<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2345" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2345?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T01:14:29+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2356">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/ac5be548849ae10c94d4db4ea15cc99d.pdf</src>
      <authentication>30b5406140d40648dd8da4ea00a3d8fb</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="12054">
                  <text>cimerikci
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462C

30. März 1994

13

NORDKOREA

PERRY: "ZUR ZEIT KEINE KRISE"
Vereinigte Staaten ergreifen
"wohlüberlegte" defensive Maßnahmen

UNO

USA ARBEITEN AUF GLAUBWÜRDIGE, KOSTENGÜNSTIGE UN-FRIEDENSSICHERUNG HIN
Rede von Botschafterin Albright
vor Kongreß-Unterausschuß

CHEMIEWAFFEN

HOLUM DRANGT AUF FRÜHZEITIGE
RATIFIZIERUNG DER
CHEMIEWAFFENKONVENTION
Erklärung von ACDA-Direktor John Holum

AUSSENPOLITIK

CLINTON SOLLTE NICHT UNTERSCHÄTZT
WERDEN
von Samuel R. Berger

FILM

ZEHN OSCARS FÜR SPIELBERGS FILME
Oscar-Verleihung 1994

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-339 23 72
Fax:0228-33 41 02

�NORDKOREA
30. März 1994

PERRY: "ZUR ZEIT KEINE KRISE"
Vereinigte Staaten ergreifen "wohlüberlegte" defensive Maßnahmen
WASHINGTON - (AD) - US-Verteidigungsminister William J. Perry erklärte am 25. März 1994 vor Journalisten,
zur Zeit gebe es "keine militärische Krise" zwischen den Vereinigten Staaten, ihrem südkoreanischen Verbündeten, und Nordkorea.

Gleichzeitig ließ Perry verlauten, die Vereinigten Staaten ergriffen "wohlüberlegte" defensive Maßnahmen
für den Fall, daß der immer wieder aufflammende
Disput mit Nordkorea erneut eskalieren sollte.
Perry machte seine Ausführungen zu Nordkorea bei
einer im Pentagon anberaumten Pressekonferenz, bei
der er eigentlich die Journalisten über seinen jüngsten
Besuch in Rußland, Kasachstan, der Ukraine und
Belarus informieren wollte - den vier neuen unabhängigen Staaten (NUS), die nach dem Zusammenbruch
der Sowjetunion deren Atomwaffen erbten.
Nach einer kurzen Analyse seiner Reise in die NUS
beantwortete Perry jedoch fast ausschließlich Fragen
zu der Besorgnis der Vereinigten Staaten über die
Weigerung Nordkoreas, angemessene internationale
Inspektionen des Nuklearprogramms des kommunistischen Landes zuzulassen.
"Nordkorea verfügt über eine Armee mit einer Million
Soldaten. Zusätzlich hat das Land die Möglichkeit zur
Entwicklung einer Atombombe, und seine Regierung
ist unberechenbarund instabil", legte Perry die besorgten Überlegungen der Vereinigten Staaten dar.
Die Möglichkeit, daß Nordkorea über Anlagen zum
Bau von Atomwaffen verfügt, "verschärft die gegenwärtige Situation", so Perry.

Perry wollte keine weiteren Einzelheiten zu den Vorbereitungen der Vereinigten Staaten zur Erhöhung der
Verteidigungsbereitschaft geben. "Wir können unsere
militärische Eventualfallplanung einfach nicht in der
Öffentlichkeit erörtern", teilte er mit.
"Wir bemühen uns weiterhin um eine Lösung auf
diplomatischer Ebene. Wir haben noch nicht aufgegeben. Sollte das scheitern, müssen Sanktionen meines
Erachtens der nächste Schritt sein."
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen debattiert
zur Zeit über eine Resolution, die Nordkorea zur Umkehr
seiner Haltung zu internationalen Inspektionen aufruft.
Sollten sich die Vereinten Nationen zur Verhängung
von Sanktionen gegen Nordkorea entschließen, könnten diese "ziemlich nachteilig" sein, so Perry.
Zuvor hatte Perry seine Reise in die ehemalige Sowjetunion als "pragmatische Partnerschaft in Aktion" bezeichnet. Ziel der Reise sei die Beschleunigung der
Konversion strategischer Waffen zu friedlichen Zwekken gewesen.
Während seines Besuchs wurden Perrys Angaben
zufolge Abkommen über Hilfe für die Konversion von
Rüstungsgütern im Wert von mehr als 165 Millionen
Dollar geschlossen.

Präsident Clinton ordnete am 21. März die Entsendung
eines Bataillons von Patriot-Abwehrraketen nach
Südkorea an, die "zur Zeit stattfindet". Die Raketen
werden per Schiff transportiert und in ungefähr einem
Monat stationiert.

"In Rußland trafen wir mit Verteidigungsminister Gratschow zusammen und sprachen über die geplante
Partnerschaft für den Frieden. Erteilte mit, Rußland
werde der Partnerschaft beitreten und der NATO bis
Ende des Monats einen Antrag auf Mitgliedschaft
vorlegen", so Perry.

"Sollte es eine militärische Konfrontation mit Nordkorea geben, wären taktische Luftstreitkräfte der größte
Beitrag, den die Vereinigten Staaten zur Abwehr leisten könnten", erläuterte der Verteidigungsminister.
"Das wäre eine Frage von wenigen Tagen."

Die "Partnerschaft für den Frieden" ist ein Vorschlag
der Vereinigten Staaten, der Mitgliedern des ehemaligen Warschauer Pakts eine eingeschränkte Mitgliedschaft im Nordatlantischen Verteidigungsbündnis
gestattet.

AMERIKA DIENST 13

Seite 1

�"In der Ukraine besuchten wir eine Abschußvorrichtung für ballistische Interkontinentalraketen, an der
früher SS-19 und SS-24 auf die Vereinigten Staaten
gerichtet waren".

"Es war für mich eine erstaunliche Erfahrung, dort zu
stehen und die Kontrollvorrichtungen der Raketen zu
betrachten, die jede größere Stadt der Vereinigten
Staaten zerstören konnten", äußerte er.

"Hier findet der Abbau statt", teilte Perry mit. Die
Ukraine habe unter dem zwischen ihr, Rußland und
den Vereinigten Staaten geschlossenen Abkommen
bereits 120 Gefechtsköpfe nach Rußland zur Zerlegung geschickt.

Dem Verteidigungsminister zufolge war sein Besuch
der ehemaligen sowjetischen Abschußrampe bei Baikonur in Kasachstan "ein sehr bewegendes persönliches Ereignis", weil er einen Großteil seiner beruflichen Laufbahn die Einrichtung aus der Entfernung
untersucht hatte und jetzt aus nächster Nähe sehen
Zwei ukrainische Soldaten hätten Perry in den Schacht
konnte.
begleitet um ihm zu demonstrieren, wie die Rakete
abgeschossen werden konnte.

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 13

�UNO
30. März 1994

USA ARBEITEN AUF GLAUBWÜRDIGE,
KOSTENGÜNSTIGE UN-FRIEDENSSICHERUNG HIN
Rede von Botschafterin Albright vor Kongreß-Unterausschuß
WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten unterstützen Friedenssicherungsoperationen der Vereinten
Nationen, "weil sie zu einer weniger gewalttätigen, stabileren und demokratischeren Welt beitragen", erklärte die
Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Madeleine Albright, am 22. März 1994 vor
einem Unterausschuß des Repräsentantenhauses.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Botschafterin Albright im Wortlaut.

Politik der Administration
Wie Sie wissen, Herr Vorsitzender, befindet sich die
Administration im letzten Stadium einer einjährigen
Überprüfung der Friedenssicherungspolitik. Diese Politik

zielt nicht auf eine Erweiterung der UN-Friedenssicherung, sondern deren Korrektur ab. Wir erachten die
Friedenssicherung der UNO nicht als Kernstück unserer nationalen Sicherheitsstrategie, sondern als einen
Beitrag dazu. Wir sehen sie als einen Weg, Krisen zu
entschärfen und größere Katastrophen durch einen
Friedensbruch zu verhindern, die Stabilität bedrohen,
Leiden erzeugen und unsere Ressourcen aufzehren.
Wir werden uns stets das Recht vorbehalten, im Alleingang oder durch ein Bündnis wie die NATO zu handeln. Wir wollen jedoch das Vertrauen haben, daß die
Vereinten Nationen die Arbeit in kostengünstiger Weise
und einem absehbaren Zeitrahmen leisten können,
wenn wir die Entscheidung treffen, die Unterstützung
einer UN-Friedensmission liege im Interesse des
amerikanischen Volkes.
Während des Kalten Krieges war die Rolle der Vereinten Nationen bei der Friedenssicherung marginal. In
den vergangenen Jahren hat sie rasch zugenommen,
die Institution großen Belastungen ausgesetzt und
einen dramatischen Anstieg der Kosten und Risiken
von Friedenssicherung mit sich gebracht.

nicht? Welche Kriterien waren beispielsweise für die
vorige Administration maßgeblich, alssiefürdie Unterstützung neuer Operationen im ehemaligen Jugoslawien, in Somalia, Angola, El Salvador, Kambodscha,
der Westsahara, Mosambik und Kuwait stimmte? Und
welche Kriterien wandten die anderen Mitglieder des
Sicherheitsrats an? Es gab keine eindeutige Antwort.
Das haben wir geändert. U nseres Erachtens hängt der
Wert der UN-Friedenssicherung nicht von der Zahl der
angestrebten Missionen ab, sondern davon, wie gut
jede Mission durchgeführt wird. Wir bestehen also
darauf, daß die Schlüsselfragen vorher gestellt werden und nicht nachdem neue Friedenssicherungsverpflichtungen eingegangen worden sind. Zu diesen
Fragen zählen:
Gibt es eine reale Bedrohung für internationalen
Frieden und die Sicherheit?
Hat die vorgesehene Friedenssicherungsmission eindeutige Ziele und kann ihr Umfang klar
umrissen werden?
Wenn die Operation der Friedenssicherung und
nicht der Durchsetzung des Friedens dient, wurde
ein Waffenstillstand vereinbart, und haben die
Konfliktparteien einer UN-Präsenz zugestimmt?

