<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2173" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2173?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T03:54:29+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2184">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/fa3b60fb6bd6172990de83a1b15da385.pdf</src>
      <authentication>84dd50ae3065fab12919bc0a194e0239</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="11017">
                  <text>cimcrikci
dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

..tan scr/te*
_

47

._ . M M Ol " ' C ^

-

„~f^

^ "•£&amp;£»

28. November 1990

De'.'

5 3 00 Bonn

GOLFKRISE

AUSSENMINISTER NEHMEN AN SITZUNG DES
SICHERHEITSRATS TEIL
Baker sucht Unterstützung für Einsatz von Gewalt
DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse
vom 1. bis 15. November 1990

KSZE-GIPFEL

BUSH: RECHTSSTAATLICHKEIT MUSS
WELTWEIT DIE NORM WERDEN
Ansprache beim KSZE-Gipfel

UMWELT

BUSH UNTERZEICHNET GESETZE ZUR
ERFORSCHUNG DER ERDERWÄRMUNG,
SCHUTZ DER ANTARKTIS
Übersicht des Weißen Hauses

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-33923 66
Telex: 8-85432

�GOLFKRISE
28. November 1990

AUSSENMINISTER NEHMEN AN SITZUNG DES
SICHERHEITSRATS TEIL
Baker sucht Unterstützung für Einsatz von Gewalt

WASHINGTON - (AD) - Außenminister Baker hat die
Außenminister der 14 Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrats zur Erörterung "weiterer Schritte" zu einem
Treffen nach New York eingeladen, um den Irak zur
Einhaltung der 10 vom Sicherheitsrat seit der irakischen Invasion Kuwaits Anfang August verabschiedeten Resolutionen zu zwingen.

erörtern. Augenzeugenberichte und Videoaufzeichnungen irakischer Aktionen werden ihm zufolge von
den kuwaitischen Behörden zur Verfügung gestellt.
Botschafter Thomas Pickering, der Ständige Vertreter
der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen,
beabsichtigt, am 28. November 1990 im Rat eine Rede
zu halten.

"Wir erwarten ein gutes Ergebnis", erklärte der Stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Richard
Boucher, bei einer Pressekonferenz am 26. November. Ein von den Vereinigten Staaten erarbeiteter
Entwurf einer Resolution wird unter den Mitgliedern
des Sicherheitsrats verteilt, Boucher nannte jedoch
keine Einzelheiten.

"Zwar mußten die Kuwaitis die Hauptlast der irakischen Aggression ertragen, aber auch eine große Zahl
von Ausländem hatte unter den irakischen Truppen zu
leiden", erklärte Boucher. "Bei dieser Sitzung wird
eine Bilanz der anhaltenden Repression durch irakische Behörden und der unverhüllten Aggression des
Irak in Kuwait vorgelegt."

Die Nachrichtenagentur Reuter und andere Medien
veröffentlichten einen Entwurf, mit dem die UN-Mitgliedstaaten ermächtigt würden, "alle erforderlichen
Schritte zu unternehmen, um die als Reaktion auf die
irakische Invasion und Besetzung Kuwaits verabschiedeten Resolutionen aufrechtzuerhalten und durchzuführen", es sei denn, der Irak "befolgt" die Resolutionen am oder vor dem 1. Januar 1991 "uneingeschränkt".

Nach Konsultationen mit praktisch allen Mitgliedstaaten des Sicherheitsrats forderte Außenminister Baker
in seiner Eigenschaft als Ratspräsident am 24. November die Einberufung einer Sitzung auf Ministerebene in New York am 29. November. "Wir werden
erörtern, welche zusätzlichen Schritte der Rat unternehmen könnte, um die Durchführung der als Reaktion
auf die unprovozierte irakische Invasion und andauernde Besetzung Kuwaits bereits verabschiedeten
zehn Resolutionen zu verwirklichen", so Baker in einer
am 24. November veröffentlichten Erklärung.

"Wir haben eindeutig klargestellt, daß die internationale Staatengemeinschaft sich bei dieser Frage gegen
Saddam Hussein verbündet hat", betonte der Stellvertretende Sprecher. "Bisher hat er noch keine Bereitschaft zur Einhaltung der UN-Resolutionen und der
Entscheidung der internationalen Staatengemeinschaft
angedeutet."
Vor der Ministertagung plant der Sicherheitsrat ein von
der kuwaitischen Regierung erbetenes zweitägiges
Treffen, um - mit Bouchers Worten - "die systematischen Bestrebungen des Irak zur Entmachtung der
kuwaitischen Regierung, Vertreibung des kuwaitischen
Volks und Kuwait dem Erdboden gleichzumachen", zu
AMERIKA DIENST 47

"Wenn der Rat gemäß der Charta der Vereinten Nationen Maßnahmen ergreift, um internationalen Frieden
und Sicherheit wiederherzustellen, müssen diese
Maßnahmen durchgeführt werden", erklärte Baker.
"Unsere Entschlossenheit zur Gewährleistung ihrer
Durchführung sollte Saddam Hussein die Notwendigkeit demonstrieren, diese Krise friedlich und unverzüglich beizulegen."
Baker wird voraussichtlich am 28. November 1990
nach New York fliegen und bei den Vereinten Nationen
Seite 1

