<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2197" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2197?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-03T20:57:46+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2208">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/56650f609428460a84445d7d9fe30748.pdf</src>
      <authentication>a697dbba56c03c1bec8a737ee97a48c7</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="11164">
                  <text>amcrika
dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States ot America

Deichmanns

Aue »

5300 Bonn 2
21

29. Mai 1991

NAHER OSTEN

BAKER: NAHOSTKONFERENZ "MITTEL
ZUM ZWECK"
Erklärung vor Kongreßausschuß

NATO

GOLFKRIEG UNTERSTRICH
SICHERHEITSKONZEPT DER NATO
Rede von Botschafter Taft

CHEMISCHE WAFFTEN

BUSHS CHEMIEWAFFENINITIATIVE
BESCHLEUNIGT GENFER GESPRÄCHE
ACDA-Director Lehman vor Senatsausschuß

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Telex: 8-85432

�NAHER

OSTEN
29. Mai 1991

BAKER: NAHOSTKONFERENZ "MITTEL ZUM ZWECK"
Erklärung vor Kongreßausschuß
WASHINGTON - (AD) - Außenminister Baker geht davon aus, daß die von den Vereinigten Staaten angestrebte
Nahostkonferenz dazu beitragen würde, das Endziel direkter Verhandlungen zwischen Israel und seinen
arabischen und palästinensischen Nachbarn zu erreichen.
"Sie ist schlicht ein Mittel zum Zweck", erklärte Baker am 22. Mai 1991 vor einem Ausschuß des Kongresses,
"ein Instrument in unseren Bemühungen, die Parteien dazu zu bewegen, sich zusammenzusetzen, um ihre
Meinungsverschiedenheiten zu sichten und anachronistische Tabus zu durchbrechen."
"Seit Beginn dieser Administration", erinnerte sich der Außenminister, "haben wir deutlich gemacht, daß unser
Ziel darin besteht, Israel und Palästinenser aus den besetzten Gebieten zu Verhandlungen zu bewegen." Baker
betonte, daß solche Gespräche "den einzigen Weg zur Erlangung von Fortschritten überhaupt bieten, und wir
würden keinen Vorschlag akzeptieren, der irgendeiner Partei Anlaß geben würde zu glauben, sie könne
Verhandlungen vermeiden oder durch andere von der Notwendigkeit zu verhandeln entbunden werden."
In einer vorbereiteten Erklärung vor dem Unterausschuß des Repräsentantenhauses für die Bewilligung von
Haushaltsmitteln für Auslandsoperationen (House of Representatives Appropriations Subcommittee on Foreign
Operations) erörterte Baker darüber hinaus die folgenden Punkte:
Solange Saddam Hussein an der Macht bleibt, werden die Vereinigten Staaten weder ihre Beziehungen
zum Irak normalisieren noch einer Aufhebung der UNO-Sanktionen gegen den Irak zustimmen.
Das sogenannte "neue Denken" in der Sowjetunion ist weiterhin Leitlinie für das sowjetische Verhalten
bei zahlreichen Aspekten der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen. Baker erwähnte in diesem Zusammenhang die sowjetische Hilfsbereitschaft im Nahen Osten, Angola, Mittelamerika und Kambodscha.
Das von den USA angestrebte Nordamerikanische Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada
"verspricht allen drei Ländern bedeutende wirtschaftliche Vorteile" und wird Exporten, Arbeitsplätzen und
Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten auf dem Weltmarkt zugute kommen.
Baker zufolge wird die bilaterale Militär- und Wirtschaftshilfe in den neunziger Jahren ein unerläßliches
Instrument zur Förderung amerikanischer Interessen bleiben. Für das Haushaltsjahr 1992 beantragten
die Vereinigten Staaten deshalb
6,2 Milliarden Dollar für den Nahen Osten und Südasien, vornehmlich zur Förderung von Frieden und
Stabilität in Israel und Ägypten;
702 Millionen Dollar für Ostasien und den Pazifik, hauptsächlich für die Philippinen;
1,6 Milliarden Dollar für Europa, primär für die Türkei und Griechenland;
2,1 Milliarden Dollar für Lateinamerika und die Karibik, wovon der Löwenanteil zur Unterstützung der
Betäubungsmittelinitiative der Andenstaaten (Andean Narcotics Initiative) und der aufstrebenden Demokratien Mittelamerikas bestimmt ist.
1 Milliarde Dollar für Afrika zur Förderung eines Wirtschaftswachstums auf breiter Basis.
Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus der Erklärung des Außenministers, die sich mit dem Nahen Osten,
Irak, der Sowjetunion und dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen beschäftigen.

AMERIKA DIENST 21

Seite 1

�Ich möchte Ihnen heute über meine jüngsten Reisen in
den Nahen Osten berichten und in meinen Ausführungen hauptsächlich zum Friedensprozeß im Nahen
Osten und der Lage im Irak Stellung nehmen. Ferner
möchte ich kurz auf die Sowjetunion und das Nordamerikanische Freihandelsabkommen eingehen.
Der Friedensprozeß
Ich möchte zunächst den Friedensprozeß erörtern.
In den vergangenen zwei Monaten haben wir uns
intensiv darum bemüht, einen Weg für eine umfassende Regelung durch direkte Verhandlungen zwischen
Israel, den arabischen Staaten und den Palästinensern zu finden. Von Beginn an habe ich mir keine
Illusionen über die damit zusammenhängenden Herausforderungen und Schwierigkeiten gemacht. Ich
hatte jedoch auch ein starkes Gefühl dafür, daß der
Golfkrieg vielleicht neue Möglichkeiten für einen Friedensschluß in der Region geboten hat und die Vereinigten Staaten eine einzigartige Verpflichtung haben,
dabei zu helfen, diese auszuloten. Zwar wäre es
traurig, wenn wir zu dem Ergebnis kämen, daß alte
Hindernisse stärker sind als die neuen Möglichkeiten,
es wäre noch trauriger, wenn die Vereinigten Staaten
versäumten, einer Chance für den Frieden energisch
nachzugehen. Solche Chancen ergeben sich im Nahen
Osten nicht so häufig.
Die irakische Invasion Kuwaits führte eine historische
internationale Koalition zusammen. Die Vereinigten
Staaten, die Sowjetunion, Europäer, Araber und andere schlössen sich zusammen, um die irakische Aggression zunichte zu machen. Die Vereinten Nationen
spielten die Rolle, die ihnen ihre Gründer zugedacht
hatten, und durch ihre Zurückhaltung angesichts der
irakischen Provokation wurde Israel zum stillen Teilhaber am Erfolg der Koalition. Das Endresultat war eine
vernichtende Niederlage für Saddam Hussein und den
von ihm vertretenen Weg der Gewalt und Einschüchterung - und neue Hoffnung für den alternativen Weg
von Diplomatie und Verhandlungen.
Um die Gunst der Stunde zu nutzen und die Spielregeln für einen arabisch-israelischen Friedensschluß
zu verändern, war es unseres Erachtens wichtig, uns
in einem Prozeß zu engagieren, der die Tabus eines
direkten Dialogs durchbrechen würde. Wenn der
Impuls für einen Friedensschluß ein anderer war, so
mußten wir die Hindernisse für direkte Treffen zwischen Israelis, Arabern und Palästinenser überwinden. Wir mußten der Tatsache Geltung verschaffen,
daß Dialog und Diplomatie - nicht Gewalt und Verweigerung - Grundlage für die Politik in der Region sein
könnten.
Der Krieg erinnerte auf grausame Weise an die Gefahren eines Konflikts in einem Zeitalter eskalierenden
militärischen Wettlaufs. Er erinnerte daran, daß der
Streit zwischen Israelis und Palästinensern weiterhin

