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                  <text>cimGrikci
dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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24. Februar 1993

° 5300 Bonn 2

KRIEGSVERBRECHEN

STARKE UNTERSTÜTZUNG DER USA FÜR
KRIEGSVERBRECHERTRIBUNAL
Erklärung von UNO-Botschafterin
Albright im Sicherheitsrat

MENSCHENRECHTE

USA FORDERN STÄRKERE UNTERSTÜTZUNG DER UNO FÜR MINDERHEITEN
Rede von Geraldine Ferraro bei
UNO-Menschenrechtskommission
SCHIFTER: RELIGIÖSE INTOLERANZ
NACH WIE VOR SCHWERWIEGENDES
PROBLEM
Erklärung vor UNO-Menschenrechtskommission

TECHNOLOGIE

CLINTON ENTWIRFT TECHNOLOGIEPROGRAMM
Zusammenfassung des Weißen Hauses

HANDEL

KANTOR NENNT WACHSENDES HANDELSDEFIZIT ERNÜCHTERND
Bezeichnet Exporte als "enorm konkurrenzfähig"

FRAUEN

AMERIKANISCHE FRAUEN IN DEN
NEUNZIGER JAHREN: NEUE
PLÄTZE SICHERN
von Denise Hyland

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Fax:0228-33 41 02

�KRIEGSVERBRECHEN
24. Februar 1993

STARKE UNTERSTÜTZUNG DER USA FÜR
KRIEGSVERBRECHERTRIBUNAL
Erklärung von UNO-Botschafterin Albright im Sicherheitsrat
VEREINTE NATION EN - (AD) - Die Einrichtung eines Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien
hat das Prinzip bekräftigt, daß "alle dem Völkerrecht gegenüber verantwortlich sind", erklärte die amerikanische
Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Madeleine Albright, am 22. Februar 1993.
In einer Rede vordem UN-Sicherheitsrat verwies Albright nach der einmütigen Verabschiedung einer Resolution
zur Schaffung des Tribunals darauf, es werde "kein Tribunal der Sieger sein. Der einzige Sieger, der sich bei
diesem Vorhaben durchsetzen wird, ist die Wahrheit."
Albright äußerte, Präsident Clinton sowie Außenminister Christopher hätten sich für das Tribunal eingesetzt, um
nicht nur Gerechtigkeit walten zu lassen, sondern auch, um weitere Greueltaten in den ehemaligen Republiken,
besonders in Bosnien, abzuschrecken, von wo weiterhin Berichte über ethnische Säuberungen und andere
Menschenrechtsverletzungen eintreffen.
"Der Minister hat darüber hinaus erklärt, daß es einen weiteren Grund für Sofortmaßnahmen gibt - daß hier ein
umfassenderer Imperativ besteht", erklärte sie. "Die Reaktion der Welt auf die Gewalt im ehemaligen
Jugoslawien ist eine frühzeitige und konkrete Probe, wie wir die Anliegen ethnischer und religiöser Minderheiten
in der Welt nach dem Kalten Krieg behandeln."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Äußerungen Albrights im Wortlaut.

Esgibt heute in dieser Kammer ein Echo. Die Nürnberger Prinzipien sind bekräftigt worden. Wir haben den
von der Gemeinschaft zivilisierter Nationen vor 48
Jahren in San Francisco geschlossenen und lange Zeit
vernachlässigten Pakt bewahrt: die Vereinten Nationen zu schaffen und die Nürnberger Prinzipien zur
Geltung zu bringen. Die Lektion, daß wir alle dem
Völkerrecht gegenüber verantwortlich sind, könnte
endlich fest in unserem kollektiven Gedächtnis verankert worden sein.
Dies wird kein Tribunal der Sieger sein. Der einzige
Sieger, der sich bei diesem Vorhaben durchsetzen
wird, ist die Wahrheit. Und im Gegensatz zur Welt der
vierziger Jahre ist das internationale humanitäre Recht
heute eindrucksvoll kodifiziert, wohlbekannt, allgemein
anerkannt und durchsetzbar. Die Debatten über den
Zustand des Völkerrechts, die die Nürnberger Prozesse so stark behinderten, werden dieses Tribunal nicht
belasten.
Die Vereinigten Staaten unterstützen energisch die
Verabschiedung der heutigen historischen Resolution
durch den Rat, die den ersten Schritt zur Schaffung
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eines Ad-hoc-Tribunals einleitet, um Personen zu
verfolgen, die der Kriegsverbrechen und anderer ernsthafter Verletzungen des internationalen humanitären
Rechts auf dem Territorium des ehemaligen Jugoslawien angeklagt werden. Praktisch alle Parteien, die
dieses Problem untersucht haben - darunter die Generalversammlung, die Ko-Vorsitzenden der internationalen Konferenz über das ehemalige Jugoslawien
sowie die von der Resolution 780 des UN-Sicherheitsrats geschaffene Expertenkommission - haben die
Schaffung eines solchen Tribunals gefordert.
Präsident Bill Clinton unterstützt seit langem die Einrichtung eines Kriegsverbrechertribunals bei den Vereinten Nationen, um Gerechtigkeit zu schaffen und
weitere Greueltaten im ehemaligen Jugoslawien abzuschrecken.
Erst vor 12 Tagen hat Außenminister Warren Christopher steBvertretend für den Präsidenten erläutert, warum
die Vereinigten Staaten glauben, daß diese und andere Maßnahmen dringend erforderlich sind. Der Minister erklärte:

Seite 1

�"Wir können den Zoll an Menschenleben nicht
ignorieren. Die 'ethnischen Säuberungen' wurden durch Massenmord, systematische Prügel
sowie die Vergewaltigung von Musliminnen und
anderen, durch Dauerbeschuß auf Unschuldige
in Sarajevo und andernorts, die gewaltsame
Vertreibung ganzer Dörfer, inhumane Behandlung von Gefangenen in Intemierungslagern
sowie die Blockierung von Hilfslieferungen für
Kranke und verhungernde Zivilisten angestrebt.
Greueltaten wurden auch von anderen Parteien
begangen. Unser Gewissen wehrt sich gegen
die Idee, solche Brutalität passiv zu akzeptieren."
Der Außenminister hat darüber hinaus erläutert, daß
es einen weiteren Grund für Sofortmaßnahmen gibt daß hier ein umfassenderer Imperativ besteht. Die
Reaktion der Welt auf die Gewalt im ehemaligen
Jugoslawien ist eine frühzeitige und konkrete Probe,
wie wir die Anliegen ethnischer und religiöser Minderheiten in der Welt nach dem Kalten Krieg behandeln.
Ich zitiere erneut den Außenminister:
"Die Vorgänge im ehemaligen Jugoslawien werfen
die Frage auf, ob ein Staat die Rechte seiner
Minderheiten so behandeln darf, daß er diese
Minderheiten auslöscht, um 'ethnische Reinheit' zu erlangen. Anmaßende Tyrannen und
ängstliche Angehörige von Minderheiten warten
ab, ob 'ethnische Säuberungen' eine Politik
darstellen, die die Welt toleriert. Wenn wir die
Ausbreitung der Freiheit und das Entstehen
friedlicher, multiethnischer Demokratien fördern
wollen, muß unsere Antwort ein eindeutiges
Nein sein."

Die Vereinigten Staaten haben dem Rat, wie in Resolution 771 des Sicherheitsrats vorgesehen, bereits
aktuelle Berichte vorgelegt, die erhärtete Informationen über die im ehemaligen Jugoslawien begangenen
Greueltaten enthalten. Die heutige Maßnahme des
Rats leitet den Prozeß zur Schaffung eines Kriegsverbrechertribunals in die Wege.
Wir sehen der Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär gerne entgegen, um unverzüglich die Aufgabe
zu erfüllen, dem Rat Optionen für Statut und Verfahrensregeln eines solchen Tribunals zu unterbreiten.
Nach Erhalt des Berichts des Generalsekretärs werden wir gemeinsam mit den anderen Mitgliedstaaten
im Rat rasch handeln, um ein Tribunal gemäß Kapitel
VII einzurichten. Wir werden ferner in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen alles in unserer Macht
Stehende tun, um zu gewährleisten, daß die Personen, die an diesen ungeheuerlichen, abscheulichen
Verbrechen beteiligt sind, identifiziert und für ihre
Handlungen, die das kollektive Gewissen der Welt so
sehr beleidigen, zur Verantwortung gezogen werden.
Wir sollten uns daran erinnern, daß die Nürnberger
Prinzipien für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen
den Frieden und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
1948 von der Generalversammlung verabschiedet
wurden. Durch seine heutige Maßnahme im Rahmen
von Resolution 808 hat der Sicherheitsrat gezeigt, daß
der Wille dieser Organisation verwirklicht werden kann,
selbst wenn es nahezu ein halbes Jahrhundert dauerte, bis die Weisheit unserer frühesten Prinzipien verankert werden konnte. Ich hoffe, es wird kein weiteres
halbes Jahrhundert dauern, um den Frieden und die
Sicherheit zu schaffen, so daß die abscheulichen
Verbrechen, die unseren Vermutungen nach begangen wurden, voll und ganz Phänomene der Vergangenheit sind. Ich danke Ihnen.

* * * * *

Seite 2

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�MENSCHENRECHTE
24. Februar 1993

USA FORDERN STÄRKERE UNTERSTÜTZUNG
DER UNO FÜR MINDERHEITEN
Rede von Geraldine Ferraro bei UNO-Menschenrechtskommission
GENF - (AD) - Die Vereinigten Staaten drängen die UNO-Menschenrechtskommission, für die unterdrückten
Minderheiten der Welt einzutreten und sich aktiv für die Lösung von Minderheiten betreffenden Konflikten
einzusetzen.
In einer Rede vor der Jahreskonferenz der aus 53 Nationen bestehenden Kommission erklärte die US-Delegierte
Geraldine Ferraro am 16. Februar 1993 in Genf, das Problem der ethnischen und religiösen Konflikte sei "eines
der schwerwiegendsten Menschenrechtsprobleme ... mit denen die Welt heute konfrontiert ist".
Unter Verweis auf die Krise im ehemaligen Jugoslawien als offenkundigstem Beispiel eines von ethnischen und
religiösen Differenzen zerrissenen Landes äußerte Ferraro, "Stammeskriege in Somalia, religiöse und ethnische
Auseinandersetzungen im Sudan und dem Kaukasus, die Gewalt gegen ethnische Vietnamesen in Kambodscha, religiöse Ausschreitungen in Indien sowie ethnische Zusammenstöße in Sri Lanka" seien ebenfalls
Beispiele für destabilisierende Einflüsse auf Ordnung und Frieden in der Welt.
Solche Konflikte, so Ferraro, drohten die jüngsten Fortschritte auf dem Weg zu Freiheit und Demokratie weltweit
zunichte zu machen.
Nachfolgend veröffentlichen wir Ferraros Erklärung im Wortlaut.

Ich freue mich, heute die Gelegenheit zu haben, vor
diesem hochkarätigen Gremium zu einem Thema
Stellung zu nehmen, das nach Meinung der Vereinigten Staaten eines der schwerwiegendsten Menschenrechtsprobleme darstellt, mit denen die Welt heute
konfrontiert ist - ethnische und religiöse Konflikte.

Trotz des weltweiten Trends zur Freiheit zeigen die
jüngsten Ereignisse in vielen Teilen der Wert, da ß noch
wesentlich mehr getan werden muß, um die Rechte
des einzelnen zu schützen - insbesondere die Rechte
von Frauen und Personen, die nationalen, ethnischen,
religiösen und sprachlichen Minderheiten angehören.

Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Welt Zeuge
eines Vorganges geworden, der sich gut als demokratische Renaissance beschreiben läßt-eine Wiedergeburt jener Prinzipien und Werte, die dem einzelnen in
einer Gesellschaft Respekt verschaffen.

Obwohl die Welt derzeit freier als jemals zuvor in ihrer
Geschichte ist, drohen nationale und ethnische Konflikte in vielen Teilen der Welt die Fortschritte der
vergangenen 20 Jahre zunichte zu machen.

Zahlreiche repressive Regime sind seither von Regierungen abgelöst worden, die ein Mandat von den
Menschen haben und die Menschenrechte sowie
Rechtsstaatlichkeit achten. Die Zahl der Demokratien
hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu
verdoppelt. Andere Länder mit autoritären Systemen
befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Liberalisierung.

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Tatsächlich haben wir im Lauf des vergangenen Jahres Beispiele gesehen, bei denen die Differenzen
zwischen ethnischen Gruppen die Bemühungen verschiedener Länder ernsthaft behindert haben, Demokratie und Wohlstand auszubauen.
Jugoslawien ist lediglich das offenkundigste Beispiel
eines von ethnischen und religiösen Differenzen zerrissenen Landes. Stammeskriege in Somalia, religiöse und ethnische Auseinandersetzungen im Sudan

Seite 1

�und dem Kaukasus, die Gewalt gegen ethnische Vietnamesen in Kambodscha, religiöse Ausschreitungen
in Indien sowie ethnische Zusammenstöße in Sri Lanka
und Ruanda sind weitere Beispiele für destabilisierende Einflüsse auf Ordnung und Frieden in der Welt.
Dies sind wirklich nur Beispiele. Die Liste ist ellenlang.
Mein Land ist dem Prinzip verpflichtet, daß alle Menschen mit gleichen und unveräu ßerlichen Rechten und
Grundfreiheiten geboren werden. Als Nation von
Einwanderern haben wir die Armen und die Unterdrückten aus der ganzen Welt aufgenommen. Wir
haben die Vielfalt begrüßt.
Wir verstehen, daß wir eine grundsätzliche Verpflichtung füreinander als Menschen haben - die alle vor
Gott gleich sind.
In der Vielfalt unseres Volkes haben wir eine Stärke
gefunden, die uns als Nation bereichert hat. Unsere
Bürger kommen aus allen Winkeln der Welt, in allen
Größen, Formen und Farben - Schwarze, Muslime,
Braune, Christen, Juden, Hindus, Männer, Frauen,
Zen-Buddhisten, Ungebildete und andere, die zu
zahlreich sind, um alle erwähnt zu werden.
Der Anpassungsprozeß vollzieht sich bei uns nicht
immer reibungslos. Wir sind die ersten, die zugeben,
daß wir nicht perfekt sind, und es ist ein steter Kampf,
Bigotterie, Haß und Ungerechtigkeit auszumerzen.
Die Mauern der Ignoranz fallen nicht leicht.
Arthur Ashe, ein afroamerikanischer Tennisspieler der
Weltklasse, der zu Beginn dieses Monats an Komplikationen der Krankheit AIDS starb, erklärte einst traurigerweise, es sei härter, schwarz zu sein als AIDS zu
haben.
Und ich spreche selbst mit ein wenig Erfahrung über
Diskriminierung als Frau. Obwohl wir die Männer
zahlenmäßig übertreffen, werden wir im allgemeinen
als Minderheit behandelt.
In Ländern, die ethnische Kriegführung erleben - wie in
Bosnien-Herzegowina -, sind es meistens die Frauen,
insbesondere ältere Frauen, und Kinder, die am meisten leiden. Selbst in Ländern, die von Konflikten
weitgehend verschont werden, kämpfen Frauen gegen Klischees und Diskriminierung.
Vielleicht liegt es daran, daß wir und Minderheiten in
den Hallen der Macht unterrepräsentiert sind. Schauen Sie sich nur einmal hier im Saal um. Und gerade die
Tatsache, daß Frauen und Minderheiten unterrepräsentiert sind, macht Ihre Arbeit in dieser Kommission
so äußerst wichtig.
Es ist Ihre Aufgabe, für diejenigen einzutreten, die
keine eigene Stimme haben. Und daß Sie dies tun,
liegt im ureigenen Interesse jedes hier vertretenen
Mitgliedstaates.

Seite 2

Wir befinden uns zur Zeit in einer Weltwirtschaftskrise.
Überdies sind wir in jeder Weltregion mit Umweltproblemen konfrontiert. Um diesen Herausforderungen
gerecht zu werden, benötigen wir die Talente jedes
einzelnen unter uns.
Niemand würde die Meinung vertreten, dies seien
keine harten Zeiten, und die Geschichte belegt, daß
gerade in harten Zeiten die Kräfte der Intoleranz und
des Konservatismus am lautesten auftreten. Jetzt ist
die Zeit, da sie Unzufriedenheit und Furcht ausnutzen.
Harte Zeiten machen es noch lebenswichtiger, daß wir
unsere kostbaren nationalen Ressourcen schätzen und deren vornehmste ist die Vielfalt. Wenn man sich
um die besten Antworten bemüht, um einer Gesellschaft zu Fortschritten zu verhelfen, stehen Diskriminierung und Vorurteile nur im Weg. Der sicherste Weg,
um harte Zeiten noch härter zu machen, besteht darin,
Zwietracht unter uns zu säen und einige Bürger gleicher zu machen als andere.
Der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut schrieb
einst eine Geschichte über eine Gesellschaft, deren
Bürger je nach ihren Stärken absichtlich behindert
wurden.
Je größer ihre natürlichen Talente, desto schlimmer
ihre obligatorische Behinderung. Die schönsten Bürger wurden gezwungen, ihr gutes Aussehen unter
grotesken Masken zu verbergen. Die besten Tänzer
wurden an schwere Gewichte gekettet, um die Anmut
ihrer Bewegungen zu stören, die größten Denker trugen ablenkende Geräuschkulissen mit sich herum, um
Nachdenken unmöglich zu machen.
Genau so etwas tun Vorurteile dem Menschen an.
Diskriminierung hält die Menschen auf ebensolche
Weise zurück wie die schweren Gewichte und dicken
Ketten. Indem wir die Menschen ihrer Talente und
Begabungen berauben, sie am Aufstieg hindern, berauben wir jede unserer Nationen der Größe, die sie
sonst erreichen könnte.
Wenn wir diese Situation wieder verbessern wollen
und die Rechte derer schützen wollen, die einer Minderheit angehören oder aus anderen Gründen diskriminiert werden, liegt schwere Arbeit vor uns.
Die Annahme der Erklärung der Rechte von Angehörigen nationaler, ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten durch die UNO-Generalversammlung im Dezember letzten Jahres war ein Schritt in
diese Richtung.
Obwohl hinter dieser Erklärung die besten Absichten
stehen, ist sie nur ein Stück Papier. Die vor uns
liegende Herausforderung besteht darin, sie zum Leben
zu erwecken, darauf hinzuwirken, daß sie mehr wird
als nur Worte in einem bedeutenden UNO-Dokument,
daß sie positive Auswirkungen auf das Leben der

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�Menschen hat. Es stellt sich uns die Frage, wie wir das
erreichen können.
Minderheiten können ihrer Rechte auf zwei verschiedene Arten beraubt werden. Einerseits gibt es Regierungen, die Gesetze erlassen und Maßnahmen ergreifen, die für nicht in der Regierung vertretene Gruppen
von Nachteil sind. Andererseits gibt es Länder, in
denen nicht die Regierung für die Beraubung der
Rechte der Minderheiten verantwortlich ist, sondern
der Ha ß zwischen ethnischen oder religiösen Gruppen
zu Maßnahmen führt, die eine Gruppe von Bürgern
ergreift, um anderen ihre grundlegenden Rechte oder
sogar ihr Leben zu nehmen.
Diese Kommission muß sich mit beiden Phänomenen
befassen. Da uns in jüngster Zeit jedoch besonders
das Problem des Hasses zwischen einzelnen Gruppen
alarmiert hat, möchte ich kurz darauf eingehen.
Ich habe bereits darauf hingewiesen, daß in meinem
Land bedauerlicherweise Konflikte zwischen einzelnen Gruppen stattgefunden haben. Unsere Antwort
auf dieses Phänomen bestand nicht in Schulterzucken
und Resignation in der Annahme, daß wir immer mit
solchen Konflikten konfrontiert werden; vielmehr haben wir versucht, mit dem Problem fertigzuwerden.
Unsere staatlichen Behörden auf nationaler, bundesstaatlicher und lokaler Ebene sowie gemeinnützige
Organisationen haben versucht, Programme über die
Beziehungen zwischen einzelnen Gruppen und zur
Konfliktlösung zu ermutigen.
Eines dieser Organe ist der dem Justizministerium
angehörende Community Relations Service (C.R.S.),
die einzige Behörde ihrer Art, die an der Lösung von
Konflikten und Spannungen in der Gesellschaft arbeitet, die von der spürbaren Diskriminierung von Minderheitengruppen herrühren.
Ich bin der Ansicht, daß die Arbeit dieser Behörde sehr
wohl als Modell fürden Abbau von Konflikten zwischen
einzelnen Ländern dienen könnte. Erlauben Sie mir,
Ihnen ein Beispiel für das Funktionieren des Community Relations Service zu geben.
Vor weniger als einem Jahr brachen in Los Angeles
nach dem Freispruch von vier weißen Polizisten, die
der Mißhandlung eines Afroamerikaners angeklagt
waren, Unruhen aus. Die Unruhen führten zum Verlust
von 53 Menschenleben und nahezu einer Milliarde
Dollar Sachschaden.
Der C.R.S. schickte sofort 14 seiner erfahrendsten
Schlichter nach Los Angeles und hielt während und
nach den Unruhen eine sichtbare Präsenz aufrecht.
Der C.R.S. nimmt in dem Streit nicht Partei. Er bietet
einfach den Menschen und Gemeinden Hilfe bei der
Lösung von Konflikten an, die sie entzweien.
Kurz nach dem Ausbruch der Unruhen in Los Angeles
brachte der C.R.S. Vertreter der Polizei, asiatischer,
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hispanischer und afroamerikanischer Organisationen
zusammen, um diese strittigen Angelegenheiten zu
lösen. Infolgedessen wurde die Kommunikation verbessert und die Ordnung wiederhergestellt.
Im Idealfall finden natürlich Vermittlung und Versöhnung vor Ausbruch des Konflikts statt. Aber die
Vermittlungstechniken, wie die von der C.R.S. bereitgestellten, können Spannung auf jeder Stufe eines
Konflikts abbauen.
Natürlich benötigt man zur Vermittlung in Streitigkeiten
gewisse Fähigkeiten, und Geistliche haben in vielen
Situationen eine wichtige Rolle bei der Zusammenführung verschiedener Gruppen gespielt, die dann miteinander gesprochen haben.
Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, die sich auf
mein eigenes Land konzentriert. Ich bin sicher, daß in
anderen Ländern ähnliche Konfliktlösungsfähigkeiten
entwickelt wurden. Uns stellt sich die Frage, ob
Konfliktlösung nicht eine Fähigkeit ist, die weltweit in
Situationen zum Tragen kommen könnte, in denen
Mitglieder verschiedener Gruppen sich feindlich gegenüberstehen und davon überzeugt werden sollten,
miteinander zu sprechen und nach konstruktiven und
für alle angemessenen Lösungen zu suchen.
Wenn die Antwort lautet, daß das die Sache wert ist,
müssen wir uns fragen, wie wir Konfliktlösungsfachleute in Situationen einbringen können, in denen ihre
Fähigkeiten benötigt werden. Im Namen der Delegation aus den Vereinigten Staaten schlage ich vor, daß
es sich hier um einen weiteren Dienst handelt, den ein
angemessen mit Finanzmitteln ausgestattetes Menschenrechtszentrum in Zukunft anbieten könnte. Sein
Beratungsdienst-Programm könnte so gefördert werden, daß gegebenenfalls mit Schlichtungstechniken
oder anderen Formen der freiwilligen Konfliktlösung
vertraute Fachleute zur Verfügung gestellt werden
könnten.
Unter Nutzung der umfassenden Ressourcen der
Vereinten Nationen kann das Beratungsdienst-Programm bei der Entschärfung von Konflikten eine konstruktive Rolle spielen, bevor diese, wie das im ehemaligen Jugoslawien der Fall war, zum Ausbruch von
Gewalt führen.
Wir sind auch der Ansicht, daß das Menschenrechtszentrum in einem entsprechenden Land ohne existierende Ressourcen ein Pilotprojekt zur Konfliktlösung
durchführen könnte.
Abschließend möchte ich sagen, daß Vielfalt das am
weitesten verbreitete Kennzeichen der Menschheit ist.
Obwohl wir verschieden sind, sollten wir miteinander in
Frieden leben. Aber wir müssen zur Erreichung dieses
Ziels erste Schritte unternehmen.
Obwohl er damals vor allem an politische Differenzen
dachte, sind die vor dreißig Jahren von Präsident John

