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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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13. März 1991

10

NAHER OSTEN

BUSH: REGIONALE SICHERHEIT IM NAHEN
OSTEN ERFORDERLICH
Rede des Präsidenten vor beiden
Häusern des Kongresses

GOLFKRIEG

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom
15. bis 28. Februar 1991

CHEMIEEXPORTE

USA ERWEITERN LISTE GENEHMIGUNGSPFLICHTIGER CHEMIKALIEN
Übersicht des Weißen Hauses

NEUER
LANDWIRTSCHAFTSMINISTER

DIE BIOGRAPHIE DES NEUEN
LANDWIRTSCHAFTSMINISTERS
Edward Madigan vom Senat bestätigt

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-3392372
Telex: 8-85432

�N A H ER

OSTEN
13. März 1991

BUSH: REGIONALE SICHERHEIT
IM NAHEN OSTEN ERFORDERLICH
Rede des Präsidenten vor beiden Häusern des Kongresses
WASHINGTON - (AD) - Präsident Bush hat die Heimkehr der ersten Kampfeinheiten vom Persischen Golf
angeordnet und zugleich betont, daß die Vereinigten Staaten weiterhin an gemeinsamen Militärmanövern mit
Sireitkräften der Koalition teilnehmen werden, um die regionale Sicherheit im Nahen Osten zu gewährleisten.

In einer Ansprache vor beiden Häusern des Kongresses erklärte der Präsident am 6. März 1991, die Vereinigten
Staaten und ihre Verbündeten müßten nach dem Ende des Krieges und der Niederlage des Irak "zusammenarbeiten, um gemeinsame Sicherheitsarrangements in der Region hervorzubringen".
Dies bedeutet nicht die Stationierung amerikanischer Landstreitkräfte auf der Arabischen Halbinsel, sondern
die amerikanische Beteiligung an gemeinsamen Übungen von Luft- und Landstreitkräften", bekräftigte Bush.
"Darüber hinaus bedeutet es die Beibehaltung einer fähigen amerikanischen Marinepräsenz in der Region, wie
dies in den vergangenen 40 Jahren bereits der Fall war."
Bush forderte ferner die Kontrolle der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten, die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie die kontinuierliche Suche nach Lösungen für den arabischisraelischen Konflikt und die Probleme im Libanon.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Präsident Bush im Wortlaut.

Herr Präsident, Herr Vorsitzender, Mitglieder des
Kongresses. Erst vor fünf kurzen Wochen kam ich
hierher, um Ihnen über die Lage der Nation zu berichten. Damals kamen wir in einer Zeit des Krieges
zusammen. Heute abend treffen wir uns in einer Welt,
die mit der Aussicht auf Frieden gesegnet ist.
Vom Beginn der Operation Wüstensturm am 16. Januar bis zu dem Zeitpunkt um Mitternacht vor einer
Woche, an dem die Waffen verstummten, hat diese
Nation mit Stolz auf ihre Söhne und Töchter geblickt und sie mit Gebeten begleitet. Als Oberbefehlshaber
kann ich Ihnen melden: Unsere Streitkräfte haben mit
Ehre und Tapferkeit gekämpft. Als Präsident kann ich
der Nation mitteilen - die Aggression ist besiegt. Der
Krieg ist vorüber.
Dies ist ein Sieg für jedes an der Koalition beteiligte
Land und für die Vereinten Nationen. Ein Sieg einmaliger internationaler Zusammenarbeit und Diplomatie,
die von unserem Außenminister James Baker so hervorragend unter Beweis gestellt wurde. Es ist ein Sieg
der Rechtsstaatlichkeit und dessen, was richtig ist.

AMERIKA DIENST 10

Der Erfolg von Wüstensturm ist dem Team zu verdanken, das unsere Streitkräfte auf solch fähige Art und
Weise führt - unserem Verteidigungsminister und
unserem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs:
Dick Cheney und Colin Powell.
Und sicherlich gehört dieser militärische Sieg demjenigen, den die Briten als den "besten Mann auf dem
Spielfeld" bezeichnen würden - dem Pol der Ruhe im
Auge des Wüstensturms - General Norman Schwazkopf.
Und wir sollten darüber weder den saudischen General
Khalid, noch den britischen General de la Billiere oder
General Roquejoffre aus Frankreich vergessen, noch
all die anderen, deren Führungskraft eine solch entscheidende Rolle spielte. Und vor allem gilt dies für
diejenigen, die im Felde gedient haben.
Ich danke den Mitgliedern dieses Kongresses - die hier
gezeigte Unterstützung für unsere Truppen im Kampf
war überwältigend. Vor allem möchte ich jedoch
denen danken, deren unermüdliche Unterstützung

Seite 1

�unsere mutigen Männer und Frauen aufrichtete: ich
danke dem amerikanischen Volk.
Ich bin heute abend in dieses Haus gekommen, um
über die Welt zu sprechen - die Welt nach dem Krieg.
Die jüngste Herausforderung hätte nicht eindeutiger
sein können. Saddam Hussein war der Schurke,
Kuwait das Opfer. Diesem kleinen Land kamen Staaten aus Nordamerika und Europa, aus Asien und
Südamerika, aus Afrika und der arabischen Welt zu
Hilfe - alle standen vereint gegen die Aggression.
Unsere ungewöhnliche Koalition muß nun mit dem
gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten, eine Zukunft
zu gestalten, die nie mehr von der dunkleren Seite der
menschlichen Natur überschattet wird.
Heute abend ist Saddam Hussein im Irak von Ruinen
umgeben. Seine Kriegsmaschinerie ist zerschmettert.
Seine Fähigkeit zur Androhung von Massenvernichtung wurde zerstört. Seine Bevölkerung wurde belogen - die Wahrheit wurde ihr vorenthalten. Und wenn
seine besiegten Legionen heimkehren, werden alle
Iraker die von ihm angerichtete Verheerung sehen und
fühlen. Und ich verspreche Ihnen: Für alles, was
Saddam seinem eigenen Volk, den Kuwaitern und der
ganzen Welt zugefügt hat - dafür müssen sich Saddam
und seine Umgebung verantworten.
Wir alle trauern um die Opfer des Krieges und mit dem
kuwaitischen Volk wegen des Leids, das der Seele
jener stolzen Nation zugefügt wurde. Wir trauern um
unsere gefallenen Soldaten und deren Familien, um all
die Unschuldigen, die von diesem Konflikt erfaßt wurden. Und wir trauern auch mit den Menschen im Irak
- einem Volk, das niemals unser Feind war. Ich hoffe,
daß wir sie eines Tages wieder als Freunde in der
internationalen Staatengemeinschaft begrüßen können.
Unser Engagement für den Frieden im Nahen Osten
endet nicht mit der Befreiung Kuwaits. Ich möchte
deshalb heute abend vier große Herausforderungen
erörtern, die zu bewältigen sind:
Erstens müssen wir zusammenarbeiten, um gemeinsame Sicherheitsarrangements in der Region hervorzubringen. Unsere Freunde und Verbündeten im
Nahen Osten erkennen, daß sie den Hauptteil der
Verantwortung für die regionale Sicherheit tragen
werden. Wir möchten ihnen jedoch versichern, daß die
Vereinigten Staaten - ebenso wie sie ihnen zur Abwehr
der Aggression beigestanden haben nun bereit sind,
mit ihnen bei der Sicherung des Friedens zusammenzuarbeiten.
Dies bedeutet nicht die Stationierung amerikanischer
Landstreitkräfte auf der Arabischen Halbinsel, sondern die amerikanische Beteiligung an gemeinsamen
Übungen von Luft- und Landstreitkräften. Darüber
hinaus bedeutet es die Beibehaltung einer fähigen

