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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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23

NATO

12. Juni 1991

NATO UND GIPFELTREFFEN BEIM
TREFFEN DES NORDATLANTIKRATS
ERÖRTERT
Pressekonferenz von
Außenminister Baker

NATO BESITZT SCHLUSSELFUNKTION FÜR
EINIGUNG EUROPAS
Außenminister Baker bei der
NATO-Au ßenministerkonferenz

GOLFKRISE

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse
vom 16. bis 31. Mai 1991

WELTWIRTSCHAFTSGIPFEL

HILLS FORDERT AKTIONSPLAN
BIS ZUM 31. JULI 1991
Rede der US-Handelsbeauftragten
beim OECD-Ministertreffen

USA-EUROPA

DIE POLITISCHEN BEZIEHUNGEN
ZWISCHEN DEN USA UND EUROPA
von Robert E. Hunter

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-3392372
Telex: 8-85432

�NATO
12. Juni 1991

NATO UND GIPFELTREFFEN BEIM TREFFEN DES
NORDATLANTIKRATS ERÖRTERT
Pressekonferenz von Außenminister Baker
KOPENHAGEN - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die nach Abschluß des Ministertreffens beim Nordatlantikrat von Außenminister Baker am 7. Juni 1991 in Kopenhagen abgehaltene Pressekonferenz.

Außenminister Baker: Meine Damen und Herren, ich
möchte eine kurze Erklärung abgeben und werde danach gern auf Ihre Fragen eingehen.
Zunächst möchte ich Außenminister Ellemann-Jengen und unseren dänischen Gastgebern für ihre großzügige Gastfreundschaft hier in Kopenhagen danken.
Vergangene Woche haben die Verteidigungsminister
der NATO erhebliche Fortschritte gemacht, um die
militärische Anpassung der NATO voranzutreiben.
Unsere Arbeit hier vervollständigt und fördert diese Bestrebungen, indem sie - jetzt, da nach London Rom
bevorsteht - substantielle Fortschritte bei der politischen Anpassungsfähigkeit der NATO erzielt.
Erstens hat sich das Bündnis auf die wichtigsten Sicherheitsfunktionen geeinigt, die seine Arbeit beim
Aufbau eines neuen Europas und eines neuen Atlantizismus leiten. Sie repräsentieren unsere Vereinbarung über die Ziele, den Charakter und die grundsätzlichen Aufgaben der NATO in Zukunft. Diese wichtigsten Funktionen zeigen, daß wir das Versprechen der
Londoner Erklärung vom Juli letzten Jahres einlösen
und die NATO neuen Realitäten anpassen. Wir ändern unsere militärische Strategie. Wir betonen die
politische Rolle der NATO als ein Bündnis gemeinsamer Werte.

stäbe von diesem Bündnis angenommen worden sind.
Wir sind der Ansicht, daß diese Prinzipien den Sowjets
und den Menschen in Mittel- und Osteuropa verdeutlichen, wie ernst es der NATO damit ist, früheren
Gegnern ihre Hand auszustrecken, um eine Atmosphäre des Vertrauens und der Zusammenarbeit in
ganz Europa aufzubauen.
Viertens hatten wir bei der Frage der Förderung sowjetischer Reformen einen sehr fruchtbaren Gedankenaustausch. In meiner veröffentlichten Einlassung habe
ich betont, daß unserer Meinung nach die Perestrojka
eine Möglichkeit für "neues Denken" in vielen Bereichen bietet - natürlich in der Außen-, aber auch in der
Verteidigungspolitik, der Wirtschaft, der Politik allgemein und in den Beziehungen zwischen der Führung
und den Republiken. Wir haben diese Revolution
begonnen und glauben, daß Präsident Gorbatschow
bei der Perestrojka "den Kurs halten wird", wie er in
Oslo erklärt hat.
Aber er hat in Oslo auch darauf verwiesen, daß "die
Perestrojka jetzt in ihre dramatischste Phase eingetreten ist". Jetzt ist es wichtiger als jemals zuvor, daß die
sowjetische Führung die Gelegenheit ergreift, um mit
Traditionen zu brechen, die sich als nicht durchführbar
erwiesen haben.

Zweitens haben wir unsere Arbeit an vielen Fronten
verbessert, auch beim Verhältnis der sich entwickelnden europäischen Sicherheitsdentität zur NATO sowie
bei den Beziehungen der NATO zur KSZE.

Bei diesem Unternehmen müssen die Sowjets natürlich sich selbst helfen, aber auch wir im Westen können
und werden helfen. Die Vereinigten Staaten werden
mit ihren Verbündeten zusammenarbeiten, um genau
das zu tun.

Drittens freue ich mich, daß viele Initiativen im Hinblick
auf die von Bundesaußenminister Genscher und mir
vorgeschlagenen Beziehungen der NATO-Verbindungs-

Insgesamt hatten wir im Nordatlantikrat ein außerordentlich produktives Treffen. Wir haben dabei das
Versprechen der Londoner Erklärung eingelöst und

AMERIKA DIENST 23

Seite 1

�sehen im Herbst einem Gipfeltreffen in Rom entgegen. wir die politische Dimension des NATO-Bündnisses
Jetzt möchte ich gern Ihre Fragen beantworten.
erweitern wollten. Schließlich ist es nicht nur ein
Sicherheits- und Verteidigungsbündnis, sondern auch
Frage: Herr Außenminister, die Ost-West-Erklärung ein politisches Bündnis, und dies erklärt den Wunsch
spricht von Übergriffen und sichert Ost- und Mitteleu- der NATO-Mitglieder nach politischen Auseinanderropa zu, sie würden vor diesen Übergriffen abge- setzungen, auch wenn solche Gespräche Fragen
schirmt und geschützt. Dennoch bieten Sie der So- behandeln, die bündnisfremde Gebiete betreffen.
wjetunion ein neues freundschaftliches Verhältnis an.
Wer ist also der potentielle Aggressor, oder woran Frage: Sind Sie nach diesem Treffen zufrieden mit
denkt die NATO, wenn sie die Möglichkeit eines Über- den Entwicklungen in der europäischen Gemeinschaft,
griffs in Erwägung zieht? An einen Übergriff im Inland und würden die Vereinigten Staaten die Schaffung
oder an Übergriffe von außen?
einer unabhängigen Sicherheits- und Verteidigungsidentität akzeptieren?
Antwort: Ich denke, Generalsekretär Wörner hat
Ihnen den Abschnitt vorgelesen. Er richtet sich nicht Antwort: Was immer auch geschieht - solange es sich
gegen irgendein Land. Er spiegelt vielmehr die Tatsa- im Einklang mit den bei diesem Treffen getroffenen
che wider, daß die Sicherheit Europas unteilbar ist und Vereinbarungen befindet, sind wir zufrieden. Sie müssen
alle KSZE-Staaten einbezieht - Abschnitt drei spricht bedenken, daß elf von zwölf Mitgliedern der Europäiausdrücklich von der Einbeziehung aller KSZE-Staa- schen Gemeinschaft hier mit am Tisch gesessen haben.
ten, zu denen natürlich auch die Sowjetunion zählt. Die
hier verwendeten Formulierungen ähneln den Worten, Ich möchte Ihr Augenmerk auf das Papier über wichdie in der Pariser KSZE-Charta verwendet wurden. tige Funktionen lenken. Sie werden sehen, daß dieses
Und abgesehen davon wird uns hier eine Lektion in Papier zusammen mit dem Kommunique die von uns
Geschichte erteilt. Wir haben in diesem Jahrhundert vorgetragenen Prinzipien umfaßt, die befolgt werden
zwei heiße und einen kalten Krieg geführt. Der Ge- sollen, wenn wir das Streben Europas nach einer
rechtigkeit halber muß man erwähnen, daß alle in gemeinsamen europäischen Sicherheits- und VerteiOsteuropa anfingen. Daher ist es nur allzu verständ- digungspolitik unterstützen. Dieses Streben unterstütlich, daß wir darüber sprechen wollen, wie wichtig es zen wir in der Tat. Wir wollen ganz einfach sicherstelist, Instabilität zu vermeiden und den Gefahren der len, daß es im Einklang mit dem Bündnis steht und ihm
mangelnden Berechenbarkeit vorzubeugen. Aber Sie keinen Abbruch tut. Sie werden bei dem Papier über
sollten den Abschnitt ganz lesen, nicht nur in Teilsät- wichtige Funktionen sehen, daß es Hinweise darauf
gibt, wie wichtig die Erhaltung einer integrierten militäzen.
rischen Struktur ist.
Frage: Wieviel Zeit bleibt noch, bis die sowjetische
Es wird auf die Tatsache hingewiesen, das wichtigste
Wirtschaft vollständig außer Kontrolle gerät?
Forum für Konsultationen über Angelegenheiten im
Antwort: Ich glaube, Sie können nicht davon ausge- Zusammenhang mit dem Vertrag solle das Bündnis
hen, daß dies zwangsläufig passiert. Dennnoch haben sein, und Sie werden Hinweise erkennen, daß in
die Sowjets selbst sehr offen und ehrlich zugegeben, diesem Bündnis Vereinbarungen oder Entscheidundaß sie schwerwiegende wirtschaftliche Probleme gen getroffen werden sollten. Die Antwort auf Ihre
überwinden müssen. Meiner Meinung nach ist es Frage lautet also Ja.
wichtig, dieses Thema zu erörtern und nach möglichen
Lösungen zu suchen. Wir alle verstehen, daß dies eine Frage: Gesetzt den Fall, daß die als Motor für die
unglaublich schwierige Aufgabe ist, die sie lösen müssen. europäische Identität vorgeschlagene WesteuropäiSie versuchen eine Wirtschaft, die 70 Jahre lang einem sche Union in einigen Jahren in der Europäischen
bestimmten Schema gefolgt ist, in ein vollkommen Gemeinschaft aufgeht, wie es einige Regierungen
entgegengesetztes Modell umzuwandeln, und das wird vorgeschlagen haben. Stünde dies im Einklang mit
nicht einfach sein, insbesondere angesichts der Tatsa- den von Ihnen soeben beschriebenen Grundsätzen?
che, daß es gleichzeitig mit der Umwandlung eines 70
Antwort: Ich kann Ihre Frage im Augenblick nicht
Jahre bestehenden politischen Systems erfolgen muß.
beantworten, da sie erstens hypothetisch ist und ich
Frage: Herr Außenminister, kann die Spannung zweitens nicht weiß, was Sie unter "dann aufgegan(unverständlich), öffnetsichdie NATOjetzt für andere gen" verstehen. Ich möchte nur sagen, daß die von
uns im vergangenen Dezember und erneut bei einem
Aktivitäten in bündnisfremden Gebieten?
regulären Treffen zwischen den Vereinigten Staaten
Antwort: Nein, sie öffnet sich nicht für Aktivitäten in und den Zwölf formulierten Prinzipien in diesen Dokubündnisfremden Gebieten, aber Sie müssen meiner menten enthalten und wir alle äußerst zufrieden sind.
Ansicht nach zwischen den sicherheitspolitischen und Wir sind sehr erfreut über diese au ßergewöhnlich gute
militärischen Verpflichtungen und Funktionen des Zusammenarbeit und das Fehlen jeglicher MeinungsBündnisses und seiner politischen Dimension differen- verschiedenheiten, wenn Sie so wollen, während diezieren. Beim Londoner Gipfel haben wir erklärt, daß ses Ministertreffens.

