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dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462C

16. Februar 1994

NEUE TRADITIONEN

DAS AMERIKANISCHE ENGAGEMENT IN BERLIN
NACH DEM ABZUG DER US-STREITKRÄFTE AUS
DER STADT
Ansprache von Botschafter Holbrooke

BOSNIEN

ALBRIGHT: NUR GEWALT UND DIPLOMATIE
KÖNNEN DAS MORDEN IN BOSNIEN BEENDEN
Erklärung vordem UN-Sicherheitsrat

AMERIKANISCHE INITIATIVE ZUR BELEBUNG
DER BOSNISCHEN FRIEDENSGESPRÄCHE
BEGRÜSST
Tarnoff gibt Überblick über Gespräche
mit den Bündnispartnern

AMERIKANISCHE ÖFFENTLICHKEIT ÜBER
LUFTANGRIFFE AUF BOSNIEN GESPALTEN
Das Meinungsbild in den Vereinigten Staaten

HAUSHALT

HAUSHALT FÜR 1995 BASIERT AUF STABILER
WIRTSCHAFT
Botschaft des Präsidenten

HANDEL

DIE HANDELSPOLITISCHE TAGESORDNUNG
DER CLINTON-ADMINISTRATION
Auszüge aus dem Jahresbericht
des Rats der Wirtschaftsberater

bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-339 23 72
Fax:0228-3341 02

�MENSCHENRECHTE

RECHT AUF ENTWICKLUNG TREIBENDE
KRAFT FÜR MENSCHENRECHTE
Ansprache Geraldine Ferraros vor
UN-Menschenrechtskommission

GEORGE WASHINGTON

DER ERSTE PRÄSIDENT DER
VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
von N. Gordon Thomas

�NEUE

TRADITIONEN
16. Februar 1994

DAS AMERIKANISCHE ENGAGEMENT IN BERLIN
NACH DEM ABZUG DER US-STREITKRÄFTE
AUS DER STADT
Ansprache von Botschafter Holbrooke
BERLIN - (AD) - Der amerikanische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Richard C. Holbrooke, und
der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, gaben am 14. Februar 1994 eine Reihe von
Programmen bekannt, die Umfang und Bedeutung des amerikanischen Engagements nach dem endgültigen
Abzug der alliierten Streitkräfte aus der Stadt im September unterstreichen sollen.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Berliner Rathaus erörterten der Botschafter und der Regierende
Bürgermeister einige der sogenannten "Neuen Traditionen", mit denen die "zentrale Bedeutung Berlins für die
künftigen deutsch-amerikanischen Beziehungen unterstrichen wird". Sie sollen ferner die generelle Fehleinschätzung beheben, daß das amerikanische Engagement für die Stadt nach dem Abzug der Truppen abnimmt.
"Keine andere Stadt hat die Phantasie der Amerikaner in den vergangenen fü nfzig Jahren so beflügelt", erklärte
Botschafter Holbrooke. "In Zukunft wird Berlin nicht länger am Rande stehen. Berlin ist nicht nur die Hauptstadt
des vereinigten Deutschland, sondern wird ein großes internationales Zentrum für all diejenigen, die sich mit
Mittel- und Osteuropa befassen."
Während der Pressekonferenz bestätigte Botschafter Holbrooke, daß Präsident Clinton Berlin Mitte Juli im
Zusammenhang mit dem Wirtschaftsgipfel der G-7 in Neapel besuchen wird.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache von Botschafter Holbrooke.

Keine Stadt der Welt hat so außergewöhnliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten wie Berlin. Im
September, wenn die Berlin Brigade nach 49 Jahren
ununterbrochenen Dienstes die Stadt verläßt, werden
diese Beziehungen in eine neue Phase eintreten.
Ich bin stolz, heute zusammen mit dem Regierenden
Bürgermeister ankündigen zu können, daß 1994 das
Jahr großer neuer Programme sein wird, mit denen
die Beziehungen zwischen dem amerikanischen Volk
und den Menschen Berlins neu definiert werden. Wir
nennen dieses Programm "Neue Traditionen".
"Traditionen", weil wir 1994 ein Fundament für dauerhafte Beziehungen legen werden, die auf gemeinsamen Zielen und Werten beruhen. "Neu", weil sich der
Schwerpunkt der Beziehungen zwischen Berlin und
den Vereinigten Staaten von Sicherheit auf Kultur und
Handel verlagern wird.
Zu Beginn möchte ich betonen, daß das amerikanische Sicherheitsengagement für Deutschland und die

AMERIKA DIENST 7

NATO ungeschmälert ist. Wie Präsident Clinton wiederholt unterstrichen hat, werden wir 100.000 Soldaten in Europa stationiert lassen, die Mehrzahl davon in
Deutschland. Wir werden bei uns gegenseitig betreffenden Angelegenheiten, wie die NATO, die Partnerschaft für Frieden, das Verhältnis zu Mitteleuropa und
den unabhängigen Staaten derehemaligen Sowjetunion intensiv und eng mit der Bundesregierung zusammenarbeiten.
Das vereinigte Deutschland ist daher so wichtig für die
Vereinigten Staaten wie das geteilte Deutschland, nur
in unterschiedlicher Weise.
Aber dies ist Berlin. Wie ich bereits erwähnte, ist das
Verhältnis einzigartig. Keine Stadt hat die Phantasie
der Amerikaner in den vergangenen fünfzig Jahren so
beflügelt - zuerst als besetzte ehemalige Hauptstadt,
dann als belagerter Vorposten der Freiheit, der durch
die historische Luftbrücke am Leben erhalten wurde,
als Platz des häßlichsten Symbols des Kommunismus
- der Mauer -, als der Ort, an dem Präsident Kennedy
Seite 1

�seine historische Rede hielt, als Schauplatz endloser
Konfrontationen des Gefangenenaustauschs während
des Kalten Kriegesund schließlich als Ort der Ereignisse vom 9. November 1989, die niemand von uns je
vergessen wird.

Vorbild der berühmten American Academy in
Rom zu gründen.
Im Rahmen der Beziehungen zwischen Berlin
und seiner Partnerstadt Los Angeles wird das
Los Angeles Philharmonie Orchestra am 8.
September in der Berliner Philharmonie ein
Konzert geben. Außerdem werden weitere
Veranstaltungen die beiden Großstädte miteinander verbinden. Der Bürgermeister von Los
Angeles, Richard Reardon, hat seinen Konzertbesuch angekündigt, und wir freuen uns sehr,
daß die Deutsche Bank einen Empfang zu Ehren
der Konferenzteilnehmer und der Musiker des
Los Angeles Philharmonie Orchestra ausrichten wird.

Das Drama dieser Tage des Kalten Krieges wird nicht
wiederkehren. In Zukunft wird Berlin nicht länger am
Rande stehen. Berlin ist nicht nur die Hauptstadt des
vereinigten Deutschland, sondern wird ein großes
internationales Zentrum für all diejenigen, die sich mit
Mittel- und Osteuropa befassen.
Aus diesem Grunde werden die Vereinigten Staaten
hier neue Beziehungen aufbauen. Der Regierende
Bürgermeister und ich werden im Laufe des Jahres
zusammen und auch unabhängig voneinander eine
Reihe von Programmen und Veranstaltungen ankündigen, mit denen die zentrale Bedeutung Berlins für die
künftigen deutsch-amerikanischen Beziehungen unterstrichen wird.

Es wird in diesem Jahr außerdem mehrere
große Kunstausstellungen geben, daruntereine
Tom Wesselmann Retrospektive im Alten
Museum vom 12. September bis 16. Oktober.

Wir können heute noch nicht alles bekanntgeben. Der
endgültige Standort der Amerikanischen Botschaft in
Berlin wird beispielsweise noch erörtert. Wir werden
eine diesbezügliche Entscheidung nach weiteren
Gesprächen mit dem Regierenden Bürgermeisterund
den zuständigen Berliner Behörden in Kürze mitteilen.
Wir sind stolz und freuen uns, heute die ersten Veranstaltungen im Rahmen der "Neuen Traditionen"
ankündigen zu können:
Vom 9. bis 10. September werden wir Mitveranstalter einer gro ßen Konferenz über die Zukunft
der deutsch-amerikanischen Beziehungen mit
Betonung auf Unternehmertum und Investitionen sein. Sie wird im Kronprinzenpalais stattfinden und führende Geschäftsleute sowie Politiker aus beiden Ländern zusammenbringen.
Neben hochrangigen amerikanischen Regierungsvertretern, deren Namen wir zu einem
späteren Zeitpunkt bekanntgeben, werden der
ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger, der renommierte Historiker Fritz
Stern, der Präsident des Council on Foreign
Relations, Leslie Gelb, sowie der weltweit geschätzte Finanzexperte Henry Kaufman an der
Konferenz teilnehmen.
In einigen Wochen werden wir ein neues
"Business Information Center" im Amerika Haus
eröffnen. Dieses Zentrum wird kulturelle und
wirtschaftliche Aktivitäten verbinden, um die
Geschäftsbeziehungen zwischen Berlin und den
Vereinigten Staaten zu beleben.
Wir sondieren ferner zur Zeit die Möglichkeit, in
Berlin eine Amerikanische Akademie nach dem
*

Seite 2

*

Vom 1. bis 3. Oktober wird in Berlin auf dem
Gelände der ehemaligen Amerikanischen Botschaft am Pariser Platz zum ersten Mal ein
"Western Barbecue and Country Music Jamboree" stattfinden.
Darüber hinaus werden bereits bestehende Institutionen und Veranstaltungen Teil der "Neuen Traditionen". Dazu zählen das Deutsch-Amerikanische Volksfest, das amerikanische Football-Spiel "Berlin Bowl"
im August, Veranstaltungen des Aspen Instituts Berlin,
die Amerika-Gedenk-Bibliothek, das erweiterte Stipendienprogramm zum Gedenken an die Luftbrücke
und andere Austauschprogramme. Mittelpunkt vieler
Veranstaltungen wird natürlich auch unser Wahrzeichen in der Stadt sein, das Amerika Haus Berlin.
Und schließlich darf RIAS nicht unerwähnt bleiben.
Am 1. Januar dieses Jahres wurde RIAS - Radio im
Amerikanischen Sektor - Bestandteil eines neuen
bundesweiten Hörfunksenders. Jahrelang sendete
RIAS Informationen, Ideen und Unterhaltung für Hörer
auf beiden Seiten der geteilten Stadt und war damit
maßgeblich daran beteiligt, Berlin wieder zusammenzubringen. Mit der Vereinigung Berlins war die Aufgabe von RIAS beendet, und der Sender konnte sich mit
seinem anspruchsvollen Hörfunkprogramm einer neuen
Phase seiner Existenz zuwenden. In Form der RIASKommission ist hier bereits eine "Neue Tradition"
entstanden, die enge Beziehungen zwischen Amerika
und Berlin durch gemeinsame Initiativen im Bereich
des Rundfunkjournalismus anstrebt und damit die
RIAS-Ideale einer informierten und streitbaren Demokratie weiterhin aufrechterhält. Das ist unseres Erachtens ein ausgezeichnetes Beispiel für in die Tat umgesetzte "Neue Traditionen".
*

*

AMERIKA DIENST 7

�BOSNIEN
16. Februar 1994

ALBRIGHT: NUR GEWALT UND DIPLOMATIE
KÖNNEN DAS MORDEN IN BOSNIEN BEENDEN
Erklärung vor dem UN-Sicherheitsrat
VEREINTE NATIONEN - (AD) - Diplomatische Bestrebungen zur Beendigung der Krise in Bosnien "müssen
durch die Bereitschaft zum Einsatz von Gewalt unterstützt werden, wenn dies für die Sache des Friedens
unabdingbar ist", stellte die amerikanische UNO-Botschafterin Madeleine Albright am 14. Februar 1994 fest.
"Nur Gewalt und Diplomatie können das Gemetzel in Sarajevo beenden und die festgefahrene Situation in Genf
durchbrechen", erklärte sie bei der zur Erörterung des Krieges in Bosnien einberufenen Sitzung des UNSicherheitsrats.
Albright sprach darüber hinaus eine Warnung an die bosnischen Serben aus: "Sie haben die Wahl. Sie können
Ihrem erklärten Wunsch nach Frieden gerecht werden... oder sie unternehmen aggressive Akte und fordern die
bitteren Konsequenzen heraus."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Botschafterin Albright im Wortlaut.