Seite 2

den Kern des arabisch-israelischen Problems bildet aber auch der zwischenstaatlichen Dimension mußte
Rechnung getragen werden. Er gab aber auch Anlaß
zu Hoffnung, indem er daran erinnerte, daß Israel und
die arabischen Staaten bisweilen eine gemeinsame
Grundlage entdecken können - eine gemeinsame
Grundlage, die Spielraum verschaffen könnte, um
einen israelisch-palästinensischen Ausgleich zu ermutigen.
Unsere Nachkriegsaufgabe bestand also darin, die
neuen und aussichtsreichen Elemente nach der Krise
mit den dauerhaften Prinzipien der arabisch-israelischen Diplomatie in Einklang zu bringen. Dies war der
Zweck meiner ersten drei Reisen in die Region nach
dem Krieg. Das Ergebnis war ein Konsens der Parteien zu den folgenden fünf Kernpunkten:
Erstens die allgemeine Übereinstimmung, daß
Ziel des Prozesses eine umfassende Regelung
. durch direkte Verhandlungen auf Grundlage der
Resolutionen 242 und 338 des UN-Sicherheitsrats ist.
Zweitens breite Übereinstimmung, daß der
Verhandlungsprozeß gleichzeitig auf zwei Ebenen ablaufen sollte, darunter direkte Verhandlungen zwischen Israel und arabischen Staaten
sowie zwischen Israel und Palästinensern aus
den besetzte Gebieten.
Drittens der Konsens, daß die Verhandlungen
zwischen Israel und den Palästinensern in Stufen ablaufen sollten, wobei den Verhandlungen
über den dauerhaften Status der besetzten
Gebiete Gespräche über eine Interims-Selbstregierung vorausgehen würden.
Viertens die Übereinstimmung, daß die Palästinenser in diesem Prozeß durch Führer aus den
besetzten Gebieten vertreten werden, die den
Prozeß auf diesen beiden Ebenen und einen
stufenweisen Ansatz zu den Verhandlungen
akzeptieren und sich verpflichten, mit Israel in
Frieden zu leben.
Fünftens die allgemeine Akzeptanz, daß eine
von den Vereinten Nationen und der Sowjetunion mitgetragene Konferenz die alten Tabus im
Hinblick auf öffentliche Kontakte zwischen den
Parteien durchbrechen würde und Sprungbrett
für direkte Verhandlungen zwischen den Parteien sein sollte.
Dies sind keine unbedeutenden Bereiche der Übereinstimmung, und sie liefern gewiß eine Grundlage für
Fortschritte. Aber sie müssen noch in einen praktischen Prozeß umgesetzt werden, und das war der
Zweck meiner jüngsten Reise in diese Region. Ich
möchte Ihnen einen Eindruck von den Schlüsselfragen
geben, die wir noch zu lösen versuchen.

AMERIKA DIENST 21

�Der erste Problembereich umfaßt die Modalitäten der
Friedenskonferenz.
Es hat zu dieser Frage zahlreiche Mißverständnisse
gegeben, und ich möchte Ihnen deshalb darlegen,
welche Absichten wir verfolgen. Unser Ziel ist die
Einleitung direkter Verhandlungen. Das ist der wesentliche Inhalt unserer Bemühungen. Wir gehen
davon aus, daß dies am besten durch eine Friedenskonferenz geleistet werden kann, die zu direkten Verhandlungen zwischen Israel und seinen arabischen
und palästinensischen Nachbarn sowie multilateralen
Verhandlungen über Themen wie Rüstungskontrolle
und regionale Sicherheit, Umwelt und Wasser führt.
Eines möchte ich eindeutig klarstellen: Wir fassen
keine internationale Konferenz ins Auge, bei der das
Plenum die Macht oder Autorität besitzt, die Durchsetzung seiner Meinung zu erzwingen, und wir erwägen
auch keinen Mechanismus, der irgendwie in die Verhandlungen eingreifen würde. Wie ich meinen Gesprächspartnern in der Region erklärt habe, ist die
Konferenz in der Tat kein Forum für Verhandlungen.
Sie ist schlicht ein Mittel zum Zweck, ein Instrument in
unseren Bemühungen, die Parteien dazu zu bewegen,
sich zusammenzusetzen, um ihre Meinungsverschiedenheiten zu sichten und anachronistische Tabus zu
durchbrechen.
Diese Konferenz würde gemeinsam von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion getragen. Israel,
Ägypten, Syrien, der Libanon, Jordanien und Palästinenser aus den besetzten Gebieten würden daran
teilnehmen. Wie Sie wissen, hat der Golf-Kooperationsrat (GCC) bereits einen sehr wichtigen Schritt
getan und sich bereiterklärt, seinen Generalsekretär
als Beobachter zu entsenden. Darüber hinaus haben
alle Mitgliedstaaten des GCC - die sechs Golfstaaten
- angekündigt, sie würden an den direkten Verhandlungen über multilaterale Fragen teilnehmen.
Daneben sind wir der Ansicht, daß die Europäische
Gemeinschaft eine konstruktive Rolle bei der Unterstützung dieses Prozesses, insbesondere bei der
schwierigen Arbeit der wirtschaftlichen Entwicklung
spielen könnte, die einem Verhandlungsfrieden folgen
würde. Der EG sollte eine Teilnahme an der Konferenz
ermöglicht werden. Ebenso sollten die Vereinten
Nationen eine Rolle spielen. Es sollte eine für alle
Parteien annehmbare Formel gefunden werden, die
niemanden benachteiligt und das neugewonnene
Potential der Vereinten Nationen in einer Art und
Weise kanalisiert, die der Förderung von Frieden und
Aussöhnung in der Region dienlich sein kann. Der
genaue Charakter der Beteiligung von EG und UNO
muß noch definiert werden. Eine weitere offene Frage
ist die Fähigkeit der Konferenz, erneut zusammenzutreten. Die Vereinigten Staaten gehen davon aus, daß
diese Möglichkeit bestehen sollte, wenn alle Parteien
dies wünschen, um Berichte der bilateralen und multilateralen Verhandlungsgruppen anzuhören.

AMERIKA DIENST 21

Wichtig ist, daß all dies die direkten Verhandlungen in
keiner Weise beeinträchtigen wird. Direkte Verhandlungen bieten den einzigen Weg zur Erlangung von
Fortschritten, und wir würden keinen Vorschlag akzeptieren, der irgendeiner Partei Anlaß geben würde zu
glauben, sie könne Verhandlungen vermeiden oder
durch andere von der Notwendigkeit zu verhandeln
entbunden werden.
Der andere Problembereich betrifft die Frage der palästinensischen Vertretung bei den Verhandlungen.
Seit Beginn dieser Administration haben wir deutlich
gemacht, daß unser Ziel darin besteht, Israel und
Palästinenser aus den besetzten Gebieten zu Verhandlungen zu bewegen. Selbstverständlich müssen
die Palästinenser ihre Vertreter wählen, aber wir gehen davon aus - und viele andere Parteien stimmen
dem zu -, daß eine gemeinsame jordanisch-palästinensische Delegation ein nützliches Instrument sein
könnte, um die Konferenz zu verwirklichen und all die
Fragen zu behandeln, die bei solchen Verhandlungen
auftreten könnten.
Der Zweck meiner jüngsten Reise in die Region bestand also darin, diese Fragen weiterhin mit den Parteien zu sondieren und zu entscheiden, wo Konsens
besteht und welche Bereiche weiterer Arbeit bedürfen.
Insgesamt kam ich zu dem Schluß, daß bei Schlüsselelementen unseres Ansatzes mehr Übereinstimmungen als Gegensätze bestehen. Und ich fand die
Bereitschaft vor, weiterhin nach Wegen zur Lösung
der noch ausstehenden Problembereiche zu suchen.
Auch mit dem sowjetischen Außenminister Bessmertnych habe ich in der Sowjetunion und in Kairo außerordentlich fruchtbare Gespräche geführt. Die Sowjets
haben unseren Ansatz uneingeschränkt unterstützt.
Die Tatsache, daß die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten bezüglich des Vorgehens beim Friedensprozeß Übereinstimmung erzielt haben, schafft neue
Gegebenheiten - mit verbesserten Chancen, diesen
Prozeß in die Wege zu leiten.
Dennoch befinden wir uns offensichtlich nicht an dem
Punkt, an dem ich gerne wäre. Es gibt Meinungsverschiedenheiten - insbesondere zwischen Israel und
Syrien - über die Modalitäten der Konferenz, die Rolle
der Vereinten Nationen und die Frage, ob die Konferenz mehrmals zusammentreten soll. Ich möchte nicht
den Anschein erwecken, als seien diese Fragen leicht
oder schnell zu lösen.
Wir werden es jedoch so lange versuchen, wie wir der
Überzeugung sind, daß alle Parteien in gutem Glauben handeln und sich ernsthaft um die Beilegung der
Meinungsverschiedenheiten bemühen. Der Präsident
und ich haben unsere nächsten Schritte erörtert, und
wir sind der Meinung, wir sollten weiter versuchen, die
Kluft zu überwinden und Verhandlungen anzustreben.

