel VII) wird die
Bedrohung des internationalen Friedens und der
Sicherheit als wesentlich angesehen.
Die Mittel zur Erfüllung der Mission stehen zur
Verfügung, einschließlich der Streitkräfte, Finanzierung und eines für die Mission geeigneten
Mandats.
Die politischen, wirtschaftlichen und humanitären
Konsequenzen der Untätigkeit seitens der internationalen Staatengemeinschaft wurden abgewogen und werden als inakzeptabel erachtet.
Die vorraussichtliche Dauer der Operation ist an
klare Ziele und realistische Kriterien für die Beendigung der Operation gebunden.
Diese Faktoren sind eine Hilfe bei der Entscheidungsfindung, sie sind nicht per se ein Patentrezept.
Entscheidungen wurden und werden vom Gesamtgewicht der Faktoren abhängen und ein Einzelfaktor
ist nicht zwangsläufig die absolute Determinante.

a.

Internationale Aggression oder

Bei der Berücksichtigung der oben genannten Faktoren werden die Vereinigten Staaten darüber hinaus
weiterhin alle bestehenden Friedensoperationen
genau prüfen, wenn sie dem Sicherheitsrat zur
regulären Verlängerung vorgetragen werden, um den
Sinn ihrer Fortsetzung zu prüfen. In geeigneten
Fällen werden die Vereinigten Staaten um freiwillige
Beiträge der Nutznießer oder größere Unterstützung
des Gastlandes zur Verringerung oder zumindest
teilweisen Deckung der Kosten bestimmter UNOperationen ersuchen. Die Vereinigten Staaten
werden auch in Betracht ziehen, gegen die Verlängerung bestimmter, seit langem bestehender,
konkrete Ziele nicht erfüllender Friedensoperationen
zu stimmen, um militärische und finanzielle Ressourcen für dringendere UN-Missionen freizusetzen.

b.

eine dringende humanitäre Katastrophe
gekoppelt mit Gewalt,

Beteiligung an UN- und anderen Friedensoperationen

c.

eine plötzliche Störung der bestehenden
Demokratie oder gravierende Verletzung von
Menschenrechten verbunden mit Gewalt
oder der Androhung von Gewalt.

Die Administration wird auch weiterhin noch strengere
Normen bei der Beurteilung anwenden, ob dem
Präsidenten die Beteiligung amerikanischen Personals an einer Friedensoperation empfohlen werden
soll. Neben den oben genannten werden wir folgende Faktoren in Betracht ziehen:

Das UN-Engagement fördert die Interessen der
Vereinigten Staaten und es gibt eine internationale Interessengemeinschaft zur Bewältigung des
Problems auf multilateraler Ebene.
Es gibt eine Bedrohung oder einen Bruch des
internationalen Friedens und der Sicherheit,
häufig mit regionalem Charakter, die als ein
Aspekt oder eine Kombination folgender Punkte
angesehen werden:

Es gibt klar umrissene Ziele und das Wissen, wie
sich die Mission in das Spektrum zwischen
traditioneller Friedensschaffung und Friedenssicherung fügt.

Seite 2

Die Beteiligung fördert die Interessen der Vereinigten Staaten, und das alleinige sowie das

AMERIKA DIENST 19

�generelle Risiko für amerikanisches Personal
wurden abgewogen und als akzeptabel eingestuft.
Personal, Mittel und andere Ressourcen stehen
zur Verfügung.
Die Beteiligung der Vereinigten Staaten ist für
den Erfolg der Operation notwendig.
Die Rolle der amerikanischen Streitkräfte ist an
klar umrissene Ziele gebunden, und ein Endpunkt
für die amerikanische Beteiligung kann ausgemacht werden.
Die Unterstützung der Bevölkerung und des
Kongresses ist vorhanden oder kann mobilisiert
werden.
Die Führungsarrangements sind annehmbar.
Darüber hinaus werden noch strengere Faktoren
angewandt, wenn die Möglichkeit maßgeblicher
Beteiligung der Vereinigten Staaten an Kapitel VIIOperationen wahrscheinlich
Kampfhandlungen
beinhaltet:
Man ist entschlossen, zur Erlangung klar umrissener Ziele eine ausreichende Anzahl von Streitkräften zu entsenden.
Es gibt einen Plan zur uneingeschränkten Erlangung dieser Ziele.
Es besteht die Verpflichtung, zur Erreichung
unserer Ziele Umfang, Zusammensetzung und
Disposition unserer Streitkräfte gegebenenfalls zu
überprüfen und anzupassen.
Jede Empfehlung an den Präsidenten wird sich auf
das Gesamtgewicht der oben genannten Faktoren
gründen und ein Einzelfaktor wird nicht zwangsläufig
die absolute Determinante sein.

cherheitsrats bewirken wollen, hängt die Unterstützung der Vereinigten Staaten von der Einhaltung der
Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und der
Erfüllung gültiger Kriterien des UN-Sicherheitsrats ab,
einschließlich Neutralität, Einwilligung der Konfliktparteien, offizielle Aufsicht der Vereinten Nationen und
endgültige, erneuerbare Mandate.
Im Hinblick auf die Frage der Friedenssicherung auf
dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion werden
Anträge für die "traditionellen" UN-Blauhelmoperationen auf der gleichen Grundlage wie andere Anträge
unter Anwendung der vorher dargelegten Faktoren in
Betracht gezogen (beispielsweise eine Bedrohung
des internationalen Friedens und der Sicherheit, klare
Ziele und so weiter). Die Unterstützung der Vereinigten Staaten für diese Operationen wird wie bei
anderen derartigen Anträgen von der Einhaltung der
Prinzipien der UN-Charta und gültiger Kriterien des
UN-Sicherheitsrats abhängig gemacht.
Kostensenkung
Die Administration verpflichtet sich zur Reduzierung
des amerikanischen Anteils der Kosten für Friedenssicherung auf 25 Prozent bis zum 1. Januar 1996,
verglichen mit der derzeitigen Rate von 31,7 Prozent.
Wir werden darüber hinaus die Vereinten Nationen
von der voraussichtlichen Weigerung des Kongresses
in Kenntnis setzen, den amerikanischen Beitrag zur
Friedenssicherung nach dem Haushaltsjahr 1995 auf
mehr als 25 Prozent anzusetzen.
Die Administration ist weiterhin besorgt, daß die
Vereinten Nationen die Managementmängel nicht
behoben haben, die zu übermäßigen Kosten sowie
gelegentlich Betrug und Mißbrauch führen. Als eine
Priorität werden die Vereinigten Staaten auch in
Zukunft auf drastische Verbesserungen bei Verwaltung und Management des UN-Systems drängen.
Die Vereinigten Staaten arbeiten besonders hart an
der Gewährleistung, daß neue und andauernde
Friedensoperationen kosteneffektiv sind und entsprechend verwaltet werden.

Die Rolle regionaler Organisationen
Führung der amerikanischen Streitkräfte
In einigen Fällen werden bei der sachgerechten
Durchführung von Friedensoperationen regionale
Organisationen einbezogen. Die Vereinigten Staaten sehen weiterhin die Vereinten Nationen als
vorrangiges internationales Gremium mit der Befugnis zur Durchführung von Friedensoperationen an.
Gleichzeitig werden die Vereinigten Staaten Bestrebungen zur Verbesserung der Fähigkeiten regionaler
Organisationen für Friedenssicherung unterstützen.
Wenn regionale Organisationen oder Gruppierungen
Friedenssicherung mit Zustimmung des UN-Si-

AMERIKA DIENST 19

Die Politik der Vereinigten Staaten lautet: Der
Präsident behält das Kommando über die amerikanischen Streitkräfte und wird es niemals abgeben. Von
Fall zu Fall wird der Präsident die Unterstellung
geeigneter amerikanischer Streitkräfte unter die
operative Kontrolle eines kompetenten UN-Kommandeurs für spezifische, vom Sicherheitsrat angeordnete UN-Operationen in Erwägung ziehen. Je
größer die militärische Rolle der Vereinigten Staaten,
desto weniger wahrscheinlich werden die Vereinigten
Staaten zustimmen, daß ein UN-Kommandeur die

Seite 3

�operative Gesamtkontrolle über die amerikanischen
Streitkräfte ausübt. Jede umfassende Beteiligung
amerikanischer Streitkräfte an einer größeren Friedensschaffungsmission, die wahrscheinlich Kampfhandlungen beinhaltet, sollte für gewöhnlich unter

amerikanischem Kommando und operativer Kontrolle
oder durch kompetente regionale Organisationen wie
die NATO oder Ad-hoc-Koalitionen durchgeführt
werden,

* * * * *

Seite 4

AMERIKA DIENST 19

�RASSENDISKRIMINIERUNG
18. Mal 1994

SENAT SOLL KONVENTION ÜBER
RASSENDISKRIMINIERUNG UNTERSTÜTZEN
Ansprache von John Shattuck
WASHINGTON - (AD) - Der Balkan ist "das gravierendste Beispiel dafür, was geschehen kann, wenn
rassischer und ethnischer Antagonismus zur Entfachung von Gewalt ausgenutzt wird", erklärte John Shattuck,
Abteilungsleiter für Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten im US-Außenministerium.
In seiner am 11. Mai 1994 vor dem Senatsausschuß für auswärtige Beziehungen gehaltenen Ansprache zur
Unterstützung der internationalen Konvention über die Abschaffung aller Formen von Rassendiskriminierung
äußerte Shattuck, eine solche Diskriminierung stehe in direktem Gegensatz zu den grundlegenden Zielen der
amerikanischen Demokratie.
Die Ratifizierung der vor 28 Jahren konzipierten Konvention ist ihm zufolge seit langem überfällig. Sie werde
"ein wertvolles Instrument für unseren Kurs in der uns jetzt konfrontierenden neuen internationalen, von großen
Herausforderungen gekennzeichneten Szene sein".
Herr Vorsitzender, meine sehr verehrten Damen und
Herren, es ist mir eine Ehre, mich heute bei Ihnen
für die Unterstützung der internationalen Konvention
über die Abschaffung aller Formen von Rassendiskriminierung verwenden zu dürfen.

Herr Vorsitzender, aus diesem Grund ist es so
wichtig, daß die Vereinigten Staaten sich entschlossen hinter diese Bestrebungen stellen, jegliche
rassische und ethnische Diskriminierung in Gesetz
und Politik abzuschaffen.

Herr Vorsitzender, es ist eine Binsenwahrheit, daß
wir nach dem Ende des Kalten Krieges und den für
dieses Jahrhundert charakteristischen großen
ideologischen Kämpfen an der Schwelle zu einer
neuen, unbekannten Welt stehen. In dieser Zeit
sollten die in diesem schmerzlichen Kampf erprobten
Grundsätze uns leiten, darunter Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Diese Grundsätze sind in der amerikanischen Geschichte tief
verwurzelt und repräsentieren die Bestrebungen von
Männern und Frauen auf der ganzen Welt. Unter
der Führung Präsident Clintons verwandeln die
Vereinigten Staaten sie in die Bausteine der neuen
Welt nach dem Kalten Krieg.

Wir in den Vereinigten Staaten wissen allzu gut, wie
selbst die mit den besten Absichten durchgeführten
demokratischen Experimente durch Rassendiskriminierung vergiftet und im Keim erstickt werden können.
Rassendiskriminierung steht in direktem Gegensatz
zu den grundlegenden Zielen der amerikanischen
Demokratie. Wir haben durch harte Kämpfe viel
erreicht, damit das Ideal der Gleichheit vor dem
Gesetz anerkannt wird. Durch die Ratifizierung der
Ihnen vorliegenden Rassenkonvention wollen wir das
Gelernte in die entstehende Welt nach dem Kalten
Krieg einbinden.

Heute werden wir auf internationaler Ebene mit
schwierigen und äußerst beunruhigenden Problemen
konfrontiert, von denen vielleicht keines so verhängnisvoll ist wie rassische und ethnische Konflikte.
Einige ethnische Konflikte bestehen bereits seit
langer Zeit, andere sind erst kürzlich entstanden.
Heute sehen wir, wie ethnische und rassische
Spannungen für politische Ziele ausgenutzt werden,
gewaltige Feuersbrünste schüren oder in Gesellschaften schleichend am Werk sind.

