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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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5. Februar 1992

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HAUSHALT

PRÄSIDENT BUSHS HAUSHALT
IM KONTEXT BETRACHTET
Eine Übersicht zur
Haushaltsvorlage 1993

VERTEIDIGUNG

WAFFENMODERNISIERUNG NEUER
SCHWERPUNKT DES PENTAGON
Erklärung des
US-Verteidigungsministeriums

VEREINTE NATIONEN

BUSH: NEUES ZEITALTER FÜR VEREINTE
NATIONEN NACH DEM KALTEN KRIEG
Rede des Präsidenten beim
UN-Sicherheitsrat

MENSCHENRECHTE

NEUE DEMOKRATIEN BERECHTIGEN ZU
HOFFNUNG BEI MENSCHENRECHTEN
Bericht des US-Außenministeriums

HANDEL

DOBBINS DRANGT AUF BALDIGE EINIGUNG
ÜBER HANDELSABKOMMEN
Rede des US-Botschafters bei der EG

SOZIALES

WOHLTÄTIGKEIT IN DEN USA: EINE
TRADITION DES GEBENS UND NEHMENS
Überblick über ehrenamtliche
Tätigkeit

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Telex: 8-85432

�HAUSHALT

5. Februar 1992

PRÄSIDENT BUSHS HAUSHALT
IM KONTEXT BETRACHTET
Eine Übersicht zur Haushaltsvorlage 1993
WASHINGTON - (AD) - Die kurzfristigen Prognosen bei Staatsverschuldung und Haushaltsdefizit "sind weiterhin
unattraktiv". Dies schreibt der Direktor der Haushaltsbehörde, Richard Darman, in seinem Vorwort zur soeben
veröffentlichten Haushaltsvorlage der Bush-Administration für das am 1. Oktober 1992 beginnende Haushaltsjahr 1993.
Geringere Steuereinnahmen als erwartet, die hauptsächlich auf die Rezession und die anhaltende Konjunkturflaute zurückzuführen sind, die von der Sparkassenkrise verursachten hohen Kosten, ein steigender Schuldendienst in Zusammenhang mit in der Vergangenheit eingegangenen Verpflichtungen sowie der ungebremste
Zuwachs zwingend vorgeschriebener Ausgabenprogramme werden in dem am 30. September 1992 endenden
Haushaltsjahr 1992 nach Schätzungen der Bush-Administration ein Rekorddefizit von 399,4 Milliarden Dollar zur
Folge haben. Im Vergleich zum letztjährigen Rekordbetrag von 268,7 Milliarden Dollar bedeutet dies eine
Zunahme von annähernd 49 Prozent.
Präsident Bushs Vorlage für das am 30. September 1993 endende nächste Haushaltsjahr sieht eine bescheidene Verringerung des Defizits auf 351,9 Milliarden Dollar vor, geht jedoch bis 1997 von weiterhin beträchtlichen
Fehlbeträgen aus - bis zu einem Minimum von annähernd 200 Milliarden Dollar.
Die Vorlagen und Ansätze sind in einem Dokument von über 1.700 Seiten enthalten, das am 29. Januar dem
US-Kongreß zugeleitet und am selben Tag veröffentlicht wurde.
Nachfolgend die wichtigsten Punkte der Haushaltsvorlage 1993:

Gesamthaushalt

Haushaltsjahr

Defizit

Ausgaben: 1.516,7 Milliarden

1986

221,167

Einnahmen: 1.164,8 Milliarden

1987

149,687

1988

155,097

1989

153,378

Defizitabbau

1990

220,396

Der letzte Rekord beim US-Haushaltsdefizit wurde im
Haushaltsjahr 1991 erreicht, in dem das bisherige
Rekorddefizit aus dem Haushaltsjahr 1986 bei weitem
übertroffen wurde. Die jüngsten geschätzten oder
prognostizierten Defizitzahlen betragen in Milliarden
Dollar:

1991

268,728

1992 (geschätzt)

399,400

1993 (Vorschlag)

351,900

Defizit:

351,9 Milliarden

AMERIKA DIENST 5

Seite 1

�Gesamtausgaben

Frei verfügbare Ausgaben für Inlandsprogramme

Um 41,6 Milliarden Dollar oder 2,8 Prozent höher als
1992.

Der Haushalt 1993 sieht ein Einfrieren der Ausgabeermächtigungen für Inlandsprogramme auf dem
Niveau von 1992 in Höhe von 203,1 Milliarden
Dollar vor. Die Ausgaben werden infolge dieses
Moratoriums auf 224,7 Milliarden Dollar geschätzt.
Insgesamt sieht der Haushaltsansatz für 177 Programme eine Aufstockung um 9,740 Milliarden Dollar
vor, bei 359 Programmen Einsparungen von 552 Millionen, die Streichung von 246 Programmen im Gesamtumfang von 964 Millionen Dollar sowie die Verlagerung von Bundesprogrammen im Gesamtumfang
von 14,6 Milliarden Dollar auf Staats- und Gemeindeebene.

Steuereinnahmen
Um 89,1 Milliarden Dollar oder 8,2 Prozent höher als
1992.
Verteilung der vorgesehenen Ausgaben
im Haushaltsjahr 1993 (Prozent):
Verteidigung

19

Zahlungen an Einzel46
personen (mit Sozialleistungen)
Nettozinsen

14

Zuschüsse an Bundesstaaten
und Gemeinden

12

Einlagensicherung

5

Sonstige

4

Einnahmequellen
Einkommensteuer

44

bei Personen
Sozialversicherung

38

Untemehmenssteuem
Verbrauchssteuern

9
4

Sonstige

5

Verteidigungsausgaben
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der
verringerten militärischen Bedrohung sieht die Administration bis 1997 Einsparungen im Verteidigungshaushalt von 50,4 Milliarden Dollar bei den bewilligten
Mitteln und 27,4 Milliarden bei den Ausgaben vor. Die
Ausgaben des Verteidigungsministeriums würden im
Haushaltsjahr 1993 um 1,6 Prozent auf 273,5 Milliarden Dollar fallen. Die Ausgabeermächtigungen würden um 1,1 Prozent zurückgehen, was inflationsbereinigt im Vergleich zu 1992 einen 7prozentigen Kaufkraftschwund bedeuten würde. Die Verteidigungsaufwendungen als Prozentsatz des amerikanischen Bruttosozialprodukts werden bis zum Haushaltsjahr 1997
voraussichtlich auf 3,4 Prozent sinken, den niedrigsten
Anteil der vergangenen 50 Jahre. Die Verteidigungsausgaben als Prozentsatz der Gesamtausgaben des
Bundes werden im Jahr 1997 auf 16 Prozent sinken,
ebenfalls der niedrigste Stand seit 50 Jahren.

Seite 2

Zwingend vorgeschriebene Ausgaben
Ohne die Zinszahlungen für die Staatsschulden werden die Ausgaben für zwingend vorgeschriebene
Bundesprogramme wie Gesundheitswesen und landwirtschaftliche Subventionen auf 765,9 Milliarden Dollar
im Haushaltsjahr 1993 veranschlagt. Das jährliche
Wachstum soll in den kommenden fünf Jahren 7,2
Prozent betragen. Der Haushaltsansatz sieht eine
Verringerung zwingend erforderlicher Ausgaben um
68,4 Milliarden Dollar durch eine Obergrenze für den
Zuwachs sowie eine Reduzierung staatlicher Subventionen bei zahlreichen Programmen vor.
Neue Vorschläge
Der neue Haushalt ist besonders auf die Förderung
von Investitionen und die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums ausgelegt. Spezielle Vorschläge, von
denen einige bereits früher gemacht und vom Kongre ß
abgelehnt worden waren, sind:
Verringerte Steuersätze für Kapitalgewinne aus
langfristigen Investitionen.
Eine neue Steuergutschrift von 5.000 Dollar für
Ersterwerber einer Immobilie.
Erhöhte Abschreibungen für Unternehmensausstattung.
Steuerliche Anreize zur Förderung verstärkter
Investitionstätigkeit bei Forschung und Entwicklung im Privatsektor.
Ein um 500 Dollar pro Kind erhöhter Steuerfreibetrag.
Andere Vorschläge umfassen:
Höhere Ausgaben für ausgewählte Bildungsprogramme und Gesundheitsfürsorge, insbesondere in den ersten Lebensjahren.
Zusätzliche Ausgaben für die Eindämmung des
Drogenmißbrauchs, die hauptsächlich Strafverfolgung und Behandlung von Abhängigen betreffen.
AMERIKA DIENST 5

�Höhere Ausgaben für den Umweltschutz, darunter Wiederaufforstung, Beseitigung von Sondermüll, die Klärung von Abwässern an der
amerikanisch-mexikanischen Grenze sowie die
Erforschung der weltweiten Klimaveränderungen.
Eine umfassende Krankenversicherung
Der Präsident wird in den nächsten zwei Wochen
Vorschläge veröffentlichen, mit denen der Krankenversicherungsschutz für Einkommensschwache erweitert werden soll. Dem Programm zufolge sollen
einkommensschwache Familien, die heute keinen
Versicherungsschutz haben, als Beitrag zur Krankenversicherung Steuergutschriften oder Gutscheine in
Höhe von bis zu 3.750 Dollar pro Familie erhalten.
Ausgaben für Raumfahrt und wissenschaftliche
Forschung
Im Haushaltsansatz 1993 sind 15,158 Milliarden Dollar
für die Raumfahrt vorgesehen - ein Zuwachs von 738
Millionen Dollar oder 5 Prozent im Vergleich zum
Haushalt 1992. Die vorgesehenen Erhöhungen umfassen auch Mittel für ein neues Raumfährenabschußsystem, einen 11 prozentigen Zuwachs für die Raumstation Freedom sowie zusätzliche Mittel für die Erforschung von Mond und Mars.
Der Haushalt sieht ferner 76,557 Milliarden Dollar für
Forschung und Entwicklung vor - fünf Prozent mehr als
im Jahr 1992. Zu den vorrangigen Projekten gehören:
ein Anstieg um 148 Millionen Dollar für die Entwicklung
der nächsten Generation von Hochleistungscomputern, ein Zuwachs von 162 Millionen Dollar auf 1,821
Milliarden zur Verbesserung von Synthese, Verarbeitung und Leistungsfähigkeit von Materialien (kleinere
Computerchips, Wolkenkratzer aus elastischem Beton, Leichtflugzeuge), eine Steigerung um 271 Millionen Dollar auf 4,030 Milliarden für Biotechnologie,
insbesondere in Bereichen wie Wiederherstellung und
Schutz der Umwelt, alternative Energien, Gesundheitswesen und landwirtschaftliche Produktion.

Rekordstand von 6,3 Prozent im Jahr 1983 erzielt,
aber ein neuer Rekord wird im gegenwärtigen Haushaltsjahr 1992 erwartet. Von den Haushaltsansätzen
1983 bis 1993 gestaltet sich die Entwicklung folgendermaßen:
Haushaltsjahr

Defizit als Anteil
am BSP

1983

6,3

1984

5,0

1985

5,4

1986

5,3

1987

3,4

1988

3,2

1989

3,0

1990

4,1

1991

4,7

1992 (geschätzt)

6,7

1993 (Vorschlag)

5,5

Amerikanische Staatsausgaben und -einnahmen
in Prozent des BSP
Haushaltsjahr

Ausgaben in
Einnahmen in
Prozent des BSP Prozent des BSP

1989

22,3

19,3

1990

23,2

19,1

1991

23,2

18,5

1992 (geschätzt)

24,8

18.1

1993 (Vorschlag) 24,0

18,4

Das Defizit als Anteil am BSP
Im Zweiten Weltkrieg erreichte das amerikanische
Haushaltsdefizit als Prozentsatz des Bruttosozialprodukts (BSP) bis zu 31,6 Prozent. Nach 1946 wurde der

AMERIKA DIENST 5

Seite 3

�VERTEIDIGUNG
5. Februar 1992

WAFFENMODERNISIERUNG NEUER
SCHWERPUNKT DES PENTAGON
Erklärung des US-Verteidigungsministeriums
WASHINGTON - (AD) - Verteidigungsminister Cheney zufolge hat die Auflösung der ehemaligen Sowjetunion
"die militärische Bedrohung amerikanischer Interessen verringert und damit die Notwendigkeit der Herstellung
moderner Waffensysteme weniger dringlich gemacht".
In einer am 29. Januar 1992 veröffentlichten Erklärung zum Verteidigungshaushalt 1993, der 267,6 Milliarden
Dollar umfassen soll, zitiert das Pentagon den Minister mit der Äu ßerung, es würden in Zukunft weniger moderne
Waffensysteme hergestellt. Statt dessen werde man sich auf die Modernisierung bestehender Systeme
konzentrieren.
Als ein Beispiel für die Strategie führte Cheney Pläne an, nur 20 B-2-Tarnkappenbomber sowie 640 moderne
Marschflugkörper zu produzieren, anstatt der ursprünglich vorgesehenen 75 Flugzeuge und 1.000 Flugkörper.
Femer würde das Programm für die kleine Midgetman Interkontinentalrakete eingestellt, und das Pentagon
werde auch keine zusätzlichen Gefechtsköpfe des Typs W-88 für die mit ballistischen Trident-Raketen
ausgerüsteten U-Boote benötigen.
Die Erklärung des Pentagon hat folgenden Wortlaut:

Der Haushalt des Präsidenten für das Jahr 1993
fordert einen neuen Ansatz bei der Beschaffung wichtiger Waffensysteme und Streitkräftemodernisierung
durch das Verteidigungsministerium bei gleichzeitiger
Aufrechterhaltung von Streitkräften, die zur Reaktion
auf regionale Einsatzerfordernisse befähigt sind. Das
Programm des Präsidenten für die Haushaltsjahre
1992 bis 1997 sieht darüber hinaus Veränderungen im
strategischen Nuklearprogramm der Vereinigten Staaten vor, die eine Abkehr von einer Beziehung der
nuklearen Konfrontation mit den Republiken der ehemaligen Sowjetunion bedeuten, erklärte Verteidigungsminister Richard Cheney heute.
Die Administration beantragt Ausgabeermächtigungen für das Verteidigungsministerium in Höhe von
267,6 Milliarden Dollarfürdas Haushaltsjahr 1993 - 9,9
Milliarden Dollar weniger als im vom Kongreß verabschiedeten Haushalt 1992 sowie inflationsbereinigtein
Rückgang um real 7 Prozent. Die Kürzungen im
Verteidigungshaushalt gehen über die bereits vorgenommenen erheblichen Streichungen hinaus - sie
erreichen im Vergleich zu 1985 bei den Ausgabeermächtigungen einen realen Rückgang von über einem
Drittel.

