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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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630°
6. Februar 1991

GOLFKRIEG

MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN DES
IRAKS BELEGEN GEFAHR REPRESSIVER
REGIME
Einleitung des Berichts
über Menschenrechtsverletzungen

WIE DER IRAK SEINE KRIEGSMASCHINERIE AUFBAUTE
Hintergrundinformation über die
Umgehung von Exportkontrollen

HAUSHALT

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

US-VERTEIDIGUNGSHAUSHALT SIEHT
ABBAU DER STREITKRÄFTE VOR
Auszüge aus dem Haushaltsentwurf für 1992-1993

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 23 66
Telex: 8-85432

�GOLFKRIEG
6. Februar 1991

MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN DES IRAK
BELEGEN GEFAHR REPRESSIVER REGIME
Einleitung des Berichts über Menschenrechtsverletzungen
WASHINGTON - (AD) - Die durch die "brutale Invasion" des Irak in Kuwait verursachten Menschenrechtsverletzungen führen dem US-Außenministerium zufolge der Welt "die Gefahren, die repressive Regime für die regionale Sicherheit und Weltordnung bedeuten können", vor Augen.
In der Einleitung des am 1. Februar 1991 veröffentlichten Berichts über Menschenrechtsverletzungen stellte das
Außenministerium fest, für den größten Teil des Jahres 1990 "haben sich die 1989 erzielten Fortschritte im
großen und ganzen trotz der enormen Probleme konsolidiert, mit denen sich die auf dem schwierigen Übergang
von einer Kommando- zur freien Marktwirtschaft und von totalitärem Kommunismus zur Demokratie befindlichen Länder konfrontiert sahen".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Einleitung des Berichts.

Bericht über Menschenrechtsverletzungen 1990
Dieser Bericht wird dem Kongreß vom Außenministerium gemäß Abschnitt 116(d)(1) und 502B(b) des
Gesetzes über Auslandshilfe von 1961 vorgelegt.
Das Gesetz fordert Berichte über Menschenrechtsverletzungen in allen Ländern, die von den Vereinigten
Staaten Hilfe empfangen und allen Ländern, die Mitglied der Vereinten Nationen sind. In der Annahme,
daß diese Informationen für den Kongreß und andere
Leser von Interesse sein könnten, haben wir auch
Berichte über die wenigen Länder einbezogen, die in
keine dieser Kategorien und damit nicht unter die
Kongreßbestimmungen fallen.
Der Kongreß hat das Gesetz über Auslandshilfe und
die vorstehend erwähnten Abschnitte des Gesetztes
geändert, um bei der Erwägung von Hilfsprogrammen
für ein bestimmtes Land auf diese Berichte zurückgreifen zu können. Eine äußerst wichtige - vielleicht
unbeabsichtigte - Konsequenz dieser Gesetzesbestimmungen ist, daß sie Menschrechtsbelange zum
integralen Bestandteil der täglichen Berichterstattung
und des täglichen EntScheidungsprozesses im Außenministerium gemacht hat. Ein Beamter in einer
Botschaft im Ausland, der einen guten Jahresbericht
überdie Menschenrechtssituation in dem Land, in dem

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er tätig ist, verfassen will, muß die Entwicklungen im
Bereich der Menschenrechte im Verlauf des Jahres
täglich sorgfältig überprüfen und beobachten. Infolgedessen wird er über alle wesentlichen Entwicklungen
im Bereich der Menschrechte in dem Land berichten,
in das er entsandt wurde. In den vergangenen 12
Jahren wurde das Außenministerium entschieden besser
informiert und gegenüber den auf der Welt stattfindenden Menschenrechtsverletzungen sensibilisiert.
Vor einem Jahr haben wir an diesem Ort die Frage
gestellt, ob die im Jahr 1989 in Osteuropa und anderen
Teilen der Welt erzielten Fortschritte bei der Menschenrechtssituation dauerhafte Errungenschaften sein
würden oder ob die Gefahr eines Rückschritts bestünde. Für den größten Teil des Jahres 1990 haben sich
die 1989 erzielten Fortschritte im großen und ganzen
trotz der enormen Probleme konsolidiert, mit denen
sich die auf dem schwierigen Übergang von einer
Kommando- zur freien Marktwirtschaft und von totalitärem Kommunismus zur Demokratie befindlichen
Länder konfrontiert sahen. Die brutale Invasion des
Irak in Kuwait vom 2. August 1990 löste eine Herrschaft des Terrors und Menschenrechtsverletzungen
aus, die der Welt die Gefahren vor Augen führen, die
repressive Regime für die regionale Sicherheit und
Weltordnung bedeuten können.

