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23

9. Januar 1991

GOLFKRISE

EIN ANGRIFF AUF DIE ENTSPANNUNG
Warum Saddam Hussein seine Beute
nicht behalten darf
DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom
16. bis 3 1 . Dezember 1990
INTERNATIONALE REAKTIONEN AUF DIE
IRAKISCHE INVASION KUWAITS
Übersicht über wirtschaftliche
und politische Maßnahmen

WIRTSCHAFT

DIE WIRTSCHAFT IM 2 1 . JAHRHUNDERT
Von William Van Düsen Wishard

US-ENTWICKLUNGSHILFE

US-ENTWICKLUNGSHILFE FÖRDERT
WACHSTUM ARMER LÄNDER
Übersicht über den Entwicklungshilfeetat für das Haushaltsjahr 1991

»

Um Übersendung von
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wird gebeten

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D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 23 66
Telex: 8-85432 /

�GOLFKRISE
9. Januar 1991

Ein Angriff auf die Entspannung
Warum Saddam Hussein seine Beute nicht behalten darf
Bonn - (AD) - Der Artikel von Botschafter Vernon Walters, den wir nachfolgend mit freundlicher Genehmigung
der Wochenzeitung Die Zelt veröffentlichen, erschien dort am 28. Dezember 1990.

Die Annexion des souveränen Staates Kuwait durch
den Irak liegt bereits mehr als vier Monate zurück.
Seitdem hat sich Kuwait, ein einst friedliches, blühendes und sicheres Land in einen Ort der Zerstörung und
Verwüstung verwandelt. Täglich werden kuwaitische
Kinder, Frauen und Männer auf menschenverachtende Weise terrorisiert und ermordet.

Dollar pro Jahr für die Verteidigung aufgebracht, errechnet in konstanten Preisen des Jahres 1990; daraus ergibt sich für diesen Zeitraum ein Gesamtbetrag
von 3086 Milliarden Dollar.
Nur im Märchen ist den Menschen ein Leben im Glück
vergönnt, ohne daß sie dafür Opfer zu bringen haben
- die Geschichte verläuft leider anders.

Um eine

Der Einfall Iraks in Kuwait ist ein eindeutiger Akt der
Aggression. Zudem lassen der von Saddam Hussein
ehrgeizig forcierte Aufbau einer der größten Armeen
der Welt und die Produktion von Massenvernichtungswaffen vermuten, daß Kuwait nicht das letzte Eroberungsziel auf seiner Liste ist. Der eigentliche Grund für
die enormen diplomatischen und militärischen Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft liegt
deshalb darin, Aggression dieser Art endlich Einhalt zu
gebieten. Die Welt hat die bittere Lektion verstanden,
die ihr durch die Geschichte dieses Jahrhunderts
erteilt wurde. Saddam Hussein ist nicht Hitler. Aberbei
der Antwort auf die irakische Aggression sollte man
sich doch vor Augen halten, daß Deutschland die
Leiden und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs
erspart geblieben wären, wenn Hitler frühzeitig Einhalt
geboten worden wäre. Bis heute hat sich Saddam
Hussein geweigert, die Forderungen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu erfüllen. Aber die
internationale Staatengemeinschaft einschließlich der
Vereinigten Staaten faßt sich weiterhin in Geduld. Es
ist das Ziel aller, eine friedliche Lösung des Konflikts zu
erreichen.

glückliche Zukunft zu haben, müssen wir unseren
internationalen Verpflichtungen entschlossen nachkommen und unseren Prinzipien ohne Rücksicht auf
finanzielle Kosten treu bleiben. Es gibt auch gute
Gründe, weshalb wir jetzt nicht unbeschränkt zuwarten können:

Nach vierzig Jahren voller Opfer, die wir Amerikaner
erbracht haben, um zur Beendigung des Kalten Krieges
beizutragen, hätte kein Land eine Atempause in den
internationalen Spannungen mehr begrüßt als die
Vereinigten Staaten. Von 1981 bis 1991 hat das
amerikanische Volk durchschnittlich 280,5 Milliarden

Schließlich sollten jene, die ein Jahr oder mehr
abwarten wollen, um die Sanktionen voll wirksam werden zu lassen, nicht vergessen, daß
Irak ein ehrgeiziges Programm zur Entwicklung
von Atomwaffen hat.

AMERIKA DIENST 1

Saddam Hussein ist ein gefährlicher Diktator; er
verfügt über chemische und biologische Waffen
und hat sie sogar gegen sein eigenes Volk
eingesetzt.
Die Auswirkungen der Golfkrise sind nicht auf
die unmittelbare Region beschränkt. Die Volkswirtschaften der Nachbarstaaten wie der Türkei, Jordaniens und Ägyptens werden durch das
Handelsembargo und die Auswirkungen anderer Sanktionen stark beeinträchtigt.
Die labile volkswirtschaftliche Basis der jungen
Demokratien in Osteuropa und insbesondere
vieler Länder in der Dritten Welt wird zunehmend Schaden nehmen, wenn die Golfkrise
weiterhin ungelöst bleibt.

Seite 1

�Wenn Saddam sich für Frieden entscheidet - indem er
sich aus Kuwait zurückzieht und die Forderungen der
Resolutionen des Sicherheitsrats vollständig erfüllt -,
dann deshalb, weil er die Stärke der gegen ihn gerichteten internationalen Koalition und ihre Entschlossenheit anerkennt, nötigenfalls Gewalt anzuwenden.

bewußt und gewähren zusätzliche Unterstützung für
die multinationalen Maßnahmen. Außerdem wird sich
das vereinigte Deutschland aufgrund seiner gewachsenen Bedeutung in Europa bald entscheiden müssen, welche Mittel es zur Verteidigung seiner vitalen Interessen in einer Region wie dem Golf einsetzen will.

Wir sind dankbar, daß die deutsche Regierung trotz
der Inanspruchnahme durch Wahlen und die Vereinigung die internationalen Bemühungen unterstützt hat.
Wir dürfen aber nicht übersehen, daß bei einem Anhalten der Krise weitere Kosten entstehen werden, die
eine menschliche wie finanzielle Dimension haben.
Wir hoffen, die Bundesrepublik und andere beteiligte
Staaten bleiben sich dieser steigenden Anforderungen

Die Welt steht vor einer Entscheidung. Nimmt sie hin,
daß ein gefährlicher Diktator die Früchte seines brutalen Angriffs ernten kann? Oder macht sie Saddam
Hussein und allen, die es ihm nachtun wollen, unmißverständlich klar, daß sich solche Überfalle nicht auszahlen? Die irakische Aggression richtet sich nicht nur
gegen Kuwait, sie richtet sich gegen die neue Ära des
Friedens und der Entspannung.

* * * *

Seite 2

*

AMERIKA DIENST 1

�GOLFKRISE
9. Januar 1991

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom 16. bis 31. Dezember 1990
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend führen wir die Chronologie der Ereignisse am Golf für den Zeitraum vom
16. bis 31. Dezember 1990 fort.

17. Dezember
Nach Gesprächen mit den Botschaftern aller Koalitionsländer gibt Präsident Bush gegenüber der Presse
bekannt, "niemand von uns will Krieg, aber niemand ist
bereit, eine Teillösung zu akzeptieren".
Dem amerikanische Botschafter in Kuwait, Nathaniel
Howell, zufolge unternehmen die Iraker nichts, aus
Kuwait abzuziehen, sondern "machten ihre Stellungen
winterfest", als er das Land verließ. Präsident Bush
trifft mit Howell zu einem Gespräch unter vier Augen
zusammen.
Dem designierten US-Botschafter in Kuwait, Edward
Gnehm, zufolge werden über Sanktionen hinausgehende Schritte erforderlich sein, wenn man Saddam
Hussein davon überzeugen will, Kuwait zu verlassen.
Gnehm erklärt gegenüber dem Middle East Institute,
"der Irak hat seine Militärpräsenz in Kuwait um zehn
Prozent erhöht", seit Präsident Bush angeboten hat,
Außenminister Baker nach Kuwait zu entsenden und
den irakischen Außenminister Tarik Asis in Washington zu empfangen.
Der irakische Präsident Saddam Hussein befiehlt allen
wehrfähigen Männern über 33, sich zu melden. Hierbei handelt es sich um den dritten größeren Aufruf von
Reservisten in den letzten Wochen.
Vierzehn ehemalige führende Vertreter der US-Regierung aus dem militärischen und zivilen Bereich schreiben einen offenen Brief an den irakischen Außenminister Tarik Asis, in dem sie "Iraks versuchte Vernichtung Kuwaits und Saddam Husseins Fähigkeiten und
Drohungen zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen" anprangern. Die ehemaligen hochrangigen
Regierungsvertreter erklären, den Einsatz von Gewalt

AMERIKA DIENST 1

gegen Kuwait unterstützten zu wollen, wenn das Land
sich weigert, gemäß Resolution 678 des UN-Sicherheitsrats seine Truppen aus Kuwait bis zum 15. Januar
abzuziehen. Zu der Gruppe von Regierungsvertretern
zählen der frühere Sicherheitsberater Präsident Reagans, Richard V. Allen, Admiral Thomas H. Moorer,
der ehemalige Stellvertretende Verteidigungsminister
und Kongreßabgeordnete Robert Ellsworth, der frühere Sicherheitsberater Präsident Reagans, Robert C.
McFarlane, der ehemalige Marineminister John F.
Lehman und der frühere Befehlshaber der US-Marineinfanteristen General P.X. Kelly.
Der Charge d'affaires der US-Botschaft, Joseph Wilson, überbringt dem irakischen Staatssekretär Nizar
Hamdoun eine Note, in der das Angebot von Au ßenminister Baker wiederholt wird, sich zu einem beliebigen
Zeitpunkt zwischen dem 20. Dezember und dem 3.
Januar mit Saddam Hussein zu treffen. In Washington
wird dem irakischen Botschafter in den Vereinigten
Staaten, Mohamed Al-Mashat, eine gleichlautende
Botschaft überbracht.
Die in Brüssel zusammentreffenden 16 Außenminister
des Nordatlantikrats veröffentlichen eine Erklärung, in
der bekräftigt wird, daß der Irak sich vollständig und
bedingungslos aus Kuwait zurückziehen muß. Zu
einem früheren Zeitpunkt hatte Außenminister Baker
den NATO-Verbündeten erklärt, der Irak könne sich als Schachzug - unter Umständen teilweise aus Kuwait
zurückziehen, um die Koalition zu spalten.
Die beiden letzten westlichen Diplomaten in Kuwait,
der britische Botschafter in Kuwait und sein Konsul,
besteigen ein Flugzeug nach London.
Das britische Außenministerium gibt eine Warnung an
britische Staatsbürger - unter ihnen 10 400 Frauen

Seite 1

�und Kinder in Bahrain, Katar und Teilen Saudi-Arabiens - aus, vor dem 15. Janaur auszureisen.
18. Dezember
Vizepräsident Dan Quayle erklärt bei einer Konferenz
des Foreign Policy Research Institute in Washington
den Grund für Präsident Bushs Angebot, Außenminister Baker nach Bagdad zu entsenden, "weil der
Präsident beim Streben nach Frieden nichts unversucht läßt".
Der irakische Präsident Saddam Hussein erklärt in
einem türkischen Fernsehinterview, er schließe Friedensverhandlungen mit den Vereinigten Staaten aus,
wenn sie beabsichtigen, sich auf die UN-Resolutionen
zu versteifen, die Bagdad bereits abgelehnt hat.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen
verurteilt mit einer überwältigenden Mehrheit von 144
zu 1 Stimme Iraks "schwere Verletzungen der Menschenrechte gegenüber dem kuwaitischen Volk und
Drittstaatlern". Mit lediglich einer Gegenstimme des
Irak und keinen Enthaltungen verabschiedet die Versammlung eine 10-Punkte-Resolution, in der die fortgesetzten und zunehmenden Akte der Folter, Verhaftungen, Massenexekutionen und Entführungen irakischer Besatzungstruppen verurteilt werden. Die
Resolution verleiht darüber hinaus ihrer "großen Sorge" über die systematische Zerstörung und Plünderung der kuwaitischen Volkswirtschaft Ausdruck und
ihrer "tiefgreifenden Besorgnis" über die zunehmend
schwierigen Lebensbedingungen insbesondere der
Frauen, Kinder, älteren Bürger und Drittstaatler im
besetzten Kuwait.
19. Dezember
Amnesty International veröffentlicht einen ausführlichen Bericht, der den Irak für unzählige Menschenrechtsverletzungen in Kuwait verantwortlich macht
und die irakische Regierung auffordert, die Brutalität,
Vergewaltigungen, Verhaftungen, Folter und den vorsätzlichen Völkermord am kuwaitischen Volk zu beenden. Der Bericht enthält umfangreiche Augenzeugenberichte über Mord und vielfältige Formen der Folter an
kuwaitischen Bürgern nach Berichten von Mitarbeitern
des Roten Halbmonds, Ausländern, ehemaligen kuwaitischen Regierungsvertretern sowie kuwaitischen
Geschäftsleuten und Krankenhausärzten.
Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus erklärt
Präsident Bush, die Vereinigten Staaten "werden
weiterhin versuchen, eine Lösung für die Golfkrise zu
finden". Aber der Präsident besteht darauf, daß es
sich um keine Lösung handeln darf, die den irakischen
Präsidenten Saddam Hussein "für ein einziges Zugeständnis" belohnt.
20. Dezember
Vertreter der zivilen Verteidigung und der regierenden
Baath-Partei veröffentlichen Verhaltensmaßregeln für
Seite 2

die Evakuierung von etwa einer Million Einwohner
Bagdads in ein nicht näher bezeichentes Gebiet außerhalb der Hauptstadt. In den vergangenen zwei
Wochen sind mehr als 130 000 Iraker in ziviler Verteidigung ausgebildet worden und die Medien in Bagdad
haben die Öffentlichkeit informiert, was im Falle eines
Luftangriffs oder Einsatzes chemischer oder nuklearer
Waffen zu tun ist. Eine ähnliche Aktion wird in der
zweitgrößten Stadt des Irak, in Basra, durchgeführt.
Der Mehrheitsführer im Senat, George Mitchell, und
die Mitglieder einer Delegation amerikanischer Senatoren erklären nach ihrer Rückkehr von einer Reise an
den Persischen Golf, sie seien nunmehr stärker als je
zuvor davon überzeugt, daß "der Irak aus Kuwait
abziehen muß" - zu welchem Preis auch immer. "Wenn
es zum Krieg kommt, haben die Vereinigten Staaten
gute Chancen, zu gewinnen und können gegebenenfalls Mitte Januar angreifen," erklärte Mitchell. Die
Vereinigten Staaten "stehen einig hinter einer Politik,
die gewährleistet, daß der Irak Kuwait verlassen muß",
fügte der Senator hinzu.
21. Dezember
Nach einem einstündigen Treffen mit dem neuen britischen Premierminister John Major erklärt Außenminister Baker, das Verhalten des Irak biete kaum Anlaß zu
Optimismus für eine friedliche Lösung der Krise am
Persischen Golf. "Wir können die (irakische) Aggression ganz einfach nicht beschönigen", erklärt Baker.
Aber er weist auf "die starke Präferenz" Großbritanniens und der Vereinigten Staaten für eine friedliche
und diplomatische Lösung am Golf hin, "wenn das
möglich ist".
Im amerikanischen Fernsehen erklärt der britische
Premierminister Major, Saddam Husseins einzige
Chance zur friedlichen Beilegung der Krise bestehe im
vollständigen Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Major fügt hinzu, Saddam Hussein "kann kein Spiel
treiben. Ein Teilabzug ist inakzeptabel. Er hat einen
festen Termin. Es gibt die Resolutionen des UNSicherheitsrats. Entweder, er befolgt sie, oder er muß
die Konsequenzen der Nichteinhaltung tragen."
In einer Zusammenfassung einer Reihe von Anhörungen im Repräsentantenhaus zur Invasion Kuwaits
erklärt der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses
im Repräsentantenhaus, Les Aspin, Sanktionen allein
seien "nicht die Antwort" zur Lösung der Golfkrise.
Aspin zufolge hat zwischen der Administration und
dem Kongreß im gesamten Verlauf der Krise "ein
hohes Maß an Übereinstimmung" bestanden.
23. Dezember
Verteidigungsminister Richard Cheney und Colin Powell,
der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, erklären
bei einer Pressekonferenz in Saudi-Arabien im Anschluß an einen fünftägigen Besuch am Golf, die
300 000 in Saudi-Arabien und am Persischen Golf
AMERIKA DIENST 1