AMERIKA DIENST 19

Der Konvention zufolge sollen die Vertragsparteien
spezifische Schritte unternehmen, um Rassendiskriminierung abzuschaffen, Rassentrennung und
Apartheid zu verbieten, rassistische Propaganda und
entsprechende Organisationen zu verurteilen, Gleichheit vor dem Gesetz, politische und Menschenrechte
für alle ungeachtet ihrer Rasse, Nationalität oder
ethnischen Herkunft zu garantieren, wirksame Mittel
gegen Verletzungen dieser Bestimmungen zu ergreifen, Vorurteile zu bekämpfen und Toleranz in
Bildung und Kultur zu fördern. Die Konvention ruft
auch einen unabhängigen Ausschuß für die Abschaffung von Rassendiskriminierung ins Leben, der

Seite 1

�'1

die von den Vertragsparteien vorgelegten obligatorischen Berichte prüfen und der Generalversammlung
einen Jahresbericht vorlegen soll.
Die Geschichte zeigt, daß solche Konventionen und
Überprüfungsprozesse bei der Förderung von Zielen
im Bereich der Menschenrechte Wirkung zeitigen.
Das von der Internationalen Arbeitsorganisation
(IAO), der KSZE und dem Helsinki-Komitee Erreichte
sind Beispiele dafür, wie der Schutz der Menschenrechte durch Instrumente wie die Ihnen heute vorgelegten ermutigt werden kann.
Meine Kollegen konzentrieren ihre heutigen Ausführungen auf die rechtlichen Implikationen der
Konvention und auf die Auslegung und Einwände
der US-Regierung. Wenn die Vereinigten Staaten
die Konvention ratifizieren, werden wir auf der
internationalen Bühne unser Engagement für die
Abschaffung von Rassendiskriminierung unter
Beweis stellen und auch die mit Rassendiskriminierung einhergehende schreiende Ungerechtigkeit
sowie sozialen und politischen Erschütterungen.
Natürlich stellt sich die Frage, warum wir diese
Konvention jetzt ratifizieren wollen - 28 Jahre nach
ihrer Abfassung und ungefähr 16 Jahre nach ihrer
ersten Vorlage im Senat.
Die Antwort lautet, daß die Ratifizierung seit langem
überfällig ist und die Konvention ein wertvolles
Instrument für unseren Kurs in der uns jetzt konfrontierenden neuen internationalen, von großen
Herausforderungen gekennzeichneten Szene sein
wird.
Wie Sie alle wissen, wurde die Menschenrechtstagesordnung einschließlich des Kampfes gegen
Rassendiskriminierung während des Kalten Krieges
zu einem politischen Fußball. Dies trifft nicht länger
zu. Wir beobachten jetzt echte, greifbare Fortschritte
beim Kampf gegen rassische und ethnische Diskriminierung.
In Südafrika schließen die mutige Führungsrolle von
Nelson Mandela und F.W. de Klerk sowie die
heroischen Bestrebungen von Millionen Menschen
guten Willens das Kapitel der Apartheid und der
Bewegung zu Demokratie für alle Menschen in
Südafrika ab.
Bei der jüngsten Sitzung der UN-Menschenrechtskommission in Genf konnten wir zum ersten Mal in
der Geschichte der UNO erfolgreich die offene
Verurteilung von Antisemitismus sicherstellen.
Bedauerlicherweise ist das Bild jedoch nicht ausschließlich von Fortschritten gekennzeichnet. Man

Seite 2

kann fairerweise sagen, daß eine der vorrangigen
Herausforderungen für die Vereinigten Staaten und
unsere Verbündeten in den kommenden Jahren darin
besteht, die Entschärfung und Handhabung bitterer
Konfrontationen über rassische und ethnische Differenzen zu erlernen. Der Balkan ist nicht nur das
gravierendste Beispiel dafür, was geschehen kann,
wenn rassischer und ethnischer Antagonismus zur
Entfachung von Gewalt ausgenutzt wird, wenn
Minderheiten unter neuen Regierungsformen Diskriminierung fürchten oder zu Aggression gegen
andere Gruppen verleitet werden.
Es erübrigt sich zu sagen, daß rassische und ethnische Diskriminierung für politische Entscheidungsträger äußerst komplexe Probleme darstellen, und die
Ratifizierung der Rassenkonvention durch uns ist kein
Allheilmittel. Die Ratifizierung ist jedoch aus mehreren Gründen unerläßlich.
Erstens können wir durch die Ratifizierung der
Konvention andere Signatarstaaten besser zur
Einhaltung ihrer Verpflichtungen anhalten. Wir
müssen nicht länger fürchten, dadurch geopolitischen
Gegnern in die Hände zu spielen. Statt dessen
können wir die Konvention als Referenz bei unseren
bilateralen Verhandlungen mit den Staaten verwenden und werden unsere Position in multilateralen
Zusammenkünften stärken.
Zweitens könnten wir uns effektiver an der zur Zeit
stattfindenden Diskussion über sich abzeichnende
internationale Normen in der Welt beteiligen. Wenn
wir uns nicht uneingeschränkt und aktiv in dieser
Debatte engagieren, werden andere die Tagesordnung der internationalen Staatengemeinschaft zu
Rassendiskriminierung festsetzen. Ein Diskussionsforum ist das Komitee für Rassendiskriminierung, an
dem wir uns derzeit nicht beteiligen können, weil wir
die Konvention nicht ratifiziert haben.
Drittens wäre dies Bestandteil unserer Bestrebungen,
neue amerikanische Energien und Zielsetzungen in
das UN-Menschenrechtssystem einzubringen, das bis
jetzt - offen gesagt - nicht so konsequent und effektiv
war wie wir erhofft hatten. Eine Lehre der Weltkonferenz über Menschenrechte vom vergangenen Jahr
in Wien war, daß multilaterale Gremien und nichtstaatliche Organisationen eine zunehmend weitreichende Rolle bei der Gestaltung der Welt nach den
Kalten Krieg spielen. Wir sind erfreut, daß unsere
Bestrebungen zur Einrichtung eines UN-Hochkommissars für Menschenrechte Erfolg hatten. Durch die
Tätigkeit im Rahmen von multilateralen sowie nichtstaatlichen Organisationen und die Zusammenarbeit
mit ihnen können wir unsere Effektivität auf der
internationalen Bühne verbessern.

AMERIKA DIENST 19

�n
Sobald wir die Konvention ratifiziert haben, wird uns
unsere Beteiligung an der Arbeit des Komitees
bessere Chancen zur Vermittlung unserer hart
erarbeiteten und historisch fundierten Erfahrungen
bei der Förderung von Toleranz und der Beendigung
von Diskriminierung zusammen mit anderen Ländern, vor allem den neuen demokratischen Nationen
der Welt, einräumen.

Herr Vorsitzender, abschließend möchte ich nochmals betonen, daß wir durch die Ratifizierung dieser
Konvention viel zu gewinnen haben. Obwohl sie die
rassischen und ethnischen Spannungen der Welt
nicht auf magische Weise löst, wird sie uns eine
konstruktivere Inangriffnahme dieser Probleme
gestatten.
Aus diesen Gründen bitte ich Sie, die Ratifizierung
der Konvention zu empfehlen und stehe Ihnen für
weitere Fragen gerne zur Verfügung.

*

AMERIKA DIENST 19

*

Seite 3

�VERBRECHENSBEKÄMPFUNG
18. Mal 1994

NACHRICHTENDIENSTE UND STRAFVERFOLGUNG
Rede von CIA-Direktor Woolsey
WASHINGTON - (AD) - Am 29. April 1994 hielt R. James Woolsey, der Direktor des amerikanischen
Nachrichtendienstes CIA, vor der American Bar Association eine Rede, die wir nachfolgend veröffentlichen.
40 Jahre lang war ein Hauptmerkmal der amerikanischen Außenpolitik die Eindämmung der Sowjetunion und ihrer Verbündeten, wobei die Nachrichtendienste den Präsidenten und den Kongreß bei der
Bewältigung der Herausforderung des Kalten Krieges unterstützten. Einer der vielfältigen Aspekte
dieser Zeit war, daß sich abgesehen von der Aufgabe der Spionageabwehr die Welten der Strafverfolgung und der Nachrichtendienste selten überschnitten. Jede Welt hatte unterschiedliche - gesetzlich verankerte - Mandate und unterschiedliche
Aufgaben.

internationale Geldwäsche erreichten ein solches
Maß, daß sie die nationalen amerikanischen Sicherheitsinteressen bedrohten. Ich stimmte voll und
ganz überein. Diese und die anderen von mir
genannten Bedrohungen sind nicht länger ausschließlich die Domäne von Nachrichtendiensten oder
Strafverfolgung. Wie ich Anfang dieses Monats vor
dem Senat festgestellt habe, ist die Kooperation
zwischen der Welt der Nachrichtendienste und der
Strafverfolgung keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Dies ist nicht nur meine Sichtweise, sie wird
auch von der Justizministerin, dem FBI-Direktor Louis
Freeh und den Leitern der anderen Behörden geteilt.

Dies ändert sich jetzt.
Natürlich haben die beiden Welten noch immer
unterschiedliche Aufgaben. Wir bei den Nachrichtendiensten Tätigen müssen den politischen Entscheidungsträgern behilflich sein, die auf den Schutz
der möglichen Gewinne der vergangenen fünf
revolutionären Jahre hinarbeiten, und wir müssen
dem Präsidenten und seinen Beratern die entscheidende Vorwarnzeit für regionale Bedrohungen von
Nationen wie Nordkorea und Irak einräumen, die
eine völlig andere Konzeption der Ära nach dem
Kalten Krieg haben als wir und unsere Freunde und
Verbündeten.
Wir müssen jedoch auch neue und wachsende
Bedrohungen in Angriff nehmen, die Grenzen
überschreiten können: Die Weiterverbreitung von
Massenvernichtungswaffen, Terrorismus, international organisiertes Verbrechen und Drogenhandel
einer Größenordnung, bei der allein die Profite das
Bruttosozialprodukt der meisten Länder weltweit
übertreffen. Im Gegensatz zu den Herausforderungen des Kalten Krieges bringen diese Herausforderungen die Welt der Nachrichtendienste und der
Strafverfolgung zusammen.
Im Herbst vergangenen Jahres erklärte die Justizministerin Janet Reno, Terrorismus, Drogenhandel und

AMERIKA DIENST 19

Ich möchte kurz einige der unsere Welten einander
näherbringenden Bedrohungen beschreiben, angefangen mit der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen.
Weiterverbreitung ist kein neues Problem, aber ein
wachsendes. Heute entwickeln 25 - viele unseren
Interessen feindlich gesinnte - Länder nukleare,
chemische und biologische Waffen. Einige dieser
Länder sind am Kauf ballistischer Raketen interessiert, mit denen sie bisher außerhalb ihrer Reichweite liegende Länderund Nachbarstaaten bedrohen.
Die Eindämmung der Weiterverbreitung besteht nicht
nur in der Inspektion von Material an Flughäfen oder
der Öffnung von Kisten in Häfen. Unsere Arbeit
beinhaltet die Aufdeckung der Versuche von Ländern,
Technologie, Entwürfe, Komponenten und sogar
vollständige militärische Systeme zu beschaffen.
Dazu zählt das Durchdringen von Transfernetzen, die
Käufer und Verkäufer, Beschaffungsagenten, Makler,
Banken, Hersteller, Frachtuntemehmen, Spediteure
und falsche Endverbraucher aufzubauen versuchen.
Zur Bekämpfung dieses Problems setzen wir politische, militärische, Wirtschafts- und Finanzanalysten,
Ingenieure und Wissenschaftler ein, um die Technologie, das Fachwissen und häufig das zum Aufbau und
zur Unterhaltung verdeckter Käufemetze verwendete

Seite 1

�Geld aufzuspüren. Diese wurden von Ländern wie
dem Irak eingerichtet, um illegal Material zu kaufen.
Wir arbeiten eng mit dem Außenministerium und
ausländischen Nachrichtendiensten bei der Durchbrechung dieser Netze zusammen. Und wir unterstützen das FBI und die Zollbehörde bei ihren
Bestrebungen, Umleitungen aufzudecken, Lieferungen abzufangen und herauszufinden, ob amerikanische Unternehmen in solche Transaktionen verwickelt sind.
Wir befassen uns ferner intensiv mit der Bekämpfung
von Terrorismus, der, wie wir wissen, mit dem
Bombenanschlag auf das World Trade Center in
New York vom vergangenen Jahr und der Ermordung von zwei CIA-Mitarbeitern vor unserem Hauptquartier in Virginia im Januar letzten Jahres seinen
Weg in die Vereinigten Staaten gefunden hat.
1986 gründete Bill Webster das Terrorismusbekämpfungszentrum des CIA, um die operativen, technologischen und analytischen Fähigkeiten der Nachrichtendienste den Strafverfolgungsbeamten zugänglich
zu machen. Wir haben gemeinsam die unerläßlichen nachrichtendienstlichen Informationen zusammengetragen, die zur Verurteilung der des
Bombenanschlags auf das World Trade Center
Angeklagten führten. Im vergangenen Jahr benutzte
der CIA in Zusammenarbeit mit dem FBI und dem
Justizministerium seine analytischen Fähigkeiten und
technischen Analysen um zu beweisen, daß der Irak
hinter dem Komplott zur Ermordung des früheren
Präsidenten Bush stand.
Das internationale organisierte Verbrechen und
seine Hauptertragsquelle - der internationale Drogenhandel - ist eine weitere große Herausforderung
der nationalen Sicherheit. Der Drogenhandel ist
eine den gesamten Globus umspannende Krise:
Lateinamerikanische Drogenhändler, chinesische
organisierte Verbrecherbanden, italienisches organisiertes Verbrechen und nigerianische kriminelle
Unternehmen - das Außenministerium berichtete
Anfang dieses Monats, 35 bis 40 Prozent des
gesamten Heroins werde von Nigerianern in die
Vereinigten Staaten gebracht. Aufgrund der enorm
hohen Profite - 200 bis 300 Milliarden Dollar pro
Jahr - gehen Drogenhandel und Geldwäsche darüber hinaus Hand in Hand und bringen eine riesige
Industrie zur Erfüllung der Bedürfnisse der Drogenbarone hervor, um den illegalen Ursprung ihres
Geldes zu verschleiern.
Organisierte Verbrecherbanden sind nicht nur
mächtig und gewalttätig, sie sind auch technisch
immer versierter, greifen auf modernste Technologie
und internationale Unternehmenstechniken zurück,
um ihre Operationen durchzuführen und sowohl die

