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dienet

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

•WA«

V

14. November 1990

45

KSE

DIE VERHANDLUNGEN ÜBER
KONVENTIONELLE STREITKRÄFTE IN EUROPA
Eine Übersicht des ACDA

GOLFKRISE

INTERNATIONALE REAKTIONEN AUF DIE
IRAKISCHE INVASION KUWAITS
Übersicht über wirtschaftliche und
politische Maßnahmen

LANDWIRTSCHAFT

DER US-LANDWIRTSCHAFTSVORSCHLAG
BEI DER URUGUAY-RUNDE
Eine Übersicht

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-33923 66
Telex: 8-85432

�KSE
14. November 1990

DIE VERHANDLUNGEN ÜBER KONVENTIONELLE
STREITKRÄFTE IN EUROPA
Eine Übersicht des ACDA
WASHINGTON - (AD) - Die nachfolgende Dokumentation mit dem Titel "KSE - Die Verhandlungen über
Konventionelle Streitkräfte in Europa" wurde am 5. November 1990 in einer aktualisierten Ausgabe vom
amerikanischen Amt für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA) veröffentlicht.

Die Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa
Die massive Überlegenheit des Warschauer Pakts bei
konventionellen Streitkräften und insbesondere der
unverhältnismäßig große Umfang der sowjetischen
Truppen haben seit über vierzig Jahren eine instabile
Sicherheitslage in Europa geschaffen. Die von Michail
Gorbatschow versprochenen einseitigen Streitkräftereduzierungen und die infolge der politischen Revolutionen von 1989 geschlossenen bilateralen Vereinbarungen zum Abzug sowjetischer Truppen und sowjetischen Geräts aus Osteuropa sind begrüßenswerte
Schritte zur Behebung dieses Ungleichgewichts. Aber
auch nach erfolgtem Abzug aus Ungarn, der Tschechoslowakei, Polen und Deutschland wird die Sowjetunion immer noch das bei weitem größte stehende
Heer in Europa haben.
Es gibt keine Garantie dafür, daß der Umfang der
sowjetischen Streitkräfte in Zukunft weiter abgebaut
wird oder sie davon Abstand nehmen werden, Osteuropa erneut zu besetzen, wenn sich das politische
Klima verändert. Seit Aufnahme der Verhandlungen
über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) am 9.
März 1989 bemühen sich die Vereinigten Staaten und
ihre Verbündeten um ein Abkommen, mit dem gewährleistet werden kann, daß die Streitkräfteniveaus der
Zukunft sowohl niedriger als auch ausgewogener sind.
Der Abschluß eines solchen Abkommens ist eine der
höchsten sicherheitspolitischen Prioritäten der Vereinigten Staaten.
Vertreter der sechzehn Mitgliedstaaten der Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO) und der sechs

AMERIKA DIENST 45

verbleibenden Mitglieder des Warschauer Pakts verhandeln in Wien unter einem Mandat, das die geographische Region vom Atlantik bis zum Ural abdeckt
(ATTU). Die Ziele der Verhandlungen sind die Schaffung eines stabilen und sicheren Gleichgewichts der
konventionellen Streitkräfte auf niedrigerem Niveau,
die Beseitigung von Ungleichgewichten bei den Streitkräften sowie die Beseitigung der Fähigkeit zur Auslösung eines Überraschungsangriffs und zur Einleitung
großangelegter Offensiven. Die Mitglieder der NATO
haben eingehende Vorschläge unterbreitet, um diese
Ziele zu erreichen. Sie beinhalten gleiche Obergrenzen bei entscheidenden Waffensystemen, Beschränkungen der Arsenale einzelner Länder und Untergrenzen zur Verhinderung ungerechtfertigter Streitkräftekonzentration in bestimmten Bereichen der ATTURegion.
Der Umfang der KSE hebt sie von bisherigen konventionellen Abrüstungsverhandlungen ab, die nur einige
Mitgliedstaaten der NATO und des Warschauer Pakts
einbezogen und sich ausschließlich auf Streitkräfteniveaus in Mitteleuropa konzentriert haben. Ein Vertrag,
an dem 22 Länder beteiligt sind und in dem es um
Tausende von Waffensystemen in einem Gebiet von
mehr als zweieinhalb Millionen Quadratmeilen geht,
sieht sich mit komplexen Problemen konfrontiert.
Schwierige technische Fragen wie Definitionen, Zählregeln, Methoden zur Zerstörung abgezogenen Geräts und die Verifizierung müssen gewissenhaft ausgehandelt werden. Um Präsident Bush aus seiner
Rede im Mai 1990 zu zitieren: "Der... Vertrag über
Konventionelle Streitkräfte in Europa wäre das ehrgeizigste Abkommen über konventionelle Rüstungskontrolle, das je geschlossen wurde."

Seite 1

�Das von der NATO angestrebte KSE-Abkommen wird
eine wichtige Grundlage für die neue politische und
militärische Ordnung in Europa darstellen. Es wird ein
grundlegendes Element von Sicherheit und Vertrauen
in einer Zeit rascher Veränderungen bieten. Ein wesentlicher Vorteil des KSE-Vertrags besteht darin, daß
die militärische Fähigkeit des gemäß der Vertragsgrenzen reduzierten Geräts zerstört wird. Die Verifikationsvorschläge, die umfangreichen Datenaustausch
ebenso beinhalten wie Vor-Ort-Inspektionen, gestatten uns nicht nur, die Vertragsbestimmungen zu überwachen und Verletzungen abzuschrecken, sondern
tragen auch maßgeblich zur Vertrauensbildung bei.
Nicht zuletzt wird nur ein KSE-Vertrag die sowjetischen Streitkräfte auf die westliche Sowjetunion begrenzen und gleichzeitig das Vertrauen der Sowjetunion in die Respektierung ihrer legitimen Sicherheitsinteressen stärken.
Die KSE-Verhandlungen haben in einer außergewöhnlich konstruktiven Atmosphäre stattgefunden und waren
von guten Fortschritten gekennzeichnet. Die NATO
hofft, vor Ende des Jahres 1990 einen Vertrag zu
schließen.
Elemente eines KSE-Vertrags
Panzer und Artillerie
Kernstück eines KSE-Vertrags ist die Reduzierung
und Eingrenzung von zwei Hauptkategorien gepanzerter Fahrzeugen - Panzern und gepanzerten Kampffahrzeugen - sowie Artillerie, die zusammengenommen das zentrale Element einer konventionellen Offensivfähigkeit ausmachen.
Kampf panzer bilden das Hauptelement eines Offensivangriffs und stehen als solche im Brennpunkt der
Verhandlungen. Zur Zeit verfügt der Warschauer Pakt
über etwas mehr als die Hälfte aller Panzer in Europa.
Die 22 Teilnehmerstaaten haben Einigung über eine
Definition von Kampf panzern erzielt und gleiche Obergrenzen von 20 000 Panzern für jede Seite vereinbart.
Dies würde die Verschrottung von Tausenden von
Panzern des Ostens erforderlich machen und damit
die Stabilität in der ATTU-Region maßgeblich festigen.
Gepanzerte Kampffahrzeuge (ACV) gewährleisten
die Mobilität der Infanterie und Unterstützung während
des Kampfes. Sie können bei Offensiven ein entscheidender Faktor sein, und ihr Abbau geht daher Hand in
Hand mit der Notwendigkeit zur Reduzierung von
Panzern. Zu den ACV zählen Mannschaftstransportwagen (APC), die schnell einsatzfähigen Schützenpanzer (AIFV) und Kampffahrzeuge mit schwerer
Bewaffnung (HACV). Die Unterhändler aus Ost und
West haben sich auf Definitionen dieser Fahrzeuge
geeinigt und Obergrenzen von 30 000 ACV für jede
Seite festgelegt. Darüber hinaus wurden Zwischenobergrenzen von 18 000 AIFV und HACV für jede
Seite vereinbart, wobei die Zahl der HACV pro Seite
1 500 nicht überschreiten darf.
Seite 2

