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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

49

SS O l

America

11. Dezember 1991

'•-...rviCO*:

Oeichmanns Aus 29

5300 Bonn 2

PEARL HARBOR

BUSH ERTEILT ABSAGE AN ISOLATIONISMUS
UND PROTEKTIONISMUS
Rede vor Kriegsveteranen in Pearl Harbor

OSTEUROPA

WETTBEWERB UNVERZICHTBAR FÜR
FORTSCHRITTE IN OSTEUROPA UND
DER SOWJETUNION
Rede von Notenbankchef Greenspan

OSTEUROPAER BEURTEILEN KAPrTALISMUS
ZURÜCKHALTEND
Meinungsumfrage von Times Mirror

JUGOSLAWIEN

USA VERHANGEN SANKTIONEN GEGEN
JUGOSLAWIEN
Eine Übersicht des US-Außenministeriums

UMWELT

REILLY: OECD MUSS ENTWICKLUNGSHILFE
AN UMWELTPROGRAMME KNÜPFEN
Rede des EPA-Leiters vor der OECD

PORTRAT

SKINNER GESCHICKTER KRISENMANAGER
Porträt des neuen Stabschefs im Weißen Haus

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 0300
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Telex: 8-85432

�PEARL

HARBOR
11. Dezember 1991

BUSH ERTEILT ABSAGE AN ISOLATIONISMUS
UND PROTEKTIONISMUS
Rede vor Kriegsveteranen In Pearl Harbor
PEARL HARBOR - (AD) - Präsident Bush hat Japan dazu aufgerufen, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten
"an einer von freien Märkten und freien Menschen beherrschten Zukunft" zu arbeiten. Stimmen des
Isolationismus und Protektionismus erteilte der Präsident in diesem Zusammenhang eine Absage.
In einer Rede vor Kriegsveteranen aus Anlaß des 50. Jahrestags des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor in
Hawaii erklärte Bush am 7. Dezember 1991 darüber hinaus, es ist an der Zeit für "die amerikanischen
Handelspartner in Europa und Asien sowie weltweit zu erkennen, daß wirtschaftlicher Isolationismus falsch ist".
"Im nächsten Monat werde ich in Asien mit unseren pazifischen Freunden und Verbündeten über deren Pflicht
sprechen, gemeinsam mit uns die Herausforderungen und Lasten der Führung in der Zeit nach dem kalten Krieg
zu teilen..."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Präsidenten im Wortlaut.
Ich möchte die heute hier anwesenden Mitglieder
meines Kabinetts begrüßen, insbesondere Dick Cheney, unseren fähigen Verteidigungsminister, der so
viel für die Streitkräfte getan und eine solch wichtige
Führungsrolle für unsere Nation gespielt hat. Ich
möchte General Powell begrüßen, den Vorsitzenden
der Vereinigten Stabschefs, und die Gelegenheit an
diesem historischen Tag ergreifen, um ihm erneut für
seine begeisternde Führung all der Männer und Frauen zu danken, die in den Streitkräften dienen.
Ich möchte dem Kommandeur der Pazifikflotte, Admiral Larson, meinen Dank aussprechen, und ich möchte
besonders all die hier anwesenden Mitveteranen
begrüßen - vor allem die Überlebenden dieses historischen Tages.
Ich glaube, wenn wir hier durch den Raum gehen
würden, würden wir alle uns erinnern. Ich erinnere
mich noch genau daran, wie ich die Nachricht über
Pearl Harbor erfuhr. Ich war 17 Jahre alt und ging über
den Schulrasen, und meine Gedanken kreisten damals nicht um weltpolitische Ereignisse sondern um
viel schlichtere, prosaischere Dinge, etwa, ob ich in die
Basketball-Mannschaft oder das College aufgenommen würde. Jener Spaziergang über den Campus
bedeutete für mich das Ende der Unschuld. Und als
die Amerikaner die Nachricht erfuhren, waren sie
zunächst vom Schock wie gelähmt, kamen aber ebenso rasch wieder zur Besinnung.
AMERIKA DIENST 49

Wie alle jungen Amerikaner dieser Zeit wurde ich von
den Ereignissen mitgerissen. An jenem Tage beschloß ich, in die Marine einzutreten und Marineflieger
zu werden. An meinem 18. Geburtstag, dem 12. Juni
1942, wurde ich als Matrose zweiter Klasse in der
Marine vereidigt. Und ich war schockiert. Ich war
schockiert bei meiner ersten Begegnung mit Pearl
Harbor im April 1944. Wir liefen mit einer CBL-30 an
Bord des Flugzeugträgers San Jacinto den Hafen an,
und in der Nähe lag immer noch die Utah mit Schlagseite, und Teile der Arizona ragten immer noch aus
dem Wasser. Überall erhoben sich Schiffswracks
über der Wasseroberfläche, als wollten sie uns zur
Mahnung dienen und uns an unsere eigene Sterblichkeit erinnern.
Über 2.000 Männer starben vor einem halben Jahrhundert an diesem Ort innerhalb von Minuten. Viele
mehr ließen am gleichen Tag ihr Leben, als die japanischen Streitkräfte die Philippinen, Guam, Wake Island, Midway, die malayische Halbinsel, Thailand,
Singapur und Hongkong angriffen. An diesem Tag der
Schande warf Pearl Harbor jeden von uns in jenen
Titanenkampf um die Zukunft der Menschheit. Wie nie
zuvor schweißte dieses Ereignis den amerikanischen
Geist zu der zielstrebigen Entschlossenheit zusammen, die nur ein Ergebnis hervorbringen konnte: den
Sieg.

Seite 1

�Churchill wußte es, sobald er die Nachricht erfuhr. Er
hatte die Eroberung Europas durch die Nazis erlebt,
die Bombenangriffe auf London, den Schrecken der UBoote. Als jedoch Amerika angegriffen wurde, erklärte
er, es gebe keinen Zweifel über den Ausgang. Er
wu ßte damals, daß der amerikanische Geist die Sache
der Freiheit nicht verraten würde.
Der Gegner mißverstand unsere Vielfalt, die Vielfalt
dieses Landes als Schwäche. Aber Pearl Harbor
wurde zum Schlachtruf für Männer und Frauen aller
Schichten der Gesellschaft, aller Hautfarben und Religionen, und am Ende machte uns diese Geschlossenheit im Krieg ebenso unbesiegbar wie sie uns heute
im Frieden sicher macht.
Am nächsten Tag verkündete Präsident Roosevelt das
einzige amerikanische Kriegsziel: "Im Vertrauen auf
unsere Streitkräfte, mit der grenzenlosen Entschlossenheit unseres Volkes, werden wir den unvermeidlichen Triumph erringen, so wahr uns Gott helfe." Es
war die Standhaftigkeit des amerikanischen Volkes,
die den Krieg und den darauffolgenden Frieden gewinnen sollte.
Wir triumphierten in beidem, trotz der Tatsache, daß
das amerikanische Volk nicht in den Konflikt hineingezogen werden wollte. Der ungewollte Krieg, so ist er
bezeichnet worden. Ironischerweise versammelten
sich genau zu dem Augenblick, als die ersten Amerikaner hier in Pearl Harbor einen gewaltsamen Tod fanden, Isolationisten in Pittsburgh unter dem Schlagwort
jener Tage, "Amerika zuerst". Die Isolationisten sahen
nicht, da ß die Saat für Pearl Harbor im Jahr 1919 gesät
worden war, als ein siegreiches Amerika beschloß,
wegen des Fehlens eines bedrohlichen Feindes im
Ausland all seine Energie nach innen zu richten.
Dieses isolationistische Selbstverständnis bildete den
Begleitschutz für die Bomber, die vor 50 Jahren unsere
Männer angriffen. Im Jahr 1945 forderte manch einer
erneut die Rückkehr Amerikas zum Isolationismus, als
ob die Abkehr von einer weltweiten Führungsrolle
Voraussetzung für die Bewältigung drängender innenpolitischer Probleme sei. Und sie wurden rüde wachgerüttelt von der brutalen Wirklichkeit des Eisernen
Vorhangs, der sowjetischen Blockade Berlins und der
kommunistischen Invasion Südkoreas.
Heute triumphieren wir zum dritten Mal in diesem
Jahrhundert, dieses Mal am Ende des kalten Kriegs.
Wie in den Jahren 1919 und 1945 stehen wir keinem
Gegner gegenüber, der unsere Sicherheit bedroht.
Aber wir stehen heute hier am Ort einer Tragödie, der
durch Isolationismus ausgelösten Tragödie. Und es ist
dieser Ort, an dem wir lernen und dieses Mal die
Gefahren des Isolationismus von heute und seines
wirtschaftlichen Komplizen, des Protektionismus, vermeiden müssen.

