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dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United^pfetes of America
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28

15. Juli 1992
* * * * * *

WELTWIRTSCHAFTSGIPFEL

PRESSEKONFERENZ VON PRÄSIDENT BUSH
Residenz München

KSZE

BUSH: KSZE MUSS HILFE FÜR BOSNIEN
SICHERSTELLEN
Rede beim KSZE-Gipfel in Helsinki

WAHLEN '92

PARTEIKONVENT DER DEMOKRATEN BEGINNT
AM 13. JULI
Partei zur Nominierung Clintons entschlossen

MODERATE KONTROLLIEREN PARTEITAG DER
DEMOKRATEN
Amerikanische Pressestimmen

DER DEMOKRATISCHE VIZEPRASIDENTSCHAFTSKANDIDAT AL GORE
Amerikanische Pressestimmen

PORTRAT

CLINTON WÄHLT PROTAGONISTEN DES
UMWELTSCHUTZES ALS VIZEPRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATEN
Porträt von Senator Albert Gore aus Tennessee

EINWANDERUNG

AMERIKANER DISKUTIEREN EINWANDERUNGSPOLITIK IHRES LANDES
Beleben Immigranten oder sind sie eine Last?

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-3392372
Telex: 8-85432

�WELTWIRTSCHAFTSGIPFEL
15. Juli 1992

BUSH: KONSENS ZUR STÄRKUNG DES WELTWEITEN
WIRTSCHAFTSWACHSTUMS ERZIELT
Die Pressekonferenz des Präsidenten in München
in wesentlichen Auszügen
MÜNCHEN - (AD) - Bei seiner Pressekonferenz zum Abschlu ß des Weltwirtschaftsgipfels der sieben führenden
Industriestaaten hat Präsident Bush am 8. Juli 1992 insbesondere fünf Leistungen der Konferenz gewürdigt: den
"Konsens zur Stärkung des weltweiten Wirtschaftswachstums", weitere Hilfen für Polen durch den Währungsstabilisierungsfonds, um die marktwirtschaftlichen Reformen dort zu unterstützen, die "uneingeschränkte
Unterstützung" für Präsident Jelzins Reformprogramm, die Bekräftigung des Engagements, um die Sicherheit
von Kernreaktoren sowjetischer Bauart zu verbessern und schließlich "eine Reihe von Schritten im Hinblick auf
Jugoslawien, sowohl zur Milderung des schrecklichen Leidens in Bosnien als auch zur Eindämmung der
Ausbreitung ethnischer Konflikte".
Nachfolgend veröffentlichen wir wesentliche Auszüge aus der Pressekonferenz von Präsident Bush im Wortlaut.

Präsident Bush: Ich habe die vergangenen drei Tage
mit der Erörterung der Pflichten und Chancen verbracht, die wir bei der Ermutigung von stärkerem
Wirtschaftswachstum in unseren Ländern und in der
Tat auf der ganzen Welt haben. Darüber hinaus haben
wir auch die kontinuierliche Entwicklung politischer
Reformen in den aufstrebenden Demokratien sowie
regionale politische Themen diskutiert, einschließlich
Jugoslawiens.
Ich möchte fünf Leistungen des Münchner Weltwirtschaftsgipfels nennen: Es ist uns gelungen, einen
Konsens zur Stärkung des weltweiten Wirtschaftswachstums zu erzielen. Die Vereinigten Staaten befinden sich auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung.
Japan, Deutschland und Italien haben in den vergangenen Tagen Maßnahmen zur Verbesserung ihres
Wachstums ergriffen. Die Vereinigten Staaten haben
ihre Zinssätze gesenkt. Diese Maßnahmen werden
zur weiteren Gesundung unserer Volkswirtschaften
beitragen.
Die amerikanischen Exporte in einer wachsenden
Weltwirtschaft werden die Zahl amerikanischer Arbeitsplätze erhöhen. Wir werden mit Polen an neuen
Verwendungsmöglichkeiten des Währungsstabilisierungsfonds zusammenarbeiten, die Marktreformen
unterstützen, sobald Polen mit dem IWF Einigung
bezüglich eines Programms erzielt. Meines Erachtens

AMERIKA DIENST 28

ist dies eine außerordentlich wichtige Ermutigung für
Polen und Ausdruck unseres Vertrauens auf Polens
Verpflichtung zu Marktreformen.
Wir haben unsere uneingeschränkte Unterstützung für
Präsident Jelzins Reformprogramm zum Ausdruck
gebracht. Sie ist ein Tribut an seine Führung und
Vision bei dem Unterfangen, dieses große Land in die
demokratische, marktorientierte Staatengemeinschaft
einzubringen.
Wir haben unser Engagement für die Zukunft sicherer
Kernkraftwerke mit der Zustimmung zu koordinierten
kooperativen Bestrebungen mit Osteuropa und der
ehemaligen Sowjetunion unter Beweis gestellt, um die
Sicherheit von Kernreaktoren sowjetischer Bauart zu
verbessern.
Und schließlich unternehmen wir eine Reihe von Schritten
im Hinblick auf Jugoslawien, sowohl zur Milderung des
schrecklichen Leidens in Bosnien als auch zur Eindämmung der Ausbreitung ethnischer Konflikte.
Mit mehr Wachstum werden wir neue Arbeitsmarktchancen im Inland schaffen. Darüber hinaus werden
wir in der Lage sein, den aufstrebenden Demokratien
bei der Einführung florierender Marktwirtschaften
behilflich zu sein, die für ihre politische und wirtschaftliche Entwicklung so lebenswichtig sind.

Seite 1

�Zum Thema Handel hatten wir einen offenen Meinungsaustausch. Wir sind uns alle der Tatsache
bewußt, daß der Abschluß der Uruguay-Runde dem
Weltwirtschaftswachstum durch die Erweiterung des
Handels für alle Länder - Industrienationen wie Entwicklungsländer gleichermaßen - entschiedenen Auftrieb verleihen wird. Und wir haben im vergangenen
Jahr hart an der Sondierung konstruktiver Lösungen
für schwierige Probleme gearbeitet.
Es ist nur natürlich, daß das Vorgehen so kurz vor dem
Ende schwieriger wird. Aber ich werde darauf beharren, weil die Vorteile des Erfolgs enorm sind. Und alle
Gipfelteilnehmer erwarten bis zum Ende dieses Jahres eine Einigung.
Eines hat sich eindeutig in unseren Erörterungen
abgezeichnet: Der Triumph der Ideale von Demokratie
und freien Marktwirtschaften auf der ganzen Welt
bedeutet, daß Unterscheidungen zwischen innenpolitischen und internationalen wirtschaftlichen Maßnahmen zunehmend an Bedeutung verlieren. Dies gilt
insbesondere für die Vereinigten Staaten, wo über 70
Prozent des Wachstums in den vergangenen fünf
Jahren auf Exporte zurückzuführen ist. Und zweifelsohne ist Amerikas Wohlergehen eng mit einer gesunden Weltwirtschaft verbunden. Dieser Gipfel und wie
wir unsere Verpflichtungen in die Praxis umsetzen,
betreffen jeden Amerikaner.

Hinsicht ermutigen. Meines Erachtens ist einer der
schnellsten Wege zur Gesundung der russischen
Wirtschaft Fortschritt im Energiesektor mit sehr viel
zügigeren Privatinvestitionen.
Frage: Herr Präsident, haben Sie Ihrer Meinung nach
dem amerikanischen Volk und dem Kongreß gegenüber die zukünftige Rolle der NATO im Hinblick auf
Europa und die Welt nach dem Kalten Krieg ausreichend definiert? Heißt das, amerikanische Truppen
müssen je nach Anweisung der NATO in jeden ethnischen Konflikt und jeden Bürgerkrieg eingreifen - und
sollten wir dies tun?
Antwort: Nein, das heißt nicht, daß amerikanische
Truppen zu jedem Konflikt entsandt werden. Aus
unserer Sicht, und ich glaube aus dem Blickwinkel der
meisten wenn nicht aller Teilnehmer ist die NATO der
wesentliche Garant der europäischen Sicherheit. Es
liegt meiner Meinung nach im nationalen Interesse der
Vereinigten Staaten eine starke Präsenz aufrechtzuerhalten, eine starke amerikanische Präsenz in der
NATO. Und ich glaube nicht, daß irgendjemand von
einer Entsendung amerikanischer Truppen ausgeht,
wenn hier oder dort Krawalle oder Konflikte entstehen.

Nun bin ich gerne bereit, auf Ihre Fragen einzugehen.

Jugoslawien ist ein gutes Beispiel. Wir sind daran
interessiert, dort zu helfen, aber ich habe mich nicht zur
Entsendung amerikanischer Truppen nach dort verpflichtet, und niemand geht davon aus, daß NATOTruppen auf den Schauplatz verlegt werden.

Frage: Herr Präsident, in Washington haben Sie ihre
Unterstützung der Idee zum Ausdruck gebracht, die G7 mit Einbeziehung Rußlands zu einer G-8 zu machen.
Ist das vom Tisch gewischt oder...

Frage: Was verstehen Sie unter einem Garant der
Sicherheit? Jemand hat gesagt, Sie warten auf die
Neuformierung der Roten Armee. Was soll das heißen?

