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dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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22. Dezember 1993

RUSSLAND

CLINTON: RUSSEN BEFÜRWORTEN
NICHT DIE EXTREMEN ANSICHTEN
SCHIRINOWSKIS
Der Präsident bekräftigt Unterstützung
für russischen Reformprozeß

GATT

URUGUAY-RUNDE WIRD AMERIKANISCHE
WIRTSCHAFT ANKURBELN
Übersicht über Einzelheiten des Abkommens

ATOMTESTVERBOT

VERHANDLUNGEN ÜBER
UMFASSENDES ATOMTESTVERBOT
Übersicht des US-Amts für
Rüstungskontrolle und Abrüstung

MENSCHENRECHTE

VEREINTE NATIONEN RICHTEN
AMT EINES HOCHKOMMISSARS FÜR
MENSCHENRECHTE EIN
Entscheidung nach jahrzehntelanger Kontroverse

PORTRAT

INMAN BRINGT UNTERNEHMERISCHE
FÄHIGKEITEN UND MILITÄRISCHEN
HINTERGRUND MIT
Porträt des designierten
neuen Verteidigungsministers

THEMENINDEX

DER AMERIKA DIENST
2. Halbjahr 1993
Mit dieser letzten Ausgabe des Jahres 1993
wünscht die Redaktion des Amerika Dienst allen
Beziehern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
und ein friedliches und erfolgreiches neues Jahr

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.: 0228 • 339 23 72
Fax: 0228 3341 02

�RUSSLAND
22. Dezember 1993

CLINTON: RUSSEN BEFÜRWORTEN NICHT
DIE EXTREMEN ANSICHTEN SCHIRINOWSKIS
Der Präsident bekräftigt Unterstützung für russischen Reformprozeß

WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton erklärte am
15. Dezember 1993, es gebe keine Beweise dafür, daß
das russische Volk die extremen außenpolitischen
Ansichten des ultranationalistischen Politikers Wladimir Schirinowski unterstützt.

der Kriminalität und der Inflation konzentrierte, nicht
jedoch auf seine Ansichten überdie Wiederherstellung
des russischen Imperiums, das sogar seit langem
nicht mehr zugehörige Gebiete wie Alaska und Finnland umschließen sollte.

Auf einer Pressekonferenz gab Clinton bekannt, er
plane keine Änderung der amerikanischen Politik zur
Unterstützung der Reformelemente in Rußland und
fügtehinzu: "ZurZeit ist es wichtig, nicht überzureagieren."

Der Präsident wies darauf hin, daß in Rußland noch
keine endgültigen Wahlergebnisse vorliegen und die
Zusammensetzung des Parlaments noch nicht feststeht. "Wir wissen noch nicht, wie das neue Parlament
aussehen wird", so Clinton. "Ob ich deswegen besorgt
bin? Ja, das bin ich. Ob ich der Ansicht bin, daß die
russische Politik einen gravierend neuen, gefährlichen
Kurs einschlagen wird? Meines Erachtens gibt es
hierfür keine Anzeichen."

Ein hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter
ließ mittlerweile wissen, Rußlands Präsident Boris
Jelzin habe Vizepräsident Gore versichert, Moskau
werde weiterhin die Souveränität seiner Nachbarn
respektieren und den Kurs der russischen Außenpolitik nicht verändern. Dem Regierungsvertreter zufolge
teilte Jelzin Gore auch mit, die Politik der russischen
Regierung werde weiterhin auf politische und wirtschaftliche Reformen ausgerichtet bleiben.
Clinton teilte auf Fragen mit, er sei "besorgt" über
einige der von Schirinowskij, dem Führer der "sogenannten" Liberaldemokratischen Partei, gemachten
Äußerungen. Schirinowskij und seine Anhänger haben anscheinend ein Viertel der Listenplätze in einem
Wahlgang der aus vier Abstimmungen bestehenden
Wahl vom 12. Dezember in Rußland gewonnen. "Kein
Amerikaner, kein Bürger dieser Welt", teilte Clinton
einem Fragesteller mit, "der solche Kommentare liest,
wäre nicht besorgt".
Präsident Clinton machte jedoch auch deutlich: "Es ist
wichtig zu erkennen, daß wir zur Zeit keine Beweise
dafür haben, daß diejenigen, die für diese Partei stimmten, all diese Kommentare befürworten oder auch nur
davon wußten." Damit spielte der Präsident offensichtlich auf die Tatsache an, daß Schirinowskij aus
dem Nichts durch einen langen Fernsehwahlkampf in
Erscheinung getreten ist, der sich auf die Bekämpfung

AMERIKA DIENST 51

Da er nicht wisse, ob sich die russische Politik ändern
werde, sehe er zur Zeit keine Notwendigkeit zur Änderung seiner eigenen Politikder Unterstützung für Jelzin
und seine Reformbewegung. "Andererseits", fügte
Clinton hinzu, "müssen wir diese Entwicklung beobachten und in unser Handeln einbeziehen. Wir alle
sind gefordert, unsere Anstrengungen zu verdoppeln,
um den russischen Reformprozeß auf eine Art und
Weise zu unterstützen, von der der Bürger versteht,
daß sie ihm zum Vorteil gereicht."
Clinton wiederholte, er sei der Ansicht, das russische
Volk habe ein "Protestvotum" abgegeben, um sich
über die wirtschaftliche und psychologische Notlage
der letzten Jahre zu beschweren. Viele russische
Bürger hätten sich "in wirtschaftlicher Hinsicht wahrhaft im freien Fall befunden" und ... auch unter den
psychologischen Belastungen gelitten, die entstehen,
wenn die Menschen für weniger Geld härter arbeiten
müssen, oder wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren
oder als Ergebnis "all der Veränderungen" keine Verbesserungen sehen.
Der Präsident stellte fest, die Wahlen in Rußland
hätten "zwei Zentren demokratischer Legitimität" her-

Seite 1

�vorgebracht - das vom Volk gewählte Parlament und
Jelzin. "Sie werden eng zusammenarbeiten", so Clinton, "manchmal auf kalkulierbare Weise, manchmal
nicht; das wissen wir aus unserer hier gemachten
Erfahrung... Wir werden abwarten um zu sehen, wer
Parlamentsabgeordneter wird, was diese Menschen
tun und was sie äußern."

soviel wie von ihnen prognostiziert. Dadurch könnte
Schirinowskijs Liberaldemokratische Partei ungefähr
ein Viertel der 225 Listenplätze des Unterhauses erhalten; ein Drittel der Stimmen ist jedoch noch nicht
ausgezählt. Dem Regierungsvertreterzufolgewurden
die meisten der noch nicht gezählten Stimmen in
"großen, städtischen Gebieten abgegeben, wo die
Reformer gute Ergebnisse erwarten."