Artillerie liefert die erforderliche Feuerkraft für die
Durchführung von Kampfeinsätzen. Die Verhandlungsteilnehmer haben sich auf eine Definition für diese
Waffenkategorie geeinigt und vereinbart, daß die
Obergrenze jeder Seite bei 20 000 Artilleriegeschützen liegen soll.
Truppenstärken, Flugzeuge und Hubschrauber
Beim NATO-Gipfeltreffen im Mai 1989 schlug Präsident Bush eine Initiative für die Einbeziehung dreier
zusätzlicher Waffenkategorien in die KSE-Verhandlungen vor: Truppenstärken, Kampfflugzeuge und
Kampfhubschrauber. Die Staats- und Regierungschefs der NATO unterstützten diese Initiative, die dann
auch vom Osten angenommen wurde. Diese Elemente sind jetzt ein wesentlicher Aspekt der Verhandlungen. Der Warschauer Pakt verfügt zur Zeit über eine
destabilisierende zahlenmäßige Überlegenheit in all
diesen Bereichen.
Truppenstärken Beim NATO-Gipfel im Juli 1990
schlugen die Staats- und Regierungschefs der NATO
vor, daß nach der Unterzeichnung eines KSE-Vertrags
Folgeverhandlungen aufgenommen werden sollten,
die dem neuen Abkommen zusätzliche Bestimmungen hinzufügen sollten, einschließlich Begrenzung der
Truppenstärken in Europa. Mit diesem Ziel vor Augen
wurde vereinbart, daß eine Verpflichtung im Hinblick
auf die Truppenstärke in einem vereinigten Deutschland eingegangen werden müßte. In einer Rede bei
der Plenarsitzung der KSE erklärten der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und sein Amtskollege aus der Deutschen Demokratischen Republik
am 30. August 1990, bei Unterzeichnung des KSEVertrags alles in ihrer Macht Stehende unternehmen
zu wollen, um innerhalb von drei bis vier Jahren nach
Inkrafttreten des Vertrags die Streitkräfte des vereinigten Deutschlands auf 370 000 Mann zu reduzieren.
Von dieser Gesamtzahl werden lediglich 345 000 Mann
den Land- und Luftstreitkräften angehören, die voll
und ganz vom Mandat der KSE abgedeckt werden. Im
Einklang mit derdeutschen Verpflichtung zur Truppenstärke unterbreitete die NATO offiziell den Vorschlag,
der KSE-Vertrag solle eine Verpflichtung zu KSEFolgeverhandlungen mit denselben Teilnehmern und
Mandaten enthalten. Darüber hinaus schlug die NATO
vor, daß alle KSE-Teilnehmer sich zu einer politischen
Verpflichtung bereiterklären, ihre Truppenstärken für
die Dauer der Folgeverhandlungen nicht zu erhöhen.
Kampfflugzeuge. Die Begrenzung von Kampfflugzeugen gehört zu den am heftigsten debattierten
Verhandlungspunkten. Angesichts der Flexibilität und
Mobilität dieser Flugzeuge vertritt der Westen die
Auffassung, daß alle ständig stationierten kampffähigen Flugzeuge in der ATTU-Region in die Verhandlungen einbezogen werden sollten, unabhängig von ihrer
derzeitigen Rolle, Mission oder Bestimmung. Die
westlichen Vorschläge zur erheblichen Reduzierung
der Anzahl landgestützter Kampfflugzeuge und BeseiAMERIKA DIENST 45

�tigung des Ungleichgewichts in der Region zugunsten
des Ostens wurden von mehreren unannehmbaren
Vorschlägen der Sowjets erwidert, die eine große Zahl
ihrer landgestützten Marine- und andere Kampfflugzeuge aus den vereinbarten Obergrenzen ausklammern wollten. Im Oktober 1990 erzielten beide Seiten
in New York eine umfassende Grundsatzvereinbarung
zur Definition von Kampfflugzeugen sowie zu den
jedem Land erlaubten Obergrenzen. Die Unterhändler
haben vereinbart, Kampfflugzeuge auf 6 800 für jede
Seite zu begrenzen. Darüber hinaus wurde entschieden, daß die Teilnehmerstaaten eine politische Verpflichtung außerhalb des KSE-Vertrags eingehen
würden, um landgestützte Marineflugzeuge zu reduzieren.
Angriffshubschrauber Sie leisten Feuerunterstützung, bieten Flexibilität und rasche Mobilität und spielen damit eine wichtige Rolle bei militärischen Operationen. Die Unterhändler sind übereingekommen, die
Obergrenzen für diese Hubschrauber auf 2 000 für
jede Seite festzulegen. Die bei den Ministertreffen in
New York im Oktober 1990 erzielten Fortschritte haben den Weg für weitere Abkommen in Wien zur
Definition von Hubschraubern und damit einhergehenden Bestimmungen geebnet.
Andere Vertragselemente
Verifikation und Einhaltung Die Fähigkeit zur wirksamen Verifikation der Reduzierung von Rüstungen
und ihre Beibehaltung auf niedrigeren Niveaus wird
zentraler Bestandteil eines KSE-Vertrags sein. Der
Westen hat Bestimmungen für detaillierten Datenaustausch, Vor-Ort-Inspektionen und Überwachung der
Verschrottung eingebracht. Wichtige Fortschritte bei
Definitionen, Verfahren und Quoten der Inspektionen
wurden beim New Yorker Ministertreffen im Oktober
1990 erzielt. Einzelheiten des Verifizierungsregimes
werden noch in Wien erörtert.
Verschrottung Der Westen vertritt die Auffassung,
daß die Zerstörung der militärischen Fähigkeit von
Gerät, das reduziert werden soll, entscheidend ist,
wenn die schnelle Wiederherstellung der militärischen
Vormachtstellung des Ostens verhindert werden soll.
Sie ist darüber hinaus eine wichtige Methode zur Gewährleistung der Vertragseinhaltung. Die meisten
Schlüsselelemente des Protokolls zur Reduzierung
sind vereinbart, darunter auch Bestimmungen zur Umrüstung von Gerät der Bodentruppen zum Einsatz für
nichtmilitärische Zwecke, nach der Zerstörung von
Feuerkraft und Panzerung.
Stabilisierende Maßnahmen Der westliche Vertragsentwurf enthält eine Reihe anderer Maßnahmen, die
zu Vertrauen und Stabilität im regionalen Bereich
beitragen würden. Die wichtigste dieser Maßnahmen
ist die Bestimmung über die Lagerung von Gerät, die
den Bereitschaftsgrad beider Gruppen betrifft und
gleiche Untergrenzen für Gerät fordert, das bei aktiven
Einheiten stationiert ist.
AMERIKA DIENST 45

Regionale Differenzierung und Hinlängllchkelt
Neben Verhandlungen über die Begrenzung der Zahl
von Waffensystemen, die in jeder Kategorie und auf
jeder Seite in der gesamten ATTU-Region zulässig
sind, verhandeln die Teilnehmer auch über regionale
zahlenmäßige Begrenzungen. Die Untergrenzen würden
dazu beitragen, destabilisierende Truppenkonzentrationen bei Bodengerät zu verhindern. Im Hinblick auf
die regionale Verteilung und Zwischenobergrenzen
bestehen noch gewisse Differenzen. Beide Seiten
stimmen überein, daß darüber hinaus Obergrenzen für
den verhältnismäßigen Anteil jedes Staates an den
Waffensystemen eigeführt werden ("Hinlänglichkeit").
Im Oktober 1990 einigten sich Außenminister Baker
und sein sowjetischer Amtskollege Schewardnadse
auf spezifische zahlenmäßige Begrenzungen jeder
Kategorie des vertraglich begrenzten Geräts. Die
Hinlänglichkeitsquoten erstrecken sich auf rund ein
Drittel des gesamten in der Region zulässigen Geräts.
KSE-Chronologie
10. Januar 1989. In Wien paraphieren die 23 Staaten
von NATO und Warschauer Pakt ein Mandat, in dem
Umfang und Form der Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) definiert werden.
9. März 1989. Die KSE-Gespräche zwischen den 23
Staaten von NATO und Warschauer Pakt werden in
Wien formell eröffnet. Der erste NATO-Vorschlag zielt
auf die Reduzierung und Begrenzung von Kampf panzern, gepanzerten Kampffahrzeugen und Artillerie ab.
23. März 1989. Runde I der KSE-Gespäche wird
beendet.
5. Mai 1989. Eröffnung von Runde II.
29.- 30. Mai 1989. Während eines NATO-Gipfeltreffens unterstützen die Staats- und Regierungschefs
der NATO einstimmig den Vorschlag Präsident Bushs,
die KSE-Verhandlungen auf Begrenzungen der Truppenstärken, Kampfflugzeuge und Hubschrauber auszudehnen und die Verhandlungen innerhalb eines
Zeitraums von sechs Monaten bis zu einem Jahr
abzuschließen.
13. Juli 1989. Die NATO unterbreitet in Wien einen
umfassenden Vorschlag, der die beim NATO-Gipfeltreffen vom Mai vereinbarten Initiativen einbezieht.
13. Juli 1989. Runde II der KSE-Verhandlungen wird
beendet.
7. September 1989. Runde III wird eröffnet.
22. September 1989. Der Westen bringt einen Vorschlag über Informationsaustausch, stabilisierende
Maßnahmen, Nichtumgehung und Verifizierung ein.
17. Oktober 1989. Die Unterhändler aller Teilnehmerstaaten einigen sich in Wien auf eine Definition für
Artillerie.
Seite 3