Antwort: Ich dachte, ich habe gesagt, wir nehmen zu
diesem Thema eine offene Haltung ein.

Antwort: An diesem Scheideweg ist der Feind die
Unberechenbarkeit. Und eine starke NATO hat den
Frieden bewahrt, seit über 40 Jahren zur Bewahrung
des Friedens in Europa beigetragen und kann ihn in
den nächsten 40 Jahren bewahren. Das ist es, was ich
meine.

Frage: Jemand hat gefragt: "Unterstützen Sie das?",
und Sie haben geantwortet: "Das ist richtig."
Antwort: Nun, ich denke, Sie müssen sich die Erklärung als Ganzes betrachten, aber es wird in Erwägung
gezogen. Ru Bland hat letztes Jahr teilgenommen und
nimmt dieses Jahr teil. Diese Frage wird erst heute
nachmittag erörtert. Aber zweifellos unterstütze ich
Präsident Jelzins Anwesenheit hier. Die Weltwirtschaft ist von einem großen Gefälle gekennzeichnet.
Und vielleicht gelangt man zu dem Schluß, sieben plus
eins ist die Antwort. Wir müssen jedoch zunächst
abwarten und sehen, wie die Verhandlungen laufen.
Frage: Sind Sie besorgt über die Rückschläge in
Rußland im Energiebereich und bei der Inflationsbekämpfung? Sind Sie zufrieden mit den Fortschritten
des wirtschaftlichen Reformpakets in diesem Land?
Antwort: Ich glaube nicht, daß Rußland mit den
Fortschritten seiner Wirtschaftsreformen zufrieden ist.
Und eben die Wirtschaftsreformen wollen wir in jeder

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Frage: Herr Präsident, jedes Jahr, oder zumindest in
den vergangenen Jahren, sind wir zu diesen Gipfeltreffen gereist und uns wurde ein Handelsabkommen
versprochen. Das haben Sie auch dieses Jahr getan.
Warum sollte sich dieses Jahr unterscheiden, insbesondere, da Sie anscheindend von der Presse solchen
Widerstand erfahren haben? Hat Präsident Mitterrand
Ihnen gegenüber Verspechungen zur Behandlung dieses
Problems gegeben, sobald sein Referendum abgeschlossen ist?
Antwort: Meines Erachtens herrscht allgemein das
Gefühl vor, daß das Referendum den Franzosen
Probleme verursacht. Ich weiß nur, daß wir am Ball
bleiben. Wir sind jetzt zu einem Abschluß bereit. Ich
habe eindeutig klargestellt - ungeachtet einiger gegenteiliger politischer Kommentare in den Vereinigten

AMERIKA DIENST 28

�Staaten - daß die Maßnahmen nicht der Bereitschaft
zu Fortschritten der Vereinigten Staaten zuwiderlaufen. Und das haben wir auch hier deutlich gemacht.
Aber ich bin enttäuscht.
Wir sind nicht in der Annahme hierhergekommen, daß
dies das Forum sei, in dem die GATT-Runde zum
Abschluß gebracht werden könnte. Wenn ich dieses
Gefühl gehabt hätte, hätten Sie wahrscheinlich unsere
äußerst fähigen Unterhändler hier gesehen. Es gibt
jedoch politische Realitäten, die es dem einen oder
anderen Land erschweren, ein Abkommen zu erzielen.
Ich wei ß nur, daß wir dies unabhängig von den Wahlen
in den Vereinigten Staaten weiterhin vorantreiben. Es
liegt in unserem Interesse. Und dies ist die einzig
richtige Antwort.
Frage: Wie weit ist Präsident Mitterrand Ihnen gegenüber mit Zusicherungen gegangen, daß er sich nach
Beendigung des Referendums der Sache annehmen
wird?
Antwort: Ich möchte nicht dazu Stellung nehmen, wie
weit er gegangen ist. Ich glaube einfach, daß nach
dem Referendum die Bereitschaft der Franzosen größer
sein wird.
Frage: Herr Präsident, mirscheint, man könnte dieses
Abschlußkommunique lesen und logischerweise zu
dem Schluß gelangen, daß Polen und Rußland mehr
von dem Wirtschaftsgipfel profitiert haben als die
Vereinigten Staaten. Wo ist die Substanz für die
amerikanische Wirtschaft?

Antwort: Erstens sollten diese Gipfeltreffen nicht als
etwas angesehen werden, aus dem man mit einer acht
Punkte umfassenden Tagesordnung hervorgeht oder
so ähnlich. Darum geht es hier nicht. Es gibt eine
Weltwirtschaft. Und wenn wir Verpflichtungen zum
Wachstum eingehen, profitieren davon nicht nur die G7 plus 1, sondern alle. Und daher möchte ich feststellen, während wir zusammen mit den Europäern Fortschritte machen, sei es im Hinblick auf Jugoslawien
oder das Weltwirtschaftswachstum, liegt dies im Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika. Man kann
die internationale Wirtschaft nicht von der Binnenwirtschaft trennen.
Frage: Ich wollte Ihnen eine Frage zu Boris Jelzin
stellen - Ihre jüngste Meinung über ihn. Er ist hier
gestern zum Abendessen hereingeplatzt. Er beschwerte sich über den 24-Milliarden-Dollar-Fonds, daß ihm
der IWF mehr Restriktionen auferlegt, daß Rußlands
Souveränität beleidigt wird. Sehen Sie ihn als wirklich
verläßlichen Partner oder eher als einen Querschläger?
Antwort: Ich betrachte ihn als sehr mutige Führungspersönlichkeit, die gegen ziemlich gro ße Schwierigkeiten versucht, ein autoritäres kommunistisches System
zu reformieren und in eine Marktwirtschaft umzuwandeln. Und ich kann die Frustration verstehen, die er
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fühlen muß und von Zeit zu Zeit zum Ausdruck bringt
- wo ist ein Stück von dem Kuchen für uns, was bringt
es uns? Aber ich denke, er weiß auch, wenn er vom
IWF Rat zu wirklichen Reformen erhält, mu ß er diesen
befolgen. Es kann schon sein, daß er frustriert ist.
Andererseits unterstützen ihn alle bei diesem Treffen
der G-7 und das, was er versucht. Und ich möchte
nochmals auf den Teil Ihrer Frage eingehen, wo Sie
sagen, er sei hereingeplatzt. Der Tisch war auch für
ihn gedeckt, und er wurde herzlich willkommen geheißen. Meines Erachtens war das keine faire Beurteilung einer mutigen Führungspersönlichkeit.
Frage: Halten Sie die Charakterisierung, er sei wie ein
Elefant im Pozellanladen, für unzutreffend?
Antwort: Nun, diese Charakterisierung habe ich
bisher noch nicht vernommen. Aber der Mann ist stark,
und er ist hart, und er ist engagiert. Das konnte ich bei
meinen verschiedenen bilateralen Zusammentreffen
mit ihm feststellen. Er bemüht sich sehr, und er
genießt unseren Respekt. Er hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie wir alle wissen. Aber er hat
ein gutesjungesTeam um sich, und das sollte man ihm
hoch anrechnen. Kosirew und Gaidar - insbesondere
letzterer im Finanzwesen. Und wir unterstützen ihn
hier. Meines Erachtens hat er sich hier sehr sehr gut
verhalten.
Frage: Herr Präsident, es hat zahlreiche Spekulationen darüber gegeben, daß die Führungsrolle der
Vereinigten Staaten in der Welt und vielleicht sogar die
des amerikanischen Präsidenten mit dem Ende des
Kalten Krieges etwas geschwächt wurde angesichts
der Schwierigkeiten, die bei allen Volkswirtschaften,
auch Ihrer eigenen, auftreten. Sind Sie der Meinung,
daß bei Treffen wie diesem die Beziehungen zwischen
Ihnen und Ihren Amtskollegen anders sind als früher?
Und falls ja, wie?
Antwort: Nein, ich habe nicht diesen Eindruck.
Frage: Gehen Sie davon aus, daß es die derzeitige
Wirtschaftslage der Vereinigten Staaten schwieriger
für Sie macht, das Wort zu ergreifen und Ihre Ansichten deutlich zu machen?
Antwort: Nein, denn wenn Sie sich die Volkswirtschaften weltweit ansehen, dann haben zahlreiche
Volkswirtschaften auf der Welt die gleichen Probleme.
Ich kann dies also nicht bestätigen. Seit Operation
Wüstensturm habe ich einen ganz anderen Eindruck.
Frage: Die Vereinigten Staaten haben beim Gipfel
einen Vorschlag unterstützt, der in Helsinki vorgelegt
werden soll und vorsieht, daß die NATO bei der
Friedenssicherung an Orten wie Jugoslawien eingesetzt wird. Die Vereinigten Staaten haben 200.000
Mann bei der NATO. Zuvor haben Sie gesagt, die
Vereinigten Staaten würden keine Truppen an Orte
wie Jugoslawien entsenden. Wie können wir es ver-

