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                  <text>N^Ü?7«

V^ *«?

amcrika
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C
50

16. Dezember 1993

NAFTA

NAFTA UNTERSTREICHT
FÜHRUNGSROLLE DER USA
Erklärung Präsident Clintons
bei Unterzeichnung des NAFTA

GATT

URUGUAY-RUNDE GEHT ÜBER URSPRÜNGLICH GESETZTE ZIELE HINAUS
Erklärung des
US-Handelsbeauftragten

EINIGUNG ZWISCHEN USA UND EU
BEI URUGUAY-RUNDE BEKANNTGEGEBEN
Abschluß der Handelsgespräche

NICHTVERBREITUNG

USA BEKÄMPFEN VERBREITUNG VON
MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN
Ausführungen von
Verteidigungsminister Aspin

RUSSLAND

USA GRATULIEREN RUSSLAND
ZU HISTORISCHEN WAHLEN
Erklärung des Weißen Hauses

bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-339 23 72
Fax:0228-3341 02

�VERBRECHENSBEKÄMPFUNG

USA UND ITALIEN BEKÄMPFEN GEMEINSAM
ORGANISIERTES VERBRECHEN
Erklärung von Präsident Clinton

MENSCHENRECHTE

CLINTON: MENSCHENRECHTE MÜSSEN
HOHE PRIORITÄT BEI DEN VEREINTEN
NATIONEN BEHALTEN
Proklamation zum Menschenrechtstag

SHATTUCK: MENSCHENRECHTSPOLITIK
DER USA STREBT ENDE DER FOLTER AN
Erläuterungen bei Pressekonferenz

�NAFTA
15. Dezember 1993

NAFTA UNTERSTREICHT FÜHRUNGSROLLE DER USA
Erklärung Präsident Clintons bei Unterzeichnung des NAFTA
WASHINGTON - (AD) - Die Annahme des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (North American Free
Trade Agreement - NAFTA) durch die Vereinigten Staaten signalisiert das Engagement der Vereinigten Staaten
für ihre Verantwortung zu Führungsstärke in der Welt, erklärte Präsident Clinton bei der Unterzeichnungszeremonie zur Inkraftsetzung des NAFTA.
Der Präsident fügte hinzu: "Um Mißverständnissen vorzubeugen: Die Weltwirtschaft mit all ihren Versprechungen und Gefahren ist jetzt die zentrale Tatsache im Leben hartarbeitender Amerikaner."
Der Präsident gab seine Erklärung am 8. Dezember 1993 ab, bevor er das Gesetz in demselben Saal des
Wirtschaftsministeriums unterzeichnete, in dem Präsident Truman 1949 den Nordatlantikvertrag zur Gründung
der NATO unterzeichnet hatte.
Nachfolgend veröffentlichen wir den offiziellen Text der Rede Präsident Clintons.

Ich freue mich außerordentlich, Sie alle hierzu sehen.
Ich danke Speaker Foley und dem Vorsitzenden der
Republikanischen Partei Bob Michel für ihre Anwesenheit am heutigen Tag. So viele verdienen ein Wort des
Dankes. Der Vizepräsident hat ausgezeichnete Arbeit
geleistet. Ich möchte drei weiteren Persönlichkeiten
danken - Laura Tyson, der Vorsitzendendes Rates der
Wirtschaftsberater, Bob Rubin, dem Vorsitzenden
meines nationalen Wirtschaftsteams sowie einem
Mitglied des Repräsentantenhauses aus der Republikanischen Partei, das nicht erwähnt wurde - dem
Abgeordneten David Dreier, der mit mir an einem
regnerischen Tag nach Lousiana fuhr, um für das
NAFTA zu werben. Ich würde gerne noch viele andere
erwähnen; Ihnen allen danke ich jedoch für das, was
Sie getan haben.

Ein besonderes Wort des Dankes gilt dem Kabinett,
weil wir etwas Einzigartiges versuchen. Wir versuchen, unsere gesamten Ministerien und führenden
Kabinettsmitglieder zur Zusammenarbeit an all den
Dingen zu bewegen, die für uns von Bedeutung sind.
Viele von ihnen haben trotz ihrer vollen Terminkalender einen Großteil ihrer Freizeit und ihrer Arbeitszeit
hierzu verwendet. Ich danke den bereits erwähnten
ehemaligen führenden Politikern sowie unserem Militär. Da General Powell hier anwesend ist, möchte ich
besonders hervorheben, daß die hochrangigen Offiziere, mit denen ich über das NAFTA sprach, vielleicht
die das Freihandelsabkommen am stärksten unterstützende Gruppe waren. Der Grund dafür ist meines
Erachtens die von ihnen in den letzten Jahrzehnten
gemachte Erfahrung. Sie wußten, daß wir es uns nicht
leisten konnten, vor unserer Verantwortung zu FühWährend der Kampagne für das NAFTA unterstützte rungsstärke und unserem konstruktiven Engagement
der Vizepräsident bei unseren Treffen diese Position, in der Welt zurückzuschrecken. Und viele von ihnen,
lange bevor wir wußten, ob wir hierherkommen würden die noch Uniform tragen, durften und sollten das nicht
oder nicht. Es ist mir auch ein Bedürfnis, Mickey in der Öffentlichkeit sagen. Meines Erachtens darf ich
Kantor und Mack McLarty persönlich für die insbeson- das heute jedoch. Ich war von ihren Worten zutiefst
dere in den letzten Tagen der Verhandlungen mit bewegt.
mexikanischen Handelsvertretern und der mexikanischen Regierung von ihnen geleistete Arbeit zu dan- Ich möchte auch all jenen Bürgern besonderen Dank
ken. Auch möchte ich hier die Vertreter Mexikos und aussprechen, die uns geholfen haben - führenden
Kanadas begrüßen und sie herzlich willkommen hei- Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Umßen. Sie sind unsere Partner in einer Zukunft, die wir weltschützern, die hieran arbeiteten - von denen viele
zusammen aufbauen wollen.
starker Kritik ausgesetzt waren, insbesondere in der

AMERIKA DIENST 50

Seite 1

�Umweltschutzbewegung und in Kreisen der Arbeitnehmer. Ich möchte eine Gruppe besonders hervorheben, die für unseren Erfolg von zentraler Bedeutung
war - die Kleinunternehmer, von denen sich viele
organisierten und uns zur Hilfe eilten. Sie haben
wirklich etwas bewirkt.

jetzt wirkliche Fortschritte im Hinblick auf ein weltweites Handelsabkommen, das von derartiger Bedeutung
ist, daß die materiellen Vorteile des NAFTA für unser
Land dagegen gering erschienen.

