<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2335" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2335?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:50:36+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2346">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/56c0eb33696adeafd756aba301c465c3.pdf</src>
      <authentication>09299556162d6ba992d09aa87cd78462</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="11994">
                  <text>amcrika
dienet

Herausgeben U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462C

20.Januar 1994

3

AUSSENPOLITIK

USA MÜSSEN SICH WEITERHIN IN DER
WELTPOLITIK ENGAGIEREN
Radioansprache des Präsidenten

USA ENGAGIEREN SICH FÜR REFORMEN
IN DEN VISEGRAD-STAATEN
Präsident Clinton trifft führende
Politiker dieser Länder

CLINTON UND JELZIN ERÖRTERN
INTEGRIERTE ZUKUNFT EUROPAS
Umfassende Beziehungen angestrebt

CLINTON UND JELZIN BEKRÄFTIGEN
BEDEUTUNG IHRER ZUSAMMENARBEIT
Die Moskau-Deklaration

UKRAINE, RUSSLAND UND USA
VEREINBAREN TRANSFER NUKLEARER
GEFECHTSKÖPFE
Wortlaut des trilateralen Abkommens

RUSSLANDHILFE

HILFE DER USA AN RUSSLAND
Übersicht des Außenministeriums

bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-339 23 72
Fax: 0228 -33 41 02

�NAHER OSTEN

CLINTON UND ASSAD FORDERN
"FRIEDEN DER MUTIGEN"
Syrien strebt normale Beziehungen
zu Israel an

USIA

KEMBLE ERÖFFNET
BUSINESS INFORMATION CENTER
Ansprache im Amerika Haus Frankfurt

PORTRAT

PENN KEMBLE SIEHT FORDERUNG DER
DEMOKRATIE IM AUSLAND ALS
HAUPTAUFGABE
Porträt des Stellvertretenden
USIA-Direktors

AIDS

DIE WAHRHEIT ÜBER AIDS
von Robert Stewart

•

�AUSSENPOLITIK
19. Januar 1994

USA MÜSSEN SICH WEITERHIN IN DER
WELTPOLITIK ENGAGIEREN
Radioansprache des Präsidenten
MOSKAU- (AD) - In seiner wöchentlichen Radioansprache, die dieses Mal aus dem Kreml übertragen wurde,
erklärte Präsident Clinton, die Vereinigten Staaten müßten sich "weiterhin in der Weltpolitik engagieren",
unabhängig von der Bewältigung der innenpolitischen Probleme. Der Präsident fügte hinzu, Engagement und
Führungsstärke der Vereinigten Staaten seien "der einzige Weg, weltweites Wirtschaftswachstum und die
Öffnung ausländischer Märkte anzukurbeln ... und die kleinen Probleme von heute vor einer Eskalation in
gefährliche Krisen von morgen zu bewahren".
In seiner nachfolgend im Wortlaut veröffentlichten Rede zog Präsident Clinton Bilanz der Aktivitäten und
Leistungen seiner Europareise.

Guten Morgen. Ich spreche heute zu Ihnen aus
Moskau, wo ich eine Reihe von Gesprächen mit Präsident Boris Jelzin und anderen russischen Reformkräften abschließe. Mein Besuch hier markiert das
Ende einer Woche von Treffen in Europa, die eine
Verbesserung der Sicherheit und des Wohlstands der
Vereinigten Staaten zum Ziel haben, indem wir auf ein
stärker geeintes Europa durch gemeinsame demokratische Werte und Institutionen, freie Marktwirtschaften
und Kooperation bei der Verteidigung hinarbeiten.

Heute steht Europa an einem entscheidenden Augenblick der Geschichte - der Kalte Krieg ist vorüber.
Westeuropa fürchtet nicht länger eine Invasion. Und
wir leben nicht mehr unter dem Schatten der nuklearen
Vernichtung. Die Sowjetunion ist zu einem Dutzend
neuer unabhängiger und im großen und ganzen demokratischer Staaten von Zentralasien bis zu den baltischen Ländern geworden.

Trotz dieser Fortschritte zur Freiheit müssen wir jedoch noch immer mit unseren transatlantischen PartTrotz der uns im Inland konfrontierenden Herausforde- nern am Aufbau einer neuen Sicherheit arbeiten.
rungen von der Gesundheitsreform über die Verbre- Zahlreiche Nationen des ehemaligen Sowjetblocks
chensbekämpfung bis zur Umschulung unserer Ar- kämpfen mit wirtschaftlichen Härten, die ihre neuen
beitskräfte und Schaffung von mehr Arbeitsplätzen Demokratien bedrohen könnten. In vielen dieser Länder
müssen wir uns weiterhin in der Weltpolitik engagie- schüren militante Nationalisten das Feuer althergeren. Dies ist der einzige Weg, weltweites Wirtschafts- brachten, ethnischen und religiösen Hasses. Und wir
wachstum und die Öffnung ausländischer Märkte müssen immer noch die Arbeit beenden, die nuklearen
anzukurbeln, damit wir unsere Exporte aufstocken und Arsenale des Kalten Krieges abzubauen. Wir können
neue Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten schaf- es uns nicht leisten, diese Herausforderungen zu
fen können. Darüber hinaus müssen wir bei internatio- ignorieren.
nalen Angelegenheiten eine Führungsrolle zum Schutz
unserer Nation übernehmen und die kleinen Probleme Unser Land versuchte, Europa nach dem Zweiten
von heute vor einer Eskalation in gefährliche Krisen Weltkrieg den Rücken zu kehren. Das Ergebnis waren
eine weltweite Depression, der Aufstieg des Faschisvon morgen bewahren.
mus und ein weiterer Weltkrieg. Nach dem Zweiten
Kein Teil der Wert ist wichtiger für uns als Europa. Weltkrieg handelten wir klüger. Wir haben uns entUnsere Völker haben in diesem Jahrhundert zwei schlossen gegen die kommunistische Expansion gestellt.
Weltkriege zum Schutz der europäischen Demokra- Wir gründeten die NATO. Wir schufen neue Institutiotien geführt. Heute ist Europa nach wie vor das nen zur Erweiterung des Welthandels. Wir trugen
Kernstück unserer Sicherheit und außerdem unser dazu bei, die kriegführenden Länder in Europa zu
wertvollster Partner bei Handel und Investitionen.
verläßlichen Verbündeten zu machen. Das Ergebnis
AMERIKA DIENST 3

Seite 1

�war eine Zeit von Frieden und Wohlstand, die in der
Geschichte ihresgleichen sucht.

dort verblieben waren. Die meisten dieser Gefechtsköpfe sind auf die Vereinigten Staaten gerichtet. Und
ihr Abbau wird die Sicherheit für uns alle erhöhen, nicht
Ein Schlüssel zu unserer neuen Sicherheit besteht nur aufgrund der Vermeidung von nuklearen Katastrodarin, den ehemals kommunistischen Staaten Euro- phen, sondern auch der Vereitelung von nuklearem
pas beim Aufbau demokratischer Regierungen, markt- Terrorismus.
wirtschaftlicher Systeme und friedlicher Streitkräfte
behilflich zu sein. Unsere beste Investition in die Und jetzt bin ich in Moskau - es ist kalt, aber unsere
Sicherheit ist heute die Unterstützung dieser Praktik Arbeit hat uns eine neue Jahreszeit der Partnerschaft
der Freiheit in der östlichen Hälfte Europas in Ländern beschert, eine erwärmende Partnerschaft mit den
wie Polen, der Ukraine und Rußland. Das war das russischen Reformern. Präsident Jelzin und ich haben
oberste Ziel meiner Reise.
eine Reihe von Abkommen über die Erweiterung unserer
Handelsbeziehungen, den Schutz der MenschenrechIn Brüssel habe ich mit den europäischen Staats- und te und die Verringerung der Bedrohung durch nukleare
Regierungschefs über Wege zur Stärkung all unserer Katastrophen oder die Weiterverbreitung erzielt.
Nationen durch die Intensivierung von Handel und
Investitionen gesprochen. Ich habe auch an dem Zu den schönsten Erfahrungen hier in Moskau zählt
Gipfeltreffen über die Anpassung der NATO - des die Begegnung mit den russischen Zuhörern - viele von
größten Militärbündnisses der Geschichte - an dieses ihnen junge Menschen. In vielfältiger Hinsicht erinnerneue Zeitalter teilgenommen. Unsere NATO-Partner ten mich ihre Sorgen an die von unseren Jugendlichen
haben meinen Vorschlag einer Partnerschaft für Frie- zum Ausdruck gebrachten, insbesondere als sie über
den angenommen - einer Partnerschaft, die die östli- ihre Ausbildung und ihre Karriere, ihre Hoffnungen und
chen Nationen der NATO zur Beteiligung an der militä- Ängste vor der Zukunft sprachen. Ihre Bemerkungen
rischen Kooperation mit den NATO-Streitkräften ein- vermittelten jedoch auch den Eindruok, daß ihre Hofflädt.
nungen auf ein neues Rußland - ein stolzes und freies
Rußland - trotz aller heutigen Probleme diese Ängste
In Prag bin ich mit den Staats- und Regierungschefs überwiegen. Ich habe versucht, sie davon zu überzeuder Tschechischen Republik, Polens, Ungarns und der gen, daß der friedliche Übergang ihres Landes zu einer
Slowakei zusammengetroffen. Diese Länder standen offeneren Gesellschaft nicht nur für sie, sondern auch
an vorderster Front beim Zusammenbruch des Kom- für die übrige Welt wichtig ist. Und ich habe sie
munismus und der Wiedergeburt der Freiheit. Als ich gedrängt, auf dem Kurs der wirtschaftlichen und polimit so berühmten demokratischen Helden wie dem tischen Reformen zu bleiben.
polnischen Präsidenten Lech Walesa und dem Präsidenten der Tschechischen Republik, Vaclav Havel, Letztlich ist die nächste Generation das Kernstück
Gespräche führte, habe ich ihnen versichert, daß die dieser gesamten Reise - die jungen Menschen in
Sicherheit ihrer Länder wichtig für unsere eigene Si- Amerika, in Europa und der übrigen Welt. Es sind die
cherheit ist und neue Wege zum Erfolg ihrer Wirt- Art von Bestrebungen, die wir in dieser Woche unterschaftsreformen aufgezeigt.
nehmen, die Demokratie verbessern, militärische
Kooperation statt Konflikt und offenere Märkte mit
Danach bin ich nach Kiew in der Ukraine geflogen. Ich mehr Arbeitsplätzen für unsere und andere Menschen
traf mit dem ukrainischen Präsidenten Krawtschuk bieten. Das sind die Dinge, die die Zukunft unserer
zusammen, um ein Abkommen über die Beseitigung Jugendlichen vielversprechender, wohlhabender und
von über 1.800 nuklearen Gefechtsköpfen festzu- sicherer machen.
schreiben, die beim Zusammenbruch der Sowjetunion

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 3

�AUSSENPOLITIK
19. Januar 1994

USA ENGAGIEREN SICH FÜR REFORMEN
IN DEN VISEGRAD-STAATEN
Präsident Clinton trifft führende Politiker dieser Länder
PRAG - (AD) - Die Vereinigten Staaten "engagieren
sich" für eine Unterstützung der Visegrad-Länder bei
deren fortgesetztem Streben nach "friedlichen Reformen und Erneuerung", erklärte Präsident Clinton am
12. Januar 1994.
Dieses Engagement ist dem Präsidenten zufolge auf
"mehr" zurückzuführen "als lediglich unsere gemeinsamen Werte und unsere Bewunderung für Ihre Anstrengungen. Es leitet sich auch aus unseren eigenen
Sicherheitsbelangen ab. Ich möchte mich ganz klar
ausdrücken: Die Sicherheit Ihrer Länder ist für die
Sicherheit der Vereinigten Staaten von Bedeutung."
Clinton führte in Prag am 11. und 12. Januar Einzelgespräche mit den führenden Politikern der vier Visegrad-Staaten und traf sich zum Abschluß am 12.
Januar mittags mit ihnen zu einem Arbeitsessen. Die
Gruppe, die ihren Namen von einer ungarischen Stadt
übernommen hat, in der sich die vier Nationen einigten,
Konsultationen zu gemeinsamen Anliegen abzuhalten, war vertreten durch Präsident Vaclav Havel und
Ministerpräsident Vaclav Klaus für Tschechien, Präsident Lech Walesa und Ministerpräsident Waldemar
Pawlak für Polen, Präsident Michal Kovac und Ministerpräsident Vladimir Meciar für die Slowakei sowie
Präsident Arpad Göncz und Ministerpräsident Peter
Boross für Ungarn.
Bei einer dem Mittagessen folgenden Pressekonferenz wies Präsident Clinton Kritik an dem Programm
Partnerschaft für Frieden von Seiten derjenigen zurück, die eine sofortige Mitgliedschaft in der NATO für
zahlreiche Nationen Mittel- und Osteuropas forderten.
Es sei "unfair" zu argumentieren, die NATO begehe
durch die Annahme der Partnerschaft für Frieden
einen Fehler. "Die Behauptung, die 16 NATO-Mitgliedstaaten begingen einen Fehler, weil sie nicht einigen
ausgewählten Ländern Europaseine sofortige Sicherheitsgarantie ausstellten, ohne irgendwelche Kenntnisse darüber zu haben, ob die aus einer NATOMitgliedschaft resultierenden Verpflichtungen erfüllt

AMERIKA DIENST 3

werden können, ist meines Erachtens dem Bündnis
gegenüber unfair."
Aufgrund seiner Gespräche mit den Staats- und Regierungschefs der Visegrad-Staaten und anhand anderer
Daten sei er zu der Erkenntnis gelangt, daß vom Osten
keine "unmittelbare" Bedrohung ausgehe. Die vier
Nationen "hegen den großen Wunsch, in wirtschaftlicher, sozialer, politischer sowie militärischer Hinsicht
Teil Europas und des westlichen Bündnisses zu sein".
Der Präsident räumte jedoch ein, es gebe immer
Bedenken, daß zu einem späteren Zeitpunkt "die
dunklere Seite der Vergangenheit" wiederholt werden
könnte, als die ehemalige Sowjetunion viele osteuropäische Nationen besetzte.
Ihm zufolge besteht die Lösung darin, "diese Nationen
zu erfassen und ihre Sicherheit auf eine Weise zu
verbessern, die auch anderen Ländern eine Erhöhung
ihrer Sicherheit durch eine Partnerschaft mit uns erlaubt".
Clinton erklärte, er sei nach Europa gereist, um die
Parameter einer "neuen Sicherheit" zu umreißen, die
auf der Integration des Kontinents, nicht seinerTeilung
basierten. "Während des Kalten Krieges", so der
Präsident, "wurde die Sicherheit des westlichen Bündnisses durch die Teilung Europas" in einen kommunistischen Block und die Demokratien des Westens
definiert. "Unsere neue Sicherheit muß durch die
europäische Integration definiert sein, die Integration
eines umfassenderen Europa auf der Grundlage militärischer Zusammenarbeit, gefestigter Demokratien
und marktwirtschaftlicher Systeme", betonte er.
Die Partnerschaft für Frieden bedeute zwar noch keine
Mitgliedschaft in der NATO, sei aber auch kein "Wartesaal auf Dauer". Sie verändere die gesamte Diskussion innerhalb der NATO, so daß die Frage jetzt nicht
länger laute, ob das Bündnis neue Mitglieder aufnehmen werde, sondern vielmehr wann und wie. Sie lasse
die Tür für das beste Ergebnis für unsere Region offen.
Das beste Ergebnis wäre nach Meinung des Präsiden-

Seite 1

�ten ein Europa - Rußland und die anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion eingeschlossen das ausnahmslos aus demokratischen Regierungen
und Marktwirtschaften bestehe.
Clinton erklärte, er habe den Staats- und Regierungschefs der Visegrad-Staaten mitgeteilt, die Vereinigten
Staaten verfügten über drei Möglichkeiten zur Unterstützung ihrer weiteren Erneuerung und Sicherheit und damit der demokratischen Integration Europas.
Zusätzlich zu der Partnerschaft für Frieden sei Washington zur "Festigung der demokratischen und
marktwirtschaftlichen Reformen" in den VisegradStaaten bereit, indem die amerikanischen Programme
"mehr Betonung auf Hilfe für diese Region bei der
Milderung der Auswirkungen der Reformen auf die
Arbeitnehmer" legen sowie Handel und Investitionen
ermutigen.