Herr Präsident, das Ziel dieses Rats und meiner
Regierung gleichermaßen sollte in der Ermutigung der
Konfliktparteien in Bosnien-Herzegowina zur Aushandlung eines echten Friedens, eines gerechten und tragfähigen Friedens bestehen, der von allen aus freien
Stücken angenommen wird.
Mit anderen Worten, die Vereinigten Staaten vertreten
die Auffassung, daß dieser Konflikt am Verhandlungstisch gelöst werden sollte - nicht auf dem Schlachtfeld.
Das Grauen der vergangenen Tage ist jedoch Beweis
dafür, daß das Ziel des Friedens nicht durch Diplomatie allein erlangt werden kann. Unsere diplomatischen
Bestrebungen müssen durch die Bereitschaft zum
Einsatz von Gewalt unterstützt werden, wenn dies für
die Sache des Friedens unabdingbar ist. Denn nur
Gewalt und Diplomatie können das Gemetzel in Sarajevo beenden und die festgefahrene Situation in Genf
durchbrechen.
Es wurde ein 10tägiges Ultimatum für den Rückzug
oder die Unterstellung der in der Sperrzone befindlichen schweren Waffen unter die Kontrolle der UNO
ausgesprochen. Nicht der UNO-Kontrolle unterstellte
Waffen können Ziel von Luftangriffen werden. Während der zehn Tage wird die NATO in Absprache mit
den Vereinten Nationen auch auf die Artillerie- oder
Granatenanschläge reagieren, die in Sarajevo solche
Verwüstung angerichtet haben. Diese EntscheidunAMERIKA DIENST 7

gen stehen im Einklang mit den von diesem Rat
verabschiedeten Resolutionen. Sie erfordern keine
weiteren Maßnahmen des Rats. Wir müssen uns vor
Augen führen, daß die Entscheidung zur Einleitung
von Luftangriffen in der Hand des Generalsekretärs
liegt - und es dieser Rat war, der sie dorthin übermittelte.
Wir alle müssen eindeutig klarstellen, was die Entscheidung des Nordatlantikrats bedeutet und was nicht.
Es ist keine Intervention in diesen Konflikt im Namen
der einen oder anderen Partei. Der Zweck ist, die
Parteien davon zu überzeugen, daß die Verfolgung
einer militärischen Lösung dieses Konflikts niemandes
Interessen dient. Wie der Rat wiederholt festgestellt
hat, ist ein ausgehandelter, von allen akzeptierter
Frieden für alle von Vorzug. Wer diesen Punkt versteht, dessen Sicherheit wird durch die Entscheidungen des Nordatlantikrats verbessert. Wer dies - aufgrund seiner eigenen Aggression - nicht will, setzt sich
selbst einem Risiko aus.
Weder die NATO noch dieser Rat können oder sollten
den Parteien eine Lösung aufzwingen, denn eine erzwungene Schlichtung wäre keine dauerhafte Lösung.
Indem wir jedoch versuchen, das Gewaltpotential um
Sarajevo zu verringern und eine von der UNO erklärte
Schutzzone zu schaffen, hoffen wir, den Verhandlungsprozeß zu beleben und ihm Substanz zu verleihen.

Seite 1

�Meine Regierung engagiert sich aktiv bei diesen
Bemühungen.

Herr Präsident, während wir in dieser Woche die
Olympiade auf unseren Fernsehschirmen verfolgen,
werden wir daran erinnert, daß erst zehn Jahre seit der
Herr Präsident, an diesem Punkt möchte ich dem Olympiade in Sarajevo vergangen sind. Es ist erst
Vertreter der Russischen Föderation Tribut zollen. zehn Jahre her, und der Welt wurden Bilder einer
Denn noch letzte Woche - und bereits seit dem Februar modernen, europäischen Stadt geboten, in der Movergangenen Jahres - hat seine Regierung Maßnah- scheen neben orthodoxen und katholischen Kirchen
men zur Entmilitarisierung Sarajevos befürwortet.
als wunderbares Symbol einer multiethnischen GeDie internationale Staatengemeinschaft sagt den sellschaft standen.
bosnischen Serben: Sie haben die Wahl. Sie können An meine Kollegen im Rat und an den Generalsekretär
Ihrem erklärten Wunsch nach Frieden gerecht werden, gerichtet: Die Entscheidung des Nordatlantikrats wird
indem Sie bei Schritten zum Abbau der Spannungen die von uns hier im Sicherheitsrat so häufig zum
kooperieren und das Klima für Frieden verbessern. Ausdruck gebrachten Gefühle bezüglich Bosnien der
Oder sie unternehmen aggressive Akte und fordern die Realität näherbringen - ein Ende der Aggression anzubitteren Konsequenzen heraus. Wenn Sie diese Ent- streben, unschuldige Menschenleben zu schützen und
scheidungtreffen, sollten Sie unsere Entschlossenheit die friedliche Beilegung von Streitigkeiten zu ermutioder die unserer NATO-Partner nicht in Zweifel zie- gen. Bei diesem Unterfangen hat zum ersten Mal eine
hen, die Entscheidung vom 9. Februar durchzusetzen. regionale Sicherheitsorganisation - die NATO - zur
Die Bombardierung Sarajevos muß aufhören, und die Durchsetzung der Entscheidung dieses Rats über den
Rechte und Sicherheit der UN-Schutztruppen und aller Einsatz von Gewalt im Rahmen von Artikel 7 der
anderen - offiziellen oder privaten, zivilen oder militä- Charta der Vereinten Nationen gehandelt. Wir begerischen - internationalen Mitarbeiter müssen strikt ben uns auf unsicheres Terrain. Kooperation zwigewahrt werden. In diesem Zusammenhang stellen schen der NATO und den Vereinten Nationen ist
wir fest, daß die Vereinigten Staaten durchgreifende unabdingbar - nicht nur für die Bürger von Sarajevo
Maßnahmen dieses Rats befürworten werden, wenn und andere Schutzzonen in Bosnien, sondern auch
die bosnischen Serben ihre Drohung wahr machen, die aufgrund des Präzendenzfalls, der für die Zukunft der
Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter internationaler Hilfs- kollektiven Sicherheit geschaffen wird.
organisationen einzuschränken.
Herr Präsident, die entschiedene und faire Umsetzung
An die Konfliktparteien gerichtet: Wir sagen, es ist an der NATO-Entscheidung wird in hohem Maße zu der
der Zeit, eine tragfähige Zukunft für Ihr Volk aufzubau- Glaubwürdigkeit dieses Rats und der Vereinten Natioen. Es ist an der Zeit für Wiederaufbau und Reparatur, nen beitragen, in die die größten Hoffnungen der
den Boden zu bestellen und die Kinder in die Schule zu Menschheit gesetzt werden.
schicken. Wir können zum Aufbau einer anderen
Zukunft beitragen, aber Sie müssen das Ihre tun. Herr Präsident, abschließend möchte ich besonders
Denn Ihre Bürger haben ein Recht auf das "stille den Vertreter Frankreichs würdigen, mit dem ich in den
Wunder eines normalen Lebens", wie Präsident Clin- vergangenen Tagen so eng zusammengearbeitet habe,
ton es im Zusammenhang mit dem Nahen Osten und dessen Regierung eine entscheidende Rolle bei
bezeichnete. Ihre Familien verdienen es, über die den Hilfsbestrebungen für die Bürger Sarajevos geStraße gehen zu können, mit dem Schlitten einen spielt hat.
Hügel herunterzufahren, zur Kirche und auf den Markt
zu gehen, ohne jede Minute Angst haben zu müssen,
daß der Tod vom Himmel auf sie herniederregnet.

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Seite 2

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AMERIKA DIENST 7

�BOSNIEN
16. Februar 1994

AMERIKANISCHE INITIATIVE ZUR BELEBUNG DER
BOSNISCHEN FRIEDENSGESPRÄCHE BEGRÜSST
Tarnoff gibt Überblick über Gespräche mit den Bündnispartnern
WASHINGTON - (AD) - Dem Staatssekretär für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium, Peter Tarnoff, zufolge wurde eine neue amerikanische
Initiative "zur Belebung der Verhandlungen über eine
friedliche Beilegung des Krieges in Bosnien" von den
europäischen Staats- und Regierungschefs begrüßt.

Drittens müssen sich die Vereinigten Staaten
und die EU im Falle einer Weigerung der Serben, diese Anforderungen zu erfüllen, "auf weitere gegen die Serben gerichtete Schritte einigen, um den Druck zur Erzielung einer Lösung
zu erhöhen".

Tarnoff, der gerade von Konsultationen mit den Verbündeten der Vereinigten Staaten in London, Bonn
und Paris zurückgekehrt war, gab bei einer Informationsveranstaltung im Außenministerium am 11. Februar 1994 einen Überblick über die Elemente des
Plans.

Viertens müssen sich die Vereinigten Staaten
und die Europäische Union "auf einen gemeinsamen Ansatz bezüglich jeglicher Lockerung
von Sanktionen gegen Belgrad einigen". Tarnoff bekräftigte erneut die amerikanische Position, daß erst nach Erzielung eines Abkommens
über Bosnien und seiner Umsetzung - "was die
Umsetzung in gutem Glauben durch alle Parteien bedeutet - die Zeit für eine mögliche allmähliche Lockerung der Sanktionen gekommen ist".

Der Staatssekretär, der bei seinen Gesprächen von
Botschafter Charles Redman, dem amerikanischen
Sondergesandten für die Jugoslawienverhandlungen
begleitet wurde, erklärte: "Bei allen Unterredungen
wurde die Ansicht der europäischen Regierungen
vertreten, daß sie das Engagement der Vereinigten
Staaten für eine äu ßerst begrü ßenswerte Entwicklung
halten."
"Sie stimmten mit uns überein, daß nach der NATOEntscheidung ... für uns alle die Zeit gekommen ist,
nach Wegen zur erneuten Bekräftigung des politischen Kurses zu suchen, das Ergebnis dieses Krieges
eindeutig eine Verhandlungslösung sein muß und wir
die Gelegenheit hatten, zu diesem Zweck zusammenzuarbeiten. Das ist meines Erachtens der Hintergrund
der von uns geführten Gespräche."
Die amerikanische Initiative, die in der ganzen Europäischen Union verbreitet wurde, umfasst Tarnoff zufolge
die nachstehenden Elemente:
Erstens müssen die bosnischen Serben die
meisten zur Erzielung einer endgültigen Lösung
erforderlichen Konzessionen machen.
Zweitens muß eine solche Lösung den "angemessenen Anforderungen" der bosnischen
Regierung entsprechen.

AMERIKA DIENST 7

Fünftens müssen sich die Vereinigten Staaten
und die EU auf einen gemeinsamen Ansatz
gegenüber Kroatien einigen.
Sechstens versteht die EU, "daß unserer Ansicht nach unser Anteil an Streitkräften zu
Umsetzu ng der Beschlüsse sich auf weniger als
die Hälfte der Soldaten belaufen sollte". Er fügte
hinzu: "Wir haben keine feste Vorstellung vom
Umfang dieser Streitkräfte."
Tamoff machte deutlich, daß in allen von ihm und
Redman geführten Gesprächen "diese Punkte bereitwillig akzeptiert wurden", und "begrüßt wurde, daß wir
diese Rolle übernehmen".
Der Staatssekretär äußerte, er habe den Europäern
mitgeteilt, die Vereinigten Staaten seien zur Aufnahme
vorbereitender Gespräche mit der bosnischen Regierung - und einige haben bereits begonnen - "über einen
aus den Reihen der Bosnier stammenden Vorschlag"
bereit. Er fügte hinzu, Redman, der Außenminister
Christopher am 9. Februar Bericht erstattete, habe
darauf hingewiesen, die Bosnier "begrüßten diese
Initiative der Vereinigten Staaten" und "hätten eine

Seite 1

�enge Zusammenarbeit mit uns begonnen, um nähere
Einzelheiten zu klären".

Tarnoff teilte mit: "Wir haben in Moskau ebenfalls
darüber konferiert."

Nach der Entwicklung dieses Vorschlags würde er von
den Vereinigten Staaten und der EU den serbischen
und kroatischen Parteien in Belgrad und Zagreb sowie
den bosnischen Serben und den bosnischen Kroaten
unterbreitet. Tarnoff betonte, dieser Vorschlag müsse
nicht unverändert angenommen oder abgelehnt werden, aber "wir hoffen wirklich, daß sie die gemeinsame
Zielsetzung der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union erkennen - gemeinsame Zielsetzung
nicht nur hinter diesem Vorschlag, sondern auch bei
der Suche nach Möglichkeiten der aktiven Zusammenarbeit zur Beendigung des Konflikts".

"Wir halten dies für eine amerikanisch-europäische
Initiative, möchten aber gleichzeitig die Russen vollständig von unseren Aktionen in Kenntnis setzen",
stellte er fest. "Wir schätzen ihren Rat und sind uns
bewußt, daß sie auf die Serben Einfluß ausüben
können. Wir haben ihnen unsere Hoffnung deutlich
gemacht, daß ihre Teilnahme an den Gesprächen über
den Vorschlag es ihnen ermöglicht, sich bei den bosnischen Serben und der Belgrader Regierung für diesen Plan einzusetzen."

Auf die Frage, wie ein gemeinsamer amerikanischeuropäischer Ansatz zu Kroatien und den bosnischen
Auf die Frage, welche Art von Druck auf die Serben Kroaten aussehen könnte, antwortete Tamoff, dieser
ausgeübt werden könnte, falls sie sich weigern, den in werde deutlich machen, "daß wir die Notwendigkeit
dem Vorschlag enthaltenen Anforderungen nachzu- erkennen, die Lage in der Krajina zu entschärfen und
kommen - unter Umständen verschärfte Sanktionen - zweitens, daß Kroatien bei einer hoffentlich bald erzielerklärte er: "Wir haben bei unseren Gesprächen keine ten Lösung eine wichtige Rolle spielt. Kroatien hat
Einzelheiten hierzu besprochen, weil das etwas hypo- angesichts seiner Wirtschaftslage und der Zahl der
thetisch ist." Er stellte jedoch fest, es sei von Bedeu- aufzunehmenden Flüchtlinge von einem Ende des
tung, die Möglichkeit offenzulassen, zusätzlich Druck Krieges viel zu gewinnen, wenn es sich jedoch weigert,
auf die bosnischen Serben auszuüben, damit ihnen dazu beizutragen, wird es unter Druck gesetzt."
unsere Entschlossenheit deutlich werde.
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Michael
Im Hinblick auf Rußland, das die von der NATO McCurry, teilte vor Journalisten mit, die Genfer Bosangedrohten Luftangriffe gegen die bosnischen Ser- niengespräche zwischen Redmann und dem bosniben ablehnt, wies Tarnoff darauf hin, die Vereinigten schen Ministerpräsidenten Haris Silajdzic über eine
Staaten und die EU versuchten, Moskau in diesen Formulierung des Vorschlags "haben begonnen". Im
Prozeß "einzubeziehen". Präsident Clinton hatte die- Hinblick auf einen Zeitplan für die Umsetzung des
se Angelegenheit mit dem russischen Präsidenten Plans ließ er wissen: "Diese Gespräche werden sich
Boris Jelzin bereits früher am 11. Februar erörtert und so entwickeln, wie es den Parteien angemessen erscheint."