Heute haben wir die Chance, das zu tun, was unsere
Eltern vor uns taten. Wir haben die Chance zur
Ich möchte die Gelegenheit nicht versäumen, meinem Neugestaltung der Weh. In diesem neuen Zeitalter
guten Freund Bill Daley und dem Kongreßabgeordne- wird unsere nationale Sicherheit ebenso von unserer
ten Bill Frenzel für ihre bei der Mobilisierung dieser Fähigkeit zum Abbau ausländischer HandelsschranBestrebungen geleistete Hilfe zu danken, obwohl die ken abhängen wie von unserer Fähigkeit zur Durchbeiden bereits erwähnt wurden. Der Kongreßabgeord- brechung entlegener Schutzwälle. Wir sind wieder
nete Frenzel schrieb mir kürzlich einen wunderbaren einmal führend und entdecken dabei eine grundlegenBrief und schickte mir eine seiner berühmten Karikatu- de Wahrheit über uns selbst. Wenn wir führen, schafren über das N AFTA, die ich jetzt rahmen lasse. Diese fen wir Sicherheit und Wohlstand für unser eigenes
beiden Persönlichkeiten repräsentieren den parteien- Volk.
übergreifenden Geist, der angesichts des Rufs nach
Wandel im Kongreß und im ganzen Land vorherrscht. Es war eine harte Lektion. In diesem Jahrhundert
Ich hoffe, daß wir in den vor uns liegenden Tagen, wurden wir zweimal zur Definition unserer Rolle in der
Monaten und Jahren mehr davon sehen werden. Es Welt gezwungen. Nach dem Ersten Weltkrieg zogen
wir uns zurück und bauten protektionistische Schutzwar sehr schön.
wälle um unsere Nation. Das Ergebnis war eine große
Diese ganze Angelegenheit hat sich als ein für unsere Depression und letztlich ein weiterer schrecklicher
Nation entscheidender Zeitpunkt erwiesen. Vor eini- Weltkrieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgten wir
gen Minuten sprach ich mit einem der hier Anwesen- einen anderen Kurs - wir wendeten uns der Welt zu.
den, der mir erzählte, daß er die Abstimmung von Begnadete Politiker beider politischen Parteien errichChina aus im internationalen Fernsehen verfolgt habe. teten eine neue Ordnung auf der Grundlage kollektiver
Und er fuhr fort, man hätte dabei sein müssen um Sicherheit und erweiterten Handels. Sie legten ein
verstehen zu können, wie wichtig das NAFTA für die Fundament der Stabilität und schufen dabei die Bedinübrige Welt war. Nicht wegen seiner Bestimmungen - gungen, die zum Entstehen der großartigen amerikada es im Grunde genommen eine Handelsvereinba- nischen Mittelschicht führten, einem der echten Wirtrung zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und schaftswunder in der gesamten Geschichte der ZiviliKanada ist - sondern weil es zum Symbol für den sation. Ihre Staatskunst zeigt sich noch heute - am
Kampf um die Geisteshaltung in unserem Land wurde IWF und der Weltbank, dem GATT und der NATO.
und dafür, wie wir unsere eigenen beträchtlichen
Herausforderungen in einer äußerst schwierigen und In diesem Auditorium unterzeichnete Präsident Harry
Truman im Jahr 1949 eines der grundlegenden Dokusich rasch wandelnden Welt angehen.
mente dieses goldenen Zeitalters amerikanischer
. Ich bin der Ansicht, daß wir jetzt eine Entscheidung Führung - den Nordatlantikvertrag zur Gründung der
getroffen haben, die uns den Aufbau einer Weltwirt- NATO. "Mit diesem Vertrag hoffen wir einen Schutzschaftsordnung erlaubt, die mehr Wachstum, mehr schild gegen Aggression und die Angst vor Aggression
Gleichberechtigung, verbesserten Umweltschutz sowie zu schaffen", erklärte Truman seinen Zuhörern, "ein
eine größere Chance für den Weltfrieden fördert. Wir Bollwerk, das es uns gestattet, uns der wirklichen
stehen kurz vor einem weltweiten Wirtschaftswachs- Aufgabe der Regierung und der Gesellschaft zu widtum, das auf die Tatsache zurückzuführen ist, daß die men, der Aufgabe, unseren Bürgern ein erfüllteres und
Vereinigten Staaten sich im entscheidenden Moment glücklichereres Leben zu ermöglichen.''
für Wettbewerb anstatt Rückzug entschieden.
Die von Truman und Acheson, Marshall und VandenIn wenigen Minuten werde ich durch meine Unter- berg aufgebauten Institutionen haben jetzt ihre Arbeit
schrift dem Nordamerikanischen Freihandelsabkom- vollendet. Der Kalte Krieg ist vorüber. Die grausame
men Gesetzeskraft verleihen. Das NAFTA wird die Gewißheit der Auseinandersetzung mit dem Kommuzwischen unseren drei Nationen bestehenden Han- nismus wurde durch die euphorische Ungewißheit des
delsschranken abbauen. Es wird die weltweit größte internationalen wirtschaftlichen Wettbewerbs ersetzt.
Handelszone errichten und bis 1995zur Schaffung von Die große Frage des Tages lautet, wie Sicherheit für
200.000 Arbeitsplätzen allein in diesem Land führen. unser Volk zu einer Zeit gewährleistet werden kann, in
Die von unserer Administration ausgehandelten Zu- der Wandel die einzige Konstante ist.
satzabkommen über Umweltschutz und Arbeit werden
dieses Abkommen zu einer treibenden Kraft für sozia- Um Mißverständnissen vorzubeugen: Die Weltwirtlen Fortschritt sowie Wirtschaftswachstum machen. schaft mit all ihren Versprechungen und Gefahren ist
Das von uns durch die Ratifizierung des NAFTA be- jetzt die zentrale Tatsache im Leben hartarbeitender
zeugte Vertrauen trägt bereits Früchte. Wfr madhfcn * Amerikaner. Sie bereichert das Leben von Millionen
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AMERIKA DIENST 50

�Amerikanern, aber zu viele dieser Winde des Wandels
unterhöhlen die Basis ihrer Sicherheit.
Seit zwei Jahrzehnten arbeiten die meisten Menschen
mehr für weniger. Anscheinend sichere Arbeitsplätze
gingen verloren. Und obwohl Amerika wieder die
produktivste Nation auf der Welt ist, birgt eben diese
Produktivität den Samen weiterer Unsicherheit. Schließlich bedeutet Produktivität, daß dieselbe Anzahl Menschen mehr-oder sehr häufig, daß weniger Menschen
mehr - produzieren können. Mit einer solchen Welt
sehen wir uns konfrontiert.
Wir können den globalen Wandel nicht aufhalten. Wir
können den überall vorherrschenden internationalen
Wettbewerb nicht außer Kraft setzen. Wir können nur
von seinen Energien profitieren. Wir müssen uns jetzt
verdeutlichen, daß der einzige Weg zu weiterem
Wohlstand für ein wohlhabendes Land in Exporten
besteht - einfach neue Kunden für die von ihm produzierten Waren und Dienstleistungen zu finden. Das,
meine amerikanischen Mitbürger, ist die vom Kongreß
mit der Abstimmung über die Ratifizierung des NAFTA
getroffene Entscheidung.
Ich bin dankbar für die vom Kongreß in diesem Jahr
beim Defizitabbau und der Zinssenkung sowie der
Schaffung von mehr Wohnraum und Arbeitsplätzen
geleistete Arbeit. Wenn sich unsere nationale Wirtschaftspolitik dank unserer Fähigkeiten langfristig zum
Nutzen unseres Volkes auswirken soll, müssen wir
jedoch eine Außenwirtschaftspolitik haben, dank der
sich Produktivität nicht nur in höheren Einkommen für
unsere Unternehmen ausdrückt, sondern in mehr
Arbeitsplätzen und höheren Einkommen für unsere
Bürger. Das bedeutet mehr Kunden. Es gibt keinen
anderen Weg - wederfürdie Vereinigten Staaten, noch
für Europa oder Japan oder irgendein anderes wohlhabendes Land der Welt.
Aus diesem Grund bin ich dankbar, daß wir nach der
NAFTA-Abstimmung im Repräsentantenhaus ein so
gutes Gespräch mit den Wirtschaftsvertretern des
asiatisch-pazifischen Raums in Washington hatten.
Ich bin dankbar, daß - wie von Vizepräsident Gore und
Stabschef Mack McLarty vor zwei Wochen bei ihrem
Treffen mit Präsident Salinas angekündigt - die Nationen dieses Kontinents im nächsten Jahr zu einem
Wirtschaftsgipfel zusammenkommen, bei dem geplant wird, wie die Vorteile des Handels auf alle aufstrebenden demokratischen Marktwirtschaften Nord- und
Südamerikas ausgeweitet werden können.
Und jetzt freue ich mich, daß wir die Chance zur
Sicherung des größten Durchbruchs haben. Unterhändler aus 112 Nationen arbeiten auf den Abschluß
der Verhandlungen über eine neue Runde des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens hin - ein historischer weltweiter Pakt, der einen globalen Wirtschaftsaufschwung ankurbelt, liegt jetzt in greifbarer Nähe.
Ich möchte eines unmißverständlich klarstellen. Wir

