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dienet

U.S. Information Service
Embassy of the UnitedStates of America

530°

4. März 1992

29
BöH^ 2 -

HANDEL

HANDELSBEAUFTRAGTE LEGT DREI
HANDELSPRIORITÄTEN FÜR 1992 FEST
Bericht über das handelspolitische
Programm für 1992

GUS-HILFE

AKTION HOFFNUNG BEENDET PARTNERSCHAFT BEGINNT
Luftbrücke durch Lieferungen per
Schiff, Straße und Schiene abgelöst

WAHLEN '92

WICHTIGE ROLLE DES SÜDENS
AM "SUPERDIENSTAG"
Der Einfluß der konservativen Region

UMWELT

USA FORDERN INTEGRIERTE UMWELTSTRATEGIEN
Anhörung vor dem Kongreß
NEUE AMERIKANISCHE MASSNAHMEN ZUR
MILDERUNG DER KLIMAVERÄNDERUNGEN
Eine Übersicht der amerikanischen
Regierung
BÜRGERINITIATIVEN ORGANISIEREN SICH
FÜR UNO-UMWELTKONFERENZ
Konferenzen und Demonstrationen
geplant

PORTRAT

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

PERKINS HAT SICH IN AFRIKA EINEN
NAMEN GEMACHT
Porträt des designierten US-Botschafters
bei den Vereinten Nationen

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Telex: 8-85432

�HANDEL
4. März 1992

HANDELSBEAUFTRAGTE LEGT DREI
HANDELSPRIORITÄTEN FÜR 1992 FEST
Bericht über das handelspolitische Programm für 1992
WASHINGTON - (AD) - Dem Büro der US-Handelsbeauftragten zufolge werden 1992 drei umfassende Ziele in
der Handelspolitik verfolgt, die zur Öffnung von Märkten und der Liberalisierung des ausländischen Handels
führen sollen.
In dem am 28. Februar 1992 veröffentlichten Bericht umreißt die Handelsbeauftragte unter anderem folgende
drei Bereiche:
erfolgreicher Abschluß der Uruguay-Runde globaler Handelsgespräche,
regionale und bilaterale Liberalisierung des Handels durch den Abschluß eines Nordamerikanischen
Freihandelsabkommens, Fortschritte bei der Initiative des Präsidenten zur Förderung der Privatwirtschaft
in den Ländern Amerikas und erweiterter Zugang zu den japanischen Märkten,
Durchsetzung der amerikanischen Handelsvereinbarungen und -gesetze zur Förderung der sektoralen
Öffnung von Märkten für Telekommunikation, Stahl, Schiffbau, Verkehrsflugzeugbau und staatliche Beschaffung.
Dem Bericht zufolge wird die Handelsbeauftragte auch die Arbeit an Umweltschutzmaßnahmen und deren
Verhältnis zur Handelspolitik intensivieren. "Die Vereinigten Staaten müssen nach besseren Mitteln suchen, um
der steigenden Zahl von Beschwerden nachzugehen, die sich aus den unterschiedlichen weltweit gültigen
Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ergeben.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Text des handelspolitischen Programms für 1992.

Das handelspolitische Programm
Die Erweiterung der Möglichkeiten für amerikanische
Firmen und Personen, Waren und Dienstleistungen im
Ausland anzubieten, ist nach wie vor ein Eckpfeiler der
Handelspolitik der Bush-Administration. Sie ist femer
ein Schlüsselelement unserer langfristigen Wachstumspolitik, da offene Märkte und zunehmende Exporte Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten zur Folge
haben.
Seit 1988 haben die Exporte in der Tat um nahezu 90
Milliarden Dollar zugenommen und schätzungsweise
1,8 Millionen neue exportbezogene Arbeitsplätze
geschaffen. Hätten die Exporte nicht expandiert, wäre
die Wirtschaftsflaute noch gravierender gewesen.
1991 war auch geopolitisch ein bemerkeswertes Jahr.
Die Nationen in Europa, Lateinamerika und Afrika
strebten weiterhin nach einer mehr marktwirtschaftlich
AMERIKA DIENST 9

orientierten Wachstumspolitik und weg von den planwirtschaftlichen, protektionistischen, zum Scheitern
verurteilten Maßnahmen der Vergangenheit.
Die Bush-Administration verfolgt 1992 drei umfassende handelspolitische Ziele:
a)

den Abschlu ß der Uruguay-Runde multilatera'e r Handelsgespräche. Das GATT-System hat
der Welt 40 Jahre lange gute Dienste geleistet,
mL|
ß jedoch überarbeitet werden, wenn es mit
den sich verändernden Handelspraktiken und
-problemen Schritt halten will.

b

Fortsetzung unserer Arbeit zur Förderung der
Liberalisierung des Handels auf bilateraler und
regionaler Ebene. Unsere Ziele sind der baldmögliche Abschluß eines umfassenden Nordamerikanischen Freihandelsabkommens mit
Mexiko und Kanada, weitere Fortschritte bei
anderen regionalen Programmen wie der Intitia-

)

Seite 1

�•

c)

tive zur Förderung der Privatwirtschaft in den
Ländern Amerikas und verbesserter Zugang zu
spezifischen Märkten wie dem japanischen. Die
amerikanischen Exporte nach Japan haben in
den vergangenen 3 Jahren um 30 Prozent
zugenommen und bewiesen, daß Fortschritte
möglich sind, jedoch noch immer zahlreiche
struturelle und sektorale Handelshemmnisse
bestehen.

ten und zu neuen und besser bezahlten Arbeitsplätzen
für amerikanische Arbeitnehmerführen. Schätzungen
von Ökonomen zufolge - denen wir uneingeschränkt
vertrauen - wird ein gutes Abkommen der UruguayRunde in den Vereinigten Staaten und weltweit zu
einem Nettozuwachs bei Arbeitsplätzen und einem
beachtlichen Anstieg des Lebensstandards führen.

Durchsetzung unserer Handelsabkommen und
Ausübung von Druck durch den amerikanischen
Markt und amerikanische Handelsgesetze zur
Förderung der weiteren Öffnung sektoraler Märkte
wie etwa für Telekommunikation, Stahl, Schiffbau, Verkehrsflugzeugbau und staatliche Beschaffung.

Nord- und Lateinamerika

Darüber hinaus werden das Büro der Handelsbeauftragten sowie andere für Umwelt, Hygiene- und Sicherheitsnormen zuständige Behörden 1992 neue
Aufgabenbereiche übernehmen. Während die Welt
immer interdependenter wird, müssen wir Mechanismen finden, mit denen die Nationen Normen zum
Schutz der Öffentlichkeit und des Gemeinwohls unter
angemessener Berücksichtigung der Rechte anderer
Nationen verabschieden können.
Diese Übersicht vermittelt einen besseren Eindruck
von den Handelsprioritäten der Administration im
kommenden Jahr.
A. Erfolgreicher Abschluß der Uruguay-Runde
Unserer Ziele und Ambitionen für die Uruguay-Runde
lauten auch im Jahr 1992 gleich. Wir möchten das
multilaterale Handelssystem besser an die aktuellen
Handelsmuster anpassen, indem wir neue Regeln für
Dienstleistungen, Investitionen, Landwirtschaft und
nichttarifäre Handelshemmnisse - der herkömmlichen
Aufgabe des GATT - einführen.
Am 20. Dezember 1991 veröffentlichte der Generaldirektor des GATT, Arthur Dunkel, einen auf die Erkenntnisse der vergangenen fünf Verhandlungsjahre gegründeten Entwurf für einen endgültigen Vertrag. Obwohl
alle Nationen einschließlich der Vereinigten Staaten
Vorbehalte gegenüber bestimmten Textabschnitten
zum Ausdruck gebracht haben, besteht Konsens, daß
der Vertragsentwurf die Grundlage für den erfolgreichen Abschluß der Uruguay-Runde bilden kann. Es
muß jedoch noch ein beachtliches Stück Arbeit geleistet werden, nicht zuletzt im Bereich von Verpflichtungen beim Marktzugang, wo die Nationen bestimmte
Verpflichtungen zur Senkung der tarifären und nichttarifären Handelshemmnisse eingehen und den dauerhaften Zugang für ausländische Anbieter von Dienstleistungen sicherstellen müssen.
Ein umfassendes Paket der Uruguay-Runde könnte
für die US-Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren
einen Aufschwung in Höhe von 1 Billion Dollar bedeuSeite 2

B. Regionale und bilaterale Initiativen

NAFTA: Die ehrgeizigste in die Wege geleitete regionale Initiative sind unsere Verhandlungen über ein
trilaterales Freihandelsabkommen mit Kanada und
Mexiko. Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) wird 360 Millionen Menschen mit einer
Gesamtproduktion von über 6 Billionen Dollar einbeziehen.
Die Verbesserung des Lebensstandards in Nordamerika gereicht zu unserem Vorteil. Die amerikanischen
Waren machen nicht nur 70 Prozent der Gesamtimporte Mexikos aus, sondern die Mexikaner konsumieren auch mehr amerikanische Produkte pro Person als
die europäischen oder japanischen Verbraucher (1991
im Wert von rund 28 Milliarden Dollar). Je weiter
Mexiko wächst, desto mehr amerikanische Exporte
werden in Mexiko konsumiert und desto mehr exportbezogene Arbeitsplätze werden dort geschaffen.
Ein Freihandelsabkommen wird zur Aufrechterhaltung
und Verbesserung der von Präsident Salinas verabschiedeten wachstumsorientierten Maßnahmen beitragen. Dauerhaftes Wirtschaftswachstum in Mexiko
wird Arbeitsplätze für Mexikaner schaffen und den
Druck zur Auswanderung mildern. Zunehmender
Wohlstand wird auch uns Ressourcen zur Bekämpfung gemeinsamer Probleme wie Umweltverschmutzung und Drogenhandel sowie zur Verbesserung der
gemeinsamen Infrastruktur wie Straßen, Brücken und
Müllentsorgungsanlagen an die Hand geben.
Dank harter Arbeit haben die drei Parteien einen
fundierten, jedoch mit zahlreichen Klammern versehenen Text über ein künftiges NAFTA-Abkommen erarbeitet. In den nächsten Wochen und Monaten werden
wir unsere Arbeit mit dem Kongreß, mit unseren privatwirtschaftlichen Beratern und mit der Öffentlichkeit
fortsetzen, um Problembereiche auszumachen und
Strategien zur Erarbeitung eines endgültigen Abkommens zu entwerfen. Geschwindigkeitsoll einem guten
Abkommen nicht im Wege stehen, aber wir wollen das
Abkommen auch so rasch wie möglich zum Abschluß
bringen, damit wir bald davon profitieren können.
Die Initiative zur Förderung der Privatwirtschaft
in den Ländern Amerikas (EAI): Im Juni 1990 legte
der Präsident seine Vision eines Freihandelsgebiets
von Alaska bis Argentinien dar, mit dem die beiden
Teile Amerikas durch Handel und Wohlstand einander
nähergebracht werden sollen. Die Vision des PräsiAMERIKA DIENST 9

