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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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8. Januar 1992
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BUSH: USA ENGAGIEREN SICH
WEITERHIN IM PAZIFIK
Rede des Präsidenten vor dem australischen
Parlament

VERLÄNGERUNG DES "FAST TRACK"
WICHTIGSTE HANDELSMASSNAHME
DES KONGRESSES IM JAHR 1991
Mehrere Gesetzesvorhaben von Präsident
Bush abgelehnt

GATT

VORGESCHLAGENES AGRARABKOMMEN
RUFT KONTROVERSEN HERVOR
Übersicht zum Entwurf des Agrarabkommens
der Uruguay-Runde

PORTRAT

NOMINIERTE HANDELSMINISTERIN IN
VORSTANDSETAGEN ZU HAUSE
Porträt von Barbara Franklin

UMWELT

1991 WICHTIGE UMWELTGESETZE
DES JAHRES 1990 VERABSCHIEDET
Eine Übersicht

DROGEN

AMERIKANISCHE FIRMEN UNTERNEHMEN
SCHRITTE GEGEN DROGENMISSBRAUCH
AM ARBEITSPLATZ
Arbeit als Hilfe gegen Mißbrauch von
Suchtstoffen

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Telex: 8-85432

�HANDEL
8.Januar 1992

BUSH: USA ENGAGIEREN SICH
WEITERHIN IM PAZIFIK
Rede des Präsidenten vor dem australischen Parlament
CANBERRA - (AD) - Die massiven Veränderungen auf der Welt werden Präsident Bush zufolge die Rolle und
die Ziele der Vereinigten Staaten als pazifischer Macht nicht untergraben.
Bei einer Parlamentssitzung aller Kammern erklärte Bush am 2. Januar 1992: "Ich kann Ihnen versichern, daß
die Vereinigten Staaten eine angemessene militärische Präsenz aufrechterhalten wollen, um ihre Verbündeten
zu schützen und Bedrohungen für den Frieden abzuwehren."
Beim ersten Aufenthalt auf seiner Reise durch vier Länder des pazifischen Beckens, die der Förderung des USHandels dienen soll, betonte Bush das Interesse aller Seiten an freiem und fairem Handel und insbesondere an
einem erfolgreichen Abschluß der Uruguay-Runde globaler Handelsgespräche.
Er erklärte gegenüber den Parlamentariern, es bestehe kein Grund zu Besorgnis über die Auswirkungen des sich
abzeichnenden Handelsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada. "Ich möchte Ihnen
... versichern, daß das Nordamerikanische Freihandelsabkommen kein exklusiver Handelsblock wird. Es wird
innere Hemmnisse abbauen ohne äußere Hindernisse aufzutürmen", erklärte Bush.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Präsidenten im Wortlaut.

Herr Vorsitzender, ich danke Ihnen. Herr Präsident,
Herr Premierminister, Herr Oppositionsführer, Mr.
Hewson, Abgeordnete und Senatoren. Es ist mir eine
große Ehre, heute hier anwesend zu sein, und ich bin
außerordentlich dankbar, vor dieser Kammer des
australischen Parlaments sprechen zu dürfen.

und Emotion, die in diesen Kammern zutage tritt, war
ich stets von der Botschaft der Einigkeit beeindruckt,
die Ihre Führer meinem Land vermittelt haben. Auch
nach ihrer Amtszeit oder in der Opposition haben sie
immer die Interessen Australiens über ihr persönliches
Interesse gestellt. Das sagt etwas sehr Positives und
sehr Wichtiges über Ihr großartiges Land aus.

Ich wei ß, da ß die Abgeordneten äu Berste Anstrengungen unternommen haben, diese Sondersitzung anzuDas ist sicherlich ein Grund, warum ein Besucher aus
beraumen. Und ich denke, die Menschen in unserem den Vereinigten Statten einfach verwandtschaftliche
Land wissen dies sehr wohl zu würdigen.
Gefühle für Australien empfinden muß. Unsere jungen
Länder wurden gleichermaßen von Entdeckern, PioBesonders begrüßen und danken möchte ich den nieren und Einwanderern als Horte der Freiheit und
Mitgliedern der australisch-amerikanischen ParlamenMöglichkeit betrachtet. Unsere Kulturen spiegeln eine
tariergruppe, die soviel getan haben, um die Freund- au ßergewöhnliche Vielfalt - von britisch und irisch über
schaft zwischen unseren Ländern zu vertiefen.
italienisch und polnisch bis zu vietnamesisch und
kambodschanisch - wider.
Gestatten Sie mir eine erste Beobachtung. Ihr politisches Klima ist sehr dynamisch. Das ist eigentlich die
In diesem Parlamentsgebäude ist ein Original der
Untertreibung des Jahres. Ich beobachte auch die Magna Charta ausgestellt. Soweit ich weiß, existieren
damit einhergehenden Wirren - und danke Gott für das davon nur noch vier Exemplare. Das US-NationalarSystem der Präsidentschaft bei mir zu Hause. Aber chiv verfügt über eines dieser Originalmanuskripte.
dennoch möchte ich Ihnen diese Beobachtung mitteiIch kann mir kein mächtigeres Symbol unserer gelen. Ich schätze mich glücklich, über die Jahre hinweg meinsamen Verpflichtungen für die Rechte des einzelmehrere Ihrer Mitglieder zu beiden Seiten des Gangs nen, Rechtsstaatlichkeit und eine von Volk gewählte
kennengelernt zu haben. Und trotz all der Intensität
Regierung vorstellen.
AMERIKA DIENST 1

Seite 1

�unserem gemeinsamen Erbe und unseren gemeinsamen Idealen gibt es weitere Ähnlichkeiten zwischen
Amerikanern und Australiern: Jedes unserer Länder
umspannt einen Kontinent, der reich an Agrargütern
und Bodenschätzen ist, daneben gibt es in unseren
beiden Ländern spektakuläre Naturschauspiele. Offen gesagt - unsere Völker denken in großen Dimensionen. Und ihre wichtigsten Ideen sind uns gemeinsam: der Glaube an die Unteilbarkeit der Freiheit des
Menschen und die Bereitschaft zu Kampf und Opfern
für den Frieden und die Sicherheit anderer Länder.
Dieses Jahr feiern wir den 50. Jahrestag der schicksalhaften Schlacht im Korallenmeer. Wir gedenken des
Muts und der Kampfkraft der australischen und amerikanischen Marine. Ihre Tapferkeit hat Australien vor
der Invasion bewahrt und die Flut des Totalitarismus
eingedämmt.
In Korea und Vietnam haben sich Australier und
Amerikaner erneut zusammengeschlossen. Ihre Opfer
waren nicht vergebens. Korea ist eine Demokratie, die
für die marktwirtschaftliche Entwicklung weltweit
Maßstäbe setzt. Das seit langem leidende Kambodscha hegt nunmehr Hoffnungen auf einen dauerhaften
Frieden und freie Wahlen. Sogar Vietnam öffnet sich
der Welt und strebt Verbindungen zu den dynamischen Marktwirtschaften der Region an.
Am Persischen Golf haben wir uns gemeinsam der
Aggression Saddam Husseins widersetzt. Tatsächlich waren die ersten beiden Koalitionspartner bei einer
gemeinsamen Seeübung zur Durchführung der UNResolutionen Australier von der HMAS Darwin und
Amerikaner von der USS Brewerton. Während des
Krieges spielten die gemeinsamen Verteidigungseinrichtungen hier in Australien eine unschätzbare Rolle
bei der Aufdeckung von Abschüssen irakischer ScudRaketen. Heute handelt es sich bei zwei der drei
Marinestreitkräfte bei Operationen zur Durchsetzung
des Embargos gegen den Irak um Australien und die
Vereinigten Staaten.
Aber auch wenn wir uns unsere Kämpfe und Erfolge
vor Augen führen, müssen wir nach vom blicken und
die Gelegenheit zur Gestaltung unseres gemeinsamen Schicksals ins Auge fassen.
Erstens stehen wir gemeinsam vor der Herausforderung wirtschaftlicher Chancen und wirtschaftlichen
Wachstums - der Schaffung von Arbeitsplätzen für die
Menschen in unseren Ländern und ihre Familien.
Zweitens sehen wir uns neuen, aber nicht weniger
aufreibenden Herausforderungen an unsere Sicherheit gegenüber - den Bedrohungen regionaler Konflikte und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Drittens stehen wir vor der aufregenden Aufga-