�stationierten amerikanischen Soldaten seien einsatzbereit. Bei Besuchen auf amerikanischen Kriegsschiffen, Luftwaffenstützpunkten und in Wüstencamps stellt
Cheney fest, die irakischen Streitkräfte in Kuwait und
im Süden des Irak beliefen sich jetzt auf 500 000 Mann
und Saddam Hussein zeige keine Bereitschaft zur
Einhaltung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats,
die den Abzug des Irak aus Kuwait fordern.
Bei einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten
Mubarak und Verteidigungsminister Abu Taleb erklärt
Cheney in Kairo, "jeder Tag, der verstreicht, jede
Woche ohne Anzeichen des irakischen Abzugs bringen uns immer näher an den Punkt, an dem die
Mitglieder der (internationalen) Koalition keine andere
Option als den Einsatz militärischer Gewalt zur Verwirklichung unserer (von der UNO verfügten) Ziele
haben."
25. Dezember
Die Vertreter des Golf-Kooperationsrats aus Bahrain,
Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kommen in Doha zusammen und einigen sich auf umfassende Vereinbarungen
zur Sicherheit und Verteidigung, mit denen die regionale und nationale Sicherheit der Mitgliedstaaten des
Golf-Kooperationsrats gewährleistet werden sollen. In
der Erklärung von Doha betonen sie die Notwendigkeit
des "bedingungslosen und vollständigen Abzugs der
irakischen Streitkraft aus Kuwait und die Wiedereinsetzung seiner rechtmäßigen Regierung unter dem
Emir, im Einklang mit den arabischen, islamischen und
internationalen Resolutionen."
26. Dezember
Der ägyptische Mufti, Mohammed Sayyed Tantawi,
gibt eine Erklärung ab, in der die irakische Invasion
Kuwaits gemäß dem islamischen Gesetz Scharia als
illegal verurteilt wird. Der Religionsführer appelliert an
die Mitgliedstaaten der Arabischen Liga, in jedem Land
einen Mufti zu benennen, der so bald wie möglich mit
den anderen zusammenkommen und eine rechtlich
bindende islamische Entscheidung zu den Ereignissen am Golf bekanntgeben soll.
Die Presse in Bangladesch berichtet, daß 75 000
entlassene Arbeiter aus Bangladesch, die am Golf
gearbeitet haben, sich zur Teilnahme an einem Krieg
gegen den Irak verpflichteten. In Leitartikeln werden
die irakische Besetzung Kuwaits verurteilt, die Hoffnung auf einen Erfolg der diplomatischen Bestrebungen am Golf zum Ausdruck gebracht und alle Parteien
aufgefordert, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg
anzustreben.
Mit dem Ziel, die Evakuierung ihrer Staatsbürger aus
Irak bis zum 10. Januar abzuschließen, entsendet die
Sowjetunion zwei hochrangige Emissäre nach Bagdad. Sie hofft, praktisch alle der 1 700 noch im Irak
unter Vertrag stehenden sowjetischen Fachleute und
AMERIKA DIENST 1

Berater bis fünf Tage vor Ablauf des UN-Ultimatums
zum Abzug des Irak aus Kuwait in die Sowjetunion
zurückholen zu können.
27. Dezember
Präsident Bush verfügt den vollständigen Erlaß der
Restschulden Ägyptens in Höhe von 1 Milliarde Dollar
der Gesamtschulden von 6,7 Milliarden Dollar bei den
Vereinigten Staaten für Waffenkäufe, um Ägypten
einen Teil der Lasten abzunehmen, die diesem Land
durch seine Rolle bei der Koalition zur Bekämpfung der
irakischen Aggression gegen Kuwait entstanden sind.
Mit dieser Maßnahme wird das vom amerikanischen
Kongreß verabschiedete Paket zum Schuldenerlaß im
Rahmen des Auslandshilfeprogramms für 1991 vervollständigt.
28. Dezember
Beim größten Aufmarsch amerikanischer Kriegsschiffe seit Vietnam werden 16 000 amerikanische Seeleute und Marineinfanteristen von 5 Häfen an der amerikanischen Ostküste zu Kampfstationen im Persischen
Golf entsandt.
Zum zweiten Mal binnen einer Woche schießt der Irak
eine Boden-Boden-Rakete ab und provoziert damit
dem amerikanischen Zentralkommando zufolge Alarmbereitschaft. Sie war nicht auf die multinationale
Streitmacht in Saudi-Arabien gerichtet, und es könnte
sich um einen Test gehandelt haben. Unter fast den
gleichen Umständen feuerte der Irak am 26. Dezember eine Rakete ab, so das amerikanische Militär.
Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im
amerikanischen Repräsentantenhaus, Les Aspin, gibt
ein "Weißbuch" heraus, in dem die Richtlinien zur
Beurteilung einer diplomatischen Beilegung der Golfkrise umrissen sind. Aspin verweist darauf, daß alle
diplomatischen Bestrebungen durch militärischen und
wirtschaftlichen Druck seitens der Koalition gegen den
Irak unterstützt und ergänzt werden müssen. Hierbei
handelt es sich um eines von drei Weißbüchern, die
Aspin in den folgenden Wochen der Anhörungen zur
Golfkrise vor dem Ausschuß veröffentlichen wird.
30. Dezember
Die Außenminister der Europäischen Gemeinschaft
vereinbaren eine Sondersitzung am 4. Januar, um eine
Initiative zu erörtern, die darauf abzielt, den Irak vor
Ablauf des UN-Ultimatums am 15. Januar vom Abzug
seiner Streitkräfte aus Kuwait zu überzeugen. Die
Sitzung der EG wird in Luxemburg anberaumt, das am
1. Januar für sechs Monate die Präsidentschaft der
Europäischen Gemeinschaft übernimmt.
Vizepräsident Dan Quayle tritt eine Dreitagesreise an
den Persischen Golf zum Besuch amerikanischer
Truppen und einem Treffen mit dem saudiarabischen
König Fahd und dem kuwaitischen Emir an.

Seite 3

�biologische Kriegführung zu lagern. Er droht massive
Vergeltung an, falls der Irak biologische oder chemiDem britischen Verteidigungsminister Archie Hamilton sche Waffen gegen die verbündeten Streitkräfte im
zufolge hat Großbritannien begonnen, Medikamente Golf einsetzt.
für die eventuelle Impfung britischer Truppen gegen
31. Dezember

* * * * *

Seite 4

AMERIKA DIENST 1

�GOLFKRISE
9. Januar 1991

INTERNATIONALE REAKTIONEN AUF DIE
IRAKISCHE INVASION KUWAITS
Übersicht über wirtschaftliche und politische Maßnahmen
Die nachfolgende Übersicht über die von der internationalen Staatengemeinschaft als Reaktion auf die irakische
Invasion in Kuwait ergriffenen Maßnahmen stützt sich auf bis zum 19. Dezember 1990 eingegangene
Informationen und ist gegebenenfalls unvollständig.

NATO
Am 17. Dezember veröffentlicht der Nordatlantikrat
nach einem Ministertreffen eine Erklärung, in der die
Einhaltung des vom UN-Sicherheitsrat für den irakischen Rückzug aus Kuwait gesetzten Termins, des
15. Januar 1991, verlangt wird. Die Minister stellen
darüber hinaus fest, die irakische Invasion sei eine
"grundlegende Herausforderung für die internationale
Ordnung", die "die historisch einmalige Chance" der
UNO gefährde, ihre "ursprüngliche Vision" von der
Förderung des Weltfriedens zu verwirklichen. Der
Verteidigungsplanungsausschuß der NATO bekräftigt
nach einem Ministertreffen in seinem am 7. Dezember
1990 veröffentlichten Kommunique die Absicht des
Bündnisses, weiterhin die vollständige Einhaltung der
einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
zu gewährleisten. Darin heißt es weiter: "Iraks Überfall auf Kuwait widerspricht der Vision einer friedlichen
Weltordnung und unterstreicht die Notwendigkeit, daß
alle Länder, die sich zu Frieden und Völkerrecht bekennen, zusammenstehen müssen." Die 16 Bündnispartner hatten unmittelbar nach der irakischen Invasion
Kuwaits bis heute andauernde Konsultationen aufgenommen. Die Außenminister trafen am 10. August
1990 im NATO-Hauptquartier zusammen, um die
Reaktion der Bündnispartner auf die Krise zu erörtern
und die Verpflichtung der NATO zur Verteidigung der
Türkei im Falle eines Angriffs durch den Irak zu bekräftigen. Die wichtigsten Ausschüsse der NATO kamen
weiterhin regelmäßig - zum Teil täglich - zusammen,
um Maßnahmen zu koordinieren und Informationen
sowie nachrichtendienstliche Erkenntnisse auszutauschen. Die Außenminister der NATO-Partner kamen

AMERIKA DIENST 1

am 10. September 1990 zusammen, um die Koordinierung zu intensivieren.
NATO-Mitgliedstaaten

Belgien
Ölembargo, Einfrieren der irakischen und kuwaitischen
Vermögenswerte. Entsendung von zwei Minensuchbooten und einem Versorgungsschiff in den Golf von
Oman. Zwei C-130 werden für den Heimflug ägyptischer Flüchtlinge aus Kuwait zur Verfügung gestellt,
eine Fregatte wird zur Begleitung und zum Schutz von
Schiffen, die eine Durchsetzung des Embargos gewährleisten, zum Golf entsandt. Vier weitere C-130
werden für die WEU-Länder bereitgestellt.
Bundesrepublik Deutschland
Setzt das Embargo des UN-Sicherheitsrats unverzüglich in Kraft und friert irakische Vermögenswerte ein.
Entsendung von Minensuchbooten und einem Versorgungsschiff ins östliche Mittelmeer, um die Seewege
zu schützen und die Verlegung von Schiffen der NATO
für den Einsatz im Golf zu ermöglichen. Genehmigt die
Nutzung von amerikanischen Stützpunkten in Deutschland zur Unterstützung der Golfmission und beschleunigt die Abwicklung von Überfluganträgen. An Hilfsleistungen für die Flüchtlinge in Jordanien stellt die
Bundesrepublik zunächst 4,5 Tonnen Nahrungsmittel,
Zelte und Krankenwagen sowie zwei Charterflugzeuge für den Rückflug von Ägyptern aus Jordanien bereit.
Leistet Zahlungen in Höhe von 187 Millionen Dollar an
den EG-Fonds für die Golfkrise. Verpflichtet sich zur
Zahlung weiterer 2,2 Milliarden Dollar an zusätzlichen

Seite 1

�Hilfsleistungen, einschließlich militärischem Gerät,
Hilfsleistungen an die Frontstaaten sowie für die Verlegung von Streitkräften und Gerät. 60 ABC-Spürpanzer des Typs Fuchs werden für den Einsatz der Streitkräfte in der Golf region modernisiert und umgerüstet.
Darüber hinaus stellt sie Ausbildung der Mannschaften
und logistisches Material zur Verfügung und übernimmt die Kosten. Deutschland hat als finanziellen
Beitrag für die Operation Wüstenschild 267 Millionen
Dollar an die Vereinigten Staaten überwiesen. Mit
diesem Beitrag sind die von Bundeskanzler Kohl für
1990 eingegangenen finanziellen Verpflichtungen erfüllt.
Dänemark
Die Korvette "Olfert Fischer" ist im Golf eingetroffen.
Die Kosten der Operation belaufen sich bis Ende 1990
schätzungsweise auf 22,5 Millionen Kronen. Das
Parlament hat 7 Millionen Kronen als Anschubfinanzierung für ein Lazarettschiff bewilligt, das gegebenenfalls im Golf eingesetzt werden soll. Die dänische
Regierung trägt 4 Millionen Dollar zur Unterstützung
von Flüchtlingen aus dem Irak und Kuwait bei. Erlaubt
die Nutzung seiner Handelsschiffe im Golf als Versorgungsschiffe der multinationalen Streitmacht in SaudiArabien. Die Regierung hat sich darüber hinaus bereiterklärt, im Bedarfsfall Seetransportdienste zur Verlegung von ägyptischen Truppen und Material an den
Golf zur Verfügung zu stellen. Dänemark hat ferner
seine Bereitschaft zur Teilnahme an einer eventuellen
UN-Friedensmission am Golf erklärt. Hat positiv auf
die Bitte reagiert, ABC-Schutzausrüstung an die saudiarabische Regierung zu liefern. Will darüber hinaus
Lücken in der NATO-Verteidigung schließen, die sich
aus der Verlegung von Gerät der Bündnispartner an
den Golf ergeben könnten, insbesondere der Seestreitkräfte. Unterstützt Sanktionen der EG gegen den
Irak und das UN-Ölembargo.

zusetzen. Aufgrund des irakischen Angriffs auf die
Residenz des französischen Botschafters in Kuwait
gibt Präsident Mitterand am 15. September die Entsendung von 4 000 Mann Bodentruppen nach SaudiArabien bekannt. Marineeinheiten einschließlich eines Flugzeugträgers verstärken die zwei bereits in den
Golf entsandten Kriegsschiffe. Befehl an die 3 000
Mann starken Seestreitkräfte, gegebenenfalls Gewalt
zur Durchsetzung des Embargos einzusetzen. Aufklärungstruppen des französischen Heeres sind Teil eines Truppenkontingents, das die Regierung auf die
Arabische Halbinsel verlegen wird. Eine nachrichtendienstliche Einheit des Heeres soll in die Vereinigten
Arabischen Emirate entsandt werden. Frankreich
schließt sich der UN-Resolution über wirtschaftliche
Sanktionen gegen den Irak an. Öl- und Waffenembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte, Unterbindung des Handels mit Ausnahme von Arznei- und
Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke. Drastische
Einschränkung der Bewegungsfreiheit einer Gruppe
irakischer Offiziere und Staatsbürger aus Sicherheitsgründen, die in Frankreich in der Bedienung von militärischem Gerät und Radaranlagen ausgebildet wurden.
Griechenland
Entsendung einer Fregatte ins Rote Meer. Unbürokratische Bereitstellung von vier unter griechischer Flagge fahrenden Schiffen für militärische Transporte.
Vollständige Einhaltung der UN- und EG-Sanktionen,
einschließlich des Ölembargos. Einfrieren der irakischen Vermögenswerte. Überflugerlaubnis für Militärflugzeuge der Vereinigten Staaten und verbündeter
Länder auf dem Weg zum Golf. Uneingeschränkte
Zusammenarbeit bei Zwischenlandungen und Auftanken von Flugzeugen. Bereitstellung der Hafenanlagen
für verbündete Seestreitkräfte.
Großbritannien

