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                  <text>cimcrikci
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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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7

3. März 1993

«9»

WIRTSCHAFT

¥

CLINTON ERLÄUTERT SEINE
INTERNATIONALE WIRTSCHAFTSPOLITIK
Rede des Präsidenten
an der American University
REGIERUNGSMITGLIED FORDERT NEUE
PARTNERSCHAFT ZWISCHEN REGIERUNG
UND INDUSTRIE
Aktivere Unterstützung der
Wirtschaft verlangt
MEINUNGSUMFRAGEN BELEGEN STARKE
UNTERSTÜTZUNG FÜR CLINTONS
WIRTSCHAFTSPROGRAMM
Das Meinungsbild in den
Vereinigten Staaten

BOSNIEN

CLINTON KÜNDIGT HUMANITÄRE
FALLSCHIRMABWÜRFE ÜBER
BOSNIEN AN
Der Präsident begrüßt Beteiligung Rußlands
Vereinigte Staaten beginnen
Luftbrücke in Ostbosnien

AUSSENPOLITIK

INNEN- UND AUSSENPOLITISCHE THEMEN
FÜR CLINTON "UNTRENNBAR"
Rede von Außenminister Christopher
vor dem Nordatlantikrat

bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228 339 2372
Fax: 0228 33 41 02

�MENSCHENRECHTE

USA FORDERN BERICHTERSTATTER
ZU RASSISMUS UND MEINUNGSFREIHEIT
Erklärung bei Sitzung der
UN-Menschenrechtskommission

AIRBUS

KANTOR FORDERT KONSULTATIONEN
ZU AIRBUS-ABKOMMEN
US-Handelsbeauftragter strebt
Neuverhandlung über
GATT-Flugzeugkodex an

�WIRTSCHAFT
3. März 1993

CLINTON ERLÄUTERT SEINE INTERNATIONALE
WIRTSCHAFTSPOLITIK
Rede des Präsidenten an der American University
WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton hat die internationale Wirtschaftsstrategie seiner Administration
erläutert, die ihm zufolge dazu beitragen wird, der Welt einen neuen Kurs zu geben.
In einer Rede an der American University schlug Clinton am 26. Februar 1993 den folgenden Fünf stufenplan vor:
Konsolidierung der eigenen Wirtschaft durch ein Programm zur Ankurbelung von Investitionen bei
gleichzeitigem Abbau des Defizits im Bundeshaushalt;
Handel als wichtige Priorität der amerikanischen Sicherheit. Dabei begrüßen die Vereinigten Staaten
Waren, Dienstleistungen und Investitionen des Auslands, erwarten jedoch Gleichbehandlung von ihren
Partnern in Übersee;
Ausübung der Führungsrolle unter den großen Finanzmächten, um die Koordinierung zugunsten
weltweiten Wirtschaftswachstums zu verbessern;
Förderung von kontinuierlichem Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern;
Positive Unterstützung für den Aufbau der Demokratie in Rußland und den anderen ehemaligen
Sowjetrepubliken.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Präsidenten im Wortlaut.

Präsident Duffey, sehr geehrte Mitglieder des Kuratoriums, verehrte Dozenten und Förderer der American
University, Mitglieder des Kongresses, Mitglieder des
Diplomatischen Korps, Mitbürger und insbesondere
liebe Studenten. Es ist für mich eine große Ehre, heute
anläßlich Ihrer Hundertjahrfeier an dieser großartigen
Schule sein zu können, zu Beginn eines neuen Zeitalters für unsere Nation und unsere Welt, und ich fühle
mich zutiefst geehrt, die Ehrendoktorwürde verliehen
zu bekommen, obwohl ich mich an dem Wort beinahe
schon verschluckt hätte.
Wenn ich Sie anschaue, mit Ihrem jugendlichen Enthusiasmus und Ihrer Hoffnung für die Zukunft, so steigen
in mirheuteviele Erinnerungen hoch. Ich möchte mich
bei Ihnen allen besonders herzlich für den großartigen
Empfang bedanken, den Sie der Person zuteil werden
ließen, der ich mehr verdanke als irgend jemandem
sonst in diesem Publikum: Senator Fulbright.
Als ich kaum 20 Jahre alt war, rief mich der Verwaltungsassistent von Senator Fulbright eines Morgens in
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Arkansas an und fragte mich, ob ich eine Stelle als
Büroangestellter beim Auswärtigen Ausschuß des
Senats haben wolle. Da ich mir die teure Ausbildung
in Georgetown eigentlich nicht leisten konnte, sagte
ich ihm, ich sei interessiert. Und er erwiderte, ich
könne einen Teilzeitjob für 3.500 Dollar Jahresgehalt
oder eine Vollzeitstelle für 5.000 Dollar im Jahr haben.
Ich erklärte, wie wäre es mit zwei Teilzeitstellen?
Er antwortete, ich sei genau die Art von Mathematiker,
die man suche, und ich solle doch bitte kommen. In der
folgenden Woche - praktisch eineinhalb Tage später war ich dort und arbeitete für jemanden, den ich mein
ganzes Leben bewundert hatte, und der Rest ist
Geschichte. Aber Senator Fulbright, der heute 88
Jahre jung ist, hat mich viel über die Bedeutung
unserer Verbindungen zum Rest der Welt gelehrt
sowie darüber, daß wir selbst in unserem kleinen
Binnenstaat Arkansas unauflöslich mit der Zukunft, mit
den Leidenschaften und den Hoffnungen von Menschen auf der ganzen Welt verbunden waren. Und
Seite 1

�dies ist das Thema, über das ich heute zu Ihnen
sprechen möchte.

Definition von nationaler Sicherheit auf den neuesten
Stand zu bringen, sie zu fördern und zu schützen sowie Demokratie und Menschenrechte auf der ganIch möchte mich darüber hinaus besonders bei Ihrem zen Welt zu unterstützen. Heute möchte ich diese
Präsidenten Joe Duffey und seiner wunderbaren Frau Angelegenheiten zwar ansprechen, mich jedoch auf
Anne Wexler bedanken, die seit vielen Jahren meine die wirtschaftliche Führungsrolle konzentrieren, die wir
Freunde sind.
im In- und Ausland ausüben müssen, während sich vor
Als ich als junger Mann an der juristischen Fakultät von unseren Augen die neue Weltwirtschaft entwickelt.
Yale studierte, arbeitete ich für Joe Duffey bei seiner Zweimal zuvor in diesem Jahrhundert waren die VerWahlkampagne fürden Senat. Seine Frau war damals einigten Staaten und andere Großmächte von der
seine Wahlkampfmanagerin. Es gefiel mir, für eine Geschichte aufgerufen, einer vom Krieg heimgesuchFrau zu arbeiten. Ich lernte eine Menge über berufliche ten Welt Führung zu geben. Nach dem Ersten WeltGleichstellung, die ich auch in meinem eigenen Leben krieg verhallte der Ruf ungehört. Großbritannien war
zu verwirklichen bestrebt war. Nun, Joe Duffey ge- zu geschwächt, um die Welt beim Wiederaufbau zu
wann das Rennen um den Einzug in den Senat nicht, führen. Die Vereinigten Staaten waren nicht dazu
und vier Jahre danach kehrte ich nach Arkansas bereit. Die Großmächte wandten sich gemeinsam
zurück und bewarb mich fürden Kongreß, und auch ich nach innen, als eine gewalttätige, totalitäre Macht
verlor den Wahlkampf. Und ich habe über die Ironie entstand. Wir errichteten Handelsschranken. Wir
der Tatsache nachgedacht, daß unsere gescheiterten strebten danach, die Besiegten zu erniedrigen anstatt
Bemühungen, in den Kongreß zu kommen, uns beide sie zu rehabilitieren. Das Ergebnis waren Instabilität
zu Präsidenten gemacht haben.
und Inflation, danach Depression und letztlich der
Zweite Weltkrieg.
Schließlich möchte ich noch sagen, daß ich in meinem
letzten Studienjahr in Georgetown, im Winter, an ei- Nach dem Zweiten Weltkrieg weigerten wir uns, eine
nem ähnlichen Tag wie dem heutigen, eine Verabre- Wiederholung der Geschichte zuzulassen. Unter der
dung mit einer jungen Frau von der American Univer- Führung des großen amerikanischen Präsidenten Harry
sity hatte. Ich hatte nicht mehr daran gedacht, bis ich Truman, eines Mannes aus sehr bescheidenen Verin das Auto einstieg, um hierher zu fahren, aber es hältnissen, aber mit ungewöhnlicher Vorstellungskraft,
schneite wie verrückt an jenem Abend, ebenso wie schlössen wir uns mit anderen westlichen Mächten
heute. Und ich fuhr im Schrittempo von Georgetown zusammen, um die neue Ära umzugestalten. Wir
zur American University mit diesem Kommilitonen, der schufen die NATO, um der Aggression des Kommumeinem Jahrgang angehörte. Und wir nahmen diese nismus entgegenzutreten. Wir bauten die amerikanibeiden wunderbaren Frauen von der American Univer- sche Wirtschaft mit Investitionen wie der Gl Bill und
sity mit.
einem nationalen Autobahnsystem wieder auf. Wir
führten den Marshallplan durch, um vom Krieg verwüWir gingen essen, wir gingen ins Kino, wir brachten sie
stete Nationen im Ausland wiederaufzubauen. In
nach Hause und fuhren dann selbst nach Hause. Die
Japan setzte sich General MacArthurs Vision durch,
Straßen waren sehr glatt, ebenso wie heute. Und als
die zum Aufbau einer massiven Wirtschaft und einer
ich fast zu Hause war, bremste ich ab, und das Auto
bemerkenswerten Demokratie führte. Wir schufen
drehte sich wie ein Kreisel. Es verfehlte diesen masneue Institutionen, um Frieden und Wohlstand zu
siven Pfeiler mit der roten Ampel um gerade fünf
fördern - die Vereinten Nationen, den Internationalen
Zentimeter. Und ich konnte mich nach meiner Rede in
Währungsfonds, die Weltbank, das Allgemeine Zollder vergangenen Woche nicht des Gedankens erund Handelsabkommen und noch andere.
wehren, wie viele Menschen in Amerika froh gewesen
wären, wenn ich diesem Pfeiler vor 25 Jahren ein Diese Maßnahmen halfen uns dabei, vier Jahrzehnte
wenig näher gekommen wäre.
soliden Wirtschaftswachstums und kollektiver Sicherheit einzuleiten. Doch der Kalte Krieg war eine Zeit der
Vordreißig Jahren, im letzten Jahr seines kurzen, aber
Belastungen. Wir wandten Billionen Dollar für ihn auf,
brillanten Lebens, kam John Kennedy an diese Univerviel mehr als wir nach den Vorstellungen vieler unserer
sität, um über die riesengroße Herausforderung jener
führenden Persönlichkeiten hätten ausgeben sollen.
Zeit zu sprechen: das Gebot der Suche nach Frieden
Wir stationierten unsere Töchter und Söhne überall auf
angesichts der nuklearen Konfrontation. Viele Amerider Welt. Wir verloren Zehntausende von ihnen bei der
kaner glauben immer noch, dies sei die beste Rede
Verteidigung der Freiheit und in dem Bestreben, den
gewesen, die er jemals gehalten hatte. Ich komme
Kommunismus einzudämmen.
heute an denselben Ort, um eine Rede darüber zu
halten, was ich als die größte Herausforderung unse- Wir, meine Generation, wuchs auf mit Schulversammrer Zeit betrachte: das Gebot der amerikanischen lungen, bei denen wir etwas darüber lernten, wie wir
Führungsrolle angesichts globaler Veränderungen.
uns beim Ausbruch eines Atomkriegs verhalten sollten.
Wir wurden gelehrt, unter unseren Schulbänken
Im vergangenen Jahr war ich bestrebt, ausführlich
darüber zu sprechen, was wir tun müssen, um unsere zu kauern und zu beten, daß sie uns irgendwie vor der
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AMERIKA DIENST 9

�atomaren Strahlung schützen würden. Wir alle erfuhren, ob wir einen Luftschutzbunker in unserer Nachbarschaft benötigten, zu dem wir rennen könnten, falls
die beiden großen Supermächte Atomwaffen aufeinander niederregnen lassen würden. Und offen gestanden, dieses Schicksal schien Monate, bevor Präsident
Kennedy im Jahr 1963 hierherkam, um seine Rede zu
halten, noch auf schreckliche Weise möglich zu sein.
Heute ist dank seiner Führung und der jedes amerikanischen Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg von
Harry Truman bis George Bush der Kalte Krieg vorüber.
Die Sowjetunion ist zerfallen. Der nukleare Schatten
wird angesichts der START-I- und START-Il-Verträge
sowie anderer, die wir geschlossen haben und weiterer, die wir noch schließen werden, kürzer. Die Demokratie ist überall auf der Welt auf dem Vormarsch. Es
ist ein neuer Tag und ein großer Moment für Amerika.

fünfziger Jahre wiederholen, indem wir uns nach außen
wenden und auch uns selbst bessern? Ich sage, wenn
wir einen neuen Kurs im Inland festlegen, können wir
auch für die Welt als Ganzes einen neuen Kurs herbeiführen.
Der Wandel, dem wir in den neunziger Jahren ausgesetzt sind, ist auf manche Art und Weise schwieriger
als in vergangenen Zeiten, weil er weniger deutlich ist.
Er ist komplexer und in mancher Hinsicht ist der Weg
für die meisten Menschen heute, selbst nach 20 Jahren sinkender relativer Produktivität und eines Jahrzehnts oder mehrderstagnierenden Löhne und größerer Anstrengungen, noch weniger eindeutig.