�denten wurde mit Enthusiasmus begrüßt. Seit damals
haben die Vereinigten Staaten Rahmenabkommen zu
Handel und Investitionen (entweder einzeln oder kollektiv) mit 31 ihrer Nachbarstaaten abgeschlossen.
Die EAI zielt darauf ab, den sich in Lateinamerika und
der Karibik vollziehenden dramatischen Umbruch zu
offenen Marktwirtschaften, freiem Handel und begrenzteren staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft zu
fördern. Praktisch jede bedeutende Volkswirtschaft in
der Region hat Handels- und Investitionshemmnisse
beseitigt, und die amerikanischen Exporte in die Region (mit Ausnahme Mexikos) haben sich insgesamt
von 31 Milliarden im Jahr 1986 auf 53 Milliarden 1990
erhöht. Das "verlorene Jahrzehnt" der achtziger Jahre
wird in Lateinamerika und der Karibik vergessen sein,
wenn es uns gelingt, diese neuen Chancen zu ergreifen und ein gesünderes Verhältnis zwischen Handel
und Investitionen aufzubauen. Die EAI hat genau das
zum Ziel, und wir beabsichtigen, im Jahr 1992 auf
dieser Grundlage aufzubauen.
Gesetz über Handelspräferenzen für die
Andenstaaten (ATPA): Eine weitere Initiative des
Präsidenten zur Erweiterung des Handels in der Region ist das ATPA, mit dem Produkten aus den Andenstaaten, die den Drogenhandel bekämpfen, besserer
Zugang zu unseren Märkten gewährleistet wird. Dank
der Mitarbeit des Kongresses wurde die GesetzesvorIage1991 verabschiedet. 1992 werden wir die in Frage
kommenden Andenstaaten ermutigen, die Bedingungen des ATPA zu erfüllen und sich die Chancen des
ATPA zunutze zu machen.
Pazifisches Becken
Japan: Wie schon durch die Reise des Präsidenten
nach Japan im Januar verdeutlicht wurde, wird der
weiteren Erschließung des zweitgrößten Industrielands der Welt von der Administration nach wie vor
höchste Priorität eingeräumt.
Unsere Handelspolitik gegenüber Japan wird auf vier
Ebenen fortgesetzt. Erstens werden wir im Jahr 1992
eine Vereinbarung über die Marktöffnung für Papierprodukte anstreben (ein Markt von 65 Milliarden Dollar). Wir sehen ferner einer kartellrechtlichen Überprüfung in den Bereichen Papier, Flachglas, Automobile
und Autoteile entgegen. In jedem dieser Sektoren
haben amerikanische Erzeugnisse ihre internationale
Wettbewerbsfähigkeit bewiesen, jedoch haben Handelsschranken und die Praxis von Absprachen auf
dem japanischen Markt amerikanische Anbieter behindert oder ausgeschlossen.
Diese Verhandlungen werden andere unter Präsident
Bush ausgehandelte sektorale Vereinbarungen ergänzen, darunter Vereinbarungen über Mobiltelephone, Mobilfunk, Holzprodukte und unlängst das Abkommen über die staatliche Beschaffung von Computern.
Diese Vereinbarungen haben bereits zusätzliche
Umsätze in Millionenhöhe zur Foige gehabt.
AMERIKA DIENST 9

Zweitens werden wir auf den von Premierminister
Miyazawa gegenüber Präsident Bush eingegangenen
Verpflichtungen zur Stärkung und Erweiterung der
Initiative gegen strukturelle Hemmnisse (Structural
Impediments Initiative - SM) aufbauen. Die Sil liefert
einen systematischen Ansatz zur Öffnung des japanischen Marktes. Sie hat der japanischen Kommission
für fairen Handel bereits ein verbessertes Instrumentarium zur Verfügung gestellt, um die japanischen
Gesetze gegen Monopole durchzusetzen, zur Aufhebung von Schranken geführt, die 'Toys R Us" und
andere große Einzelhandelsketten an der Niederlassung in Japan hinderten, und zusätzliche Nischen für
private ausländische Investoren geschaffen.
Drittens werden wir im Rahmen der Uruguay-Runde
weiterhin auf verbesserten Zugang zum japanischen
Markt drängen. Wir fordern Japan auf, sich unseren
Vorschlägen beispielsweise zum Abbau von Zöllen auf
Nichteisenmetalle und Holzprodukte anzuschließen
und streben im Rahmen der Verhandlungen über
Zugang zum Dienstleistungsmarkt verbesserten Zugang zu Finanz- und juristischen Dienstleistungen an.
Der Entwurf der Schlußakte der Uruguay-Runde enthält wichtige Regelungen für amerikanische Interessen, darunter das Recht für Inhaber von Urheberrechten an audio-visuellem Material, den Verleih ihrerTonund Filmaufzeichnungen zu kontrollieren.
Schließlich werden wir mit der japanischen Regierung
bei deren weiteren Bestrebungen zur Öffnung der
verschlossenen Industriemärkte des Landes zusammenarbeiten. Die japanische Regierung hat jahrelang
Importe behindert und Partnerschaften zwischen japanischen Unternehmen und ausländischen Anbietern
entmutigt. Heute muß die Regierung eine Führungsrolle beim Aufbrechen verkrusteter Gewohnheiten und
Praktiken spielen. Ihre neue Initiative "Global Business Partnership" hat zum Beispiel 23 amerikanischen
Gro ßunternehmen konkrete Verpflichtungen zur Erhöhung ihrer Importe um 10 Milliarden Dollar bis zum Jahr
1993 abgerungen. Dieser Ansatz ergänzt die dem
Präsidenten von der japanischen Automobilindustrie
zugestandenen Verpflichtungen, ihre Ankäufe ausländischer Automobile und Autoteile in den nächsten drei
Jahren um 10 Milliarden Dollar zu steigern.
China: Im vergangenen Jahr haben wir gemäß Abschnitt 301 des Handelsgesetzes zwei Überprüfungen
gegen die Volksrepublik China eingeleitet - eine zum
mangelhaften Schutz von Urheberrechten, Patenten
und sonstigen Rechten an geistigem Eigentum, die
andere zu Marktzugangsbeschränkungen, darunter
hohe Zölle, Quoten und mangelnde Transparenz von
Bestimmungen. Die Verhandlungen über geistiges
Eigentum wurden mit einer am 17. Januar 1992 unterzeichneten Regierungsvereinbarung erfolgreich abgeschlossen. Nach ihrer Verwirklichung und Durchsetzung wird diese Vereinbarung den Schutz von Patenten, Urheberrechten und Betriebsgeheimnissen sowie
die rechtliche Durchsetzung von Rechten an geistigem
Seite 3

�Eigentum in China verbessern. Insbesondere die
pharmazeutische und Computerindustrie der Vereinigten Staaten werden von dieser Vereinbarung profitieren.

strument verbesserter wirtschaftlicher Zusammenarbeit im Pazifischen Becken dienen kann, wie etwa der
Prozeß der asiatisch-pazifischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit (APEC).

Die Verhandlungen über Marktzugang müssen spätestens am 10. Oktober 1992 abgeschlossen sein.
Während die chinesische Regierung beim Abbau einiger Handelshemmnisse Fortschritte gemacht hat,
einschließlich des Abbaus von Zöllen auf eine kleine
Kategorie von Waren und der Veröffentlichung einiger
ihrer Handelsgesetze, müssen noch ernsthafte Probleme aus dem Weg geräumt werden. Es bestehen
weiterhin hohe Zölle auf ein breites Spektrum amerikanischer Waren, Importlizenzen und Quoten sind immer
noch gültig, amerikanische Produkte werden weiterhin
diskriminierenden Normen unterworfen, und das chinesische System entbehrt der Transparenz im Hinblick auf die Verkündung und Anwendung von Handelsgesetzen und -Verfügungen. Alle diese Faktoren
müssen angesprochen werden, um die Überprüfung
erfolgreich abzuschließen.

Europa und der Mittelmeerraum

Neben diesen Untersuchungen nach Abschnitt 301
werden US-Zollbehörde und USTR weiter ermitteln
und Maßnahmen ergreifen, um Betrügereien im Textilbereich zu verhindern. Zusammen mit anderen
Behörden werden sie sich bemühen, das Problem der
von Häftlingen produzierten Waren zu behandeln.
Wir werden weiterhin mit unseren Handelspartnern
zusammenarbeiten, um den chinesischen Antrag auf
Mitgliedschaft im GATT zu prüfen.
Asien/Pazifik: Das Handelsprogramm der BushAdministration im Hinblick auf Asien und die Pazifikregion verfolgt zwei Ziele: 1) die Verbesserung des
Marktzugangs für Exporte amerikanischer Waren und
Dienstleistungen, und 2) die Emutigung von Ländern
der Region zur Einhaltung multilateraler Handelsvorschriften und Disziplinen bei der täglichen Abwicklung
ihrer handelspolitischen Maßnahmen und Praktiken.
Für den erfolgreichen Abschluß der Uruguay-Runde
benötigen wir die aktive Beteiligung Koreas sowie der
sechs Staaten des Verbands südostasiatischer Staaten (ASEAN) - Thailand, Indonesien, Malaysia, die
Philippinen, Brunei und Singapur -, insbesondere bei
den Verhandlungen über Marktzugang. Wir messen
der Verwirklichung unserer Vorschläge zum Abbau
von Zöllen mit ASEAN sowie eines verstärkten Zugangs zu ihren Dienstleistungsmärkten, insbesondere
den Finanzdienstleistungen, große Bedeutung bei.
Zu unseren langfristigen Zielen gehören: Mitgliedschaft Koreas in der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Beteiligung Taiwans am GATT, die Beendigung des Entwicklungslandstatus für die ASEAN-Staaten sowie die
Schaffung einer regionalen Organisation, die als In-

Seite 4

Die Europäische Gemeinschaft (EG): Die aus zwölf
Ländern bestehende EG bleibt insgesamt unser wichtigster Handelspartner und Standort für den Großteil
unserer Investitionen in Übersee. Seit 1983 erzielen
die Vereinigten Staaten gegenüber der EG einen kleinen aberwachsenden Handelsüberschuß.
Unser wichtigstes Ziel gegenüber der EG wird im Jahr
1992 der angestrebte Abschluß der Uruguay-Runde
sein. Im Gegensatz zum Eindruck der Öffentlichkeit
haben die Vereinigten Staaten und die EG in der
Runde viel gemeinsam, darunter den Wunsch nach
stärkerem Schutz der Rechte an geistigem Eigentum
in den Entwicklungsländern, den Bedarf nach soliden
Verpflichtungen für weltweiten Marktzugang bei Waren und Dienstleistungen sowie den Wunsch zur Aufrechterhaltung strenger Vorschriften gegen Dumping.
Aber wir haben auch Meinungsverschiedenheiten, die
einen Verzögerungseffekt hatten.
Eine Reihe von sektorspezifischen Handelsproblemen
müssen mit Europa dringend behandelt werden. Wir
werden sowohl bilaterale Lösungen als auch Lösungen im Rahmen der Uruguay-Runde anstreben. Zu
unseren Anliegen gehören: staatliche Subventionen
für den Verkehrsflugzeugbau, Stahlproduzenten und
Schiffbauer, unfaire Unterstützung des Ölsaatenbereichs der EG, EG-Quoten, die die Ausstrahlung
amerikanischer Filme durch europäische Fernsehsender beschränken, staatliche Telekommunikations- und
Stromversorgungsunternehmen, die ausländische
Produkte ausgrenzen sowie Schranken gegen amen-1
kanische Lieferanten von Waren und Dienstleistungen
im Telekommunikationswesen.
Der EG-Binnenmarkt soll bis zum 31. Dezember 1992
verwirklicht sein, obwohl einige entscheidende Komponenten bis dahin noch nicht in die Praxis umgesetzt
sein werden. Über unsere normale Überprüfung der
Richtlinien für den EG-Binnenmarkt hinaus werden wir
dieses Jahr der Aushandlung akzeptablen Zugangs zu
den künftigen europäischen Regelungen in bezug auf
Normen, Erprobung und Zulassungsbestimmungen
Priorität einräumen.
Mittel- und Osteuropa: Wir werden uns weiterhin
bemühen, den aufstrebenden Demokratien in Mittelund Osteuropa sowie der ehemaligen Sowjetunion zu
helfen, indem wir die beiderseitigen Handelsmöglichkeiten erweitern. Der Präsident hat am 30. März 1991
eine Initiative zur Förderung des Handels verkündet.
Eine der darin enthaltenen Maßnahmen ist die zollfreie
Behandlung zusätzlicher Exporte aus diesen Ländern