* * * * *

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AMERIKA DIENST 7

�BOSNIEN
16. Februar 1994

AMERIKANISCHE ÖFFENTLICHKEIT ÜBER
LUFTANGRIFFE AUF BOSNIEN GESPALTEN
Das Meinungsbild in den Vereinigten Staaten
WASHINGTON - (AD) - Einer Meinungsumfrage von Gallup/USA Today vom 7. Februar 1994 zufolge ist die
amerikanische Öffentlichkeit über die Durchführung von gemeinsamen Luftangriffen der Vereinigten Staaten und
ihrer Verbündeten auf militärische Stellungen in Bosnien praktisch gespalten. 48 Prozent sprachen sich für, 43
Prozent gegen die Luftangriffe aus.
Die Erhebung ergab jedoch auch, daß 65 Prozent zur Unterstützung der Luftangriffe auf Bosnien tendierten,
wenn sie von Präsident Clinton und dem Kongreß befürwortet würden.
Andererseits sprach sich eine eindeutige Mehrheit gegen die Entsendung amerikanischer Bodentruppen nach
Bosnien zur Unterstützung der westeuropäischen Streitkräfte aus, wenn sich die Luftangriffe als effektiv
erweisen würden - 57 Prozent dagegen, 35 Prozent dafür.
Nachfolgend veröffentlichen wir die bei der Meinungsumfrage gestellten Fragen und ihre Beantwortung:

"Wie Sie wissen, wurde am Wochenende ein Granatenanschlag auf einen belebten Wochenmarkt in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien ausgeübt, die die
serbischen Streitkräfte einnehmen wollen. Dieser Anschlag, bei dem fast 70 Menschen getötet und weitere
200 verwundet wurden, warder schlimmste Angriff auf
Sarajevo seit dem Ausbruch des Krieges in Bosnien.
Was haben Sie überdiesen Angriff auf Sarajevo gehört
oder gelesen?"
(Alle Angaben in Prozent)
Sehr viel
Etwas
Nicht viel/nichts

32
37
31

"Würden Sie ungeachtet ihrer jetzigen Einstellung
Luftangriffe in Bosnien unterstützen, wenn diese von
Präsident Clinton und dem Kongreß angeordnet würden?"
Zustimmung
Ablehnung
Keine Angabe

"Würden Sie, wenn Luftangriffe sich nicht als wirksames Mittel zur Beendigung der Angriffe auf Sarajevo
erweisen, sich für oder gegen die Entsendung von USBodentruppen durch Präsident Clinton nach Bosnien
zur Unterstützung der Bodentruppen anderer westeuropäischer Staaten aussprechen?"

"ZurZeit wird diskutiert, ob Präsident Clinton amerikanische Militärflugzeuge anweisen sollte, gemeinsam
mit Flugzeugen einiger westeuropäischer Länder Luftangriffe gegen militärische Stellungen der Serben in
Bosnien zu fliegen. Würden Sie derartige Luftangriffe
befürworten oder ablehnen?"
Zustimmung
Ablehnung
Keine Angabe

Zustimmung
Ablehnung
Keine Angabe

35
57
8

48
43
9
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AMERIKA DIENST 7

65
29
6

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Seite 1

�HAUSHALT
16. Februar 1994

HAUSHALT FÜR 1995 BASIERT AUF
STABILER WIRTSCHAFT
Botschaft des Präsidenten
WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton erklärte, sein Haushalt fürdas Finanzjahr 1995 basiere auf der "stabilen
Grundlage" einer sich verbessernden Wirtschaftslage, dem Abbau des Haushaltsdefizits sowie einer steigenden
Zahl besser bezahlter Arbeitsplätze im Privatsektor.
"Als ich vor einem Jahr mein Amt antrat, sah die Haushalts- und Wirtschaftslage unseres Landes düster aus",
stellte Clinton in einer Begleitnote zu seinem 1.518,3 Milliarden Dollar umfassenden Haushalt für das am
1. Oktober beginnende Finanzjahr fest.
Der Präsident teilte mit, sein Etat werde den Abbau des Haushaltsdefizits fortsetzen, den er vor einem Jahr
begonnen hatte, als er die Ausgaben zurfreien Verfügung einschränkte und verlangte, daß neue Ausgaben durch
entsprechende Einsparungen ausgeglichen werden müßten.
Die verbesserte Wirtschaftslage stellt ihm zufolge die Weichen für eine Reform des Gesundheitswesens und
Sozialsystems sowie für effektive Maßnahmen zur Verbrechensbekämpfung.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Botschaft des Präsidenten.
An den Kongreß der Vereinigten Staaten von Amerika:
Der Haushalt für das Rechnungsjahr 1995, den ich
ihnen mit dieser Botschaft übermittele, basiert auf der
stabilen Grundlage eines Abbaus des Haushaltsdefizits, Wirtschaftswachstum und von uns gemeinsam im
vergangenen Jahr geschaffenen Arbeitsplätzen. Durch
die Förderung von Privatinvestitionen - und getätigte
staatliche Investitionen, um mehr und besser bezahlte
Arbeitsplätze zu schaffen sowie die Arbeitnehmer von
heute und unsere Kinder auf diese Arbeitsplätze vorzubereiten - erneuern wir den Amerikanischen Traum.
Der Haushalt setzt die im vergangenen Jahr vorgenommene Umkehrung der bisherigen Prioritäten in die
eingeschlagene neue Richtung fort:
Er strebt den weiteren Abbau des Defizits an,
er führt unser Programm von Investitionen in
langfristiges Wirtschaftswachstum, Verbrechensbekämpfung und die Fähigkeiten unserer Kinder und Arbeitnehmer weiter und
stellt die Weichen für die Reform des Gesundheitswesens, die für unsere wirtschaftliche und
haushaltspolitische Zukunft entscheidend ist.

AMERIKA DIENST 7

Als ich vor einem Jahr mein Amt antrat, sah die
Haushalts- und Wirtschaftslage unseres Landes düster aus. Eine zwölf Jahre lang praktizierte Haushaltspolitik der Verschuldung und des Sickereffekts hatte
die Defizite schnell ansteigen lassen, zu einer gegen
die Rezession ankämpfenden Wirtschaft geführt und
den Steuerzahlern der Mittelschicht das Gefühl gegeben, von ihrer Regierung im Stich gelassen worden zu
sein.
Am schlimmsten warvielleicht.daßder Amerikanische
Traum - ein besseres Leben für jede nachfolgende Generation zu schaffen - unter Beschu ß geraten war, bedroht durch eine Politik und Einstellung, die das Heute
auf Kosten des Morgen betont, Spekulationsgewinne
auf Kosten langfristigen Wachstums macht und verschwenderische Ausgaben auf Kosten der Zukunft
unserer Kinder tätigt.
Ein Jahr später sieht das Bild schon besser aus. Die
Verabschiedung meiner Haushaltsvorlage für 1993
mit der Verpflichtung, Investitionen in unsere Zukunft
zu tätigen, hat zu einer verstärkten wirtschaftlichen
Erholung beigetragen, einem eindeutigen Abwärtstrend
bei den Haushaltsdefiziten sowie beginnendem erneutem Vertrauen unter unseren Bürgern. Wir haben der
Orientierungslosigkeit ein Ende gesetzt und die festgefahrene Situation wieder in Bewegung gebracht.

Seite 1

�Endlich arbeiten ein Kongreß und ein Präsident zusammen an der Lösung unserer Probleme.
Schwierige Herausforderungen bleiben weiterhin
bestehen. Nicht alle haben Anteil an der wirtschaftlichen Erholung; einige Regionen hinken hinter dem
übrigen Land zurück. Als Ergebnis der in amerikanischen Unternehmen stattfindenden Umstrukturierung
und dem Ende des Kalten Krieges kommt es weiterhin
zu Entlassungen.
Steigende Kosten im Gesundheitswesen stellen nach
wie vor eine große Gefahr für unsere Familien und
Unternehmen, die Wirtschaft und Fortschritte beim
Abbau unseres Haushaltsdefizits dar. Unser Sozialsystem muß umgestaltet werden, um Arbeit und Verantwortungsbewußtsein zu fördern. Und unsere Nation,
unsere Gemeinden und Familien sehen sich der steigenden Bedrohung durch Kriminalität und Gewalt auf
unseren Straßen gegenüber, einer ungeachtet ihres
Einkommens, ihrer Rasse und ihres Wohnorts die
Lebensqualität der Amerikaner beeinträchtigenden
Bedrohung.
Dieses Jahr stellen wir uns den Herausforderungen mit
einer Reform des Gesundheitswesens und des Sozialsystems mit dem im Kongreß vorliegenden Gesetzentwurf zur Verbrechensbekämpfung und der Fortführung unseres Wirtschaftsplans, mit weiteren Fortschritten beim Abbau des Haushaltsdefizits sowie Investitionen in unsere Menschen, Forschung, Technologie und
Infrastruktur.
Was wir vorfanden
Bei der Amtsübernahme unserer Administration war
das Haushaltsdefizit hoch und stieg weiter an - auf 302
Milliarden 1995 und über 400 Milliarden bis zum Ende
des Jahrzehnts.
Bei der Amtsübernahme unserer Administration spürte die Mittelschicht die Auswirkungen der Steueränderungen der achtziger Jahre, welche die Steuerlast von
den Wohlhabenden auf die weniger Begüterten übertrugen. Von Ende der siebziger Jahre bis in die
neunziger Jahre sank der Steuersatz für die reichsten
Amerikaner, während die Sätze für die meisten anderen Bürger anstiegen.
Bei der Amtsübernahme unserer Administration kämpfte die Wirtschaft noch gegen die Rezession an, es gab
wenig neue Arbeitsplätze und die Zinssätze waren
weiterhin hoch. 1992 betrugen die Hypothekenzinsen
durchschnittlich mehr als acht Prozent. Die Arbeitslosenquote belief sich Ende 1992 auf 7,3 Prozent, und in
den vorigen vier Jahren wurden in unserer Wirtschaft
weniger als eine Million neuer Arbeitsplätze geschaffen. Die Aussichten für die Zukunft waren ein langsamer Produktivitätsanstieg, stagnierende Löhne und
wachsende Ungerechtigkeit - wie das sinkende Vertrauen der Verbraucher demonstrierte.

Seite 2

Ein neuer Kurs
Heute hat sich die Situation verbessert, sei es beim
Defizit, der Fairness oder der Wirtschaft.
Der von mir heute vorgelegte Haushalt sieht ein Defizit
von 176 Milliarden Dollar vor - ein Abbau um 126
Milliarden Dollar verglichen mit der Lage vor unserem
Wirtschaftsplan. Wenn die von uns für 1994 und 1995
beabsichtigten Reduzierungen stattfinden, wird dies
das erste Mal seit Harry Trumans Zeit im Oval Office
sein, daß das Defizit in drei aufeinanderfolgenden
Jahren sinkt.
Die von uns eingeleiteten Maßnahmen funktionieren.
Wir haben die Ausgaben zur freien Verfügung eingefroren. Außer in Notfällen dürfen wir keinen zusätzlichen Cent für ein Programm aufwenden, wenn wir ihn
nicht bei einem anderen Haushaltsposten einsparen.
Wir senken die Ausgaben für Vorhaben von geringerer
Priorität, um das Versprechen des Defizitabbaus zu
erfüllen und begrenzte, gezielte Investitionen in unsere Zukunft zu tätigen. 1994 wurden 340 zur freien
Verfügung stehende Programme gekürzt, und unser
neuer Haushalt sieht Kürzungen für eine ähnliche Zahl
von Programmen vor. Das ist nicht die Art von Kürzungen, die letztlich zu erhöhten Ausgaben führen. Dies
sind wirkliche Kürzungen, die tatsächlich geringere
Ausgaben nach sich ziehen. Die gesamten Ausgaben
zur freien Verfügung liegen unter denen des Vorjahres
- wiederum reell in Dollar angegeben und nicht inflationsbereinigt.
Im Hinblick auf die Aufwendungen für Unterstützungsprogramme erzielte das Mantelgesetz über den Haushaltsausgleich von 1993 nahezu 100 Milliarden Dollar
an Einsparungen bei praktisch jedem großen Unterstützungsprogramm.
Vorschriften zur sofortigen
Bezahlung verhindern neue nicht gedeckte Ausgaben
für Unterstützungsprogramme, und ich habe durch
einen Präsidialerlaß die erste wirkliche greifende
Bestimmung zu unvorhergesehenen Ausgabenerhöhungen bei diesen Programmen verhängt. In Zukunft
wird die Reform des Gesundheitswesens sich mit den
am schnellsten anwachsenden Unterstützungsprogrammen befassen - Medicare und Medicaid - auf die bei
künftigen Etats der Großteil der Ausgaben entfallen
wird, und der überparteiliche Ausschuß für eine Reform des Unterstützungswesens, den ich durch einen
Präsidialerlaß eingerichtet habe, wird die Möglichkeit
zusätzlicher Einsparungen bei Unterstützungsprogrammen untersuchen.
Obwohl wir harte Maßnahmen ergriffen haben, wird
ein weiteres Werkzeug benötigt. Das modifizierte
selektive Veto, das dem Präsidenten eine verbesserte
Annulierungsvollmacht geben soll, ist bereits vom
Repräsentantenhaus als Verordnung 1578 angenommen worden. Im Falle seiner Erhebung zum Gesetz
wird dem Präsidenten die Befugnis verliehen, fragwür-

