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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America
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26. Mai 1993

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5300 Bonn 2

BOSNIEN

FÜNF NATIONEN GEBEN EINIGUNG ÜBER
SCHRITTE IN BOSNIEN BEKANNT
Gemeinsame Erklärung zu
Aktionsprogramm

START II

START-RATIFIZIERUNG
VORDRINGLICHSTES
RÜSTUNGSKONTROLLZIEL
Scheitern würde strategische
Unsicherheit bewirken

HANDEL

HANDELSUNGLEICHGEWICHT JAPAN-USA
ALS "UNANNEHMBAR" BEZEICHNET
Brown: Keine Beeinflussung des
Dollar-Kurses beabsichtigt
KANTOR BITTET SENATOREN UM VERLÄNGERUNG DES FAST-TRACK-MANDATS
UND DES ALLGEMEINEN
PRÄFERENZSYSTEMS
Erklärung vor dem Finanzausschuß des Senats

USA-AFRIKA

"GRUNDLEGEND NEUE"
AMERIKANISCH-AFRIKANISCHE
BEZIEHUNGEN
Rede von Außenminister Christopher

USIA

DUFFEY: ÖFFENTLICHE DIPLOMATIE
WICHTIGER ALS JE ZUVOR
Anhörung vor Senatsausschuß

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228 339 2372
Fax: 0228 33 41 02

�BOSNIEN
26. Mai 1993

FÜNF NATIONEN GEBEN EINIGUNG ÜBER
SCHRITTE IN BOSNIEN BEKANNT
Gemeinsame Erklärung zu Aktionsprogramm
WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten und vier weitere Mitglieder des UN-Sicherheitsrates haben ein
Aktionsprogramm angekündigt, um die Kämpfe in Bosnien-Herzegowina zu beenden und einen dauerhaften
Frieden zu schaffen.
Nach einem Treffen in Washington am 22. Mai 1993 gaben US-Außenminister Christopher sowie die Außenminister Rußlands, Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens in einer Erklärung bekannt, sie seien "einer
Ansicht" über die wirksamsten, sofort zu ergreifenden Schritte.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text der gemeinsamen Erklärung der fünf Nationen zu ihrem Aktionsprogramm. Diese sollten zur Verwirklichung der einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates sowie zur
Ausarbeitung weiterer Maßnahmen führen.

Frankreich, die Russische Föderation, Spanien, das
Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten von
Amerika sind zutiefst besorgt über die Tatsache, daß
sich der Konflikt in Bosnien-Herzegowina fortsetzt,
obwohl sich die internationale Staatengemeinschaft
und die Ko-Vorsitzenden der Internationalen Konferenz über das ehemalige Jugoslawien, die sie entschieden unterstützen, energisch um seine Beendigung bemühen.
Wir werden weiterhin hartnäckig an der Beendigung
dieses schrecklichen Krieges und der Erzielung einer
dauerhaften und gerechten Lösung arbeiten.
Wir sind auch einer Ansicht über die wirksamsten,
sofort zu ergreifenden Schritte.
1.
Humanitäre Hilfe. Wir werden den Menschen
in Bosnien-Herzegowina weiterhin humanitäre Hilfe
zur Verfügung stellen und darauf bestehen, daß alle
Konfliktparteien humanitäre Hilfslieferungen ungehindert passieren lassen.
2.
Sanktionen. Dievom UN-Sicherheitsrat gegen
Serbien und Montenegro verhängten Sanktionen
müssen von allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen strikt eingehalten werden, bis die vom Sicherheitsrat in Resolution 820 aufgeführten Bedingungen für
eine Aufhebung der Sanktionen, einschließlich des
Rückzugs der bosnisch-serbischen Truppen aus den
gewaltsam besetzten Gebieten, erfüllt sind.

AMERIKA DIENST 21

3.
Grenzschließung. Wir nehmen das Versprechen der Behörden in Belgrad zur Kenntnis, die Grenze zu Bosnien-Herzegowina zu schließen und somit
auf die bosnischen Serben Druck auszuüben, den
Friedensplan zu akzeptieren. Wir werden beobachten, ob die Grenzschließung Wirkung zeigt. Obwohl
die Hauptverantwortung für die Durchsetzung dieser
Schritte bei der Belgrader Regierung liegt, können wir
beispielsweise durch Entsendung von Beobachtern an
die Grenzen, die Bereitstellung technischen Fachwissens oder durch Luftbeobachtungsmissionen Hilfe
leisten. Auch nehmen wir die von den Behörden in
Zagreb zum Ausdruck gebrachte Bereitschaft zur
Kenntnis, Beobachter an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina zu stationieren.
4.
Schutzzonen. Das Konzept der Errichtung von
Schutzzonen in Bosnien-Herzegowina, wie von Frankreich und anderen Ländern vorgeschlagen, könnte
einen wertvollen Beitrag darstellen. Wir werden an
einer baldigen Verabschiedung der zur Zeit diskutierten neuen Resolution des UN-Sicherheitsrates arbeiten. Das Vereinigte Königreich und Frankreich haben
zusammen mit anderen Nationen bereits in der
UNPROFOR dienende Truppen in die Schutzzonen
entsandt. Truppen anderer Länder, darunter Spanien
und Kanada, spielen am Boden eine wichtige Rolle.
Die Russische Föderation erwägt zusätzlich zu ihren
bereits in Kroatien stationierten Truppen die Bereitstellung von Streitkräften in Bosnien. Die Vereinigten

Seite 1

�Staaten sind bereit, ihrer Verpflichtung nachzukommen, zum Schutz der UNPROFOR-Truppen beizutragen, falls diese angegriffen werden oder um solche
Aktionen ersuchen. Weitere Beiträge von anderen
Ländern wären äußerst willkommen.

Gebiete ausbreitet. Eine solche Entwicklung würden
wir sehr ernst nehmen.
10. Die ehemalige jugoslawische Republik Makedonien. Es ist von Bedeutung, daß jeder in der
Region versteht, daß die Aggression gegen die ehemalige jugoslawische Republik Makedonien ernsthafte Konsequenzen haben würde. Wir werden nach
Rücksprache mit den Behörden in Skopje eine verstärkte internationale Präsenz dort unterstützen. Die
Vereinigten Staaten ziehen in Betracht, einen Beitrag
zu diesen Bemühungen zu leisten.

5.
Flugverbotszone. In Bosnien sollte weiterhin
die Flugverbotszone durchgesetzt werden.
6.
Kriegsverbrechertribunal. Wir unterstützen
die zügige Errichtung eines Kriegsverbrechertribunals,
so daß diejenigen, die Greueltaten begehen, der
Gerechtigkeit zugeführt werden können.
7.
Dauerhafter Frieden. Ein dauerhafter Friede
kann durch eine ausgehandelte Lösung erreicht werden, die auf dem Vance/Owen-Prozess und intensivierter internationaler Zusammenarbeit und Bemühungen basiert. Frankreich, Rußland, Spanien, das
Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten
werden einen dieses Ziel verfolgenden fortgesetzten
politischen Prozeß unterstützen und aktiv daran teilnehmen. In dem Ausmaß, in dem die Konfliktparteien
eine zügige Durchsetzung der beiderseitig akzeptierten Bestimmungen des Vance/Owen-Plans beschließen, sollte dies gefördert werden.
8.
Zentralbosnien-Herzegowina. Wir sind zutiefst beunruhigt über die Kämpfe zwischen den bosnisch-kroatischen Truppen und denen der bosnischen
Regierung sowie über die damit in Zusammenhang
stehenden "ethnischen Säuberungen", und wir stimmen darin überein, daß Kroatien darüber informiert
werden sollte, daß die Unterstützung der an diesen
Aktivitäten beteiligten bosnisch-kroatischen Truppen
zur Verhängung von Sanktionen gegen Kroatien durch
die internationale Staatengemeinschaft führen könnte.

11. Kosovo. Wir befürworten eine verstärkte Präsenz internationaler Beobachter im Kosovo. In der
ehemals autonomen Region Kosovo sollten die internationalen Menschenrechtsmaßstäbe strikt eingehalten werden. Wir unterstützen jedoch keine Unabhängigkeitserklärungen dieses Gebietes.
12. Kroatien. Dieselben Überlegungen gelten auch
für die von Serben bewohnten Gebiete Kroatiens. Wir
werden an der Erneuerung und Stärkung des Mandats
der UNPROFOR-Schutztruppen arbeiten. Die kroatische Regierung und die örtlichen serbischen Behörden sollten den Waffenstillstand einhalten und einen
konstruktiven Dialog führen, um die praktischen, wirtschaftlichen und eventuellen politischen Probleme
zwischen ihnen zu lösen.
13. Weitere Maßnahmen. Wir werden die Möglichkeit für neue und härtere Maßnahmen offen halten.
Diese werden nicht von vornherein verurteilt oder
ausgeschlossen.

Wir, die fünf Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, sind
in der Entschlossenheit und dem Engagement vereint,
diese sofortigen Schritte zu unternehmen. Wir werden
eng mit den Vereinten Nationen und den betroffenen
9.
Eindämmung. Wir werden eng zusammenar- regionalen Organisationen bei der Umsetzung dieser
beiten mit dem Ziel, den Konflikt einzudämmen und der Vorhaben zusammenarbeiten.
Möglichkeit zuvorzukommen, daß dieser sich auf andere
* * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 21

�START

II
26. Mai 1993

START-RATIFIZIERUNG VORDRINGLICHSTES
RÜSTUNGSKONTROLLZIEL
Scheitern würde strategische Unsicherheit bewirken

WASINGTON - (AD) - Das vordringlichste Rüstungskontrollziel der Vereinigten Staaten besteht führenden
Vertretern des US-Amts für Rüstungskontrolle und
Abrüstung (ACDA) zufolge in der Inkraftsetzung und
Verwirklichung der Verträge über die Verringerung
strategischer Rüstungen, START I und START II.
"Unsere oberste Aufgabe ist, diese beiden Verträge in
die Praxis umzusetzen und durchzuführen", erklärte
der amtierende ACDA-Direktor Thomas Graham am
18. Mai 1993 vor dem Senatsausschu ß für Auswärtige
Angelegenheiten. Er fügte hinzu, START II, ein im
Januar zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland unterzeichneter bilateraler Vertrag, "spiegelt eindeutig das Ende des Kalten Krieges und den Beginn
neuer amerikanisch-russischer Beziehungen wider".
Der START II Vertrag schreibt zwingend "eine drastische Reduzierung" der strategischen Offensivarsenale beider Länder vor, die letztlich zu einer Verringerung
der strategischen Arsenale um bis zu zwei Drittel der
derzeitigen Niveaus führt, auf eine Obergrenze von
3.000 bis 3.500 Gefechtsköpfen für jede Nation bis
zum Jahr 2003, erläuterte Graham.
START II "nimmt eine drastische Reduzierung der
strategischen Offensivwaffen vor und strukturiert die
verbleibenden Streitkräfte in einer der Welt nach dem
Kalten Krieg entsprechenden stabilisierenden Weise
um", äußerte der Stellvertretende ACDA-Direktor,
Botschafter Linton Brooks, der führende Unterhändler
der Vereinigten Staaten bei den Vertragsverhandlungen.
Der Vertrag wird ICBMs (Interkontinentalraketen) mit
Mehrfachgefechtsköpfen - MIRVed ICBMs - beseitigen, die traditionell als die destabilisierendsten strategischen Offensivwaffen angesehen werden, führte er
aus.