Die Welt ist zweifelsohne nach wie vor ein gefährlicher
Ort. Ethnischer Haß, religiöser Zwist, die Verbreitung
von Massenvernichtungswaffen, die flagrante Verleztung von Menschenrechten an viel zuvielen Orten auf
der Welt fordern uns weiterhin auf, ein Gefühl für
Aber überall in Amerika höre ich Menschen, die zentra- nationale Sicherheit zu haben, in der unsere nationale
le Fragen im Hinblick auf unseren Platz und unsere Verteidigung integraler Bestandteil ist. Und die Welt
Aussichten in dieser neuen Welt stellen, zu deren ruft uns weiterhin dazu auf, die Demokratie zu fördern,
Entstehung wir so viel beigetragen haben. Sie fragen: denn obwohl die Demokratie an vielen Orten der Welt
Werden wir und unsere Kinder wirklich gute Arbeits- auf dem Vormarsch ist, wissen Sie und ich, daß sie
plätze, erstklassige Chancen, eine Bildung von Weh- ebenso an vielen Orten zunichte gemacht wurde. Und
klasse, qualitativ hochwertige, bezahlbare medizini- doch stehen wir vor dieser - alles andere übertreffensche Versorgung und sichere Straßen haben? Nach- den - amorphen aber grundlegenden Herausforderung
dem sie die Festungswälle der Freiheit voll und ganz in der Art und Weise, wie die Menschheit ihren Handel
verteidigt haben, möchten sie wissen, ob wir alle an der durchführt.
Fülle der Freiheit teilhaben werden.
Wir können nicht zulassen, daß diese Veränderungen
Einer der jungen Schüler der öffentlichen Schule, den in der Weltwirtschaft uns passiv in eine Zukunft der
Präsident Duffey gerade vorstellte, hatte an einem Unsicherheit und Instabilität tragen. Denn Wandel ist
Kinderprogramm teilgenommen, das ich vergangenen das Gesetz des Lebens. Ob Sie wollen oder nicht, die
Samstag mit Kindern aus ganz Amerika abgehalten Welt wird sich während Ihres Lebens wesentlich rahabe. Wenn man ihre Geschichten hörte, so warfen scher verändern als in meinem.
viele von ihnen beunruhigende Fragen im Hinblick auf
unsere Fähigkeit auf, die Früchte des Amerikanischen Die Geschwindigkeit, mit der sich die schiere Menge
des Wissens auf der Welt innerhalb weniger Jahre
Traums für alle unsere Bürger zu garantieren.
verdoppelt, ist erstaunlich. Und eine entscheidende
Ich glaube, daß wir dies tun können, und ich glaube, wir Frage, die vor uns und besonders vor den jungen
müssen es tun. Denn in einer neuen Weltwirtschaft, Leuten in diesem Publikum liegt, lautet, ob Sie in einer
die sich immer noch von den Nachwirkungen des Welt aufwachsen, in der der Wandel Ihr Freund oder
Kalten Kriegs erholt, ist ein wohlhabendes Amerika Ihr Feind ist.
nicht nur für die Amerikaner gut, wie der britische
Premierminister mir erst vor zwei Tagen ins Gedächt- Wir müssen uns den Veränderungen, die die Welt
nis rief. Es ist absolut unerläßlich für den Wohlstand heute erfaßt haben, im Hinblick darauf stellen, ob sie
die dauerhaften Ziele Amerikas von Frieden und
der übrigen Welt.
Wohlstand, von Demokratie und Menschenwürde erWashington darf nicht länger im Würgegriff des Patts füllen. Und darauf müssen wir im In- und Ausland
gefangen bleiben, regiert von einer überholten Ideolo- hinarbeiten. Es ist wichtig, das monumentale Ausmaß
gie, die besagt, daß man Veränderungen widerstehen, dieses Wandels zu verstehen. Als ich aufwuchs, war
der Status quo erhalten bleiben muß wie König Canu- Wirtschaft zumeist eine lokale Angelegenheit. Die
tus der Flut befahl, sich zurückzuziehen. Wir können meisten Farmen und Unternehmen waren in Händen
dies nicht tun. Und deshalb, meine amerikanischen örtlicher Besitzer, sie nahmen Kredite auf lokaler Ebene
Mitbürger, erkläre ich Ihnen, daß wir zum dritten Mal im auf, stellten ortsansässige Arbeitskräfte ein, versand20. Jahrhundert vor einer historischen Entscheidung ten den Großteil ihrer Erzeugnisse in Nachbargemeinstehen. Werden wir die Fehler der zwanziger oder den oder Bundesstaaten der USA. Dasselbe galt für
dreißiger Jahre wiederholen, uns nach innen zu wen- das Land als Ganzes. Im großen und ganzen hatten
den, oder werden wir die Erfolge der vierziger und wir eine Binnenwirtschaft.

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Seite 3

�Heute jedoch sind wir unauflöslich in das Geflecht der
Weltwirtschaft eingebunden. Ein- und Ausfuhren, die
in meiner Jugend etwa einen von zehn Dollar ausmachten, bringen heute einen von fünf Dollar. Nahezu
drei Viertel der Dinge, die wir in Amerika herstellen,
unterliegen im In- und Ausland der Konkurrenz ausländischer Hersteller und ausländischer Dienstleistungsanbieter. Ob wir es sehen oder nicht, unser Alltagsleben wird überall von den Handelsströmen beeinflußt,
die nationale Grenzen so unerbittlich überschreiten
wie das Wetter.

diesem Raum Anwesenden enden wird. All das bedeutet, daß die besten Investitionen, die wir heute
tätigen können, in der einen Ressource liegen, die
innerhalb unserer eigenen Grenzen fest verwurzelt ist:
In Bildung und Ausbildung, Fähigkeiten, Urteilsvermögen und der Kreativität unseres Volkes.

Dienstleistungen haben einen globaleren Charakter
angenommen. Die Firma, die für ein kleines Unternehmen in Wichita die Buchführung macht, kann auch den
Jungunternehmern in Warschau behilflich sein. Und
derselbe Schnellimbiß, den Sie mit Ihrer Familie besuchen - oder in den ich zumindest gehe - kann ebensogut Familien von Manila bis Moskau als Kunden bedienen und seine Geschäfte global mit Hilfe von Informationstechnologie und Satelliten führen.

Es ist eine Ironie des Schicksals und sogar schmerzlich, daß das Weltdorf, an dessen Errichtung wir so hart
gearbeitet haben, in so großem Maße zur Ursache von
höherer Arbeitslosigkeit und niedrigeren Löhnen geworden ist. Aber das ist nicht erstaunlich. Jahrelang
ist es unseren führenden Politikern nicht gelungen,
Schritte zu unternehmen, um die Weltwirtschaft zum
Vorteil aller Völker zu nutzen. Schritte wie Investitionen in unser Volk und seine Fähigkeiten, Durchsetzung unserer Handelsgesetze, Hilfe für vom Wandel
betroffene Gemeinden - kurz gesagt, das amerikanische Volk an erste Stelle zu setzen, ohne sich von der
Welt und den Menschen jenseits unserer Grenzen
zurückzuziehen.

Aufgrund der Risiken und Chancen, die dieser Weltwirtschaft innewohnen, kann ein Amerikaner ihr nicht
ohne gemischte Gefühle entgegentreten. Bisweilen
wünschen wir sehnsüchtig, daß alles, was wir wirklich
haben wollen, insbesondere die gut bezahlten Dinge,
Kapital hat jetzt ganz offensichtlich einen globalen in Amerika produziert werden könnten. Wir erinnern
Charakter angenommen. Jeden Tag gibt es weltweit uns an einfachere Zeiten, als eine Produktlinie Jahre
einen Kapitalfluß von 3 Billionen Dollar. Wenn ein überdauerte. Wir ärgern uns, wenn wir beobachten
Unternehmen eine neue Fabrik bauen will, kann es müssen, wie Arbeitsplätze und Fabriken nach Übersich an die 24 Stunden täglich geöffneten Finanzmärk- see oder ins Ausland verlagert werden oder die Löhne
te wenden - von London bis Tokio, von New York bis hier im Land fallen, und wir unserer Ansicht nach nichts
Singapur. Die Produkte haben ebenfalls einen globa- dagegen unternehmen können. Wir machen uns
leren Charakter angenommen. Wenn man heutzutage Sorgen über unseren Wohlstand, der so abhängig ist
ein amerikanisches Auto kauft, kann es ein mit in von Ereignissen und Kräften jenseits unserer Küsten.
Taiwan hergestellten Einzelteilen, in Deutschland Könnte es sein, daß die mächtigste Nation der Welt
entworfenes, mit britischer Werbung vermarktetes Auto einen bedeutenden Teil ihrer Souveränität bei dem
sein oder auch eine Kombination anderer Länder in Bemühen aufgegeben hat, das Schicksal der Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern?
unterschiedlicher Zusammensetzung.

Am wichtigsten ist: Information hat einen globalen
Charakter angenommen und ist zum König der Weltwirtschaft geworden. In früheren Zeiten wurde Wohlstand in Land, Gold, Erdöl oder in Maschinen gemessen. Heutzutage sind Informationen der Hauptmaßstab für unseren Wohlstand - ihre Qualität, Quantität
und die Geschwindigkeit, mit der wir sie erhalten und
verarbeiten. Mehr als an allem anderen müssen wir
unseren Wohlstand und unser Potential an dem messen, was wir wissen, was wir lernen und was wir damit
anfangen können. Der Wert und das Volumen der
Informationen sind explosionsartig in die Höhe geschnellt, die Halbwertzeit neuer Ideen hat triumphiert.
Vor wenigen Tagen besuchte ich in Silicon Valley ein
renommiertes Unternehmen mit Namen Silicon Graphics, das sich exponentiell vergrößert hat, teilweise
durch die Entwicklung von Computer Software mit
einer Lebensdauer von ein bis anderthalb Jahren, die
von dem Wissen getragen war, daß sie danach veraltet
sein wird, sowie von der ständigen Bereitschaft, ein
neues Produkt als Ersatz anzubieten.
Wir befinden uns in einem konstanten Wettlauf um
Innovationen, der nicht zu Lebzeiten irgendeines in
Seite4

In unserem Zeitalter gilt und muß folgendes gelten:
Offener und konkurrenzfähiger Handel wird uns als
Nation bereichern. Er spornt uns zu Innovationen an.
Er zwingt uns zum Wettbewerb. Er bringt uns mit
neuen Kunden in Kontakt. Er fördert globales Wachstum, ohne das kein reiches Land auf mehr Wohlstand
hoffen kann. Er verhilft unseren Produzenten, die
selbst Abnehmer von Dienstleistungen und Rohmaterialien sind, zu florierenden Unternehmen.
Und so empfehle ich Ihnen angesichts all dieser Zwänge,
das Umgekehrte zu tun: Wir müssen uns dem Wettbewerb stellen und dürfen uns nicht zurückziehen.
Unsere Exporte sind von besonderer Bedeutung für
uns. Die letzte Rezession warschlimmgenug, aber sie
hätte doppelt so lange gedauert, wenn wir unsere
Produkte nicht an andere Nationen hätten verkaufen
können. Jede Milliarde Dollar aus unseren Exporten
schafft hier nahezu 20.000 Arbeitsplätze und wir ha-

AMERIKA DIENST 9

�ben jetzt in Amerika mehr als sieben Millionen mit
Exporten in Zusammenhang stehende Arbeitsplätze.
Sie beinhalten oft bessere Arbeitsbedingungen und
bessere Bezahlung. Die meisten davon liegen im
Verarbeitungsbereich und im Durchschnitt ist der
Jahreslohn nahezu 3.500 Dollar höher als bei durchschnittlichen amerikanischen Arbeitsplätzen. Das ist
genau die Art von Arbeitsplätzen, die wir für eine neue
Generation von Amerikanern brauchen.
Arbeitsplätze und Wohlstand in Amerika sind für uns
Grund genug, an der Bewältigung der Hauptprobleme
der Weltwirtschaft zu arbeiten. Aber es steht viel mehr
auf dem Spiel, denn dieser neustrukturierte Handel
wird auch den Wohlstand weltweit oder sein Fehlen
gestalten und damit die Aussichten der Menschen auf
der ganzen Welt auf Demokratie, Freiheit und Frieden.
Wir müssen uns vor Augen führen, daß trotz all unserer
jetzigen Probleme die Vereinigten Staaten immer noch
der stärkste Motor auf der Welt für Wachstum und
Fortschritt sind. Wir sind weiterhin der größte Produzent der Welt und sein größter und offenster Markt.
Andere Nationen, wie Deutschland und Japan, machen große Fortschritte. Sie haben in bestimmten
Bereichen mehr erreicht als wir. Wir sollten sie dafür
respektieren und - wo angemessen - daraus lernen.
Aber wir müssen ihnen ebenfalls sagen, daß auch sie
als Lokomotive für weltweiten Wohlstand wirken müssen.

sammennimmt - 20 der 24 Industrieländer ihre Handelsschranken erhöht. Das ist ein schlagender Beweis
für die schmerzvollen Schwierigkeiten, mit denen man
konfrontiert ist, wenn man eine von hohen Löhnen
gekennzeichnete Volkswirtschaft in einer Weltwirtschaft erhalten will, in der die Produktion mobil ist und
schnell in ein Billiglohnland verlegt werden kann.
Wir müssen uns darauf konzentrieren, wie wir unserem Volk helfen können, sich an diese Veränderungen
anzupassen, in den Vereinigten Staaten hohe Löhne
beizubehalten, ohne daß wiruns selbst in Richtungdes
Protektionismus bewegen, wie dies in den letzten
Jahren so viele Industrienationen getan haben. Durch
diese Handelsschranken werden letzlich den Entwicklungsländern mehr Exporte und Einnahmen verlorengehen, als die Industrienationen an Auslandshilfe
gewähren, und anschließend werden sie dann auch
unseren eigenen Wohlstand untergraben.
Es geht hier nicht nur um unser Einkommen. Ich
erinnere Sie daran: Es geht hier um Kultur und
Stabilität. Handel kann natürlich nicht das Überleben
neuer Demokratien sichern, und wir haben die andauernde Macht ethnischen Hasses und die unglaubliche
Macht ethnischer Spaltung gesehen - selbst unter
gebildeten und angeblich verständnisvollen Völkern -,
Demokratie zu zersplittern und den Nationalstaat zu
verwüsten.

