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2. April 1992

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GUS-HILFE

BUSH BITTET KONGRESS UM UNTERSTÜTZUNG
FÜR GUS-HILFSPROGRAMM DER G-7
Rede von Präsident Bush

DAS GESETZ ZUR FÖRDERUNG DER FREIHEIT
VON 1992
Eine Übersicht des Weißen Hauses

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�GUS-HILFE
2. April 1992

BUSH BITTET KONGRESS UM UNTERSTÜTZUNG
FÜR GUS-HILFSPROGRAMM DER G-7
Rede von Präsident Bush
WASHINGTON - (AD) - Präsident Bush hat beide Häuser des Kongresses um ihre Unterstützung für ein von den
wichtigsten Industrieländern geschnürtes ehrgeiziges neues Paket internationaler Hilfe gebeten, mit dem
Demokratie und Wirtschaftsreformen in der GUS gefördert werden sollen.
Bei einer Rede vorder Presse im Weißen Haus kündigte Bush am 1. April einen 24-Milliarden-Dollar-Plan der
Gruppe der wichtigsten Industrieländer (G-7) an, im Rahmen dessen 1992 zur Förderung wirtschaftlicher
Reformen 18 Milliarden Dollar bereitgestellt werden plus 6 Milliarden Dollar zur Stabilisierung des Rubel. Zur
Gruppe der Sieben zählen neben den Vereinigten Staaten die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich,
Großbritannien, Italien, Japan und Kanada.
Nachfolgend veröffentlichen wir Präsident Bushs Rede im Wortlaut.

Ich möchte eine Erklärung abgeben, die etwas länger
ist als üblich. Soeben bin ich mit den führenden
Politikern des Kongresses zusammengetroffen, um
die Unterstützung beider Parteien für ein neues, umfassendes und integriertes Programm zu erbitten, das
den Freiheitskampf in Rußland, der Ukraine und den
anderen neuen unabhängigen Staaten fördern soll, die
an die Stelle der Sowjetunion getreten sind.
Die Revolution in diesen Staaten kommt an einem
Wendepunkt der Geschichte und hat begreifende Auswirkungen auf Amerikas nationale Interessen. Es
steht genausoviel auf dem Spiel wie zu anderen Zeitpunkten dieses Jahrhunderts. Unser Gegner der
letzten 45 Jahre, das Land, das eine weltweite Bedrohung für Frieden und Freiheit darstellte, ist nunmehr
bestrebt, der demokratischen Staatengemeinschaft
beizutreten.
Ein Sieg der Freiheit und Demokratie in der ehemaligen Sowjetunion bietet die Chance für ein«» neue Welt
des Friedens für unsere Kinder und Enkel. Aber wenn
diese demokratische Revolution niedergeschlagen wird,
könnten wir in eine Welt zurückfallen, die in mancher
Hinsicht gefährlicher wäre als die finsteren Jahre des
kalten Krieges.
Amerika muß sich dieser Herausforderung gemeinsam mit denen stellen, die uns im Kampf gegen den
imperialen Kommunismus beistanden - die Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien, Japan, Frank-

reich, Kanada, Italien und andere. Gemeinsam haben
wir den kalten Krieg gewonnen, und heute müssen wir
den Frieden gewinnen.
Diese Anstrengung wird neue Ressourcen von den
demokratischen Industrieländern fordern. Aber das ist
nichts gegen den Preis, den wir zahlen müßten, wenn
Demokratie und Reform in Rußland und der Ukraine,
in Weißrußland, Armenien und den Ländern Zentralasiens scheitern würden. Dies erfordert das Engagement eines vereinigten Amerikas, das von einem
Konsens gestärkt ist, der sogar den erhitzten Parteienstreit eines Präsidentschaftswahlkampfes überlagert.
Heute fordere ich den Kongreß - Republikaner und
Demokraten gleichermaßen - sowie das amerikanische Volk auf, sich hinter diese gemeinsame Anstrengung zu stellen.
Unsere nationale Anstrengung muß Teil einer weltweiten Aktion sein. Ich habe mit Bundeskanzler Kohl,
Premierminister Major, Präsident Mitterrand und anderen wichtigen Verbündeten Kontakt aufgenommen,
um unsere Pläne zu erörtern und ihnen die hohe
Priorität zu versichern, die ich dem Erfolg dieses
Unternehmens beimesse. Im Hinblick darauf möchte
ich heute einen Plan ankündigen, der Demokratie in
den Staaten der früheren Sowjetunion fördern soll.
Dies ist ein komplexer Themenkreis, an dem monatelang gearbeitet wurde - innerhalb der Regierung,