AMERIKA DIENST 9

�nach dem Allgemeinen Präferenzsystem. Die Überprüfung wird im April beendet und veröffentlicht werden. Unser Ziel besteht darin, diese Staaten in das
offene Welthandelssystem einzugliedern und Wachstum durch Handel zu fördern.
Der Mittelmeerraum: Die Administration verfolgt in
der Region eine Reihe von Prioritäten, darunter die
Stärkung des unzureichenden Schutzes der Rechte
an geistigem Eigentum in der Türkei, die Verbesserung unseres Freihandelsabkommens mit Israel sowie
die Erweiterung unserer Handelsmöglichkeiten mit der
arabischen Welt, indem wir uns das durch Operation
Wüstensturm geschaffene positive Klima zunutze
machen.
Afrika, Vorder- und Mittelasien
Die Administration muß im Rahmen von Abschnitt 301
des Handelsgesetzes bis zum 26. Februar 1992 eine
Überprüfung des fehlenden Schutzes für Rechte an
geistigem Eigentum in Indien durchführen. Zwar wurden

in den Bereichen Urheberrechte und Warenzeichen
Fortschritte erzielt, aber in der Frage des ausreichenden Patentschutzes in der indischen Gesetzgebung
differieren unsere ansichten weiterhin erheblich.
Im Hinblick auf Afrika wünscht die Administration die
Ausweitung von bilateralem Handel und Investitionen.
Die auf dem afrikanischen Kontinent stattfindenden
Veränderungen sind in vielfacher Hinsicht ebenso
tiefgreifend wie die in der ehemaligen Sowjetunion. Im
Jahr 1992 wird die Bush-Administration weiterhin Mittel und Wege suchen, um den Zugang für amerikanische Waren und Dienstleistungen zu verbessern und
die wirtschaftlichen Bindungen zu Ländern zu verstärken, die sich von Jahrzehnten der Mißwirtschaft und
sozialistischen Politik befreien.
C. Sektorale Verhandlungen und die Umwelt
Das Stahlliberalisierungsprogramm des Präsidenten: Die Bush-Administration ist entschlossen, den
Marktkräften im Stahlbereich erneut Geltung zu verschaffen und unfaire Handelspraktiken, wie etwa staatliche Subventionen, abzubauen. Die Selbstbeschränkungsvereinbarungen - die den Handel mit Stahl über
sieben Jahre lang geregelt haben - werden am 31.
März 1992 auslaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt hoffen
die Vereinigten Staaten ein Multilaterales Stahlabkommen mit 30 anderen Staaten (die über 90 Prozent des
Stahlhandels repräsentieren) abgeschlossen zu haben, das die meisten Subventionen im Stahlbereich
untersagen, tarifäre und nichttarifäre Handelsschranken beseitigen und einen wirksamen Schlichtungsmechanismus enthalten würde. Ohne ein solches Abkommen werden sich die amerikanischen Firmen zur
Bekämpfung unfairer ausländischer Stahlhandelspraktiken erneut auf die amerikanischen Handelsgesetze
verlassen.

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Verkehrsflugzeug- und Schiffbau: Die Administration möchte so bald wie möglich die Verhandlungen mit
dem Airbus-Konsortium (EG, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien) abschließen, um den
Verkehrsflugzeugsektor den Regeln und Disziplinen
des Markts zu unterwerfen. Unser Ziel ist es, zunächst
- vorzugsweise bis April - ein Abkommen mit den
Airbus-Staaten abzuschließen und die Regeln danach
multilateral auszudehnen. Diese würden Begrenzungen der Subventionen für Forschung und Entwicklung,
ein Verbot von Produktionssubventionen und einen
Schlichtungsmechanismus vorsehen.
Die Administration möchte in der ersten Hälfte 1992
ähnliche Verhandlungen mit den wichtigsten Schiffbaunationen der Welt abschließen.
Textilien und Bekleidung: Die vierte und jüngste
Verlängerung des Mehrfaserabkommens (MFA) - das
etwa 80 Prozent unserer Textil- und Bekleidungsimporte regelt - wird am 31. Dezember 1992 auslaufen.
Bis dahin hoffen wir ein neues System ausgehandelt
zu haben: Im Rahmen der Uruguay-Runde würden die
Vereinigten Staaten einwilligen, das MFA schrittweise
abzubauen und Textilien/Bekleidung den normalen
Regeln des GATT zu unterwerfen.
Die Umwelt und andere neue Fragen: Überschneidungen zwischen umweltpolitischen Aktionen und
Handelsmaßnahmen treten immer häufiger auf. Bestimmte Programme - etwa das amerikanische Einfuhrverbot für Thunfisch, bei dessen Fang auch Delphine getötet werden, oder das EG-Einfuhrverbot für
Pelze von Tieren, die mit Eisenfallen gefangen wurden
- können unerwartete Auswirkungen auf den Handel
haben. Das Einfuhrverbot für Thunfisch wurde bereits
vom GATT angefochten. Darüber hinaus gibt es
verschiedene internationale Umweltabkommen, die
bei Nichteinhaltung handelspolitische Strafmaßnahmen vorsehen.
Im vergangenen Jahr haben die Vereinigten Staaten
und andere Länder die GATT-Arbeitsgruppe zu
Umweltfragen gestärkt. Diese wird die in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geleistete Arbeit zu Handel und
Umwelt ergänzen. Die Administration hat ferner eine
Reihe von Umweltexperten zu Mitgliedern unserer
Beratungsgremien für Handelsgespräche ernannt.
Im Laufe des Jahres 1992 werden die Vereinigten
Staaten mit ihren Partnern zusammenarbeiten, um zu
gewährleisten, daß Umweltprogramme und Handelspolitik weiterhin in Einklang stehen. Die Arbeit im
GATT wird ebenso weitergeführt wie in den Vereinten
Nationen und gemäß anderen internationalen Konventionen wie dem Montrealer Protokoll über den Abbau
der Ozonschicht und der Konvention über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten.

Seite 5

�Die Vereinigten Staaten müssen nach besseren Mitteln suchen, um der steigenden Zahl von Beschwerden nachzugehen, die sich aus den unterschiedlichen
weltweit gültigen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ergeben. Die Exporte zahlreicher landwirtschaftlicher Produkte der Vereinigten Staaten wurden zum
Beispiel durch variierende, gelegentlich willkürliche
Hygienevorschriften blockiert. Dem steht jedoch die
erforderliche Aufrechterhaltung der Rechte von Bundesregierung und Einzelstaaten entgegen, Hygieneund Sicherheitsvorschriften zu erlassen.
D. Durchführung der US-Handelsgesetze
1992 wird die Regierung mit Hilfe der US-Handelsgesetze ihre bilateralen, regionalen und multilateralen
Initiativen vervollständigen, um Märkte zu öffnen und
fairen Handel zu gewährleisten. Dazu zählt die vollständige Durchführung des Handelsgesetzes von 1988,
einschließlich seiner Bestimmungen zum Schutz der

Rechte an geistigem Eigentum, Telekommunikation
und staatliche Beschaffung auf eine Art, die den handelspolitischen Zielen der Vereinigten Staaten Rechnung trägt.
Femer werden die Vereinigten Staaten Marktöffnungsvereinbarungen eingehend beobachten, die im vergangenen Jahr unter Abschnitt 301 ausgehandelt wurden
und Verhandlungen über Fragen weiterführen, die
gegenwärtig unter Abschnitt 301 beantragt werden.
Unser Handelsprogramm wird weiterhin international
anerkannte Arbeitnehmerrechte auf der ganzen Welt
fördern.
Schließlich werden die Antidumping- und Ausgleichszollvorschriften, die Meistbegünstigungsklausel und
die Handelsgesetzbestimmungen zum Schutz der nationalen Sicherheit nach bestem Wissen und Gewissen angewandt.

* * * * *

Seite 6

AMERIKA DIENST 9

�GUS-HILFE
4. März 1992

AKTION HOFFNUNG BEENDET PARTNERSCHAFT BEGINNT
Luftbrücke durch Lieferungen per Schiff, Straße und Schiene abgelöst
WASHINGTON - (AD) - Die Aktion Hoffnung, eine
amerikanische Luftbrücke, mit der etwa 2.000 Tonnen
humanitärer Hilfsgüter in die ehemalige Sowjetunion
geliefert wurden, hat ihre Mission erfolgreich abgeschlossen und mit den Worten ihres amerikanischen
Koordinators "den Weg für Folgeaktionen massiven
Ausmaßes" bereitet.
Zwei Wochen lang legten Besatzungen der amerikanischen Luftwaffe mit 65 Flugzeugen der Typen C-5 und
C-141 nahezu 640.000 Kilometer zurück, um dringend
benötigte Hilfsgüter - darunter 16 Millionen Mahlzeiten
- aus den Vereinigten Staaten, Deutschland und der
Türkei zu 24 Orten in 11 Mitgliedstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zu transportieren.
Für US-Botschafter Richard Armitage, den Vor-OrtKoordinator der Aktion, stellt das Ende der Luftbrücke
am 26. Februar 1992 den Beginn einer Partnerschaft
nicht nur zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, die in diesem Zusammenhang Hilfe leisteten, sondern auch zwischen privaten Hilfsorganisationen und der US-Regierung dar. Eine neue Partnerschaft wurde Armitage zufolge auch zwischen den
Vereinigten Staaten und der GUS eingeleitet, als zwei
riesige russische Transportflugzeuge des Typs Antonow 124 - die größten der Welt - am letzten Tag der
Luftbrücke Paletten mit Hilfsgütern in Frankfurt abholten.
"Wir haben den Menschen in den neuen unabhängigen
Staaten gezeigt, daß sich die Vereinigten Staaten als
Partner voll und ganz an den wirklich internationalen
Bemühungen zur Milderung und Beseitigung der Not
beteiligen", erklärte Armitage. "Wir haben den Weg für
Folgeaktionen massiven Ausmaßes bereitet." So stellte
das Landwirtschaftsministerium beispielsweise große
Mengen an Nahrungsmitteln wie Mehl, Säuglingsnahrung und Reis für den Transport in die ehemaligen
Sowjetrepubliken bereit.