Seite 2

AMERIKA DIENST 23

�Offen gestanden liegt das Stadium der Fragen, die
man in der Vergangenheit hätte stellen können, hinter
uns. Und entsprechend unserem ersten Prinzip werden wir - die Vereinigten Staaten - nach wie vor die
Vereinbarungen unterstützen, die unsere europäischen
Verbündeten zur Formulierung der gemeinsamen
europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik für
notwendig erachten.
Frage: Welche Fragen hätten gestellt werden können,
die jetzt hinter uns liegen?
*

A

Antwort: Ich werde hier nicht auf Fragen eingehen,
die man zu von uns bereits gelösten Themen hätte
aufwerfen können. Ich weiß, daß es mehr Spaß
macht, über Meinungsverschiedenheiten statt Übereinstimmung zu berichten, aber wir haben hier ein
ziemlich hohes Maß an Übereinstimmung erzielt, und
ich hoffe, Sie werden darüber berichten.
Frage: Herr Außenminister, was können Sie zum
gegenwärtigen Zeitpunkt über die Art Ihrer für heute im
Lauf des Tages anberaumten Gespräche mit Außenminister Bessmertnych sagen? Haben Sie jetzt spezifische Vorschläge zu solchen Themen wie etwa Geheimhaltung von Daten und Herunterfahren der Bestände, die Sie voraussichtlich mit ihm erörtern werden? Und hegen Sie jetzt größere Hoffnung, daß der
START-Vertrag nächste Woche unterschriftsreif sein
wird?
Antwort: Ich möchte die letzte Frage lieber beantworten, nachdem ich heute nachmittag in Genf die Gelegenheit zu einem Treffen mit dem sowjetischen Außenminister gehabt habe. Wie ich jedoch bereits
gestern gesagt habe, lagen die Gespräche über stragische Waffen praktisch auf Eis, bis wir die ausstehenden Probleme und Fragen bezüglich des Vertrags über
Konventionelle Streitkräfte lösen konnten. Unseres
Erachtens haben wir sie zufriedenstellend so gelöst,
daß die Glaubwürdigkeit des Vertrags gewahrt und die
von den einzelnen Staats- und Regierungschefs vereinbarten Obergrenzen eingehalten werden. Es ist
daher an der Zeit, unsere Gespräche über den STARTVertrag zu intensivieren. Dies kann nicht ohne Anweisung von den Hauptstädten an die Unterhändler erfolgen. Es steht also zu erwarten, daß wir Anweisungen
und Vorschläge bezüglich der ausstehenden Themen
erhalten. Sonst wäre ein Treffen mit dem sowjetischen
Außenminister aus meiner Sicht wenig nützlich.
Frage: Herr Außenminister, ist für Sie ein STARTVertrag denkbar, bei dem noch verbleibende Fragen
nach der Unterschrift gelöst werden, wie es bei einigen
bisherigen Verträgen der Fall war?
Antwort: Es wäre möglich - Sie sollten jedoch, wenn
Sie dies hören, nicht schlußfolgern, daß wir die bisher
als ausstehende Fragen erörterten Themen dadurch
lösen, indem wir sie schlicht und einfach auf die
Folgeverhandlungen verschieben. Das ist nicht unse-

AMERIKA DIENST 23

re Absicht. Während ich hier sitze, kann ich Ihnen nicht
versprechen, daß es nicht einige Probleme geben
wird, die erst in Folgeverhandlungn beigelegt werden.
Es ist in der Vergangenheit geschehen und ich vermute, es kann wieder geschehen - wir beabsichtigen es
jedoch nicht.
Frage: Können Sie uns sagen, ob Sie an einen
bestimmten Termin für den möglichen Abzug amerikanischer Streitkräfte aus dem Irak denken? Werden Sie
heute nachmittag mit Außenminister Bessmertnych
das nächste Gipfeltreffen der Supermächte erörtern,
und können Sie uns ein mögliches Datum dafür nennen?
Antwort: Natürlich werden wir über die Möglichkeit
eines Gipfeltreffens zwischen den Präsidenten Bush
und Gorbatschow sprechen. Beide haben ihre Bereitschaft zu einem Gipfeltreffen zum Ausdruck gebracht.
Man hatte gehofft, es würde in der ersten Jahreshälfte
stattfinden. Wir haben vor kurzem gesagt, dieser
Zeitrahmen sei schwer einzuhalten. Darüber hinaus
haben beide Präsidenten den Wunsch geäußert, bei
einem solchen Gipfel das START-Abkommen vorliegen zu haben. Ich erwarte daher nicht, daß wir über
bestimmte Termine sprechen werden - hoffen Sie nicht
auf die Bekanntgabe eines Datums nach dem Treffen
heute abend. Wir werden über einen Zeitrahmen
sprechen.
Im Hinblick auf Ihre erste Frage zu Irak gibt es kein
festgelegtes Datum. Wir haben erklärt - der Präsident
hat dies eindeutig klargestellt-, daß unsere Streitkräfte
zum frühestmöglichen Termin im Einklang mit der
Erfüllung der Mission, zu der sie entsandt wurden und
im Einklang mit unserem Wunsch abgezogen werden,
Sicherheit und Stabilität für die Bevölkerung im nördlichen Teil des Irak zu gewährleisten und wir Garantien
gegen ihre weitere Verfolgung erhalten.
Frage: Herr Außenminister, kann ein Land des Warschauer Pakts davon ausgehen, von der NATO im
Falle eines Angriffs von irgendeiner Seite verteidigt zu
werden?
Antwort: Das ist eine viel zu hypothetische und
umfassende Frage, als daß ich sie beantworten könnte. Ich haben Ihnen bereits gesagt, worauf sich der
Absatz, auf den Sie sich konzentrieren, meines Erachtens bezieht und was er bedeutet, aber wir haben hier
nichts unternommen, das den Anwendungsbereich
des Nordatlantikvertrags erweitem würde und was
bisher bündnisfremdes Gebiet war, wird, soweit es die
militärischen und sicherheitspolitischen Aspekte dieses Bündnisses betrifft, bündnisfremdes Gebiet bleiben.
Frage: Herr Außenminister, einer der Gründe, warum
sich die Unterzeichnung des START-Vertrags verzögert hat, bestand nicht nur darin, daß Sie die Arbeit an
KSE verschoben haben. Es gab auch Meinungsver-

Seite 3

�schiedenheiten - Ambivalenzen - innerhalb der Administration bezüglich bestimmter Aspekte des Vertrags.

Antwort: Sagten Sie die Rechnung, die er vorlegen
wird?

Antwort: Nein, das ist nicht der Grund, warum sich die
Unterschrift verzögert hat. Wir haben ihn absichtlich
wegen der Probleme beim Vertrag über Konventionelle Streitkräfte bis Ende des Jahres auf Eis gelegt. Das
soll nicht heißen, daß es keine unterschiedlichen
Ansichten im Hinblick auf einige Themen bei den
Verhandlungen über strategische Waffen gibt - ebenso wie bei allen Verhandlungen. Aber es ist uns bisher
immer gelungen, sie zufriedenstellend zu lösen und
beizulegen und diejenigen, die noch ausstehen, sind
meines Erachtens nicht von großer Bedeutung und
werden bis zum Ende der Verhandlungsrunde ebenfalls zufriedenstellend gelöst werden.

Frage: Nun, die Bitte um Unterstützung.

