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amcrika
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

S T » N *'

Z12462 C

13. April 1994

14

&gt;

BOSNIEN

CLINTON: LUFTANGRIFFE DER NATO
IM EINKLANG MIT UNO-POLITIK
Erklärungen des Präsidenten

LAKE: BOSNISCH-KROATISCHES
ABKOMMEN SETZT SERBEN UNTER
DRUCK
Rede an der Johns Hopkins
University

ABRÜSTUNG

DAS NUNN-LUGAR-PROGRAMM
Übersicht des Amts für
Rüstungskontrolle und
Abrüstung

EXPORTKONTROLLEN

USA UND VERBÜNDETE
GRÜNDEN NEUE
EXPORTKONTROLLGRUPPE
Ankündigung des
Wirtschaftsministeriums

MENSCHENRECHTE

FÖRDERUNG VON DEMOKRATIE UND
MENSCHENRECHTEN
John Shattuck über das Hauptziel
der US-Außenpolitik
bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-33923 72
Fax:0228-33 4102

�.

DROGEN

WICHTIGE UND DAUERHAFTE
ERFOLGE BEIM KAMPF GEGEN
DROGEN ERZIELT
Bericht des Außenministeriums

BILDUNG

CLINTON UNTERZEICHNET GESETZ
FÜR UMFASSENDE REFORM DES
BILDUNGSWESENS
"Goals 20Ö0" stellt neue Normen auf

LANDESKUNDE

HAUPTSTADTBESUCHE
von Patricia Harris und David Lyon

4

&amp;

Wir bitten unsere Leser um Verständnis,
daß der Amerika Dienst letzte Woche aus
technischen Gründen nicht erscheinen konnte.

r

*.

�BOSNIEN
13. April 1994

CLINTON: LUFTANGRIFFE DER NATO
IN EINKLANG MIT UNO-POLITIK
Erklärungen des Präsidenten
WASHINGTON - (AD) - Die jüngsten Luftangriffe der NATO gegen serbische Ziele in Bosnien waren "eine
direkte Antwort" auf die Bitte um Luftunterstützung von General Michael Rose, dem UN-Kommandeur in
Bosnien, und wurden "voll und ganz im Einklang" mit der bestehenden UN-Politik durchgeführt, erklärte
Präsident Clinton.
Bei einem Phototermin im Weißen Haus am 11. April 1994 erläuterte der Präsident, warum die NATOLuftstreitkräfte zum zweiten Mal binnen 24 Stunden auf eine Bitte der UN-Schutztruppe UNPROFOR reagierten.
"Die andauernde Bombardierung Gorazdes durch die Serben gefährdete das dort stationierte UN-Personal",
stellte Clinton fest. Die Vereinten Nationen, betonte er, "wollen die Serben zur Einstellung der Bombardierung
... zum Rückzug und zur Wiederaufnahme der Verhandlungen veranlassen".
In einer am 10. April 1994 nach dem NATO-Luftangriff gegen die Gorazde belagernden serbischen Streitkräfte
abgegebenen Erklärung äußerte Clinton, das Vorgehen des Bündnisses sei "ein klarer Ausdruck des Willens
der NATO und ein eindeutiger Appell an die Serben, sich aus Gorazde zurückzuziehen und die Verhandlungen
wiederaufzunehmen".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärungen von Präsident Clinton im Wortlaut.

Frage: Was können Sie uns zu den jüngsten
Luftangriffen in Bosnien sagen?
Antwort: Die jüngsten Luftangriffe waren eine
direkte Antwort auf General Roses Bitte um
Luftunterstützung. Die andauernde Bombardierung
Gorazdes durch die Serben gefährdete das dort
stationierte UNO-Personal, und die Luftangriffe
wurden voll und ganz im Einklang mit der
bestehenden UN-Politik durchgeführt.
Frage: Können Sie uns sagen, wieviele Flugzeuge
welcher Art eingesetzt und welche Ziele getroffen
wurden?

ermutigen die Serben zum Rückzug aus der
Schutzzone sowie zur Wiederaufnahme der
Verhandlungen und Einstellung der Bombardierung.
Wenn die Vereinten Nationen bei der Durchführung
ihrer Aufgabe einem Risiko ausgesetzt werden,
können sie um Luftunterstützung der NATO bitten.
Das haben sie getan, und wir haben alles in unserer
Macht Stehende getan, um diese Unterstützung
bereitzustellen.
Frage: Sind wir nur um das UNO-Personal besorgt?

Antwort: Sie haben Ziele getroffen, und über die
Einzelheiten werden Sie noch informiert.

Antwort: Die UNO-Resolution erteilt der NATO die
Befugnis zu handeln. Wir handeln ausschließlich im
Rahmen der vom Sicherheitsrat verabschiedeten
bestehenden UNO-Resolution.

Frage:
Werden die Vereinten Nationen die
Einwohner von Gorazde verteidigen?

Frage: Würde man wie in Sarajevo eine Sperrzone
um Gorazde errichten?

Antwort:
Die Vereinten Nationen führen ihre
Mission dort aus und versuchen, Gorazde wieder
wie vereinbart zu einer Schutzzone zu machen. Sie

Antwort: Die Vereinten Nationen wollen die Serben
zur Einstellung der Bombardierung, zum Rückzug
und zur Wiederaufnahme der Verhandlungen

AMERIKA DIENST 14

Seite 1

�veranlassen. Ich möchte es nicht unbedingt mit
Sarajevo vergleichen. Es gibt einige taktische und
faktische Unterschiede. Die NATO hat nur auf die
Bitte um Luftunterstützung bei der Durchführung der
UNO-Mission reagiert.
Frage: Haben Sie mit Präsident Jelzin über diese
jüngsten...
Antwort: Nein, ich habe gestern abend mit ihm
gesprochen, und heute ist er nicht in der Stadt. Wir
hatten gestern abend ein ziemlich langes Gespräch.
Ich habe ihm erklärt, daß sich die Situation von der
in Sarajevo unterscheidet. Es gab eine gültige UNPolitik, die gleiche Politik, gemäß der wir handelten,
als die Flugzeuge vor einigen Wochen
abgeschossen wurden, daß wir aber meines
Erachtens enge Koordinierung mit den Russen
haben sollten. Schließlich sind die Russen Teil der
UNPROFOR-Delegation hier. Sie haben Soldaten
am Boden in Bosnien stationiert. Wir hatten ein
gutes Gespräch. Meines Wissens wurden heute
zwischen dem amerikanischen Außenminister und
seinem Amtskollegen sowie zwischen den
Verteidigungsministern weitere Gespräche geführt.
Sie haben eine entscheidende Rolle zu spielen,
wenn die Friedensgespräche wiederaufgenommen
werden, was ich hoffe.
Wie gesagt, wir hatten ein gutes Gespräch. Ich
habe ihm erklärt, was geschehen ist. Am Anfang
war er - glaube ich - besorgt, daß er nicht vorher
darüber informiert worden war. Ich habe genau
erläutert, was geschehen ist - daß die Vereinten
Nationen darum gebeten haben und Generalsekretär
Boutros-Ghali am Tag davor eine Presseerklärung
herausgegeben hatte, in der er sich für diese Aktion
aussprach, wenn die Bombardierung nicht eingestellt
würde, General Rose die entsprechende
Genehmigung von den Zivilbehörden in Bosnien
erhalten hatte, zu dieser Aktion Befugnis erteilt
wurde und ich in der Annahme war, daß die
Vereinten Nationen alle UNPROFOR-Mitglieder
darüber in Kenntnis gesetzt hätten, es sich aber um
nichts Neues oder anderes handelte.
In solchen Fällen hat man oft nicht viel Zeit. Wie Sie
wissen, hatten wir nur etwa eine halbe bis
anderthalb Stunden für die Entscheidung. Ich weiß
nicht genau, wieviel Zeit, aber wir haben meines
Erachtens unter den Umständen absolut richtig
reagiert.
Während heute Verhandlungen über einen
Waffenstillstand in Bosnien geführt wurden,
begannen die Serben einen neuen Angriff auf
Gorazde. Diese Angriffe haben zu vielen Opfern
geführt und das dortige UNO-Personal gefährdet.

Seite 2

Der Kommandeur der UNPROFOR, General Rose,
ersuchte und erhielt von den UN-Zivilbehörden die
Genehmigung für Luftunterstützung durch die NATO.
Entsprechend der derzeitigen Befugnis und Politik
reagierten die Streitkräfte der NATO unverzüglich.
Unter dem Kommando der NATO stehende
amerikanische F-16-Kampfflugzeuge griffen
mindestens ein von der UNPROFOR identifiziertes
Ziel an. Der NATO unterstehende französische
Flugzeuge nehmen keine Einschätzung der
entstandenen Schäden vor.
Wir haben erklärt, wir würden handeln, wenn wir
darum gebeten würden. Jetzt haben wir das getan
und werden es wieder tun, wenn man uns darum
ersucht. Die Serben sollten ihre Angriffe auf Gorazde
einstellen und sich zurückziehen. Die Gespräche
über eine Beendigung der Feindseligkeiten in
Bosnien sollten wiederaufgenommen werden. Wir
befanden uns bei diesen Gesprächen an einem
wichtigen Punkt, als diese Angriffe ihren Verlauf
unterbrachen, und ich hoffe stark, daß die Angriffe
jetzt eingestellt werden, die Serben sich zurückziehen
und die Gespräche über eine Einstellung der
Feindseligkeiten fortgesetzt werden.
Ich habe viel Vertrauen in die Entschlossenheit von
General Rose. Wir unterstützen ausdrücklich seine
Entscheidung, und ich begrüße die schnelle Reaktion
der Zivilbehörden der Vereinten Nationen.
Frage: Was denken Sie über eine serbische
Vergeltung?
Antwort: Wir haben keinen Grund, damit zu
rechnen. Wir haben Vergeltung geübt. Die Vereinten
Nationen haben eindeutig klargestellt, daß sich UNOPersonal in Gorazde befand und ein Angriff auf die
Stadt als eindeutige Verletzung der Regeln
interpretiert würde. Und es geschah trotzdem.
General Rose bat um Luftunterstützung, die
Zivilbehörden genehmigten sie prompt und wir
unterstützten sie.
Frage: Nach dem Luftangriff gab es Berichte, es
seien Luftabwehrraketen in die Vorstädte geschossen
worden - auf die Häuser.
Antwort: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht
bestätigen.
Frage: Herr Präsident, wußten sie von dem
Luftangriff, bevor er begann?
Antwort: Wir wußten vor seinem Beginn, daß
General Rose darum gebeten hatte. Es geschah
alles sehr schnell. Es verging nicht viel Zeit zwischen
seinem Ersuchen um Unterstützung durch die

AMERIKA DIENST 14

�Zivilbehörden und ihre Gewährung. Wir haben diese
Entwicklung genau verfolgt.
An zwei
aufeinanderfolgenden Tagen - Donnerstag und
Freitag - habe ich mit dem Außenminister, dem
Verteidigungsminister und dem Nationalen
Sicherheitsberater über dieses Thema gesprochen.
Ich wurde gestern informiert, und wir sprachen heute
morgen erneut zusammen. Es wurde klar, daß
General Rose wahrscheinlich das Ersuchen stellen
würde, und als er das tat, wurden wir informiert,
sobald Herr Akashi ihm stattgab.

Frage: Sind Sie der Ansicht, daß der Angriff in
Bosnien ein einmaliger Vorfall war? Glauben Sie,
daß wir unsere Luftstreitmacht dort erneut einsetzen
müssen?

Frage: Was wird ihrer Meinung nach als nächstes
geschehen? Glauben Sie, daß das alles war, oder
fürchten Sie, die NATO muß erneut zuschlagen?
Antwort: Das weiß ich nicht. Wir müssen fest
bleiben. Wir haben in der Vergangenheit gesehen,
daß es den Verhandlungen förderlich war, wenn wir
eine UNO-Mission entschieden unterstützten.
Genau das versuchen wir: Die Verhandlungen zu
fördern.
Ich würde gerne noch einen weiteren Kommentar
anfügen. Wie Sie alle wissen, liegt uns die
Sicherheit der in Ruanda lebenden Amerikaner sehr
am Herzen. Soweit wir wissen, sind die letzten
Konvois mit allen Amerikanern, die das Land
verlassen wollen, entweder bereits in Burundi oder
auf dem Weg dorthin.

*

AMERIKA DIENST 14

Im Namen unserer ganzen Nation möchte ich
unserem Botschafter in Ruanda, Botschafter Rawson,
ein besonderes Wort des Dankes dafür aussprechen,
wie er mit den Problemen umging und die Sicherheit
der amerikanischen Bürger in dieser äußerst
schwierigen Situation garantierte. Darüber kann
morgen vielleicht noch mehr gesagt werden. Zum
jetzigen Zeitpunkt sollten wir ihm alle für das dankbar
sein, was er für die Sicherheit unserer Bürger getan
hat.

Antwort: Meines Erachtens müssen wir dazu bereit
sein. Ich habe jedoch keinen Grund, die eine oder
andere Ansicht zu vertreten.
Ich bin nicht
hoffnungsvoll und nicht skeptisch. Ich bin lediglich
der Meinung, daß die Führung dort nicht sehr straff
ist, die Kommunikationswege nicht so lückenlos.
Vielleicht geschah etwas, für das von seiten der
Kommandozentrale der bosnischen Serben keine
Genehmigung erteilt wurde. Meines Erachtens ist
das ein klarer Ausdruck des Willens der NATO, der
Vereinten Nationen und der UNPROFOR-Operation.
Es ist ein eindeutiger Appell an die Serben, sich aus
Gorazde zurückzuziehen und die Verhandlungen
wiederaufzunehmen.