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können und sollten uns nicht mit einem schlechten
GATT-Abkommen zufriedengeben. Wir werden jedoch in unseren Bestrebungen zur Sicherstellung eines
guten Abkommens in diesen letzten Tagen nicht nachlassen. Wir sind bereit, unseren Beitrag zum Erfolg
dieser Verhandlungen zu leisten, aber wir bestehen
darauf, daß andere Nationen auch das Ihre tun. Wir
dürfen diese Chance nicht vergeuden. Ich fordere alle
Nationen der Welt auf, diesen Moment zu nutzen und
die Verhandlungen über ein gutes GATT-Abkommen
in der nächsten Woche abzuschließen.
Ich sage allen, selbst unseren Unterhändlern: Rasten
und ruhen Sie nicht. Bringen Sie die Verhandlungen
zum Abschluß. Ich habe Mickey Kantor neulich gesagt, daß wir die mühevolle Arbeit am NAFTA mit
einem Urlaub bei den GATT-Gesprächen belohnen
werden.
Meine amerikanischen Mitbürger, Stück für Stück wird
all dies die Bedingungen für umweltverträgliche globale Expansion schaffen. So bedeutend sie auch sind unsere Ziele müssen noch ehrgeiziger sein. Die
Vereinigten Staaten dürfen sich nicht mit weniger
zufriedengeben als einem neuen Handelssystem, von
dem alle Nationen durch stabilen Handel profitieren,
der unsere Mittelschicht schützt und anderen Nationen
die Chance zum Aufbau einer Mittelschicht gibt. Damit
wird die Lage der Arbeitnehmer und die Umwelt verbessert. Damit wird sichergestellt, daß unsere Maßnahmen unsere Werte widerspiegeln.
AusdiesemGrundmußunsereTagesordnung weitreichend sein. Wir stellen fest, daß dynamischer Handel
nicht zum Raubbau an der Umwelt führen darf. Wir
streben neue institutionelle Arrangements an um zu
gewährleisten, daß der Handel die Wert sauberer als
zuvor hinterläßt. Wir fordern die Arbeitnehmer aller
Länder auf, sich Rechte zu sichern, die wir jetzt als
selbstverständlich erachten, sich zu organisieren und
einen ordentlichen Lebensunterhalt zu verdienen.
Wir werden darauf bestehen, daß erweiterter Handel
fair zu unseren Unternehmen und Regionen ist. Kein
Land sollte Kartelle, Tochtergesellschaften oder Einfuhrvorschriften benutzen, um unsere Produkte aus
seinen Regalen fernzuhalten. Und wir müssen darauf
hinarbeiten, daß unsere Bürger die persönliche Sicherheit zur vertrauensvollen Beteiligung an diesem
neuen Zeitalter haben. Jeder Arbeitnehmer muß die
erforderliche Aus- und Fortbildung erhalten, um von
den Vorteilen des internationalen Wettbewerbs profitieren zu können, statt seine Lasten zu tragen.
Im nächsten Jahr wird unsere Administration ein umfassendes Gesetz zur Umgestaltung unseres Beschäftigungssystems in ein Wiederbeschäftigungs- und
Umschulungssystem für das 21. Jahrhundert vorlegen. Und vor allem sage ich Ihnen, wir müssen die
Umstrukturierung der breiten politischen Koalition für
erweiterten Handel anstreben. Seit Jahrzehnten haben

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�arbeitende Männer und Frauen sowie ihre Vertreter
Maßnahmen unterstützt, die uns Wohlstand und Sicherheit gebracht haben. Grund dafür war unsere
Erkenntnis, daß erweiterter Handel uns allen nutzt, wir
jedoch eine Verpflichtung zum Schutz der Arbeitnehmer haben, die den Löwenanteil der Last des Wettbewerbs tragen, indem wir ihnen die Chance zur Umschulung bieten sowie dazu, einer neuen, unterschiedlichen und letztlich sichereren Arbeit nachzugehen. In
den vergangenen Jahren ist dieser Sozialpakt auseinandergebrochen. Das darf nicht weiterhin der Fall
sein.

sowie den arbeitenden Männern und Frauen in diesem
Land. Es bedeutet größere Produktivität, weniger
Arbeitslose, effizientere Arbeit, höhere Löhne und
mehr Sicherheit für unsere Bürger. Wir müssen dies
tun.

Wir streben ein neues und offeneres globales Handelssystem nicht nur um seiner selbst willen, sondern
um unsertwillen an. Gute Arbeitsplätze, eine sich
bezahlt machende Karriere und ein erweiterter Horizont für die Amerikaner der Mittelschicht können nur
durch die Erweiterung von Exporten und globalem
Wachstum sichergestellt werden. Zu lange war unser
Wenn ich in wenigen Minuten meine Unterschrift unter Schritt unsicher, während sich der Boden unter unsedas NAFTA-Gesetz setze, tue ich dies mit folgendem ren Füßen bewegte. Heute, da ich dem NordamerikaVersprechen: Für die Männer und Frauen unseres nischen Freihandelsabkommen mit meiner Unterschrift
Landes, die Angst vor diesen Veränderungen hatten Gesetzeskraft verleihe und weitere Fortschritte beim
und in ihrem Widerstand gegen das NAFTA einen GATT fordere, haben wir meines Erachtens Fuß geAusdruck dieser Ängste sahen, die meines Erachtens faßt. Und ich bitte Sie alle, standfest zu sein - sich
und meines Wissens falsch, aber dennoch legitime bewußt zu machen, daß wir der Wert von heute und
morgen nicht den Rücken zukehren können. Wir
Ängste waren.
müssen uns den Herausforderungen stellen, sie verDie Vorteile dieses Abkommens werden auch für Sie trauensvoll annehmen, uns mit den Problemen ehrlich
von Vorteil sein. Ich bitte die Gegner des NAFTA zur und offen auseinandersetzen und die Vorteile dieser
Zusammenarbeit mit uns, um die Umsetzung der Welt für uns alle zum Tragen bringen. Amerika ist, wo
Vereinbarungen zu Arbeitsfragen sowie derZusatzab- es ein sollte - an der Führungsspitze, das Tempo
kommen zu gewährleisten, und ich appelliere an alle, bestimmend und das Vertrauen unter Beweis stellend,
die an das NAFTA glauben, gemeinsam mit mir auf das wir alle benötigen, um uns dem morgen zu stellen.
den Kongreß einzuwirken, um das beste Ausbildungs- Wir sind zum Wettbewerb bereit und können gewinund Umschulungsprogramm für Arbeitnehmer der Welt nen. Ich danke Ihnen.
hervorzubringen. Wir schulden es den Unternehmern

* * * * *

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�GATT
15. Dezember 1993

URUGUAY-RUNDE GEHT ÜBER URSPRÜNGLICH
GESETZTE ZIELE HINAUS
Erklärung des US-Handelsbeauftragten
WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union (EU) erzielten Einigung über Fragen
einer Reform des Welthandels, die im Falle ihrer Annahme durch die anderen Teilnehmerstaaten der UruguayRunde den spiralförmigen Anstieg der Agrarsubventionen beenden, die Märkte für Dienstleistungen öffnen,
Schutz geistigen Eigentums gewähren, die Subventionen für die zivile Luftfahrtindustrie senken und die Zölle
abbauen soll.
"Die Vereinigten Staaten und Europa werden jetzt Seite an Seite an einem erfolgreichen Abschluß dieser
Verhandlungen arbeiten", erklärte der US-Handelsbeauftragte Mickey Kantor am 14. Dezember 1993 nach einer
Nachtsitzung in Genf mit EU-Chefunterhändler Sir Leon Brittan. "Wir sind sogar über die vor sieben Jahren im
uruguayischen Punta del Este gesetzten ehrgeizigen Ziele hinausgegangen."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung des US -Handelsbeauftragten im Wortlaut.

Ich freue mich ankündigen zu können, daß die Vereinigten Staaten und die Europäische Union eine umfassende Einigung über alle ausstehenden Fragen der
Uruguay-Runde erzielen konnten. Mit diesem Durchbruch in der Runde lösten wir einen gordischen Knoten. Die Vereinigten Staaten und Europa werden jetzt
Seite an Seite an einem erfolgreichen Abschlu ß dieser
Verhandlungen arbeiten.
Ich habe am Dienstag darauf hingewiesen, daß wir den
Entwurf eines wahrhaft historischen Handelsabkommens vorliegen haben. Heute wissen wir, daß es
erzielt werden kann. Die Uruguay-Runde wird mehr
Handelshemmnisse abbauen als jedes andere Handelsabkommen in der Geschichte. Sie wird zu einer
Steigerung amerikanischer Exporte führen - von denen jetzt 10 Prozent aller Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten abhängen - und erstmals internationale
Handelsrichtlinien für die Bereiche Dienstleistungen,
Landwirtschaft, geistiges Eigentum und Investitionen
festlegen.
Wir sind sogar über die vor sieben Jahren im uruguayischen Punta del Este gesetzten ehrgeizigen Ziele
hinausgegangen. Die Vereinigten Staaten und die
Europäische Union werden ihre Zölle - Steuern, die wir
alle zahlen - anstelle der ursprünglich vorgesehenen
Senkung um ein Drittel um die Hälfte reduzieren. Wir
werden im Dienstieistungsbereich, indem mehr alsdie

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Hälfte aller amerikanischen Arbeitnehmer tätig ist,
neue große Märkte öffnen. Wir werden dem spiralförmigen Anstieg der sinnlosen Agrarsubventionen, die
unseren Staatshaushalt in den Bankrott treiben und
die Weltmärkte für amerikanische Farmer verzerren,
ein Ende setzen.
Die Grundlage der amerikanischen Wirtschaft ist die
Kreativität, Innovationsfreudigkeit und Erfindungsgabe unserer Bürger. Die Uruguay-Runde wird den
illegalen Mißbrauch mit Patenten, Urheberrechten,
Warenzeichen und anderen Rechten geistigen Eigentums beenden.
Der Abschluß der Uruguay-Runde ist für dauerhaftes
Wirtschaftswachstum und die Schaffung guter Arbeitsplätze in Amerika, Europa und auf der ganzen
Welt von essentieller Bedeutung. Im nächsten Jahrzehnt wird die Weltwirtschaft aufgrund des Abbaus
von Handelshemmnissen und der Öffnung von Märkten als Ergebnis dieser Runde 6 Billionen Dollar hinzugewinnen.
Sir Leon Brittan und ich haben zahllose Stunden an
dieser Übereinkunft gearbeitet. Wir rufen die anderen
Regierungen der Wert dazu auf, über die begrenzten
Interessen weniger Staaten hinaus auf die viel größeren Vorteile dieses Abkommens für alle Völker dieser
Wert zu schauen. Es bleiben noch zwei Tage. Jetzt ist

Seite 1

�die Zeit gekommen, denselben Mut, politischen Willen
und Weitblick zu zeigen, den die Vereinigten Staaten
und die Europäische Union an den Tag gelegt haben.
Es steht viel auf dem Spiel. Die Gewinne sind real. Die
Zeit drängt. Wir müssen - und wollen - Erfolg haben.

