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dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

^ . .

eti*
11

20. März 1991

NAHER OSTEN

BAKER: POSITIVE REAKTION AUF IDEEN
ZUM NAHEN OSTEN
Pressekonferenz des
US-Außenministers

OSTEUROPAHILFE

OSTEUROPAHILFE HAT HOHEN STELLENWERT FÜR VEREINIGTE STAATEN
Erklärung von Botschafter
Robert L. Barry

ABRÜSTUNG

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

LEHMAN: NOCH IMMER PROBLEME
BEI KSE
Rede des ACDA-Direktors
vor dem Kongreß

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2372
Telex: 8-85432

�Frage: Haben Sie sich bei den Vorplanungen als
Initiator einzelner Punkte gesehen, oder wollen Sie
sich heraushalten und Zugeständnisse von anderer
Seite erbitten, ohne auf Einzelheiten einzugehen? Mit
anderen Worten, werden Sie einen Plan vorlegen?
Antwort: Wir haben mit diesen Ländern Einzelheiten
besprochen. Wir wollten insbesondere dort Ideen
vortragen. Wir wollten unsere Ideen auf sie wirken
lassen und ihre Ansichten und Ideen dazu hören, und
das ist auch geschehen. Der sicherste Weg, unsere
eigenen Bemühungen zunichte zu machen, bestünde
darin, auf zuviele Einzelheiten zu pochen, weil sich
damit unsere Gesprächspartner zu - unter Umständen
negativen und verfrühten - Reaktionen genötigt sähen.
Frage: Was werden Sie diese Woche tun? Damit
möchte ich sagen, werden Sie als ^nächstes für die
Vereinigten Staaten eine Initiative starten, oder werden Sie bis zum Ablauf einer Art von Frist warten, die
Sie den anderen Parteien gesetzt haben?
Antwort: Wir haben bereits mit einigen dieser Länder
Gespräche geführt, und wir werden dies in der kommenden Woche weiterverfolgen. Wir werden dies
primär telefonisch tun. Wir haben aber bereits darüber
gesprochen. Wenn Sie mich nun nach dem Wer,
Wann und Wo fragen, so kann ich darauf nicht eingehen.
Frage: Ich wollte Sie fragen, ob Sie bei diesen
Telefongesprächen Antworten erwarten, oder ob sie
sie auffordern werden, neue Ideen zu unterbreiten?
Antwort: In einigen Fällen werden wir möglicherweise
eine spezielle Frage ansprechen und fragen:

Was

halten Sie davon? Welchen Eindruck macht der
folgende Gedanke auf Sie? Stellen Sie sich vor, wir
würden X veranlassen, Y zu tun, würden Sie dann
bereit sein, Z zu tun? Etwa in der Art.
Frage: Herr Minister, Sie haben alle in der Region
aufgefordert, sämtliche Geiseln oder Gefangene oder
sterbliche Überreste zu übergeben, die sie vielleicht
noch haben oder die von der anderen Seite gewünscht
werden könnten. Hatten Sie Grund zu der Annahme,
es könnte in diesem Bereich Fortschritte geben?
Antwort: Sie wissen, wie sensibel diese Frage ist, und
ich möchte darauf auch bei einem Hintergrundgespräch nicht eingehen, da ich nichts tun möchte, das in
irgeneiner Weise mögliche Aussichten und Chancen
auf Verbesserungen in der Geiselfrage gefährden
könnte. Ich werde dazu also nicht weiter Stellung
nehmen.
Frage: In Ihrer Pressekonferenz gestern abend hatten
Sie so etwas jedoch angedeutet.
Antwort: Ich habe nichts derartiges angedeutet,
au ßer, da ß wir diese Frage mit versch iedenen Ländern
erörtert haben.

Seite 2

Frage: Herr Minister, ich möchte Sie nicht zu den
Geiseln befragen. Ich möchte eine Frage zum Iran
stellen. Haben die Vereinigten Staaten eine Initiative
gestartet, um irgendeine Art neuer Kontakte mit der
Regierung des Iran aufzunehmen und Gespräche zu
führen, sei es über Geiseln oder Terrorismus oder
andere Fragen - Sicherheit am Golf, Beziehungen zu
Saudi-Arabien. Stehen wir am Beginn eines Prozesses mit dem Iran, der zu einem Wandel in der seit
einem Jahrzehnt bestehenden Politik führen könnte?
Antwort: Ich möchte Ihnen Unsere Politik im Hinblick
auf den Iran folgendermaßen erläutern: Erstens sprechen wir mit dem Iran, wie Sie alle wissen, über dritte
Parteien. Diese Kommunikation wurde während dieser Krise und danach von beiden Seiten fortgesetzt.
Frage: Wann das letzte Mal?
Antwort: Lassen Sie mich zunächst meine Ausführungen zu unserer Politik beenden, danach können Sie
gerne weiterfragen. Wir haben der Regierung des Iran
verdeutlicht, daß wir zur Aufnahme offizieller Kontakte
bereit sind - zu offiziellen Regierungskontakten. Jeder
sinnvolle Dialog mit dem Iran müßte jedoch notwendigerweise auch die Frage unserer Geiseln im Libanon
sowie der staatlichen Förderung des Terrorismus einbeziehen. Dies ist unsere politische Haltung gegenüber dem Iran, und es würde mich überraschen, wenn
Sie darüber erstaunt wären. Wann wir ihnen das letzte
Mal eine Botschaft übermittelt haben oder eine Botschaft von ihnen erhalten haben, möchte ich jetzt nicht
erörtern.
Frage: Meine Frage lautet aber, ob wir am Beginn
eines Prozesses stehen. Jahrelang war es jedoch so,
daß die Vereinigten Staaten zum Telefonhörer griffen
und keine positive Antwort erhielten. Besteht auf
iranischer Seite irgendeine Neigung dazu, sich an
einem Prozeß zu beteiligen?
Antwort: Ich möchte dazu nicht weiter Stellung nehmen. Es tut mir leid.
Frage: Herr Minister, in Ihrer Eingangserklärung
haben Sie zwei Bereiche aufgeführt, zu denen Konsens bestanden habe - Rüstungskontrolle und den
Friedensprozeß. Zu Beginn waren Sie von vier Bereichen ausgegangen. Einer davon war die Frage der
Wirtschaftszusammenarbeit, der andere die Sicherheit am Golf. Wollten Sie damit sagen, der Konsens
habe größtenteils bei den zwei von Ihnen erwähnten
Bereichen bestanden...?
Antwort: Nein, wahrscheinlich haben Sie mich mißverstanden. Ich sprach über Sicherheit. Ich erklärte,
wir seien auf breite Unterstützung für unsere Gedanken über Sicherheit gestoßen. Breite Unterstützung
zur Sicherheit und einen Konsens, daß es jetzt an der
Zeit ist, Bemühungen bei der Rüstungskontrolle und
dem Friedensprozeß zu unternehmen. Breite Unter-

AMERIKA DIENST 11

�Stützung für die Sicherheit - unsere Gedanken zur
Sicherheit - und ein Konsens, daß in der Tat in den
beiden anderen Bereichen hier eine bedeutende Chance
besteht, eine Gelegenheit - ein Fenster der Gelegenheit. Sie haben dies bereits früher von mir gehört.
Frage: Herr Minister, Sie haben unverbindliche Pläne,
in naher Zukunft in die Sowjetunion zurückzukehren,
vielleicht in vier Wochen, jedenfalls haben wir das
gehört. Sie möchten dann über Rüstungskontrolle
sprechen.
Antwort: Nein, ich habe solche Pläne nicht.
Frage: Herr Minister, könnten Sie Ihre heutigen
Gedanken zum Irak etwas erläutern. Wir haben es hier
mit einem Land zu tun, bei dem es sich wirklich um eine
Art großen Libanon handelt und das nur von der
eisernen Faust Saddam Husseins zusammengehalten wurde. Was wird Ihrer Meinung nach geschehen,
wenn Saddam Hussein abgesetzt wird? Wie werden
wir dieses Land zusammenhalten?
Antwort: Erstens möchte ich sagen, daß wir und der
Rest der Koalition die Erhaltung der territorialen Integrität des Irak wünschen. Wir möchten keine Libanisierung des Irak. Ich kann Ihnen zur Zeit keine
Prognose über die zukünftige Lage geben. Im Hinblick
auf unsere Reaktionen auf die sich weiter entwickelnde Situation sind diese beiden Prinzipien sind für uns
jedoch vordringlich. Wir wünschen dort kein Machtvakuum, und wir haben dies seit Beginn der Krise erklärt.
Frage: Welches sind Ihrer Meinung nach die Konsequenzen, wenn Saddam Hussein es im Hinblick auf die
Erklärung des Präsidenten zum Einsatz chemischer
Waffen oder von Hubschraubern darauf ankommen
läßt...
Antwort: Sie erwarten von mir, daß ich Ihnen sage,
was wir tun werden, und das werde ich nicht tun. Ich