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�F. Kennedy gesprochenen Worte angesichts der von
mir erwähnten Umstände heute ebenso angemessen
wir damals:
"Wir dürfen nicht die Augen vor unseren Meinungsverschiedenheiten verschließen - aber wir sollten unsere

*

Seite 4

Aufmerksamkeit auch auf unsere gemeinsamen Interessen und die Möglichkeiten zur Überbrückung unserer Unterschiede konzentrieren. Und wenn wir unsere
Meinungsverschiedenheiten nicht jetzt beenden können, so können wir zumindest dazu beitragen, die Welt
zu einem sicheren Ort für die Vielfalt zu machen."

* * *

*

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�MENSCHENRECHTE
24. Februar 1993

SCHIFTER: RELIGIÖSE INTOLERANZ NACH
WIE VOR SCHWERWIEGENDES PROBLEM
Erklärung vor UNO-Menschenrechtskommission
GENF- (AD) - Religiöse Intoleranz wirft in einigen Teilen der Welt nach wie vor "schwerwiegende Probleme" auf,
erklärte der Leiter der US-Delegation bei der Jahrestagung der UNO-Menschenrechtskommission in Genf am
18. Februar 1993.
Botschafter Schifter verwies darauf, daß das Problem der religiösen Intoleranz insbesondere im Iran, im Sudan,
in Kuba und in China bestehe. So dauere im Iran die Schikanierung von Angehörigen der Bahai-Religion an,
während im Sudan Christen verfolgt würden, in Kuba das staatliche Religionsprogramm die traditionellen
Religionen unterdrücke und in China "Gläubige eingesperrt, gefoltert und diskriminiert" würden.
Schifter erinnerte an Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der mit der Meinungs- und
Gewissensfreiheit für alle Menschen auch die Religionsfreiheit garantiert. "Jede diesbezügliche Einschränkung
läuft dieser Erklärung zuwider und verletzt damit international anerkannte Normen", erklärte er.
Nachfolgend veröffentlichen wir Botschafter Schifters Stellungnahme im Wortlaut.

Vor weniger als fünf Jahren stand ich in einer dieser in diesem Saal einige Jahre zuvor gefordert hatte. Bis
langen Schlangen vor dem Grabmal Lenins auf dem Ende 1988 waren alle Personen, die wegen unerlaubRoten Platz in Moskau. Neben mir stand einer meiner ter Religionsausübung in der Sowjetunion verhaftet
Freunde, ein amerikanischer römisch-katholischer oder in psychiatrische Anstalten eingewiesen worden
Erzbischof. Als wir das verdunkelte Mausoleum betra- waren, freigelassen worden. Und heute wird die
ten, flüsterte er mir zu: "Jede Gesellschaft braucht Religionsfreiheit in Rußland und den meisten der
ehemaligen Republiken der Sowjetunion geachtet.
ihre religiösen Symbole."
Die Geschichte der Sowjetunion hat in der Tat die
Gültigkeit dieser Beobachtung bewiesen. Die Männer, die den bolschewistischen Staatsstreich vom
Oktober 1917 ausgeführt hatten, waren Atheisten
gewesen und hatten versucht, alle Formen der Religion zu unterdrücken. Die Unterdrückung dauerte
jahrzehntelang an, aber schrittweise entwickelte sich
eine neue Staatsreligion, eine Staatsreligion, die später als Personenkult, als Stalinkult bezeichnet wurde.
Nachdem die neuen sowjetischen Führer in der Folge
den Stalinkult verurteilt hatten, bedienten sie sich einer
früheren Ära und ersetzten ihn durch den Leninkult,
den Kult, der durch die Aura um das Grabmal so lebhaft
verdeutlicht wird.

Und es gab eine Zeit, als ich in diesem Saal den Fall
des Paters Popieluszko zur Sprache bringen mußte,
des mutigen polnischen Priesters, der von Angehörigen der Sicherheitspolizei ermordet wurde, die dachten, wenn sie Popieluszko töteten, könnten sie die
Woge der Freiheit aufhalten, zu der auch seine Predigten gehörten. Damals mußte die polnische Delegation
das Unhaltbare verteidigen. Heute ist es das freie
Polen, das hier vertreten ist.

Obwohl wir zurecht die für die Sache der Religionsfreiheit in den letzten Jahren verzeichneten Fortschritte
begrüßen können, müssen wir bedauerlicherweise
auch feststellen, daß die Fortschritte nicht einheitlich
verliefen. Ich erinnere mich an ein Treffen, das ich vor
Zum Zeitpunkt meines Besuchs an Lenins Grab war nicht allzu langer Zeit in einem anderen Teil der Welt
jedoch auch der Leninkult bereits im Niedergang be- hatte. Es war ein Treffen mit einem Geistlichen, der 17
griffen. Die Unterdrückung der Religion hatte abge- Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Sein Vergehen
nommen. Einer der Dissidenten, die ich bei meinen bestand darin, daß seine Überzeugungen ihn dazu
Besuchen in Moskau häufig traf, war Pater Gleb Jaku- veranlaßt hatten, einen Glauben anzunehmen und
nin. Er war aus dem Gulag entlassen worden, wie ich sich darin ordinieren zu lassen, der der Universalität
AMERIKA DIENST 8

Seite 1

�verpflichtet ist und dessen Geltungsbereich internationale Grenzen überschreitet. Zu dem Zeitpunkt, als ich
ihn traf, hatte er die Aspekte seines Glaubens, die ihm
17 Jahre seines Lebens geraubt hatten, aufgegeben.
In seinem Herzen mag er weiterhin tief in diesem
Glauben verwurzelt gewesen sein, aber er konnte ihn
nicht länger so praktizieren, wie er wollte.
An diesem Punkt sollten wir uns daran erinnern, daß
Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte folgendes vorsieht:

haben. Die Wahrung der Religionsfreiheit hat sich
also, wie ich zu Beginn bereits feststellte, in den letzten
Jahren erheblich ausgebreitet.
Andererseits müssen wir mit Bedauern zur Kenntnis
nehmen, daß nach wie vor in diesem Bereich schwerwiegende Probleme bestehen. Ich möchte sie folgendermaßen kategorisieren:
1.

"Jedermann hat das Recht auf Meinungs-,
Gewissens- und Religionsfreiheit; hierin ist das
Recht enthalten, seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, ebenso die Freiheit, seine 2.
Religion oder Überzeugung - allein oder zusammen mit anderen - öffentlich oder privat, durch
3.
Lehren, Ausübung, Gottesdienst, Andachtsübungen kundzutun."
Der Begriff, den wir uns einprägen sollten, lautet
"zusammen mit anderen". Er lautet nicht "zusammen
mit anderen Bürgern desselben Landes". Artikel 20
legt darüber hinaus fest: "Jedermann hat das Recht
auf friedliche Vereinigungs- und Gewerkschaftsfreiheit." Wenn sich die in Artikel 18 angesprochene
Gemeinschaft oder die Vereinigung in Artikel 20 über
die Grenzen eines Landes hinaus erstreckt und zum
Beispiel bis Rom reicht, so ist dies von der Allgemeinen
Erklärung gestattet, und jede diesbezügliche Einschränkung läuft dieser Erklärung zuwider und verletzt damit
international anerkannte Normen.

Staatlich angeordnete schwere Unterdrückung
bestimmter Religionen, bisweilen in Verbindung
mit Bemühungen, Anhänger einer Glaubensrichtung zur offiziellen Staatsreligion zu bekehren.
Staatlich angeordnete Beschränkungen der
Ausübung bestimmter Religionen.
Auseinandersetzungen zwischen Religionsgruppen, die zu Blutvergießen und der Zerstörung
von Gotteshäusern oder gewöhnlichem Eigentum führen. Diese Art von Unruhen, so möchte
ich hinzufügen, wird häufig nicht staatlich gefördert.

Im Hinblick auf die erste der drei von mir angeführten
Kategorien stechen einige Länder als diejenigen hervor, die einige der schwerwiegendsten Formen der
Unterdrückung praktizieren. Im Iran sind wir Zeugen
der anhaltenden Schikanierung von Mitgliedern des
Bahai-Glaubens, dem die Regierung die juristische
Anerkennung verweigert. Der Staat untersagt den
Bahais die Ausübung religiöser Aktivitäten, die Wahl
von geistlichen Führern, die Schließung von Ehen, die
In demselben Land, in dem ich den Geistlichen getrof- Glaubenslehre oder Beteiligung an gemeinnützigen
fen hatte, der 17 Jahre im Gefängnis saß, traf ich Organisationen. In Bildungswesen und Erwerbsleben
darüber hinaus mit einer Gruppe führender Vertreter sind sie schwerster Diskriminierung ausgesetzt.
verschiedenster Glaubensrichtungen zusammen. Es Im Fall des Sudans hat Papst Johannes Paul II.
war eine äußerst deprimierende Veranstaltung. Denn unlängst die Aufmerksamkeit auf die Verfolgung der
während ich ihnen zuhörte, erkannte ich, daß sie alle Christen gelenkt. Berichten zufolge wurden Nichtmustrotz ihrer unterschiedlichen religiösen Herkunft eines lime gezwungen, sich zum Islam zu bekennen, um in
gemeinsam hatten: Sie alle hatten Angst. Sie hatten den Genuß von Hilfslieferungen zu kommen. ChristliAngst, die Wahrheit zu sagen, auszudrücken, was sie che Kirchen und Schulen wurden geschlossen. Dem
wirklich dachten. Und ich bin sicher, daß sie gute Strafrechtsgesetz von 1991 zufolge steht für Muslime
Gründe dafür anführen konnten, daß sie nicht offen der Abfall vom Glauben unter Todesstrafe.
sprachen. Indem sie mit ihren Äußerungen vorsichtig
waren, konnten sie wenigstens ihre Befugnis bewah- Wie wir wissen, ist in Kuba die Zeit stehengeblieben.
ren, als religiöse Führer zu fungieren - auch, wenn sie Der Personenkult, der andernorts ausgestorben ist, ist
dies nur innerhab der genehmigten Grenzen tun konnten. dort nach wie vor sehr lebendig und de facto Staatsreligion. In ihrem Programm der Unterdrückung traditioVor sieben Jahren, als ich die Ehre hatte, vor dieser neller Religionen haben Agenten des staatlichen SiKommission zur Unterstützung der Einrichtung des cherheitsdienstes die katholischen Bischöfe empört,
Amts eines Berichterstatters über religiöse Intoleranz indem sie Gottesdienste infiltriert und selbst während
Stellung zu nehmen, widersetzten sich uns fünf Mit- der Messe Verhaftungen vorgenommen haben. Kuba
gliedstaaten dieser Kommission. Einer davon, die verbietet darüber hinaus religiöse Schulen, Priestersesogenannte Deutsche Demokratische Republik, ist für minare, kirchliche Krankenhäuser, die Einhaltung reliimmer verschwunden. Die meisten anderen haben giöser Feiertage und kirchliche Medien oder unterwirft
dramatische Veränderungen durchlebt, die den Status sie strengen Beschränkungen. Diejenigen, die gegen
der Religion in diesen Ländern und anderen, die mit diese Einschränkungen protestieren, wurden bedroht.
ihnen eng verbunden waren, substantiell verändert