Staaten zur Liberalisierung ihrer Vorschriften ermutigen und beinhaltet Mittel, um Trittbrettfahrer zur Einhaltung der Bestimmungen zu zwingen. Amerikanische Unternehmen sind in diesen Bereichen weltweit
führend. Unsere Finanzeinrichtungen in Übersee
schaffen Einkommen und fördern die amerikanischen
Sir Leon Brittan und ich trafen in der Nacht zusammen, Exporte und Investitionen im Ausland.
um die drei Angelegenheiten zu lösen, die die Vereinigten Staaten und die Europäische Union spalteten: Audiovisueller Bereich. Wir waren nicht in der Lage,
Luftfahrt, Finanzdienstleistungen und der audiovisuel- unsere Differenzen über Fragen im Unterhaltungsbele Bereich.
reich beizulegen. Um die Runde voranzubringen, sind
sich die Vereinigten Staaten und die EU einig geworWir haben diese Fragen gelöst und den Weg für einen den, daß sie uneins sind. Unsere Differenzen bleiben
Abschluß der Uruguay-Runde bereitet. Die Bedeu- jedoch bestehen.
tung dieser Runde für die Weltwirtschaft kann gar nicht
genug betont werden, und wir bitten andere Nationen, Fernsehprogramme, Spielfilme und Tonaufnahmen gemeinsam mit uns die Runde zu einem größtmögli- dieser Sektor ist für die Gesundheit und Vitalität der
chen Erfolg zu machen.
amerikanischen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Millionen von Amerikanern arbeiten in diesen
Luftfahrt. Wir haben eine Einigung erzielt, um unsere Branchen. Noch wichtiger ist, daß unsere Filme,
Differenzen im Bereich der Luftfahrt gerecht und im Fernsehprogramme und Tonaufnahmen nahezu auf
Interesse beider Seiten zu lösen. Wir haben uns die ganze Welt, einschließlich Europa, Anziehungsgeeinigt, die Luftfahrt unter das neue Subventionsab- kraft ausüben.
kommen zu stellen, das zu größerer Disziplin bei der
Vergabe von Subventionen und einem stärkeren, Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten
schnelleren, bindenden System zur Beilegung von und Europa überdie Fragen in der UnterhaltungsinduMeinungsverschiedenheiten führen soll. Auch einig- strie sind wohlbekannt.
ten wir uns auf eine einjährige Fortsetzung der Verhandlungen mit dem Ziel der Erweiterung und Verbes- In den letzten Jahren hat die Europäische Gemeinserung des GATT-Abkommens überdie zivile Luftfahrt schaft eine Rundfunkrichtlinie erlassen, die von den
Mitgliedstaaten die Ausstrahlung möglichst mehrheitaus dem Jahr 1979.
lich europäischer Programme fordert.
Finanzdienstleistungen. Die Vereinigten Staaten
strebten ein Abkommen über Finanzdienstleistungen Die EU-Mitgliedstaaten haben die Subventionen für
an, innerhalb dessen die Staaten substantiellen Markt- ihre Filmemacher stark erhöht, teilweise mit aus der
zugang und Sonderbehandlung einzelner Länder Besteuerung ausländischer Filme gewonnenen Gelanbieten, was eine bedingungslose Meistbegünsti- dern.
gungsklausel ermöglichen sowie jetzt und in Zukunft Nahezu alle EU-Staaten erheben eine Leerkassettenunbeschränkten Zugang zu unserem Markt erlauben abgabe und verteilen die daraus resultierenden Einwürde. Da bis zum 15. Dezember nur ein Tag bleibt, künfte nach einem für amerikanische Künstler und
ist es leider offensichtlich, daß viele Länder nicht bereit Produzenten nicht gerechten Schema. Diese Maßoder in der Lage sein werden, gute Angebote vorzulenahmen wurden von wachsender Rhethorik über eine
gen. Unter diesen Umständen konnten und wollten wir
"kulturelle" Invasion durch amerikanische Filme und
unsere Märkte nicht für alle ganz öffnen. Wir mußten
Musik begleitet.
eine Möglichkeit für den Umgang mit Trittbrettfahrem
finden, was uns auch gelungen ist.
Die Vereinigten Staaten verfolgten im Unterhaltungsbereich klare Ziele: Wir wollten einen kalkulierbaren
Die Europäische Union und wir stimmten überein, daß und fairen Zugang zum europäischen Markt und die
wir und andere bereit sind, im Bankwesen und bei faire Behandlung unserer kreativen Bürger.
anderen Finanzdienstleistungen eine Befreiung von
der Meistbegünstigungsklausel zuzulassen, und die Wir strebten jedoch auch eine sowohl für die VereinigVereinigten Staaten werden das auch tun. Wir haben ten Staaten als auch fürdie EU-Mitgliedstaaten günstijedoch ein sechsmonatiges Moratorium nach Inkraft- ge Lösung an. Folglich haben die Vereinigten Staaten
treten des Abkommens beschlossen, nach dessen während der zweiwöchigen Verhandlungen über diese
Ablauf die Staaten ihre Angebote und Befreiungen von Angelegenheit eine Idee nach der anderen zur Lösung
der Meistbegünstigungsklausel abändern können. Bis dieser Frage auf eine für beide Seiten gerechte Weise
dahin werden wir eine Reihe von soliden Regeln für im Rahmen eines Gesamtpakets vorgelegt.
Finanzdienstleistungen ausarbeiten.
Die Europäische Union lehnte jeden unserer VorschläDieses Abkommen wird die Finanzmärkte öffnen. Es ge ab. Stattdessen bot sie Konsultationen und andere
hat die Grundlage dafür geschaffen. Es wird andere Schritte an, die weit von wirklichem Marktzugang oder

Seite 2

AMERIKA DIENST 50

�wirklich gerechter Behandlung eines Landes entfernt
sind.
Aufgrund der Unzulänglichkeit der Vorschläge der EU
und ihrer mangelnden Bereitschaft zur Annahme der
von uns gemachten Vorschläge, beschlossen wir,
unsere Angebote für den audiovisuellen Bereich zurückzunehmen und eine Befreiung von der Meistbegünstigungsklausel in Anspruch zu nehmen.

Wir beschlossen, keine bedeutungslosen Halblösungen zu akzeptieren. Vielmehr sind wir der Ansicht, daß
wir die Interessen unserer Künstler, Darsteller und
Produzenten - und den freien Informationsfluß auf der
ganzen Welt - am besten fördern können, indem wir
uns alle uns zustehenden Rechte vorbehalten, um auf
uns diskriminierende Praktiken in diesen Bereichen zu
reagieren.

* * * *

AMERIKA DIENST 50

*

Seite 3

�GATT
15. Dezember 1993

EINIGUNG ZWISCHEN USA UND EU BEI
URUGUAY-RUNDE BEKANNTGEGEBEN
Abschluß der Handelsgespräche

GENF - (AD) - Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben bei der Uruguay-Runde multilateraler Handelsgespräche eine umfassende Einigung
erzielt und damit den Weg für abschließende Gespräche der am weitreichendsten internationalen Handelsverhandlungen bereitet.
"Heute wissen wir, daß es (eine wahrhaft historisches
Handelsabkommen) erzielt werden kann", erklärte der
US-Handelsbeauftragte Mickey Kantor am 14. Dezember 1993 auf einer Pressekonferenz, bei der er
zusammen mit dem für die Außenhandelspolitik der
Europäischen Union zuständigen Kommissar Sir Leon
Brittan die Einigung bekanntgab.
In den letzten Monaten der Uruguay-Runde hatte die
festgefahrene Situation zwischen den Vereinigten
Staaten und der Europäischen Union über von der
Landwirtschaft bis zu Finanzdienstleistungen reichende Themen das Ergebnis der globalen Handelsgespräche, an der über 100 weitere Staaten teilnahmen,
in Frage gestellt. Im letzten Moment erzielten die
beiden größten Handelsmächte der Welt Einigung
über alle Fragen mit Ausnahme des Schutzes der
europäischen Film- und Fernsehindustrie aus "kulturellen" Gründen.
"Mit diesem Durchbruch in der Runde lösten wir einen
gordischen Knoten", stellte Kantor fest. Die Einigung
zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union wurde im letzten Moment erzielt - weniger
als 48 Stunden vor Ablauf der Frist für den Abschluß
der Uruguay-Runde. Wenn Präsident Clinton dem
Kongreß das globale Handelspaket nicht bis zum 15.
Dezember 24.00 Uhr vorlegt, verliert er sein FastTrack-Mandat, das eine Annahme ohne Abänderungen oder eine Ablehnung des Werkes vorsieht.
Sir Leon Brittan rief die anderen Nationen zur Unterstützung der Vereinigten Staaten und der EU beim
erfolgreichen Abschluß der Uruguay-Runde auf. "Der