Dennoch bleibt jetzt und für absehbare Zukunft die
Tatsache bestehen, daß die Welt uns als Motor für
weltweites Wachstum und als führende Nation betrachtet.

Wie Philosophen von Thukydides bis Adam Smith
festgestellt haben, laufen die Gewohnheiten des Handels
denen des Krieges zuwider. Ebenso wie Nachbarn,
die sich gegenseitig beim Aufbau ihrer Scheunen
helfen, nicht so schnell zu Brandstiftern werden, werUnsere Führungsrolle ist für die neu entstehenden den Menschen, die gegenseitig ihren Lebensstandard
Demokratien der Wert von besonderer Bedeutung. durch Handel heben, nicht so schnell zu Kriegern.
Um ihre Rechtmäßigkeit zu vergrößern und zu vertie- Wenn wir folglich an die Bande der Demokratie glaufen, eine Mittelschicht und eine bürgerliche Kultur zu ben, müssen wir uns zur Stärkung der Bande des
fördern, müssen sie Zugang zu einer wachsenden Handels entschließen.
Weltwirtschaft haben können. Unsere Sicherheit und
unser Wohlstand werden in den kommenden Jahren in Unsere Nation hat die größten Möglichkeiten, aus der
großem Ausmaß davon beeinflußt werden, wieviele wachsenden Weltwirtschaft Nutzen zu ziehen. Aber
dieser Nationen Demokratien werden und bleiben hierzu müssen wir uns den uns im Weg stehenden
können.
Hindernissen stellen. Viele unserer Handelspartner
halten an unfairen Handelspraktiken fest. Die VertreSie brauchen sich doch nur die Probleme in Somalia ter des Protektionismus in unserem Land und im
und Bosnien anzusehen oder die anderen Krisenge- Ausland fordern neue Handelsschranken. Undifferenbiete auf der Welt. Wenn wir einen Garten der Demo- zierte Maßnahmen haben zuviele unserer Arbeitnehkratie, des Wohlstands und des freien Unternehmer- mer und Gemeinden den rauhen Winden des Handels
tums in jedem Teil dieser Welt errichten könnten, wäre ausgesetzt, ohne ihnen ihren Teil an dem schützenden
sie für die Vereinigten Staaten und für Sie alle ein Wohlstand zukommen zu lassen, den der Handel
sicherer, besserer und wohlhabenderer Ort, an dem ebenfalls mit sich gebracht hat, und ohne ihnen auf
sie Ihre Kinder aufziehen.
irgendeine Art bei der Suche nach neuen Arbeitsweisen zu helfen, so daß sie für ihre Bemühungen am
Wir wollen die Schwierigkeiten dieser Aufgabe nicht
Welthandel belohnt werden.
bagatellisieren. Die Aussichten der Demokratie werden, insbesondere in den Entwicklungsländern, durch Die Zusammenarbeit zwischen den Großmächten für
Handelsschranken und das langsame Wachstum der ein Wachstum der Weltwirtschaft funktioniert heutzuWeltwirtschaft verschlechtert. Obwohl in den letzten tage ganz und gar nicht. Und vor allem haben wir
Jahren 60 Entwicklungsländer ihre Handelsschranken einfach nicht genug getan, um unser Volk vorzubereiabbauten, haben - wenn man ihre Maßnahmen zuAMERIKA DIENST 9

Seite 5

�ten und unsere Ressourcen zu produzieren, damit wir
den Härten der neuen Welt erfolgreich begegnen
können. Wir können all das ändern, wenn wir den
Willen dazu aufbringen. Leonardo da Vinci sagte, Gott
verkaufe alle Dinge zum Preis der Arbeit. Unsere
Arbeit mu ß darin bestehen, diese Veränderung herbeizuführen.
Meines Erachtens gibt es fünf Schritte, die wir unternehmen können und müssen, um innenpolitisch einen
neuen Kurs einzuschlagen und bei der Festlegung
eines neuen Kurses für die Welt zu helfen. Zunächst
einmal müssen wir unsere eigene Wirtschaft in Ordnung bringen. Ich habe eine neue nationale Wittschaftsstrategie entworfen, damit Amerika den neuen
Kurs einschlagen kann, der zur Bewältigung der vor
uns liegenden Herausforderungen notwendig ist. Er
zielt auf etwas ab, das noch von keiner Generation von
Amerikanern gefordert wurde: Die Investitionen in
unsere Produktion zu erhöhen und gleichzeitig unser
Defizit abzubauen.
Wir müssen beides tun. Ein Plan, der lediglich das
Defizit bagatellisiert, ohne in die Dinge zu investieren,
die unsere Produktivität erhöhen, wird uns nicht stärker machen. Ein Plan, in dessen Rahmen lediglich
mehr Geld investiert wird, ohne daß das Defizit abgebaut wird, wird unser gesamtes Wirtschaftsgefüge
derart schwächen, daß selbst gut ausgebildete und
produktive Menschen keinen Erfolg haben können.

Ich denke, für jeden von Ihnen, der an dieser Universität studiert, steht in Zukunft noch viel mehr auf dem
Spiel als für mich. Ich habe aller Wahrscheinlichkeit
nach bereits mehr als die Hälfte meines Lebens hinter
mir und dabei Vorteile genossen, die weit über das
hinausgehen, wovon ich je geträumt oder was ich je
verdient habe, da mein Land funktionierte. Und ich
möchte, daß mein Land auch für Sie funktioniert.
Der von mir vorgelegte Plan ist sicherlich nicht perfekt,
aber er ist ein ehrlicher und mutiger Versuch, die vor
uns liegenden Herausforderungen ehrlich anzugehen,
die Grundlagen unseres Wirtschaftswachstums zu
sichern, unsere Ressourcen zu erweitern sowie das
Vertrauen und die moralische Überzeugungskraft, die
wir benötigen, um bis ins nächste Jahrhundert hinein
eine führende Rolle zu spielen.
Ich bitte Sie alle inständig, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um die Schuldzuweisungen zu beenden, die
in dieser Stadt zu lange vorherrschend waren, und sie
durch Wettbewerb und Gewinne in der Weltwirtschaft
zu ersetzen.

Zweitens ist jetzt für uns die Zeit gekommen, Handel
zum wichtigsten Element der amerikanischen Sicherheit zu machen. Die Handelsdebatten wurden viel zu
lange von extremistischen Stimmen beherrscht. Die
einen behaupten, die Regierung solle Mauern errichten, um die Unternehmen vor Wettbewerb zu schützen. Die anderen sagen, die Regierung solle nichts
Es ist schwieriger, beides zu tun. Die Herausforderun- gegen die ausländische Konkurrenz unternehmen,
gen sind größer - Ausgaben in anderen Bereichen ungeachtet der Dimension und Art dieses Wettbemüssen weiter gekürzt und Steuern in anderen Berei- werbs, ungeachtet der Konsequenzen in bezug auf
chen weiter erhöht werden. Aber es ist von essentieller Verlust von Arbeitsplätzen, Handelsverzerrungen oder
Bedeutung, daß wir beides tun: Investieren und die verringerte Einkommen.
Schuldenlast verringern, um konkurrenzfähig zu sein.
Die Zukunft des Amerikanischen Traums, das Schick- Keiner dieser beiden Standpunkte berücksichtigt die
sal unserer Volkswirtschaft und eines großen Teils der harte Arbeit, ein offeneres Handelssystem zu schafWeltwirtschaft hängt in der Schwebe und wird davon fen, das es uns und unseren Handelspartnern ermögbestimmt, was in dieser Stadt in den nächsten Mona- licht, zu blühen und zu gedeihen. Keiner geht die
Aufgabe an, unsere Arbeitnehmer in die Lage zu
ten geschieht.
versetzen, im Wettbewerb zu bestehen oder sicherzuDie Stimmen der Trägheit und des Egoismus haben stellen, daß es im Hinblick auf die Auswirkungen des
sich schon erhoben und gesagt: Wir sollten dieses Handels auf unsere Menschen eine gemeinsame
oder jenes nicht tun, oder dieses Detail in dem Plan ist Verantwortung gibt, oder in bezug auf die Garantie
nicht gut. Aber praktisch niemand hat meine ursprüng- eines ständigen Investitionsflusses in die sich abzeichliche Herausforderung angenommen, daß jeder, der nenden Gebiete neuer Technologien, die die hochbespezifische Ideen dazu hat, wie wir mehr einsparen zahlten Arbeitsplätze des 21. Jahrhunderts schaffen
können, diese einfach vorbringen sollte. Ich bin neuen werden.
Ideen gegenüber wirklich aufgeschlossen, wie man
unwichtige Ausgaben kürzen und die tiefgreifenden Unsere Administration erarbeitet jetzt eine umfassenÄnderungen in unserer Regierungsarbeit vornehmen de Handelspolitik, die diesen Herausforderungen gekönnte, die - wie wir alle wissen - notwendig sind. Es rechtwird. Ich möchtedie Prinzipien umreißen, auf die
interessiert mich nicht, ob sie von Republikanern oder sie sich gründet. Es handelt sich nicht um eine Politik
Demokraten vorgebracht werden, ob sie aus unserem der Schuldzuweisung, sondern um eine verantworLand oder dem Ausland stammen. Es interessiert tungsbewußte Politik. Ich werde unseren Handelsmich nicht, wer dafür die Lorbeeren erntet. Aber mir ist partnern sagen, daß wir die Geschäftstätigkeit mit
wichtig, daß wir nicht von unserer Entschlossenheit ihnen zu schätzen wissen, aber niemand sollte etwas
abweichen, einen Plan zu verabschieden, der die ohne Gegenleistung erwarten.
Investitionen erhöht und das Defizit verringert.
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AMERIKA DIENST 9

�Wir werden weiterhin ausländische Produkte und
Dienstleistungen auf unseren Märkten begrüßen, jedoch darauf bestehen, daß unsere Produkte und Dienstleistungen unter den gleichen Bedingungen auf ausländischen Märkten zugelassen werden. Wir begrüßen ausländische Investitionen in unsere Unternehmen in dem Wissen, daß sie mit neuen Ideen und
Kapital einhergehen - neuen Technologien, neuen
Managementtechniken und neuen Chancen, voneinander zu lernen und zu expandieren. So sehr wir diese
Investitionen begrüßen, bestehen wir jedoch darauf,
daß unsere Investoren in anderen Ländern ebenso
willkommen sind.

Wir wissen auch, daß regionale und bilaterale Abkommen Chancen zur Sondierung neuer Handelsbelange
bieten wie etwa das Verhältnis zwischen Handel und
Umweltschutzmaßnahmen oder Arbeitsnormen und
Kartellgesetzen. Sobald diese Abkommen geschlossen sind, können sie als Magnet für andere Länder
wirken, Handelsschranken abzubauen und ihre Handelssysteme zu öffnen.

Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen ist ein
gutes Beispiel. Es begann als Abkommen mit Kanada,
das ich uneingeschränkt unterstützte, und hat jetzt
auch zu einem Pakt mit Mexiko geführt. Das Abkommen hat das Potential zur Schaffung zahlreicher ArWir begrüßen Tochtergesellschaften ausländischer beitsplätze in den Vereinigten Staaten im kommenden
Unternehmen in unserem Land. Wir wissen die Ar- Jahrzehnt, wenn andere daran mitarbeiten sicherzubeitsplätze zu schätzen, die sie schaffen, und die stellen, daß Umwelt, Lebensstandard und ArbeitsbeProdukte und Dienstleistungen, die sie in unser Land dingungen geschützt werden - und wir buchstäblich
bringen. Wir bestehen jedoch schlicht und einfach wissen können, daß wir die Bedingungen für die
darauf, daß sie die gleichen Steuern auf das gleiche Menschen in den Vereinigten Staaten und Mexiko
Einkommen entrichten wie unsere Unternehmen dies verbessern werden. Wir haben ein gerechtfertigtes
Interesse an einem wohlhabenderen, stärkeren Mexitun.
ko, müssen dies jedoch zu für unser Volk guten BedinUnsere Handelspolitik wird Bestandteil eines integrier- gungen verwirklichen.
ten Wirtschaftsprogramms sein, nicht nur etwas, das
wir benutzen, um das Fehlen einer innenpolitischen Femer sollten wir mit Organisationen wie dem asiaTagesordnung zu kompensieren. Wir müssen unsere tisch-pazifischen Forum für wirtschaftliche ZusamHandelsgesetze und Abkommen mit allen uns zur menarbeit die Liberalisierung des Handels über den
Verfügung stehenden Mitteln und der entsprechenden Pazifik hinweg anstreben.
Energie durchsetzen. Unsere Wettbewerbsfähigkeit
wird jedoch durch vieles beeinträchtigt, das nicht nur Ich möchte kurz näher darauf eingehen. Ich bin stolz
auf den Beitrag, den die Vereinigten Staaten zum
durch Vergeltung im Handelsbereich behoben werden
Wohlstand
in Asien und dem Weg zur Demokratie
kann. Besser geschulte und ausgebildete Arbeitskräfgeleistet
haben.
Ich konnte dies in Japan unmittelbar
te, ein niedrigeres Defizit, stabile, niedrige Zinssätze,
nach
dem
Zweiten
Weltkrieg beobachten. Ich wurde
ein reformiertes Gesundheitswesen, Technologien von
bei
Taiwan
Zeuge,
wie ein Land gleichzeitig progressiWeltruf, wiederbelebte Städte: Dies muß das Gerüst
ver
und
weniger
repressiv
wurde. Ich konnte im Falle
unserer Wettbewerbsfähigkeit sein. Unternehmen,
Koreas
beobachten,
wie
ein
Land progressiver und
Arbeitskräfte und auch die Regierung müssen uneroffener
wurde.
Und
wir
leisten
jetzt einen wesentlichen
müdlich ein immer höheres Produktionsniveau anstreBeitrag
zu
der
erstaunlichen
Wiederbelebung
der chiben.
nesischen Wirtschaft, die jetzt Zuwächse von 10 ProZu viele der uns im Welthandel fesselnden Ketten zent pro Jahr verzeichnet, wobei die Vereinigten Staawurden in den Vereinigten Staaten geschmiedet. Unsere ten einen riesigen Prozentsatz dieser Importe kaufen.
Handelspolitik wird auch die andauernden Debatten Und ich sage, ich möchte diese Partnerschaft fortsetvermeiden, ob unsere Bestrebungen multilateral, re- zen, denke jedoch auch, daß wir ein Recht haben,
gional, bilateral oder unilateral sein sollten. Es ist Fortschritte bei Menschenrechten und Demokratie zu
unumstritten, daß jede dieser Bestrebungen gerecht- erwarten und diese Fortschritte unterstützen sollten.
fertigt ist. Zweifelsohne müssen wir die Märkte anderer Nationen öffnen und eindeutige, durchsetzbare Drittens ist es an der Zeit, daß wir unser Bestes leisten,
Regeln festsetzen, wie wir den Handel erweitem kön- eine Führungsrolle unter den größten Finanzmächten
zu übernehmen, um unsere Zusammenarbeit zugunnen.
sten weltweiten Wirtschaftswachstums zu verbessern.
Aus diesem Grund engagiere ich mich für den unver- In einer Zeit, in der Kapital mobil und leicht ersetzbar
züglichen und erfolgreichen Abschluß der Uruguay- ist, können wir es uns schlicht und einfach nicht leisten,
Runde der GATT-Handelsgespräche. Die Runde den anderen führenden demokratischen Industrielänschleppt sich seit viel zu langer Zeit dahin. Sie enthält dern entgegenzuarbeiten. Unsere wichtigsten Partner
jedoch immer noch Potential, wenn andere Nationen müssen härter und enger mit uns zusammenarbeiten,
ihren und wir unseren Beitrag leisten, um die Löhne um die Zinssätze zu senken, Investitionen anzukurund Gehälter sowie den Lebensstandard in den Verei- beln, strukturelle Handelshemmnisse abzubauen und
nigten Staaten beträchtlich anzuheben und dasselbe ein robustes Wirtschaftswachstum wiederherzustellen. Und wir müssen erneut die Institutionen betrachfür die anderen Nationen der Welt zu tun.
AMERIKA DIENST 9