Die endgültigen Ergebnisse der Wahlen vom 12.
Dezember stehen noch nicht fest, da das Wahlverfah- Im zweiten Teil der Abstimmung über die Zusammenren kompliziert ist und die Wahlzettel in Rußland per setzung des Unterhauses werden 225 Sitze mit AbgeHand und nicht maschinell ausgezählt werden.
ordneten der Direktwahlkreise besetzt. Schätzungen
des Regierungsvertreters zufolge hatte Schirinowskijs
Der zuvor erwähnte hochrangige Regierungsvertreter Partei Kandidaten in nur 70 der 225 Wahlbezirke
erklärte, Jelzin habe Gore in Moskau mitgeteilt, "daß aufgestellt. Er stellte fest: "In den meisten Wahlkreidie russische Regierung einen entschiedenen Reform- sen sind sie noch nicht einmal im Rennen."
kurs beibehalten wird und insbesondere, daß die wirtschaftlichen und politischen Reformen fortgesetzt werden Nach Erhalt der Berichte au s 165 Wahlkreisen erklärte
und er (Jelzin) einer Zusammenarbeit mit dem russi- der Regierungsvertreter: "Die größten Gewinner sind
schen Parlament freudig entgegensieht". Jelzin teilte bei den sogenannten Unabhängigen zu verzeichnen,
Gore mit, "die Hauptlinien der russischen Außenpolitik die keiner Partei angehören." Die Unabhängigen
und die Achtung der Souveränität und territorialen haben ihm zufolge anscheinend 100 Sitze gewonnen.
Integrität der Nachbarstaaten durch die russische Von den übrigen Mandaten ging ein Drittel an die
Regierung werde weiterhin die russische Politik cha- Reformparteien und ein Viertel an die Kommunisten
rakterisieren."
und Agrarier. Er fügte hinzu, die Kandidaten Schirinowskijs hätten dem Anschein nach bei den EinzelerDer hochrangige Regierungsvertreter äußerte, die gebnissen aus den Direktwahlkreisen 'last nichts"
Administration sei der Ansicht, daß der russische gewonnen.
Reformprozeß sich über Jahrzehnte entwickeln werde
und "es von Bedeutung ist, daß wir während der Obwohl es ihm zufolge sowohl einen Block von Befürunvermeidlichen Hochs und Tiefs des Dramas der wortern als auch von Kritikern der ReformbemühunEvolution der russischen Reform unsere langfristigen gen gebe, deute nichts darauf hin, "daß wir alle zusamInteressen im Auge behalten. Wir halten es nicht für menarbeiten oder in vielerlei Hinsicht übereinstimmen
klug, die Dinge zu überstürzen oder bei den ersten werden".
Anzeichen für Schwierigkeiten unsere Politik neu zu
überdenken. Aus diesem Grund wollen wir unsere Folglich äußerte der Regierungsvertreter, es sei "ziemderzeitige Linie (der Unterstützung des Reformprozes- lich wahrscheinlich", daß das neue Parlament aus den
größten Blöcken zusammengesetzt werde... erstens,
ses und der Reformer) weiterverfolgen."
den Reformern, zweitens, den selbsternannten UnabDer amerikanische Regierungsvertreter wies darauf hängigen, drittens wahrscheinlich den Kommunisten
hin, Schirinowskij sei, obwohl die Medien ausführlich und dann wohl Schirinowskijs Kandidaten. "Das wird
über ihn berichteten, in der parlamentarischen Hierar- meines Erachtens die reale Machtverteilung im Parlachie aufgrund des komplizierten russischen Wahlver- ment sein", fuhr er fort.
fahrens eher am unteren Ende anzusiedeln. In einem
Teil der Wahl hätten mehr als 52 Prozent der Wähler Der Regierungsvertreter nannte allein die Tatsache,
die russische Verfassung angenommen. In einem daß Wahlen abgehalten wurden, einen Beweis dafür,
weiteren Teil wurden die Mitglieder des Oberhauses wieviel das russische Volk seit dem Zusammenbruch
gewählt. Dem Regierungsvertreter zufolge ist "fast des Kommunismus vor nur zwei Jahren erreicht habe.
Die Annahme der Verfassung "bietet die Struktur, die
nichts" über dieses Wahlergebnis bekannt.
Regeln für die politische Debatte und wird die Rechte
Bei den beiden Abstimmungen über die aus 450 Sitzen und Pflichten ... der Exekutiven und der Legislativen
bestehende Staatsduma hatte Schirinowskij die größ- festlegen. Im weitesten Sinne repräsentiert die Abten Gewinne zu verzeichnen. Amerikanische Wahl- stimmung das Ende der sowjetischen Ära und den
beobachter waren überrascht darüber, daß er unge- Beginn etwas vollkommen Neuen."
fähr 25 Prozent der Listenplätze gewann, fast doppelt

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AMERIKA DIENST 51

�GATT
22. Dezember 1993

URUGUAY-RUNDE WIRD AMERIKANISCHE
WIRTSCHAFT ANKURBELN
Übersicht über Einzelheiten des Abkommens
WASHINGTON - (AD) - Die zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union (EU) erzielten
Vereinbarungen über eine Reform des Handelssystems werden einer von der amerikanischen Mission in Genf
herausgegebenen Übersicht zufolge eine bedeutende Belebung für die amerikanische Wirtschaft darstellen, falls
sie von den anderen Teilnehmerstaaten der Uruguay-Runde multilateraler Handelsgespräche angenommen
werden.
Die Übersicht gibt einen kurzen Überblick über 12 Verhandlungsbereiche und skizziert einige der aus dem
Abschluß der Uruguay-Runde am 15. Dezember 1993 resultierenden Vorteile für amerikanische Unternehmen,
Landwirte und die Wirtschaft im allgemeinen.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der Übersicht.