*

AMERIKA DIENST 11

habe das bereits gestern abend abgelehnt. Der Präsident hat es gestern abgelehnt.
Frage: Kann ich es anders formulieren? Vertrauen
Sie darauf, daß wir uns nicht in eine ungemütliche
militärische Situation verwickeln, wenn der Präsident
seine Warnung oder Drohung wahrmacht?
Antwort: Damit müßte ich sagen, welches die Folgen
wären, und dazu bin ich nicht bereit.
Frage: Herr Außenminister, dies ist ihr zweiter Versuch beim arabisch-israelischen Friedensprozeß.
Können Sie uns sagen, was Sie aus ihren bisherigen
Bestrebungen gelernt haben und ob Sie frühere Fehler
vermeiden konnten?
Antwort: Ich habe gelernt, wie hartnäckig dieses
Problem ist, und das habe ich bereits bei vielen Gelegenheiten erklärt. Ich - wir haben aus dem ersten
Unternehmen gelernt, daß noch andere Prinzipien
zum Tragen kommen, die da lauten, niemand kann
den Frieden zwischen Arabern und Israelis schaffen,
wenn beide Parteien ihn nicht wirklich wollen. Ich
denke, damit stellt sich die Situation jetzt etwas anders
dar, da in der Region erhebliche Veränderungen stattgefunden haben und wir damit vielleicht Gelegenheit
haben, als Katalysator zu fungieren. Aus den bei
dieser Reise geführten Gesprächen habe ich den
Eindruck gewonnen, daß es den Parteien um eine
echte Versöhnung geht und sie aktiv für den Frieden
arbeiten wollen. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser

Eindruck bestätigt. Das wird sich noch erweisen. In
den nächsten Wochen werden wir dazu die Probe
aufs Exempel machen, indem wir bestimmte Ideen
und Vorschläge unterbreiten. Dabei können wir
erkennen, ob alte Klischees durchbrochen und traditionelle, wenig flexible Positionen zurechtgerückt werden können, denn wenn das nicht geschieht, wird es
keinen Frieden geben.

* * *

*

Seite 3

�OSTEUROPAHILFE
20. März 1991

OSTEUROPAHILFE HAT HOHEN STELLENWERT
FÜR VEREINIGTE STAATEN
Erklärung von Botschafter Robert L. Barry
WASHINGTON - (AD) - Dem Sonderberater im US-Außenministerium, Botschafter Robert L. Barry, zufolge
haben Mittel- und Osteuropa trotz der Krise am Persischen Golf weiterhin "einen hohen strategischen
Stellenwert für die Vereinigten Staaten".

Bei einer Anhörung vor dem Unterausschuß des
Repräsentantenhauses für den Nahen Osten und Europa
erläuterte Barry am 14. März 1991 die Haushaltsvorlage der Bush-Administration, die im Haushaltsjahr 1992
Hilfen in Höhe von 470 Millionen Dollar für die Region
vorsieht. Davon entfallen 70 Millionen Dollar auf die
Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
(EBWE) und 180 Millionen auf Programme im Rahmen
des Gesetzes zur Unterstützung der Osteuropäischen
Demokratien (Development for Eastern European
Democracies - SEED). Die verbleibenden 220 Millionen Dollar sollen für Programme ausgegeben werden,
die bereits im Haushaltsjahr 1991 aufgenommen wurden.
Insgesamt sei die Administration bestrebt, ihr Osteuropaprogramm flexibel zu gestalten und keine spezifischen Projekte festzulegen, die in bestimmten Ländern durchgeführt werden sollten, erklärte Barry. Dies
"steht im Einklang mit unserem Wunsch, keine Mittelzuweisung nach Ländern oder Programmen vorzunehmen".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von
Botschafter Barry im Wortlaut.

Ich begrüße die Gelegenheit, Ihnen heute unser Hilfsprogramm für die Länder Mittel- und Osteuropas zu
erläutern. Wie der Präsident in seiner Rede vor dem
New York Economic Club am 7. Februar erklärte, "hat
sich unsere Administration verpflichtet, zu helfen und
dabei eine Führungsrolle zu spielen". Trotz der Krise
am Persischen Golf hatte die Hilfe für Mittel- und
Osteuropa in den vergangenen Monaten weiterhin
einen hohen strategischen Stellenwert für die Vereinigten Staaten.

AMERIKA DIENST 11

Die Vereinigten Staaten haben die Bildung des
Zentrums für Volkswirtschaften im Übergang
durch die OECD gefordert, um Unterstützung
für wirtschaftliche Reformen zu gewähren.
Darüber hinaus haben wir eine führende Rolle
bei der Schaffung des Programms "Partner im
Übergang" gespielt, das eine engere Beziehung
zwischen der OECD und den Ländern in der
Region vorsieht, in denen die Reformen am weitesten gediehen sind.
Die Vereinigten Staaten übernahmen die Führung dabei, andere IWF-Mitglieder davon zu
überzeugen, die Kreditpolitik des IWF zu modifizieren und dadurch den von der Golfkrise
geschädigten Ländern mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Aufgrund dieser Veränderungen steht der IWF kurz vor der Vergabe von bis
zu 7,5 Milliarden Dollar an fünf Länder Mittelund Osteuropas in der ersten Hälfte dieses
Jahres.
Und die Vereinigten Staaten bemühen sich an
führender Stelle darum, im Pariser Club eine
echte und substantielle Reduzierung der polnischen Schulden zu erlangen.
Amerikanische Maßnahmen im Haushaltsjahr 1991
Im Jahr 1991 setzen wir die vom Präsidenten 1989
festgelegte und vom Kongreß im Gesetz für die Unterstützung der Osteuropäischen Demokratien ausgearbeitete Strategie fort - mit dem Ziel, demokratische
Reformen und die Schaffung von Marktwirtschaften zu
fördern.

Seite 1

�Wie Sie wissen, wurde der Stellvertretende Außenminister Eagleburger vom Präsidenten zum Koordinator
der amerikanischen Regierungshilfe für Mittel- und
Osteuropa ernannt. Seine Stellvertreter sind der Stellvertetende Finanzminister Robson sowie der Vorsitzende der Wirtschaftsberatergruppe, Boskin. Die
laufende Koordinierung unserer Hilfsbemühungen wird
von meinem Büro wahrgenommen. Bei der Entwicklung der Gesamtstrategie und der Festsetzung von
Prioritäten arbeiten wir eng mit dem Amt für Internationale Entwicklung (Agency for International Development - AID) zusammen. Femer setzen wir die enge
Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in der G-24
fort, um sicherzustellen, daß unsere Programme die
von anderen Geberländern durchgeführten ergänzen.
Aufgrund unserer Erfahrungen bei der Durchführung
des SEED-Gesetzes von 1989 bat die Regierung um
Flexibilität, die der Kongreß uns im Haushaltsjahr 1991
auch gewährt hat. Dies war unserer Ansicht nach
notwendig, weil sich die Politik in manchen Ländern
schnell wandelte und sich infolgedessen der Anspruch
auf US-Hilfe und die Fähigkeit zu ihrer Nutzung ständig
veränderte. Diese Flexibilität haben wir folgendermaßen genutzt:
Zunächst haben wir einige Schlüsselsektoren herausgegriffen, in denen die Vereinigten Staaten unserer
Meinung nach einen vergleichbaren Vorteil hatten und
bei denen uns die hilfebedürftigen Länder bekannt
waren. Beispielhaft für diese Sektoren sind die Ausbildung von Führungskräften, Privatisierung und Umstrukturierung der Unternehmen, Finanzdienstleistungen, kommunale und öffentliche Verwaltung sowie
Ausbildung von Parlamentariern.
Dann haben wir mit den Regierungen der Gastgeberländer den Dialog über ihre Prioritäten aufgenommen.
Dabei haben wir mehrere Wege eingeschlagen. Unsere
Botschaften haben die Gespräche eingeleitet und sind
nach wie vor unsere wichtigste Verbindung zu den
Empfängerstaaten. Die Koordinatoren haben sowohl
in den Ländern selbst als auch in Washington Vertreter
der Gastregierung an der Planung beteiligt. Darüber
hinaus haben wir mit den künftigen Koordinatoren in
den Empfängerländern korrespondiert. Mit diesen
Mitteln entwerfen wir kontinuierlich unsere Länderprogramme und entwickeln sie weiter. Sobald AID-Vertreter in diesen Ländern stationiert sind, werden diese
eine wichtige Rolle spielen.
Als erster Schritt erarbeiten wir mit den Regierungen
und unseren Botschaftern Entscheidungen über grundlegende Bestandteile des Programms - Projekte, die
für ein bestimmtes Land in Frage kommen. Diese
Länderprogramme umfassen eine große Bandbreite
von kleinen, sehr speziellen Projekten in Rumänien bis
zu Programmen in großem Umfang etwa für Polen. In
diesem Rahmen wird die tatsächlich zu leistende Hilfe
von der Nachfrage gesteuert. Im Bereich der Hilfe zur
Privatisierung können sich zum Beispiel Länder, die