Seite 2

Sammlung nachrichtendienstlicher Erkenntnisse als
auch die Strafverfolgungsbestrebungen zu vereiteln.
Das organisierte Verbrechen ist auch für die Zukunft
Rußlands zu einem entscheidenden Thema geworden. In seiner Rede im Februar stellte Präsident
Jelzin fest, organisiertes Verbrechen sei das Problem
Nummer eins, mit dem sich sein Land konfrontiert
sehe. Dem russischen Innenministerium zufolge gibt
es rund 5.700 organisierte Verbrecherbanden in
Rußland, von denen 200 große, moderne kriminelle
Organisationen sind. Sie sind nicht nur in der ehemaligen Sowjetunion, sondern in 21 anderen Ländern
aktiv. In dieser Woche wurde ein für die Verfolgung
des organisierten Verbrechens bekanntes Mitglied
des russischen Parlaments, Andreji Aysderdsis, bei
einem Anschlag im Stil der Mafia niedergestreckt.
Obwohl die russischen kriminellen Banden sich mit
einer Vielzahl illegaler Aktivitäten wie Drogenhandel
befassen, widmen wir dem potentiellen illegalen
Verkauf von spaltbarem Atommaterial besondere
Aufmerksamkeit.
Wir konnten nicht beobachten, daß beträchtliche
Mengen waffenfähigen Materials oder nukleare
Gefechtsköpfe aus der ehemaligen Sowjetunion
geschmuggelt wurden, haben jedoch mehrere Berichte über den Diebstahl von minderwertigem Nuklearmaterial erhalten. In vielen Fällen wurden die Diebe
oder Schmuggler verhaftet. Es gab auch Berichte
über Verkaufsangebote für solches Material auf dem
schwarzen Markt, sie waren in der Regel aber falsch.
Wir sind jedoch weiterhin besorgt über das potentielle
Engagement organisierter Verbrecherbanden in
diesem Bereich, weil ihnen sowohl die Ressourcen,
mit denen sie die Nuklearwaffenhändler oder Wachleute bestechen, als auch die Schmuggelnetze zur
Verfügung stehen, die zum Transport dieses Materials aus der ehemaligen Sowjetunion benutzt werden
könnten.
In Rußland ist das Problem des organisierten Verbrechens derart verbreitet, daß einer im März dieses
Jahres in russischen Städten durchgeführten Umfrage
zufolge 23 Prozent der Bevölkerung der Ansicht sind,
das Land werde vom organisierten Verbrechen
beherrscht. 22 Prozent meinten, daß niemand das
Land regiere, 19 Prozent wußten nicht wer und nur
14 Prozent hielten Präsident Jelzin für den Machthaber.
Diese Liste der Bedrohungen ist keineswegs erschöpfend, und Sie werden mehr über die Zusammenarbeit von Nachrichtendiensten und der Strafverfolgung hören, während wir die Gefahren gemeinsam
bekämpfen.

AMERIKA DIENST 19

�Zusammenarbeit und Spionageabwehr
Wir haben in vielerlei Hinsicht einen Vorsprung bei
der Ausarbeitung unserer von Zusammenarbeit
geprägten Beziehung zu den Strafverfolgungsbehörden aufgrund der Rolle, die jeder von uns in den
Bereichen Nachrichtendienste und Strafverfolgung
seit Jahren bei der Spionageabwehr gespielt hat.
Historisch gesehen sammeln wir im Nachrichtendienst Hinweise zur Spionageabwehr von unseren
zuständigen Beamten und ihren Agenten in Übersee,
unseren Ermittlern sowie die von Nachrichtendiensten befreundeter Länder zur Verfügung gestellten
Informationen. Wie ich bereits erwähnte, konnten
wir nach dem Ende des Kalten Krieges eine beträchtliche Anzahl derartiger Hinweise an unsere
Verbündeten und die Ermittlungsbehörden in den
Vereinigten Staaten weiterleiten.
Generell möchte ich vorschlagen, daß jede Weitergabe von Informationen zwischen den Nachrichtendiensten und den Strafverfolgungsbehörden in
diesem Land - sei es bei Spionageabwehr, Drogenhandel, Weiterverbreitung oder auf einem anderen
Gebiet - die nachrichtendienstlichen Quellen und
Methoden schützen, alle gesetzlichen Bestimmungen
sowohl im nachrichtendienstlichen und Strafverfolgungsbereich erfüllen und die einzigartigen
Erfordernisse dieser beiden Bereiche in Betracht
ziehen sollte. Beispielsweise können von uns dem
FBI zur Verfügung gestellte Informationen zur
Festnahme von Verbrechern beitragen; das darf
jedoch nicht dazu führen, daß als Teil des juristischen Verfahrens Quellen und Methoden offengelegt
werden. Die uns vom FBI übermittelten Daten
ermöglichen eine zielgerichtetere Sammlung nachrichtendienstlicher Informationen in Übersee. Wir
müssen jedoch darauf achten, uns auf Nachrichtendienste im Ausland zu konzentrieren und in Übersee
nicht wie eine Strafverfolgungsbehörde zu handeln.
Im vergangenen Jahr haben die Justizministerin und
ich eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um die
effektivsten Wege zur Verbesserung der Zusammenarbeit zu prüfen, die für im Nachrichtendienst und in
der Strafverfolgung Tätige von Nutzen ist und
Terroristen, Drogenhändlern und Schmugglern
schadet.
Dieser Bericht ist nahezu abgeschlossen. Eine
seiner Schlußfolgerungen lautet, daß wir keine
zusätzlichen Gesetze über die Verbesserung der
Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden
und Nachrichtendiensten benötigen.
Vielmehr
können wir unser Ziel einer verstärkten Kooperation
durch eine Reihe von Initiativen erreichen, beispielsweise gemeinsame Ausbildung von Vertretern der
Strafverfolgungsbehörden und der Nachrichtendien-

AMERIKA DIENST 19

ste. Obwohl die Strafverfolgungsbehörden einerseits
und der Nachrichtendienst andererseits verschiedene
Mandate, Perspektiven und Kulturen haben, kann die
Zusammenarbeit meines Erachtens durch ein Programm praktischer Schritte verbessert werden.
Die von Justizministerin Reno und mir zu Beginn
vergangenen Jahres eingeleiteten Bestrebungen,
Nachrichtendienste und Strafverfolgungsbehörden
aneinander anzunähern, fanden lange vor der Festnahme von Aldrich Arnes statt. Unsere Arbeit wird
fortgesetzt, wobei wir Lehren aus dem Fall Arnes und
anderen Beispielen für Zusammenarbeit zwischen
Nachrichtendiensten und Strafverfolgungsbehörden
ziehen. Nach Ansicht des Präsidenten, der Justizministerin, von FBI-Direktor Freeh und meiner Meinung
nach war der Fall Arnes ein Beispiel für eine solche
Zusammenarbeit. Direktor Freeh formulierte es
kürzlich folgendermaßen: "Der Fall Arnes ... war
meines Erachtens mustergültige Zusammenarbeit."
Zur besseren Umsetzung der Lektionen positiver
Zusammenarbeit und Vermeidung unnötiger Reibungen in den wenigen Fällen, in denen sie stattfinden,
und zusätzlich zu den bereits unternommenen
Anstrengungen werden einige organisatorische
Änderungen in den dem Nationalen Sicherheitsrat
unterstehenden Strukturen durchgeführt, um die
Zusammenarbeit zwischen allen an der Spionageabwehr beteiligten Regierungsbehörden zu verbessern.
Unter der Leitung des Sicherheitsrats werden Vertreter verschiedener Behörden oder Büros zusammenarbeiten, um einen zügigen, effektiven und
angemessenen Umgang mit Fragen der Koordination
und Rechtsprechung sicherzustellen. Vertreter des
Justizministeriums und ich werden in der kommenden
Woche vor den nachrichtendienstlichen Sonderausschüssen des Senats und des Repräsentantenhauses
zu diesen vorgeschlagenen Änderungen aussagen.
Nachdem sich Aldrich Arnes schuldig bekannt hat
und verurteilt wurde, kann ich auch über die Arbeit
des CIA im Hinblick auf die Folgen seiner Verbrechen
sprechen. Ich bin mir bewußt, daß der Kongreß ebenso wie die Mitarbeiter des CIA und ich - frustriert
war, weil bis gestern das Gremium zur Einschätzung
des Schadens und der Generaldirektor nur erste
Schritte unternehmen konnten. Sie werden verstehen, warum das Justizministerium darum gebeten
hat, daß wir uns auf diese vorläufigen Schritte
beschränken, um die strafrechtliche Verfolgung von
Arnes nicht zu erschweren. Jetzt können wir diese
Überprüfung ungehindert fortsetzen.
Wenn die Untersuchung des Generalinspekteurs
abgeschlossen ist, werde ich die Verantwortlichen zur
Rechenschaft ziehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Ich habe bereits die Beförderung und

Seite 3

�Auszeichnung bestimmter Personen eingefroren und
vom Ergebnis unserer Überprüfungen abhängig
gemacht. Ich werde mich jedoch nicht der juristischen Philosophie der Red Queen aus Alice im
Wunderland anschließen, bei der die Verurteilung
dem Urteil vorangeht. Das von uns begonnene
Verfahren ist gründlich, aber fair. Unsere Mitarbeiter
leisten harte Arbeit und riskieren ihr Leben für ihr
Land. Sie verdienen ein fundiertes Urteil, keine
Schnellverfahren.
Wir planen bereits eine Änderung der Sicherheitsverfahren, beispielsweise eine Überprüfung der Datenbankverwartung und der Nutzung des Lügendetektors.
Andere Schritte erfordern entsprechende Gesetze insbesondere bei der Verbesserung des Zugangs zu
den Daten über die Finanzsituation einiger Angestellter.
Die Finanzfrage ist nichts Neues. 1990 gab das
Jacobs-Gremium, in dem ich kurze Zeit zusammen
mit Lloyd Cutler und Warren Christopher tätig war,
eine Reihe von Empfehlungen zur Verbesserung der
Spionageabwehr an die Senatoren Boren und Cohen
ab, die damals Vorsitzender beziehungsweise Mitglied des Sonderausschusses des Senats für Nachrichtendienste waren. Dazu gehörte auch verbesserter Zugang zu Informationen über die finanzielle
Situation der Mitarbeiter. Diesen Empfehlungen
wurde damals jedoch keine Gesetzeskraft verliehen.
Die Empfehlungen wurden nicht leichtfertig abgegeben. Obwohl bei vielen die irrtümliche Meinung

*

Seite 4

vorherrscht, daß der CIA oder das FBI jederzeit
Informationen über die Finanzlage jedes Mitarbeiters
der Regierung erhalten können, entspricht das nicht
der Realität. Es entspricht nicht einmal annähernd
der Wahrheit. Ein derartig ungehinderter Zugang
widerspricht den vom Kongreß erlassenen Gesetzen
über Datenschutz der Finanzlage des einzelnen. Das
Jacobs-Gremium empfahl 1990 den Senatoren Boren
und Cohen keine umfassenden, in die Privatsphäre
einbrechenden Gesetzesänderungen, die Änderungen
waren jedoch nützlich und wichtig. Ich vertraue
darauf, daß jetzt, nach der Auswertung der von der
Administration auf diesem wichtigen Gebiet abgegebenen Empfehlungen sowie anderer vorgelegter
Gesetzentwürfe der Kongreß handeln und kluge
Maßnahmen ergreifen wird, um den Zugang der
Regierung zu den finanziellen Daten einiger ihrer
Mitarbeiter zu verbessern und dies auf ausgewogene
und angemessene Weise geschehen wird.
Als Präsident Truman die nationale Sicherheitsstruktur modernisierte, und unter anderem den CIA
gründete, bereitete er die Nation auf das vor, was
Präsident Kennedy als den langen Kampf im Zwielicht bezeichnete - den Kalten Krieg. Heute werden
wir mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die
neue Ansätze erfordern. Sie setzen aber auch
dieselbe Mischung von Engagement, Beständigkeit,
Weitblick und harter Arbeit voraus, die Präsident
Truman von seinen Mitarbeitern erwartete. Wir im
Nachrichtendienst werden aus unseren früheren
Fehlern und Erfolgen lernen. Wir werden uns ändern
und gemeinsam mit unseren Kollegen bei der Strafverfolgung dem Präsidenten, dem Kongreß und dem
amerikanischen Volk dienen.