AMERIKA DIENST 50

heutige Tag stellt einen Meilenstein in der Geschichte
des Welthandels dar", behauptete er.
Der US-Handelsbeauftragte Mickey Kantor wies darauf hin, das als Ergebnis der Uruguay-Runde erzielte
Abkommen werde zu einer Halbierung der Zölle und
der Öffnung neuer großer Märkte im Dienstleistungsbereich führen, "in dem mehr als die Hälfte der amerikanischen Arbeitnehmer tätig ist". Zudem werde es
"dem spiralförmigen Anstieg der sinnlosen Agrarsubventionen, ... die die Weltmärkte für amerikanische
Farmer verzerren", ein Ende setzen.
Er fügte hinzu, im kommenden Jahrzehnt würden der
Abbau der Handelshemmnisse und die Öffnung der
Märkte eine Ankurbelung der Weltwirtschaft in Höhe
von 6 Billionen Dollar darstellen.
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union
erzielten einen Durchbruch beim Agrarhandel und
erreichten Kantor zufolge die Öffnung seit langem
geschlossener Agrarmärkte. Er zeigte sich jedoch
enttäuscht darüber, daß der Streit über die Film- und
Fernsehindustrie nicht beigelegt werden konnte. Die
Vereinigten Staaten und die EU "sind sich einig geworden, daß sie uneins sind", und werden folglich beide
nicht dem Abkommen der Uruguay-Runde über die
audiovisuellen Dienstleistungen beitreten.
Ein Streit über Subventionsregeln im Luftfahrtbereich,
der die Runde zum Entgleisen zu bringen drohte,
wurde durch ein gesondertes amerikanisch-europäisches bilaterales Abkommen über große Zivilflugzeuge gelöst, das die vorgeschlagenen GATT-Regeln
über Subventionen nicht antastet.
Im Bereich des Marktzugangs für Industrieprodukte
einigten sich die Vereinigten Staaten und die Europäische Union auf eine Abschaffung der Zölle für pharmazeutische Produkte, Baugerät, Agrargerät, medizinische Geräte, Spirituosen, Bier, Möbel und Spielzeug.

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�Im Rahmen der multilateralen Handelsvereinbarungen sollen einer Übersicht der Vereinigten Staaten zu
dem Abkommen zufolge auch Zölle auf forstwirtschaftliche Produkte abgeschafft werden, falls Japan und die
anderen Handelspartner dem Beispiel folgen.

schen Union. Er stellte jedoch fest, nach Bekanntgabe
des Abkommens seien noch einige neue Vorschläge
über Finanzdienstleistungen, Textilien und geistiges
Eigentum vorgelegt worden. Ihm zufolge muß auf
jedem dieser Gebiete am letzten Verhandlungstag ein
"empfindliches Gleichgewicht" geschaffen werden.
Peter Sutherland, der Generaldirektor des GATT, "Dennoch bin ich zuversichtlich, daß wir die Uruguaybegrü ßte den Abschlu ß der bilateralen Verhandlungen Runde morgen zum Abschluß bringen können", äuzwischen den Vereinigten Staaten und der Europäi- ßerte er in einer schriftlichen Erklärung.

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AMERIKA DIENST 50

�NICHTVERBREITUNG
15. Dezember 1993

USA BEKÄMPFEN VERBREITUNG VON
MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN
Ausführungen von Verteidigungsminister Aspin

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten benötigen Verteidigungsminister Aspin zufolge einen aggressiveren Ansatz bei der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen, um Präsident Clintons Politik
umzusetzen.

Stelle der alten Sowjetunion getreten, sowjetisches
Nuklearmaterial oder -technologien fänden den Weg
zum Schwarzmarkt, das gekaufte Fachwissen über
Waffen gelange zu den Verbreitern von Massenvernichtungswaffen und unverantwortliche, einstmals unter
dem Einfluß der Sowjetunion stehende Staaten - wie
Nordkorea - verfolgten aggressiv ihre eigenen Waffenprogramme.

Im September hatte Clinton vor der UN-Generalversammlung geäußert: "Eine unserer wichtigsten Prioritäten muß die Verhinderung der Weiterverbreitung
von Massenvernichtungswaffen sein, seien sie atoma- Darüber hinaus fördere die Weltwirtschaft Aspin zufolge die Verbreitung von Technologie und erschwere
rer, chemischer oder biologischer Art."
das "Aufspüren illegaler, für die Entwicklung von Warfen
Indem er diese Politik in einer am 7. Dezember 1993 nützlicher Materialien und Technologien".
vor der Nationalen Akademie der Wissenschaften in
Washington gehaltenen Rede bekräftigte, warnte Aspin "Wir sehen uns einer größeren Verbreitungsgefahr
jedoch auch, daß wir uns "in einem neuen Zeitafter gegenüber als je zuvor", stellte der Verteidigungsminibefinden", in dem die von diesen Waffen ausgehende ster fest und fügte hinzu: "Eine Politik der Verhinderung durch Verweigerung ist nicht genug. Es handelt
Bedrohung noch größer sei.
sich nicht nur um Nuklearwarfen. Alle potentiell gefähr"Die bisherige Gefahr bestand in Tausenden Gefechts- lichen Nationen sind zumindest zur Herstellung bioloköpfen in der Sowjetunion. Die neue uns konfrontie- gischer und chemischer Kampfstoffe in der Lage."
rende nukleare Gefahr liegt vielleicht in einigen wenigen Instrumenten in den Händen verbrecherischer Laut Aspin verfolgt die neue Initiative einen fünf Punkte
Staaten oder sogar Terrorgruppen", erläuterte der umfassenden Ansatz:
Verteidigungsminister.
Verdeutlichung gegenüber allen Parteien, daß
es eine neue, aggressive Politik gibt,
Aspin stellte fest, die Politik der Abschreckung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung von Waffen habe
Kauf von Artillerie zur besseren Lokalisierung
während des Kalten Krieges gut funktioniert. Er fügte
und
Zerstörung von Massenvernichtungswafjedoch hinzu, heute "sehen wir uns mit dem Potential
fen,
eines wesentlich verschärften Verbreitungsproblems
konfrontiert", weil der Zusammenbruch der SowjetuniEntwicklung neuer Strategien für die Auseinanon und die Freisetzung ihrerTechnologien die Verbreidersetzung mit Gegnern, die solche Waffen
tung von Massenvernichtungswaffen fördern könne.
besitzen,
"Wir haben eine neue Aufgabe in Angriff genommen",
stellte Aspin fest. "Wir haben ein neues Problem
erkannt und handeln, um ihm mit der Nichtverbreitung
von Massenvernichtungswaffen zu begegnen."
Mehrere Gefahren zusammengenommen machten die
Welt noch gefährlicher als früher, so Aspin. Vier
ehemalige sowjetische Nuklearstaaten seien an die
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Sammlung verbesserter nachrichtendienstlicher
Erkenntnisse über die Programme und Arsenale unverantwortlicher Staaten und
Koordinierung der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Verbreitung solcher Waffen.

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�Die Initiative fördere einen Konsens bezüglich der Verteidigung gegen einige wenige ballistische RakeGrößenordnung der Bedrohung, reduziere die militäri- ten aufbauen können, die von unverantwortlichen
sche Nützlichkeit von Massenvernichtungswaffen, halte Staaten oder Terroristen abgefeuert werden könnten.
den Preis solcher Waffen hoch, um die Nachfrage zu
verringern und senke die Verletzbarkeit potentieller Ein hochrangiger Vertreter des VerteidigungsministeOpfer solcher Waffen, führte der Verteidigungsmini- riums hatte zuvor im Pentagon prognostiziert, daß der
Einsatz oder potentielle Einsatz von Massenvernichster aus.
tungswaffen durch solche Gruppen "ein sich abzeichAspin würdigte die Verabschiedung des Nunn-Lugar- nendes Problem ist".
Zusatzartikels durch den Kongreß, im Rahmen dessen
die Vereinigten Staaten Geld und Fachwissen bereit- Im Hinblick auf die nach dem Golfkrieg entdeckten
stellen, um den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bei unerwartet modernen Nuklearwaffenprogramme des
der Zerstörung der sowjetischen Arsenale behilflich zu Irak fügte der Vertreter des Verteidigungsministeriums
hinzu: "Wir wollen eine solche Überraschung nicht
noch einmal erleben." Die neue Politik zusammenfasEr bekräftigte, die Vereinigtes Staaten strebten eine send erklärte er gegenüber Reportern: "Wenn man
Klärung zum ABM-Vertrag an, damit sie eine regionale etwas nicht verhindern kann, mu ß man sich schützen."