Rigorosere Entscheidungsfindung

Stehen die zur Durchführung der Mission erforderlichen Ressourcen zur Verfügung?

Kurz nach meiner Ankunft in New York im vergangenen Jahr habe ich mir die Frage gestellt: Welche
Kriterien haben wir bei der Entscheidung benutzt, ob
wir eine Friedensmission unterstützen sollen oder

Kann ein Ende der UN-Beteiligung ausgemacht
werden?

AMERIKA DIENST 13

Was geschieht, wenn wir nicht handeln?
Seite 1

�Unsere neue Politik bewirkt bereits etwas. Zum Beispiel haben wir unsere Unterstützung für potentielle
Missionen in Georgien und Liberia von größeren Fortschritten bei den Friedensverhandlungen abhängig
gemacht. Wir unterstützen eine verstärkte UN-Polizeipräsenz in Mosambik, aber unter der Bedingung, daß
die zusätzlichen Kosten ausgeglichen werden. Wir
bestehen darauf, daß in alle Friedenssicherungsmissionen genehmigende oder erweiternde Resolutionen
ein festgesetzter Zeitrahmen aufgenommen wird, damit
die Last des Beweises bei denjenigen liegt, die eine
Erweiterung statt einer Beendigung befürworten. Wir
hoffen einen Präzedenzfall geschaffen zu haben, indem wir Zypern und Kuwait zur Begleichung eines
maßgeblichen Teils der Kosten von Friedenssicherungsoperationen auf ihrem Territorium ermutigen.
Wir verlassen uns soweit wie möglich auf regionale
Organisationen wie die Wirtschaftsgemeinschaft
westafrikanischer Staaten und die KSZE. Und wir
überprüfen regelmäßig den Stand aller UN-Operationen um zu entscheiden, ob ihre Ziele erreicht werden
oder erreicht werden können.

Verbesserungen bei Planung, Ausbildung, Fernmeldewesen, Nachrichtendiensten und öffentlichen Angelegenheiten.
Unser Ziel dabei besteht nicht in der Schaffung einer
Art von globalem Oberkommando, sondern vielmehr
in der Verbesserung der Effizienz bis zu dem Punkt, an
dem UN-Friedenssicherung glaubwürdig, kostengünstig und professionell ist. Wir sind zum Beispiel
entschlossen, die Wiederholung einer Situation wie
vor kurzem zu verhindern, als der UN-Vertreter im
ehemaligen Jugoslawien über drei Stunden für die
Genehmigung der Luftüberwachung zur Verteidigung
der UNO-Truppen benötigte.
Herr Vorsitzender, die UN-Friedenssicherung hat
zweifelsohne noch viel Arbeit vor sich, aber Reformen
werden gemacht, Lektionen gelernt und Fortschritte
erzielt.
Der Wert der Friedenssicherung

Natürlich wäre all dies nicht von Bedeutung, wenn
sorgfältig definierte und gut durchgeführte UN-FrieIch muß auch feststellen, daß trotz der schrecklichen densoperationen nicht dem besten Interesse unserer
Gewalttaten in diesen Staaten bisher keine UN-Opera- Menschen dienen würden. Diese Administration vertionen für Burundi, Sudan, Nagornyi Karabach, Tad- tritt ebenso wie vorige Administrationen die Auffasschikistan, Afghanistan oder Sierra Leone vorgeschla- sung, daß sie dies tun, und wir denken, die meisten
gen worden sind. Dies bedeutet keine Gefühllosigkeit Amerikaner stimmen dem zu.
seitens der internationalen Staatengemeinschaft,
sondern ist vielmehr die Anerkennnung der Grenzen Erstens möchte ich den Sachverhalt in die richtige
dessen, was eine UN-Friedensoperation in Ermange- Perspektive rücken. Die Welt wendet jedes Jahr rund
lung des demonstrierten Willens der kämpfenden 9 Milliarden Dollar für Streitkräfte auf. Die Vereinten
Parteien, sich für Verhandlungen statt Waffen zu ent- Nationen geben ungefähr ein Drittel davon für Friedenssicherung aus. Hier in den Vereinigten Staaten
scheiden, erreichen kann.
veranschlagen wir für jeden für Friedenssicherung
Fähigkeiten zur Erweiterung
aufgewendeten Dollar 300 Dollar für die Verteidigung.
Der jüngste, teils durch das Ende des Kalten Krieges
Wir arbeiten ferner darauf hin, die genehmigten UN- herbeigeführte Anstieg der Kosten für FriedenssicheOperationen effizienter und effektiver zu gestalten.
rung ist weit geringer als die durch die Lockerung der
Spannungen
zwischen Ost und West ermöglichten
Wir haben beispielsweise folgende Vorschläge unterEinsparungen.
breitet:
Ein einheitliches Budget für Friedenssicherung,
um das derzeitige Ad-hoc-System zu ersetzen.
Reformen bei der Beschaffung, die Wettbewerbsfähigkeit und Kostenersparnisse durch
optimale Betriebsvergrößerung gewährleisten.
Die Entwicklung einer computergestützten Datenbank, die eine Standardisierung der Kosten,
rasche und genaue Haushaltsprognosen gestatten sowie Überschätzungen verhindern
würden.
Ein schnell stationierbares Hauptquartier mit
logistischer Unterstützung, damit die Vereinten
Nationen rechtzeitig auf Notfälle reagieren
können.

Seite 2

Zweitens sind die Vereingten Staaten eines der fünf
Länder mit einem Vetorecht zu jeder UN-Friedenssicherungsoperation. Ich kann Ihnen versichern, daß
wir unseren Einfluß geltend machen und wenn nötig
unser Veto einlegen werden, um Operationen zu stoppen, die unseren Interessen zuwiderlaufen würden.
Ich kann Ihnen auch versichern, daß unser kontinuierliches Vetorecht nicht verhandelbar ist.
Drittens ein kleiner, aber nicht unwichtiger Punkt. Im
Jahr 1993 kaufte das UNO-Hauptquartier Waren und
Dienstleistungen in Höhe von über 250 Millionen Dollar
von amerikanischen Lieferanten - 36 Prozent des
Gesamtwerts der Beschaffungen des UNO-Hauptquartiers für die Friedenssicherung.
Viertens besteht, wie Außenminister Christopher in
der vergangenen Woche bestätigte, der Hauptgrund

AMERIKA DIENST 13

�für die Unterstützung bestimmter UN-Friedensoperationen in dem Beitrag, den sie zu Zielen von direktem
Interesse für uns leisten.
Herr Vorsitzender, ich erinnere mich, daß die Mitglieder der Anhörung im vergangenen Jahr verständlicherweise skeptisch über die Aussicht demokratischer
Wahlen in Kambodscha waren. Ich muß zugeben, ich
ebenfalls. Aber in Zusammenarbeit mit dem mutigen
kambodschanischen Volk überwanden die Vereinten
Nationen enorme Schwierigkeiten. Das Ergebnis war
eine Wahl mit einer Beteiligung von über 90 Prozent,
der Amtsantritt einer konstitutionellen Regierung, die
Rückführung Hunderttausender Flüchtlinge und eine
drastische Schwächung der Roten Khmer.
In El Salvador trugen die Vereinten Nationen zur
Beendigung eines Konflikts bei, der70.000 Menschenleben forderte. Beobachter aller Seiten stimmen überein,
daß nur die Vereinten Nationen so erfolgreich bei der
Überwachung der Menschenrechte, der Zuweisung
der Verantwortung für begangene Greueltaten, der
Verifizierung der Durchführung des Friedensabkommens und der Bereitung des Weges für die Wahlen am
vergangenen Wochenende sein konnten, die - trotz
einiger signifikanter Probleme - immer noch die freiesten und friedlichsten in der Geschichte des Landes
waren. Wir erinnern uns, daß unsere Gesellschaft im
letzten Jahrzehnt einen hohen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Preis bezahlte, als wir mit einer
unilateralen Reaktion auf die Konflikte in El Salvador
und andernorts in Mittelamerika kämpften.
In Zypern haben die Vereinten Nationen den Ausbruch
eines Krieges zwischen NATO-Partnern verhindert.
Durch die Präsenz der Vereinten Nationen auf den
Golanhöhen haben sie zur Erhaltung des Friedens
zwischen Israel und Syrien beigetragen.
In Namibia waren sie bei der Schaffung eines Außenpostens der Demokratie und Stabilität in einem strategischen Teil Afrikas behilflich.
In Mosambik bereiten die Vereinten Nationen Wahlen
für diesen Herbst und die Demobilisierung der Gruppen vor, die einen blutigen Bürgerkrieg führten.
Die Wahlbeobachter der Vereinten Nationen werden
im nächsten Monat in Südafrika vor Ort sein. Ihre
Mission besteht in der endgültigen Beendigung der
Apartheid und der Ermutigung eines erfolgreichen
Übergangs zu demokratischer Herrschaft. (Imübrigen
bestehen wir darauf, daß die Kosten dieser Mission
vom regulären UN-Budget getragen werden, statt vom
Etat für die Friedenssicherung).
Die UN-Sanktionen gegen den Irak harten zusammen
mit der UN-Präsenz an der kuwaitischen Grenze die
Ambitionen Saddam Husseins unter Kontrolle.
In Kroatien und Makedonien tragen die UN-Truppen
zur Verhinderung eines größeren Balkankrieges bei.
AMERIKA DIENST 13