Seite 2

amerikanischen Marinepräsenz in der Region, wie
dies in den vergangenen 40 Jahren bereits der Fall
war. Eines steht eindeutig fest: Unsere vitalen nationalen Interessen hängen von einem stabilen und sicheren Golf ab.
Zweitens müssen wir handeln, um die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und der zu ihrem
Abschuß eingesetzten Raketen zu kontrollieren. Es
wäre tragisch, wenn die Länder im Nahen Osten und
am Persischen Golf jetzt nach dem Krieg einen neuen
Rüstungswettlauf aufnehmen würden. Dem Irak gebührt
besondere Aufmerksamkeit. Bis der Irak die Welt von
seinen friedlichen Absichten überzeugt - daß seine
Führer nicht erneut Mittel einsetzen, um seine bedrohliche Kriegsmaschinerie neu auszurüsten und wiederaufzubauen - darf der Irak keinen Zugang zu Instrumenten der Kriegführung bekommen.
Drittens müssen wir an der Schaffung neuer Möglichkeiten für Frieden und Stabilität im Nahen Osten
arbeiten. In der Nacht, als ich die Operation Wüstensturm ankündigte, habe ich auch meine Hoffnung
bekundet, daß sich aus den Schrecken des Krieges
neue Impulse für den Frieden ergeben. Wir haben in
der heutigen Zeit gelernt, daß die geographische Lage
keine Sicherheit garantiert und Sicherheit nicht allein
aus militärischer Stärke resultiert.
Wir alle kennen die tiefe Bitterkeit, die den Streit
zwischen Israel und seinen Nachbarn so schmerzlich
und schwierig gestaltet. Dennoch standen in dem
soeben beendeten Konflikt Israel und viele arabische
Staaten erstmals einem gemeinsamen Aggressor gegenüber. Heute sollte allen Parteien klar sein, daß ein
Frieden im Nahen Osten Kompromisse erfordert.
Gleichzeitig bringt Frieden allen Seiten echte Vorteile.
Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um
die Kluft zwischen Israel und den arabischen Ländern
- und zwischen Israelis und Palästinensern - zu überbrücken. Die Taktik des Terrors führt zu nichts - es gibt
keinen Ersatz für Diplomatie.
Ein Frieden für alle muß sich auf die Resolutionen 242
und 338 des UN-Sicherheitsrats und das Prinzip Land
für Frieden gründen. Dieses Prinzip muß weiterentwickelt werden, um Israel Sicherheit und Anerkennung
zu verschaffen und gleichzeitig den Palästinensern zu
ihren legitimen politischen Rechten zu verhelfen. Alles
andere würde den beiden Proben auf Fairness und
Sicherheit nicht standhalten. Die Zeit für eine Beendigung des Konflikts zwischen Israelis und Arabern ist
reif.
Der Krieg mit dem Irak ist vorbei. Die Suche nach
Lösungen für das Problem im Libanon, im arabischisraelischen Konflikt und am Golf muß mit neuer Dynamik
und Entschlossenheit weitergehen.
Viertens müssen wir zugunsten von Frieden und Fortschritt die wirtschaftliche Entwicklung ankurbeln. Der
Persische Golf und der Nahe Osten gehören zu einer
AMERIKA DIENST 10

�Region, die reich an Bodenschätzen ist und wo Menschen leben, die über große, ungenutzte Potentiale
verfügen. Zugunsten militärischer Macht verschwendete Ressourcen müssen friedlicheren Zwecken zugeführt werden. Wir behandeln bereits die unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen der irakischen
Aggression. Wir stehen vor der Herausforderung,
mehr anzustreben - wirtschaftliches Wachstum und
Wohlstand für alle Menschen in der Region zu fördern.
Wenn wir diesen vier Herausforderungen gerecht
werden, können wir einen Rahmen für den Frieden
aufbauen. Ich habe Außenminister Baker gebeten, in
den Nahen Osten zu reisen, um diesen Prozeß einzuleiten. Er wird reisen, um zuzuhören, zu sondieren,
Vorschläge zu machen und Bestrebungen für Frieden
und Stabilität zu fördern. Darüber hinaus habe ich ihn
gebeten, das Thema der im Libanon festgehaltenen
Geiseln anzuschneiden. Wir haben sie nicht vergessen, und wir werden sie nicht vergessen.
Für all die Herausforderungen, die sich in dieser Weltregion stellen, gibt es keine einzige Lösung, und darauf
gibt es keine rein amerikanische Antwort. Aber wir
können etwas bewirken. Amerika wird unermüdlich als
Katalysator für positive Veränderungen arbeiten.
Aber wir können keine Führungsrolle in einer neuen
Welt übernehmen, wenn die amerikanische Verteidigung und Diplomatie keine neuen Wege gehen. Es ist
an derzeit, der Versuchung zu widerstehen, unnötige
Waffensysteme und überflüssige Stützpunkte zu schützen. Es ist an der Zeit, dem kleinlichen Management
der außen- und sicherheitspolitischen Hilfsprogramme ein Ende zu bereiten, das unsere Freunde und
Verbündeten erniedrigt und unsere Diplomatie lähmt.
Es ist an der Zeit, sich über Engstirnigkeit und Lobbyismus hinwegzusetzen, um das zu tun, was nötig ist und
womit diese Nation die Führungsrolle übernehmen
kann, die man uns abverlangt.
Die Auswirkungen des Konflikts am Golf sind weit über
die Grenzen des Nahen Ostens hinaus spürbar. Bereits zweimal in diesem Jahrhundert wurde die gesamte Welt vom Krieg erschüttert. Zweimal in diesem
Jahrhundert haben die Schrecken des Krieges die
Hoffnung auf dauerhaften Frieden hervorgebracht.
Bereits zweimal haben sich diese Hoffnungen als
entfernter Traum erwiesen, der außerhalb der Reichweite des Menschen liegt.
Bis jetzt war die Welt, wie wir sie kennen, eine geteilte
Welt - eine Welt aus Stacheldraht und Beton, Konflikten und kaltem Krieg.
Jetzt sehen wir eine neue Welt. Eine Welt, in der die
sehr reale Aussicht auf eine neue Weltordnung besteht. Winston Churchill zufolge "eine Weltordnung",
in der "die Grundsätze von Gerechtigkeit und Fair
play... die Schwachen vor den Starken schützen...".
Eine Welt, in der die Vereinten Nationen, befreit vorn