Seite 2

AMERIKA DIENST 8

�Andere Probleme bestehen in einer zweiten Kategorie bringen. Er hat ein solides Fundament gelegt, auf dem
von Ländern, die der freien Ausübung der in Artikel 18 wir alle nun aufbauen können. Mit Blick auf die Zukunft
garantierten Rechte Beschränkungen auferlegen.
sollten wir den Berichterstatter ermächtigen, seine
Zuständigkeit durch Bemühungen zur Problemlösung
In diesen Ländern werden Anhänger von Religionen, zu ergänzen.
die nicht offiziell sanktioniert sind, verschiedenen Formen
der Einschränkung und Belästigung unterworfen. In Situationen, die in die dritte der von mir bereits erwähneinigen Fällen dürfen sie vielleicht nicht öffentlich ten Kategorien fallen, könnten sich für das Engagebeten und sind häufigen Diskriminierungen in bezug ment eines Berichterstatters und des UN-Systems
auf Reisefreiheit, Bildungsmöglichkeiten oder Arbeits- besonders anbieten. Wie wir auch in anderen Gremien
suche ausgesetzt. Ihre Gotteshäuser und Archive zu empfehlen beabsichtigen, empfehlen wir hier, daß
können zerstört wer den und Konvertiten, die zu mißbil- unter Einsatz der bestehenden UN-Ressourcen das
ligten Religionen übergetreten sind, werden schroff Menschenrechtszentrum befähigt wird, unter der Aufbehandelt.
sicht des Berichterstatters Programme zu entwickeln,
um Menschen unterschiedlichen Glaubens zusamSo werden in China Gläubige eingesperrt, gefoltert menzubringen und das gegenseitige Verständnis zu
und diskriminiert, weil sie in Untergrundkirchen beten, fördern.
Bibeln und religiöse Literatur besitzen, Religionsunterricht abhalten oder Bischofskonferenzen, Hauskirchen Ich möchte betonen, daß es Zeiten gibt, in denen es
und andere Vereinigungen bilden, die religiöse Aktivi- notwendig ist, Namen zu nennen und Regierungen
täten ohne staatliche Genehmigung organisieren. Einige bloßzustellen, die in klarer Verletzung der Allgemeinen
chinesische Christen werden in "Umerziehungslagern" Erklärung gehandelt haben. Es gibt andere Zeiten, in
interniert, wo sie wegen ihrer unabhängigen religiösen denen unser Berichterstatter ernste vertrauliche GeAktivitäten Strafen sowie grausame Versuche zur spräche mit Regierungen in der Hoffnung führen kann,
Umformung ihres Gewissens erdulden müssen.
Veränderungen bei restriktiven Praktiken zu bewirken.
Und dann - was am wichtigsten ist - gibt es MöglichkeiUnd dann gibt es die dritte Kategorie, die der sponta- ten für das Menschenrechtszentrum, einer Regierung
nen Gewaltausbrüche zwischen religiösen Gruppen, konkrete Hilfe zur Verfügung zu stellen, die an solcher
die sich nicht auf staatliche Politik gründen, sondern Hilfe ernsthaft interessiert ist, um religiöse Auseinanauf einen Fanatismus, der Anhänger einer Religion dersetzungen zu beenden. In dieser postleninistidazu veranlaßt, Tod und Zerstörung unter den Anhän- schen Ära gibt es für die UNO vielfältige Möglichkeiten,
gern einer anderen Religion anzurichten.
um die Ziele zu erlangen, die die Begründer 1945 im
Sinn hatten, die uns jedoch viele Jahrzehnte lang
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um Dr. Ribeiro
unseren Dank abzustatten, der als Berichterstatter in entgangen sind. Jetzt ist es an der Zeit, Fortschritte zu
den vergangenen sieben Jahren mühsame Arbeit machen. Und die Religionsfreiheit ist in der Tat eine
geleistet hat, um die Bemühungen der Vereinten Na- Sache, die es wert ist, daß wir dabei Fortschritte
tionen im Bereich der Religionsfreiheit auf den Weg zu erzielen.
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�TECHNOLOGIE
24. Februar 1993

CLINTON ENTWIRFT TECHNOLOGIEPROGRAMM
Zusammenfassung des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Präsident Clinton hat seine neue nationale Technologiepolitik vorgestellt, die ihm zufolge
auf der Erkenntnis basiert, "daß die Regierung eine Schlüsselrolle dabei spielen kann, privaten Unternehmen bei
ihrer Entwicklung und bei Innovationen zu helfen."
Sein neues, am 22. Februar 1993 veröffentlichtes Programm stellt Technologien in den Mittelpunkt, die "für
moderne Unternehmen und eine im Wachstum begriffene Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind,
beispielsweise Information und Kommunikation, flexible Verarbeitung und Umwelttechnologien", während es
sich gleichzeitig der Grundlagenforschung verpflichtet. Auch zielt es auf "eine engere partnerschaftliche
Zusammenarbeit" der Industrie, der Beschäftigten, der Universitäten, der Bundesregierung und der Regierungen
der Bundesstaaten bei der technologischen Entwicklung ab.
Nachfolgend veröffentlichen wir eine vom Weißen Haus erstellte Zusammenfassung des Programms.

Ein neuer Kurs

der Erkenntnis, daß die Regierung eine Schlüsselrolle
dabei spielen kann, privaten Unternehmen bei ihrer
Entwicklung und bei Innovationen zu helfen.

Technologische Investitionen sind Investitionen in
Amerikas Zukunft: Eine im Wachstum begriffene
Wirtschaft mit besser ausgebildeten und besser be- Wir müssen einen neuen Kurs einschlagen:
zahlten Arbeitnehmern, eine sauberere Umwelt, in der
Die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen
Energieeinsparung die Gewinne erhöht und die VerIndustrie erhöhen und Arbeitsplätze schaffen;
schmutzung senkt, ein stärkerer, konkurrenzfähigerer
Privatsektor, der die führende Rolle der Vereinigten
ein wirtschaftliches Umfeld schaffen, in dem
Staaten auf den wichtigen Weltmärkten erhalten kann,
technologische Innovation blühen und gedeihen
ein Bildungs- und Ausbildungssystem, das jeden Schüler
kann und es neue Ideen für Investitionen gibt;
und Studenten fordert, ein hervorragender Forschungsund Technologiebereich, der sich nicht nur mit unserer
die koordinierte Handhabung von Technologie
nationalen Sicherheit, sondern auch mit unserer Lebensin der gesamten Regierung sicherstellen;
qualität befaßt.
eine engere partnerschaftliche ZusammenarAmerikanische Technologie muß einen neuen Kurs
beit zwischen der Industrie, der Bundesregieeinschlagen, um wirtschaftliche Stärke und Wirtschaftsrung, den Regierungen der Bundesstaaten, den
wachstum zu fördern. Die traditionelle Rolle der BunBeschäftigten und den Universitäten herbeifühdesregierung im Bereich der technologischen Entren;
wicklung beschränkte sich auf die Unterstützung der
den Schwerpunkt unserer nationalen BemüGrundlagenforschung und aufgabenorientierte Forhungen im Technologiebereich auf moderne
schung im Verteidigungsministerium, der NASA und
Unternehmen und eine wachsende Wirtschaft
anderen Behörden. Diese Strategie war für die vorige
legen,
beispielsweise den Informations- und
Generation angemessen, aber sie wird nicht den
Kommunikationsbereich,
flexible Verarbeitung
enormen Herausforderungen der heutigen Zeit geund
Umwelttechnologien
sowie
recht. Wir können uns nicht auf die wahllose Anwendung der Verteidigungstechnologie auf den Privatsekunser Engangement für die Grundlagenforschung
tor beschränken. Wir müssen gezielt auf diese neuen
erneut bekräftigen, die letzlich die Grundlage für
Herausforderungen antworten und uns auf die in unsejede Art von technologischem Fortschritt darrer Reichweite liegenden Chancen konzentrieren in
steift.

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�Für das amerikanische Volk
Am wichtigsten für unseren Erfolg wird unsere Fähigkeit sein, im Leben des amerikanischen Volkes etwas
zu bewirken, unsderTechnologiezu bedienen, um das
Leben unserer Bürger zu verbessern und die Wirtschaftskraft unserer Nation zu erhöhen.
Wir haben einen neuen Kurs eingeschlagen, der von
der Erkenntnis ausgeht, daß die Technologie ein langfristiges Wirtschaftswachstum beleben und erhalten
soll, das hochwertige Arbeitsplätze schafft und unsere
Umwelt schützt.
Wir haben einen neuen Kurs eingeschlagen, um ein
Aus- und Weiterbildungssystem zu schaffen, das die
amerikanischen Arbeitnehmer dazu motiviert, ihre
Fähigkeiten den Anforderungen einer schnellebigen
Wirtschaft anzugleichen, und den Schülern und Studenten den Anreiz dazu gibt, über das Klassenzimmer
oder den Hörsaal hinaus nach Mitteln zu suchen.
Wir haben einen neuen Kurs eingeschlagen, um unsere Fähigkeit, Informationen schnellerund übergrößere
Distanz zu übermitteln, entscheidend zu verbessern,
um unsere Verkehrssysteme, unsere Gesundheitsfürsorge und sogar die Fähigkeit unseres Militärs zu
verbessern, schnell und entschieden auf jede Bedrohung unserer nationalen Sicherheit zu reagieren.

lohnenden Arbeitsplätzen für eine große Zahl
von Arbeitnehmern führen wird;
die Beschleunigung der Entwicklung von Technologien, die die Produktivität erhöhen und gleichzeitig die negativen Folgen der wirtschaftlichen
Aktivität für die örtliche, regionale und globale
Umwelt mildern;
die Verbesserung der Fähigkeiten amerikanischer Arbeitnehmer durch die Erhöhung der
Produktivität und die Erleichterung des Zugangs
zu Aus- und Weiterbildung;
die Reaktion auf die wirklichen Bedürfnisse
amerikanischer Unternehmen, die durch ihre
Bereitschaft dargelegt wird, sich an den Forschungskosten und der Planung der Maßnahmen zu beteiligen;
die Unterstützung der Gemeinschaften oder
Gruppen von Benachteiligten in den Vereinigten
Staaten oder im Ausland, die nicht in den Genuß
von technologiegestütztem Wirtschaftswachstum gekommen sind;
die Erleichterung des Zugangs der Vereinigten
Staaten zu ausländischer Forschung und Technologie, die Verbesserung derZusammenarbeit
bei globalen Problemen oder bei amerikanischen Erfolgen auf technologieverbundenen
ausländischen Märkten.