Frankreich
Am 11. Dezember wird bekanngegeben, daß Frankreich ca. 4 300 Mann als Verstärkung nach SaudiArabien entsenden wird. Damit belaufen sich die
französischen Truppen auf rund 10 000 Mann. Der
französische Verteidigungsminister erklärt, die Entscheidung sei eine direkte Folge von UN-Resolution
678, die das Ultimatum für den Abzug irakischer Truppen aus Kuwait für den 15. Januar festsetzt. Frankreich entsendet ferner 6 zusätzliche Kampfflugzeuge 4 Jaguar-Kampfbomber und 2 Mirage 2000 zur Luftverteidigung. Zur Zeit befinden sich rund 6 250 mit
Panzerabwehr-Hubschraubern und leicht gepanzerten Fahrzeugen, 8 Jaguar-Kampfbombern, 8 Mirage
F1-CR Aufklärungsflugzeugen und 8 Mirage 2000
ausgerüstete französische Soldaten in Saudi-Arabien.
Die französische mit Hubschraubern bestückte Korvette LA MOTTE-PIQUET ist anstelle der Fregatte
MONTCALM in die Straße von Hormuz entsandt worden,
um das internationale Embargo gegen den Irak durch-

Seite 2

Entsendet weitere 14 000 Mann Bodentruppen in die
Region, mit denen der personelle Beitrag zu Operation
Wüstenschild nahezu verdoppelt wird. Bis Ende Januar werden sich die britischen Streitkräfte in der
Region auf rund 30 000 Mann belaufen. Darüber
hinaus entsendet Großbritannien zur Verstärkung der
120 bereits stationierten weitere 43 Panzer des Typs
Challenger sowie zwei Minensuchboote. Bereits stationiert sind: Mit Rapier-Flugabwehrraketen ausgerüsteten Einheiten, 4 Kampfschiffe mit Unterstützungseinheiten, ein Geschwader Tornado-Abfangjäger, ein
Geschwader Tornado-Kampfflugzeuge, ein Geschwader Jaguar-Kampfbomber, VC 10-Tankf lugzeuge und
Nimrod-Seeaufklärer, 2 Schiffe für den Seetransport.
Friert als zweites Land die kuwaitischen und irakischen
Vermögenswerte (im Gesamtwert von 7,2 Milliarden
Dollar) ein. Uneingeschränkte Unterstützung der UNWirtschaftssanktionen zu beträchtlichen Kosten für
die britische Handelsbilanz. Die Königliche Marine
beteiligt sich aktiv am Abfangen von Schiffen, in denen

AMERIKA DIENST 1

�unter Verletzung der Sanktionen für den Irak oder
Kuwait bestimmte Güter vermutet werden. Unterbrechung sämtlicher Luft- und Seeverkehrsverbindungen
mit dem Irak und Kuwait, au ßer für Evakuierungsflüge.
Bewilligt 10,8 Millionen Dollar an Flüchtlingshilfe, wovon
4,2 Millionen im Rahmen des EG-Beitrags zur Verfügung gestellt werden.

werden für die EG-Bemühungen in der Region und 1,3
Millionen Dollar für Hilfe an die Türkei, Jordanien,
Ägypten und Bangladesch zur Verfügung gestellt.
Unterstützung des Ölembargos, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte.

Island

Uneingeschränkte Finanzsanktionen gegen den Irak,
Ölembargo, Einfrieren irakischer Vermögenswerte.
Entsendung von zwei Fregatten und einem Versorgungsschiff in den Golf. Angebot zur Entsendung
eines Geschwaders von 18 F-16 in die Golfregion.
Kostenlose Lieferung von 50 000 ABC-Schutzanzügen im Gesamtwert von 20,4 Millionen Dollar an die
Türkei. Bereitstellung von 3 Millionen Dollar Flüchtlingshilfe. Eine weitere Million wird von privaten Geldgebern gespendet.

Erklärt seine uneingeschränkte Unterstützung der UNWirtschaftssanktionen gegen den Irak. Gibt die Bereitstellung von 2,5 Millionen Dollar an Flüchtlingshilfe
bekannt, die folgendermaßen aufgeteilt werden sollen:
Isländisches Rotes Kreuz, Nahrungsmittel und Versorgungsgüter für Flüchtlinge in Jordanien und Ägypten, die Persischer-Golf-Mission des Roten Kreuzes
auf Zypern, Flüchtlingshilfe kirchlicher Stiftungen und
noch zu benennende andere Kanäle.

Italien
Berichten zufolge will Italien seine Seepräsenz im Golf
um 4 bis 5 Einheiten und rund 300 Mann aufstocken,
falls sich die Lage in der Region verschlechtert. Acht
Tornado-Kampfflugzeuge wurden in die Vereinigten
Arabischen Emirate entsandt. Vier Marineschiffe wurden
in die Golfregion verlegt. Gibt die Ausweisung der
irakischen Militärattaches und die Einschränkung der
Bewegungsfreiheit irakischer Diplomaten bekannt.
Vollständiges Handelsembargo. Einfrieren irakischer
und kuwaitischer Vermögenswerte. Verbot irakischer/
kuwaitischer Luft- und Seetransportdienste. Erlaubnis zur Nutzung von US-Stützpunkten in Italien. Bereitstellung von Hilfsgütern als Flüchtlingshilfe. Sagt
die Bereitstellung von zivilen Transportschiffen zur
Verlegung amerikanischer Truppen und Versorgungsgüter zu. Genehmigt Hilfsleistungen in Höhe von 160
Millionen Dollar für die Frontstaaten, die unmittelbar
von der Blockade des Irak betroffen sind.
Kanada
Entsendet ein CF-18-Geschwader, zwei Zerstörer und
ein Versorgungsschiff zur Verstärkung der multinationalen Streitmacht an den Golf. Verspricht Hilfsleistungen in Höhe von 75 Millionen Dollar für die Türkei,
Ägypten, Jordanien, die Philippinen, Sri Lanka und
Bangladesch. Abbruch der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Irak. Verpflichtung zur Bereitstellung
von 2,2 Millionen Dollar in bar, die als Flüchtlingshilfe
zwischen dem Internationalen Komitee vom Roten
Kreuz und zwischenstaatlichen Organisationen aufgeteilt werden sollen.
Luxemburg
Die Regierung stellt vorläufig 2 Millionen Dollar als
Beitrag zu den Transportkosten für Männer und Material in die Region bereit. Diese Mittel werden für die
Hilfsleistungen der WEU-Partner Belgien, Niederlande und Portugal gewährt. Weitere 2 Millionen Dollar

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Niederlande

Norwegen
Humanitäre Hilfe in Höhe von 52,6 Millionen Dollar,
darunter 30 Millionen an die Türkei, Ägypten und
Jordanien sowie 20 Millionen für die Repatriierung von
Flüchtlingen aus Bangladesch, Indien, Pakistan und
Sri Lanka, um die für diese Länder durch die Krise
entstehenden Kosten zu mildern. Militärflugzeuge
werden für den Transport von Nahrungsmitteln und
medizinischer Ausrüstung nach Jordanien und von
Flüchtlingen nach Kairo bereitgestellt. Angebot von
Dekontaminierungsgerät sowie ABC-Schutzkleidung
für die multinationale Streitmacht. Norwegen stellt im
Rotationsverfahren ein Schiff für den ständigen Einsatzverband Atlantik der NATO zur Verfügung und
bietet die Bereitstellung zweier weiterer Schiffe an, um
zum Golf entsandte Schiffe der Verbündeten zu ersetzen. Ein Schiff der norwegischen Küstenwache befindet sich zur Unterstützung der dänischen Korvette im
Golf. Sechzehn Luftabwehrraketen werden der dänischen Marine zur Verfügung gestellt und 9 Freund/
Feind-Erkennungssysteme an Großbritannien ausgeliehen. Norwegen berät mit den Vereinigten Staaten
über die Bereitstellung eines Tankers mit Treibstoff für
die Marinestreitkräfte im Golf. Einfrieren kuwaitischer
und irakischer Vermögenswerte. Bereitstellung von
Nahrungsmitteln für die Flüchtlinge.
Portugal
Vollständige Einhaltung des UN-Embargos. Den
Vereinigten Staaten wird die Nutzung des Stützpunkts
auf den Azoren für Truppentransporte gestattet. Ein
über die WEU bereitgestelltes Marinetransporlschiff
befördert gegenwärtig eine erste Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten zu den britischen
Truppen am Golf. Britische Fregatten nehmen an der
NATO-Übung "on call force" im östlichen Mittelmeer
teil. Zwei Handelsschiffe werden an die American
Maritime Authority für Transportoperationen vermietet. Portugiesisches Ärzteteam wird in jordanische
Flüchtlingslager entsandt, Regierung bietet ein Feldla-

Seite 3

�zarett, Medikamente sowie deren Transport an. Eine
C-130 der Luftwaffe wird zur Unterstützung des Transports ägyptischer Flüchtlinge aus Jordanien bereitgestellt. Öl- und Waffenembargo. Vollständige Durchführung aller anderen von der UNO beschlossenen
Sanktionen.
Spanien
Entsendung einer Fregatte und zweier Korvetten in die
Straße von Hormuz und das Rote Meer als Teil der
WEU-Bemühungen zur Durchsetzung des Embargos.
Einfrieren irakischer Vermögenswerte und Handelsembargo. Erhebliche Unterstützung für den Transit
amerikanischer Einheiten durch gemeinsame Nutzung
militärischer Einrichtungen in Spanien. Benutzung
spanischer Häfen für logistische Unterstützung und
Reparatur von Transportschiffen. Spanische Luftwaffe liefert humanitäre Hilfsmittel für Flüchtlinge in Jordanien und hilft bei der Repatriierung ägyptischer und
asiatischer Flüchtlinge aus Jordanien.
Türkei
Einfrieren irakischer Vermögenswerte. Verweigert die
Verladung irakischen Öls am Ende der irakischen
Pipeline. Untersagt die Entladung zweier Schiffe mit
Nahrungsmitteln für den Irak im südlichen Hafen Mersin.
Verweigert die Einfahrt eines mit Natriumzyanid beladenen Schiffes in den Hafen Mersin, dessen Ladung
voraussichtlich über den Iran in den Irak transportiert
werden soll. Vollständiges Handelsembargo mit Ausnahme von dringend benötigten Nahrungs- und Arzneimitteln. Vollständige Einhaltung des Luftverkehrsembargos. Hat mindestens zwei zivile Flugzeuge mit
Ziel Irak aufgehalten und ihnen die Benutzung des
türkischen Luftraums untersagt. Eröffnet ein Auffanglager in Habur, um Tausenden von Flüchtlingen (zumeist
aus Bangladesch und Pakistan), die Irak auf dem
Landweg verlassen, Unterkunft und Verpflegung zu
bieten. Das Parlament ermächtigt die Regierung im
Falle eines Angriffs durch den Irak zur Kriegserklärung, zur Entsendung von Kampftruppen und zum
Einsatz ausländischer Truppen auf türkischem Hoheitsgebiet.
Vereinigte Staaten
Geben die Entsendung weiterer 200 000 Mann der
Luft-, See- und Landstreitkräfte an den Golf bekannt.
Derzeit beläuft sich das Truppenniveau auf über 250 000
Mann der Land- und Seestreitkräfte. Zur Zeit befinden
sich 9 Kriegsschiffe und zwei Flugzeugträger im Golf.
Verhängung eines vollständigen Handelsembargos,
das kommerzielle Nahrungsmittellieferungen einschließt,
gegen den Irak und das besetzte Kuwait. Aussetzung
der Kredite, Anleihen und Zuschüsse. Einfrieren der
irakischen und kuwaitischen Vermögenswerte. Die
Vereinigten Staaten werden zur Unterstützung der
UN-Sanktionen irakische Öllieferungen in der Golfregion abfangen. Weisen 36 der 55 zuvor an der
irakischen Botschaft in Washington akkreditierten
Seite 4

Personen aus, verfügen die Ausweisung von drei
weiteren Diplomaten bis zum 28. September. Die
Vereinigten Staaten verpflichten sich zu Hilfsleistungen in Höhe von 28 Millionen Dollar für die Flüchtlinge
in der Region. Die Vereinigten Staaten leiten Initiativen
zur Unterstützung der durch die Golfkrise wirtschaftlich betroffenen Länder sowie zur Verteilung der Kosten der Militäroperationen im Golf in die Wege.
Andere europäische Nationen
Andorra
Verbietet Importe und Exporte jeglicher Vermögenswerte aus und in den Irak und Kuwait sowie die
Bereitstellung von Dienstleistungen und Krediten.
Bulgarien
Unterbindung aller Lieferungen militärischer Güter an
den Irak und Erweiterung der Wirtschaftssanktionen.
Berichten zufolge bildet das Land eine aus Freiwilligen
bestehende Sanitätseinheit, einschließlich eines Teams
zur Abwehrchemischer Kriegführung, zur Entsendung
an den Golf aus. Bulgarien hat sich als Urlaubs- und
Erholungsort für die amerikanischen Streitkräfte am
Golf angeboten. Bulgarien hat seine Unterstützung für
Resolution 678 des UN-Sicherheitsrats zum Ausdruck
gebracht und bekräftigt seine Verpflichtung zu umfassenden Sanktionen.
Finnland
Unterstützung der Resolution des UN-Sicherheitsrats
über Sanktionen, vollständige Durchführung der UNMaßnahmen einschließlich eines uneingeschränkten
Handelsembargos. Ernennung des finnischen Botschafters bei den Vereinten Nationen zum Leiter der
Gruppe von Ländern, die die Einhaltung der UNSanktionen gegen Irak überwachen. Bereitstellung
von 11,2 Millionen Dollar für humanitäre Zwecke und
Wirtschaftshilfe für die Golfregion.
Irland
Irland unterstützt uneingeschränkt die vom UN-Sicherheitsrat im Zusammenhang mit der Golfkrise bereits
verabschiedeten Resolutionen. Beteiligt sich voll und
ganz an den Wirtschafts- und Handelssanktionen der
Europäischen Gemeinschaft.
Jugoslawien
Verurteilung der irakischen Invasion in Kuwait, fordert
den Irak zum Abzug der Invasionstruppen auf. Weigerung, die irakische Annexion Kuwaits anzuerkennen.
Durchführung der UN-Wirtschaftssanktionen gegen
den Irak.
Liechtenstein
Einfrieren kuwaitischer und irakischer Vermögenswerte, Handelsembargo mit Ausnahme von Arznei- und
Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke.
AMERIKA DIENST 1

