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dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America
41

14. Oktober 1992

'«tu s.-Miti, &gt;f .America
Lib^,7 Services
Defchmanns Aue 29
5300 Bonn. 2

WILLY BRANDT

PRÄSIDENT BUSH WÜRDIGT WILLY BRANDT
Erklärung des Weißen Hauses

FLÜCHTLINGE

FLÜCHTLINGSSTROM ERFORDERT
INNOVATIVE REAKTIONEN
Abram vor UNHCR-Ausschuß

UN-GENERALVERSAMMLUNG

USA ERLÄUTERN ZIELE FÜR ENTWICKLUNGSAKTIVITÄTEN DER VEREINTEN
NATIONEN
Rede von Botschafter Perkins

CHEMISCHE WAFFEN

WELTWEITE UNTERSTÜTZUNG FÜR KONVENTION ÜBER CHEMISCHE WAFFEN ANGESTREBT
Rüstungskontrollexperten bezeichnen
Vertrag als Kompromiß

WAHLEN '92

ERSTE FERNSEHDEBATTE MIT SCHWERPUNKT
AUF ARBEITSPLÄTZEN UND AUSSENPOLITIK
Bush, Clinton und Perot diskutieren
in St. Louis (Missouri)

DIE ERSTE FERNSEHDEBATTE DER
PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATEN
Amerikanische Pressestimmen

ARBEITSPLATZE, WACHSTUM UND STEUERN
IM MITTELPUNKT DES WAHLKAMPFS
Wirtschaftsthemen dominieren

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 0300
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-3392372
Telex: 8-85432

�WILLY

BRANDT
14. Oktober 1992

PRÄSIDENT BUSH WÜRDIGT WILLY BRANDT
Erklärung des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Die folgende Erklärung wurde am 9. Oktober 1992 von der Pressestelle des Weißen
Hauses veröffentlicht:
Voller Trauer hat der Präsident vom Tod des großen
deutschen Staatsmanns und Patrioten Willy Brandt
erfahren.
Willy Brandt war eine der überragenden Persönlichkeiten der Nachkriegszeit, ein Mann mit Vision und Mut.
Er wird in die Geschichte als ein unerschütterlicher
Verfechter von Freiheit und Demokratie eingehen, der
als Bürgermeister von Berlin während der dunkelsten
Stunden der Stadt der sowjetischen Bedrohung furchtlos entgegentrat, die das Leben und die Ideale seiner
geliebten Stadt und ihrer Bevölkerung bedrohte. Er
wird in die Geschichte eingehen als einer, der seine
Stimme für die Verständigung zwischen West und Ost
erhob. Erst als Außenminister, dann als Bundeskanzler hat er sich für die Entspannung in Europa stark
gemacht, durch die die Welt für uns alle sicherer
wurde. Der Zusammenbruch des Kommunismus und

der Vormarsch der Demokratie in Osteuropa und der
ehemaligen Sowjetunion bestätigen in eindrucksvoller
Weise die Richtigkeit seiner Vision vor zwanzig Jahren.
Die Amerikaner werden sich an Willy Brandt nicht nur
als einen Verfechter von Freiheit und Demokratie
erinnern, sondern auch als einen treuen Freund der
Vereinigten Staaten. Seine starke Unterstützung der
transatlantischen Gemeinschaft spiegelte den Glauben wider, daß die enge Zusammenarbeit zwischen
Amerikanern und Deutschen von großer Bedeutung
für die Bewahrung von Frieden und die Förderung der
Demokratie war.
Gemeinsam mit unseren deutschen Freunden und all
denen, die für die Ziele gekämpft haben, denen Willy
Brandt sein Leben widmete, betrauert das amerikanische Volk den Verlust Willy Brandts.

* * * * *

AMERIKA DIENST 41

Seite 1

�FLÜCHTLINGE
14. Oktober 1992

FLÜCHTLINGSSTROM ERFORDERT
INNOVATIVE REAKTION
Abram vor UNHCR-Ausschuß
GENF- (AD) - Dem Ständigen Vertreter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen in Genf, Botschafter
Morris Abram, zufolge muß die internationale Staatengemeinschaft nach neuen Wegen suchen, um den ständig
anschwellenden weltweiten Strom von Flüchtlingen und Migranten zu bewältigen.
Die Regierungen und internationalen Behörden müßten "innovative und integrierte" Reaktionen auf "vielfältig
motivierte Wanderu ngsbewegu ngen" finden - Flucht vor wirtschaftlichem Chaos und Bürgerkrieg ebenso wie vor
politischer Verfolgung, erklärte Abram am 9. Oktober 1992 in einer Rede vor dem 46 Mitgliedstaaten
umfassenden Exekutivausschuß der Hohen Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen in Genf.
Traditionell stützt sich die Arbeit der UNHCR, einer Behörde der Vereinten Nationen, die sich mit gegenwärtig
rund 17 Millionen Flüchtlingen weltweit befaßt, auf eine im Jahr 1951 verabschiedete Konvention, die einen
Flüchtling als Einzelperson definiert, die vor politischer Verfolgung flieht.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Botschafter Abram im Wortlaut.
Fluchtgründe. Der Flüchtling mag ein Land inmitten
politischer Unruhen verlassen haben, wo er zur Unterschicht gehörte und Ziel von Diskriminierung war. Von
der für einzelne Antragsteller auf politisches Asyl
konzipierten Maschinerie wird heute jedoch erwartet,
daß sie den massenhaften Zustrom von Personen
bewältigt, die individuell vielleicht keine gut begründete
Furcht vor Verfolgung aufgrund von Rasse, Religion,
Es ist nicht nur die Zahl der Flüchtlinge, die sich seit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen
Verabschiedung der Konvention im Hinblick auf den oder politischen Gruppe haben, wie es die Definition
Status von Flüchtlingen im Jahr 1951 verändert hat. eines Flüchtlings in der Konvention von 1951 vorsieht.
Der Charakter und die Gründe der Migration sind nicht
so einfach zu definieren. Fliehen sie vor Verfolgung Einige Länder, die traditionell einwandererfreundlich
des einzelnen oder politischer Instabilität, vor Men- waren, haben sich den jüngsten Wanderungsbeweschenrechtsverletzungen oder Bürgerkrieg? Oder sind gungen entgegengestellt. Einige haben sogar ihre
Armut, Überbevölkerung, Zerstörung der Umwelt oder Grenzen geschlossen. Die Länder hüten sich davor,
Naturkatastrophen die Gründe der Abreise? Es ist einem einzelnen Asyl zu gewähren, wenn sein gesamunbestreitbar, daß es im Charakter des Menschen tes Dorf folgen könnte. Selbst wenn Asyl theoretisch
begründet ist, mit seinen Lebensbedingungen nicht zeitlich befristet gewährt wird, werden die Flüchtlinge
völlig zufrieden zu sein. Gewiß, je mehr man über die vielleicht nicht mehr heimkehren wollen, wenn in ihrem
andere Seite des Berges erfährt, desto fetter scheinen Dorf Frieden herrscht. Der Durchschnittseinwohner im
die Weidegründe dort zu sein.
Aufnahmeland erkennt, daß er das leichtere Leben
genießt und wird annehmen, daß sich vorübergehenIn den heutigen Wanderungsbewegungen treffen po- de Flüchtlinge zum Bleiben entschließen werden. Kein
litische Asylsuchende - diejenigen, die im Wirkungsbe- Land möchte sich mit der domigen Frage der Abschiereich der Konvention von 1951 kommen - gemeinsam bung befassen. Die Motive und Begründungen derjemit denjenigen ein, die vor Bürgerkrieg und wirtschaft- nigen, die ihre Türen schließen, sind fast so komplex
licher Unsicherheit fliehen. Häufig vermischen sich die wie die derjenigen, die anklopfen.
Die Welt von heute gestaltet sich dramatisch anders
als die Weht von 1951. Im Jahr 1951 gab es keine
düsengetriebenen Verkehrsflugzeuge, kein Satellitenfernsehen, keine Photokopierer oder Faxgeräte. Die
Weltbevölkerung betrug 2,5 Milliarden, und heute nähert
sie sich 6 Milliarden. Die Zahl der Flüchtlinge hat von
2 Millionen auf 17 Millionen zugenommen.

AMERIKA DIENST 41

Seite 1

�Wanderungsbewegungen aus vielfältigen Motiven
erfordern innovative und integrierte Reaktionen unter
Verwendung einer Vielzahl von Maßnahmen, um sowohl
die Ursachen als auch die Symptome des Problems zu
behandeln.
Mit ihrer Note zum Internationalen Schutz hat Frau
Ogata der Komplexität dieser Fragen Rechnung getragen und die ersten Schritte zu ihrer Lösung unternommen. Sie tritt für größeres Engagement der UNHCR
und der internationalen Staatengemeinschaft im Ursprungsland ein, um die Probleme der Flüchtlinge dort
zu behandeln, wo sie entstehen. Frau Ogata hat diese
Woche bereits über internationale Präsenz als unabdingbares Element der Prävention gesprochen. Die
Präsenz könnte physischer Natur sein, durch die
UNHCR, wie in dem Bericht als eine Möglichkeit vorgeschlagen wird oder durch Überwachung durch eines
der Menschenrechtsgremien der UNO. Welcher Ansatz
auch gewählt wird, die entscheidende Verbindung
muß zwischen Menschenrechtsverletzungen und der
Schaffung von Flüchtlingen hergestellt werden.

Kreative nichttraditionelle Ansätze wie die in Jugoslawien und im Irak gewählten sind auch in Zukunft
erforderlich. Wie Generalsekretär Boutros-Ghali in
seinem Jahresbericht feststellte, "gibt es eine dynamische Verbindung zwischen Friedensherstellung, Friedenssicherung und humanitärer Hilfe".
Die Gründung des Büros für humanitäre Angelegenheiten in New York war ein Schritt zu der Koordinierung, die in einer einheitlichen UNO erforderlich ist.
Die Beschreibung dieses Büros in einem unlängst
veröffentlichten Leitartikel als "Schnittstelle zwischen
humanitärem Einsatz und Sicherheit, Hilfe und Friedenssicherung" bekräftigt jedoch die unmögliche
Bandbreite der zugewiesenen Verantwortung. Koordinierung läßt sich nicht durch eine Person erreichen,
sondern muß eine tiefgreifendere zwischenbehördliche Zusammenarbeit auf dem gesamten Spektrum
von der Prävention biszu Hilfe und Entwicklung umfassen.