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�RUSSLAND
15. Dezember 1993

USA GRATULIEREN RUSSLAND ZU
HISTORISCHEN WAHLEN
Erklärung des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine von der Pressestelle des Weißen Hauses zu den
Wahlen in Rußland herausgegebene Erklärung.

Die Vereinigten Staaten gratulieren der Regierung und
dem Volk Rußlands zu den am gestrigen Tag abgehaltenen historischen Wahlen. Der 12. Dezember 1993
war ein bedeutender Tag für die Entwicklung des
demokratischen Systems in Rußland. Die Wahlen
wurden friedlich und geordnet organisiert und durchgeführt. Beobachter meldeten keine Unregelmäßigkeiten beim Wahlgang. Das Bild von Millionen Russen
beim Gang zur Wahlurne, um über ihre Zukunft zu
entscheiden, ist ein dramatisches Beispiel für die in
den zwei Jahren seit dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion beim Aufbau einer demokratischen Zukunft gemachten Fortschritte.
Mit der Annahme einer neuen Verfassung und den
Wahlen für eine neue Legislaturperiode hat sich das
russische Volk der letzten Relikte des alten sowjetischen Systems entledigt und sie durch neue, gesetzlich verankerte Institutionen ersetzt, die eine Grundlage für die kontinuierliche Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft legen. Die Vereinigten Staaten
und die internationale Staatengemeinschaft haben
großes Interesse am Erfolg dieses Prozesses.

In den kommenden Tagen werden die bei den Parlamentswahlen abgegebenen Stimmen gezählt und die
neue Duma wird mit den Vorbereitungen für ihre Eröffnungssitzung beginnen. Genaue Ergebnisse der Wahlen
oder die Zusammensetzung des Parlaments liegen
noch nicht vor. Präsident Jelzin hat seiner Bereitschaft
zum Beginn eines konstruktiven Dialogs mit den verschiedenen darin vertretenen politischen Kräften
Ausdruck verliehen. Wir erhoffen eine entsprechende
Haltung von seiten aller führenden Politiker Rußlands.
Am Beginn eines neuen Zeitalters und der Entwicklung
demokratischer Institutionen in Rußland werden die
Vereinigten Staaten ihre uneingeschränkte Unterstützung für die politischen und wirtschaftlichen Reformen
in diesem Land fortsetzen. Der Präsident sieht seinem
für Januar geplanten Besuch in Moskau sowie den
Gesprächen mit Präsident Jelzin und anderen Politikern über den weiteren Aufbau einer Partnerschaft
zwischen den Vereinigten Staaten u nd Ru Bland erwartungsvoll entgegen. Vizepräsident Gore wird morgen
abend in Moskau eintreffen und in seinen Treffen mit
russischen Politikern die amerikanische Unterstützung
für Demokratie und Wirtschaftsreformen unterstreichen.

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�VERBRECHENSBEKÄMPFUNG
15. Dezember 1993

USA UND ITALIEN BEKÄMPFEN GEMEINSAM
ORGANISIERTES VERBRECHEN
Erklärung von Präsident Clinton
WASHINGTON - (AD) - In einer am 12. Dezember 1993 abgegebenen Erklärung äußerte Präsident Clinton, bei
ihrem andauernden Kampf gegen die Mafia und andere internationale Verbrechersyndikate hätten sich die
Vereinigten Staaten ebenso wie die italienische Regierung verpflichtet, "zurückzuschlagen, die Straßen
zurückzuerobern und diejenigen zu bestrafen, deren kriminelles Verhalten am Gefüge unserer Gesellschaften
zerrt und das Leben unserer Bürger bedroht".
Als Beweis für die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten verwies er auf die hochrangigen Gespräche des
Direktors der amerikanischen Bundespolizei FBI, Louis Freeh, und des Abteilungsleiters für Strafverfolgung im
US-Finanzministerium, Ronald Noble, mit italienischen Regierungsvertretern am vergangenen Wochenende zur
Erörterung neuer Schritte bei der Bekämpfung des organisierten Verbrechens.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung des Präsidenten im Wortlaut.

Beim andauernden Kampf gegen die Mafia und andere
internationale Verbrechersyndikate erneuern die Vereinigten Staaten ihr Versprechen der Solidarität mit der
Regierung und dem Volk Italiens sowie deren Unterstützung.

lungsleiter für Strafverfolgung im Finanzministerium,
an diesem Wochenende zu hochrangigen Gesprächen mit italienischen Regierungsvertretern zur Erörterung neuer Schritte bei der Bekämpfung des organisierten Verbrechens in Italien auf.

Das organisierte Verbrechen ist eine Geißel, die in
unseren beiden Nationen einen schrecklichen Tribut
gefordert hat - durch Rauschgift verwüstete, durch
Gewalt verrohte, durch Mord zerstörte Existenzen.

Direktor Freeh und Abteilungsleiter Noble führen heute
in Palermo Gespräche über diese gemeinsamen
Bestrebungen bei der Strafverfolgung. Sie werden
unterstreichen, was wir und alle Nationen Richter
Giovanni Falcone - dem beim Kampf gegen die italienische Mafia ermordeten mutigen Juristen - schulden
und dem Einsatz anderer tapferer Italiener, die ihr
Leben jeden Tag beim Kampf gegen das organisierte
Verbrechen aufs Spiel setzen.

Die Vereinigten Staaten haben sich ebenso wie die
italienische Regierung verpflichtet, zurückzuschlagen,
die Straßen zurückzuerobern und diejenigen zu bestrafen, deren kriminelles Verhalten am Gefüge unserer Gesellschaften zerrt und das Leben unserer Bürger
Die Regierung der Vereinigten Staaten ist erfreut, daß
bedroht.
wir Italien bei der Suche nach Richer Falcones MörAus diesem Grund weise ich das Justizministerium dern behilflich sein konnten. FBI-Laborexperten haund das Finanzministerium an, alles in ihrer Macht ben die Verarbeitung von DNA-Beweisen am SchauStehende zur Verbesserung der Zusammenarbeit platz des Verbrechens in Sizilien erleichtert. Ihre Hilfe
zwischen amerikanischen und italienischen Strafver- erwies sich als der entscheidende Faktor für die vor
folgungsbehörden zu tun.
kurzem erfolgte Anklage gegen eine große Zahl von
Verdächtigen.
Als Beweis unserer Entschlossenheit halten sich Louis
Freeh, der Direktor des FBI, und Ronald Noble, Abtei-

AMERIKA DIENST 50

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�Direktor Freeh übermittelt darüber hinaus unsere
Botschaft der Verpflichtung gegenüber den italienisehen Strafverfolgungsbeamten und unserer Zusammenarbeit mit ihnen. Ihre kontinuierliche und ent-

schlossene Unterstützung hat den amerikanischen
Strafverfolgungsbeamten zu echten und greifbaren
Fortschritten bei der Bekämpfung der Mafia in den
Vereinigten Staaten verholten.

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�MENSCHENRECHTE
15. Dezember 1993

CLINTON: MENSCHENRECHTE MÜSSEN
HOHE PRIORITÄT BEI DEN
VEREINTEN NATIONEN BEHALTEN
Proklamation zum Menschenrechtstag
WASHINGTON - (AD) - Mit der Erklärung, daß den Menschenrechten weiterhin hohe Priorität bei den Vereinten
Nationen eingeräumt werden muß, forderte Präsident Clinton am 10. Dezember 1993 die "Berufung eines
Hochkommissars für Menschenrechte und die effektive Arbeit des Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien".
In einer Proklamation zum Menschenrechtstag umriß Clinton weitere zum Schutz der Menschenrechte zu
ergreifende Schritte einschließlich der Ratifizierung der internationalen Konvention über die Abschaffung aller
Formen von rassischer Diskriminierung.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der Proklamation des Präsidenten, die den 10. Dezember 1993 zum
Menschenrechtstag, den 15. Dezember zum Tag der Bill of Rights und die Woche vom 10. Dezember zur
Menschenrechtswoche erklärt.