AMERIKA DIENST 21

"Jeder in diesem Raum Anwesende hofft, daß die
Demokratie in Rußland Erfolg haben wird", stellte
Brooks fest, aber "das ist nicht die einzige Möglichkeit".
Wenn sie keinen Erfolg hat, "wird es noch wichtiger
sein, daß wir die strategischen Streitkräfte dieses
Staates in stabilisierender Weise umstrukturieren",
fügte er hinzu.
"Sowohl aus substantiellen als auch aus generellen
politischen Erwägungen heraus wäre es eine äußerst
negative Entwicklung", für die Welt, wenn START II
nicht verwirklicht wird, stellte Graham fest. "Es würde
eine Situation strategischer Ungewißheit geschaffen."
Beide Regierungsvertreter waren sich einig, daß die
Aushandlung von START II unmöglich gewesen wäre,
hätte es nicht START I als Grundlage gegeben, und
unterstrichen, daß der spätere Vertrag nicht verwirklicht werden kann, bis der erste in Kraft tritt.
Im Rahmen der amerikanischen Verfassung muß dem
Präsidenten die Ratifizierung des Senats vorliegen,
bevor er die Vereinigten Staaten zur Einhaltung der
Vertragsbestimmungen verpflichten kann, und der Senat
hat START I am 1. Oktober 1992 mit 93 zu 6 Stimmen
ratifiziert.
START I ist ein multilateraler Vertrag zwischen den
Vereinigten Staaten, Belarus, Kasachstan, Rußland
und der Ukraine, und es sind Graham zufolge "noch
einige Hürden zu überwinden". Er verwies auf die
Tatsache, daß die Ukraine ihre Zusagen im Rahmen
des Lissaboner Protokolls, START I zu ratifizieren und
dem Nichtverbreitungsvertrag (NW) als atomwaffenfreier Staat beizutreten, nicht eingehalten hat. Er
forderte die Ukraine auf, diese beiden Schritte zu unternehmen.

Seite 1

�Rußland darf als Nachfolgestaat der Sowjetunion gemäß
dem Lissaboner Protokoll weiterhin Atomwaffen besitzen.

Darüber hinaus haben die Vereinigten Staaten der
Ukraine mindestens 175 Millionen Dollar als Ausgleich
für mit der Zerlegung von Waffen und der Beseitigung
strategischer Trägersysteme verbundene Kosten
Graham erklärte, die Vereinigten Staaten seien sich angeboten. Das Geld wird jedoch erst angewiesen,
des Wunsches der Ukraine nach Sicherheitsgarantien wenn die Ukraine START ratifiziert und dem NW als
und finanzieller sowie technischer Unterstützung bewußt, atomwaffenfreier Staat beitritt, fügte er hinzu.
um die mit der Zerlegung von Waffen verbundenen
Kosten auszugleichen.
Der Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten hält
eine Reihe von Anhörungen über START II ab. Am 11.
Die Vereinigten Staaten hätten der Ukraine versichert, Mai 1993 sprach Außenminister Christopher vor dem
so Graham, da ß sie kein hochangereichertes Uran von Gremium und drängte auf die unverzügliche RatifizieRußland erwerben würden, bis Rußland ein Abkom- rung des Vertrags.
men mit der Ukraine, Belarus und Kasachstan über die
gerechte Aufteilung der Einnahmen aus dem Verkauf
erzielt habe.

* *

Seite 2

AMERIKA DIENST 21

�HANDEL
26. Mai 1993

HANDELSUNGLEICHGEWICHT JAPAN - USA ALS
"UNANNEHMBAR" BEZEICHNET
Brown: Keine Beeinflussung des Dollar-Kurses beabsichtigt

WASHINGTON - (AD) - Drei hochrangige, bereits
bestätigte oder nominierte Vertreter der Clinton-Administration haben nach der Veröffentlichung neuer Zahlen,
die ein steigendes amerikanisches Defizit im Handel
mit Japan belegen, bekräftigt, dieses Ungleichgewichts
müsse behoben werden.
Handelsminister Brown erklärte, das Ungleichgewicht
sei groß und im Wachsen begriffen, und es sei "unverantwortlich", wenn die Clinton-Administration dagegen
nichts unternehmen würde. "Unseres Erachtens ist
ein Handelsdefizit von 80 Milliarden Dollar für die
Vereinigten Staaten völlig unannehmbar", äußerte Brown
am 19. Mai 1993 bei einem internationalen Wirtschaftsforum in Washington. "Sicherlich ist es inakzeptabel,
mit diesem einen Land - Japan - auf 50 Milliarden Dollar
zu kommen."
Browns Stellungnahme erfolgte nach der Veröffentlichung eines Berichts durch das Handelsministerium,
demzufolge das amerikanische Defizit im Warenhandel von 7,9 Milliarden Dollar im Februar im März steil
auf 10,2 Milliarden Dollar angestiegen ist. Das bilaterale Defizit der Vereinigten Staaten im Handel mit
Japan stieg ebenfalls - von 4,1 Milliarden Dollar im
Februar auf 5,3 Milliarden Dollar im März. In den
vergangenen sechs Monaten erreichte das amerikanische Defizit gegenüber Japan insgesamt über 28
Milliarden Dollar.
"Wir müssen dieses Ungleichgewicht korrigieren, indem wir die drei uns zur Verfügung stehenden Instrumente einsetzen - ein umgehendes staatliches Konjunkturprogramm in Japan, auf den Marktkräften beruhende Korrekturen des Wechselkurses sowie Verhandlungen, um die strukturellen Hindernisse für verbesserten Handel zwischen unseren Ländern zu beseitigen", äußerte Brown in einer getrennten Erklärung
zu den Handelszahlen.

AMERIKA DIENST 21

Vor Reportern erläuterte er später, diese Erklärung
solle nicht so verstanden werden, daß die Administration plane, die Wechselkurse zur Beeinflussung der
Handelsströme einzusetzen. Der Wechselkurs "ist
einer von zahlreichen Faktoren, die Einfluß auf den
Handel haben. Er ist nicht der einzige, und er ist nicht
der vorherrschende. Es gibt keine Politik, den Wechselkurs zu beeinflussen", erklärte Brown.
Der Handelsminister betonte, amerikanische Produkte seien heute sowohl kostenmäßig als auch qualitativ
konkurrenzfähig. Brown zufolge untersucht die Clinton-Administration derzeit verschiedene Sektoren
innerhalb Japans, in denen sie Vereinbarungen zur
Marktöffnung anstreben könnte. Bisher sei keine
Entscheidung gefallen, auf welche Sektoren sich die
Administration zunächst konzentrieren werde.
"Wir werden auf einem gezielten, meßbaren und überprüfbaren Ansatz bestehen", erklärte er. "Die Japaner
sind darüber nicht begeistert. Es gefällt ihnen nicht.
Sie haben ernste Bedenken gegen das Halbleiterabkommen. Es gefällt uns. Es gefällt uns, weil es
funktioniert hat. Es gefällt ihnen nicht, weil es funktioniert hat. Es ist eines der wenigen Modelle, die
zwischen uns funktioniert haben."
Er verwies darauf, daß meßbar und überprüfbar nicht
notwendigerweise ein exaktes Abbild des Halbleiterabkommens bedeuten müsse, das ausländischen
Importen einen gewissen prozentualen Marktanteil in
Japan vorbehalte. Brown zufolge gibt es noch andere
Wege, um Fortschritte zu messen.
"Meines Erachtens haben wir demonstriert, daß wir
einen wesentlich direkteren - einige nennen es härteren, nun gut - Ansatz wählen werden", erklärte er.
Brown stellte fest, die Vereinigten Staaten hätten die
Erfahrung gemacht, daß Bemühungen, Japan zu struk-

Seite 1

�turellen Veränderungen in seiner Volkswirtschaft zu
veranlassen ohne dabei spezifische Sektoren zu berücksichtigen, nicht funktioniert hätten. Die Administration verfolge hingegen sowohl sektorale als auch
strukturelle Wege. Er erwarte jedoch nicht, daß ein
ähnlicher Ansatz auch für Europa gewählt werde.

wenn wir lediglich geringfügige Konzessionen gegen
Konzessionen tauschen", äußerte Summers am 19.
Mai 1993 in einer Rede vor amerikanischen Im- und
Exporteuren in New York. "Die unverhältnismäßige
Belastung, die von den Vereinigten Staaten in der
Nachkriegszeit übernommen wurde, erfordert es heute, daß andere Industriestaaten, insbesondere diejenigen mit chronischen Außenhandelsüberschüssen, einen
unverhältnismäßig hohen Beitrag zur Öffnung ihrer
Märkte leisten."

Brown kritisierte überdies die seiner Meinung nach
exzessive Debatte über die Chancen für eine Verabschiedung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) im Kongreß, wenn "die Schlacht...
noch nicht einmal begonnen hat".
Er verwies darauf, daß es heute, da Europa und Japan
beim Ausmaß des Wohlstandes mit den Vereinigten
"Wir haben noch nichts anzubieten", erklärte er und Staaten gleichgezogen hätten, "an der Zeit ist, mit
fügte hinzu, die Administration werde ihre Bemühun- unserem Ausmaß an Offenheit gleichzuziehen". Dargen zur Verabschiedung durch den Kongreß nach über hinaus verteidigte er den Ansatz der ClintonAbschluß von Ergänzungsabkommen über Arbeitsbe- Administration, der weder gelenkten Handel noch eine
dingungen und Umwelt aufnehmen. Er verwies dar- Bedrohung des multilateralen Handelssystems darauf, daß ein Drittel der Kongreßabgeordneten dezi- stelle.
dierte Befürworter des NAFTA, ein Drittel dagegen und
ein Drittel noch unentschlossen seien. "Von unserer "Es ist nicht gelenkter Handel, wenn man erwartet, daß
Warte ist dies meines Erachtens keine schlechte konkurrenzfähige Hersteller nicht nur die Chance haben,
Ausgangsbasis", erklärte er.
an ausländische Regierungen zu verkaufen, sondern
diese auch real verwirklichen können", erklärte er. "Es
Brown zufolge sollte die Administration über das NAFTA ist kein gelenkter Handel, wenn man keine Diskriminiehinaus an eine Handelszone fürdie ganze Hemisphäre rung ausländischer Waren oder Investoren erwartet."
denken. Im einzelnen nannte er Brasilien, Argentinien
und Chile als Länder, auf die ein Freihandelsabkom- Die Clinton-Administration ist Summers zufolge dabei,
men ausgedehnt werden könnte.
einen neuen wirtschaftlichen Rahmen abzustecken,
"um die Bedingungen gegenüber Japan anzugleichen
Der Handelsminister betonte fernerdie Bedeutung, die und zu gewährleisten, daß wir mittelfristig einen erhebdem Abschluß der Uruguay-Runde von Welthandels- lichen Abbau im Handelsüberschuß dieses Landes
gesprächen von der Clinton-Administration in diesem beobachten".
Jahr beigemessen werde. Die Verhandlungen "werden sicherlich Schwerpunkt der Diskussionen" beim Die von Clinton für den Posten der Stellvertretenden
Ministertreffen der Organisation für wirtschaftliche US-Handelsbeauftragten für Asien nominierte CharleZusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am 2. und ne Barshefsky bezeichnete ebenfalls die Steiergung
3. Juni sein. "Wir erwarten Hilfe von unseren europäi- des japanischen Überschusses im bilateralen Handel
schen Verbündeten und Frankreich."
mit den Vereinigten Staaten als unannehmbar.
Der für internationale Angelegenheiten zuständige
Staatssekretär im Finanzministerium, Lawrence
Summers, veröffentlichte ebenfalls eine scharfe Erklärung, in der die Konzentration der Clinton-Administration auf den japanischen Handelsüberschuß unterstützt wurde.
"Wir können in diesem Land die Unterstützung für die
Offenhaltung unserer Märkte nicht aufrechterhalten,

"Diese Überschüsse müssen sinken", erklärte sie am
19. Mai 1993 in einer Stellungnahme vordem Finanzausschuß des Senats. Sie bekräftigte Präsident Clintons Botschaft, wonach die Vereinigten Staaten ihre
wirtschaftlichen Interessen gegenüber Japan nicht
länger außenpolitischen und sicherheitspolitischen
Interessen unterordnen würden.