Marktzugang für Industrieprodukte
Die Europäische Union wird ihre Zölle auf
amerikanische Exporte in die EU im Wert von
mehr als 5 Milliarden Dollar abschaffen, was
vielen der wettbewerbsfähigsten Industrien
Amerikas zugute kommt.
In der Branche der forstwirtschaftlichen Produkte, die 1,8 Millionen Amerikaner beschäftigt,
haben sich die EU und die Vereinigten Staaten
auf eine Abschaffung der Zölle geeinigt, falls
Japan und andere Handelspartner dem Beispiel
folgen. Dies wird enorme neue Chancen in
einem Sektor beinhalten, in dem die amerikanischen Exporte nach Europa bereits die Marke
von 1 Milliarde Dollar übersteigen.
Ähnliche Vorteile können wir bei pharmazeutischen Produkten, Baugerät, Agrarmaschinen,
medizinischen Geräten, Spirituosen, Bier, Möbeln
und in der Spielzeugindustrie erwarten - Bereichen, in denen die Vereinigten Staaten und die
EU ebenfalls die Zölle abschaffen werden.
In der Elektronikindustrie - die für die zukünftige
Wettbewerbsfähigkeit Amerikas von entscheidender Bedeutung ist - hat die EU einer Senkung ihrer Zölle auf amerikanische Exportartikel
um zwei Drittel zugestimmt. Dieser IndustrieAMERIKA DIENST 51

zweig exportiert bereits Halbleiter, Computer
und Telekommunikationsprodukte im Wert von
mehr als 13 Milliarden Dollar in die EU und
beschäftigt ungefähr 700.000 Amerikaner.
Agrarhandel
Wir haben ein Agrarpaket ausgehandelt, das
den Zugang amerikanischer Agrarprodukte zu
den europäischen Märkten bewahrt und ausweitet. Insbesondere werden wir neue Märkte
für frisches Obst, Gemüse und Nüsse öffnen.
Das "Erweiterungsabkommen", das für bestimmte Mengen Mais und Sorghum den Zugang zum
spanischen und portugiesischen Markt garantiert, wird nun dauerhaft verlängert.
Die Vereinigten Staaten haben auch das Blair
House Abkommen über Exportsubventionen unangetastet bewahrt. Um den Übergang zu
diesem neuen System zu erleichtern, haben wir
uns darauf verständigt, die in diesem Abkommen vorgesehenen Exportsubventionskürzungen in Höhe von 21 Prozent gleichmäßig auf den
sechsjährigen Zeitraum für die Umsetzung des
Abkommens zu verteilen.
Während dieses Zeitraums zur Umsetzung des
Abkommens werden die Vereinigten Staaten
den Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse
Seite 1

�stärker fördern können. Die Produzenten und
Verarbeiter von Weizen, Pflanzenöl, Molkereiprodukten und Eiern werden die Hauptnutznießer dieser Anpassung sein.
Audiovisueller Bereich
Die amerikanische Unterhaltungsindustrie beschäftigt 5 Millionen Amerikaner und gehört zu
unseren wettbewerbsfähigsten und erfolgreichsten Exportbereichen. Europa hat die Exporteure unserer Film-, Fernseh- und Tonaufnahmenbranche seit langem einer Vielzahl von
Beschränkungen unterworfen.
Die im audiovisuellen Bereich erzielte Lösung
gestattet den Vereinigten Staaten die Förderung der Interessen ihrer Künstler, Darsteller
und Produzenten und ermöglicht den freien
Informationsfluß auf der ganzen Wert.

wird andere Staaten zur Liberalisierung ihrer
Vorschriften ermutigen und beinhaltet Mittel,
um Trittbrettfahrer zur Einhaltung der Bestimmungen zu zwingen. Amerikanische Unternehmen sind in diesen Bereichen weltweit führend.
Unsere Finanzeinrichtungen in Übersee schaffen Einkommen und fördern die amerikanischen
Exporte und Investitionen im Ausland.
Seehandel
Die Vereinigten Staaten und die Europäische
Union stimmten darin überein, daß ein gewisses
Maß an Lberalisierung von seifen anderer Länder
erforderlich ist, damit wir selbst gute Verpflichtungen im Schiffahrtsbereich eingehen können.
Da dieses bestimmte Maß noch nicht erreicht
ist, stimmten die Vereinigten Staaten und die
EU darin überein, die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Förderung weiterer Bestrebungen in
diesem Sektor einzurichten. Die Bestimmungen und Bedingungen für diese Arbeitsgruppe
werden auf multilateraler Ebene festgesetzt.

Wir haben uns geweigert, der EU die Legitimierung ihrer diskriminierenden Quoten unter dem
Deckmantel einer Verbesserung des Welthandelssystems zu gestatten.
Subventionen
Finanzdienstleistungen
Die Vereinigten Staaten haben ein Abkommen
über Finanzdienstleistungen angestrebt, innerhalb dessen die Staaten substantiellen Marktzugang und Sonderbehandlung einzelner Länder anbieten, was die Verpflichtung zu einer
bedingungslosen Meistbegünstigungsklausel
ermöglichen sowie jetzt und in Zukunft unbeschränkten Zugang zu unserem Markt erlauben
würde. Da uns bis zum 15. Dezember nur ein
Tag bleibt, ist es leider offensichtlich, daß viele
Länder nicht bereit oder in der Lage sein werden, gute Angebote vorzulegen. Unter diesen
Umständen konnten und wollten wir unsere
Märkte nicht für alle ganz öffnen. Wir mußten
eine Möglichkeit für den Umgang mit Trittbrettfahrern finden, was uns auch gelungen ist.

Beim heiklen Problem der Subventionen haben
wir einen Mittelweg gefunden, der unsere Freiheit zur Unterstützung der Forschung bewahrt,
die die Grundlage für die Wirtschaft von morgen
schaffen kann. Gleichzeitig haben wir uns auf
eine Struktur geeinigt, die die Regionalförderung der EU beschränkt und Regeln festlegt, die
eindeutig benachteiligende Subventionen verbieten.
Luftfahrt
Die gestärkten und verbesserten Disziplinen
des neuen, in der Uruguay-Runde ausgehandelten Subventionstextes werden auch auf die
Luftfahrtindustrie angewendet. Dies war das
Hauptziel der amerikanischen Luftfahrtindustrie
- einer unserer am stärksten exportorientierten
Industrien. Die Vereinigten Staaten und die
Europäische Union einigten sich auch auf eine
einjährige Fortsetzung der multilateralen Verhandlungen zur Verbesserung und Stärkung
der Disziplinen des GATT-Luftfahrtabkommens.