Seite 2

ben, den bemerkenswerten Aufschwung der Demokratie und Freiheit zu fördern, der in diesen vergangenen Jahren über die Welt hinweggefegt ist. Ein starkes
Amerika spielte für den Triumph freier Märkte und
freier Menschen eine entscheidende Rolle. Ich bin
zuversichtlich, daß die Vereinigten Staaten weiterhin
die Überzeugung und die Fähigkeiten haben werden,
für das Gute einzutreten und daß ein neues Zeitalter
wirtschaftlicher Möglichkeiten auch bessere Chancen
für den Frieden mit sich bringen wird.
Das kommende Zeitalter verpricht den Ländern am
Pazifik beispiellose Chancen für Wirtschaftswachstum. 1990 belief sich der bilaterale Handel der asiatisch-pazifischen Region mit den Vereinigten Staaten
auf insgesamt 300 Milliarden Dollar - eine Summe, die
fast um ein Drittel größer ist als das transatlantische
Handelsvolumen der USA. Diese Region ist der am
schnellsten wachsende Markt der Welt. Und dennoch
gibt es Stimmen zu beiden Seiten des Pazifiks, die
wirtschaftlichen Isolationismus fordern. Obwohl dies
für einige Länder, einschließlich Australien und die
Vereinigten Staaten, schwierige, wirtschaftlich harte
Zeiten sind, wissen wir doch beide, daß Protektionismus unweigerlich in den Ruin führt. Es sollte kein
Zweifel daran bestehen, daß Amerika weiterhin für
offenen Handel und offene Märkte eintreten wird.
Handel bedeutet Arbeitsplätze - gute Arbeitsplätze - im
In- und Ausland. Ich bin sicher, es überrascht Sie
nicht, wenn mein Hauptaugenmerk als Präsident der
Vereinigten Staaten der Förderung von Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen für die Menschen in
unserem Land gilt. Dieses Ziel steht in vollem Einklang
mit Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen für Australier. Sie wissen ebenso gut wie ich, daß offene
Märkte Wachstum hervorbringen und der Welthandel
kein Nullsummenspiel ist.
Sie wissen ebenfalls, daß die Länder, die den Lohn für
ein dynamisches und wachsendes Welthandelssystemteilen, auch die Pflichten teilen müssen. Australien hat eine echte Führungsrolle bei Bestrebungen um
Erfolg in der Uruguay-Runde der GATT-Verhandlungen übernommen. Und Sie haben große Fähigkeiten
und Energie beim Streben nach einem einschneidenden Abbau der handelsverzerrenden Agrarsubventionen bewiesen. Fortschritt in der Landwirtschaft ist
der Schlüssel für den Erfolg der GATT-Gespräche.
Ihre Farmer fühlen nicht allein den Schmerz, den die
hohen Subventionen der Europäischen Gemeinschaft
verursachen - unsere Weizenproduktion ist im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent zurückgegangen. Aber
ich bin mirauch der Sorge bewu ßt, die solche Handelsprogramme der Vereinigten Staaten wie dieses Exportförderprogramm (Export Enhancement Program EEP) den australischen Farmern bereiten.

AMERIKA DIENST 1

�Unser EEP-Programm hat ausschließlich ein Ziel - die
Lawine von subventionierten Exportgütern der EG
aufzuhalten. Es ist eine Tatsache, daß die EG über
zehnmal mehr Agrarprodukte subventioniert als wir.
Darüber hinaus versucht unser Programm, die Auswirkungen auf Australien und andere nichtsubventionierende Länder zu minimieren. Obwohl mir der Einsatz
dieser Mittel widerstrebt, werde ich die Interessen der
amerikanischen Landwirte schützen. Und ohne EEP
würde die Europäische Gemeinschaft zusätzliche Märkte
absorbieren und diejenigen verdrängen, die fair konkurrieren - die Landwirte in Ländern wie Australien und
den Vereinigten Staaten.
Wir alle wissen, daß unsere beiden Regierungen die
richtige Antwort gefunden haben - hart an einem
historischen neuen GATT-Abkommen zu arbeiten,
das insbesondere Subventionen für Exporte zurückschraubt. Aus diesem Grund haben sich die Vereinigten Staaten verpflichtet, mit dem neuen Text von
GATT-Direktor Dunkel zu arbeiten. Unseres Erachtens bringt uns sein Entwurf dem endgültigen Abschluß eines Abkommens näher. Obwohl er nicht
perfekt ist, leistet er einen wichtigen Beitrag - und das
internationale Handelssystem ist zu entscheidend, um
diese Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen.
Ich hoffe stark, daß Australien und andere pazifische
Nationen sich uns anschließen, um den Verhandlungen der Uruguay-Runde bei ihrer Wiederaufnahme
Ende dieses Monats weiteren Auftrieb zu verleihen.
Dies ist der beste umfassende Ansatz, den wir unseren

hart arbeitenden Landwirten und Viehzüchtern bieten
können.
Im Einsatz regionaler Organisationen sehen wir femer
eine Möglichkeit zur Erweiterung und Liberalisierung
des Handels weltweit. Wir fühlen uns durch Australiens Führungsrolle bei APEC - der asiatisch-pazifischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit - besonders
ermutigt. Der Erfolg des APEC-Minstertreffens im
November in Seoul steht als Beweis dafür, daß sich
APEC als Wirtschaftsforum im Pazifik herauskristallisiert und rund um das Pazifische Becken zunehmend
einen Gemeinschaftssinn hervorbringt. Nordamerika
- Mexiko, die Vereinigten Staaten und Kanada - sind
Teil dieser Gemeinschaft. Und ich möchte Ihnen allen
auf beiden Seiten dieses Gangs versichern, daß das
Nordamerikanische Freihandelsabkommen kein exklusiver Handelsblock wird. Es wird innere Hemmnisse abbauen ohne externe Hindernisse aufzutürmen.
Unser Wachstum wird zur Stimulierung Ihres Wachstums beitragen, ebenso wie Wachstum in Asien unsere Exporte ankurbelt.
Auch bilateral können wir mehr zur Erweiterung des
Handels tun. Aus diesem Grund schlage ich ein
Rahmenabkommen zu Handel und Investitionen zwischen den Vereinigten Staaten und Australien vor- ein
Weg zur Verstärkung unseres bereits starken wirtAMERIKA DIENST 1

schaftlichen Engagements. Unser Programm besteht
in der Förderung von Exporten und Wachstum durch
den Abbau von Handelshemmnissen - global, regional
oder bilateral.
Angesichts der dramatischen Veränderungen auf der
Welt müssen wir uns zweifelsohne auch an neue
Sicherheitsbedingungen anpassen. Ich möchte Ihnen, meinen Freunden, jedoch ein Versprechen geben: unabhängig von allen möglichen Veränderungen
bei den Verteidigungsausgaben der Vereinigten Staaten oder der Natur der Bedrohungen für den Weltfrieden ist das amerikanisch-australische Bündnis für die
Stabilität in der asiatisch-pazifischen Region unabdingbar.
In Asien wurde eine gewisse Besorgnis über die
amerikanische Verpflichtung zum bevorstehenden
Abzug von Subic Bay auf den Philippinen geäußert.
Ich möchte eines eindeutig klarstellen: Ich selbst habe
in Kriegs- und in Friedenszeiten in Asien gedient. Und
ebenso, wie sich die Zeiten ändern, wird sich unser
Einsatzkonzept ändern, um unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Unsere Rolle und Aufgabe als pazifische Macht werden jedoch konstant bleiben. Es ist wichtig, daß die Menschen in Australien
dies verstehen: Wir beabsichtigen, unser Engagement unabhängig von den sich verändernden Sicherheitsarrangements unserer Zeit fortzusetzen.
Wir haben heute hier darüber mit dem Premierminister, dem Oppositionsführer und anderen gesprochen
- der kalte Krieg ist beendet. Aber die Bedrohung durch
den Kommunismus, die jahrzehntelang unsere Energien verbrauchte, wurde jetzt durch die von ethnischen
Auseinandersetzungen und regionalen Konflikten
verursachte Instabilität ersetzt. Die Sowjetunion, wie
wir sie kannten, gehört der Geschichte an. Ein neues
Zeitalter ist angebrochen. Aber ebenso wie Australien
haben die Vereinigten Staaten in den vergangenen 50
Jahren drei Kriege in Asien geführt. Wir wissen, daß
unsere Sicherheit untrennbar mit Stabilität im gesamten Pazifik verbunden ist, und wir werden diese Sicherheit und Stabilität nicht aufs Spiel setzen. Ich kann
Ihnen versichern, daß die Vereinigten Staaten eine
angemessene militärische Präsenz aufrechterhalten
wollen, um ihre Verbündeten zu schützen und Bedrohungen für den Frieden abzuwehren.
Vor kurzem konnten wir am Persischen Golf beobachten, daß die gefährliche Kombination schwelender
regionaler Konflikte und Massenvernichtungswaffen
konstant unsere Aufmerksamkeit erfordert. Ich beglückwünsche die australische Führung zur Eindämmung chemischer, biologischer und atomarer Waffen.
Es sind Ihre Kinder und die Kinder auf der ganzen Welt,
die dank solcher Bestrebungen in einer sichereren
Welt aufwachsen werden.