AMERIKA DIENST 10

Patt des kalten Krieges, die historische Vision ihrer
Gründerväter verwirklichen wollen. Eine Welt, in der
Freiheit und Achtung der Menschenrechte ihren Platz
in allen Ländern finden.
Der Golf krieg hat diese neue Welt auf ihre erste Probe
gestellt. Meine amerikanischen Mitbürger - wir haben
diese Probe bestanden.
Wir sind für unsere Prinzipien - für das kuwaitische
Volk - eingestanden. Weil die Welt sich nicht abgewandt hat, Herr Botschafter (Al-Sabah), ist Kuwait frei.
Heute abend, da unsere ersten Soldaten nach Hause
zurückkehren, sollten wir uns vor Augen führen, daß
die harte Arbeit der Freiheit uns immer noch fordert.
Wir haben die schweren Lektionen der Geschichte
gelernt. Der Sieg über Irak wurde nicht als Krieg
geführt, "der alle Kriege beenden sollte". Auch die
neue Weltordnung kann kein Zeitalter andauernden
Friedens garantieren. Aber andauernder Frieden muß
unser Ziel sein.
Unser Erfolg am Golf wird nicht nur die von uns
angestrebte neue Weltordnung gestalten, sondern
auch unsere Mission im Inland.
In dem soeben beendeten Krieg gab es eindeutige
Zielsetzungen, Zeitpläne und vor allem eine überwältigende Notwendigkeit von Ergebnissen. Wir müssen
dieselbe Selbstdisziplin und dieselbe Inbrunst für unsere
Herausforderungen im Inland aufbringen.
In meinem Bericht zur Lage der Nation und meiner
Haushaltsvorlage habe ich ein umfassendes Programm
zur Vorbereitung auf das nächste amerikanische Jahrhundert vorgestellt.
Unsere höchste Priorität besteht darin, diese Wirtschaft wieder anzukurbeln. Angst und Unsicherheit,
wie sie die Krise am Golf verursacht haben, waren
verständlich. Aber jetzt ist der Krieg vorüber, die
Ölpreise sinken ebenso wie die Zinssätze, und zu
Recht haben die Menschen wieder Vertrauen. Die
Amerikaner können wieder Geld verleihen, ausgeben
und investieren - in dieser stärksten Wirtschaft auf der
Welt.
Darüber hinaus müssen wir die Gesetze verabschieden, die der Schlüssel zum Aufbau eines besseren
Amerikas sind. Zum Beispiel haben wir 1990 das
historische Gesetz zur Reinhaltung der Luft verabschiedet. Jetzt haben wir eine Nationale Energiestrategie vorgelegt. Wir haben einem Gesetz über Kinderbetreuung zugestimmt, das die Kontrolle in die Hände
der Eltern legt. Heute sind wir bereit, ebenso mit
unseren Schulen zu verfahren und die Wahlmöglichkeiten in den Schulen zu verbessern. Wir haben ein
Strafgesetz verabschiedet, das ein guter Anfang bei
der Bekämpfung von Verbrechen und Drogen ist. In
diesem Jahr werden wir zur Vervollständigung unserer
Arbeit unser umfassendes Strafrechtspaket an den

Seite 3

�Kongreß weiterleiten. Wir haben das umwälzende
Behindertengesetz verabschiedet. Jetzt legen wir
unser Gesetz über Bürgerrechte vor. Ferner haben wir
ein Gesetz über den Luftverkehr verabschiedet, und in
diesem Jahr werden wir unser neues Autobahngesetz
an den Kongreß weiterleiten.
Und dies sind nur einige unserer Vorschläge zu Reform und Erneuerung.
Heute abend appelliere ich an den Kongreß, im innenpolitischen Bereich schnelle Fortschritte zu machen.
Lassen Sie uns mit zwei Initiativen beginnen, über die
wir sicherlich rasch Einigung erzielen können: Transportwesen und Straftaten. Wir wollen dann auf den
Erfolg bei diesen beiden Problembereichen aufbauen
und unsere übrige Tagesordnung verabschieden. Wenn
unsere Streitkräfte den Landkrieg in 100 Stunden
gewinnen konnten, dann wird der Kongreß dieser
Gesetzesvorlage zweifelsohne in 100 Tagen zustimmen können. Lassen sie uns dem amerikanischen
Volk am heutigen Abend dieses Versprechen geben.
Als ich vor diesem Haus über die Lage unserer Nation
berichtete, habe ich Ihnen allen gesagt: Wenn wir
selbstlos das Böse um des Guten willen in einem so
weit entfernten Land bekämpfen können, dann werden
wir sicherlich in der Lage sein, dieses Land zu dem zu
machen, was es sein sollte. Seit damals haben die
tapferen Männer und Frauen der Operation Wüstensturm mehr erreicht als selbst sie sich vielleicht bewußt
sind. Sie brachen auf, um einen Feind im Ausland zu
bekämpfen und haben dabei ihr Heimatland verändert.
Erinnern Sie sich daran, wie sie ihre Mission angingen
- mit Vertrauen und stillem Stolz. Denken Sie an ihr
Pflichtbewu ßtsein - an all das, was sie uns über unsere
Werte und uns selbst gelehrt haben.
Wir hören so oft von der Auflehnung unserer Jugendlichen, daß unsere Kinder zu kurz kommen, unsere
Schulen versagen und amerikanische Produkte und
Arbeiter zweitklassig sind. Glauben Sie das besser
nicht. Das Amerika der Operation Wüstensturm war
erstklassig.
Und wir haben unser Ziel unter Anwendung der modernsten amerikanischen Technologie erreicht. Wir
konnten die Patriot-Rakete als Verkörperung dieses1
modernsten Stands der Technik und die Patrioten
beobachten, die sie abgeschossen haben.
Wir haben Soldaten gesehen, die Begriffe wie Ehre,
Mut, Pflicht und Vaterland und die welterschütternde
Bedeutung dieser Worte ernst nehmen.
Stolz und Patriotismus enthalten etwas Hehres und
Erhabenes, das wir heute abend spüren.
Alle hier Versammelten und alle zu Hause an den
Bildschirmen sollten an die Männer und Frauen der
Operation Wüstensturm denken. Wir wollen sie mit

Seite 4

unserer Dankbarkeit ehren. Wir wollen die Angehörigen der Gefallenen trösten und jedes kostbare geopferte Leben in Erinnerung bewahren.
Wir wollen auch daraus lernen. Wir wollen diejenigen
ehren, die uns durch ihren Dienst an anderen gedient
haben.
Wir wollen jeden einzelnen ehren - Männer und Frauen
jeglicher Rasse, Religion und Hautfarbe - indem wir
uns in diesem Land gegen Diskriminierung, Bigotterie
und Haß auflehnen.
Sicherlich haben viete von Ihnen im Fernsehen die
unvergeßliche Szene gesehen* als vier verängstigte
irakische Soldaten sich ergaben. Sie kamen aus ihrem
Bunker - gebrochen, mit Tränen in den Augen und
Furcht vor dem Schlimmsten. Und dann war da der
amerikanische Soldat. Erinnern Sie sich daran, was er
sagte? Er sagte: "Es ist in Ordnung. Sie sind jetzt in
Sicherheit."
Diese Szene sagt viel über Amerika aus, viel darüber,
wer wir sind. Amerikaner sind ein fürsorgliches Volk.
Wir sind ein gutes und großmütiges Volk. Lassen Sie
uns stets in allem, was wir tun, fürsorglich, gut und
großmütig sein.
Bald werden unsere Truppen den Weg antreten, auf
den wir gewartet haben - den Heimweg. Ich habe
Verteidigungsminister Cheney angewiesen, die unverzügliche Rückkehr der amerikanischen Kampfeinheiten vom Golf in die Wege zu leiten.
In knapp zwei Stunden wird das erste Flugzeug mit
amerikanischen Soldaten aus Saudi-Arabien nach USA
abheben. In ihm befinden sich Männer und Frauen der
24. Motorisierten Infanteriedivision mit Ziel Fort Stewart in Georgia. Dies ist nur der Anfang eines kontinuierlichen Stroms amerikanischer Truppen auf dem
Heimweg.
Ihre Rückkehr sollte uns daran erinnern, daß alle, die
zuvor aufgebrochen sind, mit uns in dem langen Marsch
zur Freiheit verbunden sind. Die Amerikaner haben
immer versucht zu dienen und hehre Opfer für die
Sache zu bringen, die sie als richtig erachten.
Heute abend bitte ich jede Gemeinschaft in diesem
Land, den kommenden 4. Juli zum besonderen Gedenktag für unsere heimkehrenden Truppen zu machen. Vielleicht haben sie das Erntedankfest und
Weihnachten vermißt, aber ich kann Ihnen versichern:
Wir machen diesen Feiertag für sie und ihre Familien
zu einem Tag, den sie niemals vergessen werden.
Im wahrsten Sinne des Wortes gehört dieser Sieg
ihnen - den Gefreiten und Piloten, den Feldwebeln und
Nachschuboffizieren, den Männern und Frauen in den
Fahrzeugen und denen, die für ihr Funktionieren zuständig waren. Er gehört den Berufssoldaten, den
Reservisten, der Nationalgarde. Dieser Sieg gehört
der besten S'reitmacht, die dieses Land je gekannt hat.
AMERIKA DIENST 10

�Wir sind um die halbe Welt gegangen, um das zu tun,
was moralisch richtig und gerechtfertigt ist. Wir haben
hart gekämpft und - zusammen mit anderen - den Krieg
gewonnen. Wir haben das Joch der Aggression und
Tyrannei von einem kleinen Land genommen, von
dem viele Amerikaner zuvor noch nie gehört hatten und wir verlangen nichts dafür.