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�meiden, mit amerikanischen Truppen an der Friedenssicherung teilzunehmen, wenn die NATO diese Rolle
wahrnimmt?
Antwort: Nun, wenn die NATO eine Rolle wahrnimmt,
dann werden sich die Vereinigten Staaten von Amerika
natürlich daran beteiligen. Aber im Hinblick auf Jugoslawien besteht unsererseits ein Interesse daran,
humanitäre Unterstützung dorthin zu liefern, und ich
habe keine Pläne, uns in eine Kampfsituation in Jugoslawien zu verwickeln. Wir haben Marinestreitkräfte,
wir haben Luftstreitkräfte, und wir sind selbstverständlich ein wichtiger und entscheidender Teil der NATO.
Aber nichts davon sollte so interpretiert werden, daß
ich amerikanische Truppen für Kampfeinsätze zusage. Ich sage einfach nicht, was wir in dieser Frage
unternehmen werden.
Ich habe mir heute Colins (Powell, Anm. d. Red.)
Erklärung angesehen, und er hat meines Erachtens
die Haltung der Administration sehr gut dargelegt. Das
Ziel der Lieferung humanitärer Hilfe ohne die zugrundeliegende politische Problematik lösen zu wollen. Ich
glaube also, Sie eilen im Hinblick auf die Erwägungen
der NATO-Rolle für Jugoslawien derzeit den Ereignissen voraus.
Frage: Sie haben in den Vereinigten Staaten mehrere
Male erklärt, die USA seien heute die unbestrittene
Führungsmacht der freien Welt. Meines Erachtens
werden viele dem zustimmen, aber trotzdem haben wir
Schwierigkeiten dabei, unser nationales Interesse in
Bereichen wie dem Handel zur Geltung zu bringen.
Und bei diesen Konflikten in Jugoslawien und in Südafrika scheint unsere Führungsrolle nicht respektiert
zu werden, und demokratische Werte werden nicht
beachtet. Ich frage mich, wie Sie dies wohl interpretieren?

Sie, daß Sie das politische Problem in Jugoslawien
nicht behandeln können. Was kann die neue Weltordnung den Menschen des ehemaligen Jugoslawien
bieten...
Antwort: Ich habe nicht gesagt, daß wir politische
Probleme nicht behandeln können, ich habe vielmehr
gesagt, wir werden keine Truppen der Vereinigten
Staaten einsetzen, um die politischen Probleme zu
lösen. Das ist etwas ganz anderes. Wir unternehmen
energische diplomatische Bemühungen. Wir haben
zunächst an der humanitären Frage gearbeitet und
dann - in solchen Konfliktsituationen - versucht man,
seine besten diplomatischen Bemühungen einzubringen. In diesem Fall arbeitet man mit den Europäern
zusammen. Man unterstützt Lord Carrington, man
unterstützt Cyrus Vance bei seiner Mission für die
Vereinten Nationen, man unterstützt die G-7-Nachbarn Jugoslawiens. Es geht also nicht darum, jedes
mal Truppen zu entsenden, wenn eine solche Situation
entsteht.
Schauen Sie kurz auf die Länder, die heute vom Joch
des Weltkommunismus und der ehemaligen Sowjetunion befreit sind. Und wenn ich Ihrer Frage bis zur
logischen Konsequenz folgen würde, dann wäre die
einzige Lösung für die Probleme in Aserbaidschan und
Armenien oder auf der Krim oder wo immer sonst die
Entsendung amerikanischer Truppen. Und das entspricht nicht der Art und Weise, in der wir unsere Politik
betreiben. Das ist nicht der Weg, um den Frieden zu
erhalten.
Frage: Zurück zu Herrn Jelzin. Wirtschaftsexperten
geben sich zunehmend alarmiert über die 24 Milliarden
Dollar, die insgesamt ziemlich erbärmlich sind angesichts der enormen Aufgaben und Risiken. So hat
Deutschland bereits über 100 Milliarden Dollar für die
Umgestaltung Ostdeutschlands aufgebracht, nur um
dort Stabilität zu bewahren. Sind Ihrer Meinung nach
24 Milliarden Dollar ausreichend?

Antwort: Ich stimme Ihrer Bewertung der amerikanischen Führungsrolle nicht zu, und meiner Meinung
nach würde niemand in der G-7 damit übereinstimmen. Wir arbeiten im Konzert mit unseren Verbündeten. Wir haben eine Weltwirtschaft, und kein einzelnes
Land kann ein Problem allein lösen. Seit ich Präsident
bin, war ich der Überzeugung, daß wir multilateral
vorgehen müssen, wenn dies in unserem Interesse
liegt und zum besten Ergebnis führt, und daran werde
ich mich weiterhin halten.

Antwort: Ich weiß nicht, ob es auf der Welt genug
Geld gibt, um die Probleme der russischen Wirtschaft
sogleich zu lösen. Meines Erachtens ist es eine erhebliche Verpflichtung. Aber sie muß von einer Fortsetzung des energischen Reformprogramms in Rußland
begleitet sein. Und das wird rascher zum Erfolg führen
als alles andere.

Ich akzeptiere diese Einschätzung also nicht. Eine
Sache, die während unserer ganzen Anwesenheit hier
von allen begrüßt wurde, ist die bedeutende Reduzierung der Kernwaffen. Und dies wird hier allgemein als
wichtige Leistung der Führungsrolle der Vereinigten
Staaten von Amerika und Rußlands angesehen. Ich
habe also die Art von Unterton nicht feststellen können, von dem Sie gesprochen haben.

Wir haben vor diesem Treffen über die Kapitalmenge
gesprochen, die seit unserem Amtsantritt, seit dem
Brady-Plan und der Initiative zur Förderung der Privatwirtschaft in den Ländern Amerikas nach Südamerika
geflossen ist. Es ist erstaunlich, wie viele Milliarden
Dollar in diese Länder geflossen sind, als diese ihre
Volkswirtschaften reformiert haben - einige stecken
zur Zeit noch in diesem Reformprozeß.

Frage: Sie haben erklärt, daß Sie am Persischen Golf
für Prinzipien in den Krieg gezogen sind und daraus
eine neue Ordnung entstanden ist. Und heute sagen

Und darin liegt auch die Antwort für Rußland. Das läßt
sich nicht einfach durch einen Kredit des IWF erreichen. Aber man muß dort das Reformprogramm

Seite 4

AMERIKA DIENST 28

�fortsetzen, das Jelzin und Gaidar sehr mutig eingeleitet haben. Und darauf müssen sie aufbauen und noch
rascher mit privaten Investitionen fortfahren. Es gibt
zahlreiche Dinge, die sie tun können und sollten, um
die Dynamik des Privatsektors einzubeziehen. Und
darin liegt letztlich die Antwort. Das wird nicht durch
eine Kapitalspritze der internationalen Finanzinstitutionen bewirkt.
Frage: Herr Präsident, die Interessen der europäischen Bauern scheinen auf diesem Gipfel ziemlich
effektiv verteidigt worden zu sein. Warum geraten die
Interessen der amerikanischen Arbeitnehmer und
Landwirte bei Handelsgesprächen ständig ins Hintertreffen?
Antwort: Ich bin nicht der Meinung, daß die amerikanischen Bauern verloren haben. Wir werden kein
Abkommen verabschieden, das der amerikanischen
Landwirtschaft schadet. Und meines Erachtens geht
niemand davon aus, daß wir dies tun werden.
Was meinen Sie mit "ständig ins Hintertreffen geraten"
- vielleicht ist mir etwas entgangen?
Frage: Jedes Jahr wird uns versprochen, daß bis zum
Jahresende ein GATT-Abkommen zustande kommen
wird - jedes Jahr, seit Sie Präsident sind. Und jedes
Jahr kommt keines zustande. Gibt es Grund zu der
Annahme, daß eines verabschiedet wird...
Antwort: Aber ein schlechtes Abkommen wäre nichts,
für das der amerikanische Bauer dankbar sein würde.
Wir werden ein gutes Abkommen erzielen, und es wird
der Landwirtschaft zugute kommen, weil wir mit allen
überall konkurrieren können. Und das ist die Grundlage der Verhandlungen. Ich glaube also nicht, daß der
amerikanische Landwirt ins Hintertreffen gerät, wenn
man nicht überhastet ein Abkommen verabschiedet,
*

AMERIKA DIENST 28

*

das vielleicht nicht gut ist. Man bemüht sich weiter, bis
man ein gutes Abkommen erreicht hat. Und das ist es,
was wir zu tun versuchen.
Frage: Ist der Status quo für die amerikanischen
Landwirte akzeptabel?
Antwort: Der Status quo ist besser als ein schlechtes
Abkommen, aber er ist nicht so gut wie ein gutes
GATT-Abkommen. Und das ist die Antwort. Im
Hinblick auf Ihre Frage glaube ich nicht, daß der
amerikanische Bauer ständig übers Ohr gehauen wird.
Was er will, ist Zugang zu den Märkten, weil wir wissen,
daß wir konkurrieren können. Und das ist die Art von
Abkommen, die wir zu erlangen entschlossen sind.
Und es sollte ein faires Abkommen sein, und es wird
ein faires Abkommen sein.
Frage: Könnten Sie mir etwas über die Atmosphäre
bei diesem und anderen Treffen sagen? Mit Ausnahme von Premierminister Major hat jeder seine eigenen
innenpolitischen und Wahlprobleme. Wird dieses Thema
zwischen Ihnen erörtert und bemitleiden Sie sich
gegenseitig? Wie würden sie es beschreiben?
Antwort: Das ist eine sehr interessante Frage. Und
eines, was man von diesem Gipfel lernt, ist, daß nicht
nur in den Vereinigten Staaten eine solche Stimmung
der Unruhe herrscht. Es ist sehr interessant, wenn
man mit diesen Staats- und Regierungschefs spricht,
nicht nur von der wirtschaftlichen Seite, sondern auch
von der politischen Seite. Und wir sprechen darüber.
Und jeder hat meines Erachtens dasselbe Vertrauen

wie ich, daß mit dem Wachstum der Weltwirtschaft ein
Großteil dieser Unzufriedenheit verschwinden wird.
Ein Großteil ist wirtschaftlich begründet - nicht alles,
einiges ist schlicht apolitisch. Ja, wir hatten interessante Diskussionen über dieses Thema.