AMERIKA DIENST 5

Die Haushaltsvorlage für 1993 reduziert darüber hinaus im Vergleich zu dem im Vorjahr unterbreiteten
Sechsjahresplan den Sechsjahresverteidigungsplan
des Ministeriums für 1992-1997 um 63,8 Milliarden
Dollar. Diese Gesamtsumme umfaßt 50,4 Milliarden
Dollar an Streichungen in Verteidigungsprogrammen
sowie 13,4 Milliarden Dollar für Anpassungen im Rahmen
des Haushaltsabkommens, jeweils auf der Grundlage
der Inflationsrate von 1991. Der Haushalt 1993 sieht
Ausgaben von 272,8 Milliarden Dollar vor - 9,8 Milliarden weniger als im Jahr 1992. Die Ausgaben für die
Haushaltsjahre 1992 bis 1997 würden im Vergleich
zum letztjährigen Verteidigungsplan um 27,4 Milliarden Dollar gekürzt.
"Das Bild der nationalen Sicherheit hat sich für die
Vereinigten Staaten seit dem Vorjahr erheblich verändert. Die Auflösung der ehemaligen Sowjetunion hat
die Bedrohung amerikanischer Interessen verringert
und damit die Notwendigkeit der Herstellung moderner
Waffensysteme weniger dringlich gemacht", erklärte
Cheney. Viele dieser Entwicklungen seien in der von
Präsident Bush im August 1990 angekündigten regionalen Verteidigungsstrategie bereits berücksichtigt,
stellte der Minister fest.

Seite 1

�"Wir können es uns heute leisten, das Tempo der
Modernisierung unserer Streitkräfte bewußter zu
gestalten. Das Auftreten demokratisch geleiteter
Reformer in den Republiken der ehemaligen Sowjetunion bietet darüber hinaus eine historische Chance,
weitere Reduzierungen im strategischen Kernwaffenarsenal der Welt vorzunehmen, wie der Präsident
gestern abend in seiner Botschaft zur Lage der Nation
vorschlug", erklärte er.
Verteidigungsminister Cheney teilte mit, er werde deshalb
das Programm für den Tarnkappenbomber B-2 nach
Herstellung der 20. Maschine stoppen, das Programm
für die kleine Interkontinentalrakete Midgetman streichen und die Produktion moderner Marschflugkörper
bei 640 anstatt der ursprünglich vorgesehenen 1.000
einstellen. Allein diese Maßnahmen bei strategischen
Programmen werden bis zum Haushaltsjahr 1997
annähernd 20 Milliarden Dollar einsparen.
Cheney erklärte darüber hinaus, sein Ministerium werde
keine zusätzliche Produktion des schwereren Gefechtskopfes der Marine für dessen U-Boot-gestützte
ballistische Raketen anstreben. Damit werde die
weitere Produktion des Gefechtskopfs vom Typ W-88
für das Unterseeboot Trident hinfällig.
Obgleich es sich hierbei um einseitige Schritte handelt,
hat der Präsident auch Präsident Jelzin aufgefordert,
seine eigenen strategischen Modemisierungsprogramme zu kürzen.
Weitere Kürzungen bei den strategischen Streitkräften
Das Programm des Verteidigungsministeriums für die
Haushaltsjahre 1992 bis 1997 treibt die vom STARTVertrag und der Nuklearinitiative Präsident Bushs vom
September 1991 vorgesehenen tiefen Einschnitte bei
Kernwaffen weiter voran. Das Programm reagiert
ferner auf die zusätzlichen Veränderungen bei den
strategischen Nuklearstreitkräften, die der Präsident
in seiner Ansprache zur Lage der Nation 1992 vorgeschlagen hat.
Im vergangenen September hat der Präsident das
Pentagon angewiesen, auf die schienengestützte
Stationierungsmethode der MX-Rakete, die Kurzstrekkenangriffsrakete SRAM-II sowie die mobile Version
der kleinen Interkontinentalrakete zu verzichten. In
seiner Rede zur Lage der Nation schlug er eine weitere
Reduzierung der amerikanischen strategischen Nuklearstreitkräfte vor, falls Rußland ähnliche Schritte
unternimmt.
Dem jüngsten Vorschlag des Präsidenten zufolge würden
die Vereinigten Staaten ihre MX-Raketen beseitigen,
die Zahl der Gefechtsköpfe auf ihren Minuteman-IllRaketen von drei auf einen verringern, die Zahl der
Gefechtsköpfe der U-Boot-gestützten ballistischen

Seite 2

Raketen um ein Drittel reduzieren und viele ihrer
strategischen Bomber für vorrangig konventionelle
Zwecke umrüsten. Diese Maßnahmen würden durchgeführt, wenn Rußland all seine landgestützten, mit
Mehrfachgefechtsköpfen ausgerüsteten ballistischen
Raketen beseitigt und seine strategischen Nuklearstreitkräfte auf ein Niveau verringert, das der fehlenden Bedrohung aus dem Westen Rechnung trägt.
Die wachsende Verbreitung von ballistischen Raketen
und Massenvernichtungswaffen verleiht der Finanzierung des Programms des Präsidenten zum weltweiten
Schutz vor begrenzten Schlägen hohe Priorität für
unsere strategischen Programme. Die Finanzierung
der Strategischen Verteidigungsinitiative genießt weiterhin höchste Priorität, und es werden im Haushaltsjahr 1993 Ausgabeermächtigungen von 5,4 Milliarden
Dollar für diesen Zweck beantragt, gegenüber 4,1
Milliarden im Haushaltsjahr 1992.
Tendenzen im Verteidigungshaushalt
Vom Haushaltsjahr 1993 bis zum Haushaltsjahr 1997
werden die Ausgabeermächtigungen des Verteidigungsministeriums real um durchschnittlich 4 Prozent jährlich sinken. Im Haushaltsjahr 1997 wird der kumulative
reale Rückgang bei Ausgabeermächtigungen seit dem
Haushaltsjahr 1985 - dem Jahr mit den höchsten
Verteidigungsausgaben - insgesamt 37 Prozent betragen. Die inflationsbereinigten Ausgabeermächtigungen für das Haushaltsjahr 1997 werden etwa dieselbe
Kaufkraft haben wie der Verteidigungshaushalt von
1960 und nur geringfügig mehr als die Verteidigungshaushalte von 1974 bis 1976, die im Zeichen des
militärischen Abbaus nach Vietnam standen.
Die Verteidigungsausgaben in Prozent des US-Bruttosozialprodukts werden im Haushaltsjahr 1997 voraussichtlich auf 3,4 Prozent fallen, den niedrigsten Stand
seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Haushaltsjahr 1997
werden die Verteidigungsausgaben wahrscheinlich auf
16 Prozent aller Bundesausgaben gesunken sein.
Obwohl die Verteidigungsausgaben seit 1985 kontinuierlich abnahmen, sind die Inlandsausgaben ständig
gestiegen - sie wuchsen etwa im selben Maß, wie die
Verteidigungsausgaben zurückgingen. Bis zum Haushaltsjahr 1997 wird der reale Schwund in den Verteidigungsausgaben seit dem Haushaltsjahr 1985 zusammengenommen 26 Prozent erreichen. Zwingend erforderliche Bundesausgaben werden im gleichen Zeitraum real um 33 Prozent zunehmen, undfrei verfügbare Ausgaben werden um etwa 8 Prozent steigen.
Ein neuer Ansatz bei Beschaffungen
Die Auflösung der Sowjetunion hat die militärische
Bedrohung amerikanischer Interessen verringert und
damit die Notwendigkeit der Herstellung moderner
Waffensysteme weniger dringlich gemacht. Das Ver-

AMERIKA DIENST 5

�teidigungsministerium kann sich bei der Entwicklung
und Auswertung neuer Technologien mehr Zeit lassen, bevor Entscheidungen über die Produktion von
Waffen getroffen werden. Bei verstärkter Stützung auf
seine Forschungs- und Entwicklungsbemühungen kann
das Ministerium die technologische Fähigkeit bewahren, umfangreichere Streitkräfte rasch auszurüsten,
falls in der Zukunft größere Bedrohungen amerikanischer Interessen entstehen sollten.
Während das Verteidigungsministerium künftig weniger moderne neue Waffensysteme produzieren läßt,
wird das aggressive Streben nach neuen Technologien unerläßlich sein, um die von den amerikanischen
Streitkräften zur Abschreckung und erfolgreichen
Bewältigung künftiger Konflikte erforderlichen Vorteile
aufrechtzuerhalten. Ein Waffenprogramm wird nur
dann in vollem Umfang zur Produktion gelangen,
nachdem die Notwendigkeit seiner Herstellung eingehend geprüft und die technischen sowie die Herstellungs- und Betriebskosten minimiert wurden. Das
Pentagon wird ferner die Modernisierung bestehender
Waffensysteme unter Berücksichtigung erprobter
Technologien betonen, wenn diese den operativen
Erfordernissen gerecht werden, anstatt neue Waffensysteme zu produzieren.
"Wir möchten auch weiterhin, daß unsere Streitkräfte
die am besten ausgerüsteten der Welt sind. Aber wir
können uns jetzt mehr Zeit lassen, um die Fähigkeiten
neuer Systeme zu verfeinern und die Produktion nur
dann aufzunehmen, wenn wir voll und ganz davon
ausgehen können, daß wir das Erforderliche zu einem
Preis bekommen, den sich der Steuerzahler leisten
kann", erklärte Cheney.
Die neue nationale Sicherheitsstrategie
Mit dem Haushalt 1993 wird die Verwirklichung der
neuen nationalen Sicherheitsstrategie fortgesetzt, mit
der die verteidigungspolitischen Prioritäten der Vereinigten Staaten von der Politik des Containments des
kalten Krieges zu einem neuen Schwerpunkt, der
Reaktion auf regionale Konflikte, verlagert werden.
Die Vereinigten Staaten werden weiterhin die erforderliche Führungskraft bereitstellen, um weltweit Frieden
und Sicherheit zu fördern. Ihre Streitkräfte werden von
der Notwendigkeit gekennzeichnet sein, strategische
Abschreckung und Verteidigung, eine vorgeschobene
Präsenz, Reaktionsfähigkeit und raschen Aufbau in
Krisen bereitzustellen.
Streitkräftestruktur und Personal
Die heutigen militärischen Herausforderungen können
mit wesentlich kleineren aktiven und Reservestreitkräften bewältigt werden. Die Sockelstreitmacht trägt
der sich verändernden Weltordnung, innenpolitischen
Haushaltsbeschränkungen und den Erfordernissen der
neuen nationalen Sicherheitsstrategie Rechnung. Die

AMERIKA DIENST 5

geplanten Reduzierungen bei der Anzahl aktiven,
Reserve- und Zivilpersonals zur Erlangung einer geringeren Sollstärke schreiten rasch voran. Der durch
den Golfkrieg erforderlich gemachte Personalumfang
hat den Beginn des Abbaus verzögert, der aber seither
in beschleunigtem Tempo wiederaufgenommen wurde. Der Personalumfang wird bei den aktiven Streitkräften im Haushaltsjahr 1992 um 138.000 und im
Haushaltsjahr 1993 um 99.000 Mann verringert. Damit
wurde das Tempo im Vergleich zum letztjährigen Plan
gesteigert, der 88.000 im Haushaltsjahr 1992 und
91.000 im Haushaltsjahr 1993 vorsah.
Von ihrem Höchststand nach Vietnam von 2.174.000
im Haushaltsjahr 1987 wird sich die Stärke der aktiven
Einheiten bis zum Haushaltsjahr 1995 auf 1.644.000
verringern - ein Abbau um 530.000 Mann. Bis zum
Haushaltsjahr 1997 wird die Personalstärke auf
1.626.000 sinken - etwa 25 Prozent unter dem Höchststand von 1987, und der Personalumfang der Reserve
wird 20 Prozent unter dem Stand von 1987 liegen.
Die Personalstärke der beim US-Verteidigungsministerium beschäftigten Zivilpersonen wird bis zum
Haushaltsjahr 1997 auf 904.000 abgebaut und liegt
damit rund 20 Prozent unter dem Höchstand nach dem
Vietnamkrieg im Jahr 1987. Dieser vorgesehene
Abbau spiegelt sowohl die Ausdünnung des US-Militärs als auch Verbesserungen in der Verwaltung des
US-Verteidigungsministeriums wider.
Die wichtigsten Programmänderungen
Der Tarnkappenbomber B-2. Selbst in geringerer
Zahl ist der B-2 wesentlicher Bestandteil unserer
Schlüsselfähigkeiten - die in einer Ära erforderlich
bleiben, in der Zeitpunkt und Ort künftiger Bedrohungen nicht verhergesagt werden können. Er wird sein
Potential als strategischer Bomber beibehalten, und
wir werden uns jetzt auf die zur Erweiterung seiner
konventionellen Rolle bei regionalen Krisen erforderlichen Waffengattungen und Entwicklungen konzentrieren. Der Golfkrieg bestätigte den Vorteil einer
Kombination von Präzisionswaffen und Tarntechnologien. Zwanzig B-2-Bomber werden der US-Luftwaffe
die Beibehaltung von zwei Geschwadern einschließlich der Wartung der Maschinen gestatten. Angesichts
der veränderten sowjetischen Bedrohung wird sich die
amerikanische Luftverteidigung wahrscheinlich nicht
mit der hochmodernen Luftverteidigung konfrontiert
sehen, für die der B-2 ausgelegt ist. Die derzeitige
strategische Flotte der Typen B-1B und B-52 kann
umgerüstet werden, um angemessene Fähigkeiten für
strategische nukleare und konventionelle Missionen
sicherzustellen. Die Tarntechnologie ist nach wie vor
ein Hauptvorteil der US-Streitkräfte, und das Verteidigungsministerium wird die eingehende Erforschung
verbesserter Tarntechnologien in die Wege leiten. Bis
zum Jahr 1997 werden durch die B-2-Anpassungen
insgesamt 14,5 Milliarden Dollar eingespart.
Seite 3

