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dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

2. September 1992

35

JUGOSLAWIEN

JUGOSLAWIENKRISE KÖNNTE WELT NACH
DEM KALTEN KRIEG BEEINFLUSSEN
Rede bei der Londoner Jugoslawienkonferenz

LONDONER KONFERENZ LEITET PROZESS
ZUR LÖSUNG DES JUGOSLAWIENPROBLEMS
IN DIE WEGE
Pressekonferenz des
geschäftsführenden Au ßenministers

IRAK

KOALITION VERHÄNGT FLUGVERBOT
IM SÜDIRAK
Erklärung von Präsident Bush

NAFTA

HILLS: NAFTA SCHAFFT KEINE
FESTUNG NORDAMERIKA
Stellungnahme der US-Handelsbeauftragten

FULBRIGHT

FULBRIGHT-LEHRERAUSTAUSCHPROGRAMM
ZEITIGT IN VIELEN REGIONEN ERFOLGE
Informationsveranstaltung für Lehrer

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Telex: 8-85432

�JUGOSLAWIEN
2. September 1992

JUGOSLAWIENKRISE KÖNNTE WELT NACH DEM
KALTEN KRIEG BEEINFLUSSEN
Rede bei der Londoner Jugoslawienkonferenz
LONDON - (AD) - Der amtierende US-Au ßenminister Lawrence Eagleburger hat am 26. August 1992 erklärt, im
vom Bürgerkrieg zerrissenen ehemaligen Jugoslawien gebe es ein "erschreckendes Echo" aus den "dunkelsten
Momenten" der europäischen Geschichte und die Welt könne es nicht zulassen, "daß dieses Krebsgeschwür im
Herzen Europas gedeiht, geschweige denn sich ausbreitet".
Vor der Londoner Jugoslawienkonferenz machte Eagleburger die Teilnehmer darauf aufmerksam, daß "was wir
leisten - oder nicht leisten - auf jeden Fall die Zukunft Europas sowie das Gefüge des internationalen Systems
nach dem Kalten Krieg beeinflussen wird".
Eagleburger forderte, die Konferenz dürfe sich nicht "mit der De-facto-Schaffung eines Großserbiens abfinden",
und die Vereinigten Staaten erwarteten von der Konferenz folgende Maßnahmen:
Sicherstellung von humanitärer Hilfe für die Opfer des Konflikts sowie ungehinderten Zugang zu allen
Internierungslagern;
die Forderung nach unverzüglicher Einstellung der Gewalt sowie der Beendigung der Belagerungen von
Sarajevo, Gorazde, Tuzla, Bihac, Mostar und anderen bosnischen Städten durch die serbischen Truppen;
die Bekräftigung der Entschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft, die umfassenden
Wirtschaftssanktionen gegen Serbien/Montenegro zu verschärfen und ihre politische Isolation aufrechtzuerhalten, bis alle einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates eingehalten werden. Die Klarstellung, daß Sanktionen gegen alle Parteien verhängt werden, die ebenso verwerflich handeln.
Gewährleistung, daß der Konflikt nicht auf Gebiete und Länder übergreift, die noch nicht unmittelbar von
den Kämpfen betroffen sind.
Nachfolgend veröffentlichen wir Eagleburgers Rede im Wortlaut.

Wir haben uns heute hier versammelt, weil wir als
Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft Ost und West, Moslems, Christen oder Juden - verpflichtet sind, den Völkern des ehemaligen Jugoslawiens in ihrer Stunde des Leidens und der Not zu
helfen. Die von uns in London getroffenen Entscheidungen über ihr Schicksal werden jedoch über die
gegenwärtige Krise hinaus Konsequenzen haben. Denn
was wir leisten - oder nicht leisten - wird auf jeden Fall
die Zukunft Europas sowie das Gefüge des internationalen Systems nach dem Kalten Krieg beeinflussen.
Vor nur drei Jahren begann die Menschheit aufs Neue
ihren lange unterbrochenen Marsch zu Freiheit, Aufklärung und Rechtsstaatlichkeit. Wir hatten damals

AMERIKA DIENST 35

guten Grund zu der Hoffnung, daß sich alle vom
Kommunismus befreiten Nationen nicht nur dem Kreis
der westlichen Demokratien, sondern auch dem Kreis
des Friedens anschließen würden, der durch die
Aussöhnung traditioneller Feinde geschaffen wurde.
Kurzum: wir stellten uns einen vergrößerten Bund
demokratischer Staaten vor, die ohne den Haß und die
Rivalitäten ins 21. Jahrhundert eintreten würden, die
das ausgehende Jahrhundert so sehr verdunkelt haben.
Diese Hoffnungen bleiben unvermindert bestehen,
aber in der Zwischenzeit haben uns die Ereignisse im
ehemaligen Jugoslawien mit dem Gespenst konfrontiert, daß die Geschichte dort nicht überwunden, sondern wiederholt wird, und mit der Vision, daß die

Seite 1

�Zukunft dieses Landes eine Neuinszenierung seiner
tragischen Vergangenheit ist.
Tatsächlich gibt es im ehemaligen Jugoslawien heute
ein erschreckendes Echo der dunkelsten Momente
der europäischen Geschichte - von früheren Beispielen rassisch begründeter Repression, Aggression und
territorialer Expansion. Die Geschichte lehrt jedoch,
daß die Eroberungen früherer ethnischer Säuberer
meistens nur kurz Bestand hatten und die Völker, in
deren Namen ihre Verbrechen begangen wurden, in
der Regel ein unglückliches Schicksal erlitten.
Wahre Freunde des ehemaligen Jugoslawiens müssen anerkennen, daß die Geschichte dort nicht gestern begonnen hat und die Tragödie, die sich dort
gerade zuträgt, alte und komplizierte Wurzeln hat. Sie
sind sich insbesondere der Tatsache bewußt, daß die
serbische Bevölkerung ein Hauptopfer des Zweiten
Weltkriegs war, und sie genießt aufgrund dieser Leiden, die vielen noch frisch im Gedächtnis sind, ihre
Sympathie.
Ich vertrete eine Regierung, die traditionell ein besonderes Verhältnis zu Serbien hat. Und ich erkenne an,
daß in dem fortdauernden jugoslawischen Aufruhr
Verbrechen von allen Seiten begangen wurden. Heute
sind jedoch besonders Serben für Verbrechen verantwortlich, die denen ihrer ehemaligen Peiniger gleichkommen und die heilige Erinnerung an die Vorfahren
entehren, denen solche Pein zugefügt wurde. Und es
sind die Serben, die eine äußerst düstere Zukunft vor
sich haben, wenn es ihnen nicht gelingt, den von ihren
rücksichtslosen Führern eingeschlagenen Kurs zu
ändern.
Ich treffe diese Vorhersage ohne Befriedigung, aber
ich treffe sie, weil wir eindeutig feststellen müssen: die
zivilisierte Welt kann es sich einfach nicht leisten
zuzulassen, daß dieses Krebsgeschwür im Herzen
Europas gedeiht, geschweige denn sich ausbreitet.
Wir müssen die Kontrolle über die Zukunft denjenigen
entreißen, die uns in die Vergangenheit zurückwerfen
wollen und der Welt zeigen - insbesondere der einen
Milliarde Moslems auf der Welt -, daß die westlichen
Demokratien Aggression unter allen Umständen ablehnen und ihr nicht in einer Region entgegentreten
und sie in einer anderen dulden.
Sicherlich werden wir diesen Konflikt nicht heute in
London beilegen. Aber wir werden uns auch nicht mit
der De-facto-Schaffung eines Großserbiens abfinden.
Was wir tun werden - so hoffe ich - ist, einen koordinierten, integrierten und kontinuierlichen Verhandlungsprozeß ins Leben zu rufen, der zu einer Umkehr der
serbischen Aggression und zur Integration der ehemaligen jugoslawischen Republiken in den größeren
Rahmen eines demokratischen Europas führen wird.
Hier bei dieser Konferenz sollten wir die politischen
Entscheidungsträger im gesamten ehemaligen Jugoslawien vor die Wahl stellen, entweder mit der interna-