Seite 3

�Abschließend möchte ich erwähnen, daß die Parteien
in der Region meines Erachtens die echte Chance zu
schätzen wissen, einen Prozeß in die Wege zu leiten.
Wir haben einen praktikablen Weg zu Verhandlungen
aufgezeigt, der es Israel, den arabischen Staaten und
den Palästinensern gestatten würde, diese Chance zu
ergreifen und tatsächlich um der Sache des Friedens
willen mit der Vergangenheit zu brechen. Sie darf nicht
vergeudet werden - aber sie wird sich uns nicht immer
bieten.
Abzuwarten bleibt, ob die Parteien bereit sind, diese
Chance zu nutzen. Die Vereinigten Staaten sind bereit
und willens, sie bei diesem Versuch zu unterstützen.
Aber wir können den politischen Willen zum Handeln
nicht erzwingen, wenn er in der Region nicht vorhanden ist.
Irak
Ich möchte jetzt auf die Lage im Irak eingehen.
Nachdem seine Aggression gegen Kuwait vereitelt
wurde, richtete Saddam Hussein nach dem Golfkrieg
seinen Terror gegen sein eigenes Volk und vertrieb
Hunderttausende Iraker aus ihrer Heimat in fremde
Länder. Wie die Vereinten Nationen in Resolution 688
feststellten, schuf dies eine neue Bedrohung für den
internationalen Frieden und die Sicherheit. Für alle
von uns heißt das Problem nicht mehr nur Kuwait.
Ich möchte heute gemeinsam mit Ihnen eine Prüfung
der drei Punkte umfassenden Strategie vornehmen,
die wir und unsere Verbündeten bei der Bewältigung
dieser schrecklichen Situation verfolgt haben. Erstens
haben wir alles in unserer Macht Stehende getan, um
das unmittelbare Leid der irakischen Flüchtlinge zu
mildern. Zweitens versuchen wir, weitere Terrorakte
zu verhindern, indem wir im Irak sichere Bedingungen
schaffen, damit die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren und in Sicherheit leben können. Drittens werden wir Saddam Hussein so lange isolieren wie er an
der Macht ist. Ich möchte jetzt auf diese Aspekte
unserer Strategie im einzelnen eingehen.

am Dienstag verabschiedete Maßnahme und hoffen,
der Kongreß wird unverzüglich zu unserem zusätzlichen Antrag auf Flüchtlingshilfe Stellung nehmen.
Infolge unserer Bemühungen hat sich die Lage erheblich verbessert. Die Sterblichkeitsrate unter den Flüchtlingen ist beträchtlich gesunken, und mehr als die
Hälfte der Flüchtlinge sind in die Täler gekommen.
Dies reicht jedoch nur aus, um die dringendsten Bedürfnisse der Flüchtlinge zu befriedigen. Wir müssen
auch eine größere Tragödie verhindern: eine Situation, in der Saddam Hussein seinen Terror erneut
ausüben könnte.
Dieser zweite Aspekt unserer Strategie erfordert eine
gemeinsame Haltung der internationalen Staatengemeinschaft, um den Zugang zu den betroffenen Regionen in ganz Irak in vollständigem Einklang mit Resolution 688 des UN-Sicherheitsrats zu gewährleisten, die
Achtung der humanitären und politischen Rechte des
irakischen Volkes fordert.
Saddam Husseins brutale Unterdrückung seines eigenen Volkes führt uns erneut vor Augen, daß man ihm
nicht trauen kann. Wir sind nach wie vor besorgt, daß
Saddam - wenn sich die Bedingungen ändern - die
systematische Ausrottung von Regimekritikern und
unschuldigen irakischen Bürgern wiederaufnehmen
würde. Die internationale Staatengemeinschaft tut
heute nicht alles in ihrer Macht Stehende, um diesen
armen unschuldigen Menschen zu helfen, damit sie
morgen von Saddam Hussein abgeschlachtet werden
können.
Aus diesem Grund haben wir den Irak davor gewarnt,
die im Irak in die Wege geleiteten Hilfsmaßnahmen zu
behindern. Deshalb haben wir im Einklang mit Resolution 699 die Vereinten Nationen aufgefordert, unverzüglich Personal bereitzustellen, um die Sicherheit der
nach Irak zurückkehrenden Flüchtlinge zu gewährleisten. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen nicht, ihre
Streitkräfte länger als absolut notwendig im Norden
des Irak zu belassen. Wir hoffen auf ihre baldige
Ablösung durch eine wirksame internationale Präsenz.

Der erste zielt auf das unmittelbare Problem ab: das
Leben der Flüchtlinge zu retten, indem wir Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente, Decken und Unterkunft
zur Verfügung stellen. Dank der Operation Provide
Comfort konnten wir die Lieferungen aus der Luft
abwerfen oder mit Lastwagen zu den Flüchtlingen in
den Bergen im nördlichen Irak und Süden der Türkei
bringen, haben Flüchtlingslager im Irak und der Türkei
aufgebaut und Gebiete im Norden des Irak gesichert,
so daß sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können.

Wir sind der festen Überzeugung, daß eine Art - wie
auch immer organisierter - internationaler Präsenz die
jetzt von den US- und Koalitionsstreitkräften wahrgenommene Aufgabe übernehmen muß. Wirhoffen, daß
diese internationale Präsenz als Wachhund der internationalen Staatengemeinschaft dienen wird, um
Saddam Hussein von einer Wiederholung seiner jüngsten Greueltaten abzuhalten.

Der Präsident hat sich mit den Staats- und Regierungschefs derführenden Industrienationen und unseren Koalitionspartnern in der arabischen Welt in Verbindung gesetzt und sie aufgefordert, den einzelnen
UN-Appellen durch großzügige Hilfszusagen nachzukommen. Wir begrüßen die vom Konferenzausschuß

Wir hoffen ferner, daß der Irak in Zukunft wieder in die
internationale Staatengemeinschaft aufgenommen
werden kann. Der Irak hat eine au ßerordentlich talentierte, kreative und vielfältige Bevölkerung. Meines
Erachtens ist ein neuer politischer Konsens im Irak
möglich, in dem die pluralistische Zusammensetzung

Seite 4

AMERIKA DIENST 21

�seiner Bevölkerung und seine reichen historischen
und kulturellen Traditionen ihren Niederschlag finden.
Ein solcher Konsens muß durch Verhandlungen mit
allen Irakern und nicht durch Gewalt hervorgebracht
werden.
Wir respektieren die Souveränität und territoriale Integrität des Irak und wünschen keine Zersplitterung des
Staates. Wir haben wiederholt erklärt, daß wir uns
nicht im Streit mit dem irakischen Volk befinden. Und
unsere Worte werden durch Taten unterstützt. Während unsere Soldaten sich der Flüchtlinge annahmen
und ihnen Nahrung gaben, haben Saddams Soldaten
sie angegriffen und beschossen.
Daher kann ich ohne jeden Zweifel sagen: Saddam
Hussein selbst ist das alleinige und größte Hindernis
für eine hoffnungsvolle Zukunft des irakischen Volkes
- sei es im Hinblick auf seine Entwicklung als Gesellschaft oder seine Integration in die internationale Staatengemeinschaft. Wenn wir ihm freie Hand lassen,
seine brutale Diktatur und Militärmaschinerie wiederaufzubauen, wissen wir, daß Saddam Hussein wieder
sein eigenes Land terrorisieren und seine Nachbarn
bedrohen wird. Ohne konstante internationale Überwachung und Druck auf Saddam wird diese irakische
Regierung weiterhin eine Gefahr für Frieden und Sicherheit im Nahen Osten darstellen.
Aus diesem Grund können wir, solange Saddam Hussein an der Macht bleibt, nur einen offiziellen Waffenstillstand aber keinen echten Frieden mit der irakischen Regierung haben.
Lassen Sie mich diesen dritten Aspekt unserer Strategie eindeutig klarstellen:
Saddam Hussein ist ein Paria, dessen Vorgehen ihn
außerhalb der zivilisierten internationalen Gesellschaft
stellt. Aus diesem Grund werden wir gemeinsam mit
anderen daran arbeiten, Saddams Regime weiterhin
zu isolieren.
Das bedeutet, daß wir unsere Beziehungen zum Irak
solange nicht normalisieren werden, wie Saddam
Hussein an der Macht ist.
Das bedeutet, die UNO-Sanktionen werden solange
aufrechterhalten, wie Saddam Hussein an der Macht
ist.
Und es bedeutet, daß die Iraker nicht an den sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Vereinbarungen
nach der Krise teilnehmen werden, bis ein Wechsel
des Regimes stattgefunden hat.
Mit einer neuen Regierung werden sich jedoch neue
Möglichkeiten für den Irak zur Wiederaufnahme in die
internationale Staatengemeinschaft ergeben. Mit einer
neuen Regierung könnten wir sehr wohl die meisten
Sanktionen mit Ausnahme derjenigen aufheben, die
das Militärpotential des Irak begrenzen. Und in diesem
neuen Irak muß Toleranz an die Stelle von Terror
AMERIKA DIENST 21