Clinton hat dem Regierungsvertreter zufolge dargelegt, aufgrund der Partnerschaft für Frieden sei die
Frage einer NATO-Erweiterung über die derzeitigen
16 Mitgliedstaaten hinaus mit Ja beantwortet worden.
Die verbleibenden Fragen seien wann und wie. Der
Beamte stellte fest, die Partnerschaft werde ab sofort
gewohnheitsmäßige Kooperation und Konsultationen
zwischen den Streitkräften der Teilnehmer und der
NATO fördern.
Die Vereinigten Staaten würden zur Organisation,
Ausbildung und "möglicherweise zur Bereitstellung
von Gerät" für die Streitkräfte beitragen, die von den
Teilnehmern für die Partnerschaft entsandt werden,
um den NATO-Normen zu entsprechen.

Im Anschluß an ein Seminar über Privatisierung mit
amerikanischen und tschechischen Unternehmern reiste
der Präsident nach Kiew zu Gesprächen mit Präsident
Der Präsident ließ eigenen Angaben zufolge die Vise- Leonid Krawtschuk über die Nukleararsenale der Ukraine
grad-Länder wissen, er bilde ein Netzwerk der Demo- - einer Mischung aus den Tagen der Sowjetunion
kratie, "eine Initiative, unabhängigen und Basisgrup- übriggebliebener mobilerund silogestützter Interkontipen neue Mittel an die Hand zu geben", um so eine nentalraketen (ICBMs) und Marschflugkörper. Die
"prosperierende bürgerliche Gesellschaft" zu fördern. Urkaine soll 176 ICBMs zerlegen und mit Rußland die
Einnahmen aus dem Verkauf von angereichertem
Der Präsident kündigte ferner eine Konferenz in Uran teilen, das aus den Raketengefechtsköpfen
Washington über Handel und Investitionen gegen Ende wiederverarbeitet wird. Clinton, Krawtschuk und der
des Jahres an, um Wege zu sondieren, "die amerika- russische Präsident Boris Jelzin unterzeichneten am
nischen Investitionen aufzustocken und den Kauf von 14. Januar in Moskau ein Nuklearabkommen.
Produkten anzukurbeln, die von den hartarbeitenden
Menschen in all diesen aufstrebenden Demokratien Vor seiner Abreise aus Prag besichtigte der Präsident
hergestellt werden".
den Alten Jüdischen Friedhof, einen historischen Ort,
an dem nahezu fünf Jahrhunderte jüdischen Lebens in
Zuvor hatte Clinton einem hochrangigen amerikani- Prag zurückverfolgt werden können. Clinton sprach
schen Regierungsvertreter zufolge mit den Staats- mit Michaela Pokova, der Künstlerin, die die Namen
und Regierungschefs eine mögliche Schwerpunktver- der während des Holocaust im Zweiten Weltkrieg
lagerung amerikanischer Hilfsprogramme erörtert, ermordeten 77.297 tschechoslowakischen Juden in
einschließlich Plänen zur Umschulung von Arbeitneh- die Mauern der Pinkas-Synagoge einschreibt. Ungemern für Aufgaben im Hochtechnologiebereich im fähr 84 Prozent der Juden in der Tschechoslowakei
kommenden Jahrhundert. Der Regierungsvertreter starben während des Krieges. Die jüdische Bevölkedeutete an, Washington werde die Betonung auf die rung Prags beträgt heute nur noch 1.300, verglichen
Bereitstellung von "mehr Know-how als Geld" für die mit 30.000 im Jahr 1939.
umstrukturierten Hilfsprogramme legen.
Einer der Berater Clintons, Richard Schifter vom NatioClinton, so der Beamte, habe sich bemüht, den Vise- nalen Sicherheitsrat, erklärte, Clinton habe den Begrad-Politikern zu versichern, daß die Vereinigten such des Friedhofs persönlich auf sein Programm
Staaten ein vitales Interesse an deren Zukunft haben. gesetzt. Schifter, dessen Eltern während des HoloEr bekräftigte, die Beteiligung an der Partnerschaft für caust in Polen ums Leben kamen, stellte fest, es gebe
Frieden sei ein Schritt zu einer möglichen NATO- keine Grabstätten von Opfern des Holocaust. (Die
Mitgliedschaft. "Es gab keine Andeutung", so der meisten Opfer wurden von den Nazis in Krematorien
Beamte, "einer expliziten Sicherheitsgarantie" - etwas, verbrannt). Die Bedeutung des Alten Jüdischen Frieddas alle vier Länder der Nachrichtenberichterstattung hofs besteht ihm zufolge darin, daß er "als Erinnerung
zufolge vor dem NATO-Gipfel angestrebt hatten.
für die Kultur steht, die in diesem Teil der Welt ein
halbes Jahrtausend lang existierte und ... zwischen
Während aller Gespräche habe Clinton Zusagen über
1941 und 1944 ausgemerzt wurde".
eine NATO-Mitgliedschaft vermieden und "keine Kriterien oder einen Zeitplan festgelegt. Wir betonen
jedoch eine deutliche Verbindung (zwischen der Partnerschaft für Frieden und der NATO-Mitgliedschaft)
auf lange Sicht".
*

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 3

�AUSSENPOLITIK
19. Januar 1994

CLINTON UND JELZIN ERÖRTERN
INTEGRIERTE ZUKUNFT EUROPAS
Umfassende Beziehungen angestrebt
MOSKAU - (AD) - Die Vereinigten Staaten und Rußland müßten die Konzeption einer neuen Zukunft für
ein integriertes Europa entwickeln, erklärte Präsident
Clinton am 13. Januar 1994 und ausgehend davon
"eine neue Zukunft fürunsere Wert insgesamt" aufbauen.
Clinton zufolge belegen die Meinungen, die er bei
seinen Gesprächen mit europäischen Staats- und
Regierungschefs in Brüssel, Prag und Kiew vernommen habe, die Notwendigkeit zur Aufhebung von Trennungslinien und die Arbeit an der gemeinsamen militärischen, politischen und wirtschaftlichen Integration
des Kontinents.
In einer Rede im prunkvollen St. Georgsaal des Kreml
äußerte Clinton gegenüber dem russischen Präsidenten Jelzin, seines Erachtens könnten die beiden Länder zusammen "eine neue Sicherheit für Europa auf
der Grundlage demokratischer Werte, freier Marktwirtschaften und der gegenseitigen Achtung der Nationen"
schaffen. Es war das dritte Treffen Clintons mit Jelzin.
Das Gipfeltreffen im April in Vancouver und die Tokioter Sitzung im Juli gingen diesem Staatsbesuch voraus.
Clinton erklärte Jelzin, die beim NATO-Gipfel in dieser
Woche angenommene Partnerschaft für Frieden könnte "gegenseitige Sicherheit in ganz Europa hervorbringen", so daß es "zum ersten Mal im gesamten Verlauf
unserer Geschichte ein Europa geben könnte, das
nicht durch eine künstliche Linie zwischen Völkern
getrennt ist".
Auf eine Frage erläuterte er seine Überzeugung, "daß
wir eine eindeutige Chance zur Zusammenarbeit beim
Aufbau eines neuen Sicherheitsrahmens für Europa
auf der Grundlage freier politischer Systeme, freier
Wirtschaftssysteme und sich gegenseitig respektierender Nationen haben".
Außenminister Christopher führte vor Journalisten aus,
die Präsidenten Clinton und Jelzin hätten in ihrem
90minütigen Privatgespräch die Partnerschaft sowie
AMERIKA DIENST 3

das nukleare Abrüstungsabkommen erörtert, das die
beiden Präsidenten mit dem ukrainischen Präsidenten
Leonid Krawtschuk am 14. Januar unterzeichneten.
Christopher bezeichnete die Partnerschaft als "die
konzeptionelle Kontinuität" zwischen den Aufenthalten
des Präsidenten bei seiner achttägigen Reise durch
Europa. Ihm zufolge bietet sie das "Konzept für die
Integration Europas insgesamt - die neue Architektur
für die europäische Sicherheit der Zukunft".
Die beiden Präsidenten führten eine Reihe von privaten und offiziellen Gesprächen und hatten ein gemeinsames Abendessen in Jelzins Datscha in der Nähe von
Moskau.
Jelzin erklärte, er sei zufrieden mit der ersten Gesprächsrunde, in der er seinen Aussagen zufolge
Clinton über "die derzeitige Situation in Rußland" nach
den jüngsten Parlamentswahlen unterrichtet und
'Themen im Zusammenhang mit den bilateralen Beziehungen erörtert" habe.
Dies war offensichtlich ein Verweis auf die finanzielle
und psychologische Unterstützung der Vereinigten
Staaten für die politischen und wirtschaftlichen Reformen in Rußland sowie Washingtons großes Interesse
anderen Fortsetzung. Christopher führte vor Journalisten aus, Jelzin habe Clinton "eine uneingeschränkte
Verpflichtung zum Reformprozeß" gegeben und von
dessen Intensivierung gesprochen, da ein Großteil der
vom russischen Volk im vergangenen Monat an den
Wahlurnen zum Ausdruck gebrachten wirtschaftlichen
Härten auf das zu langsame Tempo der Reformen
zurückzuführen sei.
Finanzminster Bentsen informierte die Journalisten
über Clintons Zusage an Jelzin, "daß wir - solange
Rußland die Reformen fortsetzt - mit der G-7, dem
Internationalen Währungsfonds und der Weltbank
zusammenarbeiten werden, damit Rußland möglichst
schnell Unterstützung erhält". Der Präsident versicherte Jelzin der uneingeschränkten Unterstützung
des Westens für die stattfindenden Reformen und

Seite 1

�machte deutlich, die Vereinigten Staaten wollten keine In einer Bäckerei erwarb der Präsident einen Leib
Verlangsamung dieser Dynamik.
Schwarzbrot, den er mit Rubeln bezahlte, schüttelte
den Wartenden die Hand und besuchte anschließend
Bentsen zufolge befindet sich Rußland "an einem ein Fischgeschäft und eine Metzgerei. Während seikritischen Scheideweg", er habe jedoch unter den nes Spaziergangs teilte er den Journalisten mit, Jelzin
russischen Regierungsvertretern die "einhellige Mei- und er hätten erörtert, "was wir zur Beschleunigung der
nung" festgestellt, daß die Reformmaßnahmen ver- Hilfe tun könnten. Alle hartarbeitenden Menschen
stärkt und beschleunigt werden müßten. Bentsen müssen wissen, daß sie am Ende belohnt werden."
würdigte die bisherigen Fortschritte der Reformen und Clinton sagte zu einer russischen Käuferin, er und
bemerkte, die Regierung Jelzin habe die Inflationsrate Jelzin hätten darüber gesprochen, "wie wir zusamvon 30 auf 12 Prozent und das Haushaftsdefizit von 20 menarbeiten können, um das Leben für die arbeitenauf neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt. den Menschen in Ihrem Land zu verbessern."
"Präsident Clinton hat erklärt, das sei eine echte Leistung, und diese Botschaft müsse der Wert vermittelt Der amerikanische Präsident machte auch an der
werden", so Bentsen.
Kasan-Kathedrale am Roten Platz halt, einer Kirche
aus dem 17. Jahrhundert, die unter Stalin zerstört und
Einem hochrangigen Regierungsvertreter zufolge gin- vor drei Jahren wiederaufgebaut worden war. Clinton
gen die ersten Gespräche zwischen Clinton und Jelzin zündete dort im Gedenken an seine letzte Woche
über den gesteckten Zeitrahmen hinaus, worauf der verstorbene Mutter eine Kerze an.
amerikanische Präsident den Vorschlag machte: "Wir
sollten einfach nicht auf die Uhr schauen, sondern Später stellte der Präsident auf einem für Russen aller
diese äußerst angeregte Unterredung fortsetzen." Der Berufssparten gegebenen Empfang Überlegungen über
Beamte fügte hinzu, Präsident Jelzin habe die Begeg- diese "seltsame Zeit" an, in der die technologische
nungen als "fruchtbar, spezifisch, interessant und Entwicklung das Leben verbessert, während "die ältekonstruktiv" bezeichnet.
sten Dämonen der Gesellschaft uns immer noch quälen
- der Haß des Menschen auf andere Menschen aufClinton habe Jelzin eine Aufstellung über die von den grund ihrer Rasse, ethnischen Zugehörigkeit, Religion
Vereinigten Staaten in Vancouver eingegangenen oder sogar des Stücks Land, auf dem sie geboren
Verpflichtungen übergeben, worin beispielsweise fest- sind".
gestellt wird, daß der dort beschlossene Unternehmensfonds in Höhe von 300 Millionen Dollar ab der Er prognostizierte, im kommenden Jahrhundert werde
nächsten Woche in Betrieb genommen wird und ein die Größe einer Nation daran gemessen werden, "wie
zweiter Unternehmensfonds zur Unterstützung der erfolgreich sie jedem Mann und jeder Frau eine ChanModernisierungsbestrebungen großer staatlicher Be- ce gebe ... ihre naturgegebenen Fähigkeiten voll zu
triebe folgen soll. Das von Clinton angekündigte entfalten".
Hilfspaket von 1,6 Milliarden Dollar sei in voller Höhe
bewilligt und 69 Prozent der Mittel bereits ausgegeben Dem Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses,
Mark Gearan, zufolge war Clinton nach seinen Geworden.
sprächen mit Jelzin davon überzeugt, daß der russiClinton teilte später vor Journalisten mit, er habe Jelzin sche Präsident "einen Weg zur Zusammenarbeit mit
eine Landkarte gegeben, die die Verteilung der ameri- dem Parlament finden werde", um die "zukünftigen
kanischen Hilfe auf verschiedene Gebiete Rußlands Herausforderungen bewältigen zu können".
veranschauliche - einschließlich des Pakets in Höhe
von 1,6 Milliarden Dollar und weiterer im September US-Außenminister Christopher äußerte, die beiden
vom Kongreß bewilligter 2,5 Milliarden Dollar. Der Präsidenten würden bei ihrem Arbeitsessen in Jelzins
Karte zufolge umfaßte die Rußlandhilfe folgende Kate- Datscha außenpolitische Fragen ansprechen, eingorien: Humanitäre Angelegenheiten und Gesund- schließlich der Sicherheit Europas, der Beziehungen
heitsfürsorge, Entwicklung des Privatsektors, Energie Rußlands zu seinen Nachbarn, der Weiterverbreitung
und Umwelt, Sicherheit, Rückführung russischer Offi- von Atomwaffen sowie Bosnien-Herzegowina. Ein
ziere aus Polen und Ostdeutschland sowie Handel und hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter fügte
Investitionen. Die Projekte erstrecken sich von Sacha- hinzu, die beiden Politiker würden vielleicht auch über
lin im Osten bis Smolensk im Westen und konzentrie- die Beseitigung von zielgesteuerten Computerprogramren sich absichtlich auf Gebiete au ßerhalb von Moskau men für Interkontinentalraketen sprechen, die jetzt auf
die Vereinigten Staaten und Rußland gerichtet sind
und St. Petersburg.
und bereits beim Treffen von Vancouver erörtert wurNach den offiziellen Gesprächen besuchte der Präsi- den.
dent die Moskauer Straßen und Geschäfte - wie zuvor
schon in Brüssel und Prag - und nahm in der Nähe des
Lubjanskaja-Platzes ein Bad in der Menge, als er seine
Limousine verließ.
* *
* *
Seite 2