AMERIKA DIENST 9

Die Vereinigten Staaten werden "der Gemeinschaft
Unabhängiger Staaten weiterhin beim Übergang zu
mehr politischer und wirtschaftlicher Freiheit zur Seite
stehen", so Pentagon-Sprecher Pete Williams, und
"mit anderen Staaten zusammenarbeiten, die zum
Erfolg dieser Aktion beigetragen haben".
Armitage verwies darauf, daß langfristig "Flugzeuge
nicht die Lösung darstellen... weil man so einfach nicht
genug Fracht transportieren kann". In Zukunft werden
die meisten humanitären Hilfsgüter per Schiff, Schiene
oder Straße in die ehemaligen Sowjetrepubliken geliefert werden - ein langsameres, aber preiswerteres
Verfahren als der Lufttransport. 14.000 Tonnen überschüssiger Nahrungsmittelrationen aus Beständen des
US-Verteidigungsministeriums wurden bereits in Pisa
für künftige Lieferungen bereitgestellt, die Anfang Juni
erwartet werden.
Armitage betonte jedoch, er werde die Möglichkeit
gelegentlicher künftiger Lufttransporte verderblicher
Güter, etwa von Medikamenten, nicht ausschließen,
da die medizinische Situation in der GUS "außerordentlich schlecht ist". Bis heute wurden dort medizinische Güter im Wert von 22,9 Millionen Dollar verteilt,
und weitere Lieferungen in Höhe von 17 Millionen
Dollar stehen bereit. Die American Hospital Association (AHA) und die US-Regierung arbeiten bereits
gemeinsam an einem Überprüfungssystem für von
Mitgliedskrankenhäusem der AHA unlängst angebotenen Medikamenten und Materialien.
Am letzten Tag der Luftbrücke dankte die Sozialministerin der Russischen Föderation, Ella Alexandrowna
Pamfilowa, mit folgenden Worten: "Wir wissen die
Hilfe und Sympathie außerordentlich zu schätzen, die
uns von den Bürgern der Vereinigten Staaten, Deutschlands und anderer Länder zuteil wird", erklärte sie. "Wir
sind mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, und
wir machen nach wie vor Fehler, weil unser Weg zur
Demokratie sehr schwierig ist. Wir sind jedoch davon

Seite 1

�überzeugt, daß wir mit Ihrer Hilfe und... Sympathie in
der Lage sein werden, diese Schwierigkeiten früher zu
überwinden, als uns dies allein möglich wäre."

Agency, American Orthodox Church, CARE, CitiHope
International, Mercy Corps International, die Heilsarmee und das Rote Kreuz.

Amerikanische Teams, die die am 10. Februar begonnene Hilfsaktion organisierten, fanden rasch heraus,
daß verschiedene Städte gegensätzliche Bedürfnisse
und unterschiedliche Prioritäten hatten. Während zum
Beispiel in St. Petersburg Milch besonders wichtig war,
war in Aschchabad der Bedarf an Medikamenten größer als der an Nahrungsmitteln. Armitage zufolge
waren die Bürger von Aschchabad froh über die Lieferungen und stellten fest, daß bisher immer "Moskau
alles bekommen hat". Die psychologische Wirkung
der Lieferungen war fast ebenso wichtig wie die Güter
selbst, erklärte er.

Während der Luftbrücke brachten die Russen häufig
ihr Erstaunen über so viele amerikanische Frauen in
Uniform zum Ausdruck. Leutnant Stephanie
Hofcombe
erklärte, man habe ihr gesagt, russische Frauen dürften beim Militär Bürotätigkeiten ausüben, aber nicht als
Flugzeugbesatzung arbeiten, wie sie es während der
Luftbrücke beobachten konnten. Sowohl Pilot als auch
Dolmetscher an Bord des Flugzeugs nach Duschanbe
waren Frauen.

Jede Palette wurde mit einer Liste des Inhalts und ins
Russische übersetzten Anweisungen geliefert, um den
Empfängern die beste Verwendung der Güter zu erleichtern. "Eine ganze Reihe von Übersetzern haben
sehr hart gearbeitet, um zu erklären, was genau sich in
jeder dieser Lieferungen befindet", stellte Armitage
fest.
Die Luftbrücke flog folgende Ziele an: Eriwan (Armenien), Baku (Aserbaidschan), Bischkek (Kyrgysstan),
Aschchabad (Turkmenistan), Minsk (Weißrußland),
Taschkent (Usbekistan), Duschanbe (Tadschikistan),
Kischinew (Moldowa), Kiew, Charkow und L'wow
(Ukraine), Alma-Ata und Semipalatinsk (Kasachstan),
Moskau, St. Petersburg, Nowokusnetz, Kemerowo,
Perm, Jekaterinenburg, Tscheljabinsk, Archangelsk,
Ulan-Ude, Tschita und Irkutsk (Rußland). Obwohl
aufgrund der politischen Unruhen in Georgien keine
Hilfsgüter dorthin geliefert wurden, verprach Armitage,
daß dies in Zukunft der Fall sein werde.
Eine Reihe anderer Länder haben Spenden zu der
Hilfsaktion beigetragen, darunter Belgien, das Milch
beisteuerte, und Italien, das Orangen zur Verfügung
stellte. Deutschland, Japan, Katar, die Vereinigten
Arabischen Emirate und Norwegen spendeten Nahrungsmittel und Medikamente, Großbritannien Babynahrung und medizinische Hilfsgüter. Die Türkei,
Kanada, Frankreich, Portugal und Spanien leisteten
unterschiedliche Beiträge.
Zu den an der Verteilung beteiligten privaten Hilfsorganisationen zählen: the Diocese of the Armenian Church
of America, Catholic Relief Services, Worldvision Relief
and Development, Russian Winter Campaign,
Brother's
Brother Foundation, Sister Cities, American Jewish
Joint Development, Adventist Development Relief

* *

Seite 2

Major Susan Ives und Generalleutnant Albert Abramow, die hochrangigsten amerikanischen und russischen Offiziere, die die Lieferungen nach St. Petersburg koordinierten, erörterten die Rolle der russischen
weiblichen Militärs, die für gewöhnlich mit der Krankenfürsorge betraut werden. Ives stellte fest, sie sei
überrascht gewesen, daß sie beide angesichts der
noch vor einem Jahr gültigen militärischen Beschränkungen so ausführlich miteinander sprechen konnten.
Man habe die Möglichkeit gemeinsamer Ausbildungsprogramme für amerikanische und russische Offiziere
erörtert.
In einem kürzlich im Programm Press Conference
USA der Stimme Amerikas ausgestrahlten Interview
erklärte Armitage, die Vereinigten Staaten sähen ihre
Hilfe an die GUS als "Investition" in die Zukunft. Sollten
sich die Vereinigten Staaten je in einer Notlage befinden, hoffe er, die GUS würde ihre Hand in Freundschaft reichen. In seinen Gesprächen mit Ives brachte
Abramow seine Hoffnung zum Ausdruck, daß sich sein
Land eines Tages erkenntlich zeigen und den Vereinigten Staaten behilflich sein könne, sollten sie sich je
in einer Notlage befinden.
Auf lange Sicht, so Armitage, wird der Westen seine
Bestrebungen auf technische Hilfe für die GUS verlagern müssen. Wohin auch immer die amerikanischen
Teams reisten, stellten sie fest, daß "der Hunger und
Durst nach dem Know-how der technischen Hilfe noch
größer war" als der Bedarf an Nahrungsmitteln und
medizinischen Hilfsgütern.
Es liegt im Interesse der Vereinigten Staaten, des
Weltfriedens und der Stabilität, daß dem Kampf um
Demokratie Erfolg beschieden ist, fuhr Armitage fort.
Die humanitäre Hilfe der Vereinigten Staaten an die
GUS sind keine Almosen, betonte er. "Sie liegt im
nationalen Interesse."

* *

*

AMERIKA DIENST 9

�W A H L E N '9 2
4. März 1992

WICHTIGE ROLLE DES SÜDENS
AM "SUPERDIENSTAG"
Der Einfluß der konservativen Region

WASHINGTON - (AD) - Es ist nicht leicht, den amerikanischen Süden zu charakterisieren. Der sich vom
Atlantik im Westen zu den Bergen des westlichen
Texas erstreckende ungeheuer große Sonnengürtel
ist komplexer und vielschichtiger als der traditionell
ländliche "alte Süden" der Lieder und Legenden.
Es ist immer noch eine Region, in der Religion sehr
ernst genommen wird und das Militär großen Respekt
genießt - und wo man sich schnell und leicht kennenlernt. Aber der Zuzug von oftmals aus dem Norden
stammenden Außenseitern in die Städte, die Zunahme der Büroberufe und das Wachstum der Dienstleistungsindustrie sowie der steigende Einfluß schwarzer Wähler haben die Erwartungen im Süden verändert.
"Der Süden hat sich in den vergangenen 30 Jahren so
stark verändert," erklärt der Dozent an der University of
Mississippi, Charles Wilson Reagan, "daß Politik heute
viel komplizierter ist. Zwischen dem traditionellen
Süden und dem moderneren Süden findet ein Kampf
statt." Deshalb ist es für die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten schwierig, in der Region Fuß
zu fassen.
Bei den frühen Vorwahlen und Parteiversammlungen
im letzten Monat haben die Kandidaten in den kleineren nördlichen Bundesstaaten das praktiziert, was
Beobachter "bürgernahe Politik" nennen - von Angesicht zu Angesicht, im direkten Kontakt mit den Wählern. In New Hampshire konnten sie leicht die einzelnen Städte mit dem Bus abfahren und mit vielen
Wählern direkt sprechen.
Aber der Zeitplan der Vorwahlen erfaßt jetzt auch den
Hest des Kontinents, und die "bürgernahe Politik"
weicht der "Politik für die Masse" großangelegter
Werbefeldzüge, Briefsendungen und Marathonflugreisen zwischen vielen Staaten, in denen die Bürger
gleichzeitig wählen. Am vergangenen Wochenende

AMERIKA DIENST 9

haben sich die führenden Präsidentschaftskandidaten
der Demokraten zu drei verschiedenen Debatten getroffen - eine im Westen im gebirgigen Staat Colorado,
eine im Südstaat Georgia und eine im Osten, in Maryland. Politiker wenden einen Begriff ausdernationalen
Basketballliga an, um das Tempo der Kampagne zu
beschreiben - "March madness".
Am 10. März, dem "Superdienstag", werden in Texas,
Florida, Louisiana, Mississippi, Oklahoma, Tennessee, Massachusetts und Rhode Island die Vorwahlen
und in Missouri, Delaware und auf Hawaii die Parteiversammlungen stattfinden. (Sieben dieser 11 Staaten liegen im Süden oder an der Grenze zum Süden).
Davor findet am 3. März der "Juniordienstag" statt, an
dem in Georgia, Maryland und Colorado Vorwahlen
und in Utah und Washington die Parteiversammlungen
sowohl der Demokraten und als auch der Republikaner, in Idaho und Minnesota nur die Versammlungen
der Demokraten, stattfinden (in diesen beiden Bundesstaaten werden die republikanischen Parteiversammlungen zu einem späteren Zeitpunkt abgehalten). Zwischen diesen beiden Terminen führt South
Carolina am 7. März seine Vorwahlen durch, und an
diesem Datum finden in Arizona und Wyoming Parteiversammlungen statt, die in Nevada erst am 8. März
abgehalten werden.
Nach dem Superdienstag werden die beiden wichtigsten politischen Parteien über ein Drittel der Delegierten für ihre nationalen Nominierungskonvente ausgewählt haben.
Der Superdienstag wurde von Politikern im Süden ins
Leben gerufen, die das Konzept des "starken Südens"
wieder einführen wollten, das Mitte des Jahrhunderts
zu bröckeln begann. Die Wähler im Süden erinnerten
sich immer noch daran, daß die republikanische Partei
den Norden im Bürgerkrieg vor 80 Jahren angeführt
hatte und stimmten deshalb für die Demokraten. Aber
obwohl sie in den letzten Jahren auf kommunaler und
Seite 1