�Minuteman-Ill-ICBM. Um die Einstellung der kleinen
Interkontinentalrakete (ICBM) Midgetman zu kompensieren, wird das Verteidigungsministerium ein verbessertes Lenksystem für die Minuteman-Ill-ICBM und
andere Maßnahmen zur Verlängerung ihrer Lebensdauer tinanzieren, wodurch bis zum Jahr 1997 Nettoeinsparungen in Höhe von 1 Milliarde Dollar erzielt
werden.
Unterseeboot Seawolf. Aufgrund der Auflösung der
Sowjetunion brauchen die Vereinigten Staaten die
Arbeit an einer neuen Klasse von Angriffs-U-Booten
nicht fortzusetzen. Entsprechend wird das SeawolfProgramm beendet. Das bestehende SSN-688 Unterseeboot zählt zu den fähigsten der Welt und wird der
Nation auf Jahre hinaus noch gute Dienste leisten.
Das Verteidigungsministerium plant eine kostengünstigere U-Boot-Konstruktion, mit der es auf lange Sicht
Modernisierungen vornehmen und gleichzeitig in den
kommenden Jahren eine angemessene U-Boot-Streitmacht aufrechterhalten kann. Das Verteidigungsministerium wird ferner andere Unterseeboot-Abwehrsysteme weiterentwickeln. Diese Veränderungen im UBoot-Beschaffungsprogramm werden bis 1997 17,5
Milliarden Dollar einsparen.
Hubschrauber Comanche. Da sich die US-Streitkräfte jetzt nicht mehr so sehr auf die sowjetische
Bedrohung sondern regionale Einsatzmöglichkeiten
konzentrieren, können sie durch die bestehende ApacheHubschrauberflotte angemessen unterstützt werden,
die mit dem modernen Feuerleitradarsystem Longbow, OH-58D-Aufklärungs- und leichten Angriffshubschraubern sowie vermehrtem Einsatz unbemannter
Luftfahrzeuge modernisiert werden. Das Verteidigungsministerium wird das Entwicklungsprogramm für
den leichten Hubschrauber Comanche durch Zurückstellung der Produktion umstrukturieren und sich statt
dessen auf den Bau von Prototypen, die Entwicklung
von Avionik, Modernisierung des Motors und Einbeziehung von Longbow konzentrieren. Die Umgestaltung
des Programms wird bis 1998 Einsparungen in Höhe
von 3,4 Milliarden Dollar bewirken.
Luftverteidigungspanzerabwehrsystem. Weil nichtsowjetische Bedrohungen amerikanischer Landstreitkräfte aus der Luft von Anzahl und Fähigkeit her
begrenzt sind, können die US-Streitkräfte mit ihren
bestehenden Abfangjägern und Verteidigungssystemen wie Patriot, Hawk und Stinger eine angemessene
Luftverteidigung aufrechterhalten. Das Verteidigungsministerium stellt daher die Herstellung des Luftverteidigungspanzerabwehrsystems ADATS der US-Armee
ein. Als Ausgleich wird das Verteidigungsministerium
die Entwicklung eines verbesserten Flugzeug-Verfolgungsystems und mehrerer modemer Lenktechnologien in die Wege leiten. Diese Programmänderungen
werden bis 1997 1,7 Milliarden Dollar einsparen.

Seite 4

Weitere wichtige Programmanpassungen. Die
Haushaltsvorlage sieht außerdem vor, die Finanzierung des Block-Ill-Panzers - der Teil des Modernisierungsprogramms für gepanzerte Systeme der USArmee ist - bis 1997 zurückzustellen, wodurch 400
Millionen Dollar eingespart werden; den Entwurf und
die Herstellung der modernen Luft-Luft-Rakete aufzuschieben, was Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Dollar zur Folge hat; die Beschaffung zurückzustellen und nur mit Forschung, Entwicklung, Erprobung und Auswertung für das stationäre Verteilersystem Unterwasser-Überwachungsnetz der US-Marine
fortzufahren und damit 700 Millionen Dollar einzusparen sowie die Beschaffung zu verschieben und Forschung, Entwicklung, Erprobung und Auswertung des
sichtlinienabhängigen
Panzerabwehrprogramms
(LOSAT) der US-Armee zu verlängern.
Diese wichtigsten Programmanpassungen infolge einer
reduzierten Bedrohung und eines neuen Ansatzes zur
Beschaffung wichtiger moderner Waffensysteme werden
bis 1997 insgesamt Nettoeinsparungen in Höhe von
42,1 Milliarden Dollar bewirken. Die Beendigung anderer
in der Haushaltsvorlage für 1993 enthaltener Programme wird bis 1997 weitere 7,3 Milliarden Dollar einsparen.
In den vergangenen zwei Jahren hat Verteidigungsminister Cheney die weitere Produktion von über 100
Waffenprogrammen eingestellt. Dazu zählen der
Apache-Hubschrauber, der Panzer M-1, das Trident
U-Boot, der Bau der F-14D, F-15, F-16, des modernen
taktischen Jägers der Marine, das Tarnkappenflugzeug A-12 und die MX-Rakete.
Annullierungen gestatten zunehmende Finanzierung der Beseitigung von Umweitschäden
Die durch die Einstellung von Programmen gemachten
Einsparungen finden ihren Niederschlag in einem Antrag
auf Annullierungen in Höhe von 7,7 Milliarden Dollar im
Verteidigunghaushalt für 1992. Der Annullierungsvorschlag würde darüber hinaus auch die Finanzierung
von Programmen beenden, die zur Unterstützung der
überarbeiteten Verteidigungsprogramme nicht erforderlich sind. Dazu zählen auch solche, die vom
Verteidigungsministerium und anderen veranschlagt
wurden und ohne Antrag des Verteidigungsministeriums in den dem Kongreß vorgelegten Haushaltsentwurf aufgenommen wurden. Die Zustimmung des
Kongresses zu diesen Annullierungen ist unabdingbar, damit das Verteidigungsministerium gekürzte
Verteidigungsausgaben so effektiv wie möglich nutzen
kann.
Der Antrag auf Annullierung wird nicht nur Ausgaben
für unnötige Programme verhindern, sondern auch die
Ausgabeermächtigung und Ausgaben im Zusammenhang mit dem geplanten Nachtragshaushalt 1992 in

AMERIKA DIENST 5

�Höhe von 1,1 Milliarden Dollar zur Beseitigung von
Umweltschäden und der Einhaltung von Vorschriften
durch das Verteidigungsministerium mehr als ausgleichen. Die zusätzlichen Mittel für 1992 sind erforderlich, damit das Verteidigungsministerium die Behebung der verursachten Umweltschäden auch auf den
zur Schließung bestimmten Stützpunkten beschleunigen und Gesetze und Bestimmungen auf Bundes-,
Staats- und Gemeindeebene uneingeschränkt einhalten kann.
Operation Wüstenschild und Operation Wüstensturm
Der heute vorgelegte Haushaltsentwurf enthält keinerlei Mittel zur Begleichung der zusätzlichen Kosten der
Vereinigten Staaten für die Operationen Wüstenschild
und Wüstensturm in Höhe von 61,1 Milliarden Dollar.
Im Rahmen des Haushaltsdurchführungsgesetzes von
1990 werden die Ausgaben der Vereinigten Staaten
am Persischen Golf als Nothilfefinanzierung behandelt, die dem vom Kongreß und der Administration
festgesetzten Haushaltslimit nicht unterliegen.
Zur Deckung dieser zusätzlichen Kosten haben die
Verbündeten der Vereinigten Staaten einen Beitrag
von 54 Milliarden Dollar zugesagt. Die Vereinigten
Staaten werden einige Typen beschädigter oder zerstörter Geräte nicht ersetzen, die mit 1,2 Milliarden
veranschlagt werden, weil das Verteidigungsministerium über ausreichende Reserven verfügt. Damit
belaufen sich die Nettokosten der Vereinigten Staaten
für den Golfkrieg auf 5,9 Milliarden Dollar.
Von diesem Betrag entfallen 1 Milliarde Dollar auf
Transaktionen im Rahmen des für 1990 bewilligten
Verteidigungshaushalts und weitere 2 Milliarden auf
einen Nachtrag im Jahr 1990. Die langfristigen Personalkosten für diejenigen, die im Golfkrieg gedient haben,
belaufen sich somit auf 2,9 Milliarden Dollar. Diese
Kosten werden in den kommenden Jahren von der
Veteranen-Verwaltung übernommen.
"Der Krieg am Golf hat im Hinblick auf die Zusammenarbeit einen bemerkenswerten Standard gesetzt und
zwar nicht nur auf dem Schlachtfeld. Es ist absolut
*

AMERIKA DIENST 5

*

einmalig, daß über vier Fünftel der Kosten der amerikanischen Beteiligung an der Operation von unseren
Verbündeten am Persischen Golf und andernorts
übernommen wurden", stellte Cheney fest.
Im Januar 1992 belief sich der Beitrag der Verbündeten an die Vereinigten Staaten für die Kosten des
Golfkriegs auf 52,5 Milliarden Dollar - 47 Milliarden in
Form von Geld und 5,6 Milliarden als Hilfsleistungen.
Die Zahlungen der Verbündeten werden fortgesetzt
und der Rest wird bis Juli 1992 erwartet.
Wesentliche Punkte des Verteidigungshaushalts
1993
Bereitschaft. Obwohl das amerikanische Militär
abgebaut wird, verpflichtet sich das Verteidigungsministerium, die Aufrechterhaltung einer voll bemannten,
ausgebildeten und ausgerüsteten Streitmacht zu
gewährleisten. Entprechend sieht die Haushaltsvorlage für 1993 die zur Beibehaltung des von den USStreitkräften in den letzten zehn Jahren erzielten hohen
Bereitschaftsgrads erforderliche Ausbildung, Wartung
und anderen Bedarf vor. Aktive Land- und Luftausbildungsoperationen liegen weiterhin bei 800 Meilen pro
Jahr für Kampffahrzeuge und bei 14,5 Flugstunden pro
Monat für Besatzungen taktischer Flugzeuge. Die
Seetage der Marine belaufen sich weiterhin auf 50,5
Tage im Quartal für stationierte Flotten und 29 Tage
pro Quartal für nichtstationierte Flotten. Die Flugstunden für aktive Mannschaften taktischer Flugzeuge
bleiben bei 21 Stunden pro Monat.
Forschung, Entwicklung, Erprobung und Auswertung. Unter Berücksichtigung der Konzentration des
Verteidigungsministeriums auf technologische Forschung zur Anwendung bei Waffensystemen der Zukunft
werden die Mittel für Wissenschaft und Technologie wobei die Forschung nicht an ein bestimmtes Waffenprogramm gebunden ist - von 10,6 Milliarden Dollar im
Haushaltsjahr 1992 auf 12 Milliarden Dollar im Haushaltsjahr 1993 aufgestockt, was einem realen Zuwachs von 9,1 Prozent entspricht. Bei Forschung,
Entwicklung, Erprobung und Auswertung ist im Haushaltsjahr 1993 ein realer Zuwachs von 1,5 Prozent zu
verzeichnen.
*

*

Seite 5

�VEREINTE

NATIONEN
5. Februar 1992

BUSH: NEUES ZEITALTER FÜR
VEREINTE NATIONEN NACH DEM KALTEN KRIEG
Rede des Präsidenten beim UN-Sicherheitsrat
VEREINTE NATIONEN - (AD) - Der Zerfall des imperialen Kommunismus und das Ende des kalten Krieges
"läuten bei den Vereinten Nationen ein neues Zeitalter ein", erklärte Präsident Bush am 31. Januar 1992 bei einer
Sondersitzung der Regierungschefs im Weltsicherheitsrat.
Bush erinnerte an die standhafte Haltung des Sicherheitsrats gegenüber der irakischen Aggression in Kuwait und
erklärte, die Zeit sei gekommen, um "neue Schritte nach vorn zu unternehmen, interne Reformen durchzuführen, die Neubelebung zu beschleunigen und die für tatkräftige und effektive Vereinte Nationen erforderlichen
Pflichten zu übernehmen".
Der Präsident verwies ferner darauf, daß die Vereinten Nationen bei dieser Aufgabe auf die volle Unterstützung
der Vereinigten Staaten bauen können.
Nachfolgend veröffentlichen wir Präsident Bushs Rede im Wortlaut.