AMERIKA DIENST 7

�dige Posten aus Bewilligungsgesetzen auszuklammern und zu verlangen, daß über sie mehrheitlich im
Kongreß abgestimmt wird. Meines Erachtens ergibt
das Sinn und bewahrt die Fähigkeit einer Mehrheit im
Kongreß, Entscheidungen über Bewilligungen zu treffen.
Zusätzlich zu dieser Haushaltsdisziplin haben wir
drastische Änderungen vorgenommen, die Fairness
bei den Steuergesetzen wiederhergestellt haben. Wir
haben die Verteilung der Einkommensteuerbelastung
viel gerechtergestaltet, indem wir nurdie Einkommensteuer für die wohlhabendsten 1,2 Prozent unseres
Volkes angehoben haben - bei Paaren mit einem
Einkommen von mehr als 180.000 Dollar - und den
Einkommensteuerfreibetrag für 15 Millionen Arbeitnehmerfamilien mit niedrigen Einkommen beträchtlich
erhöht haben. Dadurch wird sich für nahezu 99
Prozent der Steuerzahler der Einkommensteuersatz
in diesem Jahr nicht erhöhen.
Ergebnisse
Das wichtigste Ergebnis unserer Bestrebungen zur
Änderung der Regierungsführung Washingtons ist das
wachsende Vertrauen in die Wirtschaft. Die Investitionen steigen - in Unternehmen, Wohnungen und langlebige Gebrauchsgüter; Realinvestitionen in Geräte stiegen 1993 siebenmal so schnell an wie in den vorausgegangenen vier Jahren. Die Hypothekenzinsen haben
den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten erreicht. Im
Vergleich zum Vorjahr haben nahezu zwei Millionen
Amerikaner eine Arbeitsstelle - ein doppelt so großer
Anstieg in einem Jahr wie in den vorigen vier Jahren
zusammengenommen, und Ende 1993 sank die Arbeitslosenquote um fast einen ganzen Prozentpunkt
auf 6,4 Prozent.

lien, neue Häuser, Autos und andere langlebige Gebrauchsgüter zu kaufen.
Investitionen
Zweitens schlugen wir eine Reihe vom Kongreß großenteils angenommener, vollständig finanzierter
Maßnahmen vor, um Privatinvestitionen (über die durch
den Defizitabbau herbeigeführten Anreize hinaus) zu
fördern und staatliche Investitionen in die Zukunft
unseres Landes zu tätigen. Die erste Komponente
bestand darin, 90 Prozent der Unternehmen steuerliche Anreize für Investitionen in zukünftiges Wachstum
zu bieten - einschließlich einer umfassenden Aufstokkung der Aufwandsentschädigungen für kleinere Betriebe und neue Anreize im Kapitalertragsbereich für
langfristige Investitionen in neue Unternehmen.
Die zweite Komponente waren staatliche Investitionen
in die Zukunft: in die Infrastruktur, Technologie,
Qualifikationen und Sicherheit.
Diese Investitionen sollen die Arbeitnehmer von heute
und unsere Kinder auf die neuen, besser bezahlten
Arbeitsplätze in einer modernen Wirtschaft vorbereiten, unser Verkehrswesen und die Umweltinfrastruktur reparieren und erweitern, die Kriminalität bekämpfen, die Technologiebasis unserer Nation vergrößern
sowie unsere medizinische und wissenschaftliche
Forschung verbessern.

Wie ist all dies erreicht worden? Unser Wirtschaftsplan
hatte drei Hauptkomponenten:

Unter anderem haben wir das äußerst erfolgreiche
Programm Head Start und das Ernährungsprogramm
für Schwangere, Babys und Kleinkinder WIC bedeutend erweitert. Durch eine beträchtliche Erhöhung
erfüllten wir das Mandat des Gesetzes über die Effizienz des intermodalen Transports auf dem Land- und
Seeweg (Intermodal Surface Transportation Efficiency Act - ISTEA), wir stellten die Anschubfinanzierung
fürdas Gesetz über den nationalen Sozialdienst bereit
sowie für Reformen und andere Initiativen im Bildungsund Ausbildungswesen, wir ebneten den Weg zu dem
von mir angestrebten Ziel, weitere 100.000 Polizisten
in unseren Städten auf Streife zu schicken und stellten
zusätzliche Gelder für die städtische und ländliche
Entwicklung bereit.

Abbau des Defizits

Handel

Erstens führte die Einführung und schließliche Verabschiedung unseres Plans zum Abbau des Haushaltsdefizits um 500 Milliarden Dollar - dem größten in der
Geschichte - zu einer Senkung des Defizits von 4,9
Prozent des Bruttoinlandsprodukts 1992 auf prognostizierte 2,5 Prozent 1995 und 2,3 Prozent im Jahr
1999. Dadurch wurde der Druck auf die Zinssätze
beträchtlich reduziert, indem die Nachfrage der Regierung nach Krediten verringert und die Märkte von
unserer Entschlossenheit zum Defizitabbau überzeugt
wurden. Diese geringeren Zinssätze ermutigen die
Unternehmen zu Investitionen und motivierten Fami-

Schließlich hängt unsere langfristige Wirtschaftsstrategie von der Erweiterung unserer internationalen
Handelsmärkte ab. 1993 unternahmen wir mehr als je
zuvor während der vergangenen zwei Generationen
zur Öffnung der Weltmärkte für amerikanische Produkte. Die Ratifizierung des Nordamerikanischen
Freihandelsabkommens (NAFTA) errichtet den größten Markt der Welt. Durch die Senkung der Zölle auf
unsere Exporte nach Mexiko wird das Abkommen die
Zahl der Arbeitsplätze bei uns erhöhen - und falls die
vorherige Erfahrung als Leitfaden dienen kann, wird es
sich vorwiegend um gutbezahlte Arbeitsplätze handeln.

Die Grundlage ist solide und stark, und wir arbeiten
stetig und dauerhaft an ihrer Erweiterung für die Zukunft.
Der Wirtschaftsplan

AMERIKA DIENST 7

Seite 3

�Wir beendeten auch unsere Arbeit an der UruguayRunde des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens, einem weltweiten Abkommen zur Senkung von
Zöllen und anderen Handelshemmnissen, das ebenfalls hochbezahlte Arbeitsplätze schaffen und Wirtschaftswachstum in diesem Land ankurbeln wird.
Zusätzlich errichteten wir einen Rahmen für eine neue
wirtschaftliche Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Japan, so daß wir uns für die Erhöhung der japanischen Importe amerikanischer Waren
und Dienstleistungen sowie die Förderung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit einsetzen können. Um
unnötige Belastungen amerikanischer Unternehmen
zu mildern, haben wir überflüssige Exportkontrollen für
bestimmte Technologien beseitigt, um somit Exporte
amerikanischer Hochtechnologieprodukte zu ermutigen.
Das vor uns liegende Jahr
1994 werden wir auf der 1993 gelegten Grundlage
aufbauen.
Steuerliche Disziplin
Wir setzen den im Gesetz über den Haushaltsausgleich vom vergangenen Jahr verankerten Abbau des
Haushaltsdefizits in Höhe von 500 Milliarden Dollar
fort. Um das erforderliche Einfrieren der Ausgaben zur
freien Verfügung zu erzielen und die benötigten Investitionen zu tätigen, schlagen wir neue Kürzungen bei
ungefähr 300 spezifischen, nicht mit der Verteidigung
in Verbindung stehenden Programmen vor. Dazu
gehört die Einstellung von mehr als 100 Programmen.
Viele dieser Einsparungen sind umstritten, wir haben
jedoch kaum eine Wahl, wenn wir unsere haushaltspolitischen Zielsetzungen erreichen wollen.
Auf der anderen Seite enthält dieser Haushalt keine
neuen Steuererhöhungen.
Neue Investitionen

mehr getan. In diesem neuen Zeitalter, in dem die
grundlegende Umstrukturierung unserer Wirtschaft zu
dauerhaften Entlassungen und der tatsächlichen
Schließung ganzer Industrien führt, ist die Einrichtung
eines Systems zur Wiederbeschäftigung erforderlich.
Dieser Etat beginnt mit der Schaffung dieses Systems,
das letztlich den entlassenen Arbeitnehmern den Zugang
zu Umschulung, Arbeitssuche und anderen Dienstleistungen erleichtern soll, die ihnen nicht nur über eine
schwierige Zeit hinweghelfen, sondern sie auch auf
produktive neue Arbeitsplätze vorbereiten soll.
Wir investieren auch weiterhin in unsere wertvollste
Ressource - unsere Kinder - mit bewährten, effektiven
Programmen sowie neuen Initiativen, die Probleme
einer im Wandel begriffenen Gesellschaft angehen.
Wir schlagen die Erhöhung der Gelder für Programme
zum Übergang ins Berufsleben vor, die High SchoolAbgängern, die nicht aufs College gehen wollen, eine
praktische Ausbildung anbieten. Unser Etat sieht auch
eine Erweiterung des Programms für den nationalen
Sozialdienst vor, das unseren jungen Menschen die
Gelegenheit gibt, in ihren Gemeinden Dienst zu tun
und Geld für ihre Collegeausbildung zu verdienen.
Wir unterstützen entschieden das Programm Goals
2000, dem der Kongreß hoffentlich Anfang dieses
Jahres Gesetzeskraft verleihen wird, um den örtlichen
Schulsystemen Unterstützung bei ihren Reformen zur
Ausbildung unserer Kinder für das 21. Jahrhundert zu
gewähren. Wir müssen hohe Maßstäbe an all unsere
Kinder anlegen und ihnen gleichzeitig die ihnen zustehenden Chancen bieten, etwas zu lernen.
Wir sehen auch beträchtliche Erhöhungen für WIC und
Head Start vor, die wir ebenfalls verbessern wollen.
Und wir werden das auf bedürftige Kinder zugeschnittene Programm Titel I maßgeblich erweitern und gezielter anwenden um sicherzustellen, daß sie uneingeschränkt von unserem Bildungssystem profitieren
können.

Die Investitionen in diesem Etat richten sich weiterhin
auf Arbeitsplätze, Bildung, Forschung, Technologie,
Infrastruktur, Gesundheitswesen und Verbrechensbekämpfung.

Investitionen in Know-how. Amerika hat stets eine
Führungsrolle bei Wissenschaft und Technologie
angestrebt. In den vergangenen Jahren haben wir
diesen Status in einigen Bereichen verloren. Für den
Investitionen in den Menschen. Das oberste Ziel Rest dieses Jahrzehnts und im 21. Jahrhundert müsunserer Wirtschaftsstrategie besteht darin, unseren sen wir jedoch sicherstellen, daß die Vereinigten StaaBürgern mehr und besser bezahlte Arbeitsplätze zu ten einen entschiedenen Vorsprung bei Fortschritten
bieten - heute und in Zukunft - und sie so zu bilden und in Forschung und Technologie haben.
auszubilden, daß sie auf diese Arbeitsplätze vorbereiZu diesem Zweck sieht der Haushaltsentwurf für 1995
tet sind.
maßgebliche Investitionen in folgenden Bereichen vor:
Der Haushalt enthält eine umfassende Initiative zur Das Programm für Spitzentechnologie des Nationalen
Förderung gesicherter Ausbildung und Wiederbeschäf- Instituts für Normen und Technologie, die Fortigung für die Erwerbsbevölkerung. In der Vergangen- schungs-, Weltraum- und Technologieprogramme der
heit hat die Regierung den Arbeitnehmern, die ihren NASA, die nationale Stiftung für Wissenschaft, das InArbeitsplatz verloren hatten, zeitweilig Arbeitslosen- formationsnetz, an dem der Vizepräsident so hart
geld bezahlt, um sie über Wasser zu halten, und wenig gearbeitet hat, sowie Forschung und Entwicklung im
Energiesektor.
Seite 4

AMERIKA DIENST 7

�Darüber hinaus bin ich entschlossen, den unsere
Verteidigung unterstützenden Industriezweigen und
Gemeinden weiterhin behiflich zu sein, während wir
den Mitte der achtziger Jahre begonnenen und Anfang
der neunziger Jahre mit dem Ende des Kalten Krieges
beschleunigten Abbau der Rüstungsindustrie fortsetzen.
Ich schlage beträchtliche Investitionen in das Projekt
zur technologischen Reinvestition vor, das in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor die Entwicklung und
Anwendung von Mehrzwecktechnologien ermutigt. Die
Haushaltsvorlage beinhaltet auch zusätzliche Mittel
für das Büro für wirtschaftliche Anpassung, das
Gemeinden Planungshilfen bei der Umstellung ihrer
lokalen Volkswirtschaften auf gewinnbringende, friedlichen Zwecken dienende Unternehmen bietet.
Investitionen in Infrastruktur. Die Infrastruktur und
die Volkswirtschaften vieler Städte und Gemeinden
sind zu lange vernachlässigt worden. Im vergangenen
Jahr haben wir dieses Problem in Angriff genommen,
und für 1995 beabsichtigen wir die Fortsetzung dieser
Initiativen.
Erstens schlagen wir die weitere uneingeschränkte
Finanzierung der wichtigsten Autobahnprogramme im
Rahmen des ISTEA-Transportbewilligungsgesetzes
vor sowie eine maßgebliche Aufstockung der Kapitalbeihilfen für den Personennahverkehr. Zur Bereitstellung der Mittel in dieser Höhe sieht der Haushaltsentwurf die Aufhebung zahlreicher Autobahndemonstrationsprojekte vor, die häufig eine ineffiziente Nutzung
von Steuergeldern darstellen.
Ferner schlagen wir die Wiederherstellung unserer
Umweltinfrastruktur mit Investitionen in Technologien
der Zukunft im Rahmen des Gesetzes über saubere
Gewässer und andere Umweltprogramme vor.
Im vergangenen Jahr haben wir Gesetze zur Schaffung von städtischen und ländlichen Ermächtigungszonen verabschiedet. In diesem Jahr werden wir diese
Zonen und Gewerbegebiete ihrer Bestimmung übergeben, um Investitionen in vernachlässigte Gemeinden anzuziehen und die Art von Dienstleistungen
anzubieten, die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen.
In dieser Haushaltsvorlage werden die Ausgaben für
Wohnungsbeihilfen, Dienste für die Obdachlosen und
Entwicklungshilfe für benachteiligte Gemeinden maßgeblich erhöht, wobei sich die Hilfe für die Obdachlosen verglichen mit dem vergangenen Jahr nahezu
verdoppelt. Sowohl die Wohnungsbeihilfe für Familien
und die Hilfe für die Obdachlosen werden umstrukturiert, um den Übergang zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu unterstützen.
Ich schlage auch die Fortsetzung unserer Initiative zur
Entwicklung des ländlichen Raums mit Beihilfen und
Darlehen vor, die eine 35prozentige Aufstockung
AMERIKA DIENST 7