Seite 3

�Australien und die Vereinigten Staaten arbeiten auch
an der Beendigung eines weiteren lange andauernden
und tragischen regionalen Konflikts. Unsere kombinierten Initiativen bei den Vereinten Nationen waren
die entscheidenden Faktoren bei dem Prozeß für
Frieden und freie Wahlen in Kambodscha. Unsere
beiden Länder haben inzwischen offizielle Vertretungen in Phnom Penh eröffnet, um den Friedensprozeß
voranzubringem. Australien leistet durch die Entsendung eines hochrangigen Offiziers einen zusätzlichen
Beitrag, der die UNO-Friedenstruppen in Kambodscha
leiten soll. Ich bin stolz auf unsere gemeinsamen
Bestrebungen, den Alptraum in Kambodscha zu beenden und ein neues Zeitalter der Hoffnung und des
Wiederaufbaus einzuläuten.
Und schließlich manifestieren sich die amerikanischen
und australischen Bestrebungen für die Zukunft in
unserer wachsenden Zusammenarbeit bei solchen
Themen wie Umweltschutz, Erziehungswesen und
sozialen Fragen. Wir können auf das gemeinsame
Vorgehen unserer Regierungen bei der Erhaltung der
tropischen Regenwälder, dem Artenschutz und der
Förderung von Technologien zur Herstellung sauberer
Brennstoffe stolz sein.
Australien spielt femer eine führende Rolle bei der
internationalen Drogenbekämpfung. Ich weiß, ich
spreche für Millionen amerikanischer Eltern, wenn ich
Ihnen für die Bestrebungen zur Bekämpfung des
Drogenmißbrauchs und Drogenhandels danke.
Meines Erachtens werden die nächsten Generationen
von Australiern und Amerikanern sich noch näher
kommen. Ich sehe darin überhaupt keine Bedrohung.
Und ich prognostiziere für die kommenden Jahre eine
kontinuierliche Ausweitung von Reisen und Kulturaustauschprogrammen. Australiens natürliche Schönheit, von der ich bei dieser Reise bedauerlicherweise
sehr wenig gesehen habe, ist in der Tat sensationell
und übt große Anziehungskraft auf amerikanische
Touristen aus. Aber noch mehr ist es der Geist Ihres
Landes, der in unserem Land - in Amerika - und
weltweit so gro ße Bewunderung für Australien hervorruft. Die Beiträge Ihrer Künstler zu Film, Tanz und

tet - ich spreche von unserem Bildungsminister, Lamar
Alexander. Nach achtjähriger Tätigkeit als Gouverneur von Tennessee verbrachte Alexander 1987 ein
halbes Jahr in diesem wunderschönen Land. Und
seitdem er meinem Kabinett als Bildungsminister
angehört, arbeitet Lamar Alexander an revolutionären
Veränderungen zur Verbesserung unserer Schulen.
Auch dies ist Teil unseres Programms, Amerika konkurrenzfähig, stark zu machen und zu seinem Wachstum beizutragen. Minister Alexander fördert innovative Ideen, die er eben hier in Australien in der Praxis
gesehen hat. Beispielsweise den großen Entscheidungsspielraum, den Australier bei der Wahl zwischen
privaten, konfessionellen oder staatlichen Schulen
haben. Wenn wir mit einigen dieser Reformen Erfolg
haben, werden wir Pionieren wie den Australiern für ihr
Beispiel danken.
Natürlich hatten wir seit dem Tag, an dem das amerikanische Schiff Philadelphia als erstes Handelsschiff
1792 im Hafen Jackson von Sydney einlief, immer
brüderliche Bande und den Geist der Freiheit gemein.
Fast ein Jahrhundert später besuchte Mark Twain
Australien und sprach für alle Amerikaner, als er sagte:
"Sie verfügen hier über einen Geist der Unabhängigkeit, der nicht hoch genug gepriesen werden kann."
Vor 50 Jahren bezahlten Australier und Amerikaner im
Korallenmeer einen hohen Preis für die Freiheit, aber
sie bewiesen der Welt, daß die Zukunft den Mutigen
und Tapferen gehört. In der seither vergangenen Zeit
haben wir unsere Freundschaft, unsere wirtschaftliche
Interdependenz und unsere Zusammenarbeit bei der
gemeinsamen Verteidigung vertieft. Und jetzt können
wir deutlicher als je zuvor eine hoffnungsvolle Zukunft
für die Blutsverwandten in Australien und Amerika und
für all diejenigen ausmachen, die diese grundlegenden
Werte teilen, die uns lieb und teuer sind. Wir sind
bereit, als Partner im nächsten Jahrhundert zusammenzuarbeiten, um Freiheit, Kooperation und wirtschaftlichem Fortschritt den Boden zu bereiten.
Für mich war dies eine große Ehre. Für Barbara und
mich war es ein reines Vergnügen, diese kurzen

Musik haben uns den Mund nach mehr und mehr

zweieinhalb Tage mit Ihnen verbringen zu können. Die

Australischem wässrig gemacht. Das amerikanische
Femsehen zeigt Fußballspiele mit australischen Regeln, und viele Amerikaner genießen die Rauhbeinigkeit, die Stürze und den hemmungslosen Schlagabtausch. Wir haben etwas Ähnliches - aber in den
Vereinigten Staaten bezeichnen wir es als Politik.

Gastfreundschaft der Australier ist nicht in Worte zu
fassen. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr mich das
berührt. Lassen Sie mich daher einfach nur nochmals
vielen Dank für die außergewöhnliche Ehre sagen, vor
diesem erlesenen Parlament sprechen zu dürfen. Mögen
Ihre Debatten lebhaft, von Freundschaft und Zuneigung geleitet sein, wie sie es gelegentlich sind. Möge
Gott Sie alle schützen.

Ich schreibe es der sauberen australischen Luft zu,
daß jetzt einer der hellsten Köpfe in Washington arbei* *

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*

AMERIKA DIENST 1

�HANDEL
8.Januar 1992

VERLÄNGERUNG DES "FAST TRACK"
WICHTIGSTE HANDELSMASSNAHME
DES KONGRESSES IM JAHR 1991
Mehrere Gesetzesvorhaben von Präsident Bush abgelehnt

WASHINGTON - (AD) - Von mehreren im Jahr 1991
vom Kongreß verabschiedeten Handelsgesetzen betraf das wichtigste die Verlängerung der Verhandlungsvollmacht Präsident Bushs im Rahmen des "Fast
Track".
Mit 231 zu 92 Stimmen im Repräsentantenhaus und 59
zu 36 im Senat hat der Kongreß im Mai dem Präsidenten die angestrebte Vollmacht erteilt, um die fünfjährige Uruguay-Runde multilateraler Handelsgespräche
abzuschließen und Verhandlungen über das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) mit
Mexiko und Kanada aufzunehmen.
Die Abstimmungen in Repräsentantenhaus und Senat
bedeuteten eine Niederlage einer Koalition, die aus
einigen Vert.aiern von Gewerkschaften, Umwelt- und
Verbraucherschutzgruppen bestand und das FastTrack-Mandat ablehnte.
Die Vollmacht im Rahmen des Fast Track zwingt den
Kongreß, ein vereinbartes Handelsabkommen innerhalb eines bestimmten Zeitraums ohne Änderungen
anzunehmen oder abzulehnen. Der Kongreß könnte
demzufolge ein Abkommen im Rahmen der UruguayRunde zwar ablehnen, es jedoch nicht ändern und
damit die amerikanische Regierung zu Neuverhandlungen mit über 100 Ländern zwingen.
Vor der Vertagung des Kongresses im November
wurden von Kongreßmitgliedern jedoch auch mehrere
Handelsgesetze eingebracht, die bei der Bush-Administration auf wenig Gegenliebe stoßen.