�bundesstaatlicher Ebene vorwiegend Demokraten
gewählt haben, entschieden sie sich für republikanische Präsidentschaftskandidaten.
Wenn alle Staaten des Südens sich zusammenschlössen und ihre Vorwahlen am gleichen Tag abhielten,
würden sie den Parteivorsitzenden zufolge einen einzigen demokratischen Kandidaten aus ihrer Region
unterstützen, ihn durch die Partei nominieren lassen
und ins Weiße Haus katapultieren.
1988 hielten die Demokraten am Superdienstag in 20
Bundesstaaten Vorwahlen oder Parteiversammlungen ab. Aber das Ereignis konnte ihre Erwartungen
nicht erfüllen. Der Senator aus Tennessee, Albert
Gore, war ihr Wunschkandidat und siegte mehrmals
im Süden, was jedoch nicht ausreichte und zum Scheitern seiner Kampagne führte. Auf der Seite der
Republikaner gewann Präsident Bush an diesem Tag
soviele Vorwahlen, daß ihm die Nominierung durch
seine Partei sicher war.
In diesem Jahr wurde der Superdienstag in seiner
Bedeutung etwas heruntergeschraubt, und viele Staaten im Süden entschieden gegen eine Teilnahme an
einer regionalen Vorwahl. Georgia verlegte seine
Vorwahl vor, und einige andere Staaten wie Alabama,
Arkansas, Kentucky und North Carolina halten ihre
Vorwahlen später ab. Aber Texas und Florida, zwei
der bevölkerungsreichsten Bundesstaaten des Landes, bleiben beim Superdienstag, der immer noch ein
wichtiges Ereignis des Wahlkampfes ist.
An diesem Tag wird die Stärke aller Kandidaten gemessen, insbesondere die des einzigen Demokraten
aus dem Süden in diesem Jahr, dem Gouverneur von
Arkansas, Bill Clinton. Er ist der angebliche Spitzenreiterunterden demokratischen Kandidaten insbesondere im Süden, aber das muß sich noch bei einer
Vorwahl oder Parteiversammlung erweisen - bis jetzt
war er in Kontroversen über seinen Kriegsdienst und

angebliche Eheprobleme verwickelt. Clinton hat die
Unterstützung vieler Politiker im Süden, aber zum Sieg
benötigt er die Förderung sowohl der schwarzen wie
der weißen Wähler. Die Wahlbeteiligung der Schwarzen wird erwartungsgemäß nicht so hoch sein wie
1988, als für den Bürgerrechtskandidaten Reverend
Jesse Jackson Unterstützung mobilisiert wurde.
Am Superdienstag wird sich auch erweisen, ob der
frühere Gouverneur von Massachusetts, Paul Tsongas, außerhalb seines Heimatstaats Neuengland
gewinnen kann und ob der Sieg des Senators von
Nebraska, Bob Kerrey, bei den Vorwahlen in South
Dakota diesem Auftrieb gegeben hat.
Bei den Republikanern wird Bush seine Beziehung
zum Süden ins Spiel bringen. Er ist zwar in Neuengland geboren und zur Schule gegangen, war aber
Geschäftsmann und Kongreßabgeordneter in Texas
und hat immer noch einen Wohnsitz in Houston. Nach
seinem überwältigenden Sieg am Superdienstag 1988
gibt es keine Anzeichen, daß er in den wohlhabenden
südlichen Vororten an Unterstützung verliert, und Bush
will sich von einer Rebellion der Wähler in dem von der
Rezession betroffenen Hew Hampshire erholen. Der
Süden mit seiner stärkeren Wirtschaft gilt als friedlicheres Territorium für den Präsidenten.
Aber sein konservativer Herausforderer, Patrick Buchanan, rekrutiert andere Wählergruppen. Derfrühere
Ku-Klux-Clan-Führer David Duke ist ein weiterer Stachel in Bushs Fleisch. Sein Name wird bei allen
Vorwahlen am Superdienstag auf dem Stimmzettel
erscheinen. Viele der südlichen Bundesstaaten haben
offene Vorwahlen, das heißt, die Wähler können zwischen einem demokratischen oder republikanischen
Stimmzettel wählen, ohne der betreffenden Partei
angehören zu müssen. Buchanan und Duke hoffen
auf die Unterstützung konservativer Demokraten und
unabhängiger Wähler, die vom Präsidenten desillusioniert sind.

* * * * *

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AMERIKA DIENST 9

�UMWELT
4. März 1992

USA FORDERN INTEGRIERTE UMWELTSTRATEGIEN
Anhörung vor dem Kongreß
WASHINGTON - (AD) - Die Erarbeitung globaler, regionaler und nationaler Strategien zum Schutz der Umwelt
bei gleichzeitiger Förderung der Wirtschaftsentwicklung ist einem Vertreter des US-Außenministeriums zufolge
das "Hauptziel" der bevorstehenden Umweltkonferenz.
"Durch Zusammenarbeit können die Nationen der Welt grö ßere Fortschritte zur Verwirklichung einer umweltverträglichen Entwicklung machen als wenn jeder einzelne seine Programme durchführt", erklärte der Abteilungsleiter für Ozeane und internationale Umweltfragen, Curtis Bohlen, in einer Anhörung vor dem Kongreß am 26.
Februar 1992. Bohlen sprach in seiner Funktion als Leiter der US-Delegation für die Vorbereitung der UNOKonferenz über Umwelt und Entwicklung, die im Juni in Brasilien stattfinden soll.
Unterhändler aus über 150 Ländern versuchen, eine Vereinbarung über die Grundsätze zu erarbeiten, von denen
die Umwelt- und Wirtschaftsprogramme einzelner Länder und Nationen geleitet sein sollen, zum Beispiel Charta
Erde und Agenda 21 - ein Katalog von Maßnahmen, die jede Nation zur Förderung umweltverträglicher Entwicklung ergreifen würde.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Abteilungsleiter Bohlen im Wortlaut.
Herr Vorsitzender, ich danke für die Gelegenheit, die
Vorbereitungen der amerikanischen Delegation für die
UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung sowie
deren Bedeutung für die Vereinigten Staaten und ihre
Bürger zu erläutern. Die im allgemeinen als UNCED
bezeichnete Konferenz wird vom 1. bis 12. Juni 1992
in Rio de Janeiro stattfinden. Nächste Woche, am 2.
März, beginnt das vierte und letzte Treffen des Vorbereitungskomitees bei der UNO in New York.
Wir sehen uns in New York mit einer schwierigen
Aufgabe konfrontiert. Das Komitee muß alle zur
Verabschiedung in Rio vorgeschlagenen Dokumente
fertigstellen. Dazu zählen ein Aktionsprogramm mit
dem Titel "Agenda 21", ein Leitfaden für die nationalen
und internationalen Umwelt- und Entwicklungsbestrebungen bis zum 21. Jahrhundert, eine Erklärung der
allgemeinen Prinzipien sowie eine Erklärung der Prinzipien zum Schutz der Regenwälder. Diese sollen von
rund 160 Regierungen verhandelt werden. Die Fortschritte waren bisher verständlicherweise gering, da
solche Dokumente normalerweise einstimmig verabschiedet werden müssen. Bis heute wurde der Großteil der Entwürfe vom Sekretariat und nicht von den
Regierungen erstellt.
Darüber hinaus werden globale Konventionen über
Klima und Artenschutz zur Zeit in getrennten UNOKomitees verhandelt mit dem Ziel, sie bis zur Konferenz von Rio unterschriftsreif zu haben.

AMERIKA DIENST 9

Bedeutung der UNCED
Die Leistungen der UNCED können in der Tat etwas
bewirken. Trotz der zunehmenden Umweltschutzbestrebungen in den Vereinigten Staaten und im Ausland
und jahrzehntelanger Konzetration auf die Bedürfnisse der Entwicklungsländer waren die weltweiten Probleme der Armut und Umweltverschmutzung niemals
dringlicher. Das Hauptziel der UNCED besteht darin,
die Entwicklung globaler, regionaler und nationaler
Strategien zu verabschieden oder zu ermutigen, die
gleichzeitig der Umwelt und auch der Entwicklung
Rechnung tragen. Durch Zusammenarbeit können die
Nationen der Welt größere Fortschritte zur Verwirklichung einer umweltverträglichen Entwicklung machen
als wenn jeder einzelne seine Programme durchführt.
Dieser Grundsatz, daß alle Nationen - arm und reich eine dauerhafte Entwicklung anstreben sollten, verspricht mehrere Vorteile: effizientere Nutzung der
Ressourcen einschließlich Energie, wachsender Lebensstandard und die Aussicht, daß dieser Trend andauern
wird, bessere Gesundheit sowie das Aufhalten weiterer Umweltschäden.
Die Vereinigten Staaten werden auch materiell davon
profitieren. Umweltverträgliche Produkte, Dienstleistungen und Technologie werden im kommenden
Jahrhundert einen großen und zunehmenden Teil des
Welthandels ausmachen. Wir haben in dieser Hinsicht

Seite 1

�viel anzubieten und sollten die sich durch den Übergang zu umweltverträglicher Entwicklung bietenden
wirtschaftlichen Chancen nutzen.

andere Länder sind wir der Meinung, daß die Prioritäten für dieses Programm auf nationaler Ebene gesetzt
werden müssen.

Dauerhafte Entwicklung

Die erfolgreiche Verwirklichung der Agenda 21 wird
nach unserer Auffassung einen demokratischen Prozeß erfordern - die Beteiligung der Öffentlichkeit an
politischen Entscheidungen. Ebenso kann eine kontinuierliche Entwicklung nicht ohne die Überzeugung
und Beteiligung des Privatsektors und das Vertrauen
auf Marktmechanismen erzielt werden. Wir arbeiten
daran, daß die UNCED-Dokumente insgesamt diese
Grundsätze widerspiegeln.

Ich möchte kurz erklären, was ich unter dauerhafter
Entwicklung verstehe. Es handelt sich hierbei nicht um
ein weiteres Auslandshilfekonzept, nicht nur eine andere
Variante dessen, wie die reichen Nationen mit den
Entwicklungsländern umgehen. Im Idealfall würde
dadurch sowohl die Planung der Investoren aller Größenordnungen und Nationalitäten beeinflußt, vom
einzelnen Landwirt bis zu multinationalen Unternehmen als auch die Art und Weise, in der Regierungen
auf allen Ebenen Entscheidungen treffen und Ausgaben tätigen.
Eine kontinuierliche Entwicklung erfordert eine langfristige Perspektive: Wo wird Los Angeles in 20 oder 50
Jahren sein Trinkwasser herbekommen? Wie wird die
Welt ihre gegenwärtige Abhängigkeit vom ÖL überwinden und den Energiebedarf einer steigenden und
wohlhabenderen Bevölkerung decken? Wie werden
sich die Menschen in Bangladesh ernähren, wenn sie
keine Almosen entgegennehmen, sondern ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen? Diese Probleme
können nicht allein von der Stadt Los Angeles, der
Ölindustrie oder der Bevölkerung Bangladeshs gelöst
werden. Sie erfordern strategisches Denken, zielgerichtete Investitionen und gemeinsame Anstrengungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.
Eine kontinuierliche Entwicklung hei ßt Vorsorge für die
Zukunft, damit unsere Kinder und Enkel dieselben
oder bessere Chancen haben wie wir. Aber das ist nur
ein Teil des Konzepts. Es beinhaltet die vernünftige
Nutzung von Ressourcen, sowohl im Hinblick auf ihre
wirtschaftliche Effektivität als auch in Bezug auf deren
sparsamen Einsatz, damit der gegenwärtige ebenso
wie der zukünftige Bedarf gesichert werden kann. Es
erfordert ferner die Sammlung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie umweltverträglicher Technologien. Ebenso ist es entscheidend, daß
der Prozeß der Enscheidungsfindung in der Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik die Sorge für die Umwelt
einschließt.
Wie wird die UNCED dies erreichen? Nicht an einem
Tag durch Regierungserlaß oder als Ergebnis einer
Zusammenkunft hochrangiger Vertreter in Rio de Janeiro.
Die UNCED kann sehr positiven Einfluß auf unsere
Welt nehmen, aber das hängt davon ab, was dort
entschieden wird und wie sehr sich die Regierungen
und internationale Organisationen für die Durchführung der Prinzipien und Programme einsetzen, die sich
in Rio ergeben. Obwohl die Schlußdokumente der
UNCED nicht verbindlich sind, sollten sie einen starken Ausdruck politischen Willens dokumentieren. Die
Agenda 21 wird eine lange Liste von Empfehlungen für
das weitere Vorgehen enthalten. Ebenso wie viele

Seite ?