�Konsultationen mit allen Mitgliedstaaten des Sicherheitsrats, einschließlich Kuba, führen. Boucher zufolge ist jedoch noch ungewiß, ob Baker persönlich mit
Vertretern der kubanischen Regierung zusammentrifft. Kuba ist das einzige Mitglied des Sicherheitsrats,
mit dem er während der dreiwöchigen intensiven diplomatischen Reisetätigkeit keine direkten Kontakte hatte, die mit Bakers Treffen mit Vertretern der kolumbianischen Regierung in Bogota und dem malaysischen
Außenminister in Los Angeles am 24. November beendet
wurde.
Boucher verwies darauf, daß Baker die Vorbereitung
für eine Sondersitzung des Sicherheitsrats auf Ministerebene und die Zielsetzung des Resolutionsentwurfs am Wochenende eingehend erörtert habe und er
keine weiteren Einzelheiten nennen könne.
"Wir sprechen von einer Resolution, die eine politische
Grundlage für den möglichen Einsatz von Gewalt
bilden würde, wenn es uns nicht gelingt, eine friedliche
und politische Lösung der Krise herbeizuführen", erklärte Baker am 24. November bei seinem Flug von
Los Angeles nach Houston vor Journalisten.
Wenn der Einsatz von Gewalt nicht als mögliche
Option ausgeschlossen wird, erklärte der Außenminister, muß er sowohl eine politische als auch militärische Grundlage haben, um glaubwürdig zu sein. Baker
zufolge ist es die Absicht der Vereinigten Staaten,
"daß der Rat eine Resolution in Erwägung zieht, die
den Einsatz aller erforderlichen Mittel genehmigen
würde", um die bisherigen zehn Resolutionen des
Sicherheitsrats durchzuführen.
"Meiner Ansicht nach wird der Rat eine Resolution
prüfen wollen, aus der eindeutig hervorgeht, daß sich
die Mitgliedstaaten nach einem bestimmten Zeitpunkt
aller verfügbaren Mittel bedienen, um die bisherigen
Resolutionen durchzusetzen", erklärte der Außenminister, ohne ein bestimmtes Datum zu nennen. "Eine
solche Resolution würde eindeutig die Botschaft an
Saddam Hussein enthalten, daß immer noch die
Möglichkeit besteht, diese Angelegenheit in einem
bestimmten Zeitrahmen friedlich und politisch zu lösen. Der Grund, warum der Rat unserer Meinung nach
eine solche Resolution erwägen sollte, liegt darin, daß
sie die besten Aussichten auf eine friedliche und
politische Lösung bietet," konstatierte Baker.
Baker wollte keine Prognosen darüber abgeben, wieviele der 15 Mitgliedstaaten des Rates zugunsten einer
solchen Resolution stimmen würden. Ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung an Bord der Maschine
des Außenministers erinnerte die Journalisten jedoch
daran, daß Baker dem Sicherheitsrat keine solche
Resolution vorschlagen würde, "wenn nicht die Auffassung bestünde, sie könne eine erfolgreiche Wende
bedeuten". Nach dem Treffen mit dem malaysischen
Außenminister Hassan in Los Angeles am 24. Novem-

Seite 2

ber erklärte Baker vor Journalisten, "wir haben eine
Reihe von bindenden Zusagen erhalten".
Davor hatte Baker nach seinen Zusammenkünften mit
Präsident Gaviria und Außenminister Jaramillo aus
Kolumbien in Bogota betont, "wir ziehen eindeutig eine
friedliche und politische Lösung dieser Krise vor, und
das haben wir auch bisher angestrebt". Aber, so
Baker, "vielleicht besteht die beste Möglichkeit für eine
friedliche Lösung für uns darin, die Option einer möglichen Gewaltanwendung nicht auszuschließen. Dies
könnte das einzeige sein, was Saddam versteht. Wenn
das so ist, wäre es bedauerlich, aber dennoch müssen
wir - wenn diese Option glaubwürdig sein soll - eine
angemessene militärische und politische Grundlage
dafür schaffen. Und das streben wir mittels enger
Konsultationen mit den anderen Mitgliedern des Sicherheitsrats an."
"Wir hoffen, daß die Botschaft jetzt klar und deutlich
vernehmbar ist," erklärte Baker am 24. November
gegenüber Journalisten auf dem Weg nach Houston.
"Dies ist ein Grund, warum die internationale Staatengemeinschaft unserer Meinung nach handeln soll, um
die zehn vom Sicherheitsrat bereits verabschiedeten
Resolutionen durchzuführen. Wenn der Sicherheitsrat
tatsächlich handelt, scheint er mir damit ein klares,
deutliches und unmißverständliches Signal auszusenden."
Auf die Frage, ob die neue Resolution am 30. November - dem letzten Tag des Vorsitzes der Vereinigten
Staaten im Sicherheitsrat - bereits verabschiedet sein
werde, erklärte Boucher: "Ich möchte keine Prognosen darüber abgeben, wann bestimmte Dinge stattfinden. Ich möchte nur auf die Erklärung des Außenministers verweisen, daß wir die Minister am Donnerstag
zu einer Sitzung eingeladen haben, um weitere Schritte zu erörtern." Baker erklärte am Wochenende, er
hoffe, daß der Rat am 29. oder 30. November "in der
Lage ist, abzustimmen".
Auf die Frage, warum eine neue Resolution Saddam
Hussein dazu bringen könne, die bestehenden zehn
Resolutionen durchzuführen, erklärte der Stellvertretende Sprecher: "Meiner Ansicht nach haben wir nicht
gesagt, die Verabschiedung der Resolution würde ihn
dazu bringen, die bisherigen einzuhalten. Es ist vielmehr die Fortsetzung des internationalen Zusammenhalts und der auf ihn ausgeübte Druck, die ihn zu einer
Einhaltung veranlassen können. Darüber hinaus hat
der Außenminister darauf verwiesen, daß wir auch
über eine glaubwürdige Option für den Einsatz von
Gewalt verfügen müssen."
Nachfolgend die Erklärung von Außenminister Baker
zu seiner beabsichtigten Zusammenkunft des Sicherheitsrats:
Nach Abschluß unserer Konsultationen mit nahezu
allen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertre-

AMERIKA DIENST 47

�tenen Mitgliedstaaten laden wir in unserer Eigenschaft
als gegenwärtiger Vorsitzender des Rats diese Länder
am 29. November 1990 in New York zu einer Sitzung
auf Ministerebene ein. Bei dieser Gelegenheit werden
wir erwägen, welche zusätzlichen Schritte der Rat
unternehmen könnte, um die Durchführung der zehn
Resolutionen zu erreichen, die bereits als Reaktion auf
die nichtprovozierte Invasion und andauernde Besetzung Kuwaits durch den Irak verabschiedet wurden.