* *

Seite 2

AMERIKA DIENST 21

�HANDEL
26. Mai 1993

KANTOR BITTET SENATOREN UM
VERLÄNGERUNG DES FAST-TRACK-MANDATS UND
DES ALLGEMEINEN PRÄFERENZSYSTEMS
Erklärung vor dem Finanzausschuß des Senats
WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Handelsbeauftragte Mickey Kantor hat den Finanzausschuß des
Senats gebeten, einem Antrag der Clinton-Administration auf Verlängerung des Fast-Track-Verhandlungsmandats und die Ausdehnung des Allgemeinen Präferenzsystems (Generalized System of Preferences - GSP) zu
entsprechen.
Das bisherige Fast-Track-Mandat lief im März aus, das GSP gilt noch bis zum 4. Juli 1993.
Nachfolgend veröffentlichen wirdie vorbereitete Erklärung Kantors vom 20. Mai 1993, die er nicht verlas, sondern
dem Finanzausschuß zur Aufnahme ins Protokoll zuleitete.

Es ist mir eine Freude, mit Ihnen die Vorschläge der
Administration zu erörtern, das Mandat für den Abschluß der Uruguay-Runde der multilateralen Handelsgespräche zu verlängern, Fast-Track-Verfahren
des Kongresses auf ein Gesetz zur Inkraftsetzung der
Abkommen der Uruguay-Runde anzuwenden und das
bestehende Allgemeine Präferenzsystem zu verlängern.
Am 27. April legte die Administration dem Kongreß
verschiedene Gesetzentwürfe zur Erneuerung des
Fast-Track-Mandats für die Uruguay-Runde und die
Ausweitung des Allgemeinen Präferenzsystems auf
die Entwicklungsländer vor, einschließlich der neuen
unabhängigen Republiken der ehemaligen Sowjetunion. Es ist unser Ziel, diese beiden Vorhaben bis
Anfang Juli in die Tat umzusetzen.
Die Uruguay-Runde
Der Abschluß der Uruguay-Runde ist der wichtigste
Schritt, den wir zur Öffnung ausländischer Märkte auf
der ganzen Welt für amerikanische Waren, Agrarprodukte und Dienstleistungen unternehmen können.
Unsere wichtigsten Handelspartner haben ihre Verpflichtung unterstrichen, die Runde noch in diesem
Jahr zu einem Abschluß zu bringen. Wir haben nur
begrenzte Gelegenheiten, die wir jetzt zum Nutzen

AMERIKA DIENST 21

aller Nationen ergreifen müssen. Es mag vielleicht
eine schwierige Aufgabe sein, diese Runde durch eine
Erweiterung des Handels zu einer Zeit abzuschließen,
in der die Weltwirtschaft nicht wächst, aber der Präsident ist der Ansicht, daß jetzt genau der richtige
Zeitpunkt hierfür gekommen ist.
Die Uruguay-Runde ist von einzigartiger Bedeutung,
da das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT)
weiterhin die Grundlage des Welthandelssystems
darstellt. Diese Verhandlungen befinden sich jetzt in
ihrem siebten Jahr. Um sie zum Abschluß zu bringen,
müssen wir Fortschritte im Bereich Marktzugang
machen, indem wirunseinigen, die Handelsschranken
für Waren, Dienstleistungen und Agrarprodukte abzubauen. Wir haben die Absicht, die Runde bis zum 15.
Dezember abzuschließen.
Einige Länder warten, bevor sie einen Beitrag leisten,
darauf, daß die Vereinigten Staaten und die Europäische Gemeinschaft auf diesem Gebiet die Führungsrolle übernehmen. Die Europäische Gemeinschaft
und wir haben die Verantwortung übernommen, uns
auf Grundzüge zum Marktzugang zu einigen. Wir
werden jedoch nur Erfolg haben, wenn andere Länder,
beispielsweise Japan und die Entwicklungsländer, sich
ebenfalls umfassend an diesen Bemühungen beteiligen.
Seite 1

�Es ist von Bedeutung, daß unsere Handelspartner sich
entschlossen haben, die Debatten über Fragen der
Uruguay-Runde nicht zu vertagen, während sie die
Beratungen des Kongresses über das Fast-TrackMandat abwarten. Da der Kongreß historisch gesehen
ein entschiedener Befürworter dieser Verhandlungen
gewesen ist, bleibt die Hoffnung bestehen, daß das
Fast-Track-Verhandlungsmandat erneuert wird und
die Runde trotz der Frustration und Enttäuschung
darüber, sich nicht schon eher geeinigt zu haben, zu
einem Abschluß gebracht wird.
Ich möchte unbedingt hinzufügen, daß der Wunsch,
die Uruguay-Runde bis zum 15. Dezember 1993 zu
einem Abschluß zu bringen, in keiner Weise ein Signal
für die Bereitschaft sein sollte, nach einem Abkommen
zu streben, das für die Vereinigten Staaten keine
entscheidende Verbesserung darstellt. Präsident Clinton hat mich angewiesen, nach einem Abkommen mit
unseren Handelspartnern zu streben, das den Verhandlungszielen unseres Landes entspricht. Wenn wir
jedoch vor Ende des Jahres die Verhandlungen abschließen und unsere Ziele erreichen wollen, haben
wir keinen Moment zu verlieren.

zweitens den Entwurf der "Schlußakte" auf Gebieten
zu verbessern, die von den Vereinigten Staaten und
anderen Ländern identifiziert wurden: Antidumping,
Subventionen, Rechte an geistigem Eigentum im
Zusammenhang mit dem Handel, bestimmte Umweltfragen in den Texten über technische Hindemisse
beim Handel, sanitäre und phytosanitäre Maßnahmen, Textilien und institutionelle Fragen, einschließlich der Gründung einer multilateralen Handelsorganisation.
Die in Toronto geführten Gespräche waren ermutigend. Die Parteien unternahmen vereinte Anstrengungen in allen Schlüsselbereichen der Marktzugangsverhandlungen. Es wäre nicht angebracht, hier jetzt
Einzelheiten aufzuführen, ich möchte jedoch betonen,
daß die Diskussionen von den intensiven bilateralen
Anstrengungen profitierten, die die EG und die Vereinigten Staaten im Bereich der bedeutend geringeren
verbleibenden Differenzen unternommen haben.

Es war für jeden von uns offensichtlich, daß Japan
noch seinen vollen Beitrag zu den Marktzugangsverhandlungen leisten muß. Ich bin weiterhin hoffnungsvoll, daß sich Japan als Gastgeber des WirtschaftsgipUnsere wichtigsten Handelspartner sind jetzt bereit, fels der G-7 für den Erfolg dieser Verhandlungen
Abkommen für einen Abschluß der Uruguay-Runde engagieren wird. Ich werde vordem G-7- Teffen im Juli
auszuhandeln, und sie sind sich unserer Sorge be- noch mindestens zweimal mit meinen Amtskollegen
wu ßt, da ß in Genf substantielle Arbeit geleistet werden zusammentreffen, um eine Einigung zu erzielen.
muß, bevor die Ergebnisse akzeptabel sind.
Ich hoffe, daß hier zu Hause der Kongreß seine
Die jüngsten Ereignisse zeigen, daß wir mit der Euro- Prüfung einer "sauberen" Gesetzgebung für das Fastpäischen Gemeinschaft zusammenarbeiten und einen Track-Mandat abschließen wird, damit wir uns dieses
Abschluß der Uruguay-Runde herbeiführen können. erneute Interesse zunutze machen und die VerhandIch bin bereits viermal mit EG-Kommissar Brittan, lungen bis zum 15. Dezember abschließen können.
dreimal mit dem kanadischen Minister Wilson und
zweimal mit dem japanischen Minister Mori zusam- Die Erneuerung des Fast-Track-Mandats für die
mengetroffen. Zusätzlich haben wir uns auf einen Uruguay-Runde
intensiven Zeitplan für Treffen geeinigt, die einzig und Der Vorschlag der Administration für das Fast-Trackallein einen Abschlu ß der Runde zum Ziel haben. Wir Mandat würde vom Präsidenten erfordern, den Konwerden Anfang Juni wieder zusammenkommen.
greß noch vor dem 15. Dezember 1993 über seine
Unser letztes Treffen fand vergangene Woche in Toronto statt. Gastgeber war der kanadische Handelsminister Wilson, Hauptgesprächsgegenstand waren
Marktzugangsfragen der Uruguay-Runde. Präsident
Delors, Ministerpräsident Miyazawa, Premierminister
Mulroney und Präsident Clinton baten uns, gewissenhafte Arbeit im Hinblick auf ein ehrgeiziges Marktzugangspaket zu leisten, um auf dem im Juli in Tokio
stattfindenden Weltwirtschaftsgipfel greifbare Fortschritte vorweisen zu können.

Absicht zu informieren, solche Abkommen zu schließen - und zwar noch vor dem 15. April 1994 - und uns
zusätzliche zehn bis zehneinhalb Monate bis zum
Abschluß der Uruguay-Runde zu geben.

Der Präsident machte den Vorschlag einer Erneuerung des Fast-Track-Mandats für die Runde, damit der
Verhandlungsprozeß von Vertrauen geprägt, der zum
Abschluß der endgültigen Abmachung notwendige
Schwung vorhanden ist und die Vereinigten Staaten
beim Abschluß der Runde noch in diesem Jahr eine
Wenn es uns gelingt, ein gutes Abkommen über Markt- führende Rolle spielen können.
zugang auszuhandeln, werden wir nach Meinung von Der Vorschlag der Administration für eine GesetzgeVertretern der vier Parteien in der Lage sein, an den bung zur Erneuerung des Fast-Track-Mandats hat den
Genfer Verhandlungstisch zurückzukehren, um die Handelspartnern der Vereinigten Staaten ein wichtibeiden verbleibenden großen Aufgaben anzugehen: ges Signal gesendet, welchen Stellenwert die AdminiErstens, die Verhandlungen über Marktzugang bei stration einem starken und offenen multilateralen
Waren und Dienstleistungen mit den 115 an der Runde Handelssystem beimißt und mit welcher Entschlosteilnehmenden Nationen abschließen zu können und senheit sie einen Abschluß der Runde anstrebt.
Seite 2

AMERIKA DIENST 21

�Wir schlugen eine "saubere" Fast-Track-Gesetzgebung vor, die frei von Bestimmungen oder Bedingungen ist, so daß wir uns unsere Verhandlungsflexibilität
bewahren und den Gesetzgebungsprozeß zum Zwekke eines Abschlusses der Runde noch in diesem Jahr
beschleunigen können. Meiner Ansicht nach ist es
entscheidend, die Zustimmung des Kongresses zum
Fast-Track noch vor dem Treffen der G-7 zu erhalten,
so daß die wirklich wichtigen Fragen anstelle unserer
innenpolitischen Probleme im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit beim Abschluß der Runde stehen.
Ich möchte hier hervorheben, daß die Administration
dieses Mandat nur für die Uruguay-Runde erhalten
will, der Präsident sich jedoch entschieden für die
Aushandlung eines Freihandelsabkommens mit Chile
engagiert. Die Administration wird die separate Erweiterung des Fast-Track-Mandats für künftige Abkommen dieser Art anstreben, nachdem sie den Kongreß
in dieser Angelegenheit umfassend konsultiert hat.

höher als die Lieferungen in die gesamte Europäische Gemeinschaft.
Kurz gesagt, waren die Vereinigten Staaten schon seit
langem führend in der Welt was die Förderung wirtschaftlicher Entwicklung durch den Handel betrifft, und
die Waren im Wert von nahezu 17 Milliarden Dollar, die
jährlich unter dem Allgemeinen PräferenzsystemProgramm geliefert werden, sind eine wichtige Komponente dieser Führungsrolle. Tatsache ist, daß die
Vorteile des Allgemeinen Präferenzsystems dazu
beitragen, Märkte in den Entwicklungsländern zu
schaffen, was nicht nur den in diesen Ländern lebenden Menschen zugute kommt, sondern auch den
amerikanischen Exporteuren neue Chancen eröffnet.
Zweitens ist das Allgemeine Präferenzsystem
ein Instrument der Handelspolitik. Die Vorteile
des Systems können dazu genutzt werden,
Reformen in Bereichen wie geistige Eigentumsrechte und Arbeitnehmerrechte bei den Nutznießern durchzusetzen. Ich engagiere mich
dafür, daß wir uns dieses Instrumentes so weit
als möglich bedienen, um in den Entwicklungsländern unsere handelspolitischen Ziele zu erreichen.