Prioritäten der Vereinigten Staaten
Die Vereinigten Staaten haben die Führungsrolle bei
der Erarbeitung realistischer und erfüllbarer Programme übernommen, mit denen vordringliche Umweltund Entwicklungsprobleme gelöst werden sollen. Kein
anderes Land hat soviele konstruktive Vorschläge
unterbreitet.
Die Vereinigten Staaten betrachten die Aushandlung
einer international gültigen Konvention zum Schutz der
Wälder als wichtige Priorität. Zu Beginn des UNCEDProzesses hatten wir gehofft, zur Unterzeichnung bei
der Konferenz in Rio eine Rahmenkonvention konzipieren zu können, aber Juni 1992 war ein zu kurzfristiger Termin, zumal eine beschränkte Mitarbeiterzahl in
vielen Ländern bereits unter Druck stand, in demselben Zeitrahmen Konventionen über Klimaveränderungen und Artenvielfalt aushandeln zu müssen. Wir
konnten breite Unterstützung für die Aushandlung
einer nichtverbindlichen Grundsatzerklärung über die
Erhaltung und Pflege der Wälder verbuchen. Unser
Ziel ist die Verabschiedung der Grundsätze für die
Wälder in Rio, damit sie die Basis für baldige internationale Verhandlungen über eine Konvention zum Schutz
der Wälder bilden können.
Vor dem 3. Vorbereitungskomitee im August letzten
Jahren haben die Vereinigten Staaten einen Vorschlag
über Grundsätze zum Schutz der Wälder unterbreitet,
der die Grundelemente einer weltweit gültigen Konvention umfassen könnte. Er enthielt Grundsätze über
kontinuierliche Pflege, Erhaltung, Wiederaufforstung,
Ureinwohner, Brennholz, Forschung, Aus- und Weiterbildung, internationale Zusammenarbeit und die
Milderung der Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen. Die 3. Vorbereitungskonferenz legte einen Entwurf vor, der zahlreiche
amerikanische Vorschläge einbezog, enthielt aber auch
problematische Aussagen über Fragen wie Finanzhilfe, Technologietransfer und Handel. In New York
müssen wir diese Meinungsverschiedenheiten ausbügeln.
Zusammenarbeit in der Technologie ist ein Bereich, in
dem die UNCED den Entwicklungsländern besondere
Vorteile bringen kann. Leider haben sich die UNCED-

AMERIKA DIENST 9

�Gespräche vor allem auf Rechte an geistigem Eigentum und das angebliche Bedürfnis der Entwicklungsländer konzentriert, Technologie gegen entsprechende Auflagen zu erhalten. Der größte Teil der umweltverträglichen und angemessenen Technologie ist allgemein zugänglich. Unserer Ansicht nach liegt der
Schutz der Rechte an geistigem Eigentum tatsächlich
im Interesse der Entwicklungsländer, damit Technologie in privatem Besitz zunehmend verfügbar wird.
Wir halten es für notwendig, den Entwicklungsländern
beim Erwerb der Fähigkeit zu helfen, ihren Bedarf an
Technologie festzustellen, sich über deren Verfügbarkeit auf dem laufenden zu halten und sie effektiv zu
nutzen. Die Vereinigten Staaten haben ein Programm
vorgeschlagen, mit dem die Entwicklungsländer besseren Zugang zu Technologie erhalten können. Unter
anderem sieht es Maßnahmen vor, die die Fähigkeit
verbessern, sich an umweltverträgliche Technologien
anzupassen und diese einzusetzen, den Entwicklungsländern die Suche nach der für sie erforderlichen
Technologie erleichtern und ihnen bei der Einschätzung ihrer Ressourcen, Zwänge und Optionen zu
helfen. Wir sind uns bewußt, daß auch das beste
Programm ohne einen politischen Rahmen versagen
wird und sind bereit, auch in diesem Bereich zu helfen.
Die effektive Durchführung der Agenda 21 wird vom
richtigen institutionellen Rahmen abhängen. Unbedingt hingewiesen werden muß auf den Punkt, daß
viele Maßnahmen in der Agenda 21 von nationalen
Regierungen oder kommunalen Verwaltungen durchgeführt werden müssen. Dabei muß jede Regierung
ihre eigenen Prioritäten bestimmen. Das schließt nicht
die Notwendigkeit der Stärkung von Institutionen und
der Zusammenarbeit der UN-Behörden in den Bereichen Umwelt und Entwicklung aus. Die Vereinigten
Staaten haben einen Sechs-Punkte-Vorschlag unterbreitet, der zumindest in einigen Punkten breite Unterstützung findet.
Wir übernehmen die Führungsrolle bei der Konzipierung detaillierter Maßnahmen im Zusammenhang mit
dem Schutz der Meere. Die Vereinigten Staaten
haben dazu vier detallierte Entwürfe über Probleme
der Meere vorgelegt, die den entsprechenden Texten
in der Agenda 21 zugrundeliegen. Wir streben die
Verabschiedung von Prinzipien zur Erhaltung der Meere
an, um menschliches Handeln zu kontrollieren, das ein
Überleben der Arten im Meer bedroht, gefährdete
Arten schützt und ungefährliche Praktiken für die
Hochseefischerei fördert. Wir messen einem Aktionsplan hohe Priorität bei, der die Ursachen der Verschmutzung der Meere auf dem Land beseitigen soll,
die eine Hauptbedrohung für den gesunden Zustand
der Meere darstellen. Andere Vorschläge umfassen
ein größeres Schwergewicht auf der Sammlung von
Daten über die Meere, Beobachtung der Umwelt und
effektivere Kontrolle der Küstenregionen.

AMERIKA DIENST 9

Um das Problem der künstlich verursachten Umweltverschmutzung in den Griff zu bekommen, haben die
Vereinigten Staaten neue internationale Ansätze für
die Probleme mit toxischen Chemikalien, festen Abfällen und Sondermüll vorgeschlagen. Wir standen bei
der UNCED an vorderster Front bei den Bemühungen,
die Harmonisierung der Systeme zur Klassifizierung
und Kennzeichnung chemischer Stoffe zu fördern.
Damit werden der Öffentlichkeit bessere Informationen zum Schutz der Gesundheit übermittelt und ein
freierer Handel ermöglicht. Die Vereinigten Staaten
haben ferner das Informationsrecht von Gemeinden
über chemische Risiken unterstützt. Dieses Programm sowie ein System zur Bestandsaufnahme
toxischer Emissionen haben in den Vereinigten Staaten zur freiwilligen Verringerungen chemischer Emissionen ermutigt.
Schließlich hat die amerikanische Delegation in der
Agenda 21 einen tragfähigen Ansatz zur Bewahrung
der Artenvielfalt betont. Unser Ansatz hebt das Ökosystem-Management und die grundlegende Rolle
wissenschaftlicher Forschung hervor. Darüber hinaus
haben sich die Vereinigten Staaten erfolgreich für
getrennte Programmbereiche zu bevölkerungspolitischen Problemen sowie zur Rolle von Frauen und
Ureinwohnern eingesetzt. Wir haben uns aktiv an der
Debatte über Entwicklungsfragen wie Armut und Siedlungswesen beteiligt.
Die Prioritäten der Entwicklungsländer
Die politischen Differenzen, die Industriestaaten und
Entwicklungsländer voneinander trennen, spiegeln
sowohl Unterschiede in Ansichten und Philosophie als
auch die reale Kluft aufgrund verschiedener Entwicklungsstufen wider. Die Entwicklungsländer sind verständlicherweise bestrebt, ihren ökonomischen Nachteil wettzumachen. Viele lassen sich nicht überzeugen, wenn wir ihnen erklären, daß Entwicklung und
umweltpolitische Ziele miteinander vereinbar sind.
Der Erfolg des Vorbereitungskomitees IV bei der Verabschiedung von Agenda 21 wird wesentlich von der
Fähigkeit der Delegierten abhängen, die Frage zu
beantworten, wie neue Ansätze zu dauerhafter Entwicklung finanziert werden sollen. Die Vereinigten
Staaten sind der Überzeugung, daß die UNCED eine
internationale Partnerschaft zur Förderung dauerhafter Entwicklung schmieden sollte. Dazu gehören eine
Überprüfung dessen, wie alle Regierungen und internationalen Institutionen Entwicklung fördern sowie die
Neuorientierung der Finanzhilfe auf dauerhafte Programme. Das auf lange Sicht wichtigste Ergebnis wird
im Engagement bestehen, sich an einer weltweiten
Anstrengung zu beteiligen. Mittel- bis langfristig werden
dauerhafte Investitionsstrategien in den Entwicklungsländern ein schnelleres Wirtschaftswachstum und
größere finanzielle Fähigkeiten hervorbringen als Ad-

Seite 3

�hoc-Entwicklung, durch die Umwelt zerstört und Ressourcen verschwendet werden. Deshalb wäre nach
unserer Ansicht der wertvollste Konsens, den die
UNCED im Hinblick auf finanzielle Ressourcen hervorbringen könnte, die Aufforderung zu einer Neuorientierung der Entscheidungsfindung im Investitionsbereich
auf dauerhafte Entwicklungsziele.
Die Konventionen
Parallel zum Vorbereitungsprozeß für die UNCEDsind
viele der daran beteiligten Länder auch bei den Verhandlungen über bindende Konventionen zum Klimawandel und zum Artenschutz zugegen. Das amerikanische Ziel ist der Abschluß dieser Verhandlungen,
damit ein solches Abkommen in Rio unterzeichnet
werden kann.
Die Verhandlungen über Klimaveränderungen gehen
in ihr zweites Jahr. Die fünfte Sitzungsrunde findet
gegenwärtig in New York statt, und die letzte wird im
April oder Mai veranstaltet. Verschiedene von den
Vereinigten Staaten eingebrachte oder unterstützte
Konzepte werden heute von den meisten Ländern
allgemein akzeptiert: insbesondere die Berücksichtigung aller Treibhausgase, die Berechnung der gegenwärtigen Emissionen nach einzelnen Ländern, die
Erstellung nationaler Reaktionsstrategien und Berichte sowie die Förderung der technischen Zusammenarbeit, um den Entwicklungsländern bei der Erarbeitung
ihrer nationalen Strategien zu helfen. Andere Fragen
stehen weiter zur Verhandlung, darunter das Ausmaß
der Verpflichtungen zum Abbau von Emissionen sowie
die Art der Finanzhilfe an die Entwicklungsländer.
Im Jahr 1989 hat das Umweltprogramm der Vereinten
Nationen auf Initiative der Vereinigten Staaten Verhandlungen über eine Rahmenkonvention zum Arten-

schutz gefordert. Dieses Konzept wurde bei den
Weltwirtschaftsgipfeln in Houston und London unterstützt. Ein Internationales Verhandlungskomitee hat
bisher vier Verhandlungsrunden abgehalten. Die
Vereinigten Staaten haben die Bedeutung des Artenschutzes im Rahmen der nationalen Gesetze und über
die nationale Rechtsprechung hinaus betont, die Zusammenarbeit bei der Sammlung von Daten und Erforschung von Arten und Lebensräumen sowie den Zugang
zu biologischen Ressourcen auf gleichberechtigter
Basis erweitert. Fortschritte im Bereich Artenschutz
wurden bei wissenschaftlichen und technischen Fragen erzielt. Die Unterhändler suchen weiterhin Mittel
und Wege, um die große Kluft zwischen Nord und Süd
in Fragen der finanziellen Ausstattung und Finanzierungsmechanismen zu überbrücken. Einige Länder
sind bestrebt, die Konvention zur Kontrolle der Biotechnikanzuwenden, eine Position, die von den Vereinigten Staaten nicht akzeptiert werden kann. Die letzte
Verhandlungsrunde vor Rio wird im Mai in Nairobi
zusammentreten.
Schlußbemerkung
Ich möchte nochmals feststellen, wie dankbar ich dafür
bin, mit Ihnen heute die amerikanischen Ziele bei der
UNCED und einige der noch anstehenden Fragen zu
erörtern. Wir begrüßen Ihren Rat zu sämtlichen Aspekten der amerikanischen Vorbereitungen für Vorbereitungskomitee 4 und die Konferenz in Rio, um zur
Verwirklichung der amerikanischen Ziele beizutragen.
Wir sehen der vollen Teilnahme von Beratern aus
Repräsentantenhaus und Senat Anfang Juni in Rio
erwartungsvoll entgegen. Eine effektive Partnerschaft
zwischen der Administration und dem Kongreß wird
einen wichtigen Beitrag zu einem erfolgreichen Ausgang des möglicherweise wichtigsten internationalen
Treffens dieses Jahrzehnts leisten.