�Malta
Verbot aller Ex- und Importe aus und nach Irak und
Kuwait.
Österreich
Vollständige Einhaltung der UN-Sanktionen gegen
den Irak, Waffenembargo für die Region. Blockiert den
Transfer irakischer Vermögenswerte. Erteilt amerikanischen militärischen Transportflugzeugen die Überflugerlaubnis für Österreich. Beitrag von etwa einer
Million Dollar an Hilfe für Ägypten, Jordanien und die
Türkei.
Polen
Vollständige Einhaltung des Handelsembargos gegen
den Irak. Waffenembargo, Verurteilung der Annexion
Kuwaits. Strikte Einhaltung der Resolutionen des UNSicherheitsrats. Regierung kündigt Entsendung eines
Lazarettschiffs und eines Feldlazaretts zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht in der Golf region
an. Vorübergehende Einstellung des Betriebs der
polnischen Botschaft in Kuwait, weil der Irak Strom und
Wasser abgesperrt, die Telefonverbindungen unterbrochen hat, Wachen der irakischen Armee den Zugang zum Gebäude verweigern - und damit den normalen Betrieb der Botschaft unmöglich machen. Diese
Entscheidung hat keinerlei Einfluß auf die erklärte
Position Polens im Hinblick auf die irakische Aggression in Kuwait und die Annexion dieses Landes, die
Polen nicht anerkennt.
Rumänien
Wird UN-Sanktionen gegen den Irak befolgen. Während seiner Präsidentschaft im UN-Sicherheitsrat im
August stimmte Rumänien zugunsten der Resolutionen zum Irak. Zusätzlich zur Einhaltung der UNOSanktionen gegen den Irak hat Rumänien den am Golf
stationierten amerikanischen Truppen Erholungseinrichtungen, Raffinerieanlagen für Flugzeugtreibstoff
sowie ein Ärzteteam zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht angeboten.
Schweden
Vollständige Durchführung und Einhaltung sämtlicher
UN-Sanktionen. Wirtschaftsembargo gegen den Irak
mit Ausnahme von Gütern für humanitäre oder medizinische Zwecke. Sperrung des schwedischen Luftraums für Flugzeuge mit Gütern für oder aus Irak und
Kuwait. Stellt 20 Millionen Dollar an Flüchtlingshilfe
bereit und verpflichtet sich zur Zahlung weiterer 23
Millionen Dollar für Jordanien, Ägypten und die Türkei.
Schweiz
Öl- und Waffenembargo. Einfrieren von Vermögenswerten, Beschränkungen für den sonstigen Handel,
au ßer mit medizinischen Gütern für humanitäre Zwekke. Die Schweiz beteiligt sich zum ersten Mal in ihrer
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Geschichte an UN-Wirtschaftssanktionen. Entsendet
ein Hilfsteam für Flüchtlinge.
Sowjetunion
Verurteilung der Invasion und Annexion Kuwaits durch
den Irak. Verhängung eines einseitigen Waffenembargos gegen den Irak. Unterstützt UN-Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. Verabschiedung gemeinsamer Erklärungen mit den Vereinigten Staaten, Japan und der Europäischen Gemeinschaft, in denen die
irakische Aggression verurteilt und der Abzug der
irakischen Streitkräfte aus Kuwait gefordert wird.
Ermutigt zur Anwendung multilateraler Mechanismen,
wie etwa des UN-Sicherheitsrats und des Generalstabsausschusses des UN-Sicherheitsrats. Betont
weiterhin die Notwendigkeit einer politischen Lösung
für diese Krise. Als Ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats stimmt die Sowjetunion für den Einsatz aller
möglichen Mittel, um den Abzug des Irak aus Kuwait zu
erzwingen.
Tschechoslowakei
Waffenembargo, Verurteilung der irakischen Aggression. Durchführung der UN-Sanktionen, einschließlich
Unterbindung aller Exporte und Importe von und nach
Irak und Kuwait. Präsident Havel erklärt die Bereitschaft seiner Regierung zur Entsendung einer 200
Mann starken Sanitätseinheit zur Abwehr chemischer
Waffen, um die multinationale Streitmacht in SaudiArabien zu verstärken. Die ersten 61 Fahrzeuge für
eine 170 Mann starke Heereseinheit zur Abwehr chemischer Waffen wurden nach Saudi-Arabien verlegt.
Die Einheit soll saudiarabische Soldaten ausbilden
und die Zivilbevölkerung mit Schutzmaßnahmen gegen Massenvernichtungswaffen vertraut machen.
Ungarn
Öl- und Handelsembargo. Die Regierung schlägt dem
Parlament die Entsendung eines Sanitätsteams in die
Golfregion vor.
Vatikan
Verurteilung der irakischen Invasion Kuwaits. Lobt die
Resolutionen der Vereinten Nationen über Sanktionen
gegen den Irak.
Zypern
Unterstützung der Sanktionen gegen den Irak.
Andere Organisationen - regional und international
Afghanische Interimsregierung
Das Kabinett der Afghanischen Interimsregierung stimmt
der Entsendung eines Kontingents von 2 000 Mujahedin nach Saudi-Arabien zur Verstärkung der multilateralen Streitmacht offiziell zu.

Seite 5

�Andenpakt
Die Präsidenten von Bolivien, Ecuador, Kolumbien,
Peru und Venezuela geben eine Erklärung ab, mit der
der Irak zur Einhaltung der UN-Resolutionen und zum
Abzug aus Kuwait aufgefordert wird. Die Präsidenten
bekräftigen ihre Unterstützung für eine friedliche Lösung der Golfkrise im Einklang mit der Charta der
Vereinten Nationen und fordern einen Dialog zwischen
den interessierten Parteien nach dem Abzug des Irak
aus Kuwait.
Arabische Liga
Die arabische Liga spricht sich (mit 12:3 Stimmen von
20 Mitgliedstaaten) für die Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi-Arabien aus, um das
Land gegen eine mögliche irakische Aggression zu
schützen. Jordanien, Mauretanien und der Sudan
stimmen für die Resolution, machen jedoch "Bedenken" geltend. Der Irak, Libyen und die PLO stimmen
dagegen. Der Jemen und Algerien enthalten sich.
Tunesien ist nicht vertreten. Die Resolution bekräftigt
darüber hinaus die Resolutionen 660,661 und 662 des
UN-Sicherheitsrats.
Bewegung der Blockfreien
Verurteilung des Einsatzes von Gewalt durch den Irak
sowie Forderung nach Rückzug der Invasionstruppen.
Europäische Gemeinschaft
Die EG erklärt die Ausweisung aller irakischen Militärattaches sowie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der anderen irakischen Diplomaten, die in den
Hauptstädten der 12 Mitgliedstaaten akkreditiert sind,
aus Protest gegen die irakischen Übergriffe auf die
diplomatischen Missionen Frankreichs, Belgiens und
der Niederlande in Kuwait. Verhängt allgemeines
Handelsembargo gegen den Irak und das besetzte
Kuwait. Einfrieren von irakischen und kuwaitischen
Vermögenswerten sowie Einstellung jeglicher Zusammenarbeit mit dem Irak und dem besetzten Kuwait.
Unterstützt uneingeschränkt alle UN-Resolutionen zum
Irak und fordert die Freilassung aller Geiseln in Irak und
Kuwait. Die EG stellt 78 Millionen Dollar in Form von
Transport, Nahrungsmitteln und humanitärer Hilfe für
Flüchtlinge bereit. Die EG-Außenminister haben die
italienischen Botschafter in asiatischen, lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern angewiesen,
diplomatische Schritte zur Förderung der Reise eines
Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen zu unternehmen, der in Bagdad die Freilassung der in Irak und
Kuwait festgehaltenen Ausländer erwirken soll. Italien
hat zur Zeit die Präsidentschaft der EG inne. Die
italienischen Diplomaten werden von Diplomaten aus
Irland und Luxemburg unterstützt.
Europaparlament
Verabschiedung einer Reihe von Resolutionen, in denen
die Invasion des Irak in Kuwait, die irakischen BestreReite 6

bungen zur "Auslöschung der kuwaitischen Identität"
und die Festsetzung der Geiseln verurteilt werden. Die
Gespräche mit dem irakischen Parlament werden
ausgesetzt, bis alle Geiseln freigelassen sind und der
Irak vollständig und bedingungslos aus Kuwait abgezogen ist. Unterstützung der Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak.
Golf-Kooperationsrat
Verurteilung der irakischen Aggression gegen Kuwait
und Forderung nach Rückzug der irakischen Streitkräfte. Hat rund 7 000 Mann Bodentruppen zur Verstärkung der multinationalen Streitmacht in SaudiArabien stationiert. Saudi-Arabien hat die Vereinigten
Staaten und andere Länder um militärische Hilfe zur
Verteidigung gegen eine mögliche irakische Aggression gebeten. Saudi-Arabien verpflichtet sich darüber
hinaus zu höherer Ölförderung, um die Produktionsausfälle in Irak und Kuwait wettzumachen. Verweigert
einem irakischen Tanker das Anlegen an einem saudischen Verladeterminal im Roten Meer. Die Vereinigten Arabischen Emirate öffnen ihre militärischen Einrichtungen für multinationale Streitkräfte und verweigern einem irakischen Tanker die Einfahrt in den Hafen
von Dubai. Katar stellt seine militärischen Einrichtungen der multinationalen Streitmacht zur Verfügung.
Berichten zufolge öffnen auch Bahrain und Oman ihre
militärischen Einrichtungen. Der Golf-Kooperationsrat
ist eine regionale Organisation, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Bahrain,
Oman, Katar und Kuwait besteht. Die Föderation der
Kammern der Mitgliedstaaten im Golf-Kooperationsrat
beschließt, die Mitgliedschaft des Irak zu beenden.
Internationale Arbeitsorganisation
Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO), eine
Unterorganisation der UNO, fordert den Irak auf, unverzüglich Schritte zur Freilassung aller in Irak und
Kuwait festgehaltenen ausländischen Arbeitnehmer
zu ergreifen. Der Verwaltungsrat der IAO beschließt,
eine Beschwerde der drei kuwaitischen Mitgliedsgruppen (Regierung, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorga-.
nisation) gegen die irakische Behandlung von Arbeitgebern und Gewerkschaften in Kuwait an den IAOAusschu ß für Assoziationsfreiheit weiterzuleiten. Der
Bericht soll im Februar 1991 abgeschlossen sein. Der
Verwaltungsrat der IAO akzeptiert eine Beschwerde
des ägyptischen Gewerkschaftsdachverbands gegen
die Regierung des Irak wegen der Verletzung der
Rechte ägyptischer Gastarbeiter im Irak. Die Beschwerde wird zur Untersuchung und Beschlußfassung an einen drittelparitätisch besetzten Ausschuß
verwiesen. Im November gibt die IAO bekannt, daß sie
die irakischen Behörden ersuchen will, die Reise einer
IAO-Delegation nach Kuwait zu genehmigen, die Berichte
über sich verschlechternde Bedigungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber und deren Verbände seit der
irakischen Invasion in Kuwait prüfen soll. Die irakischen Behörden werden gebeten, zu angeblichen

AMERIKA DIENST 1

�Plünderungen und der Zerstörung von Einrichtungen
der kuwaitischen Arbeitgeberorganisation und der
Gewerkschaftsbewegung sowie der Verhaftung oder
Ausweisung ihrer Vorsitzenden Stellung zu nehmen.
Karibische Gemeinschaft und Gemeinsamer Markt
Verurteilung der irakischen Invasion Kuwaits und
Forderung nach unverzüglichem und bedingungslosem Abzug der Invasionsstreitkräfte. Die CARICOM
besteht aus Antigua und Barbuda, den Bahamas,
Barbados, Dominica, Grenada, Guyana, Jamaica,
Montserrat, St. Kitts-Nevis, St. Lucia, St. Vincent sowie
Trinidad und Tobago. Die Dominikanische Republik,
Haiti und Surinam haben Beobachterstatus.
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit
in Europa (KSZE)
Die Außenminister der KSZE-Staaten verabschieden
am 2. Oktober in New York eine Erklärung, mit der sie
sich den Vereinten Nationen "bei der Verurteilung der
irakischen Invasion und Besetzung Kuwaits" anschließen. Darüber hinaus fordern sie die Regierung des
Irak zum unverzüglichen und bedingungslosen Abzug
aus Kuwait auf und erklären ihre volle Unterstützung
für die UNO-Resolutionen zur Verurteilung des Irak.
Sie bringen ferner ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, "die vollständige und wirksame Durchsetzung"
der UN-Sanktionen zu gewährleisten und unterstützen
"die Länder, die aufgrund der vom Irak herbeigeführten Krise besonders gelitten haben". Die KSZE umfaßt 34 Nationen, darunter die Vereinigten Staaten, die
Sowjetunion und praktisch ganz Europa.
Koordinationsrat der Gewerkschaften des Südlichen Afrikas
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Forderung nach unverzüglichem Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak. Bittet die Gewerkschaften des südlichen Afrikas, jeglichen Bruch des Embargos zu melden und zu verurteilen.
Nordischer Rat
Verabschiedung einer Erklärung, in der die irakische
Weigerung, Staatsbürgern der nordischen Staaten
und anderen Ausländern das Verlassen des Irak und
Kuwaits zu gestatten, scharf verurteilt wird. Der Nordische Rat ist eine regionale Organisation, die sich aus
Vertretern Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens zusammensetzt.
OPEC
Verständigung auf einen Plan, der den OPEC-Mitgliedern eine Erhöhung ihrer Erdölförderung über die
vereinbarten Quoten hinaus gestattet, um den durch
das Embargo gegen den Irak verursachten Produktionsausfall von 4 Millionen Barrel täglich wettzuma-

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chen. Saudi-Arabien und Venezuela hatten ihre Ölförderung bereits erhöht. Die Vereinigten Arabischen
Emirate, Nigeria, Gabun und Ecuador werden ihre
Fördermenge wahrscheinlich in Kürze erhöhen. Der
Iran und Libyen stimmen gegen die Resolution, planen
jedoch angeblich auch eine Erhöhung ihrer eigenen
Produktion.
Organisation Amerikanischer Staaten
Verurteilung der irakischen Invasion und Annexion
Kuwaits. Unterstützt alle diesbezüglichen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen den Irak. Fordert
die Freilassung aller ausländischen Geiseln im Irak.
Die OAS ist eine regionale Organisation mit Vertretern
der Karibikstaaten sowie aller Staaten Mittel-, Süd und
Nordamerikas außer Kuba.
Organisation der Islamischen Konferenz (OIC)
Am 1. Oktober veröffentlichen die Außenminister bei
den Vereinten Nationen das Schlußkommunique des
jährlichen Koordinationstreffens, in dem die OIC die
irakische Invasion und Besetzung Kuwaits "auf das
schärfste verurteilt", die Annexion Kuwaits durch den
Irak für null und nichtig erklärt und die Entschlossenheit der Mitgliedstaaten bekräftigt, die Durchführung
der UN-Resolutionen zu dieser Krise anzustreben.
Der Irak wird ferner aufgefordert, "seine Truppen
vollständig, unverzüglich und bedingungslos abzuziehen", alle Geiseln freizulassen sowie seinen internationalen Verpflichtungen im Hinblick auf diplomatische
und konsularische Vertretungen nachzukommen. Die
"volle Unterstützung und Solidarität" der OIC mit SaudiArabien und anderen Mitgliedstaaten in der Golfregion
wird bekräftigt.
Südasiatischer Verband für Regionale Zusammenarbeit (SAARC)
Der Südasiatische Verband für Regionale Zusammenarbeit (SAARC) veröffentlicht am 23. November eine
Erklärung, in der die Einhaltung der Resolutionen des
UN-Sicherheitsrats zum Irak bekräftigt wird. Der SAARC
fordert den unverzüglichen und bedingungslosen Abzug
der irakischen Streitkräfte aus Kuwait sowie die Wiedereinsetzung der rechtmäßigen Regierung Kuwaits,
betont jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit einer friedlichen Lösung der Krise.
Vereinte Nationen
Der UN-Sicherheitsrat hat bisher 12 Resolutionen zur
Invasion des Irak in Kuwait verabschiedet. Sie haben
folgenden Wortlaut:
1.

Resolution 660 vom 2. August 1990 - Verurteilung der irakischen Invasion in Kuwait und Forderung nach unverzüglichem und bedingungslosem Abzug der irakischen Streitkräfte aus Kuwait.

Seite 7

�2.

Resolution 661 vom 6. August 1990 - Anordnung
eines Handels- und Finanzembargos gegen den
Irak und Kuwait.

3.

Resolution 662 vom 9. August 1990 - Erklärung
der irakischen Annexion Kuwaits für null und
nichtig.

4.

Resolution 664 vom 25. August 1990 - Forderung nach Freilassung aller Ausländer durch
den Irak.

5.