Seite 1

�gemeinsam mit unseren wichtigsten Verbündeten und
mit den Spitzenpolitikern der neuen unabhängigen
Länder der ehemaligen Sowjetunion. Dabei mußten
eine Reihe von Dingen zusammenkommen, um zu
gewährleisten, daß wir es richtig machen.
Dazu möchte ich Ihnen etwas Geschichte liefern. Ich
hatte Außenminister Baker gebeten, unseren grundlegenden Ansatz in seiner Rede am 12. Dezember in
Princeton darzulegen. Ich habe dann in meiner Rede
am 22. Januar bei der Washingtoner Konferenz zur
Koordinierung humanitärer Hilfe über die Notwendigkeit gesprochen, sich um Rußland und die anderen
ehemaligen Sowjetrepubliken zu kümmern.
Am 1. Februar habe ich diese Themen gemeinsam mit
Boris Jelzin in Camp David erörtert. Am selben Tag
traf Außenminister Baker Jelzins wichtigsten Wirtschaftsberater, IgorGaidar, um zu besprechen, wie wir
die Reformen in Rußland fördern könnten.
Eine Woche später kam Jim Baker bei seinem Treffen
mit Außenminister Kosyrew und Boris Jelzin in Moskau darauf zurück. Erst gestern hat der IWF mit
Rußland eine vorläufige Vereinbarung über sein Marktreformprogramm geschlossen. Nach Wochen intensiver Konsultationen in der G-7 hat Bundeskanzler Kohl
- der gegenwärtig den Vorsitz in der G-7 führt - die
Unterstützung dieser Gruppe für ein Rußland-Programm des IWF zugesichert.
Das von mir heute verkündete Programm baut auf
diesem Fortschritt auf und umfaßt drei wichtige Komponenten: Erstens haben die Vereinigten Staaten
gemeinsam mit ihren westlichen Verbündeten und den
internationalen Finanzinstitutionen an einem beispiellosen multilateralen Programm gearbeitet, um Reformen in den neuen unabhängigen Staaten zu unterstützen. Der Erfolg dieses Programms wird von ihrem
Engagement für Reformen und ihrer Bereitschaft
abhängen, mit der internationalen Staatengemeinschaft
zusammenzuarbeiten.
Rußland demonstriert dieses Engagement. Ich verkünde heute, daß die Vereinigten Staaten bereit sind,
sich an dem umfangreichen Paket multilateraler Finanzhilfe zu beteiligen, um Rußlands Reformen zu
fördern. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Verbündeten und dem IWF an der Entwicklung eines Währungsstabilisierungsfonds im Umfang von 6 Milliarden
Dollar, um das Vertrauen in den Rubel zu erhalten.
Darüber hinaus werden sich die Vereinigten Staaten
an multilateralen Bestrebungen beteiligen, 1992 etwa
18 Milliarden Dollar Finanzhilfe aufzubringen, um russische Bestrebungen zur Stabilisierung und Umstrukturierung der Wirtschaft zu fördern. Seit drei Monaten
arbeiten wir gemeinsam mit der russischen Regierung
an der Entwicklung eines Wirtschaftsreformplans, der
den wichtigsten Industrieländern die Gewährung von
Hilfe gestattet.