In Bosnien arbeiten die Vereinten Nationen partnerschaftlich mit der NATO zusammen, um in Sarajevo
zumindest die Andeutung eines normalen Lebens zu
schaffen, den Flughafen von Tuzla zu öffnen, die
Versorgung mit humanitären Hilfsgütem für die Bedürftigsten aufrechtzuerhalten und Fortschritte für einen
ausgehandelten Frieden zu ermutigen.
Wir unterstützen diese Operationen, weil sie zu einer
weniger gewalttätigen, stabileren und demokratischeren Welt beitragen. Die Geschichte warnt uns, daß
größere Mächte oftmals in einen Kampf kleinerer
Mächte hineingezogen werden und nicht eingedämmte Aggression häufig zu noch mehr Aggression führt.
Es ist weitaus wirksamer und weniger gefährlich, die
Symptome globaler Unruhen bei ihrem Erscheinen zu
behandeln als abzuwarten, bis die Konsequenzen des
Konflikts in unmittelbare Nähe gerückt sind.
In dem Maße, in dem zukünftige Missionen erfolgreich
sind, werden sie die von uns geförderten Ziele zu
weitaus geringeren Kosten als bei einem Alleingang
derVereinigten Staaten erreichen. Wenn wir unilateral
handeln, tragen wir sämtliche Kosten und Risiken.
Wenn die Vereinten Nationen intervenieren, fällt die
Hauptlast anderen zu. Zu den derzeit 70.000 weltweit
stationierten UN-Blauhelmen steuern die Vereinigten
Staaten weniger als 5 Prozent bei. Amerika trägt 30
Prozent der Gesamtkosten, und wir haben zugesagt,
alles in unserer Macht Stehende zu unternehmen, um
diese Zahl bis Anfang 1996 auf 25 Prozent zu senken.
Die Kosten der Friedenssicherung: Der amerikanische Beitrag
Die Vereinigten Staaten waren und sind bei der UNFriedenssicherung der größte Geldgeber, und das
sollte niemand vergessen. Diese Tatsache spiegelt
unsere Position als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats und als führende Wirtschafts- und Militärmacht der Welt wider.
Das System für die Festsetzung der Kosten der Friedenssicherung wurde 1973 mit Unterstützung der
Vereinigten Staaten geschaffen. Diesem System
entsprechend müssen weniger entwickelte Nationen
nur einen Bruchteil ihres Anteils an den Kosten für die
Friedenssicherung im regulären UN-Haushalt zahlen.
Die Differenz wird von den Ständigen Mitgliedern des
Sicherheitsrats beglichen, was ihre besondere Verantwortung für friedenssichernde Operationen demonstriert.
Den Veränderungen in der Weltwirtschaft entsprechend stieg der von uns geschätzte Anteil an den
Kosten der Friedenssicherung in den vergangenen
Jahren von ungefähr 28 auf über 30 Prozent. Der
Zusammenbruch der Sowjetunion und der daraus
resultierende Rückgang an Beiträgen aus dieser Quelle
führte dazu, daß die Vereinten Nationen unsere Veranlagung sogar auf 31,7 Prozent anhoben. Wir haben
jedoch deutlich gemacht, daß wir diese jüngste VeränSeite 3

�derung nicht akzeptieren und lediglich einem Anteil
von 30,4 Prozent zustimmen, worauf auch unsere
Haushaltsplgnung basiert. Die Administration ist der
Ansicht, daß die Quote von 30,4 Prozent immer noch
zu hoch ist und gesenkt werden sollte.
Wir stellten fest, daß eine vor 20 Jahren niedriger
veranschlagte Anzahl von Ländern sich seit dieser Zeit
eines beträchtlichen Wirtschaftswachstums erfreut.
Es wäre gerechter, wenn diese Staaten zur Friedenssicherung zumindest einen ebenso großen Beitrag
leisten würden wie zu anderen Aufwendungen der
UNO.

te wichtiger Länder. Wir führen in New York und im
Ausland Konsultationen. Wir stellen fest, daß die
Generalversammlung im Frühjahr und Herbst dieses
Jahres unser Ersuchen um eine Veränderung des
derzeitigen Verteilungsschlüssels prüfen wird. Ich
kann Ihnen versichern, daß wir Sie weiterhin über alle
Entwicklungen auf dem laufenden halten werden.
Der Haushalt der Administration

Erfolgreiche Friedenssicherungsoperationen der Vereinten Nationen dienen unseren Interessen. Sie werden jedoch wahrscheinlich eher Erfolg haben, wenn
wir unserer Verpflichtung zu ihrer Finanzierung vollDeutschland und Japan entrichten jetzt zur Friedens- ständig nachgekommen sind und andere mit ihren
sicherung einen ihrer regulären Quote entsprechen- Zahlungen in Verzug geratene Mitgliedstaaten dazu
den Beitrag, der primär auf ihrem Anteil am weltweiten auffordern, ebenso zu handeln.
Einkommen basiert. Unter dem jetzigen System müßten
sie mehr bezahlen, wenn sie Ständige Mitglieder des Der Haushaltsentwurf des Präsidenten umfaßte 670
Millionen Dollar an zusätzlichen Ausgleichszahlungen,
Sicherheitsrats würden, was wir unterstützen.
um dem Großteil unserer Verpflichtungen für das
Vor zwanzig Jahren stimmten die Vereinten Nationen Haushaltsjahr 1994 nachzukommen. Da diesem Erzu, den amerikanischen Beitrag auf 25 Prozent des suchen nicht stattgegeben wurde, müssen wir jetzt regulären Haushalts zu begrenzen - deutlich weniger mit Ihrer Hilfe - einen anderen Weg finden, um dieses
als die 31,5 Prozent, die wir derzeit beisteuern. Ziel Geld aufzutreiben. Wir haben Ihren Unterausschuß
war es, eine übermäßige Abhängigkeit der Vereinten auch um die Bewilligung von 533 Millionen Dollar für
Nationen von einer einzigen Finanzquelle zu vermei- das Haushaltsjahr 1995 gebeten. Darunter fallen 288
den. Ein ähnlicher Gedanke könnte jetzt die Vereinten Millionen Dollar an zusätzlichen Zahlungen für unsere
Nationen vielleicht dazu bringen, den prozentualen geschätzten Erfordernisse im Finanzjahr 1994. Dazu
Anteil der Vereinigten Staaten an den Kosten der kommt noch ein Antrag von 75 Millionen Dollar an
freiwilligen Beiträgen für die Friedenssicherung, den
Friedenssicherung auf 25 Prozent zu begrenzen.
wir dem Unterausschuß für Auslandsoperationen vorEine Senkung des amerikanischen Beitrags zur Frie- legen.
denssicherung erfordert offensichtlich geschickte diplomatische Bemühungen. Lediglich den besonderen Da wir der Ansicht sind, daß das Außen- und VerteidiVerteilungsschlüssel abzuschaffen, würde beispiels- gungsministerium "gemeinsam" die Verantwortung für
weise nur dazu führen, daß mehr als zwei Drittel der Friedenssicherung tragen sollten, ersucht die AdminiUN-Mitgliedstaaten fünf- oder zehnmal so viel für die stration auch um eine Bewilligung in Höhe von 300
Friedenssicherung zahlen müßten wie zur Zeit.
Millionen Dollar für einen neuen Posten des Verteidigungsministeriums zur Friedenssicherung. Diese Zahl
Die Beibehaltung des derzeitigen Systems und gleich- basiert auf Schätzungen der Kosten friedenssichernzeitige Festsetzung der Höchstgrenze der amerikani- der Operationen, für die innerhalb der US-Regierung
schen Veranschlagung auf 25 Prozent würde die von das Verteidigungsministerium verantwortlich ist - die
den vier anderen Ständigen Mitgliedern des Sicher- Operationen, bei denen Kampfhandlungen oder die
heitsrats getragenen Kosten erhöhen.
Entsendung amerikanischer Kampfeinheiten wahrscheinlich sind. Das Außenministerium wird natürlich
Ich fürchte, wenn wir uns aus Frustration zu unilateraseine traditionelle diplomatische Verantwortung für
lem Handeln entschließen, werden wir letztlich nur
alle friedenssichernden Operationen und Aktivitäten
unseren eigenen Zahlungsrückstand erhöhen, für andere
beibehalten.
einen nachteiligen Präzedenzfall schaffen und möglicherweise unsere Führungsrolle bei den Vereinten
Nationen unterminieren.