*

AMERIKA DIENST 47

Als Mitglieder des Sicherheitsrats haben wir eine
besondere Verantwortung gegenüber der übrigen Welt.
Wenn der Rat nach der Charta der Vereinten Nationen
Maßnahmen zur Wiederherstellng von Frieden und
Sicherheit auf der Welt ergreift, dann müssen diese
Maßnahmen durchgeführt werden. Unsere Entschlossenheit, ihre Durchführung zu garantieren, sollte Saddam
Hussein die Notwendigkeit demonstrieren, diesen
Konflikt friedlich und und unverzüglich zu lösen.

* * *

*

Seite 3

�GOLFKRISE
28. November 1990

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom 1. bis 15. November 1990
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend führen wir die Chronologie der Ereignisse am Golf für die Zeit vom 1. bis
15. November fort.

2. November
Unter Führung der Organisation "Bürger für ein freies
Kuwait" halten im Exil lebende Kuwaitis Mahnwachen
in den Vereinigten Staaten, Ägypten, Großbritannien
und Irland zum Gedenken daran, daß drei Monate seit
der irakischen Invasion in Kuwait vergangen sind.

t

•&gt;

Die Ausbildung irakischer Techniker auf einem sowjetischen Marinestützpunkt in der Nähe von Riga (Lettland) wird aufgrund einer Entscheidung des lettischen
Parlaments gegen die weitere Ausbildung von irakischem Militär auf lettischem Territorium abgekürzt.
4. November

Berichten zufolge sind drei französische Soldaten
während einer Patrouille in die Hände irakischer Soldaten gefallen. Sie werden angeblich der Französischen
Botschaft in Bagdad übergeben.

Der irakische Informationsminister Latif Nassif al-Jassem erklärt, Kuwait existiere nicht länger, und die Welt
solle die Unabhängigkeit Kuwaits aus ihrem Gedächtnis streichen.

Der österreichische Außenminister Alois Mock ordnet
"aufgrund der kontinuierlich wachsenden Gefahr eines
Krieges am Golf" die Ausrüstung aller diplomatischen
Vertretungen im Nahen Osten mit Gasmasken an.

5. November

Das Weiße Haus gibt bekannt, daß Präsident Bush
das Erntedankfest bei den in der Golf region stationierten amerikanischen Streitkräften verbringen und mit
saudiarabischen, ägyptischen und kuwaitischen Politikern Konsultationen über die Lage am Golf führen
wird.
3. November
Die Regierung von Tansania verbietet eine von der
irakischen Botschaft unterstützte Kampagne, tansanische Jugendliche für den Militärdienst im Irak anzuwerben, mit der Begründung, die Regierung wünsche
kein Engagement ihrer Staatsbürger bei der Golfkrise.
Der iranische Präsident Akbar Hashemi-Rafsanjani
erklärt, die Organisation der Islamischen Konferenz
(OIC) müsse sich zur Intervention in der irakischkuwaitischen Krise verpflichtet fühlen, da sie jetzt die
moslemische Welt bedrohe und die islamischen Staaten spalte.

AMERIKA DIENST 47

Die bolivianische Regierung erhebt bei der irakischen
Regierung Protest gegen den Angriff auf die bolivianische diplomatische Vertretung in Kuwait. "Bestimmte,
von Angehörigen der irakischen Streitkräfte gegen
unsere diplomatische Mission in Kuwait ergriffene
illegale Maßnahmen ... stellen eine eindeutige Verletzung des Völkerrechts dar, für die der Irak zur Verantwortung gezogen werden kann", stellt ein vom bolivianischen Außenministerium herausgegebenes Kommunique fest.
Der italienische Finanzminister Mario Sarcinelli gibt
bekannt, daß die durch das UN-Embargo gegen Irak
am härtesten betroffenen Länder Hilfsleistungen in
Höhe von 13 Milliarden Dollar von der Golfkrise-Finanzkoordinierungsgruppe erhalten werden. Die Summe
für 1990-1991 wurde von den 24 bei der Ausschußsitzung der Koordinierungsgruppe am 5. November
anwesenden Ländern festgesetzt. Zu den begünstigten Ländern gehören Jordanien, Ägypten, die Türkei,
Syrien und Marokko. Die 24 Mitglieder der GolfkriseFinanzkoordinierungsgruppe sind Belgien, Dänemark,
Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland,