Ein behördenübergreifender Plan mit dem Ziel, bei
unterschiedlich motivierten Fluchtumständen zu funkDie lobenswerten Bemühungen der UNHCR in den tionieren, kann die Wurzeln der Flucht untersuchen
späteren Stadien von Flüchtlingsströmen sind ein und die Verfolger zur Rechenschaft ziehen, bei der weiteres Beispiel für die Art der erforderlichen Koordi- dauernden oder vorübergehenden - Ansiedlung derjenation zwischen den Behörden. In der Jugoslawienkri- nigen helfen, die nicht in die Heimat zurückkehren
se hat die UNHCR eng mit dem IKRK und der UNPRO- können und technische Hilfe bereitstellen, um nach
FOR zusammengearbeitet, um eine Herausforderung Beendigung der Krise Institutionen und Wohnungen
unauflöslich miteinander verbundener humanitärer, wiederaufzubauen. Natürlich müssen alle geschaffeFlüchtlings- und Sicherheitserfordemisse in den Griff
nen und entwickelten Mittel und Instrumente letztlich
zu bekommen.
innerhalb der Kompetenzen und politischen Möglichkeiten der Mitgliedstaaten liegen.
Andere Reaktionen, wie etwa der Ruf der UNHCR
nach vorübergehendem Schutz als Mittel zur Bewälti- Eine Herausforderung der Krisen von heute wird darin
gung des massenhaften Zustroms aus dem ehemali- bestehen, einen Präzedenzfall für den Umgang mit
gen Jugoslawien, spiegeln die Flexibilität wider, die für den Krisen von morgen zu schaffen. Frau Ogata hat
die komplexen Bedürfnisse der Gruppen erforderlich zu Recht mit ihrem Vorschlag einer weiterentwickelten
ist. Flüchtlingsgruppen haben häufig wesentlich ande- Rolle der UNHCR und der internationalen Staatengere Bedürfnisse als der Flüchtling nach der Konvention meinschaft als Ganzem reagiert, die den enormen
aus dem Jahr 1951. Vorübergehender Schutz für weltweiten Veränderungen seit Verabschiedung der
einen definierten Zeitraum ist oft eine humane und Konvention von 1951 angepaßt wird. Wir können nicht
angemessene Reaktion.
zulassen, d?!? vn? r*s den gegenwärtigen Krisen innewohnenden Komplexitäten erdrücken. Vielmehr sollten wir sie als Herausforderung betrachten, auf die zu
reagieren eine flexible, kreativere UNO befähigt ist.
* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 41

�UN-GENERALVERSAMMLUNG
14. Oktober 1992

USA ERLÄUTERN ZIELE FÜR ENTWICKLUNGSPOLITISCHE AKTIVITÄTEN DER VEREINTEN NATIONEN
Rede von Botschafter Perkins
VEREINTE NATIONEN - (AD) - "Wirtschaftliche Sicherheit, Chancen und Wettbewerbsfähigkeit" sind die
wichtigsten amerikanischen Anliegen bei den Diskussionen über Weltwirtschaft und Entwicklung in der UNGeneralversammlung, erklärte der amerikanische UNO-Botschafter Edward Perkins am 7. Oktober 1992.
Im Rahmen der allgemeinen Aussprache des Zweiten Ausschusses (für Wirtschaft und Sozialwesen) der 47.
Generalversammlung stellte Perkins fest, die Vereinigten Staaten würden mit anderen Delegationen zusammenarbeiten, um "effektive Hilfsmaßnahmen zum Aufbau starker, unabhängiger Volkswirtschaften" zu entwickeln,
die "zu einer wachsenden Weltwirtschaft beitragen können, deren Ziel der Abbau von Armut ist".
Unter Betonung des zunehmenden wirtschaftspolitischen Charakters der wichtigsten UN-Aktivitäten im Zeitalter
nach dem Kalten Krieg verwies der Botschafter darauf, daß "globale Stabilität wenigervon ideologischen Credos
abhängig ist als von wirtschaftlichen und finanziellen Kräften".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Botschafter Perkins im Wortlaut.

Herr Vorsitzender, ich möchte Sie und die Mitglieder
des Büros bei dieser Gelegenheit zu Ihrer Wahl beglückwünschen. Meine Delegation sieht der Arbeit mit
Ihnen und dem Büro im Geist konstruktiver Zusammenarbeit, die zu verwirklichen Sie begonnen haben,
erwartungsvoll entgegen.

Handelssanktionen, die Verwaltungsreform des UNOSystems und den Gesamtkomplex der Finanzierung
der Friedenssicherung gewichen.

Das Subtile an unserer diplomatischen Arbeit ist der
zunehmende wirtschaftspolitische Charakter der UNAktivitäten. Schlagzeilen zu Resolutionen über die
Nichtverbreitung von Kernwaffen sind solchen über

Präsident Bush hat in seiner Rede vor der Generalversammlung erklärt, daß wirtschaftliche Sicherheit,
Chancen und Wettbewerbsfähigkeit ein vordringliches
Anliegen der Vereinigten Staaten werden. Heute trägt

Gewiß wird in einer Welt, die energisch nach Wegen
zur Privatisierung von Industrien sucht, die Märkte und
Volkswirtschaften miteinander verbindet und historiWirtschafts- und Finanzfragen erhalten auf der Tages- sche Turbulenzen mit Kapitalbewegungen von einer
ordnung der Vereinten Nationen einen immer wichtige- Billion Dollar täglich durchsteht, die weltweite Stabilität
ren Stellenwert. Dies geschieht auf eine Art und weniger von ideologischen Credos abhängig als von
Weise, die sowohl offenkundig als auch subtil ist. wirtschaftlichen und finanziellen Kräften.
Offenkundig ist, um es mit den Worten von Weltbankpräsident Lewis Preston auszudrücken, die Tatsache, Die Arbeit des Zweiten Ausschusses ist traditionell ein
daß " es für die Menschheit heute keine wichtigere Ort, an dem politische Fragen in den wirtschaftlichen
Aufgabe gibt als den Abbau der Armut und umweltver- Kontext gestellt werden. Heute bedeutet politische
trägliche Entwicklung". Ebenso offensichtlich sind Führung eine globale Verantwortung, und eine effektiBewegungen zur wirtschaftlichen Integration, interna- ve globale Verantwortung beruht auf internationaler
tionale Währungsturbulenzen sowie historisch einma- Zusammenarbeit. Meine Delegation geht davon aus,
lige Bemühungen zur Privatisierung von Staatsindu- daß dieser Ausschuß einen neuen Standard der Zusammenarbeit schafft.
strien.

AMERIKA DIENST 41

Seite 1

�meine Delegation diese Botschaft direkt in den Zweiten Ausschuß. Gemeinsam werden wir ein breites
Spektrum von Problemen behandeln, die nie wichtiger
waren als heute - in einem Zeitalter, das weniger von
Krieg und Frieden beherrscht wird und sich mehr auf
Frieden und Wohlstand konzentriert.
Präsident Bush hat femer festgestellt, daß Wohlstand
für den Weltfrieden unabdingbar ist, gemeinsam mit
Friedenssicherung und Nichtverbreitung.
Dieser
Wohlstand hängt von einer wachstumsorientierten Weltwirtschaftsordnung ab, einer Ordnung, die die Umwelt
schützt und in der die Privatwirtschaft die Lokomotive
für die Expansion sich entwickelnder und aufstrebender Volkswirtschaften ist.
Das grenzüberschreitende Engagement des Privatsektors schafft wirtschaftliche Brüderlichkeit und kein
reines Abhängigkeitsverhältnis. Letzteres war häufig
das Ergebnis der traditionellen zwischenstaatlichen
Entwicklungshilfe. Während der 47. Generalversammlung wird meine Delegation mit Ihnen und Ihren Kollegen zusammenarbeiten, um effektive Hilfsmaßnahmen zum Aufbau starker, unabhängiger Volkswirtschaften zu finden, die zu einer wachsenden Weltwirtschaft beitragen können, deren Ziel der Abbau von
Armut ist.

sind seit langem der größte einzelne Geber von Entwicklungshilfe. So werden wir in Kürze die dringlich
erwartete Aufstockung des amerikanischen Anteils
am Internationalen Währungsfonds um 12,3 Milliarden
Dollar verabschieden, die neben unserem normalen
Engagement für bilaterale Hilfe in Höhe von 9 Milliarden Dollar gewährt wird.
Die Vereinigten Staaten unterstützen Entwicklung und
umweltverträgliches Wirtschaftswachstum. Präsident
Bush hat Ihnen sein Interesse an einer Umstrukturierung unserer Auslandshilfeinstitutionen erläutert.
Darüber hinaus bemühen wir uns ständig darum, Hilfe
für umweltpolitische Zwecke als bedeutsamen Teil in
unsere bilateralen und multilateralen Beiträge einzubeziehen.
Die starke Unterstützung meiner Regierung für Bemühungen der Vereinten Nationen, den Schwerpunkt
ihrer Aktivitäten der Ausrottung von Hunger und Unterernährung zu widmen, ist wohlbekannt. Wir sind
entschlossen, auf jede erdenkliche Art u nd Weise dazu
beizutragen, die Leistungen der UNO in diesem entscheidenden Bereich zu verbessern.