Antwort: Wir wissen nicht, wie sie im einzelnen lauten
wird, und deshalb müssen wir abwarten und es herausfinden. Ich möchte nur sagen, wir müssen uns meines
Erachtens vor Augen führen, daß es sich bei Perstrojka ungeachtet der spezifischen vorgebrachten Vorschläge, über die spekuliert wurde, um eine tiefgreifende politische und wirtschaftliche Reform handelt. Ich
habe dies bereits bei der Beantwortung einer früheren
Frage erwähnt. Diese fundamentalen Veränderungen
werden nicht über Nacht stattfinden. Und während die
Sowjets an dieser Entwicklung arbeiten, sollten wir im
Westen ihnen bei dem schrittweisen Übergang behilfDies ist nicht der wahre Grund, warum er auf Eis gelegt lich sein. Ich denke hierbei an ernsthafte, echte und
wurde. Der wahre Grund ist, daß wir nicht bereit wirksame Bestrebungen zu ihrer Unterstützung. Es
waren, am Vertrag über strategische Waffen ange- liegt stark im Interesse des Westens - Ich glaube, wir
sichts der Meinungsverschiedenheiten weiterzuarbei- haben das bereits zum Ausdruck gebracht und zwar
ten, die wir mit der Sowjetunion beim Vertrag über schon lange bevor viele andere dies gesagt haben -,
Konventionelle Streitkräfte hatten.
daß Perstrojka und den Reformbestrebungen in der
Sowjetunion Erfolg beschieden ist. Aus diesem Grund
Frage: Herr Baker, wie werden Sie die enorme Kluft ist es unsere Pflicht, Hilfe zu leisten. Und wie ich
zwischen der Rechnung überbrücken, mit der Präsi- bereits angedeutet habe, sind wir bereit, dies zu tun.
dent Gorbatschow nach London kommen wird und der
Vorsicht, mit der Ihr Land und die anderen westlichen
G-7 das Thema der Unterstützung für die Sowjetunion
angehen.

*

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* * *

*

AMERIKA DIENST 23

�NATO
12. Juni 1991

NATO BESITZT SCHLÜSSELFUNKTION
FÜR EINIGUNG EUROPAS
Außenminister Baker bei der NATO-Außenministerkonferenz
KOPENHAGEN - (AD) -Außenminister Baker zufolge muß die NATO "eine Schlüsselfunktion bei der Schaffung
eines Europas und einer transatlantischen Gemeinschaft übernehmen, die auch die Sowjetunion einbezieht und
die wirklich ungeteilt und frei ist".
In einer Rede beim Außenministertreffen der NATO in Kopenhagen betonte Baker am 6. Juni 1991 die Notwendigkeit, die Verbindungen zur Sowjetunion zu verstärken. "Verbindungen sind ein Weg, um den sowjetischen
Verteidigungssektor in den Abbau von Mi ßtrauen und Furcht einzubinden und gegenseitige Zusammenarbeit zu
fördern."
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede Bakers in Auszügen.

Als wir im vergangenen Dezember zusammentrafen,
wurden unsere Gespräche von der Gefahr eines Krieges
gegen den Irak überschattet. Bevor ich mit meinen
Ausführungen beginne, möchte ich sagen, daß wir
meines Erachtens stolz auf die Entschlossenheit sein
können, die wir alle bewiesen haben, als wir uns zur
Niederwerfung der Aggression Saddam Husseins zusammenschlössen.

Kurzum: die Krise am Golf hat unserem Bündnis
gezeigt, wie neue Realitäten bewältigt und neue Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden können. Ich möchte heute auf vier Fragen eingehen, an
deren Lösung wir im Rahmen des Anpassungsprozesses der NATO in den kommenden Monaten arbeiten
müssen.
Umstrukturierung des Bündnisses

Das Bündnis spielte eine lebenswichtige Rolle bei der
Operation Wüstensturm, und es leistet dasselbe bei
der Bewältigung der humanitären Herausforderungen,
die sich danach ergaben. Die NATO hat dazu beigetragen, die politische Einheit des Westens herzustellen, die so ausschlaggebend für die Sicherung dieses
entscheidenden Sieges des Völkerrechts war. Der
Wert unserer andauernden Investitionen in gemeinsame Ausbildung, Logistik und Infrastruktur spiegelte
sich in der Art und Weise wider, in der unsere Streitkräfte beim Transport der Truppen zum Golf und der
Durchführung des Feldzugs zusammenarbeiteten. Wir
können uns in Zukunft auf den Erfahrungsschatz des
Golfkriegs stützen - insbesondere auf die völlig neue
Realität, daß "nichttraditionelle" Herausforderungen
die vitalen Interessen des Bündnisses und seiner
Mitglieder unmittelbar bedrohen können. Dies war am
deutlichsten im Hinblick auf die potentielle militärische
Bedrohung für die Türkei der Fall, aber es galt auch für
andere.

AMERIKA DIENST 23

Ich möchte mit der Überarbeitung der Strategie beginnen.
Beim Londoner Gipfeltreffen haben unsere Staatsund Regierungschefs grundlegende Veränderungen
im Bündnis gefordert - Anpassungen, die dem Umbruch in der Sowjetunion, den neuen Demokratien in
Mittel- und Osteuropa und den politischen Strukturen
Westeuropas gerecht werden. Der Appell des Gipfels
bestand darin, unsere transatlantische Partnerschaft
zu stärken, um die entstehenden Herausforderungen
- politisch, wirtschaftlich und militärisch - der Welt nach
dem kalten Krieg zu bewältigen.
Die Überprüfung der NATO-Strategie ist ein äußerst
wichtiger Mechanismus für die Anpassung des Bündnisses. Wir begrüßen die bereits erzielten Fortschritte
und erwarten, daß rechtzeitig zu dem für November in
Rom geplanten Gipfeltreffen ein Endergebnis vorliegt.

Seite 1

�Seit dem Londoner Gipfel haben wir mit Erfolg die
unerläßlichen Sicherheitsfunktionen definiert, die das
Bündnis im neuen Europa weiterhin erfüllen muß. Wir
haben bedeutende Fortschritte bei der Erarbeitung
einer neuen militärischen Strategie der NATO erzielt,
die die wichtigen Rollen der NATO im Frieden, in
Krisenzeiten und gegebenenfalls im Krieg umreißt.

liehst gering zu haiten, ermutigen wir die europäischen
Verbündeten, ihre Diskussionen über ihre gemeinsame Verteidigungspolitik allen europäischen Mitgliedern der NATO zu öffnen.

Im Vorgriff auf diese neue Strategie haben sich die
Verteidigungsminister der NATO vergangene Woche
auf neue Streitkräftestrukturen geeinigt - und damit die
Verpflichtung des Londoner Gipfels erfüllt, die Streitkräfte der NATO flexibler, mobiler und multinationaler
zu gestalten. Darüber hinaus erleben wir eine Stärkung des europäischen Pfeilers des Bündnisses durch
die Entwicklung einer europäischen Sicherheitsidentität.

Parallel zu diesen Bemühungen sind unsere Staatsund Regierungschefs in London übereingekommen,
daß das Bündnis auf die Veränderungen in Mittel- und
Osteuropa und in der Sowjetunion reagieren muß,
indem es sich formelleren Kontakten mit den ehemaligen Gegnern öffnet. Das Londoner Mandat hat
seinen konkreten Ausdruck in der Einrichtung diplomatischer Verbindungsmissionen mit diesen Ländern
gefunden.

Diese Veränderungen werden das Bündnis erneuem und es auf Jahrzehnte hinaus anpassen.

Unser Ziel ist es, der Sowjetunion und den aufstrebenden Demokratien Mittel- und Osteuropas die Hand zu
reichen - das echte Verständnis der NATO für ihre
legitimen Sicherheitsinteressen, die Umstrukturierung
ihrer Volkswirtschaften im Sinne von Marktprinzipien
und das Wachsen von Freiheit und Demokratie zu
demonstrieren. Als Ergänzung zu unseren Aktivitäten
in anderen Foren, insbesondere der KSZE, werden die
Verbindungsstäbe der NATO dazu beitragen, das
Geflecht von Bindungen aufzubauen, das die Sowjetunion sowie Mittel- und Osteuropa enger mit dem
Westen verbinden wird.