Seite 2

Etwas anderes zu tun, zu glauben, wenn wir uns von
der Welt abwendeten, würden wir unser Schicksal im
Inland verbessern, hieße, die tragischen Lehren des
20. Jahrhunderts zu ignorieren. Tatsache ist, daß
Wachstum und Sicherheit dieses Landes dann am
längsten währten, als wir den politischen und wirtschaftlichen Isolationismus zugunsten von Engagement und Führung verwarfen.
Wir sind eine pazifische Nation. Im kommenden Monat
werde ich in Asien mit unseren pazifischen Freunden
und Verbündeten über deren Pflicht sprechen, gemeinsam mit uns die Herausforderungen und Lasten
der Führung in der Zeit nach dem kalten Krieg zu teilen.
Es ist an der Zeit für die amerikanischen Handelspartner in Europa und Asien sowie weltweit zu erkennen,
daß wirtschaftlicher Isolationismus falsch ist. Vor
allem den politisch Verantwortlichen in Japan möchte
ich sagen, dieser feierliche Anlaß sollte unsere Entschlossenheit bekräftigen, gemeinsam an einer von
freien Menschen und freien Märkten beherrschten
Zukunft zu arbeiten. Daher werde ich mich nach wie
vor gegen Isolationismus und Protektionismus im
In- und Ausland verwahren.
Vor fünfzig Jahren haben wir einen hohen Preis für
Selbstgefälligkeit und übermäßiges Selbstvertrauen
bezahlt. Auch dies ist eine Lektion, die wir niemals
vergessen werden. Denjenigen, die unser Land von
den Küsten Guadalcanals bis zu den Hügeln Koreas,
vom Dschungel Vietnams bis zur Wüste Kuwaits verteidigt haben, sage ich folgende Worte: Wir werden
uns stets erinnern. Wir werden immer vorbereitet sein
- auf Aggression zu reagieren, Schritte zur Aussöhnung zu unternehmen und den Frieden zu sichern.
Wenn wir Rückschau halten, ist Vergangenenheitsbewältigung unabdingbar. Keine Nation kann sich ganz
verstehen oder ihren Platz in der Welt einnehmen,
wenn sie nicht offenen Auges auch auf all die Höhen
und Tiefen der Vergangenheit blickt. Wir in den
Vereinigten Staaten sind uns einer solchen Ungerechtigkeit in unserer Geschichte bewußt. Die Internierung
von Amerikanern japanischer Abstammung war eine
große Ungerechtigkeit, und sie wird sich niemals wiederholen. Heute sollten alle Amerikaner das öffentlich
bekundete tiefe Bedauern des japanischen Ministerpräsidenten Miyazawa über den Angriff auf Pearl Harbor
würdigen. Es war eine denkwürdige und schwierige
Geste, die das Volk der Vereinigten Staaten sehr zu
schätzen wußte.
Die Werte, die wir als Nation hochhalten - Qualität der
Chancen, freie Religionsausübung, Rede- und Versammlungsfreiheit, freie und lebendige Wahlen - werden heute von vielen Nationen geachtet. Unser größter Erfolg im Zweiten Weltkrieg fand nicht auf dem
Schlachtfeld statt, sondern in den Nationen, die wir
einst als Gegner angesehen hatten. Die Ideale von

AMERIKA DIENST 49

�Demokratie und Freiheit haben in einer Welt triumphiert, die einst mit der Erorberung durch Tyrannei und
Despotismus bedroht war.

Vaters steht für die der Vereinigten Staaten: Tue
Deine Pflicht und erziehe die nächste Generation
dazu, ihre zu tun."

Heute, da wir die Evolution der Welt zur Freiheit feiern,
gedenken wir der gefallenen Helden der Demokratie,
der Verteidiger der Freiheit und der Opfer der Diktatur,
die niemals das Licht der Freiheit erblickten. Anfang
dieses Jahres, als ehemalige Gegner mit uns gemeinsam die Aggression am Persischen Golf abwehrten,
bekräftigten wir die Werte, die von den Helden von
Pearl Harbor hochgehalten wurden. Die Freunde, die
ich verloren habe, die wir alle verloren haben, lie ßen ihr
Leben für eine große und edle Sache. Aufgrund ihres
Opfers genießt die Welt heute mehr Freiheit und
Frieden als je zuvor.

Ich verstehe Bills Gefühle. Ich habe mich gefragt, wie
ich mich bei diesem Treffen mit Ihnen - den Veteranen,
den Überlebenden von Pearl Harbor - an diesem
denkwürdigen Tag fühlen würde. Und ich fragte mich,
ob ich diesen abgrundtiefen Haß empfinden würde,
den wir alle vor 50 Jahren dem Feind entgegenbrachten. Ich habe an jenen schändlichen Tag und den
Verlust von Freunden zurückgedacht und mich gefragt, wie meine Reaktion sein würde, wenn ich nach
Pearl Harbor zurückkomme. Wie wird die Reaktion der
anderen alten Veteranen an diesem Ort sein, insbesondere derjenigen, die diesen schrecklichen Tag
überlebten?

Zu Recht sind wir alle heute hier versammelt, und zu
Recht benutzen wir dies als Ausgangspunkt. Wie Sie
wissen, habe ich gerade die Gedenkstätte der USS
Arizona besucht, wo alles begann. Und hinter uns liegt
die USS Missouri, wo alles beendet wurde. Aber die
Missouri war auch ein Anfang.
Kurz danach stattete Kaiser Hirohito General MacArthur einen Besuch ab, der später feststellte, der Kaiser
habe eine führende Rolle bei der geistigen Erneuerung
Japans gespielt. Ihr Treffen machte Geschichte, und
eine vielversprechende Zukunft für ein demokratisches Japan begann Gestalt anzunehmen.
Ich dachte an dieses Treffen mit MacArthur, als ich
1989 an der Beerdigung des Kaisers teilnahm. Ich
habe auch heute morgen daran gedacht, am Nationalfriedhof und dann bei der Arizona-Gedenkstätte. Wenn
man sich sein Leben vor Augen hält und die unternommenen Schritte zurückverfolgt, sind es die Wendepunkte, die entscheidenden Momente, die zählen.
Nach all den Jahren steht Pearl Harbor noch immer als
Teil meines Ichs. Für jeden hier anwesenden Veteranen und in der Tat für alle Amerikaner steht Pearl
Harbor als Teil ihres Selbst.
Vor kurzem erhielt ich einen Brief von dem Sohn eines
Seemanns mit Namen Bill Lew, der Pearl Harbor
überlebt hat und heute hier anwesend ist. Sein Sohn
schreibt aus Tokio, wo er heute lebt, folgende Worte:
"Vor einem halben Jahrhundert drehten sich die Gedanken meines Vaters darum, den Angriff zu überleben und den Krieg zu gewinnen. Er konnte sich keine
Zukunft vorstellen, in der sein Sohn in Japan studieren
und arbeiten würde. Aber er erkannte, daß sich die
Welt verändert hat und die Herausforderungen für
Amerika anders gelagert sind. Die Haltung meines
*

AMERIKA DIENST 49

Ich möchte Ihnen sagen, was ich fühle. Ich hege
keinen Groll gegen Deutschland oder Japan in meinem
Herzen - überhaupt keinen. Und ich hoffe, daß Sie
trotz der erlittenden Verluste keinen in Ihrem Herzen

hegen. Dies ist nicht die Zeit für gegenseitige Schuldzuweisungen. Der Zweite Weltkrieg ist vorüber, er ist
Geschichte. Wir haben gewonnen. Wir haben den
Totalitarismus vernichtet. Und als dies getan war,
haben wir unseren Gegnern geholfen, die Demokratie
aus der Wiege zu heben.
Wir haben sowohl Europa als auch Asien unsere Hand
gereicht. Wir haben unsere Feinde zu Freunden
gemacht. Wir haben ihre Wunden geheilt und uns
damit selbst geholfen. Die Lektionen des Kriegs
werden zu Recht Bestand haben: Bereitschaft, Stärke, Anstand und Ehre, Mut, Opferbereitschaft, Bereitschaft, für sein Land - Amerika, das Land der Freien
und Mutigen - zu kämpfen und sogar zu sterben.
Wenn ich nur für mich selbst spreche - ich hege keinen
Groll in meinem Herzen. Ich sehe immer noch die
Gesichter der gefallenen Kameraden, und ich bin
sicher, auch Sie sehen noch die Gesichter Ihrer gefallenen Kameraden oder Ihrer Familienmitglieder vor
sich. Aber glauben Sie nicht, daß sie sagen: "Fünfzig
Jahre sind vergangen. Unser Land ist der unumstrittene Führer der freien Welt und wir leben im Frieden."
Glauben Sie nicht, jeder sagt: "Ich bin nicht umsonst
gestorben."
Möge Gott Sie alle schützen, die Opfer gebracht und
gedient haben, und möge Gott seinen gütigen Schutz
über dieses, das großartigste Land auf dieser Erde die Vereinigten Staaten von Amerika - ausbreiten.
Ich danke Ihnen. Gott schütze Sie.