gegenüber dem letzten Jahr darstellen. Diese Hilfsleistungen werden zur Verbesserung der ländlichen Infrastruktur und Dienstleistungen wie Wasseraufbereitungsanlagen und Krankenhäusern beitragen, die
Beschäftigungmöglichkeiten im ländlichen Raum verbessern, die ländlichen Volkswirtschaften weiter diversifizieren und Wohnraum schaffen, indem einkommensschwache M ieter durch die Aufstockung der H ilf e
Hauseigentümer werden können.
Investitionen in die Lebensqualität. Dieser Haushaltsentwurf setzt unsere Bestrebungen zur Erweiterung des Umweltschutzes und zum Schutz unserer
natürlichen Ressourcen fort.
Wir schlagen die Verbesserung der Verwaltung dieser
Ressourcen, der Umweltbestimmungen und Managementprogramme vor. Wir stocken die rotierenden
Fonds der Bundesstaaten für sauberes und Trinkwasser auf und unterbreiten den Vorschlag zur Einrichtung
von vier Pilotprojekten zur Verwaltung des Ökosystems. Darüber hinaus schlagen wir maßgebliche
Verbesserungen und Reformen des Superfondsprogramms vor sowie wichtige internationale Umweltinitiativen.
Gesundheitsreform
Die Durchführung der Gesundheitsreform, die sich auf
die Kostendämpfung im Gesundheitswesen konzentriert, ist der Schlüssel zu noch größeren Fortschritten
beim Defizitabbau. Wenn der Kongreß 1994 das
Gesetz über die Sicherstellung der Gesundheitsfürsorge verabschiedet, wird das Defizit unserer Ansicht
nach im Haushaltsjahr 1999 auf 2,1 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts - den niedrigsten Stand seit
1979-fallen.
Natürlich ist der Defizitabbau nur ein Grund für die
Gesundheitsreform. Die Bereitstellung von Gesundheitsfürsorge für jeden Amerikaner mit einem unbefristeten umfassenden Leistungspaket durch private
Versicherungsträger ist nicht nur für die langfristige
Beschränkung des Haushalts, sondern auch für langfristiges Wirtschaftswachstum, die Produktivität unserer Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie die Gesundheit und den Seelenfrieden aller Amerikaner unabdingbar.
Angesichts von rund 58 Millionen Amerikanern ohne
ganzjährigen Versicherungsschutz, angesichts von
schätzungsweise 81 Millionen Amerikanern mit einer
Krankheitsvorgeschichte, die höhere Beiträge entrichten müssen, von überhaupt keiner Versicherung aufgenommen werden, oder aus Angst vor Verlust des
Versicherungsschutzes den Arbeitsplatz nicht wechseln, angesichts von Kleinunternehmen, die für die
Versicherung ihrer Arbeitnehmer - was für die Mehrzahl zutrifft - mit den explosionsartig in die Höhe
schnellenden Versicherungskosten belastet werden,
die für sie 35 Prozent höher als für Großunternehmen

Seite 5

�und die Regierung sind, angesichts von 76 Prozent
Amerikanern mit zeitlich beschränkten Versicherungspolicen, deren Deckung ausläuft, wenn sie diese am
meisten benötigen - sieht sich dieses Land einer Krise
im Gesundheitswesen gegenüber. Und wir müssen
sie jetzt in Angriff nehmen.

suche und -Vermittlung bietet. Diejenigen, die arbeiten
können, müssen dies innerhalb von zwei Jahren tun,
entweder im Privatsektor oder in der Gemeinde. Das
Gesetz wird den grundlegenden Sozialvertrag - Chancen zu bieten und als Gegenleistung Verantwortung zu
verlangen - wiederherstellen.

Neben unseren Bestrebungen zur Gesundheitsreform
enthält der Haushaltsentwurf für 1995 Schlüsselinvestitionen in das Gesundheitswesen und die Forschung.
Wir schlagen die höchste je beantragte Aufstockung
von Forschungsgeldern für die nationalen Gesundheitsämter vor. Dank dieser Investitionen steht unsere
Nation nicht nur weiterhin an vorderster Front bei der
medizinischen Forschung, sie haben auch Millionen
Menschenleben gerettet und die Lebensqualität von
Millionen weiteren verbessert. Die von uns vorgeschlagenen zusätzlichen Investitionen werden den
nationalen Gesundheitsämtern in vielen Bereichen bei
der Forschung behilflich sein, von AIDS bis zu Herzproblemen, von geistiger Gesundheit bis zu Brustkrebs.

Verbrechensbekämpfung

Reform des Sozialwesens
Eine wichtige Initiative meiner Administration war und
ist die Überarbeitung unseres Sozialsystems. Wir
müssen Arbeit belohnen, wir müssen den Menschen
Motivation zur Arbeit vermitteln, und wir müssen Verantwortung fordern.
Die Reform des Sozialwesens hat bereits begonnen.
Der erste Schritt war die Erhöhung des Einkommensteuerfreibetrags im vergangenen Jahr. Diese Erhöhung belohnt Arbeit, indem sie sicherstellt, daß Familien mit einem ganztags beschäftigten Ernährer nicht in
Armut leben müssen.
Die zweite Stufe der Reform des Sozialwesens ist die
Gesundheitsreform. Unser derzeitiges Gesundheitswesen ermutigt häufig die Sozialhilfeempfänger zum
weiteren Verbleib in dem System, damit sie über
Medicaid eine Krankenversicherung erhalten. Wenn
wir fordern, daß jeder Arbeitnehmer versichert ist, wird
dieses Abschreckungsmittel gegen Arbeit verschwinden.
Das nächste Element der Reform des Sozialwesens
ist persönliche Verantwortung. Unser Reformplan
wird Initiativen zur Verhinderung von Schwangerschaften bei Teenagern enthalten, sicherstellen, daß Eltern
ihren Unterhaltspflichten nachkommen und versuchen,
die Beantragung von Sozialhilfe von vorneherein zu
vermeiden. Wir müssen uns vor Augen halten, daß
nicht die Regierungen Kinder aufziehen, sondern die
Eltern.
Das oberste Ziel unserer Reformen besteht darin, daß
sich die Menschen auf Arbeit und nicht Sozialhilfe
verlassen. Unser Plan wird auf das Gesetz zur Unterstützung der Familie aufbauen, indem es Bildung und
Ausbildung erleichtert sowie Hilfestellung bei ArbeitsSeite 6

Die Verabschiedung des zur Zeit im Kongreß beratenen Gesetzes zur Verbrechensbekämpfung ist ebenfalls unabdingbar, und sie sollte unverzüglich vorgenommen werden. Wir können schlicht und einfach
nicht dulden, was auf den Straßen unserer Städte
heute geschieht. Verbrechen und Gewalt, die Verbreitung von Handfeuerwaffen und Sturmgewehren, die
Angst von Millionen Amerikanern, wenn sie abends und selbst am Tag - aus dem Haus gehen, müssen
unverzüglich in Angriff genommen werden.
Wir müssen die Strafverfolgung verschärfen, und wir
müssen unseren Kommunalregierungen die erforderlichen Mittel zur Bewältigung der Epidemie von Gewaltverbrechen bereitstellen. Das Gesetz zur Verbrechensbekämpfung wird beträchtliche Mittel vorsehen genügend zur Erfüllung meines Versprechens, zusätzlich 100.000 Polizisten auf unsere Straßen zu entsenden. Diese Haushaltsvorlage finanziert einen Großteil
des Gesetzes zur Verbrechensbekämpfung, und ich
fordere den Kongreß nicht nur zur Verabschiedung
des Gesetzes, sondern auch zur Bereitstellung der für
seine Umsetzung erforderlichen Mittel auf.
Verteidigung und internationale Angelegenheiten
In den auswärtigen Beziehungen und den Verteidigungserfordernissen der Vereinigten Staaten findet
eine tiefgreifende Verlagerung statt. Als ich das Amt
übernahm, sahen wir uns mit drastisch veränderten
internationalen Gegebenheiten und Problemen konfrontiert, aber wir hatten eine Außen- und Verteidigungspolitik sowie Institutionen geerbt, die in vielfacher Hinsicht noch auf die Gegebenheiten und Erfordernisse des Kalten Krieges ausgerichtet waren.
Dieser Haushaltsentwurf spiegelt die großen Veränderungen wider, die wir bei Inhalt, Zielrichtung und Institutionen vornehmen, welche die Verteidigung unserer
Interessen im Ausland gewährleisten. Wir haben uns
zum weiteren Engagement in einer durch Handel und
globale Kommunikationswege untrennbar verbundenen Welt verpflichtet. Der Charakter dieses Engagements verändert sich jedoch.
Wir verpflichten uns weiterhin zur Beibehaltung der am
besten ausgebildeten, am besten ausgerüsteten und
am besten vorbereiteten Kampftruppe der Welt. Dank
der 1993 durchgeführten tiefgreifenden Umstrukturierung unserer Verteidigung wird diese Streitmacht an
die Bewältigung der neuen Herausforderungen der
Zeit nach dem Kalten Krieg angepaßt. Wir können
unsere nationale Sicherheit mit den bei der UmstruktuAMERIKA DIENST 7

�rierung genehmigten Streitkräften aufrechterhalten,
wir müssen uns jedoch gegen weitere Kürzungen des
Verteidigungshaushalts wehren, um die Einsatzbereitschaft und Qualität unserer Streitkräfte zu gewährleisten.
Wir haben wirtschaftlichen Wettbewerb zum Kernstück unserer Außenpolitik erklärt - was in einer globalen Wirtschaft ein Muß ist. Wir setzen die Erfolge von
NAFTA und GATT mit weiteren Verhandlungen zur
Öffnung von Märkten und vermehrter Konzentration
auf die Förderung amerikanischer Exporte fort. Wir
widmen den asiatischen und pazifischen Märkten
besondere Aufmerksamkeit, die das dynamischste
Wachstum aller Regionen der Welt verzeichnen.
Wir verpflichten uns der Erweiterung der Gemeinschaft freier demokratischer Marktwirtschaften als Mittel
zur Gewährleistung größerer Sicherheit und auch zur
Erhöhung wirtschaftlicherChancen. Unsere Programme für die neuen unabhängigen Staaten Europas und
Zentralasiens bilden das Kernstück dieser Bestrebungen.
Wir reagieren aggressiv auf die neuen internationalen
Sicherheitsherausforderungen, mit denen wir uns
konfrontiert sehen: regionale Konflikte, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Flüchtlingsströme und der internationale Fluß illegaler Drogen. Darüber hinaus sprechen wir die Bedrohungen der Umwelt
und das rasche Bevölkerungswachstum mit einem
Programm zur Förderung umweltverträglicher Entwicklung an.
Und schließlich werden unsere internationalen Kooperationsprogramme mit einer völlig neuen Struktur für
die Zeit nach dem Kalten Krieg grundlegend reformiert,
indem wir die Gesetze neu formulieren, die solchen
Programmen seit über 30 Jahren als Grundlage dienten.
Bericht über die Effizienz der Regierung
Der Bericht des Vizepräsidenten über die Effizienz der
Regierung (National Performance Review - NPR) hat
den Weg zu tiefgreifenden Reformen der Funktionsweise der Regierung geebnet, die unerläßlich sind, um
die Regierung effektiver und aktiver zu machen. Im
vergangenen Jahr haben wir mit der Umsetzung seiner
Empfehlungen begonnen. Mit dieser Haushaltsvorlage werden die Bestrebungen beschleunigt.
Erstens wird mit diesem Haushaltsentwurf der in meinem Präsidialerlaß vom vergangenen Jahr geforderte
Abbau von 100.000 Positionen in der Bundesregierung vorgenommen. Aufgrund der Zwänge bei den
Ausgaben zur freien Verfügung gehen unsere Vorschläge tatsächlich um 18.000 Stellen über diese Zahl
hinaus. Darüber hinaus wurden die Planungen für
weitere Einsparungen aufgenommen, die zur Verwirklichung des verbleibenden Teils des vom NPR empfohlenen Stellenabbaus von 252.000 BundesbedienAMERIKA DIENST 7

steten erforderlich ist. Mit diesen Einsparungen werden wir die Zahl der Bundesbediensteten auf den
niedrigsten Stand seit 30 Jahren bringen.
Zur Verwirklichung dieses Ziels müssen wir Anreize für
diejenigen bieten, deren Stellen abgeschafft werden.
Dies ist eine unserer obersten rechtlichen Prioritäten,
die jetzt unsere Aufmerksamkeit erfordert. Diese
"Abfindungspakete" werden die Notwendigkeit für einen
kostenintensiveren Stellenabbau minimieren, haben
weniger negative Auswirkungen, da sie freiwillig sind,
und bringen der Regierung langfristig Einsparungen.
Es ist ebenfalls an der Zeit für die rasche Verabschiedung einer Beschaffungsreform - eine weitere oberste
Priorität. Die Abspeckung des Beschaffungswesens
ist unabdingbar zur Erfüllung unserer Einsparungsziele. Eine Überarbeitung unseres derzeitigen verschwenderischen Systems kann beträchtliche Einsparungen
und bessere Leistungen der staatlichen Lieferanten
bewirken.
Darüber hinaus enthält diese Haushaltsvorlage viele
der im NPR vorgeschlagenen spezifischen programmatischen Einsparungen. Diese Einsparungen wurden großenteils verwendet, um die eingefrorenen
Ausgaben zur freien Verfügung auszugleichen.
Mit meinem Präsidialerlaß vom vergangenen Jahr
haben wir ferner die Reform einer grundlegenden
Funktion der Regierung in die Wege geleitet - der
Kontrollfunktion. Vorschriften sind häufig zur Verbesserung der Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und des
Wohlergehens der Amerikaner notwendig. Unser Ziel
ist ein äußerst offener, fairer und ehrlicher Prozeß, der
kluge Vorschriften hervorbringt: Bestimmungen, die
am wenigsten belasten und die kostengünstigsten
Lösungen bieten.
Schließlich haben alle unsere Ministerien und Ämter
mit der Reform ihrer grundlegenden Funktionsweise
begonnen, einschließlich ihrerfinanziellen und administrativen Verfahren.
Das Ziel des Berichts über die Effizienz der Regierung
besteht darin, die Regierungsarbeit besser, kostengünstigerund praktischer zu machen, damit sie auf die
reagieren kann, denen sie dient. Das kann nicht in
einem, vier oder selbst acht Jahren vollzogen werden.
Aber wir haben die Verantwortung, einen Anfang zu
machen, und das haben wir getan.
Schlußbemerkung
Dies sind meine Prioritäten für das kommende Jahr.
Letztes Jahr haben wir erfolgreich die Pattsituation
überwunden, die Washington viel zu lange im Griff
hielt. Im Gegensatz zu bisherigen Haushaltsvorlagen,
denen die Glaubwürdigkeit fehlte, haben wir sichergestellt, daß wir konservative Schätzungen verwenden,
und wir waren offen und ehrlich mit dem amerikanischen Volk.