Seite 2

den Weg zur freien Marktwirtschaft eingeschlagen
haben, im Rahmen des Projekts zur Privatisierung und
Umstrukturierung von Unternehmen das Know-how
aus den Vereinigten Staaten zunutze machen. Dieses
Projekt leistet praktische Hilfe in verschiedenen Bereichen der Privatisierung in einer Volkswirtschaft Buchhaltung, Revision, Rechtsberatung, Bankgeschäfte etc.
Wir gewähren keine genauen Mittel pro Land, außer
für bestimmte Programme wie etwa die Unternehmensfonds. Im allgemeinen werden solche Länder,
die Reformen am schnellsten verwirklichen, unsere
verschiedenen Projekte am besten nutzen können.
Damit werden zwei Bedingungen erfüllt: unsere Hilfe
kann besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse der
Länder eingehen, und die Menschen in Mittel- und
Osteuropa werden zu schnelleren Reformbestrebungen ermutigt.
Gleichzeitig werden wir unsere politische Hilfe vorrangig in Ländern leisten, wo demokratische Reformen
am notwendigsten sind, etwa in Rumänien.
Leitlinien
Für das nächste Jahr planen wir, uns von den folgenden Prinzipien leiten zu lassen:
Wir werden den Schwerpunkt auf Projekte legen, die
schnell eingeleitet werden und unmittelbare Erfolge
zeitigen können.
Wir werden unsere Hilfe auf einen bestimmten Bereich
konzentrieren, in dem die Vereinigten Staaten einen
vergleichbaren Vorteil haben.
Wir werden allgemeine Programme einführen, die je
nach den Bedürfnissen einzelner Länder modifiziert
werden können.
Wir werden diese Programm möglichst von Washington aus organisieren.
Wir werden Ausbildungsprogramme eher in den
Empfängerländern als in den Vereinigten Staaten
durchführen, um rentabler zu arbeiten und eine Abwanderung von Arbeitskräften zu verhindern.
Wir werden den Schwerpunkt auf die Ausbildung von
Lehrern und das "Erziehen der Erzieher" legen.
Wir werden in größtmöglichem Umfang die Entwicklung des Privatsektors fördern und dort, wo private
Stellen bereits existieren, mit ihnen zusammenarbeiten.
Wir werden möglichst mit den neuen Institutionen
zusammenarbeiten und die Gründung weiterer Stellen
vermeiden.
Wir werden dauerhafte Beziehungen zwischen amerikanischen Institutionen und Organisationen in Mittelund Osteuropa herstellen, um die Präsenz der VereiAMERIKA DIENST 11

�nigten Staaten in der Region zu verstärken und nach
Abschluß unserer offiziellen Hilfsprogramme Kontinuität zu gewährleisten.
Wir werden Programme fördern, die primär auf die
Bedürfnisse der Menschen in Mittel- und Osteuropa
eingehen und nicht vordringlich amerikanischen Organisationen dienen.
Wir werden die Aktivitäten anderer Geberländer und
der internationalen Finanzinstitutionen berücksichtigen, damit unsere Programme die Arbeit der anderen
ergänzen und nicht duplizieren.
Ferner werden alle Programme darauf ausgerichtet
sein, daß unsere Programme Übergangscharakter
haben, und wir sollten Programme vermeiden, die eine
langfristige Finanzierung der Vereinigten Staaten erfordern.
Ausblick ins Haushaltsjahr 1992
Die Regierung hat 470 Millionen Dollar für das Haushaltsjahr 1992 gefordert und damit mehr als 1991.
Davon entfallen 70 Millionen auf die Europäische Bank
für Wiederaufbau und Entwicklung. Von den verbleibenden 400 Millionen sollen etwa 180 Millionen Dollar
in die Finanzierung von Programmen fließen, die mit
SEEDI eingeführt wurden. Dazu zählen die polnischund ungarisch-amerikanischen Unternehmensfonds
sowie die Programme für Umwelt und Energie. Mit

dem Rest von etwa 220 Millionen sollen die 1991
begonnenen Programme und unsere neuen Initiativen
fortgeführt werden.
Bei der Erörterung dieser neuen Initiativen möchte ich
zunächst diejenigen erwähnen, für die wir um die
Ermächtigung des Kongresses ersuchen. Es handelt
sich hierbei zum einen um die Befugnis, neue Unternehmensfonds ähnlich dem kürzlich für die Tschechoslowakei ins Leben gerufenen zu gründen. Der Vorstand des tschechoslowakisch-amerikanischen Unternehmensfonds kam am Freitag, dem 8. März 1991
zum ersten Mal zusammen, und wir gehen davon aus,
daß bis Ende dieses Monats 5 Millionen Dollar transferiert werden.
Darüber hinaus ersuchen wir um die Befugnis der
Legislative, das Pilotprogramm zur Kapitalbildung der
Entwicklungsgesellschaft OPIC dahingehend zu erweitern, daß auch Mittel- und Osteuropa einbezogen
werden. Sobald wir diese Befugnis erhalten haben,
wird das Pilotprogramm Teil eines größeren Projekts
bilden, das wir zur Förderung der amerikanischen
Beteiligung am Privatsektor in der Region erarbeiten.
Eine Initiative, die keiner Aufstockung der Mittel, sondern besonderer Befugnis bedarf, ist ein Zusatz zum
Handelsgesetz von 1974, der die Entbindung der
Tschechoslowakei und Ungarns von den Bestimmungen von Titel IV, einschließlich des Jackson-VanikZusatzes vorsieht. Dieser Punkt ist nicht Teil unseres

AMERIKA DIENST 11

Gesetzentwurfs zur Hilfe für Mittel- und Osteuropa,
sondern vielmehr ein Zusatz zum Handelsgesetz, und
wir werden mit den entsprechenden Ausschüssen
zusammenarbeiten, um das beste Vorgehen in dieser
Angelegenheit zu ermitteln. Wir bitten dringend um
Ihre Unterstützung dieser Initiative, dank der wir uneingeschränkte GATT-Beziehungen mit der Tschechoslowakei und Ungarn unterhalten könnten.
Neben diesen speziellen Befugnissen nimmt der
Gesetzentwurf der Administration alle Befugnisse von
SEED I auf und erweitert sie auf andere Länder in
Mittel- und Osteuropa. Er sieht die Unterstützung
mehrerer umfassender Kategorien vor und nimmt keine
Auflistung einzelner, in bestimmten Ländern durchzuführender Projekte vor. Dies steht natürlich im Einklang mit unserem Wunsch, keine Mittelzuweisung
nach Ländern oder Programmen vorzunehmen.
Auch einige der neuen Initiativen für 1991 benötigen
keine besondere Befugnis. Die Administration hat sich
beispielsweise zur Beteiligung an der G-24-Zusatzfinanzierung für die Tschechoslowakei und Ungarn
verpflichtet. In beiden Fällen hat der IWF die Notwendigkeit der Zusatzfinanzierung ausgemacht, um deren
Bereitstellung er die G-24 gebeten hat. Der IWF hat
diesen Bedarf auf 1 Milliarde Dollar für die Tschechoslowakei und 500 Millionen für Ungarn eingestuft. Der
Großteil dieser Mittel wird in Form von Anleihen und
Krediten, teils mit Zuschüssen vergeben. Der amerikanische Anteil erfolgt in Form von sektoralen Zuschüssen, die von der AID verwaltet werden - 15
Millionen für die Tschechoslowakei und 10 Millionen
für Ungarn. Darüber hinaus erwägen wir die Beteiligung an solchen Mechanismen für Bulgarien, das dem
IWF zufolge Bedarf an zusätzlicher Finanzierung in
Höhe von 800 Millionen Dollar hat.
Wie ich oben bereits erwähnt habe, entwickeln wir ein
Projekt, um den Transfer amerikanischer Technologie
und den amerikanischen Kapitalfluß nach Mittel- und
Osteuropa zu erleichtern und die Beteiligung kleiner
und mittlerer amerikanischer Firmen an diesem Markt
zu stimulieren. Dies wird wiederum Wirtschaftsreformen und die Entwicklung des Privatsektors in der
Region fördern. Dieses Projekt enthält eine Reihe von
Komponenten, die eine größere Beteiligung amerikanischer Firmen in der Region zum Ziel haben, insbesondere in den Schlüsselsektoren Landwirtschaft,
Wohnungsbau, Telekommunikation, Energie und
Umwelt.
Andere von uns in die Wege geleitete Initiativen, die
keiner besonderen Ermächtigung bedürfen, sind unsere regionalen Umwelt- und Energieprogramme. Diese
Programme sollen die Zusammenarbeit zwischen den
Ländern in der Region fördern. Wir haben die Regierungen Mittel- und Osteuropas davon in Kenntnis
gesetzt, daß wir bereit sind, Anträge zu regionalen
Vorschlägen zu erörtern, die zwei oder mehr Länder in
der Region in vorgesehene Lösungen wechselseitiger
Seite 3

�verfügen, die sich jetzt vollziehenden Übergangsreformen dauerhaft zu gestalten. Das soll jedoch nicht
hei ßen, daß die technische Hilfe, die wir als Regierung
zur Verfügung stellen können, unwichtig ist. Im Gegenteil - die technische Hilfe wird dazu beitragen, die
Natürlich werden wir die Projekte in anderen Bereichen Bedingungen zu schaffen, unter denen der Privatsekfortführen, wie etwa demokratische Initiativen, Woh- tor florieren kann. Herr Vorsitzender, ich danke Ihnen
nungsbau, Landwirtschaft, Gesundheitsfürsorge, für die Gelegenheit, heute hier sprechen zu dürfen und
Managementausbildung sowie Umstrukturierung des sehe der Zusammenarbeit mit Ihnen und dem AusArbeitsmarkts.
schuß in den kommenden Wochen und Monaten gerne entgegen, wenn wir die Verwirklichung unserer
Abschließend möchte ich betonen, daß die wahren Unterstützungsprogramme fortsetzen.
Retter Mittel- und Osteuropas die Privatunternehmer
sein werden, die über das Know-how und Kapital

Probleme einbeziehen. Viele dieser regionalen Projekte könnten zur Mitfinanzierung durch die EBWE,
IBWE und die Europäische Kommission in Betracht
kommen.