* * *

*

Seite 3

�BOSNIEN
13. April 1994

LAKE: BOSNISCH-KROATISCHES ABKOMMEN
SETZT SERBEN UNTER DRUCK

Rede an der Johns Hopkins University
BALTIMORE - (AD) - Dem Nationalen Sicherheitsberater Anthony Lake zufolge ändert das bosnisch-kroatische
Abkommen "das Kräfteverhältnis in dem Gebiet und übt auf die Serben größeren Druck aus, an den
Verhandlungen über ihren künftigen Status in Bosnien teilzunehmen".
In einer am 7. April 1994 an der Johns Hopkins University in Baltimore (Maryland) gehaltenen Rede erklärte
Lake, obwohl es in einigen bosnischen Städten Fortschritte im Zusammenhang mit einem Waffenstillstand und
den Hilfslieferungen gebe, stehe der Fortschritt in anderen Gebieten, in denen ethnische Säuberungen und die
Kämpfe andauern, "weiterhin auf tönernen Füßen".
Lake umriß vier von den Vereinigten Staaten in Bosnien verfolgte Ziele:
"Serbien und den bosnischen Serben gegenüber klarstellen, daß die Kosten fortgesetzter Kompromißlosigkeit
hoch sind."
"Die Effektivität des NATO-Engagements durch verbesserte Koordinierung mit den Vereinten Nationen erhöhen."
Die Intensivierung der "diplomatischen Bestrebungen zur Einbeziehung der Serben" gleichzeitig mit den
europäischen Verbündeten und Rußland.
Die Vorbereitung einer möglichen Dislozierung von NATO-Truppen, einschließlich amerikanischer Truppen, zur
Durchsetzung des Friedens, während die Parteien auf eine Lösung hinarbeiten.
Nachfolgend veröffentlichen wir den vom Weißen Haus freigegebenen Redetext im Wortlaut.

Es ist mir eine Ehre, hier an der Johns Hopkins
University sprechen zu dürfen. Im vergangenen
Jahr habe ich den Studenten aus dem ganzen Land
eine einfache Botschaft vermittelt: Ihre Generation
muß sich engagieren, sich für die Welt als Ganzes
interessieren, sich an der Gestaltung unserer
Außenpolitik beteiligen. Denn zum gegenwärtigen
Zeitpunkt ist die Führungsrolle Amerikas in der Welt
wichtiger als je zuvor.
Auf einem Campus, aus dem so viele führende
Persönlichkeiten dieser Nation hervorgegangen sind,
erneuere ich diesen Appell an Ihr Engagement. Und
ich möchte heute insbesondere über den Konflikt im

AMERIKA DIENST 14

ehemaligen Jugoslawien und das amerikanische
Interesse an seiner Beilegung sprechen.
Seit nahezu drei Jahren werden die Nationen dieser
Region von Krieg zerrüttet. Wir können uns nur an
wenige Konflikte erinnern, die ein derartiges
Gemetzel verursacht haben. Wir haben alle die
Bilder von blutbefleckten
Märkten
und
blutüberströmten Zivilisten gesehen, die von
Heckenschützen niedergeschossen wurden. Wir alle
waren erschüttert über die schrecklichen Berichte von
Massenvergewaltigungen, Konzentrationslagern und
ethnischen Säuberungen. Unsere Herausforderung

Seite 1

�besteht darin, diese Empörung für klare Analysen
und entschlossenes Handeln zu nutzen.
Die Kampfhandlungen in Bosnien sind Teil einer
längeren Geschichte von Wandel und Konflikt in
diesem Gebiet. In Europa und auf der ganzen Welt
hat das Ende des Kalten Krieges Millionen
Menschen befreit und neue Chancen für mehr
Sicherheit geschaffen.
Es hat aber auch
nationalistischen Haß freigesetzt.
Nirgends waren die Konsequenzen tragischer als im
ehemaligen Jugoslawien. Dort haben durch
serbische Aggression angeheizte nationalistische
und religiöse Spannungen zu brutalen Kämpfen und
einer massiven Verschleppung von Zivilisten geführt.
Mehr als 115.000 Menschen haben in diesem Krieg
ihr Leben verloren. Mehrere Millionen wurden zum
Verlassen ihrer Häuser gezwungen. Man kann
jedoch die zerstörten Hoffnungen und ausgelöschten
jungen Leben nicht in Zahlen ausdrücken,
ebensowenig wie die langsame und schreckliche
Unterminierung des grundlegenden Anstands und
der menschlichen Zivilisation, die dieser Krieg
herbeiführte.
Wenn uns dieses Jahrhundert etwas gelehrt hat,
dann die Tatsache, daß Amerika es sich nicht leisten
kann, die Konflikte in Europa zu ignorieren. Der
fünfzigste Jahrestag der Invasion in der Normandie
erinnert uns daran, daß die Sicherheit unserer
Nation weiterhin mit der Sicherheit und dem Frieden
in Europa verbunden ist. Und in dieser Ära besteht
unsere Aufgabe nicht nur in der Aufrechterhaltung
des erforderlichen Kräfteverhältnisses, sondern auch
im Umgang mit einer Welt, in der die meisten
Auseinandersetzungen interne Konflikte sind.
Wie der Präsident wiederholt erklärte, stehen für die
Vereinigten Staaten im bosnischen Konflikt deutliche
Interessen auf dem Spiel. Zunächst sind wir daran
interessiert, die Ausweitung eines Krieges zu
verhindern, der unsere Verbündeten einbeziehen
und die Stabilität der neuen demokratischen Staaten
Mittel- und Osteuropas bedrohen könnte. In keiner
Region ist der Erfolg von Demokratie und
Marktwirtschaft wichtiger. Durch die Beteiligung an
den Bestrebungen zur Lösung des Krieges in
Bosnien tragen wir zur Verteidigung der historischen
Reformen in Nachbarstaaten wie Bulgarien, Ungarn
und Rumänien bei - Nationen, deren Sicherheit für
unsere eigene von großer Bedeutung ist.
Für uns stehen in Bosnien auch andere Interessen
auf dem Spiel. Wir haben ein Interesse daran zu
zeigen, daß die NATO - das größte Militärbündnis
der Geschichte - eine glaubwürdige Kraft für den
Frieden in diesem Zeitalter darstellt. Wir haben ein

Seite 2

Interesse
daran, zur
Eindämmung
des
Flüchtlingsstroms in ganz Europa beizutragen. Und
wir haben ein humanitäres Interesse an der
Beendigung des fortgesetzten Gemetzels an
Unschuldigen.
Obwohl diese
Interessen keine unilaterale
amerikanische Intervention rechtfertigen, rechtfertigen
sie ein starkes amerikanisches Engagement und eine
Führungsrolle unseres Landes. Aus diesem Grund
hat Präsident Clinton in seiner Wahlkampagne die
Vereinigten Staaten dringend aufgefordert, sich
aktiver zu engagieren. Aus diesem Grund haben wir
unter Präsident Clinton aktiv Anteil an den
Bestrebungen zur Beendigung des Konflikts
genommen.
Aus diesem Grund hat der Präsident deutlich
gemacht, daß die Vereinigten Staaten für den Fall,
daß die Parteien eine tragfähige, durchsetzbare
Friedenslösung finden, im Rahmen der NATO zur
Dislozierung von Truppen zu ihrer Umsetzung bereit
sind.
Wenn wir die Entsendung von Truppen zur
Durchsetzung einer Lösung in Erwägung ziehen,
müssen wir uns über die Ursprünge und Natur dieses
verworrenen Konflikts ebenso im klaren sein, wie wir
es vorher über unsere Interessen in dieser Region
waren. Ich möchte Ihnen einen kurzen Überblick
geben.
Als 1991 in Jugoslawien ein halbes Jahrhundert
kommunistischer Herrschaft endete, begann der
Balkan wieder einmal auseinanderzubrechen. Unter
den jugoslawischen Serben fing der Nationalismus
erneut Feuer.
Die von Serben beherrschte
Bundesarmee und die von Demagogen angeführten
paramilitärischen Einheiten der Serben schürten die
Flammen des Krieges, als mehrere Republiken des
Landes - Slowenien, Bosnien und Kroatien - nach
Unabhängigkeit strebten.
Die ersten Kämpfe begannen im Juni 1991, als
Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit
erklärten. Nach mehreren Monaten zog sich die
Bundesarmee aus Slowenien zurück und erkannte
damit stillschweigend die Unabhängigkeit des Staates
an. In Kroatien einigten sich nach mehrmonatigen
Kämpfen und dank der diplomatischen Bemühungen
von Cyrus Vance und anderen führende serbische
und kroatische Politiker auf einen Waffenstillstand
und die Entsendung von UN-Blauhelmen. Für die
Situation in Kroatien ist noch keineswegs eine
Lösung gefunden worden, sie hat sich jedoch
verbessert.
In Bosnien geht das Blutvergießen jedoch weiter.
Früher war Bosnien ein Staat, in dem Kroaten,

AMERIKA DIENST 14

�Serben und Muslime friedlich Seite an Seite lebten.
Die bosnische Hauptstadt Sarajevo war vor zehn
Jahren Gastgeber der Olympischen Spiele und ein
Denkmal für Toleranz und Brüderlichkeit. Als sich
Bosnien im Februar 1992 jedoch für die
Unabhängigkeit entschied, reagierten die Serben mit
Gewalt. Einige fürchteten um ihren Status als
Minderheit, trotz Bosniens Status als multiethnische
Demokratie. Andere in Bosnien und Serbien sahen
eine Chance, ihren Traum von einem "Großserbien"
zu verwirklichen. Als Folge davon tauchte Bosnien
in eine dunkle Nacht des Terrors ein.
Während des Frühjahrs und Sommers 1992
arbeiteten die Europäische Gemeinschaft und die
Vereinten Nationen erfolglos an einer diplomatischen
Lösung. Eine Waffenstillstandsvereinbarung nach
der anderen wurde gebrochen. In dieser ganzen
Zeit wuchs die Entrüstung der internationalen
Staatengemeinschaft über die von den Serben
initiierte brutale Belagerung und die ethnischen
Säuberungen. Quälende Bilder ausgemergelter
muslimischer Gefangener verfolgten uns. Und das
Gespenst unkontrollierter serbischer Aggression in
anderen Teilen des Balkans bedrohte unsere
Interessen. Im Oktober 1992 hatten die Serben
nahezu 70 Prozent Bosniens in ihren Besitz
gebracht.
In dieser Anfangsphase, als Präventivmaßnahmen
noch die größte Erfolgschance hatten, forderte Bill
Clinton eine energischere Reaktion des Westens.
Seit seiner Amtsübernahme hat der Präsident
mehrere Bestrebungen unternommen, um ein
friedliches Ende des Konflikts herbeizuführen.
Haben wir alle die Fortschritte gemacht, die wir uns
im vergangenen Jahr gewünscht haben? Nein.
Haben wir etwas bewirkt? Das denke ich schon.
Erstens hat die Administration das Leiden der
Menschen in Bosnien gemildert. Die Vereinigten
Staaten riefen ein innovatives Programm für den
Abwurf humanitärer Güter ins Leben und beteiligten
sich an einer Luftbrücke - der längsten in der
Geschichte - um das Los der Einwohner im
belagerten Sarajevo zu verbessern. Im Rahmen der
Operation Provide Promise haben amerikanische
Flugzeuge gemeinsam mit UN-Friedenstruppen in
Tausenden von Flügen Lebensmittel, Brennstoff,
Medikamente und andere Hilfsgüter geliefert.
Zweitens haben wir mit den Vereinten Nationen und
der Europäischen Union zusammengearbeitet, um
die Sanktionen gegen Serbien zu verschärfen und
ihre Umsetzung zu verbessern. Diese Sanktionen
haben effektiv sämtliche Lieferungen außer
humanitären Hilfsgütern unterbunden. Sie zwangen

AMERIKA DIENST 14

zu drakonischen Sparmaßnahmen und trieben die
Wirtschaft Serbiens in eine Hyperinflation.
Die
Industrieproduktion brach zusammen.
Der
Schiffsverkehr kam zum Erliegen. Als Folge davon
machte die serbische Regierung die Aufhebung der
Sanktionen zu einem ihrer wichtigsten Anliegen.
Drittens haben wir uns bemüht, diejenigen vor Gericht
zu bringen, die für das Gemetzel an Unschuldigen
verantwortlich sind. Im vergangenen Jahr führte das
beständige Engagement der Vereinigten Staaten zur
Schaffung eines Kriegsverbrechertribunals der
Vereinten Nationen. Die Vereinigten Staaten haben
einen signifikanten Beitrag zur Finanzierung und
personellen Besetzung des Tribunals gemacht sowie
Informationen bereitgestellt, die bei der
strafrechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechern
behilflich sein sollten.
Viertens haben wir uns um die Verhinderung der
Ausweitung des Konflikts bemüht. Im serbischen
Kosovo haben die Serben die Menschenrechte der
albanischen Minderheit systematisch unterdrückt. Die
Serben drohten mit derselben Art von ethnischen
Säuberungen, die sie andernorts durchführten. Aus
diesem Grund haben wir unsere Position - tatsächlich
unsere Warnung - erneut bekräftigt, welche die
vorherige Administration gegen die Ausweitung des
Kosovo-Konflikts durch die Serben aussprach. Und
wir haben mehrere Hundert amerikanische Soldaten
zu einer präventiven Friedenstruppe in der
jugoslawischen Nachbarrepublik
Makedonien
beigesteuert.
Fünftens haben wir den Umfang des amerikanischen
diplomatischen Engagements erhöht. Im Februar
vergangenen Jahres entsandte Präsident Clinton
einen Unterhändler zu den Friedensbestrebungen der
Vereinten Nationen und den Vermittlern der EU. Seit
dieser Zeit haben wir Versuche zurückgewiesen, die
Muslime in Bosnien zur Annahme einer ungerechten,
nicht durchsetzbaren Lösung zu drängen.
Sechstens haben wir die Macht der NATO in den
Dienst der Diplomatie gestellt. Mit unseren NATOVerbündeten haben wir eine Flugverbotszone über
Bosnien durchgesetzt - und die Ernsthaftigkeit dieses
Unternehmens unter Beweis gestellt, als die
Jagdflugzeuge der NATO am 28. Februar vier
serbische Jagdbomber abschössen.
Im letzten
Sommer signalisierte die NATO Entschlossenheit, die
Abschnürung Sarajevos und anderer Schutzzonen zu
verhindern. Die NATO stimmte darüber hinaus zu,
fürTausende mutiger UN-Friedenstruppen in Bosnien
Luftüberwachung bereitzustellen.
Und am 9. Februar dieses Jahres stellte die NATO
ermutigt durch Präsident Clintons Führungsrolle beim
Gipfeltreffen im Januar ein Ultimatum. Gemeinsam