Seite 1

�In Europa haben in den Ländern, die zur Sowjetunion
und dem Warschauer Pakt gehörten, Wahlen mit
Beteiligung mehrerer Parteien stattgefunden. Nach
solchen Wahlen vereinigte sich die ehemalige Deutsche Demokratische Republik aufgrund der Entscheidung einer demokratisch gewählten Regierung mit der
Bundesrepublik Deutschland. Freie Wahlen fanden
ferner auch in allen Teilrepubliken Jugoslawiens statt.
Selbst im regimetreuen Albanien gab es Anzeichen für
zunehmenden Druck des Volkes auf größere Freiheit.
In Osteuropa und der Sowjetunion wurde der Demokratisierungsprozeß in einigen Regionen durch das
totalitäre Erbe und Nationalitätenkonflikte behindert,
die seit Jahrzehnten unterdrückt worden waren. Die
Vereinigten Staaten brachten ihre Besorgnis über Gewalt
gegen soziale und ethnische Gruppen in Rumänien
zum Ausdruck. Die von der serbischen Republik
gegen die Albaner ergriffenen repressiven Maßnahmen waren mit die schlimmsten des Jahres 1990 in
Europa. Dennoch konnten auch einige positive Entwicklungen in den Beziehungen zwischen den jeweiligen Nationalitäten in der Region beobachtet werden.
Dank ^Jer Auswirkungen der Demokratisierung und
zunehmenden Achtung der Menschrechte konnte
Bulgarien die Behandlung seiner ethnischen und religiösen Minderheiten erheblich verbessern.
In der Sowjetunion erfreute sich ein Großteil der Bürger im Jahr 1990 weiterhin der neu erworbenen politischen Rechte, einschließlich der Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit. Hunderttausenden wurde die Ausreise gestattet. Die Reformen wurden
jedoch uneinheitlich im Land durchgeführt, und viele
der Reformen sind noch nicht gesetzlich verankert und
werden nicht durch ein unabhängiges Gericht abgesichert. Gegen Ende des Jahres 1990 und Anfang 1991
gab das Vorgehen der Zentralregierung, ihre Rechte in
den Teilrepubliken durchzusetzen und insbesondere
der Einsatz von Streitkräften in Litauen und Lettland
Anlaß zu Besorgnis über die Zukunft der jüngsten
Reformen mit gefährlichen Implikationen für das gesamte Land.
Während Europa um die Konsolidierung seiner demokratischen Errungenschaften kämpfte, waren die neuen
demokratischen Bestrebungen in Afrika am augenfälligsten. In Südafrika konnte die Abkehi von der Apartheidpolitik beobachtet werden, und in zahlreichen
anderen Ländern südlich der Sahara wurden wichtige
Schritte zur Demokratisierung unternommen. Nach
Mehrparteienwahlen trat Namibia im März der Gemeinschaft der unabhängigen Staaten bei. Eine der
Demokratie und den Menschenrechten verpflichtete
Regierung folgte dem Regime in Benin. Gesetze, die
neue politische Parteien zuließen und somit freie Wahlen
gestatteten, wurden in Gabun, Cote d'lvoire, Kongo
und Sambia verabschiedet. Tatsächlich wurden in
Gabun und Cote d'lvoire freie Wahlen abgehalten. Auf
den Kapverdischen Inseln Sao Tome und Principe
verloren die Einparteienregierungen die freien Wahlen

Seite 2

und erklärten, das Wahlergebnis anzuerkennen. Die
internen Rivalitäten in vielen Teilen des Kontinents
hatten jedoch Tod und Vernichtung großen Ausmaßes
zur Folge. Die zum Sturz von Präsident Doe von
Liberia führenden Feindseligkeiten, die kriegerischen
Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Stämmen
in Somalia, Kämpfe in Äthiopien mit eritreischen und
tigrischen Rebellen, Bürgerkrieg im Sudan, die von
Mauretanien gegen seine schwarze Bevölkerung im
Süden ergriffenen Maßnahmen und die Gewalt unter
den Schwarzen in Südafrika hatten Hunderte von
Toten in einigen und Tausende in anderen Ländern zur
Folge. Das Versagen der sudanesischen Regierung
bei der Nahrungsmittelbeschaffung könnte im Jahr
1991 zu einer größeren Hungersnot im südliche Sudan
führen.
In Mittelamerika machte die Wahl und Amtsübernahme einer demokratischen Regierung in Nicaragua die
repressive Diktatur Fidel Castros zum letzten marxistisch-leninistischen Regime in der Region. Nach fast
17jähriger Militärherrschaft traten ein demokratisch
gewählter Präsident und Kongreß in Chile ihr Amt an.
In freien und fairen Wahlen wurde auf Haiti ein neuer
Präsident gewählt. Demokratisch gewählte Regierungen und Achtung der Menschenrechte verfestigten
sich in anderen Ländern des Kontinents, obwohl der
Kampf um Demokratie in Surinam andauert. In vier
demokratischen Ländern - Kolumbien, El Salvador,
Guatemala und Peru - verursachten linke Rebellen (in
Kolumbien und Peru zeitweise mit Drogenhändlern
verbündet) und die Überreaktion der staatlichen Sicherheitskräfte zahlreiche Todesfälle unter der Zivilbevölkerung in El Salvador, Hunderte in Kolumbien und
Guatemala und 3 000 bis 4 000 in Peru.
Auf dem riesigen asiatischen Kontinent gibt es höchst
unterschiedliche kulturelle Bräuche und politische
Systeme. Einige der positiven wie auch der negativen
Entwicklungen, die in anderen Teilen der Welt beobachtet werden konnten, betrafen auch eine Reihe
asiatischer Länder. Zwei extrem unterschiedliche
Länder - die marxistisch-leninistische Mongolei und
die traditionelle Monarchie Nepal - schlugen im Verlauf
des Jahres den Kurs zur Demokratie ein. Es besteht

jetzt Hoffnung, daß die Demokratie in Bangladesch
Fuß faßt. In China, Nordkorea, Vietnam und in etwas
geringerem Umfang in Laos, Kambodscha und Afghanistan ist Marxismus-Leninismus weiterhin die offizielle Ideologie. Nordkorea ist nach wie vor eines der
repressivsten Regime der Welt.
In China waren auch im Jahr 1990 ernsthafte Menschenrechtsverletzungen zu verzeichnen. Ende des
Jahres befanden sich immer noch Hunderte von Chinesen wegen ihrer Beteiligung an der demokratischen
Bewegung in Haft während Studenten und Intellektuelle, die bei den Protesten des Jahres 1989 eine Führungsrolle übernommen hatten, unter Anklage gestellt
und zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden.