Erneuerung des Allgemeinen Präferenzsystems
Die Administration hat dem Kongreß auch einen Vorschlag fürdie kurzfristige Erneuerungdes Allgemeinen
Präferenzsystems vorgelegt. Unserem Vorschlag
zufolge würde das Allgemeine Präferenzsystem, das
am 4. Juli 1993 ausläuft, um weitere 15 Monate - bis
zum 30. September 1994-verlängert. Während dieser
15 Monate möchte die Administration gerne mit dem
Kongreß an der Entwicklung eines Vorschlags für eine

Drittens hilft das Allgemeine Präferenzsystem
den amerikanischen Unternehmen, konkurrenzfähig zu bleiben und Arbeitsplätze zu schaffen.
Durch das Präferenzsystem werden die InputKosten für amerikanische Unternehmen gesenkt
und ihre internationale Konkurrenzfähigkeit erhöht
- insbesondere im Vergleich zu anderen Industriestaaten, die solche Inputs durch ihre eigenen Präferenzsysteme finanzieren. Buchstäblich Hunderte amerikanischer Unternehmen jeder
Größenordnung, von der Spielzeugindustrie bis
zu den Herstellern elektronischer Geräte, verlassen sich auf diese Weise auf die Vorteile des
Allgemeinen Präferenzsystems.

langfristige Erweiterung des Allgemeinen Präsferenz-

system-Programms zusammenarbeiten. Der Vorschlag
der Administration zum Allgemeinen Präferenzsystem
würde auch das gesetzliche Verbot einer Ausdehnung
des Allgemeinen Präferenzsystems auf die ehemalige
Sowjetunion abschaffen, das Rußland und andere
Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion daran
hindert, als mögliche Nutznießer des Allgemeinen
Präferenzsystems in Frage zu kommen. Dieser Vorschlag würde es uns ermöglichen, die Unterstützung
Präsident Clintons für den Präsidenten der Russischen Föderation, Boris Jelzin, in die Tat umzusetzen.

Viertens fördert das Allgemeine Präferenzsystem marktwirtschaftliche Reformen in den entstehenden Marktwirtschaften Mittel- und Osteuropas. Durch die Förderung der Exportmöglichkeiten in diesen immer noch instabilen Marktwirtschaften verleiht das Allgemeine Präferenzsystem dem Reformprozeß Schwung. Aus
diesem Grund gab Präsident Clinton Präsident
Jelzin das Versprechen, daß wir uns dafür einsetzen würden, Rußland in das Allgemeine
Präferenzsystem einzuschließen.

Die Administration unterstützt die kurz- und langfristige Erweiterung des Allgemeinen PräferenzsystemProgramms aus den folgenden Gründen:
Erstens ist das Allgemeine Präferenzsystem
das wichtigste Instrument, die wirtschaftliche
Entwicklung durch Handel anstatt durch Hilfsleistungen zu fördern. Der relativ offene Markt der
Vereinigten Staaten war stets fürdie Exporteure
der Entwicklungsländer von lebenswichtiger
Bedeutung. Den neuesten Zahlen des GATT
zufolge entfallen 40 % aller Exporte der Entwicklungsländer in die Industriestaaten auf die Vereinigten Staaten; diese Zahl ist doppelt so hoch
wie die der Exporte nach Japan und bedeutend

Hiermit bin ich am Ende meiner offiziellen Erklärung
angelangt. Ich danke Ihnen für die Gelegenheit, vor
Ihnen sprechen zu dürfen und freue mich auf die
Zusammenarbeit mit diesem Ausschu ß bei diesen und
anderen Handelsfragen.

* * * *
AMERIKA DIENST 21

*

Seite 3

�USA-AFRIKA
26. Mai 1993

GRUNDLEGEND NEUE" AMERIKANISCHAFRIKANISCHE BEZIEHUNGEN
Rede von Außenminister Christopher
WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten werden unter der Clinton-Administration "grundlegend neue"
Beziehungen zu Afrika unterhalten, erklärte der amerikanische Außenminister Warren Christopher am 20. Mai
1993.
In einer ausführlichen Rede vor der Jahresversammlung des Af rican-American Institute stellte Christopher fest,
es werde eine neue Art von Beziehung sein, "bei der die Vereinigten Staaten den Afrikanern beim Aufbau
demokratischer Institutionen sowie der Weichenstellung für Wirtschaftswachstum helfen können, bei der unsere
Aufgabe jedoch darin besteht, afrikanische Lösungen zu unterstützen und nicht zu verhindern".
"Die Völker und Regierungen Afrikas arbeiten auf Demokratie und freie Märkte in der wachsenden Überzeugung
hin, daß sie sich auf dem Weg zum Fortschritt befinden," äußerte Christopher. "Sie haben sich auf eine
einzigartige afrikanische Reise begeben, so eindrucksvoll wie alles auf diesem Kontinent von atemberaubender
Schönheit", führte er bei der dreitägigen Konferenz in einem Washingtoner Vorort aus, an der zahlreiche
afrikanische Regierungsvertreter und Diplomaten teilnahmen.
"Es ist eine Reise, die Amerikas Respekt und Unterstützung verdient - und diesen Respekt und diese
Unterstützung gelobe ich heute."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Au ßenminister Christopher vor dem Af rican-American Institute im
Wortlaut.
Mr. Tempelsman, Mrs. Derryck, liebe Freunde. Ich
begrüße diese Gelegenheit, Ihnen heute die Haltung
der Clinton-Administration zu Afrika darzulegen. Ich
freue mich besonders, daß ich der erste Außenminister bin, der je vor einem African-American Institute
eine Rede geharten hat.
Unsere Administration ist sich der von Ihnen durch 40
Jahre engagierter Arbeit bei der Vertiefung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Afrika
sowie der Unterstütuzng der afrikanischen Völker bei
der Gestaltung eines besseren Lebens erbrachten
Leistungen sehr wohl bewußt.
Amerika und Afrika sind in grundlegender Weise miteinander verbunden.
Als die älteste Demokratie der Wert haben wir ein
dauerhaftes Interesse am Erfolg der neuen Demokratien in Afrika. Als multirassische Gesellschaft sind die
Vereinigten Staaten besonders ermutigt durch den
sich abzeichnenden Übergang zur Demokratie in
Südafrika.

AMERIKA DIENST 21

Darüberhinaus verbindet uns unser Bewußtsein - und
die Zusammenarbeit.
Wenn ein Kind in Afrika den Hungertod stirbt, bewegt
uns diese Tragödie in Amerika. Wenn amerikanische
Wissenschaftler eine Heilmethode für AIDS suchen,
werden sie von den Gebeten und Hoffnungen der
Afrikaner und Amerikaner geleitet.
Wenn unser Amt für Internationale Entwicklung beträchtliche Investitionen in Programme zur Bekämpfung der Kindersterblichkeit tätigt, bewirkt dies einen
Unterschied bei der Hilfe für Afrika. Und wenn das
amerikanische Unternehmen Merck ein Medikament
zur Verfügung stellt, mit dem Millionen Afrikaner von
den verheerenden Folgen der Flußblindheit geheilt
werden können, überschreitet diese Maßnahme nicht
nur die Grenzen der Pharmakologie, sondern verringert die Entfernung zwischen Amerika und Afrika.
Diese Entfernung wird auch durch das Ende des
Kalten Krieges verringert. Während der langen Zeit
des Kalten Krieges wurde die Politik gegenüber Afrika

Seite 1

�häufig davon bestimmt, welche Vorteile sie für Washington oder Moskau mit sich brachte, und nicht
anhand ihrer Auswirkungen auf Afrika. Dankenswerterweise sind wir über den Punkt hinausgekommen,
Maßnahmen anhand der Kriterien zu verabschieden,
wie sie sich auf die Schiffahrtsrouten in der Nähe
Afrikas auswirken, statt auf die Menschen in Afrika.

Ich möchte die Worte von Präsident Chiluba aus
Sambia zitieren: "Wir wissen, was richtig ist. Demokratie ist richtig. Die beste Lektion, die wir aus den
vergangenen 27 Jahren lernen können, lautet, daß
Freiheit heute das Kernstück jeder erfolgreichen Nation der Welt und in Afrika bildet."

Die Völker Afrikas wissen, wo ihre Zukunft liegt: nicht
bei korrupten Diktatoren wie Mobutu, sondern bei
mutigen Demokraten in jedem Teil des Kontinents.
Vom Senegal bis nach Benin, von Madagskar bis Mali
bauen die afrikanischen Nationen starke demokratische Institutionen auf. Sie erkennen, daß Demokratie
den einzigen Rahmen für Toleranz und Harmonie
Die Clinton-Administration wird die Freiheitsbewegung bietet, weil sie die Rechte des einzelnen schützt und
- zu Demokratie und freien Märkten - in Afrika uneinge- Schutz für Minderheiten gewährt.
schränkt und greifbar unterstützen. Wir werden mit
den afrikanischen Nationen zusammenarbeiten, um Das African-American Institute hat bei der Förderung
die Gesundheits-, Umwelt- und Bevölkerungsproble- von Demokratie eine außerordentlich nützliche Rolle
me anzusprechen, die das Leben bedrohen und eine gespielt. Sie haben die Wahlen überwacht, Regienachhaltige Entwicklung gefährden. Und wir werden rungsvertreter ausgebildet und Staatsbürgerkunde
Afrika beim Aufbau seiner Kapazitäten für präventive gelehrt. Sie sind sich bewußt, daß Demokratie nicht
Diplomatie und Konfliktlösung behilflich sein, damit nur am Wahltag - sondern jeden Tag - durch eine
das Volk auf diesem Kontinent frei vom Terror eines lebendige Kultur des Staatswesens und die VerpflichKrieges leben kann.
tung zu freien und offenen Diskussionen sowie Rechtsstaatlichkeit funktionieren muß.
Förderung von Demokratie und Menschenrechten
Die Demokratie hat am Wahltag im September letzten
Das Kernstück unserer neuen Beziehungen wird das Jahres in Angola funktioniert. Aber seitdem wurden
dauerhafte Engagement für Demokratie und Men- dem angolanischen Volk die Früchte seiner Beteilischenrechte bilden. Präsident Clinton hat eindeutig gung an diesem Prozeß verweigert. Präsident Clinton
klargestellt, daß die Förderung von Demokratie und hat der Bedeutung dieser freien und fairen Wahlen
Menschenrechten eine Säule der amerikanischen Rechnung getragen, als er in dieser Woche bekanntAußenpolitik ist. Und diese Säule ist in Afrika ebenso gab, daß die Vereinigten Staaten jetzt die angolanihoch wie in jedem Teil der Welt.
sche Regierung anerkennen.

In der veränderten Welt von heute können und werden
wir auf produktive neue Beziehungen zu Afrika hinarbeiten. Der Präsident und ich haben uns zum Aufbau
dieser neuen Beziehungen auf der Grundlage unserer
gemeinsamen Interessen und Werte verpflichtet.