*

Seite 4

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*

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AMERIKA DIENST 11

�ABRÜSTUNG
20. März 1991

LEHMAN: NOCH IMMER PROBLEME BEI KSE
Rede des ACDA-Direktors vor dem Kongreß
WASHINGTON - (AD) - Dem Direktor des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA), Ronald Lehman,
zufolge ist der Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) noch immer mit "einigen Kernproblemen"
befrachtet.
Eines der beunruhigendsten dieser Probleme betrifft den Antrag der Sowjetunion, drei ihrer gepanzerten
Divisionen als Küsten Verteidigungskräfte der Marine zu reklassifizieren, erklärte Lehman vor dem Unterausschuß des Repräsentantenhauses für Rüstungskontrolle, internationale Sicherheit und Wissenschaft am 13.
März 1991.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Direktor Lehman im Wortlaut.

Herr Vorsitzender, wie immer ist es eine große Ehre
und ein Vergnügen, vor Ihnen und Ihren verehrten
Kollegen sprechen zu dürfen. Ich weiß das von dem
Ausschuß gezeigte starke Interesse an Rüstungskontrolle sowie die aktive Unterstützung des Amts für
Rüstungskontrolle und Abrüstung zu schätzen. Ebenso wie ich begrüßen andere ACDA-Vertreter jede
Gelegenheit zur Zusammenarbeit und Erörterung von
Rüstungskontrollproblemen mit Ihnen - sei es bei
inoffiziellen Zusammenkünften oder öffentlichen Anhörungen wie dieser.
So wichtig das vergangenen Jahr auch war - die
kommenden Monate werden von zentraler Bedeutung
für die Rüstungskontrolle sein. Der Abschluß der
bahnbrechenden KSE-Verhandlungen, die Unterzeichnung eines bilateralen Abkommens mit der Sowjetunion über die Zerstörung der C-Waffenbestände, die
Aussichten auf ein START-Abkommen und der erneute Auftrieb bei den Genfer Abrüstungsverhandlungen
illustrieren jüngste Fortschritte. Gleichzeitig unterstreichen die Entwicklungen in der Sowjetunion und
die ernüchternde Realität des Golf kriegs die Notwendigkeit, unsere Bemühungen zu den Fragen dieser
Veranstaltungen zu verdoppeln sowie aggressive Maßnahmen in anderen Bereichen zu verabschieden, insbesondere die Begrenzung des Transfers moderner
Technologien zur potentiellen Nutzung für Massenvernichtungswaffen oder von Trägersystemen größerer
Reichweite wie ballistische Raketen.
ACDA hat Ma ßgebliches zu den beachtlichen Entwicklungen des vergangenen Jahres beigesteuert. Wir
tragen weiterhin die Hauptverantwortung für die logistiAMERIKA DIENST 11

sche und substantielle Unterstützung unserer Ver handlungsdelegation. Darüberhinaus spielt das ACDA eine
Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung von Maßnahmen,
die unsere internationalen Beziehungen fördern und
unsere nationalen Sicherheitsinteressen maximieren.
Im vergangenen Jahr haben wir bei ACDA lange und
hart gearbeitet, um Positionen zu entwickeln, die zu
den erwähnten Fortschritten geführt haben und Positionen zu verwirklichen, die den Abschluß neuer Abkommen zum Ziel hatten. Gleichzeitig waren wir
bemüht, die Verwaltungsverfahren innerhalb des ACDA
zu verbessern und insbesondere die Bestimmungen
des vom 101. Kongreß verabschiedeten Gesetzes
durchzusetzen, das gewisse Änderungen bei ACDAVerfahren vorsieht.
In meiner Anhörung heute morgen möchte ich zunächst eine Bilanz unserer Verhandlungen und Einhaltungsbestrebungen ziehen und dann die durchgeführten Verwaltungsreformen im einzelnen darlegen.
Abschließend möchte ich unseren Antrag zur Genehmigung der Gesetze für die kommenden zwei Jahre
erörtern.
Fortschritte bei der Rüstungskontrolle in sich
wandelnden Zeiten
Tiefgreifende Veränderungen beherrschen diese Zeiten. Bis zum 2. August 1990 bargen die Ereignisse auf
der Welt große Hoffnungen auf Frieden und die Tendenz zur Demokratie, insbesondere in einem Europa,
das lange in gegnerische, monolithische Blöcke geteilt
war. Die Aggression des Irak führte uns vor Augen,

Seite 1

�daß einige immer noch auf Gewalt zurückgreifen werden,
um ihre Ziele zu erreichen. Die Reaktion der von den
Vereinigten Staaten angeführten internationalen Koalition demonstriert unsere Kreativität und Entschlossenheit, die diplomatischen Mittel so gut wie möglich
auszuschöpfen und gleichzeitig die Tatsache zu bekräftigen, daß die zivilisierte Welt militärische Stärke
benötigt, um Aggression zu bekämpfen.
Seit August befindet sich das internationale Klima in
scharfem Kontrast zu dem der ersten Hälfte des Jahres 1990. Uns wurde vor Augen geführt, daß wir nicht
davon ausgehen können, die Ereignisse in Osteuropa
würden unweigerlich Freiheit und Demokratie mit sich
bringen. Dem Trend zur Demokratisierung in Osteuropa, der dazu beitrug, den Weg für Rüstungskontrollabkommen zu ebnen, die wenige zuvor für möglich
gehalten hatten, stehen jetzt ernsthafte Hindernisse
gegenüber, da das 'alte Denken' immer noch einige
Kreise in der Sowjetunion beherrscht und die Entwicklungen im Inland weiterhin von Unruhen gekennzeichnet sind. Letztlich können sich diese Ereignisse maßgeblich auf unsere Fähigkeit zum Abschluß der laufenden Verhandlungen auswirken.
Am 6. Februar 1991 erklärte Außenminister Baker vor
diesem Ausschuß:
"Wir sind besorgt über das Ausmaß, in dem das
sowjetische Außenministerium bei bestimmten Rüstungskontrollverpflichtungen nachhakt... Wir werden
dem Senat den KSE-Vertrag erst vorlegen, wenn die
gravierenden Probleme bei der sowjetischen Auslegung des Textes gelöst sind."
Obwohl KSE und START nicht formell gekoppelt sind,
erklärte Außenminister Baker auch, die Probleme mit
KSE "berühren den Nerv von Glaubwürdigkeit und
Vertrauen und erschweren den Abschluß anderer
Abkommen."
Trotz dieser Rückschläge wird Rüstungskontrolle
erwartungsgemäß weiterhin Kernstück der amerikanischen nationalen Sicherheitspolitik bleiben. Eine der
wichtigsten Prämissen der amerikanischen Sicherheitspolitik unter Präsident Bush lautet, daß Rüstungskontrolle dazu beitragen kann, die Symptome der
Konfrontation zu meistern, aber selbst keine Lösungen
für die zugrundeliegenden Spannungen aufzeigt. Die
derzeitigen Entwicklungen unterstreichen diese Regel.
Unsere Rüstungskontrollbestrebungen haben zur
Förderung politischen Wandels beigetragen und auf
Möglichkeiten aufgebaut, die diese gegenwärtigen
Veränderungen mit sich gebracht haben. Mit ihrer
Ratifizierung werden der KSE-Vertrag, das bilaterale
amerikanisch-sowjetische Abkommen über chemische
Waffen und der fast abgeschlossne START-Vertrag
den Höhepunkt der jahrzehntelangen Bestrebungen
zum Abbau der Bedrohung eines Krieges darstellen.