�19. Oktober 1989. Die Staaten des Warschauer Pakts
legen ihre Vorschläge zu Verifizierung, Informationsaustausch und stabilisierenden Maßnahmen vor, von
denen viele die Sprachregelungen der bereits von der
NATO unterbreiteten Vorschläge widerspiegeln.
19. Oktober 1989. Beendigung von Runde III der KSEGespräche.
9. November 1989. Eröffnung von Runde IV.
14. Dezember 1989. Sowohl die NATO als auch der
Warschauer Pakt legen Vertragsentwürfe vor.
21. Dezember 1989. Runde IV der KSE-Verhandlungen wird abgeschlossen.
12. Januar 1990. Runde V wird eröffnet.
13. Februar 1990. In Ottawa einigen sich die Außenminister der 23 KSE-Teilnehmerstaaten darauf, die
außerhalb ihres nationalen Territoriums in der Zone
Europa Mitte stationierten amerikanischen und sowjetischen Land- und Luftstreitkräfte auf je 195 000 Mann
zu begrenzen. Darüber hinaus dürfen die Vereinigten
Staaten 30 000 Mann außerhalb dieser Zone stationieren. Diese Vereinbarung wurde unabhängig von
anderen Truppenbegrenzungen bei KSE getroffen.
22. Februar 1990. Die NATO schlägt ein detailliertes
Inspektionsprotokoll vor. Runde V der KSE-Verhandlugnen wird abgeschlossen.
15. März 1990. Eröffnung von Runde VI. Die NATO
unterbreitet einen Protokollentwurf zur Zerstörung sowie
einen Vertragsartikel über Reduzierungen. Darüber
hinaus bringt die NATO einen Protokollentwurf zu
Notifizierung und Informationsaustausch ein. Der
Westen hat nun Vorschläge für alle wichtigen Elemente eines KSE-Vertrags vorgelegt.
27. April 1990. Runde VI der KSE-Verhandlungen wird
beendet.
14. Mai 1990. Runde VII wird eröffnet.
1. Juni 1990. In einer gemeinsamen Erklärung beim
Washingtoner Gipfel bezeichnen die Präsidenten Bush
und Gorbatschow KSE "als unabdingbar für die zukünftige Stabilität und Sicherheit auf dem Kontinent"
und verpflichten sich zum Abschluß eines KSE-Abkommens bis Ende 1990.
27. Juni 1990. Die Unterhändler der 23 Teilnehmerstaaten verständigen sich auf ein umfassendes Paket
im Hinblick auf Begrenzungen von Panzern, einschließlich der Definitionen für Kampfpanzer, ACV, AIFV,
APC und HACV sowie Obergrenzen für diese Art von
Gerät.

Rüstungskontrollpriorität" der NATO und fordern Folgeverhandlungen mit gleichem Mandat und denselben
Teilnehmern, die nach Abschluß eines KSE-Vertrags
aufgenommen werden sollen. Die Folgegespräche
würden mit zusätzlichen Maßnahmen auf dem heutigen Abkommen aufbauen, einschließlich Maßnahmen
zur Begrenzung der Truppenstärken in Europa. Mit
diesem Ziel vor Augen würde zum Zeitpunkt der Unterzeichnung eine Verpflichtung bezüglich der Truppenstärke in einem vereinigten Deutschland abgegeben.
30. August 1990. In einer Rede vor der KSE-Plenarsitzung erklären Bundesaußenminister Genscher und
sein Amtskollege aus der Deutschen Demokratischen
Republik gemeinsam, daß sie sich zum Zeitpunkt der
Unterzeichung eines KSE-Vertrags zu einer maximalen Truppenstärke von 370 000 Mann in einem vereinigten Deutschland verpflichten würden. Im Rahmen
dieser Gesamtzahl wird die Zahl der Land- und Luftstreitkräfte maximal 345 000 Mann betragen, die voll
und ganz vom KSE-Mandat abgedeckt sind. Im Einklang mit der deutschen Verpflichtungen bezüglich der
Truppenstärke unterbreitet die NATO den offiziellen
Vorschlag, daß der KSE-Vertrag eine Verpflichtung zu
KSE-Folgegesprächen mit denselben Teilnehmern und
gleichem Mandat enthalten soll. Darüber hinaus schlägt
die NATO vor, daß alle KSE-Teilnehmer sich auf eine
politische Verpflichtung einigen, die Truppenstärken
für die Dauer der Folgeverhandlungen nicht zu erhöhen.
12. September 1990. Außenminister Baker und sein
sowjetischer Amtskollege Schewardnadse einigen sich
in Moskau darauf, daßdie Obergrenzen für stationierte
Truppen nicht in die laufenden KSE-Verhandlungen
einbezogen werden.
3. Oktober 1990. Die Bundesrepublik Deutschland
und die Deutsche Demokratische Republik vereinigen
sich. Die Verhandlungen werden mit Teilnahme von
22 Staaten fortgesetzt. Ehemalige DDR-Bestände
werden jetzt im Rahmen der Gesamtzahlen des Westens
gezählt.
5. Oktober 1990. In Konsultationen mit den Außenministern aller Teilnehmerstaaten einigen sich die Außenminister Baker und Schewardnadse im Prinzip auf
alle wesentlichen noch offenen Fragen bei KSE. Zu
den bei den New Yorker Treffen erzielten Entscheidungen zählen Obergrenzen für Artillerie und Hubschrauber sowie die Lösung der Probleme mit landgestützten
Marineflugzeugen. Entscheidende Fortschritte wurden darüber hinaus bei Obergrenzen für Flugzeuge,
Hinlänglichkeit, Zonen und Verifizierung erzielt.

6. Juli 1990. Beim NATO-Gipfeltreffen in London
bezeichnen die Staats- und Regierungschefs der 16
Mitgliedstaaten in einer Erklärung KSE als "höchste

Seite 4

AMERIKA DIENST 45

�Stand der wesentlichen KSE-Vertragselemente

Kampfpanzer
Definitionen

Vereinbart

Zahlenmäßige
Begrenzungen

Vereinbart
20 000 pro Seite

Artillerie
Definitionen

Vereinbart

Zahlenmäßige
Begrenzungen

Vereinbart
20 000 pro Seite

Gepanzerte Kampffahrzeuge
Definitionen

Vereinbart

Zahlenmäßige
Begrenzungen

Vereinbarung über 30 000 gepanzerte Kampffahrzeuge (ACV)
pro Seite mit Zwischenobergrenzen von 18 000 Schützenpanzern (AIFV) und Kampffahrzeugen mit schwerer Bewaffnung
(HACV) pro Seite, deren Zahl maximal 1 5000 betragen darf.

Kampfflugzeuge
Definitionen

Vereinbart

Zahlenmäßige
Begrenzungen

Vereinbart
6 800 pro Seite

Angriffshubschrauber
Definitionen

Vereinbart

Zahlenmäßige
Begrenzungen

Vereinbart
2 000 pro Seite

ik * * *

AMERIKA DIENST 45

*

Seite 5

�GOLFKRISE
14. November 1990

INTERNATIONALE REAKTIONEN AUF DIE
IRAKISCHE INVASION KUWAITS
Übersicht über wirtschaftliche und politische Maßnahmen
Die nachfolgende Übersicht über die von der internationalen Staatengemeinschaft als Reaktion auf die Invasion
des Iraks in Kuwait ergriffenen Maßnahmen stützt sich auf bis zum 6. November 1990 eingegangene
Informationen und ist gegebenenfalls unvollständig.