Wie friedenssichernde Operationen für die Eindämmung bewaffneter Konflikte erforderlich sind, so dient
die Bereitstellung humanitärer Nothilfe dazu, der HerEine spezielle Initiative, die wir gemeinsam mit ande- ausforderung von Hungersnöten, Krieg und Krankheiren Förderern anbieten werden, betrifft die Privatisie- ten für das Überleben des Menschen zu begegnen.
rung. Durch die Herstellung eines weltweiten Konsen- Die seit langem bestehende Unterstützung der Vereinigten Staaten für humanitäre Hilfsaktionen wird anses zu diesem wichtigen Phänomen kann die internationale Staatengemeinschaft Entwicklungsländern und dauern. Die Initiative Präsident Bushs zur Friedenssiaufstrebenden Staaten dabei helfen, den wirtschaftli- cherung wird die bereits heute umfangreichen Fähigchen Übergang auf der Grundlage solider nationaler keiten der Vereinigten Staaten zur Unterstützung
humanitärer Missionen noch weiter verstärken. Wir
Maßnahmen reibungsloser zu vollziehen. Damit werden die Chancen für Handel und Investitionen gestei- fordern alle Staaten auf, kühne Schritte zu unternehmen, um die Fähigkeit der Vereinten Nationen zur
gert und dringend benötigte ausländische InvestitioLieferung humanitärer Hilfe zu unterstützen. Die Mitnen angelockt. Wir sehen den fruchtbaren Gesprächen über diese Initiative erwartungsvoll entgegen, gliedstaaten sollten Vorräte bezeichnen, die zur Bederen Ziel es ist, Mittel für Wohlstand und gegen Armut wältigung humanitärer Notlagen eingesetzt werden
können, um es den Staaten zu gestatten, rascher auf
einzusetzen.
Hungersnöte, Rutkatastrophen, Unruhen und andere
Die Ursachen der Armut sind komplex, und dasselbe Katastrophen zu reagieren. Verbesserte Planung,
gilt für die zahlreichen Maßnahmen, die zu deren Krisenmanagement und Fähigkeiten zur Sammlung
Abbau erforderlich sind. Wir haben von den Armen von Informationen für humanitäre Operationen sollten
selbst gelernt, daß Unterstützung die umfassenden entwickelt werden. Die Vereinigten Staaten werden
politischen und strukturellen Hindemisse ebenso wie neue Wege sondieren, um angemessene amerikaniBeschränkungen im technischen, menschlichen und sche finanzielle Unterstützung für humanitäre Operamateriellen Bereich behandeln muß.
tionen zu gewährleisten.
Der Abbau von Armut erfordert nicht nur quantitative
Verbesserungen beim Einkommen, sondern ebenso
qualitative Verbesserungen bei Gesundheit, Bildungswesen und Ernährung. Umweltverträgliche und
umweltbewußte Entwicklung, Menschenrechte, demokratische Institutionen - sie alle sprechen für den
vernünftigen Umgang mit produktiven Ressourcen.
Femer erwarten wir in diesem Ausschuß die Rolle der
Entwicklungshilfe zu erörtern. Die Vereinigten Staaten

Seite 2

Wie ich bereits erwähnte, hat Präsident Bush erklärt,
die Förderung weltweiten Wohlstands bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt sei eine der drei miteinander
zusammenhängenden Herausforderungen für unsere
Vereinten Nationen. In diesem Ausschuß werden wir
mit einer konkreten Manifestation dieser Herausforderung ringen. Die amerikanische Regierung ist entschlossen ihren Teil beizutragen, um eine effektive
Nachbereitung der UN-Konferenz über Umwelt und

AMERIKA DIENST 41

�Entwicklung zu gewährleisten. In einer der wichtigsten
Empfehlungen des Gipfels von Rio werden wir aufgefordert, eine Kommission für umweltverträgliche Entwicklung zu gründen.
Meine Delegation sieht der intensiven Arbeit zur Gründung dieser Kommission erwartungsvoll entgegen.
Die Schaffung einer effektiven Koordinierung der
Reaktion der UNO auf Agenda 21 ist entscheidend,
wenn wir uns erfolgreich auf den in Rio vorgezeichneten Weg machen wollen. Unser Ziel wird die Etablierung einer praxisorientierten Kommission des Wirtschafts- und Sozialrats sein, die innerhalb des UNSystems als Schwerpunkt zur Förderung der Verwirklichung von Agenda 21 und der Integration von Wirtschaft und Entwicklung dienen wird. Die Kommission
für umweltverträgliche Entwicklung sollte ein Forum
bereitstellen, in dem die Staaten von den Erfahrungen
und Bemühungen anderer bei der Verwirklichung
umweltverträglichen Wachstums und umweltverträglicher Entwicklung lernen können. Dieses Forum wird
nicht nur die Regierungen ermutigen, sich an Bemühungen zur Bewältigung dieser Herausforderung zu
beteiligen, sondern es sollte darüber hinaus Vertreter
einschlägiger zwischenstaatlicher Organisationen und
von Finanzinstitutionen sowie von in den Bereichen
Wissenschaft, Industrie, Wirtschaft und Umwelt tätigen nichtstaatlichen Organisationen zur Teilnahme
ermutigen.
Wir begrüßen den erfolgreichen Abschluß der Rahmenkonvention über Klimaveränderungen. Präsident
Bush hat dieses entscheidende Abkommen am 13.
Juni in Rio unterzeichnet, und wir hoffen unseren Ratifizierungsprozeß dieses Jahr abzuschließen. Die
Vereinigten Staaten sind uneingeschränkt davon überzeugt, daß Vorbereitungen zur baldigen und effektiven
Durchführung der Konvention nach deren Inkrafttreten
erforderlich sind, und wir begrüßen die Einberufung
der sechsten Sitzungsperiode des zwischenstaatlichen Verhandlungsausschusses (INC) in Genf für Dezember.
Unserer Meinung nach ist der INC das geeignete
Forum, um Vorbereitungen für das Inkrafttreten der
Konvention zu treffen und mit der Sammlung von
Informationen zu beginnen, die von den Staaten und
regionalen Organisationen zur wirtschaftlichen Integration im Hinblick auf Maßnahmen übermittelt werden, die im Einklang mit den Bestimmungen der Konvention stehen und von der Resolution zur unverzüglichen Arbeitsaufnahme gefordert werden, wie sie der
INC im Mai verabschiedet hat. Die Vereinigten Staaten haben die uneingeschränkte und effektive Beteiligung aller Staaten unterstützt, insbesondere der Entwicklungsländer. In diesem Prozeß werden wir weiterhin freiwillige Beiträge zu dem mit Resolution 45/212
der Generalversammlung eingerichteten Treuhandfonds leisten, und wir fordern alle anderen Regierungen und Organisationen, die in der Lage dazu sind, auf,
ähnliche Beiträge zu erbringen.
AMERIKA DIENST 41

Wir appellieren an den Zweiten Ausschuß, die Resolution zur unverzüglichen Arbeitsaufnahme gutzuheißen
und insbesondere dem INC und seinem Sekretariat
seine weitere Unterstützung zu gewähren, um es
diesen zu ermöglichen, Arrangements für weitere Sitzungen bis zum Inkrafttreten der Konvention zu treffen.
Ein Bestandteil umweltverträglicher Entwicklung sind
effektive und effiziente Vereinte Nationen. Was ist der
Unterschied zwischen "effektiv" und "effizient"? Das
erste bedeutet das Richtige zu tun, das zweite bedeutet es richtig zu machen. Wir begrüßen die andauernde Verwaltungsreform des Generalsekretärs, die das
Richtige ist. Die Mitgliedstaaten müssen jetzt das
Richtige tun, das heißt, sie müssen auf echte Reformen im gesamten System hinarbeiten.
Die Reform der Vereinten Nationen in den Bereichen
Wirtschaft und Sozialwesen fällt in drei breite Kategorien:
Erstens die Reform und Reorganisation des
UN-Sekretariats;
Zweitens die Reform der ECOSOC, vielleicht in
der von den Vereinigten Staaten vorgeschlagenen Form, sie zum Leitungsgremium für die vier
operativen Gruppen (UNDP, UNICEF, WFP
und UNFPA) zu machen;
Drittensdie Reform der operativen Maßnahmen
der Vereinten Nationen vor Ort, um Geschlossenheit, Koordinierung und Verwaltung der Entwicklungshilfemaßnahmen durch das System
der Vereinten Nationen zu verbessern.
Im Hinblick auf den letzten Punkt wurde im Jahr 1989
mit der alle drei Jahre stattfindenden Überprüfung
(Triennial Policy Review) ein Meilenstein erreicht. Jetzt,
drei Jahre später, ist es erneut an der Zeit für eine
Überprüfung unserer Maßnahmen. Diesen Herbst
wird meine Delegation auf Reformen drängen, die
Kostenrentabilität und größeres Selbstvertrauen zum
Ziel haben, darunter die stärkere Dezentralisierung
des UN-Entwicklungssystems auf Länderebene. Wir
werden eine weitere Stärkung von Koordinierung,
Programmgestaltung und nationaler Durchführung vor
Ort fordern. Insbesondere werden die Vereinigten
Staaten ihren jüngsten ECOSOC-Vorschlag zur Reform der Vor-Ort-Vertretungen des UN-Entwicklungssystems weiterverfolgen.
Ein weiteres notwendiges Reformvorhaben wird den
Zweiten Ausschuß dazu veranlassen, die künftige
Rolle und das Mandat des Welternährungsrats (WFC)
zu überdenken. Wir stimmen voll und ganz mit dervom
WFC selbst gezogenen Schlußfolgerung überein, daß
er nicht weitermachen kann wie bisher und daß seine
Zukunft im Licht der gesamten Umstrukturierung der
Vereinten Nationen geprüft werden muß.

Seite 3

�Wir sind enttäuscht darüber, daß der WFC nicht in der
Lage war, seine Rolle und sein Mandat wie ursprünglich vorgesehen zu erfüllen. Deshalb unterstützen wir
von diesem Ausschuß zu treffende Maßnahmen, um
die politische Koordinierungsfunktion und die behördenübergreifende Koordinierungsfunktion des
WFC auf den Wirtschafts- und Sozialrat beziehungsweise den Administrativen Koordinierungsausschuß
zu übertragen. Wir sind der festen Überzeugung, daß
dies die Entwicklung und Koordinierung der internationalen Ernährungspolitik wesentlich verbessern und
damit die Bemühungen der UNO bei der Hilfeleistung
für die Hungernden der Welt stärken würde.