Diese Haushaltsforderungen umfassen nicht die
möglichen Kosten neuer oder erweiterter Operationen
In Anbetracht dieser Schwierigkeiten prüfen wir aktiv an Orten wie Georgien oder Bosnien. Im vergangenen
unsere Optionen zur Erzielung einer niedrigeren Ver- Jahr machte die Administration den Vorschlag, einen
Fonds für eventuelle Friedenssicherungsoperationen
anschlagung.
zu errichten, was abgelehnt wurde. Wir haben keine
Wirhaben den Generalsekretär von unserer- und Ihrer andere Wahl, als unsere Forderungen weiterhin an die
- Entschlossenheit in Kenntnis gesetzt, dafür zu sor- geänderten Gegebenheiten anzupassen. Wir würden
gen, daß unsere Quote auf ein vernünftigeres Niveau uns über Anregungen Ihrerseits freuen, wie wir mit
herabgestuft wird. Daraufhin entsandte der General- diesen möglichen Kostensteigerungen umgehen könsekretär Emissäre zu Konsultationen in die Hauptstäd- nen.
Seite 4

AMERIKA DIENST 13

�Ich bitte Sie um Ihre Zustimmung zu unseren Haushaltsanträgen für die Friedenssicherung und unterstreiche dabei folgende drei Punkte:

zuversichtlich sagen könnte, daß wir unsere Rechnungen vollständig und prompt bezahlen. Das gilt sowohl
im Hinblick auf die Frage des Generalinspekteurs - auf
die Herr Bennet noch zu sprechen kommen wird - als
Erstens werden keine friedenssichernden Operatio- auch auf eine Senkung des amerikanischen Anteils an
nen beschlossen, wenn sie nicht von den UN-Mitglied- den Kosten der UN-Friedenssicherung.
staaten finanziell unterstützt werden. Die derzeitigen
finanziellen Engpässe komplizieren die Bestrebun- Eine angemessene Rolle für den Kongreß
gen, effizient zu planen, Reformen durchzuführen und
die für langfristige Einsparungen erforderlichen Inve- Amerika kann allein durch vollziehende Maßnahmen
stitionen zu tätigen. Die Vereinten Nationen sind mit keine fü hrende Rolle in internationalen Organisationen
ihren Zahlungen an die Truppen entsendenden Staa- spielen. Der Kongreß muß ebenso wie der Präsident
ten bereits in Verzug geraten. Wir wissen, daß einige eine bedeutende Rolle spielen, denn der Kongreß ist
Länder die UNO bereits davon in Kenntnis gesetzt ebenso wie der Präsident dem Volk gegenüber veranthaben, daß sie für zukünftige Operationen keine Trup- wortlich. Herr Vorsitzender, ich versichere Ihnen, daß
pen bereitstellen werden, bis die alten Rechnungen wir im Hinblick auf Finanzierung und Politik mit Ihnen
beglichen sind. Das erschwert die Suche nach zusätz- und Ihrem Unterausschuß zusammenarbeiten möchlichen Streitkräften für Orte wie Bosnien sowie die ten. Wir haben enge und regelmäßige Konsultationen
Aufrechterhaltung einer angemessenen Truppenprä- über alle Aspekte unserer Friedenssicherungspolitik
senz in Ländern wie Somalia. Das wiederum gefährdet begonnen und werden sie beibehalten.
den Erfolg solcher Operationen und setzt die dorthin
zur Friedenssicherung Entsandten größerer Gefahr In diesem Sinne werde ich meine Ausführungen mit
einem Zitat aus einer hervorragenden Studie zur Frieaus.
denssicherung beenden, die unter der SchirmherrZweitens ist es nicht schwierig, sich Situationen vorzu- schaft des Stimson Centers und mit Beteiligung von
stellen, in denen wir alle die Wahl treffen müssen, Representative Rogers vorbereitet wurde. Diese
entweder eine für unsere Interessen wichtige Opera- Schlußfolgerung ist auch eine gute Zusammenfastion abzulehnen oder uns für eine Operation zu ent- sung der Einstellung der Administration zur Friedensscheiden, für die uns die nötigen Gelder fehlen. Wir sicherung:
haben beispielsweise großes Interesse daran, daß die
Die Vereinigten Staaten können bei der Bewilligung
Konflikte in der ehemaligen Sowjetunion auf eine die
neuer friedenssichemder UN-Operationen so hart sein,
Vollständigkeit der neuen unabhängigen Staaten
wie sie wollen, und bei der Entscheidung über die
bewahrende Weise gelöst werden. Die Beteiligung der
Teilnahme amerikanischer Streitkräfte so wählerisch,
UNO ist ein Weg zur Erreichung dieses Ziels. Wenn
wie sie wünschen. Wird jedoch die Fähigkeit der UNO
die UN-Mitgliedstaaten jedoch keine Truppen stellen
zu friedenssichernden Operationen erfolgreich veraus Furcht, dafür nicht finanziell entschädigt zu werbessert, wird dasfürdie Vereinigten Staaten eine neue
den, besteht diese Option nicht mehr. So werden
sicherheitspolrtische Option darstellen, die nach Ermeiner Meinung nach große historische Fehler beganmessen der US-Regierung genutzt werden kann und
gen.
uns gestattet, die Notwendigkeit einer Entscheidung
Drittens könnte meine Fähigkeit zur Förderung unse- zwischen unilateralen Aktionen oder hilflosem und
rer reformorientierten Tagesordnung bei den Verein- untätigem Zusehen bei internationalen Konflikten und
ten Nationen entscheidend erhöht werden, wenn ich Greueltaten zu vermeiden.

*

AMERIKA DIENST 13

* * *

*

Seite 5

�CHEMIEWAFFEN
30. März 1994

HOLUM DRÄNGT AUF FRÜHZEITIGE RATIFIZIERUNG
DER CHEMIEWAFFENKONVENTION
Erklärung von ACDA-Direktor John Holum
WASHINGTON - (AD) - Die frühzeitige Ratifizierung der Chemiewaffenkonvention (CW-Konvention) wird "einen
äu ßerst wichtigen Präzedenzfall in der Rüstungskontrolle und eine sicherere Welt für uns alle schaffen", erklärte der
Direktor des US-Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung (U.S. Arms Control and Disarmament Agency - ACDA)
John Holum am 22. März 1994 vor dem Auswärtigen Ausschuß des Senats.
Er rief den Senat dazu auf, zügig seine Zustimmung zur Ratifizierung der CW-Konvention zu geben, damit sie zum
frühestmöglichen Zeitpunkt - im Januar 1995 - in Kraft treten kann.
Schnelles Handeln, so Holum, "wird anderen Ländern - Freunden und vor allem Gegnern - die unmißverständliche
Botschaft senden, daß die Vereinigten Staaten es ernst meinen" und "hinter einem neuen globalen Regime stehen,
das chemischen Waffen ein für allemal die angebliche Legitimität abspricht und ihre Weiterverbreitung stoppt".
Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus dem vorbereiteten Redetext von Direktor Holum.

Die Bedrohung durch Chemiewaffen
Die Ausschußmitglieder sind sich der mit Chemiewaffen einhergehenden Gefahren sehr wohl bewußt.
Während der Verhandlungen über die Konvention
konzentrierten wir uns auf die Notwendigkeit, die von
der Sowjetunion ausgehende Gefahr für die Vereinigten Staaten und die NATO zu beseitigen. Die Sowjetunion existiert nicht mehrund das Risiko, daß Rußland
die von der Sowjetunion geerbten Chemiewaffen gegen
die Vereinigten Staaten und die NATO einsetzt, hat
sich erheblich verringert. Die weltweite Bedrohung ist
jedoch angestiegen, und die Bedrohung durch Chemiewaffen ist heutzutage weitaus vielfältiger und
geographisch verstreuter als in der Vergangenheit.
Wir benötigen die Konvention wegen des russischen
Arsenals dieser Waffen, aber auch - vielleicht noch
mehr - als entscheidendes Werkzeug zur Beseitigung
anderer Chemiewaffenarsenale und zur Verhinderung
der Weiterverbreitung von Chemiewaffen.
Ungefähr 25 Nationen werden derzeit verdächtigt, sich
entweder im Besitz von Chemiewaffen oder der Fähigkeit zu ihrer Herstellung zu befinden. Dazu zählen der
Irak und Libyen, die nicht wegen ihrer Zurückhaltung
bekannt sind. Chemiewaffen werden als "Atombombe
der armen Länder" bezeichnet, weil sie aus Chemikalien hergestellt werden können, die zwar in vielen
Fällen einer Kontrolle unterliegen, aber dennoch käuflich erworben werden können. Heute werden die aus
AMERIKA DIENST 13

Chemiewaffen resultierenden Gefahren durch die
Produktion und potentielle Weiterverbreitung ballistischer Raketen verschärft, die einen Chemiewaff engefechtskopf Hunderte von Kilometern weit tragen können. Im Gegensatz zu der Hemmschwelle beim Einsatz von Atomwaffen ist diese beim Einsatz von Chemiewaffen erfahrungsgemäß weitaus niedriger.
Im 20. Jahrhundert wurden Atomwaffen nur einmal
eingesetzt - zur Beendigung des Kriegs im Pazifik.
Während dieses Zeitraums haben verschiedene Länder jedoch wiederholt zur Erreichung ihrer militärischen oder politischen Ziele Chemiewaffen verwendet. Im Ersten Weltkrieg wurde gegen unsere Soldaten Giftgas eingesetzt. Chemiewaffen wurden in den
dreißiger Jahren in Äthiopien, in den vierziger Jahren
in der Mandschurei und in den sechziger Jahren im
Jemen eingesetzt. Im Krieg zwischen Iran und Irak
wurden Chemiewaffen zur Alltäglichkeit. Saddam
Hussein bekämpfte 1989 die Rebellion der Kurden mit
Chemiewaffen. Und erst kürzlich im Golfkrieg sahen
sich unsere eigenen Soldaten der möglichen Bedrohung durch Chemiewaffen von seiten des Irak gegenüber.
Es ist von Bedeutung, daß drei Viertel der 25 Staaten
mit der Fähigkeit zum Bau von Chemiewaffen die CWKonvention unterzeichnet haben. Wir streben auch
ihre Ratifizierung sowie schließlich ihre universelle
Einhaltung an.
Seite 1