NATO
Die 16 Bündnispartner nehmen unmittelbar nach der
irakischen Invasion Kuwaits weiterhin andauernde
Konsultationen auf. Die Außenminister treffen am 10.
August 1990 im NATO-Hauptquartier zusammen, um
die Reaktion der Bündnispartner auf die Krise zu
erörtern und die Verpflichtung der NATO zur Verteidigung der Türkei im Falle eines Angriffs durch den Irak
zu bekräftigen. Die wichtigsten Ausschüsse der NATO
kommen weiterhin regelmäßig - zum Teil täglich zusammen, um Maßnahmen zu koordinieren und Informationen sowie nachrichtendienstliche Erkenntnisse auszutauschen. Die Außenminister der NATOPartner kommen am 10. September 1990 zusammen,
um die Koordinierung zu intensivieren.
NATO-Mitgliedstaaten
Belgien
Ölembargo, Einfrieren der irakischen und kuwaitischen
Vermögenswerte. Entsendung von zwei Minensuchbooten und einem Versorgungsschiff in den Golf von
Oman. Zwei C-130 wurden für den Heimflug ägyptischer Flüchtlinge aus Kuwait zur Verfügung gestellt,
eine Fregatte wird zur Begleitung und zum Schutz von
Schiffen, die eine Durchsetzung des Embargos gewährleisten, zum Golf entsandt. Weitere vier C-130
werden den WEU-Ländem zur Verfügung gestellt.
Bundesrepublik Deutschland
Setzt das Embargo des UN-Sicherheitsrats unverzüglich in Kraft und friert irakische Vermögenswerte ein.

AMERIKA DIENST 45

Entsendung von Minensuchbooten und einem Versorgungsschiff ins östliche Mittelmeer, um die Seewege
zu schützen und die Verlegung von Schiffen der NATO
für den Einsatz im Golf zu ermöglichen. Genehmigt die
Nutzung von amerikanischen Stützpunkten in Deutschland zur Unterstützung der Golf mission und beschleunigt die Abwicklung von Überfluganträgen. Am 16.
August 1990 stellt die Bundespost den Brief-und
Paketverkehr mit dem Irak und Kuwait ein. An Hilfsleistungen für die Flüchtlinge in Jordanien stellt die
Bundesrepublik zunächst 4,5 Tonnen Nahrungsmittel,
Zelte und Krankenwagen sowie zwei Charterflugzeuge für den Rückflug von Ägyptern aus Jordanien bereit.
Leistet Zahlungen in Höhe von 187 Millionen Dollar an
den EG-Fonds für die Golfkrise. Verpflichtet sich zur
Zahlung weiterer 2,2 Milliarden Dollar an zusätzlichen
Hilfsleistungen, die folgendermaßen aufgeschlüsselt
werden: Militärisches Gerät im Wert von 1,1 Milliarden
Dollar, das den Streitkräften am Golf zur Verfügung
gestellt werden kann, zusätzliche Hilfsleistungen in
Höhe von 835 Millionen Dollar an die Frontstaaten
sowie 275 Millionen für die Verlegung von Streitkräften
und Gerät. Im Rahmen der militärischen Unterstützung hat die Bundesrepublik für die unverzügliche
Abwicklung von Anfragen der Vereinigten Staaten
nach Gerät gesorgt. Auf Kosten der Bundesrepublik
werden 60 ABC-Spürpanzer des Typs Fuchs aus den
Beständen der Bundeswehr abgezogen und zum Einsatz
in der Golfregion modernisiert und umgerüstet. Darüber hinaus stellt sie Ausbildung und logistisches Material zur Verfügung und übernimmt die Kosten. Die
Kosten für dieses gesamte Paket "Fuchs" belaufen
sich schätzungsweise rund 100 Million Dollar.

Seite 1

�Dänemark

Griechenland

Die Korvette "Olfert Fischer" ist im Golf eingetroffen.
Die Kosten der Operation belaufen sich bis Ende 1990
schätzungsweise auf 22,5 Millionen Kronen. Das Parlament hat 7 Millionen Kronen als Anschubfinanzierung für ein Lazarettschiff bewilligt, das gegebenenfalls im Golf eingesetzt werden soll. Die dänische
Regierung trägt 4 Millionen Dollar zur Unterstützung
von Flüchtlingen aus dem Irak und Kuwait bei. Erlaubt
die Nutzung seiner Handelsschiffe im Golf als Versorgungsschiffe der multinationalen Streitmacht in SaudiArabien. Die Regierung hat sich darüber hinaus bereiterklärt, im Bedarfsfall Seetransportdienste zur Verlegung von ägyptischen Truppen und Material an den
Golf zur Verfügung zu stellen. Dänemark hat femer
seine Bereitschaft zur Teilnahme an einer eventuellen
UN-Friedensmission im Golf erklärt. Hat positiv auf die
Bitte reagiert, ABC-Schutzausrüstung an die saudiarabische Regierung zu liefern. Will darüber hinaus
Lücken in der NATO-Verteidigung schließen, die sich
aus der Verlegung von Gerät der Bündnispartner an
den Golf ergeben könnten, insbesondere der Seestreitkräfte. Unterstützt Sanktionen der EG gegen den
Irak und das UN-Ölembargo.

Entsendung einer Fregatte ins Rote Meer. Unbürokratische Bereitstellung von drei unter griechischer Flagge fahrenden Schiffen für militärische Transporte.
Vollständige Einhaltung der UN- und EG-Sanktionen,
einschließlich des ölembargos. Einfrieren der irakischen Vermögenswerte. Überflugerlaubnisfür Militärflugzeuge der Vereinigten Staaten und verbündeter
Länder auf dem Weg zum Golf. Uneingeschränkte
Zusammenarbeit bei Zwischenlandungen und Auftanken von Flugzeugen. Bereitstellung der Hafenanlagen
für verbündete Seestreitkräfte.

Frankreich
Die französische mit Hubschraubern bestückte Korvette LA MOTTE-PIQUET ist als Ersatz für die Fregatte MONTCALM aus Brest zur Straße von Hormuz
ausgelaufen, um das internationale Embargo gegen
den Irak durchzusetzen. Voraussichtliche Ankunft der
LA MOTTE-PIQUET in der Straße von Hormuz ist der
31. Oktober 1990. Zwei Wellen Kampfflugzeuge werden
am 14. Oktober von Toul nach Saudi-Arabien entsandt. Aufgrund des irakischen Angriffs auf die Residenz des französischen Botschafters in Kuwait gibt
Präsident Mitterand am 15. September die Entsendung von 4 000 Mann Bodentruppen nach SaudiArabien bekannt. Marineeinheiten einschließlich eines Flugzeugträgers verstärken die zwei bereits in den
Golf entsandten Kriegsschiffe. Befehl an die 3 000
Mann starken Seestreitkräfte, gegebenenfalls Gewalt
zur Durchsetzung des Embargos einzusetzen. Aufklärungstruppen des französischen Heeres sind Teil eines Truppenkontingents, das die Regierung auf die
Arabische Halbinsel verlegen wird. Eine nachrichtendienstliche Einheit des Heeres soll in die Vereinigten
Arabischen Emirate entsandt werden. Frankreich
schließt sich der UN-Resolution über wirtschaftliche
Sanktionen gegen den Irak an. ö l - und Waffenembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte, Unterbindung des Handels mit Ausnahme von Arznei- und
Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke. Drastische
Einschränkung der Bewegungsfreiheit einer Gruppe
irakischer Offiziere und Staatsbürger aus Sicherheitsgründen, die in Frankreich in der Bedienung von militärischem Gerät und Radaranlagen ausgebildet wurden.