Herr Präsident, ich danke Ihnen für Ihre Schlüsselrolle
bei der Einberufung dieses ersten Gipfels des UNSicherheitsrats.
Ihnen, Herr Generalsekretär, gratulieren wir zu Ihrer
Amtseinführung in dieser Zeit ungeheurer Herausforderungen und Möglichkeiten. Was die Vereinigten
Staaten betrifft, so ist es uns eine große Ehre, bei
diesem epochemachenden Ereignis zu sprechen.
Wir kommen in einem Augenblick des Neuanfangs für
diese Institution und tatsächlich alle Mitgliedstaaten
zusammen. Die längste Zeit ihrer Geschichte waren
die Vereinigten Staaten im Kreuzfeuer des kalten
Kriegs gefangen. Ich denke in diesem Zusammenhang zurück an meine Zeit hier als ständiger Vertreter
in den siebziger Jahren und an die Art und Weise, wie
damals die Polemik das Friedenstiften verdrängte.
Lange bevor ich hier tätig war und lange nach meiner
Zeit waren die Vereinten Nationen nur allzu oft durch
schreckliche ideologische Trennlinien und den Kampf
zur Eindämmung sowjetischer Expansionsbestrebungen gelähmt. Heute hat sich all dies geändert. Der
Zerfall des imperialen Kommunismus und das Ende
des kalten Krieges läuten bei den Vereinten Nationen
ein neues Zeitalter ein.
Erst vor einem Jahr konnte die Welt diese neu gestärkten Vereinten Nationen in Aktion beobachten, als
dieser Rat der Aggression standhaft entgegentrat und
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sich zu den in der Charta der Vereinten Nationen
verankerten hehren Prinzipien bekannte. Jetzt ist es
an der Zeit, neue Schritte nach vorn zu unternehmen,
interne Reformen durchzuführen, die Neubelebung zu
beschleunigen und die für tatkräftige und effektive
Vereinte Nationen erforderlichen Pflichten zu übernehmen
Ich möchte den Mitgliedern dieses Rats und dem
Generalsekretär versichern, daß die Vereinten Nationen bei dieser Aufgabe auf unsere volle Unterstützung
rechnen können.
Anläßlich dieser kurzen Ausführungen werde ich heute
nicht über das von Präsident Borja so vehement vorgetragene wirtschaftliche und soziale Programm sprechen, sondern auf die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, regionale Konflikte und einzelne
destabilisierende Regime eingehen, die sich abzeichnen. Terrorismus, Menschenrechte-all diese Themen
fordern unsere unmittelbare Aufmerksamkeit.
Die Welt bietet uns auch die Herausforderung, positive
Veränderungen zu stabilisieren und zu erhalten. Wir
müssen die dynamische Hinwendung zu Demokratie
und Freiheit - die Demokratisierung, wie sie unser
Generalsekretär Boutros Ghali genannt hat - fördern
und den Kreis von Ländern erweitem, die sich für
Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit engagieren.

Seite 1

�Das ist eine aufregende Chance für unsere Vereinten
Nationen, die wir nicht verstreichen lassen dürfen.
Gerade jetzt arbeiten die Vereinten Nationen auf der
ganzen Welt Tag und Nacht für die Sache des Friedens. Niemals zuvor in den vier Jahrzehnten ihres
Bestehens haben sich die Blauhelme und die blauen
Barette der Vereinten Nationen so für die Friedensmissionen engagiert, bis hin zur Wegbereitung für freie
Wahlen. Nie zuvor waren die Vereinten Nationen so
bereit und entschlossen, sich der Aufgabe von Friedensmissionen zu stellen, einmal, um heiße Kriege zu
lösen und zum anderen zugunsten zukunftsweisender
Missionen wie Präventivdiplomatie.
Wir müssen ebenso praktisch wie prinzipientreu sei,
wenn wir die Menschen aus schrecklichen Konflikten
befreien wollen. Unserer Meinung nach ist jedes Land
verpflichtet, in den Frieden zu investieren. Wenn
Konflikte gelöst sind und Gewalt nachläßt, können die
Institutionen freier Gesellschaften festen Halt finden.
Und wenn sie das tun, werden sie unsere stärkste
Versicherung gegen Aggression und Tyrannei.
Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit dies sind die Bausteine von Frieden und Freiheit. Und
ihre Einbindung in die Leben von Millionen Menschen
auf der ganzen Welt ist einfach: sie kann den Unterschied zwischen Krieg und Frieden, Heilung und Haß
ausmachen, und wo Furcht und Verzweiflung herrschen, kann sie Hoffnung bedeuten.
Wir blicken auf den Generalsekretär, daß er diesem
Rat seine Empfehlungen für effektive und effiziente
Friedensmissionen und vorbeugende Diplomatie unterbreitet. Wirfreuen uns auf die gemeinsame Erarbeitung dieser Ideen.
Wir sind Zeuge von Veränderungen geworden, die ein
ungeheures Tempo und eine große Bandbreite haben
- all dies in nur wenigen Jahren. Eine bewerkenswerte
Revolution hat die alten Regime von Managua bis
Moskau hinweggefegt. Aber überall werden freie
Regierungen und die sie gestaltenden Institutionen
Zeit brauchen, um zu wachsen und reifen.
Freie Wahlen geben der Demokratie Wurzeln, aber
echte Demokratie bedeutet mehr als nur die Macht der
Mehrheit. Sie bedeutetet eine unwiderrufliche Verpflichtung auf demokratische Prinzipien. Sie bedeutet
gleiche Rechte für Minderheiten. Und vor allem bedeutet sie die Unantastbarkeit auch des einzelnen Menschen gegenüber Übergriffen der Staatsmacht.
Der Wille der Mehrheit darf niemals den Launen der
Mehrheit zum Opfer fallen. Dieses grundlegende
Prinzip ist grenzüberschreitend. Menschenwürde, die
unveräußerlichen Menschenrechte - sie gehören nicht
dem Staat. Sie sind allgemeingültig. In Asien, Afrika,
Europa, den Ländern Amerikas, müssen die Vereinten
Nationen zu denen stehen, die mehr Freiheit und

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Demokratie anstreben. Dies ist meine feste Überzeugung und auch die des amerikanischen Volkes. Und
es ist diese Überzeugung, die dem umfassenden
Prinzip der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Leben einhaucht.
Unsere veränderte Welt ist eine hoffnungsvollere Welt,
auch wenn nicht diejenigen fehlen, die die Uhr gern in
die dunklen Tage der Bedrohungen und Schikanen
zurückdrehen möchten. Unsere Welt ist immer noch
eine gefährliche Welt mit zu vielen schrecklichen Waffen.
In meiner ersten Rede bei den Vereinten Nationen als
Präsident habe ich die Sowjetunion aufgefordert,
chemische Waffen zu beseitigen und jede Nation
gebeten, uns bei diesem Kreuzzug zu unterstützen Seine Majestät, König Hassan II. von Marokko hat
diesen Punkt heute hier angesprochen. Welch große
Aufgabe für dieses großartige Gremium - zu gewährleisten, daß die Welt diese schrecklichen Waffen nicht
mehr erdulden muß. Lassen Sie uns geloben, dieses
Jahr zu dem Jahr zu machen, in dem sich alle Länder
bereit erklären, diese Geißel zu bannen.
Im Hinblick auf Massenvernichtungswaffen bleibt noch
mehr zu tun. Erst vor drei Tagen habe ich in meinem
Bericht zur Lage der Nation die - weitreichenden
einseitigen - Schritte angekündigt, die wir unternehmen wollen, um unser Atomwaffenarsenal zu verringern. Und diese Schritte betreffen jeden Bereich
unserer strategischen Triade - Land-, See- und Luftstreitkräfte.
Zusätzlich zu diesen einseitigen Schritten sind wir
bereit, bei der gemeinsamen Rüstungskontrolle Fortschritte zu machen. Ich habe Präsident Jelzins konstruktive Kommentare heute hier verzeichnet. Morgen
werden wir bei unserem gemeinsamen Treffen die
Suche nach Gemeinsamkeiten in diesem entscheidenden Punkt fortsetzen. Er hat erst kürzlich mit sehr
ernstzunehmenden Vorschlägen reagiert.
Wir begrü ßen ebenso wie die ganze Welt die Erklärungen mehrerer neuer Staaten, die nach dem Zerfall der
Sowjetunion ihre Unabhängigkeit gewonnen haben,
sie würden dem Nichtverbreitungsvertrag beitreten.
Dennoch müssen wir realistischerweise in dieser Zeit
der Veränderungen wachsam sein.
Die Gefahr der Verbreitung bleibt bestehen. Und
wiederum möchte ich dazu auf die Äußerungen des
französischen Staatspräsidenten Mitterand verweisen,
den Appell, etwas zu unternehmen. Wir müssen
gemeinsam vorgehen, damit von nun an die an diesen
modernen Waffenprogrammen beteiligten Menschen
ihre Energien in friedliche Aufgaben umleiten.
Wir werden gemeinsam mit unseren Verbündeten
mehr tun, um zu gewährleisten, daß gefährliche Materialien und Technologien nicht in die Hände von Terro-

AMERIKA DIENST 5

�listen fallen. Und wir werden gemeinsam mit diesen
neuen Staaten daran arbeiten, in Wort und Tat ein
starkes Engagement für die Standards der Nichtweiterverbreitung sicherzustellen.
Heute ist die Drohung eines weltweiten Atomkrieges
weiter entfernt als zu irgendeinem Zeitpunkt im Atomzeitalter. Der Abbau der Arsenale des kalten Kriegs
wird diese Bedrohung weiter senken. Aber die Gefahr
der Massenvernichtung bleibt allgegenwärtig, insbesondere weil einige Länder weiterhin Massenvernichtungswaffen und ihre Trägersysteme zu erwerben
suchen.
Unser Triumph im Golf dient den UN-Missionen als
Vorbild. Ihre Sicherheit ist unsere gemeinsame Pflicht.
Heute stellt diese Institution das gesetzlose Regime
Saddam Husseins unter Quarantäne. Mein Land ist
der festen Überzeugung, daß wir Sanktionen beibehalten und folgende Schritte zur Wahrung unserer gemeinsamen Sicherheit unternehmen müssen:
Wir müssen uns weiterhin auf die Fähigkeit des Iraks
konzentrieren, Massenvernichtungswaffen zu bauen
oder beizubehalten. Und wir müssen der Welt - und
was noch wichtiger ist, den Menschen im Irak - erklären, daß keine Normalisierung möglich ist, solange
Saddam Hussein an der Macht bleibt.

Vor zwei Wochen hat dieser Rat einstimmig eine
eindeutige Botschaft an Libyen übermittelt. Heute
möchte ich wiederholen, daß die von diesem Rat
einstimmig verabschiedete Resolution 731 Libyen
auffordert, die Forderungen der drei Staaten dieses
Rats zu erfüllen. Ich möchte diese Sitzung heute
benutzen, um Libyen aufzufordern, auf die Forderung
der Sicherheitsrats der Vereinten Nationen einzugehen.
Vergangenes Jahr haben wir am Golf gemeinsam auf
einen Angriff auf die Souveränität einer Nation reagiert
und ihn als Angriff auf uns alle betrachtet. Wir sollten
es uns zur Aufgabe machen, dieses Prinzip im Verhalten der Länder untereinander zu verwirklichen.
Heute stehen wir an einem anderen Scheideweg.
Vielleicht zum ersten Mal seit jenem hoffnungsvollen
Augenblick in San Francisco können wir unsere Charta
als lebendiges Dokument betrachten. Nach so vielen
Jahren mag sie immer noch in den Kinderschuhen
stecken und eine sorgfältige und aufmerksame Pflege
ihrer Eltern erfordern, aber ich glaube von ganzem
Herzen, daß sie lebendig und gesund ist.
Unsere Aufgabe besteht darin, sie durch verstärktes
Engagement und mehr Zusammenarbeit stark und
widerstandsfähig zu machen, und ich weiß, daß wir
dieser Herausforderung gerecht werden. Die hier
vertretenen Länder haben es ebenso wie die Gemeinschaft der Vereinten Nationen, die hier heute durch
soviele ständige Vertreter repräsentiert wird, in der
Hand, etwas für Frieden und Freiheit zu tun.

Wie bei allen dringenden Themen, die ich heute genannt habe, entstehen Fortschritte durch gemeinsames Handeln, und wir müssen mit diesen gesetzlosen
Regimen resolut verfahren, falls erforderlich mit Sanktionen oder härteren Maßnahmen, um sie zur Einhaltung internationaler Verhaltensmaßregeln zu zwingen. Möge Gott die Vereinten Nationen bei der VerwirkliWir stehen den immer noch anstehenden Gefahren chung ihrer Ziele schützen.
nicht blind gegenüber. Terroristen und die sie unterstützenden Länder müssen wissen, daß sie bei Verletzungen des Völkerrechts ernsthafte Konsequenzen
tragen müssen.
* * * * *

AMERIKA DIENST 5

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�MENSCHENRECHTE
5. Februar 1992

NEUE DEMOKRATIEN BERECHTIGEN ZU
HOFFNUNG BEI MENSCHENRECHTEN
Bericht des Außenministeriums
WASHINGTON - (AD) - Einem hochrangigen US-Regierungsvertreter für Menschenrechtsfragen zufolge ist "der
weltweite Auftrieb der Demokratie zweifelsohne eine gute Nachricht für die Sache der Menschenrechte".
"Selbst demokratisch gewählte Regierungen können sich ernsthafter Menschenrechtsverletzungen schuldig
machen" warnte er jedoch.
Richard Schifter, Abteilungsleiter im US-Au ßenministerium für Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten, stellte in einem am 31. Januar 1992 veröffentlichten Bericht ferner fest, "insbesondere die neuen
Demokratien haben vielleicht noch keinen institutionellen Schutz gegen den willkürlichen Einsatz der Exekutive
- vor allem der Sicherheitskräfte".
1991 war ein Jahr "großer Fortschritte für die Sache der Demokratie und Menschenrechte weltweit", so Schifter. "Die Probleme, mit denen sich die Welt bei der Konsolidierung solcher Fortschritte und der Bewältigung alter
und neuer Bedrohungen grundlegender Freiheiten konfrontiert sieht, dürfen jedoch nicht unterbewertet werden",
fügte er hinzu.
Schifter trifft diese Feststellungen in der Einleitung zum Jahresbericht des Außenministeriums über die Situation
der Menschenrechte auf der Welt. Der vom Kongreß vorgeschriebene Bericht schildert die Menschenrechtspraktiken in allen Nationen, die Hilfe von den Vereinigten Staaten erhalten sowie in allen Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen. International anerkannte Menschenrechtsnormen werden bei der Erstellung des Berichts
angewandt.
Nachfolgend veröffentlichen wir Schifters Einleitung zum Menschenrechtsbericht 1991.