* * *

*

Seite 3

�OSTEUROPA
11. Dezember 1991

WETTBEWERB UNVERZICHTBAR FÜR FORTSCHRITTE
IN OSTEUROPA UND DER SOWJETUNION
Rede von Notenbankchef Greenspan
WASHINGTON - (AD) - Der Wettbewerbsdruck einer Marktwirtschaft ist unerläßlich, um in der ehemaligen
Sowjetunion und Osteuropa wirtschaftliche Flexibilität und Reformen zu erzielen. "Sicherlich wird der Öffentlichkeit durch eine wettbewerbsorientierte Marktwirtschaft auf vielfältige Weise gedient, "erklärte Alan Greenspan,
der Chef der amerikanischen Zentralbank, in einer am 3. Dezember 1991 in Washington gehaltenen Rede.
Darüber hinaus habe die marxistische Ideologie als ehemalige volkswirtschaftliche Grundlage in der Sowjetunion
und Osteuropa Wettbewerb als destruktiven Faktor betrachtet.
"Heute, da die ehemalige Sowjetunion nach Integration in die Weltwirtschaft strebt, ist offensichtlich, daß
zahlreiche Staatsbetriebe überflüssig und nicht wettbewerbsfähig sind", warnte er. "Mit der Zeit werden sie
geschlossen und ersetzt werden müssen. Welche Fabriken sofort und welche nach und nach geschlossen
werden, ist eine schwierige Entscheidung. Zweifellos sollten die Fabriken offenbleiben, deren Ertrag - in
Marktpreisen - höher ist als der Wert des verarbeiteten Materials und der anfallenden Arbeitskosten. Die
Notwendigkeit einer Rendite auf Fabrik und Ausrüstung kann unter diesen Bedingungen außer acht gelassen
werden."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Alan Greenspan im Wortlaut.

Meine Freunde, ich fühle mich geehrt, heute abend
hier sprechen zu dürfen. Ich möchte mich einem
wichtigen Thema widmen: den Wirtschaftsreformen in
der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropa.
In einer Welt, die sich so rasch verändert wie die
unsrige, kann man bei gewissen Ereignissen leicht den
Maßstab verlieren. Wir sollten jedoch nicht die Tatsache außer acht lassen, daß wir in den vergangenen
Jahren eine der bemerkenswertesten Entwicklungen
dieses Jahrhunderts erlebt haben: den Zerfall der
kommunistischen Systeme in der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropa. Obgleich die marxistischen
Systemen immanenten Widersprüche seit langem
bekannt waren und die Enttäuschung ihrer Bevölkerung über ihre sinnlosen Entbehrungen zunehmend
offen zutage trat, war das Tempo dieses Zerfalls noch
vor drei Jahren unvorstellbar.
Während wir uns mit den Menschen in diesem Teil der
Welt über diese dramatische und hoffnungsvolle
Wendung der Ereignisse freuen, müssen wir feststellen, daß sie den leichten Teil bereits hinter sich haben.
Was vor ihnen liegt, ist die außerordentlich schwierige
Aufgabe, gesunde, stabile und faire politische und
Rechtssysteme sowie lebensfähige WirtschaftsunterAMERIKA DIENST 49

nehmen zu schaffen. Darüber hinaus wird ein erfolgreicher Wiederaufbau dieser Volkswirtschaften die
Mobilisierung großer Mengen an Privatkapital und
Know-how erfordern, was wiederum gut durchdachte,
auf dem Vertragsrecht beruhende wirtschaftliche
Rechtssysteme notwendig macht. Das letztere Element wird nur selten erwähnt, ist jedoch unverzichtbar
für den Erfolg der Bemühungen, ein marktwirtschaftliches System einzuführen und die Beteiligung enormer
Mittel des Privatsektors im In- und Ausland zu gewinnen.
Im allgemeinen wird politischer und wirtschaftlicher
Erfolg von folgenden Faktoren abhängen: der Klugheit
der Architekten der neuen Ordnung in diesen Ländern;
der Geduld ihrer Bevölkerungen, die vielleicht derjenigen Hiobs gleichkommen muß; der Bereitschaft von
Menschen in unserem Teil der Welt, Hilfe in zahlreichen verschiedenen Bereichen zu leisten.
Zum jetzigen Zeitpunkt sind die ehemalige Sowjetunion und viele ihrer früheren Verbündeten in Osteuropa
mit extrem schwierigen Zeiten konfrontiert. Produktion und Einkommen schrumpfen, während das zentralisierte Kommandosystem zur Lenkung der Ressourcen zusammengebrochen ist. Ersatz für dieses
Seite 1

�System wird jedoch nur langsam geschaffen. Dies
erfordert nicht nur Marktsignale sondern auch Unternehmen, die auf diese Signale reagieren.
Gleichzeitig steigt der inflationäre Druck, und die
Hyperinflation ist eine echte Bedrohung, da die Regierungen mit steigenden Haushaltsdefiziten zu kämpfen
haben - teilweise zur Deckung der Verluste staatlicher
Unternehmen - und zur Druckerpresse greifen, um
diese Fehlbeträge zu finanzieren. In der Tat scheint
der Zerfall der Sowjetunion einen zerstörerischen
Wettbewerb der Geldproduktion zwischen den Republiken nach sich zu ziehen, der ohne weiteres zu einer
Hyperinflation führen könnte. Dies sind Bedingungen,
die sozialen und politischen Unruhen den Weg bereiten können, die letztlich Hoffnungen und Träume zunichte
machen würden, wenn neue repressive Regime dieses Vakuum ausfüllen. Zweifellos haben wir großes
Interesse an einem positiven Ergebnis.
Das große Potential des Gebiets, das vormals die
Sowjetunion ausmachte, gründet sich hauptsächlich
auf seine ungeheuren Bodenschätze. Seine massiven
Reserven an Erdöl und-gas sowie verschiedenen
Mineralien sind ebenso bekannt wie die riesigen Flächen fruchtbaren Ackerlandes. Überdies besitzt es
große Humanressourcen - insbesondere einen sehr
umfangreichen Kader äußerst fähiger Wissenschaftler
und Ingenieure.
Die Ausstattung mit Ressourcen weist jedoch ein
erhebliches Mißverhältnis auf. Was fehlt, ist die große
Anzahl von Wirtschaftspraktikern, die im Westen dazu
beitragen, den Privatsektor und die Märkte in Gang zu
halten. Das sind die Buchhalter, Rechnungsprüfer,
Marketing-Fachleute, Kreditberater und so weiter, die
das "Fußvolk" einer Marktwirtschaft bilden. Sie sind
diejenigen, die Unternehmen in die Lage versetzen,
kontinuierlich auf die Millionen von Marktsignalen zu
reagieren, die letztlich die Ressourcen in einer dezentralisierten Marktwirtschaft ihrem nützlichsten Zweck
zuführen. Sie liefern die notwendigen Informationen
an die Entscheidungsträger, die nach neuen Wegen
Ausschau halten, um die Produktivität zu verbessern
und die Kosten zu senken, kalkulierte Risiken einzugehen und gesundes Urteilsvermögen bei der Vergabe
von Krediten anzuwenden. Die Aus- und Fortbildung
von Leuten mit solchen Fähigkeiten ist offenkundig
eine Priorität, und wir im Westen haben bei der Ausbildung solcher Fachleute viel zu bieten und müssen
unseren Teil dazu beitragen.
Eine ebensolche Herausforderung wird sicherlich die
Umstrukturierung von Industrien sein. Für den Erfolg
der Marktwirtschaften waren Wettbewerb und - in
gewissem Maß - industrieller Überschuß bedeutende
Elemente. In Marktwirtschaften gibt es traditionell
verschiedene Unternehmen und zahlreiche Fabriken,
die ähnliche oder identische Produkte herstellen sowie
sich überschneidende Transportsysteme. Die Exi-

Seite 2

stenz von Rivalen auf dem Markt führt zu einer konstruktiven Spannung, bei der Anbieter ständig danach
streben, ihre Lage zu verbessern, indem sie der Öffentlichkeit neue und bessere Produkte und Dienstleistungen anbieten, ihre Kosten durch bessere Effizienz
senken und attraktivere Preise und Bedingungen
gewähren.
Infolgedessen hat überdies die Schließung einzelner
Fabriken, die sich aus Streiks oder Betriebsstörungen
ergeben kann, selten gesamtvolkswirtschaftliche
Auswirkungen. Es ist der Wettbewerbsdruck innerhalb einer Marktwirtschaft, der diesen Überschuß und
damit auch Flexibilität hervorbringt. Sicherlich wird der
Öffentlichkeit durch eine wettbewerbsorientierte Marktwirtschaft auf vielfältige Weise gedient.
Im Gegensatz dazu betrachtet die marxistische Ideologie, einstmals die Grundlage der Volkswirtschaften
der Sowjetunion und ihrer osteuropäischen Verbündeten, Wettbewerb als zerstörerisch. Demgemäß war
die Produktion durch Staatsmonopole organisiert.
Darüber hinaus setzten die sowjetischen Planer offensichtlich voraus, daß Kostensenkungen automatisch
zum Tragen kämen - das heißt, mit Expansion des
Unternehmens fallen die Stückkosten. Dies verstärkte
ihre Bevorzugung einzelner Produzenten noch.
Die in den westlichen Marktwirtschaften gesammelten
Erfahrungen lassen solch große Rationalisierungsgewinne als äußerst zweifelhaft erscheinen, deuten sie
doch eher darauf hin, daß die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern wahrscheinlich zu Ineffizienz beigetragen hat. In der Tat weisen die Schwierigkeiten insbesondere bei der Leitung großer Unternehmen die
Tendenz auf, sich mit zunehmender Größe des Unternehmens zu multiplizieren. Im Grunde genommen
wird die Fähigkeit, auf veränderte Marktsignale zu
regieren, durch zuviel Bürokratie und Trägheit behindert. Das Aufbrechen zahlreicher Konglomerate im
Westen in den achtziger Jahren hat solcher Ineffizienz
und dem damit einhergehenden Mangel an Flexibilität
Rechnung getragen.
Die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern in zentral
gelenkten Wirtschaftssystemen bedeutete, daß bei
jeder Betriebsstörung in einem einzelnen Produktionsbetrieb das gesamte Wirtschaftssystem mit Anpassungsproblemen zu kämpfen hatte. Tatsächlich ist
wahrscheinlich dieses außergewöhnlich schlecht strukturierte System einer der wichtigsten Gründe dafür,
daß Energie und Kapital in der ehemaligen Sowjetunion so unwirtschaftlich eingesetzt wurden. Diese Ineffizienz wurde anscheinend noch verstärkt, weil Stalin,
der sich über die Möglichkeit der wirtschaftlichen
Unabhängigkeit einzelner Republiken Sorgen machte,
einzelne voneinander abhängige Fabriken so in der
gesamten Sowjetunion verteilte, daß die Abhängigkeit
der Republiken voneinander verstärkt wurde. Denken
Sie nur an die enorme Verschwendung von Energie,