In diesem umfassenderen Zusammenhang unterstützen die Vereinigten Staaten voll und ganz das Konzept
der europäischen Integration, wie sie es immer getan
haben. Wir stehen bereit, die Arrangements zu unterstützen, die Sie, unsere europäischen Verbündeten,
für notwendig halten, um eine neue europäische Sicherheits- und Verteidigungsidentität zum Ausdruck
zu bringen - Arrangements, die das Bündnis stärken
können und müssen. In unseren Gesprächen hier, und
im Rahmen der zwischenstaatlichen Kommission muß
Transparenz herrschen, unsere Schlußfolgerungen
müssen einander ergänzen.
Das grundlegende Prinzip, das unsere Bemühungen
in jedem dieser Foren leiten sollte, ist, daß die Sicherheit Europas untrennbar mit der Sicherheit der Vereinigten Staaten und Kanadas verbunden ist. Der
Golfkrieg ist lediglich der jüngste Beweis, wie eng
unsere Sicherheitsbedürfnisse miteinander verknüpft
sind. In diesem Jahrhundert wurde dies durch zwei
heiße und einen kalten Krieg bewiesen.
Aus diesen Gründen leuchtet es uns ein, daß eines
unserer Hauptziele darin bestehen muß .sicherzustellen, daß die NATO der wichtigste Ort für unsere
Konsultationen und das Forum für Übereinkünfte zu
allen politischen Maßnahmen ist, die Auswirkungen
auf die Sicherheits- und Verteidigungsverpflichtungen
ihrer Mitglieder gemäß dem Nordatlantikvertrag haben.
Natürlich müssen wir eine wirksam integrierte Militärstruktur beibehalten. Ebenso leuchtet es ein, daß jede
potentielle neue Struktur die des Bündnisses ergänzen
und nicht mit ihnen konkurieren muß.
Wir begrüßen die Bereitschaft der europäischen Verbündeten, die Fähigkeit Europas zum Schutz vitaler
Interessen und Aufrechterhaltung der Herrschaft des
Gesetzes über Europa hinaus zu verbesserrn. Um das
Potential für Gegensätze innerhalb der NATO mögSeite 2

Die diplomatischen Verbindungen der NATO Leitlinien

Dies ist eine historische Aufgabe, die voll und ganz mit
der grundlegenden Mission des Bündnisses in Einklang steht.
Ich möchte hier fünf Prinzipien anbieten, die künftige
Verbindungsbemühungen leiten können.
Erstens sollten unsere Verbindungsbemühungen vertrauensbildend wirken, indemsie unseren ehemaligen Gegnern ein besseres Verständnis von Charakter, Politik und Funktion der
NATO sowie der politischen Werte liefern, die
bei ihrer Gründung Pate standen.
Zweitens sollten die Verbindungsstäbe ein
besseres Verständnis der Sicherheitsanliegen

und -maßnahmen der beteiligten Staaten fördern.
Drittens sollten diese Bemühungen in solchen
Bereichen besonders energisch verfolgt werden, in denen die NATO und ihre Mitglieder
technische Spezialkenntnisse zur Lösung
gemeinsamer Probleme besitzen.
Viertens sollten wir flexibel sein, um auf auftretende Bedürfnisse reagieren zu können.
Fünftens sollten die Verbindungsaktivitäten der
NATO die Maßnahmen der EG, der KSZE, des
Europarats, der OECD und der WEU ergänzen.

AMERIKA DIENST23

�Diese Prinzipien untermauern viele der Initiativen, die
Hans-Dietrich Genscher und ich bei seinem jüngsten
Besuch in Washington vorgelegt haben.
Einfach gesagt, zielen unsere Initiativen darauf ab, den
Osteuropäern und den Sowjets einen Eindruck von der
Substanz unserer Vorstellungen zu vermitteln. Wir
möchten ihnen zeigen, daß wir es mit unseren Verbindungsmissionen ernst meinen. Insbesondere können
wir meines Erachtens Präsident Gorbatschow und den
Reformkurs in der Sowjetunion unterstützen, wenn wir
auch einigen Traditionalisten die Hand reichen, um
ihnen dabei zu helfen, den Übergang zu einer demokratischen, marktorientierten Gesellschaft zu vollziehen.

Instrument machen, mit dem die Sicherheitsanliegen
der KSZE-Länder und insbesondere die Anliegen der
Länder Osteuropas und die Interessen der Sowjetunion berücksichtigt werden.
Wir betrachten den Prozeß politischer Konsultationen
bei der KSZE als Schlüsselelement einer neuen KSZE.
Unsere Treffen in Berlin werden eine Nagelprobe für
diesen Prozeß sein. Die Vereinigten Staaten werden
ihre Bereitschaft dokumentieren, einen angemessen
strukturierten Mechanismus zu vereinbaren, mit dem
offizielle Treffen der KSZE in Notfällen anberaumt
werden können.

Ich möchte nun auf die KSZE eingehen.

Darüber hinaus schlage ich vor, daß wir die Möglichkeit
untersuchen, die ein Untersuchungsausschuß in der
KSZE leisten und wie er unter Umständen ihre Rolle
bei der friedlichen Beilegung von Konflikten stärken
kann.

Seit sechzehn Jahren fördert die KSZE demokratische
Werte in Europa. In der KSZE wie in anderen Gremien
müssen wir die Sowjetunion und die neuen Demokratien Osteuropas fester in einem sicheren und stabilen
Umfeld verankern.

Ich denke, wir sind uns über das Ziel einer Nutzung des
Berliner KSZE-Ministertreffens einig. Dort sollte mit 34
Stimmen Einigung über die Verfahrensweisen für
Sicherheitsverhandlungen nach Helsinki erzielt werden.

Für den Westen stand die KSZE stets für die Wahrung
der fundamentalen Menschenrechte, für Offenheit und
Freiheiten, die unsere Länder als Gemeinschaft vereinen. Dieses Konzept muß unsere Haltung zur KSZE
weiterhin leiten.

Obwohl dieser Prozeß wichtig ist, sollte er uns nicht
vom Grundsätzlichen ablenken.

Die Vorbereitung von Berlin

Daneben müssen wir zeigen, daß die KSZE nicht nur
Katalysator des Wandels ist, sondern daß sie sich
selbst verändern kann, um die Forderungen eines sich
weiterentwickelnden Europas widerzuspiegeln. Die
von uns beim Pariser Gipfel geschaffenen Institutionen der KSZE haben auf diese Forderungen reagiert.
Das Büro für freie Wahlen in Warschau und das
Sekretariat der KSZE in Prag stärken die Fähigkeit der
KSZE, die Demokratie zu fördern und den besonderen
Erfordernissen einer erweiterten Koordinierung auf
politischer Ebene unter den Signatarstaaten gerecht
zu werden.
Wir wollen den Aufgabenbereich des Zentrums für
Konfliktverhütung ausbauen. Dazu zählen: eine Vereinbarung, um den Mechanismus zur friedlichen Beilegung von Konflikten von La Valletta in diesem Zentrum
zu verankern, ein beschleunigter Zeitplan für Treffen
des Konsultativausschusses dieses Zentrums, die
Vereinbarung über ein weiteres Seminar über Militärdoktrinen und eine Vereinbarung zur Überprüfung der
Kommunikationsmittel des Zentrums und ihrer Nutzung als "heißer Draht" bei Notfällen.
Jeder dieser Punkte ist ein eigenständiger Schritt.
Aber zusammengenommen können sie mit der Zeit
aus dem Zentrum für Konfliktverhütung ein wichtiges

AMERIKA DIENST 23

Wir müssen unsere Ziele für neue Sicherheitsverhandlungen in Europa präziser definieren. Wir müssen
einen Ansatz für konventionelle Rüstungskontrolle in
Europa entwickeln, mit dem wir das neue Sicherheitsprogramm nach der Durchführung des KSE-Vertrags,
den Abzug sowjetischer Truppen aus Osteuropa und
den Abschluß der Überprüfung der NATO-Strategie
behandeln können.
Um diese Debatte anzufachen, möchte ich vorschlagen, daß sich die Sicherheitsgespräche nach Helsinki
auf die folgenden Aufgaben konzentrieren:
Verbesserung der Offenheit und des Verständnisses über militärische Aktivitäten in Europa
durch Ausweitung regelmäßiger Dialoge über
Streitkräfte, Streitkräfteplanungen, Verteidigungshaushalte und Militärdoktrin.
Förderung von Stabilität und Sicherheit in Europa durch Entwicklung von Mechanismen zur
Konfliktverhütung und deren Lösung. Dazu
zählen Maßnahmen, denen zwar alle KSZEStaaten zustimmen, von denen aber unter
Umständen nicht alle Mitglieder betroffen sind.
Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz und Vorhersehbarkeit militärischer Aktivitäten mit besonderer Aufmerksamkeit auf der Neugestaltung und Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte in Europa und

Seite 3

�Stärkere Beteiligung an bestehenden Regimen
zur Nichtverbreitung durch Kooperation bei der
Entwicklung nationaler Maßnahmen, um Geschäfte mit konventionellen Waffen zu beschränken und dadurch die Verbreitung chemischer
und biologischer Waffen und der Raketentechnologie einzudämmen und die Umwandlung der
Rüstungsindustrie zu unterstützen.
Ein solcher Ansatz stünde im Einklang mit unserer
Arbeit an anderen Fronten der Rüstungskontrolle. In
diesem Zusammenhang möchte ich auf die von uns
bereits geleistete intensive Arbeit hinweisen, um den
START-Vertrag zum Abschluß zu bringen und einem
Gipfel in Moskau den Weg zu bereiten. Ferner möchte
ich auf das persönliche Engagement des Präsidenten
für unsere Nichtverbreitungsinitiative im Nahen Osten
verweisen - ein Aktionsplan, der unserer Meinung
nach auch die Sicherheit der Länder außerhalb des
Nahen Ostens verbessern wird.
Die Unterstützung der Reformen in der Sowjetunion
Jetzt möchte ich mich einer heute zentralen Frage
zuwenden - der Revolution in der Sowjetunion und der
Reaktion des Westens.
Ich beginne mit zwei deutlichen Trends, die wir im
vergangenen Jahr - wenn nicht seit längerer Zeit - in
der Sowjetunion beobachten konnten.
Erstens haben wir einen Zusammenbruch der alten
Quellen der Legitimität beobachtet. Politisch zeigte
sich dieser Zusammenbruch in dem Krieg der Gesetze
zwischen der Führung und den Republiken. Er zeigte
sich ebenfalls in der Zerstörung der kommunistischen
Partei als dem einzigen Machtzentrum in der politischen Kultur der Sowjetunion. Wirtschaftlich wurde
die Legitimität des Systems zerschlagen, als die alte
Kommandowirtschaft zerstört wurde, ohne daß sie
von neuen Gesetzen einer aufstrebenden Marktwirtschaft gefolgt worden wäre. Zusammengenommen
haben die politischen Probleme der Abspaltungen und
die wirtschaftlichen Probleme des Gefangenseins
zwischen Kommando- und Marktwirtschaft die Unterstützung der Öffentlichkeit für die Führung in Moskau
unterhöhlt. Die Führung mußte erkennen, daß ihre
außergewöhnliche Rolle bei der Zerstörung des alten
Systems ihr nicht automatisch eine politische Legitimation im neuen System übertrug.
Der zweite Trend hat sich aus diesem Zusammenbruch traditioneller Strukturen ergeben: wir wurden
Zeuge eines neuen Pluralismus und vielleicht einer
neuen Legitimation in der Sowjetunion. An der Basis
gibt es erstmals politische und wirtschaftliche Reformen trotz der widersprüchlichen Signale von oben.
Dieser Pluralismus, in manchen Fällen eine Zersplitterung, tritt nicht nur in der nationalen Politik oder in den
Republiken sondern in vielen sozialen Gruppen auf.