* * *

*

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�TERRORISMUS
18. Mai 1994

TERRORISMUS WEITERHIN GLOBALES PROBLEM
Jahresbericht des Außenministeriums
WASHINGTON - (AD) - Dem Jahresbericht des USAußenministeriums zufolge "ist es eindeutig, daß
Terrorismus für uns noch einige Zeit ein Thema sein
wird".
"Die Clinton-Administration richtet ihr Hauptaugenmerk auf globale Fragen, und internationaler Terrorismus gehört zu den todbringendsten und andauerndsten", erklärte Barbara Bodine, amtierende
Koordinatorin für die Terrorismusbekämpfung, in der
Einleitung des Berichts.
Das Dokument - Muster des globalen Terrorismus
1993 (Patterns of Global Terrorism 1993) - wurde
am 9. Mai 1994 freigegeben. Der dem Kongreß
übermittelte Bericht enthält detaillierte Analysen der
Länder, in denen Terroranschläge verübt wurden
und macht Nationen aus, die internationalen Terrorismus wiederholt staatlich unterstützt haben.

pagne gegen türkische Interessen", stellt der Bericht
fest.
Die meisten der 150 Anschläge der Gruppe fanden
an zwei Tagen statt - am 24. Juni und 4. November und waren auf ganz Westeuropa verteilt. "Hätte es
diese beiden Tage koordinierter Anschläge nicht
gegeben, hätte sich der Abwärtstrend bei Terroranschlägen der letzten Jahre fortgesetzt".
Im vergangenen Jahr kamen 109 Menschen bei
Terroranschlägen ums Leben und 1.393 wurden
verletzt - die höchste Anzahl von Opfern in den
vergangenen fünf Jahren.
Westeuropa hatte 1993 mehr internationale Terrorakte zu verzeichnen - insgesamt 180 - als jede andere
Region, vor allem wegen der Gewalttaten der PKK.
Der Nahe Osten folgte an zweiter Stelle mit 101

Anschlägen, gefolgt von Lateinamerika mit 97.
Auf der Liste der internationalen Terrorismus fördernden Staaten stehen immer noch Kuba, Iran,
Irak, Libyen, Nordkorea und Syrien. Im August 1993
wurde zusätzlich der Sudan auf die Liste gesetzt.
"Der Iran ist nach wie vor der aktivste und gefährlichste Terrorismus fördernde Staat der Welt, mit
eigenen Agenten und den von ihm unterstützten
radikalen Gruppen", so der Bericht.
Mit der Feststellung, daß auch der Irak weiterhin
internationalen Terrorismus unterstützt, verweist der
Bericht auf die Tatsache, daß "der Irak die Ermordung des früheren Präsidenten Bush während
seines (privaten) Besuchs in Kuwait im April 1993
plante und seine Agenten für zahlreiche Anschläge
auf internationale humanitäre Einrichtungen und
Hilfspersonal im Irak verantwortlich waren".
1993 waren 427 internationale Terroranschläge zu
verzeichnen - verglichen mit den 364 im Jahr 1992
festgestellten Vorfällen eine Zunahme.
"Der Hauptgrund für die Zunahme war eine von der
kurdischen Arbeiterpartei (PKK) geführte Terrorkam

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Als gravierendste Terrorakte des Jahres 1993 führte
Bodine den Bombenanschlag auf das World Trade
Center, das vereitelte irakische Komplott zur Ermordung Präsident Bushs und die Anschläge der PKK
an.
Der Bericht erachtet den Bombenanschlag auf das
World Trade Center als Akt des internationalen
Terrorismus aufgrund der dem Anschlag zugrundeliegenden politischen Motivation und der Tatsache, daß
die Mehrzahl der festgenommenen Verdächtigen
Ausländer waren. Der Bericht betont, das FBI habe
"keine Beweise, daß eine ausländische Regierung für
den Bombenanschlag verantwortlich war".
Die Politik der Vereinigten Staaten zur Terrorismusbekämpfung und die damit einhergehenden erfolgreichen internationalen
Kooperationsbestrebungen
gründen sich dem Bericht zufolge auf drei Prinzipien:
keine Konzessionen,
Anwendung der Rechtsstaatlichkeit und Verbesserung der Fähigkeiten freundlich gesinnter

Seite 1

�Regierungen zur Bekämpfung der sie konfrontie-1
renden Bedrohung und
Ausübung von Druck auf Terrorismus fördernde
Staaten.
Zur Erläuterung dieser Prinzipien führte Bodine aus,
als die Verantwortung der irakischen Regierung für
das vereitelte Komplott zur Ermordung von Präsident
Bush klar wurde, "setzten die Vereinigten Staaten
militärische Gewalt ein, um Saddam Hussein zu
demonstrieren, daß ein solches Verhalten nicht
toleriert wird". Die Vereinigten Staaten schössen
einen seegestützten Marschflugkörper auf ein Führungszentrum terroristischer Aktivitäten des Irak ab.
Die Vereinigten Staaten ermutigten darüber hinaus
die andauernde internationale Unterstützung der UNSanktionen gegen Libyen und deren Einhaltung, "die
zwingend sind und den ersten Schritt der von den
Vereinten Nationen gegen einen Staat nur wegen
dessen Unterstützung des Terrorismus verhängten
Sanktionen darstellen", äußerte Bodine.
"Der internationale Terrorismus hätte ohne die
Terroristen durch souveräne Staaten gewährte
Finanzierung, Ausbildung, Zuflucht, Waffen und
logistische Unterstützung nicht wie in den vergangenen Jahrzehnten gedeihen können", so der Bericht.
Zu den als Förderer des internationalen Terrorismus
ausgemachten sieben Staaten stellt der Bericht
folgendes fest:
Kuba unterstützt seit langem internationalen
Terrorismus.
Aufgrund der wirtschaftlichen
Schwierigkeiten Kubas kann das Land keinen
maßgeblichen Beitrag leisten. Dennoch bietet es
einigen Terrorgruppen Zuflucht und gewährt
weiterhin Gruppen politische Unterstützung, die
sich mit terroristischen Aktivitäten befassen.

*

Seite 2

Der Iran ist nach wie vor der "gefährlichste" Förderer
und bietet den amerikanischen Politikern den größten
Anlaß zur Sorge. Die iranische Regierung ermordet
weiterhin Dissidenten und andere "Feinde" und
finanziert und bildet Extremisten aus, die freundlich
gesinnte Regierungen wie Ägypten und Tunesien
stürzen wollen.
Trotz der Anforderungen der maßgeblichen
Resolutionen des UN-Sicherheitsrats hat der Irak
die Förderung von Terrorismus wieder aufgenommen. Der Irak war "eindeutig verantwortlich" für
das vereitelte Komplott zur Ermordung von Präsident Bush.
Die Unterstützung Libyens für Terrorismus besteht
"seit langem und ist offenkundig". Obwohl Libyen
eine Reihe rein kosmetischer und leicht rückgängig zu machender Schritte zur Verringerung seiner
Unterstützung des internationalen Terrorismus
unternommen hat, erfüllt das Land die Forderungen des Sicherheitsrats nicht uneingeschränkt.
Unseres Wissens hat Nordkorea seit 1987, als ein
Flugzeug der Korean Airlines im Flug explodierte,
keine Terroranschläge mehr unterstützt. Nordkorea unterhält angeblich Kontakte zu Terrorismus
praktizierenden Gruppen.
Der Sudan wurde im August letzten Jahres auf die
amerikanische Liste der Terrorismus fördernden
Staaten gesetzt, weil die sudanesische Regierung
trotz mehrerer Warnungen zur Einstellung der
Unterstützung radikaler Extremisten internationalen Terrorgruppen Zuflucht gewährte.
Syrien bietet mehreren Gruppen weiterhin Unterstützung und Zuflucht, die sich mit internationalem
Terrorismus befassen. Es gibt keine Beweise,
daß syrische Regierungsvertreter seit 1986 direkt
in die Planung oder Ausführung von Terroranschlägen einbezogen waren.

*

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�PORTRAT
18. Mai 1994

DESIGNIERTER OBERSTER RICHTER IST
PRAGMATISCHER ARCHITEKT DES KONSENSES
Porträt von Stephen Breyer
WASHINGTON - (AD) - Die Amerikaner glauben an
das Gesetz, die Rechte des einzelnen und die
Verfassung, erklärte Stephen Breyer, designierter
Richter am neunköpfigen Obersten Bundesgericht
der Vereinigten Staaten, und sie tun gut daran, denn
das ist für ihr Leben äußerst wichtig.
Bei einer Feierstunde im Rosengarten des Weißen
Hauses am 16. Mai 1994 stellte Breyer fest, die
Verfassung und das Gesetz müßten mehr sein als
nur Worte und sollten für den Menschen eine
praktische Realität darstellen.
Er versprach, sich dafür einzusetzen, daß die
amerikanischen Gesetze "in Wort und Geist" dem
Volk dienen.
Breyer ist seit 1990 als Oberster Richter am Appellationsgericht in Boston tätig, wozu er ursprünglich
1981 nominiert wurde. Im Falle seiner Bestätigung
durch den Senat wird er Nachfolger von Richter
Harry Blackmun, der für das liberalste Mitglied des
Obersten Bundesgerichts gehalten wird.
Der 55jährige Breyer hat etwa 600 Gutachten
erstellt, die von Juristen als politisch neutral bezeichnet werden und Entscheidungen gefällt, die von
gemäßigt bis liberal einzustufen sind.
Präsident Clinton erklärte, Breyer, der bereits im
vergangenen Jahr für die Besetzung dieses Amtes
in Betracht gezogen wurde - die Entscheidung fiel
jedoch zugunsten von Ruth Bader Ginsberg verfüge über "das erforderliche politische Urteilsvermögen". Neben Breyers politischen Fähigkeiten
führte der Präsident dessen "Begabung als Architekt
des Konsenses" an und würdigte ihn als "einen der
herausragenden Juristen unserer Zeit".
Dem Präsidenten zufolge wird Breyer seine Fähigkeit
einbringen, im Obersten Gerichtshof Amerikas
"Brücken der Fairness und Gerechtigkeit" zu bauen.
Er erwarte von seinem Kandidaten, "dem Gericht
Größe zu verleihen".

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Breyer bezeichnete seine juristische Philosophie als
"eher pragmatisch denn theoretisch" und schrieb, das
Gesetz sei "eine Einrichtung des Menschen, die den
grundlegenden Erfordernissen des Menschen und der
Gesellschaft diene". Der designierte Oberste Richter
äußerte, rechtliche Instrumente wie die Verfassung,
die Bill of Rights, Gesetzesbestimmungen und
Vorschriften sollten den Menschen das Zusammenleben in einer Gesellschaft ermöglichen, in der es
eine Vielzahl unterschiedlicher Ansichten und Bedürfnisse gebe.
Breyer möchte als ein Mitglied des öffentlichen
Dienstes bekannt werden, das allen drei Zweigen der
US-Regierung diente: dem Justizministerium, dem
Kongreß und dem Gericht.
In den sechziger Jahren arbeitete er im Bereich des
Kartellrechts für das Justizministerium und war 1973
Mitglied der Sonderuntersuchungsgruppe der Watergate-Affaire. Kurz darauf wurde er Sonderberater
des Justizausschusses des Senats und wirkte an der
Formulierung der Richtlinien fürdie Deregulierung der
Luftfahrtindustrie mit.
Später arbeitete Breyer als Juraprofessor in Salzburg.
Vor seiner Tätigkeit als Richter praktizierte er als
freiberuflicher Anwalt. Ferner gehörte er dem Bundesstrafausschuß an, der erstmals Richtlinien für die
Verurteilung von Verbrechern aufstellte.
Der Verwaltungsrechtsexperte David Bickert äußerte
der Washington Post gegenüber, Breyer verfüge über
"ein außergewöhnlich feines Gespür dafür, welche
Auswirkungen Vorschriften auf den einzelnen haben,
wer schutzbedürftig ist und welche Belastung daraus
für ein Unternehmen entsteht".
Breyer ist unter anderem Verfasser eines Buches mit
dem Titel Breaking the Viclous Circle: Toward
Effectlve Rlsk Regulation. Ferner veröffentlichte er
eine Vielzahl von Fachartikeln und wirkte in Havard
an der Law Review mit.

Seite 1

�Breyers Frau Joanna ist als Psychologin am Krankenhaus tätig, ihr Vater, Lord John Blankenham, war
früher Vorsitzender der Konservativen Partei Großbritanniens. Die Breyers haben drei Kinder - Michael, Neil und Chloe. Der energiegeladene Richter
joggt und fährt Fahrrad.

Seine juristische Laufbahn ist auch für Umweltschützer ansprechend. Er arbeitete an Fällen im Zusammenhang mit Strandbuggys am Küstenstreifen
von Cape Cod, der Säuberung des Bostoner Hafens
und Bedrohungen der gefährdeten Flora und Fauna
von Maine.

Der Kandidat für das Richteramt hat einen trockenen
Humor. Er wuchs in Kalifornien auf, besuchte die
Lowell High School in San Francisco und machte
1959 an der Stanford University seinen Abschluß mit
Auszeichnung. Während seiner Zeit in Stanford war
er auch als Generalsekretär bei einem Modellversuch "Vereinte Nationen" tätig.

Angesichts der starken Unterstützung Breyers durch
beide Parteien erwartet man aus dem Kapitol keinen
Widerstand gegen seine Nominierung. Der Minderheitsführer im Senat, Robert Dole, beschrieb den
Kandidaten als Persönlichkeit mit "hohem Intellekt"
und Integrität. Orrin Hatch, Mitglied im Justizausschuß des Senats und Angehöriger der Republikanischen Partei, äußerte, Breyer werde eine Bereicherung des Obersten Gerichts sein. Der Demokratische
Senator Patrick Leahy erwartet eine problemlose
Bestätigung Breyers vor der im August beginnenden
Sommerpause des Kongresses.