Die Europäische Union und wir haben uns geeinigt,
daß wir und andere bereit sind, im Bankwesen
und bei anderen Finanzdienstleistungen, einschließlich des Versicherungswesens, Ausnahmen von der Meistbegünstigungsklausel zuzulassen, und die Vereinigten Staaten werden das Textilien und Bekleidung
auch tun. Wir haben jedoch ein sechsmonatiDie Vereinigten Staaten und die EU haben
ges Moratorium nach Inkrafttreten des Abkombeschlossen,
eine Ergänzung zum Text über
mens beschlossen, nach dessen Ablauf die
Textilien
und
Bekleidung
anzustreben.
Staaten ihre Angebote und Ausnahmen von der
Meistbegünstigungsklausel abändern können.
Die Ergänzung würde das Auslaufen des MultiBis dahin werden wir eine Reihe von soliden
faserabkommens (MFA) direkt mit der Öffnung
Bestimmungen für Finanzdienstleistungen ausder Märkte für Textilien und Bekleidung verbinarbeiten.
den. Sie sieht vor, daß die Länder, die letztlich
keinen Zeitplan für die Öffnung ihrer Märkte für
Dieses Abkommen wird die Finanzmärkte öffTextilund Bekleidungsimporte vorlegen, nicht
nen. Es hat die Grundlage dafürgeschaffen. Es
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AMERIKA DIENST 51

�die Vorteile erhöhter Quoten genießen. Obwohl
sich eine Anzahl textilexportierender Staaten
diesem Ansatz entschieden widersetzt, werden
die Vereinigten Staaten und die EU ihn weiterhin
als eine ihrer obersten Prioritäten verfolgen.

Tatsächlich wird uns die Runde dabei helfen,
das 301-Gesetz wirksam anzuwenden, denn
wenn wir einen Fall vor ein Schlichtungsgremium des GATT bringen und gewinnen, wissen
wir, daß aufgrund der gestärkten Regeln zur
Beilegung von Streitigkeiten der Bericht angenommen wird und wir Vergeltungsmaßnahmen
ergreifen können, falls das andere Land nicht
reagiert.

Wir haben bereits äußerst bedeutsame Angebote von vielen unserer Handelspartner zur
Öffnung ihrer Märkte für Textilien und Bekleidung sowie zur Festsetzung ihrer Zölle auf
angemessenem Niveau erhalten. Einige Län- Antidumping
der sind jedoch hierzu nicht bereit. Der von uns
Die amerikanischen Unterhändler haben die
verfolgte Ansatz sieht vor, daß diese wenigen
amerikanischen
Antidumping- und AusgleichsStaaten keine Quotenerhöhung erhalten, bis sie
zollgesetze
geschützt,
die Arbeitnehmer und
einen Zeitplan zur Öffnung ihrer Märkte und
Industrien
in
Amerika
vor
Importen zu unfairen
Festsetzung ihrer Zölle vorlegen.
Preisen bewahren. Die wichtigsten Ziele der
Vereinigten Staaten wurden erreicht, einschließBeilegung von Streitigkeiten
lich der Unterbindung einer Hinterlegung ameDie Verfahren der Uruguay-Runde zur Beilerikanischer Sachentscheidungen durch das
gung von Streitigkeiten bieten für die VereinigGATT, der Beibehaltung des Beschwerderechts
ten Staaten zahlreiche Vorteile:
von Arbeitnehmern und der Abschaffung eines
automatischen Auslaufens von AntidumpingEs wird eine Berufungsstelle eingerichtet, bei
zöllen.
der Einspruch gegen die Beschlüsse eines
Schlichtungsgremiums erhoben werden kann. Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
Überkreuz-Vergeltung zwischen Sektoren ist
möglich, wenn ein Land seinen handelspolitischen Verpflichtungen nicht nachkommt.
Die Beilegung von Streitigkeiten erfolgt im Vergleich zu dem langwierigen und oft ergebnislosen Gremiumsverfahren des vorigen Systems
rechtzeitig, automatisch und bindend.
Die amerikanischen Unterhändler stellen sicher,
daß die amerikanischen Handelsbräuche nicht
geschwächt werden.
Die Uruguay-Runde wird nicht die Art und Weise
des Einsatzes unseres 301-Gesetzes ändern.
Innerhalb der Runde erfordert das 301-Gesetz
bereits, daß im Zusammenhang mit einer Verletzung des GATT stehende Beschwerden ein
offizielles Schlichtungsverfahren des GATT
durchlaufen. Daher ist die Übereinkunft der
Uruguay-Runde zur Beilegung von Streitigkeiten, die die Anwendung von GATT-Schlichtungsverfahren im Fall von Wiedergutmachung
wegen einer Verletzung des Abkommens verlangt, nichts Neues.

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AMERIKA DIENST 51

Wir haben unser Recht auf die Einführung und
Beibehaltung strenger Anforderungen an Gesundheit, Sicherheit und Umwelt in den Vereinigten Staaten geschützt. Unsere Standards,
die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und nicht als Handelshemmnisse eingesetzt werden, sind vor ausländischer Intervention sicher.
Beschaffung
Die großen Märkte für staatliche Beschaffungsmaßnahmen werden für Waren, Dienstleistungen und Bauverträge der Vereinigten Staaten
geöffnet. Die Beschaffungsmärkte der EU und
Japans könnten jährlich einen Wert von 300
Milliarden Dollar erreichen. Es wird erwartet,
daß weitere Länder das Abkommen unterzeichnen - darunter Korea, Taiwan, Australien und
China - und dadurch neue Möglichkeiten geschaffen werden.

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�ATOMTESTVERBOT
22. Dezember 1993

VERHANDLUNGEN ÜBER UMFASSENDES
ATOMTESTVERBOT
Übersicht des US-Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung
Nachfolgend veröffentlichen wir die vom US-Amt für Rüstungskontrolle und Abrüstung (U.S. Arms Control and
Disarmament Agency - ACDA) vor kurzem herausgegebene Übersicht zu der Aushandlung eines Vertrags über
ein umfassendes Atomtestverbot (Comprehensive Test Ban Treaty - CTBT).

Bericht des Ersten Ausschusses der UN-Generalversammlung
Erstmals hat der Erste Ausschuß der UN-Generalversammlung übereinstimmend eine Resolution zu einem
weltweiten Vertrag über ein Verbot aller Atomtests
angenommen. Die Vereinigten Staaten waren der
wichtigste Befürworter dieser Resolution. Die aktive
Unterstützung der Resolution durch alle fünf Atommächte ermöglichte ihre Annahme in Übereinstimmung.
In der Resolution wird die Genfer Abrüstungskonferenz zum Beginn von Verhandlungen über einen universellen, international verifizierbaren Vertrag über ein
umfassendes Atomtestverbot im Januar 1994 aufgefordert. Die Resolution bekräftigt ebenfalls erneut die
Bedeutung "äußerster Zurückhaltung" im Hinblick auf
Atomtests und unterstreicht den wichtigen Einfluß
einer solchen Zurückhaltung auf einen Erfolg der CTBTVerhandlungen.
Die Clinton-Administration unterstützt entschieden den
baldmöglichen Abschluß eines Vertrags über ein
umfassendes Atomtestverbot.
Präsident Clinton legte die Administration erstmals auf
dem Gipfel von Vancouver mit Präsident Jelzin im April
auf Verhandlungen über ein multilaterales Atomtestverbot fest. Um den Vereinigten Staaten zu einer
möglichst starken Position bei den CTBT-Verhandlungen zu verhelfen, kündigte der Präsident am 3. Juli
1993 in einer Ansprache an die Nation eine Verlängerung des Moratoriums für amerikanische Atomtests
mindestens bis Ende September des kommenden
Jahres an und rief die anderen Atommächte dazu auf,