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�Die Situation in Burma ist von grausamer und brutaler
Repression gegen alle politischen Dissidenten gekennzeichnet. Die Militärregierung hatte freie Wahlen
zugelassen und sich dann geweigert, das Ergebnis
anzuerkennen und mißachtete damit den überwältigenden Wunsch des Volkes nach Rückkehr zur parlamentarischen Demokratie.
Die beiden südasiatischen Demokratien Indien und Sri
Lanka wurden von durch ethnische, religiöse und
politische Differenzen ausgelösten Konflikten erschüttert, die Tausende von Toten in diesen beiden Ländern
zur Folge hatten.
In den besetzten Gebieten hält die palästinensische
Intifada an. In Israel und den besetzten Gebieten
wurden insgesamt 148 Palästinenser und 17 Israelis
bei Gewaltakten zwischen Palästinensern und Israelis
getötet, und 145 Menschen starben bei Terroranschlägen der Palästinenser untereinander.
Nun, da die Bilanz der Menschenrechtssituation für
1990 gezogen ist und wir auf weitere Fortschritte im
Jahr 1991 hoffen, wird eine Kernfrage von der Sowjetunion gestellt. Wird die Kombination von verkrusteten
konservativen Kräften, wirtschaftlicher Unsicherheit
und sozialem Aufruhr die Reformära beenden? Oder
werden - alternativ - die unterschiedlichen demokratischen Kräfte und die Verfechter der freien Marktwirtschaft den Gegenangriff der Betonköpfe abwehren
und die bisher erzielten Fortschritte im Bereich der
Menschenrechte verfestigen und institutionell verankern? Wenn ja, wird ihr Erfolg nicht nur in der Sowjetunion sondern auch in der übrigen Welt spürbar sein.
Eine weitere wichtige Region, die im Auge behalten
werden muß, ist Afrika südlich derSahara. Werden die
ersten Anzeichen von Demokratisierung zu weiteren
wichtigen politischen Bewegungen reifen? Werden
die autoritären Regime der Region freie und faire
Wahlen zulassen und dann die Macht friedlich an die
vom Volk Gewählten abgeben?
Und schließlich stellt sich die Frage nach den Folgen
des Vorgehens der internationalen Staatengemeinschaft, dem von Saddam Hussein ausgelösten Verbrechen ein Ende zu bereiten. Welche Nebenwirkungen werden sie auf die internationale Unterstützung
der Menschrechtsgrundsätze haben?
Definition der Menschenrechte
Die Menschenrechte, wie in Abschnitt 116(a) des
Gesetzes über Auslandshilfe definiert, umfassen Schutz
vor Folter oder anderen grausamen, unmenschlichen
oder entwürdigenden Formen der Behandlung oder
Bestrafung, vor längerer Inhaftierung ohne Anklage,
Entführung oder Festsetzung sowie jeder anderen
eklatanten Verweigerung des Rechts auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. International anerkannte Arbeitnehmerrechte, wie in Abschnitt 502(a)
des Handelsgesetzes definiert, umfassen (A) Koalitionsfreiheit, (B) das Recht, sich gewerkschaftlich zu

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organisieren und Tarifverhandlungen zu führen, (C)
Verbot irgendeiner Form von erzwungener oder Zwangsarbeit, (D) ein Mindestalter für die Beschäftigung von
Kindern, und (E) akzeptable Bedingungen im Hinblick
auf Mindestlöhne, Arbeitszeit, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
Zusätzlich zur Erörterung der im Gesetz niedergelegten Punkte erstrecken sich unsere Berichte wie in den
vergangenen Jahren auch auf andere international
anerkannte politische und bürgerliche Rechte und
beschreiben das politische System jedes Landes.
Bei der Anwendung dieser international anerkannten
Normen versuchen wir, objektiv zu sein. In den Berichten findet jedoch offenkundig die amerikanische Sichtweise ihren Niederschlag, daß das Recht auf Selbstbestimmung ein grundlegendes politisches Recht ist,
daß Regierungen nur rechtmäßig sind, wenn sie auf
die Zustimmung des Volkes gegründet sind, und daß
solcherart gegründete Regierungen niemals Leben,
Freiheit und das Streben nach Glück verweigern sollten. Der einzelne in der Gesellschaft hat das unveräußerliche Recht auf Schutz vor Verletzung der Würde
des Menschen durch den Staat. Er hat das unveräußerliche Recht auf bürgerliche Freiheiten wie Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit sowie
Freizügigkeit ohne Diskriminierung aufgrund von Rasse,
Herkunft oder Geschlecht und das Recht, seine Regierung auf friedlichem Wege zu ändern. Der Bericht trägt
darüber hinaus der Tatsache Rechnung, daß Terroristen und Guerrillagruppen häufig töten, foltern, Menschen zu Krüppeln machen oder sie ihrer Freiheiten
berauben. Solche Verstöße sind ebenso verwerflich,
wenn sie von gewalttätigen Gegnern der Regierung
begangen werden wie von der Regierung selbst.
Wir haben festgestellt, daß das Konzept wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte von repressiven
Regierungen häufig - gelegentlich absichtlich - verwischt wird, die vorgeben, um diese "Rechte" zu
fördern, könnten sie ihren Bürgern das Recht auf
Unantastbarkeit der Würde des Menschen ebenso wie
politische und bürgerliche Rechte verweigern. Es
besteht ein fundamentaler Zusammenhang zwischen
Menschenrechten und der Wirtschaftsentwicklung. Die
Erfahrung lehrt, daß die Freiheit des einzelnen den
Weg für wirtschaftliche und soziale Entwicklung ebnet
und Repression sie erstickt. Diejenigen, die versuchen, die Unterordnung politischer und bürgerlicher
Rechte mit dem Argument zu rechtfertigen, sie konzentrierten sich auf wirtschaftliche Bestrebungen, erreichen zweifelsohne keines von beiden. Aus diesem
Grund erachten wir es für zwingend notwendig, die
Aufmerksamkeit vornehmlich auf Verletzungen grundlegender politischer und bürgerlicher Rechte zu lenken. Wenn diese Grundrechte nicht gewährleistet
sind, werden - wie die Erfahrung lehrt - auch die Ziele
der Wirtschaftsentwicklung nicht erreicht. Diesen Punkt
scheinen die Reformkräfte in der Sowjetunion erkannt
zu haben.