Es sind Demokratien - nicht Diktaturen - die die besten
Mittel zur Verteidigung der Menscherechte bieten, um
die afrikanischen Nationen auf den Weg zum Fortschritt zu bringen und die lebenswichtigen sozialen
und wirtschaftlichen Fragen anzusprechen, die nationale Grenzen überschreiten.

Wir beabsichtigen, uns weiterhin aktiv für die Förderung einer Verhandlungslösung zwischen der angolanischen Regierung und der Nationalen Union für die
völlige Unabhängigkeit Angolas, UN ITA, zu engagieren, die es allen Menschen in Angola gestattet, sich der
Früchte der Demokratie zu erfreuen. Die Anerkennung der Vereinigten Staaten soll zur Verwirklichung
Die Vereinigten Staaten werden durch Programme
dieses Zieles beitragen und die UNITA ermutigen, sich
des amerikanischen Amts für Internationale Entwickdem Friedensprozeß und Prozeß der nationalen Auslung (U.S. Agency for International Development söhnung anzuschließen. Wie Präsident Clinton erklärUSAID), mit multilateraler Unterstützung und über
te, hoffen wir, daß die UNITA Bestandteil der von uns
Kreditanstalten Afrika beim Aufbau seiner Wirtschaftsanerkannten Regierung wird. Wir sind nach wie vorder
kapazität behilflich sein. Unter der Clinton-AdministraAuffassung, daß es in Angola keinen militärischen
tion werden diese globalen Belange nicht in die FußnoSieg geben kann - und die Vereingten Staaten werden
ten unserer außenpolitischen Tagesordnung verwiediejenigen nicht unterstützen, die eine militärische
sen. Statt dessen erhalten sie die vordringliche AufLösung verfolgen.
merksamkeit, die sie verdienen.
Heute erhält Afrika unsere Aufmerksamkeit und unse- Heute steht Südafrika am Beginn des Übergangs zu
ren Respekt aufgrund der mutigen Begebungen zum einer nichtrassischen Demokratie. Die Vereinigten
Aufbau von Demokratie und Chancen auf diesem Staaten unterstützen diesen friedlichen Übergang.
Kontinent. Obwohl die Bewegung zur Demokratie und Wir treten denen entgegen, die die Verhandlungen
freien Märkten in Osteuropa und Lateinamerika mehr zum Scheitern bringen möchten, und wir lehnen diejeAufmerksamkeit auf sich gelenkt hat, fordern auch die nigen ab, die Gewalt anwenden.
Völker Afrikas ihre Freiheit.

Seite 2

AMERIKA DIENST 21

�Wir hoffen, daß binnen kurzer Zeit ein Datum für
wirklich freie Wahlen in Südafrika festgelegt wird.
Diese Wahlen werden als überwältigender Triumph
der Menschenrechte auf dem gesamten afrikanischen
Kontinent und auf der ganzen Welt ihren Widerhall
finden.

nische Wirtschaft an den Bemühungen teilhaben, den
Menschen in Südafrika beim Aufbau einer starken und
pulsierenden Wirtschaft zu helfen, wenn der Fortschritt zur Demokratie unumkehrbar geworden ist.

Der Übergang zu einer nichtrassischen Demokratie in
Südafrika ist auch das Produkt der grundsätzlichen
Ablehnung der Apartheid durch die internationale
Staatengemeinschaft. I n der besten politischen Tradition Amerikas hat eine Koalition des Gewissens in
diesem Land eine lange und erhebende Kampagne
gegen das System der Apartheid geführt, das eine
halbe Welt weit entfernt ist. Unsere Sanktionen haben
bei den bisher erzielten Fortschritten eine wichtige
Rolle gespielt.

Die Unterstützung der afrikanischen Entwicklungsfähigkeit

Unglücklicherweise hatte Südafrika kein Monopol auf
Menschenrechtsverletzungen auf dem Kontinent. Diese
Das Verdienst für diese enorme Leistung wird vor Tatsache muß sich in der amerikanischen Politik nieallem denen in Südafrika zufallen, die ihr Leben ein- derschlagen. Wir können bei den Menschenrechten
setzten - und in einigen Fällen ihr Leben gaben -, damit im Falle Afrikas keine Abstriche gegenüber den Maßein neuer Tag der Freiheit anbrach. Das Verdienst wird stäben machen, die wir in anderen Teilen der Welt
Nelson Mandela gebühren, der nach 27 Jahren das anlegen. Ich möchte deutlich machen, daß die VereiGefängnis verließ - unbesiegt, ungebrochen und mit nigten Staaten die Menschenrechte berücksichtigen
dem festen Glauben, daß die Bevölkerung Südafrikas werden, wenn wir entscheiden, wie unsere knappen
immer noch eine Zukunft auf der Grundlage der jedem Ressourcen für die Auslandshilfe verteilt werden solMenschen innewohnenden Werte und der Menschen- len.
würde aufbauen kann.
Die Förderung der Demokratie ist das zentrale Ziel der
Es gebührt darüber hinaus F.W. De Klerk, dessen Clinton-Administration. Deshalb hat der Präsident
entscheidender Beitrag daran gemessen werden kann, beschlossen, als ersten afrikanischen Staatschef den
wie weit sich seine Ansichten fortentwickelt haben und ersten Präsidenten eines demokratischen Namibia,
wie weit eine Mehrheit der weißen Südafrikaner ihn Sam Nujoma, zu einem offiziellen Besuch ins Weiße
Haus einzuladen.
dabei begleitet hat.

Es sind die den Willen ihrer Bürger zum Ausdruck
bringenden demokratischen Staaten Afrikas, die am
besten in der Lage sind, die Art von wirtschaftlichen
Veränderungen vorzunehmen, mit denen das Leben
ihrer Bürger verbessert werden kann. Die entwicklungspolitische Herausforderung, vor der die meisten
afrikanischen Staaten stehen, ist nach wie vor imposant, aber ihre Überwindung liegt innerhalb der Fähigkeiten demokratischer Marktwirtschaften.

Die Einsetzung einer nichtrassischen Regierung in
Südafrika wird bei jedem Amerikaner Anklang finden,
aber besonders in den Städten und Gemeinden dieses Viele Staaten des Kontinents sind weiterhin von WirtLandes, die sich gemeinsam um das Ende der Apar- schaftskrisen betroffen. In vielen Ländern haben die
pro-Kopf-Einkommen stagniert oder abgenommen,
theid bemüht haben.
waren Handels- und Investitionsflüsse schwach ausWenn wir den Geist und die Lehren unserer eigenen geprägt, behinderte die Schuldenlast die Aussichten
Bürgerrechtsbewegung beherzigen, sagen wir damit auf neues Wachstum. Dürre, Hungersnöte und Bürnicht, daß Amerika alle Antworten gefunden hat oder gerkrieg haben Krisen zu Katastrophen werden laswir bereits eine perfekte Union gefunden haben. Wir sen. Keiner Region des Kontinents blieben Verwüsind jedoch dem Grundprinzip verpflichtet, daß die stungen durch Mensch oder Natur erspart.
Menschenrechte allgemeingültig sind - daß jeder Bürger
in jedem Land als Individuum beurteilt werden sollte, Der Trend zur Demokratie in Afrika muß durch umweltunabhängig von Rasse oder wirtschaftlichem Status. verträgliche wirtschaftliche Entwicklung gestärkt werden. Der Frieden und die Stabilität, die von Demokratie
Südafrikas erfolgreicher Übergang ist wichtig für Afri- verursacht werden, können zu dringend benötigten
ka, die Vereinigten Staaten und die Welt. Die Vereinig- Privatinvestitionen führen - und damit einhergehend
ten Staaten werden helfen - und wir erwarten auch von Entwicklungskapital, Technologietransfer und technianderen demokratischen Industriestaaten Hilfe. Nach sches Fachwissen hervorbringen. Der Abzug von
der Bildung eines Exekutivrats für den Übergang - und Investitionen aus Afrika wird nur dann umgekehrt
der Festsetzung eines Wahltermins - werden wir mit werden, wenn Afrika sich selbst zu einem attraktiveren
unseren Partnern in der G-7 zusammenarbeiten, um Ort für das Kapital macht. Die Anwendung von RechtsSüdafrika bei der Wiedereingliederung in die Weltwirt- staatlichkeit, der Abbau der Korruption, die Sicherstelschaft zu helfen. Wir haben die Weltbank und die lung des Gewinntransfers sowie der Aufbau einer
Parteien in Südafrika aufgefordert, heute mit der Pla- qualifizierteren Erwerbsbevölkerung - all dies wird
nung der Projekte zu beginnen, die zu Wirtschafts- dazu beitragen, Afrika eine wesentlich größere Rolle in
wachstum führen werden. Ebenso sollte die amerika- der Weltwirtschaft einzuräumen.
AMERIKA DIENST 21

Seite 3

�Die Hauptverantwortung für den Aufbau dieser Fähigkeiten fällt den afrikanischen Ländern selbst zu. Aber
die Industriestaaten der Welt - einschließlich der Vereinigten Staaten - haben eine gemeinsame Pflicht zur
Hilfe. Für das kommende Haushaltsjahr beantragen
wir 800 Millionen Dollar für bilaterale Entwicklungshilfe
in Afrika. Darüber hinaus werden wir Afrika weiterhin
eine halbe Milliarde Dollar an humanitärer und anderer
Hilfe gewähren.
Die Vereinigten Staaten und die Völkergemeinschaft
werden die Volkswirtschaften afrikanischer Länder,
die bereits ernsthafte Reformen eingeleitet haben,
bereitwilliger unterstützen. Wir arbeiten mit anderen
Gläubigerländern zusammen, um Ländern, die Anpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds
(IWF) durchführen, einen weiteren Schuldenerlaß zu
gewähren. Die Administration bittet den Kongreß um
Unterstützung, damit sich die Vereinigten Staaten an
multilateralen Bemühungen zum Schuldenabbau beteiligen können. Diese neue Initiative würde diese
armen Länder für die Implementierung schwieriger
Reformen belohnen.

Es kann keine umweltverträgliche Entwicklung geben,
ohne daß man sich erneut des drängenden Problems
bewußt wird, daß sich aufgrund der Wachstumsrate
der Bevölkerung in vielen afrikanischen Ländern die
Einwohnerzahl in den nächsten 15 bis 20 Jahren
verdoppeln wird. Das schnelle Bevölkerungswachstum macht die Bemühungen beim Kampf gegen die
Armut und zum Schutz der Umwelt zunichte. Die
Vereinigten Staaten werden nicht länger vorgeben,
dieses Problem existiere nicht.
Wir werden statt dessen partnerschaftlich mit den
Nationen in Afrika und andernorts zusammenarbeiten,
um umfassende Maßnahmen in den Bereichen Familienplanung und Schwangerenvorsorge zu ergreifen
und uns für eine verbesserte Stellung der Frau einsetzen.
Konfliktlösung in Afrika