Der im November unterzeichnete KSE-Vertrag kodifiziert Reduzierungen der überwältigenden militärischen
Übermacht der Sowjetunion im konventionellen Bereich, die im kalten Krieg einen Schatten über Europa
geworfen hat. KSE wird den Abbau der Kernelemente
der konventionellen Streitkräfte von NATO und Warschauer Pakt auf gleiche Niveaus zur Folge haben. Er
wird die Bedrohung eines Überraschungsangriffs in
Europa und die Fähigkeit der Sowjetunion zu raumgreifenden Offensiven konventioneller Operationen
verringern. Man hofft, daß der Vertrag den Weg zu
einer auf Kooperation und nicht auf Konfrontation
aufgebauten neuen europäischen Sicherheitsarchitektur ebnen wird.
KSE ist jedoch derzeit von einigen Kernproblemen
belastet. Sie sind eine Mahnung, daß selbst sorgfältige Vertragsentwürfe die potentiellen Probleme mit
Verträgen nicht beheben können. Eines wurde in
Außenminister Bakers Rede vor dem Repräsentantenhaus speziell angesprochen: die sowjetische
Behauptung, die Reklassif izierung des Geräts von drei
gepanzerten Divisonen und anderem Gerät der Landstreitkräfte als Küstenverteidigungsstreitkräfte der Marine
falle unter die vereinbarten Obergrenzen nach Artikel
III. Die Sowjetunion steht mit dieser Argumentation
alleine da. Alle anderen KSE-Signatarstaaten, einschließlich der anderen Mitglieder des ehemaligen
Warschauer Pakts, weisen diese sowjetische Behauptung zurück. Zu den anderen Problemen zählen:
Daten, die zum Zeitpunkt der Unterzeichnung
ungenau waren, Unterschlagung von Zahlen bei
vertraglich begrenztem Gerät (treaty limited
equipment - TLE) im Gebiet vom Atlanitk bis
zum Ural (ATTU).
Beträchtliche Verlegungen von Gerät von der
Zone östlich des Urals vor der Unterzeichnung,
die zu Besorgnis über die Einhaltung des Abkommens durch die Sowjetunion Anlaß geben.
Diese Probleme führen uns vor Augen, daß die Hauptfunktion der Vertragsverifizierung letztlich darin besteht, strategische Warnung einer potentiellen Bedrohung unserer nationalen Sicherheit bereitzustellen.
Wirksame Verifizierungsmaßnahmen müssen mit
vernünftigen Einhaltungsmaßnahmen und Abkommen
einhergehen, die an sich schon stabilisierend wirken.
Der KSE-Vertrag hat eine Gemeinsame Konsultationsgruppe (Joint Consultative Group - JCG) gegründet, die sich mit den Problemen der Verifizierung und
Durchführung befassen soll. In der JCG sind Bestrebungen zur Lösung dieser Probleme im Gange. Aber
der Ball befindet sich eindeutig in der sowjetischen
Hälfte des Spielfelds. Die Sowjets sollten sich wohl
bewußt sein, daß die über zwei intensive Jahre hinweg
so vehement ausgehandelten Vertragsbestimmungen
durchgeführt werden müssen. Wir werden die Sowjetunion weiterhin drängen, den Vertrag im Hinblick auf

Statusbericht zu KSE
Seite 2

AMERIKA DIENST 11

�Artikel III und Daten einzuhalten. Wir werden dem
Kongreß regelmäßig über diese Bestrebungen Bericht
erstatten und den Vertrag vorlegen, wenn wir glauben,
die Ratifizierung sei angebracht.
Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des KSE-Vertrags
verabschiedete die 34 Nationen umfassende Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(KSZE) ein neues Abkommen über Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen (VSBM). Die KSZEStaaten haben darüber hinaus ein ehrgeiziges Programm zur zukünftigen Zusammenarbeit bei politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen
dargelegt. Die VSBM-Verhandlungen, die letzten Monat
in Wien wiederaufgenommen wurden, werden mindestens bis zur KSZE-Folgekonferenz im März 1992
andauern. Dann werden wir und die anderen Teilnehmerstaaten entscheiden, wie wir mit den beiden Verhandlungsrunden weiterverfahren.
Verhandlungen mit der Sowjetunion
Die vergangenen Jahre waren von der Arbeit an nuklearer Rüstungskontrolle beherrscht. Die erfolgreichen INF-Verhandlungen haben einen wichtigen Präzedenzfall geschaffen, einschließlich des ersten Abkommens zur Zerstörung von Kernwaffen und einschneidender Vor-Ort-Verifizierungsmaßnahmen. Das
START-Abkommen wird auf diese Präzedenzfälle
aufbauen. Die Verifizierung stellt eine vordringliche
Herausforderung dar. Aus mehreren offenkundigen
Gründen wird die START-Verifizierung sich noch
schwieriger gestalten, da START unterschiedliche Arten
von Systemen an Land, in der Luft und auf See betrifft
und Reduzierungen statt der weltweiten Vernichtung
einzelner strategischer Systeme fordert.
Wir stehen jetzt kurz vor der Realisierung unserer im
Jahr 1982 festgesetzten grundlegenden START-Zielsetzungen wie etwa der Verbesserung von Stabilität
und Sicherheit durch gerechte und verifizierbare Verträge, mit denen die meisten destabilisierenden Nuklearsysteme beträchtlich abgebaut werden. Der sich
abzeichnende Vertrag würde die 50prozentige Reduzierung der sowjetischen schweren Raketengefechtsköpfe zur Folge haben und sich dem 50prozentigen
Abbau des Wurfgewichts ballistischer Raketen annähern. Wie bei INF und KSE akzeptieren die Sowjets
das Prinzip asymmetrischer Reduzierungen bei START.

sowie Nationale Technische Mittel (NTM). Verglichen
mit INF - einem Vertrag mit rund 20 Seiten Text und
etwa 100 Zusätzen - umfaßt START über 600 Seiten,
ist von entschieden größerer technischer Komplexität
und wird erwartungsgemäß sehr viel schwieriger zu
verifizeren sein. Man sollte sich vielleicht nochmals
vor Augen führen, daß START keine Vereinbarung
über Nullösungen ist, während das INF-Abkommen
das weltweite Verbot landgestützter ballistischer Raketen und Marschflugkörper mittlerer Reichweite zwingend vorschreibt. Selbst nach maßgeblichen und
stabilisierenden Reduzierungen wird START den
Vertragsparteien die Aufrechterhaltung und Modernisierung zahlreicher land-, luft- und seegestützter strategischer Waffen gestatten. Dies sind nur einige
Aspekte der Herausforderung an die Verifizierung von
START.
Die Fortschritte bei der Erarbeitung von Verifizierungsprotokollen zum Schwellenvertrag (TTBT) und dem
erst im vergangenen Jahr ratifizierten Vertrag über
Atomexplosionen zu friedlichen Zwecken (PNET) haben
auch START neuen Auftrieb verliehen. Das gemeinsame Verifizierungsexperiment bei Atomtests schuf
einen Präzedenzfall für die Erprobung von Abkommen
vor deren Unterzeichnung. Dazu zählen auch der
START-Ansatz zur Verifizierung sowie Stabilisierungsmaßnahmen mit einschlägigen Demonstrationen und
Vorführungen, die neben und in Einklang mit eher
traditionellen Ansätzen durchgeführt wurden.
So haben die Vereinigten Staaten und die Sowjets in
Zusammenhang mit START folgende Maßnahmen
vereinbart und durchgeführt:
Auf Gegenseitigkeit beruhende Demonstrationen der Verfahren, um die Zahl von Gefechtsköpfen auf ballistischen Raketen zu verifizieren.
Gegenseitige Vorführungen strategischer
Bomber, um die Verifizierung zu unterstützen.
Bei START werden wir also Verifizierungsregeln haben, die auf den Bestimmungen von INF auf bauen und
darüber hinausgehen. Und wie bei INF werden wir im
Rahmen des START-Regimes den Gesprächen über
dessen Durchführung in einer gemeinsamen Folgekommission eine bedeutende Rolle einräumen.

Nachdem ich all dies gesagt habe, muß ich an dieser
Stelle betonen, daß START nicht zum Tragen kommen wird, wenn wir nicht alle Pfeiler der strategischen
Triade modernisieren. START kann destabilisierende
Tendenzen im strategischen Gleichgewicht aufhalten
und den Anreiz zum Erstschlag verringern, wenn damit
die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung einer lebensfähigen Abschreckungsstreitmacht einhergeht.

Nach seiner Verwirklichung wird START eine solide
Grundlage für weitere Fortschritte darstellen. Im Juni
1990 haben sich die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion darauf verständigt, daß dem weiteren
Abbau von Anreizen für einen Erstschlag sowie der
Konzentration von Gefechtsköpfen auf Interkontinentalraketen, insbesondere der mit Mehrfachgefechtsköpfen (MIRV) ausgerüsteten und schweren ICBMs,
in den Folgeverhandlungen große Bedeutung zukommt.

Der Nutzen von START wird ferner von vollständiger
Durchführung und strikter Einhaltung abhängen. START
beinhaltet zahlreiche Arten von Vor-Ort-Inspektionen

Ebenfalls entscheidend für die Stabilität nach START
wird neues Denken zu strategischen Verteidigungssystemen sein. Durch die Weiterverfolgung von SDI und