Seite 2

Wir arbeiten daran, bis Ende April alle Maßnahmen zu
diesem Paket im Umfang von 24 Milliarden Dollar
abzuschließen. Ich sichere in diesem Zusammenhang
die volle Kooperation der Vereinigten Staaten zu.
Zweitens werden die Vereinigten Staaten handeln, um
ihre eigene Kapazität für Hilfe an die neuen Staaten
auszubauen. Ich lege dem Kongreß einen umfangreichen Gesetzentwurf, das Gesetz zur Förderung der
Freiheit (Freedom Support Act) vor, um die Exekutive,
den Kongreß und darüber hinaus den Privatsektor für
ein umfassendes und integriertes Paket zur Förderung
der neuen Staaten zu mobilisieren.
Dieses Paket bewilligt eine Erhöhung der US-Quote
beim IWF von 12 Milliarden Dollar, die zur Förderung
Rußlands und der anderen neuen Staaten entscheidend ist. IWF und Weltbank werden die primäre
Finanzquelle für den Hilfebedarf der neuen Regierungen sein. Die Erhöhung der US-Quote beim IWF
wurde in der Haushaltsvereinbarung ausdrücklich
vorausgesetzt und verursacht keine zusätzlichen
Haushaltsausgaben.
Unterstützen Sie meine gegenwärtige Ermächtigung,
mit der G-7 und dem IWF zusammenzuarbeiten, um
das Stabilisierungsprogramm für Rußland zusammenzustellen und potentielle künftige Programme für andere
Staaten der früheren Sowjetunion zu fördern, die wichtige Reformen durchführen, einschließlich bis zu 3
Milliarden Dollar für Stabilisierungsfonds.
Damit würde auch die Gesetzgebung des kalten Kriegs
außer Kraft gesetzt, so daß die amerikanische Wirtschaft auf diesen neuen Märkten gleichrangig konkurrieren kann. Ich bin entschlossen, daß die amerikanische Wirtschaft die Chance erhalten soll, in den neuen
Staaten zu investieren und mit ihnen Handel zu treiben. Im Hinblick drauf habe ich verfügt, daß die
Vereinigten Staaten mit diesen Ländern so schnell wie
möglich Verträge über Handel und bilaterale Investitionen sowie Besteuerung schließen. Wichtige neue
Handelsbeziehungen können auch Arbeitsplätze in
diesem Land schaffen.
Das Paket wird den Einsatz der 500 Millionen Dollar
erweitem, die der Kongreß im vergangenen Jahr bewilligt
hat, um nicht nur die sichere Zerstörung von Nuklearwaffen herbeizufüren, sondern auch die allgemeineren
Ziele der Sicherheit von Atomreaktoren, Entmilitarisierung und Umwandlung der Rüstungsindustrie zu verwirklichen. Darüber hinaus wird ein Programm persönlicher Kontakte zwischen den Vereinigten Staaten
und den Ländern der früheren Sowjetunion ins Leben
gerufen, um die Art dauerhafter persönlicher Beziehungen zwischen unseren Völkern und in Rußland das
Verständnis für demokratische Institutionen zu schaffen, wie sie für kontinuierlichen Frieden entscheidend
sind.

�Diese Bestrebungen werden unsere bestehenden
Programme vervollständigen und Hunderte von Geschäftsleuten aus der Staatengemeinschaft in die
Vereinigten Staaten führen sowie Hunderte von Mitarbeitern des Peace Corps in die neuen Staaten bringen.
Ich übergebe dieses Bewilligungsgesetz dem Kongreß und fordere ihn auf, in diesem Sinne zu handeln,
um den erforderlichen Ausgaben zuzustimmen, mit
denen dieses Gesetz in die Tat umgesetzt werden
kann.
Drittens kündige ich zusätzlich zu den 3,75 Milliarden
Dollar, die die Vereinigten Staaten seit Januar 1991
gewährt haben, heute 1,1 Milliarden Dollar an neuen
CCC-Kreditbürgschaften für den Erwerb amerikanischer Agrarprodukte an. Sechshundert Millionen davon
werden für US-Verkäufe an Rußland aufgewendet und
zusätzlich 500 Millionen für US-Verkäufe an die Ukraine und andere Staaten.
Ich möchte mit einem persönlichen Wort schließen.
Jeden Tag denke ich an die Herausforderung, dem
amerikanischen Volk eine friedliche Zukunft zu sichern. Ich glaube felsenfest, daß Präsident Jelzins
Reformprogramm jetzt für das russische Volk und die
Sicherheit des amerikanischen Volkes die größte
Hoffnung bietet, da wir die neuen Beziehungen zu
diesem großen Land definieren.
Präsident Jelzin hat sehr mutige Schritte zu Demokratie und freien Märkten unternommen. Ich bin davon
überzeigt, daß es in unserem nationalen Interesse
liegt, ihn dabei voll und ganz zu unterstützen.
*