Resolution 665 vom 25. August 1990 - Der
internationalen Staatengemeinschaft wird das
Recht eingeräumt, das Wirtschaftsembargo
gegen den Irak durchzusetzen, indem die
Schiffahrt nach und aus diesem Land unterbunden wird.

6.

Resolution 666 vom 13. September 1990 - Die
Vereinten Nationen legen strenge Verfahrensweisen für die Lieferung von Arznei- und Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke in den Irak
und das besetzte Kuwait fest.

7.

Resolution 667 vom 16. September 1990 - Verurteilung des Irak aufgrund von Gewalttaten gegen ausländische Botschaften und deren Personal im besetzten Kuwait.

8.

Resolution 669 vom 24. September 1990 - Die
Vereinten Nationen beauftragen den Sanktionsausschuß mit der Prüfung aller Unterstützungsanträge der Länder, die von dem Embargo
gegen den Irak wirtschaftlich stark betroffen
sind.

9.

Resolution 670 vom 25. September 1990 - Verhängung eines Luftverkehrsembargos gegen
den Irak.

10.

Resolution 674 vom 29. Oktober 1990 - Forderung, daß sich der Irak menschlicher gegenüber
Angehörigen von Drittstaaten und Diplomaten
verhält. Darüber hinaus wird der Irak für die von
der Invasion Kuwaits verursachten Schäden
verantwortlich gemacht und dazu aufgefordert,
Geiselnahmen sowie die Mißhandlung und
Unterdrückung von Kuwaitern und Bürgern aus
Drittstaaten unverzüglich einzustellen sowie die
Ausreise aller Angehörigen von Drittstaaten und
Diplomaten, die dies wünschen, zu gestatten
und zu fördern. Ferner wird erklärt, daß der
Sicherheitsrat weitere Maßnahmen im Rahmen
der UNO-Charta ergreifen wird, wenn sich der
Irak nicht an die UNO-Resolutionen hält.

11.

Resolution 677 vom 28. November 1990 - Entscheidung, Daten über Kuwaits Bevölkerungsstatistik zu sammeln.

12.

Resolution 678 vom 29. November 1990 - Dem
Irak wird "eine letzte Chance" zum Abzug aus

Seite 8

Kuwait eingeräumt. Erklärung, daß die Mitgliedstaaten "alle erforderlichen Mittel einsetzen"
dürfen, um die UNO-Resolutionen durchzusetzen und "internationalen Frieden und Sicherheit" in der Region wiederherzustellen, wenn
der Irak die UNO-Resolutionen nicht bis zum 15.
Januar 1991 vollständig verwirklicht hat.
Westeuropäische Union
Die neun Mitgliedstaaten der WEU verständigen sich
darauf, die Marineoperationen im Nahen Osten auszuweiten und "ihre Operationen eng aufeinander abzustimmen". Darüber hinaus erklären sie sich bereit,
zusammen mit den Vereinigten Staaten Verantwortung für die Durchsetzung der UNO-Sanktionen gegen
den Irak zu übernehmen. Vier WEU-Mitglieder - die
Niederlande, Belgien, Italien und Spanien - sowie
Griechenland als Nichtmitglied der WEU kündigen die
Entsendung von Kriegsschiffen in den Nahen Osten
an, die sich den bereits dort stationierten französischen und britischen Luft- und Marineeinheiten anschließen sollen. Zur Zeit sind 35 Kriegsschiffe der
WEU-Mtigliedstaaten an der Durschsetzung des
Seembargos gegen den Irak beteiligt. Die WEUMitgliedstaaten haben darüber hinaus für die von der
Krise am härtesten betroffenen Länder finanzielle Mittel
und logistische Unterstützung bereitgestellt. Beim
Treffen der WEU am 10. Dezember wurde die Verpflichtung zur Beilegung der Krise auf der Grundlage
der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats bekräftigt.
Die WEU ist eine politische Organisation mit Vertretern
aus Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und Spanien.
Nichteuropäische Staaten
Ägypten
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der Resolutionen 660, 661 und 662 des Sicherheitsrats der
Vereinten Nationen und spricht sich für die Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi-Arabien aus. Hat bereits 15 000 Soldaten zur Verstärkung
der multinationalen Streitmacht nach Saudi-Arabien
geschickt. Geplant ist die Entsendung von zusätzlichen 15 000 Soldaten zusammen mit Panzern und
Schützenpanzern. Ausweisung des irakischen Verteidigungsattaches und zweier weiterer irakischer Diplomaten.
Äthiopien
Präsident Mengistu Haile Mariam kritisiert die irakische Invasion Kuwaits, fordert die Wiederherstellung
der Souveränität Kuwaits und betont "den festen Standpunkt und die Verurteilung der Einmischung in die
inneren Angelegenheiten souveräner Staaten" durch
Äthiopien. Unterstützt eine friedliche Beilegung der
Krise.

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�Algerien
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits. Einhaltung
der UN-Sanktionen gegen den Irak, ausgenommen
Lieferungen von Nahrungsmitteln und Medikamenten
aus humanitären Gründen. Präsident Chadli Bendjedid setzt sich für die arabischen Vermittlungsbemühungen ein, die einen Dialog zwischen Saudi-Arabien
und dem Irak sowie den Abzug der irakischen Streitkräfte aus Kuwait zum Ziel haben.
Argentinien
Verurteilt die Invasion Kuwaits durch den Irak und
fordert den Rückzug der Invasionstruppen. Befolgt die
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. Stellt finanzielle Transaktionen mit Irak und Kuwait ein. Entsendet
zwei Kriegsschiffe in die Region. Verhandelt gegenwärtig mit Saudi-Arabien über die Entsendung von
zwei Transportmaschinen der Luftwaffe sowie Bodentruppen.

zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht.
Durchführung der UN-Sanktionen gegen den Irak,
einschließlich des Handels mit Waren und Dienstleistungen und der Lieferung von Tee.
Belize
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Forderung nach Rückzug der Invasionstruppen.
Benin
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Forderung nach unverzüglichem Rückzug der Invasionstruppen.
Bermuda
Schließt sich den britischen Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak an. Verhängt eigene Finanzsanktionen.
Bolivien

Aruba
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak.
Australien
Teilnahme am gemeinsamen Marineeinsatz. Entsendung zweier Lenkwaffenfregatten und eines Versorgungsschiffs sowie eines Sanitätsteams zum Persischen Golf. Abriegelung des Golfs für irakische Schiffe, um die UN-Sanktionen zu unterstützen. Öl- und
Waffenembargo. Einfrieren von Vermögenswerten.
Bahamas
Verurteilung der irakischen Invasion Kuwaits und
Forderung nach Abzug der Invasionsstreitmacht.
Einfrieren irakischer und kuwaitischer Vermögenswerte.
Bahrain
Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats verurteilt Bahrain die irakische Invasion in
Kuwait und fordert den vollständigen und bedingungslosen Rückzug der Invasionstruppen. Einfrieren irakischer und kuwaitischer Vermögenswerte. Unterstützung und vollständige Einhaltung der Resolutionen
des UN-Sicherheitsrats. Hat Einheiten seiner Streitkräfte für die multinationale Streitmacht in Saudi-Arabien zur Verfügung gestellt. Hat einer erheblichen
Aufstockung der multinationalen Marine- und Luftstreitkräfte in seinen Einrichtungen zugestimmt. Hat seinen
Botschafter in Kuwait City belassen. Hat Tausende
kuwaitischer Flüchtlinge aufgenommen und ihnen
geholfen.
Bangladesch
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait.
Entsendet über 2 000 Soldaten nach Saudi-Arabien

AMERIKA DIENST 1

Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait. Unterstützt die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen
den Irak.
Botswana
Hat den Handel mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait bis zum Abzug der irakischen Truppen aus
Kuwait eingestellt.

Brasilien
Öl- und Waffenembargo. Abbruch sämtlicher Handelsbeziehungen, einschließlich Nahrungsmittellieferungen.
Chile
Wirtschaftssanktionen, Waffenembargo.
China
Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait und
fordert den Rückzug der Invasionstruppen. Waffenembargo. Einhaltung der Sanktionen zum WirtschaftsSchiffs- und Luftverkehr mit dem Irak dauert an.
Unterstützt die UN-Resolutionen zur Verurteilung der
irakischen Invasion und Annexion Kuwaits und Forderung nach Wirtschaftssanktionen. Lehnt den Einsatz
von Gewalt zur Beilegung der Krise ab. Fordert eine
Verhandlungslösung der Krise durch die arabischen
Staaten.
Costa Rica
Zur Unterstützung der UN-Resolutionen gegen den
Irak verurteilt Costa Rica den irakischen Einmarsch in
Kuwait, die Annexion Kuwaits und die irakische Anordnung zur Schließung der Botschaften.

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�Cote d'lvoire

Indien

Unterstützt die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
gegen den Irak.

Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Premierminister Singh erklärt, Indien werde zu seiner
in den Vereinten Nationen gegebenen Zustimmung zu
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak stehen. Vollständiges Handelsverbot mit dem Irak und Kuwait,
außer für Arnzei- und Nahrungsmittel zu humanitären
Zwecken.

Ecuador
Präsident Borja und Außenminister Cordovez haben
die Absicht ihrer Regierung bekräftigt, alle UN-Resolutionen zur Golfkrise vollständig zu befolgen, einschließlich der Wirtschaftssanktionen. Ecuador unterhielt vor
der Krise jedoch keine Handelsbeziehungen zum Irak,
und es existieren allen Erkenntnissen zufolge keine
irakischen oder kuwaitischen Firmen oder Vermögenswerte im Land.

Indonesien
Einstellung des Handels mit dem Irak, Ölembargo.
Verstärkung der eigenen Erdölförderung.
Iran

El Salvador
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und bekräftigt
seine Anerkennung der rechtmäßigen Regierung
Kuwaits unter Führung des Emirs. Fordert den unverzüglichen und bedingungslosen Abzug der irakischen
Truppen aus Kuwait. Uneingeschränkte Unterstützung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.
Gabun
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait, unterstützt
alle UN-Sanktionen gegen den Irak.
Gambia
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Abzug der Truppen.
Guatemala
Uneingeschränktes Wirtschaftsembargo gegen den
Irak und das besetzte Kuwait.
Guayana
Unterstützt die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
gegen den Irak. Unterzeichnet die CARICOM-Erklärung mit der Forderung nach unverzüglichem Rückzug
der irakischen Truppen aus Kuwait.
Haiti
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait.
Honduras
Lehnt die irakische Invasion in Kuwait ab und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Bietet die Entsendung eines Truppenkontingents an, das sich der multilateralen Streitmacht am Golf anschließen soll. Hat
an konkreten Maßnahmen zur Durchsetzung der Wirtschaftssanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen den
Irak mitgearbeitet.
Hongkong

Ablehnung der Annexion Kuwaits durch den Irak. Der
Iran erklärt sich zur Steigerung der Ölförderung bereit,
um die Ausfälle in Irak und Kuwait auszugleichen.

Israel
Unterstützt die UN-Sanktionen gegen den Irak.
Jamaica
Verurteilt die Invasion und befolgt die UN-Sanktionen
gegen den Irak. Unterstützt die von der Organisation
Amerikanischer Staaten ins Leben gerufene Initiative,
im Rahmen derer die irakische Invasion in Kuwait auf
das schärfste verurteilt wird.
Japan
Ölembargo, Einstellung von Handel und Hilfe. Einfrieren kuwaitischer Vermögenswerte in Japan. Zieht
unter Berufung auf die irakische Invasion und Annexion Kuwaits "und andere Maßnahmen" - Berichten
zufolge werden 139 Japaner in wichtigen Einrichtungen als "menschliche Schutzschilde" festgehalten seine Einladung an den Irak zurück, am 12. November
an der Inthronisation von Kaiser Akihito teilzunehmen.
Stellt Finanzhilfe in Höhe von 4 Milliarden Dollar bereit,
davon 2 Milliarden Dollar für die multinationale Streitmacht. Dazu gehören Beiträge zur Unterstützung von
Streitkräften, Ausrüstung und Gerät.
Entsendet
medizinisches Personal zur Arabischen Halbinsel, das
bis zu 100 Personen umfassen wird. Die restlichen 2
Milliarden Dollar sind als Finanzhilfe für die Türkei,
Ägypten und Jordanien bestimmt, um die durch die
irakische Invasion in Kuwait verursachten wirtschaftlichen Härten zu mildern. Stellt weitere 22 Millionen
Dollar an Flüchtlingshilfe bereit. Veröffentlichung
gemeinsamer Erklärungen mit der Sowjetunion und
Gro ßbritannien, in denen der Irak zur Freilassung aller
ausländischen Geiseln und zum Abzug seiner Truppen aus Kuwait aufgefordert wird. Stellt gegenwärtig
ein UN-Friedenskorps auf, das die Entsendung ausgewählten Personals nach Übersee in Zusammenhang
mit Operationen zur Friedenssicherung gestatten würde.

Schließt sich den britischen Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak an. Friert irakische und kuwaitische
Vermögenswerte ein.
Seite 10

AMERIKA DIENST 1

�Jemen
Befolgt die UN-Wirtschaftssanktionen gegen den Irak.
Jordanien
Einhaltung der UN-Sanktionen gegen den Irak. Stimmt
mit der Arabischen Liga zugunsten der UN-Resolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi-Arabien aus, jedoch unter "Vorbehalten".
'
»

Macao
Befolgt die UN-Sanktionen.

Katar

Madagaskar

Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats verurteilt Katar die irakische Invasion in
Kuwait und fordert den Abzug der Invasionstruppen.
Stellt der multinationalen Streitmacht seine militärischen Einrichtungen zur Verfügung.

Präsident Ratsiraka verurteilt am 5. August die irakische Invasion Kuwaits und bekundet seine Zustimmung zu den Maßnahmen des Sicherheitsrats.

Kenia

Vizepräsidentschaft des UN-Sanktionsausschusses,
der die Einhaltung der Sanktionen überwacht.

Unterstützt die UN-Resolution zu Sanktionen gegen
den Irak. Vollständige Einhaltung der Sanktionen,
Einfrieren kuwaitischer Vermögenswerte. Erhöht die
Ölproduktion um 55 000 Barrel pro Tag auf die Höchstmenge von 650 000 Barrel pro Tag, um den Bedarf der
Länder zu decken, die von irakischem und kuwaitischem Öl abhängen. Spendet für die Flüchtlingshilfe
in Jordanien Nahrungsmittel im Wert von 100 000
Dollar.

Korea (Rep.)

Malediven

Kündigt uneingeschränkte Unterstützung für die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen den Irak an.
Waffen- und Ölembargo, Einstellung des Handels,
außer mit Gütern für medizinische oder humanitäre
Zwecke. Ankündigung eines 220-Millionen-DollarPakets zur Unterstützung der multilateralen Verteidigungsbemühungen und betroffenen Frontstaaten.

Fordern den Abzug irakischer Truppen aus Kuwait.

President Moi erklärt, daß Kenia alle Resolutionen des
UN-Sicherheitsrats im Hinblick auf die Invasion Kuwaits unterstützt.
Kolumbien

Kuba
Befolgung der UN-Sanktionen gegen den Irak.
Laos
&gt;

'

Lage am Golf verursacht. Der Generalversammlung
der Vereinten Nationen teilt er mit, daß Lesotho "diesen Akt nicht nur als illegal und den vorherrschenden
Geist internationaler Entspannung vergiftend, sondern auch als gefährlichen Präzedenzfall für die weitere Existenz und Sicherheit kleiner Staaten" verurteilt.