AMERIKA DIENST 3

�AUSSENPOLITIK
19. Januar 1993

CLINTON UND JELZIN BEKRÄFTIGEN
BEDEUTUNG IHRER ZUSAMMENARBEIT
Die Moskau-Deklaration
MOSKAU - (AD) - Die Präsidenten Bill Clinton und Boris Jelzin haben die fundamentale Bedeutung der
Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland erneut bekräftigt.
Die Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern seien in eine neue Phase gereifter strategischer Partnerschaft
eingetreten, "die auf Gleichberechtigung, gegenseitigem Vorteil und der Anerkennung der nationalen Interessen
des jeweils anderen Landes basiert", erklärten die beiden Regierungschefs in einer am 14. Januar 1994
unterzeichneten gemeinsamen Deklaration.
Der Deklaration zufolge werden die beiden Präsidenten die Anweisung zur Änderung der Zielkoordinaten der
ihrem Kommando unterstellten strategischen Atomraketen geben, so daß sie ab dem 30. Mai 1994 nicht länger
aufeinander gerichtet sind.
Femer bekräftigt Präsident Jelzin in der Deklaration "die Unumkehrbarkeit des Übergang zur Marktreform in
Rußland sowie seine Absicht zur Fortsetzung der Reformen und zur Inangriffnahme der mit diesem Übergang
einhergehenden sozialen Erfordernisse".
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der Deklaration im Wortlaut.
Bei ihrem Treffen vom 12. bis 15. Januar 1994 in
Moskau bekräftigten der Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika, William J. Clinton, und der
Präsident der Russischen Föderation, Boris Jelzin,
erneut die fundamentale Bedeutung der amerikanischrussischen Zusammenarbeit auf der Grundlage der
Charta der amerikanisch-russischen Partnerschaft und
Freundschaft, der Vancouver-Deklaration sowie bestehender Verträge und Abkommen. Sie stellten mit
Befriedigung fest, daß die Beziehungen zwischen den
Vereinigten Staaten und Rußland in eine neue Phase
gereifter strategischer Partnerschaft eingetreten seien, die auf Gleichberechtigung, gegenseitigem Vorteil
und der Anerkennung der Interessen des jeweils anderen
Landes basiert. Ausgehend von diesem Standpunkt
gaben sie einen Überblick über das gesamte Spektrum
bilateraler und internationaler Fragen.
Die beiden Präsidenten führten intensive Gespräche
über Sicherheitsaspekte, einschließlich Abrüstungsfragen und der Nichtverbreitung von Atomwaffen. Beide
Seiten verliehen ihrer Besorgnis über die zunehmenden Herausforderungen an die globalen Nichtverbreitungsregime Ausdruck. Sie waren sich einig über die
Notwendigkeit einer Stärkung dieser Regime und der

AMERIKA DIENST 3

Schaffung eines neuen Mechanismus zur Verbesserung von Transparenz und Rechenschaftspflicht beim
Transfer konventioneller Waffen und empfindlicher
Mehrzwecktechnologien zusammen mit anderen interessierten Staaten. Sie befürworteten auch entschieden den Abschluß von Verhandlungen über ein
baldiges umfassendes Verbot von Atomtests. Die
beiden Präsidenten wiederholten ihre Unterstützung
für eine Einstellung der Produktion spaltbaren waffenfähigen Materials und berieten über neue Maßnahmen
zur Stärkung der strategischen Stabilität.
Auf der Grundlage der derzeit zwischen den Verteidigungsministerien beider Länder geführten Gespräche
über Maßnahmen zum strategischen Disengagement
gaben die Präsidenten bekannt, sie würden Anweisung zur Änderung der Zielkoordinaten der ihrem
Kommando unterstellten strategischen Atomraketen
geben, so daß diese spätestens am 30. Mai 1994 nicht
mehr zielgerichtet sind. Somit werden zum ersten Mal
in nahezu einem halben Jahrhundert - praktisch seit
Beginn des atomaren Zeitalters - die Vereinigten Staaten und Rußland nicht täglich mit nuklearen Streitkräften auf eine Art und Weise operieren, die von gegenseitiger Feindschaft ausgeht.

Seite 1

�Die Präsidenten Clinton und Jelzin äußerten sich zufrieden über die beschleunigte Entwicklung eines breiten Spektrums wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und
technologischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland. Sie bekräftigten erneut ihre
starke Unterstützung für ein schnelles Anwachsen von
bilateralem Handel und Investitionen als besonderer
Priorität. Ihrer Ansicht nach ist die Gore-Tschernomyrdin-Kommission ein dynamischer und effektiver Mechanismus für Koordination und Erweiterung der
amerikanisch-russischen Kooperation im Weltraum
sowie der Zusammenarbeit beider Länder - gemeinsam mit anderen interessierten Parteien - beim Bau
einer Weltraumstation.
Die beiden Präsidenten verliehen ihrer Bereitschaft
Ausdruck, Fortschritte auf dem Weg zu offenen und
auf gegenseitigem Vertrauen basierenden amerikanisch-russischen Beziehungen zu erzielen und günstige Bedingungen für die umfassende Entwicklung politischer, kommerzieller, humanitärer und persönlicher
Kontakte zwischen den beiden Ländern zu schaffen.
In diesem Zusammenhang bekundeten sie ein beiderseitiges Interesse an verstärkter konsularischer Vertretung im jeweils anderen Land. Die Vereinigten
Staaten planen die Eröffnung eines Generalkonsulats
in Jekaterinburg im Februar 1994.

Die Präsidenten Clinton und Jelzin verliehen ihrer
Befriedigung darüber Ausdruck, daß das Ende des
Kalten Krieges kontinuierliche Fortschritte zur Überwindung der Teilung des europäischen Kontinents mit
sich gebracht und den Weg zu umfassender Kooperation zwischen den europäischen Staaten bei einer
neuen Tagesordnung vordringlicher Aufgaben geebnet habe, die präventiver Diplomatie, Friedenssicherung, dem Schutz der Menschenrechte und der Rechte nationaler sowie anderer Minderheiten Priorität
einräumt. In diesem Zusammenhang begrüßten die
beiden Präsidenten die Entscheidungen des KSZEMinistertreffens in Rom, die sie als wichtigen Schritt
zur Umgestaltung der KSZE zu einem Schlüsselinstrument der internationalen Zusammenarbeit in Europa
erachten.
Ausgehend von der Überzeugung, daß neue Teilungen Europas vermieden werden müssen, einigten sich
die Präsidenten Clinton und Jelzin auf die erforderliche
Schaffung einer neuen europäischen Sicherheitsordnung, die alle einbezieht, nicht diskriminiert und sich
auf die praktische sicherheitspolitische Zusammenarbeit konzentriert. Die beiden Präsidenten waren sich
einig, daß das beim Brüsseler Gipfeltreffen der NATOMitgliedstaaten verabschiedete Konzept der Partnerschaft für Frieden ein wichtiges Element der sich
abzeichnenden neuen europäischen Sicherheitsarchitektur ist.

Die Präsidenten Clinton und Jelzin begrüßten die
Beschleunigung der Schaffung einer offenen und
prosperierenden Weltwirtschaft und eines ebensol- Präsident Jelzin setzte Präsident Clinton von der Absicht
chen Handelssystems, die durch die Zustimmung des Rußlands in Kenntnis, sich aktiv an der Partnerschaft
US-Kongresses zum Nordamerikanischen Freihan- für Frieden zu beteiligen und substantielle Abkommen
delsabkommen (NAFTA) und dem erfolgreichen Ab- abzuschließen, die den Weg zu umfassender und
schluß der Uruguay-Runde der GATT-Verhandlungen intensiver Kooperation zwischen Rußland und der
gefördert wurden.
NATO als Partner ebnen. In Anbetracht der internationalen Rolle Rußlands begrüßte Präsident Clinton die
Präsident Jelzin informierte Präsident Clinton über die Aussicht auf die aktive Beteiligung Rußlands an der
jüngsten Schritte der Mitgliedstaaten der Gemein- Partnerschaft für Frieden.
schaft Unabhängiger Staaten zu verstärkter wirtschaftlicher Koordination und Kooperation. Die beiden Prä- Die beiden Präsidenten verurteilten aggressiven Nasidenten waren sich einig, daß solche offen und freiwil- tionalismus, Menschenrechtsverletzungen sowie ethlig im Einklang mit den Regeln und Verfahren des nische und religiöse Intoleranz jeglicher Art, einschließGATT durchgeführten Initiativen der raschen Einbe- lich Antisemitismus. Sie verliehen ihrer ernsthaften
ziehung aller Teilnehmerstaaten in die Weltwirtschaft Besorgnis über das Potential für eine Eskalation der
förderlich sein sollten.
Konflikte im ehemaligen Jugoslawien und in einigen
der neuen unabhängigen Staaten der früheren SowjetIn diesem Kontext nahmen die Präsidenten Clinton union Ausdruck. Präsident Jelzin informierte Präsiund Jelzin einen Meinungsaustausch über die Wirt- dent Clinton über die von Ru ßland auf dem Territorium
schaftsstrategien ihrer beiden Regierungen vor. Prä- der ehemaligen UdSSR unternommenen friedenssisident Jelzin legte die Wirtschaftslage in Rußland dar. chernden Bestrebungen. Die beiden Präsidenten sind
Er bekräftigte die Unumkehrbarkeit des Übergangs zur zur Intensivierung der Koordinierung ihrer AngelegenMarktreform in Rußland sowie seine Absicht zur Fort- heiten im Rahmen der Arbeit der Vereinten Nationen
setzung der Reformen und zur Inangriffnahme der mit und der KSZE entschlossen, um die unverzügliche und
diesem Übergang einhergehenden sozialen Erforder- friedliche Lösung von Konflikten unter Bedingungen zu
nisse. Präsident Clinton unterstrich seine uneinge- fördern, die allgemein akzeptierten Normen des Völschränkte Unterstützung für die russischen Reformen kerrechts entsprechen, einschließlich der Respektieund verwies auf soziale Belange, die ein neues und rung der Unabhängigkeit, Souveränität und bestehenvielversprechendes Gebiet der Zusammenarbeit wer- den Grenzen der neuen unabhängigen Staaten der
den könnten.
ehemaligen Sowjetunion.

Seite 2

AMERIKA DIENST 3

�Die beiden Präsidenten bekräftigten die Unterstützung
der Vereinigten Staaten und Rußlands für die Vereinten Nationen. Sie werden gemeinsam mit anderen
Ländern handeln, um das Potential der Vereinten
Nationen zur Unterstützung und Schaffung von Frieden und Verhinderung von Konflikten zu stärken. Die
beiden Seiten werden praktische Vorschläge untereinander und mit anderen Ländern zur Vorbereitung der
Beteiligung an friedenssichernden Operationen der
UNO ausarbeiten. Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden 50. Jahrestag der Vereinten Nationen erachten es die Präsidenten Clinton und Jelzin für unab-

*

AMERIKA DIENST 3

*

dingbar, zum geeigneten Zeitpunkt ein Treffen der
Staats- und Regierungschefs der Mitglieder des UNSicherheitsrats zu einer Überprüfung der für die Vereinten Nationen beim Gipfeltreffen des UN-Sicherheitsrats festgelegten Arbeit sowie der zukünftigen
Aufgaben einzuberufen.
Die Präsidenten Clinton und Jelzin sind davon überzeugt, daß die Vereinigten Staaten und Rußland weiterhin ihre Partnerschft konsolidieren sowie Stabilität,
Frieden und Sicherheit auf der ganzen Wert fördern
werden.

*

*

Seite 3

�AUSSENPOLITIK
19. Januar 1994

UKRAINE, RUSSLAND UND USA VEREINBAREN
TRANSFER NUKLEARER GEFECHTSKÖPFE
Wortlaut des trilateralen Abkommens
MOSKAU - (AD) - Die Präsidenten der Ukraine, Rußlands und der Vereinigten Staaten einigten sich am 14.
Januar 1994 auf die Verfahren für die Verlegung der ukrainischen nuklearen Gefechtsköpfe nach Rußland sowie
auf damit einhergehende Entschädigungs- und Sicherheitsgarantien.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Wortlaut des trilateralen Abkommens und des Anhangs.

Das trilaterale Abkommen
Die Präsidenten Clinton, Jelzin und Krawtschuk kamen am 14. Januar 1994 in Moskau zusammen. Die
drei Präsidenten bekräftigten, daß sie sich gegenseitig
als vollwertige und gleichberechtigte Partner behandeln werden und die Beziehungen zwischen ihren
Ländern auf der Grundlage der Respektierung der
Unabhängigkeit, Souveränität und territorialen Integrität jeder Nation unterhalten werden.
Die drei Präsidenten waren sich einig über die Bedeutung der Entwicklung wechselseitig nützlicher, umfassender und kooperativer Wirtschaftsbeziehungen. In
diesem Zusammenhang begrüßen sie die Absicht der
Vereinigten Staaten, der Ukraine und Rußland Unterstützung beim Aufbau effektiver Marktwirtschaften zu
gewähren.
Die drei Präsidenten zogen Bilanz der bisher erzielten
Fortschritte beim Abbau der Nuklearstreitkräfte. Die
Deaktivierung der strategischen Streitkräfte ist in den
Vereinigten Staaten, Rußland und der Ukraine bereits
weit fortgeschritten. Die Präsidenten begrüßten die
andauernde Deaktivierung der RS-18 (SS-19) und RS22 (SS-24) auf ukrainischem Territorium durch die
Entfernung der Gefechtsköpfe.
Die Präsidenten sehen der Inkrafttretung des STARTI-Vertrags einschließlich des Lissaboner Protokolls
und angeschlossener Dokumente erwartungsvoll entgegen, und Präsident Krawtschuk bekräftigte seine
Verpflichtung zum möglichst baldigen Beitritt der Ukraine zum Nichtverbreitungsvertrag als atomwaffenfreier
Staat. Die Präsidenten Clinton und Jelzin stellten fest,
das Inkrafttreten des START-I-Vertrags würde ihnen

AMERIKA DIENST 3

die frühzeitige Ratifizierung von START-II gestatten.
Die Präsidenten erörterten in diesem Zusammenhang
von ihren Ländern zu unternehmende Schritte zur
Lösung bestimmter Fragen über Nuklearwaffen.
Die Präsidenten betonten die Bedeutung der Gewährleistung der Sicherheit und des Schutzes von Nuklearwaffen bis zu ihrer Zerlegung.
Die Präsidenten sind sich der Bedeutung einer Entschädigung für die Ukraine, Kasachstan und Belarus
für das hochangereicherte Uran in den auf ihrem
Territorium gelagerten nuklearen Gefechtsköpfen
bewußt. Es wurden Vereinbarungen ausgearbeitet,
um der Ukraine, Kasachstan und Belarus faire und
rechtzeitige Entschädigung zu gewähren, wenn die
nuklearen Gefechtsköpfe auf ihrem Territorium zur
Zerlegung nach Rußland transferiert werden.
Die Präsidenten Clinton und Jelzin verliehen ihrer
Befriedigung über den Abschluß des Vertrags über
hochangereichertes Uran Ausdruck, der von den entsprechenden Behörden der Vereinigten Staaten und
Rußlands unterzeichnet wurde. Durch die Umwandlung von waffenfähigem Uran in nur zu friedlichen
Zwecken nutzbares Uran stellt das Abkommen über
hochangereichertes Uran einen großen Schritt zur
Erlangung des Ziels der Nichtverbreitung dieser beiden Länder dar.
Die drei Präsidenten beschlossen gleichzeitige Aktionen zur Verlegung der nuklearen Gefechtsköpfe aus
der Ukraine und für Entschädigung an die Ukraine in
Form der Lieferung der Spaltstoffanordnung für Kernkraftwerke.