In der heutigen Zeit ist die Technologie auch für einen
effizienten landwirtschaftlichen Betrieb von Bedeutung, sowie für den Nahrungsmitteleinzelhandel, der
eine Vielzahl von kostenkünstigen, gesunden Nah- Ziele im Bereich der Technologie
rungsmitteln liefert, für die Bauindustrie, die hochwerDie vor uns liegende Herausforderung erfordert, daß
tige, erschwingliche Wohnungen baut, und den Enerwir uns Ziele setzen und uns darauf konzentrieren:
giesektor, derein Gleichgewicht zwischen Energieeinsparung und sauberen, preisgünstigen und wirksamen
Langfristiges Wirtschaftswachstum zur SchafEnergiequellen findet.
fung von Arbeitsplätzen und zum Schutz unserer Umwelt;
Neue Kriterien
eine effektivere Regierung, die stärker auf die
Wir werden unsere Maßstäbe hoch ansetzen und
Bedürfnisse ihrer Bürger reagiert;
einen klaren Blick behalten. Die beste Technologiepolitik setzt die kreativen Energien der Erfinder in der
eine Führungsrolle in der Welt in den Bereichen
gesamten Wirtschaft durch die Schaffung eines MarkGrundlagenforschung, Mathematik und Techtes frei, der Erfindungs- und Unternehmergeist benik.
lohnt. Wir wollen die Entwicklung ziviler Technologien
durch die Anwendung neuer Kriterien beschleunigen: Wir haben die Mittel, Innovationen anzuregen, die
Wirtschaftswachstum herbeiführen und uns bei der
Beschleunigung der Entwicklung von Technolo- Erreichung unserer wichtigen Ziele helfen. Im Vordergien, die für langfristiges Wirtschaftswachstum grund steht eine gesunde Haushaltspolitik, die das
entscheidend sind, jedoch von der Privatwirt- Haushaltsdefizit der Regierung abbaut und die Zinsschaft keine ausreichende Unterstützung erfah- sätze senkt. Aber das reicht nicht immer aus. Wir
ren, entweder weil Erträge erst in ferner Zukunft müssen uns auch folgenden Gebieten widmen:
erzielt werden, oder weil die erforderlichen
Steuervergünstigungen und andere haushaltsGeldmengen nicht von einzelnen Unternehmen
politische Maßnahmen für Forschung und Exaufgebracht werden können;
perimentieren, um ein Innovationen und Investidie Ermutigung eines Musters der Wirtschaftstionen förderliches Umwelt zu schaffen;
entwicklung, das möglicherweise zu sicheren,

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AMERIKA DIENST 8

�unseren Investitionen zu erzielen und um sicherzustellen, daß Steuern, Steuerungs- und andere Maßnahmen unsere Anstrengungen unterstützen und nicht
Steuerungsmaßnahmen, die Anreize für Inno- zunichte machen, ist ein gutes Management von größvationen geben und soziale Ziele wirksam errei- ter Bedeutung.
chen;
Wir nehmen weitreichende Veränderungen vor:
Aus- und Weiterbildungsprogramme, um allen
In Zusammenarbeit mit Vizepräsident Gore wird
Amerikanern ständige Lernmöglichkeiten zu
ein neu gestärktes Büro für Wissenschafts- und
geben;
Technologiepolitik bei der Entwicklung von
Unterstützung privater Forschung und EntwickMaßnahmen in den Bereichen Wissenschaft
lung durch Forschungspartnerschaften und
und Technologie führend sein und sich des
andere Mechanismen, um dort die technologiNationalen Koordinationsrates für Wissenschaft,
sche Entwicklung zu beschleunigen, wo die
Technik und Technologie bedienen, sowie anderer
Marktmechanismen keine ausreichende GegenMittel, um F&amp;E-Programme der Bundesbehörleistung für die Investitionen der Nation geben;
den zu koordinieren.
eine Handelspolitik, die offenen, aber fairen
Handel ermutigt;

Unterstützung für unter Vertrag stehende Forschungs- und Entwicklungszentren und erweiterte Verarbeitungszentren, die kleineren Unternehmen einfachen Zugang zu technischen
Innovationen und Know-how geben können;
Förderung der nationalen Telekommunikationsinfrastruktur und anderer Informationsinfrastruktur, die für die wirtschaftliche Weiterentwicklung
von Bedeutung sind;
Beschaffungsstrategien des Verteidigungsministeriums and anderer Bundesbehörden zur
Unterstützung neuer Märkte für innovative Produkte und Dienstleistungen, die der Erreichung
der nationalen Ziele dienen;
große und anhaltende Unterstützung der Grundlagenforschung, um die Quelle künftiger Innovationen zu schützen;

Der neue Nationale Wirtschaftsrat wird die Einführung der neuen Politik überwachen und ein
Forum für die Koordinierung der Technologiepolitik mit der Steuer-, Handels-, Richtlinien-,
Wirtschaftspolitik und anderen wirtschaftlichen
Sektoren darstellen.
Wir bewegen uns von der traditionellen, aufgabenorientierten F&amp;E hin zu Investitionen, die speziell darauf
ausgerichtet sind, Amerikas industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Arbeitsplätze zu schaffen.
Bei diesem Prozeß müssen wir besonders darauf
achten, Prioritäten zu setzen. In vielen Fällen wird es
erforderlich sein, von den Partnern aus der Privatwirtschaft eine Kostenbeteiligung zu verlangen. In allen
Fällen wird es für unsere Regierung von entscheidender Bedeutung sein, daß sie mit der Wirtschafts- und
der Arbeitswelt eng zusammenarbeitet.

Unsere Initiative im Bereich der modernen Herstelinternationale Projekte zur Zusammenarbeit in lungstechnologien wird keinen Erfolg haben, wenn uns
Wissenschaft und Technologie, u m den Zugang der Privatsektor nicht darüber informiert, welche techder Vereinigten Staaten zu Forschung und nischen Bereiche am wichtigsten sind.
Technologie im Ausland zu verbessern, zur
Bewältigung globaler Probleme beizutragen und Wir werden eine Überprüfung von Gesetzen und Vordie Grundlage für die Vermarktung amerikani- schriften durchführen, etwa des Gesetzes über den
scher Güter und Dienstleistungen zu schaffen; Bundesberatungsausschuß (Federal Advisory Committee Act) sowie Vorschriften im Hinblick auf InteresForschungs- und Entwicklungsprogramme des senkonflikte, um zu bestimmen, ob zur Stärkung von
Verteidigungsministeriums zur dualen Nutzung Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Staat
und Industrie Veränderungen erforderlich sind.
anzubieten;
nationale Nutzereinrichtungen, die hochentwikkelte Forschungsgeräte, beispielsweise Synchrotronstrahlung und Neutronenstrahlgeräte einer Vielzahl von Forschungsorganisationen zur
Verfügung stellen.

Wir werden darüber hinaus eng mit dem Kongreß
zusammenarbeiten, um die 'Zweckbestimmung' von
Mitteln für Wissenschaft und Technologie zu verhindern. Prüfung durch Fachleute und leistungsorientierter Wettbewerb sind entscheidend für den Erfolg einer
jeden Wissenschafts- und Technologiepolitik.

Wirtschaftswachstum durch Technologie
Eine Neuorientierung der amerikanischen Wissenschafts- und Technologieprogramme erfordert umfassende Änderungen unserer jetzigen Anstrengungen in
diesem Bereich. Um die größtmöglichen Erträge aus
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Die effektive Leitung der Technologiepolitik erfordert
darüber hinaus eine wirksame Partnerschaft zwischen
der Bundesregierung und den Regierungen der Bundesstaaten. Die Bundesstaaten haben bei vielen
Programmen Pionierarbeit geleistet, um Entwicklung
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�und Marktreife von Technologien zu beschleunigen.
Unsere Bemühungen sollten auf diesen Programmen
aufbauen.

Konzipierung einer nationalen Kommunikationspolrtik arbeitet, die eine rasche Einführung neuer
Kommunikationstechnologien gewährleistet.

Jedes Technologieprogramm des Bundes, auch die seit langem bestehenden, werden regelmäßig im Lichte bereits vorhandener Kriterien bewertet werden, um
zu entscheiden, ob sie Teil eines nationalen Programms bleiben sollten. Wichtige Veränderungen, vor
denen unsere Wirtschaft steht, erfordern eine tiefgehende Überprüfung von Technologieprogrammen. Dies
gilt besonders heute, da wir in unserer Technologie
neue Bemühungen in Angriff nehmen und einen neuen
Schwerpunkt für das Wirtschaftswachstum Amerikas
setzen.

Beschleunigte Investitionen in moderne Herstellungstechnologien, die die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie fördern
und die Fähigkeiten der Arbeitnehmer ausschöpfen, anstatt sie zu verringern.
Wiederherstellung der technologischen Führerschaft und Konkurrenzfähigkeit der amerikanischen Automobilindustrie durch ein bedeutendes neues Programm, um der Industrie zu helfen, entscheidende neue Technologien zu entwickeln, die die umweltbelastenden Gefahren
der Automobilnutzung soweit wie möglich neutralisieren und mit heimischen Treibstoffen betrieben werden können und die Entwicklung
einer neuen Generation von Automobilen fördern.

Der Aufbau der wirtschaftlichen Stärke Amerikas:
Neue Initiativen
Die vor uns liegenden Herausforderungen - von unseren Konkurrenten im Ausland und unseren Bürgern im
Inland - erfordern dramatische Innovationen und kühne Maßnahmen, die nicht nur heute unsere Wirtschaft
wiederbeleben, sondern auch sicherstellen werden,
daß unsere Wirtschaft bis weit in die Zukunft wächst.
Der Aufbau der wirtschaftlichen Stärke Amerikas durch
Technologie erfordert neue Initiativen, die diese Herausforderungen effektiv, effizient und kreativ bewältigen.

Verbesserte Technologie für Aus- und Fortbildung durch Unterstützung der Entwicklung und
Einführung von Computer- und Kommunikationsausrüstung sowie Software, die die Lernproduktivität in gewöhnlicher schulischer Umgebung, einer Vielzahl von Ausbildungseinrichtungen der Wirtschaft sowie zu Hause erhöhen
können.

Die permanente Erweiterung der Steuervergünstigungen für Forschung und Experimente, um die Anreize für Forschungs- und Experimentalarbeit zu erhalten, die für Neuentwicklungen so
unerläßlich sind.

Investitionen in energiesparende Bundesbauten, um verschwenderische Energieausgaben
zu verringern und zur Einführung innovativer,
energiesparender Technologien zu ermutigen.