Breyer, der Französisch spricht, studierte als Marshall-Stipendiat Politik und Ökonomie an der Oxford
University und machte 1964 an der juristischen
Fakultät von Harvard sein Examen magna cum
laude.
Mitte der sechziger Jahre war er Assistent von
Richter Arthur Goldberg am Obersten Bundesgericht.
In den siebziger Jahren kehrte Breyer nach Harvard
zurück, wo er Kartell- und Wirtschaftsrecht lehrte.

Die Anhörung zur Bestätigung Breyers vor dem
Justizausschuß des Senats soll im Sommer stattfinden. Bis zu diesem Zeitpunkt will Breyer keine
Antwort auf wesentliche Fragen geben. Er wird
wahrscheinlich zu Bürgerrechten, der Todesstrafe,
Schwangerschaftsabbruch, dem Schulgebet und dem
Recht auf Privatsphäre befragt.

* * * *

Seite 2

*

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�UMWELT
18. Mal 1994

UMWELTVERTRÄGLICHE ENTWICKLUNG EINE ILLUSION
von Thomas J. DiLorenzo
Umweltverträgliche Entwicklung - staatliche Kontrolle der Ressourcen im Namen des Umweltschutzes funktioniert nicht, argumentiert der Verfasser und führt die ehemals kommunistischen Länder als Beispiel an.
DiLorenzo zufolge ist die Ursache der Umweltverschmutzung in der bisher kommunistischen Welt und weltweit
"das Fehlen von Eigentumsrechten und Haftungsgesetzen, die Umweltverschmutzer für ihr Handeln zur
Rechenschaft ziehen... Wenn man das Recht auf Eigentum an Ressourcen hat, besteht ein stärkerer Anreiz
zum Schutz dieser Ressourcen."
Der Autor ist Ökonomieprofessor an der Sellinger School of Business and Management am Loyola College in
Baltimore (Maryland). Er hat zahlreiche Artikel über öffentliches Finanzwesen und politische Themen verfaßt
und Vorlesungen darüber gehalten. Er ist ferner redaktioneller Sachverständiger für 15 wissenschaftliche
Zeitschriften.
Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von The Futurist, Ausgabe SeptemberOktober 1993, herausgegeben von World Future Society, 7910 Woodmont Ave., Suite 450, Bethesda MD
20814. Copyright (c) 1993 World Future Society.
Es gibt keine genaue Definition von umweltverträglicher Entwicklung. Für einige bedeutet sie nur
das Abwägen zwischen Wirtschaftswachstum und
den Zielen des Umweltschutzes - eine relativ unumstrittene Position. Für andere bedeutet sie jedoch
etwas anderes: Eine dramatische Verringerung des
Wirtschaftswachstums in den Industrienationen
gekoppelt mit einer massiven Umverteilung des
internationalen Sozialprodukts.
Den Verfechtern der letzteren Sichtweise zufolge gibt
es weltweit nicht mehr genug Ressourcen zur
Aufrechterhaltung der derzeitigen Wirtschaftswachstumsraten, und diese Wachstumsraten sind außerdem zu schädlich für die Umwelt. Infolgedessen
argumentieren diese Befürworter zugunsten von
staatlicher Regulierung praktisch des gesamten
menschlichen Verhaltens auf nationaler und internationaler Ebene sowie für staatliche Kontrolle von
in Privatbesitz befindlichen Ressourcen weltweit.
Solche Kontrollen könnten durch nationale Regierungen oder internationale Bürokratien wie die Vereinten Nationen durchgeführt werden. Die aus dem
tragischen Scheitern des Sozialismus zur ziehende
"Lehre" - so glauben die Verfechter der umweltverträglichen Entwicklung anscheinend - lautet, daß die
Welt mehr Sozialismus braucht.

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Solche Ansichten würden als bizarr und irrational
abgetan, wenn sie nicht von einer so einflußreichen
Persönlichkeit wie der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Hartem Brundtland vertreten würden, die
auch den Vorsitz der Weltkommission für Umwelt und
Entwicklung der Vereinten Nationen führt. Diese
Kommission veröffentlichte ihre Ansichten 1987 in
dem Buch Our Common Future, das den Grundstein
für den im Juni 1992 in Rio de Janeiro abgehaltenen
Erdgipfel legte.
Die in Our Common Future und beim Erdgipfel
befürworteten politischen Vorschläge trugen jedoch
den inhärenten Mängeln staatlicher Planung und
Regulierung nicht Rechnung und ignorieren die
wichtige Rolle des Rechts auf Privateigentum, der
Technologie und des Marktsystems bei der Milderung
von Umweltproblemen.
Der endgültige Zusammenbruch des Kommunismus
im Jahr 1989 enthüllte ein schmutziges Geheimnis:
In der kommunistischen Welt war die Verschmutzung
sehr viel schlimmer als an irgendeinem anderen Ort
des Planeten. Theoretisch hätte dies nicht der Fall
sein dürfen, denn seit langem wurde argumentiert,
das Profitdenken und das Versagen unregulierter
Märkte, Anreize zur Deckung externer Kosten im
Inland zu bieten, seien die Hauptursachen der

Seite 1

�Verschmutzung gewesen. Staatliche Regulierung
oder staatlicher Besitz von Ressourcen wurden als
notwendige Voraussetzung für Umweltschutz angesehen.
Aber das war nur Theorie. Realität ist, daß in den
Ländern, in denen Profitstreben seit Jahrzehnten
verpönt war und die Regierung den Besitz praktisch
aller Ressourcen beanspruchte, die Verschmutzung
und andere Formen von Umweltzerstörung verheerend waren. Dem globalen Umwelt-Überwachungsprogramm der Vereinten Nationen zufolge zählt die
Verschmutzung in Mittel- und Osteuropa zu der
"schlimmsten auf der Erdoberfläche".
In Polen hat der saure Regen beispielsweise die
Eisenbahnschienen so korrodiert, daß die Züge nicht
schneller als 38,4 km pro Stunde fahren dürfen. 95
Prozent des Wassers sind für menschlichen Verbrauch und der Großteil sogar für industrielle Zwekke ungeeignet und so vergiftet, daß es Schwermetalle auflösen würde. Der Industriestaub regnet auf
Städte und lädt Kadmium, Blei, Zink und Eisen ab.
Die Hälfte der polnischen Städte entsorgt nicht
einmal die Abfälle, und die Lebenserwartung der
Männer ist niedriger als vor 20 Jahren.
Ein ähnliches Bild bietet sich in anderen Teilen
Mittel- und Osteuropas, der ehemaligen Sowjetunion
und China. 80 Prozent der Gewässer im früheren
Ostdeutschland sind als ungeeignet zum Fischen,
Trinken oder für sportliche Aktivitäten eingestuft. Ein
Drittel der Seen wurde für biologisch tot erklärt, weil
jahrzehntelang unbehandelte chemische Abfälle dort
abgeladen wurden. Einige Städte haben eine so
hohe Luftverschmutzung, daß die Autos am Tag mit
Licht fahren müssen. Bulgarien, Ungarn, Rumänien,
das ehemalige Jugoslawien und die frühere Tschechoslowakei erlitten während der Jahrzehnte des
Kommunismus ähnliche Umweltschäden.
Diese traurigen Tatsachen lehren die wichtige
Lektion, daß die Theoretiker der umweltverträglichen
Entwicklung nichts gelernt haben. Die Ursache der
Umweltverschmutzung in der bisher kommunistischen Welt und weltweit sind nicht das Profitstreben
und unregulierte Märkte, sondern das Fehlen von
Eigentumsrechten und Haftungsgesetzen, die
Umweltverschmutzer für ihr Handeln zur Rechenschaft ziehen. Die Zerstörung der Umwelt in der
ehemals kommunistischen Welt ist ein Beispiel für
die riesige 'Tragödie der Menschheit", um die von
dem Biologen Garrett Hardin geprägte Formulierung
zu entlehnen. Wo Eigentum in kommunalem oder
staatlichem Besitz ist und als freie Ressource
behandelt wird, werden Ressourcen unweigerlich
unter geringer Berücksichtigung zukünftiger Konsequenzen erschöpft.

Seite 2

Wenn man jedoch das Recht auf Eigentum an
Ressourcen hat, besteht ein stärkerer Anreiz zum
Schutz dieser Ressourcen. Wenn der einzelne ferner
nicht für anderen zugefügte Schäden - einschließlich
der Umweltschäden - verantwortlich gemacht wird,
besteht wenig Hoffnung, daß verantwortungsbewußtes Verhatten die Folge sein wird. Es erübrigt sich zu
sagen, daß der Staat sich nicht für die von ihm in den
ehemals kommunistischen Ländern verursachten
Umweltschäden verantwortlich fühlte. Weit davon
entfernt, eine Antwort auf Umweltprobleme zu sein,
war daher überall vorhandene staatliche Kontrolle der
Rohstoffe die Ursache.
Our Common Future vernachlässigt die Rolle der
Eigentumsrechte und vertraut daher viel zu stark auf
die Wirksamkeit stärkerer staatlicher Kontrolle und
Regulierung als Lösung für Umweltprobleme. Einige
Beispiele ragen heraus.
Rodung der Wälder. Internationale Wirtschaftsbeziehungen "stellen ein besonderes Problem für
arme Länder dar, die ihre Umweltprobleme in den
Griff zu bekommen versuchen", stellt Our Common
Future fest. Beispielsweise ist "der Handel mit
Tropenhölzern... ein Faktor für die Rodung tropischer
Regenwälder. Der Bedarf an Devisen ermutigt viele
Entwicklungsländer zum schnelleren Abholzen der
Wälder als diese sich regenerieren können."
Der Devisenbedarf besteht jedoch nicht nur in den
Entwicklungsländern. Jeder hat lieber mehr als
weniger, aber nicht alle fällen Bäume und verkaufen
sie für einen wirtschaftlichen Profit. Die Rodung der
Wälder war auch in den ehemals kommunistischen
Ländern ein massives Problem, aber der Hauptgrund
war, daß die Wälder sich in kommunalem Besitz
befanden. Infolgedessen konnte jeder sie abholzen
und in Ermangelung von Eigentumsrechten gab es
praktisch keinerlei Anreiz, neue zu pflanzen.
Auch in demokratischen Ländern wurde abgeholzt,
vor allem in an Holzfällereien verpachteten staatlichen Wäldern, die - da das Land nicht ihr Privatbesitz
ist - wenig an der Wiederaufforstung und dem Schutz
ihres künftigen Werts interessiert sind. Einige dieser
holzverarbeitenden Unternehmen tragen in der Tat
Sorge, nicht zu stark zu roden oder ihren eigenen
privaten Waldvorrat wiederaufzuforsten. Sie tun dies
nicht so sehr in dem Wunsch, die Umwelt zu schützen, als vielmehr für den Schutz ihrer Vermögenswerte. Gut umgesetzte Eigentumsrechte und die
Existenz eines Markts für Holzprodukte werden
gewährleisten, daß wahrscheinlich eine kluge Nutzung der Wälder und kein Raubbau betrieben wird.
Versteppung. Die Theoretiker der umweltverträglichen Entwicklung stellen auch eine Fehldiagnose

AMERIKA DIENST 19

�beim Problem der Versteppung - dem Prozeß, durch
den "produktives und teilweise unfruchtbares Land
wirtschaftlich unproduktiv wird", wie Our Common
Future es definiert. Sie machen den Kapitalismus
für die Versteppung verantwortlich, insbesondere
"den Druck auf unabhängige Nahrungsmittelproduktion, kommerziellen Anbau und Fleischproduktion in
fruchtbaren und halbfruchtbaren Gebieten". Ihre
"Lösung" lautet stärkere staatliche Kontrolle bei der
Landwirtschaft.
Die Versteppung ist zweifelsohne ein weltweites
Problem, das auch Teile der Vereinigten Staaten
betrifft. Die Hauptursache ist jedoch nicht die kommerzielle Landwirtschaft, sondern die Tragödie der
Bevölkerung.
Ein besonders anschauliches Beispiel der Bedeutung von Privateigentum für die Versteppung wurde
1974 in einem Artikel der Zeitschrift Science über
die Versteppung der Sahelzone in Afrika geschildert.
Zu dieser Zeit litt die Region unter einer fünfjährigen
Dürreperiode. Die Satellitenfotos der NASA zeigten
ein merkwürdig grünes Fünfeck, das in scharfem
Gegensatz zur übrigen afrikanischen Wüste stand.
Bei Nachforschungen entdeckten die Wissenschaftler, daß der grüne Klecks eine 10.000 Hektar große,
mit Stacheldraht umzäunte, in fünf Sektoren unterteilte Ranch war, und das Vieh pro Jahr nur in einem
Sektor weiden durfte. Die Ranch wurde zu der Zeit
in Betrieb genommen, als die Dürre begann, aber
der dem Land gebotene Schutz reichte aus, um den
Unterschied zwischen Weideland und Wüste zu
bewirken.
Flora und Fauna. Beim Erdgipfel wurde ein "Vertrag über Artenvielfalt" befürwortet, mit dem die
nationalen Regierungen Maßnahmen für eine
Verlangsamung des Verlusts von Pflanzen und
Tieren ergreifen sollten. Die von den Verfechtern
einer umweltverträglichen Entwicklung bevorzugte
Maßnahme umfaßt das Verbot der kommerziellen
Nutzung bestimmter Pflanzen und Tiere, wie etwa
das Verbot der Ausfuhr von Elefantenzähnen aus
Afrika und die Auflistung weiterer "gefährdeter
Arten", die dann von Regierungen in Naturschutzreservaten oder andernorts "geschützt" werden
könnten.
Es gibt jedoch zunehmende Beweise, daß der beste
Weg zur Rettung wirklich gefährdeter Arten nicht in
ihrer Sozialisierung sondern darin besteht, den
Menschen deren Besitz zu gestatten. Um den
Naturschützer Ike Sugg zu zitieren:
"Wenn Regierungen dem einzelnen erlauben,
die Früchte der Erhaltung und des Schutzes
ihrer Flora und Fauna zu ernten, werden