Ich möchte ganz deutlich machen, daß die neuen
Beziehungen der Clinton-Administration zu Afrika sich
entscheidend von dem Ansatz der letzten 12 Jahre
unterscheiden. Gleichzeitig beglückwünsche ich den
Auch neue handelspolitische Ma ßnahmen werden den ehemaligen Präsidenten Bush dafür, die Operation
afrikanischen Staaten helfen, auf dem Weltmarkt zu Restore Hope ins Leben gerufen zu haben - die
konkurrieren. Protektionistische Schranken hemmen Mobilisierung des Militärs für eine Hilfsaktion in Somanach wie vor die Wettbewerbsfähigkeit Afrikas und lia. Wir waren mit Stolz erfüllt, als wir sahen, wie
dessen Wachstumsaussichten. Afrika kann von ei- amerikanische Soldaten verhungernden Kindern an
nem erfolgreichen Abschluß der Verhandlungen im einem Ort der Erde zu essen gaben, der weit von
Rahmen der Uruguay-Runde viel gewinnen, den die unseren Küsten entfernt ist, unserem Herzen jedoch
Vereinigten Staaten bis zum Ende des Jahres anstre- nahesteht.
ben.
Die Vereinigten Staaten haben diese Bemühungen
jedoch
nicht alleine unternommen. Andere Nationen,
Afrikas wirtschaftliche Zukunft ist untrennbar mit seieinschließlich
vieler afrikanischer Staaten, hatten entner umweltpolitischen Zukunft verbunden. Ein Afrika,
scheidenden
Anteil
an den Hilfsleistungen. Obwohl
das dem Wüstensand und Buschwerk weicht, und ein
Somalia
weiterhin
mit
schwierigen Problemen konAfrika, dessen Boden erodiert, ist ein Afrika, das seine
frontiert
ist,
haben
die
Bemühungen
der internationaFähigkeit zur Selbsternährung verringert. Ein Afrika,
len
Staatengemeinschaft
das
Leiden
gemildert und
das seine Wälder und erneuerbaren Wasservorräte
eine
Chance
zum
Wiederaufbau
dieser
Nation gegeverliert, ist ein Afrika, das seine Fähigkeit aufs Spiel
ben.
Die
Erfahrung
Somalias
erinnert
uns
daran, daß
setzt, in Zukunft seine Grundbedürfnisse zu decken.
die internationale Staatengemeinschaft aus Mitgefühl
Ein afrikanischer Spitzenpolitiker hat erklärt, das Pro- heraus wirksam handeln kann. Sie erinnert uns aber
blem der Bodenerosion sei so ernst geworden, daß auch daran, daß wir nicht abwarten dürfen, bis Tausein Land, aus dem Weltraum betrachtet, in den Ozean sende Hungers gestorben sind.
auszubluten scheine. Wir müssen dazu beitragen,
diese Umweltwunden zu heilen. Zu diesem Zweck Die in Somalia gelernten Lektionen müssen wir jetzt im
wird das USAID dieses Jahr mindestens 70 Millionen Sudan anwenden. Der Bürgerkrieg im Sudan hat zu
Dollar für Umwelt- und Naturschutzprojekte in Afrika schrecklichem Leid und entsetzlichen Menschenrechtsverletzungen geführt. Die Vereinigten Staaten bemüausgeben.
hen sich in Zusammenarbeit mit den Regierungen der
Eine umweltpolitische Herausforderung, bei der die Region, der UNO und anderen um eine Beendigung
Vereinigten Staaten eine besonders große Hilfe wa- der Kämpfe. Wir müssen alles in unserer Macht
ren, steift die verheerende Dürre im südlichen Afrika Stehende tun, um angemessene Hilfslieferungen zur
dar. In Zusammenarbeit mit anderen interessierten Beendigung dieser Tragödie zu sichern, insbesondere
Nationen und Geberländern stellten die Vereinigten mit Beginn der Regenzeit.
Staaten als Antwort auf diese Katastrophe nahezu 1
Milliarde Dollar zur Verfügung. Zur Zeit besteht die In Liberia, wo brutale Konflikte wüteten, unterstützen
Gefahr einer Hungersnot nicht mehr, und die Länder wir die Bemühungen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) zur Wiederherstellung des
dieser Region haben eine gute Ernte.
Friedens. Wir streben eine Verhandlungslösung an,
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AMERIKA DIENST 21

�die zur völligen Entwaffnung aller an den Kämpfen
beteiligten Gruppen führt, sowie freie, gerechte, von
internationalen Beobachtern überwachte Wahlen und
die Errichtung einer demokratischen Regierung.

Ich möchte auch die häufig unbeachtete Beteiligung
afrikanischer Länder an friedenserhaltenden Maßnahmen im Ausland anerkennen. Nigeria und Kenia im
ehemaligen Jugoslawien, Kamerun in Kambodscha,
Ghana und Sierra Leone im Libanon - diese und
Die Zukunft Liberias wird jedoch in Monrovia und nicht andere Länder Afrikas machen die Welt zu einem
in Washington entschieden. Nur die Liberianer können sichereren Ort.
einen wirklichen und dauerhaften Frieden schaffen,
die Wunden der liberianischen Gesellschaft heilen und Die OAE und andere afrikanische Organisationen
darüber entscheiden, wer in Zukunft die politische müssen sich der Vermittlung und der präventiven
Verantwortung trägt.
Diplomatie bedienen, um den Menschen in Afrika die
Chance für ein Leben ohne Krieg zu eröffnen. Durch
Das Leiden in Liberia muß auf schnelle und friedliche eine kreative, oft lebensrettende Diplomatie, wird das
Weise ein Ende finden. Dieses Land verdient ein Schicksal Afrikas von den Afrikanern bestimmt.
besseres Schicksal, ähnlich der Zukunft, die am Osten
des Kontinents in Eritrea herandämmert. Die untrenn- Neue Beziehungen
barverbundenen Tragödien von Eritrea und Äthiopien
werden jetzt zu einem Kapitel der Geschichte, das sich Heute habe ich die Ausgangsbasis für grundlegend
hoffentlich niemals wiederholen wird. Nach dreißig neue Beziehungen der Vereinigten Staaten mit Afrika
Jahren Bürgerkrieg ist ein unabhängiges Eritrea ent- umrissen. Es wird eine neue Art von Beziehung sein,
standen, teilweise aufgrund der Friedensgespräche, bei der die Vereinigten Staaten den Afrikanern beim
die vom Carter Center in Atlanta unterstützt wurden. Aufbau demokratischer Institutionen sowie der Weichenstellung für Wirtschaftswachstum helfen können,
Erst letzten Monat entschied sich die überwältigende bei der unsere Aufgabe jedoch darin besteht, afrikaniMehrheit der Eritreer in einem von der UNO überwach- sche Lösungen zu unterstützen und nicht zu verhinten Volksentscheid für die Unabhängigkeit von Äthio- dern.
pien. Am 27. April erklärte Eritrea seine Unabhängigkeit - und an demselben Tag erkannten die Vereinigten Es wird eine neue Art von Beziehung sein, die auf
Staaten Eritrea an. Neben einem jüngst demokratisch unserer festen Überzeugung basiert, daß in Afrika die
gewordenen Äthiopien kann diese neue Nation den ihr Diktatur zwar noch nicht abgeschafft worden ist, die
gebührenden Platz als ein Symbol der Hoffnung am Zukunft aber in freien Wahlen und freien Institutionen
liegt.
Hörn von Afrika einnehmen.
Ich habe über die Bemühungen der Vereinigten Staaten gesprochen, einige der militärischen Konflikte in
Afrika zu beenden, aber unser dauerhaftester Beitrag
könnte darin bestehen, Afrika beim Aufbau eigener
Kapazitäten zur Konfliktlösung und Friedenssicherung
zu helfen. Die Vereinigten Staaten arbeiten eng mit der
Organisation für Afrikanische Einheit (OAE) zusammen, unterstützen die friedenssichernden Maßnahmen in Ruanda und die Ausbildung von Wahlbeobachtern andernorts. Angesichts der Tatsache, daß die
OAE bald ihr dreißigjähriges Bestehen feiert, ist es
nicht nur von Bedeutung, die Leistungen dieser Organisation anzuerkennen, sondern zu untersuchen, wie
sie bei der Verhinderung oder Beendigung von Kriegen
auf diesem Kontinent eine größere Rolle spielen kann.

Es wird eine neue Art von Beziehung sein, die noch
gestärkt wird, wenn ein neues Südafrika den Übergang
von Unterdrückung zu Demokratie vollzogen hat.
Die Völker und Regierungen Afrikas arbeiten auf
Demokratie und freie Märkte in der wachsenden
Überzeugung hin, daß sie sich auf dem Weg zum
Fortschritt befinden. Sie haben sich auf eine einzigartige afrikanische Reise begeben, die so eindrucksvoll
ist wie alles andere auf diesem Kontinent von atemberaubender Schönheit.
Es ist eine Reise, die Amerikas Respekt und Unterstützung verdient - und diesen Respekt und diese Unterstützung gelobe ich heute.
Ich danke Ihnen.

*

AMERIKA DIENST 21

* * * *

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�USIA
26. Mai 1993

DUFFEY: ÖFFENTLICHE DIPLOMATIE
WICHTIGER ALS JE ZUVOR
Anhörung vor Senatsausschuß
WASHINGTON - (AD) - Dem designierten Direktor des US-Informationamts (United States Information Agency - USIA), Joseph Duffey, zufolge besteht in der Zeit nach dem Kalten Krieg, "in der Ideen und Werte zum Mittelpunkt menschlicher Anliegen geworden sind", noch größerer Bedarf "für die Strategien der öffentlichen
Diplomatie."
Das Ziel dieser Strategien, erklärte Duffey bei der Anhörung zu seiner Bestätigung vordem Senatsausschuß für
Auswärtige Angelegenheiten am 18. Mai 1993, ist "die Vermittlung unserer Werte und Prognosen für eine
sicherere Zukunft für unsere Kinder und alle Völker auf der Erde".
Im Hinblick auf den internationalen Rundfunk stellte Duffey fest, die Clinton-Administration werde die Zusammenlegung "einiger technischer Elemente" des USIA-Senders Voice of America mit den Sendern Radio Free
Europe und Radio Liberty vorschlagen, wodurch die bessere "Zusammenarbeit und Koordinierung" sowie
weniger "Überschneidungen" gewährleistet würden. Er werde jedoch auch darauf hinarbeiten, fügte Duffey
hinzu, "daß die wichtigen Bestandteile von RFE/RL zusammen mit der entsprechenden redaktionellen und
journalistischen Freiheit erhalten bleiben".
Duffey deutete ferner an, daß auf internationale Femsehberichterstattung größere Betonung gelegt wird und die
Bedeutung des Femsehens mit jedem Tag zunimmt. Erfuhrfort: "Eine wirksame Strategie für das internationale
Rundfunkwesen muß sowohl Hörfunk als auch Fernsehen umfassen."
(Der Senatsausschuß für Auswärtige Angelegenheiten hat am 20. Mai 1993 einstimmig die Bestätigung von
Direktor Duffey vorgeschlagen).
Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Redetext von Direktor Duffey im Wortlaut.
Herr Vorsitzender, verehrte Ausschußmitglieder, ich
stehe heute als der von Präsident Clinton ernannte
Direktor des US-Informationsamts vor Ihnen. Ich fühle
mich geehrt durch das von Präsident Clinton mit der
Weiterleitung meines Namens für diese Position zum
Ausdruck gebrachte Vertrauen. Ebenso weiß ich das
Entgegenkommen zu schätzen, das mir von den Mitgliedern des Ausschusses und ihren Mitarbeitern bei
jüngsten Besuchen und Gesprächen über die Arbeit in
diesem Bereich unserer internationalen Politik und der
Sicherheitsgemeinschaft erwiesen wurde. Im Falle
meiner Bestätigung sehe ich der Zusammenarbeit mit
den Delegierten des Kongresses erwartungsvoll entgegen, all unseren Mitbürgern in der wichtigen Aufgabe zu dienen, die häufig als "öffentliche Diplomatie"
bezeichnet wird.
In meiner Eingangserklärung möchte ich einige Worte
darüber sagen, wie ich diese neuen Aufgaben ange-

AMERIKA DIENST 21

hen möchte. Ich werde nicht so sehr über spezifische
Programme sprechen, sondern vielmehr über eine
allgemeine Philosophie sowie die Perspektiven und
Werte, die ich in diese neue Position einbringe, falls der
Senat meiner Bestätigung zustimmt. Im Anschluß an
eine kurze Eingangserklärung werde ich gerne auf Ihre
Fragen eingehen.
Im August dieses Jahres feiern wir den 40. Jahrestag
der Gründung der United States Information Agency
durch Präsident Dwight Eisenhower im Jahr 1953.
Über die Jahre hinweg hat das US-Informationsamt
unseren Zielen als Nation durch Bildungs- und kulturelle Austauschprogramme, Rundfunk- und Fernsehsendungen über die Vereinigten Staaten sowie seiner
Institutionen und Politik, Verbreitung gedruckter und
visueller Materialien, durch Außenstellen auf der ganzen Welt und anderen Instumenten der öffentlichen
Diplomatie gedient.