Investitionen in eine neue nationale Informationsinfrastruktur und die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die mit dem Privatsektor an der
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�HANDEL
24. Februar 1993

KANTOR NENNT WACHSENDES
HANDELSDEFIZIT ERNÜCHTERND
Bezeichnet Exporte als "enorm konkurrenzfähig"
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Erklärung des US-Handelsbeauftragten Mickey
Kantor vom 18. Februar 1993 zu den neuesten amerikanischen Handelszahlen.
Heute morgen hat das Wirtschaftsministerium bekanntgegeben, daß das Handelsdefizit im Jahr 1992
auf 84,3 Milliarden Dollar gestiegen ist - eine ungeheure Zunahme von 29 Prozent gegenüber dem Defizit
von 1991. Damit ist das Handelsdefizit zum ersten Mal
seit 1987 wieder gewachsen. Die Importe erreichten
im Dezember einen historischen Höchststand.
Diese ernüchternde Nachricht unterstreicht die Dringlichkeit des Wirtschaftsprogramms des Präsidenten.
Sie wirft ein weiteres Schlaglicht auf das von ihm
beschriebene Problem. Solange wir zuwenig investieren, solange wir das Haushaltsdefizit vernachlässigen,
solange wir es versäumen, den natürlichen schöpferischen Elan dieses Landes zu stimulieren, werden wir
weiterhin Handelsdefizite verzeichnen und Amerikaner in Untätigkeit halten.
Die gute Nachricht in diesem düsteren Bild lautet, daß
amerikanische Exporte, wenn man ihnen eine vernünftige Chance läßt, enorm konkurrenzfähig sind. Wo die
Marktöffnung erfolgreich war, haben die Exporte stark
zugenommen. Dies zeigt, daß unser Exportpotential
ein Instrument der wirtschaftlichen Erholung ist, das
nur darauf wartet, eingesetzt zu werden.
Besonders für kleine und mittlere Unternehmen sind
die Aussichten vielversprechend. Gegenwärtig werden 85 Prozent unserer Exporte von nur 15 Prozent
der amerikanischen Firmen verzeichnet. Man stelle
sich das Potential vor, wenn mehr Unternehmen am
Weltmarkt teilhaben können.

und die Steigerung der Effizienz anzukurbeln. Von
besonderer Bedeutung für die Exporte sind erweiterte
Ausbildungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer und ein
besseres Bildungswesen. Investitionen in den Menschen bedeuten wettbewerbsfähigere Produkte.
Wettbewerbsfähigere Produkte bedeuten zusätzliche
Exporte, höhere Löhne und zusätzliches Einkommen
für Amerikaner.
Der Verkauf dieser konkurrenzfähigen Produkte im
Ausland erfordert jedoch marktöffnende Maßnahmen,
die durch eine rigorose Anwendung der amerikanischen Handelsgesetze unterstützt werden.
In diesem Zusammenhang bedürfen Japan und China
der besonderen Erwähnung. Die Aushöhlung unserer
Handelsposition gegenüber Japan ist äußerst besorgniserregend. Im Jahr 1992 wurden vier Jahre der
Verbesserungen in der amerikanisch-japanischen
Handelsbilanz zunichte gemacht. Unsere Ausfuhren
nach Japan gingen real zurück, während unsere Importe um 6 Prozent kletterten. Ich weiß, daß dies
teilweise auf die Konjunkturschwäche in Japan zurückzuführen ist. Anstatt sich zur Bekämpfung der Rezession auf Exporte zu stützen, fordere ich die japanische
Regierung auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun,
um die wirtschaftliche Erholung im Inland anzukurbeln
- ebenso, wie wir uns den Problemen hier im Lande
stellen.

Gegenüber China ist die Verschlechterung unserer
Handelsposition noch wesentlich dramatischer: Das
Wachstum der Einfuhren aus China überstieg das
An diesem Punkt setzt das Programm des Präsidenten unserer Ausfuhren nach China im Verhältnis von nahezu
an. Eine Reihe der vom Präsidenten angekündigten 2 z u 1 .
Initiativen wird unsere Wettbewerbsfähigkeit erheblich
steigern. Der Abbau des Defizits wird die Zinssätze Diese Administration beabsichtigt, beide Regierungen
senken und Kapital für produktivere Zwecke freiset- zu drängen, die uns gegenüber eingegangenen Verzen. Die Gewährung von Steuervergünstigungen für pflichtungen zu erfüllen und ihre Märkte für unsere
Investitionen wird dazu beitragen, die Modernisierung Erzeugnisse zu öffnen.
AMERIKA DIENST 8

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�Bei einer Ausdehnung des Handels gibt es nur Gewinner. Es ist wieder und wieder bewiesen worden, daß
Länder, die miteinander einen liberalisierten Handel
pflegen, ein stärkeres Wirtschaftswachstum erzielen
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als diejenigen, die ihre Grenzen verschlossen halten.
Meine Botschaft an alle unsere Handelspartner lautet,
daß wir alle zusammenarbeiten müssen, um Märkte zu
öffnen und das internationale Handelssystem auszubauen.

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AMERIKA DIENST 8

�FRAUEN
24. Februar 1993

AMERIKANISCHE FRAUEN IN DEN NEUNZIGER
JAHREN: NEUE PLÄTZE SICHERN
von Denise Hyland
Für Frauen fast jeder Berufssparte wurden die Türen auf dem Arbeitsmarkt weit geöffnet, da Frauen in den
neunziger Jahren 45 Prozent der Erwerbsbevölkerung ausmachen, schreibt Denise Hyland in ihrem Überblick
über Frauen in der Gesellschaft. Die Autorin ist freiberufliche Schriftstellerin und lebt in Rochester (New York).

Als die Geschäftsfrau Feiice Schwartz vor 30 Jahren
versuchte, amerikanische Geschäftsleute davon zu
überzeugen, Hausfrauen einzustellen, ging niemand
darauf ein. "In den sechziger Jahren bekam ich nicht
einmal einen Termin beim Assistenten des Assistenten in der Personalabteilung", erinnert sich Schwartz.
"Diese Männer hielten Frauen in der Erwerbsbevölkerung für überflüssig."

Von noch größerer Bedeutung ist, daß die amerikanische Frau im Laufe der letzten 30 Jahre von den
niedrigeren Ebenen der akademischen Berufe und
Unternehmen in Positionen mit Macht und Verantwortung aufgestiegen sind. Dem BLS zufolge waren 1991
40,6 Prozent der Führungskräfte, Manager und Mitglieder der freien Berufe Frauen - verglichen mit 19,8
Prozent im Jahr 1972.

Heute stellen die 53,6 Millionen berufstätiger Frauen in
den Vereinigten Staaten 45 Prozent der Erwerbsbevölkerung (die Berufstätigen und Arbeitssuchenden).
Die Türen stehen jetzt weit offen.

Obwohl nicht alle Bereiche fruchtbaren Boden für
weibliche Füße darstellen - insbesondere die allerhöchsten Positionen in Unternehmen, den freien Berufen und im Management - durchbrechen Frauen weiterhin Hindemisse auf ihrem Weg nach oben.

"Heute hatte ich eine Besprechung mit acht weiblichen
Vorstandsvorsitzenden in Chicago", erklärt Schwartz,
die Begründerin und Präsidentin von Catalyst, einer
gemeinnützigen Bildungs- und Forschungsgruppe mit
Sitz in New York. "Die Zeiten, in denen Frauen
überflüssig waren, gehören der Vergangenheit an.
Frauen sind ein wirklich wichtiger Aktivposten."
In der amerikanischen Gesellschaft des Jahres 1992
ist der "Platz" der Frau nahezu überall dort, wo sie sich
hinbegibt, und sie sucht sich selbst die Rolle aus, die
sie spielt. Kinder, Heim und Herd stehen ihrem Herzen
immer noch nahe, aber ihr Kopf ist in der Lage, sich
auch mit anderen Dingen zu befassen.
Die Befreiungsbewegung der sechziger und siebziger
Jahre zusammen mit der Inflation und einem steigenden Bruttosozialprodukt haben eine nie dagewesene
Zahl von Frauen aus ihrem Heim geholt. 1960 gab es
23 Millionen erwerbstätiger Frauen. 1970 war die Zahl
dem Büro für Arbeitsstatistik des Arbeitsministeriums
(Bureau of Labor Statistics - BLS) zufolge auf 31,5
Millionen gestiegen, 1980 hatte sie sich auf nahezu
45,5 Millionen verdoppelt.

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"Es gibt kein Gebiet mehr, auf dem Frauen nicht tätig
sind. Es gibt keine Spitzenposition mehr..., für die
Frauen nicht in Betracht gezogen werden", stellt Schwartz
fest, die vor kurzem die Vereinigten Staaten bereiste,
um für ihr neuestes Buch Breaking with Tradition:
Women and Work, the New Facts of Life (Der Bruch
mit den Traditionen: Frauen und Arbeit, die neuen
Tatsachen) zu werben.
Ebenso wie die Optionen der amerikanischen Frau
haben sich auch ihre Einflußgebiete vervielfacht.
Praktisch keines der vielversprechenden Berufsfelder
blieb hier unbeeinflußt. Justiz, Bildung- und Ausbildung, die Geschäftswelt, Medizin, die Künste, die
Regierung, die Medien - alle wurden in mehr oder
weniger großem Ausmaß von Frauen verändert.
Managerinnen scheinen auf allen Gebieten ein freundlicheres, sanfteres Arbeitsklima geschaffen zu haben.
"Managerinnen haben oft die ganze Person im Blick
und zeigen bei den Dingen mehr Fingerspitzengefühl,
die von großer Bedeutung sind, beispielsweise die

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�Mitarbeiter zu kennen oder ihnen anerkennend auf den shaw, dem Direktorder Forschungsabteilung des NEA
Rücken zu klopfen", steift Madelyn Jennings, Leiterin zufolge, ist die Repräsentation der Frauen auf allen
der Personalabteilung bei The Gannett Co. Inc. fest.
Gebieten gestiegen.
Gannett gibt 81 Tageszeitungen, einschließlich der
landesweit gelesenen USA Today heraus und besitzt
10 Fernseh- und 15 Radiostationen. Die Anwerbung,
Einstellung und Förderung von Frauen und Minderheiten war seit den achtziger Jahren eine Priorität, als ihr
damals einzigartiges Bonus-Programm die Einstellung von Frauen und Angehörigen von Minderheiten
mit direkten finanziellen Belohnungen verknüpfte. Heute
sind 34 Prozent aller Angestellten und Manager Frauen, verglichen mit 21 Prozent im Jahr 1982.23 Prozent
der Zeitungsredakteure und 30 Prozent ihrer Radiound Femsehdirektoren sind Frauen.
Frauen, die im Besitz wichtiger Informationen sind und
die öffentliche Meinung beeinflussen, haben großen
Einf lu ß auf die Denkweise der Amerikaner. Fragen wie
Kinderbetreuung und Brustkrebs beispielsweise wurde wenig Aufmerksamkeit gezollt, bevor Frauen im
Kommunikationswesen arbeiteten. "Eine vielfältigere
Aufmachung anstelle einer reinen Männerbesetzung
führt zu neuen Einsichten und einem größeren Blickfeld", erklärt Jennings. "Es dient dazu, Informationen
über Frauen und ihre Interessen, Sorgen, Aktivitäten
und Triumphe ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen."
Auch bei den Künsten verbessert sich der Status der
Frau in unterschiedlichen Foren, die es ihnen gestatten, ihren Ansichten Ausdruck zu verleihen. Für die
Filmbrache war 1991 ein hervorragendes Jahr mit
erfolgreichen Produktionen einer Reihe weiblicher
Regisseure, einschließlich Barbra Streisand, Randa
Haines, Lili Fini Zanuck, Martha Collidge und Jodie
Foster. Sogar die mit weniger bekannten Schauspielern besetzten Filme brachten das große Geld: Kathryn Bigelow's aalglatter Bullen-und-Surfer-Thriller Point
Break brachte beim Kartenverkauf 40 Millionen Dollar
ein.

er Künste kommt es heutzutage viel öfter vor, daß Frauen eine lebenslange Karriere verfolgen, anstatt nur zeitweise der arbeitenden
Bevölkerung anzugehören, und die Wahrscheinlichkeit, daß sie dafür ausgebildet sind, ist größer. 1990
beispielsweise legten dem US-Bildungsministerium
zufolge Frauen 532 Prozent der Abschlüsse als Bachelor
of Arts und 52,5 Prozent als Master ab. Das Ministerium prognostiziert, daß in den neunziger Jahren weiterhin mehr Frauen als Männer einen akademischen
Grad erwerben.
In den frühen Jahren beschränkten sich die für Frauen
offenen Gebiete auf die traditionellen Frauenberufe
Krankenschwester, Lehrerin, Haushaltshilfe und Sekretärin.
Im Jahr 1964 verabschiedete der amerikanische Kongreß
einen Zusatzartikel zur Verfassung - Titel VII des
Bürgerrechtsgesetzes - , der einen Meilenstein darstellte und Diskriminierung in der Arbeitswelt, im Bildungsbereich und auf dem Wohnungsmarkt aufgrund
von Geschlecht, Rasse, Religion oder nationaler Herkunft verbot. Ein anderer Teil des Zusatzartikels
erklärte Diskriminierung aufgrund von Schwangerschaft,
Geburt oder im Zusammenhang damit stehenden
medizinischen Umständen für ungesetzlich. Es wurde
die Kommission für berufliche Chancengleichheit (Equal
Employment Opportunity Commission - EEOC) ins
Leben gerufen, die Beschwerden entgegennahm und
den Arbeitgebern Richtlinien gab.