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tionalen Staatengemeinschaft zusammenzuarbeiten
oder einen von uns zu fordernden inakzeptabel hohen
Preis für Aggression zu bezahlen. Darüber hinaus
sollten wir hier bei dieser Konferenz das Volk von
Serbien eindeutig vor die Wahl stellen, entweder einem demokratischen und wohlhabenden Europa beizutreten oder ihren Führern in die Schmach, Isolation
und Niederlage zu folgen, die sie erleiden werden,
wenn sie ihren gegenwärtigen Marsch der Torheit
fortsetzen.
Mit anderen Worten, die Vereinigten Staaten erwarten,
daß die Konferenz folgende spezifische Aufgaben in
Angriff nimmt:
Humanitäre Hilfe
Erstens, die Bereitstellung humanitärer Hilfe für die
Opfer dieses Konflikts sowie die Gestattung des unverzüglichen, uneingeschränkten und ungehinderten
Zugangs zu allen Internierungslagern.
Angesichts des herannahenden Winters besteht unsere unmittelbare Priorität darin, das Problem von Unterkunft und Ernährung der Hunderttausenden vordringlich in Angriff zu nehmen, die in Bosnien, Kroatien,
Slowenien, Serbien und Mazedonien heimatlos geworden sind. Darüber hinaus müssen wir weiteren
Hunderttausenden humanitäre Hilfe zukommen lassen, die in Bosnien eingeschlossen sind, so daß sie
nicht zum nächsten Flüchtlingsstrom werden. Die
Öffnung von Sicherheitskorridoren ist zur Verwirklichung dieses Ziels erforderlich. Die internationale
Staatengemeinschaft muß ungehinderten Zugang zu
Lande und in der Luft haben, um die humanitären
Hilfslieferungen zu gewährleisten. Und während wir
die friedliche Zusammenarbeit mit allen Seiten anstreben, müssen wir zum Einsatz aller erforderlichen Mittel
bereit sein, um sicherzustellen, daß die Hilfe ihr Ziel
erreicht.
Bis heute haben die Vereinten Nationen und das IKRK
zur Lieferung von Hilfsgütern im Wert von rund 500
Millionen Dollar in die Kriegszone beigetragen. Der
Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
(UNHCR) hat jetzt jedoch die betroffenen Regierungen
zu einem erneuten Treffen am 4. September einberufen, um einen konkreten Plan für die Erweiterung der
Konvois nach Bosnien durchzuführen und dem Bedarf
an winterfesten Unterkünften für Flüchtlinge in anderen Gebieten des ehemaligen Jugoslawiens gerecht
zu werden. Die Vereinigten Staaten werden einen
ersten Beitrag in Höhe von über 40 Millionen Dollar und
gegen Ende des Jahres einen weiteren leisten. Über
diese direkte finanzielle Hilfe hinaus besteht unsere
Unterstützung aus Nahrungsmitteln, Medikamenten,
Material für Unterkünfte, Transportmitteln und technischer Hilfe.
Nebenbei möchte ich bemerken, wir sind uns des
Risikos bewußt, daß humanitäre Hilfe, wenn wir nicht

AMERIKA DIENST 35

�sorgfältig vorgehen, zur Konsolidierung der Landnahme in Bosnien und der politischen Kantonisierung
beitragen könnte, die von den Vereinigten Staaten
kategorisch abgelehnt wird. Aus diesem Grund vertreten wir die Auffassung, daß es nicht zu früh für die
internationale Staatengemeinschaft ist, die Frage
anzusprechen, wie wir den Flüchtlingen helfen, dorthin
zurückzukehren, was von ihren Häusern und Dörfern
übriggeblieben ist und diese wiederaufzubauen. Dieses Thema muß Teil jeder von den Vereinigten Staaten unterstützten politischen Beilegung der derzeitigen
Krise sein und macht weiter beträchtliche internationale Hilfslieferungen erforderlich.
Schließlich müssen wir auf einer Beendigung der
Menschenrechtsverletzungen, die in den Internierungslagern in ganz Bosnien begangen werden und auf der
Auflösung dieser Lager bestehen. Der internationalen
Staatengemeinschaft muß unverzüglich und kontinuierlich uneingeschränkter Zugang zu diesen Lagern
gewährt werden. Das IKRK sollte alles in seiner Macht
Stehende tun, um die stattfindenden Inspektionen zu
beschleunigen und in seinen Bestrebungen von Berichterstattern des UNHCR und der KSZE unterstützt
werden.
Ein Verhandlungsprozeß
Eine zweite Aufgabe besteht darin, der Tag für Tag an
den Menschen in Bosnien verübten Gewalt ausdrücklich Einhalt zu gebieten. Als ersten Schritt fordere ich
die serbischen Streitkräfte auf, die Belagerung von
Sarajevo, Gorazde, Tuzla, Bihac, Mostar und anderen
bosnischen Städten aufzuheben - ein Schritt, der Teil
eines umfassenderen diplomatischen Prozesses sein
muß. Zu diesem Zweck müssen wir einen kontinuierlichen internationalen Verhandlungsmechanismus
schaffen, der auf ständiger Basis und unter Einbeziehung aller betroffenen Parteien operiert, um eine gerechte und dauerhafte Schlichtung zu erzielen.
Ich betone die Worte "gerecht und dauerhafte". Die
serbische Regierung hat in London ihre Bereitschaft
zur Aushandlung eines Friedens erklärt. Wir müssen
jedoch sicherstellen, daß bei der Einigung über einen
Verhandlungsmechanismus alle Parteien auch zustimmen, auf der Grundlage der in der Charta der
Vereinten Nationen und der KSZE verankerten Prinzipien zu verhandeln - das heißt, der Verpflichtung zu
einer friedlichen Lösung von Konflikten, Respektierung der territorialen Integrität anderer Staaten, Ablehnung von Bestrebungen, Grenzen durch Gewalt zu
verändern, Garantie grundlegender Menschenrechte einschließlich der Rechte von Minderheiten - sichere
Rückführung der Opfer der "ethnischen Säuberung" in
ihre Heimat und obligatorische Einhaltung der Bestrebungen zur Bereitstellung humanitärer Hilfe. Nur
durch die Zustimmung zu einem auf diese Prinzipien
gegründeten Friedensprozeß können wir gewährleisten, daß die Verhandlungen nicht zum Instrument der
Konsolidierung der Früchte von Aggression werden.

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Bestrafung und Ächtung von Aggression
Erfolgreiche Verhandlungen erfordern von uns vor
allem, die Kosten für diejenigen anzuheben, die weiterhin Gewaltakte verüben und gewaltsam eroberte Territorien besetzt halten. Deshalb besteht unseres Erachtens die dritte Aufgabe der Konferenz in der Bekräftigung der Entschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft, die umfassenden Wirtschaftssanktionen gegen Serbien/Montenegro zu verschärfen und
seine politische Isolierung aufrechtzuerhalten, bis alle
entsprechenden Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
eingehalten werden. Gleichzeitig sollten wir allen
anderen Konfliktparteien vor Augen führen, daß wir
auch gegen sie Sanktionen verhängen werden, wenn
sie mit derselben Grausamkeit vorgehen.
Wir sind uns bewußt, daß eine Verschärfung der
Sanktionen den traditionellen Handelspartnern von
Serbien/Montenegro Härten auferlegen wird, und wir
ermutigen Maßnahmen zur Entschädigung der Staaten, deren strikte Einhaltung der Sanktionen ihnen
ungebührliche Schwierigkeiten verursacht. Wir müssen jedoch entschlossen sein, andauernde und offenkundige Verletzungen der Sanktionen nicht länger zu
tolerieren.
Mehrere Schritte sind erforderlich. Erstens müssen
die Umschlagrichtlinien des UN-Sanktionskomitees
überarbeitet werden, um strenge Dokumentationsund Inspektionsverfahren einzubeziehen. Zweitens
werden wir in Absprache mit der rumänischen Regierung unverzüglich multinationale Beobachter zur Einhaltung der Sanktionen nach Rumänien entsenden.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, Experten und
Gerät für diese Operation zur Verfügung zu stellen.
Ähnliche Arrangements sollten auch in anderen Regionen geschaffen werden, die an Serbien/Montenegro
angrenzen, einschließlich Ungarn, Bulgarien, Albanien und Mazedonien. Drittens müssen wir neue
Maßnahmen verabschieden, um auf der Donau stattfindende Verletzungen des Embargos zu unterbinden.
Präventive Diplomatie
Die vierte Aufgabe der Konferenz liegt im Bereich der
präventiven Diplomatie - das heißt, der Sicherstellung,
daß der Konflikt sich nicht in Gebiete und Länder
ausweitet, die nicht direkt von den Kämpfen betroffen
sind.
Ein sofortiger Schritt muß die Durchführung der vor
zwei Wochen von der KSZE getroffenen Entscheidung
sein, ständige Menschenrechtsbeobachter in die Gebiete
Serbiens - Kosovo, Wojwodina und Sandschak - zu
entsenden, die das nächste Ziel von Aggression werden könnten. Darüber hinaus haben die serbischen
Führer ihre Bereitschaft erklärt, die Stationierung internationaler Beobachter auf ihrem Territorium, entlang
der bosnisch-serbischen Grenze sowie auf Luftwaffenstützpunkten in Serbien und Montenegro zu gestat-

Seite 3

�ten. Jetzt ist es an der Zeit, diese Worte in Taten
umzusetzen, indem wir heute hier die Entscheidung
treffen, Beobachter entlang dieser Grenze und auf
diesen Luftwaffenstützpunkten zu stationieren.
Diese Beobachter müssen durch weitere in den an
Serbien grenzenden Staaten und Regionen ergänzt
werden. Ihre Aufgabe würde darin bestehen, als
Abschreckung für eine Ausweitung der Kämpfe und
auch als "Frühwarnung" für deren Bevorstehen zu
wirken.
Die Europäische Gemeinschaft arbeitet aktiv mit Albanien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Griechenland
bei der Zusammenstellung solcher Überwachungsteams zusammen. Wir begrüßen diese Bestrebungen, drängen auf deren unverzügliche Vollendung und
stehen zur Hilfe bereit, wo immer wir können. Gleichzeitig unternehmen die Vereinigten Staaten Anstrengungen, Beobachter in die ehemalige jugoslawische
Republik Mazedonien zu entsenden, und wir werden
mit der EG zusammenarbeiten, um auch den Bewohnern dieser Region Wirtschaftshilfe zukommen zu
lassen.
Schlußbemerkung
Ich habe meine Ausführungen mit der Beschreibung
der Tragödie im ehemaligen Jugoslawien unter dem
Aspekt des scheinbar endlosen Zyklus von Gewalt und
Rache begonnen, der diese Region seit so vielen