Seite 3

�mit unseren NATO-Verbündeten erklärten wir, daß
alle in der Zone um Sarajevo verbliebenen oder
nicht der UNO-Kontrolle unterstellten schweren
Waffen das Ziel von Luftangriffen sein würden.
Auch Rußland hat eine nützliche Rolle gespielt, um
die Serben von der Einhaltung zu überzeugen. Die
diplomatische Intervention Moskaus demonstrierte,
wie die Vereinigten Staaten und Rußland von ihren
klar definierten nationalen Interessen geleitet häufig
kooperativ auf ein gemeinsames Ziel in diesem
Bereich hinarbeiten können.
Das NATO-Ultimatum hat sowohl auf dem Boden als
auch in unserer Diplomatie neue Dynamik
geschaffen. Seit Februar wurden über 300 schwere
Waffen der bosnischen Serben der UN-Kontrolle
unterstellt. Bosnische Regierungstruppen haben
ebenfalls nahezu 50 schwere Waffen übergeben.
Obwohl es sporadische Handfeuergefechte und
unbestätigte Meldungen von Mörserangriffen in der
Umgebung von Sarajevo gab, wurden die
Kampfhandlungen oder die Bombardierung
Sarajevos praktisch nicht wieder aufgenommen.
Das NATO-Ultimatum in Sarajevo hat auch zu neuen
Fortschritten am Verhandlungstisch geführt. Am 18.
März kamen der bosnische und kroatische
Regierungschef im Weißen Haus zusammen, um
Abkommen über die Gründung einer Föderation
zwischen den bosnischen Muslimen und Kroaten zu
unterzeichnen. Diese muslimisch-kroatische Einheit
wird dann zu einer Konföderation mit Kroatien
führen.
Das Abkommen zwischen den Muslimen und
Kroaten hat strategische Konsequenzen.
Es
verändert das Kräftegleichgewicht in dieser Region
und übt größeren Druck auf die Serben zur
Teilnahme an Verhandlungen über ihren zukünftigen
Status in Bosnien und zu territorialen Fragen aus.
Wir befinden uns also an einem Wendepunkt in
Bosnien. Andererseits gibt es Fortschritte in Städten
wie Mostar, wo der Waffenstillstand Monate der
Bombardierung und Kämpfe beendet hat; oder in
Tuzla, wo der Flugplatz jetzt für UN-Hilfsflüge
vorbereitet wird; oder in Maglaj, wohin zum ersten
Mal seit Monaten Hilfslieferungen gelangen.
Die Fortschritte stehen jedoch weiterhin auf tönernen
Füßen. Die ethnischen Säuberungen dauern an, wie
wir in Prijedor beobachten mußten. Die Serben
greifen nach wie vor Muslim-Enklaven an, wie in den
vergangenen Tagen rund um Gorazde. Diese
Kämpfe sollten uns nicht überraschen. Im Vorfeld
einer weiteren Verhandlungsrunde ist jede Seite zur
Verstärkung ihrer Situation auf dem Boden verleitet.
Die Parteien müssen jedoch entscheiden, ob sie bei

Seite 4

der Suche nach einem marginalen Vorteil bereit sind,
wieder Blutvergießen über ganz Bosnien zu bringen.
Wohin müssen wir also von hier aus gehen? Wir
müssen vier Dinge tun. Erstens müssen wir Serbien
und den bosnischen Serben gegenüber klarstellen,
daß die Kosten fortgesetzter Kompromißlosigkeit
hoch sind. Wir müssen die Wirtschaftssanktionen
aufrechterhalten. Wir müssen wachsam gegen
serbische Aggression im Kosovo sein. Wir müssen
den Regionen unter serbischer Belagerung weiterhin
mit humanitären Hilfslieferungen und anderen
geeigneten Schritten behiflich sein.
Ich möchte unmißverständlich klarstellen: Weder der
Präsident noch einer seiner hochrangigen Berater
schließen den Einsatz von NATO-Streitkräften zur
Beendigung von Angriffen wie dem auf Gorazde aus.
Ein Kontingent von UNO-Streitkräften sollte bald auf
dem Weg nach Gorazde sein. Es ist wichtig, daß
dies so schnell wie möglich geschieht. Die NATO ist
gegebenenfalls zur Bereitstellung von
Luftüberwachung für diese Streitkräfte verpflichtet.
Wir stehen zu dieser Verpflichtung. Während wir
andere Wege sondieren, um auf die in Sarajevo
erzielten Fortschritte aufzubauen, müssen wir uns
das zentrale Prinzip unseres Handelns dort vor
Augen führen: Daß effektive Dipomatie an praktische
Machtkalkulationen gebunden ist.
Zweitens müssen wir auch die Effektivität des NATOEngagements durch verbesserte Koordinierung mit
den Vereinten Nationen erhöhen. Wenn die UNFriedenstruppen Luftunterstützung der NATO fordern
- wie sie es seit Februar zweimal getan haben - sollte
ihr Antrag nicht einem zögerlichen
EntScheidungsprozeß unterworfen werden. General
Shalikashvili, der Vorsitzende der Vereinigten
Stabschefs, hat diesen Prozeß als "bestenfalls eine
Tortur" bezeichnet. Wir arbeiten auf die Behebung
der bisherigen Probleme hin.
Drittens müssen wir gleichzeitig mit unseren
europäischen Verbündeten und Rußland unsere
diplomatischen Bestrebungen zur Einbeziehung der
Serben intensivieren. Wir sind zur Zusammenarbeit
mit allen Parteien in Bosnien bei den verbleibenden
territorialen Fragen verpflichtet. Dieser Prozeß - der
unsererseits durch unseren Sonderunterhändler
Botschafter Charles Redman - durchgeführt wird, ist
weiterhin mühevoll, heikel und äußerst schwierig.
Viertens müssen wir uns auf die mögliche
Dislozierung von NATO-Truppen, einschließlich
amerikanischer Truppen, zur Durchsetzung des
Friedens vorbereiten, während die Parteien auf eine
Lösung hinarbeiten. Der Präsident hat erklärt, er
beabsichtige zur Umsetzung eines tragfähigen
Abkommens beizutragen. Unseres Erachtens hat

AMERIKA DIENST 14

�diese Verpflichtung die Parteien zur Beilegung ihrer
Differenzen ermutigt.
Aktive amerikanische
Unterstützung ist unabdingbar. Wie der Präsident
jedoch betont hat, muß eine Einbeziehung unserer
Truppen auf Antrag der Parteien erfolgen und die
erzielte Lösung tragfähig sein.
Wir haben eindeutige und praktische Bedingungen
für eine amerikanische
Beteiligung
an
Friedenssicherungsmissionen in Bosnien gestellt.
Diese Bedingungen sollen eine effektive Operation
mit erreichbaren Zielen sicherstellen. Wir arbeiten in
der NATO an der Weiterentwicklung eines Plans, der
General Shalikashvili und unseren anderen
hochrangigen Militärs zufolge funktionieren wird.
Und wir arbeiten mit den Kongreßmitgliedern beider
Seiten am Aufbau breiter öffentlicher Unterstützung
zusammen. Der Präsident ist bereits mehrere Male
mit Kongreßabgeordneten beider Parteien bezüglich
der Entwicklungen in Bosnien zusammengekommen.
Während wir uns auf die Möglichkeit einer
Entsendung amerikanischer Truppen nach Bosnien
vorbereiten, kann uns die eben mit großem Geschick
in Somalia beendete Mission gewisse Einblicke
vermitteln. Ebenso wie in Somalia können wir in
Bosnien zur Schaffung der Möglichkeit eines
Friedens beitragen. Die Verantwortung für den
Frieden liegt jedoch bei den Menschen, die sich im
Krieg befinden. Indem wir einen Endpunkt für unser
Engagement in Somalia festsetzten, haben wir den
kriegführenden Parteien Anreize für neue Lösungen
gegeben. In eben dieser Weise können wir den
Friedensprozeß in Bosnien durch die Klarstellung
beleben, daß unsere Mission kein offenes Ende hat.
Wir müssen unsere Mission auch eindeutig,
frühzeitig und häufig definieren.
Als unsere
Streitkräfte im Oktober vergangenen Jahres in
Mogadischu Verluste erlitten, machte sich Verwirrung
in der Öffentlichkeit über unsere Ziele in Somalia
breit. Der Präsident sprach nach wenigen Tagen zur
Nation, um unsere Ziele und Mission klarzustellen,
aber offen gesagt, hätten wir dies sehr viel früher tun
können. Im Falle Bosniens hat der Präsident unsere
Interessen und Ziele konsequent spezifiziert. Wir
werden diese Bestrebungen beschleunigen, wenn
die Entsendung unserer Streitkräfte wahrscheinlicher
wird.
Eine letzte Lektion lautet, daß wir unsere Streitkräfte
in ausreichendem Umfang zur Bewältigung der
Aufgabe entsenden müssen.
Wenn unsere
Streitkräfte nach Bosnien disloziert werden, sollen
sie stark vertreten sein. Sie werden Teil einer
NATO-Streitmacht sein, nicht einer UNO-Truppe.
Sie werden eine kommandierende Präsenz mit der
Anzahl, dem Gerät und den festen Regeln des

AMERIKA DIENST 14

Engagements herstellen, die für ihre Verteidigung und
die Erfüllung ihrer Mission erforderlich sind.
In den kommenden Wochen und Monaten wird
Bosnien wahrscheinlich weiterhin Schlagzeilen
machen. Während die Öffentlichkeit diesem Konflikt
zunehmend Aufmerksamkeit widmet, sollten wir uns
vor Augen führen, wo Bosnien auf der
Bedrohungsskala unserer Sicherheit in diesem Gebiet
steht.
Direkte Bedrohungen unserer Nation oder unseres
Volkes erfordern, daß wir auf eine einseitige
militärische Reaktion vorbereitet sind.
Iraks
versuchter Mordanschlag auf Präsident Bush fiel in
diese Kategorie, und wir haben nicht gezögert, darauf
im Alleingang zu reagieren. Eine zweite Kategorie
von Bedrohungen rechtfertigt nur einen begrenzten
Einsatz von Gewalt und generell unter internationaler
Schirmherrschaft. Friedenssicherung würde in diese
Kategorie fallen. Eine dritte Kategorie könnte unser
starkes diplomatisches Engagement, nicht aber die
Stationierung unserer Streitkräfte erfordern.
In dieser groben Typologie paßt Bosnien in die zweite
Kategorie: Die auf dem Spiel stehenden Interessen
rechtfertigen eine amerikanische Führungsrolle und in unterschiedlichen Stadien und unterschiedlicher
Weise - den gemeinsamen Einsatz amerikanischer
und anderer Truppen. Wir blicken auf Europa zur
Übernahme zahlreicher Aspekte der Last einer
Lösung dieser Krise, weil Europa am direktesten
betroffen ist. Aber Europa - und in der Tat die ganze
Welt - blicken auf Amerika für durchgreifende
Führungsstärke im Einklang mit unseren Interessen.
Stellen Sie sich die Situation in Bosnien - und der
gesamten Region - vor, wenn wir nicht die
Führungsstärke bewiesen hätten, dank der die
Fortschritte der vergangenen Wochen möglich
wurden.
Als der Präsident im Januar den Atlantik überquerte,
hatte er eine Vision für Europa entwickelt - nicht
basierend auf der Grundlage der Art von Bedrohung,
die Europa seit Jahrzehnten kannte, sondern auf
größerer Integration. Diese Vision von Demokratie,
Marktwirtschaft und
Sicherheitszusammenarbeit
spiegelt unsere höchsten Werte und grundlegendsten
Interessen wider.
Der derzeitige Krieg in Bosnien stellt eine klare
Herausforderung dar: Für die Stabilität Europas, die
Glaubwürdigkeit der NATO und für unsere Vision
eines Europa nach dem Kalten Krieg. Wie bei so
vielen Konflikten, die in diesem Zeitalter
ausgebrochen sind, häuft auch in Bosnien jede
Generation einen von der nächsten Generation zu
zahlenden Blutzoll an. Kindern wird nichts anderes

Seite 5

�als Haß zwischen Religionen, Rassen und Clans
gelehrt.
Was Amerika zur Lösung des Konflikts in Bosnien
tut, wird zur Gestaltung der Welt beitragen, die Ihre
Generation erbt. Aus diesem Grund haben wir hart
gearbeitet, um diesen Konflikt friedlich zu beenden,
Bosnien bei der Durchbrechung des Teufelskreises
von Gewalt und Vergeltung, des Blutvergießens und
des Blutzolls behilflich zu sein.

Und aus diesem Grund schließe ich heute mit
demselben Appell, mit dem ich begonnen habe:
Einem Appell an Sie - die Männer und Frauen, die
diese Nation ins 21. Jahrhundert führen werden - an
der Gestaltung des lebenswichtigen Engagements
der Vereinigten Staaten in diesem neuen Zeitalter ein
aktives Interesse zu haben und eine aktive Rolle zu
spielen.