*

*

Seite 5

�KSZE
15. Juli 1992

BUSH: KSZE MUSS HILFE FÜR
BOSNIEN SICHERSTELLEN
Rede bei KSZE-Gipfel in Helsinki
HELSINKI - (AD) - Präsident Bush zufolge muß die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(KSZE) "dafür sorgen", daß humanitäre Hilfe die leidende Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina erreicht und
daß die UN-Sanktionen eingehalten werden "egal, was dafür erforderlich ist".
In seiner Rede beim Gipfeltreffen der KSZE-Staaten am 9. Juli 1992 in Helsinki fügte der Präsident hinzu, daß
die KSZE alles in ihrer Macht Stehende zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Konflikts tun und sich
dafür einsetzen sollte, "die Waffen durch einen Waffenstillstand an allen Fronten zum Schweigen zu bringen".
Bush nannte ein Fünfpunkteprogramm, um die KSZE in Jugoslawien und anderen Krisenherden effektiver zu
machen:
Veränderungen zur Demokratie sollten unumkehrbar gemacht werden;
diejenigen, die KSZE-Normen verletzen, sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden;
die Wurzeln von Konflikten sollten behandelt werden;
Mechanismen für die Schlichtung von Streitfällen sollten gestärkt werden;
die KSZE sollte eine euro-atlantische Friedenssicherungsfähigkeit haben.
Nachfolgend veröffentlichen wir Bushs Rede im Wortlaut.
Zunächst möchte ich Präsident Koivisto und der Regierung sowie dem Volk von Finnland für ihre Gastfreundschaft danken. Es ist angemessen, daß wir
erneut in Helsinki zusammentreffen, der Stadt, deren
Name während des Kalten Krieges zum Symbol für
Hoffnung und Entschlossenheit wurde. Als wir uns im
Jahr 1990 in Paris trafen, erklärten wir den Kalten Krieg
für beendet. Aber selbst dann erfaßten wir nicht, was
uns erwartete. Seit 1990 ist ein ungeheures Imperium
zusammengebrochen, eine Vielzahl neuer Staaten
wurde geboren, und auf dem Balkan tobt ein brutaler
Krieg.
Unsere Welt hat sich bis zur Unkenntlichkeit verändert.
Aber unsere Grundsätze haben sich nicht gewandelt.
Sie haben sich als richtig erwiesen. Mit unseren
Prinzipien als Kompaß müssen wir uns als Gemeinschaft bemühen, den Wandel zu einer friedlichen
Ordnung zu kanalisieren, die dieses Jahrhundert bisher nicht hervorgebracht hat.
Die Vereinigten Staaten haben die KSZE als Instrument zur Förderung der Menschenrechte stets unterstützt. Während des Kalten Krieges betrachteten wir
die Verweigerung von Menschenrechten als HauptAMERIKA DIENST 28

quelle der Konfrontation, die Europa entstellte und
einen Weltkrieg heraufzubeschwören drohte. Und
heute ist es eine neue Ideologie: Intoleranter Nationalismus bringt neue Spaltungen hervor, neue Verbrechen, neue Konflikte.
Weil wir davon ausgehen, daß der Schlüssel zur
Sicherheit in dem neuen Zeitalter darin besteht, einen
demokratischen Frieden zu schaffen, erkennen die
Vereinigten Staaten für die KSZE eine unverzichtbare
Rolle. Und deshalb möchte ich ein Fünfpunkteprogramm vorschlagen, um die KSZE effektiver zu machen.
Erstens sollten wir uns dafür engagieren, den demokratischen Wandel unumkehrbar zu machen. Wir
dürfen uns von den um uns herum stattfindenden
Unruhen nicht so weit lähmen lassen, daß wir unsere
historische Aufgabe aus dem Blickfeld verlieren, die
große Befreiung der vergangenen drei Jahre zu vollenden. Wir sollten die KSZE einsetzen, um demokratische Verfahrensweisen in diesen Gesellschaften zu
fördern, in denen Menschen über Generationen hinweg von den Stiefeln des Staates unterdrückt wurden.

Seite 1

�Wir sollten die Aufffasung zurückweisen, daß die
Demokratie eine Büchse der Pandora geöffnet hat.
Die Demokratie ist nicht die Ursache dieser Probleme,
sondern vielmehr das Mittel, mit dem die Menschen
ihre Differenzen beilegen und ihre Bestrebungen miteinander versöhnen können.

des Kalten Krieges immer noch schwer bewaffnet. Adhoc-Operationen hastig zusammengestellter Einheiten werden nicht ausreichen, und aus diesem Grund
betrachte ich das Angebot der NATO, einen Beitrag
zur Friedenssicherung durch die KSZE zu leisten, als
so wichtig.

Wir haben Beweise dafür. In diesem Saal befinden
sich die Staats- und Regierungschefs von Ländern, für
die die Demokratie sowohl Aggression als auch Bürgerkrieg undenkbar gemacht hat.

Wir haben gelernt, daß die Probleme Europas auch die
Probleme Amerikas sind. Seine Hoffnungen und
Bestrebungen sind auch die unsrigen. Und wegen der
NATO wird mein Land erhebliche militärische Fähigkeiten in Europa belassen, die zur Friedenssicherung
Und zweitens sollten wir uns alle darauf einigen, daß im Rahmen der KSZE beitragen könnten. Die Bewahwir für die in unseren feierlichen Erklärungen niederge- rung des Friedens in Europa ist jedoch nicht Aufgabe
legten Verhaltensnormen zur Rechenschaft gezogen der NATOallein. Wir begrüßen die Rolle der WEU, und
werden. Diejenigen, die KSZE-Normen verletzen, wir laden darüber hinaus jedes hier anwesende Land
müssen ausgesondert, kritisiert, isoliert und sogar mit ein, beim Aufbau einer neuen euro-atlantischen FrieSanktionen bestraft werden. Die heutige Abwesenheit densstreitmacht direkt mit der NATO zusammenzuarSerbiens sollte anderen in diesem Zusammenhang beiten.
eine eindeutige Warnung sein.
Ich muß diese Ausführungen mit einem weiteren Wort
Drittens sollten wir die KSZE darauf verpflichten, die zu dem Alptraum in Bosnien beschließen. Wenn
Wurzeln der Konflikte anzugehen. Die niederländi- unsere KSZE-Gemeinschaft irgendeinen echten Sinn
sche Initiative zur Einsetzung eines Hohen Kommis- in dieser neuen Welt haben soll, dann müssen wir bei
sars für nationale Minderheiten ist ein wichtiger Schritt unseren unmittelbaren Zielen einig sein. Erstens
zur Gewährleistung eines Frühwarnsystems. Es wird sollten wir dafür sorgen, daß Hilfsgüter dorthin gelanuns helfen zu handeln, bevor ein Konflikt ausbricht.
gen, egal, was dafür erforderlich ist. Und zweitens
sollten
wir dafür sorgen, daß die UN-Sanktionen eingeUnser Land, mein Land, hat ein KSZE-Projekt für
halten
werden,
koste es, was es wolle. Und drittens
Toleranz vorgeschlagen, das zu praktischer Zusamsollten
wir
alles
in unserer Macht Stehende tun, um
menarbeit bei der Bekämpfung von Diskriminierung
eine
Ausbreitung
dieses Konflikts zu verhindern. Vierund rassistischen Vorurteilen führen kann. Wir können
tens
sollten
wir
mit
einer Stimme fordern, die Waffen
nicht umhin, dies zur obersten Priorität zu erheben, da
durch
einen
Waffenstillstand
an allen Fronten zum
die sogenannte ethnische Säuberung von Muslimen in
Schweigen
zu
bringen.
Bosnien selbst während unseres Treffens andauert.
Und viertens sollten wir unsere Mechanismen zur
Beilegung von Streitfällen stärken. Die KSZE sollte ein
flexibles Angebot von Leistungen zur Schlichtung,
Aussöhnung und Vermittlung bereitstellen, damit
Konflikte abgewendet werden können. Ein baldiges
Folgetreffen sollte bestimmte Mittel zur Beilegung von
Streitfällen aufgreifen, darunter die amerikanische Idee,
derzufolge unsere Gemeinschaft darauf bestehen kann,
daß sich die Streitparteien der Schlichtung durch die
KSZE unterwerfen.
Und fünftens sollten wir hier und heute beschließen,
eine glaubwürdige euro-atlantische Friedenssicherungsfähigkeit zu schaffen. Diese Region ist aus den Tagen
* *

Seite 2

Ich möchte mit folgendem Gedanken schließen. Wir
wissen heute mehr über dieses neue Zeitalter, seine
Gefahren und auch über seine Möglichkeiten als bei
unserer letzten Zusammenkunft in Paris. Es besteht
immer noch übermäßig viel Unsicherheit, und doch
dürfen wir uns durch das Unbekannte nicht abschrekken lassen. Die von uns hier unternommenen Schritte
werden nur der Anfang sein, aber es sollten entschlossene erste Schritte zu einer echten Gemeinschaft der
Freiheit und des Friedens sein. Und um dieses Zieles
willen bin ich nach Finnland gekommen, um die uneingeschränkte Unterstützung der Vereinigten Staaten
von Amerika zuzusagen.