�Schlüsselelemente der CW-Konvention
Die CW-Konvention ist sowohl ein Abrüstungs- als
auch ein Nichtverbreitungsvertrag. Sie schafft einzigartige globale Normen gegen Chemiewaffen, die mit
der Zeit zur Beseitigung dieser ernsten Bedrohung für
unser Land und den Weltfrieden beitragen werden:
Präsident Clinton hat bereits betont, daß die
CW-Konvention eine ganze Kategorie von Massenvernichtungswaffen verbietet. Sieuntersagt
nicht nur jeglichen Einsatz dieser abscheulichen
Waffen, sondern praktisch auch alle anderen im
Zusammenhang mit Chemiewaffen stehenden
Aktivitäten. Darunter fallen ihre Beschaffung,
Entwicklung, Produktion, Lagerung, Beibehaltung und Verlegung durch eine Partei vom Tag
des Inkrafttretens der Konvention an.
Sie fordert die komplette Zerstörung von Chemiewaffen und ihrer Produktionseinrichtungen,
mit Ausnahme von Einrichtungen, deren Konversion für friedliche Zwecke die internationale
für die CW-Konvention zuständige Organisation explizit gestattet.
Sie untersagt jegliche militärische Vorbereitung
für den Einsatz von Chemiewaffen.
Sie stellt den ersten Rüstungskontrollvertrag
mit bedeutenden Auswirkungen auf den Privatsektordar. Aus diesem Grund ist die chemische
Industrie ausführlich konsultiert und an jeder
Phase der Verhandlungen beteiligt worden.
Sie ist der erste Rüstungskontrollvertrag, der
eine Strafe gegen Länder verhängt, die ihm
nicht beitreten.

jetzt in die Lage versetzen, heimliche Bestrebungen im
Chemiewaffenbereich zu identifizieren und entdekken. Im umfassendsten Sinne schaffen wir ein Netz
von Abschreckung, Entdeckung und möglichen Sanktionen, das den Anreiz fürden Bau chemischer Waffen
verringert.
Die Konvention verlangt auch von anderen Ländern
die sichere und umweltverträgliche Zerstörung ihrer
Chemiewaffenarsenale. Wir werden uns während
dieses Prozesses davon überzeugen können, daß
andere Länder ihren umweit- und sicherheitspolitischen Verpflichtungen nachkommen.
Schutz sicherheitsempfindlicher und vertraulicher
Informationen
Das Verifizierungsregime der CW-Konvention schafft
ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen der Notwendigkeit zur Überprüfung der Vertragseinhaltung einerseits und dem Schutz sicherheitsempfindlicher staatlicher sowie eigentumsrechtlicher, nicht mit Chemiewaffen in Zusammenhang stehender Informationen
andererseits. Insbesondere die Bestimmungen der
Konvention über Ad-hoc-lnspektionen gestatten den
Vertragsparteien den Schutz solcher Informationen
durch die Regelung des Zugangs zu sicherheitsempfindlichen staatlichen oder privaten Einrichtungen.
Alle Inspektionen zur Verifizierung der Einhaltung der
CW-Konvention werden im Einklang mit der amerikanischen Verfassung durchgeführt. Die Gesetzgebung
zur Umsetzung der Konvention soll sicherstellen, daß
derartige Aktivitäten ohne Verletzung des verfassungsmäßigen Schutzes durchgeführt werden.
Vertraglich festgelegte Sanktionen

Wenn ein Land die Verpflichtungen der CW-Konvention nicht einhält, kann es mit gravierenden Strafen
Die Konvention enthält ein einzigartiges Verifizierungs- belegt werden. Eine Verletzung der Konvention geht
regime, das mit Bestimmungen für den Umgang mit mit einem spürbaren politischen Preis einher. In Fällen
Parteien gekoppelt ist, die ihren Verpflichtungen nicht ernsthafter Verletzungen kann die CW-Organisation
nachkommen. Die CW-Konvention ist der erste mul- die Verhängu ng kollektiver Sanktionen gegen ein Land
tilaterale Vertrag, der eingehende, kurzfristig anbe- empfehlen, das illegale Aktivitäten mit chemischen
raumte Ad-hoc-lnspektionen angegebener und nicht Waffen durchführt. In besonders gravierenden Fällen
muß sie die Angelegenheit der UN-Generalversammangegebener Lagerstätten verlangt.
lung und dem Sicherheitsrat zur Kenntnis bringen.
Durch die geforderten Angaben und Routineinspektio- Einzelpersonen und Unternehmen unterliegen ebennen werden Informationen über die Chemiewaffenfä- falls den Verboten der Konvention und können vor
higkeiten und Zerstörungstätigkeit anderer Staaten nationalen Gerichten angeklagt werden.
verfügbar. Wenn wir als Ergebnis dieser und durch
nachrichtendienstliche Mittel erworbener Informatio- Besorgnis über Staaten, die der Konvention nicht
nen ein anderes Land der illegalen Chemiewaffenakti- beitreten
vitäten verdächtigen, können wir unter dem Vertrag Ich möchte eine Frage aufwerfen: Warum sollten wir
Ad-hoc-lnspektionen vor Ort einleiten.
die CW-Konvention ratifizieren und unsere Chemiewaffen
aufgeben, wenn wir nicht sicher sein können,
Obwohl kein Vertrag hundertprozentig verifizierbar ist,
daß
auch
die Staaten beitreten, die uns den größten
wird die CW-Konvention das Risiko der Aufdeckung
Anlaß
zur
Sorge bereiten? Die Antwort auf diese
erhöhen und damit zur Abschreckung von illegalen
Frage
hat
drei
Teile. Erstens haben wir bereits die
Chemiewaffenaktivitäten beitragen. Ihre BestimmunEntscheidung
zur
Beseitigung eines Großteils unseres
gen zu Angaben und Inspektion werden uns besser als
Verifizierung

Seite 2

AMERIKA DIENST 13

�Chemiewaffenarsenals getroffen. Der Kongreß hat
das Verteidigungsministerium angewiesen, unseren
Bestand an mit Chemiewaffen bestückten Einzelgefechtsköpfen zu zerstören und Pläne zur Vernichtung
aller anderen von der CW-Konvention verbotenen
chemiewaffenfähigen Materialien zu erarbeiten. Wenn
wir einseitig unsere eigenen Chemiewaffen zerlegen,
ist es angebracht, auch die Zerstörung der Chemiewaffen anderer Länder anzustreben. Die Konvention
erlegt allen Parteien bindende Verpflichtungen auf,
dem Beispiel der Vereinigten Staaten Folge zu leisten.
Die Konvention ist also äußerst wertvoll, selbst wenn
einige wenige radikale Staaten anfänglich nicht beitreten.

über das Verbot von Chemiewaffen ausgesetzt. Wir
hoffen, daß die Staaten sich mit der Zeit der hohen
politischen und wirtschaftlichen Kosten eines Geächtetendaseins bewußt werden und die Mitgliedschaft
anstreben.
Das Entmilitarisierungsprogramm der Vereinigten Staaten