Seite 4

Zum Beispiel sind die Vertreter des militärisch-industriellen Komplexes keineswegs einer Meinung, sondern
dort gibt es sowohl traditionelle als auch reformistische
Elemente.
Im letzten Winter kam es zu einem Zusammenstoß
zwischen diesen beiden widersprüchlichen Trends.
Traditionalistische und dirigistisch orientierte Auffassungen erhielten im vergangenen Herbst und im Frühjahr Auftrieb. Aber die traditionalistischen Lösungen
für die Probleme der Legitimität scheiterten. Das
politische Durchgreifen im Baltikum und die Versuche
zur Einschüchterung der politischen Opposition in
Moskau brachten nur noch mehr Menschen auf die
Straße und unterhöhlten die Legitimation der Führung
noch weiter.
Eine Wirtschaft, der Umtausch von Banknoten per
Dekret und Angriffe auf angebliche Komplotte ausländischer Banken haben es nicht geschafft, das Abgleiten der Wirtschaft zu verhindern. Entsprechend schwand
der Einfluß der nationalen Führung.
Der Bergarbeiterstreik war möglicherweise die größte
Herausforderung für die Legitimation des Regimes,
denn er war sowohl politisch als auch wirtschaftlich
eine Herausforderung für Moskau und ein offener
Angriff auf die Legitimation der Führung. Paradoxerweise markierte er den Anfang eines Wendepunkts in
der sowjetischen Politik.
Denn die Atmosphäre des Bergarbeiterstreiks brachte
am 23. April die Vereinbarung "Eins plus Neun" hervor
- möglicherweise der erste Schritt zur Lösung des
Problems zwischen dem Zentrum und den Republiken. Das Abkommen selbst enthält die nächsten
Schritte - einen neuen Unionsvertrag, eine neue Verfassung und dann Wahlen, die - wenn sie durchgeführt
werden - möglicherweise eine neue politische Legitimität in der Sowjetunion schaffen können.
Aber dies wäre immer noch lediglich eine Rechtsordnung. Sie mü ßte durch eine Struktur von Organisationen vervollständigt werden, ähnlich dem Abkommen
zwischen der Führung und den Republiken über Haushalte und Entscheidungsbefugnis zum Beispiel bei
Eigentumsfragen.
Damit müssen auch politische Reformen einhergehen.
Und auch diese sind mitreißend. Zum Beispiel werden
neue marktwirtschaftliche Programme von Leuten wie
Jawlinsky erwogen. Der Erfolg dieser reformorientierten Politik hängt vollständig von der kontinuierlichen
politischen Wiederannäherung innerhalb der Sowjetunion ab. Und natürlich werden der Erfolg von Perestrojka und Präsident Gorbatschows davon abhängen,
ob sich diese neuen Tendenzen der letzten sechs
Wochen durchsetzen können.
Die Vereinigten Staaten fühlen sich verpflichtet, sie zu
unterstützen.

AMERIKA DIENST23

�Niemand kann in die Zukunft schauen und uns den
Erfolg sichern. Aber wir vertreten die Auffassung, daß
es sich bei der Sowjetunion um ein Land handelt, das
reich an Bodenschätzen und talentierten Menschen
ist, ein Land, das sich selbst in eine demokratische und
wohlhabende Gesellschaft verwandeln könnte.
Um dieses Potential zu nutzen, müssen die Sowjets
etwas unternehmen, um eine echte Marktwirtschaft
mit Privateigentum, Anreizen, allgemeingültigen Gesetzen über Handel und Wettbewerb, ein gesundes
Währungssystem und reelle Preisen zu schaffen.
Um im In- und Ausland einen angemessenen politischen Kontext zu schaffen, sollten die Sowjets ihre
Bestrebungen fortsetzen, einen Staat auf der Basis
von Rechtstaatlichkeit aufzubauen und freie und faire
Wahlen anstreben.
Moskau muß auf friedlichem Wege, durch Dialog und
Verhandlungen dem Wunsch der Baltenstaaten gerecht werden und einen Unionsvertrag abschließen,
dem zufolge die Republiken die von ihnen angestrebte
Autonomie erhalten.
Moskau sollte seine positive Orientierung in der Außenpolitik beibehalten und die deutlichsten Relikte des
Zeitalters der Stagnation beseitigen, indem es Regimen die Unterstützung aufkündigt, die im Inland Zuflucht zu Repressalien nehmen und im Ausland Subversion betreiben.
Darüber hinaus müssen die Sowjets ihre Bemühungen
zur Umwandlung ihrer Verteidigung beschleunigen
und sich dazu verpflichten, einmal ihren Verteidigungshaushalt offenzulegen und zum anderen den Anteil
ihres BSP für Verteidigungsausgaben erheblich zu
senken. Die Sowjets müssen den Willen entwickeln,

*

AMERIKA DIENST 23

einer neuen Zukunft den Weg zu bereiten - sie müssen
zur Selbsthilfe greifen.
Wenn sie das tun, werden wir sie unterstützen. Wir
können als Katalysator für politische und wirtschaftliche Reformen dienen. Tatsächlich entwickeln wir ein
Paket von Hilfsmaßnahmen, von dem wir hoffen, es
mit Ihnen und anderen koordinieren zu können. Aber
ich glaube nicht im Ernst daran, daß wir Reformen in
der Sowjetunion mit einem Schlag auf den Weg bringen können. Wir müssen uns bewußt sein, daß diese
Veränderungen Arbeit für lange Zeit bedeuten. Bei
unserer täglichen Arbeit wird der Prozeß - mit seinem
gro ßen Ziel - eher Schritt für Schritt erfolgen, aber das
ist ein realistischer und durchführbarer Ansatz.
Darüber hinaus müssen wir diese neue, pluralistische
sowjetische Gesellschaft dafür gewinnen, Reformen
zu unterstützen, wo immer sie sich ankündigen. Deshalb
müssen wir die Beziehungen verbessern. Zusammenarbeit ist ein Weg, wie wir den sowjetischen Militärund Verteidigungssektor einbinden können, um Mißtrauen und Angst abzubauen und die Zusammenarbeit
auf beiden Seiten zu fördern.
Wir sind uns der schwierigen Wahl bewu ßt, vor der die
Sowjetunion steht. Darüber hinaus sind wir uns bewußt, wie schwer sich der Übergang zur Marktwirtschaft gestalten wird. Aber wir werden nicht untätig
zusehen, wie die Sowjets mit diesen Fragen politischer
und wirtschaftlicher Legitimität fertigwerden. Perestrojka könnte die wichtigste Revolution dieses Jahrhunderts sein. Für uns alle steht hier viel auf dem
Spiel. Und die NATO muß eine Schlüsselfunktion bei
der Schaffung eines Europas und einer transatlantischen Gemeinschaft übernehmen, die auch die Sowjetunion einbezieht und die wirklich ungeteilt und frei
ist.

* * *

*

Seite 5

�GOLFKRISE
12. Juni 1991

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom 16. bis 31. Mai 1991
Nachfolgend veröffentlichen wir die letzte Chronologie zu den Ereignissen am Golf.