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�ten, die wir benutzen, um unseren Kurs in der Weltwirtschaft festzulegen und fragen, ob sie unseren Interessen in dieser neuen Welt dienen, ob wir sie verändern
oder neue schaffen müssen.
Morgen werden Finanzminister Bentsen und Notenbankchef Alan Greenspan mit ihren Kollegen aus der
Gruppe der Sieben zusammenkommen, um diese
Arbeit in Angriff zu nehmen. Ich sehe dem Treffen mit
den Staats- und Regierungschefs der G-7 und den
Vertretern der Europäischen Gemeinschaft beim Gipfel in Tokio im Juli erwartungsvoll entgegen. Ich hoffe
vor allem, daß unser innenpolitisches Wirtschaftspaket bis dahin in großen Teilen vom Kongreß verabschiedet worden ist. Sollte dies der Fall sein, werde ich
meinen Kollegen sagen können, ihr habt uns seit
Jahren erklärt, daß die Vereinigten Staaten ihre Schulden reduzieren und ihr Haus in Ordnung bringen
müssen. Seit Jahren habt ihr uns gesagt, wir müssen
die Investitionen in unsere Ausbildung und Technologie aufstocken, um unsere Produktivität zu verbessern. Dies haben wir getan. Wir haben es für uns und
für euch getan, jetzt müßt ihr in Deutschland, Japan
und den anderen Nationen mit uns zusammenarbeiten, um weltweites Wachstum zu fördern.
Wir müssen mit diesen Nationen zusammenarbeiten.
Keiner von uns kann dies sehr gut. Amerika will seine
Vorrechte nicht aufgeben. Die Japaner wollen ihre
nicht aufgeben. Die Deutschen wollen ihre nicht
aufgeben. In all diesen Nationen gibt es alte und
verwurzelte Traditionen. Die Tatsache bleibt jedoch
bestehen, daß die Welt nicht wachsen kann, wenn sich
die Vereinigten Staaten in einer Rezession befinden,
wir jedoch kaum eine Wiederbelebung bewirken können, wenn wir nicht eine erneute Runde des Wachstums in Europa und Japan auslösen. Wir müssen
versuchen, enger zusammenzuarbeiten.
Viertens müssen wir die kontinuierliche Erweiterung
des Wachstums in den Entwicklungsländern fördern,
nicht nur weil es in unserem Interesse liegt, sondern
weil es auch ihnen helfen wird. Diese Nationen sind
rasch expandierende Märkte für unsere Produkte rund drei Millionen amerikanischer Arbeitsplätze sind
auf Exporte in die Entwicklungsländer zurückzuführen.
Aufgrund der einseitig von Mexiko in den vergangenen
Jahren ergriffenen Maßnahmen hat sich unser Handelsvolumen drastisch erweitert und unser Handelsdefizit wurde abgebaut.
Unsere Fähigkeit zum Schutz der Umwelt und zur
Bekämpfung des illegalen Drogenhandels beruht
ebenfalls in hohem Maße auf den Handelsbeziehungen, die wir mit den Entwicklungsländern erarbeiten.
Wir können noch sehr viel mehr tun, um den Fluß von
Waren und Dienstleistungen zu verbessern. Unsere
Hilfsprogramme müssen die Bevölkerungsexplosion
besser ansprechen, umweltpolitisch verantwortliche,
nachhaltige Entwicklung unterstützen, die Rechen-

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schaftspflicht der Regierung fördern - und eine gerechte Verteilung der Früchte des Wachstums unter der
zunehmend unruhigen Weltbevölkerung gewährleisten,
weil immer noch über 1 Milliarde Menschen von kaum
einem Dollar pro Tag leben. Diese Bestrebungen
werden uns Dividenden bei Handel, Freundschaft und
Frieden erbringen.
Den letzten Schritt, den wir unternehmen müssen,
meine amerikanischen Mitbürger, dient der Gewährleistung von Demokratie in Rußland und den anderen
neuen Demokratien der Welt. Die Gefahren, mit denen
sich Rußland und die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken konfrontiert sehen, sind besonders akut und
für unsere Zukunft von großer Bedeutung. Denn die
Kürzungen unserer Verteidigungsausgaben, die langfristig einen wesentlichen Bestandteil unseres innenpolitischen Wirtschaftsprogramms im Inland bilden,
können nur aufrechterhalten werden, solange Rußland und die anderen Atomrepubliken eine abnehmende Gefahr für unsere Sicherheit, die unserer Verbündeten und der Demokratien auf der Welt darstellen.
Am beuruhigendsten ist die heikle Wirtschaftslage
Rußlands. Wenn die von Präsident Jelzin begonnenen Wirtschaftsreformen aufgegeben werden und es
nicht gelingt, die Hyperinflation einzudämmen, wird die
Wert leiden.
Ziehen Sie die Auswirkungen für Europa in Betracht,
wenn Millionen von Russen beschließen, daß sie keine
Alternative haben, als in den Westen zu fliehen, wo die
Löhne und Gehälter fünfzigmal so hoch sind. Erwägen
Sie die Auswirkungen auf die Umwelt, wenn all die
Kernkraftwerke des Typs Tschernobyl dort gezwungenermaßen ohne Ersatzteile betrieben werden, wenn
wir sie eigentlich schrittweise abbauen, schließen und
entsorgen sollten. Wenn wir bereit waren, Billionen
von Dollar zur Bekämpfung des Kommunismus im
Kalten Krieg auszugeben, sollten wir sicherlich zur
Investition eines Bruchteils dieser Summe bereit sein,
um den Erfolg der Demokratie zu unterstützen, wo der
Kommunismus scheiterte.
Zweifelsohne müssen die ehemaligen Sowjetrepubliken und insbesondere Rußland zur Übernahme des
größten Teils der harten Arbeit und hohen Kosten des
Wiederaufbauprozesses bereit sein. Man sollte sich
jedoch vor Augen führen, daß auch der Marshallplan
nur einen Bruchteil der Investitionen im Europa der
Nachkriegszeit finanzierte. Er war ein Magnet, ein
Anfang, eine vertrauensbildende Maßnahme, ein Mittel, um einen Prozeß in die Wege zu leiten, der sich als
Wirtschaftswunder erwies.
Wie Europa damals haben diese Republiken jetzt eine
Quelle von Ressourcen, Talent und Potential. Und mit
gezielter, von Reformfortschritten, Rüstungskontrolle
und Nichtverbreitung abhängiger Hilfe können wir unsere
eigene Sicherheit und unseren künftigen Wohlstand
verbessern, während wir gleichzeitig die Demokratie
erweitern.
AMERIKA DIENST 9

�Diese fünf Schritte bilden einen Aktionsplan für die
Vereinigten Staaten in einer Weltwirtschaft. Als solches stellen sie auch ein Programm für unseren eigenen Wohlstand dar. Einige mögen wünschen, wir
könnten unsere innenpolitischen Bestrebungen ausschließlich durch innenpolitische Maßnahmen verfolgen, wie wir sie in der Vergangenheit verstanden
haben. In dieser Weltwirtschaft gibt es jedoch keine
reine Innenpolitik. Was wir als Weltwirtschaft bezeichnen, ist widerspenstig, ein bockendes Pferd, das häufig
mit seinen Hufen auf beiden Seiten althergebrachter
Grenzen landet und manchmal mit seinem gesamten
Gewicht auf uns. Wenn wir aber ein Pferd ins nächste
Jahrhundert reiten wollen, müssen wir das ganze
Pferd anschirren, nicht nur einen Teil.

Angeles soviele Probleme gab. Los Angeles ist jedoch
ein Land (sie) mit 150 unterschiedlichen ethnischen
Gruppen mit höchst variierendem Bildungsniveau,
Zugang zu Kapital und Einkommen. Es ist ein Wunder,
daß wir so gut miteinander auskommen. Sie müssen
nur Bosnien betrachten, wo die Unterschiede nicht so
groß waren, um zu sehen, wir gut wir trotz all unserer
Schwierigkeiten abgeschnitten haben.

Und halten Sie sich vor Augen, wie unsere Kultur
Technologie und Werte verschmolzen hat. Dies ist ein
ausdrucksstarkes Land, das CNN und MTV hervorgebracht hat. Wir wurden alle für das Informationszeitalter geboren. Dies ist eine Nation des Jazz - Gott sei
dank, um meinetwillen. Sie schuf Bebop und Hiphop
und all die anderen Dinge. Wir sind für die richtige Zeit
Ich weiß, daß es Menschen in diesem Land, in beiden programmiert. Und wir waren stets eine Nation der
politischen Parteien und landesweit gibt, denen zufol- Pioniere. Betrachten Sie die erstaunliche Unterstütge wir diesen Ritt nicht unternehmen sollten, diese zung für die von mir vergangene Woche in einem
Ziele zu ehrgeizig sind, wir uns zurückziehen und uns Wirtschaftsprogramm niedergelegten Herausforderunnur auf die Dinge konzentrieren sollten, die wir im gen, das die engstirnigen Eigeninteressen jedes
Inland zu bewältigen haben. Meines Erachtens wäre Amerikaners beeinträchtigt, wenn man nur einen Teil
das jedoch ein trauriger Fehler und ein großer Verlust. davon herausnimmt und ihn betrachtet.
Denn die neue Welt, auf die wir uns hinbewegen,
begünstigt uns in der Tat. Wir sind aufgrund unserer Und dennoch sind wir wieder hier, bereit, eine neue
Geschichte, Kultur und Disposition besser ausgerü- Herausforderung anzunehmen, bereit, neue Verändestet zu verändern, zu führen und zu gedeihen als jedes rungen anzustreben, weil wir neugierig, rastlos und
andere Volk auf der Wett. Die Erfahrungen der vergan- mutig sind. Dies ergibt sich aus unserem Erbe. Es ist
genen Jahre, in denen wir uns starrköpfig geweigert in den Seelen der Amerikaner verankert. Es ist kein
haben, die für Wettbewerbsfähigkeit und Sieg erfor- Zufall, daß unsere Nation die Grenzen der Demokraderlichen Anpassungen vorzunehmen, sind tatsäch- tie, religiöser Toleranz, rassischer Gerechtigkeit, der
lich atypisch und ungewöhnlich vor dem Hintergrund Gleichheit aller Menschen, des Umweltschutzes, der
Technologie und in der Tat des Kosmos selbst kontinuder Geschichte unserer Nation.
ierlich erweitert hat. Denn es liegt in unserer Natur,
Betrachten Sie unser Einwanderungsland heute und andere einzubeziehen, und dies hat nicht nur uns,
denken Sie an die Welt, die wir anstreben. Sehen Sie sondern auch der ganzen Welt gedient.
sich an, wie vielfältig, multiethnisch und vielsprachig
wir sind - in einer Welt, in der die Fähigkeit zur Nun ist es wieder an der Zeit für uns, gemeinsam
Kommunikation mit Menschen aus aller Welt und anderes einzubeziehen. Die Wirtschaft von morgen.
deren Verständnis entscheidend sein wird. Betrach- Eine bessere Zukunft. Einen neuen Kurs. Für Sie, die
ten Sie unser bürgerliches Verhalten der Toleranz und Studenten der American University, den AmerikaniAchtung. Auch in unseren Augen ist es nicht perfekt. schen Traum sicherzustellen.
Wir waren alle erschüttert, als es letztes Jahr in Los

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�WIRTSCHAFT
3. März 1993

REGIERUNGSMITGLIED FORDERT NEUE
PARTNERSCHAFT ZWISCHEN REGIERUNG
UND INDUSTRIE
Aktivere Unterstützung der Wirtschaft verlangt