Präsident Lyndon Johnson ging 1965 mit seinem
Präsidialerlaß 11246 mehrere Schritte weiterund setzte "Gleichstellung" als ein Mittel ein, um Bildungs- und
Anstellungsmöglichkeiten für Angehörige von Minderheiten und später auch für Frauen zu verbessern. Von
den Unternehmern wurden Gleichstellungspläne verFrauen hinter der Kamera sind etwas verhältnismäßig langt, und zu ihrer Überwachung wurde das Office of
Neues. Von den 7.332 zwischen 1939 und 1979 in Federal Contract Compliance Programs eingerichtet.
Hollywood gedrehten Spielfilmen standen nur 14 - das Die Lieferanten der amerikanischen Regierung mußsind 0,2 Prozent - unter der Regie einer Frau, so die ten sich hieran halten oder gingen das Risiko ein, ihren
Vereinigung amerikanischer Regisseure, die 1981 einen Kunden zu verlieren.
Lenkungsausschuß für Frauen ins Leben rief. Den
Statistiken der Vereinigung zufolge führen Frauen zur Die Regierung wurde auf jeder Ebene schnell tätig, um
Zeit bei ungefähr fünf Prozent der Hollywoodfilme diesen Auftrag in die Tat umzusetzen. Die Zahl der im
Dienste der amerikanischen Regierung beschäftigten
Regie.
Frauen stieg dem BLS zufolge von 2,9 Millionen im
Die Zahlen des BLS und der Nationalen Stiftung für die Jahr 1964 auf 6,7 Millionen im Jahr 1988 rapide an. Auf
Künste (National Endowment for the Arts - NEA) zur der Ebene der Bundesstaaten erhöhte sie sich von 8,7
Beschäftigung zeigen, daß 34 Prozent aller Schau- auf 25,6 Millionen, auf Gemeindeebene von 9,6 auf
spielerund Regisseure Frauen sind, sowie 31 Prozent 17,4 Millionen. Dieser Anstieg war größer als der in
der Musiker und Komponisten, 89 Prozent der Tänzer, jedem anderen Beschäftigungszweig während dieses
55 der Bildhauer und Maler, 53 der Designer, 54 der Zeitraums, abgesehen vom Einzelhandel. Es ist äußerst
Autoren, 23 der Photographen, 22 der Femseh- und passend, daß dem Arbeitsministerium unter der letzRadiosprecher und 17 der Architekten. Tom Brad- ten Administration eine Frau vorstand - Ministerin Lynn

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AMERIKA DIENST 8

�Martin. JanetNorwood, die vor kurzem als Kommissa- Bundesrichter und 8,5 Prozent der Richter an den
rin des BLS ihren Abschied nahm, hatte dieses Amt 13 Gerichten der Bundesstaaten Frauen waren.
Jahre lang innegehabt.
"Das Justizwesen eröffnet Frauen gute Berufschan1989 war die in Puerto Rico geborene Kinderärztin cen, da man sich nicht länger darüber Sorgen machen
Antonia Novello die 89. Frau, die von Präsident Geor- muß, daß man in eine Männerdomäne kommt", so
ge Bush in eine hohe Verwaltungsposition berufen Ticatch. "Auch suchte ich einen Arbeitsplatz, der
wurde. Als Gesundheitsministerin der Vereinigten Flexibilität anstatt starken Druck bot, da ich Kinder
Staaten bestimmte sie dann die nationale Gesund- habe. Diese Bedingungen erfüllte eine Beschäftigung
heitspolitik.
mit Familienrecht in einer kleineren Kanzlei."
In ein Amt gewählt zu werden, hat sich für Frauen als
Herausforderung erwiesen, der sie begegnen, da immer
mehr von ihnen politisches Bewußtsein entwickeln.
Seit den Wahlen vom November 1992 haben 54 Frauen oder 10 Prozent einen Sitz im 535köpfigen USKongreß inne -1975 waren es nur vier Prozent...

Die in früheren Zeiten männliche Bastion der Medizin
wird aufgrund der zunehmenden Zahl der Frauen in
diesem Bereich und der Bemühungen, sie dort zu
behalten, immer flexibler. "Da immer mehr Frauen in
die Medizin drängen, erfolgt eine stärkere Identifizierung und Beschäftigung mit Fragen, die für Frauen
wichtig sind: Arbeit und Familie miteinander zu vereiSechzig Frauen haben landesweit 18 Prozent der nen, Rollenmodelle, Belästigung am Arbeitsplatz und
Wahlämter inne, verglichen mit 10 Prozent im Jahr Mutterschaftsurlaub", erklärt Phyllis Kopriva, Direkto1975. Unter ihnen sind drei Gouverneurinnen - Joan rin der Vereinigung Frauen in medizinischen Berufen,
Finney aus Kansas, Barbara Roberts aus Oregon und die dem Amerikanischen Ärztebund (AMA) angehört.
Ann Richard aus Texas, die alle 1990 neu gewählt
wurden. Zusätzlich haben Frauen 18,4 Prozent der Die Kinderärztin Kari Bovenzi, die 1990 an der mediziSitze in den Legislativen der Bundesstaaten inne, nischen Fakultät in Albany (New York) ihr Staatsexaverglichen mit 8 Prozent im Jahr 1975. 19 der 100 men ablegte, durfte beispielsweise für die Geburt ihrer
größten amerikanischen Städte werden von Bürger- Töchter Elivia im Jahr 1988 und Charlotte im Jahr 1989
meisterinnen regiert, unter ihnen Sharon Pratt Kelly in jeweils 6 Monate Urlaub nehmen. Auch dehnte sie ihr
der Bundeshauptstadt Washington. (Die o.g. Zahlen erstes Jahr als Assistenzärztin auf zwei Jahre aus und
geben den Stand vor den Wahlen vom November 1992 konnte somit Zeit mit ihren beiden Töchtern verbringen
und sich für die Geburt von Elijah im November 1991
wieder. Anm. d. Red.)
ausruhen. Ich plante meinen Urlaub, bevor ich schwanFolge der Verbesserung des Status der amerikani- ger wurde", so die 30jährige Bovenzi. "Mit meinem
schen Frau war eine Woge des Vertrauens. Für Elaine Plan ging ich dann zum Beauftragten für studentische
Ticatch aus Alexandria (Virginia) war es eine Stelle als Angelegenheiten, der keine Schwierigkeiten machte."
Anwaltsgehilfin nach vier Jahren Collegeausbildung,
die ihr die Augen öffnete.
Die Zahl der Ärztinnen vervierfachte sich zwischen
1970 und 1990 von 25.401 auf 104.194. Prognosen
"Ich arbeitete in einem Unternehmen, dessen ge- der vom Amerikanischen Ärztebund geführten Statischäftsführender Gesellschafter eine Frau war, die stik zufolge werden im Jahr 2010 30 Prozent der Ärzte
Familie hatte", erzählte die 35jährige Ticatch, Ehefrau Frauen sein. 1990 betrug diese Zahl noch 17 Prozent.
und Mutter von zwei Söhnen. "Sie war ein gutes
Beispiel. Ich hatte das Gefühl, es wäre mir möglich, Im Bereich des Sports verliert das Geschlecht heute
selbst Rechtsanwältin zu werden."
zunehmend an Bedeutung, da Frauen durch eigenes
Verdienst zu Berühmtheit gelangen. "Mir wurde geZur Zeit ist Ticatch als Sozius in einer Anwaltskanzlei sagt, daß ich sowohl Männer als auch Frauen inspiriein McLean (Virginia) tätig und gehört damit Zahlen des re", erklärte die Eisschnelläuferin Cathy Turner, die bei
BLS zufolge zu den 146.000 Rechtsanwältinnen - den Winterspielen 1992 eine Gold- und eine Silbermeungefähr 22 Prozent - in den Vereinigten Staaten. daille gewann. "Es gibt Männer, die zu mir aufschauen,
Während 1971 nur 5 Prozent der vor Gericht zugelas- weil ich beschloß, etwas zu tun und es dann auch tat."
senen Rechtsanwälte Frauen waren, stieg dieser Turner bekommt viele Angebote, für Sportartikel
Prozentsatz 1987 auf 36, so eine Studie der amerika- Werbung zu machen. "Sie drängen mich, für Männernischen Rechtsanwaltsvereinigung aus dem Jahr 1988. und Frauenschuhe zu werben," erzählt sie. "Und das
sind wirklich richtig feste Trainingsschuhe, nicht kleine
Der Aufstieg weiblicher Rechtsanwälte in einflußreiweiße Laufschühchen" (Jahrzehntelang haben Frauche Stellungen warbedeutend: 1980 beschäftigten 17
en nur Reklame für Frauenprodukte gemacht).
Prozent der Anwaltskanzleien mindestens eine Frau,
1988 hatten bereits 34 Prozent einen weiblichen Part- "Es gibt immer noch ziemlich wenige bekannte weibliner oder Sozius oder beides. In einer ebenfalls 1988 che Sportlerinnen, die Werbung für Männerprodukte
erstellten Studie der amerikanischen Rechtsanwalts- machen", so Kathryn Reith, Pressesprecherin der
vereinigung wurde festgestellt, daß 9 Prozent der Stiftung für Sportlerinnen. Reith beobachtet jedoch,

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�wie diese Situation sich aufgrund größerer Anerkennung und Legitimität der Aktivitäten von Sportlerinnen
ändert.
Basketball, der populärste Collegesport für Frauen,
wird jetzt landesweit im Fernsehen übertragen. 199091 waren Reith zufolge bereits im zehnten Jahr Zuschauerrekorde zu verzeichnen. 96 Prozent der Colleges unterstützen die Programme für Basketballspielerinnen, und 59 Prozent dieser Mannschaften haben
Trainerinnen.
Reith führt das 20 Jahre andauernde Wachstum beim
Frauensport auf die Bundesgesetzgebung Titel IX
zurück, die 1972geschlechtsbedingte Diskriminierung
bei sportlichen Aktivitäten vom Kindergarten bis zum
College verbot. 1978 gingen 2 Millionen Mädchen in
der Schule sportlichen Aktivitäten nach, verglichen mit
294.000 im Jahr 1972.
"Das Wachstum bei den Mannschaftssportarten anstelle der Einzelsportarten, die traditionsgemäß von
Frauen betrieben werden, hat Frauen sicherlich den
Weg in die Wirtschaft geebnet", so Reith. "Männer
haben gute Teamarbeit vor allem auf dem Spielfeld
und in der Mannschaft erlernt."

daran, ob ich es könnte. Ich war immer der Ansicht, ich
könnte etwas, wenn ich es wirklich will."
Mit dem Erscheinen der ersten Bauarbeiterinnen wurde
ein weiteres Klischee abgebaut. 1991 verdienten
88.000 Frauen oder 1,8 Prozent der gesamten Arbeitnehmer in diesem Bereich ihr Geld auf dem Bau. Ihre
Zahl sank 1986 aufgrund eines landesweiten Auftragsrückgangs im Baugewerbe um 11.000, so der Wirtschaftswissenschaftler Howard Hayghe vom BLS.
Für die Elektromeisterin Deborah Geary aus Rochester (New York), Vorarbeiterin eines 4,5 Millionen
Dollar umfassenden Industrieprojekts, könnte ihre Arbeit
gar nicht passender sein. "Vor 20 Jahren war das
wahrscheinlich mehr eine mit körperlicher Arbeit verbundene Tätigkeit", vermutet Geary, eine zierliche
Person von 54 Kilo. "Jetzt bedienen wir uns der
neuesten Geräte, beispielsweise digitale Biegemaschinen zur Formung verzinkter Stahlrohre. Köpfchen
ist stärker gefragt als Muskeln."