AMERIKA DIENST 51

diesem Schritt zu folgen. In seiner im September vor
der Generalversammlung der Vereinten Nationen
gehaltenen Rede erneuerte der Präsident seine Forderung nach einem globalen Moratorium für Atomversuche.
Die Aktion des Ersten Ausschusses stellt einen weiteren Meilenstein dar. Sie stellt die Weichen für die
Annahme der Resolution durch die UN-Generalversammlung zu einem späteren Zeitpunkt und verleiht
den andauernden Konsultationen zwischen den an der
Genfer Abrüstungskonferenz teilnehmenden Staaten
zur Vorbereitung der für Januar angesetzten Verhandlungen zusätzlichen Schwung. Die Annahme der
Resolution durch die Generalversammlung würde die
Entschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft zur Beendigung aller Atomversuche noch unterstreichen.
Verhandlungsperspektiven
Um einen schnellen Beginn der Verhandlungen im
Januar zu gewährleisten, hat die Clinton-Administration intensive Beratungen mit ihren Verbündeten und
anderen Nationen über die Vorbereitungen für die
CTBT-Verhandlungen abgehalten. Die vom Ersten
Ausschuß in Übereinstimmung angenommene Resolution verleiht diesen Konsultationen zusätzlichen
Nachdruck. Der derzeitige Vorsitzende des Ad-hocKomitees für ein Atomtestverbot führte während der
Sitzungspause der Abrüstungskonferenz ebenfalls
informelle Konsultationen über Fragen bezüglich der
Struktur und Organisation der multilateralen Verhandlungen. Diese Beratungen werden jetzt intensiviert,
um den Weg für einen reibungslosen Verhandlungsbeginn Anfang 1994 zu ebnen.

Seite 1

�Die Vereinigten Staaten sind der Ansicht, daß innerhalb kurzer Zeit eine Einigung über die wichtigsten
Elemente eines multilateralen Vertrags erzielt werden
kann. Von Bedeutung für die Aushandlung der CTBTVerifizierungsbestimmungen - einem entscheidenden
Element des Vertrags - wird die Arbeit der 1976
eingerichteten Ad-hoc-Gruppe von Wissenschaftlern
(Ad Hoc Group of Scientific Experts - GSE) sein, die
internationale kooperative Maßnahmen zur Entdekkung und Identifizierung unterirdischer Atomversuche
prüft. Seitdem hat die GSE beträchtliche Arbeit zur
Entwicklung eines globalen Systems für den internationalen Austausch seismologischer Daten für CTBTÜberwachungsprozesse geleistet.

Schritt zu folgen. Das globale Moratorium für Atomtests wurde befolgt, bis China am 5. Oktober einen
unterirdischen Atomtest durchführte, obwohl eine
Vielzahl von Nationen, einschließlich der Vereinigten
Staaten, es eindringlich dazu aufgerufen hatte, dies zu
unterlassen.

Die Vereinigten Staaten verliehen ihrem tiefen Bedauern über diesen Test Ausdruck und forderten China
eindringlich dazu auf, von weiteren Atomtests Abstand
zu nehmen und gemeinsam mit den anderen Atommächten das globale Moratorium einzuhalten. Der
Präsident wies weiterhin das Energieministerium an,
Maßnahmen zu ergreifen, die es den Vereinigten
Staaten ermöglichen würden, im kommenden Jahr
Ein CTBT kann nur erfolgreich sein, wenn die fünf Atomtests durchzuführen, falls die im Hatfield-ExonAtommächte ihm beitreten und ihn fördern. Diese Mitchell-Zusatzartikel festgelegten Voraussetzungen
Staaten tragen eine besondere Verantwortung dabei, im Hinblick auf Notifizierung und Überprüfung gegeeinen Beitrag zu den Genfer Verhandlungen zu leisten ben sind.
und Atomtests zu unterlassen.
Die endgültige Entscheidung des Präsidenten über die
Amerikanische Atomtestpolitik
Wiederaufnahme von Atomtests wird sich auf grundlegende nationale Sicherheitsinteressen der VereinigPräsident Clinton kündigte am 3. Juli 1993 eine neue ten Staaten gründen, die folgende Fakten berücksichamerikanische Atomtestpolitik sowie einen Vertrag tigen:
über das Verbot von Atomtests an. Nach gründlicher
Prüfung entschied die Administration, daß die im
Den Beitrag, den weitere Tests zur Verbesseamerikanischen Arsenal befindlichen Atomwaffen sirung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des
cher und zuverlässig sind. Zusätzliche Atomtests
amerikanischen Arsenals bei der Vorbereitung
hätten den Vereinigten Staaten helfen können, sich auf
eines Vertrags über ein umfassendes Atomtestein Atomtestverbot vorzubereiten und einige zusätzliverbot leisten würden.
che Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit und
Die Reaktion Chinas und anderer Staaten auf
Zuverlässigkeit vorzunehmen. Der Präsident entden
Appell der Vereinigten Staaten zu einem
schied jedoch, daß diese Vorteile aufgewogen werden
globalen
Moratorium für Atomtests.
durch die Gefahr, daß solche Atomversuche die Nichtverbreitungsziele der Vereinigten Staaten unterminieFortschritte bei den CTBT-Verhandlungen.
ren.
Die Auswirkungen weiterer amerikanischer
Am 3. Juli gab der Präsident seine Entscheidung
Atomtests auf die umfassenderen Nichtverbreibekannt, das Moratorium für amerikanische Atomtests
tungsziele der Vereinigten Staaten.
bis mindestens Ende September 1994 zu verlängern,
sofern keine andere Nation Atomtests durchführt. Auch Die Administration führt mit dem Kongreß und ihren
rief er die anderen Atommächte dazu auf, diesem Verbündeten Konsultationen zu diesen Fragen.