WASHINGTON - (AD) - Einem hochrangigen amerikanischen Regierungsvertreter zufolge muß die Bundesregierung eine aktivere Rolle bei der Unterstützung
des Privatsektors einnehmen, um die Entwicklung
neuer Technologien zu beschleunigen und amerikanische Unternehmen konkurrenzfähiger zu machen.
Handelsminister Ronald Brown erklärte vor dem Senatsausschuß für Handel, Wissenschaft und Verkehr
am 24. Februar 1993, die neue Administration sei
entschlossen, in enger Zusammenarbeit mit der
amerikanischen Industrie eine nationale Wirtschaftsstrategie zu entwerfen.
"Wir waren in der Vergangenheit viele Jahre lang
Anhänger der Philosophie, jegliche Diskussion über
eine nationale Wirtschaftsstrategie sei strikt abzulehnen", stellte er fest. "Um aber in dieser immer komplexer werdenden Weltwirtschaft konkurrenzfähig zu sein,
müssen Regierung und Wirtschaft bei uns als Team
eng zusammenarbeiten, wobei der Privatsektor den
Weg weist und unsere Regierung Hilfe leistet.
"Ich möchte sehrdirekt sein", fügte Brown hinzu. "Dies
bedeutet, daß man eine geänderte Ansicht dazu hat,
wie die Rolle der amerikanischen Regierung bei ihrem
Versuch zur Unterstützung amerikanischer Unternehmen und der Industrie aussieht - ihnen zu mehr Konkurrenzfähigkeit zu verhelfen."

geändert und es müsse eine Abkehr von der "äußerst
oberflächlichen" Partnerschaft der Vergangenheit erfolgen.
"Es muß Kommunikation zwischen dem öffentlichen
und dem privaten Sektor geben", erklärte er. "Wir
müssen ein Gespräch über Partnerschaft, über den
Aufbau einer Beziehung führen, in der die Regierung
zur Unterstützung amerikanischer Unternehmen und
der Industrie da ist."
Brown zufolge würde die Unterstützung soweit gehen,
daß im Falle eines mit einem ausländischen Unternehmen konkurrierenden amerikanischen Unternehmens
der Handelsminister mit den Wirtschaftskapitänen dieses
anderen Landes zusammenkommen und ein "wirklicher Anwalt" sein würde. "Das wäre ein veränderter
Ansatz und eine solche Veränderung ist meines Erachtens notwendig."
Brown machte diese Äußerungen, nachdem Präsident
Clinton eine neue Wirtschaftsinitiative zur Förderung
einer schnelleren Entwicklung amerikanischer Technologie und zur Unterstützung des Privatsektors bei
der Entwicklung eines nationalen Computernetzwerkes, das Universitäten, Schulen, Bibliotheken und
Gesundheitseinrichtungen einschließt, angekündigt
hatte.

"Dort, wo private Mechanismen versagen, sollte die
Regierung die Mängel des Marktes ausgleichen helfen, so daß amerikanische Unternehmen eine gleichberechtigte Erfolgschance auf dem Weltmarkt haben",
erklärte er.

Brown erklärte vordem Ausschuß, daß Clintons Paket
wirtschaftlicher Anreize einen dramatischen Anstieg
der Mittel für das Fortgeschrittene Technologieprogramm (Advanced Technology Program - ATP) einschließe, des wichtigsten zivilen Programms des
Handelsministeriums zur Unterstützung der von der
Industrie unternommenen Anstrengungen zur Vermarktung wichtiger neuer Technologien in Bereichen
wie Elektronik, moderne Werkstoffe und Biotechnologie.

Brown äußerte, die Bedingungen der Beziehung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor müßten

Dem Plan der Administration zufolge würden die Mittel
für ATP von jetzt jährlich 68 Millionen Dollar auf 130

Brown zufolge hofft die Administration, eine "außergewöhnliche öffentlich-private Partnerschaft" zu bilden,
die staatliche Hilfe mit der Kraft des Marktes koppele.

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Seite 1

�Millionen im Haushaltsjahr 1994 und bis zu 750 Millionen 1997 aufgestockt.
"Der Grund für das ATP-Programm ist die Bewegung
hin zur Vermarktung", so Brown. "Wir sind sehr an
handfesten Ergebnissen interessiert. Wir interessieren uns nicht für Ideologie. Wir wollen als Nation
konkurrenzfähig werden. Wir interessieren uns für die
Vermarktung, nicht für die Technologie um der Technologie willen."
Brown erklärte, die neue Initiative im Technologiebereich werde den Etat des dem Handelsministerium
unterstehenden Instituts für Normen und Technologie

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Seite 2

(Institute of Standards and Technology - NIST) von
unter 400 Millionen Dollar auf ungefähr 1,4 Milliarden
Dollar 1997 verdreifachen. Das NIST unterstützt von
der Industrie durchgeführte Projekte zur Entwicklung
von Schlüsseltechnologien inderverarbeitenden Industrie.
Das Programm würde auch - ähnlich dem für Sematech verwendeten Modell - die Unterstützung für
Konsortien erhöhen, ein Programm zur Schaffung von
mehr als 100 Zentren für die Ausweitung der Verarbeitung bis 1997 ins Leben rufen und Basiskapital für die
Entwicklung eines nationalen Computernetzwerkes
bereitstellen.

* * *

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�WIRTSCHAFT
3. März 1993

MEINUNGSUMFRAGEN BELEGEN STARKE UNTERSTÜTZUNG FÜR CLINTONS WIRTSCHAFTSPROGRAMM
Das Meinungsbild in den Vereinigten Staaten

WASHINGTON - (AD) - Meinungsumfragen deuten
auf eine erste überwältigende Zustimmung der Amerikaner zu Präsident Clintons Ruf nach einem harten,
weitreichenden Programm hin, um die Wirtschaftsprobleme des Landes in den Griff zu bekommen - selbst,
wenn es vielen Bürgern an den Geldbeutel geht.
Zwei unmittelbar nach der Ansprache des Präsidenten
vor dem Kongreß am 17. Februar 1993 durchgeführte
Telefonumfragen ermittelten, daß die Zustimmung zu
dem von ihm skizzierten Programm zwischen vier zu
eins und fünf zu eins lag. (Darüber hinaus zeigten sie,
daß rund 70 Prozent der Erwachsenen die Rede
mitverfolgt hatten.)
Eine Gallup-Umfrage für die Zeitung USA Today
ergab, daß 79 Prozent der Befragten das Programm
befürworteten, während 16 Prozent angaben, sie lehnten es ab (der Rest hattekeine Meinung). Eine weitere,
von Washington Post-ABC News durchgeführte
Befragung ergab 74 Prozent für und 18 Prozent gegen
das Programm.
Kurze Zeit später veranstaltete Meinungsumfragen
zeigten eine gewisse Abschwächung des Meinungsbildes, wobei die Unterstützung für den Präsidenten
aber hoch blieb. In einer am 18. und 19. Februar für
das Nachrichtenmagazin Newsweek durchgeführten
Umfrage gaben 59 Prozent der Befragten an, der
Kongreß solle das Clinton-Programm verabschieden,
während 33 Prozent das Gegenteil meinten. Eine für
das Nachrichtenmagazin Time am 18. Februar durch-

geführte Yankelovich-Umfrage ergab 62 Prozent für
das Programm und 27 Prozent dagegen. Einer am 20.
und 21. Februar veranstalteten Umfrage von CBS
News zufolge waren 59 Prozent dafür und 26 Prozent
dagegen.
Die Meinungsumfrage von Washington Post-ABC
News stellte darüber hinaus einige spezielle Fragen zu
den Vorschlägen des Präsidenten und erhielt folgende
Antworten:
Glauben Sie, Sie werden nach Präsident Clintons Plan
aufgefordert, Ihren fairen Beitrag zu leisten oder glauben Sie, Sie sollen eine unfaire Last tragen?
Fairer Anteil

77%

Unfaire Belastung

20%

Meinen Sie, daß die Opfer, die Clinton von den Bürgern
verlangt, notwendig sind?
Ja, notwendig

84%

Nein, nicht notwendig

15%

Denken Sie, daß Clintons Wirtschaftsplan langfristig
für die Zukunft des Landes gut ist oder daß er langfristig für die Zukunft des Landes schlecht ist?
Gut für das Land

75%

Schlecht für das Land

16%

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�BOSNIEN
3. März 1993

CLINTON KÜNDIGT HUMANITÄRE
FALLSCHIRMABWÜRFE ÜBER BOSNIEN AN
Der Präsident begrüßt Beteiligung Rußlands
USA beginnen Luftbrücke in Ostbosnien
WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton hat am 25. Februar 1993 angeordnet, daß amerikanische Flugzeuge humanitäre Hilfsgüter über Bosnien-Herzegowina abwerfen sollen.
Unter Berufung auf den "ungeheuren Zoll" eines Jahres der Kriegführung äußerte der Präsident, die derzeitigen
Fallschirmabwürfe seien als Ergänzung der Hilfstransporte zu Lande und der Luftbrücke nach Sarajevo gedacht
und würden "unabhängig von der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit" der dort lebenden Menschen
durchgeführt. Die Fallschirmabwürfe seien dazu bestimmt, "die unmittelbaren Bedürfnisse isolierter Gebiete zu
decken, die derzeit nicht zu Lande erreichbar sind".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung des Präsidenten im Wortlaut.

Der Krieg, der im vergangenen Jahr in Bosnien-Herzegowina wütete, hat einen ungeheuren Zoll gefordert:
Tausende wurden getötet oder inhaftiert, weitere
Tau sende sind durch Hunger und Kälte gefährdet, und
über zwei Millionen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Die humanitären Bedürfnisse sind besonders
groß in Ostbosnien, wo einigen Gebieten Grundnahrungsmittel und Medikamente verwehrt wurden.
Angesichts des dringenden humanitären Notstandes
gebe ich heute bekannt, daß die Vereinigten Staaten in
Koordination mit den Vereinten Nationen und dem UNFlüchtlingskommissar humanitäre Fallschirmabwürfe
über Bosnien durchführen werden. Die Fallschirmabwürfe sind eine Erweiterung der gegenwärtigen Luftbrücke nach Sarajevo. Ihr Zweck ist die Ergänzung der
Landkonvois. Dies ist eine vorübergehende Maßnahme mit dem Ziel, die unmittelbaren Bedürfnisse isolier-

ter Gebiete zu decken, die derzeit nicht zu Lande
erreichbar sind. Reguläre Lieferungen über Land sind
das beste Mittel, um zu gewährleisten, daß die langfristigen Bedürfnisse der bosnischen Bevölkerung erfüllt
werden, und die Vereinigten Staaten fordern alle Parteien auf, die sichere Durchfahrt der humanitären
Konvois durch Bosnien zu garantieren.
Die Priorität der Lieferungen per Luft wird unabhängig
von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit entschieden. Diese Abwürfe werden für streng humanitäre
Ziele durchgeführt. Keine Kampfflugzeuge nehmen
an dieser Operation teil. Das Verteidigungsministerium wird mit dem UN-Flüchtlingskommissar zusammenarbeiten, um Zeitpunkt und Orte der Fallschirmabwürfe zu bestimmen.
Ich bedanke mich für die erhebliche internationale
Unterstützung, die dieser Initiative gewährt wird.

* * * *

Clinton begrüßt russische Beteiligung an Abwurfaktion
Der Präsident hat die Entscheidung Rußlands begrüßt, sich an der amerikanischen Fallschirmabwurfaktion zu beteiligen. Rußlands Hilfe "verstärkt erheblich die Bemühungen der Völkergemeinschaft", zu
gewährleisten, daß angemessene Lieferungen humaAMERIKA DIENST 9

*

nitärer Hilfsgüter in Form von Nahrung und Medikamenten "die belagerte Bevölkerung von Bosnien auf
dem Luft- ebenso wie auf dem Landweg erreichen", erklärte Präsident Clinton am 2. März 1993.
Der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses,
George Stephanopoulos, verwies darauf, Außenminister Christopher habe die Abwurfaktion mit dem russiSeite 1

�sehen Außenminister Kosirew vergangene Woche in
Genf erörtert. Er nehme an, Moskaus Beteiligung sei
ein Ergebnis dieses Gesprächs.

sich unmittelbar an der Hilfsaktion aus der Luft zu
beteiligen. Später wurde von einem ranghohen USVertreter mitgeteilt, die russische Beteiligung werde
sich augenscheinlich auf die Bereitstellung von FlugStephanopoulos verlas eine Erklärung Clintons, in der zeugen und Besatzungen für die Operation beschränes hieß, dieser Schritt "unterstreicht die Bedeutung ken.
enger amerikanisch-russischer Zusammenarbeit bei
der Ablehnung der Brutalität und Unmenschlichkeit, Der Sprecher verwies darauf, die Vereinigten Staaten
die in der Region des ehemaligen Jugoslawien stattfin- hätten in der vergangenen Woche mit anderen Regieden".
rungen erörtert, in welcher Form sie einen Beitrag
leisten könnten. "Es gibt eine Reihe von Ländern und
Clinton erklärte, die russische Beteiligung "stellt die internationalen Organisationen, die bei der AbwurfakVorteile einerstarken Partnerschaft zwischen unseren tion helfen", erklärte Boucher. "So stellt etwa Deutschbeiden Ländern unter Beweis".
land die Basis für Flugzeuge und Nachschub zur Verfügung." Die NATO liefere das luftgestützte FrühwarnWährend eines Fototermins antwortete der Präsident
und Aufklärungssystem (AWACS) zur Unterstützung
auf Fragen von Reportern zur Effektivität der Fallder Einsätze.
schirmabwürfe, er verlasse sich darauf, daß das Militär
den Erfolg der Operation einschätzen werde. Der Vor- "Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Natiositzende der Vereinigten Stabschefs, General Colin nen (UNHCR) koordiniert die Beiträge und hilft uns
Powell, sei "der Ansicht, daß sie ziemlich gut verlaufen dabei, zu entscheiden, welche Gemeinden die Fallsind".
schirmabwürfe am meisten benötigen", erklärte Boucher.
"Wir wissen von mindestens neun Ländern, die
Im US-Außenministerium äußerte Sprecher Richard
Angebote
zur Unterstützung von Operation Provide
Boucher, die Vereinigten Staaten würden sich "eng mit
Promise unterbreitet haben, zumeist in Form von
russischen Vertretern abstimmen, um die Einzelheiten
Nahrungsmitteln und Medikamenten über den Hohen
ihrer Beteiligung auszuarbeiten". Zur Zeit würden die
Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen."
Gespräche über die Luftbrücke über die US-Botschaft
in Moskau durchgeführt.
Er betonte, die Abwürfe würden auf der Grundlage
dessen
durchgeführt, welche Gebiete sie am drinDer Sprecher erklärte, er wolle es den Russen überlasgendsten
benötigten, nicht auf der Grundlage ethnisen, im einzelnen auszuführen, was sie tun wollten,
scher
Zugehörigkeit.
aber er stellte fest, die Ankündigung spreche davon,
* * * *

Vereinigte Staaten beginnen Luftbrücke in Ostbosnien
Am 28. Februar begannen die Vereinigten Staaten mit
dem Abwurf humanitärer Hilfslieferungen über abgelegenen, isolierten Gebieten Ostbosniens.
In der ersten, erfolgreichen Mission warfen drei C-130Transportflugzeuge der US-Luftwaffe 21 Tonnen
Lebensmittel und Medikamente im Schutz der Dunkelheit aus großer Höhe über Bosnien ab. Es wurden Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der bedürftigen
Empfänger der Hilfsmittel sowie der Flugzeugbesatzungen getroffen. Keines des Flugzeuge wurde vom
Boden aus beschossen und alle kehrten sicher von
ihrer Mission zurück.
Der Brigadegeneral der US-Luftwaffe, Donald Loranger, Kommandeur des 435. Taktischen Lufttransportgeschwaders, erklärte am 1. März vor Reportern, die
Luftbrücke solle die Notsituation der in isoGerten Gebieten
lebenden Menschen lindern, die von den Hilfskonvois
am Boden nicht den dringend benötigten Nachschub
erhielten.