Dieses Jahr markiert den 45. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menchenrechte. Die Universalität
dieser Rechte und die gemeinsame Verpflichtung aller
Regierungen, für sie einzutreten - die in der Erklärung
verankerten Aussagen - wurden bei der Weltkonferenz
über Menschenrechte im Juni in Wien bekräftigt. Die
Erklärung ist der Grundstein für die Erarbeitung eines
internationalen Konsenses über die Menschenrechte,
weil sie die gemeinsamen Interessen fördert, die wir
mit anderen Nationen teilen. Sie erkennt an, daß allen
Menschen bestimmte unveräußerliche Rechte zustehen - das Recht auf Leben, Freiheit und Unverletzbarkeit der Person, das Recht auf Schutz vor willkürlicher
Festnahme und Inhaftierung sowie das Recht auf
Schutz vor Massenexekutionen und Folter. Die AllgeUnsere Bill of Rights garantiert unsere grundlegenden meine Erklärung der Menschenrechte geht über sozioFreiheiten, einschließlich der Religions-, Rede- und ökonomische Bedingungen sowie religiöse und kultuPressefreiheit. Seit über 200 Jahren war sie ein relle Traditionen hinaus, denn die Umstände von Geburt,
leuchtender Wegweiser für sozialen Wandel, der unser Geschlecht, Kultur oder geographischer Herkunft können
Verständnis dieser Grundfreiheiten vertieft und diese das Streben des menschlichen Geistes nach dem
Grundrechte für alle unsere Bürger gewährleistet hat. Recht auf ein Leben in Freiheit und Würde nicht
Wir gedenken des Tages der Bill of Rights noch immer einschränken. Diese Sehnsucht nach einer Verbessefeierlich, weil die Sicherstellung der Achtung der rung der Lebensbedingungen des Menschen ist kein
Menschenrechte in den Vereinigten Staaten niemals westlicher Exportartikel. Sie ist ein angeborener Wunsch
aufhört - es ist ein andauernder Prozeß.
des Menschen.

Thomas Paine hat einmal geschrieben, "hätten wir
einen Platz, an dem wir stehen können, könnten wir die
Welt verbessern". Der Dezember markiert den Jahrestag von zwei bahnbrechenden Ereignissen im
andauernden Kampf zur Gewährleistung des Schutzes der Menschenrechte und der Schärfung des
Bewußtseins der Welt für diese allen zustehenden
Freiheiten. Am 15. Dezember 1791 wurde die amerikanische Bill of Rights ratifiziert. Und anderthalb
Jahrhunderte später, am 10. Dezember 1948, verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten
Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Beide Dokumente haben den Blick zahlloser
Menschen geschärft - und ihr Leben verbessert.

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Seite 1

�Wenn wir über Menschenrechte sprechen, beziehen
Wir müssen alles Erforderliche unternehmen,
um die Konvention über die Abschaffung aller
wir uns auf reale Menschen an realen Orten. Die in der
Formen von Diskriminierung der Frau zu ratifiErklärung enthaltenen grundlegenden Garantien werzieren.
den manchen hohl erscheinen, wenn die Worte nicht in
sinnvolle Aktionen umgewandelt werden. Wir haben
Die Bill of Rights und die Allgemeine Erklärung der
noch viel zu tun:
Menschenrechte verankern die folgende für alle MenWir müssen durch die Berufung eines Hoch- schen und alle Nationen zeitlos gültige Wahrheit: Die
kommissars für Menschenrechte und die effek- Achtung der Menschenrechte ist die Grundlage für
tive Arbeit des Kriegsverbrechertribunals für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.
das ehemalige Jugoslawien sicherstellen, daß
die Menschenrechte auf der Tagesordnung der Aufgrund dessen erkläre ich, William J. Clinton, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft der
Vereinten Nationen hohe Priorität behalten.
mir durch die Verfassung und die Gesetze der VereiWir müssen zügig handeln, um die Zustimmung nigten Staaten verliehenen Befugnis den 10. Dezemdes Senats zur Ratifizierung der internationalen ber 1993 zum Menschenrechtstag, den 15. Dezember
Konvention über die Beseitigung aller Formen 1993 zumTagderBillofRightsund die Woche vom 10.
rassischer Diskriminierung zu gewinnen.
Dezember 1993 zur Menschenrechtswoche. Ich rufe
alle Amerikaner dazu auf, diese Tage und diese Woche
Wir müssen Gesetze zur Durchsetzung der mit angemessenen Programmen, Feierlichkeiten und
Konvention gegen die Folter erlassen, um unser Aktivitäten zu begehen.
Engagement für die weltweit angestrebte Abschaffung dieser abscheulichen Menschenrechts- Unterzeichnet am 10. Tag des Dezember, im Jahre
verletzung zu unterstreichen.
des Herrn 1993 und im 218. Jahr der Unabhängigkeit
der Vereinigten Staaten von Amerika.

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�MENSCHENRECHTE
15. Dezember 1993

SHATTUCK: MENSCHENRECHTSPOLITIK DER
USA STREBT ENDE DER FOLTER AN
Erläuterungen bei Pressekonferenz

WASHINGTON - (AD) - Die Clinton-Administration
räumt der Ausbreitung von Demokratie weltweit und
der Beendigung von Folterungen durch Regierungen
oberste Priorität ein, erklärte John Shattuck, Abteilungsleiterfür Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten im US-Außenministerium, am 8. Dezember 1993 bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des
Menschenrechtstages.
Der 10. Dezember markiere den 45. Jahrestag der
Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Genf und biete eine Gelegenheit,
"Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen, was
erreicht wurde und was noch zu tun bleibt", erklärte
Shattuck.
"Meine Regierung möchte insbesondere alle Regierungen aufrufen, die Praxis der Folter bis zum Jahr
2000 abzuschaffen." Shattuck beschrieb das Problem
als "weitverbreitet" und fügte hinzu: "Die Grundvoraussetzung zur Beendigung der Folter ist politischer
Wille."
Shattuck stellte fest, die Vereinigten Staaten würden zum ersten Mal - eine Beurteilung ihrer Einhaltung
verschiedener internationaler Verträge vornehmen und
den Bericht der UN-Menschenrechtskommission vorlegen.
"Ich sage hier öffentlich, daß die Menschenrechtsbilanz der Vereinigten Staaten in keiner Weise perfekt ist
und von der Regierung, unabhängigen Organisationen
sowie der freien Presse einer ständigen Prüfung unterzogen wird. Ich möchte insbesondere auf die Rolle der
freien Presse bei der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen in allen Ländern einschließlich der Vereinigten Staaten verweisen."
Shattuck äußerte gegenüber den Journalisten auch,
daß die Vereinigten Staaten die Einrichtung eines
Hochkommissars für Menschenrechte befürworten ein zur Zeit von den Vereinten Nationen erörtertes

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Thema. "Damit würde den Programmen der Vereinten
Nationen Auftrieb verliehen und sichergestellt, daß
Menschenrechten der ihnen gebührende Platz als eine
der Säulen des UN-Systems zukommt."
Obwohl Shattuck kurz auf diese und andere umfassendere Themen einging, verwendete er einen Großteil der Pressekonferenz auf die Beantwortung spezifischer Fragen zu China, Haiti, Israel, Ägypten, Burma,
dem ehemaligen Jugoslawien und zu anderen Ländern.
Shattuck, der vor kurzem von Besuchen in Israel und
Ägypten zurückgekehrt war, antwortete auf eine Frage, er habe in beiden Ländern "sehr ausführliche
Gespräche über das Thema Folter" geführt sowie die
generelle Behandlung von Gefangenen.
Er beschrieb Präsident Clintons Ansatz zu Menschenrechtsfragen als "sehr umfassende und ausgewogene
Anwendung dieser Normen in allen Ländern, mit denen wir bilaterale Beziehungen unterhalten".
Shattuck bekräftigte die amerikanische Position, daß
die Vierte Genfer Konvention auf die von Israel besetzten Gebiete Anwendung findet und stellte fest, die von
den Vereinigten Staaten mit Israel geführten Gespräche - und die Jahresberichte des US-Außenministeriums überdie dortige Menschenrechtssituation - spiegelten diese Auffassung eindeutig wider.
Shattuck zufolge ist Washington nicht "gegen" die Bindung von Auslandshilfe an die Menschenrechtsbilanz
eines Empfängerlandes, er betonte jedoch im weiteren Verlauf der Pressekonferenz, Washington treffe
"nicht alle Entscheidungen zu Auslandshilfe ausschließlich auf der Grundlage der Menschenrechte". Er
machte diese Aussage als Antwort auf eine Frage zu
Israel, das den größten Teil der amerikanischen Auslandshilfe erhält.
Menschenrechte standen auf der Tagesordnung von
jedem Besuch Außenminister Christophers im Nahen
Seite 1

�Osten, "und stehen zweifelsohne dieses Mal auf der
Tagesordnung", stellte Shattuck fest. Er betonte jedoch, Christophers derzeitiger Besuch in der Region
habe den Friedensprozeß zum Ziel.