Wir kehren jetzt - von Stolz erfüllt - nach Hause zurück.
Vertrauensvoll, mit hoch erhobenem Kopf. Im In- und
Ausland bleibt viel zu tun. Undwirwerdenestun. Wir
sind Amerikaner.
Möge Gott diese große Nation - die Vereinigten Staaten von Amerika - schützen.

* * * * *

AMERIKA DIENST 10

Seite 5

�GOLFKRIEG
13. März 1991

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom 15. bis 28. Februar 1991
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend führen wir die Chronologie der Ereignisse am Golf für den Zeitraum vom
15. bis 28. Februar 1991 fort.

15. Februar
Der irakische Präsident Saddam Hussein unterbreitet
ein erstes Angebot zum Rückzug aus Kuwait - unter
der Bedingung, daß "alle Fälle von Gebietsbesetzungen in der Region gleichzeitig gelöst werden". Das
Angebot ist ferner an die Bedingung des Abzugs aller
ausländischen Truppen geknüpft, einschließich des
unverzüglichen und bedingungslosen Rückzugs Israels aus den besetzten Gebieten und des Abzugs
Syriens aus dem Libanon. Das irakische Angebot gibt
vor, alle militärischen Rückzüge und alle damit verbundenen politischen Vereinbarungen berücksichtigten
die "historischen territorialen Rechte des Irak" und
garantierten dem kuwaitischen Volk das Recht, über
seine Zukunft zu bestimmen.
Präsident Bush bezeichnet das irakische Friedensangebot als "grausamen Scherz". Er erklärt, er sehe
"kein Anzeichen eines irakischen Rücl&lt;zugs aus Kuwait.
Bis das geschieht, wird es bedauerlicherweise keine
Einstellung der Feindseligkeiten geben. Es wird keine
Feuerpause und keinen Waffenstillstand geben."
Abdullah Bishara, der Generalsekretär des sechs
Nationen umfassenden Golf-Kooperationsrats, erklärt,
es dürfe keinen Handel geben und der Krieg werde
fortgesetzt, bis alle Resolutionen des I IN-Sicherheitsrats durchgeführt seien. Mitgliedstaaten des GolfKooperationsrates sind Bahrain, Katar. Kuwait, Oman,
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirale.
Die verbündeten Nationen geben bekannt, der Abzug
des Irak aus Kuwait müsse bedingungslos erfolgen
und die Militäroperationen zur Vertreibung der irakischen Truppen würden fortgesetzt. Der britische
Premierminister Major stellt fest, die irakische ErkläAMERIKA DIENST 10

rung stünde in "diametralem Gegensatz" zu Resolution 660 des UN-Sicherheitsrats, die den bedingungs
losen Rückzug des Irak fordert. Der französische
Außenminister Dumas drängt auf eine sorgfältige Prüfung
des Vorschlags, dennoch müsse man sich vorsehen,
daß es sich "nicht um einen Trick handelt"
Der
sowjetische Botschafter Julij Woronzow stellt fest,
obwohl die Erklärung in Moskau "mit Befriedigung
aufgenommen wurde", benötige der Rat "noch eine
Reihe von Klarstellungen", insbesondere im Hinblick
auf Resolution 660. Der ägyptische Botschafter Amre
Mousa erklärt, das einzig ermutigende Zeichen sei die
Erwähnung des Worts "Rückzug". Regierungsvertreter in Deutschland, Spanien, Belgien, Kanada und
Japan geben ähnliche Erklärungen ab.
In einer CBS-Nachrichtensendung wird berichtet, vier
Mitglieder eines CBS-Fernsehteams, die vor drei
Wochen in der saudiarabischen Wüste in der Nähe der
Grenze zu Kuwait verschwunden waren, würden
angeblich in Bagdad festgehalten. Peter Arnett. CNNKorrespondent in Bagdad, erklärt, das Team sei von
einer irakischen Miltärpatrouille festgenommen worden und werde noch immer vom irakischen Geheimdienst verhört.
Die schwedische Regierung weist vier irakische Diplomaten aus, die angeblich in der schwedischen Gesetz
gebung zuwiderlaufende Aktivitäten verwickelt waren.
und zwar Spionage gegen Flüchtlinge.
16. Februar
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)
gibt eine gemeinsame Mission mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt, bei der eine Ladung
medizinischer Hilfsgüter nach Bagdad transportiert
werden soll. Bei dieser Mission wer den Lieferungen im
Seite 1

�Wert von 600 000 Dollar für Kinder, Mütter und andere
Personen bereitgestellt, die dringende Gesundheitsfürsorge benötigen.
17. Februar
Präsident Bush zufolge wird der Krieg gegen den Irak
fortgesetzt, bis Kuwait befreit ist. Der Präsident erklärt, die Sowjetunion stehe unerschütterlich hinter
den Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die den
bedingungslosen Abzug des Irak aus Kuwait fordern.
"Wir sind Frieden und Gerechtigkeit verpflichtet und
zur Erfüllung unserer Verpflichtung entschlossen, indem
wir eine friedlichere Weltordnung aufzubauen versuchen".

18. Februar
In Moskau legt der sowjetische Präsident Gorbatschow dem irakischen Außenminister Tarik Asis einen
Plan zur Beendigung des Krieges vor.
Präsident Bush zufolge ist der sowjetische Plan "unzureichend" bei der Einhaltung atler Resolutionen des
UN-Sicherheitsrats.
Die Londoner Sunday Times berichtet, der irakische
Präsident Saddam Hussein sei vor neun Tagen bei
einem Bombenangriff der Alliierten auf einen Konvoi
von 50 Autos und Lastwagen bei der Rückkehr von der
Frontiinie 100 Meilen nördlich von Basra beinahe getötet worden. Die Piloten hätten nicht gewußt, daß sich
Saddam Hussein in dem Konvoi befunden habe.
Frankreich weist Medienberichten zufolge den irakischen Botschafter in Paris aus. Der Botschafter und
ein Großteil seiner Mitarbeiter reisen ab. Die französische Regierung verweigert die Angabe von Gründen
für die Ausweisung.
20. Februar
Das türkische Au ßenministerium erklärt, fast 900 irakische Soldaten und über 1 000 Zivilisten seien über das
Gebirge vom Irak in die Türkei gekommen, beinahe die
Hälfte von ihnen in den vergangenen vier Tagen. Viele
demonstrieren auf einem Hoteldach dagegen, eventuell in den Irak zurückgeschickt zu weiden.
21. Februar
Die Ermordung kuwaitischer Zivilisten durch die irakischen Streitkräfte nehmen zu, erklärt der kuwaitische
Planungsminister Sulaiman Al-Mutawa in einer in London
abgegebenen Erklärung. Ihm zufolge vergraben die
Iraker die Opfer, um alle Beweise zu vernichten.
Das US-Außenministerium ordnet die Ausreise von
einem der vier in den Vereinigten Staaten verbliebenen
irakischen Diplomaten wegen "nicht im Einklang mit
dem Diplomatenstatus stehenden Aktivitäten" an.