treten, und die Furcht, die das irakische Volk solange
im Griff hatte, muß der friedlichen Verwirklichung des
enormen Potentials der irakischen Bevölkerung und
ihres Heimatlands Platz machen.
Sowjetunion
Ich möchte jetzt drei Anmerkungen zu unseren Beziehungen mit der Sowjetunion machen.
Erstens vertreten der Präsident und ich die Auffassung, es sollte hervorgehoben werden, daß das sowjetische Verhalten in zahlreichen Aspekten unserer
Beziehungen weiterhin vom neuen Denken in der
Sowjetunion geleitet ist. Im Nahen Osten hat Außenminister Bessmertnych unschätzbare Hilfe bei der
Wiederbelebung des Friedensprozesses geleistet. Auch
bei dem historischen Abkommen, das den Bürgerkrieg
in Angola beenden wird, war die sowjetische Zusammenarbeit entscheidend - ein Abkommen, das auch
ich nächste Woche in Lissabon unterzeichnen werde.
Darüber hinaus waren die Sowjets auch in anderen
Regionen sehr hilfreich - vor allem in Mittelamerika und
Kambodscha.
Im Bereich der Rüstungskontrolle hoffen wir, unsere
Meinungsverschiedenheiten beim KSE-Vertrag beilegen, ihn zur Ratifizierung vorbereiten sowie die STARTVerhandlungen und die Vorbereitungen für das Gipfeltreffen in Moskau voranbringen zu können.
Zweitens bietet das sogenannte "Eins-plus-NeunAbkommen" zwischen Präsident Gorbatschow und
den baltischen Republiken vom 23.April 1991 die
Möglichkeit für eine Hinwendung zu neuen politischen
Vereinbarungen in der Sowjetunion. Wenn Gorbatschow und die Neun dieses Abkommen in der beabsichtigten Weise einhalten - durch einen für die gesamte Union geltenden Vertrag und eine neue Verfassung
- wäre dies ein entscheidender Schritt zur Schaffung
einer neuen politischen Legitimität in der Sowjetunion.
Zusammen mit den derzeit stattfindenden Gesprächen zwischen Moskau und dem Baltikum eröffnen
diese Schritte neue Möglichkeiten zur Aussöhnung,
um anstelle der politischen Polarisierung zu treten, von
der die sowjetische Politik seit vergangenen September gekennzeichnet war.
Darüber hinaus begrü ßen wir die Verabschiedung des
neuen Auswanderungsgesetzes. Nahezu zwei Jahrzehnte lang haben wir das Recht auf Auswanderung
zum Kernstück der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen gemacht. Wir erachten die Verabschiedung
des neuen Gesetzes als wichtigen Schritt im sowjetischen Reformprozeß und bei der Erfüllung der KSZEVerpflichtungen durch die Sowjetunion.
Unsererseits werden wir die Kontakte mit allen Ebenen
und Schichten der sowjetischen Gesellschaft erweitern - von Reformwilligen über Demokraten zu Traditionalisten und dem Militär. Dies wird nicht nur unser
Verständnis der sowjetischen Gesellschaft vertiefen,
Seite 5

�sondern uns - mittels eines sogenannten "demokratischen Dialogs" - gestatten, politischen Pluralismus
und wirtschaftliche Freiheit sowie den Erfolg der sowjetischen Reformen zu fördern. Und wie der Präsident und ich bis heute reichlich deutlich gemacht
haben, liegen Kontinuität und Erfolg der sowjetischen
Reformen im Interesse aller.
Drittens haben die sowjetischen Wirtschaftsreformen
selbst angesichts der zögernden Schritte zur politischen Anpassung noch einen weiten Weg vor sich.
Wir und praktisch jeder andere Beobachter sind überzeugt, daß Ministerpräsident Pawlows Antikrisenprogramm nicht funktionieren wird. Unseres Erachtens
muß die sowjetische Führung dringend tiefgreifende
marktwirtschaftliche Reformen vornehmen.

NAFTA und "Fast Track"
Ich möchte meine Ausführungen mit einigen Bemerkungen zum Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) und "Fast Track" abschließen. Wir
streben ein Nordamerikanisches Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada an, weil wir der Überzeugung sind, daß ein solches Abkommen wesentliche
wirtschaftliche Vorteile für alle drei Länder verspricht.
Seit der Präsident im vergangenen Juni seinen Wunsch
nach einem Freihandelsabkommen mit Mexiko bekanntgab, haben wir intensive Konsultationen mit dem
Kongreß und Privatsektor geführt.

Herr Vorsitzender, meines Erachtens steht hier sehr
viel auf dem Spiel - sowohl im Hinblick auf die Außenund Wirtschaftspolitik als auch unsere wachsende
Ohne die Verpflichtung zu grundlegenden Reformen Zusammenarbeit mit Mexiko bei entscheidenden reerwarten wir, daß die sowjetische Wirtschaft weiterhin gionalen und grenzüberschreitenden Fragen. Darüber
dem Niedergang geweiht ist - und das liegt in nieman- hinaus werden amerikanische Exporte, Arbeitsplätze
des Interesse. Wir prüfen nach wie vor unterschiedli- und internationale Wettbewerbsfähigkeit gefördert. Um
che Wege, wie wir der sowjetischen Wirtschaftsreform internationale Märkte zu eröffnen und die Handelskobehilflich sein können, aber der Nutzen unserer Bemü- operation auf dem Kontinent zu verbessern, ist es
hungen hängt immer noch vor allem von den Entschei- unabdingbar, daß der Kongreß das "Fast-track"-Mandat
dungen ab, die von den Sowjets selbst getroffen verlängert. Ohne diesen Schritt wird unsere Fühwerden.
rungsposition in Au ßenpolititk und Wirtschaft ernsthaft
gefährdet.

*

Seite 6

* * *

*

AMERIKA DIENST 21

�NATO
29. Mai 1991

GOLFKRIEG UNTERSTRICH SICHERHEITSKONZEPT
DER NATO
Rede von Botschafter Taft
DEN HAAG - (AD) - Der jüngste Golfkrieg hat nicht nur den Wert des Konzepts der NATO für die europäische
Sicherheit bewiesen, "er hat uns jetzt, da alte Bedrohungen durch neue Herausforderungen ersetzt werden,
einige wichtige Lehren über den Umgang mit Veränderungen vermittelt," erklärte Botschafter William H. Taft am
23. Mai 1991.
Der Ständige US-Vertreter beim Nordatlantikrat erklärte bei einer internationalen Konferenz über "Parlamentarische Demokratie und Internationale Sicherheitspolitik" in Den Haag, der Golfkrieg habe gezeigt, daß die NATO
als unschätzbares Forum für politische Konsultationen dient,
entscheidende logistische Unterstützung und gemeinsame operative Verfahren bietet und
Angriffe auf Mitgliedstaaten abschreckt.
Taft

erklärte ferner, folgende Lehren seien aus dem Golfkrieg gezogen worden:
der Wunsch nach strafferer Entscheidungsfindung unter den europäischen Ländern, um auf Krisen an der
Peripherie der NATO zu reagieren und
die Notwendigkeit einer integrierten europäischen Streitmacht zur Stationierung in bündnisfremden
Gebieten, die gegebenenfalls US-Streitkräfte unterstützen soll. Diese Streitkräfte sollten zur Vorbereitung
aller Truppenteile regelmäßig Manöver und Übungen mit anderen NATO-Streitkräften durchführen.

Nachfolgend veröffentlichen wir Botschafter Tafts Rede im Wortlaut:

Die europäische Sicherheit - Lehren aus dem Golfkrieg
I. Einleitung
Sie haben das Thema europäische Sicherheit zwei
Jahre lang erörtert. Ich bin beeindruckt von all dem,
was ich heute über dieses äußerst wichtige Thema
gehört habe. Offensichtlich sind erhebliche Bestrebungen aufgewendet worden, um die Beziehungen
der verschiedenen Institutionen zurechtzurücken, die
zur europäischen Sicherheit und Stabilität in den
kommenden Jahren beitragen können. Es kann keine
wichtigere Aufgabe für all unsere Länder geben als die
Beibehaltung der gemeinsamen Basis, die wir in den
vergangenen vierzig Jahren aufgebaut haben. Aber
wir müssen unsere Partnerschaft auch den dramatiAMERIKA DIENST

21

schen Veränderungen anpassen, die uns vor neue
Aufgaben gestellt haben. Dabei ist die Anpassung an
die Veränderungen in Osteuropa und die Sowjetunion,
um aus unseren früheren Gegnern Partner zu machen, nur ein Teil der Arbeit. Ein anderer ist die
Entwicklung einer grö ßeren Rolle für die europäischen
Länder innerhalb des Atlantischen Bündnisses, da die
Europäische Gemeinschaft Schritte zu einer politischen Union und einer gemeinsamen Außen- und
Sicherheitspolitik unternimmt. Wir müssen beides zur
gleichen Zeit leisten, und dazu dient die Überprüfung
der NATO-Strategie. Eine weitere Herausforderung
stellt sich uns, weil wir eine harmonische Zusammenarbeit gewährleisten müssen, um neue Bedrohungen,
die sich fem von europäischen oder nordamerikanischen Grenzen ergeben, abzuwenden.