Verurteilt in einer Erklärung den irakischen Einsatz von
Gewalt und fordert den unverzüglichen Abzug des Irak
aus Kuwait.
Libanon
Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus.
Lesotho
Der Vorsitzende des Militärrats und des Ministerrats,
Generalmajor J. M. Lekhanya erklärt, die irakische
Invasion habe eine neue und völlig unannehmbare

AMERIKA DIENST 1

Malaysia

Mali
Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait.
Mauritius
Verurteilt die irakische Invasion und Annexion Kuwaits, fordert den Abzug der Invasionstruppen und die
Freilassung aller Ausländer in Irak und Kuwait. Befolgt
die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zum Irak und
hat Maßnahmen ergriffen, um alternative Versorgungsquellen für bisher aus Kuwait importiertes Öl zu sichern.
Marokko
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus. Hat etwa 1 200 Soldaten nach SaudiArabien und 5 000 in die Vereinigten Arabischen Emirate
zur Verstärkung der multinationalen Streitmacht entsandt. Ausweisung zweier irakischer Beamter aus
Marokko als Vergeltung für die irakische Entscheidung
zur Schließung der marokkanischen Botschaft in Kuwait
und die Festsetzung seiner Diplomaten im Irak. Bemüht
sich auf diplomatischem Wege aktiv im Einklang mit
den Forderungen der Vereinten Nationen um eine
Beilegung der Krise.

Seite 11

�s

Mexiko
Plant die Steigerung der Ölförderung um 100 000
Barrel pro Tag in den nächsten zwei Monaten.
Myanmar
Befolgt die Resolutionen der Vereinten Nationen zum
Irak.
Nepal
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UNSanktionen gegen den Irak.
Niederländische Antillen
Einfrieren irakischer Vermögenswerte, Einstellung des
Zahlungsverkehrs mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait.
Neuseeland
Verbot von Exporten in den Irak, geplantes Verbot von
Importen. Umleitung der Nahrungsmittellieferungen,
die sich auf dem Weg in den Irak befinden. Ölembargo,
Einfrieren der irakischen Vermögenswerte. Stellt den
Vereinten Nationen für den Einsatz am Golf zwei
Transportflugzeuge zur Verfügung. Spendet Milchpulver für Flüchtlinge aus dem Irak und Kuwait. Übernimmt die Wartung von Transportflugzeugen für die
Evakuierung von Flüchtlingen nach Pakistan und Manila.
Bietet den Vereinten Nationen zwei zivile Flugzeuge
mit Besatzungen und dem Internationalen Komitee
vom Roten Kreuz ein 40köpfiges ziviles medizinisches
Versorgungsteam für den Einsatz in Saudi-Arabien an.
Nicaragua
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait und fordert
den Abzug der Invasionstruppen.
Niger
Entsendung eine Kontingents von 481 Soldaten an
den Golf zur Verteidigung Saudi-Arabiens vor irakischer Aggression und Beteiligung am Schutz der heiligen Stätten des Islam. Zum ersten Mal setzt Niger
seine Streitkräfte außerhalb des Landes ein. Außenminister Sani Bako zufolge werden die Truppen stationiert, weil Niger als Signatarstaat der Charta der
Vereinten Nationen die Annexion eines Mitgliedstaats
der Vereinten Nationen durch ein anderes Mitglied
nicht akzeptieren kann und Niger auf den Appell der
moslemischen Länder reagiert, sich am Schutz der
heiligen Stätten des Islam zu beteiligen.

Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, in denen der
Irak zum Abzug aus Kuwait aufgefordert wird. Begrü ßt
alle friedlichen Bemühungen zur Beilegung der Krise.
Oman
Die omanische Botschaft in Kuwait bleibt geöffnet, und
das Sultanat erkennt die irakische Besetzung Kuwaits
in keiner Weise an. Oman hat der Arabischen Liga,
dem Golf-Kooperationsrat und den UN-Resolutionen
seine Unterstützung zugesagt und fordert den Abzug
der Invasionstruppen.
Pakistan
Im politischen Bereich unterstützt Pakistan die Resolutionen und Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen den Irak. Die Regierung hat die Behörden angewiesen, die Sanktionen durchzuführen und etwa 2 000
Soldaten zur Verteidigung Saudi-Arabiens entsandt.
Einstellung des Luft- und Seeverkehrs mit dem Irak
und dem besetzten Kuwait. Schließt sich dem Appell
von sechs nichtarabischen islamischen Staaten Asiens
an Saddam Hussein an, sich in Einklang mit den UNResolutionen aus Kuwait zurückzuziehen. Verpflichtet
sich zur Entsendung weiterer 3 000 Soldaten nach
Saudi-Arabien, so daß die Gesamtstärke einer Infanteriebrigade mit Unterstützungseinheiten erreicht wird.
Das zweite Kontingent steht bereit, ist jedoch noch
nicht verlegt worden, da die Arrangements mit SaudiArabien im Hinblick auf Transport und logistische
Unterstützung noch nicht abgeschlossen sind.
Panama
Unterstützt die Sanktionen. Verbietet Handelsschiffen
die Ladung oder das Löschen jeder Art von Waren aus
dem Irak oder Kuwait. Die Bankaufsichtsbehörde
erläßt Vorschriften für die Behandlung irakischer und
kuwaitischer Vermögenswerte. Der irakischen Schiffahrt
wird die Durchquerung des Panamakanals gestattet.
Papua Neuguinea
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits auf s schärfste
und unterstützt die UN-Resolutionen, mit denen die
Souveränität und Integrität Kuwaits wiederhergestellt
werden soll.
Paraguay
Verurteilt die Invasion Kuwaits durch den Irak. Untersagt jeglichen Handel, alle finanziellen Transaktionen
und Geschäftsbeziehungen mit dem Irak. Die Abgeordnetenkammer verabschiedet einstimmig eine Resolution, in der die irakische Invasion verurteilt und die
UN-Sanktionen unterstützt werden.

Nigeria
Peru
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Truppenabzug, plant eine Steigerung der Ölf örderung um 200 000 Barrel pro Tag (vorbehaltlich der
Zustimmung anderer OPEC-Staaten). Unterstützt die

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Unterstützung und Einhaltung aller Resolutionen der
Vereinten Nationen zum Irak.

AMERIKA DIENST 1

�Philippinen

Sri Lanka

Erkennen den bindenden Charakter der Sanktionen
an; Ölembargo. Präsidentin Aquino gibt bekannt, daß
die Philippinen ein medizinisches Versorgungsteam
nach Saudi-Arabien entsenden werden, um ihre uneingeschränkte Unterstützung für dieses Land sowie die
gemeinsamen Bestrebungen mit anderen Ländern zu
demonstrieren, im Einklang mit den Resolutionen des
UN-Sicherheitsrats eine friedliche Lösung der Golfkrise anzustreben.

Wird alle erforderlichen Schritte unternehmen, um die
Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen gegen
den Irak durchzusetzen.

Salomonen
Führen Wirtschaftssanktionen gegen den Irak durch.
Saudi-Arabien
In internationalen Foren, der Arabischen Liga und im
Golf-Kooperationsrat hat Saudi-Arabien den irakischen
Einmarsch in Kuwait verurteilt und den bedingungslosen und unverzüglichen Abzug der Invasionstruppen
gefordert. Bittet eine multinationale Streitmacht, darunter Streitkräfte der Vereinigten Staaten, um die
Verteidigung Saudi-Arabiens. Der Transport irakischen Erdöls durch Saudi-Arabien wurde eingestellt.
Erhöht die Ölförderung, um die Ausfälle in Irak und
Kuwait auszugleichen. Saudi-Arabien hat sämtliche
von der UNO gegen den Irak verhängten Sanktionen
ohne wenn und aber verwirklicht.
Senegal
Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait und
fordert den bedingungslosen Abzug der Invasionstruppen sowie die Wiedereinsetzung der rechtmäßigen
Regierung Kuwaits. Entsendet am 17. September 500
Soldaten nach Saudi-Arabien. Einhaltung der UNSanktionen, Einfrieren irakischer und kuwaitischer
Vermögenswerte, ausgenommen der Mittel für den
Weiterbetrieb der Botschaften.
Simbabwe
Stellt den Handel mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait ein, setzt alle bilateralen Abkommen mit dem
Irak außer Kraft.
Singapur
Wirtschaftsembargo gegen den Irak und das besetzte
Kuwait. Finanztransaktionen der rechtmäßigen Besitzer kuwaitischer Vermögenswerte werden unter bestimmten Bedingungen gestattet.
Somalia
Verurteilt die irakische Invasion und Annexion Kuwaits
und fordert den unverzüglichen und bedingungslosen
Abzug der Invasionsstreitkräfte sowie die Wiedereinsetzung der rechtmäßigen Regierung Kuwaits. Unterstützt alle Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und
der Arabischen Liga zur Golfkrise. Bietet die Entsendung von Truppen zum Schutz Saudi-Arabiens an.
AMERIKA DIENST 1

Sudan
Der Sudan "zollt der Charta der Vereinten Nationen
Respekt und bekundet seine Verpflichtung zu den
Resolutionen" 660, 661, 663 und 665.
Südafrika
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den unverzüglichen Abzug der irakischen Streikräfte.
Präsident de Klerk bekräftigt später im Weißen Haus,
daß Südafrika die irakische Aggression auf das schärfste ablehnt.
Surinam
Verurteilt die irakische Invasion und Annexion Kuwaits. Wird die Wirtschafts- und Finanzsanktionen
der Vereinten Nationen gegen den Irak einhalten.
Swasiland
Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen
erklärt Premierminister Diamini am 5. Oktober seine
uneingeschränkte Unterstützung für die Resolutionen
des Sicherheitsrats zur Golfkrise. Er verurteilt die
irakische Invasion und Geiselnahme und fordert den
Irak zum Abzug aus Kuwait auf.
Syrien
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus. Syrien unterhält 4 000 Soldaten der
Landstreitkräfte in Saudi-Arabien und den Vereinigten
Arabischen Emiraten als Teil der multinationalen Streitmacht. Zusätzlich werden 10 000 Soldaten und 300
Panzer entsandt.
Taiwan
Lehnt die irakische Invasion Kuwaits energisch ab und
spricht sich für die Unterstützung der UN-Sanktionen
gegen den Irak aus. Erklärt, in Taiwan befänden sich
keine irakischen Vermögenswerte, stoppt die Lieferung aller in Taiwan hergestellten Waren in den Irak,
unterbindet Erdölimporte aus dem Irak. Gibt bekannt,
daß Taiwan Jordanien, der Türkei und Ägypten Direkthilfe in Höhe von 30 Millionen Dollar gewähren wird.
Tansania
Bekundet seine Ablehnung der irakischen Invasion in
Kuwait und fordert den unverzüglichen Abzug der
Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Sanktionen gegen
den Irak.

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�Togo
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und erklärt
seine Unterstützung für die Resolution des UN-Sicherheitsrats, in der der Irak zum Abzug aus Kuwait aufgefordert wird. Begrü ßt alle Bemühungen zur friedlichen
Beilegung der Krise.
Trinidad/Tobago
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UNSanktionen gegen den Irak.

Tunesien
Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Erklärt seine Bereitschaft, alle Resolutionen des UNSicherheitsrats zum Irak einzuhalten, einschließlich
der Handelssanktionen. Friert irakische Vermögenswerte ein und beschränkt den zivilen Luftverkehr.
Tunesische Diplomaten bleiben in der Botschafterresidenz in Kuwait.
Uganda
Fordert den Abzug der irakischen Streitkräfte aus
Kuwait. Unterstützt die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zur Verhängung von Sanktionen gegen den
Irak.
Uruguay
Verurteilt den Einsatz von Gewalt durch den Irak und
fordert den UN-Sicherheitsrat auf, Frieden und Sicherheit in der Region wiederherzustellen. Befolgt die
Sanktionen der Vereinten Nationen gegen den Irak

und wird jedes Angebot kostenlosen Öls aus dem Irak
ablehnen. Prüft die Möglichkeit der Entsendung von
Truppen an den Golf für den Fall, daß dies angebracht
und notwendig ist und realistisch zur raschen Beilegung der Krise beitragen könnte.
Vanuatu
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Erklärt die vollständige Einhaltung aller UN-Sanktionen gegen den Irak.
Venezuela
Unterstützt die UN-Sanktionen gegen den Irak. Wird
im Dezember 1990 die Ölförderung auf 500 000 Barrel
pro Tag erhöhen.
Vereinigte Arabische Emirate
Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrates verurteilen die Vereinigten Arabischen
Emirate die irakische Invasion in Kuwait und fordern
den bedingungslosen und unverzüglichen Abzug der
Invasionstruppen sowie die Wiedereinsetzung der
rechtmäßigen Regierung Kuwaits. Gewähren den
Vereinigten Staaten und anderen an der Operation
Wüstenschild beteiligten Ländern die umfassende
Nutzung von militärischen Einrichtungen und Unterstützung. Rigorose Durchführung aller von der UNO
beschlossenen Sanktionen gegen den Irak und Erhöhung der Ölförderung, um die Ausfälle in Irak und
Kuwait wettzumachen. Stellen femer 1 Milliarde Dollar
bereit, um von den Sanktionen betroffene Staaten zu
unterstützen.

* * * *

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*

AMERIKA DIENST 1

�WIRTSCHAFT
9. Januar 1991

DIE WIRTSCHAFT IM 21. JAHRHUNDERT
von William Van Düsen Wishard
Der nachfolgende Beitrag wurde in gekürzter Form der Mai-Juni 1987 Ausgabe von The Futurist entnommmen.
Mit freundlicher Genehmigung der World Future Society, 4916 St. Elmo Avenue, Bethesda, Maryland 20814.
Copyright (c) 1987 World Future Society.