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AMERIKA DIENST 51

�MENSCHENRECHTE
22. Dezember 1993

VEREINTE NATIONEN RICHTEN AMT EINES
HOCHKOMMISSARS FÜR MENSCHENRECHTE EIN
Entscheidung nach jahrzehntelanger Kontroverse

VEREINTE NATIONEN - (AD) - Nach mehr als 30
Jahre andauernden Diskussionen über die politisch
brisante Frage der Schaffung des Amts eines Hochkommissars für Menschenrechte schuf die UN-Generalversammlung am 20. Dezember 1993 diesen Posten für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte auf der ganzen Welt.
Die Übereinkunft wurde nach wochenlangen schwierigen diplomatischen Verhandlungen im Dritten Ausschuß der Generalversammlung erzielt. Die Kompromißlösung des Ausschusses verleiht dem Hochkommissar breiten Spielraum und hohes Ansehen, spezifiziert jedoch nicht die von den Ländern der Dritten Welt
geforderten, ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten wie Informationsbesuche oder die Verhängung
von Sanktionen.
Die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten
Nationen, Madeleine Albright, bezeichnete das Abkommen am 15. Dezember 1993 als "einen wichtigen
Meilenstein für die Menschenrechte auf der Welt" und
"eine weitreichende Errungenschaft für die internationalen Beziehungen".
"Wir halten diesen Schritt für einen globalen Triumph
der Menschenwürde, der Rechte des einzelnen und
der Grundfreiheiten", erklärte Albright.
In diplomatischen Kreisen wird die Übereinkunft als
größter Erfolg der UN-Generalversammlung seit vielen Jahren gewertet, insbesondere da die Ansicht
weitverbreitet war, daß selbst nach dem Erfolg und der
Dynamik der Weltkonferenz über Menschenrechte im
Juni dieses Jahres in Wien ein Kompromiß nicht zu
erreichen wäre.
Der ecuadorianische Botschafter Jose Ayalo Lasso,
der Vorsitzende des Sonderausschusses, der die
schwierige Kompromißlösung ausarbeitete, bezeichnete das Abkommen als "einen großen Erfolg, da jeder
mit dem Text zufrieden ist. Dies ist ein Text, der die
AMERIKA DIENST 51

gemeinsamen Ideale der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Menschenrechtsbereich in sich vereinigt."
Weiter erklärte Ayalo Lasso: "Dies ist ein Text, der
dem Hochkommissar genügend Handlungsspielraum
für effektives Vorgehen gibt. Es ist auch ein Text, der
dem Hochkommissar klar die Grenzen seines Handlungsspielraums aufzeigt, damit jeder möglicherweise
im Rahmen seiner heiklen Aufgabe der Förderung und
des Schutzes der Menschenrechte entstehende Zweifel
an seiner Arbeit ausgeräumt wird."
Dem Resolutionsentwurf zufolge, der am 20. Dezember von der Generalversammlung angenommen wurde, wird der Hochkommissar Sorge tragen, daß alle
bürgerlichen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen
und sozialen Rechte gefördert und geschützt werden.
Der Hochkommissar wird den Rang eines Stellvertretenden Generalsekretärs innehaben und Generalsekretär Boutros-Ghali, der Menschenrechtskommission
und dem Wirtschafts- und Sozialrat verantwortlich
sein.
Der Hochkommissar wird auch im Rahmen des Menschenrechtszentrums Staaten und regionalen Organisationen Beratungsdienste sowie technische und finanzielle Hilfe anbieten und die entsprechenden Bildungs- und Informationsprogramme der Vereinten
Nationen sowie die Menschenrechtsaktivitäten im
gesamten VN-System koordinieren.
Der Hochkommissar soll einen "Dialog mit allen Regierungen über die Umsetzung seines Mandats im Hinblick auf die Achtung aller Menschenrechte führen".
Die Resolution sieht auch vor, daß er 'Von der Erkenntnis geleitet werden" soll, "daß alle Menschenrechte,
bürgerlichen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen
und sozialen Rechte universell, unteilbar, voneinander
abhängig und zusammenhängend sind... und daß die
Förderung einer ausgewogenen und dauerhaften
Entwicklung für alle Menschen sowie die GewährleiSeite 1

�stung des Rechts auf Entwicklung von großer Bedeutung sind".
Ein an den Verhandlungen beteiligter amerikanischer
Regierungsvertreter erklärte in einem Interview: "Wir
sind der Ansicht, ... daß das Mandat keine Verbote
enthält."
Erwies darauf hin, daß der Hochkommissar der Resolution zufolge "einen Dialog mit den Regierungen
beginnen kann. Unseres Erachtens gibt das dem Amt
des Hochkommissars großen Spielraum, öffentlich
Erklärungen abzugeben ... oder in privaten Gesprächen zu sondieren, ob (die Regierungen) Informationsbesuchen zustimmen. Der Hochkommissar kann ein
Team entsenden, ungeachtet dessen, ob es sich hierbei um einen Informationsbesuch oder um etwas anderes
handelt."
Der Regierungsvertreter stellte auch fest: "Ein Land
kann immer nein sagen, aber das war (im Umgang mit
den Vereinten Nationen oder der Menschenrechtskommission) stets der Fall."
Eine Konzession an die Entwicklungsländer war ihm
zufolge die Erwähnung des Rechts auf Entwicklung ein Mittel für sie, auf den Hochkommissar Druck auszuüben, sich mit Entwicklungsfragen zu befassen.

Die Diplomaten wenden ihre Aufmerksamkeit jetzt den
möglichen Kandidaten für das Amt des ersten Hochkommissars für Menschenrechte zu. Sie erwarten,
daß mehrere Staaten Generalsekretär Boutros-Ghali
eine Nominierung ihres Kandidaten zur Prüfung vorlegen. Für einen der Spitzenreiter hält man Ibrahimi Fall
aus Senegal, den derzeitigen Direktor des Menschenrechtszentrums.
Man stimmt darin überein, daßder erste Hochkommissar einen Präzedenzfall von großer Bedeutung schaffen wird.
"Es werden Handlungsmöglichkeiten in dem Maße
entstehen, wie der Hochkommissar sich als vertrauenswürdige Persönlichkeit herausstellt, die mit komplexen, heiklen und Feingefühl verlangenden Situationen umgehen kann", so Ayalo Lasso.
"Ich persönlich bin der festen Überzeugung, daß die
Effektivität des Hochkommissars von dem in ihn gesetzten Vertrauen abhängt. Gewinnt er das Vertrauen
aller, wird er in der Lage sein, mit den Regierungen in
Kontakt zu bleiben, um Menschenrechtsverletzungen
zu verhindern oder wiedergutzumachen", stellte Ayala
Lasso fest.