* * * * *

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AMERIKA DIENST 14

�ABRÜSTUNG
13. April 1994

DAS NUNN-LUGAR-PROGRAMM
Übersicht des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht über das Nunn-Lugar-Programm für die
sichere Lagerung und Zerlegung von Nuklearwaffen, die am 21. März 1994 vom US-Amt für Rüstungskontrolle
und Abrüstung (U.S. Arms Control and Disarmament Agency - ACDA) herausgegeben wurde.

Hintergrund
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr
1991 war eines der wichtigsten sicherheitspolitischen
Anliegen und Ziele der Vereinigten Staaten die
Förderung der sicheren Lagerung und Zerlegung von
Atomwaffen (safety, security and dismantlement SSD) im Arsenal der aus der ehemaligen
Sowjetunion hervorgegangenen neuen unabhängigen Staaten (NUS). Dieses Ziel umfaßt die
vollständige Entnuklearisierung von Belarus,
Kasachstan und der Ukraine, der drei unabhängigen
Staaten, die neben Rußland auf ihrem Territorium
Kernwaffen der ehemaligen Sowjetunion stationiert
haben. Die Vereinigten Staaten streben auch eine
Beschleunigung des Abbaus russischer Atomwaffen
an.
Die Mittel für die SSD-Hilfe kommen aus dem
Verteidigungsministerium, das für die Durchführung
dieser Programme verantwortlich ist. Unter dem
ursprünglichen Nunn-Lugar-Gesetz ermächtigt der
Kongreß den Präsidenten, 400 Millionen Dollar der
dem Verteidigungsministerium bewilligten Gelder für
im Zusammenhang mit dem Abbau von Atomwaffen
in den NUS stehende Aktivitäten auszugeben. Als
Folge davon wurde im nationalen Gesetz über die
Bewilligung von Geldern für das Verteidigungsministerium im Haushaltsjahr 1993 dieser Betrag auf
800 Millionen Dollar erhöht.
Der Kongreß
genehmigte zusätzliche 400 Millionen Dollar als Teil
des Bewilligungsgesetzes für den Verteidigungsetat
1994. Wie in diesem Gesetz gefordert, muß der
Präsident jährlich bestätigen, daß diese Staaten für
weitere Hilfe im Rahmen dieser Programme in Frage
kommen. Jedes dieser Länder verfügt zur Zeit über
die Bescheinigung vom Präsidenten, daß es einen
Anspruch auf SSD-Hilfe hat.

AMERIKA DIENST 14

Die Vereinigten Staaten haben bei der Vergabe von
SSD-Hilfe an die NUS die
Führungsrolle
übernommen, jedoch auch darauf hingewiesen, daß
sie nicht die gesamten Bestrebungen im Alleingang
übernehmen können. Im April 1993 wandten sich die
Vereinigten Staaten offiziell an die NATO, Japan
sowie andere Freunde und Verbündete, damit diese
der NUS ebenfalls Hilfe bei der Entnuklearisierung
bereitstellen. Die Vereinigten Staaten nahmen auch
regelmäßige, offizielle Konsultationen mit ihren
NATO-Partnern in Brüssel auf um sicherzustellen,
daß ihre separaten Programme sich ihre relative
Stärke und unterschiedlichen
Finanzierungsabkommen zunutze machen, einander ergänzen und
unnötige Duplizität vermeiden.
SSD und die Strategie der Vereinigten Staaten
Die amerikanische Hilfe bei der Entnuklearisierung
und Beseitigung anderer Massenvernichtungswaffen
in der NUS stellt eines der wichtigsten Elemente der
gesamten Strategie der Vereinigten Staaten in dieser
Region dar, die diese Staaten in die westlichen und
internationalen politischen sowie wirtschaftlichen
Institutionen einbinden soll.
Die amerikanische
SSD-Hilfe erleichtert und beschleunigt die Umsetzung
des START-I-Vertrags in den NUS und verringert für
die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten die
Gefahr der Weiterverbreitung.
Die für die
Durchsetzung der SSD-Programme erforderliche
enge Zusammenarbeit zwischen technischen
Experten aus den Vereinigten Staaten und der
ehemaligen Sowjetunion wird auch unseren Zielen
dienlich sein, indem wertvolle Bindungen zwischen
unseren Militärs und Wissenschaftlern geschaffen
und gestärkt werden.
Das SSD-Programm ist eingeleitet worden und
funktioniert.
Die Vereinigten Staaten haben
Rahmenabkommen mit Belarus, Kasachstan,
Rußland und der Ukraine unterzeichnet, um den

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�erforderlichen Gesetzesrahmen für derartige
amerikanische Hilfe zu schaffen. Neben diesen
Rahmenabkommen
haben
amerikanische
SSD-Delegationen
31
SSD-Durchführungsabkommen ausgehandelt und vervollständigt, die
eine bestimmte Art und Menge technischer und
materieller
Hilfe der Vereinigten
Staaten
bereitstellen. Jedes dieser Abkommen ist in Kraft
getreten. Als Folge davon wird in einigen wichtigen
Bereichen bereits materielle amerikanische Hilfe zur
Verfügung gestellt.
Die größte Bedeutung hat vielleicht, daß die Aussicht
auf Hilfe der Vereinigten Staaten bei der
Entnuklearisierung weitere Fortschritte bei der
Rüstungskontrolle ermöglicht hat. SSD-Hilfe bei der
Zerlegung strategischer Offensivwaffen soll den
unter dem START-I-Vertrag geforderten Abbau und
die Beseitigung beschleunigen.
Zu im
Zusammenhang damit stehenden Erfolgen gehören
die Entscheidungen von Belarus und Kasachstan,
dem Nichtverbreitungsvertrag (NW) von 1968 als
atomwaffenfreie Staaten beizutreten sowie die
jüngste bedingungslose Ratifizierung von START I
durch die Ukraine, darunter eine Verpflichtung im
Protokoll von Lissabon, dem N W in kürzester Zeit
als atomwaffenfreier Staat beizutreten.
Art der bereitgestellten Hilfe
Die SSD-Durchführungsvereinbarungen
sehen
folgende Arten technischer und materieller Hilfe für
Belarus, Kasachstan, Rußland und die Ukraine vor:
Erstens wird die entscheidende Unterstützung für die
tatsächliche
Zerlegung der
strategischen
Offensivwaffen der ehemaligen Sowjetunion in
Kasachstan, Rußland und der Ukraine bereitgestellt.
Hierbei handelt es sich um die vielleicht
bemerkenswertesten SSD-Vereinbarungen, weil die
mit amerikanischer
Hilfe
abzubauenden
Interkontinentalraketen (intercontinental ballistic
missiles - ICBMs) einschließlich ihrer silogestützten
Abschußvorrichtungen, die Unterseeboote und
schweren Bomber zu Zeiten der Sowjetunion gegen
die Vereinigten Staaten gerichtet waren.
Ihre
Beseitigung stellt einen Wendepunkt in den
Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und
den NUS dar und führt zu einer beispiellosen
Verbesserung der nationalen Sicherheit der
Vereinigten Staaten.
Zweitens werden die SSD-Vereinbarungen die
Sicherheit in den NUS erhöhen. In allen vier
NUS-Staaten, die ehemalige
sowjetische
Nuklearwaffen auf ihrem Territorium stationiert
haben - Belarus, Kasachstan, Rußland und die
Ukraine - wurden Abkommen zur Bereitstellung von
amerikanischem Gerät für Notfälle geschlossen, das

Seite 2

bei einem Nuklearunfall im Zusammenhang mit dem
Transport oder der Zerlegung von Nuklearwaffen
benutzt werden kann.
Weil alle außerhalb Rußlands stationierten ehemals
sowjetischen Nuklearwaffen zur Zerlegung nach
Rußland zurücktransportiert werden, hat Rußland
einen besonderen Bedarf an amerikanischer
Unterstützung im Sicherheitsbereich.
Nach
Konsultationen mit russischen Technikern zur
Feststellung der spezifisch russischen Erfordernisse
wurden SSD-Vereinbarungen abgeschlossen, um
Rußland so spezielles Gerät wie Behälter für
spaltbares Material, biegsame
gepanzerte
Ummantelungen zum Schutz dieser Container
während des Transports und der Lagerung sowie
sichere und geschützte Eisenbahnwaggons für den
Transport von Nuklearwaffen und spaltbarem Material
bereitzustellen. Die Vereinigten Staaten stellen ferner
Unterstützung beim Entwurf, der Konstruktion und
dem Betrieb von Gerät für eine Lagereinrichtung für
spaltbares Material zur Verfügung, in der Material von
zerlegten Nuklearwaffen der ehemaligen Sowjetunion
aufbewahrt werden soll.
•
Drittens werden die SSD-Vereinbarungen zur
Verhinderung der Weiterverbreitung
von
Massenvernichtungswaffen
beitragen.
Die
SSD-Vereinbarungen
sehen
amerikanische
Exportkontrollhilfe für Belarus, Kasachstan und die
Ukraine vor um sicherzustellen, daß die für die
Entwicklung von Nukearwaffen
erforderlichen
Schlüsseltechnologien nicht aus der ehemaligen
Sowjetunion herausgelangen.
Die Vereinigten
Staaten sind auch Kasachstan, Rußland und der
Ukraine bei der Entwicklung und Verbesserung ihrer
Kontroll- und Zählverfahren für spaltbares Material
behilflich. Damit wird gewährleistet, daß spaltbares
Material aus zerlegten Nuklearwaffen unter Kontrolle
bleibt und zu jedem Zeitpunkt darüber Rechenschaft
abgelegt werden kann. Andere SSD-Vereinbarungen
gehen das Nichtverbreitungsproblem umfassender
an. Im Rahmen der Abkommen mit Rußland und der
Ukraine werden Wissenschafts- und Technologiezentren in Moskau und Kiew gegründet, damit die
sowjetischen Atomwissenschaftler und -techniker ihr
Wissen und ihre besondere Qualifikation für friedliche
Zwecke verwenden. Andere SSD-Vereinbarungen
zielen darauf ab, Belarus und Rußland bei der
Konversion
ehemaliger
sowjetischer
Rüstungsindustrien zu produktiven
zivilen
Unternehmen behilflich zu sein.
Viertens tragen die bereits in Kraft getretenen
SSD-Vereinbarungen zur verbesserten Durchführung
von Rüstungskontrollabkommen durch Belarus, die
Ukraine und Kasachstan bei.
Diese Hilfe war
erforderlich, weil vor der Unabhängigkeit von Belarus,
Kasachstan und der Ukraine all diese Aktivitäten von

AMERIKA DIENST 14

�Moskau durchgeführt wurden. Jetzt ist jedes dieser
Länder ein gleichberechtigter Partner bei wichtigen
Rüstungskontrollverträgen wie INF, ABM und
START.
Während wir den neuen unabhängigen Staaten bei
der Beseitigung der Massenvernichtungswaffen

behilflich sind, wird sich die nationale Sicherheit der
Vereinigten Staaten und die Sicherheit dieser Staaten
gleichermaßen verbessern, ihre aufstrebenden
Demokratien werden gestärkt und Chancen für
amerikanische Privatinvestitionen auf den sich
entwickelnden Märkten zunehmen.

* * * * *

AMERIKA DIENST 14

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�EXPORTKONTROLLEN

13. April 1994

USA UND VERBÜNDETE GRÜNDEN NEUE
EXPORTKONTROLLGRUPPE
Ankündigung des Wirtschaftsministeriums
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir ein vom Wirtschaftsministerium herausgegebenes
Informationsblatt über neue Vereinbarungen zu Exportkontrollen.

Zusammenfassung
In den vergangenen Jahren hat sich das
Sicherheitsumfeld gewandelt.
Infolgedessen
überarbeiten die Vereinigten Staaten und ihre
COCOM-Partner zur Bewältigung der neuen
Herausforderungen der Zeit nach dem Kalten
Krieg die Ansätze zu Exportkontrollen.
Mitglieder des COCOM - des Koordinierungsausschusses für multilaterale Exportkontrollen haben vereinbart, das Regime des Kalten
Krieges mit Wirkung vom 31. März 1994
aufzuheben und bei der Gründung eines neuen
Regimes zusammenzuarbeiten, das die
Transparenz verbessern sowie Rüstungsverkäufe
und den Transfer sicherheitsempfindlicher
Technologie eindämmen soll.
Die COCOM-Mitglieder haben zugestimmt, die
bestehenden Listen als Grundlage für nationale
Exportkontrollen
nach dem 3 1 . März
beizubehalten.
Das Wirtschaftsministerium wird eine
Bekanntmachung
im
Bundesanzeiger
veröffentlichen, in der die amerikanischen
Lizenzverfahren beschrieben werden.
Veränderung
des
Exportkontrollen

Sicherheitsumfelds

Das Ende des Kalten Krieges, die Auflösung der
Sowjetunion, tiefe Einschnitte in die strategischen
Arsenale beider Seiten sowie das Ziel, die
wirtschaftlichen und politischen Reformen in Rußland
und den neuen unabhängigen Staaten zu
unterstützen, veranlaßten uns und unsere
Verbündeten zu der Erkenntnis, daß die strategische
Denkweise des COCOM nicht länger haltbar war. Im
vergangenen Jahr haben wir und unsere COCOMPartner die Kontrollen für Exporte in vom COCOM
verbotene Länder beträchtlich gelockert. Im Herbst
letzten Jahres gaben wir eine Reihe von
Lizenzreformen sowie die Liberalisierung der
Lizenzbedingungen für Waren in Milliardenhöhe
bekannt.

für

In der Vergangenheit hatten unsere Verbündeten
und wir ein klares Verständnis der Notwendigkeit
von Exportkontrollen.
Ebenso wie andere
kommunistische Länder stellten die Länder des
Warschauer Pakts eine ernsthafte und klar definierte
Bedrohung der Vereinigten Staaten und des

AMERIKA DIENST 14

Westens im allgemeinen dar. Mit der Gründung des
COCOM im Jahr 1949 leiteten wir gemeinsam
Schritte in die Wege um der Sowjetunion, den
Ländern des Warschauer Pakts, China und
schließlich Vietnam den Zugang zu Waffen,
Mehrzweckgerät und -technologien zu verweigern.
Zu den COCOM-Mitgliedstaaten zählen (mit
Ausnahme Irlands) die NATO-Länder, Japan und
Australien. Der COCOM operierte nach dem Prinzip
der Einstimmigkeit, so daß jedes Mitglied gegen den
vorgeschlagenen Export von Gütern, auf deren
Kontrolle man sich verständigt hatte, sein Veto
einlegen konnte.