Seite 3

�Die Menschenrechtspolitik der Vereinigten StaaAusgehend von der Prämisse, daß grundlegende
Menschenrechte weder eingeschränkt noch verwehrt
werden dürfen, folgt, daß unsere Menschenrechtspolitik sich mit der Begrenzung der staatlichen Macht
befaßt, die erforderlich ist, um die Unantastbarkeit der
Würde des einzelnen zu gewährleisten. Darüber hinaus liegt es in unserem nationalen Interesse, demokratische Prozesse zu fördern, um ein für die Wahrung der
Menschenrechte günstigeres Umfeld zu schaffen, das
somit Stabilität und Frieden dienlich ist. Aus diesem
Grund haben wir eine zweigleisige Politik entwickelt,
die in dem Sinne reaktiv ist, daß wir weiterhin bestimmte Menschenrechtsverletzungen ablehnen, wo immer
sie stattfinden, die jedoch gleichzeitig aktiv auf die
langfristige Stärkung der Demokratie hinarbeitet.
In einem Großteil der Welt haben die Vereinigten
Staaten eine Vielfalt von Mitteln zur Verfügung, um auf
Menschenrechtsverletzungen zu reagieren. Wir nutzen die herkömmliche Diplomatie, insbesondere mit
freundlich gesinnten Regierungen, mit denen ein offener diplomatischer Austausch möglich und konstruktiv
ist. Wo die Möglichkeiten der Vereinigten Staaten
begrenzt sind, mittels bilateraler Beziehungen maßgeblichen Einfluß auszuüben, greifen wir auf öffentlich
abgegebene Erklärungen unserer Besorgnis zurück
und lenken die Aufmerksamkeit auf die Länder, in
denen die Achtung der Menschenrechte nicht gegeben ist. In einer Reihe von Fällen machen wir uns eine
Mischung herkömmlicher Diplomatie und öffentlicher
Bekräftigung der amerikanischen Interessen an dem
Problem zunutze.
Darüber hinaus verwenden die Vereinigten Staaten
eine Reihe von Mitteln, um die Wahrung der Menschenrechte auf lange Sicht zu ermutigen. Seit 1983

hat die Nationale Stiftung für Demokratie Programme
mit dem Ziel durchgeführt, demokratische Praktiken
im Ausland zu fördern, an denen sich die beiden
größten politischen Parteien der Vereinigten Staaten,
Gewerkschaften, Geschäftsleute und zahlreiche Privatinstitutionen beteiligen. Gemäß Abschnitt 116(e)
des Gesetzes über Auslandshilfe werden vom Amt für
internationale Entwicklung Mittel für Programme bereitgestellt, die auf die Förderung bürgerlicher und
politischer Rechte im Ausland ausgerichtet sind. Darüber
hinaus streben wir durch die Tätigkeit der Vereinten
Nationen und anderer internationaler Organisationen
sowie mit den von der Konferenz über Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa ausgearbeiteten Verfahren größeres internationales Engagement beim Schutz
der Menschenrechte und bei der Achtung von Demokratie an.
Die Erstellung der Jahresberichte bildet ein wichtiges
Element unserer Menschenrechtspolitik. Da dieser
Prozeß die kontinuierliche und öffentlich bekanntgegebene Konzentration auf Menschenrechte beinhaltet, hat er zur Verbesserung der internationalen Tagesordnung zu Menschenrechtsfragen beigetragen.
Zahlreiche Länder, die starke Verfechter der Menschenrechte sind, unternehmen eigene Schritte zur
Berichterstattung über die Menschenrechtssituation
und haben Büros gegründet, die speziell für die internationale Menschenrechtspolitik zuständig sind. Selbst
in Ländern ohne eine besonders gute Bilanz in Menschenrechtsfragen nimmt die Empfänglichkeit für diese Berichte zunehmend die Form konstruktiver Reaktion an, oder zumindest die Bereitschaft, sich an einer
Diskussion der Menschenrechtspolitik zu beteiligen.
Indem er das Außenministerium zur Erstellung dieser
Berichte auffordert, hat der Kongreß ein nützliches
Instrument geschaffen, um die Sache der Menschenrechte voranzubringen.

* * * * *

Seite 4

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�GOLFKRIEG
6. Februar 1991

WIE DER IRAK SEINE KRIEGSMASCHINERIE
AUFBAUTE
Hintergrundinformation über die Umgehung von Exportkontrollen

WASHINGTON - (AD) - Der legendäre Waffenkonstrukteur und -händler Gerald Bull, der beeindruckendes militärisches Gerät für den Irak entwickelte, war
nur einer von vielen, die zum Aufbau von Saddam
Husseins Kriegsmaschinerie beitrugen, zu der bereits
1974 auch chemische Waffen gehörten.
Bis im Januar die Bombenangriffe der alliierten Streitkräfte begannen, glaubte man, der Irak verfüge über
mindestens fünf Einrichtungen zur chemischen Kriegführung. Die bekannteste ist der riesige Komplex in
Samarra mit zur Herstellung von zwei Nervenkampfstoffen - Tabun und Sarin - sowie Senfgas ausgelegten
Lagerbunkern und Produktionsstätten.
Unter häufiger Umgehung des Exportkontrollsystems
und indem er sich Iraks politische Verbündete im
iranisch-irakischen Krieg zunutze machte, erwarb
Saddam Hussein in den vergangenen zehn Jahren
Material für C-Waffen- und Nuklearprogramme.
Obwohl der Irak ein Signatarstaat des Nichtverbreitungsvertrags (NPT) ist und seine Nuklearanlagen den
Schutzvorschriften der Internationalen AtomenergieOrganisation (IAEO) unterliegen, "belegen eindeutige
Beweise, daß der Irak Ende der siebziger und in den
achtziger Jahren beabsichtigte, die Fähigkeit zur Produktion von Nuklearwaffen zu erwerben", so der Experte für politisch-militärische Angelegenheiten am
Washingtoner Institut für Nahostpolitik, Michael Eisenstadt.
Eines der Hauptprobleme, mit denen sich die Staaten
bei der Durchführung internationaler Exportkontrollen
konfrontiert sehen, sind absichtliche Versuche, die
Lieferanten über den wahren Zweck der Beschaffung
zu täuschen. Illegale Technologie kann durch Aufteilung der Aufträge in scheinbar unzusammenhängende
Gruppen von Einzelteilen und Vergabe an unterschied-