Jahrhunderten charakterisiert. In Wirklichkeit haben
die Vorgänge in diesen Ländern jedoch nichts fatalistisches. Tatsache ist, daß der Konflikt von Männern
gewollt wurde, die versuchen, das letzte kommunistische Regime Europas durch die Manipulation von
jahrhundertealtem Haß und Furcht zu erhalten. Tatsache ist, daß die Menschen im ehemaligen Jugoslawien
sich noch immer weigern können, den Schierlingsbecher zu trinken, den ihre politisch Verantwortlichen
ihnen vorsetzen.
Wenn sie sich weigern sollten, können sie erneut
einem demokratischen Europa in einem Integrationsprozeß beitreten, der traditionelle Vorstellungen von
Souveränität verwirft und die Interessen von Minderheiten auf dem ganzen Kontinent erweitert. Die
Demokratien der Welt - ganz sicher einschließlich der
Vereinigten Staaten - werden die Serben in ihrer Mitte
willkommen heißen und ihnen größere Sicherheit bieten, als sie je unter dem jetzt herrschenden Gesetz des
Dschungels erhoffen könnten.
Die Völker jedoch, die den irrationalen Weg von Haß
und Aggression wählen, können nicht die Mitgliedschaft in der kürzlich erweiterten Gemeinschaft demokratischer Staaten erwarten. Wir werden ihnen schlicht
und einfach nicht gestatten, die menschlichere und
rationalere Zukunft zur Farce zu machen, die der
Zusammenbruch des Kommunismus und das Ende
der Bedrohung eines nuklearen Holocaust versprechen.

* * * * *

Seite 4

AMERIKA DIENST 35

�JUGOSLAWIEN
2. September 1992

LONDONER KONFERENZ LEITET PROZESS ZUR
LÖSUNG DES JUGOSLAWIENPROBLEMS IN DIE WEGE
Pressekonferenz des geschäftsführenden Außenministers
LONDON - (AD) - Die mit den belagerten Republiken des ehemaligen Jugoslawiens betaßte internationale
Konferenz wird "dieses Problem nicht über Nacht lösen, aber meines Erachtens haben wir einen entscheidenden Prozeß in die Wege geleitet", stellte der geschäftsführende Außenminister Lawrence Eagleburger fest.
Das unter dem gemeinsamen Vorsitz der Vereinten Nationen und der Europäischen Gemeinschaft geschaffene ständige Verhandlungsforum wird die "Parteien zusammenführen und zur Entschärfung des derzeitigen
Konflikts, der Beendigung des Blutvergießens und letztlich zu einer Verhandlungslösung beitragen", erklärte
Eagleburger anläßlich einer Pressekonferenz in London am 28. August 1992.
"Wir haben uns auf die Erweiterung und Stärkung der UN-Schutztruppe (United Nations Protection Force UNPROFOR) zur Unterstützung der humanitären Hilfsaktionen der UNO in Bosnien geeinigt", so Eagleburger.
"Wir verschärfen das Sanktionsregime durch die Entsendung internationaler Beobachter in die Nachbarstaaten,
unterbinden die Verletzung der Sanktionen auf der Donau und tragen zur Entschädigung der am härtesten von
der strikten Einhaltung der Sanktionen betroffenen Nachbarstaaten bei."
Nachfolgend veröffentlichen wir die vom geschäftsführenden Außenminister gegebene Pressekonferenz im
Wortlaut.

Eagleburger: Ich habe eine kurze Erklärung abzugeben und stehe dann gerne zur Beantwortung Ihrer
Fragen bereit.
Wir ich gestern bereits sagte, ist dieser Konflikt ein
echtes Krebsgeschwür im Herzen Europas. Seine
Ursachen und Konsequenzen sind komplex. Er wird
nicht über Nacht beigelegt. Und er muß in all seinen
Dimensionen angesprochen werden, wenn wir ihn
entschärfen, eindämmen und letztlich beenden wollen.
Wir wollten diese Konferenz einsetzen, um internationale Aktionen in all diesen Dimensionen wirksam werden
zu lassen: der Beendigung des menschlichen Alptraums in Bosnien, Unterstützung des Verhandlungsprozesses, Bestrafung der Aggressoren und Verschärfung der wirtschaftlichen und politischen Isolierung von
Serbien und Montenegro, Eingrenzung des Konflikts
und Verhinderung seiner Ausbreitung und letztlich,
den Völkern im ehemaligen Jugoslawien Frieden zu
bringen. Wir haben diese Konferenz meines Erachtens mit einem starken Konsens und einem konkreten
Plan zu jedem dieser Bereiche beendet.

AMERIKA DIENST 35

Erstens wollten wir, daß diese Konferenz die territoriale Integrität sowie die legitime Regierung von BosnienHerzegowina unterstützt und sicherstellt, daß die
Konferenz nicht zu einem Forum zur Förderung von
Zersplitterung und Kantonisierung wird. Die Konferenz hat ein klares politisches Signal gesetzt, daß die
internationale Staatengemeinschaft Aggression nicht
belohnen sowie Bosniens Souveränität, Unabhängigkeit und Integrität wahren wird und Verhandlungen im
Einklang mit den grundlegenden KSZE-Prinzipien geführt
werden müssen.
Zweitens wollten wir ein ständiges Verhandlungsforum schaffen, das sich ausschließlich mit der Entschärfung der Krise befaßt und den Prozeß zu einer
politischen Lösung führt. Unserer Ansicht nach wird
das von uns unter dem gemeinsamen Vorsitz der
Vereinten Nationen und der Europäischen Gemeinschaft geschaffene, von starken Grundsätzen geleitete ständige Verhandlungsforum mit Sitz in Genf die
Parteien zusammenführen und zur Entschärfung des
derzeitigen Konflikts, der Beendigung des Blutvergießens und letztlich zu einer Verhandlungslösung beitragen. Zur Erleichterung dieses Verhandlungsprozes-

Seite 1

�ses haben die Vereinigten Staaten 3 Millionen Dollar
als Anschubfinanzierung angeboten.
Drittens wollten wir über eine Grundsatzvereinbarung
und eine Verhandlungsstruktur hinausgehen, um einen internationalen Aktionsplan zur Bewältigung dieser Krise zu entwickeln. Wie Sie vermutlich der
Erklärung des stellvertretenden Vorsitzenden zu bei
der Konferenz getroffenen spezifischen Entscheidungen entnehmen konnten, haben wir eine Reihe konkreter Maßnahmen umrissen, die die internationale Staatengemeinschaft zur Bereitstellung humanitärer Nothilfe, verschärftem Druck auf die Aggressoren und
Eindämmung des Konflikts ergreift. Ich möchte einige
dieser Schritte im einzelnen darlegen:
Wir haben für diesen Winter massive humanitäre
Hilfsbestrebungen in die Wege geleitet, einschließlich
für die Sitzung des Hohen Flüchtlingskommissars der
Vereinten Nationen UNHCR am 4. September eingegangener Verpflichtungen. Ich darf hinzufügen, daß
wir - wie ich in meiner gestrigen Rede vor der Konferenz erwähnt habe - jetzt zusammen mit den anderen
Mitgliedern der internationalen Staatengemeinschaft
Planungen aufnehmen, um Flüchtlingen die Rückkehr
in ihre zerstörten Häuser und Dörfer sowie bei deren
Wiederaufbau zu helfen.
Wie Premierminister Major andeutete, haben wir uns
auf die Erweiterung und Stärkung der UNPROFOR zur
Unterstützung der humanitären Hilfsaktionen der UNO
in Bosnien geeinigt. Wir verschärfen das Sanktionsregime durch die Entsendung internationaler Beobachter in die Nachbarstaaten, unterbinden die Verletzung
der Sanktionen auf der Donau und tragen zur Entschädigung der am härtesten von der strikten Einhaltung
der Sanktionen betroffenen Nachbarstaaten bei.
Und wir engagieren uns in präventiver Diplomatie. Wir
entsenden ständige Menschenrechtsbeobachter nach
Kosovo, Wojwodina und Sandschak sowie "Frühwarnbeobachter" in Nachbarstaaten und -regionen einschließlich Albanien, Mazedonien, Rumänien, Bulgarien und Ungarn.
Auch mit den Parteien selbst haben wir Fortschritte
erzielt. Wie Sie inzwischen wahrscheinlich wissen, hat
der Führer der bosnischen Serben Karadzic zugestimmt, schwere Waffen den internationalen Beobachtern zu unterstellen. Wir erwarten, daß er diese
Vereinbarung in die Praxis umsetzt. Unseres Erachtens birgt die Konsolidierung und Kontrolle schwerer
Waffen ein großes Potential zur Verringerung des
Blutvergießens. Darüber hinaus hat die bosnische
Regierung zugestimmt, sich erneut am Verhandlungsprozeß zu beteiligen.
Wir haben ferner die Parteien hart gedrängt, weitere
konkrete Schritte zu unternehmen, die zum Großteil
ebenfalls in der Erklärung des stellvertretenden Vorsitzenden enthalten sind. Insbesondere haben wir folgende Notwendigkeiten unterstrichen:
Seite 2