AMERIKA DIENST 49

�Kapital und Arbeitskräften in Zusammenhang mit dem
Transport unfertiger Waren von einem Produktionsabschnitt zum nächsten über weite Strecken.
Die Probleme des Übergangs werden durch die notwendige Umrüstung von militärischer zu ziviler Produktion noch verstärkt. Eine Reihe von Städten in der
Sowjetunion sind nahezu ausschließlich in der Rüstungsproduktion tätig: Dies bedeutet, daß die Kürzung der militärischen Produktion den in diesem Sektor Beschäftigten Schwierigkeiten dabei verursacht, in
der Umgebung einen zivilen Arbeitsplatz zu finden.
Die Konversion von Fabriken ist deshalb ein wesentlich schwierigeres Problem als in den Vereinigten
Staaten, wo andere Beschäftigungsmöglichkeiten in
städtischen Ballungsgebieten vorhanden sind. Überdies könnten sich beträchtliche Umzugs- und Umschulungsprobleme für wissenschaftliches und technisches Personal ergeben, da die erforderliche Zusammensetzung der zivilen Erwerbsbevölkerung wahrscheinlich weniger dem in der militärischen Spitzentechnologie tätigen Personal entspricht. Dies ist besonders unangenehm, weil der militärisch-industrielle
Komplex in der ehemaligen Sowjetunion den Großteil
der führenden Wissenschaftler und Techniker beschäftigt. Diese erstklassigen Fachkräfte sollen marktorientierten Wirtschaftssystemen wichtige Unterstützung
leisten.
Heute, da die ehemalige Sowjetunion nach Integration
in die Weltwirtschaft strebt, ist offensichtlich, daß
zahlreiche Staatsbetriebe überflüssig und nicht wettbewerbsfähig sind. Mit der Zeit werden sie geschlossen und ersetzt werden müssen. Welche Fabriken
sofort und welche nach und nach geschlossen werden,
ist eine schwierige Entscheidung. Zweifellos sollten
die Fabriken offenbleiben, deren Ertrag - in Marktpreisen - höher ist als der Wert des verarbeiteten Materials
und der anfallenden Arbeitskosten. Die Notwendigkeit
einer Rendite auf Fabrik und Ausrüstung kann unter
diesen Bedingungen außer acht gelassen werden.
Diejenigen, die nicht die zur Deckung der Betriebskosten erforderlichen Einnahmen zu Marktpreisen erzielen können, sollten geschlossen werden, es sei denn,
diese Kosten können ziemlich bald gesenkt werden.
Leider besteht noch große Unsicherheit im Hinblick auf
die Umsetzung dieser Grundsätze in dem, was von der
Wirtschaft der ehemaligen Sowjetunion noch übrig ist,
da die Preise nicht den Marktwert widerspiegeln und
Kostensenkungsmaßnahmen äußerst suspekt erscheinen. In diesem Bereich wären erfahrene Kostenfachleute besonders hilfreich und ein System von Marktpreisen für Produktion und Einsatz unerläßlich. Ohne
solche Bedingungen können zahlreiche lebenswichtige Entscheidungen nur aufgrund von Anhaltswerten
gefällt werden, und die Ergebnisse dürften in den
meisten Fällen nicht die optimale Wirkung erreichen.
Aufgrund der wenigen nützlichen Fabriken und Maschinen erscheint es als wahrscheinlich, daß in den
AMERIKA DIENST 49

Frühstadien der Entwicklung einer Marktwirtschaft auf
dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion das Hauptaugenmerk Industrien mit niedrigen Kapitalanforderungen gelten wird - im allgemeinen der mittelständischen Wirtschaft und der Leichtindustrie. Diese werden durch Unternehmen der Spitzentechnologie ergänzt, die sich das große Reservoir von Fachkräften
zunutze machen.
Die vielleicht größte Herausforderung wird die Veränderung kultureller Einstellungen sein, die durch die
nahezu 75jährige Herrschaft des Marxismus hervorgebracht wurden. Obgleich sich zahlreiche sowjetische Politiker von der marxistischen Wirtschaftstheorie abgewandt haben und unter der Bevölkerung nur
noch wenig Unterstützung dafür besteht, wurde die
marxistische Ideologie und deren Ablehnung von
Profiten, Kapitalismus und Wettbewerb einem Großteil der Bevölkerung durch das Bildungssystem eingeimpft. Profit wurde so gleichermaßen zum Synonym
für die Ausbeutung von Arbeitern und Verbrauchern.
Der Kapitalismus wurde als System betrachtet, das
sich auf solche Profite gründet.
Mit diesen Einstellungen geht die fehlende Konzentration auf Chancen für persönlichen Gewinn einher, die
denjenigen vergleichbar sind, mit denen wir aufgewachsen sind und die wir für selbstverständlich halten.
In Amerika hat jedes Kind, das schon einmal an einem
Limonadenstand gearbeitet hat, gelernt, nach Marktchancen Ausschau zu halten. Darüber hinaus hat
dieses Kind die Notwendigkeit erkannt, einen Preis
festzusetzen, der sich nicht zu weit von dem der
örtlichen Konkurrenz absetzt und gleichzeitig die Kosten
deckt. Diese Art von Konzentration auf die Entdekkung von und Suche nach Chancen zur Erfüllung
wirtschaftlicher Bedürfnisse existiert in der Bevölkerung jenes Teils der Welt kaum, den wir als die UdSSR
gekannt haben.
Es wird unmöglich sein, eine erfolgreiche Marktwirtschaft aufzubauen, wenn diese Initiative nicht gefördert wird und, was noch wichtiger ist, wenn es innerhalb des kulturellen Wertesystems keine politisch
bedeutsame, philosophische Unterstützung für eine
solche Organisation der Gesellschaft gibt. Ferner
müssen gewisse Einkommensunterschiede toleriert
werden. Die Bereitschaft muß vorhanden sein, höhere
Einkommen für diejenigen zu akzeptieren, die grö ßere
Anstrengungen unternehmen und höhere Risiken
eingehen.
Auf einer konkreteren Ebene müssen sich die Bemühungen zur Einführung marktwirtschaftlicher Reformen in der ehemaligen Sowjetunion auf den Aufbau
einer soliden gesetzlichen Infrastruktur konzentrieren.
Der Eckpfeiler jeder gut funktionierenden Marktwirtschaft ist das Vertragsrecht. Das Vertragsrecht in
solchen Systemen trägt der Tatsache Rechnung, daß
die Menschen nur ungern Wertgegenstände austauschen, wenn ihnen nicht klar ist, was sie als GegenleiSeite 3

�stung erhalten. Das Verlagsrecht erkennt ferner an,
daß die Parteien in einem Tauschgeschäft vernünftige
Zusicherungen einer solchen Rendite sowie von Regreßansprüchen haben müssen, falls die Gegenpartei
den Vertrag nicht einhält.
Ein System mit einem soliden Vertragsrecht fördert
deshalb die Integrität und das Vertrauen in eine Marktwirtschaft. Wo es Integrität und Vertrauen gibt, sind
die Menschen eher bereit, Verpflichtungen einzugehen, insbesondere solche langfristiger Natur, und sie
benötigen keine hohen Prämien als Ausgleich für
Ungewißheiten bezüglich der Vertragserfüllung. Solches Vertrauen spielt eine Schlüsselrolle bei der
Kanalisierung knapper Mittel zu ihrem nützlichsten
Einsatz sowie bei der Erleichterung von Innovationen.
Die Integrität der Märkte ist besonders wichtig im
Finanzsektor, wo Ressourcen durch den Kapitalbildungsprozeß dirigiert werden, um künftigen wirtschaftlichen Erfordernissen gerecht zu werden und die Produktivität der Erwerbsbevölkerung zu erhöhen. Wenn
die Investoren kein Vertrauen in das Vertragswesen
haben, verlangen sie große Unsicherheitszuschläge,
um das Risiko möglicher Vertragsverletzungen abzudecken, was zu Verzerrungen des Kapitalbildungsprozesses führt. Mit anderen Worten: eine solide, auf
einem fest verankerten Vertragsrecht gegründete
gesetzliche Infrastruktur führt so weit wie möglich zur
Reduzierung von Risiken und damit auch zur Verringerung der effektiven Kapitalkosten, indem sie es den
Kapitalressourcen erlaubt, ihrer bestmöglichen und
vorteilhaftesten Verwendung zugeführt zu werden.
Bei der Erwägung von Reformen für die Wirtschaftssysteme in der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropa müssen wir der Annahme widerstehen, man benötige dort jetzt vor allem hochentwickelte Finanzsysteme, die mit den unseren vergleichbar sind. Man
benötigt dort kein Füllhorn an Finanzinstrumenten und
Produkten zur Risikoverlagerung, die von den neuesten Datenverarbeitungs- und Telekommunikationstechnologien unterstützt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre man dort besser beraten, sich auf die
Grundlagen zu konzentrieren und mit Reformen des
Banksystems zu beginnen, die effiziente und zuverlässige Zahlungssysteme bereitstellen und eine solide
Kreditbeurteilung in die Systeme einführen, damit knappe
Kreditmittel zur Finanzierung der aussichtsreichsten
Projekte eingesetzt werden können. Dies setzt natürlich die parallele Entwicklung von Marktpreissystemen
voraus, damit - wie ich bereits früher erwähnte - die
produzierten Waren für den Verbraucher mehr Wert
haben als die zu ihrer Herstellung eingesetzten Mittel.
Wenn die mit jenem größeren Wert einhergehende
Rendite tatsächlich höher ist als die Kapitalkosten
haben wir wahrscheinlich ein kreditwürdiges Projekt
vor uns.
Die Einführung eines Marktes für Staats- und Industrieobligationen ist ebenfalls eine Priorität für die