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liche internationale Lieferanten erworben werden, um
die Lizensierung, Exportkontrollen und Zollbestimmungen der Länder zu umgehen, in denen die Lieferanten
ihre Produktionsstätten haben.
Im April 1990 beschlagnahmten britische Zollbeamte
riesige Stahlzylinder, die der Irak zur angeblichen
Verwendung in der petrochemischen Industrie in
Großbritannien bestellt hatte. Westliche Militärexperten gelangten jedoch zu dem Schluß, daß diese Teile
- zusammen mit von anderen Ländern erworbenen verwendet werden konnten, um eine von Gerald Bull
entworfene Kanone zu bauen, die chemische oder
nukleare Granaten mehrere hundert Kilometer weit
schießen kann.
Britischen Beamten zufolge waren die Rohre für ein 40
Meter langes Artilleriegeschütz bestimmt, mit dem der
Irak in der Lage wäre, nukleare oder Nervengasgranaten auf Israel oder den Iran abzufeuern. Darüber
hinaus hatte Eagle Trust PLC, eine Tochtergesellschaft der britischen Herstellerfirma, einen dringenden
Auftrag zur Herstellung eines "Positionierungsmechanismus" (Zielmechanismus) erhalten, mit dem das
riesige rohrähnliche Gerät in einem Winkel von 60°
herumgeschwungen werden könnte. "Niemand von
uns hat je von einem Ölrohr gehört, das 60° zur Seite
geschwungen werden muß", wurde der Vorsitzende
von Eagle Trust, David James, in einem Artikel des
Wall Street Journal vom April 1990 zitiert.
Der Irak bestand jedoch weiterhin darauf, daß die
langen Röhren mit einem Innendurchmesser von 1
Meter zur Verwendung in einer petrochemischen Anlage bestimmt seien.
Der Irak importierte ferner "Mehrzweckteile", für die
bei der Lizenzvergabe ein harmloser Zweck angegeben wird, die jedoch tatsächlich in Nukleartechnologie

Seite 1

�umgewandelt werden. In 40 solcher den Irak betreffenden Fälle laufen dem amerikanischen Zollamt zufolge jetzt Gerichtsverfahren oder Ermittlungen.
Als der Irak 1987 versuchte, sein Nuklearwaffenprogramm nach der Bombardierung des Osiraq-Reaktors
im Jahr 1981 wiederaufzubauen und an mehrere Orte
zu verlegen, begannen die Iraker Technologie zur
Urananreicherung durch die Gaszentrifugenmethode
zu erwerben.
In Europa schufen irakische Beamte ein Netz von
Briefkastenfirmen und militärischen Beziehungen in
vier Kontinenten, um ihre Beschaffungsbestrebungen
zu verschleiern. Einige dieser Firmen haben Anteile an
anderen europäischen Hochtechnologiekonzemen mit
nuklearen und konventionellen Waffenfähigkeiten
erworben, berichtete die New York Times im Dezember 1990.
Dem Times-Bericht zufolge wurde gegen 25 Firmen
wegen ihrer Beteiligung an dem irakischen Beschaffungsnetz ermittelt.
Im Juli 1990 vereitelte die amerikanische Regierung
die irakischen Bemühungen, von der Consarc Corporation in New Jersey einen "Skull" Hochofen zu erwerben. Britische und amerikanische Experten erklärten,
der Hochofen arbeite mit Temperaturen, die Plutonium
und Uran zur Verwendung im Atombombenkern und
Titan für Raketenspitzen und andere entscheidende
Raketenteile schmelzen.
"Der Skull-Hochofen sollte durch drei weitere Hochöfen ergänzt werden: einen Elektronenstrahlofen von
Consarc sowie Hochöfen für Vakuuminduktion und
Wärmebehandlung von Consarcs britischer Tochtergesellschaft", so der Direktor des Wisconsin-Projekts
zur nuklearen Rüstungskontrolle, Professor Gary
Milhollin. "Gemeinsam eingesetzt, hätten die vier
Hochöfen ein umfangreiches Fabrikationsprogramm
ergeben, das den Bedarf des Irak an der von ihm
vorgegebenen Anfertigung von Prothesen für die Opfer
des iranisch-irakischen Kriegs bei weitem überstieg",
erklärte Milhollin im September 1990 vor einem Ausschuß des amerikanischen Kongresses.
Anläßlich eines ähnlichen irakischen Beschaffungsmanövers in Europa berichte das Wochenmagazin
Der Spiegel im Dezember 1989, der Irak habe zwischen 1987 und 1989 vermutlich spezielle Drehbänke
zur Herstellung von Gaszentrifugen von der deutschen
Firma H. und H. Metallform, GmbH, in Drensteinfurt
erhalten. Gegen das Unternehmen läuft ein Ermittlungsverfahren westdeutscher Behörden.
In einem weiteren berüchtigten Fall war der Irak nicht
erfolgreich bei dem Versuch, von der kalifornischen
Firma Maxwell Laboratories Inc. 185 Hochleistungskondensatoren zu beschaffen, die zur Detonation
*
Seite 2