Super 301
Der Energie- und Handelsausschuß des Repräsentantenhauses hat per Akklamation mit Zustimmung
aus beiden Parteien einen Gesetzentwurf verabschie-

AMERIKA DIENST 1

det, der die Super-301 -Verfügung des amerikanischen
Handelsgesetzes wiederbelebt; die Maßnahme wurde
bisher weder vom gesamten Repräsentantenhaus noch
vom Senat verabschiedet.
Die in den Jahren 1989 und 1990 gültige Super-301Bestimmung zwang die amerikanische Regierung, eine
Liste von Ländern zu erstellen, mit denen vordringlich
über unfaire Handelspraktiken verhandelt werden solte. Dabei wurden Vergeltungsmaßnahmen für alle ungelösten Streitfälle angedroht.
Obwohl diese Verfügung des Handelsgesetzes von
1988 unmittelbar dazu führte, Handelszugeständnisse
von Japan und Brasilien und indirekt auch von Südkorea und Taiwan zu erzwingen, lehnt die Bush-Administration ihre Wiedereinführung ab.
Vom Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Richard
Gephardt, und dem Vorsitzenden des Senatsunterausschusses für Handel, Max Baucus, eingebrachte
Gesetzentwürfe würden Super 301 nicht nur wiederbeleben sondern noch erweitern und dabei hauptsächlich auf Japan und China abzielen.
Gephardts Gesetzentwurf würde vordingliche Berücksichtigung im Rahmen von Super 301 für jedes Land
vorsehen, das mindestens 15 Prozent des US-Handelsdefizits verursacht, einen Zahlungsbilanzüberschuß
aufweist und protektionistische Maßnahmen durchführt.
Es würde den Spielraum des Präsidenten bei Entscheidungen über Vergeltungsmaßnahmen einschränken. Der Präsident könnte einen Alternativplan zur
Öffnung der Märkte dieser Länder vorlegen, aber bei
Ablehnung dieses Plans durch den Kongreß wäre der
Präsident verpflichtet, Vergeltungsmaßnahmen zu
verhängen.

Seite 1

�Der Baucus-Gesetzentwurf unterscheidet sich von
dem Gephardts. Ein Unterschied besteht darin, daß er
dem Senatsausschuß für Finanzen und dem Haushaltsausschuß des Repräsentantenhauses das Recht
einräumen würde, selbständig ordentliche Super-301 Verfahren einzuleiten. Heute können lediglich die
Industrie oder die Administration selbst solche Verfahren initiieren.

Sanktionen bei Einsatz oder Herstellung chemischer und biologischer Waffen, Exportkontrollen

Baucus zufolge sollte die Verlängerung von Super 301
Bestandteil jedes Gesetzes werden, das dem Kongreß
von der Bush-Administration in Zusammenhang mit
Vereinbarungen im Rahmen der Uruguay-Runde oder
NAFTA vorgelegt wird.

Das Gesetz würde beim Einsatz dieser Waffen die
unverzügliche Verhängung von Sanktionen erfordern.
Weitere Sanktionen würden nach drei Monaten folgen,
wenn das betreffende Land keine Abhilfe schafft. Das
Gesetz wurde für Bush durch eine Bestimmung annehmbar, die es dem Präsidenten gestattet, aus Gründen der nationalen Sicherheit von Sanktionen abzusehen.

Meistbegünstigung
Der Kongreß hat mehrere Handelsgesetze verabschiedet, die den Veränderungen auf der Welt Rechnung trugen. Dauerhafter, bedingungsloser Meistbegünstigungsstatus wurde Ungarn, der Tschechoslowakei, Estland, Lettland und Litauen gewährt. Ein mit
Bedingungen verbundener und jährlich zu überprüfender Meistbegünstigungsstatus wie etwa für China wurde
auch der Sowjetunion, Bulgarien und der Mongolei
eingeräumt.
Der Meistbegünstigungsstatus gilt nicht für Republiken, die sich von der Sowjetunion lossagen; diese
müssen getrennte Vereinbarungen mit den Vereinigten Staaten aushandeln.

Nach vierjährigen Bemühungen hat der Kongreß ein
für den Präsidenten akzeptables Gesetz verabschiedet, demzufolge Sanktionen gegen Länder verhängt
werden können, die chemische oder biologische Waffen
einsetzen oder herstellen.

Noch im Kongreß anhängig ist ein Gesetzentwurf zur
Neuauflage des Exportkontrollgesetzes (EAA), das
die Regierung zur Kontrolle der Exporte ermächtigt.
Seit Auslaufen des Gesetzes am 30. September 1990
hat die Bush-Administration diese Befugnis mit einem
anderen Gesetz, dem International Emergency Economic Powers Act (etwa: Gesetz über wirtschaftliche
Vollmachten in internationalen Notsituationen), durchgesetzt.

Repräsentantenhaus und Senat müssen die von ihnen
verabschiedeten EAA-Entwürfe noch miteinander in
Einklang bringen. Beide Entwürfe werden von der
Bush-Administration abgelehnt. Zu den Verfügungen
Der Meistbegünstigungsstatus entspricht den norma- im Entwurf des Repräsentantenhauses, für die Bushlen Handelsbeziehungen zwischen den meisten Staa- Berater ein Veto empfehlen, gehören die Erlaubnis
ten. Importe aus Ländern ohne diesen Status unterlie- zum Export hochmoderner faseroptischer Telekomgen wesentlich höheren Zollsätzen. Die einzigen munikationsausrüstung in die Sowjetunion, die VerLänder, denen der Kongreß bislang diesen Status hängung von Handelssanktionen gegen Länder, die
verweigert hat, sind Afghanistan, Albanien, Kambod- Güter exportieren, die der Verbreitung von Kernwaffen
scha, Kuba, Laos, Nordkorea, Rumänien und Viet- Vorschub leiten, sowie die Lockerung von Exportkonnam.
trollen auf handelsübliche Software mit Verschlüsselungsfähigkeiten.
Der Kongreß hat ferner die Handelsinitiative für die
Andenstaaten des Präsidenten verabschiedet, derzu- Auslandsinvestitionen
folge die meisten Importe aus Bolivien, Kolumbien,
Ecuador und Peru Zollfreiheit genießen.
Im Jahr 1991 hat der Kongreß darüber hinaus Gesetzentwürfe erörtert, die Auslandsinvestitionen in den
Das Repräsentantenhaus hat mit 409 zu 21 Stimmen Vereinigten Staaten regulieren.
ein Gesetz verabschiedet, das China vor der nächsten
Überprüfung des Meistbegünstigungsstatus im näch- Die als Exon-Florio-Zusatz bekannte ausgelaufene
sten Juni zahlreiche Bedingungen im Bereich Men- Bestimmung des Handelsgesetzes von 1988, die es
schenrechte und darüber hinaus auferlegt, aber der dem Präsidenten gestattet, ausländische ÜbernahSenat hat die Schlußabstimmung bis zur nächsten men amerikanischer Unternehmen im Interesse der
Sitzung des Kongresses verschoben. Dem Gesetz, nationalen Sicherheit zu blockieren, wurde auf Dauer
das einen Kompromi ß aus Vorlagen von Repräsentan- verlängert. Einige Demokraten, denen die Durchfühtenhaus und Senat darstellt, droht ein Veto von Präsi- rung von Exon-Florio durch die Bush-Administration
dent Bush.
zu lax erscheint, möchten die Verfügung verschärfen
und haben dabei insbesondere Japan im Auge.
Es ist zweifelhaft, ob der Kongreß ein Bush-Veto mit
der erforderlichen Zweidrittelmehrheit überstimmen Mit der Stärke beider Parteien entsprechenden 25 zu
kann, da der ursprüngliche Entwurf des Senats nur mit 17 Stimmen wurde im Energie- und Handelsausschuß
55 zu 44 Stimmen verabschiedet wurde.
des Repräsentantenhauses ein Gesetzentwurf verab-

Seite 2

AMERIKA DIENST 1

�schiedet, der dem Präsidenten das Recht einräumt,
bereits erfolgte Übernahmen für null und nichtig zu
erklären und die Vollmachten des interministeriellen
Ausschusses zur Überprüfung von Exon-Florio-Fällen
erweitert. Über den von der Bush-Administration
abgelehnten Gesetzentwurf wurde im Repräsentantenhaus und Senat noch nicht abgestimmt.

Das zu dem vom Senat verabschiedeten Bankengesetz gehörende Fair Trade in Financial Services Act
war in dem vom Kongreß letztlich verabschiedeten
abgeschwächten Bankengesetz nicht enthalten. Es ist
weiterhin Bestandteil des vom Senat verabschiedeten
Defense Production Act (etwa: Gesetz über die Rüstungsindustrie); ob es jedoch im Vermittlungsausschuß von Repräsentantenhaus und Senat überleben
wird, ist unklar.