Unsere eigenen Verpflichtungen im Rahmen der
Konvention können sicher und fristgerecht eingehalten werden. Die Gefahr eines Lecks oder der Verseuchung durch die Lagerung hochtoxischer Chemiewaffen wiegt mögliche Risiken bei der Zerstörung unserer
Chemiewaffenbestände auf. Der nationale ForschungsZweitens sind wir überzeugt, daß die Antwort auf den rat gab diese Beurteilung in seinem Bericht über das
Einsatz chemischer Waffen nicht in Vergeltung mit Grundprogramm des US-Heeres (Army Baseline Prodenselben Mitteln bestehen darf, sondern vielmehr in gramm) über die Zerstörung unserer Chemiewaffen in
einem breiten Spektrum defensiver Maßnahmen - wie Hochtemperatur-Verbrennungsanlagen im vergangeFiltersystemen für Panzer und leichten Schutzanzü- nen Monat ab. Der nationale Forschungsrat erklärte:
gen - gekoppelt mit einer starken Verteidigung. Der "Das Grundprogramm hat sich als sicheres und effekGolfkrieg bot eine überzeugende realistische Gele- tives Entsorgungssystem des Bestands erwiesen...
genheit zur Demonstration, daß das amerikanische Verzögerungen bei der Entsorgung können nur das
Militär zur Abschreckung einer Bedrohung mit chemi- bereits bestehende Risiko versehentlichen Austretens
schen Waffen oder einer Reaktion darauf mit einer erhöhen ... und das Risiko der Entsorgung verschärüberlegenen konventionellen Streitmacht und Strate- fen, während der Zustand der Kampfstoffe und Munition sich weiterhin verschlechtert... Der Ausschuß
gie ausgezeichnet in der Lage ist.
vertritt die Auffassung, daß das Entsorgungsprogramm
Die US-Regierung ist sich seit langem der Notwendig- beschleunigt abgewickelt werden sollte."
keit der Beibehaltung unserer defensiven Chemiewaffenprogramme sowie der Notwendigkeit zur Hilfe für Zweifelsohne wird das Grundprogramm ein ernsthafLänder bewußt, die mit Chemiewaffen bedroht oder tes Risiko für die Gesundheit der Menschen und die
angegriffen werden. Die CW-Konvention gestattet Qualität unserer Umwelt beseitigen. Die Prüfung der
ausdrücklich beide Maßnahmen. Viele Länder sehen Zerstörung chemischer Waffen in naher Zukunft durch
diese Bestimmungen als einen maßgeblichen Anreiz, das Grundprogramm ist daher gleichermaßen gute
der Konvention beizutreten. Ich kann Ihnen versi- Umwertpolitik wie Rüstungskontrolle.
chern, daß die Vereinigten Staaten defensive Schutz- Unterstützung durch beide Parteien und entscheimaßnahmen entwickelt haben und dies auch in Zu- dende Wahlkreise
kunft tun werden, die unsere Streitkräfte gegen alle
Bedrohungen mit Chemiewaffen uneingeschränkt Herr Vorsitzender, ich möchte betonen, daß die Beschützen.
strebungen zur Ratifizierung ein anschauliches Beispiel der Überparteilichkeit und Kontinuität sind. Es
Der dritte Teil meiner Antwort auf die Frage, warum wir war nicht zuletzt Präsident Bushs großes persönliches
die CW-Konvention ratifizieren sollten, selbst wenn Engagement für das Verbot chemischer Waffen, das
einige Staaten nicht beitreten, lautet: Durch die Fest- die Vereinigten Staaten zum Abschluß dieses Versetzung einer globalen Norm gegen chemische Waf- trags bewegte, den die Vereinigten Staaten sieben
fen wird die Konvention den Vereinigten Staaten und Tage vor Beendigung seiner Amtszeit unterzeichneder internationalen Staatengemeinschaft effektivere ten. Präsident Clinton hat die Konvention ebenfalls zur
Druckmittel gegen radikale Regierungen zur Aufgabe außenpolitischen Priorität seiner Administration erihrer Chemiewaffenfähigkeiten an die Hand geben. klärt und dies in seiner Rede vor den Vereinten NatioDie CW-Konvention enthält darüber hinaus spezifi- nen im September vergangenen Jahres sowie in seische Verfügungen über die Bestrafungen von Län- nem Bericht zur Lage der Nation im Januar unterstridern, die nicht beitreten. Der Konvention nicht beitre- chen.
tende Staaten werden vom Handel zwischen den
Vertragspartnern mit bestimmten Chemikalien ausge- Schlußbemerkung
schlossen, die nicht nur für die Produktion von Chemiewaffen, sondern auch für die industrielle Entwick- Ich möchte meine heutigen Ausführungen mit dem
lung und das Wachstum von Bedeutung sind. Diese Punkt abschließen, mit dem ich begonnen habe - der
Staaten werden bald als Parias angesehen und inter- Bedrohung der Sicherheit unserer Nation und des
nationalem Druck zur Einhaltung der globalen Norm Weltfriedens durch chemische Waffen. Herr Vorsitzender, indem wir gemeinsam mit anderen Ländern
AMERIKA DIENST 13

Seite 3

�Chemiewaffen verbieten, haben wir eine wesentliche
Bedrohung der Zeit nach dem Kalten Krieg direkt in
Angriff genommen. Die Konvention wird auf lange
Sicht radikale Staaten von der Beschaffung und dem
Einsatz chemischer Waffen gegen unschuldige Menschen abhalten.

der abhalten, diesen gefährlichen Weg einzuschlagen.

Ich fordere den Senat zur eingehenden Beratung über
die Chemiewaffenkonvention und unverzüglichen
Zustimmung zur Ratifizierung auf. Andere Nationen
werden auf den Senat als deutliches Anzeichen des
Die Konvention wird chemische Waffen durch Engagements der Vereinigten Staaten fürdie Konvendie Festsetzung einer globalen Norm, die ihre tion und ihres möglichst baldigen Inkrafttretens blikEntwicklung, Produktion, Beschaffung, Lage- ken. Promptes Handeln des Senats wird anderen
rung, Beibehaltung, Verlegung und ihren Ein- Ländern - Freunden und vor allem Gegnern - die
unmißverständliche Botschaft aussenden, daß die
satz verbietet, ihrer Berechtigung berauben.
Vereinigten Staaten es ernst meinen. Sie werden
Sie wird die Verbreitung chemischer Waffen schlüssig beweisen, daß die Vereinigten Staaten voll
durch das Verbot verhindern, daß Vertragspar- und ganz hinter einem neuen globalen Regime stehen,
teien anderen bei ihrer Beschaffung behilflich das chemischen Waffen ein für allemal die angebliche
sind.
Legitimität abspricht und ihre Weiterverbreitung stoppt.
Die Führungsrolle der Vereinigten Staaten in dieser
Sie wird den künftigen Einsatz chemischer Waffen Angelegenheit wird die Wirksamkeit unserer anderen
durch die mögliche Verhängung von Sanktionen Rüstungskontrollbestrebungen verbessern - einschließgegen sie einsetzende Länder und die Bereit- lich eines umfassenden Teststoppvertrags und unbestellung von Hilfe für die Opfer stoppen.
grenzter Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrags.
Sie wird im Völkerrecht eine Grundlage für die
Handhabung von CW-Programmen schaffen, Kurzum, die frühzeitige Ratifizierung der CW-Konvendie die globale und regionale Sicherheit bedro- tion wird die Führungsrolle der Vereinigten Staaten
untermauern, einen äußerst wichtigen Präzedenzfall
hen.
in der Rüstungskontrolle und eine sicherere Welt für
Schließlich wird die CW-Konvention die vielen uns alle schaffen.
zur Produktion von Chemiewaffen fähigen Län-

* * * * *

Seite 4

AMERIKA DIENST 13

�AUSSENPOLITIK
30. März 1994

CLINTON SOLLTE NICHT UNTERSCHÄTZT WERDEN
von Samuel R. Berger
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir einen von Samuel R. Berger, dem Stellvertretenden
Nationalen Sicherheitsberater des Weißen Hauses herausgegebenen Artikel, der erstmals am 13. März 1994
in der Washington Post erschien.

Les Gelb vom Council on Foreign Relations verleiht
seiner Bestürzung darüber Ausdruck, daß die Außenpolitik der Clinton-Administration in der amerikanischen Öffentlichkeit populärer ist als unter "den Experten und Gelehrten" (Outlook, 5. März). Was für eine
wunderbare, ermutigende Kritik.

meinschaft demokratischer Marktwirtschaften zu vergrößern. Seit seiner Amtsübernahme hat der Präsident bei allen drei Zielen Fortschritte gemacht.

Er verabschiedete das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA und verhalf den seit sieben
Jahren festgefahrenen Handelsgesprächen des GATT
Zudem behauptet Gelb, Präsident Clinton sei der Welt zu einem erfolgreichen Abschluß. Er richtete die
gegenüber gleichgültig und die Administration verfolge Aufmerksamkeit unserer Nation auf Asien, die Region
keine außenpolitische Strategie. Diese Behauptung der Welt mit dem dynamischsten Wachstum. Er führte
sollte einmal untersucht werden.
historische Vereinbarungen über die Beseitigung der
Atomwaffen in der Ukraine, Belarus und Kasachstan
Erstens sollte die triviale Kritik entkräftet werden, der herbei. Er stand an der Spitze der Bestrebungen, eine
Präsident wende keine Zeit für die Außenpolitik auf. Partnerschaft für den Frieden im Rahmen der NATO
Seit seinem Amtsantritt traf Präsident Clinton mehr als zu schaffen, die Osteuropa stärker in die sicherheitshundertmal mit führenden Politikern anderer Länder politische Zusammenarbeit der NATO einbindet. Er
zusammen, hielt mehr als ein Dutzend wichtiger au- wies das Verteidigungsministerium an, eine grundleßenpolitischer Reden, stattete acht Ländern einen gende Überprüfung unserer Verteidigungsfähigkeit
Staatsbesuch ab, traf bei drei Gipfeln mit Präsident durchzuführen - die erste umfassende Überprüfung
Jelzin zusammen, führte erstmals die Staats- und seit dem Ende des Kalten Krieges. Er gewann neue
Regierungschefs der asiatisch-pazifischen Staaten Unterstützung für die Reformen in der ehemaligen
zusammen, berief einen NATO-Gipfel ein und kündig- Sowjetunion. In kritischen Augenblicken verlieh er
te ein Gipfeltreffen der Länder des gesamten amerika- dem Nahostfriedensprozeß Beständigkeit und Initiatinischen Kontinents an. Wenn der Präsident versucht, ve.
nicht an der außenpolitischen Front tätig zu werden,
versagt er bei diesem Bemühen ganz kläglich.
Nach einjähriger frustrierender Arbeit zur Beendigung
des Konflikts in Bosnien und Milderung des Leidens
Zweitens soll die Behauptung unter die Lupe genom- der Opfer hat die führende Rolle des Präsidenten in der
men werden, Präsident Clinton habe in seinem ersten NATO jetzt zu einer Atempause für Sarajevo geführt,
Amtsjahr keine außenpolitischen Errungenschaften den Verhandlungen neuen Schwung verliehen und ein
zu verzeichnen. Von Beginn seines Wahlkampfes an Abkommen zwischen Bosniern und Kroaten hervorgeund während seiner ganzen bisherigen Amtszeit hat bracht, um wirklichen Frieden zu schaffen.
der Präsident deutlich gemacht, daß die Interessen
der Vereinigten Staaten in drei strategischen Zielen Diese Aktionen spiegeln die Entscheidungen eines
zusammengefaßt werden können: Die Wirtschaft zum Präsidenten wider, der versteht, daß in diesem neuen
Mittelpunkt der Außenpolitik zu machen, unsere Streit- Zeitalter Engagement im Ausland und Stärke im eigekräfte und Sicherheitspolitik an die neuen strategi- nen Land mehr als je zuvor miteinander verbunden
schen Gegebenheiten anzupassen und die Weltge- sind.