Seite 1

�Dieser letzte Punkt war manchmal innerhalb unseres
Bündnisses umstritten. Verpflichtungen in den Washingtoner Verträgen erstrecken sich nicht auf sogenannte bündnisfremde Probleme. Aber uns allen ist
klar, daß in einem Zeitalter zunehmender wechselseitiger Abhängigkeiten westliche Interessen durch weltweite Entwicklungen in Mitleidenschaft gezogen werden können. Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft
wird ein pragmatisches Vorgehen sein, um unsere
Zusammenarbeit so weitläufig wie möglich zu gestalten.
Ich schlage nicht die formelle Ausdehnung der NATO
auf andere Gebiete vor. Ich würde vielmehr gern die
Frage der europäischen Sicherheit aus einem bestirnten Blickwinkel betrachten - durch das Prisma der
jüngsten Ereignisse am Persischen Golf. Was hat uns
der Golfkrieg über unsere europäische Sicherheitspolitik und deren Strukturen gelehrt?
Trotz der Tatsache, daß der Krieg an der Peripherie
der NATO stattgefunden hat, gibt es starke und wie ich
denke, wichtige Implikationen für die NATO. Es gibt
verschiedene Lehren, die ich gern ziehen würde - über
die NATO selbst und über die verschiedenen sich
entwickelnden Sicherheitsinstitutionen in Europa.
Es wäre nachläsig, wenn ich nicht bereits zu Beginn
auf die erheblichen Beiträge unserer Gastgeber - der
Regierung und des Volkes der Niederlande - zum
Golfkrieg eingehen würde.
Die Unterstützung der Niederlande zu den Bestrebungen der Koalition, den irakischen Abzug aus Kuwait zu
erzwingen, kam früh und großzügig. Holland hat
unmittelbar nach der Invasion finanzielle Sanktionen
verhängt und sofort zwei Fregatten in die Region
entsandt. Diese Unterstützung wurde mit PatriotRaketen für die Türkei und Israel fortgeführt, und heute
leistet das Land umfangreiche humanitäre Hilfe für die
kurdischen Flüchtlinge. Diese kühnen Schritte wurden
von fast allen politischen Parteien in Holland unterstützt. In der WEU, der EG, der NATO und in der UNO
haben die Holländer starke und kontinuierliche Unterstützung geleistet, um die Unabhängigkeit Kuwaits
wiederherzustellen.

II. Der Golfkrieg
Ich möchte kurz auf die Abfolge der Ereignisse im
Golfkonflikt eingehen, bevor ich daraus Lehren für die
europäische Sicherheit ziehe.
Saddam Hussein ist am 2. August in Kuwait eingefallen und hat damit den zweiten irakischen Aggressionskrieg in zehn Jahren begonnen. Innerhalb weniger
Stunden haben Regierungen auf der ganzen Welt die
Invasion verurteilt. Wirtschaftssanktionen wurden
verhängt, erst von einzelnen Ländern und dann von
der EG und der UNO. Innerhalb einer Woche hatten
die Vereinigten Staaten, Großbritannien und eine Reihe
arabischer Länder den Entschluß gefaßt, Streitkräfte
Seite 2

in der Region zu stationieren, um den Irak von weiteren
Aggressionen abzuhalten und Wirtschaftssanktionen
verhängt. Die NATO-Minister kamen am 10. August
zusammen und leisteten den angekündigten nationalen Maßnahmen politische Unterstützung. Wichtig ist
in diesem Zusammenhang, daß sie übereinkamen,
zusätzliche nationale Truppenkontingente zu entsenden und die Vereinigten Staaten bei ihren Stationierungen zu unterstützen. Schließlich warnten die Minister
den Irak, das Bündnis sei der territorialen Integrität der
Türkei verpflichtet, die sich mutig denjenigen angeschlossen hatte, die die Invasion Kuwaits verurteilt und
Wirtschaftssanktionen verhängt hatten.
In den folgenden fünf Monaten kam es zu einer erheblichen Streitkräftekonzentration in der Region. Fast
eine dreiviertel Millionen Männer und Frauen wurden
von der Koalition stationiert. Die Vereinigten Staaten
hatten daran einen Anteil von etwa 70 Prozent. Diese
Stationierung, die von US- und europäischen Stützpunkten ausging, wurde durch die NATO-Infrastruktur
gestützt. Ohne die Unterstützung der Verbündeten
hätte sie nicht stattfinden können. Die europäischen
Verbündeten stellten 10 Prozent aller Streitkräfte in
der Region, die Briten hatten daran den größten Anteil.
Im Dezember bedrohte der Irak in seinen Erklärungen
die Türkei. Die Reaktion des Bündnisses bestand in
der Stationierung einer Gruppe aus deutschen, belgischen und italienischen Flugzeugen in der Türkei, im
Einklang mit bestehenden NATO-Plänen. Darüber
hinaus wurden zusätzliche Luftverteidigungsraketen
einschließlich der holländischen Patriot stationiert. Wir
haben unseren Einsatz für unseren Verbündeten erneut bekräftigt. Saddams Streitkräfte haben die Türkei
nicht angegriffen.
Am 16. Januar begann die Luftoffensive der Koalition.
46 Tage später war Kuwait befreit. Dabei haben die
Ausbildung, das Gerät und die Moral der Koalitionsstreitkräfte eine entscheidende Rolle gespielt, ihre
Führer haben Weitsicht, flexible Planung und klare
Kommando- und Kommunikationsstrukturen demonstriert. Das Ergebnis stand nie in Zweifel, obwohl das
Verhältnis der Verluste des Feindes zu denen der
Koalition und der schnelle Sieg die meisten Erwartungen überstiegen.
III. Lehren für die NATO
Diese Ereignisse ziehen verschiedene Lehren nach
sich. Zunächst möchte ich fünf Lehren für die NATO
ziehen.
Erstens hat sich die NATO für ihre Mitgliedstaaten bei
dieser Situation als unschätzbares Forum für Konsultationen und Vereinbarungen erwiesen.
Seit dem 2. August und im Laufe des gesamten
Krieges haben Botschafter, Außen- und Verteidigungsminister sowie Hunderte von Militärs und Zivilisten
Einschätzungen der Lage, Optionen, nachrichtendienstAMERIKA DIENST 21

�liches Material und Pläne ausgetauscht. Diese Konsultationen waren Grundlage der nationalen und multinationalen Reaktionen, die wiederum die Arbeit im
Krieg gefördert haben. Diese Treffen in der NATO
haben gewährleistet, daß sich alle Verbündeten - nicht
nur die größten Mächte - aktiv an der Debatte über
anstehende Probleme beteiligen konnten. Ich kenne
kein anderes Forum, in dem so enge politische und
militärische Zusammenarbeit zwischen allen Verbündeten so gut ausgeführt werden könnte. Tatsächlich
ist dies ein Beweis des alten Spruchs: Wenn die NATO
noch nicht existiert hätte, hätten wir sie erfinden müssen.
Die fünfzehn Mitgliederdes ständig tagenden Verteidigungsplanungs-Ausschusses kamen regelmäßig
zusammen und trafen schwierige Entscheidungen wie
etwa im Januar die erstmalige Stationierung der mobilen
ACE-Einheit in der Türkei und mehrere Maßnahmen
zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft und Wachsamkeit.
Ständige und detaillierte militärische Konsultationen
der NATO führten zu der außergewöhnlichen bilaterlaen und bündnisweiten Unterstützung im Hinblick auf
die Bereitstellung von Logistik und Stützpunkten für die
Streitkräfte auf dem Weg zu Golf. Dazu zählten
Transport, Landerechte, Auftanken, Landtransport,
Hafenanlagen, Munitionslieferungen zwischen den
Verbündeten, Flugsicherheit, Ersatzteile, Fachwissen
zur Beseitigung von Umweltschäden und medizinische Versorgung.
Ohne die militärische Unterstützung der NATO-Verbündeten am Golf und die logistische Unterstützung
der Bündnispartner in Europa hätten die Vereinigten
Staaten und die Golf koalition nicht leisten können, was
sie erreicht haben. Der Konsultativmechanismus der
NATO, der zur Bewahrung der europäischen Sicherheit konzipiert wurde, hat sich auch in dieser Krise
außerhalb des Bündnisgebiets als tragfähig erwiesen.
Zweitens war trotz der Nichtbeteiligung des militärischen Kommandos der NATO am Golf dessen Einfluß
dort spürbar. Die militärische Koalition, die sich ausbildungsmäßig auf einen massiven Krieg in Europa vorbereitet hatte, setzte ihre Ausbildung am Golf ein.
Landstreitkräfte aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich kämpften zusammen unter
einem gemeinsamen Kommando.
Luftstreitkräfte aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien kämpften effektiv unter einem gemeinsamen Kommando. Marinestreitkräfte aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Kanada, Dänemark, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Portugal und Spanien operierten wirkungsvoll unter gemeinsamem Kommando, wobei die WEU eine koordinierende Rolle spielte.