Seite 1

�Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Katar,
Korea, Kuwait, Luxemburg, Niederlande, Österreich,
Portugal, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Spanien, Vereinigte Arabische Emirate und die Vereinigten Staaten.
7. November
Der Irak kündigt die Freilassung von über 120 Geiseln,
zumeist Deutschen, aber auch einer ungenannten
Zahl Briten, Italiener, Amerikaner sowie anderer Nationalitäten an. In der Zwischenzeit fliegen 74 Japaner
nach dreimonatiger Gefangenschaft im Irak zurück in
die Freiheit.
8. November
Saddam Hussein entläßt seinen Generalstabschef,
Generalleutnant Nizar Khazraji - Berichten zufolge
aufgrund von Meinungsverschiedenheiten bezüglich
der Durchführung der Invasion, einschließlich der
geduldeten Flucht der kuwaitischen Königsfamilie nach
Saudi-Arabien während der ersten Stunden der irakischen Invasion in Kuwait am 2. August. Er ernennt
seinen Cousin und Schwiegersohn, Hussein Rashid,
zum Nachfolger Khazrajis.
Im Anschluß an ein Treffen mit seinem sowjetischen
Amtskollegen Schewardnadse erklärt Außenminister
Baker, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion
stimmten in ihrer Ablehnung einer Teillösung der irakischen Invasion Kuwaits überein. Baker fügt hinzu, die
beiden Seiten hätten ferner Einigung erzielt, daß "wir
eine friedliche politische Lösung der Krise - definitiv bevorzugen, andere Optionen jedoch nicht ausschließen können".
Präsident Bush ordnet die zusätzliche Stationierung
von Land-, See- und Luftstreitkräften am Golf an Berichten zufolge soll es sich um bis zu 200 000
Soldaten handeln - und erklärt, er ziehe eine friedliche
Lösung der Krise auf der Basis der UN-Resolutionen
vor, werde aber den Einsatz von Gewalt nicht ausschließen, wenn andere Lösungen versagen. Bush
zufolge ist die Verstärkung erforderlich, um eine potentielle Gewaltanwendung glaubwürdig erscheinen zu
lassen.
9. November
Der Präsidialausschuß der UN-Generalversammlung
lehnt die Anfrage des Irak ab, einen Punkt auf die
Tagesordnung der UN-Generalversammlung zu setzen, der die militärische Konzentration der Vereinigten
Staaten am Golf als Bedrohung für Frieden und Sicherheit der arabischen Länder und der ganzen Welt
bezeichnet. Ausschußmitglieder verweisen vielmehr
darauf, daß der Irak die Bedrohung für die Region
darstellt, brandmarken den Irak als Aggressor und
beschuldigen Bagdad der Verzerrung, amoralischer
Aktionen, Arglistigkeit und Verkehrung von US-Aktionen.
Dem Präsidialausschuß gehören der Präsident der
Generalversammlung, die 21 Vizepräsidenten und die
Seite 2

Vorsitzenden der sieben Hauptausschüsse der Generalversammlung an. Er spricht Empfehlungen zur
Annahme der Tagesordnung, Plazierung der Punkte
und Organisation der Arbeit aus. In der laufenden
Sitzungsperiode kommt der Präsident aus Malta, die
21 Vizepräsidenten aus Ägypten, Brasilien, China,
Fidschi, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Honduras, Indonesien, Jugolawien, Kanada, Libanon, Mauritius, Mosambik, Ruanda, Saint Lucia, Senegal, Sowjetunion, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigte
Staaten und Zypern. Die sieben Ausschuß Vorsitzenden sind aus Barbados, Chile, Griechenland, Kongo,
Nepal, der Tschechoslowakei und Uganda.
Außenminister Baker erklärt nach Gesprächen mit der
britischen Premierministerin Margaret Thatcher, zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien
herrsche im Hinblick auf die Durchführung der UNResolutionen des Sicherheitsrats zum Irak "völlige
Übereinstimmung" und "Teillösungen würden nicht
akzeptiert".
10. November
Außenminister Baker erklärt zum Abschluß seiner
einwöchigen Reise nach Bahrain, Saudi-Arabien,
Ägypten, in die Türkei, die Sowjetunion, nach Großbritannien und Frankreich - mit der er die internationale
Koalition zur Abwehr der irakischen Aggression gegen
Kuwait stärken wollte - bei einer Pressekonferenz in
Paris, die gegen Bagdad angetretenen Länder seien
sich einig, daß es in der Golfkrise keine "Teillösung"
geben kann.
12. November
Nach einen Außenministertreffen der EG und der
Arabischen Maghreb Union (Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien und Tunesien) erklärt der algerische
Außenminister Sid Ahmed Ghazali bei einer Pressekonferenz, die Arabische Maghreb Union wolle den
Irak davon überzeugen, zu Verhandlungen über die
Freilassung der Geiseln eine UN-Delegation zu empfangen. Ghazali zufolge stehen alle fünf Maghrebstaaten in ständigem Kontakt mit Irak.
13. November
Der Vorsitzende der Republikaner im Senat, Robert
Dole, und der republikanische Senator und ehemalige
Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, Richard Lugar,
erklären, Präsident Bush solle die Unterstützung des
Kongresses für seine Politik am Golf einholen, um in
der amerikanischen Öffentlichkeit einen Konsens für
mögliche US-Aktionen in der Region zu bilden.
14. November
Der saudische Außenminister Prinz Saud al-Faisal
erklärt, der von Marokko vorgeschlagene arabische
Gipfel zur Golfkrise sei Zeitverschwendung, wenn sich
der Irak nicht aus Kuwait zurückzieht.
Führende Politiker beider Parteien im Senat bitten
Präsident Bush um Einberufung einer Sondersitzung

AMERIKA DIENST 47

�des Kongresses, um die Lage auf der Arabischen
Halbinsel zu erörtern.
Nach einem Treffen mit den Führern beider Parteien
im Kongreß erklärt Außenminister James Baker, Präsident Bush werde die in der Verfassung verankerten
Schritte einhalten, bevor er eine Offensive amerikanischer Streitkräfte im Golf anordnet.
15. November
Einer Meinungsumfrage der Wirthin Group zufolge
unterstützt die öffentliche Meinung in elf wichtigen
Städten der Welt eindeutig die Bestrebungen der
Vereinten Nationen, einschließlich eines militärischen
Einsatzes, um die irakischen Truppen zum Abzug aus
Kuwait zu zwingen und die rechtmäßige Regierung in

*

AMERIKA DIENST 47

*

Kuwait wiedereinzusetzen. Bei den untersuchten
Städten handelt es sich um Ankara, Frankfurt, London,
Moskau, Rom, Tokio, Brüssel, Lagos, Mexiko City,
Paris und Tel Aviv.
In Niger bricht ein Interventionsbataillon aus 481 Soldaten (Operation Zoumounchi) auf, um sich der multinationalen Streitmacht in Saudi-Arabien anzuschließen. Das Bataillon aus 21 Offizieren, 110 Unteroffizieren und 350 einfachen Soldaten umfaßt im wesentlichen Freiwillige, die das "heilige Land des Islam"
verteidigen wollen. Zum ersten Mal entsendet Niger
Truppen ins Ausland. Ihre Abreise wird mit besonderen Feierlichkeiten in Anwesenheit des Präsidenten,
des Premierministers, der Abgeordneten und des
diplomatischen Korps begangen.