Herr Vorsitzender, diese zahlreichen Fragen werden
vor dem Hintergrund historischer Veränderungen in
den weltweiten wirtschaftlichen und finanziellen Abläufen erörtert werden. Internationale Zusammenarbeit
ersetzt die alten wirtschaftlichen Nationalismen, wie
sie in Devisenbewirtschaftung, unnachgiebigem Schutz
von Binnenmärkten und lähmenden Beschränkungen
multinationaler Wirtschaftstätigkeit zum Ausdruck
kamen. Diese Kontrollen verschwinden heute, da eine
auf größerer Mobilität von Informationen, Kapital,
Arbeitskräften und Waren basierende Weltwirtschaft
sowohl die Märkte als auch die Produktionsmittel direkt
in die Hände des wertvollsten Produktionsmittels legt,
das es gibt - des Menschen.

* * * *

Seite 4

*

AMERIKA DIENST 41

�CHEMISCHE

WAFFEN
14. Oktober 1992

WELTWEITE UNTERSTÜTZUNG FÜR KONVENTION
ÜBER CHEMISCHE WAFFEN ANGESTREBT
Rüstungskontrollexperten bezeichnen Vertrag als Kompromiß
WASHINGTON - (AD) - "Viel Arbeit" bleibt noch zu tun,
um eine "allgemeine Konvention" zum Verbot chemischer Waffen zu verwirklichen, erklärt ein hochrangiger amerikanischer Rüstungskontrollunterhändler. Ihm
zufolge werden sich die diplomatischen Bemühungen
in den kommenden Jahren darauf konzentrieren, so
viele Staaten wie möglich zu veranlassen, der Konvention über chemische Waffen beizutreten.
In einer Stellungnahme bei einer Konferenz über die
Durchführung der C-Waffenkonvention prognostizierte der amerikanische Botschafter bei der Genfer Abrüstungskonferenz, Stephen Ledogar, am 6. Oktober
1992 darüber hinaus einen "internationalen LemmingEff ekt", wenn sich immer mehr Länder zur Unterzeichnung des Abkommens bereiterklärten. Damit würde
es für andere Staaten immer unangenehmer, ihre
Unterschrift zu verweigern.

Ledogar erklärte, die Resolution werde inzwischen von
124 Staaten mitgetragen und er gehe davon aus, daß
die meisten davon dem Vertrag beitreten würden.
Obwohl eine Reihe von wichtigen Staaten noch unterzeichnen müssen - darunter Rußland, die Volksrepublik China, Pakistan und die arabischen Staaten -, ist
er der Überzeugung, daß China letztlich zustimmen
wird. China werde dies jedoch nur nach Rußland tun.
Rußland hat seine Absicht bekundet, Unterzeichner
des Pakts zu werden.
Der Botschafter stellte ferner fest, daß seiner Meinung
nach Pakistan kurz vor einem Beitritt steht. Pakistan
hat eine gemeinsame Deklaration mit Indien unterzeichnet, derzufokje es der C-Waffenkonvention beitritt.

Er erklärte, der Vertrag zum Verbot chemischer Waffen werde "alle militärisch erheblichen BetrugsversuAm 3. September 1992 hat die Abrüstungskonferenz che" aufdecken. Ledogar verwies ferner darauf, dies
den von 39 Nationen ausgehandelten Text der C- sei die erste multilaterale Konvention, die "wirklich
Waffenkonvention verabschiedet, der inzwischen der peinlich genaue Inspektionen in den kontinentalen
UN-Generalversammlung zur Beschlu ßf assung zuge- Vereinigten Staaten" erfordern wird. Der Botschafter
leitet wurde. Der für multilaterale Angelegenheiten prognostizierte, man werde nur selten auf kurzfristig
zuständige Stellvertretende Direktor des US-Amts für anberaumte Verdachtsinspektionen zurückgreifen.
Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA), Michael
Moodie, stellte fest, der Text sei "ein Kompromiß von Keiner der Redner bei der CSIS-Konferenz konnte
eine Prognose zu den voraussichtlichen Kosten für die
Interessen, Anliegen, Fähigkeiten (und) Ansätzen".
Durchführung der Konvention abgeben. Ledogar
Er stelle "eine wichtige internationale Norm dar, an der erwartete jedoch, daß die Kosten in den ersten Jahren
das Verhalten jedes Mitglieds der internationalen der Durchführung steigen "und danach abflauen werStaatengemeinschaft gemessen wird", erklärte Moo- den".
die in einem Redebeitrag bei der vom Zentrum für
strategische und internationale Studien (CSIS) veran- Wie hoch die Gesamtkosten der Durchführung auch
sein mögen, sie wird es wert sein, meinte Donald
stalteten Konferenz.
Mahley, Steifvertretender Abteilungsleiter für multilaDie Vereinigten Staaten haben gemeinsam mit ande- terale Angelegenheiten im ACDA.
ren Staaten eine UN-Resolution zur Unterstützung der
Konvention eingebracht und planen bei Unterzeich- Die erste Vorbereitungskonferenz wird kurz nach der
nung der Konvention in Paris im Januar zu den Erstun- offiziellen Unterzeichnungszeremonie im Januar stattterzeichnern zu gehören. "Wir hoffen, daß sich uns so finden, so Robert Mikulak, Sonderunterhändler des
viele Staaten wie möglich anschließen werden", fügte ACDA für chemische Waffen. Die Vorbereitungskonferenz wird verschiedene Fragen regeln, darunter die
Moodie hinzu.

AMERIKA DIENST 41

Seite 1

�Finanzierung der neuen Organisation, die die Konvention überwachen wird. Etwa 750 Mitarbeiter werden an
dem Projekt beteiligt sein, für das ein Budget von rund
150 Millionen Dollar erwartet wird.

Gründung einer gemeinnützigen nichtstaatlichen
Organisation mit dem Namen Internationales Zentrum
für Abrüstung und Konversion unterzeichnet.

Dieses Zentrum werde die internationale Zusammen"Es ist wichtig", erklärte Moodie, daß die Staaten nicht arbeit mit dem Ziel der uneingeschränkten Einhaltung
nur den Vertrag unterzeichnen, "sondern daß sie rati- der C-Waffenkonvention fördern und Bemühungen
fizieren und die Konvention unter Beteiligung so vieler unterstützen, um Einrichtungen zur Herstellung von
Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft in Rüstungsgütern auf zivile Produktion umzustellen.
Kraft tritt wie möglich". Der Vertrag tritt 180 Tage nach
seiner Ratifizierung durch 65 Staaten in Kraft, stellte er Der Erste Sekretär der Botschaft der Russischen
Föderation, Dr. Igor Chrifunow, erklärte, dem russifest, aber frühestens in zwei Jahren.
schen Parlament werde in wenigen Wochen ein VorWährend der Konferenz gab Kyle Olson vom Institut schlag zugeleitet, der den Bau von drei Einrichtungen
zur Kontrolle chemischer und biologischer Waffen zur Zerstörung chemischer Waffen vorsehe. Dem
(CBACI) bekannt, ein Vertreter des CBACI und Gene- besten Szenarium zufolge würden diese Einrichtunral Anatolij Kunzewitsch, Vorsitzender des Präsidial- gen im Jahr 1997 in Dienst gestellt. Er stellte darüber
hinaus fest, es sei wichtig, den anderen neuen Repuausschusses zu konventionellen Problemen der chebliken
der ehemaligen Sowjetunion dabei zu helfen, im
mischen und biologischen Waffen der Russischen
Hinblick
auf die Frage der Waffenzerstörung auf die
Föderation hätten am 2. Oktober ein Abkommen zur
öffentliche Meinung einzuwirken, insbesondere auf
Gemeindeebene.

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14. Oktober 1992

ERSTE FERNSEHDEBATTE MIT SCHWERPUNKT AUF
ARBEITSPLÄTZEN UND AUSSENPOLITIK
Bush, Clinton und Perot diskutieren in St. Louis (Missouri)
ST. LOUIS - (AD) -Alle drei Kandidaten fürdas Präsidentenamt haben es am 11. Oktober 1992 abgelehnt, in dem
"Schlamassel" in Bosnien amerikanische Bodentruppen einzusetzen, aber Herausforderer Bill Clinton forderte
Präsident Bush auf, den Druck der Weltöffentlichkeit auf Serbien zu verschärfen.
Bush und Clinton traten mit dem unabhängigen Kandidaten Ross Perot in einer 90minütigen Femsehdebatte auf,
bei der die beiden Herausforderer die Haltung Bushs zu den amerikanischen Streitkräften in Europa, zu den
Beziehungen mit China sowie zum Einsatz amerikanischer Streitkräfte in Teilen des notleidenden ehemaligen
Jugoslawiens kritisierten.
Bush lehnte trotz seiner Besorgnis über die "ethnische
Säuberung" serbischer Truppen gegen Moslems in
Bosnien den Einsatz amerikanischer Bodentruppen in
Bosnien ab. "Ich bin darüber sehr besorgt", erklärte er,
"ich bin besorgt über ethnische Säuberungen, ich bin
besorgt über Angriffe auf Moslems dort, aber ich muß
den Einsatz amerikanischer Truppen ausschließen bis
ich weiß, wie (das Militär) dort wieder herauskommt
oder wie es dort hereinkommt."

gegen einen schwer bewaffneten Gegner stehen, der
zur ethnischen Säuberung entschlossen ist. Wir können uns nicht in diesen Schlamassel begeben, aber wir
müssen tun, was wir können."

Unter Hinweis auf die dort bestehenden "traditionellen
ethnischen Rivalitäten" erklärte Bush, "dies läßt sich
nicht durch die Entsendung der 82. Luftlandedivision
lösen. Ich werde dies nicht tun."