Die 34jährige Geary arbeitet seit 1983 in diesem
Bereich. "Es gab viele Unternehmer, die Angehörige
einer Minderheit oder Frauen lediglich anstellen wollten, um eine Quote zu erfüllen", so Geary. "Aber wenn
man etwas von seiner Arbeit versteht, wird man akzepIm Bereich des nationalen Raumfahrtprogramms wurde tiert. Mein Arbeitgeber (Schuler-Haas Electric Corp.
das Klischee, daß es sich hier um eine Männerdomäne mit Sitz in Rochester) hat mir mehr als genug Aufhandelt, seit Ende der siebziger Jahre abgebaut, so stiegschancen gegeben."
Maureen Yagodka, Direktorin des Bundesfrauenprogramms der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbe- Viele Frauen machen sich sebstständig, um ihre Karriere
hörde NASA. Frauen stellen jetzt 30 Prozent der selbst in die Hand nehmen zu können. "Nahezu 32
Angestellten der NASA, verglichen mit 16,7 Prozent im Prozent aller Kleinunternehmen gehören Frauen", stellt
Jahr 1974.
Lindsay Johnson, Direktorin des Büros für Unternehmerinnen der amerikanischen Vereinigung von Klein"In den sechziger Jahren, als die NASA mit ihrer unternehmern (SBA) fest. Man schätzt, daß vor
Anwerbung begann, gab es 13 hochqualifizierte Frau- Beginn der siebziger Jahre Frauen weniger als 5
en, eine davon eine Pilotin, deren Qualifikationen die Prozent der Unternehmen des Landes besaßen.
des Pioniers unter den Astronauten, John Glenn,
überstieg", erinnert sich Yagodka. "Damals wurde 1991 wurde die Herstellerin chirurgischer Linsen Joann
keine dieser Frauen als potentielle Astronautin in Betracht Schulz die erste Frau, die aus der Hand von Präsident
gezogen... Wir waren einfach noch nicht so weit, daß George Bush den hochangesehenen Preis des SBA
wir uns Frauen im Weltraum vorstellen konnten." 1978 "Kleinunternehmer des Jahres" entgegennahm.
jedoch kündigte die NASA die Einstellung von sechs
Kandidatinnen für Weltraumflüge an, unter ihnen Sally Johnson zufolge hat die unternehmerische Tätigkeit
Ride, die 1983 die erste amerikanische Astronautin von Frauen große Auswirkungen auf die Wirtschaft
gehabt. "Allein 1987 belief sich der Gesamtu msatz auf
wurde.
nahezu 500 Milliarden Dollar. Die Gesamtzahl der
Gegenwärtig hat die Raumfahrtbehörde 17 weibliche Unternehmerinnen ist beträchtlich, und das macht es
und 80 männliche Astronauten, die einer Space-Shutt- anderen auch leichter."
le-Mission zugeordnet sind oder dafür ausgebildet
werden, so Evelyn Thames, Chefin für Öffentlichkeits- Anfangs konzentrierten sich die im Besitz von Frauen
befindlichen Unternehmen auf die schlechter bezahlarbeit der Astronauten.
ten Dienstleistungen und den Einzelhandel. In den
Dr. Mae Jemison, 35, war die erste Schwarze, die als achtziger Jahren war in der Bauwirtschaft und der
Missionsspezialistin für das Raumlabor Spacelab J verarbeitenden Industrie ein starkes Wachstum zu
des STS-47 vorgesehen wurde, das im August 1992 verzeichnen. Die Gesamtgewinne in den von Unterstarten sollte. "Schon als Kind interessierte ich mich nehmerinnen geführten Firmen der Baubranche hafür Naturwissenschaften, Weltraumforschung, Astro- ben sich mehr als vervierfacht, von 4,6 Milliarden 1982
nomie und ähnliches", erklärte Jemison kürzlich in auf 20,3 Milliarden 1987, so das SBA. Die Gewinne der
einem Zeitschrifteninterview. "Ich hatte nie Zweifel Unternehmerinnen in der verarbeitenden Industrie haben
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�sich im selben Zeitraum fast versechsfacht, von 5,3 auf Seilschaften (jede engverbundene Gruppe in der
30,9 Milliarden Dollar.
Gesellschaft, die nur Ihresgleichen Beförderungen
oder Begünstigungen zukommen läßt), die eher dazu
"Wenn die jährlichen Einnahmen bedeutend steigen, neigen, Frauen keine Arbeit zu geben", die Hauptfakzieht man oft den Schluß, daß bestehende Unterneh- toren. Dieses Phänomen wurde als "gläserne Wand"
men stärkerwerden und nicht, daß neue Unternehmen bezeichnet, da es den Aufstieg der Frauen verhindert.
aufgemacht oder geschlossen werden", so Johnson,
die für die von Frauen geführten Unternehmen, die Eine Untersuchung der von der Zeitschrift Fortune
traditionell nicht in der Frauendomäne liegen, in den gekürten 500 führenden Unternehmen Amerikas erneunziger Jahren sogar stärkeres Wachstum progno- gab, daß in fünf von 13 möglichen Sektoren die Anzahl
stiziert.
weiblicher Direktoren die Fünfprozentmarke überstieg:
Bekleidung 6,7 Prozent, Computer 5,2 Prozent, PharAuch im Bereich der Strafverfolgung hat sich die neue mazie 8,1 Prozent, Druck- und Verlagswesen 7,1
Strömung bemerkbar gemacht. Neun Prozent aller Prozent, Seife und Kosmetik 16,8 Prozent. Bei den
amerikanischen Polizisten sind jetzt Frauen, in einigen höheren Positionen gibt es nur zwei Bereiche - BekleiStädten liegt die Quote sogar noch höher. In Madison dung 10,1 sowie Druck und Veröffentlichung 5,1 Pro(Wisconsin) liegt der Prozentsatz beispielsweise bei zent -, die diese Rate erreichen. Die Studie von Dr.
25.
Mary Ann Von Glinow von der University of Southern
California zeigt ganz deutlich, daß nur eine geringe
Die ehemalige Polizeichefin aus Houston (Texas) Eli- Zahl von Frauen in die höchsten Positionen eines
zabeth Watson, Mutter von drei Kindern und die erste Unternehmens aufgestiegen sind.
Frau an der Spitze einer großen städtischen Polizeitruppe ist der Ansicht, daß ihr Geschlecht fürbestimm- Bevölkerungsprognosen haben der Wirtschaft jedoch
te Aspekte ihrer Arbeit auf einzigartige Weise qualifi- einen zwingenden Grund für die Frauenförderung
ziert ist. "Die Arbeit im Polizeiwesen heutzutage gegeben: Für das Jahr 2005 wird ein schrumpfender
erfordert ein beträchtliches Maß an Intelligenz, Kom- Nachschub ausgebildeter amerikanischer Männer
munikationstalent, Sensibilität und diplomatischem vorausgesagt.
Geschick", erklärte sie 1992 in einem Interview für eine
Zeitschrift. "Frauen neigen dazu, sich mehr auf geisti- "Wir tun das und werden das auch weiterhin tun
ges denn auf körperliches Können zu verlassen. Von (Frauen aktiv fördern), nicht nur weil es richtig ist,
diesem Standpunkt aus gesehen entspricht die Arbeit sondern weil es für das Geschäft gut ist", erklärte Paul
im Polizeiwesen auf natürliche Weise ihren Fähigkei- Allaire, Verwaltungsrats- und Vorstandsvorsitzender
von Xerox auf einer Konferenz des Frauennetzwerkes
ten."
von Xerox in New York, an der 800 Frauen teilnahmen.
Nicht alle Bereiche bieten jedoch Karrierechancen.
Die höheren akademischen Posten beispielsweise "Wir wollen die Besten werben und brauchen sie auch
sind immer noch den Männern vorbehalten, insbeson- ... und was die Besten sind, hängt nicht mit Rasse oder
dere die traditionell männlichen Sektoren Wissen- Geschlecht oder Religion zusammen. Das war in der
schaft und Technologie.
Vergangenheit wichtig und wird in Zukunft noch wichtiger werden - wenn es insgesamt weniger gute Res"In den letzten 10 bis 15 Jahren gab es keinen bedeu- sourcen geben wird und ein größerer Teil des Arbeitstenden Anstieg bei der Zahl von Frauen, die eine kräftepotentials aus Frauen und Angehörigen von
Professur auf Lebenszeit an einer naturwissenschaft- Minderheiten bestehen wird."
lichen Fakultät innehaben", so Dr. Margrete Klein, die
das Frauenprogramm der Stiftung für Naturwissen- Zur Zeit sind 32 Prozent der Arbeitskräfte bei Xerox
schaft leitet. Sie stellt fest, daß von allen promovierten Frauen, verglichen mit 26,5 Prozent 1972. Auf der
Mitarbeitern in den Bereichen Naturwissenschaft und Ebene der Abteilungsleiter/Direktoren stellen Frauen
Ingenieurwesen an Universitäten 1960 nur 5 Prozent 10 Prozent.
Frauen waren und fügt hinzu, daß die Zahl heute bei 7
Prozent liegt. Im Gegensatz dazu sind heute 49 Feiice Schwartz, Präsidentin von Catalyst, ist der
Prozent dieser Mitarbeiter Männer in unkündbarer Meinung, daß die "gläserne Wand" notwendigerweise
einstürzen wird, da sich Amerika von einer von verarStellung.
beitender Industrie bestimmten Wirtschaft hin zu einer
Es ist nicht so, als ob sich Frauen nicht für die Natur- Informations- und Dienstleistungsgesellschaft hin
wissenschaften interessiert hätten. Ihr Promot'onsan- bewegt.
teil in Naturwissenschaften und im Ingenieurwesen
stieg nämlich von 8 Prozent im Jahr 1966 auf 27,9 "Die Wirtschaftskapitäne unserer Tage sind grundleProzent 1989 enorm an. Vielmehr sind Klein zufolge gend realistisch: Die Kosten der jetzigen Position von
ein Mangel an entsprechenden Positionen und das Frauen sind einfach zu hoch", erklärt sie. "Wir stehen
Klischee von den Naturwissenschaften als reiner kurz vor einem großen Durchbruch - einer zweiten
Männerciomäne sowie das "Weiterbestehen der alten Revolution am Arbeitsplatz - und Männer und Frauen
gleichermaßen werden letztlich die Sieger sein."
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