Dieser Bericht wird dem Kongreß und dem Außenministerium gemäß Abschnitt 116(d) und 502(b) des
Gesetzes über Auslandshilfe von 1961 und seiner
Zusatzartikel vorgelegt. Das Gesetz fordert einen
Menschenrechtsbericht über alle Länder, die Hilfe von
den Vereinigten Staaten erhalten sowie über alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. In der Überzeugung, daß diese Informationen dem Kongreß und
anderen Lesern dienlich sein könnten, haben wir auch
Berichte über die wenigen Länder hinzugefügt, die in
keine dieser Kategorien und damit nicht unter die
Vorschriften des Kongresses fallen.
Der Kongreß hat das Gesetz über Auslandshilfe und
die entsprechenden Gesetzesabschnitte geändert, damit
er diese Berichte konsultieren kann, wenn er Hilfsprogramme für bestimmte Länder in Erwägung zieht. Eine
der wesentlichen - vielleicht unbeabsichtigten - Konsequenzen dieser Rechtsvorschriften ist, daß sie Menschenrechtsbelange zum integralen Bestandteil der
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täglichen Berichte und täglichen Entscheidungsfindung des Außenministeriums gemacht haben. Ein für
Menschenrechtsfragen zuständiger Regierungsvertreter in einer Botschaft im Ausland, der einen guten
Jahresbericht über die Menschenrechtslage in dem
Land schreiben möchte, in dem er tätig ist, muß die
Entwicklungen im Bereich der Menschenrechte das
ganze Jahr über sorgfältig und täglich im Auge behalten und beobachten. Infolgedessen wird er über
solche Entwicklungen stets berichten, wenn etwas für
die Menschenrechte Bedeutsames in dem Land geschieht, in das er entsandt wurde. In den vergangenen
13 Jahren wurde das Außenministerium über die auf
der Welt stattfindenden Menschenrechtsverletzungen
entschieden besser informiert und dafür sensibilisiert.
Praktisch im gesamten Verlauf des 20. Jahrhunderts
kam die wichtigste ideologische Herausforderung für
die Sache der Demokratie und Achtung der Menschenrechte aus den zu Beginn dieses Jahrhunderts
Seite 1

�von Wladimir Lenin niedergelegten Doktrinen und
geschaffenen Bewegungen. Die Schrecken des Zweiten
Weltkriegs, so vernichtend sie für die direkt Betroffenen auch sein mochten, waren im Hinblick auf ihre
Auswirkung in Zeit und Ort begrenzt. Es waren Lenin
und der Kommunismus, die den bei weitem längsten
Schatten geworfen und Jahrzehnt um Jahrzehnt die
Entwicklungen auf der gesamten Welt beeinflußt haben.
Hand in Hand mit der messianischen Prophezeiung
kam der gefürchtete Apparat der Geheimpolizei, dessen Aufgabe es war, alle abweichenden Meinungen zu
unterdrücken und damit alle unter seiner Herrschaft
grundlegender Menschenrechte zu berauben. In diesen Bänden haben wir in den vergangenen vier Jahren
die wesentlichen Veränderungen, die sich in dem von
Lenin geschaffenen Staat und seiner Partei vollzogen
haben sowie die Lockerung der totalitären Herrschaft
unter der Führung von Michail Gorbatschow, chronologisch verzeichnet. Wir müssen jetzt die dramatischen Ereignisse des Jahres 1991 festhalten, die
Lenins sozialem Experiment in eben dem Land den
Todesstoß versetzten, in dem es ins Leben gerufen
wurde.
In diesem Bericht über die Menschenrechtsentwicklungen möchten wir besonders auf die Ereignisse vom
22. August 1991 verweisen, als die Statue von Felix
Dscherschinski von ihrem Podest vor dem KGB-Hauptquartier in Moskau gestürzt wurde. "Der eiserne Felix",
Lenins Chef der Geheimpolizei und Gründer eines den
gesamten Globus umspannenden Netzes von Agenten der brutalen Unterdrückung, der noch am 20.
August versucht hatte, der Sowjetunion seinen Willen
aufzuzwingen, war endlich von seinem Ehrenplatz
entfernt worden. Es war ein symbolischer Akt, aber er
markierte in passender Weise das Ende einer Ära.
Weit von seinem Geburtsort entfernt ist der Leninismus - wenn auch im Absteigen begriffen - immer noch
die Überzeugung, in deren Namen die Menschen
unterdrückt werden. Und es gibt andere weniger
traditionelle Herausforderungen für die Menschenrechte ebenso wie neue Herausforderungen.
Nun, da das albanische Volk sein Land auf den Weg
der Demokratie gebracht hat, verschwinden die Überzeugungen, die von dem europäischen Kontinent
ausgingen und die Stalin Marxismus-Leninismus taufte, im großen und ganzen aus Europa. Als ausländischer Import überleben sie jedoch in China, wo sie das
Leben eines Fünftels der Menschheit kontrollieren
sowie in vier anderen Ländern: Nordkorea, Kuba,
Vietnam und Laos. Die Überzeugung, die diese
Bewegung einst inspirierte, ist längst dahin. Kommunismus ist heute eher ein System für die Ausübung von
Macht durch alternde herrschende Eliten, die - obwohl
zunehmend der Denkweise ihrer Untertanen entrückt
- immer noch die ihnen zur Verfügung stehende Macht
benutzen, um jeden unabhängigen Gedanken zu unterdrücken.

Seite 2

Repressive Regierungen sind jedoch nicht auf die
Länder beschränkt, die immer noch für leninistische
Prinzipien eintreten. Diktaturen, die ihre höchst eigenen oder überhaupt keine Ideologien anbieten, bestehen weiterhin. Burma, dessen gefangengehaltene
populäre Politikerin Aung San Suu Kyi den Friedensnobelpreis erhielt, lenkte im Jahr 1991 besondere
Aufmerksamkeit auf sich. Dasselbe tat natürlich auch
die Einmanndiktatur im Irak. Dies sind nur zwei
Beispiele einer Kategorie von Ländern, in denen entweder im Namen einer religiösen und weltlichen Ideologie oder ohne irgendeine ideologische Verpflichtung
jegliche Oppositon gegenüber dem Staat und alle
unabhängigen Institutionen durch eine allgegenwärtige Geheimpolizei oder einen innenpolitischen Apparat
von Spitzeln unterdrückt werden, die dem Bürger
Angst einflößen.
Zwischen den völlig repressiven Diktaturen einerseits
und den Demokratien andererseits besteht eine ganze
Bandbreite autoritärer Regime, die nicht versuchen,
alle Formen sozialer Interaktion in ihren Ländern zu
kontrollieren, sondern die ihre Position und Vorrechte
sorgfältig gegen jede Gruppe verteidigen, die versucht, sie abzulösen. Die Zahl von Regimen dieser Art
ist insbesondere in Afrika im Verschwinden begriffen,
wo Demokratien mit mehreren Parteien und freie Wahlen
in einer wachsenden Zahl von Ländern an die Stelle
der Einmannherrschaft und manipulierter Wahlen
getreten sind. AfrikasüdlichderSaharawar1991 nach
wie vor die Region, in der Demokratie und Achtung der
Menschenrechte neue Fortschritte machen. Sambia,
in dem das lange herrschende Einparteienregime in
einer freien und fairen Wahl vernichtend geschlagen
wurde, ist ein besonders bemerkenswerter Fall.
Obwohl demokratische Prinzipien die Grundlage bilden, auf der ein die Menschenrechte wahrendes Regierungssystem aufgebaut werden kann, garantiert
die bloße Tatsache, daß die Vertreter von Exekutive
und Legislative eines Landes in freien und fairen
Wahlen gewählt werden, nicht notwendigerweise, daß
die Grundfreiheiten und Menschenrechte aller Bürger
voll und ganz geschützt werden. Dies gilt insbesondere in Abwesenheit einer unabhängigen Judikative, die
in der Lage ist, die Rechte der Bürger gegen Aktionen
der Exekutive oder Legislative zu schützen, die zu international anerkannten Menschenrechtsnormen im
Widerspruch stehen.
Der weltweite Auftrieb der Demokratie ist zweifelsohne
eine gute Nachricht für die Sache der Menschenrechte. Wir müssen jedoch berücksichtigen, selbst demokratisch gewählte Regierungen können sich ernsthafter Menschenrechtsverletzungen schuldig machen.
Insbesondere die neuen Demokratien haben vielleicht
noch keinen institutionellen Schutz gegen den willkürlichen Einsatz der Exekutive - vor allem der Siclierheitskräfle. Die alltäglichsten dieser Menschenrechtsverletzungen sind der Einsatz unangemessenen Drucks

AMERIKA DIENST 5 .

�oder sogar der Folterung, um Geständnisse von Personen zu erzwingen, die schwerer Verbrechen verdächtigt werden, insbesondere die des Terrorismus
Angeklagten. Je ernsthafter die terrroristische Bedrohung, desto größer die Anzahl der Zwischenfälle des
Mißbrauchs polizeilicher Macht. (Mißbrauch polizeilicher Macht und Folterung sind natürlich auch unter
autoritärer oder totalitärer Herrschaft an der Tagesordnung).

stischen Diktaturen in vielen Ländern bewirkt, sondern
auch gewalttätige Konflikte und Menschenrechtsverletzungen verursacht, die sich auf den weltweiten Niedergang politischer Ideologie gründen. Gleichzeitig
haben wir bedauerlicherweise vermehrt ernsthafte
bewaffnete Konflikte und Menschenrechtsverletzungen beobachtet, die sich aus ethnischen und religiösen
Differenzen ergeben. Die Schaffung von Mechanismen zur Lösung dieser auf Volkszugehörigkeit oder
Religion gegründeten Differenzen und Bestrebungen
zur Bekämpfung von Intoleranz stehen zweifelsohne
an oberster Stelle der Herausforderungen, mit denen
sich die internationale Staatengemeinschaft jetzt konfrontiert sieht.

In Abwesenheit einer unabhängigen Judikative und
eines fest verankerten demokratischen Bewußtseins
in den neuen Demokratien sind die jüngsten Fortschritte keinesfalls gesichert. Die Gefahr eines Rückfalls in
autoritäre Herrschaft ist am größten, wo die Erwartungen für baldige wirtschaftliche Verbesserungen enttäuscht worden sind. Die Herausforderung für die
etablierten Demokratien der Welt besteht darin, diesen
neuen die Hürde überwinden zu helfen, sich selbst zu
erhalten.

Zusammenfassend läßt sich sagen, 1991 war ein Jahr
großer Forschritte für die Sache der Demokratie und
Menschenrechte weltweit. Die Probleme, mit denen
sich die Welt bei der Konsolidierung solcher Fortschritte und der Bewältigung alter und neuer Bedrohungen
grundlegender Freiheiten konfrontiert sieht, dürfen
jedoch nicht unterbewertet werden.

Der krasse Verlust an Einfluß der kommunistischen
Bewegung weltweit hat nicht nur das Ende der lenini* *

AMERIKA DIENST 5

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Seite 3

�HANDEL
5. Februar 1992

DOBBINS DRÄNGT AUF BALDIGE EINIGUNG
ÜBER HANDELSABKOMMEN
Rede des US-Botschafters bei der EG
BRÜSSEL- (AD) - Es liegt in den Händen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Gemeinschaft, die
Genfer Verhandlungen über ein neues Welthandelsabkommen zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen,
erklärte der amerikanische Botschafter James F. Dobbins am 27. Januar 1992.
In einer Rede bei dem Seminar über Unternehmenspolitik des Center for European Policy Studies (CEPS)
unterstrich der US-Vertreter bei der Europäischen Gemeinschaft die Notwendigkeit für eine "baldige Einigung"
über ein Welthandelsabkommen.
"Wenn es uns nicht gelingt, ein solches Abkommen zu erlangen", so Dobbins, "könnte der daraus resultierende Druck den Schlüsselbereich der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Westeuropa auszuhöhlen beginnen, auf den sich jede umfassendere Vision der Zusammenarbeit gründet."
Gleichzeitig würde ein erfolgreicher Abschluß der Verhandlungen "den aufstrebenden Demokratien des Ostens
demonstrieren, daß ein globales System freien Handels mit Privilegien und Regeln beim Handel mit Waren,
Dienstleistungen und geistigem Eigentum existiert, dem sie beitreten und von dem alle Sektoren ihrer Wirtschaft
profitieren können", stellte Dobbins fest.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Botschafter Dobbins im Wortlaut.