Die drei Kandidaten traten in der überfüllten Versammlungshalle der Washington Univershy in St. Louis auf,
und ihre Debatte wurde von etwa 70 Millionen Haushalten am Bildschirm verfolgt.

Perot bezeichnete Bosnien als vordringliche Angelegenheit der Europäischen Gemeinschaft und nannte
es "unangemessen", daß amerikanische Streitkräfte
auf jedes Problem reagieren sollten.

Es war die erste von drei geplanten Fernsehdebatten
der drei Präsidentschaftskandidaten, dieses Mal mit
einer Gruppe von drei Journalisten, die den Kandidaten Fragen stellten. Die weiteren Debatten finden am
15. und 19. Oktober unter unterschiedlichen Bedin"Meiner Ansicht nach ist es wichtig", stellte Clinton fest, gungen statt. Viele Zuschauer teilten Reportern nach
"anzuerkennen, daß es Dinge gibt, die wir außerdem der Debatte mit, sie seien von dem sachlichen Ton der
tun können... Es gibt schließlich zwei Millionen Flücht- Teilnehmer sowie der Tatsache beeindruckt, daß es
linge wegen der Probleme im ehemaligen Jugosla- nicht zu gegenseitigen Verleumdungen gekommen
wien, die größte Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg." sei.
Clinton verwies auf die Gefahr des Verhungems oder
Erfrierens Hunderttausender im herannahenden Win- Keiner der Kandidaten fügte seiner Bewerbung Schaden zu, wie dies bei früheren Debatten bisweilen
ter.
geschehen war, aber den größten Erfolg konnte wohl
"Meines Erachtens sollten wir das Embargo gegen die Perot für sich verbuchen. Zahlreiche Zuschauer stellBelgrader Regierung verschärfen", erklärte Clinton, ten mit Befriediegung fest, der Milliardär aus Texas
"und wir müssen überlegen, ob wir das (bestehende) habe solch realistische Antworten gegeben und - in
Waffenembargo gegen die Bosnier nicht aufheben den Worten eines Zuschauers - "die anderen zwei auf
sollten, da sie keineswegs in einem fairen Kampf die wirtschaftlichen Themen festgenagelt, mit denen
Auch Clinton und Perot pflichteten Bushs Absage an
den Einsatz von Bodentruppen bei, jedoch meinte
Clinton, Washington müsse mehr tun, um den Kämpfen ein Ende zu machen.

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�das Land konfrontiert ist". Viele bedauerten, daß der
Texaner seine Kampagne im vergangenen Sommer
eingestellt habe, bevor er sie vergangenen Monat
wiederaufnahm.

könne man es sich nicht leisten, 150.000 Soldaten in
Europa zu stationieren. Außerdem sei die Rote Armee
reduziert worden und es habe Rüstungskontrollabkommen gegeben.

Perots Ansichten differierten am schärfsten von denen
Bushs und Clintons in der Frage der Stationierung
amerikanischer Truppen in Europa in einer Zeit, in der
die Bedrohung durch einen aggressiven Kommunismus verschwunden ist. Während Bush darauf verwies, ein Ende des Friedenszustands in Europa würde
maßlose Kosten verursachen und es sei deshab "wichtig,
daß die Vereinigten Staaten in Europa bleiben und
weiterhin den Frieden bewahren", verband Perot seine
Aussage zu diesem Problem mit seinem Thema einer
Gesundung der amerikanischen Wirtschaft durch den
Abbau des Haushaltsdefizits und erklärte, es sei für die
Vereinigten Staaten nur sinnvoll, für die Verteidigung
Europas und Asiens zu zahlen, wenn die Verbündeten
dort verarmt seien.

Im Hinblick auf die Beziehungen zu China verteidigte
Bush seine Politik, für in die Vereinigten Staaten
exportierte chinesische Waren den Meistbegünstigungsstatus zu gewähren. Auf diese Politik, so die Kritik
Clintons, habe China mit dem Export von Nukleartechnologie in den Nahen Osten geantwortet. Clinton
behauptete, die von der Bush-Administration ergriffenen Maßnahmen, um Veränderungen in Chinas Haltung zum Handel und in der Behandlung seiner Bürger
zu erreichen, seien nur aufgrund öffentlichen und
politischen Drucks zustandegekommen.

"Wir geben jährlich rund 300 Milliarden Dollar für
Verteidigungszwecke aus", stellte Perot fest. "Die
Japanergeben etwa 30 Milliarden Dollar in Asien aus,
die Deutschen etwa 30 Milliarden Dollar in Europa.
Deutschland wird in den nächsten 10 Jahren 1 Billion
Dollar für den Aufbau der Infrastruktur ausgeben. Das
ist ziemlich leicht, wenn man für die Verteidigung
seines Landes eine Rechnung von nur 30 Milliarden
Dollar zu bezahlen hat."
"Die Europäische Gemeinschaft ist in der Lage, wesentlich mehr zu bezahlen als in der Vergangenheit",
erklärte Perot. "Ich stimme dem Präsident zu. Als sie
es nicht konnten, war dies unsere Aufgabe. Heute, da
sie es können, sollten sie es tun. Wir scheinen einen
Wunsch zu haben, dort zu bleiben und die Kontrolle
auszuüben. Um es ganz offen zu sagen: Sie möchten
nicht, daß wir die Kontrolle haben. Deshalb ist es für
uns meines Erachtens sehr wichtig, daß sie einen
wachsenden Anteil der Lasten übernehmen und daß
wir dieses Geld hierhin zurückbringen und unsere
Infrastruktur wiederaufbauen, denn wir können nur
dann eine Supermacht sein, wenn wir eine wirtschaiiliche Supermacht sind. Wir können nur dann eine
wirtschaftliche Supermacht sein, wenn wir eine wachsende Arbeitsplatzbasis haben."
Clinton stimmte der Notwendigkeit einer Beibehaltung
der amerikanischen Truppenpräsenz in Europa zu,
möchte jedoch im Gegensatz zu Bush die Zahl nicht
auf 150.000 sondern auf 100.000 verringern. "Sicherlich müssen wir dort ein Engagement aufrechterhalten.
Es gibt dort gewiß Gefahren. Es gibt sicherlich noch
andere Krisengebiete auf der Wert, die näher an Europa als an den Vereinigten Staaten liegen."
"In Zukunft werden wir mehr Geld für militärische
Technologie und größere Mobilität, mehr Lufttransport, mehr Seetransport, die B-22 ausgeben müssen",
stellte Clinton fest. Da dies große Kosten bedeute,

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Clinton erklärte, er werde amerikanischen Einfluß gelten
machen, um "Festigkeit zu demonstrieren". Er werde
Handelsvorteile mit der Wahrung der Menschenrechte
und einer "offenen Gesellschaft" verbinden. Eine feste
Position, so Clinton, würde die Chinesen "langfristig zu
verläßlicheren Partnern" machen.
Auf die Bitte, er möge das in seinen Augen "überragende" nationale Interesse definieren, forderte Clinton
eine "den Herausforderungen des Zeitalters nach dem
Kalten Krieg gewachsene" neue Verteidigungs- und
nationale Sicherheitspolitik mit kleineren und mobileren Streitkräften. Er befürwortete Verhandlungen über
einen weiteren Abbau von Kernwaffen über die bereits
vereinbarten Reduzierungen hinaus sowie die Verhinderung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Die amerikanische Wirtschaftskraft müsse
wiederhergestellt und Demokratie im Ausland gefördert werden.
Perot bezeichnete die Wiedergewinnung der wirtschaftlichen Überlegenbheit Amerikas insbesondere im
Produktionsbereich als wichtigste Priorität und forderte zusätzliche Hilfen für die Staaten der ehemaligen
Sowjetunion. Er bezeichnete solche Hilfen als "Pfennigbeträge im Vprnjpirh , u ^ n Kosten einer Erneuerung des Kalten Krieges".
Perot forderte Bush auf, sich für die tatsächliche
Beseitigung von nuklear bestückten Interkontinentalraketen einzusetzen, über die bereits Vereinbarungen
erzielt wurden, deren Demontage jedoch noch nicht
begonnen hat.
Bush erklärte, die Vereinigten Staaten würden militärisch und wirtschaftlich "von der ganzen Welt beneidet". Die amerikanischen Streitkräfte "werden auf der
ganzen Welt respektiert". Amerika hat sich so sehr
nach innen gewandt, beklagte er, daß es die wahrhaft
globale Position der Vereinigten Staaten nicht verstehe.
Im Hinblick auf sein Wirtschaftsprogramm stellte Ross
Perot fest, er werde sofort nach seiner Wahl mit allen
Entscheidungsträgem in Washington gemeinsam an
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�die Arbeit gehen. Es gebe "überall in Washington
großartige Pläne, die niemand jemals verwirklicht". Als
ersten Schritt werde er "das Problem kleiner und
mittlerer Unternehmen in Angriff nehmen. Eine Arbeitsgruppe sollte sich damit beschäftigen. Zweitens
gibt es angeschlagene Großunternehmen, zum Beispiel in der Rüstungsindustrie. Dazu sollten wir eine
weitere Arbeitsgruppe einsetzen. Eine dritte Arbeitsgruppe sollte sich mit neuen Industrien der Zukunft
befassen um zu gewährleisten, daß wir sie für unser
Land festhalten und sie nicht in Europa und Asien
enden."

Außenpolitik getan hast. Du wirst Wirtschaftskoordinator für alle innenpolitischen Aspekte, und dazu zählt
die gesamte wirtschaftliche Seite, der ganze Ausbildungsbereich, und stelle dieses Programm zusammen.' Wir werden einen neuen Kongreß haben, und
wir werden ihm sagen: 'Sie haben ebenso wie wir dem
Wähler zugehört. Keiner möchte eine Fortsetzung der
Blockadepolitik. Also sollten wir dieses Programm
durchziehen.'
Die drei Kandidaten faßten ihre Ansichten in äußerst
unterschiedlichen Schlußerklärungen zusammen.