Dem Vertreter der Vereinigten Staaten beim UN-Wirtschafts- und Sozialrat, Botschafter Victor Marrero,
Die Vereinigten Staaten "haben das Recht auf Ent- zufolge ist die Einrichtung des Amts eines Hochkomwicklung als unveräußerliches Menschenrecht akzep- missars für Menschenrechte ein großer, historischer
tiert, aber es bleibt immer noch die Frage der Umset- Schritt, mit dem "die Nationen der Welt die Bedeutung
zung dieses Rechts", so der amerikanische Regie- und Unentbehrlichkeit der Achtung der Menschenrungsvertreter. Er betonte jedoch die Bedeutung der rechte bekräftigt haben. Sie haben sich verpflichtet,
den Entwicklungsländern gewährten technischen Hilfe den Menschen an die erste Stelle zu setzen und die
und Beratung.
Würde und Entwicklung des einzelnen über alles andere
zu stellen. Sie haben den Menschenrechten wieder
"Wir schufen ein Amt mit hohem Ansehen", ließ er
die herausragende Bedeutung verliehen, die die Verwissen. "Unserer Ansicht nach kann ein Hochkommisfasser der Charta dieser großartigen Organisation
sar Ressourcen binden und Regierungen zur Zustimbeabsichtigten."
mung zu dieser Art von Programmen bewegen... Der
Hochkommissar wird in der Lage sein, auf die Regie- Marrero warnte: "Ein Hochkommissar wird viele Akrungen Druck zur Annahme dieser Programme und auf tionsmöglichkeiten haben. Wir sollten uns jedoch
die Regierungen der Geberländer zur Gewährung von keinen Illusionen hingeben. Die Macht, Grundrechte
Geldern für diese Programme auszuüben."
zu gewähren oder zu verweigern, wird weiterhin bei
den nationalen Regierungen liegen."
Eine der wichtigsten Bestimmungen des Abkommens
ist dem Regierungsvertreter zufolge, daß der Hoch- "Es wird unsere Aufgabe bleiben, die Regierungen
kommissar für Menschenrechte vom UN-Generalse- davon zu überzeugen, daß die Staaten nicht gekretär für einen Zeitraum von vier Jahren mit der schwächt, sondern gestärkt werden, wenn ihre Bürger
Möglichkeit der Verlängerung um eine weitere vierjäh- frei von Unterdrückung und Angst leben können. Ein
rige Amtszeit ernannt wird. Eine solche Bestimmung mit großen Befugnissen ausgestatteter Hochkommisgibt dem Hochkommissar mehr Unabhängigkeit als sar kann bei diesen Bestrebungen ein wichtiger Vereinem typischen Stellvertretenden Generalsekretär.
bündeter sein", so Botschafter Marrero.

* *

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AMERIKA DIENST 51

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�PORTRAT
22. Dezember 1993

INMAN BRINGT UNTERNEHMERISCHE FÄHIGKEITEN
UND MILITÄRISCHEN HINTERGRUND MIT
Porträt des designierten neuen Verteidigungsministers

WASHINGTON - (AD) - Als Präsident Clinton am 16.
Dezember 1993 Bobby Ray Inman für den Posten
seines nächsten Verteidigungsministers nominierte,
entschied er sich für einen Kenner des Militärs, der
auch in Wirtschaft und Management erfahren ist und
im Kongreß hohes Ansehen genießt.
Der Viersterneadmiral Inman, der im Falle seiner
Bestätigung durch den Senat der 19. Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten wird, ging nach einer
dreißigjährigen Karriere in den Ruhestand. Er diente
sowohl im Korea- als auch im Vietnamkrieg und wird im
Falle seiner Bestätigung der erste Berufssoldat an der
Spitze des Pentagon seit General George C. Marshall
im Jahr 1950 sein.
Präsident Clinton, der bei einer kurzen Feierstunde im
Rosengarten des Weißen Hauses die Nominierung
Inmans bekanntgab, erklärte, die von Inman im Dienst
der Nation gemachten Erfahrungen seien "wahrhaft
beeindruckend".
Erstellte fest, daß Inman während seiner dreißigjährigen Laufbahn in der Marine hochrangige Ämter unter
den Präsidenten Ford, Carter, Reagan und Bush
bekleidet hatte und machte geltend: "Ich weiß, daß er
als Verteidigungsminister ein Gewinn für unsere Nation sein wird."
"Erbringt fürdieses Amt die Eigenschaften mit, die alle
Amerikaner respektieren", fügte der Präsident hinzu.
"Der Sohn eines Tankstellenbesitzers aus einer kleinen Stadt in Texas gelangte durch Intelligenz, Begabung und harte Arbeit zu hohen Ehren und Erfolg."
Inman wurde innerhalb von 24 Stunden nach der
Rücktrittsankündigung von Verteidigungsminister Aspin
nominiert. Seit Inman die Marine verlassen hatte, war
er dem Weißen Haus zufolge an einer Vielzahl von
geschäftlichen Unternehmungen beteiligt und Mitglied
mehrerer Aufsichtsräte.

AMERIKA DIENST 51

Während seiner beruflichen Laufbahn diente Inman
unter Administrationen der Demokraten und der Republikaner. Als Computergenie und nachrichtendienstlicher Experte wurde er 1977 unter der Carter-Administration Leiter der Nationalen Sicherheitsbehörde
(National Security Agency - NSA) und 1981 Stellvertretender CIA-Direktor. Beim CIA demonstrierte Inman Senator David Boren zufolge als erster, "daß das
Verfahren der Kontrolle durch den Kongreß funktionieren kann".
Als der ehemalige Verteidigungsminister Cheney sein
Amt verließ, empfahl er Inman für den Posten und
stellte fest: "Er kennt das Verteidigungsministerium
außerordentlich gut und ... hat gute Beziehungen zu
vielen seiner zukünftigen hochrangigen Mitarbeiter im
Militär."
Inman genießt im Kongreß hohes Ansehen. Lee
Hamilton, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Repräsentantenhauses, nannte die Nominierung Inmans "eine ausgezeichnete Entscheidung" und
prognostizierte ihm eine gute Aufnahme im Kongreß.
Sowohl Senator John McCain, ein Kritiker der ClintonAdministration, als auch William Cohen vom Streitkräfteausschuß des Senats bezeichneten ihn als "herausragend".
In seiner Eigenschaft als Stellvertretender Direktordes
Nachrichtendienstes hatte sich Inman öffentlich gegen
schnelle Kürzungen der Gelder für den Nachrichtendienst ausgesprochen. Er argumentierte, solche Entscheidungen sollten zurückgestellt werden, bis die
Politik des Nachrichtendienstes für die Zeit nach dem
Kalten Krieg festgelegt sei.
Der in Rhonesboro (Texas) geborene Inman erlangte
1950 an der University of Texas seinen Abschluß als
Bachelor. Er trat 1952 als Leutnant zur See seinen
Dienst in der Marine an und machte zwei Jahrzehnte