AMERIKA DIENST 19

diese gedeihen. Wenn dem einzelnen die
Chance verwehrt wird, legal von Flora und
Fauna zu profitieren, wird er dies illegal und
ohne das Verantwortungsgefühl tun, das mit
der Verwaltung der Ressourcen einhergeht."
Ein besonders anschauliches Beispiel für Suggs
Argument ist der afrikanische Elefant. Kenia verhängte in den siebziger Jahren das Verbot der
Elefantenjagd, woraufhin sich die Zahl der Elefanten
aufgrund der Wilderei von 140.000 im Jahr 1970
rasch auf heute 16.000 verringerte.
Im Gegensatz dazu hatte Simbabwe 1979 nur 30.000
Elefanten, zählt heute jedoch über 65.000. Der
Hauptgrund für diesen Unterschied ist Sugg zufolge,
daß die Regierung von Simbabwe 1984 den Einwohnern den Besitz von Elefanten auf kommunalem
Gelände gestattete - ein großer Schritt in Richtung
auf die Definition von Eigentumsrechten. Ein Stammeschef, der den Wert von Eigentumsrechten und
der Kommerzialisierung von Elefanten verstand,
drückte es folgendermaßen aus:
"Lange Zeit erklärte uns die Regierung, Flora
und Fauna seien ihre Ressource. Aber ich
sehe, wie lebende Tiere unsere Ressource
sein können. Unser Wohlstand. Unser Weg
zur Verbesserung des Lebensstandards ohne
auf eine Entscheidung der Regierung zu
warten. Ein Wilderer stiehlt nur von uns."
Auch in einigen Gebieten der Vereinigten Staaten
werden gefährdete Arten durch private Eigentumsrechte und freie Märkte in Form von Wildgehegen
geschützt, in denen typischerweise "exotische" oder
nichteinheimische Tiere gehalten werden.
Der
Rancher David Bamberger aus Texas hat beispielsweise 29 der 31 verbliebenen Arten der Oryx-Antilope
erhalten - einer seltenen Antilope, die in ihrem
Herkunftsland Afrika praktisch ausgestorben ist.
Trotz solcher Erfolge haben mehrere Bundesstaaten
Wildgehege aufgrund der Argumentation verboten,
sie seien Blasphemie für die "Religion" der Umweltschützer (ganz zu schweigen von "Tierrechten"), die
lautet, Märkte und Eigentumsrechte dezimierten die
Arten.
Das Prinzip der Nutzung von Eigentumsrechten und
Marktanreizen zum Schutz globaler Ressourcen und
der Umwelt findet auf ein breites Spektrum von
Problemen Anwendung, einschließlich der Ausbeutung von Wasserressourcen im amerikanischen
Westen, dem Mismanagement staatlicher Wälder, der
Überfischung öffentlicher Seen und Flüsse und sogar
der Ozeane. Das Seerechtsgesetz, dessen Unterzeichnung die Vereinigten Staaten bisher verweigert
haben, würde die Ozeane als größtes Gut - und

Seite 3

�unweigerlich als größte Tragödie - der Erde in
staatlichem Besitz und unter staatlicher Verwaltung
definieren.
Dieses elementare Prinzip wird jedoch noch nicht
einmal von den Theoretikern der umweltverträglichen
Entwicklung bei den Vereinten Nationen anerkannt.
Auf die Frage: "Wie können Einzelpersonen ...
überzeugt oder veranlaßt werden, im Interesse des
Allgemeinwohls zu handeln?", antwortete die Brundtland-Kommission mit "Bildung", Undefinierter "Strafverfolgung" und Beseitigung "des Gefälles bei wirtschaftlicher und politischer Macht". Die Rolle der
Eigentumsrechte bei der Formulierung von Anreizen
wurde nicht erwähnt.
Umweltverträgliche Entwicklung - wie von der
Brundtland-Kommission und den Planern des
Erdgipfels definiert - kann bestenfalls als Euphemismus für umweltpolitischen Sozialismus verstanden
werden, der den Regierungen immer mehr Kontrolle
über die Zuweisung von Ressourcen im Namen des
Umweltschutzes einräumt. Wenn jedoch aus dem
Zusammenbruch des Sozialismus in den ehemals
kommunistischen Ländern überhaupt eine Lektion zu
lernen ist, dann, daß der staatliche Besitz und die
staatliche Kontrolle von Ressourcen ein Rezept für
wirtschaftlichen Zusammenbruch und Verschlechterung der Umwelt sind. Sozialismus ist beim Schutz
der Umwelt genausowenig effektiv wie bei der
Schaffung von Wohlstand.
Der staatliche Besitz von Rohstoffen führt unweigerlich zu der Tragödie der Menschheit, dies ist jedoch
allzuhäufig die von der Brundtland-Kommission
angebotene "Lösung". Die Kommission empfiehlt
staatliche Kontrolle für alles vom Weltall bis zur
Energie, die angeblich "zu wichtig für die Entwicklung ist, als daß sie in solcher Weise fortgeführt
werden könnte", wie es der freie Markt gestattet.
Die oberste Priorität der Verfechter von umweltverträglicher Entwicklung ist vielleicht, den internationalen Wohlstandsstaat durch die Verlagerung von
Wohlstand aus "den reichen" Ländern in die Entwicklungsländer zu erweitern. Die gesamte Geschichte
der Entwicklungshilfe vollzieht sich jedoch zwischen
den Regierungen - der Großteil wird für gewöhnlich
zur Finanzierung der Erweiterung von Regierungsbürokratien in den Empfängerländern verwendet was der wirtschaftlichen Entwicklung abträglich sein
kann. Selbst wenn der größte Teil der Hilfe in die
Hände der Einwohner der Empfängerländer gelangen würde, erläutern die Theoretiker der umweltverträglichen Entwicklung nicht, wie dies in Ersparnisse,
Investitionen, Kapitalbildung und Unternehmenstätigkeit umgesetzt werden soll - die Bestandteile der
Wirtschaftsentwicklung.

Seite 4

Und schließlich begeht die Theorie umweltverträglicher Entwicklung den großen Fehler "der Vortäuschung von Wissen", wie es der Nobelpreisträger
Friedrich von Hayek bezeichnete. Die zur effizienten
Herstellung selbst der einfachsten Produkte erforderlichen detaillierten und sich ständig verändernden
"Informationen über Zeit und Ort" sind so enorm und
weitverzweigt, daß kein menschliches Gehirn oder
eine Denkfabrik mit dem größten Computer der Welt
die Effizienz eines dezentralisierten Marktsystems
imitieren könnte. Dies ist letztlich die Hauptlektion,
die aus dem weltweiten Zusammenbruch des Sozialismus zu lernen ist.
Je größer und komplexer die Wirtschaft darüber
hinaus wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit,
daß staatliche Planung irgend etwas anderes als ein
bloßes Herumgerate sein könnte. Wie Hayek in
seinen 1988 erschienenen Buch The Fatal Conceit
feststellt:
"Indem wir den der wettbewerbsorientierten
Marktordnung zugrundeliegenden spontan
geschaffenen moralischen Traditionen folgen...
schaffen und speichern wir größeres Wissen
und Wohlstand als je in einer zentral gelenkten
Wirtschaft gewonnen und genutzt werden
könnte... Daher sind sozialistische Ziele und
Programme faktisch unmöglich zu erlangen
oder durchzuführen."
Die Theorie umweltverträglicher Entwicklung fordert
vielfältige Varianten internationaler zentraler Planung
der Wirtschaftsaktivität. Wenn das "vorgetäuschte
Wissen" fatal für Versuche staatlicher Planung auf
nationaler Ebene ist, so ist die Überzeugung unhaltbar, daß internationale oder globale Planung möglicherweise Erfolg haben könnten.
Die Empfehlung der Brundtland-Kommission, daß
jede Regierungsbehörde der Welt sich mit wirtschaftlicher Planung und Regulierung im Namen des Umweltschutzes befassen sollte, würde zu einer massiven Bürokratisierung der Gesellschaft und konsequenterweise einer drastischen Verschlechterung des
Lebensstandards führen. Die Vorstellung von Millionen "grüner" Bürokraten, die in jeden Aspekt unseres
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens
eingreifen, ist erschreckend.
Die Ironie des Schicksals ist, daß die wohlhabenderen Volkswirtschaften typischerweise gesünder und
sauberer sind als die ärmeren. Durch die Verarmung
der Weltwirtschaft würde "umweltverträgliche Entwicklung" tatsächlich auch schädlich für die Umwelt sein.
Privateigentum, freie Märkte und gute Haftungs-

AMERIKA DIENST 19

�gesetze - Anatheme der Theorie von umweltverträglicher Entwicklung - sind unabdingbar für eine

saubere Umwelt und Wirtschaftswachstum,

* * * *

AMERIKA DIENST 19

*

Seite 5

�FUSSBALL
18. Mal 1994

DIE AUSTRAGUNGSORTE DES WORLD CUP 1994
Neun amerikanische Städte im Porträt (I)

WASHINGTON - (AD) - Die Fußballweltmeisterschaft 1994 in den USA wird in neun Städten veranstaltet.
Beginnend mit Boston, Chicago, Dallas, Detroit und Los Angeles, veröffentlichen wir in den nächsten beiden
Ausgaben des Amerika Dienst kurze Porträts dieser Austragungsorte von Weltmeisterschaftsspielen.

BOSTON
Boston, auch "Beantown" oder "the Hub" genannt,
war eine der ersten europäischen Ansiedlungen in
den Vereinigten Staaten. Die Stadt wurde 1630 von
englischen Puritanern auf der Suche nach Religionsfreiheit gegründet und ist seither die bedeutendste
Stadt von Neu-England. Heute zählt Boston mit
seinen Vororten mehr als vier Millionen Einwohner.
Die Bewohner der Stadt haben seit ihrer Gründung
eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Landes
gespielt. Im nahegelegenen Concord und in Lexington wurde "der Schuß, den die ganze Welt hörte",
abgefeuert. Er markierte den Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges im April 1775. Am
gegenüberliegenden Ufer des Charles River in
Cambridge übernahm im folgenden Jahr George
Washington den Oberbefehl über das Revolutionsheer. Die Region ist ferner der Geburtsort solch
historisch bedeutender Persönlichkeiten wie Benjamin Franklin, John Adams, John Quincy Adams und
John F. Kennedy.
Die Geschichte der Stadt ist im großen und ganzen
erhalten geblieben und kann im Verlauf des 2,4 km
langen "Freedom Trail" besichtigt werden. Er
beginnt am Boston Common, dem ältesten Park der
Vereinigten Staaten. An dem historischen Weg
liegen ferner das Old State House, das als Sitz der
Kolonialregierung diente, die King's Chapel, Standort
der ersten öffentlichen Schule, der Globe Corner
Book Store, der einst von so berühmten Gelehrten
und Schriftstellern wie Ralph Waldo Emerson, Henry

AMERIKA DIENST 19

Wadsworth Longfellow und Nathaniel Hawthome
besucht wurde, das Old South Meeting House, wo im
Jahr 1773 die Boston Tea Party ihren Ausgang
nahm, und Faneuil Hall, seit 1742 Versammlungsort
von Bürgern, die dort über Politik und Wirtschaft
diskutieren.
Boston setzt sich aus vielen unterschiedlichen
Stadtvierteln zusammen. In der Nähe des Boston
Common befindet sich Beacon Hill, ein Viertel mit
engen Straßen und gut erhaltenen Stadthäusern aus
der Kolonialzeit. Nahe bei Faneuil Hall liegt das
North End, das zahlreiche historische Gebäude
beherbergt, wie etwa die Old North (Christ) Church,
Bostons älteste erhaltene Kirche, und das Paul
Revere House, das Heim des Patrioten aus der
Revolutionszeit. Heute wird das North End hauptsächlich von italienischen Einwanderern bewohnt,
und die zahlreichen Märkte und Restaurants verleihen dem Viertel ein besonderes Flair.
Die Wirtschaftskraft der Stadt gründet sich auf
Finanz- und Versicherungswesen, Niederlassungen
von Unternehmen, Universitäten, medizinische
Einrichtungen, Freizeit und Tourismus, Einzelhandel
und Industrie.
Boston besitzt einen der größten und meistfrequentierten Häfen der Welt. Er ist ferner ein wichtiger
Fischereihafen, und seine Fischrestaurants zählen zu
den besten des Landes.
Über 50 Colleges und Universitäten, darunter einige
der renommiertesten Bildungsstätten des Landes,
sind in Boston und seinen Vororten beheimatet. Dazu