Des weiteren anhängig ist eine Verfügung mit der
Bezeichnung Fair Trade in Financial Services Act
(etwa: Gesetz über fairen Handel mit Finanzdienstlei- Eine weitere, im Jahr 1992 wahrscheinlich erneut zur
stungen). Diese ebenfalls auf Japan abzielende Ver- Vorlage kommende Bestimmung ist das sogenannte
fügung würde die amerikanische Politik der nationalen Mack-Amendment, das Lieferungen von AuslandstöchBehandlung durchbrechen, derzufolge amerikanische tern amerikanischer Unternehmen nach Kuba unterGesetze gleichermaßen auf Unternehmen in amerika- sagt. Der von Senator Connie Mack aus Florida
nischem und ausländischem Besitz angewendet wer- eingebrachte Zusatz wurde ebenfalls mit dem Bankenden.
gesetz vom Senat verabschiedete und später aus dem
endgültigen Bankengesetz gestrichen. Zuvor war er
Statt dessen würde diese Bestimmung die amerikani- Bestandteil des Kompromißgesetzes von Senat und
sche Politik dem Grundsatz der Gegenseitigkeit unter- Repräsentantenhaus zur Auslandshilfe gewesen, das
werfen, so daß Banken und Finanzunternehmen in aus anderen Gründen im Repräsentantenhaus abgeden Vereinigten Staaten, die sich in ausländischem lehnt wurde.
Besitz befinden, dieselbe Behandlung erfahren würden wie amerikanische Banken und Finanzinstituti- Das Mack-Amendment wird von der Bush-Administraonen im Heimatland des entsprechenden ausländi- tion ebenso wie von den Regierungen Kanadas, der
schen Unternehmen.
Schweiz und Großbritanniens abgelehnt, die es als
exterritoriale Einmischung in ihre Angelegenheiten
Diese Bestimmung hat die Bush-Administration ge- betrachten.
spalten, wobei Außenministerium und Büro der USHandelsbeauftragten (USTR) ihr ablehnend und das
Finanzministerium zustimmend gegenüberstehen.

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�GATT
8. Januar 1992

VORGESCHLAGENES AGRARABKOMMEN
RUFT KONTROVERSEN HERVOR
Übersicht zum Entwurf des Agrarabkommens der Uruguay-Runde
WASHINGTON - (AD)- Differenzen über den Bereich Landwirtschaft führten im Dezember 1991 zum zeitweiligen Zusammenbruch der Uruguay-Runde multilateraler Handelsgespräche und könnten deren endgültiges
Scheitern im Januar 1992 bewirken.
Vertreter aus den meisten der 108 Teilnehmerstaaten werden am 13. Januar in Genf zusammenkommen, um
auf dem Wege des Konsenses darüber zu entscheiden, ob sie dem im Dezember vom Sekretariat des
Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) entworfenen Abkommen nach fünfjährigen Verhandlungen
zustimmen werden.
Zahlreiche Länder lehnen unterschiedliche Teile des Entwurfs ab, die Kritik an dem Abschnitt über Reformen im
Weltagrarhandel ist jedoch besonders vehement.
Die französische Regierung verurteilte die Bestimmungen zur Landwirtschaft Tage bevor sie am 20. Dezember
vom GATT erstmals veröffentlicht wurden. Die Handels- und Landwirtschaftsminister der EG verabschiedeten
umgehend und einstimmig ein Kommunique, das den gesamten Entwurf der Uruguay-Runde aufgrund der
Bestimmungen zur Landwirtschaft verwarf. Tage später lehnten auch die japanischen Kabinettsminister das
Abkommen ab, da es die Öffnung des japanischen Reismarkts für minimalen ausländischen Wettbewerb
erzwingen würde.
Die amerikanische Regierung hat bisher keine Stellungnahme zu dem Entwurf abgegeben, war jedoch die ganze
Zeit ein starte Befürworter von Agrarreformen.
Nachfolgend veröffentlichen wir einige der Hauptkriterien des umstrittenen Vorschlags zu Reformen der
Landwirtschaft aus Abschnitt L des GATT-Entwurfs.
Marktzugang
Tarifierung. Alle nichttarifären Importschranken würden in entsprechende, anhand von eng gezogenen
Richtlinien errechnete Zölle umgewandelt. Zu solchen
Hemmnissen zählen Importquoten, variable Importabgaben, Mindestimportpreise, Importlizenzlisten, von
Staatsbetrieben aufrechterhaltene Schranken sowie
sogenannte freiwillige Vereinbarungen über Auflagen.
Importzölle, einschließlich der sich aus der Tarifierung
ergebenden, würden von 1993 bis 1999 durchschnittlich um 36 Prozent gesenkt, mit einer mindestens
15prozentigen Reduzierung für jedes Produkt. Die
Reduzierungen würden stufenweise erfolgen und in
einem Abkommen festgeschrieben - das heißt, sie
könnten später nicht erhöht werden. Die Reduzierungen würden bei dem bestehenden Zollniveau für durch
ein Abkommen bereits abgedeckte Waren beginnen
und bei dem am 1. September 1986 festgesetzen
Niveau für nicht von einem Abkommen erfaßte Waren.

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Kein Markt dürfte gegen Importe geschlossen werden,
wie es der japanische Reismarkt ist. Der Mindestimportzugang würde im Jahr 1993 bei 3 Prozent des
Inlandsverbrauchs beginnen und 1999 auf 5 Prozent
angehoben.
Inlandssubventionen
Mit einer Reihe von Ausnahmen würden die staatlichen Subventionen von 1993 bis 1999 um 20 Prozent
abgebaut. Die Subventionen erstrecken sich nicht nur
auf die tatsächlichen staatlichen Ausgaben sondern
auch die von der Regierung erzielten Einnahmen. Die
Reduzierungen würden stufenweise von 1986 bis 1988
anhand eng definierter Subventions- oder entsprechender Maßnahmen erfolgen.
Von dem Abkommen abgedeckt wären Subventionen
für Warenpreise, Subventionen auf Vorleistungen,
Zahlungen für Vermarktungskosten und alle anderen
nicht ausdrücklich ausgenommenen direkten Zahlungen.
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�Ausgenommen von den Reduzierungen sind Subventionen für ein spezifisches Produkt, die 5 Prozent des
Produktgesamtwerts nicht überschreiten und Subventionen für ganze Sektoren, die 5 Prozent des Produktionswerts dieses Sektors nicht überschreiten.
Ausgenommen ist ferner ein breites Spektrum staatlicher Aktivitäten: Forschung, Schädlings- und Seuchenbekämpfung, Dienstleistungen in den Bereichen
Ausbildung und Beratung, Inspektionen, einige Arten
von Marktförderung, Ausgaben für Infrastruktur, Lagerung von Nahrungsmitteln für Notfälle sowie Nahrungsmittelhilfe für Bedürftige.
Ausgenommen sind darüber hinaus bestimmte direkte
Einkommenszahlungen an Landwirte, die in keiner
Weise mit den Warenpreisen in Zusammenhang stehen - das heißt, abgekoppelt sind. Zu diesen Ausnahmen zählen Zahlungen zur Einkommensversicherung,
Hilfe bei Naturkatastrophen, den Übergang in den
Ruhestand oder die Einarbeitung in andere Tätigkeiten
für Landwirte, die Stillegung von Ackerland, Investitionen für Landwirte, denen keine staatliche Unterstützung zuteil wird, Beiträge zum Umweltschutz sowie
Unterstützung armer Regionen.
Exportsubventionen
Von 1993 bis 1999 würden die Ausgaben für Exportsubventionen um 36 Prozent verringert, während die
Anzahl der subventionierten Waren um 24 Prozent
reduziert würde.
Abgedeckt von dem Abkommen wären Sachleistungen an Exporteure, der Verkauf von Staatsanleihen
unter Marktpreisen, Subventionen auf ein Produkt mit
Steuereinnahmen aus dem Export des Produkts, Subventionen für Be- und Verarbeitung, Subventionen für

Transport im In- und Ausland, Subventionen für ein
Produktkontingent beim Export des Produkts.
Besondere und unterschiedliche Behandlung
Die ärmsten Länder würden von den Reformen ausgenommen.
Andere Entwicklungsländer müßten über einen Zeitraum von 10 Jahren mindestens zwei Drittel der erforderlichen Reformen durchgeführt haben, im Gegensatz zu dem für die anderen Länder geltenden Fünf jahreszeitraum.
Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge, Tier- und
Pflanzenhygiene
Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen müßten sich auf wissenschaftliche Grundsätze stützen - internationale Normen, sofern sie bestehen - und dürfen kein verdecktes
Handelshemmnis darstellen.
Über das internationale Niveau hinausgehende Schutzmaßnahmen müßten wissenschaftlich gerechtfertigt
sein.
Jedes Land müßte Maßnahmen eines anderen Landes akzeptieren, die den eigenen entsprechen und
anderen Ländern Zugang zu seinen Inspektions- und
Erprobungsverfahren gestatten.
Jedes Land müßte andere Länder von Änderungen
seiner Maßnahmen unterrichten.
Die Länder mü ßten diese Bestimmungen unverzüglich
nach Inkrafttreten des Abkommens der Uruguay-Runde
durchsetzen, mit der Ausnahme, daß den Entwicklungsländern zwei zusätzliche Jahre bewilligt werden.