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�später seinen Abschluß am National War College. In
den darauffolgenden 19 Jahren diente er in seiner
Eigenschaft als Analytiker für den Nachrichtendienst
der Marine an Bord eines Flugzeugträgers, zweier
Kreuzer, eines Zerstörers sowie bei einer Vielzahl von
Aufgaben an Land. Auch war Inman in der amerikanischen Pazifikflotte als Stellvertretender Stabschef sowie
als Marineattache in Stockholm tätig.
Im Falle seiner Bestätigung wird Inman den Posten
des Verteidigungsministers in einer sehr schwierigen
Zeit innehaben, und er räumte ein, daß es "keine
leichte Aufgabe" sein werde.
"Ich bezeichne mich selbst als Unternehmer mit hoffentlich strategischer Ausrichtung", erklärte er und
fügte hinzu, in den vergangenen 10 Jahren habe er
"eine Menge über das Funktionieren eines Unternehmens gelernt" und hoffe, "einen Großteil meiner Zeit
mit der Einführung der besten Geschäftspraktiken im
Verteidigungsministerium verbringen zu können".
Das Pentagon sah sich im vergangenen Jahr mit einer
Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert: Einer
neuen Politik im Zusammenhang mit Homosexuellen
im Militär, dem Tailhook-Skandal und der sich wandelnden Rolle von Frauen in militärischen Kampfsituationen, dem Druck aufgrund der in Somalia erlittenen

militärischen Verluste, dem Krankenhausaufenthalt
Aspins wegen seiner Herzprobleme sowie einem
gekürzten Verteidigungshaushalt.
Inman hat sich auch mit dem fortgesetzten Abzug
amerikanischer Streitkräfte sowie einem schrumpfenden Vorrat an militärischer Ausrüstung zu befassen,
die zu der derzeitigen schlechten Stimmung im Verteidigungsministerium beitrugen. Er muß der Überprüfung der amerikanischen Nuklearwaffenstrategie vorstehen, den Rückzug der amerikanischen Truppen
aus Somalia bis zum 31. März kommenden Jahres
überwachen, dem Ministerium bei seinen Schwierigkeiten angesichts neuer Rollen und Missionen bei der
Friedenssicherung vorstehen, das Atomwaffenprogramm Nordkoreas im Auge behalten sowie BosnienHerzegowina und andere Krisengebiete auf der Welt
wachsam beobachten.
Gleichzeitig muß Inman Mittel und Wege finden, den
Verteidigungshaushalt um weitere 50 Milliarden Dollar
zu kürzen, wogegen Aspin sich sträubte.
Von dem geschickten Manager, der von Kollegen als
entschlossen bezeichnet wird, erwartet man, daß er
sich sofort nach dem Rücktritt Aspins am 20. Januar
1994 mit den Einzelheiten der Leitung des Pentagon
vertraut macht.

* * * * *

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�THEMENINDEX
22. Dezember 1993

DER AMERIKA DIENST
2. Halbjahr 1993
Nachstehend eine Liste der Themen, die im Amerika Dienst (2. Halbjahr 1993) erschienen sind. Angegeben
ist jeweils die Nummer der Ausgabe, in der das betreffende Thema behandelt wird.

THEMA

NUMMER DER AUSGABEN

4. Juli

27

Deutsch-Amerikanischer Tag

41

Diplomatie

42

Drogen

27, 28, 44

AID

29

APEC

47,48

Abrüstung

39,43

Einwanderung

31,36

Atomtestverbot

40,51

Europa

38

Atomversuche

28

Außenpolitik

30,35,38,39,40,41,
45,
Sonderdienst (4.0kt)

Flüchtlinge

39

Frauen

41

42

Friedenssicherung

34

Führungsrolle der USA

39

Austauschprogramme

Balkan

30

Bevölkerung

46

G-7

27, 28, 30

Bildung

37,38

G-7/Korea

28

Blues

34

GATT

45, 48, 50, 51

Bosnien

31,32,33, 36, 45

GUS-Hilfe

29

Botschafter

27

Gesellschaft

45

Bürgerrechte

34

Gesundheitsreform

34,39

Gleichberechtigung

34

Country-Music

AMERIKA DIENST 51

35

Seite 1

�Haiti

42

Porträt

30, 33, 42, 43, 51

Handel

29,31,44

Pressefreiheit

33

Haushalt

30

Proliferation

29

Innenpolitik

37

Raumfahrt

34

Rußland

38,40,41, 50,51

Serbien-Montenegro

31

John F. Kennedy

46

KSZE

49

Somalia

35,40,41, 42

Kongreß

37

Sudan

34

Kriegsverbrechen

30,36
Terrorismus

32,46

Landminen

32,46

Literatur

42

US-Militär

48

Luftfahrt

45

US-Regierung

48

USA-Asien

47

Martin Luther King

32

USA-Deutschland

37,49

Medien

46

USA-Europa

48

Menschenrechte

48, 50, 51

USA-Korea

28

Musik

36

USA-Rußland

36,37

USIA

40,44

Umwelt

43

Verbrechensbekämpfung

47,50

Verteidigung

36,37

Weiterverbreitung

35

Wettbewerb

44

Wirtschaft

27,30,31,32,33,35

.
NAFTA

33, 34,38,46,47, 50

NATO

28, 33, 43, 49

Naher Osten

29,31,32,35,37,38,
39,40

Nichtverbreitung

30,50

Osteuropa

31

Pazifik

36

* * * * *

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AMERIKA DIENST 51

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              <text>&lt;strong&gt;1. Russland&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Clinton: Russen befürworten nicht die extremen Ansichten Schirinowskijs&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der Präsident bekräftigt Unterstützung für russische Reformprozeß&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Gatt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Uruguay-Runde wird amerikanische Wirtschaft ankurbeln&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht über Einzelheiten des Abkommens&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Atomtestverbot&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Verhandlungen über umfassendes Atomtestverbot &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des US-Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Menschenrechte&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Vereinte Nationen richten Amt eines Hochkommissars für Menschenrechte ein&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Entscheidung nach jahrzehntelanger Kontroverse&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Porträt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Inman bringt unternehmerische Fähigkeiten und militärischen Hintergrund mit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt des designierten neuen Verteidigungsministers&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. Themenindex&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der Amerika Dienst&lt;br /&gt;&lt;em&gt;2. Halbjahr 1993&lt;/em&gt;</text>
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