17. Mai
Der Irak stimmt einem rigorosen System von UNInspektionen seiner militärischen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu. Diese sollen von einer internationalen Kommission durchgeführt werden, die beauftragt wird, die gefährlichsten Waffen des Iraks zu
lokalisieren und zu zerstören. Die Durchführungsbestimmungen, denen der Irak zugestimmt hat, werden
für künftige Inspektionsteams einen Präzedenzfall
schaffen.
Der Schwede Rolf Ekeus als Leiter der vom Sicherheitsrat zur Überwachung der Zerstörung irakischer
Waffen eingesetzten Kommission erklärt, Bagdad habe
alle seine Forderungen angenommen und damit die
fortgesetzte Arbeit seiner Kommission gestattet. Durch
eine Aussetzung der Inspektionen hätte sich der Irak
einer Verletzung der Resolution 678 des Sicherheitsrats schuldig gemacht, in der die Bedingungen der
Alliierten für eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen enthalten sind und die Bagdad im Gegenzug für
einen Waffenstillstand im Golfkrieg akzeptiert hatte.
21. Mai
Botschafter Thomas Pickering fordert den Irak auf,
"die allgemeinen Normen zivilisierten Verhaltens einzuhalten und jedem seiner Bürger die volle Achtung
der Menschenrechte und Grundfreiheiten zu garantieren", insbesondere der kurdischen Minderheit.
In einer Rede vor dem Wirtschafts- und Sozialrat der
Vereinten Nationen (ECOSOC) erklärt Pickering, die
irakische Unterdrückung der Kurden beweise die
Verachtung der irakischen Regierung für die Appelle
der internationalen Staatengemeinschaft zur Beendigung willkürlicher Verhaftungen und Exekutionen von

AMERIKA DIENST 23

politischen und religiösen Regimegegnern und vollen
Einhaltung der Menschenrechte aller Bürger.
Die von den Vereinten Nationen und anderen gewährte Interimshilfe für die Kurden sei keine Lösung, erklärt
Pickering.
22. Mai
Der Kongreß verabschiedet ein Gesetz, das 571 Millionen Dollar an Hilfe für Flüchtlinge im Irak und seinem
Grenzgebiet vorsieht.
Nach seiner Unterzeichnung durch den Präsidenten
würden im Rahmen dieses Gesetzes 320,5 Millionen
Dollar aus dem Regionalen Verteidigungsfonds für
den Persischen Golf überwiesen, um die Ausgaben
des Verteidigungsministeriums zu decken. Die amerikanischen Streitkräfte haben nach der Niederlage der
irakischen Armee gegen die Koalitionsstreitkräfte Hilfe
für Menschen bereitgestellt, die durch Saddam Husseins Truppen aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
Das Gesetz sieht darüber hinaus die Bereitstellung
von 16 Millionen Dollar für militärische Hilfsorganisationen vor. Ferner werden 67 Millionen Dollar an
internationaler Katastrophenhilfe, 75 Millionen Dollar
an Migrations- und Flüchtlingshilfe, 68 Millionen für
den amerikanischen Flüchtlings- und Migrationshilfefonds sowie 25,5 Millionen Dollar für die internationalen Maßnahmen zur Friedensbewahrung in und um
den Irak bewilligt.
24. Mai
Aufgrund eines Abkommens mit der irakischen Regierung treffen alliierte Truppen in Begleitung eines irakischen Generals in Dahuk ein, um die Grundversorgung wiederherzustellen und etwa 200.000 Flüchtlin-

Seite 1

�ge zur Heimkehr zu ermutigen. Ferner sollen sie mit
der Beseitigung von Minen und Blindgängern beginnen, Stromversorgungs- und Sanitäreinrichtungen
wiederherstellen und "Aufnahmezentren" für heimkehrende kurdische Flüchtlinge aufbauen.
UN-Vertreter in Dahuk erklären, daß von den ehemaligen 250.000 bis 270.000 Einwohnern Dahuks etwa
45.000 zurückgekehrt seien, darunter 12.000 allein in
den letzten drei Tagen.

29. Mai
Vor einer Abschlußklasse der US Air Force Academy
in Colorado Springs schlägt Präsident Bush einen
Abbau von Massenvernichtungswaffen sowie eine
Verringerung der konventionellen Rüstungen im Nahen Osten vor.

Die amerikanische Rüstungskontrollinitiative fordert
alle Staaten, die Waffen an Länder des Nahen Ostens
liefern, dazu auf, Richtlinien für Lieferanten zu erarbeiten. Der Präsident fordert das sofortige Einfrieren
28. Mai
sowie ein späteres Verbot der Boden-Boden-Raketen
Dem Sprecherdes Verteidigungsministeriums, Robert in der Region. Darüber hinaus verlangt er ein Verbot
Hall, zufolge haben insgesamt464.000 amerikanische der Herstellung von Material für Kernwaffen, wie etwa
Soldaten, die an der Operation Wüstensturm teilnah- angereichertem Uran oder geschiedenem Plutonium.
men, inzwischen die Region am Persischen Golf verlassen. 76.000 Soldaten, 14 Prozent der ursprünglich Bush erklärt, er werde sich für die Verwirklichung
entsandten Streitmacht, sind noch in diesem Gebiet dieser Ziele einsetzen, gleichzeitig aber "das legitime
stationiert. Etwa die Hälfte der verbleibenden Truppen Recht jedes Staats auf Selbstverteidigung unterstütsind Reservisten.
zen".

* * * * *

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AMERIKA DIENST 23

�WELTWIRTSCHAFTSGIPFEL
12. Juni 1991

HILLS FORDERT AKTIONSPLAN BIS ZUM 31. JUL11991
Rede der US-Handelsbeauftragten beim OECD-Ministertreffen
PARIS - (AD) - Die US-Handelsbeauftragte Carla Hills hat die Unterhändler bei den Handelsgesprächen
aufgefordert, sich bis zum 31. Juli 1991 auf einen Aktionsplan zu einigen, um Versprechen für den Abbau von
handelsverzerrenden Subventionen einzulösen.
Beim jährlichen OECD-Ministertreffen am 4. Juni erklärte sie, die Teilnehmer der Uruguay-Runde multilateraler Handelsgespräche sollten ebenfalls bis zum 31. Juli übereinkommen, bilaterale Verhandlungen über Dienstleistungen und Marktzugang zu beschleunigen.
"Wir brauchen keinen Termin, der unzureichende Ergebnisse hervorbringt wir brauchen vielmehr angemessene Ergebnisse, die einen Termin zulassen," betonte Hills.
Als ersten in einer Reihe von Beiträgen zum bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfel veröffentlichen wir nachfolgend Botschafter Hills' Rede im Wortlaut.

Wie können wir die Uruguay-Runde erfolgreich zum
Abschluß bringen?
Manche haben den Schluß gezogen, wir sollten als
Ergebnis von Brüssel unsere Erwartungen herunterschrauben. Aber Brüssel hat uns gelehrt, daß ein
Minimalpaket in der Uruguay-Runde nicht möglich ist:
die Entwicklungsländer werden der Öffnung ihrer Märkte
für Waren und Dienstleistungen der OECD-Länder nur
zustimmen, wenn es in den Bereichen Landwirtschaft
und Textilien zu akzeptablen Vereinbarungen kommt.
Eine ähnlich wichtige Lektion haben wir in der jüngsten
Debatte um die Verlängerung unseres Fast-trackVerhandlungsmandatsgelernt: Kongreßabgeordnete
werden ein Paket der Uruguay-Runde nur akzeptieren,
wenn es die Weltmärkte für alle Betroffenen in erheblichem Maße öffnet: Landwirte, Industriebetriebe,
Dienstleistungsuntemehmen und Investoren.
Wenn wir die Runde also erfolgreich abschließen
wollen, müssen wir uns heute auf einen Aktionsplan
einigen, um in jedem wichtigen Verhandlungsbereich
den größtmöglichen Zugang zu erlangen.
In der Landwirtschaft bleiben die Öffnung der Märkte
und der Abbau von Subventionen der Schlüssel für den
Erfolg der Runde. Wir müssen nicht nur die Gespräche
an sich vorantreiben, sondern auf der politischen Ebene
Grundsatzentscheidungen treffen.

AMERIKA DIENST 23

Beim Marktzugang wird die Verringerung und der
Abbau von Hemmnissen in Schlüsselbereichen der
Industrie dem gesamten Paket der Uruguay-Runde
Unterstützung sichern. Für uns bedeutet das, wir
müssen substantielle Forschritte bei der Initiative erzielen, mit der in Schlüsselsektoren Zölle auf der Basis
der Gegenseitigkeit ("zero for zero") abgeschafft werden.
Dies wird den Handel fördern und den OECD-Mitgliedern jährlich Milliarden Dollar an Zollabgaben einsparen. Die OECD-Länder müssen dabei die Führungsrolle übernehmen und ein umfassendes Paket schnüren, das im Sinne ihrer Geschäftsinteressen liegt und
die Beteiligung der Entwicklungsländer gewährleistet.
Bei den Dienstleistungen ist ein besserer Zugang
entscheidend, wenn wir die Unterstützung unserer
Dienstleistungsunternehmen erhalten wollen. Gegenwärtig finden 31 bilaterale Verhandlungen zwischen
den Vereinigten Staaten und anderen Ländern statt,
um die Märkte für Dienstleistungen zu öffnen, aber
unter diesen 31 Ländern finden keine Verhandlungen
statt. Wenn wir die Märkte für Dienstleistungen weltweit öffnen wollen, muß die OECD energisch und
unverzüglich Verhandlungen mitsovielen Ländern wie
möglich aufnehmen.
Im Bereich der staatlichen Beschaffung müssen wir
die ungeheuren Märkte öffnen, die durch staatliche
Monopole abgeschottet sind, insbesondere in den
Bereichen Telekommunikation und Stromversorgung.
Seite 1