JL

JL

AMERIKA DIENST 28

�WAHLEN

'92
15. Juli 1992

PARTEIKONVENT DER DEMOKRATEN
BEGINNT AM 13. JULI
Partei zur Nominierung Clintons entschlossen
WASHINGTON - (AD) - Wenn die Demokratische
Partei vom 13. -16. Juli 1992 ihren nationalen Parteikonvent in New York veranstaltet, wird dabei nicht nur
der Gouverneur von Arkansas, Bill Clinton, als Präsidentschaftskandidat nominiert, sondern auch Tausenden von Delegierten die Chance gegeben, die Ziele
und Programme ihrer Partei zu definieren - und Millionen von Wählern die Gelegenheit, Partei, Programm
und Kandidaten zu beurteilen.
Die nationalen Nominierungskonvente der beiden großen
Parteien sind ein unabdingbarer Bestandteil des
amerikanischen Wahlprozesses. Ursprünglich bildeten sie den Rahmen für die Wahl des Präsidentschaftskandidaten , aber die wachsende Zahl der Vorwahlen in
den jeweiligen Bundesstaaten und die Wahlversammlungen der vergangenen Jahre haben dies geändert.
Heute ratifizieren die Delegierten nur den durch die auf
Bundesstaatenebene gewonnene Unterstützung bestimmten Präsidentschaftskandidaten. Sie sprechen
sich jedoch auch für den Vizepräsidentschaftskandidaten aus und verabschieden eine "Parteiplattform"
von Zielen, die ihr zukünftiges Programm darstellt.
Die Millionen von Zuschauern, die am Fernseher teilnehmen, sehen eine Parteiführung in Aktion, hören die
von den politisch Verantwortlichen als wichtig erachteten Themen, wie sie an deren Lösung herangehen
wollen sowie die Erläuterungen der Kandidaten, wohin
sie die Nation in den kommenden vier Jahren führen
wollen. Wenn die Demokraten in diesem Jahr zusammenkommen, werden einige Zuschauer zum ersten
Mal den Mann aus der Nähe sehen, den Clinton gerade
zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten ernannt
hat - Senator AI Gore aus Tennessee.
Traditionell versammelt sich die oppositionelle Partei
zuerst und veranstaltet ihren Parteikonvent in der
dritten Juliwoche, während die andere große Partei in
der dritten Augustwoche zusammenkommt. Für die
Republikaner bedeutet das vom 17. - 20. August 1992
in Houston.

AMERIKA DIENST 28

Beim Parteikonvent der Demokraten werden in diesem Jahr 4.288 Delegierte - die Hälfte davon Frauen anwesend sein, und am Eröffnungstag werden von
Senator Bill Bradley aus New Jersey, Gouverneur Zell
Miller aus Georgia und der ehemaligen Kongreßabgeordneten Barbara Jordan aus Texas drei programmatische Reden gehalten. Auch der nationale Vorsitzende der Demokratischen Partei, Ron Brown, die Vorsitzende des Parteikonvents, Gouverneurin Ann Brown
aus Texas und der Bürgermeister der gastgebenden
Stadt New York werden kurze Ausführungen machen.
Unter Verwendung neuer Technologien und Produktionstechniken werden die Demokraten eine Videowand mit 56 großen Fernsehmonitoren als Hintergrund des Podiums im Madison Square Garden, dem
berühmten Veranstaltungsort zahlreicher Sportereignisse installieren, an dem der Parteikonvent stattfindet. Das Programm umfaßt musikalische und tänzerische Darbietungen sowie Reden, da die Demokraten
wissen, daß die Zuschauer - sowohl die Teilnehmer
des Konvents als auch die am Fernseher zu Hause unterhalten werden möchten.
Am 14. Juli stimmt der Konvent über die Verabschiedung der vorgeschlagenen Parteiplattform ab und hört
den Ausführungen von Bürgerrechtler Reverend Jesse Jackson, Senator Jay Rockefeller aus West Virginia, Bürgermeisterin Sharon Pratt Kelly von Washington, D.C., und anderen zu.
Das Thema der diesjährigen Parteiplattform lautet "Ein
Neuer Bund mit dem amerikanischen Volk". Im Entwurf fordert sie eine "Revolutionierung der Regierung,
um den sturen Bürokraten und Eigeninteressen in
Washington Macht zu entziehen und sie wieder in die
Hand des Volkes zu legen". Der Vorschlag enthält
ferner den Aufruf zur Umstrukturierung der Streitkräfte, Wiederherstellung der amerikanischen Führungsrolle, Förderung der Demokratie, weltweiter Schutz
der Umwelt, eine Reform des Sozialwesens und die
freie Wahl auf Schwangerschaftsabbruch.

Seite 1

�Die Nominierung des Präsidentschaftskandidaten bildet am 15. Juli den Höhepunkt des Konvents. Der New
Yorker Bürgermeister Mario Cuomo, der beim Konvent
der Partei im Jahr 1984 die programmatische Rede
vortrug, wird Clinton offiziell nominieren - mit genügend vorgesehener Zeit für "spontane" Demonstrationen mit Luftballons, Trompeten, Konfetti und plakateschwenkenden Anhängern. Die Bundesstaaten werden in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen und die
bevollmächtigten Delegierten geben ihre Stimme für
den Präsidenten ab.
Falls sich mehr als zwei Kandidaten zur Wahl stellen
und keiner die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigt,
findet eine zusätzliche Wahl statt. Aber da praktisch
alle Delegierten sich bereits vor dem Parteikonvent
aufgrund der Ergebisse der Vorwahlen in den Bundesstaaten und der Wahlversammlungen für einen Kandidaten verpflichtet haben, wurde in den letzten 40
Jahren keine zweite Stimmabgabe erforderlich.

betischer Reihenfolge. Der Parteikonvent endet mit
der Zustimmungsrede des Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten.
Die nationalen Parteikonvente gehen auf das Jahr
1830 zurück, als der erste von einer längst nicht mehr
existierenden politischen Partei, den Anti-Masons,
abgehalten wurde. In jenen Tagen gab es keine guten
Kommunikations- und Transportmittel, und die Konvente wurden als einziger Weg erachtet, auf dem die
Parteifunktionäre ihre Meinugsverschiedenheiten
ausräumen, ihre Prinzipien darlegen und ihre Kandidaten wählen konnten.
Die Demokraten hielten ihren ersten Konvent 1832 ab
und nominierten erneut Andrew Jackson, der als der
siebte Präsident des Landes eine zweite Amtsperiode
antrat.

Die Republikaner veranstalteten ihren Gründungskonvent 1856 und nominierten John Freemont, der später
Im Rahmen des Programms am 15. Juli werden ferner den Präsidentschaftswahlkampf gegen den Demokraauch Senator Edward Kennedy und der ehemalige ten James Buchanan verlor. Aber vier Jahre später
Senator Paul Tsongas, beide aus Massachusetts, nominierten die Republikaner ihren ersten erfolgreichen Kanidaten, Abraham Lincoln, den 16. Präsidensprechen.
ten.
Die Nominierung des Vizepräsidentschaftskandidaten
findet am 16. Juli statt, dem letzten Tag des Parteikon- Alle späteren Parteikonvente haben Experten zufolge
vents, wieder mit Aufruf der Bundesstaaten in alpha- "politische Geschichte" gemacht.
* * * * *

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AMERIKA DIENST 28

�WAHLEN

'92
15. Juli 1992

MODERATE KONTROLLIEREN PARTEITAG
DER DEMOKRATEN
Amerikanische Pressestimmen
WASHINGTON - (AD) - Zahlreiche amerikanische Zeitungen haben zur Demokratischen Partei am Vorabend
ihres nationalen Parteikonvents in New York Stellung genommen. Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus
einigen dieser Kommentare.

Thomas Edsall, Washington Post
"Parteivorsitzende und Moderate nutzen den Präsidentschaftswahlkampf von Clinton, um ihre Truppen
zu mobilisieren und diesen Parteitag zu dominieren",
stellt Edsall fest. "Davor fanden sie Organisation und
ideologische Führung im Demokratischen Führungsrat, einer in Washington ansässigen, größtenteils von
Geschäftsleuten mit Verbindung zur Demokratischen
Partei finanzierten Organisation."
Edsall zufolge gründen sich die Attacken der Zentristen auf den vom Bürgerrechtler Reverend Jesse
Jackson und anderen angeführten liberalen Flügel auf
die Überzeugung, daß die Interessen von Minderheiten - Schwarzen, Homosexuellen, Gewerkschaften,
Feministen - die Parteikonvente und Parteiplattformen
in einer Weise dominieren, die die Wähler der Mittelklasse entfremdet hat.