Seite 2

*

Bei einer Pressekonferenz auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Rhein-Main in Frankfurt erklärte Loranger,
die Mission sei als Unterstützung für den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)
gedacht, und die Organisatoren der Hilfslieferungen
hielten die Flüge für den schnellsten Weg, um "die
Alten, Jungen, Hungrigen und Verletzten" zu erreichen. Er stellte fest, die Fallschirmabwürfe würden
gemäß der UNO-Resolution 770 durchgeführt und die
US-Luftwaffe sei bereit, die Mission "so lange wie
erforderlich" weiterzuführen.
Dem General zufolge wurden die Hilfslieferungen
"ungeachtet des ethnischen Hintergrunds oder der
religiösen Überzeugung der dort lebenden Menschen"
über Ostbosnien abgeworfen. Die amerikanischen C130-Herkules fliegen ohne Eskorte von Jagdbombern
in die Region. "Wir wollen keine Konfrontation mit
irgend jemandem in der Region", erklärte er.
Ihm zufolge wurden nur vom Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen erbetene Lebensmittel
und Medikamente mit Fallschirmen über Bosnien
abgeworfen. Unter den Nahrungsmittellieferungen
befinden sich Reis, Mehl und Fertiggerichte aus Armeebeständen.
AMERIKA DIENST 9

�Loranger erklärte, es würden "absolut keine Waffen
und kein militärischer Nachschub irgendeiner Art"
geliefert. Um das sicherzustellen, würden die Lieferungen von Vertretern des Hohen Flüchtlingskommissars der UNO, der UNO-Schutztruppe UNPROFOR
und vier anderen im ehemaligen Jugoslawien befindlichen Gruppen inspiziert. Loranger zufolge sei keine
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AMERIKA DIENST 9

*

Mühe gescheut worden, um "eine unabhängige Inspektion all dessen zu gewährleisten, was wir abwerfen". Auch wies erdarauf hin, daß ein solcher Überwachungsprozeß wahrscheinlich während der gesamten
Dauer der Luftbrücke "in irgendeiner Form stattfinden"
werde.

*

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Seite 3

�AUSSENPOLITIK
3. März 1993

INNEN- UND AUSSENPOLITISCHE THEMEN
FÜR CLINTON "UNTRENNBAR"
Rede von Außenminister Christopher vor dem Nordatlantikrat
BRÜSSEL - (AD) - Mit der Feststellung, daß "nur ein innenpolitisch starkes Amerika als effektiver Partner im
Ausland handeln kann", betonte Außenminister Christopher, für die Clinton-Administration seien "innen- und
außenpolitische Themen untrennbar".
Bei einer Sondersitzung des Nordatlantikrats der NATO (NAC) am 26. Februar 1993 in Brüssel erläuterte
Christopher die drei Säulen der "totalen Diplomatie" von Präsident Clinton.
"Anhebung des weltweiten Wirtschaftswachstums als vorrangiges außenpolitisches Ziel."
"Modernisierung unserer Streitkräfte und Aktualisierung unserer Sicherheitsvereinbarungen zur Bewältigung neuer Bedrohungen."
"Organisation unserer Außenpolitik zur Förderung der Verbreitung von Demokratie und freien Märkten im
Ausland."
Nachfolgend veröffentlichen wir die vom Außenministerium freigegebene Rede in wesentlichen Auszügen.
An ihre Stelle sind jedoch neue Gefahren getreten.
Das Vermächtnis des Kommunismus - der wirtschaftliche und politische Bankrott - verhindert die europäische Integration. Ethnische Antagonismen und zerfalDa es sich um unser erstes Treffen handelt, dachte ich, lende N ationen säen Gewalt. Heute gefährden g lobale
ich biete Ihnen einen etwas umfassenderen Überblick Bedrohungen - Waffenverbreitung, Zerstörung der
als dies für gewöhnlich der Fall ist. Neben einigen Umwelt und Bevölkerungsexplosion - auch Europa.
Gedanken über unsere wichtige Arbeit bei der NATO
und in Europa generell, möchte ich Ihnen die Grund- Diese neuen Bedrohungen halten uns die kontinuierlielemente von Präsident Clintons Außenpolitik darle- che Notwendigkeit der NATO als Garant unserer kolgen. Ferner möchte ich über meine Reise in den lektiven Verteidigung vor Augen. Sie unterstreichen
Nahen Osten und mein Treffen mit Außenminister auch die Notwendigkeit, all unsere Institutionen und
Kosirew berichten sowie ein für uns alle vordringliches Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen
Thema ansprechen - die Tragödie im ehemaligen Ju- von morgen anzupassen.
goslawien.
Natürlich müssen wir sie verantwortungsbewußt anpassen. Inmitten des Wandels dürfen wir bestimmte
Kreativität und Erneuerung
fundamentale Wahrheiten nicht aus den Augen verlieWir in der Clinton-Administration schätzen uns glück- ren. Wenn dieses turbulente Jahrhundert uns irgend
lich, in einer Zeit beispielloser Veränderungen, Hoff- etwas gelehrt hat, dann, daß unsere Sicherheit unteilnung und Chancen in die Führung berufen worden zu bar ist und unsere Träume und unser Schicksal miteinsein.
ander verknüpft sind. Mit einer konstruktiven transatlantischen Partnerschaft ist uns allen am besten geGestern noch bestimmte die Berliner Mauer die eurodient. Die NATO und ihr Prinzip der politischen Partpäische Landschaft und eine massive sowjetische
nerschaft bietet uns eine starke Grundlage, auf der wir
Bedrohung hing über dem Kontinent.
für ein besseres Morgen aufbauen können.

Es ist mir eine Ehre, vordem Nordatlantikrat sprechen
und Grüße von Präsident Clinton übermitteln zu dürfen.

AMERIKA DIENST 9

Seite 1

�Die Vereinigten Staaten begrüßen ein starkes und
integriertes Europa. Wir wollen Europa als echten
Partner. Als unseren Partner bei Demokratie. Als
unseren Partner bei Wachstum. Als unseren Partner
bei der Bewahrung des Friedens.
Unsererseits beabsichtigt Präsident Clinton das auszuüben, was unser großer Staatsmann der Nachkriegszeit, Dean Acheson, als "totale Diplomatie"
bezeichnet hat - eine Diplomatie, die innen- und außenpolitische Themen als untrennbar erachtet. Wir
sind uns bewußt, daß nur ein innenpolitisch starkes
Amerika als effektiver Partner im Ausland handeln
kann.
Präsident Clinton hat drei Säulen definiert, auf denen
die totale Diplomatie der Vereinigten Staaten ruhen
muß:
Erstens Anhebung des weltweiten Wirtschaftswachstums als vorrangiges außenpolitisches Ziel.
Zweitens Modernisierung unserer Streitkräfte und
Aktualisierung unserer Sicherheitsvereinbarungen zur
Bewältigung neuer Bedrohungen.

Ein Wachstum der Weltwirtschaft erfordert auch eine
Ausweitung der Exporte und Investitionen sowie Austausch in den Bereichen Technologie, Kultur und Ideen.
Aus diesem Grund hat der Präsident angekündigt, daß
wir eine Ausweitung des Fast-Track-Mandats für einen
Abschluß der Uruguay-Runde anstreben.
Wir sind entschlossen, uns einen fairen und angemessenen Zugang zu den Weltmärkten zu verschaffen.
Wir sind weiterhin entschlossen, protektionistische
Maßnahmen und subventionierten Wettbewerb abzuschaffen, da sie das Wachstum unterminieren. Handelsschranken ziehen weitere Handelsschranken nach
sich, Wohlstand jedoch weiteren Wohlstand. Präsident Clinton hat direkt nach seiner Amtsübernahme in
den Vereinigten Staaten die schwierigen Schritte unternommen, auf die Europa und Japan lange gedrängt
haben. Wir sind der Ansicht, daß jetzt für unsere
Freunde und Verbündeten die Zeit gekommen ist,
ähnlich schwere Entscheidungen zu treffen und die für
einen schnellen und erfolgreichen Abschluß der Uruguay-Runde erforderlichen Führungsqualitäten zu
zeigen.
II. Überarbeitung der Sicherheitsarrangements
angesichts neuer Bedrohungen

Drittens Organisation unserer Au ßenpolitik zur Förderung der Verbreitung von Demokratie und freien MärkMehr als vier Jahrzehnte hat dieses Bündnis erfolgten im Ausland.
reich mit politischen Zielen und militärischer Macht
Die Verwirklichung dieserZiele hängt von der Partner- operiert. Heute, nach dem Ende des Kalten Krieges,
schaft mit unseren Verbündeten und Freunden in bietet die NATO weiterhin Schutz für den Kern der
weltweiten demokratischen Koalition. Sie reicht ruhig
Europa ab.
und zuverlässig den Staaten Mittel- und Osteuropas
I. Förderung des weltweiten Wirtschaftswachs- und der ehemaligen Sowjetunion die Hand.
tums
Amerikas Engagement für die Sicherheit Europas bleibt
In seiner Rede zur Wirtschaftspolitik unterbreitete unvermindert und unerschütterlich bestehen. Die ClinPräsident Clinton einen Plan für die wirtschaftliche ton-Administration wird eine den Anforderungen des
Erneuerung der Vereinigten Staaten. Die Prämisse neuen Sicherheitsumfeldes entsprechende Präsenz
seines Planes ist einfach. Die Vereinigten Staaten amerikanischer Streitkräfte in Europa aufrechterhalmüssen sich mehr auf Investitionen als Konsum kon- ten. Wirwerden mit dem Kongreß zusammenarbeiten,
zentrieren. Wir müssen mutige Schritte zur Förderung um für die Finanzierung des Infrastrukturprogramms
amerikanischer Fähigkeiten und zum Abbau der Defi- der NATO einen angemessenen amerikanischen Beizite unternehmen, damit wir uns einer sichereren Zukunft trag zu leisten.
erfreuen können.
Angesichts der verringerten Bedrohung bauen wir alle
Der Präsident weiß, daß eine gesunde amerikanische unsere Streitkräfte ab. Wir müssen jedoch alle weiterVolkswirtschaft eine wachsende Weltwirtschaft benö- hin eine glaubwürdige, fähige und vertretbare Streittigt. Wir unternehmen Schritte zur Sicherung eines macht aufrechterhalten, die stark genug ist, um als
erneuten weltweiten Wirtschaftswachstums. Der er- Abschreckung zu dienen, und die - falls erforderlich ste Schritt ist der von mir bereits erwähnte innenpoliti- jede Bedrohung unserer lebenswichtigen Interessen
sche Plan des Präsidenten.
niederschlagen kann.
Der zweite Schritt besteht in verstärkter Zusammenarbeit innerhalb der G-7. Eine unserer höchsten Prioritäten liegt darin sicherzustellen, daß der für diesen
Sommer in Tokio anberaumte Wirtschaftsgipfel zu
einer verbesserten makroökonomischen Koordinierung führt. Wir streben erneutes Wachstum in jedem
unserer Länder an.