Erstens die Beendigung der Belagerung und den Abzug
der Truppen von Brennpunkten um Sarajevo, Tuzla,
Gorazde, Bihac und Mostar sowie anderen bosnischen Städten.
Einwilligung zur Stationierung internationaler Beobachter entlang aller bosnischen Grenzen zur Unterbindung der militärischen Unterstützung von Streitkräften
der verschiedenen Volksgruppen in Bosnien. Wir
erwarten im Verlauf der nächsten Woche eine UNOVereinbarung zur Entsendung dieser Beobachter.
Respektierung des Lebens und der Sicherheit der
UNO-Truppen sowie Gewährleistung der sicheren
Lieferung humanitärer Hilfsgüter in alle Gebiete von
Bosnien-Herzegowina, einschließlich des ungehinderten Zugangs zu Lande und in der Luft.
Und schließlich kontinuierlichen Zugang internationaler Beobachter zu allen Internierungslagern und deren
unverzügliche Auflösung.
Ich wei ß, es ist eine höfliche Sitte, nette Dinge über den
Gastgeber zu sagen. Ich bin nicht nur höflich. Ich
möchte mit absoluter Aufrichtigkeit feststellen, daß
Premierminister Major und die Regierung Ihrer Majestät meines Erachtens wirklich etwas in der Sache des
Friedens für das ehemalige Jugoslawien vollbracht
haben. Diese Konferenz hat uns aus meiner Sicht auf
einen neuen Kurs gebracht. Wir werden dieses Problem nicht über Nacht lösen, aber meines Erachtens
haben wir einen entscheidenden Prozeß in die Wege
geleitet. Wir haben eine Reihe von Schritten unternommen, die ohne das Organisationstalent und die
wirklich ausgezeichnete Konferenzleitung nicht möglich gewesen wären, die der Premierminister während
der vergangenen beiden Tage unter Beweis gestellt
hat.
Frage: Sie sagten, die Konferenz habe sich geeinigt,
die Zersplitterung oder Kantonisierung Bosniens zu
verhindern. Der letzte Punkt der Erklärung zu Bosnien,
der unterzeichnete wurde, stellt jedoch fest, die bosnisch-serbische Seite erkenne an, daß sie in Verhandlungen zwischen allen drei bosnischen Parteien zustimmen würde, sich aus beträchtlichen Teilen des von
ihren Streitkräften kontrollierten Territoriums zurückzuziehen. Das scheint zu implizieren, daß sie einen
Teil dessen behalten wollen, was sie mit Gewalt erobert haben. Trifft das zu?
Antwort: Nein, überhaupt nicht. Das heißt, die
bosnisch-serbische Seite erklärte, sie sei zum Rückzug aus beträchtlichen, nicht allen Teilen des Gebiets
bereit, aber die Konferenz hat eindeutig klargestellt,
daß das nicht ausreicht. In unserer Erklärung habe ich
außerdem klargestellt, daß die Vereinigten Staaten
keine Lösung akzeptieren werden, mit der die eroberten Gebiete nicht den - um es so zu formulieren ehemaligen Besitzern zurückgegeben werden. Karadzic und die bosnischen Serben mögen vielleicht
gewisse Zugeständisse gemacht haben, aus unserer
AMERIKA DIENST 35

�Sicht ist das jedoch nicht genug, und letztlich werden
wir - wie ich bereits angedeutet habe - nichts anderes
akzeptieren als die Rückkehr zum Status quo ante.
Frage: Meine Frage bezieht sich auf dasselbe Thema.
Wenn man zum Status quo ante zurückkehren will,
scheint es, als ob das Flüchtlingsproblem, das hier das
grundlegende politische Thema ist, nicht nur von den
Diskussionen in den Arbeitsgruppen über Verfassungsfragen abgetrennt, sondern auch von einem separaten
Thema zu einem der humanitären Hilfe heruntergestuft wurde. Dies wiederum wirft gravierende Zweifel
bezüglich der Fähigkeit auf, die Kantonisierung und
Teilung rückgängig zu machen.
Antwort: Ich bin nicht sicher, ob ich verstanden habe,
wie Sie zu dieser Schlu ßf olgerung gelangt sind. Sehen
Sie, was wir bei der Konferenz gesagt haben, was
vereinbart wurde und natürlich, was ich in meiner
gestrigen Erklärung zum Ausdruck gebracht habe, ist,
daß wir uns mit einem dringenden Problem Hunderttausender Flüchtlinge und einem bevorstehenden Winter
konfrontiert sehen. Einige sind in Bosnien. Viele sind
au ßerhalb Bosniens in anderen Teilen des ehemaligen
Jugoslawiens. Und der UNHCR veranstaltet Anfang
September eine Konferenz, um Geld zur Bewältigung
eben dieser Frage aufzubringen, was man tun muß,
um diesen Flüchtlingen kurzfristig zu helfen. Die
Vereinigten Staaten haben Hilfsleistungen im Wert
von 40 Millionen Dollar zu diesen Bestrebungen und
weitere Mittel im späteren Verlauf des Jahres zugesagt.
Was ich in meiner gestrigen Erklärung gesagt habe,
möchte ich heute wiederholen: Die internationale
Staatengemeinschaft muß auch sondieren und letztlich Geld zur Unterstützung der Rückkehr dieser Flüchtlinge in ihre Häuser - oder das, was davon übrig ist aufbringen sowie angemessene Hilfe zum Wiederaufbau dieser Häuser und Unterkünfte bereitstellen. Der
Hauptpunkt hier ist, daß wiruns mit dem vordringlichen
Problem der Flüchtlinge befassen müssen und wie wir
sie durch den Winter bringen.
Es ist zweifelsohne unsere Absicht, und wenn ich
"unsere" sage, meine ich die Vereinigten Staaten, und
dabei haben wir glaube ich auch die Zustimmung der
anderen, daß der Grundsatz lautet, sie werden dann in
ihre Heimat zurückgebracht. Wir werden keine Flüchtlingslager einrichten, die in 20 Jahren immer noch
Flüchtlingslager sind. Diese Menschen müssen in ihre
Heimat zurückkehren können, aber in der Zwischenzeit haben wir das unmittelbare Problem, uns der
Menschen anzunehmen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden und zum jetzigen Zeitpunkt Flüchtlinge
sind.
Frage: Ich habe zwei Fragen. Die eine schließt direkt
an. Ist es realistisch zu erwarten, daß Menschen in
Dörfer zurückkehren, in denen Nachbarn ihre Frau

AMERIKA DIENST 35

vergewaltigt, ihren Vater getötet oder ihre Kinder
massakriert haben? Und die zweite Frage betrifft die
spezifische Entscheidung zur Benachrichtung der
Vereinten Nationen über alle Granaten und schweren
Waffen binnen 96 Stunden. Die Frage lautet: 96
Stunden von wann an gerechnet?
Antwort: Im Hinblick auf die erste Frage könnte es
sich als unrealistisch erweisen zu erwarten, daß alle
Menschen in ihre Heimat zurückkehren werden. Aber
wie Sie wissen, besteht die einzige Alternative in der
Tat darin zu sagen, daß sie nicht in ihre Heimat
zurückkehren können, und dann haben wir genau das
Problem, das Ihr Vorredner gerade angesprochen hat,
nämlich, wenn wir unter diesen Umständen so mit den
Flüchtlingen verfahren, haben wir ethnischer Säuberung und der Kantonisierung nachgegeben.
Die internationale Staatengemeinschaft muß bereit
sein sicherzustellen, daß diesen Menschen mit einiger
Hilfe die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht wird, wenn
sie dies wünschen. Wir können sie nicht zur Rückkehr
zwingen, wenn sie dies nicht wollen. Und die 96
Stunden, von wann an? Ich zögere, Ihnen darauf eine
eindeutige Antwort zu geben. Es steht nicht unmittelbar bevor. 96 Stunden ab dem Zeitpunkt, an dem der
Prozeß beginnt, und ich weiß nicht, wann das ist. Ich
kann diese Frage nicht beantworten.
Frage: Wie ist die amerikanische Haltung zur Frage,
ob die Anerkennung in die Tagesordnung dieser Konferenz einbezogen werden sollte und zweitens, wie
stehen die Vereinigten Staaten zur Mitgliedschaft von
Mazedonien in den Vereinten Nationen, insbesondere
in Anbetracht der Tatsache, daß die Vereinigten Staaten Ständiges Mitglied des Sicherheitsrats sind?
Antwort: Mazedonien stand nicht auf der Tagesordnung dieser Konferenz. Giigorow war anwesend. Er
hat das Thema angesprochen, aber es war kein Tagesordnungspunkt. Es war kein Thema, das bei dieser
Konferenz entschieden werden sollte. Insofern wurde
auch keine Entscheidung getroffen.
Die Mitgliedschaft Mazedoniens in den Vereinten
Nationen ist ein Thema, das zu dem Zeitpunkt erwogen wird, wenn dieser Antrag den Vereinten Nationen
vorliegt. Ich möchte im Augenblick keine Prognosen
anstellen, wann das entschieden wird.
Frage: Sowohl Sie als auch der Premierminister
haben erklärt, daß die Internierungslager geöffnet
würden, hoffentlich bald. In dem Papier zu Serbien
haben die Serben jedoch lediglich erklärt, sie würden
ihren Einfluß auf die bosnischen Serben zur Geltung
bringen, um die Schließung dieser Internierungslager
zu erlangen. Haben Sie irgendwelche Hinweise darauf, wann sie aufgelöst werden und haben sie Ihnen
eine stärkere Verpflichtung gegeben, dies zu tun?
Antwort: Sie meinen die Serben?