Seite 7

�Die Ergebnisse sind offenkundig.
Wir haben gesagt, wir werden das Defizit abbauen,
und das haben wir getan. Wir haben gesagt, wir
werden die Wirtschaft wiederbeleben, und das haben
wir getan. Wir haben gesagt, wir werden dem Privatsektor bei der Schaffung von Arbeitsplätzen behilflich

sein, und das haben wir getan. Wir haben gesagt, wir
werden die Bürokratie abbauen, und das haben wir
getan.
Im vergangenen Jahr haben meine Administration und
der Kongreß Seite an Seite gearbeitet, um das Land
voranzubringen. Lassen Sie uns diese Leistungsbilanz im Jahr 1994 fortsetzen.

* * * * *

Seite 8

AMERIKA DIENST 7

�HANDEL
16. Februar 1994

DIE HANDELSPOLITISCHE TAGESORDNUNG
DER CLINTON-ADMINISTRATION
Auszüge aus dem Jahresbericht des Rats der Wirtschaftsberater
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus dem am 14. Februar 1994 freigegebenen
Jahresbericht des Rats der Wirtschaftsberater über die derzeitige Handelspolitik der Clinton-Administration,
einschließlich umweltpolitischer Aspekte der Handelsbeziehungen, internationaler Handels- und Wettbewerbspolitik sowie regionaler Freihandelsverbände.

Die handelspolitische Tagesordnung
Durch Zollsenkungen und die Errichtung eines Rahmens für internationale Zusammenarbeit im Bereich
des Handels hat das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT entscheidend zu einem harmonischeren Welthandelsregime beigetragen. Im Zuge der
Entwicklung der Weltwirtschaft geraten jedoch neue
handelspolitische Angelegenheiten in den Vordergrund.
Zu den wichtigen neuen Fragen, mit denen das GATT
und die neue Welthandelsorganisation konfrontiert
werden, gehören Handel und Umwelt, Wettbewerbspolitik und Regionalismus.
Handel und Umwelt
Handels- und umweltpolitische Fragen sind in den
letzten Jahren immer stärker miteinander verflochten
worden. Bisweilen wird kritisiert, das GATT sei umweltfeindlich; eine andere Argumentation lautet, die
Umweltpolitik einiger Länder bestehe aus dünn verschleiertem Protektionismus. In Wirklichkeit trägt der
Protektionismus oftmals zur Umweltzerstörung bei,
indem unangemessene Produktionsmuster gefördert
werden. Ein offensichtliches Beispiel hierfür ist der
Schutz der Landwirtschaft, durch den landwirtschaftliche Produktion an hierfür ungeeigneten Orten unterstützt wird. Die Landwirte in diesen Gebieten verwenden übermäßig viele Chemikalien oder erschöpfen
zum Ausgleich der naturgegebenen Nachteile der Region
die knappen Wasservorräte, wodurch sie zur Umweltzerstörung beitragen. Ein freierer Handel würde adäquatere Produktionsmuster ermutigen und bei gleichzeitiger Erhöhung des Lebensstandards die Umwelt
verbessern.

AMERIKA DIENST 7

Reguläre Wirtschaftsanalysen schlagen ausgleichende staatliche Maßnahmen vor, wenn die Preise die
Umweltkosten nicht beinhalten. Handelsrestriktionen
sind jedoch selten die beste Lösung für Umweltprobleme. Wenn das Umweltproblem auf ein Land beschränkt ist, sollten innenpolitische Maßnahmen anstelle von Protektionismus angewendet werden. Wenn
die Verschmutzung oder andere Umweltprobleme
grenzüberschreitend sind, werden internationale Vorschriften und Zusammenarbeit erforderlich. Auch hier
erweist sich der Schutz des Handels selten als wirksamstes Heilmittel.
Bisweilen werden Handelssanktionen als Mittel (oder
Drohung) benutzt, Umweltschutzabkommen durchzusetzen. Beispielsweise verlangt das Protokoll von
Montreal aus dem Jahr 1987, das der durch die Emission von Fluorchlorkohlenwasserstoffen und anderen
Chemikalien verursachten Zerstörung der Ozonschicht
in der oberen Erdatmosphäre Einhalt gebieten will, die
Verhängung von Handelssanktionen gegen Länder,
die sich nicht an die in dem Abkommen festgelegten
Umweltnormen halten. Ein weiteres Beispiel ist die
Konvention über internationalen Handel mit gefährdeten Arten wilder Fauna und Flora (Convention on
International Trade in Endangered Species of Wild
Fauna and Flora - CITES), die auf den Schutz gefährdeter wildlebender Tiere und wildwachsender Pflanzen durch Beschränkung und Überwachung ihres
Handels abzielt.
1993 wurde gemäß CITES die Möglichkeit eines Einsatzes von Handelssanktionen für den Umweltschutz
angesprochen, bei China und Taiwan wegen ihres
Handels mit Rhinozerossen und Tigern, bei Norwegen
Seite 1

�wegen seiner Wahlfangpraktiken unter dem PellyZusatzartikel zur Durchsetzung des von der internationalen Wahlfangkommission verhängten Wahlfangmoratoriums. In beiden Fällen wurden die Sanktionen
jedoch aufgeschoben.
Die Gründer des GATT konnten die heutige Bedeutung von Umweltproblemen nicht vorhersehen. Einige
Fortschritte bei der Harmonisierung von Handel und
Umweltschutz wurden bereits im Zusatzabkommen
zum NAFTA über die Umwelt gemacht. Und die
Präambel des Abkommens zur Gründung der Welthandelsorganisation erkennt die Bedeutung von
Umweltfragen an. Die Unterhändler einigten sich auch
auf die Erarbeitung eines Arbeitsprogramms über Handel
und Entwicklung, um die Reaktionsfähigkeit des multilateralen Handelssystems auf umweltpolitische Ziele
zu gewährleisten.
Welthandel und Wettbewerb
Während die tarifären und nichttarifären Handelshemmnisse abgebaut werden und nationale Volkswirtschaften stärker in das Welthandelssystem integriert werden, determinieren die Unterschiede bei den nationalen Geschäftspraktiken und Gesetzen in zunehmendem Maße die Handelsbilanzen. Gegenwärtig bestehen keine multilateralen Vorschriften für Regreßforderungen wegen möglicherweise restriktiver Wettbewerbspraktiken wie Preisfestsetzung, Preisdiskriminierung
oder Vorzugsbehandlung von Lieferanten und Verteilern, wie für die japanischen keiretsu charakteristisch.
Viele Nationen, einschließlich der Vereinigten Staaten, verlassen sich auf Kartellgesetze zur Verhinderung wettbewerbsverzerrender Geschäftspraktiken
inländischer Firmen auf ihren Binnenmärkten.
Unter solchen Umständen werden in den meisten
Fällen nationale Antidumpinggesetze angewendet. Im
Gegensatz zu inländischen Kartellgesetzen, die generell den Wettbewerb fördern und die Preise senken,
verringern nationale Antidumpinggesetze bisweilen den
Wettbewerb und erhöhen die Preise. Sowohl in den
Vereinigten Staaten als auch andernorts bewirken
Antidumpinggesetze mehr als nur die Verhinderung
wettbewerbsschädigender Praktiken - was ihr Grundprinzip sein sollte - und haben oftmals den Effekt,
inländische Unternehmen vor ausländischem Wettbewerb zu schützen. In einer neueren Studie kam man
beispielsweise zu dem Ergebnis, daß während der
Reagan-Administration nichttarifäre Handelshemmnisse einschließlich Antidumpingaktionen wahrscheinlich
die Importe von Fertigwaren in die Vereinigten Staaten
um ungefähr ein Fünftel reduzierten -vor allem, indem
ausländischen Produzenten der Zugang zum amerikanischen Markt erschwert oder die dorthin Exportierenden von einer Senkung ihrer Preise abgeschreckt
wurden.

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Wenn eine stabile Wettbewerbspolitik in mehr Nationen effektiv angewendet würde und solche Gesetze
leichter gegen ausländische Verfehlungen durchgesetzt werden könnten, würden sie als erste Verteidigungslinie gegen restriktive Geschäftspraktiken inländischer und ausländischer Firmen dienen. Zur Zeit
verfolgen die Vereinigten Staaten dieses Ziel durch
bilaterale Mechanismen wie Abkommen über die
gemeinsame Bekämpfung von Kartellbildung.
In diesem Zusammenhang stellt das NAFTA einen
Schritt in die richtige Richtung dar. Das Abkommen
verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zur Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Wettbewerbsgesetze
und stellt Vorschriften über bestimmte staatlich festgesetzte Monopole auf. Es richtet auch einen trilateralen
Ausschuß zur Prüfung des Zusammenhangs zwischen
Handels- und Wettbewerbspolitik in den N AFTA-Staaten ein. Einige andere Freihandelsräume sind noch
weiter gegangen. In der Europäischen Union und der
Freihandelszone von Australien und Neuseeland erstrecken sich Antidumpinggesetze nicht auf den Handel unter den Mitgliedstaaten, da dieser als interner
Handel angesehen wird, der der Wettbewerbspolitik
der Organisation unterliegt.
Bis stärkere Konvergenz und internationale Zusammenarbeit bei der Durchsetzung von Kartellgesetzen
gegen grenzüberschreitendes Fehlverhalten herrschen,
werden sich internationale Dispute über unfaire Preise
zwischen Unternehmen verschiedener nationaler
Herkunft oftmals weiterhin auf die eine oder andere
Weise abspielen: Durch die Anwendung nationaler
Wettbewerbsgesetze mit fortgesetzten Schwierigkeiten bei ihrer internationalen Umsetzung oder durch
übertrieben restriktive nationale Handelsgesetze. Als
Teil der Uruguay-Runde wird der für den Warenhandel
zuständige Rat der Welthandelsorganisation zukünftige Maßnahmen in den Bereichen Investitions- und
Wettbewerbspolitik in Betracht ziehen. Die OECD
führt auf diesem Gebiet ebenfalls ein Arbeitsprogramm
durch.
Regionalismus
Obwohl die Liberalisierung des Handels auf regionaler
Ebene bedeutende Vorteile haben mag, könnten einige Nichtmitgliedstaaten Nachteile durch eine Umlenkung von Handel und Investitionen erleiden, da diese
bevorzugt von ihnen auf die Mitgliedstaaten verlagert
werden. Eine Möglichkeit zur Beschwichtigung dieser
Bedenken besteht für die Angehörigen einer Freihandelszone darin, eine Zollunion anzustreben, deren
gemeinsamer Außenzoll dem niedrigsten Binnenzoll
innerhalb der Region vor der Bildung der Zollunion
entspricht. Eine weitere Möglichkeit wäre die Öffnung
regionaler Abkommen für neue Mitglieder. Zudem
wurde der Vorschlag zur Änderung der GATT-Rege-

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�Regelungen unterbreitet, um Nichtmitgliedem einen Freihandelsverbänden müßten im Rahmen des GATT
Ausgleich zu gewähren, die durch die regionalen übe- erörtert werden, um die Vorteile einer regionalen
ralisierungsabkommen geschädigt werden. Diese und Handelsliberalisierung zu bewahren und gleichzeitig
andere Vorschläge für den Umgang mit regionalen die Sorgen von Außenseitern in Betracht zu ziehen.

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�MENSCHENRECHTE
16. Februar 1994

RECHT AUF ENTWICKLUNG IST TREIBENDE KRAFT
FÜR MENSCHENRECHTE
Ansprache Geraldine Ferraros vor UN-Menschenrechtskommission
GENF - (AD) - Die Vereinigten Staaten vertreten die Ansicht, das relativ neue Konzept des Rechts auf
Entwicklung könnte sich als "treibende Kraft zum Wohl der Menschenrechte" erweisen, so Geraldine Ferraro,
Leiterin der amerikanischen Delegation bei der 50. UN-Menschenrechtskommission.
In einer am 10. Februar 1994 vor der Kommission in Genf gehaltenen Rede definierte Ferraro die amerikanische
Auffassung dieses Konzepts und erklärte, das Ziel des Rechts auf Entwicklung sei es, "den einzelnen in die Lage
zu versetzen", an sein eigenes Wohlergehen betreffenden Entscheidungen beteiligt zu sein, und als solches sei
es untrennbar mit bürgerlichen und politischen Rechten verknüpft.
Das Recht auf Entwicklung mu ß zur Erlangung aller anderen Menschenrechte beitragen und kann "niemals eine
Schmälerung irgendeines Menschenrechts rechtfertigen", äußerte sie.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Ansprache Geraldine Ferraros im Wortlaut.