Perot wiederholte seine frühere Kritik, die Regierung
habe "den Kontakt zum Volk verloren. Die Leute in
Washington sind gute Leute, wir haben lediglich ein
schlechtes System. Wir müssen das System verändern. Es ist an der Zeit dies zu tun, denn wir haben so
hohe Schulden aufgehäuft, daß die Zeit nicht länger
auf unserer Seite ist. Wir müssen unser Haus in
Ordnung bringen." Er erklärte, seine Wahl würde es
Zum selben Thema meinte Clinton, "dieses Land braucht der Nation erlauben "den amerikanischen Traum für
dringend ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, und meine unsere Kinder und Enkel zu erneuern".
erste Priorität wäre es, ein Arbeitsbeschaffungsprogramm zu verabschieden, es am Tag meiner Amtsein- Clinton schloß mit der Bemerkung, er wolle der Nation
führung ins Leben zu rufen. Ich würde mich mit der "eine neue Richtung" geben und äußerte die ÜberzeuFührung des Kongresses treffen, mit allen neugewähl- gung, bei der Wahl im nächsten Monat gehe es um die
ten Mitgliedern des Kongresses und mit vielen ande- Entscheidung zwischen "Hoffnung und Furcht", zwiren, mit denen ich von meiner Wahl bis zur Amtseinfüh- schen "Veränderung und mehr desselben" sowie zwirung zusammentreffen könnte, und wir würden ein schen "dem Mut, in eine neue Zukunft aufzubrechen
oder der Menge zu folgen, die sagt, es könnte noch
Arbeitsbeschaffungsprogramm vorlegen.
schlechter sein". Er werde sich für "Investitionen in
Danach würden wir einen Plan zur Kontrolle der Ko- amerikanische Arbeitsplätze, amerikanische Bildung,
sten im Gesundheitswesen vorstellen und stufenweise die Kontrolle der Kosten im Gesundheitswesen" eineine Krankenversicherung für alle Amerikaner einfüh- setzen. "Ich möchte, daß die Zukunft dieses Landes
ren. Bevor wir nicht die Kosten im Gesundheitswesen so vielversprechend und glänzend ist wie seine Verkontrollieren, werden wir das Haushaltsdefizit nicht in gangenheit, und es kann gelingen, wenn wir den Mut
den Griff bekommen. Es ist der Hauptschuldige. Aber zum Wandel haben."
zunächst benötigen wir ein aggressives ArbeitsbeDer Präsident führte erneut seine außenpolitischen
schaffungsprogramm."
Erfolge an - das Ende des Kalten Krieges, die verrinBush verwies in diesem Zusammenhang auf seinen gerte Furcht vor einem Atomkrieg, die Freiheit in
Plan für kleine und mittlere Unternehmen. Er habe Osteuropa, die Fortschritte zum Frieden im Nahen
"bereits Pläne vorgelegt, die dieses Land schnell an die Osten - und forderte die "Ermächtigung" der BevölkeArbeit bringen werden", darunter "Steuervergünsti- rung in seinerzweiten Amtszeit. "Wir müssen investiegungen für Investitionen, Reduzierung der Kapitaler- ren und sparen, wir müssen mehr im Bildungswesen
tragssteuer, mehr für Forschung und Entwicklung, tun. Wir müssen mehrbei der beruflichen Umschulung
eine Steuergutschrift für Ersterwerber von Wohnei- leisten. Wir müssen unsere Exporte erhöhen - und sie
gentum".
florieren in der Tat - und wir müssen die amerikanische
Familie stärken. Ich hoffe", erklärte der Präsident zum
"Wenn dieser Wahlkampf vorbei ist, werde ich zu Jim Schluß, "daß ich Ihr Vertrauen erworben habe. Ich
Baker sagen: 'Setzen wir uns zusammen. Jetzt bitte um Ihre Unterstützung ... um diese Arbeit zu
machst Du in der Innenpolitik dasselbe, was Du in der beenden."

"Wir müssen vom Kapitalismus des 19. zum Kapitalismus des 21. Jahrhunderts übergehen", erklärte Perot.
In den Vereinigten Staaten bestehe ein Gegensatz
zwischen Staat und Wirtschaft, während es bei den
internationalen Konkurrenten ein "intelligentes Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft, ein unterstützendes Verhältnis" gebe.

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14. Oktober 1992

DIE ERSTE FERNSEHDEBATTE DER
PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATEN
Amerikanische Pressestimmen
WASHINGTON - (AD) - Zahlreiche amerikanische Zeitungen und Kolumnisten haben die erste Fernsehdebatte des diesjährigen amerikanischen Wahlkampfs kommentiert. Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus
einigen dieser Kommentare.
Washington Post

New York Times

Die erste Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten am Sonntag abend scheint die relative Stellung von George Bush und Bill Clinton im Wahlkampf
nicht verändert zu haben. Perot ging nach oben, aber
Bush konnte den Abstand zwischen sich und Clinton
nicht verringern. Um solche Ereignisse herum baut
sich immer enorme Spannung auf, denn sie können in
jedem Moment einen (häufig vom Kandidaten selbst
verursachten) K.o. herbeiführen. Dieses Mal kam es
nicht zu einer solchen Erschütterung. Nahezu alles,
was die Kandidaten sagten, hatten sie schon früher
gesagt.

Viele einschlägige Themen wurden nicht angesprochen - wie der Iran-Contra-Skandal, der gegenwärtig
zutagetretende Skandal um Kredite an den Irak, das
Recht auf Abtreibung, die Umwelt, Nominierungen für
das Oberste Bundesgericht, die Reform der Wahlkampffinanzierung. Aber solche Auslassungen sind
unabhängig von der Form der Debatte unvermeidlich.
Wirklich enttäuschend ist die Oberflächlichkeit, die von
der Form einer solchen Gruppenbefragung über die
angesprochenen Probleme vorgezeichnet wird.

Die Kandidaten sind reibungslos in der Lage, ausgefeilte Antworten zu nahezu jedem Thema zu geben.
Baltimore Sun
Aber selbst wenn die Fragesteller Experten sind, beispielsweise zum Defizitabbau oder zur GesundheitsIm Vergleich zu anderen Präsidentschaftsdebatten reform, haben sie nahezu keine Chance, bei langweiwar das erste Zusammentreffen von Bush, Clinton und ligen Antworten nachzuhaken.
Perot informativ, umfassend und enthüllend. Eszeigte
alle drei Männer im besten Licht - Clinton in die Nachdem die 90 Minuten vorbei waren, konnten die
Modalitäten des von ihm angestrebten Postens ver- Zuschauer kaum sagen, wo sich die drei Männer bei
tieft, Bush zuversichtlich aufgrund seiner Amtserfah- den verschiedenen Themen unterscheiden. Welche
rung und Perot als praxisorientierter Störenfried. Schade Unterschiede zeigten sie bei beruflicher Bildung, bei
nur, daß die nächsten Debatten keine direkten Kon- AIDS, bei der Gesundheitsreform? Und die wichtigste
frontationen zwischen Bush und Clinton sein können... Frage: Wie würden sie das Land aus seiner gegenwärtigen wirtschaftlichen Stagnation herausführen?
Bush verdammte ständig den Pessimismus und die
Kritik seiner Herausforderer und berief sich darauf, Christian Science Monitor
daß unter seiner Führung der Karte Krieg beendet
worden sei und die Wirtschaft trotz der gegenwärtigen Während kein Kandidat einen überwältigenden Erfolg
Rezession immer noch von der ganzen Welt beneidet verzeichnen konnte, war Clinton de facto der Sieger.
werde. Clinton, der führte, er könnte bei diesem Er schadete sich nicht durch eigene Fehler und er
Kontrast Punkte verlieren, erklärte in seiner Schlußbe- schien sich mehr als der Präsident an ein Thema zu
merkung, daß er mit der Forderung nach echten Ver- halten: seine wirtschaftliche Vision von "Investitionen
änderungen in Washington Hoffnung gegen Furcht und Wachstum" und seine Entschlossenheit, ein vereintes Land zu führen. Clintons Vorsprung in den
und eine glänzende Zukunft für das Land anbiete.
Meinungsumfragen dürfte sicher sein.
Jetzt warten wir auf Runde zwei.