Unterstützung der Koalition von Arbeitern und Schwarzen sowie anderen Minderheiten ist, die ihren Kern seit
den Anfängen des New Deal" unter der Administration
von Präsident Franklin D. Roosevelt gebildet haben.
Jack Germind, Baltimore Sun
Germond stellt fest, daß sich zwar sowohl Clinton als
auch Gore für die Bürgerrechte engagieren, "die rein
aus Südstaatlem zusammengesetzte Liste jedoch auf
eine generelle Wahlstrategie deutet, die einigen Führern der Schwarzen" - insbesondere Jackson und dem
Kongreßabgeordneten aus New York, Charles Rangel, zufolge - "brennende Themen für die Schwarzen
und die Innenstädte nicht genügend berücksichtigt".

Er zitiert einen Anhänger des voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten der Partei, Gouverneur Bill Clinton aus Arkansas, mit den Worten: "Jetzt ist es an uns,
das Ruder der Regierung zu übernehmen und etwas
Besseres für unsere Kinder zu schaffen."

Jackson, der Clinton seit einigen Monaten offen kritisiert hat, unterstützte schließlich die Clinton-GoreListe zwei Tage vor der Eröffnung des Parteitages.
Obwohl Jackson dies laut Germond leugnet, wurde
ihm Berichten zufolge mit dem Verlust seines Sitzes
beim Parteikonvent gedroht, wenn er seine Unterstützung nicht im voraus publik machen würde. Jackson
wird programmgemäß am 14. Juli eine Rede vor dem
Parteitag halten.

Jules Witcover, Baltimore Sun

Kolumnist Carl Rowan

Clintons Entscheidung für Senator AI Gore aus Tennessee als seinen Präsidentschaftskandidaten, so
Witcover, "unterstreicht die Abkehr vom Liberalismus
des Nordens" der Demokratischen Partei.

Rowan, ein Schwarzer und ehemaliger Direktor des
US-Informationsamts erklärt, Kritik der Schwarzen an
der Liste der Demokraten sei "dumm und bedeutungslos". Wenn er in Clintons Haut stecken würde, so
Rowan, würde er 'Versuchen, die Demokratische Partei
aus dem Fegefeuer zu holen, und auch ich würde mich
für diese neue 'Südstaatentstrategie' entscheiden - die
sich auf den Appell zur Einheit der Rassen und nicht
auf das Schüren von Rassenhaß gründet".

Witcover zufolge will Clinton das Wohlergehen aller
Amerikaner verbessern, nicht nur der Armen. Er
verweist jedoch darauf, daß die Demokraten ihre traditionelle Rolle als Fürsprecher der Unterdrückten
beibehalten und die Partei "weiterhin ein Magnet für die
*

AMERIKA DIENST 28

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Seite 1

�W A H L E N '92
15. Juli 1992

DER DEMOKRATISCHE
VIZEPRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDAT AL GORE
Amerikanische Pressestimmen
WASHINGTON - (AD) - Eine Reihe von amerikanischen Zeitungen haben in Leitartikeln zu Bill Clintons
Entscheidung für den Senator aus Tennessee, AI Gore, als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten Stellung
genommen. Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus einigen dieser Kommentare im Wortlaut.

The New York Times

The Washington Post

Als Gouverneur Bill Clinton gestern (9. Juli) Senator AI
Gore als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten vorstellte, betonte Gore, es sei an der Zeit, daß eine neue
Generation von Führungskräften diejenigen ersetzten,
denen ihm zufolge Energie und Ideen ausgegangen
sind. Die demokratischen Kandidaten - beide Mittvierziger - geben in der Tat einen jugendlichen Kontrast zu
George Bush und Ross Perot ab, die beide über 60
Jahre alt sind. Noch wichtiger als jeder Altersunterschied sind jedoch die historischen Kräfte, die diese
jüngere Generation politischer Führungspersönlichkeiten geprägt haben, die nach dem Zweiten Weltkrieg
geboren und herangewachsen sind.

Es ist eine junge Liste, aber dies sind keine unerfahrenen Männer. Die Demokraten setzen besonders auf
die südliche Trumpfkarte, aber das hat für den Wahlausgang mindestens ebenso viele Vor- wie Nachteile.
Auf einer Reihe von Fachgebieten, von Rüstungskontrolle bis zu Umweltbedrohungen, werden die Referenzen Senator Gores die Liste stärken. Daran ist sicherlich nichts verkehrt. Die Demokraten bieten dem Land
eine gute Wahl.

Christian Science Monitor
Gore leistet einen wichtigen Eigenbeitrag für die
demokratische Liste. Er ist einer der originellsten
Köpfe im Senat. Er ist anerkannter Experte zu Umwelt- und Rüstungskontrollfragen und hat solide Referenzen in anderen außenpolitischen Bereichen - etwas, das Clinton fehlt. Als Befürworter des Golfkriegs
könnte Gore nachklingende Sorgen über eine angeblich "weiche" Haltung der Demokraten zur Verteidigung beschwichtigen. Und seine Frau, Tipper Gore,
setzt sich seit langem aktiv für die "Familienwerte" ein,
von denen Vizepräsident Quayle spricht.
Fürdie erste wahrhaft "präsidiale" Entscheidung, die er
zu fällen hatte - die Wahl eines Vizepräsidentschaftskandidaten, der zur Übernahme des höchsten Amts
qualifiziert ist - erhält Bill Clinton eine gute Note.

AMERIKA DIENST 28

The Baltimore Sun
Senator Gores Hauptvorteil ist wahrscheinlich seine
Erfahrung in den Bereichen nationale Sicherheit und
internationale Angelegenheiten als Mitglied des Streitkräfteausschusses. Wie die meisten Gouverneure hat
Clinton auf diesem Gebiet nicht sehr viel vorzuweisen.
Senator Gores weitere Stärke ist, daß er einer der
bekanntesten Protagonisten des Umweltschutzes und
ein Experte der damit in Zusammenhang stehenden
wissenschaftlichen und technologischen Themen ist.
Es ist möglich, daß seine Ansichten und die von Dan
Quayle zu diesen Fragen so unterschiedlich sind (wie
sie durch die führende Rolle des Vizepräsidenten bei
der Deregulierung im Wettbewerbsrat demonstriert
wird), daß ihre Debatten zu diesen Themen die Kampagne der Vizepräsidenten dominieren wird.
The Washington Times
Bill Clintons Entscheidung für Senator Albert Gore aus
Tennessee als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten ist interessant. Sie ist ein Schlag ins Gesicht der

Seite 1

�herkömmlichen politischen Vernunft. Aber sie ist
gleichzeitig ein Schachzug von beachtlicher Schärfe.
Der erste über den Haufen geworfene Aspekt betrifft
die angebliche Notwendigkeit für ein regionales Gleichgewicht der Liste. Ebenso wie Clinton ist Gore ein
Südstaatler, und diejenigen, die erwartet hatten, daß
Clintons Kampagne die "Basis" des Gouverneurs aus
Arkansas verbreitem würde, sind enttäuscht, daß die
Wahl nicht auf jemanden wie Senator Harris Wofford
aus Pennsylvania oder den Abgeordneten des Repräsentantenhauses Lee Hamilton aus Indiana gefallen
ist. Ihre Besorgnis könnte sich jedoch in diesem
äußerst lebhaften politischen Jahr als unbegründet
erweisen. Die Kandidatur von Ross Perot hat die
Wahldynamik maßgeblich beeinflußt. In der Politik
des Präsidentschaftswahlkampfes kann die Republikanische Partei traditionell auf beträchtliche Vorteile
im Westen und Süden verweisen. Perot könnte jedoch
im Westen bewirken, daß Präsident Bush sich seines
Geldes wert erweisen muß. Wenn Bush sehr viel Zeit,
Energie und Geld darauf verwenden muß, dort an der
Spitze der Liste zu bleiben, könnte er für eine Herausforderung im Süden durch eine starke demokratische
Liste besonders empfindlich sein.