AMERIKA DIENST

21

Es war jedoch kein Zufall, daß diese Streitkräfte so gut
miteinander harmonierten. Auch konnte dies nicht
hastig organisiert werden. Jahre gemeinsamer Ausbildung, Ausrüstung, Manöver und der Entwicklung
gemeinsamer Standards und Verfahren in der NATO
haben in Friedenszeiten die effizienten und koordinierten militärischen Operationen am Golf ermöglicht.
Einige behaupten heute, daß die scheinbar ad hoc
zusammengestellte Golfkoalition ein Beweis dafür sei,
daß formelle militärische Strukturen zur Reaktion auf
Sicherheitsbedrohungen nicht notwendig seien. Wir
benötigen keine auf Dauer angelegten Strukturen und
Verfahren, so argumentieren sie, da wir diese von
heute auf morgen ins Leben rufen können. Darüber
hinaus können wir uns stets auf die Vereinigten Staaten mit ihrem hochintegrierten militärischen Kommando verlassen, wenn die Lage schwierig wird. Diese Art
des Denkens ist am häufigsten in gewissen Kreisen in
Frankreich anzutreffen, das natürlich nicht formell an
der integrierten Militärstruktur der NATO teilhat, läßt
sich aber auch andernorts finden.
Ich wei ß nicht, ob diejenigen, die den dauerhaften Wert
der integrierten militärischen Organisation der NATO
abtun, die Geschichte von den drei kleinen Schweinchen kennen, die in Stroh-, Holz- und Steinhäusern
lebten. Wenn sie sie kennen, dann sicherlich die
Version, in der die Bewohner, nachdem der Wolf die
Häuser aus Stroh und Holz weggeblasen hat in das
Steinhaus entfliehen und gerettet, anstatt aufgefressen werden. Selbst bei dieser abgemilderten Version,
in der alles ein gutes Ende findet, bedürfte es einer
besonderen Art der Unlogik, um daraus die Moral
abzuleiten, daß das Steinhaus, weil es groß und
flexibel genug war, um zusätzliche Bewohner aufzunehmen, ebenso gut auch aus Stroh hätte gebaut sein
können.
Die integrierte militärische Struktur ist das Steinhaus
des Bündnisses. Wir müssen es im voraus bauen und
unterhalten, wenn wir seine politischen und militärischen Vorzüge genießen möchten. Eine wichtige
Lehre des Golfkriegs ist, daß selbst ohne Einschaltung
der NATO an sich die Erfahrung der Kooperation ein
unerläßliches Element für unseren Erfolg bei der
Zusammenarbeit außerhalb des Vertragsgebiets der
NATO ist. Das Steinhaus - die integrierte Struktur der
NATO - hat uns am Golf gute Dienste geleistet und
neue Bewohner aufgenommen, weil es bereits existierte.
Drittens gründet sich die Verteidigungsstrategie der
NATO für Europa seit langem auf Abschreckung.
Abschreckung ist unseres Erachtens das Produkt aus
zwei Komponenten: militärischer Fähigkeit und des
Willens, sie notfalls gegen einen Aggressor einzusetzen. Militärische Fähigkeit ist ohne den Willen zu
deren Einsatz kein Abschreckungsmittel. Dasselbe
gilt für einen starken Willen ohne militärische Fähigkeit.
Seite 3

�Saddam wurde am 2. August 1990 nicht abgeschreckt.
Kuwait hatte vielleicht den Willen zum Widerstand,
aber nicht die Fähigkeit. Nachdem jedoch sowohl der
Wille als auch die Fähigkeit unter Beweis gestellt
waren, wurde Saddam von einem Angriff auf SaudiArabien abgeschreckt.
Artikel V des NATO-Vertrags sowie die Stationierung
der luftgestützten Mobilen Einsatzstreitmacht (ACE)
bekräftigten diese Abschreckung, und Saddam hat es
nie gewagt, die Türkei anzugreifen. Für die Türkei
ebenso wie für andere Mitgliedstaaten dieses starken
und völlig unzweideutigen Bündnisses hat die NATO
funktioniert.
Offene Bündnisse als Ausdruck politischen Willens,
der von militärischen Fähigkeiten unterstrichen wird,
können Aggressionen abschrecken und tun dies auch.
Wir sollten uns dessen erinnern.
Es gibt jedoch noch eine vierte Lehre, die wir zusammen mit der im Hinblick auf Abschreckung beherzigen
müssen: Obwohl wie im Falle der Türkei der Wille und
militärische Fähigkeiten bisweilen Aggression abschrekken, gilt dies in anderen Fällen, wie etwa bei den ScudAngriffen Saddams auf Israel, nicht. Deshalb benötigen wir Verteidigungssysteme, nicht nur ein Offensivpotential. Im Falle Israels ließ sich Saddam von der
Aussicht auf Vergeltung ganz und gar nicht abschrekken, sondern dies war genau das, was er wollte - Israel
in diesen Krieg zu verwickeln, um die Koalition zu
sprengen. Verteidigungssysteme - in diesem Fall die
Patriot-Raketen - wurden benötigt, um Israel zu schützen. Wenn wir die Lehren aus diesem Krieg ziehen,
sollten wir alle nach Abschreckung und Verteidigung
Ausschau halten.
Eine letzte Lehre aus diesem Krieg für die NATO
bezieht sich auf unsere Waffenbeschaffungsprogramme. Wir haben uns zu Recht auf den Ankauf der
modernsten Waffen für unsere Streitkräfte konzentriert, und wir sollten dies weiterhin tun. Diese Waffen
haben ihre Wirksamkeit gegen den Feind bewiesen
und das Leben unserer Soldaten gerettet. Angesichts
der Kosten müssen wir diese Waffen selbstverständlich mit Sorgfalt ankaufen. Gemeinsame ForschungsEntwicklungs- und Produktionsprogramme sollten
eingesetzt werden, um die Kosten durch Teilung zwischen den Verbündeten zu reduzieren.
IV. Gezogene Lehren: Europäische Institutionen
Der Golfkrieg hat uns auch einige Lehren über die
europäischen Sicherheitsinstitutionen vermittelt.
Erstens politisch: Seit letzten August wurde seitens
der Europäer Unzufriedenheit über die Mechanismen
laut, derer sich Europa bei seiner Reaktion auf die
Ereignisse am Golf bediente. Es überrascht nicht, daß
sich die Debatte über die europäische Außen- und
Sicherheitspolitik beschleunigt hat und mehrere konkretere Vorschläge sowohl bei der zwischenstaatliSeite 4

chen Konferenz zur politischen Union als auch bei der
Westeuropäischen Union hervorbrachte.
Europa sollte in der Tat zu einer gemeinsamen Außenund Sicherheitspolitik finden, da es damit in die Lage
versetzt würde, eine effektivere Rolle bei der Aufrechterhaltung der Weltsicherheit zu spielen. Damit betone
ich übrigens ziemlich offen die Vorteile für die Welt
insgesamt. Allzu häufig wird eine gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik primär als Unterstützung der europäischen Position und Lösung für
Europas innere Probleme betrachtet. Man sollte sich
daran erinnern, daß die Europäische Gemeinschaft in
jüngster Zeit in guter Verfassung war, bevor diese
Bemühungen eingeleitet wurden. Die 40jährige Geschichte der Gemeinschaft ist selbst ohne die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die zur Zeit
entwickelte politische Union eine Geschichte von Sicherheit und Wohlstand. Nicht Europa hat stark unter
dem Fehlen einer gemeinsamen Au ßenpolitik gelitten,
sondern der Rest der Welt. Die übrige Welt braucht ein
stärkeres und vereinteres Europa, um zur Lösung
vieler uns bedrängender weltweiter Probleme beizutragen. Es sollte kein Zweifel daran bestehen, daß die
Vereinigten Staaten die Entwicklung eines solchen
vereinten, verantwortungsbewußten und nach außen
gerichteten Europas in allen Bereichen begrüßen würden.
Wir haben darüber hinaus einige militärische Lektionen gelernt: Aus verschiedenen Gründen hat die
NATO als Institution keine unmittelbare Rolle am Golf
gespielt, sondern nur bei der Verteidigung der Türkei.
Dies wird wahrscheinlich auch in Zukunft der Fall sein.
Wenn die NATO nicht außerhalb Europas zum Einsatz
kommen soll, dann müssen die Europäer die politische
und militärische Fähigkeit entwickeln, ihre Interessen
außerhalb des Bündnisgebiets auf andere Weise zu
verteidigen.
Aber die WEU repräsentiert nicht ganz Europa. Tatsächlich betraf die größte militärische Herausforderung Europas während der Golfkrise einen europäischen Verbündeten - die Türkei -, der weder zur WEU
noch zur EG gehört. Im Hinblick auf den zukünftigen
europäischen Beitrag zur Sicherheit des Westens wird
es wichtig sein, sich daran zu erinnern, daß zu Europa
zahlreiche Länder gehören, die nicht Mitglied dieser
Organisationen sind. Es wird wichtig sein, wesentliche
Verbündete nicht im Namen der institutionellen Entwicklung von unseren sicherheitspolitischen Beratungen auszuschließen. Die Aufgabe der Verteidigung ist
zu wichtig, um dies zuzulassen.
Wenn die europäischen Staaten ihre eigenen Strukturen verfolgen, sollte eine der am Golf gelernten Lektionen im Gedächtnis haften bleiben: der große militärische Nutzen eines einheitlichen Kommandos, miteinander harmonierender Ausrüstung, gemeinsamer
Ausbildung, gemeinsamer Kommunikationssysteme
und gemeinsamer operativer Verfahren. Bei der Entwicklung einer europäischen Streitmacht sollte den

AMERIKA DIENST 21

�Mechanismen zur Sicherstellung dieser gemeinsamen Punkte das gebührende Augenmerk geschenkt
werden. Diese Arrangements sollten Integration und
Effektivität des atlantischen Bündnisses stärken, das
auch deshalb auf sie angewiesen ist, um die Sicherheit
Europas selbst zu gewährleisten.