*

*

Seite 3

�KSZE-GIPFEL
28. November 1990

BUSH: RECHTSSTAATLICHKEIT MUSS
WELTWEIT DIE NORM WERDEN
Ansprache beim KSZE-Gipfel
PARIS - (AD) - Präsident Bush zufolge hinterließe das Ende des kalten Krieges in Europa einen bitteren
Nachgeschmack, wenn in anderen Teilen der Welt das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit mit Fü ßen getreten würde.
In einer Ansprache beim Pariser Gipfeltreffen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
(KSZE) lobte Bush die diplomatischen Bemühungen, an deren Ende das Abkommen steht, das die politischen
und Menschenrechte der Völker in Ost- und Westeuropa festschreibt.
Jedoch kann "unser Erfolg hier", so Bush vor den Delegierten 33 anderer Länder Europas und Nordamerikas,
"weder durchgreifend noch dauerhaft sein, wenn das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit andernorts schamlos
mißachtet wird". Bush verwies dabei ausdrücklich auf die irakische Aggression am Persischen Golf.
Wir veröffentlichen die Rede Präsident Bushs beim KSZE-Gipfel nachfolgend im Wortlaut.

Herr Vorsitzender, dies ist ein glorreicher Tag für
Europa. Heute morgen habe ich für mein Land ein
Rüstungskontrollabkommen unterzeichnet, mit dem
die militärische Konfrontation beendet wird, die jahrzehntelang wie ein Fluch auf diesem Kontinent lastete.
Heute nachmittag würdigen wir ein Gipfeldokument,
eine Pariser Charta, in der die gemeinsamen Bestrebungen unserer Gesellschaft zum Ausdruck kommen.
Mit Recht versammeln wir uns hier in dieser prächtigen
Stadt, einer Wiege der Zivilisation, um unsere Hoffnungen für die Zukunft zu erläutern und einen großen
Wendepunkt im Lauf der Geschichte zu markieren.
Heute werden wir den Begründern der Schlußakte von
Helsinki gerecht. Dank des Mutes so vieler Menschen,
die nicht nur zu hoffen, sondern auch zu handeln
wagten, haben die von ihnen gesetzten Ziele ihren
Wert bewiesen. Wir grüßen die mutigen Männer Havel und Masowiecki und Antall, die heute bei uns
sind - sowie all die anderen Aktivisten, die die Ziele von
Helsinki zu feierlichen Verpflichtungen machten und
litten, damit diese Verpflichtungen zu Ehren kämen.
Und wir grüßen all die Einzelpersonen und privaten
Gruppen im Westen, die bewiesen haben, daß der
Schutz der Menschenrechte nicht nur Aufgabe der
Regierungen ist, sondern die Aufgabe aller: nichtstaatlicher Organisationen, der Presse, der Kirchenvertreter und gewöhnlicher Bürger. Ihre Träume gehen
AMERIKA DIENST 47

vor unseren Augen in Erfüllung. Die aufstrebenden
Demokratien Mittel- und Osteuropas haben Jahrzehnte der Depression überwunden, um ihr angestammtes
Recht auf Freiheit geltend zu machen. In der Sowjetunion ist die Saat der Demokratie und der Menschenrechte auf fruchtbaren Boden gefallen, und die grausame Teilung Deutschlands wurde endlich beendet.
Ein so lange in Feindschaft erstarrter Kontinent wurde
zu einem Erdteil revolutionären Wandels. Um zu
gewährleisten, daß sich diese Veränderungen in einem sicheren Umfeld vollziehen, haben wir einen
Vertrag über konventionelle Rüstungen fertiggestellt,
der die militärische Landkarte dieses Kontinents
umgestaltet. Wir verabschieden Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen, die durch Offenheit zu
dauerhaftem Frieden beitragen. Heute morgen haben
22 von uns eine feierliche Verpflichtung zur Nichtanwendung von Gewalt unterzeichnet.
Heute jedoch, da alte politische Trennlinien verschwinden, treten neue Spannungsherde zutage, von denen
einige schon länger und andere erst seit kurzem schwelen. Nationalitätenkonflikte dauern an. Die Mißachtung von Minderheiten- und Menschenrechten besteht
weiter. Wo einstmals Millionen die Freizügigkeit verwehrt wurde, fühlen sich heute Millionen zum Wegggehen gezwungen, um vor wirtschaftlicher und politischer Bedrängnis zu fliehen.
Seite 1