Die Geschichte ist von Wandel und Wachstum gekennzeichnet. Ausmaß, Geschwindigkeit und Verflechtung des derzeit stattfindenden Wandels und
Wachstums verleihen dem letzten Viertel des 20.
Jahrhunderts eine einzigartige Qualität.
Ein Bereich des Lebens, der sich heute in rasendem
Tempo verändert, ist die Wirtschaft - die Mittel, mit
denen der Mensch Wohlstand produziert und verteilt.
Im folgenden wird ein kurze Analyse einiger - von der
internationalen Presse aufgegriffener - Trends und
Ereignisse vorgenommen, die in ihrer Gesamtheit
betrachtet die Dimensionen des wirtschaftlichen Wandels
andeuten, der heute die Welt verändert.
Neue Erkenntnisse
Die treibende Kraft der Weltwirtschaft heute ist die Flut
neuer Erkenntnisse, die aus den Forschungslabors
der Welt strömt. Wissenschaftler schätzen, daß sich
weltweit das Potential wissenschaftlicher Erkenntnisse jedes Jahrzehnt verdoppelt.
Die Vereinigten Staaten, die ungefähr 5 Prozent der
Weltbevölkerung ausmachen, bringen rund die Hälfte
der wissenschaftlichen Informationen der Welt hervor.
Noch vor 10 Jahren waren es 75 Prozent, und nach
einem weiteren Jahrzehnt könnten sie nur noch ein
Drittel des Gesamtvolumens ausmachen. Dieser Abstieg
ist nicht darauf zurückzuführen, daß die Vereinigten
Staaten weniger Informationen hervorbringen, sondern die restlichen 95 Prozent der Welt mehr produzieren werden. Diese Sintflut an Forschungsergebnissen
produziert mit solcher Geschwindigkeit neue Technologien, daß die meisten dieser Technologien binnen

AMERIKA DIENST 1

fünf bis sieben Jahren veraltet sind. Im Elektroniksektor sind es nur zwei bis drei Jahre.
Internationalisierung
Ein zweiter entscheidender Trend ist die Verlagerung
von autarken Volkswirtschaften zu einem integrierten
System weltweiter Produktion. Japan, Deutschland,
China und Frankreich haben jeweils Vereinbarungen
getroffen, um sich die an amerikanischen Universitäten betriebene Forschung zu moderen Computertechnik, Molekularbiologie, Materialverarbeitung und Ozeanographie nutzbar zu machen. Das Georgia Institute
of Technology und die chinesische Gesellschaft für
Wissenschaft und Technologie haben zur Modernisierung der chinesischen Industrie ein Joint Venture
gegründet. Die Mitarbeiter des Georgia Institute übernehmen eine Beraterfunktion, und 1,4 Millionen chinesische Wissenschaftler und Techniker unterrichten
das Joint Venture über die jüngsten Modernisierungsbestrebungen Chinas.
Dank preiswerter Computer-Telekommunikationsnetze haben Techniker und Geschäftsleute von Brasilien
bis Korea in der verarbeitenden Industrie unmittelbar
Zugriff auf die neuesten Technologien und Produktionstechniken. So werden Mikrochips in Kalifornien
entworfen, zur Fabrikation nach Schottland geschickt,
zur Erprobung und Montage in den Femen Osten
verschifft und dann in den Vereinigten Staaten verkauft.
Kapitalbewegungen
Der Welthandel hat ein Volumen von rund 2 Billionen
Dollar jährlich. Die Devisentransaktionen betragen
Seite 1

�jedoch ungefähr 150 Milliarden Dollar pro Tag oder
rund 35 Billionen Dollar pro Jahr. Darüber hinaus
beläuft sich der Betrag der privaten Pensionskassen
der 24 OECD-Mitgliedstaaten - Mittel, die konstant
zwischen den Kapitalmärkten der Welt transferiert
werden - heute auf 1,4 Billionen Dollar und wird in fünf
Jahren voraussichtlich die 3-Billionen-Dollar-Grenze
erreichen. Daher sind vielmehr Kapitalbewegungen
als der Handel zur treibenden Kraft der Weltwirtschaft
geworden. Die Waren- und Dienstleistungswirtschaft
und die Geld-, Kredit- und Kapitalwirtschaft sind nicht
länger eng miteinander verknüpft. Sie bewegen sich in
verschiedene Richtungen und mit unterschiedlicher
Geschwindigkeit.
Die Wirtschaftstheorie lehrt, daß der relative Vorteil bei
Kosten für Löhne und Gehälter, Energie und Transport
die Wechselkurse bestimmt. In zunehmendem Maße
entscheiden jedoch die Wechselkurse den Vergleich
zwischen den Lohnkosten von Land zu Land. Eines
Tages werden niedrige Lohnkosten wahrscheinlich im
internationalen Handel einen geringeren Stellenwert
einnehmen, schlicht und einfach, weil Lohnkosten mit
zunehmender Automatisierung in den Industriestaaten einen geringeren Teil der Gesamtkosten ausmachen.
Die Wechselkurse der führenden Währungen sind
heute zu einem entscheidenden Faktor geworden.
Das hei ßt, jedes in der Weltwirtschaft tätige Unternehmen betreibt zwei Geschäfte gleichzeitig: Es ist ein
Hersteller von Waren oder Anbieter von Dienstleistungen, und es ist ein Finanzunternehmen.
Börsengeschäfte rund um die Uhr
Der Effektenverkehr mittels Computer führt zu einer
neuen Generation von Finanztransaktionen. Während
man mit dem Personalcomputer Echtzeitdaten erhält,
hat sich das Tempo des Effektenverkehrs beschleunigt und an Umfang zugenommen.
In den vergangenen 10 Jahren ist das Volumen der
Effektentransaktionen sprunghaft um über 700 Prozent angestiegen. Die Zahl der von Wertpapierfirmen
angestellten Börsenmakler ist um 400 Prozent in die
Höhe geschnellt, und die Zahl der Anlageberater hat
sich mehr als verdreifacht. Informationen, die bis vor
nicht allzu langer Zeit per Mundpropaganda weitergegeben wurden, laufen heute über den Computer.
Computer tasten die Devisenmärkte auf der ganzen
Welt konstant ab, um die Händler unverzüglich darauf
aufmerksam zu machen, wenn sie von Schwankungen
bei Dutzenden von Wechselkursen profitieren können.
Echtzeitinformationen vereinen die Finanzwelt.
NASDAQ - das automatische Kursnotierungssystem nennt die Preise für 300 britische und andere internationale bei der Londoner Börse notierte Effekten. Die
Effekten von über 500 führenden Unternehmen der
Welt werden mindestens an einer ausländischen Bör-

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se gehandelt. Das Globalangebot von British Telecommunications PLC wurde auf fünf Märkten in London , New York und Tokio gehandelt. Börsengeschäfte
rund um die Uhr werden voraussichtlich in fünf Jahren
überall zu finden sein.
Keine Entindustrialisierung in Amerika
Die Produktion der verarbeitenden Industrie als Prozentsatz des amerikanischen Bruttosozialprodukts ist
von 1950 bis 1984 in etwa gleich geblieben. Im Jahr
1950 betrug sie 21,4 Prozent, 1985 lag sie bei 21,7
Prozent. Veränderungen ergeben sich durch den
zunehmenden Einsatz modernster Technologie, mit
der sich die Zahl der Beschäftigten in der Fertigungsindustrie verringert.
In den Jahren 1973 bis 1985 stieg jedoch die Produktion der verarbeitenden Industrie in den Vereinigten
Staaten um etwa 40 Prozent. Dennoch sind heute in
der amerikanischen Fertigungsindustrie fünf Millionen
weniger Fabrikarbeiter beschäftigt als 1975.
Trotzdem ist in den vergangenen 12 Jahren die Beschäftigtenrate in den Vereinigten Staaten schneller
gewachsen als jemals zuvor in der Geschichte irgendeines Landes in Friedenszeiten - von 1973 bis 1985
von 82 auf 110 Millionen. Seit 1970 ist die Zahl der
Arbeitsplätze bei den Anbietern von Dienstleistungen
sprunghaft von 47,3 Millionen auf 72,4 Millionen angestiegen. Nahezu 90 Prozent davon entfallen auf den
Dienstleistungsbereich.
Höhere Produktivität in der Fertigungsindustrie könnte
bedeuten, daß die Vereinigten Staaten nicht mehr wie
1980 etwa 25 Prozent aller Arbeitskräfte in der verarbeitenden Industrie beschäftigen, sondern zu Beginn
des nächsten Jahrhunderts weniger als 10 Prozent.
Die japanische Herausforderung
Japan ist auf dem besten Weg, der führende Investor
und Gläubiger der Welt zu werden. Japans wirtschaftlicher und finanzieller Einfluß könnte möglicherweise
die Macht Großbritanniens im 19. Jahrhundert und der.
Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg in
den Schatten stellen. Der Wert japanischer Vermögenswerte im Ausland beträgt gegenwärtig 100 Milliarden Dollar mehr als ausländische Investitionen in
Japan. Damit steht Japan vor den Vereinigten Staaten
und Großbritannien an erster Stelle bei internationalen
Investoren.
Japan verfügt über den zweitgrößten Finanzmarkt der
Welt. An der Tokioter Börse wurden 1986 Aktien im
Wert von 817 Milliarden Dollar gehandelt, in New York
für 1,7 Billionen und in London für 290 Milliarden Dollar.
In den letzten zwei Jahren haben japanische Unternehmen über 25 neue Forschungslabors für die Industrie eröffnet. Allein 1985 wurden 15 neue Labors
geschaffen. Diese Labors werden die zukünftigen

AMERIKA DIENST 1

�Möglichkeiten von Biochips, künstlicher Intelligenz,
Keramik, Robotik, elektrisch leitfähigen Kunststoffen,
modernen Materialien für die Elektronik und Chancen
der Biowissenschaften erforschen.

in einer Weltwirtschaft bestehen kann, die von Interdependenz, rasanten technischen Entwicklungen und
der Notwendigkeit schneller Entscheidungen geprägt
ist.

Einige japanische Beobachter verwerfen nicht leichtfertig den Appell der Mayekawa-Kommission, die japanische Wirtschaft umzustrukturieren. Sie erinnern
daran, daß Japan zweimal in einem Jahrhundert auf
ausländischen Druck hin seine Wirtschaft umstrukturiert hat. Beide Male - nach der Meiji-Restauration
1886 und nach dem Zweiten Weltkrieg war Japan in
der Weltwirtschaft konkurrenzfähiger. Wieder einmal
fordert Japan eine nationale Umstrukturierung, im
Rahmen derer sogar das Bildungswesen neu gestaltet
werden soll, um Arbeitnehmer heranzubilden, die mehr
Individualismus und Initiative demonstrieren. In diesem Zusammenhang haben die Japaner verschiedene amerikanische Universitäten gebeten, sich an der
Einrichtung neuer Universitäten amerikanischen Stils
in Japan zu beteiligen, damit eine Neuorientierung im
Bildungswesen stattfinden kann.

Sowjetische Joint Ventures

Angesichts der neuen Realität des starken Yen sind
japanische Unternehmen bestrebt, in der Nähe ihrer
wichtigsten Märkte Betriebe zu bauen oder zu vergrößern, billige Arbeitskräfte im Ausland zu rekrutieren
und die Konkurrenz aufstrebender Industrieländer aus
dem Feld zu schlagen. Die Firma Matsushita Electronics, die gegenwärtig 17 Prozent ihrer Produktion in 26
Auslandsbetrieben herstellt, plant eine Steigerung ihrer
Auslandsproduktion auf 30 Prozent. Sony fertigt etwa
47 Prozent seiner Produkte in Betrieben außerhalb
Japans. Mazda plant, einen in Korea gebauten Kleinwagen zu erwerben und an Ford weiterzuverkaufen,
das ihn dann in den Vereinigten Staaten vertreibt.
Privatisierung
Eines der augenfälligsten Merkmale in der Weltwirtschaft ist der Abbau zentral kontrollierter Produktion
und die Förderung privaten Unternehmertums. In
Großbritannien hat die Regierung seit 1979 Staatseigentum im Wert von 11 Milliarden Dollar verkauft und
hofft auf den Absatz von weiterem Besitz im Wert von
30 Milliarden. Die französische Regierung plant die
Privatisierung von neun führenden Konzernen und 36
Banken, und dem französischen Kabinett gehört ein
Minister für Privatisierung an. Mexiko hat seine Absicht bekundet, 482 Staatsbetriebe zu veräußern, zu
schließen oder zusammenzulegen.
Bis 1990 werden private Aktionäre das japanische
Telephonnetz, die größte Fluglinie und die nationale
Eisenbahngesellschaft kontrollieren. China führt zum
ersten Mal seit über 35 Jahren Aktien ein und zahlt den
im Betrieb beschäftigten Aktionären Dividenden.
Mit dem Übergang ins 21. Jahrhundert tritt immer
deutlicher zutage, daß eine Planwirtschaft mit ihren
Verkrustungen und dem Mangel an Wettbewerb nicht

AMERIKA DIENST 1

Die Sowjetunion erwägt die Möglichkeit von Joint
Ventures mit westeuropäischen und japanischen Firmen. So kann sie sich westliche Technologie sichern,
ohne ihre schrumpfenden Devisenreserven angreifen
zu müssen.
Solche Joint Ventures wären Bestandteil einer Kampagne, mit der die sowjetische Industrie gezwungen
werden soll, ihre Produktion auf Weltniveau anzuheben. Gegenwärtig entsprechen lediglich 29 Prozent
aller in der UdSSR hergestellten technischen Produkte
internationalen Maßstäben. Die Sowjets hoffen, den
Prozentsatz in den neunziger Jahren auf vielleicht 85
Prozent erhöhen zu können.
Darüber hinaus stellen Joint Ventures eine wichtige
Veränderung in der sowjetischen Ideologie dar, weil
damit verdeutlicht wird, daß ausländisches Kapital,
ausländisches Eigentum und ausländische Gewinne
eine Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung eines
sozialistischen Landes spielen können.
Umfangreiche Verschuldung
Solomon Brothers, eine Brokerfirma an der Wall Street,
weist darauf hin, daß in den sechziger Jahren - größtenteils einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs die Verschuldung in den Vereinigten Staaten jährlich
um 7,25 Prozent zunahm. Gegenwärtig beträgt ihr
Anstieg 12 Prozent. Die Verschuldung der Unternehmen belief sich 1985 auf 12,4 Prozent gegenüber
durchschnittlich 9,4 Prozent in den sechziger Jahren.
Die Schulden der Privathaushalte betrugen 1986 11,8
Prozent, verglichen mit durchschnittlich 8,6 Prozent in
den sechziger Jahren. Die Staatsverschuldung hat bei
einer Wachstumsrate von 2 Prozent in den sechziger
Jahren über 9 Prozent in den siebziger Jahren auf 16
Prozent in den achtziger Jahren zugenommen.
Umstrukturierung von Unternehmen
Angesichts der rasanten Veränderungen in der verarbeitenden Industrie ist jedes Großunternehmen in
Amerika gezwungen, seinen Geschäftsbereich neu zu
definieren.
Deshalb haben nahezu 30 Prozent der 900 führenden
amerikanischen Unternehmen seit Anfang 1984 eine
"betriebliche Umstrukturierung" vorgenommen - durch
Übernahme, Verkauf oder Konsolidierung von Unternehmen. So ist etwa General Motors nicht nur Hersteller von Automobilen. GM ist heute der größte Hypothekenanbieter des Landes. Darüber hinaus ist das
Unternehmen in den Bereichen Rüstung und Datenverarbeitung tätig, es bietet Finanzdienstleistungen

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�an, arbeitet in den Bereichen Robotik und künstliche
Intelligenz und ist gegenwärtig im Begriff, seine Aktivitäten auf das Gesundheitswesen auszudehnen und
eine Broker-Firma zu erwerben.
Da die Entwicklungskurven der Produkte ständig schrumpfen (sie sind heute nur noch halb so lang wie vor zehn
Jahren), streben die Unternehmen nach mehr Flexibilität. Unternehmen, die stets danach trachteten, so viel
wie möglich selbst herzustellen - von der Rohstoff gewinnung bis zur Wartung der von ihnen hergestellten
Produkte beim Endverbraucher -, wenden sich heute
an andere Firmen, um Teile und Produkte zu erwerben.
Einer der wichtigsten Gründe für diese Veränderungen
in der Industrie besteht darin, daß die Technik solch
rasanten Veränderungen unterworfen ist, daß die
Unternehmen nicht unbedingt Kapazitäten mit der
Herstellung eines bestimmten Produkts binden möchten. Joint Ventures und andere Kooperationsformen
bieten in einem sich rasch verändernden Umfeld weit
größere Flexibilität.
Umgang mit der Automatisierung
Die Führungskräfte der neunziger Jahre werden ihre
Unternehmensentscheidungen in einem industriellen
Umfeld treffen, in dem Roboter agieren könnten, die
ebenso große oder sogar noch mehr Intelligenz besitzen als Menschen, deren Bewußtsein im Hinblick auf
ihre eigene Existenz dem menschlichen ähnelt und die
in gewisser Hinsicht vernunftbegabt sind. Einige
Experten gehen davon aus, daß wir noch vor der
Jahrhundertwende Mikroprozessoren besitzen werden, deren Schaltkreise kleiner als Mikroben sein
werden, jeder Chip aber ebensoviele Informationen
enthalten wird wie eine Straßenkarte der gesamten
Vereinigten Staaten. Damit könnte jeder Gymnasiast
per Knopfdruck sämtliches Wissen von seinem Schreibtischcomputer abrufen.
Berufliche Weiterbildung
Jahr für Jahr geben amerikanische Unternehmen über
30 Milliarden Dollar für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten in schulähnlichen Organisationsformen aus.
Die Industrie bietet über 3 000 verschiedene Lehrgänge an. Allein IBM wendet jährlich 900 Millionen Dollar
für Fortbildungszwecke auf.
Führungsstil
Die Tatsache, daß sich der Schwerpunkt der amerikanischen Wirtschaftstätigkeit von der Schwerindustrie
in den Dienstleistungsbereich und zur Hochtechnologie verschoben hat, erfordert einen neuen Typus von

Führungskräften. Der "Organisator" wird von einem
Managertyp verdrängt, der an persönliche Verdienste
glaubt, risikobereit ist, das mittlere Management verkleinert, stark an Persönlichkeit und Intuition glaubt
und persönliche Phantasie entwickelt.
Die neuen Manager sind am Erfolg ihres Unternehmens beteiligt und bieten ihren Beschäftigten erhebliche Beteiligungen am Aktienkapital an. Ihr Stil ist eher
am Menschen orientiert - insbesondere in den am
stärksten automatisierten Unternehmen. Im Informationszeitalter sind Menschen wertvoller als Kapital.
Die neuen Führungskräfte sind völlig international, und
ihr Markt ist die Welt.
Einige Schlußfolgerungen für die Zukunft
Welche Schlüsse sind aus der weltweiten Dimension
des stattfindenden wirtschaftlichen Wandels für die
Zukunft zu ziehen? Welcher Kern schält sich als
Grundlage der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung heraus?
Erstens muß sich die Entwicklung auf sämtliche Bereiche menschlichen Seins beziehen - Wirtschaft, Umwelt, Soziales, Kultur und geistige Entwicklung. All
diese Elemente müssen zusammenwirken, sonst ist
der Fortschritt eine Illusion.
Zweitens scheinen Länder in allen Erdteilen aufs neue
die grundsätzliche wirtschaftliche Tatsache zu lernen,
daß Wohlstand durch die Bemühungen des einzelnen
entsteht, nicht durch staatliche Verfügungen. Die
Funktion des Staates besteht in der Entwicklung eines
politischen Umfelds, das die Privatinitiative fördert und
gleichzeitig die unvermeidlich entstehenden Nachteile
abmildert.