Über 45 Jahre lang bestand die größte Verantwortung
von neun amerikanischen Präsidenten - Republikanern wie Demokraten - darin, den kalten Krieg zu
führen und zu gewinnen. Ich hatte das Privileg, mit
Ronald Reagan an diesen breitgefächerten Programmen zusammenzuarbeiten und jetzt das amerikanische Volk zu führen, um den Frieden zu gewinnen,
indem wir die soeben erst von der Tyrannei befreiten
Menschen empfangen und sie in der Gemeinschaft
demokratischer Staaten begrüßen.
Ich weiß, daß es Stimmen gibt, die fordern, wir sollten
uns zurückziehen, unsere Energie, unser Interesse
und unsere Ressourcen auf unsere vordringlichen
nationalen Probleme konzentrieren. Sie sind in derTat
sehr wichtig. Aber ich würde sie bitten, sich die
Konsequenzen hier in Amerika vor Augen zu führen,
wenn auf der ganzen Welt Frieden herrscht. Wir
müssen jetzt handeln. Wenn wir uns abwenden und
nicht alles in unserer Macht Stehende tun, damit
Demokratie in den Länder der alten Sowjetunion Fuß
fassen kann, werden wir für unser Versagen einen
hohen Preis zahlen müssen. Wenn wir der Herausforderung gerecht werden und den gleichen Mut haben
wie Präsident Jelzin, der ukrainische Präsident Krawtschuk, der armenische Präsident Ter-Petrosian, werden es uns viele künftige Generationen von Amerikanern danken, daß wir den Weitblick hatten, für Demokratie einzustehen und am Frieden in diesem Jahrzehnt und bis ins nächste Jahrhundert zu arbeiten.

*

Seite 3

�GUS-HILFE
2. April 1992

DAS GESETZ ZUR FORDERUNG
DER FREIHEIT VON 1992
Eine Übersicht des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine am 1. April 1992 vom Weißen Haus herausgegebene Übersicht zu den Bestimmungen des Gesetzes zur Förderung der Freiheit (Freedom Support Act) von
1992, das einen Rahmen für die amerikanische Hilfe an die neuen unabhängigen Staaten der ehemaligen
Sowjetunion bereitstellt.
I. Eine einmalige Chance zur Konsolidierung der
Freiheit
Der Zusammenbruch der Sowjetunion bietet den Vereinigten Staaten eine einmalige Chance dazu beizutragen, daß die Freiheit auf dem Boden Rußlands und
Eurasiens Wurzeln schlägt und gedeiht.
Der Erfolg von Demokratie und offenen Märkten
dort wird unmittelbar unserer nationalen Sicherheit zugutekommen.
Mehr Freiheit wird Wirtschafts- und Investitionsmöglichkeiten für Amerikaner schaffen und die
Chancen für Freundschaft zwischen unseren
Völkern vervielfachen.
Ebenso wie Demokraten und Republikaner im
kalten Krieg zusammenstanden, um für die
Freiheit zu kämpfen, müssen wir jetzt vereint
dafür wirken, den Frieden zu gewinnen.
II. Bereitstellung des Instrumentariums für eine
sicherere Weltordnung nach dem kalten Krieg
Das "Gesetz zur Förderung der Freiheit von 1992"
liefert einen flexiblen Rahmen, um die sich rasch
verändernden und unvorhersehbaren Ereignisse konstruktiv zu beeinflussen, die Rußland und Eurasien
umgestalten. Das Gesetz wird
Exekutive, Kongreß und Privatwirtschaft mobilisieren, um Demokratie und freie Märkte in
Rußland und Eurasien zu unterstützen;
unsere Bemühungen umfassend integrieren und
so gestalten, daß durch den Zusammenbruch
der Sowjetunion geschaffene militärische, politische und wirtschaftliche Möglichkeiten genutzt

und die Verantwortung mit anderen Mitgliedern
der internationalen Staatengemeinschaft geteilt
werden;
die Beschränkungen des kalten Kriegs aufheben, die immer noch die Regierung bei der Bereitstellung von Hilfe lähmen und die amerikanische Wirtschaft dabei behindern, Handel und
Investitionen mit den neuen unabhängigen
Staaten zu entwickeln.