* * * *

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*

AMERIKA DIENST 9

�UMWELT
4. März 1992

NEUE AMERIKANISCHE MASSNAHMEN ZUR
MILDERUNG DER KLIMAVERÄNDERUNGEN
Eine Übersicht der amerikanischen Regierung
NEW YORK - (AD) - Die folgende Übersicht wurde am 27. Februar 1992 bei den Vereinten Nationen anläßlich
eines Treffens des mit den Verhandlungen über eine Konvention zur Erderwärmung betrauten Zwischenstaatlichen Komitees übergeben. Sie enthält die von den Vereinigten Staaten zur Reduzierung der Emissionen von
Treibhausgasen ergriffenen Maßnahmen.
Die folgenden Maßnahmen wurden von den Vereinigten Staaten in den Bereichen Energieausnutzung,
Verkehr, Einsatz schadstoffärmerer Versorgungstechnologien, Landwirtschaft und Rohstoffe sowie technische Forschung und Entwicklung eingeleitet. Femer
werden Beispiele für Maßnahmen genannt, die vom
Privatsektor und den 50 Bundesstaaten durchgeführt
werden:

Besondere Erwähnung verdienen darüber hinaus die
vielfältigen Bemühungen von Bundesstaaten und
Energieversorgungsuntemehmen, den Stromverbrauch
durch integrierte Ressourcenplanung und Initiativen
zur Nachfragesteuerung zu senken.
Verbesserungen im Verkehrswesen

verbesserte Energieausnutzung

Um Treibhausgasemissionen im Verkehrswesen zu
verringern, ergreifen wir folgende Maßnahmen:

Um den effizienten Einsatz von Energie in Industrie,
Handel und Wohnungsbau zu fördern, wurden folgende Schritte eingeleitet:

Förderung des Kombination mit mehrerer Verkehrsmittel, beispielsweise durch mehr Mautstellen auf den
Bundesautobahnen.

Verschärfung der Normen für den Wirkungsgrad von
Haushaltsgeräten und Maschinen.

Vermehrte Anschaffung von Bundesfahrzeugen, die
mit alternativen Treibstoffen betrieben werden.

Erweiterte Kennzeichnung von Geräten im Hinblick
auf deren Energieverbrauch.

Forderung an zentral betankte Fahrzeugflotten, Fahrzeuge zu kaufen, die mit alternativen Brennstoffen
betrieben werden können.

Entwicklung und Förderung von Wärmeschutznormen
für Gebäude.
Förderung von Überprüfungen der Privatindustrie im
Hinblick auf deren effizienten Umgang mit Energie.
Gründung von freiwilligen "grünen" Partnerschaften
zwischen Staat und Privatwirtschaft in den Bereichen
Beleuchtung, Verrohrung, Bürohäuser, Computersysteme, Programm für industrielle Motoren und Kühlge'äte. Dadurch soll die Energieausnutzung verbessert
werden. So haben sich zum Beispiel über 300 Großunternehmen und Energieversorger verpflichtet, freiwillig an Programmen zur Modernisierung ihrer Einrichtungen mit energiesparender Beleuchtungstechnik teilzunehmen.

AMERIKA DIENST 9

Verstärkter Einsatz von öffentlichem Personennahverkehr, Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten durch Anhebung der Steuerfreibeträge für Fahrten
zum und vom Arbeitsplatz.
Beschleunigung der Entwicklung einer neuen Generation von Batterientechnologie für elektrisch betriebene
Fahrzeuge durch öffentliche und private Konsortien
und
Aufstockung der Produktion von wettbewerbsfähigen
flüssigen Brennstoffen wie Äthanol aus nicht für die
Nahrungsmittelproduktion angebauten Pflanzen und
anderen erneuerbaren Biomassen durch den Einsatz
von Pilotprogrammen.

Seite 1

�Angebot von verbesserter Technologien zum Abbau
der Emissionen

sauberere und effizientere Kohletechnologien,
ein zu 60 % von der Industrie finanziertes Programm von Regierung und Industrie;

Zur vermehrten Anwendung von schadstoffärmeren
Versorgungstechnologien unternehmen wir folgende
Schritte:

Entwicklung kosteneffektiver Flüssigtreibstoffe
aus nicht der Nahrungsmittelproduktion dienender Biomasse;

Rationalisierung der Konstruktionsüberprüfung von
Erdgasrohrleitungen, Deregulierung der Verkaufsquoten für Rohrleitungen auf freien Märkten und Verbesserung des Zugangs zu Erdgasrohrleitungen.

Entwicklung von Elektro- und Hybridfahrzeugen;
Technologien auf der Basis von Solar- und
Windenergie und

Rationalisierung der Lizenzvergabe für Atomreaktoren
und Entwicklung standardisierter Konstruktionen für
die nächste Generation von Kraftwerken.
Aufstockung der Steuerfreibeträge für erneuerbare
Energien, Vorschlag einer Solarbank im Wert von 10
Millionen Dollar, die subventionierte Kredite für die
Anwendung von Solarenergie in Wohnungs- und
Bürohausbau liefert, vermehrte Wiederverwertung fester
Abfallstoffe der Gemeinde und
Rationalisierung der Lizenzvergabe für Wasserkraftwerke.
Landwirtschaft und Rohstoffe
Zusätzlich zu den im vergangenen Jahr bekanntgegebenen Bestimmungen für Mülldeponien, die jetzt auch
Methangas einbeziehen, werden die Vereinigten Staaten die vermehrte Gewinnung von Methangas im
Kohlebergbau und aus landwirtschaftlichen Quellen
fördern. Darüber hinaus gibt es ein Programm, das
folgenden Maßnahmen vorsieht:
Der jährliche Getreideanbau auf stark erodiertem Land
wird durch perennierende Pflanzen ersetzt, wodurch
die Kohlenstoffreserven des Bodens erhalten werden
und

aus Abfall gewonnene Treibstoffe.
Der Finanzierungsantrag für das Forschungsprogramm
im Bereich weltweite Klimaveränderungen wurde für
das Haushaltsjahr 1993 um 24% auf fast 1,4 Milliarden
Dollar erhöht.
Industrielle Programme zur Verringerung von Emissionen
Die US-Industrie wendet eine Reihe nationaler und
internationaler Programme zum Abbau von Treibhausgasen an und studiert auch andere Möglichkeiten
des Vorgehens. Nachfolgend Beispiele für nationale
Programme:
Der Nationale Verband der verarbeitenden Industrie,
eine Vereinigung, der 18.000 Fertigungsbetriebe angehören, verfügt über ein Ausbildungs- und Aktionsprogramm, das effektive Energienutzung in alle Bereiche der Produktion einbeziehen will;
Das Programm "Responsible Care" der chemischen
Industrie fördert sowohl die effiziente Nutzung von
Energie als auch Umweltschutzmaßnahmen;

erweiterte Baumpflanzungsprogramme in Wald- und
Stadtgebieten.

Am Programm 33/50 zum Abbau des Einsatzes toxischer Chemikalien sind über 300 Unternehmen beteiligt. Sie erklären sich zu einer Reduzierung des
Gesamtausstoßes von über 225 Millionen Pfund be-

Maßnahmen bei Forschung und Entwicklung

röli.

Damit effizientere und geringere Emissionen begünstigende Technologien langfristig auf dem Markt Fuß
fassen können, verfolgen die Vereinigten Staaten in
den folgenden Technologiebereichen nachdrücklich
Forschungs- und Entwicklungsprogramme:

Zwischen den öffentlichen Versorgungsbetrieben und
der Automobilindustrie wurden Joint ventures geschlossen, um die Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu
fördern und

Hochleistungsmotoren für Flugzeuge und Hochgeschwindigkeitszüge;
intelligente Fahrzeuge und Autobahnsysteme;
Baustoff tech nolog ie;
Reduzierung und Recycling von Industrieabfällen;
die nächste Generation passiv sicherer Atomreaktoren;

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200 Versorgungsbetriebe geben 2 Milliarden Dollar für
1.300 Umweltschutzprogramme aus.
Beispiele internationaler Zusammenarbeit zwischen
der US-Industrie und Betrieben in anderen Ländern
umfassen Aktivitäten in jedem wichtigen Industriezweig in allen Teilen der Welt. Mit Hilfe von Joint
ventures und gemeinsamer Forschung und Entwicklung fördern die Automobilindustrie, die petrochemische Industrie, die öffentlichen Versorgungsbetriebe,
der Bergbau und die Fertigungsindustrie der Vereinig-

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�ten Staaten die weltweite Verbreitung von Technologien, mit denen sich Treibhausgaskonzentrationen
verringern lassen.

nen. Diese Maßnahmen werden unabhängig von und/
oder zusammen mit der Bundesregierung durchgeführt. Wir haben noch keinen Maßnahmenkatalog für
alle 50 Bundesstaaten erarbeitet, aber eine Bewertung
von Programmen der Bundesstaaten und Kommunen
wird später vorgelegt werden, zusammen mit Schätzungen, welche Auswirkungen diese Programme auf
Treibhausgasemissionen haben.

Maßnahmen der Bundesstaaten und Kommunen
Die Regierungen in Bundesstaaten und die Gemeindeverwaltungen der Vereinigten Staaten ergreifen
Maßnahmen zum Abbau der Treibhausgasemissio*

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�UMWELT
4. März 1992

BÜRGERINITIATIVEN ORGANISIEREN SICH FÜR
UNO-UMWELTKONFERENZ
Konferenzen und Demonstrationen geplant
WASHINGTON - (AD) - Nach einem Jahr organisatorischer Vorarbeiten werden sich über 1.000 Vertreter von
Hunderten amerikanischer Umwelt-, Kirchen-, Frauen- und Wissenschaftlergruppen im März in New York
einfinden, um zu versuchen, die internationalen Verhandlungen zur Festlegung von Umwelt- und Entwicklungsprinzipien für den Rest dieses Jahrhunderts zu beeinflussen.