Heute sehen wir uns sehr unterschiedlichen
Bedrohungen des Friedens in Regionen außerhalb
Europas - der koreanischen Halbinsel, dem
Persischen Golf und Südasien - gegenüber, in denen
außerhalb der Nichtverbreitungsregime und UNEmbargos keine multilateralen Kontrollen existieren.
Diese Gefahren werden noch verschärft durch die
Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und das

Seite 1

�Verhalten von Ländern wie Iran, Irak, Libyen und
Nordkorea. Aus diesem Grund beschlossen die
Vereinigten Staaten und ihre COCOM-Partner im
November 1993 eine Zusammenarbeit zur Erzielung
eines neuen, umfassenderen Abkommens zur
Erhöhung von Transparenz und Zurückhaltung bei
der Lieferung konventioneller Waffen und
hochentwickelter Technologien an Staaten, deren
Verhalten Grund zu ernster Besorgnis ist sowie an
potentiell instabile Regionen.
Das neue Arrangement verfolgt also einen völlig
anderen Zweck als die COCOM-Liste. Es soll einen
multilateralen Ansatz auf gegen neue Bedrohungen
gerichtete Kontrollen anwenden. Während die
spezifischen Verfahren des neuen Regimes noch
entwickelt werden, wollen die COCOM-Mitglieder auf
nationaler Ebene die Fähigkeit zur Kontrolle vorher
auf der COCOM-Liste aufgeführter Güter (Listen für
den Industrie-, Rüstungs- und Atomenergiebereich)
beibehalten und gleichzeitig neue Kontrollisten und arrangements erstellen.

während der Übergangszeit beschreibt.
Diese
Verfahren umfassen Bestimmungen über liberalisierfe
Lizenzverfahren bei weniger entwickelten Gütern auf
der Liste (vorwiegend denjenigen, die im regulären
COCOM-Verfahren vor dem 1. Januar 1994 unter die
Ausnahmeregelung fielen). Für die zivile Nutzung
wird in Ländern der Gruppen Q, W und Y (der
ehemalige Sowjetblock) und China ein neues,
generelles Lizenzverfahren zur Verfügung stehen.
Dieses neue Lizenzverfahren wird die Exporte in
Länder wie Rußland und China beschleunigen.
Keine Änderungen erfolgen im Hinblick auf Exporte
nach Nordkorea, das Militär in Rußland und China
oder auf Güter, die zur Verhinderung ihrer
Weiterverbreitung oder Lieferung an terroristische
Staaten kontrolliert werden. Aus Gründen der
nationalen Sicherheit wird die strenge Lizenzpolitik
bei sicherheitsempfindlichen Gütern fortgesetzt, wie
Vorstoffen für Chemiewaffen, Supercomputer sowie
sicherheitsempfindlicher elektronischer Ausrüstung
mit beträchtlicher militärischer Anwendungsmöglichkeit.

Neue Lizenzabkommen
Im Einklang mit diesen Abmachungen wird das
Wirtschaftsministerium eine Bekanntmachung in den
Bundesanzeiger setzen, der die Lizenzverfahren

*

Seite 2

* * * *

AMERIKA DIENST 14

�MENSCHENRECHTE

13. April 1994

FÖRDERUNG VON DEMOKRATIE UND
MENSCHENRECHTEN
John Shattuck über das Hauptziel der US-Außenpolitik
WASHINGTON - (AD) - Der nachfolgende Artikel basiert auf einer von John Shattuck, dem Abteilungsleiter für
Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten im US-Außenministerium, vor einer Konferenz der American
Foreign Service Association kürzlich in Washington gehaltenen Rede.

Es ist inzwischen eine Binsenwahrheit, daß wir nach
dem Ende des Kalten Krieges und der ideologischen
Auseinandersetzungen, die unser Jahrhundert
charakterisierten, auf der Schwelle zu einer neuen
und unbekannten Welt stehen.
Die Welt ist von einem Widerspruch konkurrierender
Tendenzen gekennzeichnet.
Die Konfrontation der Supermächte aus der Zeit des
Kalten Krieges und das sie erhaltende Gleichgewicht
des Schreckens bestehen nicht mehr, aber in vielen
Ländern toben noch zahlreiche Konflikte.
Die Völker der Welt sind stärker als je zuvor durch
Bande der Kommunikation und der Wirtschaft
verbunden, jedoch auch mehr denn je durch
ethnische und nationalistische Konflikte getrennt.
Inmitten dieser konkurrierenden Trends besteht ein
wachsender Konsens über die Notwendigkeit
multilateraler Institutionen. Nach dem Ende des
Kalten Krieges kann der Multilateralismus auf
globaler Ebene endlich auf die Probe gestellt
werden. Eine amerikanische Führungsrolle ist für die
Kultivierung eines weltumspannenden Netzes
unerläßlich, das auf konstruktive Weise mit den
globalen Problemen umgeht. Das begann bereits im
Juni vergangenen Jahres mit der Weltkonferenz über
Menschenrechte in Wien und setzt sich mit der für
kommenden September anberaumten Bevölkerungskonferenz in Kairo fort.

AMERIKA DIENST 14

Inzwischen ist der ideologische Konflikt zwischen
Marxismus und liberaler Wirtschaft entscheidend vom
Liberalismus gewonnen worden. Wir haben das von
Francis Fukuyama prognostizierte "Ende der
Geschichte" nicht erreicht und auch nicht den von
Samuel Huntington beschriebenen "Zusammenprall
der Zivilisationen", befinden uns jedoch irgendwo
dazwischen. Der größte ideologische Feind des
Liberalismus mag überwunden worden sein, wir
beobachten jedoch ein Wiederaufleben religiöser,
ethnischer und nationalistischer Bewegungen. Ein
Grund für den Niedergang des Kommunismus in der
Sowjetunion und Osteuropa war seine Unterdrückung
nationaler und religiöser Unterschiede.
Neben diesen tiefgreifenden Spaltungen sind wir
Zeuge einer weltweiten Bewegung für Demokratie
und Menschenrechte, die teilweise durch die
Revolution im Kommunikationswesen, teilweise durch
universale Bestrebungen angetrieben wird und im
Einklang mit der Verbreitung von Marktwirtschaften
fortschreitet.
Da die Aktivisten für Menschenrechte und Demokratie
an Zahl, Selbstbewußtsein und Stärke zunehmen,
waren sie trotz unglaublicher Widerstände in der
Lage, das Gesicht ganzer Regionen zu verändern:
In Osteuropa wurden Vaclav Havel und Lech Walesa
Staatsoberhäupter, in Lateinamerika sind ganze
Juntas abgesetzt worden und auf den Schlachtfeldern
in Kambodscha fanden Wahlen zu einer
Volksregierung statt.

Seite 1

�Die Vereinigten Staaten müssen ihren Kurs unter
diesen widerstreitenden Trends finden in einer Welt,
die internationaler ist als je zuvor: In Wirtschaft,
Kommunikationswesen und Politik, da weltweit
Frauen und Männer an der Basis sich mobilisieren
und Demokratie und Menschenrechte fordern.
In dieser seltsamen neuen Welt benötigen wir alle
uns zur Verfügung stehenden Mittel und Ideen. Das
bringt mich zu den wirtschaftlichen Anreizen auf dem
Gebiet der Außenpolitik Präsident Clintons, für das
ich eine gewisse Verantwortung trage:
Die
Förderung von Demokratie und Menschenrechten.
Wenn wir ökonomische und nichtökonomische Ziele
miteinander verbinden, wenn wir politische Ziele
durch wirtschaftliche Maßnahmen verfolgen, sollten
diese Bindungen ein gemeinsames grundlegendes
Konzept nationaler Interessen und Ziele haben,
wenn sie zusammenhängend und effektiv sein
sollen.
Die Förderung von Demokratie und Menschenrechten hat sich aus verschiedenen Gründen zum
Hauptziel von Präsident Clintons Außenpolitik
entwickelt:
Der erste und wichtigste Grund dafür besteht darin,
die Welt sicherer, weniger anfällig für Konflikte und
stabiler zu gestalten.
In der Regel führen
Demokratien nicht miteinander Krieg, sie legen
Konflikte auf friedliche Weise bei und respektieren
internationale Abkommen.
Umgekehrt werden
Länder, die die Rechte ihrer eigenen Bürger nicht
respektieren, wahrscheinlich auch nicht die legitimen
Forderungen und Interessen anderer Staaten in
Betracht ziehen.
Zweitens wird eine Staatengemeinschaft, die
Demokratie und Menschenrechte respektiert, ein für
Wirtschaft und Handel günstigeres Klima schaffen.
Offene Gesellschaften sind bessere Handelspartner.
Unterdrückung fördert langfristig Instabilität und
erhöht die Gefahr einer Enteignung oder eines
Verlustes von Investitionen.
Wirtschaftliche
Entwicklung fand oftmals gleichzeitig mit
Demokratisierung statt und war zeitweise eine
notwendige Bedingung dafür. Wie die Erfahrung
deutlich zeigt, reicht wirtschaftliche Entwicklung an
sich jedoch nicht aus, um Demokratie und
Grundfreiheiten zu schaffen oder gar zu garantieren.
Und schließlich möchte das amerikanische Volk, daß
seine Außenpolitik für etwas steht und die
Grundsätze und Überzeugungen widerspiegelt, die
uns zu dem machen, was wir sind. Menschenrechte
und der Glaube an die Beteiligung des Volkes in
einer Demokratie sind der Kern unserer Werte und
auch in der Allgemeinen Erklärung der Men-

Seite 2

schenrechte niedergelegt. Natürlich gibt es viele
Unterschiede zwischen den Kulturen, aber - wie
Außenminister Christopher vergangenes Jahr auf der
Weltkonferenz über Menschenrechte darlegte "dürfen wir nicht zulassen, daß kultureller
Relativismus der letzte Zufluchtsort der Unterdrückung wird".
Zwischen dem Kongreß und dem amerikanischen
Volk existiert ein umfassender Konsens über die
Förderung von Demokratie und Menschenrechten als
Hauptrichtung der amerikanischen Außenpolitik.
Bedeutende Mehrheiten beider Häuser des
Kongresses haben beispielsweise die Administration
dringend aufgefordert, sich bei unseren Beziehungen
zu China weiterhin für die Menschenrechte zu
engagieren, wie das in einer jüngsten Umfrage des
Wall Street Journal zwei Drittel der Befragten taten.
Hier im Außenministerium stellen wir durch positive
und negative Anreize, gewissermaßen 'mit Zuckerbrot
und Peitsche' - Demokratie und Menschenrechte in
den Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik.
Was das 'Zuckerbrot' anbelangt, nehmen wir diese
Fragen in unseren diplomatischen Austausch auf
allen Ebenen und in jedem bilateralen Kanal auf - in
Wirtschaft, Militär und natürlich Politik. Wir erhöhen
unser Engagement bei nichtstaatlichen Organisationen und führen umfassende Programme
durch, um Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit zu
fördern und zu lehren.
Eine Anzahl von Verbindungen zwischen unseren
Zielen im Bereich der Menschenrechte und unseren
Wirtschaftsbeziehungen sind bereits Bestandteil
amerikanischer Gesetze und Außenpolitik.
Im Sicherheitsbereich überprüft das Menschenrechtsbüro bereits die Anwendung auf den Export von
Gegenständen und Dienstleistungen aus dem
Verteidigungsbereich, alle potentiellen Verkäufe von
Warfensystemen, deren Gesamtwert 14 Millionen
Dollar übersteigt sowie den Export von
Polizeiausrüstung.
Das Büro unterhält zum
Verteidigungsministerium, den Vereinigten
Stabschefs, der Haushaltsbehörde, dem Amt für
internationale Entwicklung sowie weiteren Stellen des
Außenministeriums regelmäßige Kontakte auf den
jährlichen Zusammenkünften der Arbeitsgruppe für
die Überprüfung von Sicherheitsprogrammen, die den
sicherheitspolitischen Haushalt im Detail prüft,
einschließlich der Finanzierung des Militärs im
Ausland, internationaler Militärausbildung und der
Finanzierung wirtschaftlicher Sicherheit.