Die Auflösung der Sowjetunion bewirkte eine Flut von
Leitartikeln, die das vermeintliche Entstehen einer
unipolaren Welt mit den Vereinigten Staaten als alleiniger Supermacht andeuteten. Viele von denen, die
sich 40 Jahre lang über das Gespenst von Supermachtblöcken Sorgen gemacht haben, scheinen jetzt
den Verlust der mäßigenden Wirkung der Sowjetunion
auf den amerikanischen Einfluß zu bedauern.
Alle Sorgen, daß Amerika in der Welt nach dem kalten
Krieg danach trachten wird, seine globale Verantwortung auszuweiten, scheinen schlecht begründet, wie
selbst die oberflächlichste Betrachtung der innenpolitschen Debatten in den Vereinigten Staaten belegen
sollte. Andererseits wären die Vereinigten Staaten die
ersten, die dem Gedanken zustimmen würden, daß
die Auflösung der Sowjetunion Fortschritte zur europäischen Integration noch zwingender erforderlich macht.
Das herausragende Kriterium der amerikanischen
Diplomatie während des kalten Kriegs war die Suche
nach mächtigen, verläßlichen Partnern. Die amerikanische Reaktion auf jede größere internationale Herausforderung, vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur
irakischen Invasion in Kuwait bestand darin, eine kolAMERIKA DIENST 5

lektive Reaktion der umfassendsten internationalen
Koalition anzustreben, die versammelt werden konnte.
Das Ende des kalten Kriegs und der Zerfall der Sowjetunion haben die amerikanische Entschlossenheit gefestigt, die Kosten, Risiken und Verantwortung für die
Bewahrung einer friedlichen und demokratischen internationalen Ordnung so weit wie möglich zu teilen.
Mit ihrer Zustimmung, der europäischen Gemeinschaft
1989 die Verantwortung zur Organisation der gesamten westlichen Hilfe für Osteuropa zu übertragen, mit
ihrer Unterstützung der EG-Führungsrolle in Jugoslawien, dem Vorschlag einer Beteiligung der EG am
Friedensprozeß im Nahen Osten, mit dem Antrag an
die EG und ihre Mitglieder, den Vorsitz bei vier der fünf
Arbeitsgruppen bei der jüngsten Washingtoner Konferenz über Hilfe für die ehemalige Sowjetunion zu
übernehmen und dem Vorschlag, daß die EG Veranstalter und Gastgeber einer zweiten solchen Konferenz in Europa sein sollte, haben sich die Vereinigten
Staaten wiederholt um Unterstützung und Führung
beim Aufbau einer neuen Weltordnung nach dem
kalten Krieg an die Europäische Gemeinschaft gewandt.

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�Der Gipfel von Maastricht war nicht nur der Höhepunkt
eines intensiven Prozesses europäischer Diplomatie,
sondern auch ein wichtiger Schritt nach vorn im umfassenderen Prozeß des europäischen und atlantischen
Umbruchs, für den sich auch die Vereinigten Staaten
stark engagiert haben. Ich möchte daher meine Ausführungen über die Aussichten für eine gemeinsame
europäische Außen- und Sicherheitspolitik nach
Maastricht in diesen breiteren Kontext stellen.
Erstens möchte ich die sich abzeichnende
amerikanische Haltung gegenüber der Europäischen Gemeinschaft ansprechen.
Zweitens möchte ich die Prioritäten der Gemeinschaft bei der Außen- und Sicherheitspolitik kommentieren.
Und schließlich möchte ich einige Betrachtungen über die längerfristigen Aussichten einer
Europäischen Union anstellen.
Das neue Europa und der neue Atlantizismus
Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Einen
Monat später legte Außenminister Baker in seiner
Rede in Berlin die amerikanische Reaktion auf die in
Europa und der Welt stattfindenden demokratischen
Veränderungen dar.
Bei dieser Gelegenheit sprach Baker von einem neuen
Europa und einem neuen Atlantizismus. Er befürwortete:
Ein in alle westlichen Institutionen voll integriertes vereinigtes Deutschland,
eine erneuerte NATO mit neuer politischer
Verantwortung,
eine institutionalisierte KSZE mit neuen Strukturen und Mandaten sowie
eine geschlossenere europäische Gemeinschaft
mit stärkeren, offizielleren Verbindungen zu den
Vereinigten Staaten.
In weniger als einem Jahr war jeder dieser Vorschläge
verwirklicht worden.
Im Juli 1990 lud die NATO alle Länder des
Warschauer Pakts ein, Vertreter nach Evere zu
entsenden und eine direkte Liaison-Beziehung
zum Atlantischen Bündnis aufzunehmen.
Am 3. Oktober gelangten die "Zwei-plus-Vier"Verhandlungen über die Wiedervereinigung
Deutschlands zu ihrem historischen Abschluß.
Am 21. November schufen die europäischen
und atlantischen Staats- und Regierungschefs
in Paris eine neue institutionelle Grundlage für

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den KSZE-Prozeß einschließlich eines Sekretariats, eines Konfliktverhütungszentrums, eines Büros für freie Wahlen und einer Parlamentarischen Versammlung.
Zwei Tage später, am 23. November, gaben die
Vereinigten Staaten und die Europäische Gemeinschaft eine gemeinsame Erklärung ab. Sie
erweiterten den Umfang ihrer Zusammenarbeit
und leiteten sechs hochrangige Treffen pro Jahr
in die Wege - zwei Gipfel, zwei Treffen der 12
EG- und des amerikanischen Außenministers
sowie zwei Sitzungen wichtiger Mitglieder der
Kommission und des amerikanischen Kabinetts.
Sie vereinbarten ferner, daß dieser einzigartig
dichtgedrängte Zeitplan hochrangiger Kontakte
durch ein erweitertes Netz der Zusammenarbeit
auf der Ebene hochrangiger Regierungsvertreter und Experten unterstützt werden sollte.
Kaum waren die Innovationen in der europäischen und
atlantischen Architektur eingeführt, als das Tempo des
Wandels im Osten weitere Kreativität im Westen stimulierte. 1990 reagierten wir auf die Befreiung Osteuropas und die Wiedervereinigung Deutschlands. 1991
lenkte der Westen sein Augenmerk auf die sich in der
Sowjetunion vollziehende Auflösung.
Am 18. Juni 1991 - durch Zufall wiederum in Berlin entwickelte Außenminister Baker die amerikanische
Vision der europäischen und atlantischen Strukturen
weiter. Indem er die Evolution in Westeuropa zu
supranationalen Autoritätsformen dem Zerfall im Osten gegenüberstellte, argumentierte Baker, die grundlegende Herausforderung bestehe darin, eine "euroatlantische Gemeinschaft" zu schaffen, die mit der Zeit
die Atlantische Partnerschaft auf freie Menschen und
demokratische Regierungen von "Vancouver bis Wladiwostok" ausdehnen würde. Bei der Schaffung dieser
umfassenderen Gemeinschaft sollte die EG eine zentrale
Rolle spielen.
In den seit dem Sommer vergangenen Monaten wurden bereits eine Reihe von Schritten zur Stärkung
westlicher Institutionen und der Integration der aufstrebenden Demokratien des Ostens in umfassendere
kooperative Strukturen unternommen.
Am 22. Oktober vereinbarten EG und EFTA die
Schaffung eines Europäischen Wirtschaftsraums,
mit dem der Europäische Binnenmarkt auf 19
Länder und 380 Millionen Menschen erweitert
würde.
Am 8. November luden die Staats- und Regierungschefs der NATO alle Mitglieder des ehemaligen Warschauer Pakts zur Teilnahme an
einem zur Zeit unter der Schirmherrschaft der
NATO stehenden Sicherheitsforum ein, das sich
"von Vancouver bis Wladiwostok" erstreckt.

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�Vom 9. bis 10. Dezember einigten sich die
Staats- und Regierungschefs der Europäischen
Gemeinschaft in Maastricht auf einen Vertrag
über eine Europäische Politische, Wirtschaftsund Währungsunion.
Am 16. Dezember unterzeichnete die Europäische Gemeinschaft Assoziierungsabkommen
mit Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei
mit der langfristigen Aussicht auf Mitgliedschaft
in der Gemeinschaft.
Am 17. Dezember unterzeichneten die Vereinigten Staaten, die Europäische Gemeinschaft,
die Nationen Osteuropas und die Republiken
der ehemaligen Sowjetunion eine Europäische
Energiecharta.
Am 20. Dezember nahmen Vertreter der Sowjetunion und ihrer fünf ehemaligen Verbündeten im NATO-Hauptquartier in Evere am ersten
Ministertreffen des Nordatlantischen Kooperationsrats teil.
Im vergangenen Herbst riefen die atlantischen Bündnisparter in nur acht Wochen somit durch getrennte
und gemeinsame Bestrebungen folgende Institutionen
ins Leben:
einen Europäischen Wirtschaftsraum,
ein neues Euro-Atlantisches Sicherheitsforum,
eine Europäische Währungsunion und
eine Europäische Politische Union.
Mißerfolg beim GATT
In einer wichtigen Hinsicht ist es den Bündnispartnern
in den letzten Monaten des Jahres 1991 nicht gelungen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Infolgedessen fehlt uns immer noch einer der entscheidenden
Bausteine der euro-atlantischen Gemeinschaft. Ich
beziehe mich auf die nichtzustandegekommene Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und der EG
über ein neues Welthandelsabkommen im Rahmen
der Uruguay-Runde des GATT.
Dieses Problem dominierte die von Präsident Bush mit
Kommissions-Präsident Delors und Premierminister
Lubbers am 8. November in Den Haag geführten
Gespräche. Auch beim Treffen von Außenminister
Baker mit diesen beiden Politikern und anderen Mitgliedern der EG-Kommission am 20. Dezember in
Brüssel wurde diese Frage wiederholt angeschnitten.
Im November und Dezember vergangenen Jahres
erzielten die Vereinigten Staaten und die EG gemeinsam beachtliche Fortschritte, am Jahresende waren
wir jedoch nach wie vor beim entscheidenden Thema
der Agrarsubventionen uneinig.

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Die Genfer Verhandlungen über ein neues Welthandelsabkommen stehen jetzt an der Schwelle des Erfolgs - oder Mißerfolgs. Es liegt in den Händen der
Vereinigten Staaten und der Europäischen Gemeinschaft, diese Gespräche zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Dadurch könnten sie den aufstrebenden Demokratien des Ostens demonstrieren, daß
ein globales System freien Handels mit Privilegien und
Regeln beim Handel mit Waren, Dienstleistungen und
geistigem Eigentum existiert, dem sie beitreten und
von dem alle Sektoren ihrer Wirtschaft profitieren
können.
Im Hinblick auf die derzeitige Situation kommentierte
Wirtschaftsminister Möllemann vor kurzem: "Am
Vorabend des Abschlusses der Uruguay-Runde bieten die Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten ein
frustrierendes Bild der Widersprüche und ängstlicher
Unentschlossenheit."
Außenpolitische Prioritäten nach Maastricht
Dies ist keine Zeit der Unentschlossenheit. In den
kommenden Jahren wird das Tempo des Wandels im
Osten weiterhin das Tempo institutioneller Innovationen aus dem Westen bestimmen. Der Europäischen
Gemeinschaft wird keine Atempause nach den Strapazen von Maastricht gegönnt, keine Muße, um über
die übernommenen neuen Aufgaben nachzudenken.
Selbst während Europa mit der Verstärkung der zur
Erlangung einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik erforderlichen Instrumente beginnen muß,
müssen die Bedürfnisse der ehemaligen Sowjetunion
angesprochen, ein Ende des Bürgerkriegs in Jugoslawien vermittelt, Frieden im Nahen Osten herbeigeführt
und auf die länger werdende Schlange der Länder
reagiert werden, die den Beitritt zur EG anstreben.
Vergangene Woche wurde die erste Koordinierungskonferenz über Hilfe für die Nachfolgestaaten der
ehemaligen Sowjetunion in Washington abgehalten.
Die Europäische Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten waren unsere wichtigsten Partner bei der Veranstaltung dieses Treffens und werden bei der Nachfolgekonfernz eine noch zentralere Rolle spielen. Wir
beide sehen das Washingtoner Treffen als Ausgangspunkt für langfristige Bestrebungen an. Wir beabsichtigen, daß die in Washington gegründeten Arbeitsgruppen, von denen vier von der EG und ihren Mitgliedstaaten geleitet werden, dauerhafte Verantwortung für
die Koordinierung der Hilfe in ihren Bereichen übernehmen sollen. Wir haben die Gemeinschaft gebeten,
die zweite von drei Konferenzen zu organisieren und
den Vorsitz zu übernehmen, und die Gemeinschaft hat
ihre Zustimmung gegeben.
Auch die NATO wird bei diesen Bestrebungen eine
positive Rolle zu spielen haben. Seite an Seite haben
die NATO und die Europäische Gemeinschaft vergan-

Seite 3

�gene Woche an der Washingtoner Konferenz über
Hilfe für die ehemalige Sowjetunion teilgenommen.
Beide Organisationen haben herausragende Fähigkeiten beizutragen - die Gemeinschaft bei der Mobilisierung von Unterstützung und die NATO bei der
Organisation der Lieferungen. Die Krise in der ehemaligen Sowjetunion bietet diesen beiden Institutionen,
die bis heute wenig Erfahrung in direkter Kooperation
haben, eine Chance, mit dem Aufbau einer neuen, auf
Zusammenarbeit ausgerichteten Beziehung zu beginnen, einer Beziehung, die auf die Bedürfnisse der Welt
nach dem kalten Krieg und die Entwicklung einer
europäischen Union mit einer gemeinsamen Ausgangsbasis zur Außen-, Sicherheits- und gegebenenfalls
Verteidigungspolitik eingeht.
Die Diplomatie der Vereinigten Staaten und der Europäischen Gemeinschaft im Nahen Osten und in Jugoslawien ist durch eine stillschweigende Arbeitsteilung
charakterisiert - die Vereinigten Staaten übernehmen
die Führungsrolle bei der Beilegung des arabischisraelischen Konflikts und die EG bei der Herbeiführung von Frieden in Jugoslawien. Dies ist eine rationelle Arbeitsteilung, die den jeweiligen Mustern von Hilfe
und Handel, historischen Bindungen und lokalen Empfindlichkeiten Rechnung trägt. Während die Bestrebungen Fortschritte machen, muß jeder von uns jedoch im anderen Bereich aktiver werden. Die Vereinigten Staaten werden aufgefordert, ein Friedenstruppe
in Jugoslawien zu unterstützen. Die Europäische Gemeinschaft wird, so hoffen wir, eine herausragendere
Rolle beim Friedensprozeß im Nahen Osten übernehmen, wenn sich dieser über bilaterale Verhandlungen
zwischen den Parteien der Region zu einer umfassenderen Berücksichtigung regionaler wirtschaftlicher,
umweltpolitischer und anderer Fragen ausdehnt.