Dies sind Fortschritte, aber sie reichen nicht aus.
Diese weißen, männlichen Kandidaten werden noch
ansprechender aussehen, wenn sie Pläne darlegen,
Frauen und Minderheiten wichtige Jobs zu geben. Sie
könnten noch vor der Wahl Ministerposten vergeben.
Los Angeles Times
Was man auch immer über die Verbindung ClintonGore sagen mag - Gore genießt ein hohes Maß an
Vertrauen bei denen, die für ihn gearbeitet haben. In
dieser Hinsicht kommt er dem Modell dessen, wie ein
Kandidat für die Vizepräsidentschaft aussehen soll,
eindeutig näher als andere potentielle Kandidaten.
Mit der Wahl von Gore will Clinton offensichtlich ein
Zeichen setzen im Hinblick auf einen Wechsel zur
Nachkriegsgeneration. Clinton ist 45, Gore 44. (Clinton erklärte, in seiner Jugend Marihuana geraucht,
aber nicht inhaliert zu haben, während Gore ganz
einfach erklärte, in seiner Zeit am College Marihuana
geraucht zu haben und es klugerweise dabei beließ.)
The Philadelphia Inquirer

Wir nehmen an, niemand wird nach Luft schnappen
oder verständnislos mit den Achseln zucken angeUSA Today
sichts der Wahl von AI Gore, dem dynamischen In diesem unorthodoxen Präsidentschaftswahljahr hat hyperdynamischen? - Senator aus Tennessee, der
sich eines nicht geändert: Bis jetzt sind die Kandidaten jetzt Bill Clinton's Mitkandidat bei dem Unterfangen
weiß und männlich. Mit Bill Clintons Entscheidung für wird, die Demokraten aus dem Exil zurück ins Weiße
AI Gore als Vizepräsidentschaftskandidat beläuft sich Haus zu bringen.
die Zahl auf fünf Kandidaten, einschließlich des unabWir können - wenn überhaupt - an wenige denken, die
hängigen Ross Perot.
eine bessere Wahl wären als Mr. Gore, um der bereits
Nur Geraldine Ferraros Nominierung im Jahr 1984 überzeugenden Clinton-Kampagne zusätzliches
unterbricht das historische Muster...
Gewicht zu verleihen.
Eine Rekordzahl von Frauen und Minderheiten bewerben sich in diesem Jahr um ein Amt, daher werden die
künfitgen Präsidentschaftskandidaten mehr Entscheidungen treffen missen.

Tatsache ist, daß wir AI Gore kennen. Wir haben
vieles, für das er steht, bewundernd betrachtet. Und
wir sagen dazu folgendes. AI Gore, meine Damen und
Herren, ist kein Dan Quayle.

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 28

�PORTRÄT
15. Juli 1992

CLINTON WÄHLT PROTAGONISTEN DES
UMWELTSCHUTZES ALS VIZEPRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATEN
Porträt von Senator Albert Gore aus Tennessee
WASHINGTON - (AD) - Albert Gore ist vielleicht am
besten bekannt für sein Engagement und die Fähigkeit, "beim Schutz der Umwelt eine führende Rolle zu

1987 beschrieb David Rogers Gore im Wall Street
Journal als "Vollblutpolitiker". Gore sei "absolut konkurrenzfähig, aber anscheinend blind gegenüber den

spielen", erklärte der Hoffnungsträger der Demokraten

ihn treibenden Ambitionen", stellte Rogers fest. "Als

für die Präsidentschaftswahlen, Bill Clinton, am 9. Juli
1992 zu seiner Entscheidung, den 44jährigen Senator
aus Tennessee zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten zu machen.

Nachkomme einer Politikerfamilie trägt erden Stempel
seines populistischen Vaters und führt seine Wahlkampagne mit einem von der Bildung der herrschenden Elite geschärften Intellekt."

Gore, der bereits seit 15 Jahren im Kongreß ist, hat
sich in den letzten zehn Jahren für die Bewältigung
unterschiedlicher Umweltprobleme engagiert - Erderwärmung, Abbau der Ozonschicht und Energieerhaltung. Als starker Verfechter des Umweltschutzes
leitete er eine Senatsdelegation beim jüngsten "Erdgipfel" der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro.

Bei der Bekanntgabe seiner Entscheidung für den
Vizepräsidentschaftskandidaten lobte der Gouverneur
von Arkansas, Clinton, Gores Buch: Earth in the
Balance: Ecology and the Human Spirit, das sich
mit der Zukunft der menschlichen Rasse und der Erde
selbst auseinandersetzt. Das Buch wurde bereits
achtmal neu aufgelegt und war im Frühjahr Houghton
Millers Bestseller unter den Sachbüchern.

Zusätzlich zu seinem starken Interesse an Umweltschutz wird Gore - aufgrund seiner Tätigkeit in Senatsausschüssen - auch als Kenner der Verteidigungspolitik, Rüstungskontrolle und außenpolitischer Themen
angesehen. Er wurde 1976 erstmals ins Repräsentantenhaus gewählt und übte sein Amt dort bis 1984 aus,
als er in den Senat gewählt wurde.
Sein Familienname ist in der Politik des Staates Tennessee renommiert. Sein Vater, Albert Gore Sr., war
32 Jahre lang Mitglied des Repräsentantenhauses und
des Senats.
Gore werden eine Reihe von Qualitäten zugeschrieben, die ihn potentiell zu einem attraktiven Präsidentschaftskandidaten für die Demokratische Partei machen. Er sieht gut aus, ist wortgewandt und zu seinen
Stärken zählen der Militärdienst in Vietnam, ein berühmter politischer Name, ein makelloses Familienleben und eine - tiefe, jedoch nicht fanatische - religiöse
Überzeugung als bekennender Baptist.
Ein ehemaliger politischer Gegner sagte voraus, Gore
würde auf einer nationalen Liste aufgestellt, und der
konservative Kommentator John McLaughlin hat ihn
als "zu gut, um wahr zu sein" bezeichnet.

AMERIKA DIENST 28

Gore "hat mich gebeten, sein Engagement zu teilen,
nicht nur die Umwelt der Vereinigten Staaten, sondern
der Welt für künftige Generationen zu erhalten. Und
gemeinsam werden wir schließlich den Vereinigten
Staaten eine wirklich umweltbewußte Präsidentschaft
verleihen", verprach Clinton.
Im gesamten Verlauf seines öffentlichen Lebens hat
Gore Clinton zufolge "für das Gesundheitswesen und
Verbaucherschutz gekämpft und ist vielleicht Amerikas führender Verfechter der Entwicklung neuer Technologien - wie Faseroptik und Gentechnologie - zur
Schaffung der hochdotierten Arbeitsplätze, die Amerika beim Übergang ins 21. Jahrhundert benötigt."
Politische Experten betrachten die Wahl Gores als
kühnen Schachzug. Beide Männer sind Südstaatler ihre Bundesstaaten haben eine gemeinsame Grenze
- und werden als relativ vorsichtige gemäßigte Politiker
innerhalb der Demokratischen Partei angesehen. Und
beide sind jung - Clinton ist mit 45 ein Jahr älter als
Gore. "Das ist eine junge Liste, die eine neue Generation markiert", erklärte der Sprecher des Repräsentantenhauses, Thomas Foley, in Washington.

Seite 1

�Gore, der sich im Jahr 1988 erfolglos um die demokratische Nominierung als Präsidentschaftskandidat
beworben hatte, entschloß sich vergangenen Sommer, 1992 nicht erneut anzutreten. Dabei verwies er
auf den Wunsch, mehr Zeit mit seiner Familie zu
verbringen anstatt sich auf Wahlkampf reisen zu begeben. Sein junger Sohn Albert war gerade von einem
Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt worden, hat sich seither aber erholt.
Gores Bewerbung um die Präsidentschaft vor vier
Jahren scheiterte nach einem schwachen Abschneiden in der Vorwahl des Staates New York, wo seine
Zustimmungsquote fiel, nachdem der Bürgermeister
von New York, Ed Koch, seine Angriffe auf Gores
Rivalen, den Bürgerrechtler Jesse Jackson, unterbrach, um Gore zu unterstützen. Anlysten zufolge
schadete diese Unterstützung Gore, da Kochs bittere
Attacken auf Jackson Schwarze und Liberale entfremdeten.
Gore wurde am 31. März 1948 in der Bundeshauptstadt Washington geboren, wo sein Vater im zehnten
Jahr als demokratischer Abgeordneter aus Tennessee
tätig war. Gore wuchs in der Hauptstadt auf, wo er die
exklusive St. Alban's Episcopal School für Jungen
besuchte. Er war ein ausgezeichneter Schüler und
Kapitän des Football-Teams.
Gore erwarb im Jahr 1969 ein Bakkalaureat in Staatswissenschaften an der Harvard University, seine
Examensarbeit hatte den Titel "Die Auswirkungen des
Femsehens auf die Führung der Präsidentschaft, 1947
-1969".
Im Vietnamkrieg war Gore Heereskorrespondent beim
20. Pionierbataillon, das außerhalb von Saigon stationiert war. Er sandte Kopien seiner Berichte nach
Hause zu seiner Frau, die sie an die Redaktion des
Tennessean, einer Zeitung in Nashville weiterreichte.
Diese veröffentlichte einige davon, und nach Beendigung seiner Dienstzeit im Jahr 1971 bot man Gore eine
Stelle als Reporter an. Im Jahr 1976 gab Gore seine
journalistische Laufbahn beim Tennessean und sein
Jurastudium an der Vanderbilt University auf, bewarb
sich um den einst von seinem Vater gehaltenen Sitz im
Kongreß - und gewann. Acht Jahre später gewann er