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�PORTRÄT
8. Januar 1992

NOMINIERTE HANDELSMINISTERIN
IN VORSTANDSETAGEN ZUHAUSE
Porträt von Barbara Franklin
WASHINGTON - (AD) - Der offiziellen Biographie des
Weißen Hauses zufolge ist Barbara Hackman Franklin
"eine äußerst ungewöhnliche Frau".
Indem Präsident Bush die 51jährige, die sich bereits
als Unternehmensdirektorin und Sammlerin von
Wahlkampfspenden ausgezeichnet hatte, als dritte
Frau für einen Kabinettsposten nominierte, hat er der
Karriere der ernannten Nachfolgerin von Handelsminister Robert Mosbacher ein neues besonderes Glanzlicht aufgesetzt.
Im Falle ihrer Bestätigung durch den Senat würde
Franklin nach dem Ausscheiden von Robert Mosbacher - der den Wahlkampf Präsident Bushs leiten wird
- am 15. Januar zusammen mit Arbeitsministerin Lynn
Martin und der l IS-Handelsbeauftragten Carla Hills im
hauptsächlich aus Männern bestehenden Kabinett
vertreten se.n.
Als eine der ersten weiblichen Absolventen der Harvard Business School leitete Franklin seit 1984 ihre
eigene Unternehmensberatungsfirma, Franklin Associates, mit Sitz in der Bundeshauptstadt Washington.
Darüber hinaus ist sie Vorstandsmitglied bei sieben
großen amerikanischen Unternehmen - Aetna Life and
Casualty Company; Armstrong World Industries, Inc.;
Automatic Data Processing, Inc.; Black &amp; Decker
Corporation; Dow Chemical Company; Nordstrom,
Inc. und Westinghouse Electric Corporation. Bei Antritt ihres neuen Amts als Handelsministerin wird sie all
diese Posten aufgeben müssen, die ihr angeblich über
300.000 Dollar im Jahr einbringen.
Franklin ist seit langem mit dem Präsidenten befreundet und hat diesen unterstützt und finanziell gefördert.
Im Jahr 1988 war sie Mitvorsitzende seines Wahlkampffinanzierungskomitees, und unlängst war sie
einer der Organisatoren eines Galadinners zur Finanzierung der Bush-Quayle-Wiederwahlkampagne, bei
dem ein Gedeck 1.000 Dollar kostete.

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Ihren ersten Regierungsposten hatte sie während der
Nixon-Administration inne, als sie zur Leiterin eines
Programms ernannt wurde, das die Einstellung von
Frauen für Führungspositionen im Staatsdienst zum
Ziel hatte. Zwei Jahre später wurde sie von Nixon zum
Mitglied der neugeschaffenen Kommission für Produktsicherheit ernannt.
Sie war zwei Amtsperioden als Vizepräsidentin dieser
Behörde tätig und schied kurz vor Ablauf ihrer sechsjährigen Amtszeit aus dem Staatsdienst aus. Nach
acht Jahren im Dienst der Regierung, so teilte sie der
Zeitung Boston Globe mit, suche sie "eine Möglichkeit der Verjüngung" und wolle ein "besseres Gleichgewicht" in ihrem Leben herstellen.
Neben dem Eintritt in die Welt der Vorstandsetagen
nahm sie eine Stellung als leitende Dozentin an der
Wharton School of Finance der University of Pennsylvania an. Acht Jahre lang leitete sie das Staats- und
wirtschaftswissenschaftliche Programm, das von dieser Fakultät ausgewählten MBA-Kandidaten (Master
of Business Administration) angeboten wurde, um
diese mit der Arbeitsweise der Bundesregierung vertraut zu machen.
Franklin war bereits verschiedentlich innerhalb der
Bush-Administration tätig, so zum Beispiel im Jahr
1989 als stellvertretende US-Delegierte bei den Vereinten Nationen.
Als Mitglied in Bushs Beratergremium für Handelspolitik und -Verhandlungen steht sie bereits in ihrer vierten Amtszeit und engagiert sich dabei besonders im
Arbeitsstab für das Nordamerikanische Freihandelsabkommen.
Angesichts des zunehmenden Stellenwerts von Handelsfragen im Präsidentschaftswahlkampf 1992 betonte Präsident Bush bei der Ankündigung ihrer
Nominierung für den Posten des Handelsministers am
26. Dezember 1991 gerade diesen Aspekt. Franklin

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�sei "eine entschlossene Befürworterin von freiem und
fairem Handel gewesen, die sich der Tatsache bewußt
ist, daß amerikanische Arbeitnehmer mit jedem und
überall konkurrieren können, wenn Chancengleichheit
besteht".

Im Jahr 1990 wurde sie von der American Management Association zu einem der 50 einflußreichsten
Unternehmensdirektoren des Landes gewählt.

Sie ist mit Wallace Barnes, dem Vorsitzenden der
Barnes Group, Inc., einem Hersteller und Lieferanten
Die in Lancaster County (Pennsylvania) aufgewachse- von Industrieprodukten in Bristol (Connecticut) verheine Franklin schloß im Jahr 1962 ihr Studium an der ratet. Das Ehepaar hat Wohnsitze in Bristol, der
Pennsylvania State University mit Auszeichnung ab Bundeshauptstadt Washington und Lancaster Counund absolvierte im Jahr 1964 ihr Studium an der ty.
Harvard Business School. Sie war Mitglied des zweiten Abschlußjahrgangs, in dem Frauen überhaupt
vertreten waren.
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�UMWELT
8. Januar 1992

1991 WICHTIGE UMWELTGESETZE DES
JAHRES 1990 VERABSCHIEDET
Eine Übersicht

WASHINGTON - (AD) - Beim Rückblick auf die umweltpolitischen Leistungen des Jahres 1991 fällt auf,
daß auf nationaler Ebene keine wichtigen Gesetze
verabschiedet wurden, die Verantwortlichen jedoch
Schlüsselbereiche verschiedener Gesetze und internationale Abkommen aus dem Jahr 1990 in die Tat
umzusetzen begannen.

Die EPA hat im Oktober 1991 Vorschriften veröffentlicht, denen zufolge Fabriken die Emission von Schwefeldioxid, der Hauptursache für sauren Regen, bis zum
Jahr 2000 um etwa 9 Millionen Tonnen einschränken
müssen. Emissionen dieser Verbindung würden zu
diesem Zeitpunkt höchstens etwa 9 Millionen Tonnen
betragen.

Wissenschaftler und ihre Regierungen sind 1990
übereingekommen, daß künstliche erzeugte Chemikalien die atmosphärische Ozonschicht, die den
Menschen vor Krebs und die Ernten vor Zerstörung
schützt, schneller auflösen als bisher angenommen.
1990 wurde ein internationales Abkommen unterzeichnet, um das sonrittweise Verbot dieser Chemikalien zu
beschleunigen.

Ein ungewöhnliches Merkmal des Gesetzes über die
Luftreinhaltung besteht darin, daß es Fabriken erhebliche Freiheit in ihren Entscheidungen über den Abbau
zugesteht. Die von der EPA vorgeschlagenen Regeln
würden ein System wiederverkäuflicher Boni schaffen:
Fabriken, die ihre Emissionen stärker als erforderlich
abbauen, erhalten dafür einen Bonus, den sie an nicht
den Richtlinien entsprechenden Fabriken verkaufen
können.

Das führte dazu, daß die US-Umweltschutzbehörde
(EPA) im September 1991 einen Zeitplan aufstellte,
um die Herstellung und Einfuhr von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs), Halonen und Tetrachlorkohlenstoff bis zum Jahr 2000 abzubauen.
Diese Chemikalien greifen den Ozon-"Schutzschild"
über den Temperaturzonen der nördlichen und südlichen Hemisphäre an. Wissenschaftler schätzen, daß
seit den sechziger Jahren etwa 10 Prozent der Schutzschicht zerstört worden sind. Das könnte jährlich
weitweit zusätzlich 250.000 Fälle von Hautkrebs bedeuten, zu Schäden im menschlichen Immunsystem
und niedrigeren Ernteerträgen führen.
Die EPA-Vorschriften sollen Anfang des Jahres 1992
in Kraft treten.
Regierung und Kongreß haben 1990 ein 12 Jahre
währendes Patt durchbrochen und ein Gesetz verabschiedet, das Emissionen der sauren Verbindungen,
die sich durch Regen und Schnee auf Wälder und
Seen niederschlagen, um die Hälfte abbaut und die
Umweltverschmutzung durch Autos vemngert.