Seite 1

�Die Präsidenten Clinton und Jelzin setzten Präsident
Krawtschuk davon in Kenntnis, daß die Vereinigten
Staaten u nd Ru ßland zur Gewährung von Sicherheitsgarantien für die Ukraine bereit sind. Sobald der
START-I-Vertrag in Kraft tritt und die Ukraine atomwaffenfreie Partei des Nichtverbreitungsvertrags (NW)
wird, werden die Vereinigten Staaten und Rußland
insbesondere folgendes unternehmen:

Präsident Clinton bekräftigte die Verpflichtung der
Vereinigten Staaten zur Bereitstellung von technischer
und finanzieller Hilfe für den sicheren Abbau der
Nuklearstreitkräfte und die Lagerung von spaltbarem
Material. Die Vereinigten Staaten stimmten zu, Rußland, der Ukraine, Kasachstan und Belarus im Rahmen des Nunn-Lugar-Programms nahezu 800 Millionen Dollar solcher Hilfsleistungen, einschließlich mindestens 175 Millionen Dollar für die Ukraine, zukomIhre Verpflichtung gegenüber der Ukraine im men zu lassen. Der amerikanische Kongreß hat
Einklang mit den Prinzipien der Schlu ßakte von zusätzliche Mittel des Nunn-Lugar-Fonds für dieses
Helsinki zur Respektierung der Unabhängigkeit Programm bewilligt, und die Vereinigten Staaten werund Souveränität sowie der bestehenden Gren- den intensiv mit Rußland, der Ukraine, Kasachstan
zen der KSZE-Mitgliedstaaten bekräftigen und und Belarus zusammenarbeiten, um die Hilfe für dieanerkennen, daß Grenzveränderungen nur durch ses wichtige Vorhaben zu erweitern. Die Vereinigten
friedliche und im Einvernehmen erzielte Mittel Staaten werden darüber hinaus auf die rasche Umsetvorgenommen werden können. Sie werden ihre zung der bereits bestehenden Hilfsabkommen hinarVerpflichtung bekräftigen, auf die Androhung beiten.
oder den Einsatz von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit Der Anhang
eines jeden Staates sowie auf den Einsatz ihrer
Waffen zu verzichten, außer im Falle derSelbst- Die drei Präsidenten beschlossen, daß Rußland zur
verteidigung oder anderen, im Einklang mit der Einleitung des Entschädigungsprozesses für die UkraiCharta der Vereinten Nationen stehenden Fäl- ne dieser binnen zehn Monaten Spaltstoffanordnungen für Kernkraftwerke liefern wird, die 100 Tonnen
len.
niedrigangereichertes Uran enthalten. Innerhalb derIhre Verpflichtung gegenüber der Ukraine im selben Frist werden mindestens 200 nukleare GeEinklang mit den Prinzipien der Schlu ßakte von fechtsköpfe von RS-18 (SS-19) und RS-22 (SS-24)
Helsinki bekräftigen, auf die Ausübung von wirt- von der Ukraine zur Zerlegung nach Rußland transfeschaftlichem Druck zu verzichten, der die in der riert. Die ukrainischen Regierungsvertreter werden die
Souveränität anderer KSZE-Mitgliedstaaten Zerlegung dieser Gefechtsköpfe überwachen. Die
immanente Ausübung ihrer Rechte ihren Inter- Vereinigten Staaten werden 60 Millionen Dollar als
essen unterordnen würde und ihnen auf diese Vorschuß an Rußland zahlen. Diese Summe wird von
Weise erlauben würde, sich Vorteile jedweder den im Rahmen des Vertrags über hochangereichertes Uran an Rußland fälligen Zahlungen abgezogen.
Art zu verschaffen.
Die Mittel werden zur Verfügung gestellt, um die AusIhre Verpflichtung bekräftigen, unverzüglich gaben für den Transport und die Zerlegung strategiAktionen des UN-Sicherheitsrats zur Unterstüt- scher Gefechtsköpfe und die Herstellung der Spaltzung der Ukraine als atomwaffenfreie Partei des stoffanordnung abzudecken.
NW anzustreben, wenn die Ukraine Opfer eines Akts von Aggression oder Ziel der Andro- Alle nuklearen Gefechtsköpfe werden vom Territorium
hung einer Aggression werden sollte, bei der der Ukraine zum Zweck ihrer Zerlegung in möglichst
kurzer Zeit nach Rußland transferiert. Rußland wird
Nuklearwaffen eingesetzt werden.
Entschädigung in Form der Lieferung der SpartstoffIm Falle der Ukraine ihre Verpflichtung bekräfti- anordnung an die Ukraine für den Bedarf der ukrainigen, keine Nuklearwaffen gegen irgendeinen schen Kernkraftwerksindustrie innerhalb desselben
atomwaffenfreien Mitgliedstaat des NW einzu- Zeitraums leisten.
setzen, außer im Falle eines Angriffs auf sie
selbst, ihr Territorium oder abhängige Territo- Die Ukraine wird die Beseitigung aller Nuklearwaffen
rien, ihre Streitkräfte oder ihre Verbündeten, einschließlich der auf ihrem Territorium gelagerten
durch einen in Verbindung oder in einem Bünd- strategischen Offensivwaffen im Einklang mit den
nis mit einem Nuklearstaat stehenden solchen entsprechenden Abkommen und innerhalb der im
START-I-Vertrag vorgesehenen Zeit sowie im Kontext
Staat.
der Erklärung über den atomwaffenfreien Status der
Die Präsidenten Clinton und Jelzin setzten Präsident Ukraine gewährleisten. Alle SS-24 auf dem TerritoKrawtschuk davon in Kenntnis, daß mit Großbritan- rium der Ukraine werden durch die Entfernung ihrer
nien, dem dritten Verwahrerstaat des NW, Konsurta- Gefechtsköpfe binnen zehn Monaten deaktiviert.
tionen abgehalten wurden und Großbritannien bereit
ist, der Ukraine dieselben Sicherheitsgarantien anzu- Im Einklang mit den 1993 zwischen Rußland und der
bieten, sobald sie atomwaffenfreie Partei des NW Ukraine erzielten Abkommen wird Rußland die techniwird.
sche Versorgung und den Schutz der nuklearen GeSeite 2

AMERIKA DIENST 3

�fechtsköpfe bereitstellen, und die Ukraine wird koope- Verabschiedung fördern, das alle Nuklearaktivitäten
rieren, indem sie die Bedingungen zur Durchführung der Ukraine den lAEO-Sicherheitsvorschriften unterdieser Operationen für Rußland schafft.
wirft, womit der ungehinderte Export der Spaltstoffanordnungen von Rußland an die Ukraine für die ukraiRußland und die Vereinigten Staaten werden die nische Kernkraftwerksindustrie gestattet wird.
Ausarbeitung eines Abkommens durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) und dessen

* * * *

AMERIKA DIENST 3

*

Seite 3

�RUSSLANDHILFE
19.Januar 1994

HILFE DER USA AN RUSSLAND
Übersicht des Außenministeriums
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht des Außenministeriums mit Einzelheiten der amerikanischen Unterstützung für die wirtschaftlichen und politischen Reformbestrebungen in Rußland.

Überblick
Die amerikanischen Hilfsleistungen für Rußland wurden im Januar 1992 bei der internationalen Koordinierungskonferenz in der Bundeshauptstadt Washington
ins Leben gerufen. Damals gaben die Vereinigten
Staaten ein Programm für humanitäre Nothilfe sowie
ihre Teilnahme an mehreren Arbeitsgruppen zu internationalen Hilfsbestrebungen bekannt, um humanitäre Hilfe mit technischer Unterstützung zu kombinieren.
Diese Bestrebungen lassen sich in drei allgemeine
Kategorien (humanitäre Hilfe, technische Unterstützung, Kreditbürgschaften und Wirtschaftsabkommen)
mit unterschiedlichen Programmtypen aufteilen, die
häufig eine Verbindung zwischen humanitärer Hilfe
und technischer Unterstützung herstellen. Diese
Verbindung ist exemplarisch im Gesundheitswesen,
wo die Bereitstellung von Gerät und medizinischen
Versorgungsgütern als humanitäre Hilfe angesehen
wird und der Aufbau eines zuverlässigen Gesundheitswesens als technische Unterstützung. Bestrebungen
in den Bereichen Landwirtschaft und Nahrungsmittelvertriebssysteme haben ähnliche Aspekte: Die Bereitstellung von Waren und Transportmöglichkeiten wird
als humanitäre Hilfe eingestuft, die Hilfe für private
Landwirte und andere Elemente eines marktwirtschaftlichen Agrarsystems als technische Unterstützung.
Beim Gipfeltreffen vom 3. und 4. April 1993 in Vancouver verliehen die Präsidenten Clinton und Jelzin ihrem
entschlossenen Engagement für eine dynamische und
effektive amerikanisch-russische Partnerschaft Ausdruck, die internationale Stabilität stärkt. Die beiden
Präsidenten verabschiedeten eine umfassende Kooperationsstrategie zur Förderung von Demokratie,
Sicherheit und Frieden. Sie stimmten femer einem
neuen Paket bilateraler Wirtschaftsprogramme zur
Bewältigung der vordringlichen humanitären Erfordernisse Rußlands und als Beitrag zu Rußlands erfolgreiAMERIKA DIENST 3

chem Übergang zur Marktwirtschaft zu. Das beim
Gipfeltreffen in Vancouver bekanntgegebene Wirtschaftspaket beläuft sich insgesamt auf 1,6 Milliarden
Dollar für Rußland, einschließlich (bereits im Haushaltsjahr 1993 bewilligten) 690 Millionen Dollar an
Krediten, 700 Millionen Dollar für Nahrungsmittelverkäufe zu Vorzugsbedingungen und 230 Millionen Dollar an Krediten der Export-Import Bank. Zu dem Paket
zählen ferner ein russisch-amerikanischer Unternehmensfonds in Höhe von 50 Millionen Dollar zur Unterstützung der Entwicklung des Privatsektors, 95 Millionen Dollar zur Förderung der Privatisierungsbestrebungen und eine Initiative im Umfang von 6 Millionen
Dollar zur Rückführung russischer Offiziere, 215 Millionen Dollar für die Entnuklearisierung sowie 48 Millionen Dollar zur Mobilisierung einer breiten Koalition
amerikanischer Bürger und Institutionen zur Unterstützung der Demokratisierung.
Im September 1993 verabschiedete der Kongreß das
Hilfspaket fürdie Neuen Unabhängigen Staaten (NUS)
in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar, das ein von den Vereinigten Staaten beim Gipfeltreffen der Gruppe der
sieben führenden Industrienationen (G-7) im Juli 1993
in Tokio bekanntgegebenes bilaterales Paket von 1,8
Milliarden Dollar umfaßt. Die Mittel werden zur Unterstützung von sieben Hilfskategorien verwendet: Entwicklung des Privatsektors, einen besonderen Prrvatisierungs- und Umstrukturierungsfonds, Handel und
Investitionen, die Initiative Demokratiekorps, humanitäre Hilfe, Energie und Umwelt sowie Unterstützung
für den Truppenabzug und die Bereitstellung von
Wohnungen. Rund zwei Drittel des bewilligten 2,5
Milliarden-Hilfspakets sind für Rußland gedacht, das
restliche Drittel wird unter den anderen elf neuen
unabhängigen Staaten aufgeteilt.
Diese Zusammenfassung erläutert die Hilfstypen sowie
die staatlichen Kredite und andere Finanzbürgschaften.
Seite 1

�Humanitäre Hilfe
Die humanitäre Hilfe unterstützt das "soziale Netz"
Rußlands durch die Bereitstellung grundlegender,
vordringlicher Güter oder Unterstützung zur Heilung
von Krankheiten und Abwendung von Hungersnöten
sowie Erleichterung des Übergangs zu offenen Märkten.
Staatliche Hilfe. Ein Großteil der humanitären Hilfe
der US-Regierung wurde im Rahmen der Operation
Provide Hope bereitgestellt, die im Januar 1992 offiziell ins Leben gerufen wurde. Drei Phasen von
Provide Hope sind abgeschlossen. Sie umfaßten
überschüssige Nahrungsmittelbestände, Medikamente und medizinische Versorgungsgüter des US-Verteidigungsministeriums für Rußland sowie andere Zielorte unter Verwendung von Transportmitteln des Verteidigungsministeriums (einschließlich Verträgen mit
privaten Spediteuren). Im Rahmen der aktuellen drei
Phasen von Operation Provide Hope liefern die Vereinigten Staaten Nahrungsmittel im Wert von 48,8 Millionen Dollar sowie Medikamente, medizinische Versorgungsgüter und Geräte für über 97 Millionen Dollar
nach Rußland. Zu den jüngsten zusätzlichen Lieferungen von überschüssigem medizinischem Gerät des
Verteidigungsministeriums zählen zwei 1.000-BettenKrankenhäuser für Moskau, rund 18 Tonnen medizinischer Versorgungsgüter im Wert von 1,2 Millionen
Dollar nach Jakutsk und medizinische Versorgungsgüter im Wert von 3,8 Millionen Dollar nach Sibirien.

als 250 Millionen Dollar für Nahrungsmittelhilfe an
Rußland zur Verfügung. Zu der Vielzahl von Produkten zählen: Reis, Mais, Babynahrung, Weizen und
Weizenmehl, Milchpulver sowie Erdnüsse und Erdnußprodukte. Die Vereinigten Staaten haben darüber
hinaus im Haushaltsjahr 1993 Mais (29 Millionen Dollar) und Futterweizen (24,7 Millionen Dollar) für Rußland gespendet.
1992 stellte das US-Landwirtschaftsministerium rund
63,5 Tonnen Güter im Wert von 52,5 Millionen Dollar
für Rußland im Rahmen des Programms Nahrungsmittel für den Fortschritt zur Verfügung sowie 39,4
Tonnen Nahrungsmittel im Wert von rund 75 Millionen
Dollar unter dem Programm Abschnitt 416 (b). (Transportkosten inklusive).
Besondere Güter. Gesonderte Programme befaßten
sich mit dem Kaufvon Gütern durch die US-Regierung
im Wert von über 75 Millionen Dollar, die durch neun
amerikanische Privatorganisationen im Rahmen ihrer
karitativen Tätigkeit mit gefährdeten Personengruppen, insbesondere Frauen und Kindern, verteilt wurden.