mit 61 Prozent der Stimmen den von dem republikanischen Fraktionsvorsitzenden im Senat, Howard Baker, freigemachten Senatorensitz des Staates Tennessee.
Sowohl als Abgeordneter als auch als Senator war
Gore seinen eigenen Worten zufolge ein "begeisterter
Gemäßigter".
"Ich glaube, daß die Leute den Liberalismus teilweise
diskreditiert haben, weil sie das Vertrauen in dessen
Kompetenz verloren haben", erklärte er, nachdem er
seine erste Kongreßwahl gewonnen hatte. "Sie haben
den Konservatismus diskreditiert wegen dessen offensichtlicher Gleichgültigkeit angesichts von Problemen
beispiellosen Ausmaßes. Es besteht das Gefühl, es
habe zu viel Philosophie und nicht genug gesunden
Menschenverstand gegeben."
Im Kongreß konzentrierte sich Gore besonders auf
Probleme des Gesundheitswesens. In seinem letzten
Jahr als Abgeordneter im Repräsentantenhaus unterstützte er das Gesetz über Organspenden und Transplantationen von 1984, das den Ver- oder Ankauf
menschlicher Organe zu Transplantationszwecken
untersagte und darüber hinaus jährlich 2 Millionen
Dollar bewilligte, um eine nationale Organbank aufzubauen.
Obwohl er sich gegen das freiwillige Schulgebet wandte, stimmte er dafür, Schülern eine Schweigeminute
zuzugestehen, die sie nach eigenem Ermessen nutzen können. Er lehnte das Verbot des Verkaufs von
Handfeuerwaffen über die Grenzen von Bundesstaaten hinweg ab und stimmte gegen die Finanzierung
von Schwangerschaftsabbrüchen aus Bundesmitteln.
Gore ist in die Antarktis gereist, um das Ozonloch zu
studieren und nach Brasilien, um sich über den Schwund
der Regenwälder zu informieren, der das Erdklima
beeinflussen könnte. Er schlug neue Erdbebenwarnsysteme vor und forderte, daß alle Verpackungsmaterialien biologisch abbaubar sein sollten. Er brachte im
Jahr 1989 ein Nationales Hochleistungscomputergesetz (National High Performance Computer Technology Act) ein und forderte alle Länder auf, den Einsatz
von FCKW vor dem Jahr 2000 zu beenden.

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 28

�EINWANDERUNG
15. Juli 1992

AMERIKANER DISKUTIEREN EINWANDERUNGSPOLITIK IHRES LANDES
Beleben Immigranten oder sind sie eine Last?
WASHINGTON - (AD) - Historisch gesehen waren
Einwanderer die Quelle der Stärke, Vitalität und Vielfalt
der Vereinigten Staaten, aber einige Amerikaner bezweifeln die Fähigkeit der Nation, weiterhin all diejenigen mit offenen Armen zu empfangen, die sich "nach
freier Luft zum Atmen sehnen".

Damit könnten die Vereinigten Staaten "weiterhin ihrem Vermächtnis als Zufluchtsort gerecht werden" für
Menschen, die vor politischer Verfolgung flüchten bei
gleichzeitiger "Regulierung der Gesamtzahl, die im
Einklang mit unserem nationalen Interesse und Bedarf
steht".

Steven Moore, Direktor für Finanzwesen am Cato
Institute, einer Denkfabrik, die pro Einwanderung eingestellt ist und Dan Stein, Vorstandsmitglied des Verbands für die amerikanische Einwanderungsreform
(Federation for American Immigration Reform - FAIR),
einer nationalen Organisation, die auf schärfere Restriktionen drängt, haben vor kurzem im ausländischen Pressezentrum des US-Informationsamts USIA
in Washington die amerikanische Einwanderungspolititk diskutiert.

Steins "vernünftiger, verantwortungsbewußter Ansatz"
zu Milderung "außer Kontrolle geratener" Einwanderung beinhaltet verschärfte Kontrollen an den Grenzen, Bestrafung von Arbeitgebern, die illegale Arbeitskräfte einstellen, eine Obergrenze von 300.000 Zulassungen legaler Einwanderer pro Jahr, Schließung der
Schlupflöcher bei der Asylgesetzgebung sowie die
Abschaffung von Magneten im Beschäftigungs- und
Sozialwesen, die illegale Einwanderer anziehen.

Moore zufolge "belebt" die amerikanische Fähgikeit,
hart arbeitende, engagierte und von Unternehmergeist
geleitete Talente aus der ganzen Welt anzuziehen,
"kontinuierlich die Energien und Ambitionen des Landes".
"Es scheint unvorstellbar, daß der Wert des Einwanderungsprozesses, von dem Amerika seit über zwei
Jahrhunderten profitiert hat, jetzt in Frage gestellt und
bezweifelt werden soll", schrieb Moore in einem in
Business and Societey Review veröffentlichten Artikel.
Stein argumentiert jedoch folgenderma ßen: "Alles legt
den Schluß nahe, daß Einwanderung ... den wesentlichen nationalen Zielen zuwiderläuft, auf die sich
unser Land derzeit konzentrieren muß."
Ihm zufolge zieht das Land sehr viel mehr Menschen
an als es in der Lage ist, aufzunehmen und einzugliedern. Er schlägt vor, die Einwanderungsreform sollte
es der Regierung gestatten, die Zahlen zu regulieren
und mit Einwanderung in Zusammenhang stehende
Betrügereien zu unterbinden.

AMERIKA DIENST 28

Schätzungen des Cato Institute zufolge kommen jedes
Jahr 750.000 - 800.000 legale Einwanderer in die
Vereinigten Staaten, und zusammen mit den illegalen
beläuft sich die Gesamtzahl auf 1 bis 1,1 Millionen.
FAIR schätzt die Gesamtzahl auf 2 bis 3 Millionen.
"Das klingt so, als ob wir überschwemmt würden",
erklärt Moore. "Wir lassen mehr Einwanderer ins Land
als der Rest der Welt zusammengenommen, aber das
ist kein einmaliger Vorgang. Um die Jahrhundertwende kamen Millionen von Einwanderern nach Amerika."
Der Zuwachs von jährlich einer Million Einwanderern
hat laut Moore bei einer Gesamtbevölkerung von 250
Millionen keine großen Auswirkungen auf die Infrastruktur des Landes.
In einer von Moore im Jahr 1990 für das Hudson
Institute und das American Immigration Institute durchgeführten Erhebung gaben 80 Prozent von 38 befragten amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlern an,
Einwanderer hätten "sehr günstige Auswirkungen für
das Wirtschaftswachstum des Landes in diesem Jahrhundert" gehabt, und nahezu zwei Drittel unterstützten
höhere Einwanderungsquoten als Weg, um "den
Lebensstandard in den Vereinigten Staaten zu heben".

Seite 1

�Moore zufolge füllen Einwanderer oft "wichtige Nischen" auf dem Arbeitsmarkt. Landwirtschaft, Viehzucht, Geflügelzucht und Textilindustrie werden "so
sehr von Einwanderern dominiert, daß sie ohne sie bis
heute geschrumpft oder sogar völlig verschwunden
wären", stellt er fest.
Stein dagegen meint, daß sich die amerikanische
Industrie und Volkswirtschaft erheblich verändert haben
und sich nicht länger auf einen unbegrenzten Nachschub ungelernter Arbeitskräfte stützen. "Wir bauen
keine Kohle mehr ab, und wir bauen keine Eisenbahnen (mehr)", führt er aus.
Stein verweist femer darauf, daß Einwanderer von
städtischen Ballungsgebieten im Ausland in städtische
Ballungsgebiete in den Vereinigten Staaten umziehen
und die Infrastruktur von Städten wie New York und
Miami unter der Belastung zusammenbricht. "Bildungswesen, Gesundheitswesen, Krankenhäuser und
Gefängnisse verschlechtern sich", erklärt er. "Städte
wie Los Angeles werden unregierbar."

"Städte florieren", setzt Moore dem entgegen. Er
behauptet, daß New York nur dadurch am Leben
erhalten wird, daß Einwanderer dort arbeiten und neue
Geschäfte gründen. Er stimmt mit Stein darin überein,
daß gebürtige Amerikaner die Städte verlassen und
führt aus, "der einzige Zuzug kommt von Einwanderern".
Stein geht davon aus, daß Amerikas Zukunft in flexiblen Systeminformationstechnologien liegt, die Konkurrenz mit Japan und Deutschland ermöglichen werden. Er nennt Japan als "bemerkenswertes Beispiel
mit einer gesunden und florierenden Volkswirtschaft
ohne bedeutende Einwanderung".
Moore verwirft das Argument für Beschränkungen als
Teil einer historischen Stimmung gegen die Einwanderung. "Da wir wissen, daß die Leute, die während der
vergangenen 200 Jahre diese Behauptung erhoben
haben, unrecht hatten, sollten wir dieser Behauptung
auch heute wenig Glauben schenken", erklärt er.

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 28

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    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
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      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
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              <text>Amerikadienst 15.07.1992</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Weltwirtschaftsgipfel&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Pressekonferenz von Präsident Bush&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Residenz München&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. KSZE&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: KSZE muss Hilfe für Bosnien sicherstellen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede beim KSZE-Gipfel in Helsinki&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wahlen'92&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Parteikonvent der Demokraten beginnt am 13. Juli&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Partei zur Nominierung Clintons entschlossen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Moderate kontrollieren Parteitag der Demokraten &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Amerikanische Pressestimmen&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Al Gore&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Amerikanische Pressestimmen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Porträt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton wählt Protagonisten des Umweltschutzes als Vizepräsidentschaftskandidaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt von Senator Albert Gore aus Tennessee&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Einwanderung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikaner diskutieren Einwanderungspolitik ihres Landes&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Beleben Immigranten oder sind sie eine Last?&lt;/em&gt;</text>
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