Seite 2

22. Februar
Die niederländische Regierung gibt einen Kabinettsbeschluß zur Entsendung von zwei Minensuchbooten
in den Golf bekannt, um sich nach Ende des Kriegs im
Rahmen der internationalen Koalition an Minenräumoperationen zu beteiligen.
Präsident Bush erklärt, wenn ein Landkrieg am Golf
vermieden werden soll, müsse der irakische Präsident
Saddam Hussein "den unverzüglichen und bedingungslosen Abzug aus Kuwait" bis 18.00 Uhr MEZ am
23. Februar 1991 beginnen.
In einer vom Sprecher des Weißen Hauses Marlin
Fitzwater veröffentlichten Stellungnahme erklärt der
Präsident, der Bodenkrieg werde nicht begonnen,
wenn der Irak folgende Bedingungen akzeptiere und
dies den Vereinten Nationen mitteile:
Beginn eines umfassenden Rückzuges aus
Kuwait bis zum 23. Januar, 18.00 Uhr MEZ.
Dieser Abzug müsse binnen einer Woche abgeschlossen sein.
Abzug aller Truppen aus Kuwait City innerhalb
von 48 Stunden; der rechtmäßigen Regierung
Kuwaits müsse die Rückkehr gestattet weiden.
Abzug von alten ausgebauten Verteidigungsstellungen an der saudi-kuwaitischen und saudi-irakischen Grenze, von den Inseln Bubiyan
und Warbah sowie vom Ölbohrfeld Rumailah in
Kuwait innerhalb einer Woche; im Einklang mit
Resolution 660 Rückkehr alter irakischen Streitkräfte zu ihren Stellungen vom 1. August 1990.
Freilassung sämtlicher Kriegsgefangener und
Zivilisten aus Drittländern, die gegen ihren Willen festgehalten werden; Rückgabe der sterblichen Überreste gefallener und gestorbener
Soldaten. Der Prozeß der Freilassung muß
unverzüglich beginnen und binnen 48 Stunden
abgeschlossen sein.
Beseitigung aller Sprengsätze und versteckten
Sprengladungen; Benennung militärischer Verbindungsoffiziere, die beim Abzug der irakischen Truppen mit den Koalitionsstreitkräften
zusammenarbeiten; Lieferung alter Informationen über Lage und Art von Land- und Seeminen.
Einstellung der Flüge von Kampfflugzeugen über
Irak und Kuwait, ausgenommen von Transportmaschinen, die Truppen aus Kuwait ausfliegen.
Den Flugzeugen der Koalition ist die exklusive
Kontrolle und Nutzung des gesamten kuwaitischen Luftraums zu übertragen.

AMERIKA DIENST 10

�Einstellung aller Zerstörungsmaßnahmen gegen Bürger und Eigentum in Kuwait sowie Freilassung aller inhaftierten Kuwaitis.
Die Vereinigten Staaten und ihre Koalitionspartner
bekräftigen, daß ihre Streitkräfte keine unbewaffneten
irakischen Truppen beim Rückzug angreifen und Zurückhaltung üben werden, solange der Abzug im Einklang mit den Richtlinien stattfindet.
23. Februar

'

WHO-Beamte erklären nach der Rückkehr von einer
Informationsreise nach Bagdad und der Lieferung von
54 Tonnen medizinischer Versorgungsgüter für Frauen und Kinder, sie hätten während ihres einwöchigen
Besuchs keine Unterernährung irakischer Kinder festgestellt. Die Gruppe wurde von Dr. Ali Khogali, dem
Direktor des WHO-Büros für das östliche Mittelmeer,
geleitet.
Brigadegeneral Richard Neal zufolge haben die Iraker
in Kuwait eine Terrorkampagne eingeleitet. Bei einem
Vortrag des US-Central Command erklärt er, es gebe
"eine systematische Exekutionskampagne, insbesondere gegen solche Personen, die bereits gefoltert
wurden. Man könnte dies als Vernichtung von Beweismitteln bezeichnen."
"Die Befreiung Kuwaits ist nun in ihre letzte Phase
getreten", erklärt Präsident Bush und weist General
Norman Schwarzkopf an, gemeinsam mit den Koalitionsstreitkräften "alle zur Verfügung stehenden Streitkräfte, einschließlich der Bodentruppen, einzusetzen,
um die irakische Armee aus Kuwait zu vertreiben."
Der Botschafter Kuwaits bei den Vereinten Nationen,
Mohammad Abulhassan, erklärt am Sitz der UNO sein
Bedauern, daß "wir- die ganze Welt - nicht in der Lage
waren, Saddam Hussein davon zu überzeugen, Kuwait zu verlassen und seiner Nation, seinem Land und
der Region die von ihm verursachte Katastrophe zu
ersparen".

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In getrennten Erklärungen befehlen der britische Premierminister John Major und der französische Präsident Francois Mitterrand kurz nach der Ankündigung
von Präsident Bush ihren Streitkräften, am alliierten
Angriff zur Befreiung Kuwaits teilzunehmen.
24. Februar
Der Kommandeur der Alliierten, General Norman
Schwarzkopf, verkündet, daß die Koalitionstruppen
um 02.00 Uhr MEZ die Bodenoffensive zur Befreiung
Kuwaits eröffnet hätten. An der Offensive nehmen die
Vereinigten Staaten, Saudi Arabien. Großbritannien,
Frankreich, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar, Oman, Syrien und Kuwait teil, erklärt
Schwarzkopf.

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Maschinen aus zehn Koalitionsstaaten fliegen am
zweiten Tag hintereinander eine Rekordzahl von
Bombenangriffen über Kuwait, darunter 1 200 Einsätze gegen irakische Stellungen. An der Front schlagen
Bulldozer eine Bresche durch die Sandwälle an der
Nordgrenze Saudi-Arabiens. Die alliierte Artillerie
beschießt die feindlichen Linien und Wellen von
Kampfhubschraubern greifen über kuwaitischem Territorium an. Auf See machen Minenräumer der Koalition Seekorridore für den möglichen Einsatz amphibischer Kräfte frei.
Der irakische Präsident hält im Bagdader Rundfunk
von einem unbekannten Ort und zu unbestimmter Zeit
eine Rede, in der er seine Truppen auffordert, gegen
die alliierten Streitkräfte zu kämpfen "und ihnen gegenüber keine Gnade zu zeigen..."
Deutschland bekräftigt seine Solidarität mit den Alliierten und Partnern beim Kampf zur Befreiung Kuwaits im
Namen der Vereinten Nationen.
Der kanadische Premierminister Brian Mulroney stellt
in einer Erklärung fest: "In jeder Phase dieser Krise
hatte Saddam Hussein die Wahl zwischen Krieg und
Frieden. In jeder Phase hat er den Krieg dem Frieden
vorgezogen. Tragischerweise hat er dies auch ein
letztes Mal getan."
Der portugiesische Premierminister Anibal Cavaco
Silva bringt Portugals uneingeschränkte Solidarität mit
den Koalitionsstreitkräften zum Ausdruck und stellt
fest, Saddam Hussein sei für die neue Phase des
Krieges verantwortlich.
25. Februar
Der UN-Sicherheitsrat tritt auf Verlangen der Sowjetunion zusammen, um einen Friedensplan zu erörtern,
der im Einklang mit der Resolution 660 des UNSicherheitsrats ein Datum für den irakischen Rückzug
festsetzen, eine kurze Abzugsfrist vorsehen und keine
anderen Bedingungen zulassen würde. Die Mitglieder
des Sicherheitsrats kommen zu dem Schluß, daß
keine Entscheidung gefällt werden kann, solange der
Irak die Vereinten Nationen nicht offiziell unterrichtet,
daß er die UN-Resolutionen einhalten wird. USBotschafter Thomas Pickering erklärt nach zweistündigen vertraulichen Beratungen im Namen der Koalition: "Wir möchten, daß der Irak sobald wie möglich
auf uns zukommt und erklärt, er werde die Resolutionen einhalten." Er bekräftigt, der Irak müsse sich
binnen einer Woche aus Kuwait und innerhalb von 48
Stunden aus Kuwait City zurückziehen, alle Kriegsgefangenen und Bürger von Drittländern freilassen und
alle Sprengsätze und versteckten Sprengladungen
aus Kuwait entfernen.