Vor 23 Jahren rief John F. Kennedy seine Landsleute
dazu auf, dem Ruf der Geschichte zu folgen und "die
Last des langen Kampfes im Zwielicht ... gegen die
gemeinsamen Feinde des Menschen zu tragen - Tyrannei, Armut, Krankheit und Krieg". Seitdem haben
wenige Nationen diese Feinde so energisch bekämpft
wie die Vereinigten Staaten.
Wir sind heute hier, um über das Recht auf Entwicklung zu sprechen, ein relativ neues Konzept, das
diesen Kampf für eine Verbesserung der Situation des
Menschen verkörpert. Wir hoffen, daß es sich in den
Händen dieser Kommission zu einer treibenden Kraft
zum Wohle der Menschenrechte entwickelt. Da die
Vereinigten Staaten das Konzept des Rechts auf Entwicklung erst kürzlich allgemein anerkannten, möchte
ich diese Gelegenheit zu einer genaueren Definition
dieses Begriffs nutzen.
Erstens. Jeder einzelne - Männer, Frauen und Kinder
- steht im Schnittpunkt aller Menschenrechte: der
bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und
kulturellen. Das Individuum ist ipso facto der Mittelpunkt jeder Diskussion über das Recht auf Entwicklung. Dies stellt das grundlegende Ziel der Erklärung
über das Recht auf Entwicklung dar, in der dieses
Recht als "unveräußerliches Menschenrecht" bezeichnet wird.

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Die Wiener Erklärung und das Aktionsprogramm konzentrieren sich ebenfalls auf dieses Recht des einzelnen und stellen explizit fest, daß "der Mensch im
Mittelpunkt der Entwicklung steht".
Zweitens. Aus dem ersten Punkt folgt natürlicherweise, daß das Recht auf Entwicklung das Ziel verfolgt,
den einzelnen in die Lage zu versetzen, so stark wie
möglich an Entscheidungen beteiligt zu werden, die
sein Wohl oder seine Entwicklung betreffen. Dies steht
wiederum in Zusammenhang mit der Achtung der
grundlegenden Menschenrechte. Demokratie ist der
politische Ausdruck dieser Achtung; privates Unternehmertum, freie Marktwirtschaft und freier Handel
stellen die wirtschaftliche Grundlage dar. Der einzelne
sollte die Freiheit besitzen, ohne übermäßige Einmischung der Regierung wirtschaftlich tätig zu werden,
um somit seine Lebensqualität und die seiner Familie
zu verbessern.
Drittens. Hier möchte ich nochmals ein Zitat aus der
Wiener Erklärung anbringen: "Demokratie, Entwicklung sowie die Achtung der Menschenrechte und grundlegenden Freiheiten sind voneinander abhängig und
verstärken sich gegenseitig." Demokratie ist der
Schlüssel zu Entwicklung. Nur durch die sorgfältige
Bewahrung demokratischer Werte und Institutionen
kann der einzelne sein volles Potential erreichen und
das Recht auf Entwicklung wahrnehmen.

Seite 1

�Viertens. Das Recht auf Entwicklung muß zur Erlangung aller anderen Menschenrechte beitragen und
darf sie nicht schmälern. Wie in der Wiener Erklärung
deutlich dargelegt, rechtfertigt der Stand der wirtschaftlichen Entwicklung eines Staates niemals eine
Beeinträchtigung irgendeines Menschenrechtes, denn
das würde die unveräußerliche Natur des Rechts des
einzelnen auf Entwicklung in Abrede stellen, auf das
wir uns alle geeinigt haben.
Wir sehen daher den Staat als Garanten aller Menschenrechte. Die Regierungen selbst tragen die
Hauptverantwortung für die Verwirklichung des Rechts
auf Entwicklung ihrer Bürger. Das Recht auf Entwicklung hängt von einer guten und transparenten Regierung, einer soliden Wirtschaftspolitik und der Beendigung offizieller Korruption ab, die öffentliche Mittel von
Projekten zur Verbesserung des Allgemeinwohls abzieht.
Die Vereinigten Staaten unterstützen die Bestrebungen zum Abbau von Hindernissen für die Entwicklung
und fordern alle Nationen zur Förderung einer effektiven nationalen Entwicklungspolitik auf. International
sollten die Regierungen Faimess im Handel sowie
starke Unterstützung des Rechts auf geistiges Eigentum fördern.
Vor einem halben Jahrhundert nannte Franklin Roosevelt "Freiheit von Not" als eines der vier Hauptziele der
internationalen Staatengemeinschaft. In den Nachkriegsjahren spielten die Vereinigten Staaten eine
führende Rolle bei der Gründung der internationalen
Finanzinstitutionen sowie des Allgemeinen Zoll- und
Handelsabkommens. Und heute stehen wir an vorderster Front der internationalen Reformbestrebungen
dieser Institutionen zur Bewältigung der Herausforderungen einer sich ständig wandelnden Welt. Wir
unterstützen ihre Politik und vertreten die Auffassung,
daß ihre Hilfsprogramme und wirtschaftliche Anpassung entscheidend für Wachstum und Entwicklung
sind.
Die Vereinigten Staaten haben seit langem eine Führungsrolle bei der Hilfe für weniger entwickelte Länder

übernommen. Wir unterhalten umfassende bilaterale
Hilfsprogramme und beteiligen uns uneingeschränkt
an internationalen Finanzinstitutionen. Wir sind einer
der Hauptgeber bei den Entwicklungsprogrammen der
Vereinten Nationen. Wir haben stets bedürftigen
Menschen und Nationen die Hand der Kooperation
gereicht. Wir sind der Überzeugung, daß Auslandshilfe einen großen Beitrag zur Förderung der Menschenrechte leisten kann, ebenso wie wir der Ansicht sind,
daß die Achtung der Menschenrechte ein Faktor bei
der Zuweisung von Auslandshilfe sein muß. Im Bereich der internationalen Kooperation und Hilfe unterstreicht das Recht auf Entwicklung die Bedeutung
koordinierter Bestrebungen der internationalen Staatengemeinschaft, während es auf zwischenstaatlicher
Ebene natürlich keine Verpflichtungen auferlegt.
Die Wiener Erklärung hat das Recht auf Entwicklung in
einen neuen Kontext gesetzt und neue Elemente betont - von denen ich einige heute aufgeführt habe dank dererwirdie sterilen Debatten der Vergangenheit
hinter uns lassen konnten.
Schließlich möchte ich der neuen Arbeitsgruppe für
das Recht auf Entwicklung und ihrem Vorsitzenden,
Botschafter Ennaceur, einige Worte des Dankes und
der Ermutigung aussprechen. Der erste Bericht der
Arbeitsgruppe ist durchdacht und konstruktiv. Obwohl
meine Regierung nicht allen Teilen des Berichts zustimmen konnte, stelle ich mit Befriedigung fest, daß
ein Großteil der Sprachregelungen des Berichts im
Einklang mit meinen heutigen Ausführungen steht.
Abschließend möchte ich das Potential für Fortschritt
bekräftigen, das jetzt vor uns liegt. Das Recht auf
Entwicklung, das als solches dem Menschen inhärent
ist, kann eine bessere Zukunft für alle Menschen
dieser Welt bedeuten - eine Zukunft, in derder einzelne
freier sein und bessere Kontrolle über sein Schicksal
durch die Erweiterung der bürgerlichen, politischen,
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte haben kann. Es bleibt noch viel zu tun, aber zusammen
können wir meines Erachtens die Herausforderung
meistern.

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�GEORGE

WASHINGTON
16. Februar 1994

DER ERSTE PRÄSIDENT DER
VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
von N. Gordon Thomas
WASHINGTON - (AD) - George Washington wird "stets als Symbol für Freiheit, Integrität und alles Gute und
Wahre in Amerika gelten", erklärt der Verfasser in einem Porträt des Revolutionsführers und ersten Präsidenten
der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Autor ist Leiter der historischen Fakultät des Pacific Union College
in Angwin (Kalifornien).
Aus Anlaß des Feiertags am 21. Februar zum Gedenken an den Geburtstag von George Washington veröffentlichen wir den nachfolgenden Artikel. Copyright(c)1992derSocietyfortheAdvancementofEducation. Erstmals
erschienen in der Zeitschrift USA Today, November 1992.
Für Amerikaner ist es heutzutage nicht Mode, Lobreden über ihren ersten Präsidenten - George Washington - zu halten. Er ist eine viel zu bekannte Persönlichkeit. In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts sollte
Amerika jedoch den einzigen Mann der Revolutionsgeneration nicht vergessen, dem es gelang, 13 freie,
souveräne und unabhängige Staaten zu schaffen.
Ohne Washington hätten wir kein Land. Wie der
Historiker James Thomas Flexner es beschreibt, war
er wirklich unser einziger "unverzichtbarer Mann".
Mehr als jede andere Person in der amerikanischen
Geschichte hat sich Washington früh allgemeiner
Beliebtheit erfreut, die Anfang des 19. Jahrhunderts an
den Rand der Vergötterung grenzte. Nach dem
Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-83) wurde
er als "Landesvater" berühmt und bereits zu Lebzeiten
zu einem Denkmal. Thomas Jefferson, der anfänglich
die Gründerväter als eine Gruppe von Halbgöttern
bezeichnet hatte, sich am Ende jedoch dem Föderalistenprogramm von Washingtons Administration widersetzte, berichtete später, Washingtons Charakter
sei in der Tat "perfekt" und "niemals haben sich Natur
und Glück besser zur Größe eines Mannes vereint".
Bei seinem Tod im Jahr 1799 wurde er von General
"Lighthorse Harry" Lee als "Erster im Krieg, Erster im
Frieden und Erster in den Herzen seiner Landsleute"
gewürdigt. Schriftstellerund Redner des 19. Jahrhunderts setzten die Glorifizierung des ersten Präsidenten
der Nation fort und bauten seinen Ruf vornehmlich auf
die sogenannte "Magie des Ursprungs" auf - den mit
den Gründern des Landes einhergehenden Mythos.
Ein Rückschlag war unvermeidbar.

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Aufgrund der populären Schriften von "Parson" Mason
Locke Weems, Washingtons erstem Biographen, der
mehr an Verkaufszahlen als an der Wahrheit interessiert war, und der Einbeziehung der von Weems
gesponnenen Legenden in die amerikanischen Geschichtsbücher, könnte es der Öffentlichkeit für immer
verwehrt sein, George Washington als echtes Wesen
aus Fleisch und Blut zu würdigen. Ersetzte jedoch als
ideale Figurdes öffentlichen Lebens Maßstäbe fürdie
Zukunft der Vereinigten Staaten unabhängig von dem
uns vermittelten ihn umgebenden Heiligenschein.
Unseres Wissens hat Washington nie einen Kirschbaum gefällt oder einen Stein über den Potomac oder
den Rappahannock geworfen, so nützlich diese Illustrationen auch sein mögen, um seine charakterliche
und körperliche Stärke zu veranschaulichen. Und
obwohl er sich nie ganz dem Deismus seiner Zeit
verschrieb, und seine Frömmigkeit außer Frage steht,
ist es darüber hinaus zweifelhaft, ob er je Stunden
kniend im Gebet verbrachte, wie allgemein dargestellt.
Ebenso müssen wir nicht bezweifeln, daß Gott auf der
Seite eines großen und guten Mannes war, der ein
beglücktes Leben führte, aber es bedarf schon ziemlicher Phantasie, Weems Geschichte von einem Indianer zu glauben, der 17mal auf Washington feuerte, ihn
jedoch nicht verletzen konnte, weil er unter göttlichem
Schutz stand.
Auch wenn man den Unsinn wegläßt, ist niemand in
der amerikanischen Geschichte Washington ebenbürtig. Abraham Lincoln hätte ohne diesen ersten Gründervater keine Nation zu erhalten gehabt. Angesichts
der Sympathie für die Selbstbestimmung aller ethni-