�Darüber hinaus waren wir zu Beginn der UruguayRunde bestrebt, das Niveau beim internationalen Schutz
geistigen Eigentums für die Ideen und Produkte unserer Erfinder zu heben. Heute sind jedoch einige
Teilnehmer bereit, geringe Schutzmaßstäbe in Kauf zu
nehmen, nur um ein Abkommen zu erzielen. Wir sind
gegen diesen Ansatz. Ein GATT-Abkommen über
handelsbezogenes geistiges Eigentum (TRIPs) ist nur
von Wert, wenn es Weltklassestandard garantiert und
von allen Ländern befolgt wird. Die OECD-Länder
müssen die Führung übernehmen, um ein solches
Ergebnis zu gewährleisten.
Daraus folgt, daß ein Minimalpaket bei der UruguayRunde nicht geeignet ist. Aber die Vereinbarung eines
Abkommens zu einem umfassenden Paket erfordert
jetzt sowohl im politischen als auch im technischen
Bereich große Anstrengungen. Wenn wir auf den
erfolgreichen Abschluß der Uruguay-Runde hoffen,
müssen wir uns auf einen Aktionsplan mit Bezugsgrößen in wichtigen Bereichen einigen. Bis zum 31. Juli
sollten wir die folgenden Schritte vereinbart haben:
In der Landwirtschaft müssen wir uns auf Mechanismen einigen, um die Versprechen in je-

dem der drei Verhandlungsbereiche, zum Umfang jährlicher Reduzierungen, dem Zeitraum
des Beginns der Reduzierungen und einem
Text über Gesundheit und Sicherheit einzulösen.
Bei den Dienstleistungen müssen wir uns auf
mehr Engangement bei bilateralen Gesprächen
über Zugang verständigen und ein Rahmenwerk vereinbaren.
Beim Marktzugang müssen wir vereinbaren,
unsere bilateralen und multilateralen Verhandlungen zu beschleunigen, die Fragen der Zollhöchstsätze und der Aufhebung von Zöllen auf
der Basis der Gegenseitigkeit sowie einen multilateralen Text über Stahl auszuhandeln, der
eine Zero-Zollkomponente enthält.
Dies sind Schlüsselbereiche, in denen wir das Tempo
der Verhandlungen beschleunigen müssen, aber auf
der ganzen Linie besteht Handlungsbedarf. Wir brauchen keinen Termin, der unzureichende Ergebnisse
hervorbringt wir brauchen vielmehr angemessene
Ergebnisse, die einen Termin zulassen.

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 23

�USA

-

EUROPA
12. Juni 1991

DIE POLITISCHEN BEZIEHUNGEN ZWISCHEN
DEN USA UND EUROPA
von Robert E. Hunter
WASHINGTON (AD) - Der Autor ist Vizepräsident der Abteilung regionale Programme und leitet die Unterabteilung Europastudien beim Zentrum für Strategische und Internationale Studien in Washington.

Seit über 40 Jahren sind die Vereinigten Staaten
aktiver Verfechter der europäischen Bewegung, aus
der die Europäische Gemeinschaft hervorgegangen
ist. Heute stellen sich jedoch neue Fragen über die
Zukunft dieser einzigartigen transatlatnischen Beziehungen. Diese Fragen erlangen zum gegenwärtigen
Zeitpunkt besondere Bedeutung, da der kalte Krieg
beendet ist und Institutionen für die gemeinsame Sicherheit des Westens zunehmend unwichtiger werden.
Die meisten Analysen zur Europäischen Gemeinschaft
und ihren Beziehungen zu den Vereinigten Staaten
konzentrieren sich auf den Bereich der Wirtschaft.
Dieser Schwerpunkt gewinnt aus zwei Gründen mehr
Nachdruck: durch die Einheitliche Europäische Akte
und den Aufstieg der Geoökonomie. Die erstere
verspricht, die EG in einen echten Binnenmarkt zu
verwandeln, in dem Waren, Dienstleistungen, Kapital
und Arbeitskraft frei zirkulieren. Damit wird die Gemeinschaft sowohl ein besserer Konkurrent in der
Wirtschaft als auch ein Partner der Vereinigten Staaten. Die letztere Entwicklung - der Aufstieg der Geoökonomie - ist weniger offensichtlich und ohne genaue
Definition. Trotzdem ist sie zwingend, da der kalte
Krieg und die Beschäftigung mit einer Konfrontation
durch die Sowjetunion einer größeren Rolle der Wirtschaft Platz gemacht hat, um die Weltpolitik und damit
die transatlantischen Beziehungen zu gestalten.
Beide Phänomene - die Einheitliche Europäische Akte
und Geoökonomie - werden im Hinblick darauf erörtert,
welche wirtschaftlichen Auswirkungen sie auf die
Beziehungen zwischen der EG und den Vereinigten
Staaten haben. Weniger bewußt sind einige der
wichtigen politischen Entwicklungen in den BeziehunAMERIKA DIENST 23

gen zwischen diesen beiden wirtschaftlichen Riesen.
Dennoch werden sie für die Bestimmung der Zukunft
der transatlantischen Beziehungen genauso wichtig
sein.
Die Geschichte zuerst. Ebenso wie ihre europäischen
Partner hatten die Vereinigten Staaten politische Gründe für die Unterstützung der Bestrebungen, die zur
Schaffung der Europäischen Gemeinschaft führten.
Auf dem Kontinent war die ursprüngliche Triebfeder für
die Montanunion, die Europäische Gemeinschaft und
Euratom größtenteils der Wunsch, einen Krieg zwischen Deutschland und seinen Nachbarn fortan auszuschließen. Man wollte die Kluft beseitigen, die
zwischen 1870 und 1945 zu drei Kriegen in Europa
geführt hatte. Die europäische Integration im Bereich
der Wirtschaft war ein funktionales Mittel für dieses
politische Ziel, indem sie Schritt für Schritt die souveränen Rechte jedes Mitgliedstaates im Rahmen eines
größeren Vorhabens unterdrückt. Der Erfolg dieser
Maßnahme läßt sich mit der relativen Leichtigkeit vergleichen, mit der sich die Länder Westeuropas an die
deutsche Einheit angepaßt haben.
Die Vereinigten Staaten hatten ein ähnliches Motiv für
die Unterstützung der europäischen Integration, haben
aber den Wert des wirtschaftlichen Fortschritts betont,
mit dessen Hilfe europäische Gesellschaften den
Übergriffen der Sowjetunion widerstehen und sich an
der westlichen Sicherheit beteiligen sollten.
Dennoch bestand immer ein grundlegendes Problem
im Hinblick auf die jeweiligen Motive der Europäer und
Amerikaner für die Unterstützung der europäischen
Integration und der Gemeinschaft. Eine Reihe von USRegierungen hat die Idee eines starken Westeuropas
Seite 1

�auch verbal unterstützt, das - um einen bekannten
Satz zu zitieren - damit zu einem zweiten "Eckpfeiler"
innerhalb der NATO werden könnte. In Washington
bestand jedoch auch der Wunsch, eine Führungsrolle
im Bündnis und erheblichen Einfluß auf seine Entwicklung und seine Maßnahmen beizubehalten. Deshalb
haben die Vereinigten Staaten in der Praxis nicht
immer Schritte in Richtung auf die europäische Einheit
unterstützt, auch wenn sie das Konzept theoretisch
billigten. Dieser Konflikt zwischen Theorie und Praxis
beschränkte sich nicht nur auf die Wirtschaft - wäre
eine starke, einheitlichere EG nicht auch ein stärkerer
Konkurrent? -, er hat auch die transatlantischen politischen Beziehungen beeinflußt.
Über all die Jahre lieferte die Europäische Politische
Zusammenarbeit (EPZ), die Bestrebung der Gemeinschaft um eine gemeinsame Außenpolitik, das anschaulichste Beispiel für dieses Problem der Motive.
Theoretisch haben die Vereinigten Staaten diesem
Mechanismus zugestimmt. Man war mit den Leistungen der EPZ zur Koordinierung der Ansichten von
Mitgliedstaaten für die KSZE-Folgekonferenzen zufrieden. Aber die Vereinigten Staaten waren weniger
zufrieden mit verschiedenen EPZ-Erklärungen über
arabisch-israelische Friedensbestrebungen, wo die
Vereinigten Staaten als au ßenstehender Unterhändler
große Verantwortung übernehmen mußten. Bei einer
Gelegenheit, der Erklärung der Staats- und Regierungschefs der EG 1980 in Venedig, waren die Vereinigten Staaten ziemlich unzufrieden mit dem, was sie
als europäische Einmischung in Verhandlungen über
die West Bank und den Gazastreifen betrachteten, die
sich damals an einem kritischen Punkt befanden.
Im allgemeinen war den Vereinigten Staaten die von
ihnen wahrgenommene übertriebene Geheimniskrämerei der europäischen Länder bei ihrer Arbeit in der
EPZ egal. Natürlich war ein Motiv der EPZ die Entwicklung einer gemeinsamen Außenpolitik unter den Ländern der Gemeinschaft, die sich von der Außenpolitik
der Vereinigten Staaten unterscheiden würde. Die
EPZ würde die europäische Integration fördern und
darüber hinaus symbolisieren, daß die Europäische
Gemeinschaft unabhängig von der NATO eine eigene
Organisation ist.
Diese unterschiedlichen Ansichten über den Prozeß
der Europäischen Politischen Zusammenarbeit wurden teilweise mit der Verabschiedung des sogenannten Troika-Prinzips gelöst: Es sollte Gespräche mit
den Vereinigten Staaten über Fragen innerhalb der
Kompetenz der EPZ geben, aber nur mit anerkannten
Politikern der Gemeinschaft. Damit waren der gegenwärtige Präsident des Europarats sowie seine unmittelbaren Vorgänger oder Nachfolger gemeint.
Das Ende des kalten Krieges hat all die Fragen einer
europäischen Außenpolitik und der politischen Beziehungen der Europäischen Gemeinschaft zu den Vereinigten Staaten wieder in den Vordergrund treten lasSeite 2