*

nuklearer Gefechtsköpfe in großen Höhen verwendet
werden können. Von Maxwell im Mai 1989 informierte
Zollbeamte verhinderten die Lieferung der Kondensatoren an das irakische Ministerium für Hochschulausbildung und wissenschaftliche Forschung, da sie für
militärische Zwecke umgerüstet werden könnten.
Die irakischen Einkäufer wandten sich als nächstes an
die mit dem amerikanischen Zoll zusammenarbeitende kalifornische Firma CSI Technologies. Die Kondensatoren wurden durch Attrappen ersetzt und von CSI
an den Auftragnehmer Euromac Ltd., eine irakische
Briefkastenfirma mit Sitz in London verschifft. Der
Geschäftsführer von Euromac, Ali Ashour Daghir,
wurde von den britischen Behörden verhaftet. Irakische Ingenieure in den Vereinigten Staaten, die bei
früheren Einkäufen mit Maxwell zusammengearbeitet
hatten, wurden ebenfalls verhaftet. Alle wurden am 31.
März 1990 in Kalifornien unter Anklage gestellt.
Am 8. Mai 1990 gab Saddam Hussein bekannt, der
Irak habe ein geheimes elektronisches Gerät erworben, das zur Detonation einer Atombombe geeignet
sei und der Irak die Zünder selbst herstellen könne.
Amerikanischen Beamten zufolge hätte der Irak vermutlich nicht versucht, hochwertige Kondensatoren
aus den Vereinigten Staaten zu schmuggeln, wenn er
der Erforschung ihrer Herstellungstechnik so nahe
war. In einer Sendung des irakischen Fernsehens
erklärte Saddam Hussein später, "Wir brauchen keine
Atombombe. Wir haben die Mehrzweckchemikalien."
Der Irak "verfügt jetzt über das größte C-Waffenprogramm der Dritten Welt", erklärte CIA-Direktor William
Webster im September 1990 vorder Au ßenpolitischen
Gesellschaft in New York und fügte hinzu, "noch
beunruhigender ist das ehrgeizige Raketenentwicklungsprogramm des Irak - das aggressivste und modernste
der arabischen Welt. Er (Saddam Hussein) verfügt
heute über ein breites Spektrum an Trägeroptionen."
In einem Presseinterview erklärte Webster Mitte Dezember, die irakischen Streitkräfte hätten einen Bestand von rund 1 000 Tonnen todbringender chemischer Kampfstoffe zur Verfügung, mit "denen praktisch jeder Waffentyp bestückt ist". Bei der ersten
öffentlichen Bestätigung der irakischen Fähigkeit durch
einen amerikanischen Regierungsvertreter stellte
Webster fest, zum Bestand gehöre auch ein "seßhafter" Nervenkampfstoff.
Bei der Anhörung vor dem Kongreß warnte Milhollin:
"Der Irak steht heute zu Recht im Mittelpunkt unserer
Besorgnis, aber auch in anderen Ländern der dritten
Welt machen die Militärprogramme Fortschritte, und
wenn wir keine wirksamen Mittel zur Bewältigung
dieses Problems finden, werden wir weitere Operationen wie Wüstenschild durchführen müssen", um
andernorts den von Waffenlieferanten angerichteten
Schaden zu beheben.
*

*
AMERIKA DIENST 5

�HAUSHALT
6. Februar 1991

US-VERTEIDIGUNGSHAUSHALT SIEHT
ABBAU DER STREITKRÄFTE VOR
Auszüge aus dem Haushaltsentwurf für 1992-1993
WASHINGTON - (AD) - Verteidigungsminister Cheney legte dem Kongreß am 4. Februar 1991 einen Haushaltsentwurf für die nächsten beiden Jahre vor, der einen Abbau der Streitkräfte fordert, um den sich wandelnden
Gegebenheiten in der Sowjetunion und Osteuropa sowie der vorgesehenen Reduzierung konventioneller und
strategischer Rüstungen Rechung zu tragen.
Im neuen Haushalt sind die Ausgaben für die Operation Wüstensturm nicht berücksichtigt, die in einem Zusatz
zur Haushaltsvorlage behandelt werden.
Nachfolgend veröffentlichen wir den Verteidigungshaushalt in wesentlichen Auszügen.

Der Haushaltsentwurf des amerikanischen Verteidigungsministeriums für 1992 fordert eine Ausgabeermächtigung in Höhe von 278,3 Milliarden Dollar sowie
283,0 Milliarden an Ausgaben. Inflationsbereinigt
bedeutet dies eine reale Abnahme der Ausgabeermächtigung von 1 Prozent verglichen mit 1991, von 12
Prozent verglichen mit 1990 und 24 Prozent verglichen
mit 1985. Der Etat für das Haushaltsjahr 1993 beläuft
sich auf 277,9 Milliarden Dollar an Ausgabeermächtigungen und 279,1 Milliarden an Ausgaben. Im Haushaltsjahr 1996 wird die reale Abnahme seit 1985
insgesamt 34 Prozent betragen.
Der Umfang der Ausgabeermächtigung des Pentagon
für die Haushaltsjahre 1991 bis 1995 deckt sich mit der
beim Haushaltsgipfel im vergangenen Herbst festgelegten Obergrenze für nationale Verteidigungsausgaben. Das bedeutet, die Ausgabeermächtigung des
Pentagon von rund 278 Milliarden Dollar wird mit
Beginn des Haushaltjahres 1992 eingefroren. Die
gesamte Ausgabeermächtigung des Verteidigungsministeriums für die Haushaltsjahre 1991 bis 1995 wird
131 Milliarden Dollar weniger betragen als den Schätzungen im Haushaltsentwurf des Präsidenten vom
Januar 1990 zufolge. Nach der realen Abnahme von
11,3 Prozent im Haushaltsjahr 1991 wird sich die
Ausgabeermächtigung des Pentagon in realen Zahlen
bis zum Haushaltsjahr 1996 durchschnittlich um 3
Prozent verringern.
AMERIKA DIENST 5

Die Ausgaben des Verteidigungsministeriums als
Prozentsatz des Bruttosozialprodukts (BSP) der Vereinigten Staaten werden im Haushaltsjahr 1996 voraussichtlich auf 3,6 Prozent fallen - den niedrigsten
Stand seit den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie
liegen damit weit unter den rückläufigen Verteidigungsausgaben der siebziger Jahre von 4,7 Prozent.
Operation Wüstenschild / Operation Wüstensturm
Beim Haushaltsgipfel 1990 wurde vereinbart, daß die
mit Operation Wüstenschild verbundenen zusätzlichen Kosten als Notstandsfonds behandelt werden
und nicht unter die in der Vereinbarung enthaltenen
Verteidigungsbegrenzungen fallen. Im Verteidigungsetat des Präsidenten für die Haushaltsjahre 1992 und
1993 und den prognostizierten langfristigen Ausgaben
sind diese Kosten einschließlich des möglichen Pentagon-Bedarfs infolge der Operationen Wüstenschild
und Wüstensturm nicht berücksichtigt. Es ist möglich,
daß ein Teil der Programmentscheidungen im Haushaltsentwurf für 1992 und 1993 im Anschluß an die
Golfkrise angepaßt werden müssen.
Im Haushaltsjahr 1990 wurden die mit Operation
Wüstenschild und gestiegenen Ölpreisen verbundenen zusätzlichen Kosten durch eine Umschichtung
bereits bewilligter Pentagon-Mittel (800 Millionen) und
eine Nachtragsbewilligung in Höhe von 2,1 Milliarden