Seite 3

�Der Inlandsdienst des Bagdader Rundfunks strahlt in
Arabisch eine Erklärung eines "offiziellen Sprechers"
aus, derzufolge "die Führung (des Irak) ihre Zustimmung zum Abzug im Einklang mit der Resolution 660
des UN-Sicherheitsrats ... bekräftigt. Den Streitkräften wurde befohlen, sich in geordneter Weise auf die
vor dem 1. August 1990 bestehenden Stellungen
zurückzuziehen."
Präsident Bush und die Alliierten bestehen darauf, daß
der Irak alle Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
anerkennen und mit einem massiven Truppenabzug
beginnen muß; weniger würden die Alliierten nicht
anerkennen.
Teile einer irakischen SCUD-Rakete fallen auf eine
US-Kaserne bei Dhahran in Saudi Arabien. 28 USSoldaten werden getötet, 100 verwundet.
Die 10. medizinische Mission des jordanischen Roten
Halbmonds verläßt Amman mit 28 Tonnen Arzneimitteln, medizinischen Geräten und Säuglingsnahrung
für den irakischen Roten Halbmond in Bagdad.
Der Emir von Kuwait Scheich Jabir AI-Ahmad AlSabah hält aus Anlaß des 30. Jahrestages der Unabhängigkeit Kuwaits eine Rede in Taif, in der er erklärt,
die Krise "hat Kuwaits nationales Bewußtsein gestärkt
und den wahren Charakter des kuwaitischen Volks
zutage gefördert".
26. Februar
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)
appelliert an den Irak, die dritte Genfer Konvention
anzuerkennen und dem IKRK Besuche bei den vom
Irak festgehaltenen Kriegsgefangenen zu gestatten.
Generalleutnant Thomas Kelly erklärt bei einem Informationsgespräch über die Operation Wüstensturm,
die irakische Armee befinde sich auf dem Rückzug,
obwohl im Golfkrieg immer noch Kampfhandlungen
stattfänden. Kelly zufolge haben die Alliierten bis jetzt
über 30 000 Iraker gefangengenomen und 2 085 Panzer,
562 gepanzerte Fahrzeuge und 1 505 Artilleriegeschütze zerstört. "Wir tun alles in unserer Macht
Stehende, um die sich in unserer Obhut befindenden
Iraker angemessen zu versorgen. Ich möchte Ihnen
versichern, daß es den Irakern in unserer Obhut besser geht als vorher".
Saddam Hussein gibt über Radio Bagdad bekannt, die
irakischen Truppen "werden ganz aus Kuwait abziehen". Aber er erklärt den Irakern auch, "Kuwait ist Teil
Eures Landes", und fügt hinzu, "am 8. August wurde
Kuwait rechtmäßig, verfassungsgemäß und tatsächlich Teil des Irak".
Präsident Bush konstatiert in einer kurzen Ansprache
an die Nation, der irakische Führer "gibt Kuwait nicht
freiwillig auf", sondern "er will die Reste von Macht und
Kontrolle im Nahen Osten mit allen Mitteln behalten".

Seite 4

Er erklärt ferner, "Saddam ist nicht am Frieden interessiert, sondern nur an Umstrukturierung und weiteren
Kämpfen, und er gibt Iraks Anspruch auf Kuwait nicht
auf." Bush fügte hinzu, die Koalition "wird deshalb
weiterhin mit unverminderter Intensität Krieg führen".
Experten erklären bei der Umweltkonferenz in Bahrain, Flugzeuge hätten auf der Suche nach weiteren
Kriegsschäden einen neuen Ölteppich im Golf gesichtet. Dem Leiter der Forschungsabteilung für Öl und
Mineralien an der King Fahd Universität, Abdullah
Dabbagh, zufolge könnte der neue Ölteppich bis Juni
über Katar hinaus in den südlichen Teil des Golfs an die
Südostküste des Iran treiben.
27. Februar
Der Befehlshaber des US-Central Command, Norman
Schwarzkopf, erklärt in Riad, daß 29 irakische Divisionen von Koalitionsstreitkräften kampfunfähig gemacht
wurden, warnte aber, der Krieg werde unvermindert
fortgesetzt. Die Alliierten kämpfen ihm zufolge mit den
westlich von Basra liegenden Divisionen der Republikanischen Garde "eine klassische Panzerschlacht"
und in Kuwait gebe es immer noch Nester des Widerstands. Schwarzkopf erklärt ferner, etwa 3 008 irakische Kampfpanzer, 1 879 der 2 870 gepanzerten
Fahrzeuge und 2 140 der 3 100 Artilleriegeschütze
seien zerstört worden. Zahlreiche irakische Soldaten
sind in ihren Schützengräben getötet worden, viele
andere geflohen.
Die Vereinten Nationen erhalten und veröffentlichen
einen Brief des irakischen Außenministers Tarik Asis
in offizieller Übersetzung, in dem der Irak erklärt, er
akzeptiere lediglich drei der zwölf UN-Resolutionen 660, 662 und 674 - unter der Bedingung, daß der
Sicherheitsrat einen sofortigen Waffenstillstand fordert und unter der Voraussetzung, daß die Resolutionen über Sanktionen und das Embargo nicht länger
gelten.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weist das
irakische Angebot, nur drei Resolutionen akzeptieren
zu wollen, zurück. Der Präsident des Rats fordert eine
bedingungslose und ausdrückliche Annahme aller zwölf
Resolutionen.
Die kuwaitischen Streitkräfte unter Beteiligung von
Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, der Vereinigten Arabischen Emirate, Omans und Syriens werden bei ihrem
Einzug in Kuwait City von einer jubelnden Menge
begrüßt. Sie finden den Palast des Emirs und das mit
vielen Millionen erbaute Konferenzzentrum, Hotels,
Wohnhäuser und ganze Viertel zerstört. Die Koalitionsstreitkräfte hissen ihre Nationalflaggen über ihren
Botschaften in der kuwaitischen Hauptstadt.
Präsident Bush erklärt, die Koalitionsstreitkräfte am
Golf würden ihren Angriff am 28. Februar um 6 . 0 0 Uhr
(MEZ) aussetzen, um Irak die Möglichkeit zu geben,

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�Alliierten auf strategische und militärische Ziele im Irak
unversehrt sind. Der Unterabteilungsleiter im Außenministerium, David Mack, erklärt, die Photos seien
aufgenommen und veröffentlicht worden, um irakische
Behauptungen zu widerlegen, daß alliierte Piloten
absichtlich religiöse Stätten im Irak zerstören würden.

einen offiziellen Waffenstillstand auszuarbeiten. Er
warnte, die Koalition würde den Angriff wiederaufnehmen, wenn der Irak die Kampfhandlungen fortsetzt
oder Raketen auf irgendein Land abschießt. Bush
erklärte femer, ein dauerhafter Waffenstillstand werde
davon abhängen, ob der Irak alle Kriegsgefangenen
der Koalition, alle gefangenengenommenen Kuwaitis,
Drittstaatler und die sterblichen Überreste aller Gefallenen unverzüglich freigibt und alle UN-Resolutionen
zu Kuwait einhält. Dazu zählen die Aufgabe der
irakischen Annexion Kuwaits und Anerkennung der
Entschädigungszahlungen für alle Verluste im Rahmen der Invasion. Der Irak muß die kuwaitischen
Behörden über den Ort der Verlegung und die Typen
aller Land- und Seeminen in Kenntnis setzen und
militärische Befehlshaber benennen, die innerhalb
von 48 Stunden mit ihren Kollegen von den Koalitionsstreitkräften zusammentreffen, um die militärischen
Aspekte des Waffenstillstands zu erörtern.