Seite 3

�Frage: Ja.
Antwort: Nein, außer der, daß sie ihren Einfluß
verwenden würden. Wir sollten auch hier versuchen,
eines eindeutig klarzustellen. Wozu die Serben zugestimmt haben oder wozu die bosnischen Serben
möglicherweise zugestimmt haben, ist vielleicht ein
Schritt in die richtige Richtung. Aber diese Konferenz
und ihre Teilnehmer haben über einige Dinge entschieden, die konkreter waren als dies. Es handelt sich
grundsätzlich um dasselbe Problem wie bei der Frage,
ob die bosnischen Serben bereit sind, sich aus allen
erorberten Gebieten in Bosnien zurückzuziehen.
Die Serben haben sich verpflichtet, ihren Einfluß geltend zu machen. Wir haben die Aussage der Konferenz, daß diese Lager rasch geöffnet werden müssen,
und aufgrund des Berichts des IKRK muß ich sagen,
daß dessen Vertreter in der Tat ziemlich rasch Zutritt
zu den Lagern bekommen, obwohl noch eine Menge
zu tun bleibt. Aber die Lager müssen geöffnet werden,
und vor allem müssen sie so bald wie möglich aufgelöst werden. Ich kann Ihnen keine bestimmten Fristen
nennen.
Ich kann Ihnen lediglich erneut mitteilen, daß einer der
Punkte bei der Konferenz der ist, daß wir nun einige
Bezugsgrößen haben und daß wir ihre Bilanz, die der
Serben und bosnischen Serben, der Moslems und
Kroaten, auf der Grundlage dessen beurteilen werden,
wie rasch sie die Forderungen der Konferenz erfüllen.
Frage: Ich möchte beim Thema Kosovo bleiben. Was
wurde bei dieser Konferenz getan, um mögliches
Blutvergießen im Kosovo zu verhindern, wenn dort
jeder befürchtet, daß ein möglicher Konflikt mit bewaffneten Serben ziemlich nahe bevorsteht und Serbien
bereit ist, dort militärische Gewalt anzuwenden?
Antwort: Bei dieser Konferenz wurde beschlossen,
so rasch wie möglich Beobachter nach Albanien zu
entsenden. Ihre frage ist völlig legitim, und eines der
Probleme, die mich und andere seit einiger Zeit beschäftigen, sind die Gefahren im Hinblick auf den Kosovo. Indem wir Beobachter dorthin entsenden, leiten
wir - so hoffe ich - zumindest einen Prozeß ein, der
tatsächlich gewährleisten wird, daß keine von außen
entsandten Truppen im Kosovo intervenieren können.
Wir haben nicht nur bei dieser Konferenz gewarnt,
sondern die Vereinigten Staaten und sicherlich auch
andere haben der Regierung in Belgrad äußerst deutlich gemacht, daß sie im Hinblick auf den Kosovo sehr
vorsichtig sein muß.
Frage: Im Kosovo gibt es zwei Millionern Albaner, und
es gibt eine serbische Minderheit mit schweren Waffen
und Albanier ohne Waffen. Besteht irgendeine Möglichkeit, in dieser Region den Frieden zu bewahren?
Antwort: Mit allem Respekt, wie Sie wissen, herrscht
im Kosovo zur Zeit Frieden. Es mag nicht die Art von
Frieden sein, die insbesondere von der albanischen
Seite 4

Mehrheit gewünscht wird, aber es ist dennoch ein
Frieden, und der grundsätzliche Punkt ist jetzt der, daß
dies kein weiteres Konfliktgebiet im ehemaligen Jugoslawien werden darf. Die Serben sind in dieser Hinsicht ohne jeden Zweifel der gleichen Ansicht wie die
amerikanische Regierung. Ich hoffe zutiefst, die von
uns dorthin entsandten Beobachter werden dazu beitragen, daß es friedlich bleibt, und die amerikanische
Regierung geht seit einiger Zeit davon aus, es sei die
Aufgabe der Belgrader Regierung, den früheren Status des Kosovo innerhalb der Föderation wiederherzustellen.
Frage: Wie genau läßt sich dies verwirklichen?
Antwort: Es gibt viele Dinge, die ich Ihnen nicht
mitteilen kann, mit denen dies derzeit verwirklicht
werden kann. Wir beteiligen uns an einem Prozeß, und
einer der grundlegenden Punkte ist gegenwärtig, wie
wir Frieden in Bosnien-Herzegowina schaffen und
einen Prozeß einführen können, der dem gesamten
ehemaligen Jugoslawien Frieden und Sicherheit bringt.
Ich kann Ihnen keine präzise Antwort geben, außer,
daß wir uns meines Erachtens schon mitten auf einem
neuen Weg befinden, der, wie ich zutiefst hoffe, mit der
Zeit ein Ergebnis hervorbringen wird.
Frage: Welche Art von Druck kann auf Karadzic
ausgeübt werden, wenn man bedenkt, daß er keine
Institutionen, Regierungen und dergleichen kontrolliert, auf die man Sanktionen und ähnliche Maßnahmen anwenden kann?
Antwort: Nun, dem Premierminister wurde eine ähnliche
Frage gestellt, und ich möchte nicht versuchen, weiter
zu gehen als er. Aber ich möchte ein paar Punkte
vorbringen, die darauf hinweisen, daß es Mittel gibt,
um Druck auszuüben.
Erstens habe ich ausreichend Grund zu der Annahme,
daß Karadzic zwar angesichts der Waffen und all
dessen, was er heute besitzt, ein halbwegs unabhängiger Akteur sein kann. Aber er kann nicht völlig
unabhängig handeln und tut dies meiner Meinung nach
auch nicht. Nachschub von Ölprodukten und so weiter
ist für ihn zwingend erforderlich, um seine Operationen
fortzusetzen. Indem wir mit Zustimmung beider Seiten
Beobachter an der bosnisch-serbischen Grenze und
auch an der kroatisch-bosnischen Grenze stationieren, haben wir in diesen Prozeß ein Mittel eingeführt,
um zu überprüfen, welcher Nachschub gegebenenfalls von Serbien nach Bosnien fließt. Das ist einer der
Faktoren, die meines Erachtens einen gewissen Druck
ausüben können.
Der zweite Punkt ist der, daß in dem Maße, wie er
meiner und Ihrer Meinung nach weiterhin von Serbien
Unterstützung erfährt, einer der bei dieser gesamten
Konferenz entscheidendsten Faktoren die Tatsache
ist, daß wir gemeinsam beschlossen haben, die Sanktionen zu verschärfen. Ich gehe davon aus, daß diese