�In mehreren Ländern beobachten wir das häßliche
Wiederaufleben des Antisemitismus und anderer ethnischer, rassischer und religiöser Intoleranz. Bigotterie und Haß haben in zivilisierten Ländern keinen Platz.
Minderheiten bereichern unsere Gesellschaften. Der
Schutz ihrer Rechte ist eine Vorbedingung der Stabilität.
Europa betritt Neuland. Für ihre Mitgliedstaaten ist die
KSZE eine ideale Richtschnur. Wir haben hervorragende Verhaltensnormen festgeschrieben, und heute
besteht unsere Aufgabe darin, die KSZE für den politischen Alltag nutzbar zu machen und auf ihrer Stärke
aufzubauen, um neuen Herausforderungen zu begegnen.
Meine Regierung hat dieses Jahr bereits einige Ideen
zur künftigen Entwicklung der KSZE vorgelegt, und ich
hoffe, daß sie zu den von den Mitgliedstaaten der
NATO beim Londoner Gipfel im Juli verkündeten Initiativen beigetragen haben und freue mich, daß so viele
der dort diskutierten Ideen in der Gipfelerklärung zum
Ausdruck kommen, die wir diese Woche unterzeichnen werden.
Ich möchte hervorheben, wie einige dieser Initiativen
und auch andere meines Erachtens der KSZE dabei
helfen werden, ihre Prinzipien in die Praxis umzusetzen. Die von uns zu unterzeichnende Erklärung legt
eine Tagesordnung fest, die unsere Arbeit bis zu
unserem nächsten Treffen in Helsinki leiten wird. Dies
betrifft wichtige Arbeit bei vielen für uns alle lebenswichtigen Fragen, etwa der friedlichen Beilegung von
Streitigkeiten, der Rolle von Minderheiten in unseren
Gesellschaften, dem Aufbau demokratischer Institutionen und, was von allem das Wichtigste ist, der
Förderung der Menschenrechte.
Darüber hinaus sind wir übereingekommen, daß wir
die Sicherheit unserer Gemeinschaft verbessern
müssen, indem wir unsere Gespräche über die konventionellen Streitkräfte abschließen, die Vorteile vertrauensbildender Maßnahmen ausbauen und das
Abkommen über offene Himmel erfolgreich fertigstellen. Und schließlich erkennen wir an, daß Europa
seine Wunden heilt, damit die KSZE zur vollen Blüte

gelangen kann.
Wir haben einen Rahmen für regelmäßige politische
Konsultationen geschaffen und Institutionen ins Leben
gerufen, um diesen Rahmen zu verstärken. Das
Sekretariat, das Büro für Freie Wahlen sowie das
Zentrum für Konfliktverhütung sind zwar, wie wir uns
eingestehen müssen, bescheidene, aber auch bedeutsame Schritte zu der von uns allen angestrebten
neuen Ordnung.
Ferner begrüßen wir die Forderung einer neuen parlamentarischen Dimension der KSZE, die den von uns
*

Seite 2

allen geteilten demokratischen Werten weitere Unterstützung verleihen kann.
Vor zwei Tagen habe ich in Prag an Europa und die
Vereinigten Staaten appelliert, gemeinsam auf einen
neuen Bund der Freiheit hinzuwirken, der auf diesen
gemeinsamen Prinzipien beruht, nämlich dem Glauben an die grundlegende Würde und die Rechte des
Menschen, daß Regierungen ihre Macht nur aus der
Zustimmung des Volkes ableiten und diesem rechenschaftspflichtig sind, daß der einzelne die Früchte
seiner Arbeit genießen kann und daß Regierungen und
Staaten als Voraussetzung für menschlichen Fortschritt das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit wahren
müssen. Dies sind die Grundsätze, von denen unsere
Nationen und die KSZE geleitet werden. Um sie
jedoch in unseren beiden Kontinenten zu sichern,
müssen sie in der ganzen Welt gewährleistet sein.
Heute, da wir uns hier diesen Prinzipien verschreiben,
werden dieselben Grundsätze am Persischen Golf
brutal mißachtet.
Ich möchte einen Satz aus der von Präsident Gorbatschow und mir im September in Helsinki verabschiedeten gemeinsamen Erklärung zitieren: "Nichts unterhalb der vollständigen Verwirklichung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats ist akzeptabel." Nun,
kann es hier auf diesem Kontinent, der so sehr unter
Aggressionen und ihrem Begleiter, der Beschwichtigungspolitik, gelitten hat, Platz für eine andere Ansicht
geben?
Die Prinzipien, die der KSZE Leben eingehaucht und
unseren Erfolg in Europa bewirkt haben, kennen keine
geographischen Grenzen. Unser Erfolg hier kann
weder durchgreifend noch dauerhaft sein, wenn das
Prinzip der Rechtsstaatlichkeit andernorts schamlos
mißachtet wird.
Zu Beginn des kalten Krieges im Frühjahr 1947 machte
der amerikanische Außenminister George Marshall
eine Feststellung, die ich hier zitieren möchte: "Probleme, die sich unmittelbar auf die Zukunft unserer
Zivilisation auswirken, können nicht durch allgemeines
Gerede oder vage Formulierungen aus der Welt geschafft werden. Sie verlangen nach konkreten Lösungen für präzise und äußerst komplizierte Fragen, Fragen,
die mit Grenzen zusammenhängen, mit der Macht zur
Verhinderung militärischer Aggression, mit Menschen,
die bittere Erinnerungen haben, mit der Produktion und
Kontrolle von Dingen, die für das Leben von Millionen
Menschen unerläßlich sind."
Wir in der KSZE haben in den vergangenen Monaten
große Fortschritte bei der Erarbeitung dieser konkreten Lösungen gemacht. Und heute sollten wir auf
diesem Erfolg an diesem Ort aufbauen und ihn andernorts standhaft verteidigen.