Brigadegeneral Richard Neal erklärt bei einem Informationsgespräch des US-Central Command in Riad,
"alle Streitkräfte der Vereinigten Staaten und der Koalition
befinden sich in Verteidigungsstellung", um Präsident Bushs Befehl zur Einleitung eines Waffenstillstands zu befolgen. Neal erklärt weiter, nach jüngsten Schätzungen seien etwa41 der 42 zur Besetzung
Kuwaits stationierten Divisionen des Irak "gefangengenommen, zerstört oder kampfunfähig gemacht
worden" und Soldaten in Divisionsstärke "konnten
nach Norden, in den Irak zurück fliehen". Neal
zufolge haben irakische Truppen bei ihrem Rückzug
aus Kuwait "bis zu 40 000" Zivilisten als Geiseln genommen und die US-Regierung sei "sehr besorgt"
über die von irakischen Soldaten in Kuwait begangenen Greueltaten.

Der irakische Botschafter bei den Vereinten Nationen,
Abdul Amir Al-Anbari, erklärt, dem Präsidenten des
Sicherheitsrats einen Brief von Außenminister Tarik
Asis übergeben zu haben, demzufolge der Abzug des
Irak aus Kuwait vollzogen und der Irak bereit ist, alle
Resolutionen des Rats bedingungslos zu akzeptieren.
Femer würde der Irak Kriegsgefangene "baldmöglichst"
in ihre Heimatländer zurückschicken. Der Brief von
Asis fordert einen Waffenstillstand.

Mit dem kuwaitischen Botschafter in Washington, Saud
Nasir al-Sabah, an seiner Seite erklärte Präsident
Bush, Bagdad habe zugestimmt, Militärs zu benennen, die mit ihren Kollegen der Koalition zusammentreffen sollten, "um militärische Aspekte" einer Waffenruhe zu erörtern. Der Irak stimmt damit der zweiten
Bedingung für einen Waffenstillstand zu, die Bush in
seiner Erklärung vom 27. Februar über eine Aussetzung der Kampfhandlungen von Koalitionsstreitki äffen fordert.

28. Februar
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen tritt zusammen, um den Brief des irakischen Außenministers
Tarik Asis entgegenzunehmen und zu erörtern und
erklärt, "der Irak sei zur vollständigen Einhaltung der
Resolution 660 und aller anderen Resolutionen des
UN-Sicherheitsrats bereit".

Der kuwaitische Botschafter bei den Vereinten Nationen bittet den UN-Generalsekretär Perez de Cuellar,
eine Expertengruppe aus Mitgliedern des UN-Sekretariats, der Weltgesundheitsorganisation, des Kinderhilfswerks UNICEF, des UN-Umweltprogramms und
der UNESCO zu entsenden, um in Kuwait "die Schäden in allen Lebensbereichen" zu bewerten. Er schätzt,
daß seit dem 2. August 1990 mindestens 22 000
kuwaitische Zivilisten in den Irak verschleppt wurden
und noch einmal 5 000 Kuwaiter in die Hände der
Iraker fielen, als diese in den letzten 48 Stunden der
Kämpfe aus Kuwait flohen.

Saddam Hussein befiehlt seinen Truppen die Einstellung der Kampfhandlungen, und der Irak erklärt sich
mit der Aufnahme von Gesprächen einverstanden, bei
denen ein dauerhafter Waffenstillstand ausgearbeitet
werden soll.
Vom Pentagon veröffentlichte Aufklärungsphotos
bestätigen, daß die heiligen Stätten in den Städten An
Najaf und Karbala trotz sechswöchiger Luftangriffe der
* *

AMERIKA DIENST 10

*

Seite 5

�CHEMIEEXPORTE
13. März 1991

USA ERWEITERN LISTE GENEHMIGUNGSPFLICHTIGER CHEMIKALIEN
Übersicht des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Die Bush-Administration hat die Zahl chemischer Stoffe, deren Ausfuhr genehmigungspflichtig ist, von 11 auf 50 erhöht. Darüber hinaus werden in Zukunft zum ersten Mal Ausfuhrgenehmigungen
für Ausrüstungsgegenstände erforderlich, die zwar zu Recht kommerziell genutzt werden, aber auch der
Produktion chemischer und biologischer Waffen dienen können.
Die drei neuen Durchführungsverordnungen für die vom Präsidenten Ende 1990 gegen die Verbreitung
chemischer und biologischer Waffen erlassenen Verfügungen werden in einer Übersicht des Weißen Hauses
vom 6. März 1991 erläutert, die wir nachfolgend veröffentlichen.

Im Bundesgesetzblatt werden drei Verordnungen
veröffentlicht. Diese Verordnungen werden einen
Beitrag zu unseren Nichtverbreitungs-Bemühungen
leisten, da sie Teile der vom Präsidenten im vergangenen November erlassenen Verfügung über chemische
und biologische Waffen (CBW) und der im vergangenen Dezember eingeleiteten Initiative zur verbesserten Proliferationskontrolle verwirklichen. Gleichzeitig
sind die Verordnungen so angelegt, daß Eingriffe in
den legitimen internationalen Handelsverkehr so gering wie möglich gehalten werden.
Mit der ersten Verordnung wird eine Liste von mehrfach nutzbaren Ausrüstungsgegenständen aufgestellt,
die zwar zu Recht kommerziell genutzt werden, aber
auch der Produktion chemischer und biologischer Waffen
dienen können. Die Ausfuhr solcher mehrfach nutzbaren Ausrüstungsgegenstände in besonders sensible
Regionen, wie etwa den Nahen Osten und Südwestasien sowie in andere Staaten, deren Aktivitäten in
Zusammenhang mit CBW stehen könnten, ist nunmehrgenehmigungspflichtig. Die Ausrüstungsliste, in
der dreimonatige Bemühungen - darunter umfangreiche Konsultationen mit der Industrie ihren Niederschlag finden, ist einzigartig: Nie zuvor waren amerikanische Ausfuhren von mehrfach nutzbarer, CBWrelevanter Ausrüstung genehmigungspflichtig.
Die zweite Verordnung erweitert die Liste der "chemischen Grundstoffe", deren Ausfuhr genehmigungs-

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pflichtig ist, von 11 auf 50. Wie mehrfach nutzbare
Ausrüstungsgegenstände werden diese Chemikalien
allgemein für die Herstellung handelsüblicher Produkte benutzt. Sie wurden jedoch auch von der AustralienGruppe als Hauptbestandteile für die Herstellung
chemischer Waffen identifiziert. Die Australien-Gruppe ist ein multilaterales Forum von 20 Lieferstaaten
(einschließlich der Vereinigten Staaten), das sich für
die Begrenzung der Verbreitung chemischer Waffen
engagiert. Die Vereinigten Staaten werden sich nun
der wachsenden Zahl von Mitgliedstaaten der Australien-Gruppe anschließen, in denen Exporte dieser 50
chemischen Grundstoffe in ein Land außerhalb dei
Gruppe genehmigungspflichtig sind.
Die dritte Verordnung sieht zusätzliche Kontrollen vor,
konzentriert sich auf wissentliche Exporte oder andere
Hilfe von US-Firmen oder Einzelpersonen für CBW
oder Raketenprograrnme im Ausland. Gemäß ihren
Bedingungen kann die US-Regierung intervenieren,
um eine mögliche amerikanische Unterstützung dieser
Programme zu verhindern. Diese Verordnung wird in
folgenden Fällen neue Zulassungsbedingungen ver
hängen:
1.