Osten, Jugoslawien, EG-Beitritt, Hilfe für die Sowjetunion befassen müssen - selbst während sie mit ihrer
eigenen umfangreichen Tagesordnung kämpft, einschließlich der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik,
dem Delors-Il-Haushaltspaket, Verwirklichung des
Binnenmarkts, Erarbeitung und Ratifizierung des
Abkommens von Maastricht.
Nie zuvor hat sich die Gemeinschaft mit einer solch
komplexen und anspruchsvollen Bandbreite von internen und externen Herausforderungen konfrontiert
gesehen. Nie zuvor wurde soviel von ihr erwartet. Für
einen Amerikaner, für den unser Streben nach "einer
perfekteren Union" geschichtsträchtig ist, sieht Europas Weg zu einer"noch engeren Union" in der Tat steil
aus. Einige der Hindernisse haben bekannte Vorläufer
in unserer Vergangenheit - beispielsweise das Gerangel um Macht und Souveränität zwischen der Union
und ihren Mitgliedstaaten. Aber in vieler Hinsicht sind
die Herausforderungen für eine Europäische Union
einzigartig.
Die Sprachenvielfalt ist eine von ihnen. Die Wirksamkeit jeder Außenpolitik hängt nicht nur von dem hinter
ihr stehenden wirtschaftlichen und militärischen Gewicht ab, sondern auch von der Genauigkeit, den
Nuancen und der Entschlossenheit, mit der sie durchgeführt wird. Einfluß in einer zunehmend dynamischen Welt hängt auch von dem Tempo ab, mit dem
die geeigneten Maßnahmen entwickelt, verwirklicht
und geändert werden können. Es liegt im Wesen der
Gemeinschaft begründet, daß sie sich in diesen Bereichen im Nachteil befindet. In dem Maße, in dem die
Erweiterung und nationaler Druck die Zahl der Arbeitssprachen erhöhen, in denen die Gemeinschaft ihre
Außenpolitik entwickeln und durchführen muß, scheint

sich dieser Nachteil zwangsläufig zu potenzieren.
In Maastricht haben die europäischen Staats- und
Regierungschefs die Kommission angewiesen, Vorschläge im Hinblick auf die Frage des EG-Beitritts zu
unterbreiten, die dem Europäischen Rat im kommenden Juni zur Erörterung vorgelegt werden sollen. Die
Liste der Anwärter ist lang und noch nicht abgeschlossen. Die Debatte der Gemeinschaft über die Erweiterung, die in diesem Jahr noch an Hitzigkeit zunehmen
wird, ist eine Diskussion über die zukünftige Gestaltung Europas. Es ist eine Debatte über die Definition
Europas und wer ein Europäer ist. Es ist auch eine
Debatte über die zukünftige Beziehung Europas zu
den Vereinigten Staaten. Wir erhoffen von der Gemeinschaft Antworten, die sowohl die europäische
Einheit als auch die transatlantische Partnerschaft
fördern.
Aussichten einer Europäischen Union in
Außen- und Sicherheitspolitik
In den kommenden Wochen wird die Gemeinschaft
sich mit all diesen vordringlichen Problemen wie Naher

Seite 4

Ein ähnliches Hindernis für eine europäische Union ist
die national geprägte öffentliche Meinung in Europa.
Es ist in der Tat irreführend, von einer europäischen
öffentlichen Meinung zu sprechen. In den meisten
Bereichen - zumindest in der außenpolitischen Arena
- ist die europäische Meinung deutlicher entlang nationaler Grenzen geteilt als nach After, Geschlecht, Schicht,
Einkommen oder politischer Partei. Die enormen nach Nationalität gegliederten - Unterschiede der öffentlichen Reaktionen auf die irakische Invasion in
Kuwait und jüngst auf die Auflösung Jugoslawiens
illustrieren das vielleicht größte einzelne Hindernis bei
der Erarbeitung eines gemeinsamen europäischen
Ansatzes zu solchen Herausforderungen.
Angesichts des Fehlens echter Euro-Medien ist dies
ein Phänomen, das schwer zu ändern sein wird. Der
Erfolg von CNN - oder, was das anbetrifft, MTV - legt
den Schluß nahe, daß es einen Markt für grenzüberschreitende Nachrichten- und Unterhaltungsprogramme gibt. Auch hier kann der nationale Druck es jedoch

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�der Gemeinschaft erschweren, Euro-Programme in
einer oder zwei der wichtigsten Sprachen zu fördern,
was sich kommerziell als die einzig mögliche Option
erweisen könnte.
Die Kontrolle über die Außen- und Sicherheitspolitik
ist eine der grundlegendsten Voraussetzungen für
Souveränität. Es überrascht daher kaum, daß die
Mitgliedstaaten nach wie vor zögern, in diesen Breichen Boden abzutreten. Weit davon entfernt, ihren
Sitz in internationalen Foren aufzugeben, ist die derzeit favorisierte Lösung schlicht und einfach, einen 13.
Sitz hinzuzufügen. In Wirklichkeit bittet die Gemeinschaft vielmehr die Nichtmitglieder statt der Mitglieder,
für die sich abzeichnende Europäische Union Platz am
Tisch zu machen. Eine meiner Aufgaben in den
vergangenen Monaten bestand darin, mit der Komplexität europäischer Institutionen weniger vertrauten
Vertretern meiner Regierung wiederholt zu erläutern,
warum ein Europa auf dem Wege der Vereinigung
größere Vertretung benötigt als wenn es noch immer
geteilt wäre.
Das Streben der Gemeinschaft nach einem 13. Sitz an
jedem Verhandlungstisch nimmt immer noch an Dynamik zu. Wir verstehen die institutionellen Bedürfnisse
Europas. Wir wissen den Beitrag zu schätzen, den die
Kommission selbst in einerwachsenden Zahl internationaler Foren macht. Letztlich wird jedoch die wahre
Meßlatte der europäischen Fortschritte zu einer noch
geschlosseneren Union die Konsolidierung seiner
Vertretung, nicht deren Multiplizierung sein.
Einer von Shakespeares Protagonisten verweist auf
seine Fähigkeit, "Geister aus der wüsten Tiefe" zu
rufen. "Ei ja, das kann ich auch, das kann ein jeder",
ist die skeptische Antwort. "Doch kommen sie, wenn
Ihr nach Ihnen ruft?"
Der wahre Test für eine gemeinsame europäische
Außenpolitik wird nicht in der Fähigkeit bestehen, sich
auf eine gemeinsame Formulierung zu einigen, sondern der Fähigkeit, gemeinsame Ziele zu erlangen. In
ihren frühen Jahren manifestierte sich die Europäische
Politische Zusammenarbeit vornehmlich in öffentlichen Erklärungen, die - welche Befriedigung sie auch
immer im eigenen Land ausgelöst haben mögen hauptsächlich dazu führten, die Regierungen vor den
Kopf zu stoßen, gegen die sie gerichtet waren. Israels
Einstellung gegenüber der Europäischen Gemeinschaft
ist immer noch von den Narben belastet, die dem Land
während dieser Periode manifestartiger Diplomatie
zugefügt wurden.
In den vergangenen Jahren hat die Gemeinschaft
begonnen, ihre Diplomatie mit der Kommission zur
Verfügung gestellten substantielleren Ressourcen zu
untermauern, um die von der Gemeinschaft vereinbarten Ziele zu erreichen. Dies hat Einfluß und Wirkung
der EG-Diplomatie auf Osteuropa, den Nahen Osten
und die ehemalige Sowjetunion maßgeblich verstärkt.
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Die so verwendeten Ressourcen können in Einfluß
umgesetzt werden. Der Einfluß der Gemeinschaft ist
jedoch nicht einfach die Summe der von den Mitgliedstaaten eingebrachten Ressourcen. In dem Maße, in
dem die Mitgliedstaaten tatsächlich Handel und Investitionen in unterschiedlicher, wenn nicht gar konkurrierender Weise tätigen, können sich ihre Bestrebungen negativ statt konstruktiv bei der Kalkulation des
Einflusses der Gemeinschaft insgesamt auswirken.
Der deutsche finanzielle Beitrag zur Sicherstellung des
sowjetischen Truppenabzugs aus Ostdeutschland ist
beispielsweise von entscheidender Bedeutung für die
westliche Sicherheit. Niemand - am wenigsten die
Empfänger - wird jedoch Ressourcen, die so eindeutig
von einem ihrer Mitgliedstaaten für solch einen andersartigen und unterschiedlichen Zweck zur Verfügung
gestellt wurden, den humanitären Hilfsleistungen der
Europäischen Gemeinschaft zuschreiben.
Die Bereitschaft der Gemeinschaft zur Zusammenlegung ihrer Ressourcen und die noch immer wachsende Anziehungskraft ihres Binnenmarkts sichern der
Gemeinschaft zunehmendes diplomatisches Gewicht.
Es liegt in der Natur der Gemeinschaft, daß ihr politischer Prozeß jedoch noch immer im großen und
ganzen ein offener ist. Ihre kollektive Diplomatie ist
daher noch immer nahezu ausschließlich öffentlich.
Man kann sich schwerlich die EG-Außenminister vorstellen, die eine Entscheidung erzielen, zu deren
unverzüglicher Bekanntgabe sie sich nicht gezwungen
fühlen. Vertrauliche Diplomatie bleibt daher im Wesentlichen den Mitgliedstaaten überlassen, die dazu
tendieren, die Ziele der Gemeinschaft abhängig von
nationalen Perspektiven und Prioritäten mit mehr oder
weniger Enthusiasmus zu verfolgen.
Ich erwähne all diese bekannten Hindernisse für eine
Union - Sprachenvielfalt, national orientierte Medien
und öffentliche Meinung sowie die Spannungen zwischen der Autorität der Zentralregierung und den Mitgliedstaaten - nicht, um die Gemeinschaft zu kritisieren
und noch weniger, um die Bedeutung der in Maastricht
errungenen Leistungen herabzuwürdigen. In der Tat
kann man nur anerkennen, wie weit die Gemeinschaft
in Maastricht gekommen ist und wie beeindruckend
ihre Errungenschaften bei der Erarbeitung einer gemeinsamen Politik gegenüber Osteuropa, Jugoslawien und der ehemaligen Sowjetunion waren, wenn
man sich vor Augen führt, wie gro ß die Hindernisse für
eine Europäische Union sind.
Auf längere Sicht könnte die europäische Außen- und
Verteidigungspolitik durch die sehr tiefgreifenden
Bestimmungen des Maastrichter Abkommens zu einer
Währungsunion eher Auftrieb erfahren als durch die
vorsichtigeren Verfügungen, die spezifisch auf die
Entwicklung einer "gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik" abzielen. Kann eine zentrale Währungsbehörde lange existieren, ohne das Entstehen einer
zentralen Wirtschafts- und Finanzbehörde zu bedinSeite 5

�gen? Wenn eine zentrale Gewalt für Wirtschafts- und
Finanzpolitik entsteht, wie lange wird dann die Verantwortung für Außen- und Sicherheitspolitik außerhalb
ihrer Kompetenz bleiben? Die Geschichte enthält
wenige Beispiele, in denen die Behörde für Wirtschaftspolitik lange von der Verantwortung für auswärtige Angelegenheiten getrennt blieb.

Die Verwirklichung dieses Ziels hängt stark von der
Fähigkeit der Gemeinschaft ab, die für sie in Maastricht definierten Ziele zu erlangen. Der Erfolg hängt
auch von der weiteren Ausdehnung der in der gemeinsamen Erklärung der Vereinigten Staaten und der EG
am 1. November 1990 formulierten transatlantischen
Partnerschaft ab.

Die jüngsten Erfahrungen mit der Angleichung der
deutschen Währung legen eine solche Verbindung
nahe. Bundeskanzler Kohl schlug die deutsche
Währungsunion als Abkürzung zur deutschen politischen Union vor. Sicherlich waren sich einige der
Verfechter der Europäischen Währungsunion - unter
denen Bundeskanzler Kohl eine prominente Stellung
einnimmt - der deutschen Erfahrung bewußt. Wir
können daher auf eine ähnliche Synergie zwischen
Währungs- und Politischer Union auf europäischer
Ebene hoffen.

Wir haben begonnen, maßgebliche Fortschritte zu
diesen Zielen zu machen. Im Abkommen zwischen
EG und EFTA über einen Europäischen Wirtschaftsraum, in den Assoziierungsabkommen der EG mit
Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei, mit der
Schaffung des Nordatlantischen Kooperationsrats der
NATO und im Maastrichter Abkommen über eine
Politische, Wirtschafts- und Währungsunion haben
Europa und die Vereinigten Staaten Schritte zu solch
einer neuen europäischen und atlantischen Architektur unternommen. Bei der Washingtoner Konferenz
haben die Atlantische Gemeinschaft und die Europäische Gemeinschaft in der vergangenen Woche begonnen, ihre kollektiven Fähigkeiten in die vordringliche Aufgabe der Unterstützung der ehemaligen Sowjetunion einzubringen.