*

AMERIKA DIENST 47

�UMWELT
28. November 1990

BUSH UNTERZEICHNET GESETZE ZUR
ERFORSCHUNG DER ERDERWÄRMUNG,
SCHUTZ DER ANTARKTIS
Übersicht des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine vom Weißen Haus herausgegebene Übersicht zu
acht Umweltgesetzen, die am 16. November 1990 von Präsident Bush unterzeichnet wurden und damit in Kraft
getreten sind:

Schutz der Natur
Das Gesetz zum Schutz der Antarktis von 1990 (Antarctic Protection Act - H.R. 3977) stärkt den Schutz der
Umwelt in der Antarktis - einem ursprünglichen, nicht
verschmutzten Kontinent, dessen einzigartige Natur
eine Vielfalt an Wildtierarten beherbergt und uns ein
natürliches Laboratorium bietet, von dem aus wir entscheidende Aspekte des Abbaus stratosphärischen
Ozons und globaler Umweltveränderungen beobachten können. Es besteht eine seitens der internationalen Staatengemeinschaft anerkannte Notwendigkeit,
diese zerbrechliche Umwelt besser vor ungezügelter
Wirtschaftstätigkeit zu schützen. Das Gesetz H.R.
3977 bietet diesen Schutz. Indem die Vereinigten
Staaten Aktivitäten zum Abbau von Mineralien in der
Antarktis bis zur Verabschiedung eines neuen internationalen Mineralienabkommens durch den Kongreß
verbieten, senden sie der übrigen Welt ein starkes
umweltpolitisches Signal. Dieses Gesetz wurde vom
amerikanischen Kongreß in einer Art und Weise
modifiziert, die mit der Haltung der Administration, die
ein energisches Umweltschutzabkommen zur Ergänzung des Antarktis-Vertrags befürwortet, in Einklang
steht.
Das Gesetz über das Naturschutzgebiet Florida Keys
(Florida Keys National Marine Sanctuary and Protection Act - H.R. 5909) bestimmt 2 600 Quadratseemeilen von Küstengewässern vor den Florida Keys zum
neunten nationalen Seenaturschutzgebiet der Verei-

AMERIKA DIENST 47

nigten Staaten. Damit soll ein langfristiger Schutz des
ökologisch einzigartigen Korallenriffs vor Florida gewährleistet werden. Insbesondere wird das Korallenriff vor dem Aufgrundlaufen von Schiffen geschützt,
wodurch das Riff in der jüngeren Vergangenheit geschädigt wurde sowie vor Wasserverschmutzung und
Raubbau. Gleichzeitig wird eine Nutzung des Naturschutzgebietes, die mit dem Ziel des Schutzes in
Einklang steht, weiterhin gestattet. Durch die Erklärung zum Naturschutzgebiet wird es heutigen als auch
künftigen Generationen ermöglicht, sich an der dortigen Natur zu erfreuen.
Das Allgemeine Gesetz zum Schutz der Natur und
Tierwelt (Omnibus Natural Ressources and Wildlife
Program - H.R. 3338) enthält zahlreiche wichtige
Programme, die zum Schutz und zur Erhaltung einiger
der bedeutendsten Naturreservate des Landes führen
werden. Insbesondere werden durch H.R. 3338 zwei
neue Nationale Wildtierparks (National Wildlife Refuges - NWR) geschaffen - der 18 000 Morgen umfassende Bayou Cocodrie NWR in Louisiana und der
Walkill River NWR in New Jersey auf einer Fläche von
7 500 Morgen. Darüber hinaus verbessert das Gesetz
die Unterstützung von Projekten, die entscheidend für
den Schutz und die Erhaltung von Feuchtgebieten und
anderer Lebensräume von Fischen und Wildtieren
sind. Femer wird durch das Gesetz eine Nationale
Waldstiftung (National Forest Foundation) ins Leben
gerufen, die Maßnahmen zur Unterstützung des Forstdienstes des US-Landwirtschaftsministeriums durch-

Seite 1

�führen wird. Schließlich verbessert H.R. 3338 regionale Meeresforschungsprogramme durch das Nationale
Amt für Ozeanographie und Atmosphäre, es verlangt
eine verstärkte Verfolgung von Umweltvergehen durch
das Umweltschutzamt (EPA) und gestattet die Freigabe zusätzlicher Mittel für die Wiederherstellung der
Fischbestände in bestimmten kleineren Flüssen in
Neuengland.
Durch das Red Rock Canyon National Conservation
Area Establishment Act von 1990 (H.R. 4559) werden
83 100 Morgen Land in Süd-Nevada zum Naturschutzgebiet Red Rock Canyon erklärt. Der in der MojaveWüste Nevadas gelegene Red Rock Canyon ist reich
an geologischen, landschaftlichen Naturschätzen, an
Wildtieren und Potential für Erholungssuchende. Das
Gebiet beheimatete verschiedene Kulturen, darunter
die prähistorischen Anasazi- und Pueblo-Indianer und
später die Paiutis. Darüber hinaus bietet es einen
Lebensraum für verschiedene Wildtierarten von Wüstenschafen, Wildpferden und -eseln bis zu den vom
Aussterben bedrohten Wüstenschildkröten und Gila
Monstern. Das Gebiet wird ferner von verschiedenen
Vogelarten bewohnt, darunter bedrohte Wanderfalken
und Goldadler. Das Büro für Landverwaltung (BLM)
des Innenministeriums wird dieses Gebiet zum Schutz
und zur Verbesserung dieser Naturschätze verwalten.
Der mit 62 000 Morgen größte Teil dieses Naturschutzgebiets wird bereits gemeinsam vom BLM und
der Nevada Division of State Parks verwaltet. Mit
diesem Gesetz wird das Innenministerium zur Beschaffung weiterer 21 000 Morgen durch Spenden,
Ankauf, Austausch oder Übereignung durch andere
Bundesbehörden ermächtigt.
Das Gesetz zur Verbesserung der Küstengebiete
(Coastal Barrier Improvement Act - H.R. 2840) von
1990 wird die Größe des bestehenden geschützten
ökologischen Systems im Küstengebiet nahezu verdreifachen. Nach H.R. 2840 werden dem System
818 000 Morgen hinzugefügt, womit sich seine Gesamtgröße auf 1,25 Millionen Morgen beläuft und
Küsten mit einer Gesamtlänge von 1 211 Meilen am
Atlantik, Golf von Mexiko und den Großen Seen. H.R.
2840 schützt die bedrohten Ökosysteme der Küstengebiete des Landes (die hervorragende Lebensräume
für Fische und wildlebende Tiere bieten, wichtigen
Schutz für die Strände liefern und hervorragende Plätze für Freizeitsport sind), indem Ausgaben und Beihilfen der Bundesregierung zur Erschließung bestimmter
Küstengebiete begrenzt werden. Es fordert ferner,
daß alle im Besitz der Bundesregierung befindlichen
Flächen in einem Küstengebiet dem System zugeführt
werden. Darüber hinaus wird eine Arbeitsgruppe über
Küstengebiete aus 11 Vertretern der Bundesregierung
ins Leben gerufen, die Arbeitsweise und Effektivität
des ökologischen Systems der Küstengebiete analysieren und darüber berichten sollen.