Wenn ein US-Bürger Kenntnis von geplanten
Exporten oder anderen Hilfen für CBW oder den
Bau von Raketen hat, die für in der Liste enthaltene Regionen, Länder oder Projekte bestimmt
sind.

Seite 1

�2

w

Für den Export e.i^er, ganzen Chemiefabrik, die
irgendeinen der 50 chemischen. Grundstoffe
hersteitt odje.i; die Hilfe bei der Planung einer
solchen Fab$k, dje, für irgendein Nichtmitglied
der Australien-Gruppe bestimmt ist.

Gegenstand umfangreicher Konsultationen mit der
Industrie waren. Sie werden als Interimverordnungen
gelten. In dieser Form wird eine Verordnung am Tag
ihrer Veröffentlichung gültig sein, obwohlsie nach dem
30tägigen Zeitraul n für Öffentliche Einwäncle geändert
werden kann. Die dritte Verordnung über zusätzliche
Kontrollen wird als Vorschlag veröffentlicht. Diese
Verordnung tritt in Kraft, wenn eine abschließende
Vorschrift ei lassen ist und nach Ende des 30tägigen
Zeitraums dir öffentliche Einwände.

Die neue Tei^ahrAebeschränkwg für US-Bürger an
Projekten, bei denen es um chemische Waffen oder
Raketen geht, ähnelt den Exportbeschränkungen, die
bereits für den Export von Material zur Herstellung
biologischer und nuklearer Wallen gelten. Denjenigen, die diese Kontrollen verletzen, drohen strafrechtliche Verfolgung und Geldstrafen.

Vergleichbare Kontrollen müssen, wenn sie tatsächlich effektiv sein wollen, auf alle wichtigen Lieferanten
angewandt werden. Im Hinblick darauf verfolgt die
Regierung energisch die multilaterale Verabschiedung
dieser neuen Konti ollen in der Australien-Gruppe, dem
Kontrollregime für Raketentechnplogie und verschiedenen internationalen Atomforen.

-

3.

# W i Wt VJJS-PÖjrger von der; U S - R ^ e / ^
inform/e.rt wjrd, daß beabsichtigte Exporte oder
andere, H$eiür CBW oder den Bau von R a k e l n
in, irgendeinem Teil der Welt bestimmt sind.

Die Verordnungen sehen Kontrollen für Mehrzweckgeräte und chemische Grundstoffe vor, die bereits

* * * * *

Seite 2

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�NEUER

LANDWIRTSCHAFTSMINISTER
13. März 1991

DIE BIOGRAPHIE DES NEUEN
LANDWIRTSCHAFTSMINISTERS
Edward Madigan vom Senat bestätigt
WASHINGTON - (AD) - Am 7. März 1991 wurde Edward Madigan vom US-Senat bestätigt. Nachfolgend
veröffentlichen wir seinen vom Landwirtschaftsministerium am 13. März herausgegebenen Lebenslauf.

Am 7. März 1991 wurde Edward Madigan vom Senat
mit 99 zu 0 Stimmen bestätigt und am 12. März als 24.
Landwirtschaftminister der Vereinigten Staaten vereidigt.

finanziellen Schwierigkeiten stecken und Anreize für
Umweltschutz bei der Bodenbewirtschaftung schaffen.

Als einer der renommiertesten Kenner der Landwirtschaft sicherte sich Madigan im Kongreß einen guten
Ruf. Madigan war 16 seiner 18 Jahre im Kongreß
Mitglied des Landwirtschaftsausschusses, acht Jahre
als rangältester Republikaner. Er wird von Mitgliedern
beider Parteien als Mitarbeiter an Gesetzen mit fundiertem Wissen und klugen Entscheidungen respektiert. Senator Richard Lugar (Republikaner aus Indiana) erklärt: "Ed Madigan hat mehr als jeder andere
Kongreßabgeordnete getan, um eine amerikanische
Landwirtschaftspolitik zu gestalten, die sich den wandelnden Weltmärkten anpaßt." Der Vorsitzende des
Landwirtschaftsausschusses im Senat, Senator Patrick Leahy (Demokrat aus Vermont) konstatierte: "Ich
weiß, er ist ein energischer, aber gerechter und vorurteilsfreier Mitarbeiter an Gesetzen."

Ausschusses zur kommerziellen Energienutzung und

Madigan war von 1985 bis 1990 maßgeblich an der
Erarbeitung der Landwirtschaftsgesetze beteiligt und
arbeitete entschlossen am Schutz der Einkommen von
Landwirten und der Expansion von Exportmärkten.
Als Landwirtschaftsminister wird Madigan die Durchführung des Landwirtschaftsgesetzes von 1990 überwachen, das als Bundesgesetz die Landwirtschaftspolitik der nächsten fünf Jahre festlegt. Zu Madigans
Leistungen bei der Gesetzgebung im Kongreß zählen
die Beschaffung der Mittel für die Behörde zur Elektrifizierung des ländlichen Raums. Ferner will er der
Behörde für landwirtschaftliche Betriebe mehr Flexibilität bei der Arbeit mit Landwirten einräumen, die in

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Im Kongreß war Madigan langjähriges Mitglied des
rangältester Republikaner im Unterausschuß für
Gesundheit und Umwelt, der Entscheidungsbefugnis
bei der öffentlichen Gesundheit, MEDICAID und gesetzlicher Krankenversicherung, Nahrungs- und Arzneimitteln, Umwelt- und Verbraucherschutz hat. Darüber hinaus war er Mitglied im Unterausschuß zur
Finanzierung von Telekommunikation, der bei der
Informationsübermittlung zwischen den Bundesstaaten und ins Ausland mitentscheiden kann, unter anderem bei Fernseh- und Radiosendungen, Satellitenund Kabelübertragungen und Gesetzen zur Finanzierung von Sicherheitsmaßnahmen. Madigan initiierte
ferner neue Gesetze, mit denen diese Ausschüsse
den Landwirten helfen sollten. Zum Beispiel enthielten
die Zusatzartikel zum Gesetz über die Reinhaltung der
Luft aus dem Jahr 1990 von Madigan erarbeitete
Bestimmungen, die den Einsatz alternativer Brennstoffe wie etwa Äthanol fördern. Diese Bestimmungen
schaffen bis 1995 einen zusätzlichen Markt für mindestens 750 Millionen Gallonen Äthanol jährlich.
Madigan wurde erstmals 1972 in den Kongreß gewählt, gewann seine Wiederwahl und war seitdem
ständig Abgeordneter. In den Jahren 1981 und 1982
war er Vorsitzender des Forschungsausschusses der
Republikaner. Madigan gehörte von 1966 bis 1972
dem Repräsentantenhaus von Illinois an und gewann
zweimal seine Wiederwahl. Er war Eigentümer des
Taxiuntemehmen Yellow-Lincoln in Illinois.

Seite 1

�Im Jahr 1974 wurde Madigan von der Vereinigung
ehemaliger Studenten des Lincoln College die Auszeichnung für besondere Verdienste im öffentlichen
Dienst verliehen. 1975 wurde er Ehrendoktor der
Geisteswissenschaften am Lincoln College, 1977 verlieh
ihm die James Millikin Universität die Ehrendoktorwürde der Jurisprudenz. Dieselbe Auszeichnung wurde
ihm 1979 von der Wesleyan Universität in Illinois
verliehen.

Madigan wurde am 13. Januar 1936 in Illinois geboren
und ist Absolvent des Lincoln College. Seine Frau
Evelyn und er haben drei Töchter. Kimberly ist Anwältin in Washington, Kellie Programmleiterin bei der
State Farm Isurance Company in Bloomington, und
Mary Elizabeth arbeitet als Produktmanager bei der
Sara Lee Corporation in Chicago. Die Familie Madigan
wohnt in Falls Church, Virginia.

* * * * *

Seite 2

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