Zu einer euro-atlantischen Gemeinschaft
Wenn wir die zukünftige Gestalt Europas betrachten,
liegt es auf der Hand, ziemlich grundlegende Fragen
zu stellen. Wie werden sich Institutionen wie die NATO
und die EG entwickeln? Wer sind ihre Mitglieder und
wie lautet ihr Mandat in zehn, zwanzig Jahren? Wird
es eine gemeinsame europäische Währung geben
und wie werden Institutionen wie der IWF und die G-7
infolgedessen angepaßt werden müssen? Wird es
eine gemeinsame europäische Verteidigung geben,
und in welcher Verbindung steht sie zum Engagement
der Vereinigten Staaten und der NATO?
Angesichts des Maßes an Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen, insbesondere im Osten, kann niemand diese Fragen mit großer Sicherheit beantworten. Die Vereinigten Staaten haben jedoch versucht,
ihre eigene Vision der europäischen und atlantischen
Beziehungen für das nächste Jahrhundert darzulegen.
Die amerikanische Vision steht meines Erachtens voll
und ganz im Einklang mit dem Ziel einer immer geschlosseneren europäischen Union, das von den europäischen Staats- und Regierungschefs im vergangengen Monat in Maastricht umrissen wurde.
Das langfristige Ziel der Vereinigten Staaten ist der
Aufbau der von Außenminister Baker so bezeichnetenen euro-atlantischen Gemeinschaft. Das Konzept
selbst beinhaltet eine beträchtliche Erweiterung der
größten Errungenschaft Europas und der Vereinigten
Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg - der "Atlantischen Gemeinschaft". Dieser Begriff vermittelt unsere
Hoffnung, daß die Muster der Zusammenarbeit und
das Gefühl gemeinsamer Werte, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurden, im Anschluß an den
kalten Krieg allmählich ganz von "Vancouver bis Wladiwostock" ausgedehnt werden können.

*
Seite 6

Wie ich festgestellt habe, fehlt ein wichtiger Stein
dieses Mosaiks noch. Wir benötigen baldige Einigung
über ein neues Welthandelsabkommen. Wenn es uns
nicht gelingt, ein solches Abkommen zu erlangen,
könnte der daraus resultierende Druck den Schlüsselbereich der Beziehungen zwischen den Vereinigten
Staaten und Westeuropa auszuhöhlen beginnen, auf
den sich jede umfassendere Vision der Zusammenarbeit gründet. Eine GATT-Vereinbarung ist vornehmlich ein Thema für die Vereinigten Staaten und die EG.
Handel, und insbesondere der Agrarhandel, ist der
Bereich, in dem die Kompetenzen der Europäischen
Gemeinschaft am weitesten entwickelt und die Bestrebungen zu einer europäischen Union bereits am weitesten verwirklicht sind. Wenn die Vereinigten Staaten
und Europa hier keine Einigung erzielen können, wo
sich das Engagement unserer gemeinsamen Interessen am deutlichsten manifestiert, wie können wir dann
unsere Bestrebungen zu einer umfassenderen Partnerschaft verwirklichen, von der ebenfalls so viel abhängt.
Europas und Amerikas Bilanz gemeinsamer Leistungen in den letzten beiden Jahren - die Kraft, Flexibilität
und Fähigkeit zu Innovation, die sowohl die Atlantische
als auch die Europäische Gemeinschaft in diesem
Zeitraum unter Beweis gestellt haben - berechtigt zu
Hoffnungen, daß wir gemeinsam dieses Hindernis
überwinden können. Dies ist unabdingbar, wenn Europa
und Amerika Fortschritte zu unseren ehrgeizigen längerfristigen Zielen erlangen wollen: die Schaffung
einer europäischen Union, die Vertiefung der Partnerschaft zwischen der Union und den Vereinigten Staaten sowie die Erweiterung der Atlantischen Gemeinschaft bis zum Pazifik.

*
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�5. Februar 1992

WOHLTÄTIGKEIT IN DEN USA:
EINE TRADITION DES GEBENS UND NEHMENS
Überblick über ehrenamtliche Tätigkeit
WASHINGTON -(AD) - Nirgendwo auf der Welt ist
ehrenamtliche Tätigkeit - das Konzept, eine Sache
oder Organisation durch freiwillige Arbeit zu unterstützen - weiter verbreitet als in den Vereinigten Staaten.
Und nirgendwo ist der Geist der Nächstenliebe offenkundiger als im amerikanischen Volk.
1990, dem letzten statistisch erfaßten Jahr, gaben die
Amerikaner der American Association of Fund Raising
Counsel in New York zufolge über 122 Milliarden Dollar
für Wohltätigkeits- und gemeinnützige Organisationen aus.
Der größte Batzen - über 65 Milliarden Dollar - ging an
Kirchen und religiöse Einrichtungen. 12 Milliarden
wurden für Bildungseinrichtungen gegeben - der Großteil für Colleges und Universitäten. Weitere 11 Milliarden wurden für humanitäre Zwecke und 10 Milliarden
Krankenhäusern und Gesundheitsverbänden gespendet.
83 Prozent dieser Summe kamen von Einzelpersonen.
6,4 Prozent entfielen auf testamentarische Zuwendungen, 5,7 Prozent auf Stiftungen und 4,8 Prozent auf
Unternehmen.
Anderen auf freiwilliger Basis Hilfe zu leisten, ist eine
im dem Pioniergeist verwurzelte amerikanische Tradition, die Nachbarn dazu veranlaßte, sich gegenseitig
beim Überleben in der Neuen Welt zu helfen. Dies ist
das Wesen der Demokratie. Das Konzept ist in vielen
Ländern unbekannt, in denen die Menschen die Auffassung vertreten, jeder sei sich selbst der Nächste.
In Europa verläßt man sich praktisch ausschließlich
auf aus Steuern finanzierte Mittel, die durch den politischen Prozeß verteilt werden.
Die meisten wohltätigen Spenden der Amerikaner
werden direkt für eine spezifische Sache oder Organisation getätigt. Beispielsweise machen Kollekten und
der Zehnte einen Großteil des für religiöse Zwecke
gespendeten Geldes aus. Auch in Einkaufszentren
und auf der Straße spenden manche Leute für Organsiationen wie das Rote Kreuz und die Heilsarmee.
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Sammelaktionen am Arbeitsplatz - im Büro oder Betrieb um eine Spende bitten - ist eine andere weit
verbreitete Methode, in den Vereinigten Staaten Geld
aufzubringen.
Zwei Spendenaktionen - United Way und Combined
Federal Campaign (CFC) - sind in den Vereinigten
Staaten sehr bekannt. Nach Kirchen, Universitäten
und Krankenhäusern bringen sie das meiste Geld für
wohltätige Zwecke auf.
Bei einer einmal pro Jahr durchgeführten Spendenaktion fordern CFC und United Way die Arbeitnehmer
auf, Abzüge von ihrem Lohnstreifen zur Weiterleitung
an einen Wohltätigkeitsverband nach Wahl des Beschäftigten zu gestatten.
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Organisationen besteht darin, daß United Way Gelder in der
Privatwirtschaft sammelt, wohingegen CFC sich bei
ihren Spendenaktionen an die Bundesbediensteten
wendet.
Die ältere der beiden Organisationen, United Way,
sammelte 1990 landesweit 3,11 Milliarden Dollar. Aus
ihrer Kampagne des Jahres 1991 fließen immer noch
Mittel, die endgültigen Zahlen werden erst im März zur
Verfügung stehen. CFC, die vom Bundesamt für
Personalverwaltung (Office of Personnel Management
- OPM) kontrolliert wird, sammelte 1990 landesweit
190 Millionen Dollar von Bundesbediensteten.
United Way, die 1988 ihr hundertjähriges Jubiläum
feierte, hat über die Vereinigten Staaten verstreut
2.200 Ortsgruppen, die jeweils eigenständig und unabhängig arbeiten. Im Jahr 1990 halfen Millionen von
United Way angeschlossenen Freiwilligen, Mittel für
über 50 Millionen Menschen aufzubringen.
United Way leitet das gesammelte Geld an Schwesterbehörden, die damit Nahrungsmittel für hungrige Kinder, Beratung für Familien, Kuren bei Krankheiten,
Trost für Sterbende, Unterkunft für Obdachlose und
zahllose andere humanitäte Zwecke finanzieren.

Seite 1

�Auch CFC, Anfang der sechziger Jahre gegründet,
verteilt Mittel für solche Zwecke. Im Gegensatz zu
United Way kann CFC auch Mittel für Bürgerinitiativen
bereitstellen, wie diejenigen, die sich der Beseitigung
von Umweltschäden verschreiben.
1990 sprach CFC 4,7 Millionen Bundesbedienstete im
ganzen Land an, darunter Mitarbeiter in militärischen
Dienststellen und der amerikanischen Bundespost.
Der Leiter der landesweiten Aktivitäten von CFC,
Dennis Matteotti vom OPM, erklärte gegenüber dem
US-Informationsamt, an der Kampagne von 1990 hätten
sich 2,5 Millionen Mitarbeiter beteiligt.
In Washington, wo die meisten Bundesbediensteten
arbeiten, sprach CFC 410.000 Arbeitnehmer an. Über
60 Prozent - etwa 250.000 - stifteten mehr als 30
Millionen der landesweit insgesamt gesammelten 190
Millionen Dollar.
Beide Sammelaktionen für einen guten Zweck, United
Way und CFC, sind eine Symbiose eingegangen. In
den meisten Gemeinden verwaltet United Way die
Kampagne von CFC, weil United Way bereits dort im
Privatsektor etabliert ist.
Die Leiterin von CFC Washington, Kristin J. Oliver, hat
als Mitarbeiterin von United Way in den vergangenen
sieben Jahren für CFC-Kampagnen gearbeitet.
Gemeinsam mit vier anderen Angestellten von United
Way ist sie einem CFC-Vorstand gegenüber verantwortlich.
"Wir führen die Kampagne in Washington als eine Art
Subunternehmer für die Bundesregierung durch", erklärt
sie in einem Interview mit USIA.
United Way wurde 1888 in Denver (Colorado) gegründet, als vier Priester unterschiedlicher Glaubensrichtungen dem Aufruf folgten, sich um die Gesundheit von
Silberminenarbeitern zu kümmern, die sich in der
Gegend angesiedelt hatten. Die Gruppe in Denver
sammelte in jenem Jahr mit der ersten gemeinsamen
Kampagne des Landes 21.000 Dollar.
CFC begann als Reaktion auf eine explosionsartig
zunehmende Zahl von einzelnen Sammelaktionen, bei
denen Bundesbedienstete zu Spenden aufgerufen
wurden. Mit einem 1964 unterzeichneten Präsidialerlaß erhielten Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die
Möglichkeit, direkt durch Gehaltsabzug für wohltätige
Zwecke zu spenden.
"Die Bundesbediensteten waren es leid, daß jeden
Monat gesammelt wurde, einen Monat für die Herzstif*

Seite 2

tung, im nächsten für das Rote Kreuz, dann wieder für
andere Zwecke," erklärte Oliver.
"Sie nahmen sich also die gemeinsamen Aktionen von
United Way zum Vorbild, wandten sich an das OPM
und riefen CFC ins Leben. Es geschah nichts anderes,
als daß die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sich
sagten: Wir müssen das hier besser organisieren."
"Meiner Ansicht nach ist dies etwas, was Bundesbedienstete stärker überdenken sollten. Es lohnt sich."
Ebenso bemerkenswert ist die Tatsache, daß die
Betriebskosten sowohl bei CFC als auch bei United
Way verglichen mit anderen Sammelaktionen für
wohltätige Zwecke außerordentlich gering sind.
Die Kosten für die Aktion von United Way in Washington lagen bei unter 7 Prozent des gesammelten Betrags. Die Kosten bei CFC betrugen etwa 4 Prozent
der Gesamtsumme.
Sowohl CFC als auch United Way führen jährliche
Revisionen durch, um eine ordentliche Verwaltung der
Finanzen sicherzustellen.
Über 150 Bundesbehörden beteiligten sich 1991 an
den Mitte Dezember beendeten CFC-Aktionen.
Obwohl täglich neue Spenden eingehen, hat die
Sammelaktion von CFC in Washington bereits ihr Ziel
von 32.750.000 Dollar um 2 Millionen Dollar übertroffen. Dabei hat das Marineministerium am meisten
gespendet - 3 Millionen Dollar. Dann folgten die
Bundespost mit 2,3 Millionen Dollar und das Gesundheitsministerium mit 1,8 Millionen Dollar.
Die Spenden werden an die 1.500 beteiligten Wohltätigkeitsorganisationen im Stadtgebiet von Washington
verteilt.
Bemerkenswert ist, daß die Rekordsummen an CFC
zu einer Zeit wirtschaftlicher Rezession sowohl in
Washington als auch im ganzen Land gespendet werden.
"Die meisten Bundesbediensteten haben einen Ehepartner oder einen Nachbarn, der eine schwere Zeit
durchmacht und schätzen sich glücklich, eine Stelle zu
haben. Vielleicht haben sie gedacht: dieses Jahr sind
wir an der Reihe, mal einzuspringen um zu helfen,"
erklärte Oliver.
"In schweren Zeiten sind sich die Menschen der Bedürftigkeitstärker bewußt und scheinen mehr zu spenden."
"Das ist typisch amerikanisch."

* * *

*

AMERIKA DIENST 5

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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 05.02.1992</text>
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          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Haushalt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsident Bushs Haushalt im Kontext betrachtet&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht zur Haushaltsvorlage 1993&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Verteidigung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Waffenmodernisierung neuer Schwerpunkt des Pentagon&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung des US-Verteidigungsministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Vereinte Nationen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: Neues Zeitalter für Vereinte Nationen nach dem Kalten Krieg&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Präsidenten beim UN-Sicherheitsrat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Menschenrechte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neue Demokratien berechtigen zu Hoffnung bei Menschenrechten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Bericht des US-Außenministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Handel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Dobbins drängt auf baldige Einigung über Handelsabkommen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des US-Botschafters bei der EG&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. Soziales&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wohltätigkeit in den USA: eine Tradition des Gebens und Nehmens&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Überblick über ehrenamtliche Tätigkeit&lt;/em&gt;</text>
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