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�Auch Bush wählte einen vorsichtigen Ansatz, er vermied die schrillen Töne, die sich in seine Propagandareden einschleichen, bewahrte die Haltung eines Präsidenten und betonte seine Erfahrung. Bush erinnerte
die Wähler häufig an den veränderten Zustand der
Welt im Hinblick auf die Freiheit und das nahe Verschwinden des Kommunismus. Häufig verwies er auf
seine Rolle als Oberkommandierender.
Wall Street Journal
Ross Perots Konzentration auf das Defizit ist wohlbekannt, aber er war unerwartet überzeugend beim Thema
Familienwerte (seit Houston ein bevorzugtes Thema
des Spotts für die eingeweihtesten Medienvertreter).
Perot klingt überzeugend und völlig ohne politische
Arglist, wenn er erklärt: "Wir werden kein großes Land
haben, wenn wir nicht in jedem Heim eine starke
Familieneinheit haben." Er spricht vom "chemischen
Krieg" gegen die Kinder in den Innenstädten. Es ist gut
zu hören, wie ein Kandidat der Unzufriedenen sagt:
"Unsere Vielfalt ist unsere Stärke."
Viele Wähler sind wahrscheinlich immer noch damit
beschäftigt auszumachen, wer Bill Clinton ist. Irgendwie schafft er es, persönlich weniger Selbstvertrauen
auszustrahlen als die beiden älteren Männer. Gleichzeitig trifft er aufgrund seiner enormen Informiertheit
bisweilen den Nagel auf den Kopf. Er hat recht, daß
gleichgewichtige Sanktionen gegen bewaffnete Serben und unbewaffnete Bosnier wenig Sinn machen. Er
hat recht, wenn er mehr offene Unterstützung für
Chinas Demokraten fordert. Und er hat recht, daß
"Anreize zum Investieren" eine Bedeutung erster Güte
haben (aber, bitte, erläutern Sie das noch etwas genauer.
Kolumnist Andrew Rosenthal in der New York
Times
Bush, der immer noch versucht, nur drei Wochen vor
der Wahl seiner Kandidatur für die Wiederwahl neues
Leben einzuhauchen, brauchte eine Überraschung,
um den Wählern Grund zu geben, ihre Meinung über
einen Präsidenten zu änderen, der für die meisten
Amerikaner in den vergangenen vier Jahren eine feste
Definition bekommen hat. Er hat sie nicht geliefert.
Gouverneur Bill Clinton mußte einen großen Schnitzer
vermeiden, der seine Kampagne behindern könnte,
und das schaffte er. Er könnte auch noch bei einem
anderen Ziel Erfolg gehabt haben: daß er die Amerikaner mit dem Gedanken versöhnte, daß er ins Oval
Office (Amtszimmer des Präsidenten, Anm. d. Red.)
einzieht.
Und Ross Perot hat gewiß bekommen, was er wollte Zeit auf derselben Bühne mit den Kandidaten der
großen Parteien und eine Chance, seine besondere
Version hausgemachter Rezepte für die Krankheiten
Amerikas anzubieten - während die anderen ihre Zeit
damit verbrachten, einander anzugreifen.
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In der Tat war es eines der offenkundigsten Resultate
der ersten Debatte, daß sich Bushs Bestehen auf der
Einbeziehung Ross Perots in die Fernsehdebatten als
Eigentor erwiesen haben könnte.
Statt Clintons Stellung als fühlender Kandidat anzuschlagen, wie die Republikaner erhofft hatten, gesellte
sich Perot zu dem demokratischen Kandidaten in
einem Angriff von zwei gegen einen, den Präsidenten.
Kolumnist David S. Broder
Was soll man nun daraus machen? Bush erscheint mir
als verbrauchte Kraft - in der Kampagne und in der
Regierung. Sein Versprechen, James A. Baker III als
Chef der Wirtschafts- und Innenpolitik im Weißen
Haus zu halten - womit er eine frühere Erklärung
umstieß, Baker werde ins Außenministerium zurückkehren - wäre bedeutsam, wenn es zu einer zweiten
Amtszeit käme. Es ist aber auch ein Eingeständnis,
daß Bushs eigenes Engagement, innenpolitische
Anliegen an erste Stelle zu setzen, an sich nicht
überzeugend ist.
Clinton ist offenkundig die Wahl der Mehrheit derer, die
einen Wechsel in der Führung und in der Politik anstreben. Er wird als kenntnisreicher Innenpolitiker empfunden. Die Bemühungen Bushs, seinen Charakter in
Frage zu stellen, sind gescheitert. In einem Rennen
von zwei Bewerbern hat Clinton nahezu alles getan,
was für seinen Sieg erforderlich wäre.
Aber Perot fügt dieser Gleichung eine Unbekannte
hinzu. Ich bin heute überzeugt, daß er diesen Wahlkampf zu einem echten Rennen zwischen drei Kandidaten hätte machen können, wenn er nicht aus Frustration über die Presse und seine professionellen
Macher seine Kandidatur im vergangenen Juli verworren hätte. Dieser im^ulc!"* Entschluß, sich nach der
ersten Kritik aus dem Rennen zurückzuziehen, wiegt
bei den Wählern - zu Recht - schwer gegen ihn.
Aber wie die meisten Experten Perots potentielle
Auswirkungen auf die erste Debatte unterschätzt hatten, so unterschätzen sie heute auch das Potential von
Perots Anhängern an der Basis, die Lehre von Perots
Ruf nach "fairen, geteilten Opfern" zu verbreiten.
Es ist vielleicht noch nicht zu Ende.
Kolumnist Jack Germond in der Baltimore Sun
Da er kein Patentrezept besitzt, mußte sich Bush auf
irgendeinen großen Fehler Clintons verlassen, vielleicht einen Schnitzer, der ernste Fragen über seine
Eignung für das Oval Office aufwerfen würde. Aber
auch das geschah nicht. Im Gegenteil, der Gouverneur von Arkansas gab sich nach einiger anfänglicher
Nervosität entspannt und selbstbewußt.
Clinton gewann darüber hinaus wahrscheinlich die
Konkurrenz um das Kurzstatetement, das wahrscheinlich am häufigsten von den Fernsehanstalten benutzt
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�werden wird, als er sich an Bush wandte und ihn
geißelte, weil er seinen Patriotismus in Frage gestellt
hatte. Dabei führte er die Art und Weise an, in der der
Vater des Präsidenten, der verstorbene Senator Prescott Bush aus Connecticut, vor einer Generation die
Führungsrolle beim Kampf gegen den McCarthyismus
übernommen hatte.
Das wahre Problem Bushs bestand jedoch darin, daß
er keine Trümpfe in der Hand hielt. Während des
gesamten Wahlkampfs hat er verzweifelt nach
Angriffspunkten gegen Clinton gesucht, ohne einen zu
finden, der funktioniert. Und am gestrigen Abend wiederholte er sie alle, ohne einen Treffer zu landen. Der
Versuch, Clinton lediglich als einen weiteren Liberalen
in der Manier eines Walter F. Mondale und Michael S.
Dukakis zu charakterisieren, der "Steuern erhöht und
Geld ausgibt", hat sich bereits als Fehlschlag erwiesen, wie die Meinungsumfragen in den Südstaaten
überdeutlich zeigen.

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Kolumnist Paul Greenberg
Die Erfahrung sprach für George Bush, als er mit Bill
Clinton um die wichtige Mitte der amerikanischen
Politik stritt. Selbst als der Gouverneur die solidere
Position in der Außenpolitik einzunehmen schien - er
ist gegen Appeasement gegenüber den Kommunisten
in China und für mehr Engagement, um die am Pulverfaß Balkan auflodernden Flammen einzudämmen -,
war der Präsident in der Lage, ihn in der Debatte
auszupunkten. Wie in dem Fall, als Bush sagte, er
habe aus dem Vietnamkrieg gelernt, daß man seine
Truppen nicht ins Ausland entsendet, ohne eine klare
Vorstellung davon zu haben, wie "Ihre Söhne und
Töchter" wieder nach Hause gebracht werden können.
Als die Heimatfront angesprochen wurde, war das
beste, was der Präsident machen konnte sein Versprechen, sein altes Genie Jim Baker zum Chef der
Innenpolitik zu machen. Dieses Versprechen ist nicht
so attraktiv wie früher, bevor Baker antrat, um Bushs
Wahlkampf zu leiten, der immer noch auf einen durchschlagenden Erfolg wartet.
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�WAHLEN

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14. Oktober 1992

ARBEITSPLÄTZE, WACHSTUM UND STEUERN IM
MITTELPUNKT DES WAHLKAMPFS
Wirtschaftsthemen dominieren
WASHINGTON - (AD) - Wenn sich amerikanische Präsidentschaftskandidaten heute zu Wort melden, dann geht
es um Arbeitsplätze, Krankenversicherung, Umwelt und Handel, nicht um Raketen und Weltsicherheit.
Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt der Fernsehdebatten zwischen den Kandidaten, die am 11. Oktober
begannen und am 19. Oktober abgeschlossen werden. Wahltag ist der 3. November.

Die heiße Phase des Wahlkampfs findet in einem
Klima statt, das von hoher Arbeitslosigkeit, schleppendem Wirtschaftswachstum und großer Unsicherheit
bei Einzelpersonen und Unternehmen bezüglich der
Aussichten auf Besserung in den nächsten Monaten
geprägt ist.
Eine Ursache dieser Unsicherheit ist das wachsende
Defizit im Bundeshaushalt, das in dem am 30. September zu Ende gegangenen Haushaltsjahr die Rekordhöhe von schätzungsweise 333 Milliarden Dollar erreichte u nd nächstes Jahr voraussichtlieh auf 341 Milliarden
Dollar steigen wird. Alle Kandidaten räumen den Ernst
dieser Defizite ein, aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf.
Präsident Bush schlägt Ausgabenkürzungen ohne
Steuererhöhungen sowie Steuersenkungen zur Förderung von Investitionen vor. Er betont weiterhin, daß
die Wirtschaft ihre Probleme überwinden wird und
verkündete in einer kürzlich gehaltenen Rede das Ziel,
die Wirtschaftsleistung bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts auf 10 Billionen Dollar zu steigern - nominell
nahezu das Doppelte des heutigen Stands.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Bill Clinton erklärt, er wolle die wirtschaftliche Basis Amerikas
durch die Verlagerung von Verteidigungsausgaben
auf innenpolitische Bedürfnisse wiederaufbauen. Dazu
gehören die Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur und
des Bildungssystems sowie Steuersenkungen für die
Mittelschicht und Steuererhöhungen für wohlhabende
Amerikaner.
"Meine nationale Wirtschaftsstrategie stellt den Menschen in den Mittelpunkt, indem in den nächsten vier
Jahren 50 Milliarden Dollar jährlich investiert werden,
während das Defizit halbiert wird", schrieb der Gouverneur von Arkansas in seiner im Juni veröffentlichten
"Nationalen Wirtschaftsstrategie". "Diese Investitionen werden Millionen gutbezahlter Arbeitsplätze schaffen und Amerika helfen, in der Weltwirtschaft konkurrenzfähig zu sein."