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ehemalige Sowjetunion und Osteuropa. Die Entwicklung eines solchen Rentenmarkts kann einen wichtigen Beitrag zur Abschöpfung überschüssiger Liquidität haben, die aufgrund der zur Finanzierung explosionsartig wachsender Haushaltsdefizite übermäßig
erhöhten Geldmenge entstanden ist. Sind diese Defizite erst einmal unter Kontrolle gebracht worden, kann
ein Rentenmarkt die nichtinflationäre Finanzierung
sämtlicher noch verbleibender Defizite der öffentlichen
Hand erleichtern. Darüber hinaus erleichtert ein Binnenmarkt für die Staatsschuld die Einführung einer
gesunden Geldpolitik, indem ein effektives Mittel für
Vermehrung oder Verringerung der Liquidität des
Bankensystems geschaffen wird. Ein Markt für Industrieanleihen ermöglicht es Staatsunternehmen ferner, sich von Zentralbankkrediten abzunabeln und
gleichzeitig den Unternehmensleitungen mehr Marktdisziplin aufzuerlegen. Rentenmärkte können einen
sehr starken disziplinierenden Einfluß auf Unternehmensführungen ausüben, indem sie diese zu soliden
und erfolgversprechenden Strategien anhalten. Dies
geschieht dadurch, daß Unternehmer die Kreditgeber,
die Risikokapital zur Verfügung stellen, davon überzeugen, daß die Unternehmensleitung Produkt- und
Kostenbegrenzungsstrategien verfolgt, die Zinszahlungen sowie die Rückzahlung der Kreditsumme sicherstellen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben die Ungewißheiten bezüglich vertraglicher Rechte und damit einhergehender Risiken für nahezu alle Investoren prohibitive Wirkung. Es ist schwierig, einen Investor dazu zu
veranlassen, für wenige Jahre, geschweige denn für
20 oder 30 Jahre die für zahlreiche sinnvolle Projekte
erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, wenn
die Ertragsaussichten ungewiß und die Entschädigungsverfahren im Falle von Zahlungsunfähigkeit
schwammig definiert sind. Wie ich jedoch bereits
feststellte, lassen sich diese prohibftiven Risiken grundlegend verringern. Die umgehende Einführung sorgfältig ausgearbeiteter Vertragsgesetze sowie einer
ergänzenden Aufsichtsstruktur, die gewährleistet, daß
die Spielregeln eingehalten werden, sind für den Erfolg
der Reformbemühungen in diesem Teil der Welt unerläßlich.
Zum Abschluß möchte ich darauf verweisen, daß der
Übergang zu politischer Demokratie und Marktwirtschaften in der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropa eine äußerst delikate Aufgabe ist, deren Weg mit
zahlreichen Hindernissen gepflastert ist. Wir im Westen
können uns der Tatsache nicht entziehen, daß wir
großes Interesse an diesem Ergebnis haben und viel
dazu beitragen können, insbesondere im Bereich technischer Hilfe. Dennoch tragen die Entscheidungsträger in den ehemaligen sowjetischen Republiken und
den neuen unabhängigen Nationen Osteuropas die
Hauptlast bei der Entwicklung glaubwürdiger, umfassender Programme für eine rasche Annäherung an ein
Marktsystem, in dem die Ressourcen von Marktsigna-

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�len geleitet werden können. Darüber hinaus müssen
sie ihre Völker eingehend über die Schwierigkeiten
eines solchen Übergangs und die Notwendigkeit informieren, gegebenenfalls die Einstellung zu Wettbewerb, Profit und Eigeninitiative radikal zu verändern.
Die Reformen werden keinen Erfolg haben und der
Rest der Welt wird keinen substantiellen Beitrag leisten , bevor nicht eine glaubwürdige, auf dem Vertragsrecht basierende gesetzliche Infrastruktur eingeführt
* *

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wird. In der Zwischenzeit muß der Eindämmung der
Inflation und der Verhinderung einer Hyperinflation
vordringlich Aufmerksamkeit gewidmet werden. Vieles muß korrekt ablaufen, wenn ihr Ziel - das wir so
eindeutig teilen - verwirklicht werden soll, und zwar auf
eine Art und Weise, die menschliches Leid und die
Risiken für die sozialen und politischen Systeme
möglichst gering hält.

*

*

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�OSTEUROPA
11. Dezember 1991

OSTEUROPÄER BEURTEILEN
KAPITALISMUS ZURÜCKHALTEND
Meinungsumfrage von Times Mirror

Nach Jahrzehnten unter einem kommunistischen
Wirtschaftssystem befürworten die Osteuropäer einen
raschen Übergang zum Kapitalismus - jedoch eher
nach dem schwedischen als dem amerikanischen
Modell.
Diese Bevorzugung eines sozialdemokratischen Ansatzes, bei dem der Staat weiterhin eine wichtige Rolle
in der Gesellschaft spielt, gegenüber einer geringeren
staatlichen Präsenz wie in den Vereinigten Staaten ist
eines der wichtigsten Ergebnisse einer umfassenden
Erhebung, die vom zur Los Angeles Times gehörenden Times Mirror Center for the People &amp; the Press
durchgeführt wurde.
Die Untersuchung setzt sich aus 13.000 persönlichen
Gesprächen mit Einwohnern neun europäischer Staaten und drei sowjetischer Republiken sowie 34 in
diesen Ländern durchgeführten Zielgruppendiskussionen und Analysen von Wissenschaftlern und Meinungsforschern zusammen. Die von Ende April bis
Ende Juni veranstalteten Befragungen deckten ein
breites Spektrum sozialer, politischer und wirtschaftlicher Einstellungen bei Ost- und Westeuropäern ab.
Die Fragen zur Wirtschaft zeigten, daß die Befragten
in ganz Osteuropa durchweg den Gedanken einer
freien Marktwirtschaft befürworteten.
Diese Unterstützung war am stärksten in der ehemaligen DDR, wo 86 Prozent einem solchen System
zustimmten, während es von nur 9 Prozent abgelehnt
wurde. In der Tschechoslowakei, Ungarn und Polen
sowie in Litauen - zu diesem Zeitpunkt noch eine
Sowjetrepublik - waren die Mehrheiten ähnlich deutlich.

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Weniger große Mehrheiten befürworteten marktwirtschaftliche Systeme in den Republiken Rußland und
Ukraine - 54 zu 33 in Rußland sowie 53 zu 34 in der
Ukraine.
Bei der Frage, welchen Typ von Volkswirtschaft sie als
bestes Modell für ihre Gesellschaft betrachteten, entschieden sich große Mehrheiten der Befragten für
"sozialdemokratischen Kapitalismus" gegenüber einem strengeren kapitalistischen Ansatz. Tatsächlich
bewegte sich die Unterstützung einer "streng kapitalistischen" Volkswirtschaft zwischen lediglich 23 Prozent in Ungarn und Polen und nur 14 Prozent in der
Tschechoslowakei.
In den sowjetischen Republiken wurden ähnliche
Ergebnisse verzeichnet. In Rußland, der Ukraine und
Litauen war die Unterstützung für einen amerikanisch
geprägten Kapitalismus größer als für das alte kommunistische System - jedoch schwächer als für die
Kategorien "demokratisch-sozialistisch" und "kapitalistisch nach schwedischem Modell".
Ungarn, Bulgaren und Russen - sowie in geringerem
Maß Ukrainer und Litauer - zeigten sich ungeduldig
über das Tempo des Wandels zu einer freien Marktwirtschaft. In Ostdeutschland, der Tschechoslowakei
und Polen hielten sich die Aussagen die Waage zwischen denjenigen, die der Meinung waren, der Wandel
vollziehe sich zu rasch und denjenigen, die das Tempo
für zu langsam hielten. Nur in der Tschechoslowakei
meinte die größte Gruppe, das Tempo sei in etwa
richtig.
Die Untersuchung erbrachte erhebliche Unterschiede
aufgrund von Alter, Bildungsgrad und Geschlecht.