III. Der umfassende und integrierte Plan hat 10
Hauptkomponenten
1. Das Gesetz erweitert die Befugnisse für die Bereitstellung humanitärer Hilfe, um zu gewährleisten, daß
der Grundbedarf gedeckt wird.
In Zusammenarbeit mit anderen Gebern werden die Vereinigten Staaten weiterhin Nahrungsmittel und medizinische Hilfe zur Verfügung
stellen, um die Gefahr humanitärer Notlagen
und von Instabilität zu verringern.
2. Das Gesetz fördert die nukleare Sicherheit und
Demilitarisierung, um nukleare Unfälle und die Verbreitung von Kernwaffen zu vermeiden.
Das Gesetz würde den zulässigen Einsatz der
500 Millionen Dollar erweitern, die im vergangenen Herbst für das Verteidigungsministerium
bewilligt wurden und eine Ermächtigung geben,
um die Bemühungen für Konversion der Rüstungsindustrie, Nichtverbreitung, Zerstörung
von Kernwaffen, die Bewältigung des Problems
der Abwanderung von Wissenschaftlern und
Technikern, die Verlegung der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte sowie Reaktorsicherheit
zu unterstützen.

Seite 1

�3. Das Gesetz erweitert die Hilfsmöglichkeiten für den
Aufbau freier Märkte.
Diese Programme gründen sich auf die Bemühungen der Völker in den neuen Staaten, sich
durch Privatisierung und marktorientierte Volkswirtschaften selbst zu helfen. Das Gesetz würde
die Programme im Rahmen des Gesetzes zur
Unterstützung der Demokratie in Osteuropa
(Support for East European Democracy - SEED)
auf die ehemalige Sowjetunion ausdehnen.
4. Das Gesetz verstärkt die Unterstützung demokratischer Institutionen.

9. Das Gesetz unterstützt eine amerikanische Führungsrolle beim Stabilisierungsfonds.
Das Gesetz unterstützt die bestehende Befugnis des Präsidenten, eine führende Rolle bei der
Organisierung und Unterstützung multilateraler
Bemühungen zur makroökonomischen Stabilisierung zu übernehmen. Das Gesetz entspricht
dem Sinne nach der im Kongreß verabschiedeten Hilfe von bis zu 3 Milliarden Dollar für die
amerikanische Unterstützung des internationalen Währungsstabilisierungsfonds, wenn diese
Staaten die notwendigen Reformen einleiten.

10. Das Gesetz erweitert die amerikanische Präsenz
Dieser Vorschlag hilft uns, Programme wie etwa und verstärkt die Kontakte zwischen den Bürgern.
"Amerika Häuser" zu erweitem, um Demokratisierung und Rechtsstaatlichkeit zu fördern.
Das Gesetz würde sowohl die Beziehungen
zwischen den Regierungen als auch die Arbeit
5. Das Gesetz verbessert den Zugang zu Krediten für
von Organisationen wie dem Peace Corps, dem
den Ankauf amerikanischer Nahrungsmittel.
Bürgerkorps Demokratie und anderen Gruppen
erleichtern,
um Kontakte zwischen den Bürgern
Das Gesetz ermutigt zur Fortsetzung amerikazu
fördern.
nischer Nahrungsmittelexporte in die neuen
Staaten, indem deren Engagement für Wirtschaftsreformen bei der Bestimmung ihrer Kreditwürdigkeit für CCC-Bürgschaften berücksichtigt wird.
6. Das Gesetz stimuliert Handel und Investitionen
durch Beseitigung der Beschränkungen des kalten
Krieges.
Das Gesetz würde den Präsidenten in die Lage
versetzen, durch den kalten Krieg verursachte
Beschränkungen aufzuheben, mit denen Maßnahmen von EXIM-Bank und OPIC zur Unterstützung amerikanischer Firmen behindert
werden, die versuchen, in den neuen Staaten
geschäftlich aktiv zu werden.
7. Das Gesetz unterstützt die Entwicklung des Privatsektors.

IV. Bewilligungen und Ermächtigungen
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist keinerlei Ermächtigung erforderlich, um den Rahmen für die umfassende
und integrierte Organisierung unserer Bemühungen in
die Wege zu leiten.
Im Hinblick auf Bewilligungen
existiert bereits ein Antrag von 620 Millionen
Dollar, dem der Kongreß noch zustimmen muß,
besteht darüber hinaus ein weiterer Bewilligungsantrag über 12 Milliarden Dollar an Ausgabeermächtigung für die Quotenerhöhung des IWF,
die keine zusätzlichen Ausgaben erfordert und
das Haushaltsdefizit oder das Haushaltssicherungsgesetz nicht betrifft.