Seite 1

�gehören: Die Harvard University (das älteste College des Landes), das Massachusetts Institute of
Technology (MIT), das Boston College, die Tufts
University, die Northeastem University, die University
of Massachusetts at Boston und das New England
Conservatory of Music.
Die Region von Boston ist auch als Standort zahlreicher High-Tech-Firmen bekannt, die in Cambridge
und entlang von Route 128, einer Ringautobahn um
Boston herum, angesiedelt sind. Ihre Wirtschaftstätigkeit konzentriert sich auf die Bereiche Elektronik,
Computer, Ingenieurwesen und Raumfahrt, und ihre
Mitarbeiter rekrutieren sich in großem Maß aus dem
Talentreservoir der umliegenden Universitäten.
Die Stadt besitzt darüber hinaus ein blühendes
Kulturleben. Die Symphony Hall, eine Konzerthalle
mit weltweit einzigartiger Akustik, ist die Heimat des
Boston Symphony Orchestra und der Boston Pops.
Das American Repertory Theater in Cambridge wird
landesweit für seine avantgardistischen Produktionen
gerühmt.
Natürlich sind die Einwohner Bostons auch begeisterte Sportfans. Im alten Boston Garden spielen
die Basketballmannschaft der Boston Celtics, die
bereits zahlreiche nationale Meisterschaften gewinnen konnte, und das Hockeyteam der Boston Bruins.
Beide Mannschaften werden seit langem von einer
großen Schar loyaler Anhänger unterstützt. Das
beliebte Baseball-Team der Stadt, die Red Sox,
absolviert seine Heimspiele von April bis Oktober im
Fenway Park nahe dem Kenmore Square. Die
Football-Mannschaft der New England Patriots spielt
im Sullivan Stadium von Foxboro (Massachusetts)
südwestlich von Boston.
Boston ist eine Stadt der Fußgänger, denn viele
seiner Attraktionen sind von bekannten Hotels und
vom Stadtzentrum aus zu Fuß zu erreichen. Wanderer werden darüber hinaus den 24 Kilometer
langen Weg am Charles River entlang, vorbei am
MIT, der Boston University und Harvard zu schätzen
wissen.
Für Tages- oder Wochenendausflüge in die nähere
Umgebung bieten die Küsten von North Shore und
South Shore sowie Cape Cod lohnende Ziele. In
North Shore befinden sich Rockport, eine Künstlerkolonie mit Geschäften, Galerien und Kunsthandwerkstudios, Gloucester, einst einer der größten
Fischereihäfen des Landes und heute ein Ort mit
exzellenten Fischrestaurants sowie Salem mit seinen
herrschaftlichen Häusern, die sich Clipperkapitäne
dort bauen ließen. Im Süden liegt Plymouth, wo die
Rekonstruktion der ersten europäischen Siedlung
besucht werden kann. Noch weiter südlich befindet

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sich Cape Cod, eine schmale Halbinsel, die für ihre
Fischspezialitäten und sauberen Strände bekannt ist.
Weitere Informationen über Boston und Umgebung
können angefordert werden bei: Greater Boston
Convention &amp; Visitors Bureau, Prudential Tower,
Suite 400, P.O. Box 490, Boston, Massachusetts
02199; Telefon: 617-536-4100.

CHICAGO
Lange bevor die Europäer nach Nordamerika gelangten, kannten die Indianer Chicago als den Ort, an
dem eine niedrige Wasserscheide den Michigan-See
und die anderen Großen Seen von den Gewässern
trennte, die zum Mississippi und dem Golf von
Mexiko fließen. Als erste Europäer erforschten
Franzosen dieses Gebiet; ein schwarzer Trapper mit
dem Namen Jean-Baptiste Point du Sable gründete
die erste Siedlung an dem Ort, der von den Indianern
"Chicagou" genannt wurde, was starker oder mächtiger Ort heißt.
Von Beginn an erkannten die Vereinigten Staaten die
Bedeutung Chicagos; 1803 wurde dort das Fort
Dearborn errichtet. Das 1833 urkundlich als Dorf
eingetragene Chicago verzeichnete seit seiner
Gründung ein enormes Wachstum. Damals wie
heute war der Grund dafür seine Lage. Um die Mitte
des 19. Jahrhunderts bildete die Stadt bereits einen
wichtigen Eisenbahnknotenpunkt und Seehafen, das
Tor zum oberen Mittelwesten und seinen landwirtschaftlichen Reichtümern.
Angeführt von Menschen wie Cyrus McCormick, dem
Erfinder der Mähmaschine, entwickelte sich Chicago
zu einem Zentrum der Produktion; in seinen Silos
wurde ein Großteil des Getreides aus dem mittleren
Westen gelagert und in seinen Schlachthöfen das
Fleisch verarbeitet, das in Haushalten des ganzen
Landes auf den Tisch kam. Heute ist die Stadt die
wichtigste Verkehrsdrehscheibe des Landes, das
Zentrum eines riesigen Netzes von Lastwagen- und
Bahnrouten in das ganze Land sowie von weltweiten
Flugverbindungen.
Chicago vermittelt ein Bild der Stärke und Härte. Der
Dichter Carl Sandberg rühmte sie als die "Stadt der
breiten Schultern". Es ist die Art von schnörkelloser
Stadt, in der Mannschaften wie die Chicago Bulls
dreimal hintereinander Landesmeister im Basketball
werden oder die Chicago Bears, die oft auch die
"Monsters of Midway" genannt werden, in einem
Footballspiel gegen Ende der Saison ihre Gegner
inmitten eines heulenden Schneesturms überrennen.

AMERIKA DIENST 19

�Die Chicago Cubs und die Chicago White Sox
spielen in der "Windy City" bereits nahezu seit der
Jahrhundertwende Baseball. Die Stadt hat ferner
das Profi-Eishockeyteam der Black Hawks sowie den
Meister der North American Soccer League von
1991, Chicago Sting, aufzuweisen.
Die Weltmeisterschaftsspiele werden im SoldierField-Stadion ausgetragen, das nahe am MichiganSee und im Herzen der Stadt gelegen ist. Chicago
ist darüber hinaus der Sitz von U.S. Soccer, dem
Dachverband dieses Sports in den USA.
Im Einklang mit seinem Image der breiten Schultern
hat Chicago drei der fünf höchsten Gebäude der
Welt vorzuweisen: Der 110stöckige Sears Tower,
der Amco Tower und das John Hancock Building.
Die Chicago Symphony, das Field Museum of
Natural History, das Chicago Art Institute und die
Lyric Opera Company tragen zu Chicagos Stellung
als bedeutendem Zentrum des Kulturlebens bei, und
dasselbe gilt für die Präsenz der University of
Chicago, der Northwestern University, Loyola University und DePaul University. Das Daley Center mit
seiner berühmten Plastik von Picasso ist eines der
bekanntesten Freigelände der Stadt, wo häufig
Konzerte oder Demonstrationen stattfinden.
Auch für die Liebhaber des Blues ist Chicago vielleicht einer der attraktivsten Orte auf der Welt.
Jahrzehntelang sind legendäre Sänger, Gitarristen
und Harmonikaspieler vom Delta des Mississippi und
den Baumwollfeldern in Ost-Texas nach Norden
gezogen, um in den Clubs der Southside zu spielen.
Zusätzliche Informationen sind erhältlich bei: Chicago Convention and Tourism Bureau, 2301 South
Lake Shore Drive, McCormick Place on the Lake,
Chicago, Illinois 60616; Telefon: 312-567-8500.
DALLAS
Dallas, auch "Big D" genannt, ist die zweitgrößte
Stadt von Texas, dem zweitgrößten Staat der USA.
Wenn man Texas erwähnt, denken die Menschen an
Ölquellen und Cowboys mit breitkrempigen Hüten,
die über weite Ebenen reiten und Vieherden treiben.
Obwohl Rodeos und Ölarbeiter auch heute noch
häufig anzutreffen sind, ist Texas wesentlich vielfältiger und kosmopolitischer als dieses Image vermuten
läßt.
Dallas wurde 1841 als Handelsstation gegründet.
Zu jener Zeit war Texas eine unabhängige Republik,
die zwar ihre Freiheit von Mexiko errungen hatte,
aber noch nicht Teil der Vereinigten Staaten geworden war. Nachdem die Stadt eine Generation später

AMERIKA DIENST 19

durch zwei Eisenbahnlinien erschlossen wurde,
wuchs die Bevölkerung sprunghaft an.
Um die Jahrhundertwende war Dallas einer der
weltweit bedeutendsten Binnenmärkte für Baumwolle
geworden.
Es war jedoch die überraschende
Entdeckung von Ölvorkommen, die der Stadt seit
Beginn der dreißiger Jahre unverhofften Reichtum
bescherte. Heute haben zahlreiche ölfirmen ihre
Zentrale in Dallas.
Etwa ein Viertel der Bürger ist im Produktionssektor
beschäftigt, und Dallas ist ein bedeutendes Zentrum
der amerikanischen Elektronik- und Elektroindustrie,
des Flugzeugbaus sowie der Herstellung von ölfördergerät und Damenbekleidung. Darüber hinaus gilt
die Stadt als Finanzzentrum für den Südwesten der
Vereinigten Staaten.
In Dallas befinden sich die Southern Methodist
University sowie eine Reihe renommierter Priesterseminare und medizinischer Fakultäten. Darüber
hinaus besitzt die Stadt eine erstklassige Oper und
hervorragende Theaterensembles sowie bodenständige Country &amp; Western-Tanzschuppen, in denen
der "Texas Two Step" der bevorzugte Tanz ist. Jazz,
Rock sowie Rhythm and Blues sind in der Dallas
Alley im historischen West End zu Hause. Der große
Bevölkerungsanteil mexikanischer Einwanderer
verleiht der Stadt ihr charakteristisches texanischmexikanisches Flair, das sich auch in Speisen und
Musik niederschlägt.
Dallas ist eine der fußballfreudigsten Städte in den
Vereinigten Staaten. Vor zwanzig Jahren wurden die
Kinder der Stadt - und deren Eltern, die die zahlreichen Jugendligen von Dallas organisieren - vom
Fußballfieber erfaßt, und dieser Boom hatte wahrhaft
texanische Ausmaße. Die Zahl der Mannschaften hat
sich seit den siebziger Jahren verzehnfacht, und an
der Zahl der aktiven Jugendmannschaften gemessen
liegt Texas an zweiter Stelle hinter Kalifornien. Die
meisten Amerikaner würde diese Tatsache vermutlich
überraschen, da Dallas in den USA hauptsächlich für
American Football steht, nicht für Fußball.
In Big D wird der American Airlines Dallas Cup
ausgetragen, eines der angesehensten Jugendfußballturniere der Welt, und die Stadt ist auch im
Profifußball bereits in Erscheinung getreten: Gemeinsam mit Mexiko-Stadt war sie 1993 Veranstaltungsort
der Meisterschaft für Nord- und Mittelamerika und die
Karibik (CONCACAF). Im Finale schlug Mexiko die
USA mit 4:0.
Die Weltmeisterschaftsspiele werden im Cotton-BowlStadion mit 72.000 Sitzplätzen stattfinden, wo an

Seite 3

�jedem Neujahrstag zwei der besten College-Footballmannschaften des Landes aufeinandertreffen.
Im Sommer strömen die Besucher nicht nur um des
dort stattfindenden Jahrmarkts willen in den State
Fair Park, sondern auch um die Spitzenaufführungen
von Broadway-Musicals zu erleben, die zu einem
Markenzeichen der Stadt geworden sind. Das
Gebäude des Dallas Theater Center ist einzigartig:
Es ist das einzige Theater, das je von dem berühmten amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright
entworfen wurde.
An Einkaufsmöglichkeiten bietet Dallas unter anderem Nieman-Marcus, das legendäre Kaufhaus der
Stadt, sowie den weitläufigen Market Center-Komplex, in dem sich verschiedene Geschäfte für Damen- und Herrenbekleidung sowie Möbel befinden.
Politisch ist Dallas auf tragische Weise mit einem der
erschütterndsten Momente der amerikanischen
Geschichte verbunden - der Ermordung von Präsident John F. Kennedy während einer Fahrt durch die
Stadt am 22. November 1963. Kennedys Nachfolger
Lyndon B. Johnson bot als Texaner vom Scheitel bis
zur Fußsohle - groß und überwältigend - einen kaum
zu überbietenden Kontrast zu seinem Vorgänger.
Mit einem Besuch der Daley Plaza, dem Ort des
Attentats, und im Gedenkmuseum wenige Häuser
weiter kann der Besucher die Wirrungen des Schicksals nachvollziehen, die der Stadt ihren notorischen
Ruf und dem berühmtesten Politiker aus Texas das
Präsidentenamt einbrachten.

Weitere Informationen über Dallas sind erhältlich bei:
Dallas Convention and Visitors Bureau, Suite 2000,
1201 Elm Street, Dallas, TX 75270; Telefon: 214746-6677.