Seite 1

�Ein von Times Mirror erstellter Bericht gab dafür folgende Erklärung: "Wie zu erwarten war, ist Ungeduld
eher bei der Jugend vertreten. Das gleiche gilt für die
Marktwirtschaft. Die Osteuropäer unter 25 stehen
einer freien Marktwirtschaft wesentlich enthusiastischer gegenüber... und möchten sie in ihren Ländern
wesentlich schneller verwirklicht sehen."

und Litauer möchten die Landwirtschaft dem Privatsektor überlassen. Das ist aber auch schon alles",
stellt der Bericht fest.

Weniger leicht zu erklären waren die eindeutigen und
konstanten geschlechtsspezifischen Meinungsunterschiede: "In allen untersuchten Ländern stehen Frauen einer freien Marktwirtschaft wesentlich weniger
aufgeschlossen gegenüber als Männer", berichtet Times
Mirror.

Kleinere aber immer noch erhebliche Mehrheiten befürworten eine exklusive Rolle des Staates im Telekommunikations- und Verkehrswesen. Dabei gibt es
nur eine Ausnahme: die Befragten in der Tschechoslowakei befürworten mit der knappen Mehrheit von 49 zu
43 Prozent die Privatisierung des Verkehrswesens.

Die Ergebnisse sind am deutlichsten im Bereich der
Schwerindustrie. Hier variieren die Mehrheiten für
ausschließliche Staatskontrolle zwischen 86 Prozent
in der Ukraine und 70 Prozent in Ungarn und Polen.
Im Hinblick auf den Bildungsgrad fanden die Mei- Die größte Unterstützung für die Beteiligung des Prinungsforscher heraus, daß Menschen mit zunehmen- vatsektor in der Schwerindustrie wurde in Litauen
dem Bildungsgrad auch eher bereit sind, eine freie verzeichnet - verschwindend geringe acht Prozent der
Befragten.
Marktwirtschaft zu unterstützen.

Der Bericht verweist ferner darauf, daß die in der
Meinungsumfrage zum Ausdruck kommenden Einstellungen zur Privatisierung ein mögliches Hindernis
für den raschen Übergang zu freien Marktwirtschaften
sind.

Das dem Kapitalismus immanente Profitmotiv wurde
von den Befragten mit gemischten Gefühlen beurteilt.
Mehrheiten in der Tschechoslowakei, Polen, Rußland
und Litauen unterstützen ein unbeschränktes Profitpotential, während starke Minderheiten in allen vier Staaten staatlich festgesetzte Grenzen für Gewinne forder"Obgleich die meisten Osteuropäer den Gedanken ten. Eine Mehrheit der befragten Bulgaren wünschte
einer freien Marktwirtschaft unterstützen, haben sie staatliche Obergrenzen, während bei Ungarn und
bezüglich ihrer Ausgestaltung kein Vertrauen in den Ukrainern die Meinung nahezu gleichmäßig geteilt
Privatsektor. Der Staat soll ihrer Meinung nach Schwer- war.
industrie, Verkehrswesen und Telekommunikation
betreiben und eine Rolle in Gesundheits- und Bank- Die meisten Deutschen, Tschechen und Slowaken,
wesen, Landwirtschaft, Herstellung von Konsumgü- Ungarn, Polen und Bulgaren meinten, die Betreiber
tern, Zeitungswesen, Radio und Fernsehen spielen", privater Unternehmen hätten einen guten Einfluß "auf
faßt der Bericht zusammen.
die Entwicklung" in ihren Ländern. Russen, Ukrainer
und Litauer waren der Auffassung, daß Unternehmer,
"Tschechen und Slowaken, Ungarn, Polen und Litauer "die Kooperativen besitzen", einen schlechten Einfluß
neigen eher dazu, Geschäfte und Restaurants dem haben, und sie wurden ebenso negativ gesehen wie
Privatsektor anzuvertrauen. Polen, Russen, Ukrainer Schwarzmarkthändler.

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�JUGOSLAWIEN
11. Dezember 1991
•

USA VERHÄNGEN SANKTIONEN
GEGEN JUGOSLAWIEN
Eine Übersicht des US-Außenministeriums
Die folgende Übersicht zu den amerikanischen Sanktionen gegen Jugoslawien wurde am 6. Dezember 1991 vom
US-Au ßenministerium veröffentlicht.

Die amerikanischen Sanktionen gegen Jugoslawien

Einleitung
Die am 6. Dezember 1991 verkündeten Maßnahmen
sind mit den von der Europäischen Gemeinschaft
veranlaßten Schritten vergleichbar und dienen dazu,
Druck auf die Parteien in Jugoslawien zum Abschluß
eines echten Waffenstillstands und zur sinnvollen
Beteiligung an einer politischen Regelung im Rahmen
der Haager Konferenz auszuüben.
Diese Sanktionen untersagen nicht den Handel zwischen den Vereinigten Staaten und Jugoslawien. Ein
Handelsembargo würde Importe und Exporte stoppen,
während diese Sanktionen auf die Aussetzung von
Zollvergünstigungen für Importe aus Jugoslawien
begrenzt sind.
Die Sanktionen werden dem jugoslawischen Volk keine Waren vorenthalten und es nicht an der Entfaltung
wirtschaftlicher Aktivitäten hindern. Die eigentliche
Ursache für die dem Volk auferlegten Härten war die
Unfähigkeit der Parteien, eine friedliche Beilegung
ihrer Differenzen anzustreben.

Von Januar bis September 1991 gingen die amerikanischen Exporte im Vergleich zum selben Zeitraum
des Vorjahres um 23 Prozent, und die Importe aus
Jugoslawien um 13 Prozent zurück.
Unsere wichtigsten Exporte sind landwirtschaftliche
Produkte (Mais, Sojabohnen), aber auch Kohle und
Computer haben Bedeutung. Unsere wichtigsten
Importe aus Jugoslawien sind Schuhe, Textilien, Möbel
und Fleisch.
Hilfsprogramme
Jugoslawien fällt unter das SEED-Programm, das
amerikanische Hilfen für Mittel- und Osteuropa vorsieht. Die Sicherheitsbedingungen in dem Land haben
seit Juni die Mehrzahl dieser Programme eingeschränkt
oder unterbrochen; wir waren weiterhin an der Durchführung eines begrenzten Privatisierungsprogramms
beteiligt.
Das Allgemeine Präferenzsystem

Vor dem Konflikt betrug der Handel mit den Vereinigten Staaten fünf Prozent des jugoslawischen Gesamthandelsverkehrs. Europa und die UdSSR sind die
führenden Handelspartner Jugoslawiens.

Dem Allgemeinen Präferenzsystem zufolge gewähren
die Vereinigten Staaten sowie 27 weitere Staaten
Entwicklungsländern bei bestimmten Produkten Abgabenfreiheit. Die Aussetzung dieses Systems bedeutet, daß jugoslawische Exporte in die Vereinigten
Staaten künftig dem Zollsatz nach dem Meistbegünstigungsstatus unterliegen.

Im Jahr 1990 erreichten die amerikanischen Exporte
nach Jugoslawien 565 Millionen Dollar und die Importe
aus Jugoslawien 776 Millionen Dollar.

Im Jahr 1990 hat Jugoslawien im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems Waren im Wert von 280
Millionen Dollar in die Vereinigten Staaten exportiert.

Handel

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�Die wichtigsten Güter im Rahmen dieses Programms
waren Möbel, Kühlschränke, Aluminiumprodukte,
Autoteile und Sanitärzubehör.
Textillen
Die Textilvisum-Vereinbarung ist eine Methode, nach
der Exportländer ihre Textil- und Bekleidungsexporte
in die Vereinigten Staaten ausweisen und überwachen. Die Nichtanerkennung jugoslawischer Visa
bedeutet, daß Beamte der jugoslawischen Bundesregierung Republiken bei der Vergabe dieser Visa nicht
diskriminieren können.
Wir haben Berichte erhalten, wonach es für Exporteure einiger nichtserbischer Republiken immer schwieriger geworden ist, Textilvisa für ihre Lieferungen zu
erhalten. Die jugoslawischen Textilexporteure werden
nicht länger verpflichtet sein, für Exporte in die Vereinigten Staaten eine Erlaubnis aus Belgrad zu erhalten.