Der unabhängige Kandidat Ross Perot, Besitzereiner
Computerfirma, dessen persönliches Vermögen auf 2
Milliarden Dollar geschätzt wird, hat sowohl drastische
Ausgabenbeschränkungen im Inland als auch breite
Steuererhöhungen gefordert und hinzugefügt, daß
weder Clinton noch Bush bereit seien, die wirklich
"Mit einer Volkswirtschaft von 10 Billionen Dollar könn- harten Maßnahmen durchzuführen, die für den Abbau
ten wir die privaten und öffentlichen Mittel aufbringen, des Defizits und die Wiederbelebung der Wirtschaft
um unsere ehrgeizigsten sozialen und finanziellen erforderlich sind.
Erfordernisse zu befriedigen", erklärte Bush in einer
am 10. September gehaltenen Rede, in der er seinen "Wählen Sie die Person, die dies tun wird - die nicht nur
Wirtschaftsplan für seine erhoffte zweite Amtszeit darüber redet", erklärte Perot am 6. Oktober in seinem
skizzierte. "Wir könnten Amerika erneuern und gleich- ersten Fernsehauftritt seit er am 1. Oktober seine
zeitig unsere Nationalschuld abtragen... Meine Rich- Kandidatur bekanntgegeben hatte. "Wählen Sie den
tung ist klar - ich möchte weniger ausgeben und Präsidenten, der Ihrer Meinung nach die Fähigkeit
weniger Steuern erheben."
besitzt, die Aufgabe für Sie und Ihre Kinderzu erfüllen."

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�Inzwischen haben Wirtschaftsexperten sowohl Bush
als auch Clinton wegen ihrer übermäßig optimistischen Schätzungen kritisiert, während einige behaupten, Perots Plan könne eine bereits angeschlagene
Wirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen und die
schon hohe Arbeitslosigkeit weiter verschärfen.
Nachfolgend ein kurzer Abriß der Haltung der Kandidaten zu den wichtigsten Themen:
Ausgaben
Bush: Der Präsident möchte das Wachstum bei
sogenannten gesetzlich vorgeschriebenen Ausgabenprogrammen - solche, die nach einer bestimmten
Formel steigen und nicht jedes Jahr neu bewilligt
werden müssen - begrenzen. Davon ausgenommen
wären die Renten. Er möchte Einsparungen von 132
Milliarden Dollar erreichen, von denen er in der Vergangenheit bereits 60 Milliarden vorgeschlagen hatte,
die vom Kongreß jedoch abgelehnt wurden. Der
Präsident hat nicht erklärt, in welchen Programmen die
neuen Einschnitte vorgenommen werden sollen.
Clinton: Der Gouverneur von Arkansas möchte auf
der Ausgabenseite etwa 140 Milliarden Dollar einsparen, darunter 37,5 Milliarden Dollar an zusätzlichen
Einsparungen im Verteidigungshaushalt die über die
von Bush für 1993-96 vorgeschlagenen hinausgehen,
22 Milliarden an nicht definierten Einsparungen in der
Verwaltung, 15,3 Milliarden durch einen Stellenabbau
im öffentlichen Dienst des Bundes um 100.000 sowie
17,1 Milliarden durch Verwaltungsreformen bei der
Resolution Trust Corporation, deren Aufgabe die
Übernahme und Veräußerung bankrotter Spar- und
Darlehenskassen ist. Weitere 45 Milliarden Dollar
sollen Clinton zufolge durch Maßnahmen gegen ausländische Firmen eingespart werden, die amerikanische Steuergesetze manipulieren. Bei Personen mit
Jahreseinkommen von über 125.000 Dollar würde er
die Kosten für stationäre Krankenhausbehandlung über
den gegenwärtigen Satz im Rahmen von Medicare
anheben, der staatlichen Krankenversicherung für
Rentner und Behinderte.
Perot: Der Unternehmer aus Texas möchte die Bundesbehörden um bis zu 10 Prozent abspecken und
damit in fünf Jahren 108 Milliarden Dollar einsparen.
Das Programm für den Bau einer Weltraumstation
sowie die Rural Electrification Administration würden
abgeschafft, und der Inflationsausgleich der Renten
für Zivilpersonen und Veteranen würde um ein Drittel
reduziert. Perot möchte die Verteidigungsausgaben
um 40 Milliarden Dollar über die von Bush vorgeschlagene Summe hinaus verringern. Dies soll durch
Reduzierungen des Personalumfangs der Streitkräfte
sowie die Abschaffung des Tarnbombers B-2 und des
U-Bootes Seawolf erreicht werden.

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Steuern
Bush: Der Präsident erklärt, wenn seine Einsparungen verwirklicht würden, könnten die Einkommensteuern um ein Prozent gesenkt und die Steuern für kleine
und mittlere Unternehmen sowie die Steuern auf
Kapitalgewinne für Investiveinkommen reduziert werden. Er hat femer die dauerhafte Einführung einer
Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung, einen
Steuerabzug von 5.000 Dollar für Ersterwerber von
Wohnimmobilien sowie Steuerabzüge für den Erwerb
von Grundbesitz vorgeschlagen.
Clinton: Der Gouverneur fordert wesentliche Steuererhöhungen für die wohlhabendsten Amerikaner - mit
Einkommen ab 200.000 Dollar - und eine Ergänzungsabgabe für Millionäre. Gleichzeitig möchte er die
Steuerlast für Amerikaner mit mittlerem Einkommen
reduzieren, indem diesem Personenkreis eine Wahl
zwischen niedrigeren Einkommensteuern oder auf der
Anzahl der Kinder basierenden zusätzlichen Steuervergünstigungen gelassen wird. Zur Förderung privater Investitionen möchte er denjenigen Steuergutschriften gewähren, die mit langfristigen Investitionen in
neue Unternehmen Risiken eingehen. Darüberhinaus
möchte er Unternehmen, die in neue Fabriken und
Ausrüstung in den Vereinigten Staaten investieren,
dauerhafte Steuervergünstigungen für Forschung und
Entwicklung einräumen.
Perot: Er möchte den Spitzensteuersatz von 31 auf33
Prozent erhöhen, innerhalb von fünf Jahren die Mineralölsteuer um 50 Cents pro Gallone (3,8 Liter) anheben, die Tabaksteuer erhöhen, die Abzugsfähigkeit für
Geschäftsessen und Hypotheken begrenzen sowie
den zu versteuernden Anteil von Rentenzahlungen
anheben. Er möchte jedoch Steuervergünstigungen
für Unternehmen erweitern, die in neue Maschinen
und Ausrüstung investieren, die Kapitalzuwachssteuerfür Gründer von kleinen und mittleren Unternehmen
abschaffen, wachsende Steuervergünstigungen für
Investoren einführen, die ihre Investitionen länger hatten
und Steuervorteile für Investitionen zur Alterssicherung gewähren.
Handel
Bush: Der Präsident hat der Zustimmung des Kongresses zum gerade abgeschlossenen Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) mit Mexiko
und Kanada sowie dem Abschluß der Uruguay-Runde
weltweiter Handelsgespräche hohe Priorität eingeräumt. Er erklärt, er werde ein "strategisches Netz"
von Freihandelsabkommen mit Lateinamerika, Polen,
Ungarn und der Tschechoslowakei sowie möglicherweise zwischen NAFTA und den Staaten des pazifischen Raums entwickeln. Er möchte jedoch weiterhin
die Subventionen für Agrarexporte im Rahmen des

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�Exportförderungsprogramms (EEP) uneingeschränkt Gutscheine über bis zu 3.000 Dollar pro Person bereitaufrechterhalten, um die Agrarsubventionen der Euro- stellen würde, um zu den Kosten für berufliche Fortbildung und Umschulung beizutragen.
päischen Gemeinschaft auszugleichen.
Clinton: Der demokratische Herausforderer hat das
NAFTA mit Einschränkungen unterstützt, möchte jedoch
neue Vereinbarungen in bezug auf Umwelt, Arbeitnehmerrechte und Arbeitsschutz aushandeln. Er befürwortet den Abschluß der Uruguay-Runde. Der Gouverneur hat erklärt, der Schlüssel zur weltweiten
Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Unternehmen
seien Investitionen in Bildung, berufliche Ausbildung
und Infrastruktur. Er würde jedoch auch energische
Gesetze im Rahmen von "Super 301 "unterstützen, mit
denen automatisch handelspolitische Maßnahmen
gegen solche Länder verhängt würden, die unfaire
Handelsschranken gegen amerikanische Importe
aufrechterhalten. Er würde eine Verordnung unterzeichnen, die es amerikanischen Unterhändlern bei
Handelsgesprächen für einen gewissen Zeitraum nach
dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst untersagen
würde, als Repräsentanten ausländischer Firmen oder
Regierungen zu fungieren.
Perot: Der unabhängige Kandidat würde die Agrarsubventionen und Schutzzölle für Zucker abschaffen.
Wie Clinton wendet er sich energisch dagegen, daß
ehemalige US-Regierungsvertreter für ausländische
Regierungen oder Firmen arbeiten.
Berufsausbildung
Bush: Der Präsident hat ein Programm vorgeschlagen, das alle umgesetzten Arbeitskräfte erfassen und

Clinton: Der Gouverneur hat vorgeschlagen, daß
jeder Arbeitgeber 1,5 Prozent der Lohnsumme für
Fortbildungsmaßnahmen ausgibt, die nicht nur Führungskräften sondern allen Arbeitnehmern offenstehen.
Gesundheitswesen
Bush: Der Präsident möchte den Krankenversicherungsschutz erweitem, indem einkommensschwachen
Familien Steuervorteile - oder Gutscheine für Personen, die keine Steuern bezahlen - gewährt werden, die
für eine Basisversicherung - etwa 3.750 Dollar für eine
Familie - ausreichen. Andere Familien mit niedrigem
oder mittlerem Einkommen würden Steuervergünstigungen erhalten, um die Kosten ihrer Krankenversicherung teilweise auszugleichen.
Clinton: Der Gouverneur möchte das derzeitige
System abschaffen und Arbeitgebern und Arbeitnehmern freistellen, entweder eine private Versicherung
abzuschließen oder einem staatlichen Programm beizutreten. Jeder Amerikaner, der nicht durch ein vom
Arbeitgeber angebotenes Programm versichert ist,
würde eine Grundsicherung erhalten, die ambulante
ärztliche Behandlung, stationäre Heilbehandlung,
verordnete Medikamente und ein Minimum an psychiatrischer Behandlung abdecken würde. Alle Unternehmen müßten unabhängig von ihrer Größe pro
Arbeitnehmer einen festgelegten Betrag abführen.

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Sehe 3

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