Hilfe des Privatsektors. Eine zweite Komponente
der amerikanischen humanitären Hilfsbestrebungen
sind Spenden des Privatsektors. Im Rahmen der
Initative für medizinische Hilfe wurde die gemeinnützige Organisation Projekt HOPE befugt, Arzneimittel
und medizinische Versorgungsgüter in den NUS zu
beschaffen, zu sammeln und zu verteilen. Seit BeDie Initiative für Arzneimittelhilfe des US-Amts für kanntgabe dieser Initiative im Februar 1991 hat Projekt
internationale Entwicklung (U.S. Agency for Inter- HOPE medizinische Versorgungsgüter im Wert von
national Development - USAID) greift auf bereits bewil- mehr als 54 Millionen Dollar in über 50 Orte Ru ßlands
ligte 10 Millionen Dollar zurück, um dringend benötig- transportiert.
te Arzneimittel für die neuen unabhängigen Staaten zu
kaufen. Im Falle von Rußland wurde dieser Fonds Über gemeinnützige Vertragspartner können die
verwendet, um Pharmazeutika, vornehmlich Leukä- amerikanischen Privatorganisationen ihre gespendemiemedikamente, im Wert von über 16.000 Dollar zu ten Hilfsgüter von der US-Regierung transportieren
kaufen, die im November 1992 nach Chabarowsk lassen. In den Jahren 1992 und 1993 wurden rund 19
Tonnen Nahrungs- und Arzneimittel sowie medizinigeliefert wurden.
sche Versorgungsgüter in über 150 russische Städte
Überwachung der öffentlichen Gesundheit. Das in geliefert. Der Wert dieser Lieferungen beläuft sich auf
Atlanta ansässige Zentrum für Seuchenbekämpfung mehr als 58 Millionen Dollar. 1993 stellten die Verei(Center for Disease Control - CDC) arbeitet seit Okto- nigten Staaten femer 10 Millionen Dollar für den Luftber 1992 mit dem russischen Gesundheitsministerium transport von Arzneimitteln und medizinischen Versorund verschiedenen Organisationen zusammen, um gungsgütern an fünf Orte in Rußland zur Verfügung.
die Verfügbarkeit von Ressourcen für das Gesundheitswesen zu sondieren, Frühwarnfaktoren für Seu- Ein Beispiel der Hilfe des Privatsektors sind einzeln
chen auszumachen und die bestehenden Informa- abgepackte Pakete medizinischer Versorgungsgüter,
tionssysteme für Gesundheit und Ernährung zu ver- Produkte zur persönlichen Hygiene und von den
amerikanischen Pfadfinderinnen gesammeltes Spielbessern.
zeug, das im Januar 1993 unter Kindern in KrankenNahrungsmittelhilfe. Unabhängig von den im Rah- häusern und Pflegeeinrichtungen in St. Petersburg
men der Operation Provide Hope bereitgestellten verteilt wurde. Ein weiteres Beispiel ist der jüngste
Nahrungsmittellieferungen unterhält das amerikani- Lufttransport von Arzneimitteln im Wert von 8 Millionen
sche Landwirtschaftsministerium (U.S. Department of Dollar nach St. Petersburg, die von Heart-to-Heart
Agriculture-USDA) drei Initiativen für Nahrungsmittel- International mit Hilfe der amerikanischen Akademie
lieferungen nach Rußland. Das Landwirtschaftsmini- der Allgemeinmediziner gesammelt wurden.
sterium stellte im Haushaltsjahr 1993 Kredite von mehr

Seite 2

AMERIKA DIENST 3

�Technische Hilfe
Die technische Unterstützung trägt dazu bei, den
Empfängern das Verständnis der freien Marktwirtschaft und des demokratischen Systems sowie die
Fähigkeit für deren Aufbau zu vermitteln. Technische
Hilfe kann in Beratern oder vor Ort stationierten Fachleuten, Lehrmaterial, Seminaren und Arbeitsgruppen,
Geräten und Gütern für die Aufnahme des Betriebs,
Informationszentren und Bibliotheken, dem Austausch
von Berufsgruppen und Technologietransfer bestehen.
Mit der größte Bereich technischer Hilfe ist der Agrarsektor und damit in Verbindung stehende agrarwirtschaftliche Projekte. Rund 800 amerikanische Freiwillige werden im Rahmen des Programms für den Austausch von Landwirten von 1992 bis 1994 nach Rußland entsandt. (Bis heute haben 391 Freiwillige ihren
Dienst abgeleistet). Die sechs für die Durchführung
des Programms zuständigen amerikanischen Organisationen konzentrieren ihre Bemühungen auf die Entwicklung innovativer, basisorientierter Ansätze für
Vermarktung, Verarbeitung, Verteilung, Lagerung und
Kreditprobleme, mit denen sich Landwirte und Unternehmer im ländlichen Raum konfrontiert sehen. Das
amerikanische Landwirtschaftsministerium unterstützt
einen Modellbauernhof in der Nähe von St. Petersburg
mit zwei freiwilligen amerikanischen Landwirtehepaaren, die Hand in Hand mit Bauern und ehemaligen
Angehörigen des Militärs arbeiten. Ein politischer
Berater des USDA arbeitet mit dem russischen Landwirtschaftsministerium zusammen, und im Rahmen
des Programms für den Austausch von Führungskräften werden zwei amerikanische Agrarwirtschaftler in
der vor kurzem privatisierten Nahrungsmittelindustrie
tätig. Studienprogramme für die Vermarktung von
Agrarprodukten im Rahmen des USDA-Cochran-Stipendiums werden von 82 russischen Teilnehmern
genutzt.
Mit einem Zuschuß in Höhe von 645.000 Dollar bildet
die University of Idaho russische Landwirte in Erntemethoden, Lagerung, Verarbeitung und Vermarktung
verderblicher Güter aus. Die US-Regierung hat darüber hinaus ein (vom Zentrum für agrar- und landwirtschaftliche Entwicklung verwaltetes) privates agrarwirtschaftliches Zentrum in Rußland unterstützt und
stellt Mittel für den Transport von Samen, Schädlingsbekämpfungsmitteln, speziellem Pflanzgerät sowie
Geräten für die Ernte und Lagerung zur Verfügung.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Gesundheitswesen. Die US-Regierung hat zur Vermittlung von acht
Partnerschaften zwischen Krankenhäusern in Moskau, Dubna, Murmansk, St. Petersburg, Wladiwostok
und Stawropol beigetragen. Mit Hilfe einer Spende von
300.000 Dollar richten das Children's Health System
und Children's Hospital of the King's Daughters in
Norfolk (Virginia) ein Mutter-und-Kind-Gesundheits-

AMERIKA DIENST 3

programm für die Rostropowitsch-Stiftung in Moskau
ein.
Das Amt für Handel und Entwicklung unterstützt Projektstudien für Investitionen im Gesundheitswesen
unter besonderer Berücksichtigung der Modernisierung des Vertriebs von Pharmazeutika. Das Wirtschaftsministerium hat im Oktober 1992 eine für
Gesundheitsfürsorge zuständige Delegation nach
Rußland entsandt und in den Vereinigten Staaten
Seminare für die Privatindustrie veranstaltet. Darüber
hinaus organisierte das Ministerium 1993 zwei größere Konferenzen für amerikanische Hersteller von
pharmazeutischen Produkten und medizinischem Gerät.
Die Entwicklungsgesellschaft OPIC hat drei Sondierungsstudien zu Investitionen im Gesundheitswesen
zugestimmt.
Ferner wurden drei Abkommen über Hilfestellung bei
der pharmazeutischen Produktion und dem Wiederaufbau der russischen Industrie für Kinderimpfstoffe
unterzeichnet. Im Januar 1993 entsandte die Lebensmittelbehörde (Food and Drug Administration - FDA)
ein Team für die Planung von Ausbildungsaktivitäten
am Tarasawitsch Institut. Im Mai 1993 veranstaltete
die Behörde einen Workshop in Moskau über die Vorschriften zur Kontrolle von Impfstoffen, Pharmazeutika, medizinischem Gerät und Lebensmitteln. Die USRegierung stellt Gerät und Ausbildung für drei russische Herstellervon Impfstoffen zur Verfügung. Merck
und Lederle (zwei führende amerikanische Pharmaunternehmen) arbeiten an diesem Projekt und suchen
darüber hinaus Partner für ein Joint venture.
Privatisierung. Die US-Regierung steht seit September 1992 an vorderster Stelle bei der Bereitstellung von
Hilfe für die Privatisierung in Rußland. Das Privatisierungshilfsprogramm von USAID konzentriert sich vornehmlich auf folgende Bereiche:
Erarbeitung von Maßnahmen, Programmen und
Transaktionen zur Privatisierung von staatlichen Vermögenswerten wie Lastwagen, Fabriken oder Kleinunternehmen und
Entwicklung der ergänzenden Infrastruktur unter Einbeziehung von Gesetzen und Vorschriften, einer funktionierenden Börse, Behörden
und Organisationen zur Unterstützung der Unternehmen - die alle die Solvenz der privatisierten Unternehmen sichern sollen.
Die Schubkraft dieser beiden Initiativen trägt zur Schaffung eines offenen, fairen und berechenbaren unternehmerischen Umfelds bei, das Investitionen im Inund Ausland fördert. Die Privatisierungsprogramme
umfassen die Privatisierung kleiner Betriebe, Pilotprojekte zur Privatisierung von Landbesitz, die Entmonopolisierung von Warenhäusern und dem Transportwesen, ein öffentliches Informationssystem sowie die
beginnende Entwicklung eines Kapitalmarktes. Das

Seite 3

�nationale Auktionssystem gestattet russischen Bürgern den Erwerb von Aktienanteilen an Unternehmen,
die im gesamten Land zur Versteigerung angeboten
werden.
Der Erfolg der Bemühungen Rußlands um die Reform
der staatlich kontrollierten Wirtschaft zeigt sich am
deutlichsten an seinem Privatisierungsprogramm, an
dem 77 der 89 Regionen Rußlands teilnehmen. Seit
dem 31. September 1993 sind mehr als 4.000 der
mittelständischen und großen Unternehmen durch
Anteilsscheinauktionen privatisiert worden. Monatlich
werden etwa 800 versteigert. Nahezu 11.000 zusätzliche Firmen sind als Aktiengesellschaften registriert der erste Schritt zur Privatisierung. Derzeit sind mehr
als 20 Prozent der russischen Industriearbeiter im
Privatsektor angestellt. Diese Elemente bekräftigen,
daß im russischen Privatisierungsprozeß bei der Abgabe
staatlicher Vermögenswerte an den Privatsektor in nur
einem Jahr beträchtliche Fortschritte erzielt wurden.

geleitet, damit auf dem russischen Rohstoff markt auch
Handel mit Erdölprodukten betrieben werden kann.
Unter der Schirmherrschaft der amerikanischen Regierung werden in Rußland und den Vereinigten Staaten eine Reihe von Seminaren über den Betrieb von
Erdöl- und Erdgasleitungen sowie Elektrizität abgehalten. Das Energieministerium und das Umweltschutzamt der Vereinigten Staaten richteten in Moskau ein
Zentrum zur Energieeinsparung ein.
Aufbau demokratischer Institutionen. Diese Programme stellen Informationen über die Prinzipien der
Regierungsführung in einer demokratischen Gesellschaft zur Verfügung. Die Hauptgebiete bei diesem
Aspekt technischer Hilfe sind Programme zur Rechtsstaatlichkeit, öffentliche und Kommunalverwaltung,
Stärkung politischer Parteien und Veranstaltung von
Wahlen sowie die Förderung unabhängiger Medien.

Im Bereich staatsrechtlicher Programme besuchen
russische Parlamentarier im Rahmen des ParlamentaAm 28. September 1993 unterzeichneten Vertreter rischen Patenschaftsprogramms des US-Informationsdes US-Amts für internationale Entwicklung ein Ab- amts (USIA) die Vereinigten Staaten. Eine Delegation
kommen zur Initiierung eines russisch-amerikanischen führender Abgeordneter des russischen Obersten
Unternehmensfonds. Die Vereinigten Staaten planen Sowjets verbrachte Anfang 1993 eine Woche in der
die Ausstattung dieses Fonds mit einem Kapital von Bundeshauptstadt Washington im Rahmen des Proüber 300 Millionen Dollar an Auslandshilfe in den jekts "Gesetzgebung für Demokratie", das mit Hilfe
kommenden drei Jahren. 40 Millionen Dollar sollen für eines Darlehens des US-Informationsamts von der
Aktivitäten im äußersten Osten Rußlands aufgewen- Lawyers Alliance for World Security organisiert wurde.
det werden. In Anbetracht des Ressourcenreichtums Ein Rechtsberater der amerikanischen Bundesanwaltsdes Fernen Ostens und der Bedeutung des Pazifik- kammer koordiniert in Moskau deren Tätigkeit auf den
rands wird damit ein Katalysator für das reiche unter- Gebieten Verfassungslehre und Gesetzgebung,
nehmerische Potential der Region geschaffen, ein- Umstrukturierung des Justizwesens und Strafrechtsschließlich Gemeinschaftsunternehmen mit amerika- reform. Die Anwaltskammer veranstaltete im Januar
nischen Firmen. Der Fonds, der von einem privaten 1993 in Washington mehrere Seminare zur VerfasVerwaltungsrat geführt wird, soll die Befugnis zur sungsreform und dem Entwurf einer russischen VerAufnahme von Darlehen und Investitionen in Anteils- fassung. Neben weiteren Programmen wird an der
papieren haben sowie technische Hilfe zur Förderung Rechtsakademie des russischen Justizministeriums
neuer Privatunternehmen und Unternehmer in Ruß- ein Ausbildungsprojekt für Juristen durchgeführt.
land mit besonderer Betonung der Unterstützung kleiner und mittelständischer Betriebe anbieten. Er soll Mit Hilfe der Programme zur öffentlichen Verwaltung
zur Nutzung des amerikanischen Regierungskapitals fördert das US-Informationsamt Ausbildungsprogramermutigt werden, um andere Ressourcen für die Ent- me für hochrangige kommunale und städtische Beamte Rußlands und stellt Sister Cities International Mittel
wicklung des russischen Privatsektors anzuziehen.
zur Einrichtung städtischer Ausbildungsprogramme
Energie. Die technischen Hilfsprogramme der US- zwischen Partnerstädten zur Verfügung. USIA gibt
Regierung im Energiesektor zielen auf erhöhte Reak- auch politisches und verwaltungstechnisches Infortorsicherheit, Energieeinsparung, Bekämpfung von mationsmaterial heraus. Der Bürgermeister von NiEnergieverschwendung und Entwicklung effizienter schi-Nowgorod nahm an einem dreiwöchigen StudienEnergiereserven ab. Im Rahmen des Programms für programm in den Vereinigten Staaten über StadtverReaktorsicherheit richten das Energieministerium und waltung, Beteiligung von Unternehmen an der Stadtdie kerntechnische Genehmigungsbehörde der Verei- verwaltung, Föderalismus und Wirtschaftswissenschafnigten Staaten ein Ausbildungszentrum zur Verbesse- ten teil. Ein Berater der National Forum Foundation
rung der Betriebssicherheit ein. Eine Arbeitsgruppe erarbeitete zusammen mit dem Stadtrat von St. Pezur Energieeinsparung (die nach Kostroma und Jeka- tersburg Flächennutzungs- und Baubestimmungen.
terinburg entsandt wurde) sowie Teams für die Sicher- Zwei amerikanische Kommunalverwaltungsexperten
heit im Kohlebergbau (in den Regionen von Kusbass führen in Nowossibirsk regionale Ausbildungsprogramund Workuta) wurden an verschiedenen Orten bera- me durch und entwickeln Programme für Nischi-Nowtend tätig und installieren Einrichtungen zur Energie- gorod, Jekaterinburg und Saratow. Das US-Amt für
einsparung. Es wurde ein Programm in die Wege internationale Entwicklung rief in Moskau und Nischi-