AMERIKA DIENST 35

�Sanktionen zu viele Schwachpunkte aufwiesen, darunter nicht zuletzt die Donau. Und in dem Maße, in
dem die Sanktionen verschärft werden und die serbische Wirtschaft unter Druck setzen, werden sie auch
Auswirkungen auf die serbische Fähigkeit haben,
Karadzic zu unterstützen. Dies sind nur zwei zusätzliche Punkte.
Frage: Der Premierminister hat teilweise den Druck
erläutert, der auf Karadzic ausgeübt wurde, um die
Vereinbarungen von heute zu erlangen. Können Sie
diesen Prozeß weiter erhellen? Wie funktionierte
dieser Mechanismus? Was hat man zu ihm gesagt?
Antwort: Sie bringen mich erneut in Verlegenheit, weil
der Premierminister bei der Beantwortung dieser Frage ziemlich vorsichtig war. Ich kann Ihnen lediglich
mitteilen, daß es sicherlich einige Diskussionen mit
Karadzic gegeben hat. Es gab einige Diskussionen mit
Izetbegovic und Siladjic, aber nicht gemeinsam, wie
ich betonen möchte. Britische Vertreter waren an
beiden beteiligt, und sie waren meines Erachtens
ziemlich erfolgreich dabei, diese Vereinbarung zu erlangen. Ich würde es deshalb vorziehen, es der
Regierung Ihrer Majestät zu überlassen, detailliert zu
diesen Vorgängen Stellung zu nehmen.
Frage: Was wird Ihrer Meinung nach morgen früh in
Sarajevo die Reaktion auf die Ergebnisse dieser
Konferenz sein, wenn alliierte Flugzeuge den Südirak
überfliegen, um die Schiiten zu schützen?
Antwort: Ich weiß nicht, wie die Flüge über dem Irak
die Haltung in Sarajevo beeinflussen werden. Aber ich
möchte Ihnen mitteilen, welche Haltung man in Sarajevo einnehmen sollte. Vorausschicken möchte ich
jedoch, daß ich mir der anhaltenden Agonie in Sarajevo bewußt bin und verstehe, daß diese Konferenz nicht
jedes schreckliche Ereignis in Sarajevo beendet hat
und die Menschen nicht der Auffassung sein werden,
diese Konferenz habe ihr Problem unverzüglich gelöst.
Man sollte jedoch zwei Feststellungen treffen. Die
erste lautet, daß Karadzic - Ihr und mein guter Freund
- in der Tat seine Verpflichtung bei schweren Waffen
und Mörsern einhält. Wir werden meines Erachtens
ziemlich bald einen erheblichen Rückgang beim Beschuß Sarajevos feststellen. Dies sollte innerhalb
einer relativ kurzen Periodeden Menschen in Sarajevo
etwas Linderung verschaffen.
Zweitens meine ich, solange die Hilfsflüge fortgesetzt
und infolge der Vereinbarungen bei dieser Konferenz
hoffentlich sogar noch verstärkt werden können, sollte
dies sie in ihrer Ansicht bestärken, daß diese Konferenz begonnen hat, die Dinge zu verändern. Und
fundamental, zwar nicht über Nacht, aber ich bin
zutiefst davon überzeugt, daß wir hier einen neuen
Prozeß eingeleitet haben, der 24 Stunden täglich unter
Führung von Cyrus Vance und Dr. Owen in Genf
durchgeführt wird. Ich kann Ihnen versichern, daß sich

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Cyrus Vance Tag für Tag eingehend damit beschäftigen wird. Aufgrund der zusätzlich ergriffenen Maßnahmen, darunter verschärfte Sanktionen gegen Serbien, die Entsendung von Beobachtern und so weiter
- der langen Liste vereinbarter Maßnahmen - werden
wir eine Veränderung der Lage in Sarajevo, aber nicht
nur dort, sehen. Ich habe die anderen Städte in
Bosnien erwähnt, die ebenfalls unter starkem Druck
stehen. Mit der Zeit, aber noch nicht morgen früh,
werden wir erhebliche Veränderungen in ihrer Situation feststellen. Das mag nicht ausreichend sein, um
alle berechtigten Forderungen der Menschen in Sarajevo zu erfüllen, aber es ist mehr als ein Anfang.
Frage: Sie haben erklärt, daß wir - Sie - den Flüchtlingen helfen. Als Freund Mazedoniens, der vom
Nachrichtenmagazin Time im Jahr 1977 als "Lawrence von Mazedonien" bezeichnet wurde, könnten Sie
Mazedonien unterstützen, Hilfe für 40.000 Flüchtlinge
aus Bosnien-Herzegowina in Mazedonien bereitzustellen, da wir durch das Embargo unter Druck stehen,
weil wir die Sanktionen gegen Serbien erfüllen?
Antwort: Ich möchte im Hinblick auf die allgemeine
Frage zwei Feststellungen treffen. Zunächst gilt die
Sitzung des UN-Flüchtlingskommissars Anfang September, bei der Mittelzusagen getroffen werden sollen
und für die wir bereits 40 Millionen Dollar versprochen
haben, nicht ausschließlich Flüchtlingen an einem
besonderen Ort - Bosnien, Kroatien oder sonst irgendwo. Sie wird abgehalten, um auch Mazedonien bei
seinem Flüchtlingsproblem zu helfen. Die internationale Staatengemeinschaft wird Mazedonien Hilfe zur
Verfügung stellen.
Eine weitere Feststellung, die ich Ihnen gegenüber
treffen möchte, besteht darin, daß zwar ungelöste
Fragen im Hinblick auf Anerkennung und UN-Mitgliedschaft bestehen, die Vereinigten Staaten Mazedonien
dennoch weiterhin technische und andere Arten von
Hilfe zur Verfügung stellen werden. Wir haben ziemlich große Mengen an Medikamenten und Nahrungsmitteln geliefert. Wir werden dies weiterhin tun und,
wie ich gestern hier mitgeteilt habe, hat der Präsident
der Vereinigten Staaten beschlossen, Mazedonien
ebenso wie Slowenien, Bosnien-Herzegowina und
Kroatien in das Allgemeine Präferenzsystem (GSP)
einzubeziehen. Dabei handelt es sich um eine generelle Vorzugsbehandlung. Ich möchte dies schlicht
dahingehend erläutern, daß Exporte aus Mazedonien
in die Vereinigten Staaten unter gewissen Umständen
eine Vorzugsbehandlung genießen werden. Wir verstehen die Probleme in Mazedonien. Wir versuchen
alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Hilfe zu
leisten.
Frage: Wenn Sie die Erfahrungen der Vergangenheit
berücksichtigen, was gibt Ihnen die Zuversicht, daß
Milosevic seinen Teil der Vereinbarungen einhalten
wird?

Seite 5

�Antwort: Ich habe keine besondere Zuversicht, daß
er seine Verpflichtungen aufgrund seiner philantropischen Neigungen einhalten wird. Ich versuche jedoch
zu erklären, daß wir hier einen - sicherlich nicht perfekten - Wandel im Vergleich zu früher haben. Wir haben
einen von zwei hervorragenden Persönlichkeiten geleiteten kontinuierlichen Verhandlungsprozeß, der in
Genf stattfinden und diese Parteien täglich zusammenbringen wird, um diese Fragen zu erörtern.
Cyrus Vance hat mir darüber hinaus versichert, daß er
sich aktiv bemühen wird zu gewährleisten, daß die
Verschärfung der Sanktionen fortgesetzt und er gegebenenfalls Alarm schlagen wird, wenn diese Verschärfung nicht so abläuft wie sie sollte. Wir haben dann also
den Prozeß, mit dem die serbische Wirtschaft unter
Druck gesetzt wird, und es wird meines Erachtens

einen erheblichen Unterschied machen, wenn wir die
Donau schließen können, die insbesondere im Hinblick auf den Ölnachschub für Serbien ein Problem
darstellt. Wir haben Beobachter, die wir zuvor an der
serbisch-bosnischen und an der kroatisch-bosnischen
Grenze nicht hatten. Wir haben Beobachter in Rumänien, die zur Einhaltung der Sanktionen beitragen. Wir
möchten sie auch in anderen Nachbarländern stationieren. Ich kann Ihnen nicht sagen, daß wir das
Problem über Nacht gelöst haben, aber wir haben eine
Struktur geschaffen, die eine erheblich bessere Fähigkeit bietet, Milosevic, wenn er nicht kooperieren möchte, zur Kooperation zu zwingen. Diese Konferenz hat
kein Ergebnis hervorgebracht, das sich ausschließlich
auf guten Willen stützt. Wir waren klüger, als uns damit
zufriedenzugeben.

* * * *

Seite 6

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AMERIKA DIENST 35

�IRAK
2. September 1992

KOALITION VERHÄNGT FLUGVERBOT IM SÜDIRAK
Erklärung von Präsident Bush
WASHINGTON - (AD) - Am 26. August 1992 hat Präsident Bush die Einrichtung einer Flugverbotszone für
irakische Flugzeuge im Südirak bekanntgegeben, die am 27. August in Kraft getreten ist. Nachfolgend
veröffentlichen wir die Erklärung von Präsident Bush im Wortlaut:

In den letzten Wochen und Monaten haben wir neue
Beweise der harten Unterdrückung von Männern, Frauen
und Kindern im Irak durch Saddam Hussein gesehen
und gehört. Die Augenzeugenberichte sowie die detaillierten Aussagen des UN-Menschenrechtsbeauftragten Max van der Stoel vor dem Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen am 11. August sind weitere drastische Beweise der Brutalität Saddams.
Wir wissen heute um den Einsatz von Hubschraubern
und - seit diesem Frühjahr - von Flugzeugen durch
Saddam, um Zivilisten und Dörfer im Süden zu bombardieren und beschießen sowie um die von ihm
vorigen Monat angeordnete Exekution von Kaufleuten
in Bagdad und seine kontinuierliche Verschärfung der
Wirtschaftsblockade gegen die Bevölkerung des Nordens. Diese Berichte sind eine weitere Bestätigung
der Tatsache, daß die Regierung des Iraks ihre Verpflichtungen gemäß Resolution 688 des UN-Sicherheitsrats mißachtet. Diese im April 1991 verabschiedete Resolution verlangt, daß. Saddam Hussein die
Unterdrückung des irakischen Volkes einstellt.
Indem Menschenrechtsbeauftragten der UNO und
anderen Beobachtern der Zugang verweigert wurde,
hat Saddam zu verhindern versucht, daß die Welt von
seiner Brutalität erfährt. Es ist an der Zeit zu gewährleisten, daß die Welt in Kenntnis gesetzt wird.
Deshalb haben die Vereinigten Staaten und ihre Koalitionspartner heute die irakische Regierung davon
unterrichtet, da ß in 24 Stunden - von jetzt an gerechnet
- Flugzeuge der Koalition, darunter diejenigen der
Vereinigten Staaten, beginnen werden, Überwachungsflüge über dem Südirak - südlich des 32. Breitengrades
- durchzuführen, um die Situation dort zu beobachten.