Seite 2

Großbritannien
Die in den Golf entsandten britischen Landstreitkräfte
belaufen sich auf 10 - 1 2 000 Mann, davon sind 6 8 000 in Saudi-Arabien stationiert. Verlegung von 120
Panzern des Typs Challenger, mit Rapier-Flugabwehrraketen ausgerüsteten Einheiten, 4 Kampfschiffen mit Unterstützungseinheiten, einem Geschwader
Tornado-Abfangjäger, einem Geschwader TornadoKampfflugzeuge, einem Geschwader Jaguar-Kampfbomber, VC 10-Tankflugzeugen und Nimrod-Seeaufklärem, 2 Schiffen für den Seetransport. Friert als
zweites Land (nach den USA) die kuwaitischen und
irakischen Vermögenswerte (im Gesamtwert von 7,2
Milliarden Dollar) ein. Uneingeschränkte Unterstützung der UN-Wirtschaftssanktionen zu beträchtlichen
Kosten für die britische Handelsbilanz. Die Königliche
Marine beteiligt sich aktiv am Abfangen von Schiffen,
in denen unter Verletzung der Sanktionen für den Irak
oder Kuwait bestimmte Güter vermutet werden. Unterbrechung sämtlicher Luft- und Seeverkehrsverbindungen mit dem Irak und Kuwait, außer für Evakuierungsflüge. Bewilligt 10,8 Millionen Dollar an Flüchtlingshilfe, wovon 4,2 Millionen im Rahmen des EGBeitrags zur Verfügung gestellt werden.
Island
Erklärt seine uneingeschränkte Unterstützung der UNWirtschaftssanktionen gegen den Irak. Gibt die Bereitstellung von 2,5 Millionen Dollar an Flüchtlingshilfe
bekannt, die folgendermaßen aufgeteilt werden sollen:

Isländisches Rotes Kreuz, Nahrungsmittel und Versorgungsgüter für Flüchtlinge in Jordanien und Ägypten, die Persischer-Golf-Mission des Roten Kreuzes
auf Zypern, Flüchtlingshilfe kirchlicher Stiftungen und
noch zu benennende andere Kanäle.
Italien
Entsendung von acht Tornado-Kampfflugzeugen in
die Vereinigten Arabischen Emirate. Vier Marineschiffe werden in die Golfregion verlegt. Gibt die Ausweisung der irakischen Militärattaches und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit irakischer Diplomaten
bekannt. Vollständiges Handelsembargo. Einfrieren
irakischer und kuwaitischer Vermögenswerte. Verbot

AMERIKA DIENST 45

�irakischer/kuwaitischer Luft- und Seetransportdienste.
Erlaubnis zur Nutzung von US-Stützpunkten in Italien.
Bereitstellung von Hilfsgütern als Flüchtlingshilfe. Sagt
die Bereitstellung von zivilen Transportschiffen zur
Verlegung amerikanischer Truppen und Versorgungsgüter zu. Genehmigt Hilfsleistungen in Höhe von 160
Millionen Dollar für die Frontstaaten, die unmittelbar
von der Blockade des Iraks betroffen sind.
Kanada
Entsendet ein CF-18-Geschwader, zwei Zerstörerund
ein Versorgungsschiff zur Verstärkung der multinationalen Streitmacht an den Golf. Verspricht Hilfsleistungen in Höhe von 75 Millionen Dollar für die Türkei,
Ägypten, Jordanien, die Philippinen, Sri Lanka und
Bangladesch. Abbruch der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Irak. Verpflichtung zur Bereitstellung
von 2,2 Millionen Dollar in bar, die als Flüchtlingshilfe
zwischen dem Internationalen Komitee vom Roten
Kreuz und zwischenstaatlichen Organisationen aufgeteilt werden sollen.
Luxemburg
Die Regierung stellt vorläufig 2 Millionen Dollar als
Beitrag zu den Transportkosten für Männer und Material in die Region bereit. Diese Mittel werden für die
Hilfsleistungen der WEU-Partner Belgien, Niederlande und Portugal gewährt. Weitere 2 Millionen Dollar
werden für die EG-Bemühungen in der Region und 1,3
Millionen Dollar für Hilfe an die Türkei, Jordanien,
Ägypten und Bangladesch zur Verfügung gestellt,
ölembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte.
Niederlande
Uneingeschränkte Finanzsanktionen gegen den Irak,
ölembargo, Einfrieren irakischer Vermögenswerte.
Entsendung von zwei Fregatten in den Golf. Verlegung eines Versorgungsschiffs für November geplant.
Angebot zur Entsendung eines Geschwaders von 18
F-16 in die Golfregion. Kostenlose Lieferung von
50 000 ABC-Schutzanzügen im Gesamtwert von 20,4
Millionen Dollar in die Türkei. Bereitstellung von 3
Millionen Dollar Flüchtlingshilfe. Eine weitere Million
wird von privaten Geldgebern gespendet. Die Regierung verkündet die Bereitstellung von etwa 93 Millionen Gulden an bilateraler Hilfe für die Frontstaaten. 40
Prozent dieser Summe werden bereits im Jahr 1990
ausgezahlt. Die Niederlande werden sich ferner an der
EG-Hilfe für von der Golfkrise in Mitleidenschaft gezogene Länder beteiligen.
Norwegen
Humanitäre Hilfe in Höhe von 126 Millionen Kronen,
darunter 30 Millionen an die Türkei, Ägypten und
Jordanien sowie 20 Millionen für die Repatriierung von
Flüchtlingen aus Bangladesch, Indien, Pakistan und
Sri Lanka, um die für diese Länder durch die Krise

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entstehenden Kosten zu mildern. Militärflugzeuge
werden für den Transport von Nahrungsmitteln und
medizinischer Ausrüstung nach Jordanien und von
Flüchtlingen nach Kairo bereitgestellt. Angebot von
Dekontaminierungsgerät für den Bedarfsfall sowie ABCSchutzkleidung an die multinationale Streitmacht.
Norwegen stellt im Rotationsverfahren ein Schiff für
den ständigen Einsatzverband Atlantik der NATO zur
Verfügung und bietet die Bereitstellung zweier weiterer
Schiffe an, um zum Golf entsandte Schiffe der Verbündeten zu ersetzen. Ein Schiff der norwegischen Küstenwache befindet sich zur Unterstützung der dänischen Korvette im Golf. Sechzehn Luftabwehrraketen
werden der dänischen Marine zur Verfügung gestellt
und 9 Freund/Feind-Erkennungssysteme an Großbritannien ausgeliehen. Norwegen berät mit den Vereinigten Staaten über die Bereitstellung eines Tankers
mit Treibstoff für die Marinestreitkräfte im Golf. Einfrieren kuwaitischer und irakischer Vermögenswerte.
Bereitstellung von Nahrungsmitteln für die Flüchlinge.
Portugal
Vollständige Einhaltung des UN-Embargos. Den
Vereinigten Staaten wird die Nutzung des Stützpunkts
Lajes auf den Azoren und Montijo auf dem Festland für
Truppentransporte gestattet. Ein über die WEU bereitgestelltes Marinetransportschiff transportiert gegenwärtig eine erste Lieferung von Nahrungsmitteln und
Medikamenten zu den britischen Truppen am Golf.
Zwei Handelsschiffe werden an die American Maritime
Authority für Transportoperationen vermietet. Portugiesisches Ärzteteam wird in jordanische Flüchtlingslager entsandt, Regierung bietet ein Feldlazarett,
Medikamente sowie deren Transport an. Eine C-130
der Luftwaffe wird zur Unterstützung des Transports
ägyptischer Flüchtlinge aus Jordanien bereitgestellt,
öl- und Waffenembargo. Vollständige Durchführung
aller anderen von der UNO beschlossenen Sanktionen.
Spanien
Entsendung einer Fregatte und zweier Korvetten in die
Straße von Hormuz und das Rote Meer als Teil der
WEU-Bemühungen zur Durchsetzung des Embargos.
Einfrieren irakischer Vermögenswerte und Handelsembargo. Erhebliche Unterstützung für den Transit
amerikanischer Einheiten durch gemeinsame Nutzung
militärischer Einrichtungen in Spanien. Benutzung
spanischer Häfen für logistische Unterstützung und
Reparatur von Transportschiffen. Spanische Luftwaffe liefert humanitäre Hilfsmittel für Flüchtlinge in Jordanien und hilft bei der Repatriierung ägyptischer und
asiatischer Flüchtlinge aus Jordanien.
Türkei
Einfrieren irakischer Vermögenswerte. Verweigert die
Verladung irakischen Öls am Ende der irakischen
Pipeline. Untersagt die Entladung zweier Schiffe mit

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�Nahrungsmitteln für den Irak im südlichen Hafen Mersin.
Verweigert die Einfahrt eines mit Natriumzyanid beladenen Schiffes in den Hafen Mersin, dessen Ladung
voraussichtlich über den Iran in den Irak transportiert
werden soll. Vollständiges Handelsembargo mit Ausnahme von dringend benötigten Nahrungs- und Arzneimitteln. Vollständige Einhaltung des Luftverkehrsembargos. Hat mindestens zwei zivile Flugzeuge mit
Ziel Irak aufgehalten und ihnen die Benutzung des
türkischen Luftraums untersagt. Eröffnet ein Auffanglager in Habur, um Tausenden von Flüchtlingen (zumeist
aus Bangladesch und Pakistan), die Irak auf dem
Landweg verlassen, Unterkunft und Verpflegung zu
bieten. Das Parlament ermächtigt die Regierung im
Falle eines Angriffs durch den Irak zur Kriegserklärung, zur Entsendung von Kampftruppen und zum
Einsatz ausländischer Truppen auf türkischem Hoheitsgebiet.