Seite 2

Die NATO bleibt für die Gewährleistung unserer Sicherheit in einem sich wandelnden strategischen Umfeld
von grundlegender Bedeutung. Dieses Umfeld schließt
die bedeutende Arbeit der Westeuropäischen Union
ein. Ich freue mich, daß Generalsekretär Van Eckelen
heute unter uns weilt. Die NATO muß durch die
Zusammenarbeit mit anderen Gremien ihre Fähigkeit

AMERIKA DIENST 9

�verbessern, die Unruhen ethnischer Konflikte und Nach diesen Anmerkungen möchte ich nun auf meine
aggressiven Nationalismus', die Weiterverbreitung von jüngsten Zusammenkünfte mit führenden arabischen
Atomwaffen sowie politische und wirtschaftliche Insta- und israelischen Politikern und mit Außenminister
bilität zu bewältigen. Dies wäre eine logische Auswei- Kosirew zu sprechen kommen.
tung der traditionellen und weiterhin gültigen kollektiGespräche im Nahen Osten
ven Verteidigungsfunktion des Bündnisses.
Wir Sie wissen, entstand bei den Nahost-Friedensgesprächen in zunehmendem Maße das Gefühl, in eine
Sackgasse geraten zu sein. Präsident Clinton bat
mich, in den Nahen Osten zu reisen, um zu sehen, ob
wir vielleicht den Friedensprozeß neu aktivieren können. Er wolle - so erklärte er - durch meine Entsendung
Es gibt keine bessere Möglichkeit zur Schaffung eines zeigen, daß die Vereinigten Staaten bereit sind, ein
neuen und sicheren Europas als eine Zusammenar- vollwertiger Partner zu sein -vorausgesetzt, die Parteibeit der NATO mit Soldaten aus Rußland, der Ukraine, en würden zu ernsthaften Verhandlungen an den
Polen, Ungarn und den anderen neuen Demokratien Verhandlungstisch zurückkehren.
zur Bewältigung der drängendsten Sicherheitsprobleme. Wir vertreten die Ansicht, daß die NATO und Meine Reise in dieses Gebiet - die erste in meiner
unsere Kollegen im Osten den Frieden durch gemein- Eigenschaft als Außenminister - symbolisierte unser
same Planung, Ausbildung und Manöver erhalten sollten. Engagement für den Frieden im Nahen Osten und die
Eine derartige Zusammenarbeit kann sicherstellen, Priorität, die wir ihm einräumen. Unsere Bereitschaft,
daß alle friedenssichernden Operationen der Euro- die Qualität unseres Ansatzes zu ändern und eine
päer im Einklang mit den Prinzipien der UNO und der aktivere Rolle als "ehrlicher Makler" zu spielen, ist ein
klarer Beweis für die Ernsthaftigkeit unserer BemüKSZE erfolgen.
hungen.
III. Förderung von Demokratie und Marktwirtschaft
Die Parteien begrüßten diese erneuerte amerikaniDie Förderung von Demokratie und wirtschaftlicher sche Verpflichtung und bekräftigten ihr eigenes EngaFreiheit ist ein strategisches, kein taktisches Element gement für den Friedensprozeß und ihre Beteiligung
der nationalen Sicherheitspolitik Amerikas. Demokra- daran. Alle waren der Überzeugung, daß die partnertie und wirtschaftliche Freiheit sind Werte, die wir schaftliche Rolle der Vereinigten Staaten für weitere
teilen. Wir haben durch die Eindämmung des Kommu- Fortschritte auf dem Weg zum Frieden unerläßlich sei.
nismus bis zu seinem Zusammenbruch die Sicherheit Und viele der Entscheidungsträger, mit denen ich
Europas gewährleistet. Das Fehlen kommunistischer gesprochen habe, erklärten, sie empfänden dies als
Aggression und Unterdrückung reicht jedoch zur Si- historische Chance - eine einmalige Gelegenheit zum
Friedensschluß.
cherung der Zukunft Europas nicht aus.

Wir müssen auch weiterhin Anstrengungen unternehmen, um mit den Staaten des ehemaligen Warschauer
Pakts kooperative Sicherheitsarrangements zu entwickeln. Eine Erhöhung ihrer Sicherheit bedeutet auch
eine Erhöhung unserer Sicherheit.

Europas langfristige Sicherheit erfordert - wie die
Amerikas - eine aktive Unterstützung der Ausbreitung
von Demokratie und Marktwirtschaft unsererseits.
Demokratien neigen nicht dazu, einander zu bekämpfen, sondern eher zum Schutz der Menschenrechte
und zur Sicherung der Gleichberechtigung von Minderheiten. Demokratien sind eher verläßliche Partner
in den Bereichen Diplomatie, Handel, Rüstungsabkommen und Umweltschutz.

Ich bin der festen Überzeugung, daß Sie mithelfen
können, den Elan weiter zu verstärken, den wir in der
Region in den letzten Tagen hervorgebracht haben.
Gemeinsam können wir dazu beitragen, einen neuen
Tag der Hoffnung im Nahen Osten zu fördern.
Das Treffen mit Außenminister Kosirew

Ich hatte gestern ein gutes erstes Treffen mit Außenminister Kosirew. Er begrüßte meine Zusage, PräsiHier und jetzt sehen wir uns einer zwingenden Heraus- dent Clinton beabsichtige keine Unterbrechung in
forderung gegenüber. Die Staaten Mittel- und Osteu- unseren Beziehungen zu Rußland zuzulassen, und ich
ropas und der ehemaligen Sowjetunion benötigen gehe davon aus, daß wir diesen Punkt durch unsere
unsere Hilfe. Diese Länder versuchen, marktwirt- erste Zusammenkunft mit Bedeutung erfüllt haben.
schaftliche Demokratien aufzubauen. Ihnen zu helfen Die Festlegung eines Termins für ein Gipfeltreffen war
stellt keine Mildtätigkeit dar, sondern ist für unsere eine Priorität dieses Treffens, und wir einigten uns auf
gemeinsame Sicherheit von lebenswichtiger Bedeu- den 4. April, wobei der Ort später festgelegt werden
tung. Wir müssen Reformen politisch unterstützen, soll.
unsere Märkte für ihre Produkte öffnen und unsere
Nachdem ich ihn über meine Reise in den Nahen
Hilfsprogramme so wirksam wie möglich gestalten. Es
Osten informiert hatte, erklärte sich Außenminister
wäre eine große Dummheit, mehrere hundert MilliarKosirew enthusiastisch dazu bereit, sich den Bemüden Dollar für die Überwindung des Kommunismus
hungen anzuschließen, um die Friedensgespräche im
auszugeben, und uns anschließend zu weigern, in das
April auf den Weg zu bringen. Unter anderem verÜberleben der neuen Demokratien zu investieren.
AMERIKA DIENST 9

Seite 3

�sprach er, die Palästinenser und andere zur Unterstützung zu ermutigen. Im Hinblick auf Jugoslawien war er
zuvorkommend, indem er politische Unterstützung für
unsere humanitären Fallschirmabwürfe zusagte. Er
schloß eine russische Beteiligung nicht aus.

Wenn ein tragfähiges Abkommen ausgehandelt werden kann, das alle Parteien akzeptieren und das
praktische Durchsetzungsmechanismen enthält, sind
die Vereinigten Staaten bereit, sich der UNO, der EG,
der NATO und anderen bei dessen Durchführung anzuschließen. Dies umfaßt die mögliche militärische
Wir erörterten das heikle Problem von Minderheiten, Beteiligung der Vereinigten Staaten. Die besonderen
die in Staaten ganz Europas unter schlechter Behand- Fähigkeiten und Kommandostrukturen der NATO
lung zu leiden haben. Ich stimmte ihm zu, es sei können - in Verbindung mit Beiträgen nichtverbündeter
wichtig, daß sich die Vereinigten Staaten und der Staaten - in dieser Hinsicht eine Schlüsselrolle spielen.
Westen für die Rechte von Minderheiten einsetzen,
einschließlich der russischen Minderheiten in den Es obliegt dem Bündnis, jetzt Vorbereitungen zu trefbaltischen Staaten und der ehemaligen Sowjetunion. fen. Wir müssen bereit für den Fall sein, effektiv zu
Wir müssen dies tun, wenn wir einen stabileren und handeln, wenn ein tragfähiges Abkommen von allen
gerechteren Kontinent sowie einen gerechten Frieden kriegführenden Parteien akzeptiert wird.
herbeiführen möchten.
Im Hinblick auf humanitäre Hilfe habe ich am 10.
Ich bekräftigte das Engagement des Präsidenten, Februar erklärt, daß wir Schritte sondierten, um die
Jelzins Programm in einer besonders schweren Zeit zu Lieferung von Hilfsgütern an diejenigen in Bosnien zu
unterstützen. Kosirew unterstrich die Bedeutung, die gewährleisten, die hungern und Medikamente benötiman der Eröffnung von Möglichkeiten für die russische gen. Wie Sie wissen, haben wir gestern angekündigt,
Industrie beimesse, zuverlässige Kunden auf dem daß die Vereinigten Staaten in Koordination mit der
Weltmarkt zu finden. Ich verlieh meinem Verständnis UNO und dem Hohen Flüchtlingskommissar der Verfür dieses Problem Ausdruck, merkte jedoch an, wir einten Nationen Hilfsgüter für die Bedürftigen in Boskönnten wenig mehr tun als eine im Rahmen des nien per Fallschirm abwerfen werden. Wir würden eine
Wettbewerbs liegende Chance zu bieten.
möglichst breite Beteiligung an diesem Vorhaben
begrüßen.
Das ehemalige Jugoslawien
Wir müssen heute offen eine Tatsache eingestehen,
Schließlich möchte ich mich dem Thema zuwenden, die unsere Suche nach Frieden derzeit belastet. Der
das in den letzten Wochen an erster Stelle stand: die Westen hat zu viele Gelegenheiten ausgelassen, um
andauernde Krise in Bosnien und anderen Teilen des dieses Leiden, dieses Blutvergießen und diese Zerstöehemaligen Jugoslawiens. Niemand unter uns nimmt rung zu verhindern oder einzudämmen, als der Kondas Risiko des Engagements in einem Balkankonflikt flikt noch in den Kinderschuhen steckte. Die Lehre, die
auf die leichte Schulter. Aber wir können die Risiken aus dieser Tragödie zu ziehen ist, betrifft die Bedeunicht außer acht lassen, die entstehen, wenn wir ihn tung frühzeitigen und entschlossenen Engagements
weiter wüten lassen und er noch mehr Leben und gegen ethnische Verfolgung und aggressiven NationaLänder verschlingt. Eine ganze neue Generation wird lismus.
von Gewalttaten geschüttelt und zu einem Kreislauf
brutaler Gewalt und blinden Hasses verurteilt.
Die Behandlung von Minderheiten ist ein Thema, das
nach der Anwendung präventiver Diplomatie verlangt.
Dieser Kreislauf muß gebrochen werden.
Anliegen von Minderheiten bestehen nicht nur auf dem
Balkan, sondern in allen Ländern, die unser neuer
Ich weiß Ihre aufmerksamen Reaktionen auf meine
Nordatlantischer Kooperationsrat umfaßt.
Schreiben sehr zu schätzen, in denen ich Präsident
Clintons Sechspunkteplan des Engagements bei den Unsere Sicherheitsinteressen bei der Bewältigung von
Bestrebungen zur Wiederherstellung des Friedens Minderheitenproblemen liegen auf der Hand. Wenn
erläutert habe. Wir haben uns ferner mit Rußland und demokratische Institutionen neu sind, die Erinnerung
anderen beraten. Meine Gespräche mit Außenmini- an historische Ungerechtigkeiten frisch ist und die
ster Kosirew verliefen äußerst positiv.
Menschen durch marktwirtschaftliche Reformen
schmerzhaften Erschütterungen unterworfen sind,
Präsident Clinton ist der Meinung, daß wir zu einer auf
müssen wir alle der Behandlung von Minderheiten
dem Vance-Owen-Plan aufbauenden Regelung kombesondere Aufmerksamkeit schenken. Wir müssen
men müssen, die gerecht, durchführbar und dauerhaft
auf allen Seiten Zurückhaltung und Toleranz fordern.
ist und Bosnien als Staat erhält. Die amerikanische
Wir müssen die Stimme erheben, wenn die MenschenBeteiligung erfolgt mit der Erwartung, daß Europa, das
rechte verletzt werden. Und wir müssen frühzeitige
am unmittelbarsten betroffen ist, eine führende Rolle
und effektive Problemlösungen fördern.
spielen und seine konzertierten Bemühungen verdoppeln wird. Die zusätzliche Einschaltung der Vereinig- Die Clinton-Administration ist bereit, ihren Teil dazu
ten Staaten sollte gewiß niemanden sonst veranlas- beizutragen. Wir erwarten von Ihnen, daß Sie das
sen, in seinen Bemühungen nachzulassen.
Ihrige tun.

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AMERIKA DIENST 9

�Gemeinsame Fortschritte

Dieser Tag ist angebrochen. Vor uns liegt harte Arbeit.
Und wir müssen heute handeln, um unser Morgen zu
Die großen Führungspersönlichkeiten der Nachkriegs- sichern. Aber stehen uns die erforderlichen Instruzeit waren ihrer Zeit voraus. Nachdem wir die Ge- mente zur Verfügung? Werden wir sie klug anwenschichte kennen, bewundern wir ihre Weitsicht. Si- den? Am wichtigsten ist: Können wir den politischen
cherlich konnten Acheson, Monnet, Schuman und Willen aufbringen, um unsere Mission zu verwirkliAdenauer nicht wissen, wie positiv die Geschichte ihre chen?
Arbeit beurteilen würde. Sie bemühten sich, über den
Augenblick hinaus zu denken, der drückenden Bedro- Diese Fragen berühren den Kern unserer Arbeit in der
hung entgegenzutreten und die Politik zu entwickeln, NATO. Wir können - wir müssen - sie positiv beantwordie den langfristigen Interessen ihrer Nationen dienen ten. Wir können und müssen gemeinsame Fortschritte
würde. Den Anbruch eines besseren Tages zu be- machen. In diesem Geist freue ich mich, heute mit
schleunigen.
Ihnen zusammenzutreffen.
* * * *

AMERIKA DIENST 9

*

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�MENSCHENRECHTE
3. März 1993

USA FORDERN BERICHTERSTATTER ZU RASSISMUS
UND MEINUNGSFREIHEIT
Erklärung bei Sitzung der UN-Menschenrechtskommission
GENF - Die Vereinigten Staaten haben die UN-Menschenrechtskommission aufgefordert, einen Sonderberichtterstatter zu ernennen, um die Gewährleistung der Meinungsfreiheit wettweit zu überprüfen. In einer Erklärung
bei der gegenwärtigen Sitzungsperiode der Kommission, der 53 Mitgliedstaaten angehören, verwies Professor
David Weissbrodt auf eine "wichtige Lücke" in diesem Bereich des Schutzes der Menschenrechte.
"Jetzt ist die Zeit gekommen, da die Kommission einen weiteren konkreten Schritt zum Schutz der Rechte von
Journalisten, Schriftstellern, Zeitungen, anderen Medien, Gelehrten, Anhängern politischer Parteien - und tatsächlich jedes Menschen - auf Meinungsfreiheit unternehmen muß", erklärte er.
Neben der Ernennung eines Sonderberichterstatters über Meinungsfreiheit schlug Weissbrodt vor, die Kommission solle ebenfalls die Einführung eines Berichterstatters über Rassismus erwägen.
Weissbrodt gehört als öffentliches Mitglied (nichtstaatlicher Experte) der US-Delegation an. Die diesjährige
Sitzungsperiode soll am 13. März enden.
Nachfolgend veröffentlichen wir David Weissbrodts Erklärung vom 23. Februar 1993 bei der Genfer Menschenrechtskommission im Wortlaut.