AMERIKA DIENST 13

Seite 1

�Der vielleicht größte von Gelb geäußerte Vorwurf
besagt, daß der Präsident - selbst wenn er Engagement zeige - keine außenpolitischen Überzeugungen
besitze. Wiederum belehren uns die Tatsachen eines
Besseren. Überzeugungen werden in Krisenzeiten auf
die Probe gestellt. Und der Präsident hat bei jeder
Gelegenheit den Test bestanden.

gestalten? Die Verabschiedung des NAFTA sendete
ein eindeutiges Signal an die Welt, daß Amerika sich
weiterhin engagiert.

Als unsere Soldaten im Herbst vergangenen Jahres in
Somalia Verluste zu beklagen hatten, die Amerikas
Entschlossenheit auf die Probe stellten, widersetzte
sich der Präsident entschieden den Rufen nach einem
Abbruch des Unternehmens. Präsident Clinton verstärkte unsere Truppen und gewährleistete die erforderliche Unterstützung. Aufgrund der Leistung der
Truppen - und der Führungsstärke des Präsidenten wurde den Somaliern eine ernsthafte Chance zum
Wiederaufbau ihrer Zukunft gegeben.

Präsident Clinton hielt diesen Meinungsumschwung
auf. Er hat sein Land bewegt. Vom NAFTA bis zum
Kampf um die Hilfe für Rußland artikuliert Präsident
Clinton, warum es für diejenigen außerhalb des Elfenbeinturms auf internationales Engagement ankommt,
warum Handelsabkommen bessere Arbeitsplätze
bedeuten, warum der Erfolg der russischen Reformen
eine sicherere Zukunft bedeutet, warum eine wiederbelebte NATO uns sicherer macht. Er weiß um die
Notwendigkeit, erneut eine Lanze für Internationalismus zu brechen. Und das tut er.

Dies war eine Leistung mit enormen Konsequenzen.
Wir müssen uns vor Augen führen, daß zur Zeit der
Amtsübernahme des Präsidenten viele Menschen das
Verhältnis zwischen Innen- und Außenpolitik als NullAls am 3. Oktober vergangenen Jahres die russische summenspiel zu sehen begonnen hatten: Jeder Tag,
Demokratie von ehemals kommunistischen verschwö- den sich ein Präsident mit auswärtigen Angelegenheirerischen Putschisten bedroht wurde, handelte Präsi- ten befaßte, wurde als Tag betrachtet, der nicht zur
dent Clinton unverzüglich zur Unterstützung der russi- Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum im Inschen Reformkräfte durch die Amerikaner. Sein In- land verwendet wurde. Wie die Experten mit berechstinkt demonstriert das eindeutige, dauerhafte Interes- tigter Sorge feststellten, befanden wir uns kurz vor
se unserer Nation an einem demokratischen Rußland, einem Umschwung der öffentlichen Meinung zu Isolationismus.
das in Frieden mit seinen Nachbarn lebt.

Als sich der Druck nach weiteren Kürzungen des für
unsere Sicherheit unabdingbaren Verteidigungshaushalts verstärkte, hätte ein sich nur mit innenpolitischen
Initiativen befassender Präsident vielleicht unsere
nationale Sicherheit unterbewertet. Präsident Clinton
tat das nicht. Er wandte sich strikt gegen weitere
Kürzungen, weil unser Militär seiner Ansicht nach in
der Lage sein muß, die gesamte Bandbreite von
Bedrohungen in diesem Bereich zu bewältigen.
Und als sich intensiver Widerstand gegen das Nordamerikanische Freihandelsabkommen breitmachte,
hätte ein Präsident "ohne Entschlußkraft" seine Unterstützung für das Abkommen auf ein Minimum begrenzt. Dieser Präsident verteidigte seine Position und
stellte seine Führungsstärke unter Beweis. Er überzeugte die Unentschlossenen mit stichhaltigen und leidenschaftlichen Argumenten.
Die Debatte überdasNAFTA war ein Wendepunkt. Es
ging nicht nur um die Schaffung einer Freihandelszone
mit Mexiko. Es ging in der Tat um sehr viel mehr als
Wirtschaft. Grundsätzlich gesehen, war es eine historische Entscheidung: Würden sich die Vereinigten
Staaten mit dem Ende des Kalten Krieges und angesichts tiefgreifender Veränderungen nach innen wenden oder die Veränderungen der Welt zu ihrem Vorteil

Hat diese Administration alle Antworten auf die sich
wandelnde Welt? Nein. Wir befinden uns zweifelsohne in einer Zeit im Fluß, die von großer Unsicherheit
gekennzeichnet ist. Ebenso wie in der Nachkriegszeit
ist die Schaffung einer neuen Zeit nicht eine Sache von
sechs Tagen. Es kann Jahre dauerhafter öffentlicher
Unterstützung erfordern, bis Schlüsselaspekte unseres Engagements Fuß fassen. Müssen wir mehr zum
Aufbau dieser Unterstützung unternehmen? Definitiv.
Und natürlich ist Erfolg bei auswärtigen Angelegenheiten nie garantiert. Der heutige Kampf um die Zukunft
der Reformen in Rußland ist unsicher und unberechenbar. Trotz des im Weißen Haus gefeierten Durchbruchs im vergangenen Jahr kann keiner davon ausgehen, daß der Frieden im Nahen Osten über Nacht
kommt.
Konstant bleiben die amerikanischen Interessen. Im
vergangenen Jahr hat Präsident Clinton bei der Verfolgung dieser Interessen energische Führungsstärke
bewiesen. Und aufgrund seiner Führungsrolle ist
unsere Nation heute sicherer. Das amerikanische
Volk scheint das besser zu verstehen als einige Experten und Gelehrte.

* * * * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 13

�FILM
30. März 1994

ZEHN OSCARS FÜR SPIELBERGS FILME
Oscar-Verleihung 1994
Am Ende war die "Liste" lang, umfassend und wirklich stellung und erhielt die begehrte Trophäe für die Verkörperung einer etwas weltfremden, stummen, per
verdient.
Heiratsannonce vermittelten schottischen EhepartneSchindlers Liste, Steven Spielbergs ergreifende, in rin im Neuseeland des 19. Jahrhunderts in Das Piano.
schwarzweiß gedrehte Darstellung eines Kapitels im Und Tommy Lee Jones, einer der handwerklich besten
europäischen Holocaust-dem methodischen Genozid Schauspieler Hollywoods, wurde endlich für seine
der Nazis an Juden und anderen Menschen im Zweiten Arbeit als verbissener Detektiv in Auf der Flucht
Weltkrieg - beherrschte die 66. Oscar-Verleihung am ausgezeichnet, einem der spannendsten Thriller des
21. März 1994. Der Film gewann sieben Oscars, unter Jahres 1993.
anderem als bester Film, fürdie beste Regie, das beste
Drehbuch und die beste Original-Filmmusik.
In einer Nacht weniger Überraschungen war die Kategorie der besten Nebendarsteller das einzig wirklich
Genau 20 Jahre nach seinem ersten Filmdrama The Aufregende. Trotz der überragenden Darstellung von
Sugarland Express erhielt Spielberg endlich die Emma Thompson in Im Namen des Vaters, von
künstlerische Anerkennung der Academy of Motion Hunter in Die Firma (eine seltene DoppelnominiePicture Arts and Sciences, die er die ganze Zeit rung), von Wiona Ryder in Zeit der Unschuld und
während "der längsten Durststrecke meines Lebens", Rosie Perez in Furchtlos, ging die Trophäe an die
wie er es bezeichnete, gesucht hatte. Seine vorheri- Neuseeländerin Anna Paquin. Die 11 jährige Paquin ist
gen Filme, die Milliarden Dollar für die Studios einspiel- die zweitjüngste Oscarpreisträgerin (Tatum O'Neal
ten und Millionen Kinofans unterhielten, wurden im gewann den Oscar mit 10) und wurde für ihre beeingroßen und ganzen bei den Oscar-Verleihungen igno- druckende Verkörperung von Hunters Tochter in Das
riert.
Piano ausgewählt. Die kurze Atemlosigkeit der kleiDieses Mal gewann er nicht nur mit Schindlers Liste, nen Paquin als sie zum Podium ging, um die Auszeichauch sein ebenfalls 1993 in die Kinos gekommener nung von Schaupieler Gene Hackman entgegenzuKassenschlager Jurassic Park wurde mit drei Oscars nehmen, unterstrich ihre Überraschung.
für Spezialeffekte ausgezeichnet.