AMERIKA DIENST 14

�Im Hinblick auf die internationale Führungsrolle sind
die Vereinigten Staaten per Gesetz verpflichtet, sich
der Vergabe von Darlehen durch multilaterale
Entwicklungsbanken an Länder zu widersetzen,
deren Regierungen die international anerkannten
Menschenrechte grob verletzen. Die 1977 vom
damaligen Stellvertretenden Außenminister Warren
Christopher ins Leben gerufene interministerielle
Arbeitsgruppe zu Menschenrechten nimmt eine
monatliche Überprüfung der zu erwartenden Kredite
und allgemeinen Hilfe für Länder vor, die uns Anlaß
zur Sorge im Hinblick auf
Menschenrechtsverletzungen geben. Darüber hinaus wird das
Menschenrechtsbüro
regelmäßig von der
Entwicklungsgesellschaft
OPIC zu Kreditbürgschaften und Versicherungsprojekten konsultiert
und nimmt zu Krediten der Export-Import Bank
Stellung.
Praktisch gesehen sind diese und andere auf die
Verbesserung
der
Menschenrechtsbilanz
ausgerichtete Sanktionen starker Tobak und müssen
sorgfältig auf spezifische, gut geprüfte Probleme
abzielen.
Obwohl die Sanktionen beispielsweise die
militärischen Fähigkeiten von Irak und Iran begrenzt
haben, waren sie weniger wirksam, um eine
Veränderung des Verhaltens dieser Regime zu
bewirken.
Die durch internationale Sanktionen
erzwungene Isolation Südafrikas war ein Element für
die heute zu beobachtenden tiefgreifenden
Veränderungen und wurde durch günstige externe
Faktoren verstärkt.
Ein anderes Mittel zur Durchsetzung der
Menschenrechte ist Bedingtheit. Ein bekanntes
Beispiel ist der Jackson-Vanik-Zusatzartikel, der
explizit den Meistbegünstigungsstatus beim Handel
für bestimmte Länder an ein spezifisches
Menschenrechtsziel bindet, in diesem Fall an das
Recht auf Emigration.
Dies bringt uns zu China.
Die derzeitige Menschenrechtspolitik gegenüber
China, deren Hauptmerkmal der Präsidialerlaß ist,
wurde im Frühjahr 1993 festgelegt. Die Politik
gründet sich nicht nur auf die Sichtweise und
Führungsrolle des Präsidenten, sondern auch auf die
Meinung beträchtlicher Mehrheiten in beiden
Häusern des Kongresses, die in den vergangenen
fünf Jahren für ein Junktim zwischen dem
Meistbegünstigungsstatus und Menschenrechten
gestimmt haben, sowie auf die öffentliche Meinung
in den Vereinigten Staaten, die dieses Junktim
konsequent unterstützt. Nach der schrecklichen
Tragödie auf dem Platz des Himmlischen Friedens
und in ganz China im Jahr 1989 sowie den seitdem

AMERIKA DIENST 14

andauernden Menschenrechtsverletzungen hat das
amerikanische Volk regelmäßig wissen lassen, zur
Warnung Beijings müsse etwas unternommen
werden, daß Menschenrechte ein wichtiges Element
der Beziehungen zwischen China und den
Vereinigten Staaten sind. Im Juni letzten Jahres gab
Präsident Clinton bekannt, ein wesentliches Element
seiner Chinapolitik sei "das resolute Insistieren" auf
beachtlichen Fortschritten bei den Menschenrechten
insgesamt, wenn der Meistbegünstigungsstatus für
China erneuert werden soll.
Der Präsidialerlaß wurde in enger Zusammenarbeit
mit dem Kongreß und der Geschäftswelt entworfen.
Er stellt ein realistisches und effektives Mittel zum
Abwägen unserer Menschenrechtsziele gegen eine
Vielfalt anderer Zielsetzungen und Interessen in
unseren umfassenden und komplexen Beziehungen
zu China dar.
Bei der Verfolgung unserer Menschenrechtsziele
wollen wir die chinesische Gesellschaft nicht
umgestalten. Um Außenminister Christopher zu
zitieren: "Wir bitten China nicht um die Anwendung
amerikanischer Patentrezepte, sondern nur um die
Einhaltung universeller Normen, die die meisten
Nationen der Welt heute verbinden".
In den vergangenen acht Monaten haben wir einen
intensiven Dialog mit China über ein breites Spektrum
von Themen in unseren bilateralen Beziehungen
aufgenommen, einschließlich aber nicht beschränkt
auf Menschenrechtsfragen.
Unsere Menschenrechtsgespräche finden nicht isoliert statt, sondern
sind vielmehr ein unabdingbares Element unserer
Strategie des umfassenden Engagements für China,
zu dem auch unsere wirtschaftlichen und
sicherheitspolitischen Interessen zählen.
Wir unterhalten ernsthafte und kontinuierliche
Gespräche mit Beijing, in denen wir offen unsere
Meinungsverschiedenheiten sowie Bereiche des
Verständnisses und der Übereinstimmung sondieren.
Wir haben gewisse Fortschritte erzielt, aber es muß
noch mehr getan werden.
Unsere umfassende Politik zielt auf die Unterstützung
von wirtschaftlicher Entwicklung und Handel mit der
Volksrepublik China ab.
Wir sind jedoch der
Überzeugung, daß die langfristigen Interessen der
Chinesen und Amerikaner in einem China liegen, das
die heute von den Nationen der Welt universell
akzeptierten Grundnormen der Menschenrechte
respektiert.
Aus unserer Sicht unterstützen die Erweiterung des
Handels und die Verteidigung der Menschenrechte
dasselbe Ziel, allein reicht jedoch keines von beiden
zur Erlangung dieses Ziels aus. Das Ziel besteht in

Seite 3

�einem besseren Leben für Chinesen und Amerikaner
gleichermaßen und besseren Beziehungen
zwischen unseren beiden Regierungen.
Wir
unterstützen die Schaffung offener Gesellschaften,
in denen Männer und Frauen Chancen haben, in
denen ihre Regierungen ihnen gegenüber und ihrem
Wohlstand verpflichtet sind. Wir unterstützen die
Reformer in China, weil wir sie als unsere Freunde
im weitesten Sinne ansehen. Wir wollen Chinas
Wohlstand Hand in Hand mit der Achtung der
Grundrechte und menschlichen Würde des
chinesischen Volkes einhergehen sehen.

Es trifft natürlich zu, daß wirtschaftliche Entwicklung
ein unabdingbarer Teil des Weges Chinas zu
Demokratie und Menschenrechten ist. Marktkräfte
allein werden jedoch nicht demokratische Reformen
und Achtung der Grundrechte gewährleisten. Statt
dessen könnten sie autoritäre Regierungen
unterstützen und legitimieren.

gegenüber Burma, die zu bedeutenden
Menschenrechtsverbesserungen in diesem Land
führen könnten.
Es ist daher von besonderer Bedeutung, daß wir
kreativ sind und die gesamte Bandbreite
diplomatischer Instrumente wie Demarchen, den
wohldosierten Einsatz diplomatischer Beziehungen
und der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen, während wir
unsere Tagesordnung von Demokratie und
Menschenrechten voranbringen. Auch dies erfordert
die echte Ausübung des politischen und
diplomatischen Willens und verlangt - ebenso wie
Wirtschaftssanktionen - auch der sie in die Wege
leitenden Partei gewisse Kosten ab.
Der erfolgreiche Einsatz von Sanktionen und anderen
wirtschaftlichen Junktims kann nicht als Patentrezept
definiert werden, denn was wir in unseren
Beziehungen zu jedem einzelnen Land erreichen
wollen, unterscheidet sich beträchtlich. Dies ist eine
komplizierte Welt.

Unseres Erachtens geht es hier nicht um eine
undurchdachte Entscheidung zwischen Zuckerbrot
und Peitsche, sondern um ein umfassendes
Engagement, mit dem wir unsere Interessen
verfolgen und unserer Besorgnis über das gesamte
Spektrum von Fragen Ausdruck verleihen.

Abschließend möchte ich betonen, daß das Junktim
zwischen Handel und Menschenrechten für die
wohldurchdachte Anerkennung der Mittel und Wege
steht, mit denen Politik und Wirtschaft in der Welt
nach dem Kalten Krieg zunehmend und untrennbar
verbunden sind.

Unser Dialog mit China und Engagement für dieses
Land erfolgen auf einer Reihe von Ebenen und zu
einer Vielzahl gegenseitiger Interessen. Wir haben
Beijing gegenüber klargestellt, daß man von
konstruktiven Beziehungen profitieren kann. Im
Zusammenhang mit ersten bescheidenen
Verbesserungen bei der Menschenrechtsbilanz
Chinas haben wir beispielsweise im Herbst
vergangenen Jahres die Lizenzvergabe für einen
Supercomputer für das staatliche chinesische
Meteorologische Amt genehmigt.

In dieser neuen Zeit erleben wir das Funktionieren
dessen, was der Historiker John Lewis Gaddis als
Kräfte der Integration chrakterisiert hat, in der
Wirtschaft, bei Reisen und im Kommunikationswesen
neben den von Repression und der Mißachtung der
Grundfreiheiten, insbesondere der rassischen,
ethnischen und religiösen Minderheiten, getriebenen
Kräfte des Zerfalls.

Allgemeiner gesehen sind der mögliche Abbau
bestehender Handelshemmnisse und künftige
Vorteile im Gegenzug für signifikante
Menschenrechtsverbesserungen ein Weg, den wir
auch in anderen Regionen Asiens und anderen
Ländern der Welt außer China einzuschlagen hoffen.

Es ist die Aufgabe der amerikanischen Führung,
diese konkurrierenden Kräfte anzusprechen und eine
globale Synthese zwischen wirtschaftlichem
Wohlstand und Achtung der menschlichen Würde in
der Regierung und im Gesetz hervorzubringen. Das
ist kein Luxus. Es ist eine Notwendigkeit und eine
Angelegenheit unseres tiefsten nationalen Interesses.

Wir haben einen Menschenrechtsdialog mit Vietnam
als Teil eines Prozesses verbesserter Beziehungen
aufgenommen, und wir erwägen geeignete Schritte
*

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* * *

*

AMERIKA DIENST 14

�DROGEN
13. April 1994

WICHTIGE UND DAUERHAFTE ERFOLGE BEIM KAMPF
GEGEN DROGEN ERZIELT
Bericht des Außenministeriums
WASHINGTON - (AD) - Obwohl im vergangenen
Jahr "gemischte" Ergebnisse bei den internationalen
Bestrebungen zur Drogenbekämpfung berichtet
wurden, konnten "wichtige und dauerhafte Erfolge
auf Kosten der Drogenhändler" erzielt werden, so
das US-Außenministerium.
"Langfristig bieten diese kontinuierlichen Fortschritte
die beste Hoffnung für die Verringerung der potentiellen Bedrohung der Stabilität von Nationen auf ein
erträgliches Maß", stellte der am 4. April 1994 vom
Außenministerium herausgegebene Bericht über die
internationale Betäubungsmittel-Kontrollstrategie fest.
Dem Bericht an den Kongreß zufolge erreichen
mehrtonnige Kokainlieferungen, die früher vornehmlich in die Vereinigten Staaten und Kanada
kamen, jetzt jeden Winkel der Welt, und die europäischen Hauptstädte erhalten wachsende Mengen der
Droge.
Der Jahresbericht wird vom Präsidenten für die
Feststellung verwendet, ob die wichtigsten Drogen
produzierenden oder Transitländer mit den Vereinigten Staaten bei der Drogenbekämpfung zusammengearbeitet oder ihrerseits angemessene Schritte zur
uneingeschränkten Einhaltung der Konvention der
Vereinten Nationen gegen unerlaubten Suchtstoffverkehr und psychotropische Substanzen von 1988
unternommen haben.
Unter Verweis auf spezifische Regionen der Welt
stellt der Bericht fest, daß hartnäckige Bestrebungen
gegen Kokaindealer in der westlichen Hemisphäre
"Wirkung zu zeigen beginnen".
Das "spektakulärste Ereignis" in der Region im Jahr
1993 war der Tod des Leiters des Medelliner Drogenkartells Pablo Escobar nach einer 17monatigen
Großfahndung, so das Dokument. Die Suche nach
Escobar "demonstriert den Wert internationaler
Zusammenarbeit, Hartnäckigkeit und Ausdauer bei
der Zerstörung des Mythos eines unbesiegbaren
Drogenhandels", fährt der Bericht fort.

AMERIKA DIENST 14

Der Bericht verweist auf die 20prozentige Verringerung des Kokaanbaus in den Anden aufgrund einer
beträchtlichen Abnahme der peruanischen Kokaernte.
Obwohl die Vereinigten Staaten sich nicht der Illusion
hingeben, daß eine Reduzierung des Nachschubs
allein das Drogenproblem des Westens lösen kann,
ist dem Bericht zufolge "auch klar, daß die Verknappung des Nachschubs unerläßlicher Bestandteil einer
erfolgreichen Drogenstrategie ist".
Obwohl die Vereinigten Staaten und andere Nationen
den Drogen herstellenden Ländern bei ihren Bestrebungen zur Drogenbekämpfung Unterstützung leisten
wollen, "erwarten wir gleichzeitig von ihnen den
politischen Willen zu der schwierigen Entscheidung
gegen die Drogenproduktion".
Der Bericht stellt fest, daß praktisch alle der führenden Drogen produzierenden und Transitländer jetzt
eine beträchtliche Anzahl Abhängiger haben, "die
nicht nur die politische, soziale und wirtschaftliche
Stabilität der Nationen untergraben, sondern auch
dem Drogenhandel neue Märkte eröffnen".
Der Bericht unterstreicht, daß die US-Regierung sich
"auf die Stärkung von Institutionen in Ländern konzentrieren werden, die den politischen Willen zur
Drogenbekämpfung unter Beweis stellen".
"Die US-Regierung wird sich auch auf die Zerschlagung von Dealerringen und das Abfangen der Drogen
in jedem Stadium von der Quelle bis zum Bestimmungsort konzentrieren", betont der Bericht. "Gleichzeitig wird die US-Regierung die Dealerorganisationen an ihrem empfindlichsten Punkt - ihren Finanzoperationen - angreifen."
Zu den einzelnen Ländern stellt der Bericht folgendes
fest:
Afghanistan. Ist der zweitgrößte Opiumproduzent
der Welt nach Burma. Das wiederholte Scheitern der
konkurrierenden Fraktionen in Burma bei der Erlan-

Seite 1

�gung einer allgemeinen politischen Lösung verhindert weiterhin die staatliche Kontrolle über einen
Großteil des Landes und konkrete Schritte gegen
illegalen Suchtstoffhandel.