Seite 4

AMERIKA DIENST 3

�Nowgorod ein umfassendes Programm zur kommunalen Finanzverwaltung ins Leben.
Die International Foundation for Electoral Systems
(IFES), das National Democratic Institute, das International Republican Institute und andere nichtstaatliche
Organisationen intensivierten ihre laufenden Programme zur Bereitstellung technischer Hilfe für die Parlamentswahlen vom Dezember 1993. Diese Aktivitäten
zur technischen Unterstützung lassen sich in vier
Hauptkategorien aufteilen: Die Entwicklung des politischen Prozesses zur Förderung freier und fairer
Wahlen, Unterstützung bei der Organisation von Wahlen,
Förderung der Wahlbeteiligung durch Aktivitäten der
Medien und Dialog mit der Öffentlichkeit sowie die
Ausbildung von Teams russischer Wahlbeobachter.
Das IFES und der Beauftragte der amerikanischen
Wahlprüfungskommission arbeiteten direkt mit der
russischen Wahlprüfungskommission zusammen.
Der Aufbau unabhängiger Medien umfaßt eine Vielzahl von Aktivitäten und Organisationen. Internews,
eine gemeinnützige amerikanische Organisation, bildet Journalisten aus und gibt Empfehlungen für die
Einrichtung eines unabhängigen Verteilersystems für
Femsehnachrichten. Im Dezember 1992 förderten
USIA und die Soros Foundation ein von Internews
organisiertes zweiwöchiges Seminar in den Vereinigten Staaten über den Femsehbetrieb in Amerika und
insbesondere unabhängige Femsehstationen auf großen
amerikanischen Märkten. Internews veranstaltete auch
die erste auf Video aufgenommene Telekonferenz für
100 Millionen Zuschauer über die Debatten des russischen und des ukrainischen Parlaments.
Grundsätze der Unternehmensfuhrung und Ausbildung kleiner Betriebe. Eine Vielzahl laufender
Programme soll Beratung über Grundsätze der Unternehmensfuhrung anbieten. Das Peace Corps hat
Freiwillige nach Wladiwostok und an die Wolga entsandt, um kleinen Betrieben Grundlegendes beizubringen.
Das Wirtschaftsministerium richtet amerikanische
Geschäftszentren ein, die Informationen zur Unternehmensfuhrung zur Verfügung stellen. 83 Russen
nehmen an der vom Wirtschaftsministerium organisierten Praktikantenausbildung in amerikanischen
Unternehmen (Special American Business Internship
Training - SABIT) teil und 38 halten sich zur Zeit in den
Vereinigten Staaten auf. Das Wirtschaftsministerium
hat einen amerikanisch-russischen Ausschuß zur
Untemehmensentwicklung ins Leben gerufen.
Das US-Informationsamt richtet in Wladiwostok ein
Amerika Haus als zentrale Informationsquelle über
verschiedene Aspekte marktwirtschaftlicher Prinzipien
ein. Es bietet eine Vielzahl von Publikationen an, die
Beispiele für die freie Marktwirtschaft liefern. USIA
organisiert auch mehrere Fernsehprogramme und
Radiosendungen über Aspekte der freien Marktwirtschaft.
AMERIKA DIENST 3

Sichere Abrüstung. Die Vereinigten Staaten haben
Rußland, Belarus, Kasachstan und der Ukraine 1,2
Milliarden Dollar an Nunn-Lugar-Hilfe zugesagt. Bisher wurden ein Rahmenabkommen und 11 Durchführungsvereinbarungen unterzeichnet, die bis zu 374
Millionen Dollar an Rußlandhilfe bereitstellen. Diese
Vereinbarungen bieten Beistand bei der Beseitigung
strategischer Trägersysteme für Atomwaffen, der
Beschaffung von Gerät für den Aufbau und Betrieb
einer Lagerstätte für spaltbares Material, bei der Einrichtung nationaler und einrichtungsgebundener Systeme für die Kontrolle und Rechenschaft über Nuklearmaterial für zivile Zwecke sowie dessen Schutz.
Kreditbürgschaften und Wirtschaftsabkommen
Seit 1991 haben die Vereinigten Staaten der ehemaligen Sowjetunion mehr als 5 Milliarden Dollar an landwirtschaftlichen Kreditbürgschaften zur Verfügung
gestellt. I m September 1992 gab das Landwirtschaftsministerium neue Kreditbürgschaften in Höhe von 900
Millionen Dollar bekannt, die unter das GSM-102Programm der amerikanischen Förderungsstelle für
die Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte (Commodity
Credit Corporation - CCC) fallen und dem Erwerb
landwirtschaftlicher Produkte aus den Vereinigten
Staaten dienen sollen. 100 Millionen Dollar dieser
Summe sind für das Haushaltsjahr 1992,800 Millionen
Dollar für das Haushaltsjahr 1993 vorgesehen. Das
Programm für 1993 wurde im November 1992 ausgesetzt, als die Russische Föderation mit ihren Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 899 Millionen Dollar
an noch von der früheren Sowjetunion eingegangenen
CCC-Obligationen in Verzug geriet. Durch diese einstweilige Einstellung blieben 365 Millionen Dollar des für
das Haushartsjahr 1993 vorgesehenen Programms
ungenutzt; die 497 Millionen Dollar an Rückständen
wurden in das Umschuldungsprogramm miteinbezogen, das am 2. April von den offiziellen Gläubigern
angenommen wurde. Die Zahlung dieser Rückstände
wird Teil eines noch auszuhandelnden bilateralen
Umschuldungsabkommens sein; 497 Millionen Dollar
an nicht unter die Umschuldung fallenden Rückständen sind noch fällig. Weitere Bestrebungen umfassen
unter anderem:
Die Export-Import Bank hat Kreditbürgschaften
und Versicherungen in Höhe von über 240 Millionen Dollar für Transaktionen in Rußland
bewilligt.
Gemäß einem im Juni 1992 ratifizierten Abkommen kann die Entwicklungsgesellschaft OPIC in
Rußland niedergelassenen amerikanischen
Unternehmen eine Versicherung und andere
Bürgschaften anbieten.
Im Juni 1992 wurde ein bilaterales Handelsabkommen (bilateral trade agreement - BIT) ratifiziert, das den Meistbegünstigungsstatus einräumt. In demselben Monat wurden auch bila-

Seite 5

�terale Verträge über Investitionen und Versteuerung unterzeichnet. Für das BIT ist noch die
Zustimmung des russischen Parlaments erforderlich. Die Ratifizierungsinstrumente für den
Vertrag über die Versteuerung wurden während
des Moskaubesuchs von Vizepräsident Gore im
Dezember 1993 ausgetauscht.
Das Amt für Handel und Entwicklung hat über 12
Millionen Dollar für Projektstudien und verwandte Programme für 40 Handelsprojekte bereitgestellt.
Weitere Programme
Weitere Programme sind bereits in die Wege geleitet
worden:
Die amerikanische Regierung hat Finanzhilfe
für die Einrichtung eines internationalen Wissenschafts- und Technologiezentrums in Rußland zugesagt.
Aus Angehörigen des US-Amts für internationale Entwicklung und des Außenministeriums bestehende Teams reisten im Oktober und November 1993 nach Moskau und trafen mit Vertretern russischer Behörden zusammen, um ein
Programm zur Bereitstellung von 5.000 Wohnungen für aus dem Baltikum und anderen
Gebieten heimkehrende demobilisierte russische Offiziere zu entwerfen, wie von Präsident
Clinton beim Gipfel der sieben führenden Industrienationen angekündigt. Zu diesem Zweck
wurde im August 1993 ein von Präsident Clinton
beim Vancouver-Treffen bekanntgegebenes
Pilotprojekt begonnen, das 450 Wohneinheiten
umfaßt. Dieses Pilotprojekt sieht auch Umschulungsmaßnahmen vor. In Moskau, St.

Petersburg, Nowosibirsk und Jekaterinburg arbeiten Wohnungsfachleute an einer Gesetzesreform für den Wohnungssektor, entwickeln ein
Gesetz zur Privatisierung von Wohnungen und
geben Ratschläge für die Stadtverwaltung. Der
University of Maryland wurden Gelder zur Einrichtung eines Austauschprogramms für Wohnungsbaufachleute bewilligt. Das US-Informationsamt finanzierte im Februar 1993 ein Seminar über den amerikanischen Wohnungssektor
für Fortgeschrittene.
Im Rahmen des FREEDOM Support Act haben
Schüler weiterführender Schulen aus Rußland
Austauschprogramme mit amerikanischen High
Schools begonnen. Die Soros Foundation gab
ihre Absicht bekannt, 10 Millionen Dollar für die
Reform des weiterführenden Schulwesens in
Rußland bereitzustellen, wozu auch das Projekt
"Umwandlung der Geistes- und Sozialwissenschaften" zählt.
Ein Team der Weltbank, dem auch Mitarbeiter
des US-Amts für internationale Entwicklung und
des Umweltschutzamts angehören, bereitet ein
Abkommen über ein Paket von Darlehen im
Umweltschutz- und Energiebereich in Höhe von
3 bis 4 Millionen Dollar vor, um einen Mechanismus in Gang zu setzen, weitere Gelder anzuziehen.
Fünf Privatorganisationen aus den Vereinigten
Staaten haben Zuschüsse zur Förderung örtlicher nichtstaatlicher Organisationen und der
ehrenamtlichen Tätigkeit erhalten. Die für das
russische Programm bereitgestellten Gelder
belaufen sich auf ungefähr 4 Millionen Dollar.

* * * * *

Seite 6

AMERIKA DIENST 3

�NAHER

OSTEN
19. Januar 1994

CLINTON UND ASSAD FORDERN
"FRIEDEN DER MUTIGEN"
Syrien strebt normale Beziehungen zu Israel an

GENF - (AD) - Präsident Clinton verlieh am 16. Januar
1994 seiner Hoffnung Ausdruck, daß der Appell des
syrischen Präsidenten Assad zu einem "Frieden der
Mutigen" in Israel eine "positive Reaktion hervorrufen"
werde.
Clinton bezeichnete die Erklärung Assads, er sei bereit
zum Aufbau normaler Beziehungen zu Israel als Teil
einer umfassenden Friedenslösung als "äußerst wichtig" und teilte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Präsidenten mit, seiner Ansicht nach
sei der syrische Staatschef gewillt, das zur Friedensschaffung erforderliche Risiko auf sich zu nehmen,
"das alle verantwortlichen Politiker eingehen müssen,
die wirklich den Frieden anstreben".
Clinton entsandte ein Team amerikanischer Diplomaten aus Genf nach Israel, um Ministerpräsident Rabin
noch vor dem für nächste Woche in der Bundeshauptstadt Washington angesetzten Treffen der Delegationschefs des Friedensprozesses im Nahen Osten
über die Gespräche zu informieren. Dieses Treffen
war im vergangenen Monat vereinbart worden.
Der amerikanische Präsident gab bekannt, er habe
seit seinem Amtsantritt brieflich und fernmündlich in
regelmäßigem Kontakt zu Assad gestanden und fügte
hinzu, er sehe der Gelegenheit erwartungsvoll entgegen, in einem persönlichen Gespräch mit dem syrischen Staatschef dessen Ansichten darüber zu hören,
"wie dieses Jahr zu einerZeit des Du rchbruchs an allen
Fronten gestaltet werden kann". Nach einem länger
als vier Stunden andauernden offiziellen Treffen
amerikanischer und syrischer Regierungsvertreter und
einem 50minütigen Gespräch unter vier Augen sei er
sicher, daß Assad "das gleiche Ziel wie er selbst"
verfolge: "Nicht nur die Beendigung des Krieges,
sondern die Schaffung eines wirklichen und umfassenden Friedens mit Israel, der zu normalen, friedlichen
Beziehungen zwischen guten Nachbarn führt."

AMERIKA DIENST 3

Der syrische Präsident erklärte, sein Land strebe
"einen FriedenderMutigen"an, "einen echten Frieden,
der von Dauer und lebensfähig ist, einen Frieden, der
den Interessen beider Seiten Rechnung trägt...". Wenn
die Politiker Israels zur Schaffung eines solchen Friedens bereit seien, werde "ein neues Zeitalter der
Sicherheit und Stabilität anbrechen, das von normalen, friedlichen Beziehungen zwischen allen Staaten
gekennzeichnet ist".
Clinton zufolge forderte der syrische Präsident einen
"Frieden der Mutigen", da sowohl in Tel Aviv als auch
in Damaskus "schwerwiegende Entscheidungen" getroffen werden müßten, "wenn dieses gemeinsame
Ziel erreicht werden soll. Aus diesem Grund schließe
ich mich seinem Appell an."
Diese schwerwiegenden Entscheidungen umfassen
dem amerikanischen Präsidenten zufolge den israelischen Rückzug im Zuge des Strebens nach Frieden
und Sicherheit, wie in den UN-Resolutionen 224 und
338 gefordert. Nach seinen Gesprächen mit Assad
teilte Clinton mit: "Ich bin zuversichtlich, daß wir die
Grundlagen für wirkliche Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den Delegationschefs gelegt haben",
die nächste Woche in der Bundeshauptstadt Washington aufgenommen werden.
Auf die Frage, ob Assad eine 'bindende Verpflichtung"
zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel eingegangen sei, erwiderte Clinton: "Die kurze Antwort
lautet Ja. Meines Erachtens gab Präsident Assad eine
klare, offene und höchst bedeutende Erklärung über
normale, friedliche Beziehungen ab."
Clinton lehnte es ab, über spezifische Konzessionen
oder Vorschläge zu sprechen, die in den Gesprächen
gemacht wurden und wies darauf hin, die Parteien
müßten die Umsetzung eines jeden Abkommens
aushandeln. Er stellte jedoch fest, die Behauptung

Seite 1

�Assads, "es ist an der Zeit, den Konflikt mit Israel zu
beenden und einen Frieden mit diesem Staat zu schließen, der zu normalen und friedlichen Beziehungen
führt" stelle ein hoffnungsvolles neues Element dar.
Präsident Clinton verlieh seiner Hoffnung Ausdruck,
"daß dies eine positive Reaktion Israels hervorrufen
wird und die Parteien sich anschließend zusammensetzen, um die Einzelheiten ausarbeiten".

Präsident, sei er der Überzeugung gewesen, daß
Assads Beteiligung am Friedensprozeß für den Frieden "entscheidend"sei. Diese Überzeugung habe sich
in den Stunden "konstruktiver und ermutigender" Erörterungen im Hotel Intercontinental in Genf bestätigt.

Clinton zufolge haben Assad und er eine Erörterung
der mit der Aushandlung eines umfassenden Friedens
einhergehenden "Details" vermieden und bekräftigt,
dies sei nicht "angemessen", da andere KonfliktparteiAuf die Frage, waru m seiner Ansicht nach Fortschritte en nicht anwesend seien. Sie hätten vielmehr darüber
jetzt möglich seien, antwortete der Präsident, Wa- gesprochen, "wie am besten Durchbrüche" bei allen
shington versuche, "den meines Erachtens geeigne- Aspekten des Friedensprozesses erzielt werden könnten Zeitpunkt in der Geschichte zu nutzen, wenn man ten.
engagierte Politiker hat, die dies vollbringen wollen".
Ihm zufolge werden die Vereinigten Staaten alles in Assads Erklärung zu normalisierten Beziehungen waren
ihrer Macht Stehende tun, "um den Prozeß in Gang zu die erste Aussage, in der sich der syrische Staatschef
halten, das Vertrauen unter den Parteien zu bewahren öffentlich zur Erfüllung der israelischen Bedingungen
sowie versuchen, ein ehrlicher Makler zu sein und die für die Aufnahme von Gesprächen über den Abzug
Probleme zu bewältigen".
ihrer Truppen von den Golanhöhen äußerte, wo jetzt
rund 13.000 israelische Siedler leben.
Clinton erläuterte, Assad und er hätten auch die bilateralen Beziehungen erörtert und sich darauf verstän- Wie ein hochrangiger amerikanischer Regierungsverdigt, daß von den Diplomaten ein "Mechanismus" treter später erklärte, habe Assad "heute Neuland
geschaffen wird, um die Meinungsverschiedenheiten erschlossen bei der Darlegung seiner Vision von Friezwischen Washington und Damaskus im einzelnen den, einem ehrenwerten Frieden mit Israel. Meines
auszumachen sowie auf ihre Behebung hinzuarbeiten. Erachtens hat er dies zum ersten Mal getan."
Der Präsident stellte fest, sie seien sich einig, "daß wir
sehr viel zu unseren bilateralen Beziehungen und zu
einer besseren Zukunft beitragen werden, wenn wir
das gegenseitige Vertrauen bei der Arbeit an einer
friedlichen Lösung im Nahen Osten bewahren können".