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Die Regierung hat erheblichen Druck ausgeübt, um
dieses System einzuführen, und Ökonomen sowie
Umweltspezialisten beobachten genau, wie es funktioniert. Die Regierung glaubt, das System sei die
preiswerteste Methode zur Erlangung eines wichtigen
umweltpolitischen Ziels und würde es gern anderswo
anwenden, wenn es sich als funktionsfähig erweist,
wie man hofft.
Bei einerweiteren ungewöhnlichen Entwicklung in der
Abfassung von Vorschriften für das Gesetz zur Luftreinhaltung hat die EPA erreicht, daß sich Industrie
und Umweltexperten zusammengesetzt und im August ein Abkommen über die sauberere Treibstoffverbrennung bei Autos und Lkws erarbeitet haben.
Die dreißig Gruppen, die an den sechsmonatigen
Verhandlungen teilgenommen haben, sind übereingekommen, nicht vor Gericht zu gehen, um die Einführung neuer Treibstoffe Anfang des Jahres 1992 zu
blockieren, wenn sie besondere Emissionsmaßstäbe
erfüllen. Darüber hinaus mü ßte in bestimmten Städten

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�mit besonders starker Umweltverschmutzung bis 1995
saubererer Treibstoff verfügbar sein.

tigen können. Das Programm umfaßt darüber hinaus
den Aufbau eines landesweiten ComputerinformationsNormalerweise führt die EPA zu neuen Vorschriften systems und Meldezentren für ausgelaufenes öl in
Anhörungen durch und veröffentlicht dann Richtlinien, fünf Häfen, in denen die 16 Schiffe stationiert sind.
deren Durchführung oftmals jahrelang durch Prozesse 1991 wurden internationale Verhandlungen über das
von Industrie oder Umweltexperten aufgeschoben wird. vielleicht wichtigste Umweltthema der Welt aufgenommen - die Erwärmung der Erde. US-Umweltexperten
Das Gesetz über die Luftreinhaltung erlegt den Bunund einige westeuropäische Länder drängen die Bushdesstaaten eine große Verantwortung bei der ErarbeiAdministration, Maßnahmen zu verabschieden, um
tung von Plänen zur Bekämpfung der Umweltverdie Emissionen von Kohlendioxid zu reduzieren, das
schmutzung auf. "Die Bundesstaaten müssen ihre
immer dann austritt, wenn fossile Brennstoffe wie
Maßnahmen bei umweltpolitischen Aktivitäten koordiKohle und öl verbrannt werden. Dieses und andere
nieren. Das haben sie bisher nicht getan," erklärt der
Gase steigen in die Atmosphäre und verhindern, daß
Stellvertretende Leiter des Center for Policy Alternadie Wärme von der Erde in die äußere Atmosphäre
tives - einer Forschungseinrichtung in Washington -,
abfließen kann.
Jeffrey Tyrens, in einem Interview.
Ein Wissenschaftlergremium unter der SchirmherrEin weiteres Gesetz von 1990 wird drastische Auswirschaft der Vereinten Nationen gelangte zu dem Schluß,
kungen für nationale und internationale ölfrachter
daß die Treibhausgase" in den vergangenen 100
haben. Ab Februar 1993 werden sie beweisen müsJahren zugenommen haben und zu einem erheblichen
sen, daß sie bei schlechtem Wetter die grö ßten vorherAnstieg der Erdtemperatur führen werden. Sie sind
sehbaren ölkatastrophen beseitigen können. Das
aber nicht sicher, wie dies das Klima bestimmter
Gesetz wurde verabschiedet, nachdem es einem
Regionen beeinflussen wird. Die Bush-Administration
Konsortium von ölfirmen nicht gelungen war, den
hat 1991 argumentiert, daß weitere wissenschaftliche
Ölteppich von über 200.000 Barrel Rohöl aus dem
und wirtschaftliche Forschungen erforderlich sind, bevor
Tanker Exxon Valdez zu beseitigen, der 1989 vor
man Entscheidungen treffen kann, ob die Emissionen
Alaska auf ein Riff gelaufen war. 1993 werden Firmen
von Hauptenergiequellen der modernen Industrie
keine Tanker ohne Pläne und Ausrüstung zur Säubereduziert werden sollen.
rung innerhalb der 320 Kilometer-Zone der USA fahren
lassen dürfen.
Die Verhandlungen sollen 1992 fortgeführt werden,
und alle Teilnehmer haben ihre Hoffnung bekundet,
Eine Vereinigung von Erdölproduzenten und -transdaß man sich bis zum Treffen der UN-Konferenz über
porteuren führte 1991 ein Programm im Umfang von
Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro im Juni einig
über 400 Millionen Dollar ein, um 16 Schiffe mit Sonsein wird.
derausrüstung zu bauen, die große ölteppiche besei* * * * *

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�DROGEN
8. Januar 1992

AMERIKANISCHE FIRMEN UNTERNEHMEN SCHRITTE
GEGEN DROGENMISSBRAUCH AM ARBEITSPLATZ
Arbeit als Hilfe gegen Mißbrauch von Suchtstoffen
WASHINGTON - (AD) - Der nachfolgende Artikel ist der letzte einer Serie über Behandlungsmethoden bei
Drogenmißbrauch.

Die Leiter von Unternehmen in den Vereinigten Staaten haben entschieden, genug ist genug.

frage beim Amt für nationale Drogenkontrollpolitik, Dr.
Herbert Kleber.

Ausgelöst haben ihr Handeln Verluste in Milliardenhöhe durch Fehlzeiten und verringerte Produktivität aufgrund von Suchtstoff mißbrauch. Infolgedessen überprüfen zahlreiche Unternehmen jetzt ihre Bewerber,
unterziehen sie Tests und bieten Therapieprogramme
in dem landesweiten Bestreben zur Beseitigung von
Drogen am Arbeitsplatz an.

Kleber zufolge besteht ein Hauptziel des Amts darin,
"mittelständischen Unternehmen bei der Erarbeitung
von Maßnahmen für einen drogenfreien Arbeitsplatz
behilflich zu sein, die den Drogenkonsumenten vor die
Wahl stellen, entweder den Drogenmißbrauch zu
beenden oder den Arbeitsplatz zu verlieren".

Ein Wirtschaftsmagazin berichtet, daß rund 12 Prozent der amerikaniscnen Erwerbsbevölkerung von Suchtstoffen a b h ä n ^ •z\. Zusammen mit den schätzungsweise 6 Prozent, die unter psychischen Problemen
leiden, können ihre Probleme die Produktivität um 25
Prozent verringern und enorme finanzielle Verluste für
die Organisationen zur Folge haben.
Eine Sicherheitsumfrage unter Fernfahrern von 1988
ergab, daß die Mehrheit das Gefühl hat, mindestens 20
Prozent ihrer Kollegen führen regelmäßig unter dem
Einfluß illegaler Drogen, die vornehmlich zur Bekämpfung von Müdigkeit, Einsamkeit oder Langeweile
genommen werden.
Bestrebungen der Unternehmen zur Behandlung
abhängiger Beschäftigter wurden vordringlicher, nachdem die Exxon Valdez im März 1989 im Prinz William
Sund auf Grund lief, über 38 Millionen Liter Rohöl
ausliefen und schätzungsweise 5.300 Kilometer der
Küste verschmutzten. Nach der Katastrophe wurden
Berichte laut, der Kapitän des Schiffes sei Alkoholiker.
"Entgegen der Annahme, der Durchschnittsdrogenkonsument sei arm und arbeitslos, sind 60 Prozent der
Drogenkonsumenten erwerbstätig und 70 Prozent oder
mehr zählen nicht zu Minderheiten", erklärt derehemalige Stellvertretende Direktor für den Abbau der Nach-

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Studien der Bundesregierung belegen, daß Alkoholund Drogenmißbrauch zusammengenommen die Wirtschaft die schwindelerregende Summe von 177 Milliarden Dollar pro Jahr kosten - über die Hälfte davon
aufgrund von Produktivitätsverlusten. 1987 kostete
der Mißbrauch von Suchtstoffen General Motors beispielsweise 600 Millionen Dollar.
Umfragen zufolge führen mindestens zwei Drittel der
führenden amerikanischen Firmen und 30 Prozent
aller Arbeitgeber Drogentests durch. Vor kurzem hat
der Kongreß ein Gesetz verabschiedet, das Alkoholund Drogentests für alle Arbeitnehmer in Verkehrsbetrieben zwingend vorschreibt, die den Bundeslizenzbestimmungen unterliegen und eine sicherheitsempfindliche Tätigkeit ausüben, einschließlich Piloten von
Fluggesellschaften, Beschäftigten im öffentlichen
Nahverkehr und Fernfahrern.
Ein früheres Gesetz - das Gesetz über den drogenfreien Arbeitsplatz von 1988 - fordert von Arbeitgebern,
die staatliche Aufträge in Höhe von 25.000 Dollar oder
mehr erhalten, die Gewährleistung eines drogenfreien
Arbeitsplatzes. Sie müssen die Arbeitnehmer über die
Gefahren des Drogenmißbrauchs unterrichten und
schriftliche Statuten aushängen, daß mit illegalen
Drogenaktivitäten befaßte Arbeitnehmer bestraft werden.