Libanon. Das Land ist trotz der jüngsten Erfolge bei
der Ausrottung der Mohnblume im Bekaa-Tal weiterhin ein Produktionszentrum für Heroin, Haschisch und
Kokain.

Baltikum. In den baltischen Staaten Estland,
Lettland und Litauen faßt der Drogenhandel Fuß.
Die Gesundheitsbehörden in allen drei Ländern sind
jedoch der Ansicht, daß der Drogenhandel trotz
seines Anstiegs noch ein relativ kleines Problem
darstellt.

Mexiko. Trotz enger Zusammenarbeit und Fortschritten bleibt die tiefverwurzelte Korruption die größte
Herausforderung der mexikanischen Regierung. Die
Regierung muß ihre legalen Werkzeuge für die
Bekämpfung der Geldwäsche und Kontrolle des
Handels mit Grundstoffen und wichtigen Chemikalien
verbessern.

.

Bolivien. Dieses Land ist ein bedeutender Drogenproduzent und verantwortlich für nahezu ein Drittel
der Weltproduktion an Kokapflanzen. Obwohl
Bolivien bei seinen Bemühungen zum Abfangen der
Lieferungen einige Fortschritte machte, gelang es
dem Land nicht, das in den bilateralen Abkommen
mit den Vereinigten Staaten angestrebte Ziel zu
erreichen.

Nigeria. Die Drogenhändlerringe Nigerias kontrollieren Verbindungsnetze, die große Mengen Heroin aus
Asien in die Vereinigten Staaten und auf die europäischen Märkte bringen und betreiben ausgefeilte
Geldwäscherringe.
Pakistan. Teilweise als Ergebnis der politischen
Unruhen im Jahr 1993 ergriff die pakistanische Regierung wenige neue Maßnahmen oder Gesetzesinitiativen zur Drogenkontrolle.

Burma. Die Regierung Burmas hat trotz häufiger
öffentlicher Erklärungen und einiger gesetzgeberischer Bemühungen seit 1988 keine ernsthaften oder
dauerhaften Bestrebungen zur Kontrolle von Suchtstoffen unternommen.

Panama. Das Land machte 1993 Fortschritte auf
einigen Gebieten der Drogenbekämpfung, liegt jedoch
in dem entscheidenden Bereich der Kontrolle von
Geldwäsche noch zurück.

China. Die führenden Politiker Chinas haben
gegenüber Drogenhandel und -konsum eine harte
Haltung eingenommen.
Kolumbien. Dieses Land ist der geographische
Kern der Weiterverarbeitung von Kokain und des
weltweiten Handels mit dieser Droge. Es produziert
auch Heroin. Die kolumbianische Regierung arbeitet
bei einer Vielzahl von Aktivitäten im Bereich der
Drogenkontrolle mit den Vereinigten Staaten zusammen. Die Bestrebungen zur Verfolgung der wichtigsten Drogenhändler haben jedoch bestenfalls
gemischte Ergebnisse gezeitigt.
Indien. Obwohl Indien vor kurzem mit Pakistan und
Burma Gespräche über Drogenkontrolle aufgenommen hat, könnte es auf dem Gebiet internationaler Zusammenarbeit mehr unternehmen. Indien ist
ein Transitland für Heroin und andere illegale Opiumderivate aus Südwest- und Südostasien.
Iran. Das Land ist ein wichtiger Umschlagplatz für
illegale Opiate aus Pakistan und Afghanistan. Die
iranische Regierung behauptet, sie hätte bei der
Bekämpfung illegaler Drogen Fortschritte gemacht.
Diese Behauptungen sind schwer zu überprüfen, da
die Vereinigten Staaten keine diplomatischen Beziehungen zum Iran unterhalten.
*

Seite 2

Peru. Nahezu zwei Drittel des weltweiten Kokainangebots stammt von den in Peru angebauten Kokablättern. Die Regierung hat den politischen Willen
gezeigt, gegen den Drogenhandel vorzugehen, wird
jedoch den Anbau nicht beseitigen, ohne alternative
Programme für die Kokapflanzer anzubieten.
Rußland. Die Drogenprobleme des Landes vergrößerten sich 1993. Die wirtschaftliche Situation, ein
allgemeiner Mangel an Koordination auf höherer
Ebene sowie eine Lockerung der Sicherheit an den
Grenzen haben Drogenschmuggler angezogen, die
neue Wege von Asien auf die westeuropäischen
Drogenmärkte suchen.
Syrien. Die syrische Militärpräsenz im Libanon gibt
Syrien neben dem Libanon zumindest einen Teil der
Verantwortung für den Anbau und die Verarbeitung
von libanesischen Heroin, Haschisch und Kokain, das
für Europa, die Golfstaaten und die Vereinigten
Staaten bestimmt ist. Die Syrer haben 1993 den
durch ihr Land gehenden Drogenhandel nicht entscheidend verringert. Das Land ist nur sporadisch
und ineffektiv gegen die Drogenlabors vorgegangen
und hat keine syrischen Regierungsmitglieder überprüft, verhaftet oder strafrechtlich verfolgt, die am
Drogenhandel beteiligt sein sollen.

* * * *

AMERIKA DIENST 14

«

�BILDUNG
13. April 1994

CLINTON UNTERZEICHNET GESETZ FÜR
UMFASSENDE REFORM DES BILDUNGSWESENS
'Goals 2000" stellt neue Normen auf
WASHINGTON - (AD) - Am 31. März 1994 verlieh
Präsident Clinton durch seine Unterschrift einer
umfassenden Bildungsreform Gesetzeskraft, die ihm
zufolge "Normen darüber aufstellen soll, was jedes
Kind in jeder amerikanischen Schule wissen sollte Normen von Weltklasse".
"Dies ist ein neuer und anderer Ansatz der Regierung", erklärte der Präsident, "ein bemerkenswerter
Ausgangspunkt" für eine Nation, die vorher den
Großteil der Verantwortung für die Bildung ihrer
Bürger auf Tausende von örtlichen Schulbezirken
übertragen hatte.
"Heute können wir sagen, daß Amerika es mit der
Bildung ernst meint", so der Präsident. "Amerika
liegt die Zukunft jedes Kindes am Herzen und
Amerika wird im 21. Jahrhundert in der Welt eine
Führungsrolle spielen, weil wir sicherstellen werden,
daß (die Schüler) ... (ihre) von Gott gegebenen
Begabungen so weit wie möglich zum Tragen
bringen".
Präsident Clinton bezeichnete das neue Gesetz als
"Grundlage" für die Bildung im Amerika der Zukunft,
in dem "wir jedem Kind, das nicht das College
besucht, eine Chance geben, die erforderliche
praktische Ausbildung zu erhalten; in dem jedes
Kind, das aufs College gehen möchte, sich keine
Sorgen über die Finanzierung machen muß und
jeder Erwachsene die Möglichkeit zu lebenslangem
Lernen hat. Dies ist der Anfang."
Der Präsident stellte fest, daß ein Amerikaner
durchschnittlich zehnmal im Leben seinen Arbeitsplatz wechselt und teilte mit, das Gesetz Goals
2000: Educate America werde den Amerikanern
dabei helfen, sich auf "lebenslanges Lernen vorzubereiten... Wir haben das nie zuvor getan, wir
werden es jedoch wegen dieses Gesetzes tun." Die
Äußerungen des Präsidenten während der Unter-

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zeichnungszeremonie in Kalifornien wurden ins
Weiße Haus übertragen.
"Wir sind der Ansicht", so Clinton, "daß jedes Kind
lernen kann und muß" - auf einem Niveau, das es
gegenüber Kindern aus anderen Kulturen und anderen Ländern konkurrenzfähig macht. Er fügte
hinzu, Erwachsene "haben eine praktische und eine
moralische Verpflichtung" gegenüber Kindern, "sicherzustellen, daß (Schüler) hierzu eine Chance erhalten".
Der Präsident, der in San Diego (Kalifornien) Urlaub
macht, reiste in die nahegelegene Fine Arts Academy
in Zamorano, eine staatliche Grundschule, um das
Gesetz zu unterzeichnen. Eine kleine Gruppe von
Schülern wurde eingeladen, eine Kopie des Gesetzes
zu unterzeichnen, die in der Schule ausgestellt wird.
Clinton versprach, bei seiner Rückkehr in die Bundeshauptstadt Washington in der kommenden Woche
eine offiziellere Unterzeichnungszeremonie abzuhalten.
Präsident Clinton entschied sich eigenen Angaben
zufolge zur Unterzeichnung des Gesetzes in Zamorano, weil die Schule mit ihrer "in ethnischer, rassischer
und wirtschaftlicher Hinsicht sehr Vielfalt igen" 900köpfigen Schülerschaft vorzügliche Leistungen erbracht
habe. "Sie sehen aus wie das Amerika des 21.
Jahrhunderts, und wir müssen mit Ihnen gewinnen."
Zamorano bezeichnete er als eine "magnetische
Schule", die wegen ihrer akademischen Errungenschaften Schüler aus dem gesamten Schulbezirk
anziehe.
Bevor Clinton seine Unterschrift unter das Gesetz
setzte, hielten er, seine Frau Hillary und Bildungsminister Richard Riley eine Telekonferenz mit renommierten Befürwortern des Gesetzes aus dem Kongreß ab, darunter dem Mehrheitsführer im Senat,
George Mitchell, dem Vorsitzenden des Bildungsaus-

Seite 1

�Schusses im Senat, Senator Edward Kennedy,
einem äußerst wichtigen Förderer aus den Reihen
der Republikaner, Senator James Jeffords sowie
dem Speaker des Repräsentantenhauses, Tom
Foley.

Ihre Energie, und wir werden Sie unterstützen. Wir
werden all Ihre besten Ideen ermutigen und Ihre
Energie fördern.'"

Das neue Gesetz ist der Höhepunkt nationaler
Basisbestrebungen, die aufgrund des Berichts einer
Präsidialkommission über die Mängel im öffentlichen
Bildungswesen mit dem Titel Eine gefährdete
Nation (A Nation At Risk) in die Wege geleitet
wurden. Präsident Bush berief 1989 ein Gipfeltreffen der Gouverneure des Landes in der University of
Virginia ein und Clinton, damals der Gouverneur des
Bundesstaates Arkansas, spielte eine Schlüsselrolle
bei der nationalen Gouverneurskonferenz bei der
Erarbeitung der jetzt gesetzlich verankerten Vorschläge.

Das neue Gesetz wird einheitliche nationale Bildungsziele definieren, Flexibilität auf lokaler Ebene zur
Erfüllung dieser Ziele fördern und berufliche Bildung
für Schüler bereitstellen, die nicht aufs College
gehen. Arbeitsminister Robert Reich bekräftigte bei
der Verabschiedung der Maßnahme durch den
Kongreß in der vergangenen Woche, daß dank des
Gesetzes "Unternehmer Hand in Hand mit Lehrkräften, Arbeitnehmer- und Gemeindevertretern" zusammenarbeiten werden, um Qualifikationsnormen
festzusetzen. "Zum ersten Mal", fügte er hinzu,
"können Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Lehrkräfte
eine gemeinsame Sprache über die am Arbeitsplatz
erforderlichen Qualifikationen sprechen".

Das Gesetz sieht vor, daß "jeder Schüler die Schule
bereit und willens zu lernen besuchen sollte", durch
Vorschulprogramme wie Head Start, und "90 Prozent der Jugendlichen ebenso wie die Schüler
anderer Nationen innerhalb der vorgesehenen Zeit
die Schule abschließen sollten".

Wie Riley darlegte, enthält das Gesetz Verfügungen
für eine Rolle des Staates, die Schulen für die Kinder
sicherer zu machen und gleichzeitig höhere akademische Normen und bessere Lehrkräfte zu ermutigen.
Es wird neue Technologien zur Verbesserung des
Lernens fördern.

Obwohl das Gesetz Bildungsnormen in Grundbereichen festsetzt, bleibt den Schulbezirken, denen die
Hauptverantwortung für die öffentliche Bildung
zukommt, die Feststellung überlassen, wie die
Normen erreicht oder übertroffen werden. Das
Gesetz sieht Prüfungen zur Beurteilung der schulischen Leistungen vor.

Riley zufolge wollen die Amerikaner, "daß ihre Kinder
Teil der sich abzeichnenden, neuen hochtechnologischen Volkswirtschaft mit einem hohen Wissensstand
des 21. Jahrhunderts werden. Diese freiwilligen
nationalen Normen bei den akademischen Hauptfächern wie Englisch, Staatsbürgerkunde, Geographie,
Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften,
Fremdsprachen und Kunst wird den Eltern, Lehrkräften und Unternehmern ein deutliches Zeichen geben,
was man unter Weltklassebildung versteht".

Clinton stellte fest, daß sich im Bildungswesen
bereits gewisse Veränderungen abzeichnen, und
"man etwas Neues, anderes versucht, das bisher
noch nie ausprobiert worden ist", einschließlich
neuer Wege zur Organisation der Schulen und neue
Arten von Lehrern. "Wir wissen, daß letztlich die
Kinder lernen müssen", erläuterte der Präsident.
"Also wollen wir Weltklassestandards, wir wollen
einen Maßstab, ob die Kinder lernen oder nicht, und
wir wollen einen Weg, um den Menschen sagen zu
können, 'das sind die Normen, damit wissen Sie, ob
Sie es schaffen oder nicht, nun finden Sie heraus,
wie Sie es anpacken. Gebrauchen Sie Ihren Kopf,
*

Seite 2

Die Schauspielerin Jane Alexander, Vorsitzende der
Nationalen Stiftung für die Schönen Künste, begrüßte
die Maßnahme und unterstrich, die Konzentration auf
die Künste "wird kreative Denker und künstlerisch
gebildete Kinder kultivieren ... und Qualifikationen
anbieten, die das Lernen während des gesamten
Lebens fördern".