Drittens wird der Blickwinkel der wirtschaftlichen und
politischen Analyse von der nationalen auf die weltwirtschaftliche Ebene erweitert werden müssen. Diese
Entwicklung hat wahrscheinlich bereits begonnen.
Schließlich ist jede Wirtschaftstheorie im Grunde eine
Wiederspiegelung der Haltungen und Werte der Kul-.
tur, in die sie eingebettet ist. Sie ist Ausdruck des
kollektiven Willens eines Volkes, das in der Natur
schlummernde Potential nutzbar zu machen. Damit
besteht die wirtschaftliche Realität letztlich in der Sichtweise eines Volkes in bezug auf die tiefere Bedeutung
und Möglichkeiten seiner Existenz. Mit der fortschreitenden Globalisierung wirtschaftlicher Tätigkeit im 21.
Jahrhundert tritt deshalb eine Vision von unserer Zukunft
auf diesem Planeten als Gemeinschaft von Menschen
mit einem gemeinsamen Schicksal notwendigerweise
in den Vordergrund.

rt rt

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AMERIKA DIENST 1

�US-ENTWICKLUNGSHILFE
9. Januar 1990

US-Entwicklungshilfe fördert Wachstum armer Länder
Übersicht über den Entwicklungshilfeetat für das Haushaltsjahr 1991

WASHINGTON - (AD) - Das von Präsident Bush am 5.
November 1990 unterzeichnete Entwicklungshilfegesetz bewilligt bilaterale und multilaterale Programme
im Umfang von 15,3 Milliarden Dollar für wirtschaftliche und militärische Hilfe im Haushaltsjahr, das am 30.
September 1991 endet.
Das Ausgabengesetz sieht 3,6 Milliarden Dollar für
bilaterale Entwicklungshilfe, 1,9 Milliarden Dollar für
multilaterale Wirtschaftshilfe, 3,1 Milliarden Dollar für
Wirtschaftshilfefonds und 5,3 Milliarden Dollar für bilaterale Militärhilfe sowie kleinere Beträge für diesbezügliche Ausgaben und angeschlossene Programme
vor.
Das Entwicklungshilfegesetz entspricht mit einem
Mehraufwand für Aufbauhilfe und verringerter Militärhilfe den Erfordernissen der Zeit nach dem kalten
Krieg. Verglichen mit dem Haushaltsjahr 1990 weist
das Gesetz bei der bilateralen Entwicklungshilfe einen
Anstieg von 340 Millionen Dollar auf, während die
Militärhilfe um 252 Millionen Dollar zurückging. Die
Aufwendungen für den Wirtschaftshilfefonds stiegen
um 403 Millionen Dollar für diejenigen Länder, an
denen die Vereinigten Staaten ein besonderes sicherheitspolitisches Interesse haben.
Im Hinblick auf die Veränderungen in der Zeit nach
dem kalten Krieg wird Osteuropa etwa 370 Millionen
Dollar Wirtschaftshilfe erhalten, die vom Amt für Internationale Entwicklung (Agency for International Development-A. I.D.) in Form von Programmen für technische Hilfe und Ausbildung, Wohnungsbau, Energie
und Umwelt sowie Programmen zur Förderung des
demokratischen Pluralismus vergeben werden.
Die Ausgaben im Rahmen des Entwicklungshilfegesetzes gliedern sich wie folgt:

AMERIKA DIENST 1

Bilaterale Entwicklungshilfe
(in Millionen Dollar)

Entwicklungsfonds für Afrika

800,0

Auswanderungs- und Flüchtlingshilfe

485,6

Landwirtschaft, ländliche Entwicklung
und Ernährung

481,6

Bevölkerung

250,0

Peace Corps

186,0

Umwelt- und Energieprogramme
für den Privatsektor

152,2

Internationale Drogenbekämpfung

150,0

Gesundheit

135,0

Aus- und Fortbildung

134,2

Kinderhilfsfonds

100,0

Andere

755,4

Insgesamt

3 630,0

Multilaterale Wirtschaftshilfe
(in Millionen Dollar)
Internationale Entwicklungsorganisation
Internationale Organisationen
und Programme
Asiatischer Entwicklungsfonds

1 064,2
254,7
126,9

Seite 1

�Weltbank

110,6

Afrikanischer Entwicklungsfonds

105,5

Interamerikanische Entwicklungsbank

78,3

Europäische Entwicklungsbank

70,0

Internationale Finanz-Corporation

40,3

Internationaler Fonds für
landwirtschaftliche Entwicklung

30,3

Andere

43,5

Insgesamt

1 924,0

Wirtschaftshflfefonds
(in Millionen Dollar)
Israel

1 200,0

Ägypten

815,0

Projektgebundene Kredite

300,0

Hilfe zur Drogenbekämpfung (Andenregion) 62,5
Jordanien

35,0

Marokko

20,0

Zypern

15,0

Westjordanland und Gazastreifen

12,0

Andere
Insgesamt

681,5
3 141,0

Militärhilfe
(in Millionen Dollar)
Rüstungsgeschäfte auf Kreditbasis
Militärische Ausbildungshilfe
Andere
Insgesamt

4 663,4
47,2
664,9
5 375,5

Bilaterale Entwicklungshilfe
Afrika südlich der Sahara: Über das AID und ähnliche
Behörden werden den Ländern südlich der Sahara 800
Millionen Dollar an Entwicklungshilfe zur Verfügung
gestellt. Davon sind mindestens 50 Millionen Dollar
zur Unterstützung von Maßnahmen der Konferenz für
die Koordinierung der Entwicklung im südlichen Afrika
und bis zu 3,5 Millionen für den Aufbau von privaten
Kleinunternehmen durch benachteiligte Südafrikaner
vorgesehen.
Auswanderungs- und Flüchtlingshilfe: Aus dem Auslandshilfebudget werden 485,6 Millionen Dollar für das
Internationale Komitee vom Roten Kreuz, das ZwiSeite 2

schenstaatliche Komitee für Auswanderung sowie den
Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
bereitgestellt, darunter mindestens 45 Millionen für
sowjetische, osteuropäische und andere Flüchtlinge,
die sich in Israel niederlassen wollen. Weitere 8
Millionen Dollar sollen an Flüchtlinge im thailändischkambodschanischen Grenzgebiet und 500 000 Dollar
an tibetische Flüchtlinge gehen. 35 Millionen Dollar
sind für Notmaßnahmen, etwa die Hilfe an Flüchtlinge
aus der Golfregion, vorgesehen.
Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Ernährung:
481,6 Millionen Dollar werden für vom AID und anderen Behörden durchgeführte Gesundheits-, Ernährungs- und ländliche Entwicklungsprogramme in der
dritten Welt bereitgestellt. Dazu gehören mindestens
10 Millionen Dollar für ein Programm zur Bekämpfung
des Vitamin A-Mangels.
Bevölkerung: 250 Millionen Dollar sind für Familienplanung und Maßnahmen zu deren Unterstützung
vorgesehen. Das Gesetz beinhaltet jedoch einen
Passus, demzufolge keinerlei Mittel für Kliniken bereitgestellt werden dürfen, die Zwangsabtreibungen oder
unfreiwillige Sterilisationen durchführen. Weitere 100
Millionen Dollar werden an den Kinderhilfsfonds vergeben.
Gesundheit: 52 Millionen Dollar werden für die Erforschung von AIDS in Entwicklungsländern bereitgestellt, darunter 23 Millionen Dollar für das weltweite
AIDS-Programm der Weltgesundheitsorganisation
(WHO). Weitere 3 Millionen Dollar sollen das Überleben von Kindern und die Familienplanung in Rumänien
unterstützen.
Aus- und Fortbildung: Für Projekte in diesen Bereichen werden 134,2 Millionen Dollar bereitgestellt,
einschließlich von 67,1 Millionen Dollar für Bildungsprojekte an Grund- und weiterführenden Schulen. Ein
Teil dieser 67,1 Millionen Dollar wird dem für Afrika
südlich der Sahara vorgesehenen Entwicklungshilfefonds entnommen. Weitere20 Millionen Dollar werden
Studentenaustauschprogrammen zufließen. Davon
sind 3 Millionen Dollar für Studenten aus Polen, der
Tschechoslowakei und Ungarn vorgesehen.
Umwelt und Energie: 152,2 Millionen Dollar sind für
diesen Bereich veranschlagt, wobei 80 Millionen Dollar
für spezifische Umwelt- und Energiemaßnahmen
vorgesehen sind. Von dieser Summe sind 30 Millionen
Dollar für die "Erderwärmungsinitiative" und 10 Millionen Dollarfür das Montrealer Protokoll überozonschädigende Substanzen eingeplant. Darüber hinaus werden
15 Millionen Dollar für Maßnahmen zur Erhaltung der
Artenvielfalt eingesetzt.
Internationale Drogenbekämpfung: Von den 150 Millionen Dollar, die für diesen Zweck bereitgestellt werden, dürfen laut Gesetz bis zur Vorlage eines Berichts
des Außenministers, in dem die zur Behebung von

AMERIKA DIENST 1

�Mißständen auf Managementebene im Internationalen Amt für Drogenfragen ergriffenen Maßnahmen
erläutert werden, höchstens 117,8 Millionen ausgegeben werden.
Kleinunternehmen: 75 Millionen Dollar sind für Projekte zur Entwicklung von Kleinunternehmen vorgesehen. Ein Teil dieser Mittel stammt aus dem Wirtschaftshilfefonds.
Multilaterale Wirtschaftshilfe
Das Gesetz bewilligt 1,064.2 Milliarden Dollar als
amerikanischen Beitrag zur Internationalen Entwicklungsorganisation, 110,6 Millionen Dollar für die Weltbank sowie 40,3 Millionen Dollar für die Internationale
Finanz-Korporation.
Weitere 126,9 Millionen Dollar wurden für den Asiatischen Entwicklungsfonds, 105,5 Millionen Dollar für
den Afrikanischen Entwicklungsfonds, 78,3 Millionen
Dollar für die Interamerikanische Entwicklungsbank
und 70 Millionen Dollar für die Europäische Bank für
Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) bewilligt.
Für internationale Organisationen und Programme
wurden als amerikanischer Anteil der Etataufstockungen zusätzlich 254,7 Millionen Dollar bereitgestellt.
Von der Gesamtsumme gehen 109 Millionen Dollar an
das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen,
75 Milionen Dollar an das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, 23,6 Millionen Dollar an die Internationale Atomenergie-Organisation, 15,8 Millionen Dollar an
das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und 6,5
Millionen Dollar an den Afghanistan-Trustfonds der
Vereinten Nationen.
Wirtschaftshilfefonds (ESF)
Mit dem Gesetz wird die derzeitige Obergrenze des
Wirtschaftshilfefonds für gebundene Kredite von 5
Millionen auf 300 Millionen Dollar erhöht. Darüber
hinaus wird verfügt, daß maximal diese Summe des
ESF zur Finanzierung gebundener Unterstützungskredite bereitgestellt werden darf, vorbehaltlich der
Entscheidung des Präsidenten, daß dies im nationalen
Interesse liegt.

Unterstützung bei der Strafverfolgung an Kolumbien,
Bolivien, Ecuador und Peru bei der Verwirklichung der
Drogenbekämpfungsprogramme zugewiesen werden.
Das Gesetz verfügt, daß Zaire keine Mittel aus dem
ESF bewilligt werden, da dieses Land keine Fortschritte auf dem Weg zur Demokratie erzielt.
Von El Salvador werden die für die Sondermittlungseinheit bestimmten 1,5 Millionen Dollar zur Untersuchung der Ermordung amerikanischer Staatsbürger
einbehalten, bis vom amerikanischen Außenminister
ein Bericht vorgelegt wird, der gewährleistet, daß die
Einheit ziviler und nicht militärischer Kontrolle untersteht.
Initiativen zur besonderen Unterstützung
Das Gesetz bewilligt 160 Millionen Dollar für die philippinische multilaterale Unterstützungsinitiative, von denen
60 Millionen Dollar zu gleichen Teilen durch Entwicklungshilfe und den Wirtschaftshilfefonds bereitgestellt
werden. Weitere 40 Millionen Dollar können unter
bestimmten Bedingungen an die Philippinen überwiesen werden.
Insgesamt 369,7 Millionen Dollar werden Osteuropa
als wirtschaftliche Sonderhilfe zur Verfügung gestellt.
113,7 Millionen Dollar sind für technische Hilfe und
Ausbildung, 15 Millionen für Wohnungsbau, 75 Millionen für Umweltschutzmaßnahmen und Energiewirtschaft sowie 19 Millionen für Aktivitäten zur Förderung
des demokratischen Pluralismus vorgesehen. Weitere 90 Millionen Dollar werden für den polnischamerikanischen und den ungarisch-amerikanischen
Unternehmensfonds und 27 Millionen Dollar für andere privatwirtschaftliche Aktivitäten in Osteuropa bewilligt. Darüber hinaus wird zur Unterstützung der Agrarhilfeprogramme ein Agrarkonto in Höhe von 40 Millionen Dollar für Osteuropa eingerichtet.
Andere Bestimmungen des Gesetzes
Hilfsleistungen aus dem Militär- und Wirtschaftshilfefonds für Pakistan in Höhe von 600 Millionen Dollar,
wurden aufgrund des von diesem Land verfolgten
Kernwaffenprogramms unterbunden.

Bis zu 62,5 Millionen Dollar des ESF können für
Wirtschaftshilfe, Rechtsprechung, militärische Hilfe und

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AMERIKA DIENST 1

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