Finnland
Unterstützung der Resolution des UN-Sicherheitsrats
über Sanktionen, vollständige Durchführung der UNMaßnahmen einschließlich eines uneingeschränkten
Handelsembargos. Ernennung des finnischen Botschafters bei den Vereinten Nationen zum Leiter der
Gruppe von Ländern, die die Einhaltung der UNSanktionen gegen Irak überwachen. Bereitstellung
von 11,2 Millionen Dollar für humanitäre Zwecke und
Wirtschaftshilfe für die Golfregion.
Irland
Irland unterstützt uneingeschränkt die vom UN-Sicherheitsrat im Zusammenhang mit der Golfkrise bereits
verabschiedeten Resolutionen. Beteiligt sich voll und
ganz an den Wirtschafts- und Handelssanktionen der
Europäischen Gemeinschaft.

Vereinigte Staaten

Jugoslawien

Entsendung amerikanischer Streitkräfte nach SaudiArabien. Zur Zeit befinden sich 9 Kriegsschiffe und
zwei Flugzeugträger im Golf. Verhängung eines vollständigen Handelsembargos, das kommerzielle Nahrungsmittellieferungen einschließt, gegen den Irakund
das besetzte Kuwait. Aussetzung der Kredite, Anleihen und Zuschüsse. Einfrieren der irakischen und
kuwaitischen Vermögenswerte. Die Vereinigten Staaten werden zur Unterstützung der UN-Sanktionen irakische Öllieferungen in der Golfregion abfangen. Weisen
36 der 55 zuvor an der irakischen Botschaft in Washington akkreditierten Personen aus, verfügen die Ausweisung von drei weiteren Diplomaten bis zum 28.
September. Die Vereinigten Staaten verpflichten sich
zu Hilfsleistungen in Höhe von 28 Millionen Dollar für
die Flüchtlinge in der Region. Die Vereinigten Staaten
leiten Initiativen zur Unterstützung der durch die Golfkrise wirtschaftlich betroffenen Länder sowie zur Verteilung der Kosten der Militäroperationen im Golf in die
Wege.

Verurteilung der irakischen Invasion in Kuwait, fordert
den Irak auf, die Invasionstruppen abzuziehen. Weigerung, die irakische Annexion Kuwaits anzuerkennen. Wird die Wirtschaftssanktionen der UNO gegen
den Irak durchführen.

Andere europäische Nationen
Andorra
Verbietet Importe und Exporte jeglicher Vermögenswerte aus und in den Irak und Kuwait sowie die
Bereitstellung von Dienstleistungen und Krediten.
Bulgarien
Unterbindung aller Lieferungen militärischer Güter an
den Irak und Erweiterung der Wirtschaftssanktionen.
Berichten zufolge bildet das Land eine aus Freiwilligen
bestehende Sanitätseinheit, einschließlich eines Teams
zur Abwehrchemischer Kriegführung, zur Entsendung
an den Golf aus.

Seite 4

Liechtenstein
Einfrieren kuwaitischer und irakischer Vermögenswerte, Handelsembargo mit Ausnahme von Arznei- und
Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke.
Malta
Verbot aller Ex- und Importe aus und nach Irak und
Kuwait.
Österreich
Vollständige Einhaltung der UN-Sanktionen gegen
den Irak, Waffenembargo für die Region. Blockiert den
Transfer irakischer Vermögenswerte. Erteilt amerikanischen militärischen Transportflugzeugen die Überflugerlaubnis für Österreich. Beitrag von etwa einer
Million Dollar an Hilfe für Ägypten, Jordanien und die
Türkei.
Polen

.

Vollständige Einhaltung des Handelsembargos gegen
den Irak. Waffenembargo, Verurteilung der Annexion
Kuwaits. Strikte Einhaltung der Resolutionen des UNSicherheitsrats. Regierung kündigt Entsendung eines
Lazarettschiffs und eines Feldlazaretts zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht an. Am 10.
Oktober berichtete die regierungstreue Tageszeitung
"Rzeczpospolita": "Der stellvertretende Außenminister Jam Majewski gibt die Entscheidung der Außenministeriums bekannt, den Betrieb der Botschaft der

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�Polnischen Republik vorübergehend einzustellen. Dies
erfolgt nur, weil der normale Betrieb der Botschaft
unmöglich ist. Strom und Wasser wurden abgesperrt,
die Telephonverbindungen unterbrochen, und Wachen der irakischen Armee verweigern den Zugang
zum Gebäude. Unser Vorgehen hat keinerkei Einfluß
auf die erklärte Position Polens im Hinblick auf die
irakische Aggression in Kuwait und die Annexion dieses Landes, die wir nicht anerkennen, und wir bekräftigen unsere uneingeschränkte Unterstützung der
entsprechenden Sanktionen des Sicherheitsrats der
Vereinten Nationen. Der Charge d'Affaires Janusz
Dworak hat Kuwait am 6. Oktober verlassen."

verstärken. Eine 170 Mann starke Heereseinheit wird
zu Verteidigungs-und humanitären Zwecken nach
Saudi-Arabien verlegt.
Ungarn
ö l - und Handelsembargo. Die Regierung schlägt dem
Parlament die Entsendung eines Sanitätsteams in die
Golf region vor.
Vatikan
Verurteilung der irakischen Invasion Kuwaits. Lobt die
Resolutionen der Vereinten Nationen über Sanktionen
gegen den Irak.

Rumänien
Zypern
Wird UN-Sanktionen gegen den Irak befolgen.
Unterstützung der Sanktionen gegen den Irak.
Schweden
Vollständige Durchführung und Einhaltung sämtlicher
UN-Sanktionen. Wirtschaftsembargo gegen den Irak
mit Ausnahme von Gütern für humanitäre oder medizinische Zwecke. Ab 20. Oktober Sperrung des schwedischen Luftraums für Flugzeuge mit Gütern für oder
aus Irak und Kuwait. Stellt 20 Millionen Dollar an
Flüchtlingshilfe bereit.
Schweiz
öl- und Waffenembargo. Einfrieren von Vermögenswerten, Beschränkungen für den sonstigen Handel,
außer mit medizinischen Gütern für humanitäre Zwekke. Die Schweiz beteiligt sich zum ersten Mal in ihrer
Geschichte an UN-Wirtschaftssanktionen. Entsendet
ein Hilfsteam für Flüchtlinge.
Sowjetunion
Verurteilung der Invasion und Annexion Kuwaits durch
den Irak. Verhängung eines einseitigen Waffenembargos gegen den Irak. Unterstützt UN-Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. Verabschiedung gemeinsamer Erklärungen mit den Vereinigten Staaten, Japan und der Europäischen Gemeinschaft, in denen die
irakische Aggression verurteilt und der Abzug der
irakischen Streitkräfte aus Kuwait gefordert werden.
Ermutigt zur Anwendung multilateraler Mechanismen,
wie etwa des UN-Sicherheitsrats und des Generalstabsausschusses des UN-Sicherheitsrats. Betont
weiterhin die Notwendigkeit einer politischen Lösung
für diese Krise.
Tschechoslowakei
Waffenembargo, Verurteilung der irakischen Aggression. Durchführung der UN-Sanktionen, einschließlich
Unterbindung aller Exporte und Importe von und nach
Irak und Kuwait. Präsident Havel erklärt die Bereitschaft seiner Regierung zur Entsendung einer 200
Mann starken Einheit zur Abwehr chemischer Waffen,
um die multinationale Streitmacht in Saudi-Arabien zu