*

AMERIKA DIENST 14

»
'

�LANDESKUNDE
13. April 1994

HAUPTSTADTBESUCHE
von Patricia Harris und David Lyon
Die beiden Autoren beschreiben ein Dutzend der 50 Hauptstädte amerikanischer Bundesstaaten, die jeweils
die Identität der Amerikaner als Volk in etwas unterschiedlicher Weise widerspiegeln.
Die Verfasser schreiben für Adventure Road. Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung
von Adventure Road. Copyright (c) 1992 Patricia Harris und David Lyon.

Architekten und Historiker vertreten die Auffassung,
öffentliche Gebäude trügen zum Verständnis der
Menschen bei, die sie gebaut haben, und diese Idee
ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Die 50
Hauptstädte der amerikanischen Bundesstaaten
spiegeln die obersten Ziele der Bürgerschaft besonders anschaulich wider. David Chase, Kurator des
National Building Museum in der Bundeshauptstadt
Washington, stellt fest: "Die Regierung sollte ein
erhabenes Unterfangen sein, also meint man, sie
sollte in einem diese Bedeutung zum Ausdruck
bringenden Gebäude untergebracht sein."
Jede Bundeshauptstadt spiegelt die Identität der
Amerikaner als Volk in etwas unterschiedlicher
Weise wider. Im folgenden geben wir Beispiele
einiger Hauptstädte mit einer ungewöhnlichen
Geschichte und herausragenden Architektur.
Die frühen Tage
Das Staatsparlament von Annapolis (Maryland) ist
das älteste, ununterbrochen von der Legislative
benutzte Kapitol eines Bundesstaates und diente als
erstes Friedenskapitol der Vereinigten Staaten. Der
Grundstein wurde 1772 gelegt, aber der Bau wurde
durch die Revolution verzögert und das Gebäude
erst 1779 fertiggestellt. Zum ersten Mal wurde der
inzwischen vertraute Stil einer großen Kuppel auf
einem rechteckigen Block verwandt - ein im Kapitol
der Vereinigten Staaten in Washington kopierter
Entwurf.
Thomas Jefferson führte die andere Hauptstilrichtung
für Kapitolsgebäude ein, die erstmals mit dem
Kapitol von Virginia in Richmond verwirklicht wurde.
Er wählte einen römischen Tempel in Nimes aus

AMERIKA DIENST 14

dem 1. Jahrhundert als Modell, und so wurde das
zwischen 1785 und 1788 erbaute Kapitol von Virginia
das erste öffentliche Gebäude der Neuen Welt mit
den Säulen im Stil des klassischen Humanismus.
Im Kapitol von Virginia ist auch eine bemerkenswerte
Sammlung von Statuen untergebracht, darunter
Büsten aller in Virginia geborenen Präsidenten der
Vereinigten Staaten. Eine herrliche lebensgroße
Marmorstatue von George Washington - die einzige,
für die er je Modell stand - beherrscht die Rotunde.
Auch andere Kapitolsgebäude zeugen von der
amerikanischen Geschichte. Das Kapitol von Columbia (South Carolina) befand sich im Bau, als 1861 der
Bürgerkrieg ausbrach. Sechs Bronzesterne auf der
westlichen Wand markieren die Einschlaglöcher der
Kanonenkugeln. Angesichts der harten Zeiten nach
dem Bürgerkrieg dauerte die Fertigstellung des
Gebäudes - ein herrliches Beispiel des römisch-korinthischen Stils - vier Jahrzehnte. Jede der blauen
Granitsäulen des vorderen und hinteren Säulengangs
ist 13,1 Meter hoch, wiegt ungefähr 37 Tonnen und
ist aus einem einzigen Steinblock gearbeitet.
Das Kapitol in Raleigh (North Carolina) litt weniger
unter dem Bürgerkrieg als unter den Folgen der
Rekonstruktion. Während dieser berüchtigten Zeit
wurde ein Sitzungsraum im zweiten Stock in eine Bar
umgewandelt, die zu den Kammern führenden
Granitstufen sind angeschlagen und gefurcht, angeblich von Whiskey-Fässern. Ansonsten das besterhaltene Gebäude des Landes im Stil des griechischen
Humanismus, enthält der Bau von 1840 zahlreiche
antike Details. Die äußeren Säulen sind denen des
Parthenon nachempfunden, und die Kammer des
Repräsentantenhauses folgt dem Plan eines griechischen Amphitheaters.

Seite 1

�Die Ära des Selbstbewußtseins
Statt die Antike wiederzugeben, steht das majestätische Kapitol in Des Moines (Iowa) für die Leistungen
amerikanischer Handwerker und die Vielfalt des
Bundesstaates.
Der zwischen 1871 und 1886
errichtete palastartige Bau enthält sieben inländische
und 22 importierte Marmorsorten. Seine Hauptkuppel ist mit 23karätigem Gold verziert.
Höchste Handwerkskunst herrscht vor, insbesondere
bei den Steinmetzarbeiten und Holzschnitzereien
sowie den kunstvoll bemalten Decken. Die Endpfosten des Haupttreppenaufgangs - dem Mittelpunkt
des Gebäudes - sind mit Girlanden von Früchten,
Blumen, Obst, Nüssen, Schmetterlingen und Vögeln,
einschließlich einer Fledermaus mit ausgbreiteten
Flügeln, einem kämpfenden Dinosaurierpaar und
einer Schlange mit gespaltener Zunge verziert. Auf
dem Treppenabsatz stellt das Gemälde "Westwärts"
symbolisch den Geist der Zivilisation und Aufklärung
dar, von dem die Pioniere bei der Kultivierung des
Westens geleitet waren.
Texas hat das größte Kapitol eines Bundesstaates.
In seiner Gesamtgröße nur vom Kapitol in der
Bundeshauptstadt Washington übertroffen, ist es 2,1
Meter höher als das Gebäude in Washington. Im
Jahr 1888 fertiggestellt, wird der Bau in Austin zur
Zeit renoviert, während dahinter unterirdische Büros
erstellt werden. Der gewaltige Bau aus der Zeit der
italienischen Renaissance hat eine Grundfläche von
12.140,4 m2 und eine Gesamtfläche von 72.842,4
m2.
Das rote Granitgebäude ist schön und groß. Auch
enthält es wunderbare Verzierungen und genug
Statuen berühmter Texaner, um damit ein Museum
auszustatten. Das letzte Wort hat jedoch die Skulptur an der Spitze des Kuppelgewölbes. Die mit einer
Toga bekleidete junge Frau hält einen Stern in die
Höhe - das Wahrzeichen des Bundesstaates Texas.
Die vergoldete Statue einer Frau, die auf der Kuppel
des Kapitols von Madison im Bundesstaat Wisconsin
steht, symbolisiert das Motto "Vorwärts".
Das
zwischen 1906 und 1917 errichtete Gebäude hat
eine ungewöhnliche Struktur, da die vier Flügel von
der Rotunde und der Hauptkuppel ausgehen, der
einzigen Granitkuppel in den Vereinigten Staaten.
Diese Gestaltung schafft eine wunderschöne Innenansicht.
Moderne Visionen der Demokratie
West Virginia beauftragte Cass Gilbert, den berühmten Architekten großartiger öffentlicher Gebäude, das
Kapitol des Bundesstaates in Charleston mit Blick
über den Kanawha zu entwerfen. Die Gesetzgeber

Seite 2

schlössen unter genauer Kontrolle der Kosten das
Projekt in drei separaten Verträgen zwischen 1924
und 1932 ab, deckten die Kosten durch eine Sondersteuer und brachten das Projekt in den Haushalt ein.
Das Ergebnis kann kaum als schmucklos bezeichnet
werden: Säulengänge mit majestätischen Säulen aus
Kalkstein von jeweils 86 Tonnen und massive Türen
aus Bronze und Kupfer. Schwarze Marmorsäulen mit
Alabasterurnen säumen die Hallen. Eine glänzende,
vergoldete Kuppel (1990 frisch vergoldet) hebt sich
leuchtend gegen den Himmel ab. Die üppigen
Kurven und klaren Linien des Gebäudes weisen es
als architektonische Leistung aus. Wahrscheinlich
enttäuschte es Gilbert, der genaue Angaben zu
Skulpturen und Bemalung der unteren Reliefs machte. Zu dem Zeitpunkt, als mit dem Bau des unteren
Teils begonnen wurde, brach gerade der Aktienmarkt
zusammen und es gab eine Dürre. Der Bundesstaat
beschloß, auf die Details zu verzichten und ohne
Verschuldung ein elegantes Gebäude zu errichten.
Die Architekten des Kapitols von Oklahoma waren
wahrscheinlich auch enttäuscht, als sich die ursprünglich vorgesehenen Gelder für den Bau der
geplanten Kuppel als unzureichend erwiesen, was zur
Einstellung der Arbeiten im Jahr 1917 führte. Seitdem haben die Gesetzgeber keine Gelder mehr für
die Kuppel bewilligt, so daß das Geld durch Bürgerinitiativen aufgebracht wird.
Das Kapitol von Oklahoma ist das einzige seiner Art,
das auf einem Ölfeld errichtet wurde. Je nach
Jahreszeit sind auf dem Grundstück des Kapitols
mehr als fünf Ölquellen in Betrieb. Der Bohrturm im
Blumenbeet des Kapitols ist abgestellt, da die Quelle
versiegt ist, er symbolisiert jedoch den Reichtum an
Bodenschätzen dieses Bundesstaates.
In der Rotunde gibt es vier Wandgemälde: "Entdekkung" (die frühe Erforschung des Landes), "Grenzhandel" (die französische Herrschaft unter Napoleon),
"Indianische Einwanderung" (ein Tribut an die 67
Indianerstämme des Bundesstaates) und "Besiedelung" (das den Ansturm auf das Land in Oklahoma
zeigt. Am 12. April 1889 war Oklahoma nur Prärie,
bei Anbruch der Nacht hatte es 10.000 Bewohner).
Nebraska bemühte sich bewußt um ein Design, das
sich vom Kapitol anderer Bundesstaaten abhob und
schuf ein erstaunliches Art Deco-Gebäude mit einem
122 Meter hohen Obelisken, der sich von einem
rechteckigen Fundament über die Ebenen von
Lincoln erhebt. Er stellt eindeutig etwas Einzigartiges und eine Einheit dar. Die Arbeit am Kapitol
wurde 1922 begonnen, erstreckte sich jedoch über
ein Jahrzehnt, da es um das alte Staatsparlament
herum gebaut wurde, damit die Behörden ihre Arbeit
fortsetzen konnten. In der Eingangshalle ist eine
gemalte Chronik der frühen Pioniere zu finden. In
der großen Halle stellen 1967 aus Anlaß der Hundert-

AMERIKA DIENST 14

�jahrfeier hergestellte Mosaike bedeutende Ereignisse
aus Nebraska dar.
Symbolische Erklärungen
Der Regierungssitz in Olympia im Bundesstaat
Washington betont die natürliche Schönheit des
Bundesstaates. Nach Jahrzehnten der Enge in dem
unzureichenden hölzernen Staatsparlament nahm
Washington 1911 einen radikalen Plan an und
beendete den Bau 1928. Das Kapitoi des Bundesstaates Washington besteht aus einer Gruppe
einzelner Gebäude für jeden Regierungszweig in
einem 14 Hektar großen Park mit Blick über den
Caprtol Lake und den Budd Inlet of Puget Sound ein "Capitol Campus". Japanische Kirschbäume und
Bepflanzung je nach Saison beherrschen die

*

AMERIKA DIENST 14

*

Landschaft, der Brunnen ist einem Brunnen im Tivoli
in Kopenhagen nachempfunden.
Das Kapitoi von New Mexiko in Santa Fe kombiniert
den einzigartigen Architekturstil der Pueblo-Indianer
mit Elementen des griechischen Humanismus,
wodurch ein Gebäude entsteht, das dem Zia-Symbol
auf der Flagge des Bundesstaates ähnelt. Das am 8.
Dezember 1966 eingeweihte Kapitoi hat vier Etagen,
eine davon unterirdisch. Im Einklang mit der PuebloTradition sind die elliptischen Kammern der Legislativen im unteren Stockwerk, tief in der Erde angesiedelt.
Letztlich drückt jedes Kapitoi in Stein aus, was zu
einem bestimmten Platz zu gehören scheint. Es sind
die staatsbürgerlichen Monumente einer Regierung
des Volkes, durch das Volk und für das Volk.

*

*

Seite 3

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      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst  13.04.1994</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton: Luftangriffe der NATO im Einklang mit UNO-Politik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung des Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lake: Bosnisch-kroatisches Abkommen setzt Serben unter Druck&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede an der Johns Hopkins University&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Abrüstung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das Nunn-Lugar-Programm&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Exportkontrollen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA und Verbündete gründen neue Exportkontrollgruppe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ankündigung des Wirtschaftsministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Menschenrechte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Förderung von Demokratie und Menschenrechten &lt;br /&gt;&lt;em&gt;John Shattuck über das Hauptziel der US-Außenpolitik&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Drogen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wichtige und dauerhafte Erfolge beim Kampf gegen Drogen erzielt&lt;br /&gt;Bericht des Außenministeriums&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. Bildung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton unterzeichnet Gesetz für umfassende Reform des Bildungswesens&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Goals 2000" stellt neue Normen auf&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;7. Landeskunde&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Hauptstadtbesuche&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Patricia Harris und David Lyon&lt;/em&gt;</text>
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