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�Dollar abgedeckt. Die zusäztlichen Kosten für Operation Wüstenschild/Wüstensturm für das Haushaltsjahr
1991, die nicht durch Beiträge der Verbündeten oder
Verrechnung mit anderen Verteidigungsposten erfaßt
sind, werden in einem Nachtrag behandelt.

leisten. Effizienterer Beschaffung wird besondere
Aufmerksamkeit gewidmet. Dieses Ziel beinhaltet die
Finanzierung kontinuierlicher Produktionsquoten für
entscheidende Programme sowie die Einstellung weniger
wichtiger Programme.

Wichtigste Punkte des Pentagon-Haushaltsentwurfs für 1992-1993

Streitkräftestruktur

Die Haushaltsvorlage der Administration für 1992 und
1993 ist die erste Aufstellung des umfassenden, von
1992 bis 1997 ausgelegten Verteidungsprogramms
des Pentagon. Das Programm ist das Ergebnis einer
gründlichen Analyse des Verteidigungsministeriums
der zur Unterstützung der neuen amerikanischen
Verteidigungsstrategie erforderlichen Fähigkeiten, die
formuliert wurde, um die Bedrohungen abzuwehren,
mit denen sich die Nation in den neunziger Jahren
wahrscheinlich befassen muß. Das Hauptziel ist die
Rationalisierung und Umstrukturierung der amerikanischen Streitkräfte, um diese notwendigen Fähigkeiten
auch angesichts der prognostizierten Haushaltsengpässe bereitstellen zu können.
Der Haushaltsentwurf des Pentagon für 1992 und
1993 setzt Prioritäten, die sich direkt aus der neuen
Strategie ergeben. Rasche Reaktion auf internationale Krisen erfordert die Aufrechterhaltung der aktuellen
hohen Qualität und herausragenden Fähigkeiten der
amerikanischen Streitkräfte, insbesondere in Anbetracht der Reduzierung ihrer Gesamtstärke. Dies
wiederum erfordert kontinuierliche Unterstützung der
hohen Qualität des amerikanischen Militärs, energische Verteidigungsforschung und -entwicklung, die
Inbetriebnahme modernster militärischer Systeme zum
frühestmöglichen Zeitpunkt sowie die Erhaltung entscheidender Elemente der industriellen und technologischen Basis der Vereinigten Staaten. Dank dieser
Prioritäten kann das US-Verteidigungsministerium femer
gegebenenfalls ein umfassenderes Einsatzkonzept
wiederherstellen.
Eine weitere Priorität ist die Fähigkeit, Streitkräfte
unverzüglich in Gebiete von strategischem Interesse
für die Vereinigten Staaten zu verlagern. Die neue
Strategie erfordert darüber hinaus, daß die amerikanischen Streitkräfte ihre traditionell hohe Einsatzbereitschaft aufrechterhalten. Um eine glaubwürdige nukleare Abschreckung sicherzustellen, unterhält das
Pentagon starke nukleare Offensivstreitkräfte sowie
eine strategische und gefechtsfeldgebundene Verteidigung, um sich gegen aktuelle und zukünftige nukleare Bedrohungen zu schützen.
Der Haushaltsentwurf des Pentagon spiegelt ferner
Verteidigungsminister Cheneys Verpflichtung zur
weiteren Verbesserung der Verwaltung und Rationalisierung der amerikanischen Verteidigungsinfrastruktur wider, um bei zunehmender Verknappung der
Ressourcen den höchsten Sicherheitswert zu gewähr-

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In Anbetracht der geringeren Wahrscheinlichkeit eines
weltweiten Konflikts enthält der Etat für 1992-93 Reduzierungen der amerikanischen Streitkräftestruktur, die
eine Fortsetzung des sorgfältig abgestuften Plans
darstellen, die für die neue Strategie und Bedrohungsanalyse festgesetzten Streitkräfteziele zu verwirklichen. Bis Ende des Haushaltsjahres 1995 werden die
amerikanischen Streitkräfte sich diesen Zielen angenähert haben und weit unter dem Niveau des Jahres
1990 liegen. Bis zum Haushaltsjahr 1995 wird auch
eine umfassende Umstrukturierung der Streitkräfte
erfolgt sein, um die neue Strategie so wirksam wie
möglich zu unterstützen.
Die strategischen Streitkräfte der Vereinigten Staaten
sollen im Einklang mit den Erwartungen bezüglich
Rüstungskontrollabkommen reduziert werden und das
Pentagon in die Lage versetzen, mit möglichst niedrigen Kosten eine glaubwürdige strategische Abschrekkung aufrechtzuerhalten. Die Ausmusterung der
Minuteman Il-Streitmacht beginnt Anfang des Haushaltsjahres 1992, die von Unterseebooten mit der
veralteten Poseidon-Rakete soll beschleunigt werden.
In den neunziger Jahren wird die gegenwärtig 34 mit
Poseidon- und Trident-Raketen bestückte Einheiten
umfassende Flotte auf 18 mit Trident I (C-4) und
Trident II (D-5) ausgerüstete Einheiten reduziert. Die
strategischen Bomber werden mit der Ausmusterung
älterer B-52 und der Umrüstung des FB-111 zum
taktischen Einsatz von 268 im Haushaltsjahr 1990 auf
171 im Jahr 1993 abgebaut.
Die konventionellen Streitkräfte der Vereinigten Staaten werden so umstrukturiert, daß sie die neue Strategie optimal unterstützen können. Zu der umstrukturierten Streitmacht gehören umfangreiche Luft- und
Seetransportfähigkeiten, umfassende und außerordentlich effektive See- und Landungsstreitkräfte, ein
breites und hochmodernes Spektrum von Kampfflugzeugen, leichte und schwere Heeresdivisionen sowie
entsprechende Spezialeinheiten.
Bis Ende des Haushaltsjahres 1993 gelten - verglichen
mit 1990 - folgende Zahlen: bei der US-Armee werden
6 (4 aktive) Divisionen aufgelöst, bei der US-Marine 81
Kampfschiffe und bei der US-Luftwaffe 9 (8 aktive)
taktische Jagdgeschwader ausgemustert. Weitere im
Etatentwurf enthaltene Änderungen betreffen die
Ausmusterung älterer Angriffs-U-Boote und amphibischer Kriegsschiffe sowie der beiden verbliebenen
Schlachtschiffe.