DETROIT
Detroit - Motown - ist zu Recht stolz auf die Tatsache, daß es Fußballgeschichte machen wird. Im
Silverdome bei Pontiac werden zum ersten Mal
Weltmeisterschaftsspiele in einem völlig überdachten
Stadion ausgetragen. Die Mannschaften werden auf
einer von der University of Michigan entwickelten
besonderen Art von Rasen (Rispengras) spielen, der
in 1.800 sechseckigen Behältern angebaut wurde.
Der Rasen hat sich beim 2:1 Sieg Deutschlands
über England beim US-Cup von 1993 bewährt - so
stellte der deutsche Star Jürgen Klinsmann fest, er
habe noch nie auf einem Platz mit solch perfekten
Verhältnissen gespielt - und die Offiziellen vom
Silverdome sind sich sicher, daß er den harten
Weltmeisterschaftsspielen standhalten wird.

Seite 4

Detroit besitzt renommierte Profimannschaften im
Baseball, Basketball und Eishockey. Im Silverdome
mit seinen 76.000 Zuschauerplätzen wurden bereits
zahlreiche Fußballspiele ausgetragen, bis zurück zu
den Zeiten als dort die Heimspiele von Detroit Express in der North American Soccer League stattfanden.
Die Stadt wurde 1701 von einem Händler names
Cadillac gegründet, der den französischen Pelzhandel
schützen wollte. Der von ihm gewählte Ort lag am
Detroit River, an der wichtigen Wasserstraße zwischen den Großen Seen, die drei Jahrhunderte lang
die wichtigste Verbindung zwischen dem Zentrum des
Landes und dem Atlantik bildete. Vor dem Bürgerkrieg (1861-1865) war die Stadt eine wichtige Station
der "Underground Railroad": Über diesen Weg
gelang es Hunderten von Sklaven, in die Freiheit des
nahen Kanada zu entkommen.
Die Stadt wurde durch die Eisen- und Stahlindustrie
sowie andere Industriezweige rasch industrialisiert
und erlebte ihre erste Blütezeit um die Jahrhundertwende. Dann fuhr im Jahr 1896 Charles B. King in
einer Kutsche ohne Pferde durch Detroit, und die
Stadt machte Geschichte. Die drei großen Automobilhersteller - General Motors, Chrysler und Ford haben ihren Sitz im Einzugsgebiet von Detroit. Die
Region gehört femer zu den führenden Produzenten
von Büromaschinen, chemischen Erzeugnissen,
Eisenwaren, Werkzeugmaschinen und Sanitärausrüstung.
Kanada ist von Detroit aus leicht zu erreichen: die
Stadt ist durch eine Brücke und einen Tunnel mit der
kanadischen Stadt Windsor (Ontario) verbunden.
In den sechziger Jahren entwickelte eine Gruppe von
Musikern aus Detroit den charakteristischen MotownSound (abgeleitet von dem Begriff "Motor Town"), der
von Gruppen und Interpreten wie den Temptations,
Smokey Robinson and the Miracles, Marvin Gaye,
Aretha Franklin und den Jackson Five weltweit
berühmt gemacht wurde. Darüber hinaus ist Detroit
Sitz solch renommierter Institutionen wie des Detroit
Institute of Arts, der Detroit Symphony und der
Cranbook Academy of Art.
Für Freizeitaktivitäten bietet sich der 400 Hektar
große Belle Isle Park an, der mit seinen schönen
Stränden, dem Jachthafen, einem Zoo, Aquarium und
Botanischen Garten sowie Sommerkonzerten Tausende von Besuchern anzieht. Der Detroit River wird
von Vergnügungsdampfern und Frachtschiffen, die
zwischen den Großen Seen fahren, stark frequentiert;
durch die Öffnung des St.-Lorenz-Kanals im Jahr
1959 wurde Detroit zum internationalen Seehafen.

AMERIKA DIENST 19

�Weitere interessante Stätten sind das Henry and
Edsel Ford Auditorium, wo das Detroit Symphony
Orchestra spielt, das Kongreß- und Ausstellungsgebäude Cobo Hall sowie ein 73stöckiges Hotel, das
im Renaissance Center am Flußufer integriert ist.
Für Autoliebhaber ist das Henry Ford Museum
sicherlich einen Besuch wert, während das angrenzende Greenfield Village Rekonstruktionen amerikanischer Häuser und alter Handwerkskünste beherbergt.
In Detroit befinden sich die Wayne State University,
die University of Detroit und das Detroit College of
Law. Das unweit von Detroit gelegene Ann Arbor
beherbergt die renommierte University of Michigan.
Weitere Informationen über die Region Detroit
können angefordert werden bei: Metropolitan Detroit
Convention and Visitors Bureau, 100 Renaissance
Center, Suite 1900, Detroit, MI 48243-1056; Telefon:
313-259-4333.
LOS

ANGELES

Los Angeles, LA, Stadt der Engel - sie ist eine der
bekanntesten, am wenigsten verstandenen und
ethnisch vielfältigsten Städte der Welt. Als Unterhaltungshauptstadt Amerikas bietet diese Stadt rund um
die Uhr einen Cocktail aus Fakten und Fiktionen und
verbindet die Realität so nahtlos mit der Illusion, daß
der Unterschied zwischen beiden nicht immer eindeutig zu klären ist.
Eines steht jedoch fest: Im Sommer 1994 wird die
Stadt Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft sein.
Es werden Vorrundenspiele, ein Halbfinalspiel sowie,
am 16. und 17. Juli 1994, die beiden Finalspiele dort
stattfinden. Sie werden im Rose-Bowl-Stadion mit
seinen 102.000 Sitzplätzen ausgetragen, das rund
16 Kilometer nördlich vom Stadtzentrum liegt.

den Städten der Vereinigten Staaten weist Los
Angeles heute die zweithöchste Bevölkerungszahl auf
- in ihrem Einzugsgebiet leben nahezu 15 Millionen
Menschen.
Das milde Wetter Südkaliforniens und die spektakuläre Lage zwischen den San-Gabriel-Bergen und dem
Pazifik verleihen Los Angeles bereits seit langem
große touristische Bedeutung. Sonne und Sand
laden den Besucher ein - mit Santa Monica, Malibu
und Venice als populären Stränden zum Schwimmen,
Surfen, Volleyballspielen, zum Rollerbladefahren, um
Menschen bei ihren Aktivitäten zuzusehen oder
einfach die entspannte und freundliche Atmosphäre
Südkalifomiens auf sich wirken zu lassen.
Pasadena, der Vorort, in dem sich das Rose-BowlStadion befindet, ist auch der Sitz des weltberühmten
California Institute of Technology (Caltech). Andere
renommierte Universitäten der Umgebung sind
beispielsweise die University of California at Los
Angeles (UCLA), das Claremont College, das Occidental College und die University of Southern California. An jedem Neujahrstag wird in Pasadena die
Tournament of Roses Parade abgehalten, deren
Festwagen vollständig aus Blumen gefertigt sind.
Nach der Parade findet im Stadion ein landesweit im
Fernsehen übertragenes Endspiel zweier CollegeFootballmannschaften (das Rose-Bowl-Spiel) statt.
Die Region von Los Angeles hat bereits eine stolze
Tradition als Ausrichter von Sportveranstaltungen
vorzuweisen, darunter die Olympischen Spiele von
1932 und 1984. Gemäß ihrem Image als Mekka von
Aktivitäten im Freien nimmt der Sport einen wichtigen
Stellenwert im Leben der Stadt ein. Zu den Profimannschaften gehören die Lakers und die Clippers
(Basketball), die Dodgers und die Angels (Baseball),
die Rams und die Raiders (American Football) und
die Kings (Eishockey).
Auch Fußball ist sehr populär. Mehrere Spieler der
amerikanischen Nationalmannschaft stammen aus
Kalifornien, und die unlängst eröffnete nationale
Fußballeinrichtung befindet sich im nahegelegenen
Mission Viejo.

Los Angeles wurde im Jahr 1771 von spanischen
Missionaren gegründet, die ihre Gemeinde Stadt der
Engel nannten. Sie war mehrmals Hauptstadt der
mexikanischen Provinz Atta California, bis die
Region in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts
Teil der Vereinigten Staaten wurde. Ein halbes
Jahrhundert später gewann die Stadt durch die
Entdeckung von Ölvorkommen an Bedeutung. Es
war jedoch der Einzug der Filmindustrie in Hollywood in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts,
der Los Angeles weltweit bekannt machte.

Los Angeles ist eine Stadt mit zahlreichen charakteristischen Stadtvierteln, darunter das East Los
Angeles der Latinos, Chinatown und Little Tokyo. In
der Innenstadt befinden sich ferner die historische
Old Plaza und die Olvera Street, wo noch das Flair
der alten Siedlung aus der Kolonialzeit zu spüren ist.

Die Stadt ist seit 1950 stark gewachsen, als sich
Amerikaner und Einwanderer aus der ganzen Welt
vom LA-"Lifestyle" - jenem Inbegriff kalifornischer
Lebensart - wie magisch angezogen fühlten. Unter

Ein Besuch in Los Angeles wäre nicht vollständig
ohne einen Abstecher ins nahegelegene Hollywood.
Touristen gehen gerne den Walk of Farne entlang,
wo die Fußabdrücke von Unterhaltungsstars in Beton

AMERIKA DIENST 19

Seite 5

�verewigt sind oder bronzene Sterne auf dem Bürgersteig des Hollywood Boulevard und anliegender
Straßen die Namen von Größen des Showbusiness
tragen. In der Nähe befindet sich Mann's (früher
Graumann's) Chinese Theater, dessen verblaßte
Eleganz von den Weltpremieren kündet, die einst
hier stattfanden.
Um Filmgeschichte bei ihrer Entstehung zu erleben,
kann der Besucher sich die Kulissen der im Norden
von Hollywood gelegenen Universal oder WarnerBrothers-Studios ansehen. Alle drei großen amerikanischen Fernsehstationen haben ebenfalls Studios
in Los Angeles und bieten freie Eintrittskarten zu
Game Shows, Talkshows mit berühmten Persönlichkeiten oder Comedy-Serien, die vor einem Studiopublikum aufgezeichnet werden.
Bei einer Bustour zu den Villen von Beverly Hills und
Bei Air westlich von Hollywood kann man vielleicht
einen Blick auf einen der berühmten Stars der Stadt
werfen. Im Herzen von Beverly Hills liegt die exklusive Einkaufsgegend des Rodeo Drive. Andere
Viertel mit Kunstgalerien, Boutiquen und eleganten
Restaurants befinden sich am Wilshire-, Santa
Monica- und La Cienega-Boulevard, alles liegt in
Hollywood und vor der dorfähnlichen Kulisse von
Westwood nahe beieinander.
Los Angeles hat außerdem ein eindrucksvolles
kulturelles Spektrum zu bieten. In der Nähe des
Finanzviertels liegt das Los Angeles County Music
Center for the Performing Arts mit dem Dorothy
Chandler Pavilion - dort findet jedes Jahr die Verleihung der Oscars statt. Das Mark Taper Forum, in

dem Dutzende von Theatertruppen auftreten, ist das
größte Theater der Stadt.
Das neueste kulturelle Juwel von Los Angeles, das
Museum of Contemporary Art, befindet sich in der
Innenstadt, während der größte Kunstausstellungskomplex der Stadt, das Los Angeles County Museum
of Art, am exklusiven Wilshire Boulevard liegt. Das
Museum besteht aus vier Gebäuden mit umfangreichen Sammlungen, die von Kunstschätzen der Antike
bis zu zeitgenössischen Werken reichen. Neben dem
Museum kann man die La Brea Tar Pits besuchen,
wo prähistorische Säugetiere, die sich das falsche
Wasserloch ausgesucht hatten, seither als Fossilien
ruhen.
Die ausgedehnteste Attraktion der Stadt und zugleich
der größte städtische Park der Vereinigten Staaten ist
der Griffith Park, der sich über zerklüftetes, gebirgiges Gelände ausbreitet. Ein weiterer malerischer
Aussichtspunkt ist der Mulholland Drive auf dem
Scheitelpunkt der Hollywood Hills, der besonders bei
Nacht spektakuläre Ausblicke auf die Stadt ermöglicht. Im südlich der Stadt gelegenen Anaheim
befindet sich die populärste Attraktion Kaliforniens,
Disneyland, wo sich riesige Menschenmassen an den
Themenparks Magic Kingdom, Adventureland,
Frontiertand, Fantasyland und Tomorrowland erfreuen.
Weitere Informationen sind beim Greater Los Angeles
Convention and Visitors Bureau, 633 W. 5th St., Suite
6000, Los Angeles, CA, 90071, Telefon: 800-2282452, erhältlich.

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Seite 6

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AMERIKA DIENST 19

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              <text>&lt;strong&gt;1. Friedensoperationen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Politik der Clinton-Administration zur Reform von Friedensoperationen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bericht der US-Regierung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Rassendiskriminierung&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Senat soll Konvention über Rassendiskriminierung unterstützen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache von John Shattuck&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Verbrechensbekämpfung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nachrichtendienste und Strafverfolgung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von CIA-Direktor Woolsey&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Terrorismus&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Terrorismus weiterhin globales Problem&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Jahresbericht des Außenministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Porträt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Designierter oberster Richter ist pragmatischer Architekt des Konsenses&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt von Stephen Breyer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;6. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Umweltverträgliche Entwicklung - eine Illusion&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Thomas J. DiLorenzo&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;7. Fußball&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Austragungsorte des World Cup 1994&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Neun amerikanische Städte im Porträt (I)&lt;/em&gt;</text>
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