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Andere Organisationen - regional und International
Afghanische Interimsregierung
Das Kabinett der Afghanischen Interimsregierung stimmt
der Entsendung eines Kontingents von 2 000 Mujahedin nach Saudi-Arabien offiziell zu, mit dem die multilateralen Streitkräfte unterstützt werden sollen.
Arabische Liga
Die arabische Liga spricht sich (mit 12:3 Stimmen von
20 Mitgliedstaaten) für die Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi-Arabien aus, um das
Land gegen eine mögliche irakische Aggression zu
schützen. Jordanien, Mauretanien und der Sudan
stimmen für die Resolution, machen jedoch "Bedenken" geltend. Der Irak, Libyen und die PLO stimmen
dagegen. Der Jemen und Algerien enthalten sich.
Tunesien ist nicht vertreten. Die Resolution bekräftigt
darüber hinaus die Resolutionen 660,661 und 662 des
UN-Sicherheitsrats.
Bewegung der Blockfreien
Verurteilung des Einsatzes von Gewalt durch den Irak
sowie Forderung nach Rückzug der Invasionstruppen.
Europäische Gemeinschaft
Die EG erklärt am 17. September die Ausweisung aller
irakischen Militärattaches sowie die Einschränkung
der Bewegungsfreiheit der anderen irakischen Diplomaten, die in den Hauptstädten der 12 Mitgliedstaaten
akkreditiert sind, aus Protest gegen die irakische
Besetzung der diplomatischen Missionen Frankreichs,
Belgiens und der Niederlande in Kuwait. Verhängt
allgemeines Handelsembargo gegen den Irak und das
besetzte Kuwait. Einfrieren von Vermögenswerten auf
ihrem Hoheitsgebiet sowie Einstellung jeglicher Zusammenarbeit mit dem Irak und dem besetzten Kuwait. Unterstützt uneingeschränkt alle bis jetzt in
Zusammenhang mit der Golfkrise verabschiedeten

Seite 5

�UN-Resolutionen und fordert die Freilassung der als
Geiseln in Irak und Kuwait festgehaltenen Ausländer.
Die EG stellt 78 Millionen Dollar in Form von Transport,
Nahrungsmitteln und humanitärer Hilfe für Flüchtlinge
bereit.
Golf-Kooperationsrat
Verurteilung der irakischen Aggression gegen Kuwait
und Forderung nach Rückzug der irakischen Streitkräfte. Hat Truppen in Saudi-Arabien stationiert. SaudiArabien bittet die Vereinigten Staaten und andere
Länder um militärische Hilfe zur Verteidigung gegen
eine mögliche irakische Aggression. Saudi-Arabien
verpflichtet sich darüber hinaus zu höherer ölförderung, um die Produktionsausfälle in Irak und Kuwait
wettzumachen.' Verweigert einem irakischen Tanker
das Anlegen an einem saudischen Verladeterminal im
Roten Meer. Die Vereinigten Arabischen Emirate
öffnen ihre militärischen Einrichtungen für multinationale Streitkräfte und verweigern einem irakischen Tanker
die Einfahrt in den Hafen von Dubai. Katar stellt seine
militärischen Einrichtungen den multinationalen Streitkräften zur Verfügung. Berichten zufolge öffnen auch
Bahrain und Oman ihre militärischen Einrichtungen.
Der Golf-Kooperationsrat ist eine regionale Organisation, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten,
Saudi-Arabien, Bahrain, Oman, Katar und Kuwait
besteht. Die Föderation der Kammern der Mitgliedstaaten im Golf-Kooperationsrat beschließt, die Mitgliedschaft des Irak zu beenden.

"die vollständige und wirksame Durchsetzung" der
UN-Sanktionen zu gewährleisten und unterstützen
"die Länder, die aufgrund der vom Irak herbeigeführten Krise besonders gelitten haben". Die KSZE umfaßt 34 Nationen, darunter die Vereinigten Staaten, die
Sowjetunion und praktisch ganz Europa.
Koordinationsrat der Gewerkschaften des Südlichen Afrikas
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Forderung nach unverzüglichem Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak. Bittet die Gewerkschaften des südlichen Afrikas, jeglichen Bruch des Embargos zu melden und zu verurteilen.
Nordischer Rat
Verabschiedung einer Erklärung, in der die irakische
Weigerung, Staatsbürgern der nordischen Staaten
und anderen Ausländern das Verlassen des Irak und
Kuwaits zu gestatten, scharf verurteilt wird. Der Nordische Rat ist eine regionale Organisation, die sich aus
Vertretern Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens zusammensetzt.
OPEC

Verständigung auf einen Plan, der den OPEC-Mitgliedern eine Erhöhung ihrer Erdölförderung über die
vereinbarten Quoten hinaus gestattet, um den durch
das Embargo gegen den Irak verursachten ProdukInternationale Arbeitsorganisation
tionsausfall von 4 Millionen Barrel täglich wettzumachen. Saudi-Arabien und Venezuela hatten ihre ölförDie Internationale Arbeitsorganisation, eine Unteror- derung bereits erhöht. Die Vereinigten Arabischen
ganisation der UN, fordert den Irak auf, unverzüglich Emirate, Nigeria, Gabun und Ecuador werden ihre
Schritte zur Freilassung aller in Irak und Kuwait festge- Fördermenge wahrscheinlich in Kürze erhöhen. Der
haltenen ausländischen Arbeitnehmer zu ergreifen.
Iran und Libyen stimmen gegen die Resolution, planen
jedoch
angeblich auch eine Erhöhung ihrer eigenen
Karlbische Gemeinschaft und Gemeinsamer Markt
Produktion.
Verurteilung der irakischen Invasion Kuwaits und
Forderung nach unverzüglichem und bedingungslo- Organisation Amerikanischer Staaten
sem Abzug der Invasionsstreitmacht. Die CARICOM Verurteilung der irakischen Invasion und der Annexion
besteht aus Antigua und Barbuda, den Bahamas, Kuwaits. Unterstützt alle diesbezüglichen ResolutioBarbados, Dominica, Grenada, Guyana, Jamaica, nen des UN-Sicherheitsrats gegen den Irak. Fordert
Montserrat, St. Kitts-Nevis, St. Lucia, St. Vincent sowie die Freilassung aller ausländischen Geiseln im Irak.
Trinidad und Tobago. Die Dominikanische Republik, Die OAS ist eine regionale Organisation mit Vertretern
Haiti und Surinam haben Beobachterstatus.
der Karibikstaaten sowie aller Staaten Mittel-, SüdKonferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit
in Europa (KSZE)
Die Außenminister der KSZE-Staaten verabschieden
am 2. Oktober in New York eine Erklärung, mit der sie
sich den Vereinten Nationen "bei der Verurteilung der
irakischen Invasion und Besetzung Kuwaits" anschließen. Darüber hinaus fordern sie die Regierung des
Irak zum unverzüglichen und bedingungslosen Abzug
aus Kuwait auf und erklären ihre volle Unterstützung
für die UN-Resolutionen zur Verurteilung des Irak. Sie
bringen ferner ihre Entschlossenheit zum Ausdruck,
Seite 6

und Nordamerikas außer Kuba.
Organisation der Islamischen Konferenz - OIC
Am 1. Oktober veröffentlichen die Außenminister bei
den Vereinten Nationen das Schlußkommunique des
jährlichen Koordinationstreffens, in dem die OIC die
irakische Invasion und Besetzung Kuwaits "auf das
schärfste verurteilt", die Annexion Kuwaits durch den
Irak für null und nichtig erklärt und die Entschlossenheit der Mitgliedstaaten bekräftigt, die Durchführung
der UN-Resolutionen zu dieser Krise anzustreben.