AMERIKA DIENST 11

Seite 3

�den Gesprächen über Verteidigung im Weltraum können die Abschreckung gestärkt und die Stabilität verbessert werden. Die Weiterverbreitung ballistischer
Raketen in der dritten Welt ist ein Hauptgrund dafür,
daß Präsident Bush das Programm der Strategischen
Verteidigungsinitiative neu orientiert hat und ihm neue
politische Impulse verleiht. Dem Präsidenten zufolge
"sind strategische Verteidigungssysteme sinnvoller
als je zuvor".
Unsere jüngsten Kriegserfahrungen mit Patriot-Raketen im Nahen Osten beweisen über alle begründeten
Zweifel hinaus, daß Verteidigungssysteme gegen
ballistische Raketen zur Stabilität beitragen können.
Die israelischen und saudiarabischen Zivilisten, deren
Leben durch Verteidigungssysteme gerettet wurde,
würden das soeben Gesagte zweifelsohne noch als
Untertreibung betrachten.
Wir werden die Sowjetunion drängen, dieser Tatsache
in den Verhandlungen über Verteidigung im Weltraum
Rechnung zu tragen und den ABM-Vertrag in einer
Weise zu modernisieren, die eine verantwortungsbewußte Stationierung defensiver Systeme gestatten
wird. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf
verweisen, daß sich die Eignung dieser Systeme
wesentlich erhöht, da mit dem START-Vertrag die Zahl
dislozierter Gefechtsköpfe verringert wird. Beide
Gesprächsrunden gehen also Hand in Hand, um ein
neues strategisches Gleichgewicht zwischen offensiven und defensiven Fähigkeiten herzustellen. Dieses
Gleichgewicht wird weit stabiler sein als ein einzig und
allein auf die Androhung gegenseitiger Vernichtung
gestütztes.
Die Verhandlungen über START und Verteidigung im
Weltraum waren im vergangenen Jahr äußerst intensiv. Wir hatten gehofft, den Vertrag bis heute fertigzustellen. Die Verhandlungsdelegationen haben monatelang nahezu ohne Unterbrechung gearbeitet. Die
zusätzlichen Kosten dieser Bemühungen haben meinem Amt neue Lasten auferlegt, die im kommenden
Jahr auf die Tagesordnung gesetzt werden müssen.
Die Herausforderung im Nahen Osten
Die Fähigkeiten der Welt, Rüstungskontrollregime zu
entwickeln und durchzusetzen, werden im Nahen Osten
nach dem Krieg auf ihre schwierigste Probe gestellt.
"Selbst die konventionellen Arsenale mehrer Staaten
des Nahen Ostens stellen die der meisten europäischen Staaten bei weitem in den Schatten", erklärte
Außenminister Baker im Kongreß. Es sei an der Zeit,
so der Minister, "den Fluß von Rüstungsgütern in eine
Region zu reduzieren, die bereits übergerüstet ist".
Wir werden ein sorgfältiges Gleichgewicht schaffen
müssen, das sowohl der Verteidigung unserer Verbündeten in der Region als auch unserem Interesse an der
Eindämmung unbegrenzter Waffenlieferungen in die
Region Rechnung trägt. Der Außenminister hat darüber hinaus unsere Experten und die unserer Freunde

Seite 4

und Verbündeten aufgefordert, Mittel und Wege zur
Förderung der Stabilität im Nahen Osten zu entwikkeln, darunter:
Begrenzung der Beschaffung von Massenvernichtungswaffen und konventionellen Waffen
mit offensiven Fähigkeiten durch den Irak.
Effektive regionale vertrauensbildende Maßnahmen.
Weltweite Maßnahmen zur Stärkung der Rüstungskontrolle im Nahen Osten, einschließlich
der schnellen Verabschiedung der Konvention
über chemische Waffen sowie schärferer Kontrollen über den Fluß von Waffen und mehrfach
nutzbarer Technologie.
Die Nichtverbreitung von Atomwaffen
Die durch die Verbreitung von Atomwaffen in weitere
Staaten hervorgerufene Bedrohung wurde durch die
Golfkrise schlaglichtartig erhellt. Wir dürfen in unserer
Wachsamkeit gegenüber den Versuchen radikaler
Staaten, diese Fähigkeit zu erwerben, nicht nachlassen. Bei einem kürzlich veranstalteten Treffen aller
wichtigen Lieferanten von Nukleartechnik war man
sich über die Bedeutung strenger Kontrollen für Nuklearexporte einig und verständigte sich darauf, mit
den Vereinigten Staaten bei der Entwicklung eines
multilateralen Arrangements zusammenzuarbeiten, um
die Kontrollen auf nuklearfähige mehrfach nutzbare
Gegenstände auszuweiten.
Exportkontrollen sind zwar unerläßlich, aber wir müssen uns darüber hinaus bemühen, die Motivation von
Staaten fürden Erwerb von Atomwaffen zu verringern.
Die Vereinigten Staaten begrüßen die gemeinsame
Ankündigung der Präsidenten von Argentinien und
Brasilien, derzufolge sie noch in diesem Jahr beabsichtigen, ein Sicherheitsabkommen mit der IAEO
auszuhandeln, das alle ihre nuklearen Maßnahmen
umfassen und Schritte vorsehen soll, um dem Vertrag
von Tlatelolco seine volle Gültigkeit zu verschaffen.
Auch Südafrika unternimmt Schritte, um die Sicherheitsbestimmungen der IAEO vollständig einzuhalten
und dem NPT beizutreten. Wir werden weiterhin
bestrebt sein, vergleichbare Ergebnisse in Südasien,
der koreanischen Halbinsel und dem Nahen Osten zu
erzielen.
Raketen, chemische und biologische Waffen
Von 1984, als der damalige Vizepräsident Bush einen
Vertragsentwurf zum Verbot chemischer Waffen vorlegte, bis zum heutigen Tag ist die Zahl der Staaten, die
des Besitzes oder des Versuchs der Beschaffung
chemischer Waffen verdächtigt werden, von 5 auf über
20 gestiegen. Dazu gehört auch Libyen, das die
wahrscheinlich größte Chemiewaffenfabrik unter den
Entwicklungsländern errichtet hat.

AMERIKA DIENST 11

�Entsprechend verdoppeln die Vereinigten Staaten ihre
Bemühungen, um der Verbreitung chemischer Waffen
entgegenzutreten und ein verifizierbares, weltweites
Verbot zu erreichen. Das bilaterale amerikanischsowjetische Abkommen zum Abbau des Großteils der
Chemiewaffenbestände beider Staaten ist ein nützlicher Schritt in diese Richtung. Zur Zeit warten wir auf
eine Entscheidung der Sowjetunion über die Methode,
die sie zur Zerstörung anwenden möchte, sowie auf
die Vorlage des Zeitplans für diese Zerstörung und die
Übermittlung eines glaubhaften Programms, einschließlich angemessener Finanzierung, um ihre Ziele zu
verwirklichen. Wir gehen davon aus, daß wir aus
diesem Proze ß Lehren ziehen werden, die sich bei den
multilateralen Verhandlungen in Genf über eine Konvention über chemische Waffen (CWC) als ungemein
wertvoll erweisen werden.
Bei den multilateralen Gesprächen der Genfer Abrüstungskonferenz bleiben noch schwierige Fragen zu
lösen, insbesondere ein komplexes Verifizierungsregime, Verfügungen zur Sicherstellung der allgemeinen
Einhaltung der Konvention sowie Bestimmungen, Zielen
chemischer Angriffe beizustehen.
Im Gegensatz zu chemischen Waffen, sind biologische Waffen bereits durch ein internationales Abkommen verboten - die Konvention über biologische Waffen von 1972. Einige wichtige Staaten, darunter der
Irak, haben die Konvention zwar unterzeichnet, aber
nicht ratifiziert und andere, wie etwa die Sowjetunion,
haben sie verletzt. Bei einer im September stattfindenden Überprüfungskonferenz werden die Vereinigten
Staaten darauf drängen, die Konvention über biologische Waffen zu stärken.
Die Verbreitung ballistischer Raketen ist eine weitere
zunehmende Gefahr. Ich habe bereits über die Bedeutung gesprochen, die der Entwicklung von Verteidigungssystemen zukommt, die Raketen - selbst aus
Ländern der dritten Welt - abfangen können. An der
diplomatischen Front bemühen wir uns, das Regime
zur Kontrolle von Raketentechnologie (Missile Technology Control Regime - MTCR) auszubauen und
wirksamer zu gestalten. Das MTCR umfaßt alle Teilnehmerstaaten am Weltwirtschaftsgipfel, während
andere Staaten, darunter die UdSSR, ihr Interesse an
einem Beitritt oder ihre Bereitschaft zur Einhaltung
seiner Richtlinien erklärt haben. Das MTCR sieht
Maßnahmen wie etwa Exportkontrollen vor, um die
Verbreitung von Raketentechnik einzudämmen.
Im vergangenen November unterzeichnete Präsident
Bush eine Verfügung, um die amerikanischen Maßnahmen zur Verhängung von Sanktionen gegen Einzelpersonen oder Regierungen zu verstärken, die zur
Verbreitung chemischer und biologischer Waffen beitragen. Wir sind uns des beträchtlichen Interesses im
Kongreß an dieser Frage bewußt und sehen der
Zusammenarbeit mit dem Kongreß erwartungsvoll
entgegen, um ein tragfähiges Gesetz zu dieser Frage