Die Kündigung der Visavereinbarung wird nicht die
Gültigkeit des bilateralen Textilabkommens mit Jugoslawien aufheben, demzufolge zahlreiche Textil- und
Bekleidungswaren Quoten unterliegen. Dieses bilaterale Abkommen gestattet uns darüber hinaus, die
Gefahr künftiger Marktstörungen oder von Bestrebungen zur Umgehung unserer Textilvereinbarungen zu
bewältigen.
Sanktionen
Die Sanktionen betreffen lediglich jugoslawische Exporte in die Vereinigten Staaten, nicht amerikanische
Exporte nach Jugoslawien.
Einigen amerikanischen Importeuren werden durch
die Aufhebung der Vorteile des Allgemeinen Präferenzsystems höhere Kosten entstehen.
Die Verfügungen treten 15 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

* * * * *

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�UMWELT
11. Dezember 1991

REILLY: OECD MUSS ENTWICKLUNGSHILFE
AN UMWELTPROGRAMME KNÜPFEN
Rede des EPA-Leiters vor der OECD
PARIS - (AD) - Dem Leiter des amerikanischen Bundesumweltamts EPA, William Reilly, zufolge sollten die
Industrienationen ihre Auslandshilfeprogramme auf die Förderung dauerhafter und umweltverträglicher wirtschaftlicher Fortschritte in den Entwicklungsländern zuschneiden. In seiner Rede vor den Ministern für Umwelt
und wirtschaftliche Zusammenarbeit der OECD zeigte Reilly am 2. Dezember 1991 in Paris Wege dafür auf.
Er drängte die Mitgliedstaaten zur Einhaltung der neuen OECD-Richtlinien, die sicherstellen sollen, daß
Entwicklungshilfe stets der Umwelt Rechnung trägt und schlug vor, die Geberländer sollten vermehrt solche
Mittel wie "Schuldenerlaß im Gegenzug zur Erhaltung der Umwelt" zum Schutz von Ressourcen einsetzen.
Nachfolgend veröffentlichen wir Reillys Rede im Wortlaut.

Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, die Tagung
über "Technologische Zusammenarbeit und Aufbau
von Kapazitäten" eröffnen zu dürfen. Zunächst möchte ich feststellen, daß ich diesem historischen Treffen
der OECD-Minister für Umwelt und wirtschafltiche
Zusammenarbeit erwartungsvoll entgegengesehen
habe. Meines Erachtens bietet sich den hier versammelten Ministern die einmalige Chance, weltweit eine
Führungsrolle bei der Förderung dauerhafter und umweltverträglicher Entwicklung zu übernehmen.
Dauerhafte Entwicklung! Dieser Begriff kann ungeachtet seiner hehren Ziele nicht präsize definiert werden. Der ehemalige Präsident Theodore Roosevelt
erfaßte den Wesensgehalt dauerhafter Entwicklung in
seiner Philosophie des Naturschutzes. Er erklärte:
"Naturschutz bedeutet gleichermaßen Entwicklung und
Schutz. Ich erkenne das Recht und die Pflicht dieser
Generation an, die natürlichen Ressourcen unseres
Landes zu entwickeln und einzusetzen. Sie hat jedoch
nicht das Recht, sie zu verschwenden oder nachfolgende Generationen durch verschwenderischen Einsatz dieser Ressourcen zu berauben." Dauerhafte
Entwicklung ist also Entwicklung, die sich im Einklang
mit dem Ökosystem vollzieht. Die Vereinigten Staaten
wenden zur Zeit 115 Milliarden Dollar - rund 2 Prozent
ihres BSP - für Umweltschutzmaßnahmen auf. Dieser

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Betrag wird sich bis zum Jahr 2000 voraussichtlich auf
3 Prozent ihres BSP erhöhen, allein, um bereits verabschiedete Gesetze in die Praxis umzusetzen.
Technologische Zusammenarbeit und Aufbau von
Kapazitäten - wie die einzelnen Länder ihr Wissen zur
Verwirklichung gemeinsamer umweltpolitischer und
wirtschaftlicher Ziele kombinieren -, diese Themen
bilden das Kernstück jedes Programms zur Förderung
dauerhafter Entwicklung. Für die Entwicklungsländer
ist es am wichtigsten - ganz abgesehen von den
rhetorischen Wortgebilden der Kommuniques - wie sie
selbst ihre Instrumente, ihr Know-how und ihre finanziellen Ressourcen zur Schaffung wirtschaftlichen
Wohlstands einsetzen können, um ihren Völkern eine
bessere Lebensqualität zu verschaffen und die Ökosysteme zu schützen, die die Grundlage für Wirtschaftswachstum bilden.
Die OECD und ihre Mitgliedstaaten haben angesichts
ihrer Ressourcen und Erfahrung die einzigartige Fähigkeit, diese realen internationalen Herausforderungen anzusprechen. Obwohl die OECD-Länder bei
technischer Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle
zu spielen haben, sind die Entwicklungsländer selbst
für die Durchführung geeigneter Maßnahmen und
Programme verantwortlich. Dennoch können wir sehr
viel tun.

Seite 1

�Erstens, indem wir die OECD als Institution nutzen.
Diese Organisation verfügt über umfassendes Wissen
in solchen Bereichen wie saubere Technologien, Vermeidung von Umweltverschmutzung, Kontrolle von
Chemikalien und Abfällen, Biotechnik, Energie, wirtschaftlichen Instrumenten und Umweltindikatoren.
Zweitens kann jeder von uns als Mitglied der OECD in
den Entwicklungländern etwas bewirken, indem er
unsere bilaterale und multilaterale Hilfe besser koordiniert. Wir unterstützen und verwirklichen die neuen
OECD-Richtlinien über Umwelt und Entwicklungshilfe,
die sicherstellen werden, daß Entwicklungshilfe stets
der Umwelt Rechnung trägt. Darüber hinaus können
wir den Einsatz von Umweltaktionsplänen durch die
Entwicklungsländer ermutigen, um Prioritäten zu setzen und den Konsultationsprozeß zwischen diesen
Ländern mit uns und internationalen Organisationen
zu fördern.
Drittens ist die OECD sehr wohl in der Lage, die
Entwicklung marktorientierter Ansätze zu unterstützen, die wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz
verknüpfen. Wie ich beim Treffen der OECD-Minister
für wirtschaftliche Zusammenarbeit im letzten Januar
ausgeführt habe, können wir innovative Finanzierungsmechanismen fördern, wie etwa Schuldenerlaß im
Gegenzug zur Erhaltung der Umwelt und eine Handelspolitik erarbeiten, die Umweltbelangen besser
Rechnung trägt. Präsident Bushs Initiative zur Förderung der Privatwirtschaft in den Länder Amerikas
vernetzt Handel, Schuldenerlaß, Investitionen, wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz - und dies
sind genau die Verbindungen, die man sicherstellen
muß, wenn man in den Volkswirtschaften der Entwicklungsländer praktisch etwas bewirken will. Im Rahmen
der Initiative soll mit den lateinamerikanischen Ländern neu über Schulden bei den Vereinigten Staaten in
Höhe von rund 7 Milliarden Dollar verhandelt werden,
um Geld für die Erhaltung der Umwelt bereitzustellen.
Dank der Initiative könnten mehrere Hundert Millionen
Dollar pro Jahr zur Erhaltung von Wäldern, besserer
Verwaltung von Naturschutzparks sowie dem Schutz
des Ökosystems zur Verfügung gestellt werden.
Die Hauptfunktion der öffentlichen Hand besteht femer

darin, den Entwicklungsländern bei der Schaffung der
Konditionen zu helfen, die Investitionen des Privatsektors in effizientere und sauberere Technologien fördern - beispielsweise durch eine liberale Politik im
Handel und bei Privatinvestitionen, Vergabe und Schutz
der Rechte an Privateigentum, konsequente Rahmenbestimmungen, die Umweltnormen harmonisieren sowie
ergänzende öffentliche Investitionen in Infrastruktur
und Bildung.
Wir können den Privatsektor auch ermutigen, umweltfreundliche Technologien an die Gegebenheiten vor
Ort anzupassen. Im Bundesumweltamt haben wir
festgestellt, daß ein freiwilliges, energiesparendes,
"Green Lights" genanntes Elektrizitätsprogramm bei-

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spielsweise beträchtliche Einsparungen finanzieller Mittel
und Energieressourcen zur Folge hat. Schätzungen
des EPA zufolge könnten die Kosten für elektrisches
Licht halbiert werden, wenn energiesparende Lichtquellen überall dort in den Vereinigten Staaten eingesetzt würden, wo sich dies als profitabel erweist. Dies
würde landesweit zu einer Verringerung des Jahresenergieverbrauchs von 11 Prozent führen. Auf internationaler Ebene hat das US-Amt für internationale Entwicklung eine Initiative für Energiesparmaßnahmen in
die Wege geleitet. Ein Pilotprogramm in Costa Rica
wird als Modell für andere Länder dienen. Das Programm konzentriert sich auf bessere Ausnutzung durch
den Endverbaucher, Energiesparen und erneuerbare
Energiequellen.
Ein weiteres mächtiges Instrument zur Förderung
umweltfreundlicher Technologien ist der freie Informationsfluß. In den Vereinigten Staaten haben unsere
Gesetze über die Freisetzung von Schadstoffen und
das Recht der Gemeinde auf Information darüber die
Art und Weise revolutioniert, in der wir Umweltbelastungen angehen. Während die Unternehmen eigene
Kontrollmessungen durchführen und detaillierte Aufstellungen ihrer gesamten Emissionen an Schadstoffen verfügbar machen, sind viele über das gesamte
Ausmaß ihrer Schadstoffemissionen überrascht. Die
Strategie von 3M "Umweltschutz macht sich bezahlt"
hat dem Unternehmen seit 1975 über 500 Milliarden
Dollar durch veränderte Herstellungsverfahren eingespart, mit denen die Produktion von Abfällen vermieden wurde, die wiederaufbereitet hätten werden müssen. Diese Art von Informationen über die Freisetzung
von Schadstoffen wird zweifelsohne Fortschritte im
Bereich der Umwelt ankurbeln und wirtschaftliche Profite
zeitigen. Bis zum Jahr 2000 werden Luftschadstoffe in
den Vereinigten Staaten gesetzlich um 75 Prozent
reduziert. Freiwillige Verpflichtungen werden bis 1995
zu einem 50prozentigen und bis 1992 zu einem
33prozentigen Abbau der größten Schadstoffquellen
führen. Es ist die Verfügbarkeit genauer Informationen
über die Freisetzung von Schadstoffen - Chemikalie
für Chemikalie und Betrieb für Betrieb - die dieses zu
einem festen und überprüfbaren Engagement macht.
Viertens können wir verstärkt Anstrengungen unternehmen, um den Entwicklungsländern bei der Verbesserung ihrer Fähigkeiten zur Förderung des Wirtschaftwachstums so behilflich zu sein, daß der Schutz
ihrer Umwelt und der Gesundheit ihrer Bevölkerung
gewährleistet ist. Der Aufbau von Kapazitäten ist die
Hauptkomponente des wirtschaftlichen Entwicklungshilfeprogramms der Vereinigten Staaten in Höhe von
gut 5 Milliarden Dollar, und dies gilt auch für die
Zukunft. Wir können die Entwicklung und Verabschiedung besserer Umweltindikatoren unterstützen, die
das Niveau der nationalen Rechenschaftspflicht erhöhen. Wir können diesen Ländern bei der Einführung
von Maßnahmen helfen, die sicherstellen, daß die
Preise den gesamten Kosten der Verwendung von
Ressourcen Rechnung tragen. Wir können lokale
AMERIKA DIENST 49