Im Hinblick auf die "tragische Menschenrechtssituation" in Haiti äu ßerte Shattuck seine Absicht, dem Land
in der kommenden Woche einen Besuch abzustatten
und bekräftigte die Sichtweise der Vereinigten Staaten, daß Demokratie und Menschenrechte Hand in
Im Hinblick auf China äußerte Shattuck, das Engage- Hand gehen. "Die Zukunft der Menschenrechte in Haiti
ment für dieses Land bilde ein "Kernstück" von Präsi- hängt von der Wiedereinführung der Demokratie und
dent Clintons Außenpolitik in seinem ersten Amtsjahr. der Wiedereinsetzung ins Amt des demokratisch
Gespräche zu einem breiten Spektrum von Themen - gewählten Präsidenten von Haiti, Präsident Aristide,
wie Handel und nukleare Nichtverbreitung - seien auf ab." Die derzeitige Politik der Vereinigten Staaten,
höchster Ebene geführt worden, bis hin zu einem haitianische Asylbewerber abzufangen, habe "ernstTreffen zwischen Präsident Clinton und seinem chine- hafte Schwierigkeiten" hervorgerufen, erklärte Shatsischen Amtskollegen Jiang Zemin.
tuck und fügte hinzu, eine Rückkehr zur Demokratie in
Haiti könnte eine Änderung dieser Politik bewirken.
"Meines Erachtens gibt es zweifelsohne Bestrebungen seitens der chinesischen Regierung zur Einhal- Auf die Frage nach der Situation im ehemaligen Jugotung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte slawien stellte Shattuck fest, die Vereinigten Staaten
wie alle Nationen es zu tun bestrebt sind...", antwortete hätten eine Führungsrolle im UN-Sicherheitsrat beim
Shattuck. Auf die Frage, ob China weiterhin der Drängen auf die Einrichtung eines KriegsverbrecherMeistbegünstigungsstatus eingeräumt würde, stellte tribunals zur Prüfung der Situation übernommen.
er fest, Clintons Präsidialerlaß fordere "insgesamt
beträchtliche Fortschritte bei den Menschenrechten in "Das Kriegsverbrechertribunal ist zum jetzigen ZeitChina" und eine Entscheidung werde in diesem Kon- punkt das wichtigste und überwältigende Signal für
text getroffen.
eine Menschenrechtskatastrophe" im ehemaligen
Jugoslawien.
Shattuck hatte vor kurzem eine 10tägige Reise nach
China unternommen und war der erste hochrangige "...Sowohl der Außenminister als auch die BotschafMenschenrechtsvertreter der Vereinigten Staaten, der terin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten NatioTibet einen Besuch abstattete. Auf die Frage, ob nen, Madeleine Albright, haben Erklärungen abgegeAußenminister Christopher eine Reise nach China ben ..., daß sich die Vereinigten Staaten verpflichten,
beabsichtige, antwortete Shattuck, bevor dies der Fall die Beweise auf jede Spur hin zu überprüfen und keine
sei, müßten in China "maßgebliche" Fortschritte bei Fragen des Friedensprozesses dem Vorgehen des
den Menschenrechten erzielt werden.
Kriegsverbrechertribunals im Rahmen der UN-Statuten im Wege stehen sollten", erläuterte Shattuck.
In seinen Ausführungen über Hongkong erläuterte
Shattuck, die erneute Unterstellung unter die chinesi- Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz antwortete
sche Regierungsgewalt beleuchte einen weiteren Shattuck einem Reporter, die Vereinigten Staaten
Brennpunkt der amerikanischen Außenpolitik. "Die erachteten Vergewaltigung als eine Form der Folter,
demokratische Beteiligung ist eine der Säulen von insbesondere, wenn sie im Rahmen der Kampagne
Präsident Clintons Außenpolitik, und wir hoffen natür- der "ethnischen Säuberung" angewandt würde. Die
lich, eine Verpflichtung zur andauernden Beteiligung amerikanischen Vertreter beim Kriegsverbrechertribuim Hinblick auf Hongkong ... und den Schutz der nal "weiden die Position vertreten..., daß ein wesentGrundrechte der Bürger von Hongkong zu erhalten." licher Bereich bei den Ermittlungen zu ethnischen
Säuberungen (im ehemaligen Jugoslawien) der systeEinem Journalisten, der nahelegte, die neue Konzen- matische Einsatz von Vergewaltigung sein sollte".
tration der Vereinigten Staaten auf Handel sei nur ein
Ersatz für die Bekämpfung des Kommunismus im In einer kurzen Erörterung der MenschenrechtssituaKalten Krieg, antwortete Shattuck: "...ich möchte tion in Indien stellte Shattuck fest, die Vereinigten
eindeutig klarstellen, daß die Vereinigten Staaten Staaten seien "erfreut", daß die Regierung in NeuMenschenrechte keinem Handels- oder Wirtschafts- Delhi Menschenrechtsorganisationen den Zutritt zum
Land gestattet hätte. "Das war ein von uns vehement
thema unterordnen...".
verfolgtes Anliegen", so Shattuck.
Er verwies darauf, daß die Zustimmung der Vereinigten Staaten zum Nordamerikanischen Freihandelsab- Er beschrieb Burma als "das kritischste Menschenkommen (North American Free Trade Agreement - rechtsproblem der heutigen Welt". Die Vereinigten
NAFTA) "eben aus dem Grund möglich war, weil die Staaten hätten "alle Instrumente der Diplomatie" dort
Menschenrechtssituation und die Demokratie sich in eingesetzt, beobachteten die Lage, und "wir hoffen
Mexiko verbessert haben" und der Einsatz des Instru- natürlich, daß es schon sehr bald eine Verbesserung
mentes NAFTA "mehr Anreize zu Menschenrechts- der Menschenrechtssituation in Burma geben wird".
verbesserungen" biete.

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AMERIKA DIENST 50

�Auf die Frage, vermeintlich werde in der amerikanischen Politik "mit zweierlei Maß gemessen" - insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Muslimen
- verwies Shattuck darauf, daß die islamischen Staaten zu den stärksten und wichtigsten Verbündeten Washingtons zählten und religiöse Konflikte in keiner
Weise auf die muslimische Welt begrenzt seien.
"Zweifelsohne beobachten wir sie in anderen Teilen
der Welt. Das Thema betrifft auch das heutige Afrika
und Teile des Fernen Ostens."
Indem er sich der Menschenrechtsproblematik allgemein zuwandte, stellte Shattuck fest, die amerikanische Delegation bei der Weltkonferenz über Menschenrechte in Wien 1993 sei sich über die "äußerst
enge Verbindung zwischen Entwicklung, Menschenrechten und Demokratie" einig gewesen.

Zur Zeit gebe es einen "Überhang" an internationalen
Verträgen, die von den Vereinigten Staaten erörtert
würden, einschließlich Verträgen zu Rassendiskriminierung, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen
Rechten sowie den Rechten von Kindern und Frauen.
Er nannte drei Bereiche, in denen ein "überwältigender
Konsens" zu Menschenrechten bestehe: Das Recht
auf persönliche Integrität (Freiheit von Folter, Massenexekutionen, etc.), das Recht auf Redefreiheit und "in
gewissem Maße" auf politische Beteiligung sowie die
Gewährung grundlegender Wirtschafts- und Sozialrechte.
"Dies sind nicht Werte der Vereinigten Staaten, sondern der Welt", erklärte Shattuck.

* * * * *

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              <text>&lt;strong&gt;1. NAFTA&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;NAFTA unterstreicht Führungsrolle der USA &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung Präsident Clintons bei Unterzeichnung des NAFTA&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. GATT&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Uruguay-Runde geht über ursprüngliche gesetzte Ziele hinaus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung des US-Handelsbeauftragten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Nichtverbreitung&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;USA bekämpfen Verbreitung von Massenvernichtungswaffen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ausführungen von Verteidigungsminister Aspin&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Russland&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA gratulieren Russland zu historischen Wahlen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung des Weißen Hauses&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Verbrechensbekämpfung&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;USA und Italien bekämpfen gemeinsam organisiertes Verbrechen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von Präsident Clinton&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. Menschenrechte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton: Menschenrechte müssen hohe Priorität bei den Vereinten Nationen behalten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Proklamation zum Menschenrechtstag&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Shattuck: Menschenrechtspolitik der USA strebt Ende der Folter an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erläuterungen bei Pressekonferenz&lt;/em&gt;</text>
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