AMERIKA DIENST 11

auszuarbeiten. In diesem Zusammenhang muß die
Exekutive ein gewisses Maß an Flexibilität besitzen,
wenn wir solchen Situationen Rechnung tragen wollen, in denen dem amerikanischen Interesse durch
blind verhängte Sanktionen kein Dienst erwiesen würde.
Ich bin zuversichtlich, daß mit gutem Willen und Zusammenarbeit Administration und Kongreß einen
Mechanismus finden können, in dem Ausnahmeregelungen zu unserem Vorteil genutzt werden können.
Die multilaterale Herausforderung
Wir stehen heute am Beginn eines Zeitalters, in dem
Versuche unternommen werden, bedeutende neue
multilaterale Rüstungskontrollabkommen zu schließen. Wir sind äußerst befriedigt über die Errungenschaften des KSE-Vertrags und der Vertrauens- und
sicherheitsbildenden Maßnahmen, die sich aus dem
KSZE-Prozeß ergeben haben. Mit ihrer Durchführung
werden KSE und VSBM zu einem Abbau des Mi ßtrauens beitragen, das den kalten Krieg in Europa charakterisierte. Rüstungskontrolle sollte jedoch nicht ausschließlich als eine Angelegenheit zwischen Ost und
West betrachtet werden. Rüstungskontrolle ist ein
wichtiges politisches Instrument für jeden, der Aggression eindämmen und eine neue, auf Zusammenarbeit
anstatt Konflikt gegründete Weltordnung fördern möchte.
Die Vereinigten Staaten werden in den kommenden
zehn Jahren eine Führungsrolle bei den Bemühungen
übernehmen, realistische und tragfähige internationale Abkommen zu entwickeln, um das Potential für
bewaffnete Konflikte zu verringern. Trotzdem ist in
diesem Zusammenhang auch ein Wort der Vorsicht
angebracht. Selbst wenn diese Erwartung erfüllt wird,
möchte ich allen Vorstellungen entgegentreten, verbesserte regionale und multilaterale Bemühungen zur
Rüstungskontrolle seien leicht zu erreichen. Es kann
als Axiom gelten, daß mit der arithmetischen Zunahme
der Zahl von Verhandlungsparteien die Schwierigkeiten bei der Erlangung einer Einigung überproportional
ansteigen.
Das Amt für Rüstungskontrolle und Abrüstung war und
wird bei diesen Bemühungen an vorderster Front
stehen. In den vergangenen Jahren hat sich unser
Mitarbeiterstab intensiv darum bemüht, Verhandlungspositionen zu entwickeln, Vereinbarungen mit unseren
Verhandlungspartnern zustandezubringen und neue
Bereiche für mögliche Abkommen zu sondieren. Darüber
hinaus sind wir führend daran beteiligt, bestehende
Verträge zu verifizieren und den Prozeß verwaltungsmäßig zu leiten, durch den wir unsere Forderung
geltend machen, daß ein Vertragspartner sich vollständig an die Vertragsbedingungen hält. Für uns war
dies sicherlich eine intensive und aufregende Zeit.
Verbesserung in der Verwaltung von ACDA
In diesem Zusammenhang legen wir den ACDA-Haushalt für die Jahre 1992 und 1993 vor. Als Teil dieses

Seite 5

�Verfahrens möchte ich mit Ihnen über unsere Bemühungen sprechen, die Bestimmungen aus dem letzten
Haushaltsgesetz zu verwirklichen.
Mit diesem Gesetz wurde das ACDA-Gesetz ergänzt,
um dem Stellvertretenden Direktor unmittelbare Zuständigkeit für die Verwaltung der Behörde, geheimdienstliche Maßnahmen, Sicherheit und für den Geheimschutz einzuräumen. Aufgrund dieser Ergänzung hat der Stellvertretende Direktor die persönliche
Verantwortung für die Verwaltung des ACDA sowie die
Oberaufsicht über seine Gutachter und Berater. Um
dem Stellvertretenden Direktor die Befugnis zum
Umgang mit Sicherheitsfragen zu geben, haben wir die
Befugnisse des Leiters der Sicherheitsabteilung erweitert und sowohl die Position als auch den Rang
angehoben. Er untersteht nun unmittelbar dem Stellvertretenden Direktor und gehört jetzt zum ersten Mal
vollständig dem ACDA an. Die Position war zuvor von
einem delegierten Beamten des Außenministeriums
besetzt.
Aufgrund der letztgenannten Veränderung strebt ACDA
auch bei den von uns vorgelegten Gesetzentwürfen
erstmals die Befugnis an, im Zuge von Untersuchungen Vereidigungen vorzunehmen. Bisher wurde diese
Befugnis vom Außenministerium durch seine Arbeitsgruppe im Sicherheitsbüro ausgeübt. Wir schlagen
einen Zusatzartikel für Paragraph 41 unseres Gesetzes (22 U.S.C. 2581) vor, um dem Direktor diese
Befugnis so einzuräumen, daß sie dem Leiter der
Sicherheitsabteilung übertragen werden kann.
Darüber hinaus haben wir die Sicherheit durch Einführung einer computergestützten Registratur verbessert, die einen besseren Nachweis über streng geheime und als vertraulich eingestufte Informationen zuläßt.
Paragraph 103 des Gesetzes 101-216 ergänzt das
Gesetz des ACDA, indem es die Funktionen der beiden Sonderbeauftragten neu definiert. Einer von ihnen
soll als Sonderbeauftragter bei den Verhandlungen
über Konventionelle Rüstungskontrolle fungieren und
der andere als Sonderbeauftragter und leitender wissenschaftlicher Berater des Direktors.
Angesichts der jüngsten Unterzeichnung des KSZEVertrags und der erwarteten Veränderungen in Umfang und Inhalt der Gespräche über konventionelle
Waffen nach der Helsinki-Konferenz 1992 prüfen wir
die langfristigen Bedürfnisse und Aufgaben eines
Sonderbeauftragten für konventionelle Rüstungskontrolle. Erwartungsgemäß wird ein Berater in einer
solchen Funktion diese Politik aktiv mitgestalten und
vertreten.
Das ACDA hat in diesem Jahr Schritte unternommen,
um die Rolle des Sonderbeauftragten und leitenden
wissenschaftlichen Beraters zu definieren und einen
geeigneten Bewerber für diese wichtigte Position einzustellen. Über seine beratende Funktion hinaus wird
Seite 6

der leitende wissenschaftliche Berater für die Organisation der internen Forschung bei ACDA verantwortlich sein, unsere Arbeitsgruppe für Analysen und das
externe Forschungsprogramm leiten und die interministerielle Forschung und Entwicklung zur Rüstungskontrolle koordinieren. Der Bewerber wird meiner
Ansicht nach eine wichtige Position unter den Beratern
für Rüstungskontrolle einnehmen.
Paragraph 104 des Gesetzes 101-216 fordert den
Direktor auf, zu untersuchen und zu berichten, ob es
zweckmäßig ist, eine Abteilung für Durchführung und
Einhaltung der Rüstungskontrolle zu schaffen. Das
Gesetz schlägt vor, daß diese Arbeitseinheit die Durchführung gegenwärtig bestehender und künftiger Rüstungskontrollabkommen organisieren und die Aktivitäten des Sonderausschusses zur Verifizierung und
des Ständigen Konsultativausschusses koordinieren
könnte. Es soll ferner umfassene Analysen und politische Positionen zur effektiven Lösung von Problemen mit der Einhaltung der Rüstungskontrolle erarbeiten.
Im Jahr 1990 hat ACDA das Aufgabenfeld seiner
Abteilung für Verifizierung und Aufklärung erweitert.
Als Teil der jetzigen Abteilung für Verifizierung und
Durchführung hat ACDA eine Unterabteilung für Einhaltung und Durchführung geschaffen. Diese Unterabteilung hat die Aufgabe, die Politik der Behörde zur
Durchführung gegenwärtig bestehender und künftiger
Abkommen auszuarbeiten und zu koordinieren. Fernersollen die Einhaltung bewertet sowie Untersuchungen und Arbeitspapiere zu diesem Thema erstellt
werden. Für den diesjährigen Haushalt werden wir
unter anderem Mittel zur Ergänzung der Ressourcen
von Abteilung VI fordern, um diese Aktivitäten zu
fördern.
In Paragraph 105 des Gesetzes 101-216 wird der
Präsident aufgefordert, eine Arbeitsgruppe ins Leben
zu rufen, um Verifizierungspläne für ein Abkommen
zur Reduzierung strategischer Waffen und andere
Rüstungskontrollabkommen zu entwerfen und die
Bedeutung solcher Abkommen für die Verifizierungsbestimmungen des INF-Vertrags zu bewerten.
Der Präsident hat zu bestimmten Themen Koordinierungsausschüsse (Policy Coordinating Committees PCC) ins Leben gerufen, unter anderem einen Ausschuß für Rüstungskontrolle. Ihm ist der Unterausschuß für Verifizierung und Einhaltung angegliedert,
der bei allen Verhandlungen, insbesondere denen
über strategische Waffen, für die Verifizierungspolitik
verantwortlich zeichnet. Darüber hinaus haben verschiedene Behörden die im INF-Vertrag geschaffenen
Präzedenzfälle geprüft. Ihre Ergebnisse - vor allem die
der Behörde für Vor-Ort-Inspektionen - sind im einzelnen aufgelistet und vielen Bereichen der Regierung
zugänglich gemacht worden.
Die interministerielle Entscheidungsfindung profitiert
beträchtlich von den Erfahrungen, die aus der DurchAMERIKA DIENST 1 I