Eine Umschichtung der Ausgabeermächtigungen wird
Das Gesetz fördert amerikanische Investitionen uns ferner erlauben, bestehende Kreditprogramme,
und Handel sowie lokale Untemehmensgrün- EXIM und OPIC anzuzapfen und damit die bestehendungen durch Unternehmensfonds, Program- den Quellen besser auszunutzen.
me für kleine und mittlere Unternehmen sowie
Fortbildungsmaßnahmen für wirtschaftliche Bis zur vollen Nutzung bestehender Programme und
Führungskräfte. Darüber hinaus unterstützt es bis uns eine bessere Schätzung dessen vorliegt, weldie weitere Lockerung der COCOM-Beschrän- che zusätzlichen Mittel gegebenenfalls benötigt wer•den, ist es verfrüht, über zusätzliche Bewilligungen zu
kungen.
diskutieren.
8. Das Gesetz legt Bedingungen für amerikanische
Pläne für Stabilisierungsfonds für andere GUSFinanzbeiträge durch den IWF fest.
Staaten
Eine Quotenerhöhung des IWF ist erforderlich,
um Ressourcen zur Unterstützung der Reform- Das Gesetz unterstützt die Befugnis des Präsidenten,
programme in Rußland und den anderen neuen einen Währungsstabilisierungsfonds für andere StaaStaaten bereitzustellen. Der amerikanische ten einzurichten, falls sich diese dafür qualifizieren.
Beitrag zu dieser Aufstockung, die keine zusätz- Der Umfang dieser Fonds wird von mehreren Faktoren
lichen Haushaltsmittel erfordert oder zum Defiabhängen: der Ernsthaftigkeit der Reformproqramme
zit beiträgt, wird durch andere Beiträge ergänzt.
Seite 2

�dieser Staaten, der Verfügbarkeit von IWF-Mitteln und
dem Typ des Stabilisierungsprogramms.
Der neueste Stand der Hilfen für die ehemalige
Sowjetunion
Bis heute haben die Vereinigten Staaten insgesamt
6,33 Milliarden Dollar (für die Haushaltsjahre 1991 93) zugesagt. Sechzig Prozent der Gesamtsumme
wurden bereits ausgezahlt.
CCC-Kreditbürgschaften: Bis zum 30. März 1992
hatten die Vereinigten Staaten über 24 Millionen Tonnen Nahrungsmittel geliefert und zu diesem Zweck
Bürgschaften in Höhe von über 3,5 Milliarden Dollar in
Anspruch genommen.

Nahrungsmittel und medizinische Hilfsgüter transportiert. Lieferungen von Nahrungsmittelhilfe des USLandwirtschaftsministeriums wurden Anfang März nach
Armenien, Moskau, St. Petersburg und dem Ural aufgenommen. 144 Millionen der angekündigten 165
Millionen Dollar wurden bereits zugesagt und bis zum
27. März 1992 für Nahrungsmittel ausgegeben.
Medizinische Hilfe: Als Teil der Initiative des Präsidenten vom Dezember 1990 wurden medizinische Hilfsgüter im Wert von 30 Millionen Dollar in die ehemalige
Sowjetunion geliefert.
Die EXIM-Bank hat 172 Millionen Dollar an Kreditbürgschaften und Versicherungen bewilligt.
Die Entwicklungsgesellschaft OPIC hat allen Republiken Abkommen vorgeschlagen. Wir werden dieses
Frühjahr mehrere Abkommen unterzeichnen, auch mit
Rußland.

Die letzte CCC-Tranche von 250 Millionen Dollar wird am 1. April 1992 fällig. Die gesamten im
ersten Quartal fälligen 267 Millionen Dollar von
Kreditsumme und Zinsen der CCC wurden fristgerecht ausgezahlt. 1,1 Milliarden Dollar werden mit dem Paket angekündigt.

Das Handels- und Entwicklungsprogramm steht für
wirtschaftliche Aktivitäten in der GUS bereit.

Nahrungsmittelhilfe: Im Rahmen von Aktion Hoffnung
wurden mit 65 Flügen zu 24 Orten 2.200 Tonnen

Technische Hilfe: Ein Programm über 85 Millionen
Dollar wird verwirklicht.

*

* * *

*

Seite 3

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