einen Angriff auf Mitgliedstaaten abschreckt.
Zu den neuen Lehren, die wir aus dem Krieg gezogen
haben, gehörten
die Erwünschtheit einer strafferen Entscheidungsfindung zwischen den europäischen Staaten,
um auf Krisen an der Peripherie des NATOGebiets zu reagieren und

Dies könnte für Europa und die Vereinigten Staaten
der beste Weg sein, um die militärische Unterstützung
bei künftigen Eventualfällen außerhalb des NATOGebiets ebenso zu koordinieren, wie dies vier Jahrzehnte lang innerhalb des NATO-Gebiets getan wurde.
V. Zusammenfassung
Insgesamt hat der Golf krieg nicht nur die Gültigkeit des
Ansatzes der NATO zur europäischen Sicherheit
bewiesen, sondern er hat uns ferner einige Lehren zur
Bewältigung des Wandels vermittelt, da alte Bedrohungen neuen Herausforderungen weichen.
Der Krieg hat gezeigt, daß die NATO
als unschätzbares Forum politischer Konsultationen dient,
entscheidende logistische Unterstützung und
gemeinsame operative Verfahren liefert und

*

AMERIKA DIENST 21

*

die Notwendigkeit einer integrierten europäischen Streitmacht für mögliche Einsätze au ßerhalb des Bündnisgebiets an der Seite amerikanischer Streitkräfte.
Sicherlich obliegt es den Europäern, die Institutionen
zu diskutieren und entwickeln, über die eine europäische Sicherheitsidentität zum Ausdruck kommt. Bei
diesem Unterfangen werden Sie unsere starke Unterstützung haben - soweit die NATO prinzipiell Ort der
Konsultation und Forum zur Entscheidungsfindung für
Maßnahmen bleibt, die die Sicherheit und Verteidigungsverpflichtungen ihrer Mitglieder gemäß dem
Nordatlantikvertrag betreffen.
Auf diese Weise kann die europäische Sicherheit, in
der Tat die transatlantische und Weltsicherheit, bis ins
21. Jahrhundert hinein gesichert werden.

*

*

Seite 5

�CHEMISCHE

WAFFEN
29. Mai 1991

BUSHS CHEMIEWAFFENINITIATIVE BESCHLEUNIGT
GENFER GESPRÄCHE
ACDA-Direktor Lehman vor Senatsausschuß
WASHINGTON - (AD) - Dem Leiter des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA), Ronald Lehman,
zufolge werden die neuen Vorschläge von Präsident Bush "die Verhandlungen über ein multilaterales Verbot
chemischer Waffen beschleunigen, die zur Zeit im Rahmen der Genfer Abrüstungskonferenz (CD) stattfinden".
Vor dem Auswärtigen Ausschuß des Senats bezeichnete Lehman am 22. Mai 1991 die Verwirklichung "eines
effektiven, weltweiten Verbots chemischer Waffen so bald wie möglich" als das Ziel des Präsidenten.
Im Hinblick auf die bilateralen amerikanisch-sowjetischen Gespräche über chemische Waffen stellte Lehman
fest: "Ein multilaterales Chemiewaffenverbot kann nicht verwirklicht werden, wenn die Vereinigten Staaten und
die Sowjetunion nicht eng zusammenarbeiten." Darüber hinaus erklärte er, die amerikanische Regierung werde
das im vergangenen Juni unterzeichnete amerikanisch-sowjetische Protokoll nicht dem Kongreß zur Zustimmung vorlegen "bis wir davon überzeugt sind, daß die Sowjetunion die Schwierigkeiten mit ihrem Programm zur
Zerstörung chemischer Waffen gelöst hat".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Stellungnahme Lehmans vor dem Auswärtigen Senatsausschuß im
Wortlaut.

Ich begrüße diese Gelegenheit, heute vor diesem
Ausschuß die Bemühungen der Vereinigten Staaten
für die Beseitigung der Bedrohung chemischer Kriegführung darzulegen. Ich freue mich, feststellen zu
können, daß dies ein gemeinsames Ziel der Regierung
und des Kongresses ist.
Am 13. Mai 1991 verkündete Präsident Bush eine
Reihe neuer Maßnahmen, die von den Vereinigten
Staaten ergriffen werden, um die Verhandlungen über
ein multilaterales Verbot chemischer Waffen zu beschleunigen, die zur Zeit im Rahmen der Genfer Abrüstungskonferenz (CD) stattfinden. Sein Ziel ist die
Verwirklichung eines effektiven, weltweiten Verbots
chemischer Waffen so bald wie möglich. Um dieses
Zieles willen hat der Präsident gefordert, die Konvention innerhalb von zwölf Monaten zu vollenden und die
Konferenz ohne Unterbrechung tagen zu lassen, um
dies zu erreichen.
Um das Engagement der Vereinigten Staaten für das
Verbot chemischer Waffen zu unterstreichen und dazu
beizutragen, keinem Land einen Vorwand zum Erwerb
oder zur Beibehaltung chemischer Waffen zu liefern,

AMERIKA DIENST 21

werden die Vereinigten Staaten mit Inkrafttreten der
Konvention formell dem Einsatz chemischer Waffen
aus jedwedem Grund, einschließlich Vergeltung, gegen
irgendeinen Staat entsagen. Wir werden vorschlagen,
daß sich alle anderen Staaten dem anschließen.
Daneben werden sich die Vereinigten Staaten bedingungslos zur Zerstörung ihrer gesamten Chemiewaffenarsenale innerhalb von zehn Jahren nach Inkrafttreten verpflichten und vorschlagen, daß alle anderen
Staaten dasselbe tun. Wir werden anderen Staaten
technische Hilfe zur Verfügung stellen, um ihnen zu
ermöglichen, dies effizient und sicher zu bewerkstelligen.
Um denjenigen Staaten, die der Konvention beitreten,
greifbare Vorteile zu bieten und diejenigen, die nicht zu
ihrer Unterstützung bereit sind, einschneidenden Strafen zu unterwerfen, schlagen die Vereinigten Staaten
vor, daß sich alle Parteien der Konvention verpflichten,
den Staaten, die sich der Konvention nicht innerhalb
eines angemessenen Zeitraums nach Inkrafttreten
anschließen, keinerlei Material zu liefern, das für die
Herstellung chemischer Waffen verwendet werden
könnte. Die Vereinigten Staaten bekräftigen ihre Hal-

Seite 1

�tung, daß gegen Staaten, die die Konvention über
chemische Waffen verletzen, Sanktionen verhängt
werden sollten und daß sie selbst als Reaktion gegen
Verletzungen der Konvention, insbesondere den Einsatz chemischer Waffen, Sanktionen verhängen werden. Die Vereinigten Staaten werden darüber hinaus
neue Verifizierungsmaßnahmen für die Inspektion von
Orten vorschlagen, an denen die Herstellung oder
Lagerung chemischer Waffen vermutet wird.
Die neue Initiative des Präsidenten ist ein weiterer
Beweis seiner anhaltend energischen persönlichen
Bemühungen zur Erlangung eines multilateralen Abkommens, das chemische Waffen verbietet. Als Vizepräsident legte er im Jahr 1984 vor der Genfer Abrüstungskonferenz den Entwurf einer Konvention über
chemische Waffen vor, der die Führungsrolle der
Vereinigten Staaten in diesen Verhandlungen begründete. Gemeinsam mit den darauf folgenden amerikanischen Vorschlägen bildete dieser Vertragsentwurf
den Schwerpunkt der Gespräche. Er findet in dem
gegenwärtig umlaufenden Vertragsentwurf, der in Genf
weiter ausgearbeitet wird, seinen Niederschlag.
In den nächsten Monaten gedenken wir weiterhin eine
führende Rolle bei der Erstellung tragfähiger Lösungen der noch ausstehenden Probleme in den Verhandlungen zu spielen. Wir erwarten, daß andere ebenfalls
ihre Bereitschaft zeigen, um die Meinungsverschiedenheiten zu überwinden, mit denen sich die Verhandlungsführer in der Vergangenheit plagen mußten.
Die Einigung über Verifizierung bleibt ein zentraler
Streitpunkt, insbesondere die Übereinkunft zu den
Vorschriften für die Untersuchung vermuteter Vertragsverletzungen. Eine Reihe von Ansätzen für Adhoc-Inspektionen wurden bereits erörtert. Die Gespräche konzentrierten sich auf einen geregelten Zugang
zu vermuteten Standorten. Da es abweichende Ansichten über den Grad des Zugangs gab, waren wir
bestrebt, die Notwendigkeit des Zugangs zur Verifizierung mit der Notwendigkeit des Schutzes sicherheitsempfindlicher nationaler Maßnahmen in Einklang zu
bringen, die nicht mit chemischen Waffen zusammenhängen. Wir engagieren uns weiterhin für ein fundiertes Verifikationsregime, und wir haben uns energisch
dafür eingesetzt, ein befriedigendes Gleichgewicht
zwischen Zugang und Schutz nationaler Sicherheitsinteressen herzustellen.
Unsere bilateralen Gespräche mit der Sowjetunion
sind wichtiger Bestandteil der amerikanischen Bemühungen zur Erlangung eines multilateralen Abkommens über das Verbot chemischer Waffen. Mit diesen
Gesprächen sollen die multilateralen Verhandlungen
über ein Verbot chemischer Waffen gefördert, nicht
ersetzt werden. Ich gehe vielmehr davon aus, daß ein
multilaterales Chemiewaffenverbot nicht verwirklicht
werden kann, wenn die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion nicht eng zusammenarbeiten. Wie Sie
wissen, ist der Leiter der sowjetischen Delegation bei