�führung des INF-Vertrags gewonnen wurden. Erfolgreich bei INF eingeführte Bestimmungen finden auch
Eingang in viele anderen Abkommen, insbesondere
das im KSE-Vertrag ausgehandelte Verifizierungssystem, mit dem Zeichen gesetzt wurden.
Paragraph 105b des Gesetzes 101-216 weist ACDA
an, ausreichende Mittel für die Entwicklung und Erhaltung eines umfassenden Informationssystems über
Verifizierungskonzepte, Technologien und Systeme
bereitzustellen und Informationen über alle Aspekte
der Rüstungskontrollverifizierung und -Überwachung
für gegenwärtige und künftige Abkommen zu sammeln
und zu analysieren. Die im Rahmen dessen zusammengetragenen Informationen soll Forschung ebenso
unterstützen wie Aktivitäten der Verifizierung und
Überwachung und dem Kongreß im Jahresbericht der
Behörde vorgelegt werden.
Das ACDA führt den Vorsitz im Ausschuß zur Koordinierung der Rüstungskontrollforschung und hat die
wichtige Aufgabe, jährlich eine umfassende Liste privater und staatlicher Untersuchungen über Fragen der
Rüstungskontrolle und Abrüstung zusammenzustellen und zu verbreiten. In dieser Sammlung sind
Forschungsergebnisse und Analysen, wie sie das
Gesetz fordert, enthalten. Die Liste wird dem Kongreß
jedes Jahr im Juni vorgelegt.
Darüber hinaus leitet ACDA mit seinem Vizevorsitz in
der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Verifizierungstechnologie und der nachrangigen Arbeitsgruppe über
chemische Waffen behördenübergreifende Bestrebungen zur Ermittlung des Bedarfs an Datenbanken, mit
denen die Verifizierung und Einhaltung der Rüstungskontrolle unterstützt werden soll. Die Rolle von ACDA
in dieser Arbeitsgruppe und die aktive Mitarbeit der
Behörde in der Arbeitsgruppe des Verteidigungsministeriums über Forschung und Entwicklung von Verifizierungstechnologie erlauben es der Behörde, die von
allen Regierungsbehörden durchgeführte Forschung
zur Verifizierung zu beobachten und zu unterstützen.
Sie sehen, Herr Vorsitzender, ACDA hat die Bestimmungen des Gesetzes 101-216 durchgeführt und andere
Verbesserungen zur Organisation der Behörde vorgenommen, mit denen unsere Fähigkeit erhöht wird, bei
Rüstungskontrollinitiativen der Regierung eine leitende Funktion zu übernehmen sowie technische Fachkenntnisse und Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Ich habe ferner bereits darauf verwiesen, daß
diese Verbesserungen trotz ungewöhnlich vieler Verhandlungen und politischer Erwägungen durchgeführt
wurden, die alle - auch in Zukunft - von ACDA volle
Unterstützung verlangen.
Ausgabeermächtigungen für 1992 und 1993
Herr Vorsitzender, bei diesem Anlaß möchte ich dem
Unterausschuß den Antrag der ACDA für Ausgabeund andere Ermächtigungen im kommenden Zweijahreszeitraum unterbreiten. Das ACDA beantragt für
AMERIKA DIENST 11

das Haushaltsjahr 1992 die Ermächtigung, 47,4 Millionen Dollar zweckgebundene Mittel ausgeben zu dürfen. Für das Haushaltsjahr 1992 beantragen wir, daß
dieser Ausschuß uns ermächtigt, gemäß dem Haushaltsgesetz von 1989 (PL-101-5-8) Mittel in der erforderlichen Höhe ausgeben zu können. Ich habe mir die
Freiheit genommen, zu diesem Zweck einen Gesetzentwurf zu unterbreiten. Sie können ihm entnehmen,
daß er einen Zusatzartikel zu dem entsprechenden
Gesetz vorschlägt, damit die Regierung eine Entscheidung in dem oben beschriebenen Sinne fällen kann.
Wie Sie sehen, stellt dieser Antrag gegenüber dem
Finanzierungsansatz des Haushaltsjahrs 1991 (37,0
Millionen) eine Steigerung von 10,4 Millionen Dollar
oder 28 Prozent dar. Sie wissen auch, daß etwa 50
Prozent oder 23,5 Millionen Dollar des ACDA-Haushalts auf Personalkosten entfallen - Gehälter und
Sozialleistungen. Der Antrag sieht 252 Vollzeitstellen
sowie zusätzliche rückerstattungsfähige Stellen für
Mitarbeiter anderer Behörden vor, insbesondere aus
dem Außen- und Verteidigungsministerium. Mit der
Steigerung könnten 24 neue Stellen geschaffen, vorgeschriebene Erhöhungen von Gehältern und Sozialleistungen sowie andere Gehaltsanpassungen vorgenommen werden.
Ich mu ß die Bedeutung der erhöhten Ausgabeermächtigung ausdrücklich hervorheben. Seit mehreren Jahren
ist die Personaldecke der ACDA unverändert, obwohl
Tempo und Intensität der Rüstungskontroilaktivitäten
erheblich zugenommen haben. ACDAs wichtige Rolle
bei Washingtons Vorbereitungen für und Organisation
der laufenden Aktivitäten verschiedener Verhandlungsdelegationen hat uns schnell an die Grenzen unserer
Personalkapazitäten stoßen lassen. Die zusätzliche
Anforderung, den Verhandlungsdelegationen leitende
Mitarbeiter und Bürokräfte zur Verfügung zu stellen,
hat unsere Ressourcen erheblich belastet. Unsere
Personalsituation stellt sich so dar, daß jede vorgeschlagene Aufgabe nicht daraufhin abgeklopft wird,
wie unsere Leistungsfähigkeit zu steigern wäre, sondern wie der Schaden für ACDA am besten zu begrenzen ist. Jede Personalentscheidung bei ACDA erfordert, daß wir einer Stelle etwas wegnehmen, um es
einer anderen zu geben.
Um diese Situation noch komplizierter zu gestalten,
haben wir neue Aufgaben übernommen. Die Durchführung von Rüstungskontrollabkommen ist personalintensiv geworden. Das ACDA spielt bei der Durchführung von in verschiedenen Verträgen ausgehandelten Maßnahmen eine wichtige Rolle und ist für die Bewertung der Einhaltung von Vertragsbestimmungen
verantwortlich.
In den nächsten Jahren wird Rüstungskontrolle als
wichtiger Bestandteil unserer nationalen Sicherheitspolitik ingesamt eine große Rolle spielen. Wir müssen
unser Augenmerk auf Fragen der Weiterverbreitung
von Massenvernichtungswaffen richten. Wir müssen
Seite 7

�die sehr realen und stabilisierenden Beschränkungen
besser abstecken, die bei den Zahlen und Fähigkeiten
offensiver Waffen erreicht wurden. Wir müssen all
dies und noch mehr tun, um die Sicherheit der Vereinigten Staaten, ihrer Freunde und Verbündeten zu
verbessern. Damit wir unsere wichtige Rolle bei diesen Bestrebungen spielen können, muß ACDA unbedingt eine zusätzliche Ausgabeermächtigung erhalten.

die Austattung unserer Büros mit EDV, damit wir
innerhalb der Behörde und mit Genf unsere Vernetzung ausbauen können. Zusätzliche Ausgabensteigerungen für Dienstleistungen anderer Behörden, wie
Vermietung, Druck, Post sowie Wartung und Instandsetzung machen den Rest der vorgeschlagenen Erhöhung aus.

Mir ist bewußt, daß unser Antrag für die Ausgabeermächtigung im Haushaltsjahr 1992 erheblich über dem
Eine weitere wichtige Steigerung in unserem Haus- Stand des laufenden Jahres liegt. Aber angesichts des
haltsantrag betrifft die externe Forschung. Dieser zunehmenden Umfangs der Verhandlungsaktivitäten
Antrag entspricht einer Steigerung von über 1,7 Millio- mit der Sowjetunion und anderen Ländern sowie andenen Dollar gegenüber dem Ansatz von 241 000 Dollar ren Programmen, die ACDA - wie in diesem Vortrag
im Haushaltsjahr 1991. Darüber hinaus fordern wir bereits erläutert - unbedingt durchführen muß, kann
mehr Mittel - 220 000 Dollar für Ausgaben, die mit der ich Ihnen versichern: dieser Umfang der Finanzierung
Durchführung in Zusammenhang stehen und die not- ist für die Aufgaben unserer Behörde unabdingbar.
wendig sind, um Produktionsstätten für chemische
Waffen zu inspizieren und andere Maßnahmen durch- Ich möchte schließen, indem ich Sie, Herr Vorsitzenzuführen, die sich aus amerikanisch-sowjetischen der, bitte, unsere Bestrebungen zur Aushandlung und
Durchführung neuer Rüstungskontrollabkommen zu
Abkommen ergeben.
unterstützen und vom Kongreß die Ermächtigung zu
Das gestiegene Tempo der Rüstungskontrollaktivitä- erhalten, unsere Aktivitäten wie oben beschrieben
ten erfordert im Haushaltsjahr 1992 einen Zuwachs steigern zu können. Meine Mitarbeiter, die Mitglieder
von 640 000 Dollar für Reisekosten. Diese Mittel der Verhandlungsdelegationen und ich freuen uns, mit
werden auch die Abwertung des Dollar gegenüber diesem Unterausschuß an den entscheidenden Rüanderen Währungen auffangen. Darüber hinaus stungskontrollproblemen zusammenzuarbeiten, die sich
benötigen wir einen Zuwachs von 160 000 Dollar für uns heute stellen.
* * * *

Seite 8

*

AMERIKA DIENST 11

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          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 20.03.1991</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Naher Osten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Baker: positive Reaktion auf Ideen zum Nahen Osten &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Pressekonferenz des US-Außenministers&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Osteuropa&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Osteuropahilfe hat hohen Stellenwert für Vereinigte Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung von Botschafter Robert L. Barry&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Abrüstung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Lehman: noch immer Probleme bei KSE&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des ACDA-Direktors vor dem Kongreß&lt;/em&gt;</text>
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