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�Führungskräfte, die sich zunehmend mit Sicherheit,
Gesundheit und Produktivität ihrer Arbeitskräfte auseinandersetzen, intensivieren die Bestrebungen, mehr
über Drogen, ihre schädliche Wirkung in Erfahrung zu
bringen und wie man sie von ihren Unternehmen
fernhält.
Selbst die Arbeitnehmer artikulieren Besorgnis über
Drogen am Arbeitsplatz. Einer 1991 vonGallupfürdas
Institut für einen drogenfreien Arbeitsplatz in Washington, D.C., durchgeführten Umfrage zufolge gaben 82
Prozent der befragten Arbeitnehmer an, sie unterstützen die Maßnahmen des Unternehmens gegen Drogenmißbrauch und begrüßen Disziplinarstrafen bei
Vergehen.
"Erst verliert er die Frau, dann das Auto und vielleicht
sogar das Haus, aber als letztes vertiert er den Arbeitsplatz, weil dies die einzige Form von Selbstachtung ist,
die ein Mensch hat", erklärt Gerald Marini, der Direktor
für Maßnahmen gegen Drogenmißbrauch bei Hoffmann-La Roche Inc. in Nutley (Virginia).
"Ich bin der festen Überzeugung, daß der Arbeitsplatz
als Anker dient," fügt er hinzu. "Wenn Menschen keine
Drogen nehmen, weil sie den Verlust ihres Arbeitsplatzes fürchten, ist das wunderbar, weil sie dieses Verhalten vielleicht auch auf ihr Privatleben übertragen. Das
funktioniert. In den letzten fünf Jahren ist der Drogenmißbrauch um 45 Prozent zurückgegangen."
Marini erklärt, daß Unternehmen, die einen drogenabhängigen Arbeitnehmer früher einfach entlassen hätten, heute alles Erdenkliche tun, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten.
"Die Geschäftsleitung ist sich der Tatsache bewußt,
daß wir international nicht voll konkurrenzfähig sind,
wenn wir nicht alle Arbeitnehmer optimal einsetzen.
Die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, diese
Menschen zu verlieren. Wir müssen also darauf
hinwirken, daß sie ihr destruktives Verhalten ablegen.
Wir sind dabei zu dem Schluß gekommen, daß die
meisten Menschen sich in Behandlung begeben, wenn
sie wissen - dem Unternehmen liegt wirklich etwas
daran, man interessiert sich dafür und leistet Hilfestellung."
Diese Hilfestellung ist in den meisten Fällen das Programm zur Unterstützung der Mitarbeiter (Employee
Assistance Program - EAP), ein vom Unternehmen
gefördertes Beratungszentrum, das als wichtiges
Bindeglied zwischen Mitarbeitern mit Problemen und
Therapiezentren fungiert, deren Träger entweder die
Gemeinde oder das Unternehmen selbst ist.
Landesweit gibt es über 14.000 EAPs, wobei fast alle
der (nach der Zeitschrift Fortune) 500 wichtigsten
Unternehmen entsprechende Programme durchführen. Für die EAPs arbeiten Psychologen, SozialarbeiSeite 2

ter sowie Experten für Drogen- und Alkoholabhängigkeit, und obwohl die Programme unterschiedliche
Größenordnungen haben und mehr oder weniger in
das Leben der Mitarbeiter eingreifen, folgen sie dem
gleichen Kredo: den Mitarbeiter anzusprechen, der
Probleme hat, die erforderliche Hilfe für ihn zu finden
und ihn so schnell wie möglich wieder an den Arbeitsplatz zurückzubringen.
Einem Artikel der Harvard Business Review zufolge
werden EAPs erfolgreich eingesetzt, um Fehlzeiten zu
reduzieren, die Genesung zu fördern, Rückfälle zu
verhindern und die Produktivität zu verbesssern. Einer
der wichtigsten Hersteller von Papiererzeugnissen,
Kimberley-Clark, hat eine 70prozentige Reduzierung
der Unfälle bei einem Querschnitt der EAP-Teilnehmer
dokumentiert, und Phillips Petroleum kam zu dem
Ergebnis, daß sein EAP über 8 Millionen Dollar pro
Jahr eingebracht hat, weil es weniger Unfälle und
Krankheitstage gab und die Produktivität stieg.
Im September letzten Jahren haben Wissenschaftler
die Ergebnisse der ersten großangelegten Untersuchung über die Effektivität der Behandlung von Arbeitnehmern eines großen städtischen Transportunternehmens veröffentlicht. Die Studie kam zu dem Schluß,
daß 80 Prozent der Arbeitnehmer, die eine ambulante
Therapie abgeschlossen hatten, mindestens ein Jahr
lang drogenfrei blieben.
Die Behandlung umfaßt Einzelgespräche und Gruppentherapie. Ein Abbruch des siebenmonatigen Programms oder erneuter Drogenkonsum nach der Behandlung führten zu einem Verlust des Arbeitsplatzes.
Über die Hälfte der behandelten 1.293 Arbeitnehmer
schlössen das Programm ab und kehrten an ihren
Arbeitsplatz zurück.
Die Methode der Firma IBM beim Umgang mit Drogenkonsum hat Modellcharakter. Zwei unabhängige
Unternehmen übernehmen die vertrauliche Beratung
der Arbeitenehmer. IBM gibt seinen Arbeitnehmern
die Telephonnummer von Beratern dieser Firmen,
wenn sie oder ihre Familienmitglieder Hilfe brauchen.
Gleichzeitig muß sich ein Mitarbeiter, der irrationales
oder unberechenbares Verhalten an den Tag legt,
einem Drogentest unterziehen, wenn der Betriebsarzt
dies empfiehlt. Wenn der Test positiv ausfällt, muß
sich der Mitarbeiter in Behandlung begeben und häufige stichprobenartige Drogentests durchführen lassen, wenn er seinen Arbeitsplatz behalten will.
Mehr und mehr Unternehmen machen das Arbeitsplatzangebot abhängig von einem negativen Drogentest des Bewerbers. Zum Beispiel stellt Amerikas
größte Bank, Citicorp, niemanden ein, dessen Tests
für Amphetamine, Barbiturate, Kokain oder Heroin
positiv sind.

AMERIKA DIENST 1

�Umstrittener als die Überprüfung von Bewerbern sind
Tests bei der Belegschaft. Gewerkschaften stehen
den stichprobenartigen Tests kritisch gegenüber, und
einige ziehen ihre Legalität in Zweifel. Experten zufolge müssen Drogentests Teil eines umfassenden Hilfsprogramms für Arbeitnehmer sein und in einem Umfeld
der Sorge für die Menschen und ihr Recht auf Privatsphäre durchgeführt werden.
Einer Untersuchung des Amts für Arbeitsstatistik von
1989 zufolge haben mittlere und große Unternehmen
ihren Versicherungsschutz für Drogentherapie dra* *

AMERIKA DIENST 1

stisch erhöht. 1988 waren 74 Prozent ihrer Mitarbeiter
versichert, gegenüber 1983 eine Steigerung von 43
Prozent.
Krankenversicherungsschutz für Drogentherapie ist
bei den Angestellten im öffentlichen Dienst weiter
verbreitet als im Privatsektor. Von den 10,3 Millionen
Vollzeitbeschäftigten in den Behörden der Bundesstaaten und Kommunen waren der Untersuchung des
Amts für Arbeitsstatistik zufolge 94 Prozent auf irgendeine Weise für eine stationäre Behandlung bei Drogenmißbrauch versichert.
*

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              <text>&lt;strong&gt;1. Handel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: USA engagieren sich weiterhin im Pazifik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des Präsidenten vor dem australischen Parlament&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verlängerung des "Fast Track" wichtigste Handelsmaßnahme des Kongresses im Jahr 1991 &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Mehrere Gesetzesvorhaben von Präsident Bush abgelehnt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. GATT&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vorgeschlagenes Agrarabkommen ruft Kontroversen hervor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht zum Entwurf des Agrarabkommens der Uruguay-Runde&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Porträt&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Nominierte Handelsministerin in Vorstandsetagen zu Hause&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt von Barbara Franklin&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;1991 wichtige Umweltgesetze des Jahres 1990 verabschiedet&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Drogen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Amerikanische Firmen unternehmen Schritte gegen Drogenmissbrauch am Arbeitsplatz &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Arbeit als Hilfe gegen Mißbrauch von Suchtstoffen&lt;/em&gt;</text>
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