In gewisser Weise war der Erfolg der romantischen
Komödie
Belle Epoque, Spaniens Beitrag zur KateIn einem Jahr spannender, provokativer Filme - fraglos
gorie
der
fremdsprachigen Filme, unerwartet, angeeinem der besten für Qualitätsfilme in den vergangesichts
überzeugender
anderer Favoriten, von denen
nen Jahren-ragte die Geschichte von Oskar Schindler
drei
aus
Asien
kamen
Lebe wohl meine Konkubine
besonders heraus, einem Nazi-Geschäftsmann, der
(Hongkong),
Das
Hochzeitsbankett
(Taiwan) und
durch das "Mysterium des Guten", wie Schauspieler
Der
Duft
von
grünen
Papayas
(Vietnam)
- sowie
Richard Dreyfuss es bei der Zeremonie beschrieb,
Englands
Beitrag
in
walisischem
Dialekt
Hedd
Wyn.
über 1.200 Juden vor dem sicheren Tod rettete.
Unter der Regie von Fernando Trueba hat Belle EpoSchindlers Liste war jedoch nicht der einzige Erfolg que bereits neun entsprechende Auszeichnungen in
bei der Oscar-Verleihung, die von Los Angeles welt- Spanien gewonnen.
weit live über Satellit übertragen wurde.
Im Gegensatz zu der Zeremonie von 1993, bei der
Tom Hanks gewann den ersten Oscar seiner Karriere einige Teilnehmer kontroverse politische Erklärungen
für seine beeindruckende Darstellung eines AIDS- abgaben, war die Oscar-Verleihung von 1994 eher
infizierten Rechtsanwalts in Philadelphia, der hart- zurückhaltend, wenn auch feierlich und manchmal
näckig gegen die Entlassung aus einer Anwaltssozie- wirklich bewegend. In hohem Maße war dies eine
tät kämpft, während die Krankheit seinen Körper zer- direkte Folge der Themen, mit denen sich die von der
stört. Die zum ersten Mal mit einem Oscar geehrte Kritik besonders gelobten Filme des Jahres 1993
Holly Hunter ist bekannt für ihre ausdrucksvolle Dar- befaßten. Die Ernsthaftigkeit der abstimmenden
AMERIKA DIENST 13

Sehe 1

�Academy-Mitglieder erstreckte sich in der Tat sogar Die Erinnerung war letztlich auch das Thema von
auf Kategorien wie Dokumentarfilme. Hier gingen die Spielbergs Worten bei der Entgegennahme des OsTrophäen an Filmemacher, die Träume und Hoffnun- car. Alserauf der Bühne den Oscarfürdiebeste Regie
gen junger schwarzer Grundschüler erforschten (I Am entgegennahm, ordnete er diesen Sieg in den historiThe Promise) sowie an Defending Our Lives, der schen Zusammenhang ein und sprach von dem Überden nicht allzu leisen Kampf von Opfern häuslicher lebenden des Holocaust, der die Geschichte dem
Schriftsteller Thomas Keneally erzählte, der dann das
Gewalt behandelt.
Buch schrieb, von dem Studioboß bei Universal PicPaul Newman umschrieb diesen Geist, als er den tures, der Spielberg auf das Buch aufmerksam geJean-Hersholt-Preis für humanitäres Engagement - macht hatte, von den 92 Tage dauernden Dreharbeieinen der beiden Ehren-Oscars (den anderen erhielt ten in Polen und den sechs Millionen, "die das nicht
Deborah Kerr für ihr Lebenswerk) - für seine humani- mehr erleben können".
tären Bestrebungen im Laufe der Jahre zur Unterstützung von Kinderhilfsprogrammen und Bedürftigen Einige Minuten später kehrte er mit den Ko-Produzenentgegennahm.
ten Lustig und Jerry Axelson auf die Bühne zurück und
nahm den Oscar für den besten Film entgegen.
"Meines Erachtens werden wir allzuoft daran erinnert,
was in diesem Land nicht funktioniert", äu ßerte er, "und "Ich rufe alle Lehrer, die diesen Film sehen, eindringnicht oft genug an das, was funktioniert". Ich halte die lich auf: Lassen Sie bitte nicht zu, daß der Holocaust
Vereinigten Staaten für das großzügigste Land der zu einer Fu ßnote der Geschichte wird. Bitte lehren Sie
Erde. In unserer Nation sind meiner Meinung nach das in Ihren Schulen. Es gibt 350.000 Zeitzeugen, die
Künstler und Entertainer... die freigebigste Gruppe in ihr Leben der Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit
den Vereinigten Staaten - nicht nur im Hinblick auf widmen wollen. Hören Sie bitte auf die Worte, auf die
Geld, sondern auf Inspiration, Mühe, Zeit, Engage- Echos und die Geister."
ment und Risiko."
Oscar-Verleihung 1994
Dieses Jahr versagten mehr Mitwirkenden vor Rührung die Stimme und es wurden mehr echte Tränen Bester Film:
vergossen als üblich - in gewisser Weise ein schwei- Schindlers Liste
gender Tribut an diejenigen, die entweder durch Krank- Bester Hauptdarsteller:
heit oder politische Verfolgung zu früh starben.
Tom Hanks in Philadelphia
Mit dem Oscar für den besten Hauptdarsteller in der
Hand grüßte Tom Hanks diejenigen, die wie die von Beste Hauptdarstellerin:
ihm verkörperte Figur unter AIDS leiden. "Wir kennen Holly Hunter in Das Piano
ihre Namen. Auf jedes rote Band, das wir heute abend
Bester Nebendarsteller:
tragen, kommen tausend", teilte er mit.
Tommy Lee Jones in Auf der Flucht
"Sie alle ruhen bei unserem gnädigen Schöpfer, in
seiner heilenden Umarmung, die ihr Fieber kühlt, sie Beste Nebendarstellerin:
reinigt und ihnen eine einfache, selbstverständliche Anna Paquin in Das Piano
Wahrheit von Augen führt... die von klugen, toleranten
Männern vor 200 Jahren in Philadelphia niederge- Beste Regie:
schrieben wurde."(Ein ironischer Hinweis auf den Titel Steven Spielberg für Schindlers Liste
des Films, der Bezug nimmt auf das "unveräußerliche"
Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück, Bester fremdsprachiger Film:
das in der in Philadelphia von den Gründervätern der Belle Epoque
Vereinigten Staaten verfaßten Unabhängigkeitserklärung niedergeschrieben wurde).
Bestes Original-Drehbuch:
Jane Champion für Das Piano
"Ich war die Nummer 83317". Mit dieser sachlichen
Feststellung nahm der Überlebende des Holocaust Bestes Drehbuch nach Vorlage:
Branko Lustig seinen Oscar als Ko-Produzent von Steven Zaillian für Schindlers Liste
"Schindlers Liste" entgegen und sprach die Hoffnung
aus, er habe "seine Pflicht gegenüber den unschuldi- Beste Kamera:
gen Opfern des Holocaust erfüllt".
Janusz Kaminski in Schindlers Liste
"Der Weg von Auschwitz auf diese Bühne ist lang. Im
Lager starben die Menschen vor meinen Augen. Ihre
letzten Worte waren: "Du sollst von meinem Mord
Zeugnis ablegen. Sage der Welt, wie ich starb. Halte
die Erinnerung wach."
Seite 2

Bester Schnitt:
Michael Kahn in Schindlers Liste

AMERIKA DIENST 13

�Beste Original-Filmmusik:
John Williams in Schindlers Liste

Beste Tontechnik:
Jurassic Park

Bester Titelsong:
Bruce Springsteen in Philadelphia

Beste Bildtechnik:
Jurassic Park

Bester Dokumentarfilm:
I Am The Promise: The Children of Stanton
Elementary School

Bestes Make-up:
Mrs. Doubtfire
Bester Kurzfilm:
Schwarzfahrer

Bester Dokumentar-Kurzfilm:
Defending our Lives

Bester Trickfilm:
The Wrong Trousers

t

Beste Kostüme:
Gabriella Pescucci in Zeit der Unschuld

i

Beste Ausstattung:
Alan Starski und Ewa Braun in Schindlers Liste
Bester Ton:
Jurassic Park

Jean-Hersholt-Preis für humanitäres Engagement:
Paul Newman
Oscar für das Lebenswerk:
Deborah Kerr

* * * *

AMERIKA DIENST 13

*

Seite 3

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12049">
              <text>30.03.1994</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12050">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12051">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12052">
              <text>Amerikadienst 30.03.1994</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="12053">
              <text>&lt;strong&gt;1. Nordkorea&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Perry: "Zur Zeit keine Krise"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Vereinigte Staaten ergreifen "wohlüberlegte" defensive Maßnahmen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. UNO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA arbeiten auf glaubwürdige, kostengünstige UN-Friedenssicherung hin&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Botschafterin Albright vor Kongreß-Unterausschuß&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Chemiewaffen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Holum drängt auf frühzeitige Ratifizierung der Chemiewaffenkonvention&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von ACDA-Direktor John Holum&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton sollte nicht unterschätzt werden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Samuel R. Berger&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Film&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Zehn Oscars für Spielbergs Filme&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Oscar-Verleihung 1994&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