Dies wird diejenigen Gebiete abdecken, in denen in
jüngster Zeit eine Mehrzahl der besonders schwerwiegenden Verletzungen von Resolution 688 stattgefunden haben.
Die Koalition teilt darüber hinaus der irakischen Regierung mit, daß sie, um diese Beobachtungseinsätze zu
erleichtern, eine Flugverbotszone für sämtliche irakischen Starr- und Drehflügler verhängt. Dieses neue
Verbot wird ebenso in 24 Stunden für dasselbe Gebiet
in Kraft treten; es wird in Kraft bleiben, bis die Koalition
entscheidet, daß es nicht mehr erforderlich ist. Es wird
der Flugverbotszone gleichen, die von der Koalition
vor über einem Jahr im Nordirak verhängt wurde.
Ich möchte betonen, daß diese Maßnahmen dazu
dienen, unsere Fähigkeit zur Überwachung der Entwicklungen im Südirak zu verbessern. Diese Aktionen
stehen im Einklang mit der traditionellen amerikanischen Politik gegenüber dem Irak. Wir streben die
Einhaltung durch den Irak an, nicht dessen Teilung.
Die Vereinigten Staaten unterstützen nach wie vor die
territoriale Einheit des Irak und hegen keinen Groll
gegen seine Bevölkerung. Wir sehen der Zusammenarbeit mit einer neuen Führung in Bagdad entgegen,
die nicht brutal ihr eigenes Volk unterdrückt und die
grundlegendsten Normen der Menschlichkeit verletzt.
Bis zu diesem Tag sollte niemand an unserer Bereitschaft zweifeln, entschlossen zu reagieren, falls der
Irak die Flugverbotszone nicht respektiert.
Darüber hinaus sind die Vereinigten Staaten und ihre
Koalitionspartner bereit, weitere Maßnahmen in Betracht zu ziehen, falls Saddam weiterhin diese oder
andere UN-Resolutionen verletzt.

* * * * *
AMERIKA DIENST 35

Seite 1

�NAFTA
2. September 1992

HILLS: NAFTA SCHAFFT KEINE
FESTUNG NORDAMERIKA
Stellungnahme der US-Handelsbeauftragten
WASHINGTON - (AD) - In einer über WorldNet ausgestrahlten Fernsehpressekonferenz hat die US-Handelsbeauftragte, Carla Hills, zum Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) sowie zur Uruguay-Runde
Stellung genommen und dabei unter anderem folgende Erklärungen abgegeben.

Frage: Wir haben von den Vereinigten Staaten viel
über eine Festung Europa gehört. Können Sie den
Europäern erklären, warum sie sich im Hinblick auf
dieses gerade geschlossene Abkommen keine Sorgen über eine Festung Amerika machen sollten?
Vielleicht könnten Sie ferner noch etwas über Ihre
Einschätzung von Fortschritten beim GATT sagen.
Werden wir vor dem Jahresende einen Abschluß erzielen oder nicht? Und falls ja, wie?
Hills: Der Grund, warum Europa das Nordamerikanische Freihandelsabkommen nicht als Schaffung einer
Festung Nordamerika betrachten sollte, ist die Tatsache, daß wir niemandem gegenüber Handelsschranken aufgebaut haben. Alles, was wir getan haben, ist
ein Abbau von Handelsschranken zwischen den Beteiligten an diesem Abkommen. Und wir hatten keinerlei
Absicht, den Handel außerhalb Amerikas jemals zu erschweren. Jeder von uns - Kanada, Mexiko und die
Vereinigten Staaten - ist ein globaler Handelspartner,
so daß wir gute Handelsbeziehungen auf der ganzen
Welt unterhalten. Und wenn Sie unser Abkommen
prüfen, enthält es nicht die Spur einer Bestimmung, die
Beschränkungen hinzufügen würde. Ganz im Gegenteil, sie werden lediglich abgebaut, und dies ist meiner
Meinung nach bewundernswert, weil sie die Wirtschaftsreformen festschreiben, die Präsident Salinas
in Mexiko eingeführt hat und auf diesen aufbauen. In
vielen Fällen werden die Bestimmungen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens auf der Grundlage des Meistbegünstigungsstatus angeboten. So
kommt etwa die Liberalisierung, die Mexiko bei petrochemischen Produkten durchgeführt hat, der ganzen
Welt zugute. Die Bestimmung zum Schutz geistigen
Eigentums, die wir drei verabschiedet haben - sie

AMERIKA DIENST 35

beschränkt sich nicht auf die drei Handelspartner,
überhaupt nicht. Sie steht der ganzen Welt offen. Es
besteht also nicht die Möglichkeit einer Festung. Statt
dessen hoffen wir, durch unser Beispiel den Weg zu
weisen und andere zu ermutigen, ihre Handelsschranken abzubauen, weil dies unser vorrangiges Ziel ist.
Ihre zweite Frage im Hinblick auf die Aussichten beim
GATT - natürlich ist die Uruguay-Runde weltweiter
Handelsgespräche für Präsident Bush nach wie vor
eine wichtige Priorität, und wir haben uns in den Jahren
seiner Amtsführung sehr darum bemüht, diese Gespräche zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen.
Die G-7 hat über einen Abschluß bis zum Jahresende
gesprochen, und wir in den Vereinigten Staaten hoffen
aufrichtig, daß dies der Fall sein wird. Wie Sie wissen,
war die Landwirtschaft ein Hindernis für den Abschluß
dieser Gespräche, und ein Problem bestand darin, daß
in Europa wirklich kein Konsens darüber besteht, wie
man die Landwirtschaft in diesen Welthandelsgesprächen behandeln soll. Ich hoffe, daß vielleicht nach dem
Maastricht-Referendum in Frankreich am 20. September ein Konsens erzielt werden kann, denn ich betrachte eine gemeinsame Position im Gegensatz zu einem
Wunschkatalog als unabdingbar, um diese Diskussionen voranzubringen.
Ich hoffe, ich habe alle Ihre Fragen beantwortet. Meines
Erachtens schlössen Sie mit dem Aspekt ab, welchen
Einfluß das Nordamerikanische Freihandelsabkommen auf die Welthandelsgespräche haben könnte.
Ebenso wie bei der ersten Frage zu Dienstleistungen
beispielsweise haben wir uns für den Abbau von
Restriktionen für Investitionen - den sogenannten
handelsbezogenen Investitionsmaßnahmen - beim

Seite 1

�Schutz der Rechte an geistigem Eigentum und Dienstleistungen stark gemacht, die in der Uruguay-Runde
verhandelt werden. Und dies wird der Welt demonstrieren, daß mindestens drei Handelspartner die Ansicht
vertreten, diese Regeln seien im heutigen Welthandelssystem äußerst sinnvoll.
Frage: In Frankreich stellen die Befürworter des
Vertrags zur Europäischen Einheit ihn unter anderem
als notwendige Antwort auf die durch das NAFTA
manifestierte amerikanische Wirtschaftsoffensive dar
und - wenn ich dies hinzufügen darf - durch den
unglaublichen Fall des amerikanischen Dollars. Auf
Ihrer Seite stellen Sie das NAFTA der Öffentlichkeit als
den erforderlichen Gegenschlag zur Europäischen
Einheit vor?
Hills: Nein, überhaupt nicht. Wenn Sie die Geschichte
betrachen, haben die Vereinigten Staaten in der Tat
die Europäische Einheit vom ersten Dollar an unterstützt, der im Rahmen des Marshallplans geflossen ist
und Sie nur sechs waren. Als Sie Ihre Runde erweiterten, haben wir stets die Deregulierung begrüßt, die
Gemeinsamkeit, die durch den Binnenmarkt geschaffen wurde. Unsere Beschwerden bezogen sich auf
Restriktionen im Handel, die tatsächlich vorhanden

waren. Im Gegensatz zu unserem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen gab es in der Vergangenheit Fälle, in denen Europa Schranken gegen die
Außenwelt errichtet hat. Ich möchte als Beispiel
Kraftfahrzeuge zitieren oder die Rundfunkdirektive,
die einen Inlandsanteil erfordert. Eines unserer großen Exportgüter ist natürlich Filmmaterial - Fernsehfilme, Unterhaltung, Dokumentationen allen Art. Im
Grunde begrü ßen wir den Europäischen Binnenmarkt.
Wie wir das Nordamerikanische Freihandelsabkommen vermarkten, gründet sich auf die Dynamik, die es
der nordamerikanischen Region verleihen wird. Wir
versuchen nicht, einen Block zu bilden. Ich benutze
das Wort nicht einmal. Meines Erachtens ist das Wort
Block abwertend und impliziert einen Eingriff aufgrund
von Exklusivität, was überhaupt nicht unsere Absicht
ist. In der Tat, wie ich bereits gesagt habe, sind viele
der Verfügungen, die in die Praxis umgesetzt wurden
und ohne das Nordamerikanische Freihandelsabkommen nicht entstanden wären, im großen und ganzen
für die Länder offen, die auf der Grundlage des Meistbegünstigungsstatus Handel treiben. Wenn man sich
die Geschichte der Vereinigten Staaten betrachtet, so
haben sie stets eine Führungsrolle dabei übernommen, Handelsschranken abzubauen und nicht, sie zu
errichten.