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�sehen Gruppen im 20. Jahrhundert könnte man häretisch die Bestrebungen unseres 16. Präsidenten in
Frage stellen, die Union gegen die Woge des Partikularismus der Jahre vor dem Bürgerkrieg zu erhalten.
Lincolns Ermordung im Jahr 1865 auf der Höhe seiner
Popularität wegen seines Einsatzes fürdie Rettung der
Union und die Abschaffung der Sklaverei verankert
seinen festen Platz in der amerikanischen Geschichte.
Die herkömmliche Sichtweise enthält jedoch ein Körnchen Wahrheit, daß Washington zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges nichts zu gewinnen und alles zu
verlieren hatte, während Lincoln beim Ausbruch des
Bürgerkriegs alles zu gewinnen und nichts zu verlieren
hatte. Es stimmt auch, daß Lincoln sich vom Zeitpunkt
seiner Wahl an bewußt war, daß er die Interpretation
der Urheber der Verfassung und der Union verteidigte.
Vor allem machte er sich den Erhalt der Union zum
Anliegen, die "in Freiheit entworfen worden war und
sich dem Prinzip verschrieben hatte, daß alle Menschen gleich geschaffen sind". Er verinnerlichte sich
die Vision von George Washington uneingeschränkt.
Es ist interessant, daß der abolitionistische Schriftsteller John Greenleaf Whittier trotz seiner Bewunderung
für Lincoln Washington großen Tribut für die erfolgreiche Beendigung des Bürgerkriegs zollte:
"Unser Erster und Bester!
Seine Asche liegt
Unter dem Himmel seiner Heimat Virginia.
Verzeih, vergiß,
Oh! Wahrer, Gerechter und Tapferer,
Den Sturm, der über Dein geheiligtes Grab
fegte!
Denn den schrecklichen Kampf,
die dunklen Stunden der Nation,
den heftigen Tumult übertönten seine warnenden Worte,
seine irrenden Kinder vernahmen die Stimme
ihres Vaters!"
Lassen Sie uns einen Blick auf Washingtons Leistungen werfen, bevor er Landesvater wurde und es eine
Union gab, die gerettet werden mußte. Im Kampf des
18. Jahrhunderts um Vorherrschaft zwischen England
und Frankreich war es der junge Washington, der im
Sommer 1754 im Tal von Ohio die ersten Schüsse
abfeuerte, die einen die Herrschaft Frankreichs über
den nordamerikanischen Kontinent beendenden Krieg
auslösten. Später war es Washington, der - während
einige Patrioten tapfer einen Krieg nur mit Worten
fochten - das Kommando übernahm, sein Leben und
Gut riskierte, um eine zerstrittene, unkooperative Gruppe
von 13 Kolonien in Waffen gegen Großbritannien zu
führen. Bis 1776 war es in der modernen Geschichte
keiner Kolonie gelungen, die Selbstverwaltung zu erringen. Washington trotzte den Widrigkeiten und
machte den Unabhängigkeitskrieg gegen das Mutterland zum ersten erfolgreichen Aufstand. Er setzte
alles aufs Spiel, um das zu erhalten, was die meisten
Amerikaner als ihr traditionelles englisches Recht auf

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Freiheit ansahen. Sein Erfolg beim Erhalt dieser
Freiheit führte letztlich zur Unabhängigkeit.
Falls es je einen Fels gab, auf den die Unabhängigkeit
gründete, war es Washington. Als rebellischer Oberbefehlshaber verlor er für gewöhnlich seine Kämpfe,
wichtiger war jedoch, daß er den Krieg gewann. Die
dominierende Präsenz des großen Mannes aus Virginia erzwang widerstrebend den Respekt und die
Kooperation aller Bundesstaaten, selbst der unbeugsamen Neuengländer. Ohne seine Präsenz und gewisse
Erfolgsaussichten wäre Frankreich weder je in einen
so unwahrscheinlichen Konflikt eingetreten, noch hätte der Marquis de Lafayette der patriotischen Armee
seine Dienste angeboten. Dieser ehrgeizige französische Offizier erkannte schnell die außerordentlichen
Qualitäten seines Kommandeurs und erklärte voller
Bewunderung nach einem Kampf, er "habe niemals
einen so ausgezeichneten Mann gesehen".
Nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zog
sich Washington auf seinen Landsitz Mount Vernon in
Virginia zurück, wo er das Leben eines Gutsherrn
führte. Er hatte seine militärische Aufgabe erfüllt.
Amerika besaß seine Unabhängigkeit. Die gemäß den
Artikeln der Konföderation - einem bloßen Freundschaftsbündnis souveräner Staaten - neugewählte
Regierung funktionierte einigermaßen. Es wurde jedoch bald offensichtlich, daß die 13 Staaten nicht
vereinigt waren, weder ihre innen- noch außenpolitischen Probleme lösen, noch unter ihrer derzeitigen
Regierung überleben konnten. Erneut besaß nur einer
das Prestige und Vertrauen, eine stärkere und zentralisiertere Union zu bilden. Seine bloße Anwesenheit
als Vorsitzender des 1787 einberufenen Verfassungskonvents reichte aus, die Formulierung dieses Dokumententwurfs für eine föderative Republik zu erleichtern. Zudem ging man davon aus, daß er der erste
Präsident dieser neuen Regierung sein würde. Allein
diese Tatsache bewirkte bei vielen Ratifizierungsversammlungen der Bundesstaaten die Zustimmung.
1789 war er als Regierungsoberhaupt der neuen Nation wiederu m die Persönlichkeit, die für die Gründung
der föderativen Republik unverzichtbar war. Er versuchte sich in der nahezu unmöglichen Rolle eines
unabhängigen Regierungsmitglieds, das in diesen frühen
Jahren Streitigkeiten zwischen verfeindeten Gruppen
schlichtete. Obwohl ihm politisches Gezänk von Grund
auf zuwider war, muß man sich vor Augen halten, daß
Washingtons unparteiische Haltung die Gründung
politischer Parteien ermöglichte. Sein enormes Prestige verlieh der neuen Regierung Stabilität und Stärke,
um die erbitterten politischen Kämpfe zu überstehen,
die zum heutigen Zweiparteiensystem der Vereinigten
Staaten führten.
Der erste Präsident der Vereinigten Staaten erkannte
auch, daß er einen Präzedenzfall für jede in diesen
ersten Jahren zu ergreifende Maßnahme schuf. Er
formulierte es folgendermaßen: "Man beobachtet

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�mich mit Argusaugen." Sein Rückzug in den Ruhestand nach achtjähriger Präsidentschaft diente als
Beispiel fürdie Beschränkung auf zwei Amtszeiten, die
bis zu den Wahlen während des Krieges 1940 eingehalten wurde, als die amerikanische Öffentlichkeit mit
ihrem Wunsch nach einem erfahrenen Präsidenten
Franklin Roosevelt für eine dritte Amtszeit wählte.
Die Größe Washingtons beruht jedoch nicht allein auf
seinen Fähigkeiten als Führungspersönlichkeit in Militär oder Regierung. Die amerikanische Geschichte
weist Gestalten mit noch mehr Geschick, Charisma
und Dynamik auf. Washington erhob keinen Anspruch
auf Brillianz; das überließ er Alexander Hamilton, John
Adams, James Madison und Thomas Jefferson.
Dennoch hatte keine andere Persönlichkeit des öffentlichen Lebens auf Dauer ein ausgewogeneres und
fundierteres Urteilsvermögen als George Washington.
Kein anderer führender amerikanischer Politikerzeigte mehr Charakterstärke oder Selbstbeherrschung.
Washingtons Zeitgenossen rühmten ausnahmslos seine
Geduld, seinen Takt und seine Weigerung, andere zu
kritisieren und zu verurteilen.
Im 20. Jahrhundert wurde George Washington kritisiert, weil er für die Freiheit eintrat, gleichzeitig aber
mehr als 300 Sklaven besaß. Es war Bestandteil der
Gesellschaft in den Südstaaten, daß einem Gutsbesitzer in Virginia normalerweise Sklaven vererbt wurden.
Obwohl Washington keinen Kreuzzug gegen die Sklaverei führte - und das in jener Gesellschaft auch nicht
konnte - war die Freiheit stets sein Leitstern. Von
Beginn an stellte er die Sklaverei moralisch in Frage.
Jefferson und andere Sklavenbesitzer taten das ebenfalls, aber Washington war der einzige Gründervater,
der seinen Sklaven die Freiheit schenkte. Er erklärte:
"Nur die Ausrottung der Sklaverei mit Stumpf und Stiel
kann das Fortbestehen unserer Union sichern." Für
ihn war die Sklaverei etwas Unrechtes. Im Gegensatz
zu vielen seiner Zeitgenossen sowohl im Norden als
auch im Süden sagte er nicht einmal andeutungsweise, die Schwarzen seien den Weißen unterlegen. Die
Ansichten Washingtons zu Rasse und Bürgerrechten
ließen mehr als die aller anderen Gründerväter die
amerikanische Einstellung im 20. Jahrhundert erahnen.
Dennoch dürfen wir nicht zulassen, daß die heutige
fanatische Beschäftigung mit Fragen der Rasse oder
des Geschlechts von den unmittelbaren riesigen Problemen ablenkt, mit denen die Urheber "einer perfekteren Union" konfrontiert waren. Das große Experiment des Aufbaus einer neuen föderativen Republik
war genau das: Ein Experiment, und zudem ein
kühnes. Niemand wußte jedoch, ob die gegenseitige
Kontrolle und gemeinsame Verantwortung von Kongreß und Regierung sowie die Gewaltenteilung funktionieren würden. Vielleicht würden immer noch politische und religiöse Tyrannei vorherrschen. Washington einigte sich im Hinblick auf Amerikas besonderes
Problem des religiösen Pluralismus mit Jefferson auf
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eine vollkommene Trennung von Kirche und Staat.
Die an verschiedene Kirchengemeinden gerichteten
Briefe Washingtons bezeugen seinen festen Glauben
an Religionsfreiheit - nicht nur Toleranz - für Katholiken, Protestanten und Juden gleichermaßen. Bei der
Einführung der Religionsfreiheit, deren sich die Vereinigten Staaten stets erfreuten, nahm er den gleichen
Rang ein wie Jefferson und Madison.
Was George Washingtons integre und moralische
Persönlichkeit betrifft, haben Historiker seit langem
immer wieder darauf hingewiesen, wie erstaunlich
wenige streng gehütete Familiengeheimnisse bei ihm
zu finden sind. Selbst diejenigen, die sich mit den
Mitteln der Psychoanalyse der Darstellung seiner historischen Persönlichkeit widmen, hatten keine sexuellen Enthüllungen oder "Intimes" zu berichten. Soviel
sie auch auszugraben versuchten - es war einfach
nichts zu holen. Er war charakterlich vielleicht nicht so
perfekt wie Jefferson schrieb, bleibt jedoch im Vergleich zu einer Vielzahl der heute im öffentlichen Leben
Stehenden eine überragende, einzigartige Figur.
Nachdem ich mehr als dreißig Jahre lang am College
amerikanische Geschichte unterrichtet habe, bin ich
immer noch nicht in der Lage, einige Fragen meiner
Studenten zu beantworten. Haben die Ereignisse
jener Jahre diesem Mann zu Größe verholfen, oder hat
dieser große Staatsmann die Ereignisse gestaltet?
Eine Frage, die beantwortet werden kann, lautet, ob
Washington sich weigerte, der gefürchtete napoleonische "Mann auf dem Pferd" zu werden. Er war einfach
nicht machtbesessen. WährendderdunklenTagedes
Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, als ihm der
Vorschlag angetragen wurde, das Land als König zu
regieren, war ihm schon der bloße Gedanke daran
zuwider. Jefferson war einer derjenigen, die sehr wohl
wußten, wem das Verdienst der erfolgreichen amerikanischen Revolution gebührt: "Das Augenmaß und
die Integrität einer einzigartigen Persönlichkeit verhinderten womöglich, daß die Revolution - wie viele
andere zuvor - durch die Unterminierung jener Freiheit
beendet wurde, die sie eigentlich schaffen wollte."
In den nahezu zwei Jahrhunderten seit Washingtons
Tod im Jahr 1799 wurde weltweit Dutzende von Malen
der Versuch zur Gründung neuer Demokratien und
Republiken unternommen. Ungeachtet ihrer bisweilen
schönen und kreativen Verfassungen entpuppen sich
ihre "Erlöser" oft als ein Hitler oder Stalin, bestenfalls
als uniformierter Präsident mit Orden auf der Brust.
Weshalb hatten wir mit diesem Mann solches Glück?
Lord Byron wußte schon damals, daß Washington
einzigartig war: "Where may the wearied eye repose/
When gazing onthe Great;? Where neitherguilty glory
glows,/ Nor despicable State?/ Yes - one - the f irst - the
last - the best -/ The Cincinnatus of the West,/ Whom
envy dared not hate,/ Bequeath'd the name of Washington,/ To make man blush there was but one!"

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�Nachdem alle Geschichtsbücher und Gedichte dieses
Zeitalters geschrieben und alle patriotischen Lieder
gesungen worden sind, wird George Washington, befreit
von Mythen und Legenden, Amerikas erster und größter Held bleiben. Mehr als selbst Benjamin Franklin
gebührt es ihm, als "der erste Amerikaner" bezeichnet
zu werden. Im Unterschied zu vielen anderen Staatsmännern aus der Kolonialzeit entschied er sich nicht
für Reisen, ein Leben im Ausland und den Genuß des

Luxus von London oder Paris. Washingtons geliebte
Heimat war immer Amerika. Als typischer Amerikaner
war er den Römern ähnlicher als den Griechen, er war
ein Mann der Tat, ein Macher, dessen Individualismus
die territoriale und industrielle Expansion der Vereinigten Staaten erahnen ließ. George Washington, der im
wesentlichen ein amerikanischer Pragmatiker war,
wird stets als Symbol für Freiheit, Integrität und alles
Gute und Wahre in Amerika gelten.

* * * * *

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              <text>&lt;strong&gt;1. Neue Traditionen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das amerikanische Engagement in Berlin nach dem Abzug der US-Streitkräfte aus der Stadt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache von Botschafter Holbrooke&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Albright: nur Gewalt und Diplomatie können das Morden in Bosnien beenden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung vor dem UN-Sicherheitsrat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amerikanische Initiative zur Belebung der bosnischen Friedensgespräche begrüßt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Tarnoff gibt Überblick über Gespräche mit den Bündnispartnern&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amerikanische Öffentlichkeit über Luftangriffe auf Bosnien gespalten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Das Meinungsbild in den Vereinigten Staaten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Haushalt&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Haushalt für 1995 basiert auf stabiler Wirtschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Botschaft des Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Handel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die handelspolitische Tagesordnung der Clinton-Administration &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus dem Jahresbericht des Rats der Wirtschaftsberater&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Menschenrechte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Recht auf Entwicklung treibende Kraft für Menschenrechte &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache Geraldine Ferraros vor UN-Menschenrechtskommission&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. George Washington&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von N. Gordon Thomas&lt;/em&gt;</text>
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