Seite 1

�Das US-Informationsamt wurde in den Jahren gegründet, als das Zeitalter des "Kalten Krieges" nach dem
Ende des Zweiten Weltkriegs gerade im Entstehen
war. In jenen Tagen der Eskalation des Ost-WestKonflikts begannen die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion, sich für Ideen über grundlegende soziale
Philosophien zu engagieren, die die internationale
Bühne über vier Jahrzehnte dominieren sollten. In
diesem Konflikt sah sich unsere Nation einer dogmatischen Philosophie zentralisierter sozialer Kontrollen,
Feindseligkeit gegen freie Marktwirtschaften und Unterdrückung der Freiheit des einzelnen gegenüber.
Selbst 1948, als die endgültige Gesetzesvorlage verabschiedet wurde, die zur Gründung des US-Informationsamts führte (Smith-Mundt-Act), versuchte unsere
Nation noch, im Krieg der Ideen aufzuholen. Die
Sowjetunion hatte bereits außerhalb der traditionellen
diplomatischen Kanäle mit direkter Kommunikation mit
der Öffentlichkeit in den als Dritte Welt bezeichneten
Teilen des Globus begonnen. Dies wurde begleitet
von umfangreichen Publikationen, Besuchen sowie
Studenten- und anderen Austauschprogrammen,
Konferenzen und der Verbreitung von Nachrichten und
Desinformation.

US-Informationsamt eine führende Rolle, indem es
über die Voice of America wahrheitsgetreue Nachrichten verbreitete, durch Bildungs- und kulturelle
Austauschprogramme Kontakte zwischen den Völkern aufrechterhielt, Englischunterricht anbot, Zentren
und Bibliotheken gründete, Konferenzen und Symposien veranstaltete. All diese über die Jahre hinweg
vom Kongreß genehmigten und finanzierten Aktivitäten dienten dem tieferen Verständnis amerikanischer
nationaler Werte. Und dieses Verständnis spielte eine
Rolle dabei, daß Millionen von Menschen sich gegen
die bürokratisierte Tyrannei und die Unterdrückung
durch Systeme erhoben, die keine Rücksicht auf das
menschliche Streben nach freier Meinungsäußerung
und Kreativität nahmen.

Sicher verfielen wir zeitweise in eine Sprache und in
Annahmen, die chauvinistischer und propagandistischer als glaubhaft waren. Das war nicht unsere beste
Zeit. Und zeitweise waren wir übereifrig und sogar ein
wenig naiv. Aberdie Instrumente der "weichen" Diplomatie, der öffentlichen Diplomatie, haben der Nation
gut gedient. Sie waren während des Kalten Krieges
unsere Angriffsstrategie, und sie waren effektiv. In
einem kürzlich erschienenen Artikel der New York
Times schrieb der Romanschriftsteller John Le Carre
Kurz nach der Grüdnung des US-Informationsamts über das Ende des Kalten Krieges. Ich bin mir bewußt,
vor vierzig Jahren entschied sich unsere Nation für daß dieser Autor von Spionageromanen keine Quelle
eine defensive Strategie, die unsere Militärpolitik während ist, die normalerweise in einem Kontext wie diesem
des Kalten Krieges kennzeichnen sollte. Die Strategie zitiert wird. Jedoch bin ich der Ansicht, daß sein
wurde bekannt als "Containment", der Widerstand Kommentar es wert ist, hier angeführt zu werden. Er
gegen den sowjetischen Expansionismus. Militäri- sprach überden Erfolg des Westensdabei, den Kalten
sche "Eindämmung" und "Abschreckung" waren mit Krieg schließlich zu beenden. Dieser Erfolg, schrieb
unserer Verteidigung in Zusammenhang stehende er, "wurde... durch Offenheit, nicht durch GeheimhalMaßnahmen. Es ist jedoch schwierig zu argumentie- tung erreicht". "Die Stärke Amerikas", fuhr er fort, "lag
ren, daß diese Strategien allein das Ende des Kalten in seiner Offenheit, Flexibilität und Bereitschaft, sich zu
Krieges herbeiführten. Wir sollten uns vor Augen etwas zu bekennen, Risiken einzugehen und Verändeführen, daß unsere Nation sich auch während der rungen herbeizuführen." Dieser Geist, diese Werte
langen und schwierigen Zeit des Kalten Krieges für waren unserer Nation in dem jüngsten Konflikt äu ßerst
eine aktive Offensivstrategie engagierte. Diese Offen- dienlich. Diese Werte werden uns auch angesichts der
sivstrategie erwies sich als sehr viel wirksamer, als wir vor uns liegenden Herausforderungen gut zu statten
zu jener Zeit gedacht hatten. Eines der Ämter an kommen.
vorderster Front dieser Offensivstrategie war das USInformationsamt. (Es gab zweifellos auch andere Heute denken wir über das Ende des Kalten Krieges
Instrumente: Die vom Kongreß finanzierten Sender nach. Auf nahezu jedem Kontinent regen sich erneut
Radio Free Europa/Radio Liberty spielten ebenfalls Selbstbestimmung und Freiheit. Das Gerede von
eine Rolle, ebenso wie zahlreiche Bürgerinitiativen und Triumph und Sieg erscheint jedoch irrelevant, wenn wir
-bestrebungen).
an die nahe Zukunft denken. Wie können nicht behaupten, daß die Welt jetzt ein sicherer Ort ist. Wir
Die Verbreitung von Ideen und Vorstellungen, die mit können lediglich behaupten, daß der Kalte Krieg und
den Bestrebungen freier Männer und Frauen in Zu- damit die große Polarisierung von Gedanken und
sammenhang standen, die Würde und Selbstbestim- Konflikten beendet ist. Im ehemaligen Jugoslawien, in
mung anstrebten, war der wichtigste Faktor bei der bestimmten asiatischen Regimen und andernorts werden
Beendigung der Ära des Kalten Krieges. Diese Ideen staatliche Unterdrückung, gedankenlose und brutale
schwappten über die "Mauer" und durchdrangen den ethnische Konflikte u nd der Unterwerfungswille weiter"Eisernen Vorhang". Und sie waren mächtige Fakto- hin die Regierungen charakterisieren, die sich über
ren, die die sich allmählich vollziehenden Veränderun- den Aufschrei des menschlichen Geistes hinwegsetgen bewirkten. Wichtig war auch die Verbreitung zen.
genauer Informationen über Weltereignisse und über
einige der grundlegendsten Prinzipien demokratischer Vielleicht besteht heute eine noch größere NotwendigGesellschaften. Bei diesen Bestrebungen spielte das keit für die Strategien öffentlicher Diplomatie in einer
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�Welt, in der Ideen und Werte zum Mittelpunkt menschlicher Anliegen geworden sind. Denn Amerika ist ein
einzigartiges Land der Ideen. In vielerlei Hinsicht sind
Amerika und all seine Institutionen die Verkörperung
einer einzigen großen Idee - daß der sicherste Garant
für Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand in den Rechten und der Würde und dem Willen des Volkes begründet ist.
Die Möglichkeiten, die das US-Informationsamt heute
hat, unterscheiden sich von der Aufgabe, die es in den
letzten vier Jahrzehnten erfüllen mußte. Es besteht
weltweit ein neues Interesse an der staatlichen Kultur
der Vereinigten Staaten und der täglichen Praktizierung von Demokratie und freiem Unternehmertum. Es
hat eine Revolution im Kommunikationswesen gegeben. "Aber direkte Kommunikation schafft nicht an
sich schon Verständnis" (Walter Wriston). Es gibt
mehr Kommunikationstecnnologien und eine neue,
zugänglichere Art von Öffentlichkeit in der Welt. Aber
Information und Bedeutung sind nicht dasselbe. Es ist
noch immer die Aufgabe öffentlicher Diplomatie, nach
Strategien für die Vermittlung unserer Werte und
Prognosen für eine sicherere Zukunft für unsere Kinder und alle Völker auf der Erde zu suchen.
Nicht nur die Welt hat sich geändert, sondern auch
Amerika. Alexis de Tocqueville schrieb einmal: "Unter
demokratischen Nationen stellt jede Generation ein
neues Volk darr." Ich bin der Ansicht, er glaubte, daß
ein freies Volk nie die Bedeutung der Staatsbürgerschaft als gegeben hinnehmen kann. Eine neue
Generation führender Persönlichkeiten entsteht in den
Institutionen unserer Nation und bemüht sich, wie es
jede Generation tun muß, die Werte neu zu entdecken
und zu erfinden, die das Wesen unserer Republik darstellen.
In unserer eigenen Nation wird heute eine neue und
angeregte Debatte über das angemessene Verhältnis
zwischen den Rechten und Pflichten in einer Demokratie geführt. Es wird über den Dienst an der Gemeinschaft gesprochen und darüber, die Arbeit als eine
Berufung zu betrachten, die Verpflichtungen gegenüber anderen impliziert anstatt lediglich den Weg zur
Selbstverwirklichung darzustellen. Es wird über die
Notwendigkeit der Verpflichtung gesprochen, die Zukunft
für alle Kinder einer Generation zu sichern, nicht nurfür
jene, die uns am nächsten stehen. Teil unseres
Zeugnisses für die heutige Welt, Teil der "amerikanischen Geschichte", ist die Botschaft, daß diese Gesellschaft die Aufgabe der Demokratie nicht beendet
hat, und daß wir entschlossen sind, den Zynismus
unter Kontrolle zu halten, der zu den größten Bedrohungen in etablierten Demokratien gehört.
Herr Vorsitzender, sehr geehrte Ausschußmitglieder,
im Falle meiner Bestätigung werde ich mich
bemühen, das US-Informationsamt auf einen
Weg zu führen, der den Geist und die Entschlossenheit fördert, die die derzeitigen BemühunAMERIKA DIENST 21

gen unserer Bürger charakterisieren, die Ideen
und Ideale wiederzubeleben, die verständige
Selbstregierung ermöglichen. Ich werde mich
bemühen, dem US-Informationsamt als einer
Behörde vorzustehen, die ein realistisches Bild
unserer andauernden Bemühungen gibt, hierzu
Hause eine perfektere Union zu schaffen, anstatt die Vereinigten Staaten als fertige Gesellschaft darzustellen.
Im Falle meiner Bestätigung werde ich mich
bemühen, dem US-Informationsamt so vorzustehen, daß es einen Beitrag zur Entwicklung
neuer Definitionen für "nationale Sicherheit" leisten kann, die den neuen Zeiten angemessen
sind. Diese neuen Definitionen werden nicht
schnell entstehen, und - wie jüngst von außenpolitischen Analysten behauptet - sie werden
kein "geschlossener und analytischer Prozeß"
sein. Vielmehr werden diese neuen Definitionen aus einem offenen, "öffentlichen und politischen Prozeß"kommen. (Rethinking America's
Security, Hrsg. G. Allison und G.F. Treverton,
1992). Sie werden das Ergebnis offener Gespräche zwischen Einzelpersonen, Gruppen und
Organisationen in der Regierung und im Privatsektor sein, die eng zusammenarbeiten. Die
neuen, den neuen Zeiten angepaßten Definitionen der nationalen Sicherheit werden nicht so
sehr auf Eindämmung als auf der Propagierung,
Ausweitung und Erweiterung des Wissens, der
Kultur und Gebräuche von Demokratie und Selbstregierung basieren. Sie werden auch auf den
Strategien fürZusammenarbeit zwischen unabhängigen Nationen im Kontext eines freien Flusses von Informationen, Ideen und Handel gründen.
Im Falle meiner Bestätigung werde ich mich
bemühen, dem US-Informationsamt in dem Bewußtsein vorzustehen, daß ein Aspekt der nationalen Sicherheit und der Führungsrolle der
Vereinigten Staaten heute die neue Sparsamkeit in der Regierung ist und daß unsere Nation
stärker sein wird, wenn wir klüger mit unserem
Haushaltsdefizit umgehen.
Im Falle meiner Bestätigung werde ich mich
bemühen, dem US-Informationsamt in dem Bewußtsein vorzustehen, daß diese Behörde in
stärkerem Maße ein Modell für die Gleichstellung aller ihrer Mitarbeiter sein sollte. Und es
sollte eine Organisation sein, die ein offenes
Ohr für die Verbesserungsvorschläge derjenigen hat, die tagtäglich an den vielfältigen Programmen arbeiten, die unsere Arbeit so erfolgreich machen.
Im Falle meiner Bestätigung werde ich mich
nicht dafür entschuldigen, im Namen unserer
nationalen Sicherheit ein Befürworter langfristiSeite 3