Die UN-Menschenrechtskommission sollte versuchen,
einen echten Beitrag zum Schutz der Menschenrechte
von Personen zu leisten, die unter krassen Menschenrechtsverletzungen leiden, sowie für diejenigen, die
Risiken ausgesetzt sind. Die Kommission kann wirklich etwas bewirken, wenn sie im Rahmen von Tagesordnungspunkt 12 die Welt über schwerwiegende
Verletzungen in bestimmten Ländern informiert. Sie
kann ferner hilfreich sein, wenn sie unter Tagesordnungspunkt 21 Beratungsdienste anbietet. Darüber
hinaus kann die Kommission einen bedeutsamen Beitrag
leisten, wenn sie institutionelle Mechanismen schafft,
um wirksame Maßnahmen zu verschiedenen Arten
von Menschenrechtsverletzungen zu ergreifen. Die
thematischen Arbeitsgruppen und Sonderberichterstatter der Kommission haben dazu beigetragen, verschwundene Personen zu finden, willkürliche Hinrichtungen zu verhindern, Folterungen zu stoppen, Probleme der religiösen Intoleranz zu lösen, den Einsatz
von Söldnern zu untersuchen und Kinder zu schützen.
Um die thematischen Verfahren noch effektiver zu
gestalten, sollten die Kommission und die Regierungen den Erkenntnissen und Empfehlungen in den
Themenberichten mehr Aufmerksamkeit widmen.
AMERIKA DIENST 9

Heute möchte ich kurz auf das neueste thematische
Verfahren - die Arbeitsgruppe über willkürliche Inhaftierung - und ein weiteres von der Unterkommission
vorgeschlagenes thematisches Verfahren - die Schaffung des Amts eines Sonderberichterstatters über
Meinungsfreiheit - sprechen.
Bei seiner Sitzung im Jahr 1991 schuf die Kommission
die Arbeitsgruppe über willkürliche Inhaftierung, die
aus fünf Mitgliedern von fünf regionalen Gruppierungen besteht. Die Arbeitsgruppe hat den Auftrag, sich
mit Beschwerden zu befassen, wenn Inhaftierungen
entweder willkürlich oder auf eine andere Weise verhängt wurden, die nicht mit den internationalen Menschenrechtsnormen in Einklang steht, darunter sowohl
administrative Inhaftierung als auch Inhaftierung nach
einer Verurteilung. Beschwerden können von Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen, nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) und Einzelpersonen vorgetragen werden.
Im vergangenen Jahr hat die Arbeitsgruppe ihre ersten
Entscheidungen getroffen und einen äu ßerst sorgfältigen und überlegten Ansatz beim Umgang mit den

Seite 1

�eingereichten Beschwerden gezeigt. Andere thematische Verfahren haben die von ihnen erhaltenen Beschwerden bekanntgemacht. Die Arbeitsgruppe hat
die thematischen Verfahren um einen weiteren und
sehr wichtigen Schritt erweitert. Die Arbeitsgruppe hat
schiedsrichterliche Entscheidungen mit sorgfältigen
Begründungen im Hinblick darauf getroffen, ob in
bestimmten Fällen willkürliche Inhaftierungen vorgenommen wurden.

Abwarten formeller Eingaben zu diesen Fällen zu
erörtern. Die Kommission könnte diese überarbeiteten Verfahren bei ihrer Sitzung im Jahr 1994 berücksichtigen.
Insgesamt sollte die Arbeitsgruppe über willkürliche
Inhaftierung zu ihrer hervorragenden Arbeitsaufnahme beglückwünscht werden. Sie leistet einen echten
Beitrag zum Schutz der Menschenrechte.

Zwei Aspekte der Praktiken und Verfahren der Arbeits- Bei den thematischen Verfahren der Kommission besteht
gruppe könnten nützlicherweise erwähnt werden. jedoch eine echte Lücke. Über mehrere Jahre hinweg
Erstens hat die Arbeitsgruppe vernünftigerweise be- hat die Kommission die Länder aufgefordert, die Unterschlossen, ihre Quellen vertraulich zu behandeln, wenn drückung der im Internationalen Menschenrechtskodie Quellen diese Vertraulichkeit wünschen. Solche dex garantierten Meinungsfreiheit einzustellen. Jetzt
Vertraulichkeit kann erforderlich sein, um die Informa- ist die Zeit gekommen, da die Kommission einen
tionsquelle oder deren Verwandte vor Vergeltungs- weiteren konkreten Schritt zum Schutz der Rechte von
Journalisten, Schriftstellern, Zeitungen, anderen Medien,
maßnahmen zu schützen.
Gelehrten, Anhängern politischer Parteien - und tatZweitens stützt sich die Arbeitsgruppe derzeit bei den sächlich jedes Menschen - auf Meinungsfreiheit unternehmen muß.
von ihr bearbeiteten Fällen auf ihre Informationsquellen. In ihrem Bericht bittet die Arbeitsgruppe Regierungen, zwischenstaatliche Organisationen, NGOs und Abschließend möchte ich sagen, die Kommission sollEinzelpersonen, eine größere Vielfalt von Fällen vor- te auf ihre Arbeit bei der Entwicklung thematischer
zutragen. Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad der Verfahren, insbesondere die jüngste Arbeitsgruppe
Arbeitsgruppe wird die Arbeitsgruppe in der Lage sein, über willkürliche Inhaftierung, stolz sein. Wir haben
auf eine breitere Anzahl von Fällen zu verweisen. In eine klare Demonstration der Nützlichkeit dieser theihren Anfangsjahren ist es fürdie Arbeitsgruppe jedoch matischen Verfahren vor Augen geführt bekommen.
wichtig, durch die Beurteilung von Fällen aus verschie- Es steht fest, daß nun Sonderberichterstatter über
denen Teilen der Welt ihre Unparteilichkeit unter Beweis Rassismus und über Meinungsfreiheit erforderlich sind,
zu stellen. Demnach könnte die Arbeitsgruppe den um die auf der ganzen Welt auftretenden Probleme zu
Wunsch haben, Veränderungen in ihren Verfahren zu behandeln.
erwägen, um sie zu befähigen, wichtige Fälle ohne

*

Seite 2

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AMERIKA DIENST 9

�AIRBUS
3. März 1993

KANTOR FORDERT KONSULTATIONEN
ZU AIRBUS-ABKOMMEN
US-Handelsbeauftragter strebt Neuverhandlung
über GATT-Flugzeugkodex an
WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Handelsbeauftragte Mickey Kantor hat erklärt, er werde Konsultationen mit der Europäischen Gemeinschaft anstreben, um zu entscheiden, ob sich die europäischen
Regierungen an die im vergangenen Juli unterzeichnete Übereinkunft halten, die eine Begrenzung ihrer
Subventionen für Airbus Industrie vorsieht.

Die Forderung nach Konsultationen erfolgte einen Tag
nachdem zwei Senatoren Gesetzentwürfe eingebracht
hatten, die den amerikanischen Flugzeugbauem helfen würden, mit Airbus zu konkurrieren, indem das
Handelsministerium gezwungen würde, Ermittlungen
gegen Airbus einzuleiten, um gegebenenfalls Ausgleichszölle zu verhängen.

"Die Clinton-Administration mißt der effektiven Funktion und Durchführung dieses Abkommens höchste
Bedeutung bei - wir benötigen Konsultationen, um
beides zu gewährleisten", stellte Kantor in einer am 25.
Februar 1993 veröffentlichten Verlautbarung fest.

Im Rundfunksender National Public Radio erklärte
Kantor am 25. Februar 1993, die Administration habe
noch keine Position zu den Gesetzentwürfen formuliert. Er verwies jedoch darauf, daß es dem gegenwärtigen Flugzeugabkommen USA-EG zufolge der USRegierung nicht möglich ist, Maßnahmen zur Verhängung von Ausgleichzöllen zu treffen.

Airbus Industrie ist das von den Regierungen Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens
getragene europäische Flugzeugkonsortium. Die nach
jahrelangen Verhandlungen im Juli 1992 erzielte
Übereinkunft untersagt künftige Subventionen für den
Airbus, begrenzt den Anteil staatlicher Beihilfen für
Forschung und Entwicklung im Hinblick auf neue Flugzeuge, begrenzt indirekte Subventionen und fordert
eine verstärkte Offenlegung sämtlicher staatlicher
Subventionen.
Kantor zufolge sollten die Konsultationen, die nach
dem bestehenden Abkommen erforderlich sind, "einen
Informationsaustausch über direkte und indirekte
Subventionen sowie staatliche Kapitalzuflüsse für die
große zivile Flugzeugindustrie, eine Prüfung der im
vergangenen Juli über staatliche Subventionszusagen
vor dem Inkrafttreten des Abkommens gelieferten
Informationen sowie die Aussichten für weitere staatliche Beihilfen zur Entwicklung neuer Flugzeugprogramme" beinhalten.
Die Vereinigten Staaten würden darüber hinaus die
Zusammenarbeit mit der EG bei Neuverhandlungen
über das derzeitige internationale Flugzeugabkommen - den GATT-Flugzeugkodex - anstreben, um
strengere Begrenzungen staatlicher Subventionen sowie
härtere Bedingungen für die Rückzahlung staatlicher
Beihilfen einzuführen.
AMERIKA DIENST 9

Der Sprecher des Weißen Hauses, George Stephanopoulos, teilte vor Reportern im Weißen Haus mit, der
Präsident wolle das im vergangenen Jahr ausgehandelte Abkommen "im Auge behalten", um sicherzustellen, daß es fair angewendet wird.
"Er ist daran interessiert zu gewährleisten, daß das
Abkommen eingehalten wird", erklärte Stephanopoutos über Clinton, "und wir werden es weiterhin beobachten."
"Eines der Ziele des Präsidenten besteht darin, zu
gewährleisten, daß wir keine weiteren Vorgänge der
Art zulassen, wonach unsere Konkurrenten riesige
Subventionen für bestimmte Branchen oder Fluglinien
haben, während wir ungeschützt sind."
Daten der Industrie sagen aus, daß infolge von Kürzungen bei den Rüstungsausgaben und der staatlich
subventionierten Konkurrenz von Airbus in der amerikanischen Flugzeugindustrie vergangenes Jahr 340.000
Arbeitsplätze verlorengingen.
Die amerikanische Industrie behauptet, staatliche
europäische Subventionen für Airbus Industrie in Höhe
von 26 Milliarden Dollar in den vergangenen beiden
Jahrzehnten hätten den amerikanischen Anteil am
Seite 1

�Weltflugzeugmarkt seit 1980 um nahezu ein Drittel
verringert. 1992 entfielen 28 Prozent des Weltflugzeugmarkts und 44 Prozent des US-Markts auf den
Airbus.
In seinen Äußerungen im Rundfunk wies Kantor die
Charakterisierung zurück, die Clinton-Administration
sei in Handelsfragen "härter" als die Bush-Administration.
"Wir werden sicherlich bei der Öffnung von Märkten
und Erweiterung des Handels entschlossen vorgehen,
und wir werden entschieden dafür eintreten, daß die
amerikanischen Arbeitnehmer und amerikanischen
Unternehmen ihren fairen Anteil erhalten'', stellte Kantor
fest. "Wir müssen jetzt Märkte öffnen. Das ist gut für
jeden, und das ist nicht die Politik, die von den Euro*

Seite 2

päern bisher betrieben wurde. Wir hoffen, sie davon zu
überzeugen, daß wir dies in der nächsten Runde der
Uruguay-Gespräche tun sollten."
Kantor zufolge ist die Administration der Überzeugung, sie könne den Kongreß zu einer Verlängerung
der Verhandlungsvollmacht für den Abschluß der
Uruguay-Runde bewegen. Er fügte jedoch hinzu, die
Vereinigten Staaten strebten "ein gutes Abkommen,
nicht nur ein rasches Abkommen, an".
Er erklärte, er werde Ende März in Brüssel und erneut
Mitte April in Washington mit dem EG-Kommissar für
auswärtige Angelegenheiten, Sir Leon Br'rttan, zusammentreffen. Die EG sei sich derzeit über das weitere
Vorgehen in der Uruguay-Runde immer noch uneins.

* * *

*

AMERIKA DIENST 9

�</text>
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          <description>A name given to the resource</description>
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              <text>Amerikadienst 03.03.1993</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Wirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton erläutert seine internationale Wirtschaftspolitik &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Präsidenten an der American University&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Regierungsmitglied fordert neue Partnerschaft zwischen Regierung und Industrie&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Aktivere Unterstützung der Wirtschaft verlangt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinungsumfragen belegen starke Unterstützung für Clintons Wirtschaftsprogramm&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Das Meinungsbild in den Vereinigten Staaten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton kündigt humanitäre Fallschirmabwürfe über Bosnien an&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der Präsident begrüßt Beteiligung Rußlands&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Vereinigte Staaten beginnen Luftbrücke in Ostbosnien&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Innen- und außenpolitische Themen für Clinton "untrennbar" &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Außenminister Christopher vor dem Nordatlantikrat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Menschenrechte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA fordern Berichterstatter zu Rassismus und Meinungsfreiheit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung bei Sitzung der UN-Menschenrechtskommission&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Airbus&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kantor fordert Konsultationen zu Airbus-Abkommen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;US-Handelsbeauftragter strebt Neuverhandlung über GATT-Flugzeugkodex an&lt;/em&gt;</text>
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