AMERIKA DIENST 5

�Personalprogramme
Im Zusammenhang mit der Rationalisierung der amerikanischen Streitkräfte wird die Truppenstärke in den
kommenden Jahren beträchtlich abnehmen. Bis Ende
des Haushaltsjahres 1995 wird die Truppenstärke der
aktiven Streitkräfte auf 1 653 000 Mann abgebaut und
liegt damit 24 Prozent unter dem höchsten Stand nach
dem Vietnamkrieg im Haushaltsjahr 1987. Im Haushaltsjahr 1995 beträgt die Sollstärke an Reservisten
906 000 Mann und liegt 21 Prozent unter der des
Haushaltsjahres 1987.
Obwohl die Gesamttruppenstärke abnehmen wird,
bleiben die Gehaltszahlungen und andere zur Aufrechterhaltung der hohen Qualität und Moral der
amerikanischen Streitkräfte gedachten Anreize des
Verteidigungsministeriums unverändert. Im Haushaltsentwurf werden Lohnerhöhungen von 4,2 Prozent
und 4,7 Prozent für die Haushaltsjahre 1992 und 1993
gefordert. Diese Vorschläge gründen sich auf die im
Personalkostenindex prognostizierten Zuwächse.
Im Haushaltsjahr 1993 wird die Zahl der zivilen Angestellten auf 976 000 reduziert und liegt damit um 9
Prozent unter den Zahlen des Haushaltsjahres 1990.
Den Prognosen zufolge soll die Zahl der zivilen Angestellten bis zum Haushaltsjahr 1995 auf 940 000 abgebaut werden - rund 17 Prozent unter dem mit 1 133 000
Beschäftigten höchsten Stand nach dem Vietnamkrieg im Haushaltsjahr 1987. Dieser Rückgang ist auf
die ausgedünnte Streitkräftestruktur und Verbesserungen in der Pentagon-Verwaltung zurückzuführen.
Einsatzbereitschaft
Die vorgesehenen Reduzierungen der amerikanischen
Streitkräfte machen die Aufrechterhaltung ihrer Einsatzbereitschaft und des qualitativen Vorteils über
mögliche Gegner unabdingbar. Die Haushalts vorläge
für 1992-1993 umfaßt Ausgaben für Ausbildung, Wartung
und andere wichtige Posten in ausreichendem Umfang, um den traditionell hohen Bereitschaftsgrad der
amerikanischen Streitkräfte aufrechtzuerhalten.
Dem Haushaltsentwurf zufolge soll die Ausbildung in
etwa mit demselben Tempo wie im Haushaltsjahr 1991
erfolgen. Aktive Ausbildungsoperationen der US-Armee
zu Lande und in der Luft belaufen sich weiterhin auf

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AMERIKA DIENST 5

800 Meilen pro Jahr für Kampffahrzeuge und 14,5
Flugstunden monatlich für Besatzungen taktischer
Flugzeuge. Die Seetage der US-Marine bleiben mit
50,2/29,0 Tagen pro Quartal für stationierte/nichtstationierte Flottenverbände unverändert. Die Flugstunden für aktive Besatzungen taktischer Flugzeuge
werden mit 19 Stunden pro Monat auf dem gleichen
Stand gehalten.
Investitionen
In den Haushaltsjahren 1992-1993 wird die Erprobung
moderner Waffensysteme fortgesetzt, obwohl zahlreiche Programme unter Berücksichtigung des sich
abzeichnenden Bedarfs und der Notwendigkeit angepaßt wurden, die Beschaffungspläne mit den gekürzten Verteidigungsausgaben in Einklang zu bringen.
Beim B-2-Bomber, dem C-17-Transportflugzeug, dem
SSN-21-Angriffs-U-Boot und den Milstar-Fernmeldesatellitenprogrammen wurden beispielsweise größere
Anpassungen vorgenommen.
Die Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) wird
modifiziert und soll umfassenden Schutz gegen begrenzte Schläge ballistischer Raketen gleich welcher
Herkunft bieten. Die Modifizierung ermöglicht umfangreiche Einsparungen - verglichen mit dem früheren
Plan rund 20 Prozent im Verlauf der nächsten 6 Jahre.
Für die Haushaltsjahre 1992 und 1993 werden 4,6
beziehungsweise 4,9 Milliarden Dollar für SDI gefordert.
Die von der US-Armee im Jahr 1980 begonnenen umfassenden Modernisierungsbestrebungen bei den konventionellen Streitkräften sind nahezu abgeschlossen. Beim Leichten Hubschrauber und gepanzerten
Fahrzeugen werden jedoch weiterhin entscheidende
Entwicklungen vorgenommen.
Der Abbau militärischer Stützpunkte wird mit Auflösung oder Schließung von 86 Stützpunkten im Inland
und 139 in Übersee fortgesetzt. Darüber hinaus
werden 5 inländische Stützpunkte vorübergehend
geschlossen und weitere 25 im Ausland abgebaut. Im
Jahr 1991 wird eine neu gebildete Kommission die
Vorschläge von Verteidigungsminister Cheney zur
weiteren Schließung und Umrüstung von Stützpunkten prüfen sowie Empfehlungen als Entscheidungshilfe für den Präsidenten und den Kongreß erarbeiten.

* * *

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