�nichtstaatliche Organisationen unterstützen, die höchst
wirksam Initiativen an der Basis in die Wege leiten
können. In der Tat fließen insgesamt 25 Prozent des
für Empfängerländer bestimmten Budgets des USAmts für internationale Entwicklung über nichtstaatliche Organisationen, da diese große Erfahrung und
Erfolge bei der Zusammenarbeit vor Ort zur Förderung
umweltfreundlicher Entwicklung aufzuweisen haben.
Bei diesem Ministertreffen - der ersten Vollversammlung der OECD-Minister für Umwelt und wirtschaftliche
Zusammenarbeit - bietet sich uns die Chance zur
Erarbeitung einer Strategie für dauerhafte Entwicklung
bis zum nächsten Jahrhundert - eine Strategie, die die
vordringlichsten Herausforderungen für die Entwicklungsländer anspricht und im Einklang mit diesen
Nationen entwickelt wurde. Damit können wir ein
deutliches Signal setzen, daß wir uns dem Erfolg der
UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in nächsten Juni in Brasilien verschrieben haben.
Zu diesem Zweck sollten wir uns jetzt den wichtigsten

vor uns liegenden Fragen über technologische Zusammenarbeit und den Aufbau von Kapazitäten zuwenden:

*

AMERIKA DIENST 49

Welche Art von Hilfe seitens der OECD und
ihren Mitgliedstaaten war am wirksamsten? Was
hat wirklich funktioniert?
Welche Art von Hilfe wird jetzt und in Zukunft am
dringendsten benötigt?
Welche Programme können wir unterstützen,
die den gemeinsamen Anliegen der Entwicklungs- und Industrienationen dienen?
Wenn wir diese Fragen offen angehen und uns einig
sind, zur nächsten Phase - Handeln - überzugehen,
dann kann dieses Ministertreffen seinen ursprünglichen Zweck erfüllen, einen Zweck, der realistisch ist
und hier verwirklicht werden kann: Minister zusammenzubringen, die für gewöhnlich nicht zusammengearbeitet haben sowie eine Möglichkeit der Zusammenarbeit zu bieten, die die lebenswichtige Verbindung zwischen Umwelt und Wirtschaft sicherstellt. Am
Ende dieses Tages ist dies die Quintessenz der Entwicklung, die wir alle anstreben - eine Entwicklung, die
die wirtschaftlichen Möglichkeiten aller verbessert und
gleichzeitig die produktiven Ökosysteme erhält, von
denen alle menschlichen Aktivitäten einschließlich der
wirtschaftlichen abhängen.

* * *

*

Seite 3

�PORTRAT
11. Dezember 1991

SKINNER GESCHICKTER KRISENMANAGER
Porträt des neuen Stabschefs im Weißen Haus
WASHINGTON - (AD) - Der amerikanische Verkehrsminister Samuel Skinner, der von Präsident Bush am 5.
Dezember 1991 zum Nachfolger von John Sununu als Stabschef des Weißen Hauses ernannt wurde, wird
weithin für seine geschickte Handhabung einer Reihe von schlagzeilenträchtigen Vorfällen gelobt.

Während seiner fast dreijährigen Amtszeit im Kabinett
wurde Skinner - ein langjähriger Vertrauter des Präsidenten - wiederholt gebeten, in Krisenzeiten im Namen
der Regierung Stellungnahmen abzugeben und Schritte in die Wege zu leiten.

Skinner, 53, ist ein ehemaliger Anwalt aus Chicago,
und hat eine Fluglizenz als Pilot. Er begann seine
politische Karriere als Protege des ehemaligen Gouverneurs von Illinois, James Thompson, einem langjährigen Vertrauten und Anhänger des Präsidenten.

Als Vertreter des Präsidenten begutachtete Skinner
die durch die Exxon Valdes in Alaska verursachte
verheerende Ölverschmutzung. Ebenfalls im Namen
des Präsidenten reiste er nach dem Erdbeben in San
Franscisco nach Kalifornien und an die Atlantikküste
im Südosten, um die durch den Hurrikan Hugo angerichteten Verwüstungen in Augenschein zu nehmen.

Bevor er 1989 ins Kabinett Bush berufen wurde, war
Skinner vier Jahre lang Vorsitzender der Northeastern
Illinois Transportation Authority, eine Funktion, die er
neben seiner Anwaltstätigkeit als Seniorpartner einer
Chicagoer Kanzlei ausübte.

Der Minister, dem auch die Bundesluftfahrtbehörde
und die US-Küstenwache unterstehen, spielte eine
führende Rolle beim Kampf gegen den illegalen Drogenhandel und war stets ein starker Verfechter der
internationalen Flugsicherheit.
Angesichts der zahlreichen zu bewältigenden Problembereiche hat Skinner häufig in Femseh- und Zeitungsinterviews Stellung bezogen und sich das Renomme eines der prominentesten und wertvollsten
Mitglieder des Beraterstabes des Präsidenten erworben.
Das Magazin Washingtonian würdigte ihn 1989 und
1990 als herausragendes Kabinettsmitglied, und die
Chicago Tribüne beschrieb in kürzlich als "fähigen
Politiker, der um Konsens bestrebt ist und Köpfe nur im
äußersten Notfall rollen läßt".
Gemeinhin als gemäßigter Pragmatiker eingeschätzt,
hat Skinner zahlreiche Freunde in Washington gewonnen und wird in seiner Funktion als Stabschef erwartungsgemäß sehr viel weniger Kontroversen auslösen
als Sununu.

Der Minister leitete Bushs Wahlkampagne 1988 in den
Vorwahlen und allgemeinen Wahlen in Illinois und war
1980 maßgeblich an dem Vorwahlkampf des Präsidenten in diesem Bundesstaat gegen den ehemaligen
Präsidenten Reagan beteiligt.
Geboren in Springfield (Illinois), machte er seinen
Abschluß als Wirtschaftsprüfer an der University of
Illinois und wurde einer der besten Verkäufer von IBM
in Chicago, bevor er ein Jurastudium an der De Paul
University aufnahm und ins Justizministerium eintrat.
1975 wurde er von Präsdident Ford zum US-Staatsanwalt von Chicago ernannt und im Anschluß daran zum
Leiter der regionalen Verkehrsbehörde der Stadt berufen, bevor der den Posten als Verkehrsminister des
Bundesstaats annahm.
Skinner spielt gern Golf und ist Golfpartner von Präsident Bush und Vizepräsident Quayle. Ferner war er
Gast im Sommerhaus des Präsidenten in Maine.
Skinner und seine Frau Mary - ebenfalls Anwältin haben drei Kinder. Die beiden Söhne sind Rechtsanwälte, die Tochter ist Rundfunkjournalistin.

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AMERIKA DIENST 49

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Seite 1

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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 11.12.1991</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Pearl Harbor&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush erteilt Absage an Isolationismus und Protektionismus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede vor Kriegsveteranen in Pearl Harbor&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Osteuropa&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wettbewerb unverzichtbar für Fortschritte in Osteuropa und der Sowjetunion&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Notenbankchef Greenspan&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Osteuropäer beurteilen Kapitalismus zurückhaltend&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Meinungsumfrage von Times Mirror&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Jugoslawien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA verhängen Sanktionen gegen Jugoslawien&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht des US-Außenministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Reilly: OECD muss Entwicklungshilfe an Umweltprogramme knüpfen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des EPA-Leiters vor der OECD&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Porträt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Skinner geschickter Krisenmanager&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Porträt des neuen Stabschefs im Weißen Haus&lt;/em&gt;</text>
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