* * * * *

Seite 2

AMF-RIKA DIENST 35

�FULBRIGHT
2. September 1992

FULBRIGHT-LEHRERAUSTAUSCHPROGRAMM
ZEITIGT IN VIELEN REGIONEN ERFOLGE
Informationsveranstaltung für Lehrer

WASHINGTON - (AD) - Wenn der bärtige, freundliche
Dennis Wieland an einer High School in Sacramento
(Kalifornien) Englisch unterrichtet, weiß er im allgemeinen, was er von seinen Schüler zu erwarten hat. Er
hofft jedoch auf Überraschungen, wenn er Ende August die Unterrichtstätigkeit in Cluj (Rumänien) aufnimmt.
"Ich wollte eine Zeitlang etwas anderes machen",
erklärt er. "Ich muß meine eigenen Lehrbücher mitbringen ... und ich hoffe, die Schulbehörde in Sacramento stellt mir mehrere hundert zur Verfügung, um
sie nach Rumänien zu schicken.
"Ich versuche, Literatur in schriftlichen Übungen und
Diskussionen mit menschlicher Erfahrung in Verbindung zu bringen", fügt er hinzu. "Ich hoffe, die rumänischen Schüler sind in der Lage, Edgar Allen Poe oder
'Der große Gatsby' zu lesen - ich werde es bald
feststellen."
Wieland ist einer von zahlreichen High-School-Lehrern, die in diesem Jahr ihrer gewohnten Umgebung
den Rücken kehren und im Rahmen des FulbrightLehreraustauschprogramms ihren Platz mit einem Lehrer
im Ausland tauschen.
In dem Maße, wie Wieland und andere amerikanische
Lehrer von dem Programm profitieren, ist es auch eine
angenehme Erfahrung für ausländische Lehrer zumindest stellte dies eine Reihe von ihnen fest, die an
Informationsveranstaltungen in Washington teilnahmen.
Tony Weston, der in York (Großbritannien) Wirtschaft

AMERIKA DIENST 35

unterrichtet und demnächst in New Orleans tätig wird,
erklärt, er wollte "die Chance, sich Schülern mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlichen Erwartungen zu stellen".
Ivan Tiberkov aus Burgas (Bulgarien), der demnächst
an einer Junior High School in St. Louis unterrichten

wird, stellt fest: "Die Schule, an der ich zu Hause tätig
bin, legt die Betonung auf britisches Englisch, und im
Augenblick gibt es nur einen sehr geringen amerikanischen kulturellen Einfluß. Um zu Hause neue Einblicke in die amerikanische Seite der Kultur und Sprache
zu vermitteln, wollte ich unbedingt die Vereinigten
Staaten besuchen."
Lucija Siauciuniene aus Litauen ist bei ihrem ersten
Aufenthalt im Ausland begeistert, mit Muttersprachlern in einer englischsprachigen Kultur arbeiten zu
können.
"Im Augenblick besteht mein Ziel vielmehr darin zu
lernen als andere hier zu unterrichten", erklärt sie. "Ich
möchte in meinem Heimatland und in meiner Schule
neue Eindrücke vermitteln und in der Lage sein, das
Land und die Kultur zu beschreiben und wie die Gesetze und Prinzipien der Demokratie hier funktionieren."
Simon Pierre Dieme aus Senegal fügt hinzu: "Ich
hoffe, meinen amerikanischen Schülern in Idaho die
afrikanische Kultur näherbringen zu können."... "Ich
habe Bilder meines Heimatlandes mitgebracht und
hoffe, ihre Kenntnisse über Afrika zu vertiefen, indem
ich ihnen erzähle, wie die Menschen dort leben und
falsche Eindrücke korrigiere, die sie vielleicht haben."

Seite 1

�Antonio Aguirre aus Chile freut sich auf eine Kleinstadt
in Wisconsin, wo ich "jeden kennenlerne und weiß, daß
ich willkommen bin". Teresita Carelli aus Argentinien
erklärt, sie wolle "Methoden und Techniken austauschen - und die gemeinsamen Probleme erörtern, die
wir haben, wenn wir Schüler gleicher Altersgruppen
unterrichten." Sie erwartet auch, daß ihr amerikanischer Kollege in Argentinien feststellt, "wie gut unser
Englischunterricht trotz unserer begrenzten technischen Mittel ist".
Muveddet llkin Genceli aus Ankara (Türkei) blickt dem
Unterricht in Naturwissenschaften an der Junior High
School in El Paso (Texas) erwartungsvoll entgegen.
"Unser System in der Türkei konzentriert sich auf
Inhalte und Vorträge. Hier orientiert sich das Curriculum am Schüler, und Labortätigkeit wird besonders
betont. Wenn ich einiges von dem, was ich hier lerne,
in meiner Schule in der Türkei anwenden kann, ist das
prima."
Hohe Erwartungen und die Bereitschaft, sowohl zu
lernen als auch zu unterrichten, erklärt Jochen Hoffmann, der Leiter des Fulbright-Lehreraustauschprogramms beim US-Informationsamt in Washington, ist
unter den Teilnehmern nichts ungewöhnliches.
Aber Hoffmann räumt ein, daß Lehrer, die in die
Vereinigten Staaten kommen, zunächst "emotionale
'Höhen und Tiefen' durchleben. Anfänglicher Enthusiasmus könnte durch die Erkenntnis verdrängt werden, daß in der Tat viele Ansätze neu sind. Sie könnten
sich wieder wie neue Lehrer fühlen."
Aber danach "haben sich die meisten im Griff. Sie
beginnen, von ihren Schülern und Gemeinden zu
lernen und können ihren amerikanischen Freunden
ihre Kultur vermitteln. Rund 90 Prozent sind bis zum
Ende ihres Aufenthalts extrem positiv gegenüber der
Erfahrung eingestellt, obwohl diese durch das Wissen
beschwert wird, daß es hier ebenso wie zu Hause

Probleme gibt. Sie haben ein komplexeres Bild des
Lebens in diesem Land erhalten, aber sie wissen auch
die große Vielfalt des amerikanischen Bildungswesens zu schätzen."
Auch die amerikanischen Teilnehmer an dem Austauschprogramm kehren mit neuen Eindrücken der
Vielfalt und kulturellen Werte dieser Regionen nach
Hause zurück. Und "viele Amerikaner, die nach Osteuropa gehen, tun dies mit einer Mission - diesen
neuen unabhängigen Staaten (der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropas) bei der Reform ihrer Lehrpläne zu helfen, ein Bildungssystem aufzubauen, das
weniger zentralisiert ist und Bibliotheken einzurichten,
die den Schülern zugänglich sind. In vielen Fällen
verfügen sie über Erfahrungen mit der Entwicklung von
Curricula und Lehrerausbildung."
Er fügt hinzu, die Teilnehmer an den Austauschprogrammen "pflegen häufig Kontakte mit ihren ehemaligen Schülern oder Kollegen, manchmal per Computer,
wodurch sie auch nach ihrer Rückkehr ihre Fähigkeiten erweitern können."
Seit seiner Gründung im Jahr 1946 ist das Austauschprogramm immer populär gewesen, stellt Hoffmann
fest und fügt hinzu: "1990 beläuft sich die Gesamtzahl
der Teilnehmer auf nahezu 500, von denen rund 240
kommen und 250 gehen." Er verweist auch darauf,
daß in diesem Jahr "vier neue Länder" in dem Programm willkommengeheißen werden-"Rußland, Belarus, Lettland und Litauen - und in Kürze werden noch
mehr Länder aus der Region hinzukommen."
Bewerbungsschluß für die Teilnahme am FulbrightLehreraustauschprogramm für 1993-1994 ist der 15.
Oktober 1992. Interessenten wenden sich bitte an das
FulbrightTeacher Exchange Program/Room 142/600
Maryland Avenue, S.W. / Washington, D.C. 20024,
oder Tel. (1 )-800-726-0479.

* * * * *

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AMERIKA DIENST 35

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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 02.09.1992</text>
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          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Jugoslawien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Jugoslawienkrise könnte Welt nach dem Kalten Krieg beeinflussen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede bei der Londoner Jugoslawienkonferenz&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Londoner Konferenz leitet Prozess zur Lösung des Jugoslawienproblems in die Wege&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Pressekonferenz des geschäftsführenden Außenministers&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Irak&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Koalition verhängt Flugverbot im Südirak&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von Präsident Bush&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. NAFTA&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Hills: NAFTA schafft keine Festung Nordamerika&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Stellungnahme der US-Handelsbeauftragten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Fulbright&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Fulbright-Lehreraustauschprogramm zeitigt in vielen Regionen Erfolge&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Informationsveranstaltung für Lehrer&lt;/em&gt;</text>
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