Der Beamte bezeichnete das 'bedeutende" Ergebnis
der Gespräche als "einiges", das Assad "zuvor nie
gesagt hatte. Insbesondere die Verpflichtung zur
Beendigung des Konflikts mit Israel, die Verpflichtung
zu Frieden mit Israel, die Verwendung des Begriffs
'normale, friedliche Beziehungen' - all dies sind Formulierungen und eine Terminologie, die zuvor nie verwenEin hochrangiger Regierungsvertreter stellte fest, Clin- det wurde... Es wurde Neuland erschlossen, zuminton habe die Frage des Bombenanschlags auf den Pan dest im Hinblick auf die Terminologie."
Am Flug 103 angeschnitten und "eindeutig klargestellt,
daß dies für die Vereinigten Staaten ein äußerst ern- Ebenso wie der Präsident lehnte der Regierungsverstes Thema sei. Der Präsident erklärte, es sei absolut treter eine Definition dessen ab, was unter normalen,
unerläßlich, daß Libyen die des Anschlags angeklag- friedlichen Beziehungen zu verstehen sei. Er stellte
ten beiden Männer für den Prozeß ausliefert. Dem jedoch fest, Assad "hat uns zweifelsohne seine EinPräsidenten zufolge ist dies eine absolute Bedingung schätzung der Anforderungen des Friedens vermittelt,
der Vereinigten Staaten."
er versteht die umfassenden Elemente des Friedens
und ich möchte wirklich nicht weitergehen". Der BeamPräsident Clinton traf Präsident Assad zum Abschluß te fügte jedoch hinzu, Assad habe öffentlich erklärt, er
einer achttägigen Europareise, die sich auf die Her- sei bereit, auf die Erfordernisse des Friedens zu reaausforderungen konzentriert hatte, mit denen sich die gieren.
Atlantische Gemeinschaft konfrontiert sieht. In seinen
Ausführungen hatte er jedoch festgestellt, daß ihn der Aus israelischer Sicht beinhalten diese Erfordernisse
Nahe Osten seit dem Tag seiner Amtsübernahme sichere Grenzen, diplomatische Anerkennung sowie
äußerst beschäftigt habe. Von Anfang an, so der offenen Handel und Handelsbeziehungen.

*

Seite 2

*

*

*

AMERIKA DIENST 3

�USIA
19.Januar 1994

KEMBLE ERÖFFNET BUSINESS
INFORMATION CENTER
Ansprache im Amerika Haus Frankfurt
FRANKFURT - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Stellvertretenden USIA-Direktors Penn
Kemble anläßlich der Eröffnung des Business Information Center im Amerika Haus Frankfurt am 18. Januar
1994.

Botschafter Holbrooke hat uns das Thema Handel und
Kultur vorgegeben. Staatssekretär Garten wird sich
mit dem Thema Handel befassen - und sicherlich auf
höchst effiziente Weise. Wir im US-Informationsamt
sind für das zuständig, was man als die kulturelle
Domäne bezeichnen könnte.
Natürlich verwenden wir den Begriff Kultur hier im

umfassendsten Sinne. Obwohl USIA sehr viel im
Bereich der Künste sowie der akademischen und
wissenschaftlichen Welttätig ist, hatdervom Business
Information Center angebotene Informationsdienst einen
eher praktischen Aspekt. Wir erwarten nicht, daß
diese Einrichtung ein Zentrum der Hochkultur wird.

In den Vereinigten Staaten waren Handel und Kultur
nicht nur unterschiedliche Gebiete-viele gingen davon
aus, daß zwischen den beiden ein inhärenter Gegensatz besteht. Die einzig authentische Kultur war, was
einige als Gegenkultur bezeichneten: Die Gemeinschaft der Werte und Ideen, die entstanden war und
durch den Widerstand gegen den rein materiell eingestellten Menschen genährt wurde. Aus diesem Blickwinkel bestand der einzig mögliche Beitrag, den der
Handel zur Kultur leisten konnte, in einem Stipendium.

Ich bin erstaunt darüber, wie veraltet diese Einstellung
heute erscheint. Dies schlägt sich in den offensichtlichsten Dingen nieder. Beispielsweise kann man nicht
mehr einen Raum betreten - noch nicht einmal zu einer
Die Tatsache, daß Botschafter Holbrooke uns heute Vernissage oder einer Party von Schauspielern gehen
hier zusammengebracht hat, könnte jedoch eine Ver- - und vom äußeren Erscheinungsbild her sagen, wer
lagerung des in unserer Zeit vorherrschenden Gefühls das "Kulturvölkchen" und wer die "Geschäftsleute"
bedeuten, daß wir uns um Erkenntnis und Verständnis sind. Versuchen Sie es, und Sie können sicher sein,
bemühen sollten. Ein deutsches Wort hat seinen einen Fauxpas zu begehen.
festen Platz im amerikanischen Vokabular gefunden,
der Begriff "Zeitgeist". Wir Amerikaner sind boden- Heute treffen Sie Manager aus der Computerindustrie,
ständige Menschen und müssen vorsichtig sein, wenn die ihre Examensarbeit über die Choräle des Mittelalwir uns auf das Terrain geistiger Höhenflüge begeben tersgeschrieben, und andere, die in Lateinamerika mit
- insbesondere, wenn wir ein Land besuchen, das für der Urbevölkerung gearbeitet haben und mit großen
seine philosophischen und historischen Leistungen Ideen für Investitionen in die Krabbenzucht zurückkabekannt ist. Dennoch möchte ich versuchen - wenn men. Die Migration geht auch in die andere Richtung,
auch vielleicht etwas stümperhaft - meinen Eindruck von der Geschäftswelt in den Kulturbereich. Der Mann
einer Änderung des Zeitgeists wiederzugeben.
im dunkelblauen Anzug könnte sich als jemand erweisen, der seinen Arbeitsplatz bei einer Versicherung
Diejenigen unter Ihnen, die - sei es in den Vereinigten aufgab, um ein Buch über die architektonischen GärStaaten oder hier in Europa - die Erfahrungen meiner ten des 18. Jahrhunderts zu schreiben oder ein BilGeneration teilen, könnten sich bei der Verbindung der dungsprogramm für jugendliche Angehörige von MinBegriffe Kultur und Handel etwas ungemütlich fühlen. derheiten zu entwickeln.
Vor nicht allzulanger Zeit lief man Gefahr, als Philister,
Banause oder Diener des bourgeoisen Establishment Was geht hier vor? Was hat diese Vermischung der
abgetan zu werden, wenn man Handel und Kultur in Domänen von Handel und Kultur bewirkt?
einem Atemzug nannte.
AMERIKA DIENST 3

Seite 1

�Ein offensichtlicher Faktor war der Zusammenbruch
des Marxismus-Leninismus. Nachdem selbst die
vernünftigsten Menschen verstanden hatten, daß der
Kommunismus eine grausame Täuschung war, erhielt
der Fortbestand des "sozialistischen Blocks" die Idee
eines unversöhnlichen Konflikts zwischen den Welten
von Handel und Kultur irgendwie am Leben. Viele der
Linken konnten immer noch durch die Behauptung
beschämt werden, daß sie etwas des Profits wegen
taten. Aber als sich den Menschen, die unterdem "real
existierenden Sozialismus" gelebt hatten, endlich die
Chance bot, der Welt zu zeigen, was sie davon hielten,
wurde diese Verlegenheit ausgemerzt.
Veränderungen haben sich jedoch nicht nur bei der
sogenannten Linken vollzogen. Führungskräfte in der
Geschäftswelt werden sich zunehmend bewußt, daß
Wohlstand vornehmlich in den Menschen und ihren
Qualifikationen, in ihrer Bildung und ihrer Fähigkeit
liegt, in relativem Frieden und Harmonie miteinander
zu leben und zu arbeiten.

mehr informiert sein, als nur über Preis, Menge und
Postanschrift. Wenn Mercedes Benz oder BMW den
Bau eines Werkes in South Carolina oder Alabama
planen, wollen sie eine Vielzahl harter kommerzieller
Fakten wissen: Transportkosten, Energiekosten,
Lohnkosten etc.
Wenn es sich um eine ernsthafte Investition handelt,
benötigt das Unternehmen auch die Beantwortung
anderer Fragen: Was für Schulen gibt es in der
Gegend? Bestehen Erholungsmöglichkeiten für die
Angestellten? Welche Einstellung hat die örtliche
Bevölkerung gegenüber Ausländern? Gibt es in der
Region irgendwelche merkwürdigen Sitten und Gebräuche? Eine gute Führungskraft wird vielleicht sogar
ein Buch über den Süden der Vereinigten Staaten von
William Faulkner oder Toni Morrison lesen wollen.

Ähnliches gilt auch fü r einen Amerikaner, der etwas auf
dem deutschen Markt verkaufen will. Heute werden
Märkte nicht einfach entdeckt - sie werden kultiviert.
Wie kann man das Interesse der Deutschen an KurorZweifelsohne gibt es diejenigen, die Profite absahnen, ten amerikanischen Stils, amerikanischen Laufschuindem sie schwache Menschen ausnutzen. Aber hen, Burritos oder ähnlichem wecken? Man muß sehr
während wir in das Zeitalter der Informationswirtschaft viel über sie herausfinden und sorgfältig eine Strategie
eintreten, findet die Idee zunehmend Widerhall, daß entwerfen. Man benötigt eine Vielzahl von Informatiodie größten Vorteile bei Produktivität und Gewinn in nen - aber Informationen reichen nicht aus. Erforderder Förderung von Menschen zu finden sind - nicht lich ist ein Gefühl für die Menschen und ihre Kultur.
indem man ihre Schwächen ausnutzt. Dies trägt dazu
bei, Handel und Kultur - Bildung, Ideen, Werte und die Der Zugang des Amerika Hauses Frankfurt zu elektroKünste - nach einer langen und schmerzlichen Zeit der nischen rechnergestützten Informationsdiensten wie
Dialogue, Legislate und Nexis - harten Fakten - kann
Spannungen wieder zusammenzubringen.
zu Handel und Investitionen zwischen unseren LänIch möchte jetzt diesen hochintellektuellen Orbit ver- dern beitragen, die von beiderseitigem Vorteil sind.
lassen und sehen, ob ich - wie eine Raumfähre - auf die
Wir hoffen auch, daß diese Informationen für UmweltErde zurückkehren kann.
schutzorganisationen, Frauengruppen, GewerkschafWie kann man, praktisch gesehen, Arbeitsbeziehun- ten und Kommunalbeamte von Nutzen sein können.
gen zwischen Handel und Kultur herstellen? Wie Wir haben nicht einfach nur eine Marktwirtschaft,
können wir in USIA die Aufgabe bewältigen, die Kosten sondern eine soziale Marktwirtschaft. Wenn die Wirtfür Einrichtungen wie diese zu rechtfertigen - zu einer schaftsbeziehungen zwischen unseren beiden LänZeit, in der der amerikanische Steuerzahler zu Recht dern erfolgreich sein sollen, ist große Transparenz
fordert, daß jeder in derzeit nach dem Kalten Krieg von erforderlich, und beide Seiten müssen sich der Pflichuns im Ausland ausgegebene Dollar eindeutig ge- ten der in der Wirtschaft Tätigen gegenüber der Öffentrechtfertigt ist?
lichkeit bewußt sein.
Handel und Kultur basieren gleichermaßen auf Information, und Information ist Teil unseres Namens, wie
wir beim US-Informationsamt bisweilen sagen. Ein
zentrales Element indem Plan für die Neuorganisation
von USIA, den unser Direktor, Dr. Joseph Duffey,
Präsident Clinton diese Woche vorlegen wird, ist das
Vorhaben, die amerikanischen Botschaften und Zentren wie dieses auf der ganzen Welt an das bemerkenswerte elektronische Informationsnetz anzuschließen, das wir in den Vereinigten Staaten aufbauen.
Kurzum: Wir wollen Frankfurt zum Dreh- und AngeLpunkt unseres Informationsnetzes machen.

In diesem Bereich wirken Kultur und Handel aufeinander ein, sie verstärken sich entweder gegenseitig oder
verstricken sich und werden besiegt. Wenn Länder
starke Handelspartner werden wollen, ist gegenseitiges Verständnis erforderlich, da dieses die Basis für
Vertrauen darstellt. Aus diesem Grund ist es notwendig, daß sich ein Zentrum wie dieses nicht nur in der
Wirtschaft, sondern auch im Bildungswesen und den
Künsten engagiert.

Das Amerika Haus Frankfurt wird den Deutschen auch
Zugang zu den reichhaltigen Mitteln der weiterführenden Bildung in Amerika verschaffen. Die StudentenbeWenn ein Geschäftsmann ein Produkt vermarkten ratung unserer Infothek kann denjenigen, die ein
oder eine Investition tätigen will, muß er über sehr viel Hochschulstudium in den Vereinigten Staaten in Be-

Seite 2

AMERIKA DIENST 3

�tracht ziehen, Information und Beratung anbieten - sei
es durch Stipendien im Rahmen des Fulbright-Programms oder durch Finanzierung auf eigene Faust.

Dies ist natürlich ein Aspekt der Gespräche, die wir in
den Vereinigten Staaten führen müssen. In unserem
Land wird manchmal die Meinung vertreten, Programme wie die Einrichtung von Amerika Häusern seien
USIA kann mit Hilfe dieser Einrichtung auch eine Vergünstigungen, die wir Deutschland gewähren.
andere Aufgabe unterstützen, die sowohl für die Ver- Natürlich hoffen wir, daß die Deutschen davon profitieeinigten Staaten als auch für Deutschland äußerst ren. Aber in der heutigen Zeit haben nicht nur wir den
wertvoll ist: Der Englischunterricht für junge Deutsche. Deutschen etwas aus unserem eigenen Leben anzuIch lasse nie eine Gelegenheit verstreichen, Staatsse- bieten - die Deutschen und wir sind durch gemeinsame
kretär Garten daran zu erinnern, daß die Vereinigten Werte und zunehmend auch durch viele gemeinsame
Staaten enorme Vorteile aus diesen bildungspoliti- Erfahrungen miteinander verbunden. Unser Kulturschen Aktivitäten ziehen - auf sehr direkte und greifba- und Bildungsaustausch mit Deutschland ist für uns von
re Weise. Durch die weiterführende Bildung erzielen immer größerem Vorteil.
die Vereinigten Staaten jährlich Nettoeinnahmen aus
dem Ausland in Höhe von ungefähr 6 Milliarden Dollar Folglich ist es nicht nurdie Vereinigung von Kultur und
- was die weiterführende Bildung zu einer unserer Handel, die die Amerika Häuser im Vergleich zu den
produktivsten Exportindustrien macht. Durch den legendären Tagen des Wiederaufbaus nach dem Krieg
Englischunterricht werden nicht nur Märkte für unsere weiter verändert - das Entstehen eines modernen und
Bücher, Filme und sogar Hardware-Produkte geschaf- vereinigten Deutschland verwandelt diese Einrichtunfen - einer Studie der britischen Zeitschrift The Econo- gen in Schlüsselverbindungen von beiderseitigem Vormist zufolge beläuft sich der Markt fürden Englischun- teil zwischen großen Nationen. Es ist eine Ehre,
terricht weltweit jährlich auf 9 Milliarden Dollar.
hierbei eine kleine Rolle zu spielen.
Kurzum: Kultur ist nicht nur eine Ergänzung des Handels, sondern kann selbst ein großes Geschäft sein.

* * * * *

AMERIKA DIENST 3

Seite 3

�PORTRAT
19.Januar 1994

PENN KEMBLE SIEHT FÖRDERUNG DER DEMOKRATIE
IM AUSLAND ALS HAUPTAUFGABE
Porträt des Stellvertretenden USIA-Direktors
BONN - (AD) - Der Stellvertretende USIA-Direktor Penn Kemble nahm am 17. und 18. Januar 1994 an den 27.
deutsch-amerikanischen Kulturkonsultationen teil und eröffnete am 18. Januar im Beisein des amerikanischen
Botschafters in der Bundesrepublik Deutschland, Richard C. Holbrooke, das Business Information Center im
Amerika Haus Frankfurt. Aus diesem Anlaß veröffentlichen wir das Porträt von Penn Kemble.