Seite 2

der Genfer Abrüstungskonferenz, Botschafter Sergej
Batsanow, dieses Jahr auch Vorsitzender des multilateralen Verhandlungsausschusses. Es gibt dieses
Jahr also noch mehr Gründe, eng mit der sowjetischen
Delegation zusammenzuarbeiten. Wir haben ihn unserer
Unterstützung und Zusammenarbeit im Hinblick auf
die angestrebte rasche Vollendung einer Konvention
versichert, die wirksam sein und die Sicherheit der
Vereinigten Staaten und anderer Parteien verbessern
wird.
Wir arbeiten mit der Sowjetunion bei einer Reihe von
Problemen zusammen.
Im September 1989 haben die Vereinigten Staaten
und die Sowjetunion eine Regierungsvereinbarung
unterzeichnet, um mehrOffenheit über die Fähigkeiten
zur Herstellung chemischer Waffen beider Seiten zu
erzielen und praktische Erfahrungen zu gewinnen, mit
denen die Durchführung eines multilateralen Verbots
erleichtert werden kann. Im Rahmen dieser Vereinbarung haben beide Seiten allgemeine Informationen
über ihre C-Waffenarsenale und Produktionsstätten
ausgetauscht und sich gegenseitig Besuche in wichtigen Fabriken und Militäreinrichtungen abgestattet. Zu
einem späteren Zeitpunkt werden beide Seiten detaillierte Informationen über ihre Arsenale austauschen
und Inspektionen in bekannten und bisher unbekannten Eirichtungen durchführen. Ich sollte darauf hinweisen, daß die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten
sich gegenseitig im Zeitraum vor und nach der Unterzeichnung der multilateralen C-Waffenkonvention eine
Reihe von 10 Ad hoc-Inspektionen genehmigt haben.
Dabei wurde der Ratifizierungsprozeß beider Länder
berücksichtigt und auf mögliche Anliegen eingegangen.
Im Juni 1990 haben die Präsidenten Bush und Gorbatschow ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, das
einen wichtigen Schritt in Richtung auf ein Verbot
chemischer Waffen darstellt. Beide Seiten fordern die
Einstellung der Produktion chemischer Waffen und
den Beginn der Vernichtung von Arsenalen. Sie kamen
überein, diese beiden Schlüsselbedingungen des
multilateralen Verbots noch vor seinem Inkrafttreten
durchzuführen.
Seit letzten Sommer arbeiten beide Seiten an detaillierten Verfahrensweisen zur Durchführung des bilateralen Abkommens vom Juni 1990. Die Sowjetunion
hatte Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines zustimmungsfähigen Programms zur Vernichtung.
Deshalb konnte sie ihren Unterhändlern nicht die erforderlichen Instruktionen erteilen, mit denen wir das
Protokoll hätten abschließen können.
Die Schwierigkeiten beim sowjetischen C-WaffenVernichtungsprogramm haben ernste Besorgnis über
die Fähigkeit der Sowjetunion aufkommen lassen,
gemäß dem bilateralen Abkommen bis zum 31. Dezember 1992 mit der Vernichtung zu beginnen. Wir

AMERIKA DIENST 21

�haben klargestellt, daß wir uns nicht mit symbolischen
Handlungen begnügen werden - die Bestrebungen zur
Vernichtung müssen ernsthaft eingeleitet werden.
Darüber hinaus haben wir unsere Bereitschaft dokumentiert, unsere Erfahrung und unser Know-how zur
Verfügung zu stellen.
Unseres Wissen nach hat Präsident Gorbatschow die
zuständigen Ministerien angewiesen, einen überarbeiteten Vernichtungsplan zu erarbeiten, der die Einlassungen des Obersten Sowjet ebenso berücksichtigt
wie die praktischen Schwierigkeiten, die sich ergeben
haben. Der Plan soll im Mai abgeschlossen und dem
Obersten Sowjet im Juni vorgelegt werden. Der Inhalt
des überarbeiteten Programms ist uns noch nicht
bekannt.
Die Verzögerung bei der Fertigstellung des Protokolls
für das Abkommen vom Juni 1990 hat natürlich die
Unterbreitung des Abkommens im Kongre ß für dessen
Zustimmung verzögert. Zu diesem Zeitpunkt kann ich
nicht vorhersagen, wann wir dazu in der Lage sein
werden. Ich möchte Ihnen versichern, daß wir das
Abkommen nicht unterbreiten werden, bis wir sicher
sein können, daß die Sowjetunion die Schwierigkeiten
mit ihrem C-Waffen-Vernichtungsprogramm gelöst hat
und es guten Grund zu der Annahme gibt, daß die
Bestimmungen des Abkommens von beiden Seiten
erfüllt werden können. Das bilaterale Abkommen hat
jedoch eine wichtige Rolle gespielt, indem es der
Sowjetunion die Notwendigkeit vor Augen geführt hat,
im Hinblick auf ein für die multilaterale C-Waffenkonvention erforderliches Vernichtungsprogramm schnell
zu handeln.
Das Abkommen von Juni 1990 verpflichtet beide Seiten, versuchsweise Ad hoc-Inspektionen durchzuführen. Obwohl die Arbeit am Protokoll Priorität hatte,

*

AMERIKA DIENST 21

*

haben beide Seiten fruchtbare Vorgespräche über
Modalitäten zur Ausführung dieser versuchsweisen
Ad hoc-Inspektionen geführt. Solche Modalitäten
müssen natürlich auf einem gemeinsamen Ansatz für
Ad hoc-Inspektionen basieren. Ich erwarte, daß sich
die Arbeit an einem gemeinsamen Ansatz im Hinblick
auf die baldmöglichste Vervollständigung der Modalitäten während der nächsten bilateralen Runde intensivieren wird. Selbstredend ist die Lösung von Differenzen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten
Staaten über Ad hoc-lnspektionen auch entscheidend
für Fortschritte bei den multilateralen Verhandlungen.
Zum Schluß möchte ich das Engagement der Regierung bekräftigen, sobald wie möglich ein umfassendes, weltweites Verbot chemischer Waffen zu erzielen. Wir sehen der engen Zusammenarbeit mit dem
Kongreß entgegen, um dieses wichtige Ziel zu erreichen.
Die mit der jüngsten Initiative des Präsidenten vorgelegten Vorschläge sollen die Sackgasse bei wichtigen
Fragen überwinden und einzelnen Ländern Anreize
schaffen, der Konvention beizutreten. Wir versuchen,
die Dringlichkeit zu betonen, indem wir einen Termin
für die Endfassung der Konvention setzen und anhaltende Verhandlungen fordern.
Allein können wir keine Konvention erreichen. Wir sind
nur einer der 39 offiziellen Verhandlungspartner. Der
Abschluß der Konvention wird die Zusammenarbeit
und den Einsatz der Beobachterländer bei der Abrüstungskonferenz und anderer Länder fordern. Auf sie
schauen wir, damit sie uns in einer letzten Anstrengung zum Abschluß der Konvention unterstützen und
damit gewährleisten helfen, daß künftige Generationen nicht mit dem Gespenst der chemischen Kriegführung leben müssen.

*

*

Seite 3

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11158">
              <text>29.05.1991</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11159">
              <text>&lt;span style="vertical-align: inherit;"&gt;&lt;span style="vertical-align: inherit;"&gt;Herausgeben US Information &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="vertical-align: inherit;"&gt;&lt;span style="vertical-align: inherit;"&gt;Service Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11160">
              <text>Amerikadienst 29.05.1991</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11161">
              <text>&lt;strong&gt;1. Naher Osten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Baker: Nahostkonferenz "Mittel zum Zweck" &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung vor Kongreßausschuß&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Golfkrieg unterstrich Sicherheitskonzept der NATO&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Botschafter Taft&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Chemische Waffen&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Bushs Chemiewaffeninitiative beschleunigt Genfer Gespräche&lt;br /&gt;&lt;em&gt;ACDA-Director Lehman vor Senatsausschuß&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="43">
          <name>Identifier</name>
          <description>An unambiguous reference to the resource within a given context</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11162">
              <text>http://141.20.126.127/omeka/files/original/fce0449b4d3985bf0331f7b1cf991991.pdf</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11163">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