�ger Investitionen in Ideen und Menschen zu
sein. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen,
selbst wenn wir in Washington kurzfristig mit
vielen Krisen und Problemen konfrontiert werden, wie das immer der Fall zu sein scheint.
Im Falle der internationalen Beziehungen ist es leicht,
den Wert längerfristiger Investitionen zu vergessen.
Heute erinnern uns das Fulbright-Programm sowie
Besucher- und Vortragsprogramme der letzten beiden
Jahrzehnte daran, daß die langfristige Investition von
gestern die demokratische Revolution von heute ist.
Mehr als 130 derzeitige oder ehemalige politische
Entscheidungsträger lernten in ihrer beruflichen Laufbahn die Vereinigten Staaten zum ersten Mal durch
Programme des US-Informationsamts näher kennen zu ihnen gehören die heutigen Ministerpräsidenten
Bulgariens, Ungarns und Polens. Acht von sechzehn
Ministern des neuen Kabinetts in Thailand haben am
internationalen Besuchsprogramm teilgenommen. Und
in Rußland wurde Alexander Jakowlew, ein ehemaliger Fulbright-Wissenschaftler, als "Architekt" von
Glasnost bekannt.
Im Falle meiner Bestätigung werde ich nicht
vergessen, daß es Unterschiede zwischen der
traditionellen Diplomatie unter den Regierungen
und dem gibt, was wir unter "öffentlicher Diplomatie" (public diplomacy) verstehen. Ein Teilnehmer bei einer Anhörung im Kongreß beschrieb im vergangenen September einen Aspekt
dieses Unterschieds folgendermaßen: "Es gibt",
so stellte er fest, eine notwendige "offizielle ...
Diplomatie zwischen Regierungen, zu deren
Bestandteilen Taktgefühl, Geduld, stilles Lavieren zwischen Entscheidungsträgern und das
Gefühl gehören, daß Eliten mit Eliten agieren."
Darüber hinaus, so fuhr er fort, gebe es die
Notwendigkeit einer anderen Art von Diplomatie, "... Kommunikation zwischen den Menschen...
(bisweilen)... weniger mit Taktgefühl, sondern
Direktheit, nicht mit Resignation, sondern in der
Annahme, daß Menschen die Geschichte durch
die Macht von Ideen verändern können."

esten Stand zu bringen, um den Zielen einer
besseren Vorbereitung unserer Bevölkerung auf
die Zukunft in einer wirklich weltweiten Gemeinschaft besser zu dienen.
Als letzten Punkt möchte ich, Herr Vorsitzender, die
Frage des Rundfunkwesens behandeln. Dies ist ein
Problem, daß derzeit sowohl für den Kongreß als auch
für die Administration von großem Interesse ist. Ich
habe keine offizielle Rolle bei der Überprüfung gespielt, die zur Zeit innerhalb der Administration stattfindet. Ich habe jedoch Beobachtungen angestellt und
mich mit den für die Prüfung von Vorschlägen zuständigen Personen getroffen, um Einsparmöglichkeiten
auszumachen und durch stärkere Effizienz in diesem
Bereich zum Defizitabbau beizutragen.
Nächste Woche wird der von Senator John Kerry
geleitete Unterausschuß Anhörungen zu diesem Thema
veranstalten. Ich hoffe, dann in der Lage zu sein, einen
einigermaßen detaillierten Vorschlag für die Zukunft
des internationalen Sendebetriebs der Vereinigten
Staaten zu skizzieren. Ich möchte hier die Prinzipien
erläutern, die meinen Ansatz zu diesen Fragen leiten
werden.
Die Voice of America hat seit ihrer Gründung effektiv
den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten
gedient. Surrogatsender, beispielsweise Radio Free
Europe und Radio Liberty, haben ebenfalls mit besonderem Erfolg zuröffentlichen Diplomatie der Vereinigten Staaten beigetragen, indem sie Völkern, die
keine adäquaten freien nationalen oder lokalen Nachrichtenquellen besaßen, Nachrichten und Kommentare lieferten. Sowohl die Voice of America als auch
Radio Free Europe/Radio Liberty haben talentierte
Rundfunkleute, die sich besonders für ihre Arbeit
engagieren. Ich weiß, daß Präsident Clinton diese
Wertschätzung und Achtung für die von ihnen Tag für
Tag geleistete schwierige und wichtige Arbeit teilt.

Die Administration wird einen Plan für Haushaltskürzungen vorlegen, die sich aus der Zusammenlegung
einiger technischer Elemente von VOA und RFE/RL
sowie verbesserter Zusammenarbeit und KoordinieIm Falle meiner Bestätigung werde ich nicht rung ergeben, mit denen Überschneidungen vermievergessen, daß das "zweite Mandat" der Charta den werden. Diese Vorschläge werden die künftige
des US-Informationsamts vorsieht, Amerika- Fähigkeit zur Lieferung glaubwürdiger, unabhängiger
nern zu einem besseren Verständnis der globa- Sendungen mit der Flexibilität, diese Dienste gegebelen Gesellschaft zu verhelfen und die Fähigkeit nenfalls zu bündeln, nicht in Frage stellen. Im Falle
unserer Bürger zu verbessern, sich an einer meiner Bestätigung erwarte ich, mit dem Vorsitzenden
völlig neuen Weltwirtschaft zu beteiligen. Viele des Board for International Broadcasting, Dan Mica,
der wichtigsten Anliegen unserer Bürger berüh- zusammenzuarbeiten, um zu gewährleisten, daß die
ren heute Fragen, die im internationalen Kon- wichtigen Bestandteile von RFE/RL zusammen mit
text behandelt werden müssen, darunter der be- der entsprechenden redaktionellen und journalistischen
drohliche Handel mit Drogen, Bedrohungen der Freiheit erhalten bleiben.
Umwelt, Terrorismus sowie der Verlust von
Mein erster Eindruck von Voice of America ist nicht
Märkten und Arbeitsplätzen. Ich werde mit dem
nur der eines Höchstmaßes an professionellem RundKongreß zusammenarbeiten, um die Gründungsfunkjournalismus sondern auch von enormer Flexibilicharta des US-Informationsamts wie das Smithtät sowie Bereitschaft und Fähigkeit zum Wandel.
Mundt-Gesetz zu überprüfen und auf den neuVOA unterhält heute einen kurdischen Dienst und

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�einen tibetanischen Dienst, den der Dalai Lama unlängst als "Medizin gegen Depressionen und Erschöpfung" für das tibetanische Volk bezeichnete. Während
der Operation Provide Hope hat VOA umgehend ein
somalisches Programm ins Leben gerufen. Aufgrund
des Bedarfs für mehr Nachrichten und Informationen
in Asien hat VOA im vergangenen Jahr Programme
geschaffen, die sich auf Ereignisse und Themen in und
um China und dessen asiatischen Nachbarstaaten
konzentrieren.

gewährleisten, daß Amerika nicht den Kontakt mit
unabhängigen Denkern verliert und auch, um amerikanische Solidarität mit dem Kampf gegen Gewalt und
Unterdrückung zu demonstrieren. Das Büro für Forschungsarbeiten des US-Informationsamts führt Meinungsumfragen und demoskopische Studien durch.
Die Bemühungen des Amts werden von engagierten,
besonders ausgebildeten außenpolitischen Mitarbeitern vor Ort in Ljubljana, Zagreb, Skopje, Belgrad und
Podgorice durchgeführt. Dies entspricht meines Erachtens dem vorgesehenen Ziel von RundfunksenAufgrund der Veränderungen im internationalen Rund- dungen - als besonders wichtigem Element einer Gefunkwesen hat das Büro für Rundfunkwesen (Bureau samtregierungsstrategie.
of Broadcasting) des US-Informationsamts eine Stelle
für Beziehungen zu angeschlossenen Anstalten (Offi- Rundfunkwesen umfaßt jedoch nicht nur das Radio,
ce of Affiliate Relations) eingerichtet. Diese Dienst- sondern Rundfunkwesen besteht aus Radio und Fernstelle arbeitet mit ausländischen Rundfunk- und Fern- sehen. Während die Bedeutung des Radios auf Jahre
sehstationen weltweit zusammen, um das Hörer- und hinaus nicht abnehmen wird, wächst die Bedeutung
Zuschauerpublikum zu erweitern und das VOA-Signal des Fernsehens jeden Tag. Eine wirksame Strategie
über gut zu empfangende lokale Frequenzen zu ver- für das internationale Rundfunkwesen muß sowohl
breiten. Das Büro für Rundfunkwesen unterhält darü- Hörfunk als auch Fernsehen umfassen.
ber hinaus ein umfangreiches Programm, um ausländische Rundfunkjournalisten mit Methoden des west- Herr Vorsitzender, ich freue mich darauf, im Falle
meiner Bestätigung Direktor des US-Informationsamlichen Journalismus vertraut zu machen.
tes zu werden, das dieses Jahr sein 40jähriges BesteIm ehemaligen Jugoslawien sendet Voice of America hen feiert. Die Frauen und Männer des US-Informaheute in vier Sprachen - serbisch, kroatisch, slowe- tionsamtes haben der Nation in den vergangenen vier
nisch und albanisch. VOA hat seine stark erweiterten Jahrzehnten hervorragende Dienste geleistet. Sie
Kapazitäten eingesetzt, um die Sendungen in serbi- haben gezeigt, daß Präsident Eisenhower recht hatte,
scher Sprache mehr als zu verdoppeln und die Stärke als er sagte: "Der Krieg beginnt in den Köpfen der
und den Sendebereich des Signals in dieser Region zu Menschen, und dasselbe gilt für den Frieden." Ich
vergrößern. Das US-Informationsamt plaziert heute glaube, die Bilanz der vergangenen 40 Jahre zeigt,
Sendebeiträge bei unabhängigen serbischen Fern- daß es für ein dauerhaftes direktes Engagement vor
sehstationen und veranstaltet über Satellit Live-Fern- Ort, das von einsatzfreudigen und talentierten Mänsehdiskussbnen zwischen amerikanischen Regierungs- nern und Frauen in Washington unterstützt wird, keivertretern und Kommentatoren sowie prominenten nen Ersatz gibt. Ich hoffe auf eine gute ZusammenarZuschauern in jener vom Krieg zerrissenen Region. beit mit diesen Mitarbeitern ebenso wie mit Ihnen, um
Es führt sorgfältig ausgewählte Austauschprogramme deren künftige Arbeit noch produktiver zu gestalten.
mit Bürgern des ehemaligen Jugoslawien durch, um zu

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