Bis zum Beginn der letzten Verhandlungsrunde, die im
Juni in Brasilien stattfinden soll, wird die Zahl der
Vertreter nichtstaatlicher Organisationen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern voraussichtlich
auf 10.000 oder mehr anschwellen. Darüber hinaus
werden bei der UNO-Konferenz über Umwelt und
Entwicklung im Juni, die von einigen als Earth Summit
bezeichnet wird, weitere etwa 8.000 offizielle Delegierte aus über 150 Ländern erwartet.
"Im Vorfeld dieser Konferenz hat es mehr Aktivitäten
nichtstaatlicher Organisationen gegeben als ich jemals in der Vergangenheit beobachtet habe", meinte
Andrew Rice, der Vorsitzende des Komitees für Öffentlichkeitsarbeit der Dachorganisation U.S. Citizens
Network kürzlich in einem Interview. Der Dachverband
umfaßt über 450 nichtstaatliche Organisationen. Rice
ist ehemaliger Vorsitzender der International Development Conference, einer gemeinnützigen Organisation
in New York.
Der geschäftsführenden Direktorin des Citizens Network, Catherine Porter, zufolge ist diese Institution
bestrebt, "jedermann über die Fragen zu informieren
und auf Teilnahme an der UNO-Konferenz zu drängen". Citizens Network hat Zusammenfassungen zu
den Hunderten von Themen veröffentlicht, die in den
Verhandlungen erörtert wurden, sowie Broschüren, in
denen Möglichkeiten der Einflußnahme auf die amerikanische Politik zu diesen Fragen beschrieben werden.
Ein wichtiger Grund für die breite Beteiligung der
NGOs besteht darin, daß sie sowohl von den Vereinten
Nationen als auch von amerikanischen Regierungs-

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vertretern ermutigt wurden, sich am Verhandlungsprozeß zu beteiligen, so Rice. "Sie haben die Teilnahme
nichtstaatlicher Organisationen sehr aktiv gefördert",
erklärte er.
Die Verhandlungen sollen in Brasilien mit der Unterzeichnung einer "Agenda 21" und einer Erdcharta
abgeschlossen werden, die Vertretern des US-Außenministeriums zufolge eine Präambel der Agenda oder
ein separates Dokument sein wird.
Agenda 21 soll mindestens eine Strategie für den
Schutz der Umwelt bei gleichzeitiger Förderung der
Entwicklung bis zum Jahr 2000 festlegen. Zwischen
Industrie- und Entwicklungsländern sowie zwischen
Ländern innerhalb dieser Gruppierungen haben sich
Meinungsverschiedenheiten darüber ergeben, wie
konkret Agenda 21 diese Strategien beschreiben sollte.
Die Erdcharta wird als Grundsatzerklärung betrachtet,
die einen Rahmen für die Art von Wachstum absteckt,
das in Industrie- und Entwicklungsländern ohne
Umweltschäden stattfinden kann. UNO-Vertreter, die
mit der Organisation der Konferenz in Brasilien betraut
sind, betrachten sie als "moralischen Rahmen".
Zwei weitere Verhandlungsforen bestehen seit über
einem Jahr, und offizielle Vertreter hoffen, daß vor
oder bei der Konferenz in Brasilien Vereinbarungen
getroffen werden können. Das eine beschäftigt sich
mit Tier- und Pflanzenschutz in der ganzen Welt,
insbesondere jedoch in den tropischen Regenwäldern,
da dort die Arten Vielfalt am größten ist. Dieses Forum
sind die Verhandlungen über Artenvielfalt.

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�Das andere Verhandlungsforum beschäftigt sich mit
Gasen wie Kohlendioxid, Methan und Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die in die Atmosphäre aufsteigen, zu einer Erwärmung der Erde führen und
umfassende Klimaveränderungen auslösen könnten.
Amerikanische Industrieverbände sind nicht Teil des
Citizens Network und haben bei den Diskussionen
über Agenda 21 und die Erdcharta keine prominente
Rolle gespielt. Bei den Verhandlungen über die Veränderung des Erdklimas haben sie jedoch eine starke
Position bezogen.
46 Unternehmen und Wirtschaftsvereinioungen sind
der Global Climate Coalition beigetreten, weil sie sicn
Sorgen machen, daß ein Abkommen über ein Einfrieren oder die Reduzierung von Kohlendioxidemissionen schwerwiegende Auswirkungen für sie haben
könnte. Sie unterstützen die Politik der Bush-Administration zum Abschluß eines Abkommens über alle
Gasemissionen, 1*3 zur Erderwärmung führen könnten. Sie lehnen die Sonderstellung von Kohlendioxid
ab, da diese den Lebensnerv einer industriellen Wirtschaft treffen würde: die Energiegewinnung durch
Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas.

würden auch bei informellen Treffen gerne mit Delegierten zusammentreffen, weil bei diesen Gelegenheiten häufig Vereinbarungen vorbereitet würden.
Sie möchten verstärkten Zugang, weil viele der amerikanischen Haltung zu verschiedenen Themen kritisch gegenüberstehen. Sie erteilen der Bush-Administration beim Schutz der Meere und Wälder gute
Noten, stellen jedoch fest, daß ihr Sträuben gegen
zusätzliche Finanzhilfe für Entwicklungsländer diese
davon abhalten würde, neue Technologien einzuführen, die eine Industrialisierung mit geringen Umweltbelastungen gestattet.
"Ich bin von der Führungsrolle unseres^ Landes tief
enttäuscht", meinte unlängst Frances Spivy-Weber,
die Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des
Citizens Network und Leiterin des Bereichs internationale Fragen der National Audubon Society bei einem
Forum. Sie argumentierte, weltweiter Umweltschutz
lasse sich ohne zusätzliche Hilfe für die Entwicklungsländer nicht verwirklichen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des
Repräsentantenhauses, Dante FasceH, erklärte beim
selben
Forum, auch er wünsche sich, daß Kongreß
Bürgerinitiativen planen während der im März in New
und
Administration
eine stärkere Führungsrolle spieYork stattfindenden Verhandlungen über den Earth
len
würden.
Das
Problem
sei jedoch, die Mittel für
Summit über 20 Aufmärsche, Demonstrationen und
zusätzliche
Hilfe
aufzutreiben,
stellte er fest, ein HinKonferenzen zu einem breiten Themenspektrum. Wie
weis
auf
die
Tatsache,
daß
die
amerikanische Regiebei den vier Verhandlungsrunden des vergangenen
rung
im
vergangenen
Jahrzehnt
mit einem grpßen
Jahres wird es Vertretern der akkreditierten nichtstaatHaushaltsdefizit
gearbeitet
hat.
lichen Organisationen erlaubt sein, mit den Delegierten zu diskutieren und bei einigen Treffen auch Reden "Man ist hier äußerst vorsichtig", so Faecell.
zu halten. Amerikanische Gruppen haben erklärt, sie
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�PORTRAT
4. März 1992

PERKINS HAT SICH IN AFRIKA EINEN
NAMEN GEMACHT
Porträt des designierten US-Botschafters bei den Vereinten Nationen
WASHINGTON - (AD) - Präsident Bushs Nominierung von Edward Perkins als nächstem US-Botschafter bei den
Vereinten Nationen bildet den Höhepunkt der erfolgreichen Laufbahn eines der herausragendsten USDiplomaten afrikanischer Abstammung.
Perkins, 63, ein freimütiger Kritiker der Apartheid in
Südafrika, trat 1966 in den diplomatischen Dienst ein.
Seinen Aufstieg verdankt er unbeugsamer Entschlossenheit zum Erfolg, guter Ausbildung und harter Arbeit.
1978 wurde er zum Botschaftsrat für politische Angelegenheiten der Amerikanischen Botschaft in Ghana
und 1983 zum Leiter des Westafrika-Büros im USAußenministerium ernannt. 1985 wurde Perkins USBotschafter in der Republik Liberia, und ein Jahr später
überzeugte ihn George Shultz, US-Botschafter in
Südafrika zu werden. Er zögerte drei Tage und bat vor
seiner Zusage um eine Unterredung mit Präsident
Reagan. Berichten zufolge trug er maßgeblich zur
Formulierung der diplomatischen Zielsetzungen der
Administration für diese Nation bei.
Perkins scheute in Südafrika kein Risiko. Er spielte
eine führende Rolle bei den Bestrebungen der Reagan-Administration zur Liberalisierung der Apartheid.
In einem Artikel für die einflußreiche, 14tägig erscheinende Zeitschrift "Leadership" stellte er fest: "Es wird
mir zunehmend bewußt, daß ein tragfähiges politisches System hier eines sein muß, das der Bevölkerungsstruktur des Landes entspricht - nicht nur Beteiligung der oder Zusammenarbeit mit Schwarzen, sondern
eine Regierung, die die Mehrheit der Südafrikaner
wirklich vertritt."
Obwohl Perkins offiziell gegen den Rückzug amerikanischer Unternehmen aus Südafrika war, stellte er vor
einem amerikanischen Publikum fest, die amerikanischen Wirtschaftssanktionen gegen das Land seien
"Ausdruck des Abscheus des amerikanischen Volkes
gegen ein verhaßtes System".

Dem Time Magazine zufolge wurde seine Berufung
auf den Posten "von vielen Weißen (Südafrikanern) als
symbolischer Affront angesehen. Perkins... reagierte
durch Zurückhaltung, um dann in strategisch günstigen Intervallen gezielt zu kontern." In dem Artikel
wurde der Vorsitzende einer schwarzen Bürgerrechtsbewegung in Südafrika mit dem Satz zitiert: "Nach
einer Weile waren wir durch sein offensichtliches
Engagement für die südafrikanischen Schwarzen
beeindruckt."
1928 in Sterlington (Louisiana) geboren, verbrachte
Perkins seine Kindheit bei seinen Großeltern in Arkansas, die als Sklaven geboren wurden und Analphabeten waren. Später erklärte er: "Ich habe es (die
Rassentrennung in Arkansas) nicht akzeptiert, und
auch meine Großmutter hat es nicht akzeptiert. Sie
sah meine Frustration. Infolgedessen veranlaßte sie
mich und meine Cousins, uns auf den Erwerb von
Bildung als Rezept gegen die bestehenden Ungerechtigkeiten zu konzentrieren."
Perkins trat nach dem Abschuß der High School in das
US-Heer ein und wurde nach Asien versetzt. Drei
Jahre später schrieb er sich am Lewis and Clark
College in Portland (Oregeon) ein, und kurz danach
ging er zu den Marineinfanteristen.
"Ich war ein bißchen unsicher, welchen Weg ich einschlagen sollte", erklärte er später. "Das Marinekorps
bot Disziplin. Ich glaube, das war eine der besten
Erfahrungen meines Lebens."
Perkins legte 1967 im Alter von 39 Jahren seinen
Bakkalaureus der politischen Wissenschaften an der
University of Maryland ab. Zwei Jahre später trat er ins
US-Außenministerium ein und promovierte 1978 an
der University of Southern California in öffentlicher
Verwaltung.

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              <text>&lt;strong&gt;1. Handel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Handelsbeauftragte legt drei Handelsprioritäten für 1992 fest&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bericht über das handelspolitische Programm für 1992&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. GUS-Hilfe&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Aktion Hoffnung beendet - Partnerschaft beginnt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Luftbrücke durch Lieferungen per Schiff, Straße und Schiene abgelöst&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Wahlen'92&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wichtige Rolle des Südens am "Superdienstag"&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der Einfluß der konservativen Region&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA fordern integrierte Umweltstrategien&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Anhörung vor dem Kongreß&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neue amerikanische Maßnahmen zur Milderung der Klimaveränderungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht der amerikanischen Regierung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bürgerinitiativen organisieren sich für UNO-Umweltkonferenz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Konferenzen und Demonstrationen geplant&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Porträt&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Perkins hat sich in Afrika einen Namen gemacht&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt des designierten US-Botschafters bei den Vereinten Nationen&lt;/em&gt;</text>
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