Seite 2

Forschung und Aufklärung
Das Gesetz zur Aufklärung über nationale Umweltprobleme (National Environmental Education Act - S.
3176) leistet einen wichtigen Schritt hin zu Fortschritten für die Umwelt unseres Landes und legt den
Grundstein, damit alle Generationen von Amerikanern
unsere Verantwortung bei der Verwaltung und den
klugen Umgang mit unseren Ressourcen besser verstehen - das heißt, wir wollen in diesem Land um mehr
Verständnis für die Umwelt werben. Die Gesetzgebung verbessert die Lernmöglichkeiten in allen Altersgruppen, konzentriert sich jedoch vornehmlich auf
Schüler und Lehrer. Dazu zählt der Vorschlag des
Präsidenten zur Vergabe von Preisen des Präsidenten
an Lehrer als Auszeichnung für Umwelterziehung.
Verschiedene andere Bestimmungen des Gesetzes
ermutigen Kreativität auf kommunaler Ebene durch
Stipendien, Preise und Ausbildungsprogramme und
sehen eine Führungsrolle auf nationaler Ebene durch
die Schaffung eines Büros für Umwelterziehung beim
Umweltschutzamt und einen Beratungsausschuß auf
breiter Basis vor.
Das Gesetz zur Erforschung globaler Umweltveränderungen (Global Change Research Act - S. 169) von
1990 unterstreicht die Führungsrolle der Vereinigten
Staaten bei der Erforschung von Umweltveränderungen auf der Welt. Der Haushalt sieht 1991 über 1
Milliarde Dollar (gegenüber dem Haushaltsjahr 1990
eine Steigerung um 57 Prozent) für dieses wichtige
Forschungsprogramm vor, dem der Kongreß im allgemeinen zugestimmt hat. S. 169 wird unserem Land
insbesondere helfen, die große wissenschaftliche
Unsicherheit abzubauen, die bei vordringlichen weltweiten Umweltproblemen henscht. Es geht auf die
Bestrebungen der Regierung ein, in dem es den Ausschuß für Geo- und Umweltwissenschaften (Committee on Earth and Environmental Sciences - CEES)
legitimiert, den der Präsident durch den Bundeskoordinierungsrat für Wissenschaft und Technologie ins
Leben gerufen hatte. Der CEES soll ein amerikanisches Programm zur Erforschung globaler Umweltveränderungen erarbeiten, um wissenschaftliche Grundlagen zur Lösung umweltpolitischer Fragen zu erarbeiten. Spitzenpolitiker auf der ganzen Welt zeigen
zunehmend Interesse an den wirtschaftlichen und
sozialen Auswirkungen weltweiter Umweltveränderungen und benötigen daher angesichts der großen wissenschaftlichen Unsicherheit immer mehr und bessere Informationen, wenn sie die Funktionsweise vieler
Prozesse auf der Erde vorhersagen wollen.
Das Gesetz über Soforthilfe für die Großen Seen
(Great Lakes Critical Programs Act - H.R. 4323) wird
den Bestrebungen der Vereinigten Staaten erheblichen Auftrieb verleihen, in Zusammenarbeit mit unseren kanadischen Nachbarn für die Sauberkeit der

AMERIKA DIENST 47

�Großen Seen zu sorgen. Dabei sind große Fortschritte
erzielt worden, aber es bleibt noch viel zu tun, insbesondere im Hinblick auf die Lösung des Problems der
Verseuchung der Großen Seen. Das Gesetz liefert
das Instrumentarium, um Fortschritte bei den so dringend benötigten Planungs- und Säuberungsaktivitäten erzielen zu können. Das Gesetz konzentriert

Bestrebungen der Bundesregierung, Einzelstaaten und
Gemeinden in Zusammenarbeit mit Kanada auf Lake
Champlain, ein Wasserreservoir, das für die Menschen in Nordosten der Vereinigten Staaten geschichtlich von großer Bedeutung ist und einen hohen Freizeitwert hat.

* * * * *

AMERIKA DIENST 47

Seite 3

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11012">
              <text>28.11.1990</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11013">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11014">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11015">
              <text>Amerikadienst 28.11.1990</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="11016">
              <text>&lt;strong&gt;1. Golfkrise&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Außenminister nehmen an Sitzung des Sicherheitsrats teil&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Baker sucht Unterstützung für Einsatz von Gewalt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Golfkrise&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Chronologie der Ereignisse vom 1. bis 15. November 1990&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. KSZE-Gipfel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: Rechtsstaatlichkeit muss weltweit die Norm werden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache beim KSZE-Gipfel&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush unterzeichnet Gesetze zur Erforschung der Erderwärmung, Schutz der Antarktis&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des Weißen Hauses&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