Penn Kemble wurde am 4. Mai 1993 von Präsident
Clinton zum Stellvertretenden Direktor des US-Informationsamts nominiert und vom amerikanischen Senat
am 29. Juni 1993 bestätigt. Kemble hat sich seit vielen
Jahren die Förderung von Demokratie im Ausland zur
Aufgabe gemacht. Seine Position bei USIA ist die des
Stellvertreters von USIA-Direktor Dr. Joseph Duffey.
Seit 1991 war Kemble Mitglied des Board for International Broadcasting und ist seit 1988 hochrangiger
Mitarbeiter von Freedom House, einer überparteilichen Menschenrechtsorganisation, die Demokratie
weltweit unterstützt. 1972 war Kemble Mitbegründer
der Koalition für eine demokratische Mehrheit (Coalition for a Democratic Majority) und dann Mitherausgeber von The Defense Democrat. Seit 1981 ist er
Vorsitzender des Exekutivausschusses der Koalition.
Von 1981 bis 1988 war Kemble Präsident von Prodemca, einer Organisation für die Förderung der demokratischen Entwicklung auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Zwischen 1979 und 1981 arbeitete
er als Produzent und Drehbuchautor im öffentlichen
Hörfunk für WETA-TV in der Bundeshauptstadt Washington. 1978 und 1979 war er persönlicher Referent
und Redenschreiber von Senator Patrick Moynihan,
einem Demokraten aus New York.
Von 1969 bis 1972 war Kemble Vorsitzender von
Frontlash, Inc., einer vom amerikanischen Gewerkschaftsbund AFL-CIO geförderten Kampagne zur
Wählerregistrierung und politischen Bildung von der

Arbeiterklasse und Minderheiten angehörenden Jugendlichen. Kemble arbeitete ferner zwischen 1963
und 1969 als Programmdirektor der League for Industrial Democracy, mit besonderem Augenmerk auf die
Angelegenheiten von Jugendlichen und Studenten.
Kemble erhielt 1962 sein Bakkalaureat an der University of Colorado. Im selben Jahr legte er einen besonderen Abschluß (Special Certificate Program) in Film
und Fernsehen an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften der Boston University ab und nahm
1964 und 1965 am Graduate Program in Arbeitsmarktökonomie der New School for Social Research in New
York teil.
Kemble veröffentlichte Artikel in Commentary, The
New Republic sowie Leitartikel für die New York
Times und die Washington Post. Er ist Vorstandsmitglied des National Democratic Institute for International Affairs und war Anfang der achtziger Jahre im
Rundfunkprogrammrat von USIA tätig.
Bei der Nominierung von Kemble erklärte Präsident
Clinton: "Penn Kemble hat hart für die Förderung der
Sache der Freiheit im Ausland gearbeitet. Ich bin
sicher, daß er und Joe Duffey bei der Ausschöpfung
aller Ressourcen von USIA zur weiteren Verfolgung
dieses Ideals gut zusammenarbeiten werden.
Kemble ist mit Marie-Louise, geb. Caravatti, verheiratet.

* * * *
AMERIKA DIENST 3

*

Seite 1

�AIDS
19. Januar 1994

DIE WAHRHEIT ÜBER AIDS
von Robert Stewart
Der amerikanische Filmemacher Richard Panzer nutzt sein Talent für eine eindringliche, gezielte, aber dennoch
nicht bedrohliche Diashow, die Erwachsene über das AIDS-Risiko und die Notwendigkeit zu einer veränderten
Lebensweise informiert. In dem nachfolgenden Artikel geht der Autor im einzelnen auf die Diashow und die
Krankheit AIDS ein.
Robert Stewart ist freiberuflicher, auf Gesundheitsfragen spezialisierter Journalist.
Der Artikel erschien erstmals in der Septemberausgabe 1992 von The World &amp; I, einer Publikation der The
Washington Times Corporation. Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von The
World &amp; I. Copyright (c) 1992.

Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden voraussichtlich mindestens eine Million Amerikaner an AIDS
erkrankt sein. Die Mehrzahl sind Heterosexuelle, von
denen sich viele als Teenager infiziert haben. Wenn
keine Therapie gefunden wird, können Hunderttausende der Teenager von heute als Twens sterben.
Filmemacher Richard Panzer nutzt sein Talent, um
den Erwachsenen eine Botschaft über die Gefahren
von AIDS zu vermitteln.
Panzer, der Gründer von FreeTeens, kombiniert seine
Ausbildung als Filmemacher an der Yale University
und seine Erfahrungen mit Dokumentarfilmen, dem
Theater und sozialen Aktionen, um seine Botschaft in
einer Weise zu strukturieren, die eindringlich und gezielt,
aber dennoch nicht bedrohlich ist. Sein Ansatz lädt zu
Diskussionen und Nachdenken ein, nicht nur über die
Konsequenzen von Fehlem, sondern auch über den
Wunsch nach Liebe und Familie, den die meisten
Teenager zum Ausdruck bringen.
In den achtziger Jahren beschäftigte er sich intensiv
mit AIDS und der Bedeutung dieser Krankheit für seine
eigenen Kinder. Nachdem er die Vielfalt von AIDSAufklärungsprogrammen und Publikationen des öffentlichen Dienstes gelesen hatte, die die Bevölkerung
mit nichtssagenden und/oder irreführenden Aussagen
bombardierten, dachte er, man könnte etwas Besseres erarbeiten.

AMERIKA DIENST 3

Panzer schuf eine Free Teens-Diashow, die Grundsätzliches über AIDS lehrt. Darüber hinaus entwarf er
Free Teens-Poster, die in 30 Bundesstaaten verwendet werden und die an die Teenager appellieren, sich
vor AIDS zu schützen und keine Drogen zu nehmen abstinent und enthaltsam zu sein. Seine Fernseh- und
Radiospots verbreiten dieselbe Botschaft.
Die Free Teens-Diashow beginnt mit der Erläuterung
grundlegender Gesundheitskonzepte in vereinfachter,
aber wissenschaftlich korrekter Weise. Panzer selbst
wuchs in einer Familie von Ärzten auf. Die Diashow
wird von der World Medical Health Foundation unterstützt.
Dem Zuschauer wird die Struktur eines Virus vorgestellt. Die Präsentation beschreibt dann das AIDS
verursachende HIV (human immunodeficiency virus humanes Immunschwächevirus) als das "getarnte Virus".
Warum getarnt? HIV kann das Abwehrsystem des
Körpers überwinden, die weißen Blutkörperchen angreifen, in sie eindringen und die Kontrolle übernehmen, wodurch sie mehr HIV-Zellen als weiße Blutkörperchen produzieren.
Danach werden die drei Stadien der HIV-Infektion
beschrieben, angefangen vom Eindringen des Virus in
den Körper und dem Auftreten grippeähnlicher Symptome, die von den meisten ignoriert werden. Es wird
festgestellt, daß das Virus danach keine erkennbaren

Seite 1

�Symptome verursacht und sich heimlich jahrelang im
Körper multipliziert. Ein Sexualpartner zeigt vielleicht
keinerlei Symptome von AIDS, obwohl das HIV zu
diesem Zeitpunkt sehr leicht übertragen werden kann.

Jede Aktivität, durch die mit dem AIDS-Virus infizierte
Flüssigkeit in den Körper eines Menschen gelangt,
kann eine Infektion hervorrufen. Es ist bekannt, daß
das HI-Virus durch verseuchte Blutkonserven und die
gemeinsame Benutzung von Spritzen unter infizierten
Drogenabhängigen verbreitet wird und auch durch
offene Wunden in den Körper eindringen kann. Das
Virus kann in jedem feuchten Teil des Körpers überleben, insbesondere in Blut, Sperma und Scheidenflüssigkeit. Sexuelle Beziehungen werden wahrscheinlich
der Hauptgrund für den erwarteten starken Anstieg
von AIDS-Fällen unter Teenagern sein.

Die Show geht bis zum Endstadium weiter, wenn AI DS
voll ausgebrochen ist und das Opfer mit 80prozentiger
Sicherheit noch drei oder weniger Jahre zu leben hat.
Die Dias zeigen nur einige dertypischen Krankheitsbilder, die AIDS-Patienten bekommen können, wie Soor
- ein Pilz, der den Verdauungstrakt befällt und das
Essen erschwert, Lungenentzündungen wie Pneumozystis carini und seltene Krebsarten wie das KaposiSarkom.
Im allgemeinen werden Präservative als Schutz vor
AIDS für viel sicherer gehalten, als sie den heutigen
Viele Teenager haben die vage Vorstellung, an AIDS Erkenntnissen zufolge wirklich sind. Die meisten
zu sterben, bedeute nur, Gewicht zu verlieren und Amerikaner sind sich zwar bewußt, daß die Idee von
dahinzusiechen. Die Dias machen sie mit der Realität "safe sex" jetzt durch die des "safer sex" ersetzt wurde,
vertraut. Eine Lehrerin verglich die Diashow mit einem aber nur wenige wissen, wie unsicher Kondome als
Film, den sie in der weiterführenden Schule im Fahrun- Schutz vor einer AIDS-Infektion sind.
terricht gesehen hatte: "Der Film zeigte uns echte
Autounfälle. Die Realität zu sehen, hat uns eindeutig Im Laufe der vergangenen 30 Jahre durchgeführte
zu besseren Autofahrern gemacht."
Untersuchungen über Kondome zeigen, daß diese bei
Ehepaaren in 10-30 Prozent der Fälle nicht vor einer
Eine Reihe sehr eindringlicher Bilder zeigt unter den Schwangerschaft schützten. Bei einer Frau kann nur
Folgen von AIDS leidende Babys. Ein Drittel der an ein oder zwei Tagen im Monat eine Befruchtung
Babys HlV-infizierter Mütter haben die Krankheit be- stattfinden. Eine Ansteckung mit dem HI-Virus ist
reits bei ihrer Geburt, andere stecken sich durch die jedoch leider täglich möglich, und die Viren sind weMuttermilch an. Die Zeit zwischen der Infektion als sentlich kleiner als Spermien.
Teenager und dem Ausbruch der Krankheit kann mit
dem Zeitpunkt zusammenfallen, an dem junge Paare Der kleinste Fehler oder Riß in einem Präservativ kann
den ersten Kinderwunsch hegen. Die Teenager wer- tödlich sein.
den folglich erkennen, daß sie nicht nur sich selbst,
sondern auch ihre ungeborenen Kinder in Gefahr Konservativen Schätzungen zufolge ist unter Konbringen. Ihre Babys könnten zwar überleben, werden dombenutzem das Risiko, sich von einem infizierten
ihre Mutter jedoch wahrscheinlich schon sehr früh Partner anzustecken, eins zu sechs. Eine Studie unter
Ehepartnern besagt, daß sich jeder sechste Ehepartverlieren.
ner eines HlV-Infizierten innerhalb von anderthalb
Es werden einige aus dem wirklichen Leben gegriffene Jahren ansteckte. Diese Paare hatten die Kondome
Beispiele für AIDS-Fälle unter Teenagern angeführt, sehr sorgfältig benutzt. Panzer veranschaulichte diewie der von Alison Gertz, die sich 16jährig infizierte und ses Risiko folgendermaßen: "Jemand bietet ihnen ein
bei der die Krankheit im Alter von 24 Jahren zum kostenloses Flugticket nach Disney World an, sagt
Ausbruch kam. Diese Beispiele sollen die Diskussion aber auch, daß eines der sechs Flugzeuge dorthin
innerhalb der Gruppe anregen. Der Moderator stellt abstürzen wird. Würden Sie trotzdem an Bord gehen?"
Fragen wie: "Was fängt eine 24jährige normalerweise
Der ehemalige Generalstabsarzt Koop gibt folgenden
mit ihrem Leben an?"
Ratschlag: "Jungen Leuten muß ehrlich gesagt werDer ehemalige Generalstabsarzt C. Everett Koop wies den, daß der beste Schutz vor AIDS sexuelle Enthaltim Zusammenhang mit dem Risiko einer AI DS-Infizie- samkeit ist, bis sie als Erwachsene zu einer auf gegenrung auf folgendes hin: "Wenn Sie mit jemandem seitiger Treue basierenden, monogamen Partnerschaft
Geschlechtsverkehr haben, ist es das Gleiche, als bereit sind." Panzer nutzte diese Aussage als Auswenn Sie in den letzten zehn Jahren mit allen Ge- gangspunkt der Diskussion. Richard und seine ausgeschlechtspartnern Ihres Sexualpartners und deren bildeten Moderatoren stellen die Frage: "Weiß irgend
Partnern geschlafen hätten." Um diese Aussage Dr. jemand, was das Wort monogam bedeutet?"
Koops zu untermauern, bereitete Panzer ein Dia mit
Symbolen von Paaren vor - ein Paar befindet sich am Während der Präsentation und der nachfolgenden,
unteren Ende, und das verzweigte Netz dervorherigen von Free Teens unterstützten Programme erhalten die
Kontakte beider Partner veranschaulicht, daß dieses jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Optionen zu
Paar die Krankheiten von einem Dutzend oder sogar prüfen. Sie werden ermutigt zu entscheiden, welche
Werte am ehesten zu dem von ihnen angestrebten
Hunderten von Menschen bekommen kann.
Leben führen.

Seite 2

AMERIKA DIENST 3

�Panzer versucht ihnen zu der Erkenntnis zu verhelfen,
daß sie vorausschauend denken müssen, wenn sich
ihr Leben gemäß ihren Vorstellungen entwickeln soll,
und sich einfache, aber tiefgründige Fragen stellen
müssen, beispielsweise: "Wie will ich werden?"
Er hält ihnen folgendes vor Augen: "Ist die konsequente Benutzung von Kondomen bei jedem Geschlechts-

verkehr sicherer als wahlloser und ungeschützter Sex?
Die Anwort lautet Ja. Ist sie sicherer als Abstinenz
oder lebenslange Treue beider Partner? Die Antwort
lautet Nein. Vergessen Sie nicht: Eine einzige sexuelle Begegnung reicht aus, um sich mit dem Hl-Virus zu
infizieren - und Ihr Leben ändert sich für immer."

* * * *

AMERIKA DIENST 3

*

Seite 3

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11989">
              <text>20.01.1994</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11990">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11991">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11992">
              <text>Amerikadienst 20.01.1994</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11993">
              <text>&lt;strong&gt;1. Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA müssen sich weiterhin in der Weltpolitik engagieren&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Radioansprache des Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;USA engagieren sich für Reformen in den Visegrad-Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Präsident Clinton trifft führende Politiker dieser Länder&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Clinton und Jelzin erörtern integrierte Zukunft Europas&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Umfassende Beziehungen angestrebt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Clinton und Jelzin bekräftigen Bedeutung ihrer Zusammenarbeit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die Moskau-Deklaration&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ukraine, Russland und USA vereinbaren Transfer nuklearer Gefechtskörper&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut des trilateralen Abkommens&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Russlandhilfe&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Hilfe der USA an Russland&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des Außenministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Naher Osten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton und Assad fordern "Frieden der Mutigen" &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Syrien strebt normale Beziehungen zu Israel an&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. USIA&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kemble eröffnet Business Information Center &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache im Amerika Haus Frankfurt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Porträt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Penn Kemble sieht Förderung der Demokratie im Ausland als Hauptaufgabe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt des Stellvertretenden USIA-Direktors&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. AIDS&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Wahrheit über AIDS&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Robert Stewart&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