sen. Natürlich erfüllt die NATO weiterhin ihre Aufgabe
als wichtige Sicherheitsinstitution des Westens. Diese
Rolle ist soeben durch die Erklärung bekräftigt worden,
daß die NATO einen multinationalen Schnellen Eingreifverband gründen will und US-Streitkräfte weiterhin auf dem Kontinent stationiert sind.
Ein Gesichtspunkt der Nachkriegszeit ist für die transatlantischen Beziehungen von besonderer Bedeutung.
Die beherrschenden Themen von Diskussionen und
Debatten über den Atlantik hinweg - und diese werden
in Zukunft auch die politischen Beziehungen gestalten
- werden nicht die Sicherheit sondern die Wirtschaft
betreffen. Aus diesem Grund wird es für die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Partner nicht ausreichen, enge Bindungen sowie aktive und regelmäßige Konsultationen zu politischen Fragen innerhalb der
NATO zu haben. Es müssen darüber hinaus grundlegende, direkte institutionelle Beziehungen zwischen
den Vereinigten Staaten und der Europäischen Gemeinschaft entwickelt werden. Andernfalls werden
beide Seiten Gefahr laufen, aneinander vorbeizureden, einander mißzuverstehen und vielleicht sogar
Interessenkonflikten zu unterliegen, die sich aus Fehlurteilen im Hinblick auf das Zentrum politischer und
institutioneller Macht auf dem Kontinent ergeben. Mit
anderen Worten: das militärische Gewicht der Vereinigten Staaten auf dem Kontinent wird abnehmen.
Deshalb werden sie politischen Einfluß dadurch geltend machen müssen, daß sie stärker mit der Europäischen Gemeinschaft und ihren Institutionen zusammenarbeiten, anstatt sich hauptsächlich auf die NATO
zu stützen.
Vor diesem Hintergrund war es logisch, daß die Vereinigten Staaten und die Europäische Gemeinschaft
den Wert einer formellen institutionellen Basis ihrer
Beziehungen erkannten. Dies sollte mit der Erklärung
über die Beziehungen zwischen EG und Vereinigten
Staaten erreicht werden, die beim Pariser Gipfel am
20. November 1990 verabschiedet wurde. Diese
Erklärung umreißt die gemeinsamen Interessen und
Ziele, enthält einige allgemeine Prinzipien der Beziehungen zwischen USA und EG, betont die Notwendigkeit wirtschaftlicher, bildungspolitischer, wissenschaftlicher und kultureller Zusammenarbeit, trägt einigen
weitgespannten gemeinsamen Interessen wie Bekämpfung des Terrorismus und Verhinderung der Verbreitung von Kernwaffen Rechnung und definiert einen
institutionellen Rahmen für die Beziehungen.
Trotzdem haben nur wenige auf beiden Seiten des
Atlantiks das Dokument gelesen, und bisher hat es
nahezu keine Auswirkungen gehabt. Dies läßt sich
teilweise darauf zurückführen, daß die Erklärung wenig
Neues enthält. Selbst der institutionelle Rahmen ist
auf verschiedene Treffen und Konsultationen zwischen den Vereinigten Staaten und Vertretern der EG
begrenzt, von denen die meisten bereits früher existierten. Noch wichtiger ist die Tatsache, daß die
Erklärung keinerlei gegenseitige Verpflichtungen im
AMERIKA DIENST 23

�Hinblick auf die Substanz der transatlantischen Beziehungen enthält, außer in sehr allgemeinen und ungenauen Formulierungen. Das Dokument beinhaltet
darüber hinaus nur wenig, was für die Beziehungen
zwischen USA und EG richtungweisend sein könnte.

,

i

Die relative Schwäche der Erklärung zu den Beziehungen zwischen USA und EG läßt sich darüber hinaus
mit dem ehernen Gesetz der Institutionen erklären:
Sie können nur dann funktionieren, wenn sie einen
echten Bedarf erfüllen. Sowohl die NATO als auch die
EG werden diesem Kriterium gerecht - besonders
letztere, da sie sich mit der Zeit fortentwickelt hat,
indem sie überarbeitet wurde, wann immer sich neue
Möglichkeiten der Integration ergaben. Unter diesem
Gesichtspunkt befinden sich die Beziehungen zwischen EG und Vereinigten Staaten immer noch in
einem Übergangsstadium und entziehen sich deshalb
Bemühungen, sie auf einen formellen Verfahrensrahmen zu reduzieren. Im Zeitalter nach dem kalten Krieg
muß noch mehrZeit vergehen, bis die politisch Verantwortlichen auf beiden Seiten des Atlantiks die neuen
Imperative einer besser definierten und institutionalisierten Beziehung über den Atlantik hinweg deutlicher
erkennen können. Darüber hinaus haben sich die
Vereinigten Staaten noch nicht damit abgefunden, daß
sich ihr politischer Einfluß im militärischen Bereich
verringert hat. Es wird noch nicht akzeptiert, daß die
Europäische Gemeinschaft mit der Zeit ihr wichtigster
Partner in Europa werden muß.
Dieser Prozeß einer Anpassung des Charakters der
amerikanischen Beziehungen mit den europäischen
Partnern kommt heute sehr lebendig in der Debatte
über die europäische Sicherheit zum Ausdruck. Die
Vereinigten Staaten gehen weiterhin vom Primat der
NATO als westlicher Sicherheitsinstitution aus. Einige
amerikanische Vertreter sind sogar der Ansicht, sie
solle exklusiv diese Rolle spielen. In Westeuropa
besteht hingegen erhebliche Unterstützung für andere
Ideen, sei es als Ergänzung zur NATO oder in Form
von Alternativen. Im Hinblick auf Sicherheitsfragen,
die auf den westlichen Teil des Kontinents begrenzt
sind, geht ein Gedanke davon aus, die Entwicklung
einer europäischen außen- und verteidigungspolitischen Identität voranzutreiben. Dabei gehen konkrete
Vorschläge aus den Diskussionen der Zwischenstaatlichen Konferenz II hervor, deren Arbeit dieses Jahr
abgeschlossen werden soll. Eine weitere wichtige
Idee besteht darin, die Westeuropäische Union (WEU),

*

AMERIKA DIENST 23

* *

zu der neun von zwölf EG-Staaten gehören, als stillschweigende Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft zu benutzen, um die Sicherheit im Westen des
Kontinents zu organisieren.
Gegenwärtig lehnen die Vereinigten Staaten jedoch
beide Vorschläge deshalb ab, weil sie die Rolle der
NATO reduzieren würden. Das amerikanische Argument wird meistens in Hinweise auf Effizienz, Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit und die Forderung gekleidet, die Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung für eine amerikanische Truppenpräsenz in Europa zu erhalten. Es besteht aber daneben auch die
Besorgnis, daß etwa eine gestärkte WEU den amerikanischen Einfluß bei den Partnern verringern könnte.
Dies wird jedoch so oder so geschehen, insbesondere
da sich die wichtigsten, die Verbündeten betreffenden
Fragen vom Bereich der Ost-West-Sicherheit zur
Wirtschaft verlagern. Diese Abnahme des amerikanischen Einflusses wird sich noch beschleunigen, wenn
die Vereinigten Staaten weiterhin nur eine bescheidene Rolle in dem Bereich spielen, der von den Westeuropäern als primäre "Sicherheits"-Frage betrachtet
wird: der Notwendigkeit, den osteuropäischen Staaten beim Aufbau neuer Demokratien und der Entwicklung von Marktwirtschaften zu helfen.
Es wäre für die Amerikaner wesentlich besser, wenn
sie die Idee paralleler Strukturen unterstützen würden
- die NATO und irgendeine westeuropäische Sicherheitsinstitution. Wenn sich die Sowjetunion weiterhin
strategisch aus Europa zurückzieht und die EG an
Stärke und Geschlossenheit zunimmt, könnte die
europäische Sicherheitsinstitution - die WEU oder ein
Gebilde, das direkter in die EG integriert ist - natürlich
an Bedeutung gewinnen und gleichzeitig Vebindungen
zu den Vereinigten Staaten beibehalten.
Obwohl dies gegenwärtig eine heikle Frage ist, nimmt
sie sich doch im Vergleich zu den Krisen, die im
Atlantischen Bündnis während des kalten Kriegs auftraten, ziemlich geringfügig aus. Es gibt kaum Zweifel
daran, daß bei gutem Willen und geistiger Flexibilität
auf beiden Seiten des Atlantiks ein relativ glatter
Übergang zu einem Zeitalter möglich ist, in dem die
transatlantischen Beziehungen nicht von der NATO,
sondern von Bindungen - formeller und informeller
Natur - zwischen den Vereinigten Staaten und der
Europäischen Gemeinschaft bestimmt werden.

*

*

Seite 3

�</text>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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              <text>Amerikadienst 12.06.1991</text>
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          <name>Description</name>
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              <text>&lt;strong&gt;1. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;NATO und Gipfeltreffen beim Treffen des Nordatlantikrats erörtert&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Pressekonferenz von Außenminister Baker&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;NATO besitzt Schlüsselfunktion für Einigung Europas&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Außenminister Baker bei der NATO-Außenministerkonferenz&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Golfkrise&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Golfkrise&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Chronologie der Ereignisse vom 16. bis 31. Mai 1991&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Weltwirtschaftsgipfel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Hills fordert Aktionsplan bis zum 31. Juli 1991&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede der US-Handelsbeauftragten beim OECD-Ministertreffen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. USA-Europa&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Die politischen Beziehungen zwischen den USA und Europa&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Robert E. Hunter&lt;/em&gt;</text>
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