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�Der Irak wird ferner aufgefordert, "seine Truppen
vollständig, unverzüglich und bedingungslos abzuziehen", alle Geiseln freizulassen sowie seinen internationalen Verpflichtungen im Hinblick auf diplomatische
und konsularische Vertretungen nachzukommen. Die
"volle Unterstützung und Solidarität" der OIC mit SaudiArabien und anderen Mitgliedstaaten in der Golfregion
wird bekräftigt.
Vereinte Nationen
Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolutionen, in
denen die irakische Invasion in Kuwait verurteilt und
der unverzügliche Rückzug der Invasionstruppen gefordert, ein Handels- und Finanzembargo gegen den
Irak und Kuwait angeordnet, die irakische Annexion
Kuwaits für null und nichtig erklärt, die Freilassung aller
Ausländer durch den Irak verlangt und der internationalen Staatengemeinschaft das Recht gegeben wird,
das Wirtschaftsembargo gegen den Irak durchzusetzen, indem die Schiffahrt nach und aus diesem Land
unterbunden wird. Die Vereinten Nationen legen strenge Verfahrensweisen für die Lieferung von Arzneiund Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke in den
Irak und das besetzte Kuwait fest. Verurteilung des
Irak aufgrund von Gewalttaten gegen ausländische
Botschaften und deren Personal im besetzten Kuwait.
Verhängung eines Luftverkehrsembargos gegen den
Irak. In der am 29. Oktober 1990 verabschiedeten
zehnten Resolution gegen den Irak wird gefordert, daß
sich der Irak menschlicher gegenüber Angehörigen
von Drittstaaten und Diplomaten verhält. Darüber
hinaus wird der Irak für die von der Invasion Kuwaits
verursachten Schäden verantwortlich gemacht und
dazu aufgefordert, Geiselnahmen sowie die Mißhandlung und Unterdrückung von Kuwaitern und Bürgern
aus Drittstaaten unverzüglich einzustellen sowie die
Ausreise aller Angehörigen von Drittstaaten und Diplomaten, die dies wünschen, zu gestatten und zu fördern. Ferner wird erklärt, daß der Sicherheitsrat
weitere Maßnahmen im Rahmen der UNO-Charta
ergreifen wird, wenn sich der Irak nicht and die UNResolutionen hält.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien,
Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und Spanien.
Nichteuropäische Staaten
Ägypten
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der Resolutionen 660, 661 und 662 des Sicherheitsrats der
Vereinten Nationen und spricht sich für die Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi-Arabien aus. Hat bereits 5 000 Soldaten zur Verstärkung
der multinationalen Streitmacht nach Saudi-Arabien
geschickt. Geplant ist die Entsendung von zusätzlichen 15 000 Soldaten zusammen mit Panzern und
Schützenpanzern. Ausweisung des irakischen Verteidigungsattaches und zweier weiterer irakischer Diplomaten.
Äthiopien
Präsident Haile Mengistu Haile Mariam kritisiert die
irakische Invasion Kuwaits, fodert die Wiederherstellung der Souveränität Kuwaits und betont "den festen
Standpunkt und die Verurteilung der Einmischung in
die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten" durch
Äthiopien. Unterstützt eine friedliche Beilegung der
Krise.
Algerien
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits. Einhaltung
der UN-Sanktionen gegen den Irak, ausgenommen
Lieferungen von Nahrungsmitteln und Medikamenten
aus humanitären Gründen.
Argentinien
Verurteilt die Invasion Kuwaits durch den Irak und
fordert den Rückzug der Invasionstruppen. Befolgt die
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. Stellt finanzielle Transaktionen mit Irak und Kuwait ein. Entsendet
zwei Kriegsschiffe in die Region. Verhandelt gegenwärtig mit Saudi-Arabien über die Entsendung von
zwei Transportmaschinen der Luftwaffe sowie Bodentruppen.

Westeuropäische Union
Die neun Mitgliedstaaten der WEU verständigen sich
darauf, die Marineoperationen im Nahen Osten auszuweiten und "ihre Operationen eng aufeinander abzustimmen". Darüber hinaus erklären sie sich bereit,
zusammen mit den Vereinigten Staaten Verantwortung für die Durchsetzung der UN-Sanktionen gegen
den Irak zu übernehmen. Vier WEU-Mitglieder - die
Niederlande, Belgien, Italien und Spanien - sowie
Griechenland als Nichtmitglied der WEU kündigen die
Entsendung von Kriegsschiffen in den Nahen Osten
an, die sich den bereits dort stationierten französischen und britischen Luft- und Marineeinheiten anschließen sollen. Die WEU ist eine politische Organisation mit Vertretern aus Belgien, der Bundesrepublik

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Aruba
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak.
Australien
Teilnahme am gemeinsamen Marineeinsatz. Entsendung zweier Lenkwaffenfregatten und eines Versorgungsschiffs sowie eines Sanitätsteams zum Persischen Golf. Abriegelung des Golfs für irakische Schiffe, um die UN-Sanktionen zu unterstützen, ö l - und
Waffenembargo. Einfrieren von Vermögenswerten.
Bahamas
Verurteilung der irakischen Invasion Kuwaits und
Forderung nach Abzug der Invasionsstreitmacht.

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�Einfrieren irakischer und kuwaitischer Vermögenswerte.
Bahrain
Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats verurteilt Bahrain die irakische Invasion in
Kuwait und fordert den vollständigen und bedingungslosen Rückzug der Invasionstruppen. Einfrieren irakischer und kuwaitischer Vermögenswerte. Unterstützung und vollständige Einhaltung der Resolutionen
des UN-Sicherheitsrats. Hat Einheiten seiner Streitkräfte für die multinationale Streitmacht in Saudi-Arabien zur Verfügung gestellt. Hat einer erheblichen
Aufstockung der multinationalen Marine- und Luftstreitkräfte in seinen Einrichtungen zugestimmt. Hat seinen
Botschafter in Kuwait City belassen. Hat Tausende
kuwaitischer Flüchtlinge aufgenommen und ihnen
geholfen.
Bangladesch
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait.
Entsendet über 2 000 Soldaten nach Saudi-Arabien
zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht.
Durchführung der UN-Sanktionen gegen den Irak,
einschließlich des Handels mit Waren und Dienstleistungen und der Lieferung von Tee.

Chile
Wirtschaftssanktionen, Waffenembargo.
China
Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait und
fordert den Rückzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Resolutionen gegen den Irak. Waffenembargo. Einhaltung der Sanktionen zum WirtschaftsSchiffs- und Luftverkehr mit dem Irak dauert an.
Unterstützt die UN-Resolutionen zur Verurteilung der
irakischen Invasion und Annexion Kuwaits und Forderung nach Wirtschaftssanktionen. Lehnt den Einsatz
von Gewalt zur Beilegung der Krise ab. Fordert eine
Lösung der Krise durch die arabischen Staaten.
Costa Rica

'

Zur Unterstützung der UN-Resolutionen gegen den
Irak verurteilt Costa Rica den irakischen Einmarsch in
Kuwait, die Annexion Kuwaits und die irakische Anordnung zur Schließung der Botschaften.
Cote d'lvoire
Unterstützt die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
gegen den Irak.
Ecuador

Belize

Präsident Borja und Außenminister Cordovez haben
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und die Absicht ihrer Regierung bekräftigt, alle UN-ResoluForderung nach Rückzug der Invasionstruppen.
tionen zur Golfkrise vollständig zu befolgen, einschließlich der Wirtschaftssankttonen. Ecuador unterhielt vor
Benin
der Krise jedoch keine Handelsbeziehungen zum Irak,
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und und es bestehen allen Erkenntnissen zufolge keine
Forderung nach unverzüglichem Rückzug der Inva- irakischen oder kuwaitischen Firmen oder Vermögenswerte im Land.
sionstruppen.
Bermuda

El Salvador

Schließt sich den britischen Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak an. Verhängt eigene Finanzsanktionen.

Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und bekräftigt
seine Anerkennung der rechtmäßigen Regierung
Kuwaits unter Führung des Emirs. Fordert den unverzüglichen und bedingungslosen Abzug der irakischen
Truppen aus Kuwait. Vollständige Unterstützung der
Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Bolivien
Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait. Unterstützt die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen
den Irak.
Botswana
Wird den Handel mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait bis zum Abzug der irakischen Truppen aus
Kuwait einstellen.
Brasilien
Öl- und Waffenembargo. Abbruch sämtlicher Handelsbeziehungen, einschließlich Nahrungsmittellieferungen.

Seite 8

•

Gabun
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait, unterstützt
alle UN-Sanktionen gegen den Irak.
Gambia
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Abzug der Truppen.
Guatemala
Uneingeschränktes Wirtschaftsembargo gegen den
Irak und das besetzte Kuwait.

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»

�Guayana

gegen den Irak an. Friert irakische und kuwaitische
Vermögenswerte ein.

unter Berufung auf die irakische Invasion und Annexion Kuwaits "und andere Maßnahmen" - Berichten
zufolge werden 139 Japaner in wichtigen Einrichtungen als "menschliche Schutzschilde" festgehalten seine Einladung an den Irak zurück, am 12. November
an der Krönung von Kaiser Akihito teilzunehmen. Stellt
Finanzhilfe in Höhe von 4 Milliarden Dollar bereit,
davon 2 Milliarden Dollar für die multinationale Streitmacht. Dazu gehören Beiträge zur Unterstützung von
Streitkräften, Ausrüstung und Gerät.
Entsendet
medizinisches Personal auf die Arabische Halbinsel,
das bis zu 100 Personen umfassen wird. Die restlichen
2 Milliarden Dollar sind als Finanzhilfe für die Türkei,
Ägypten und Jordanien bestimmt, um die durch die
irakische Invasion in Kuwait verursachten wirtschaftlichen Härten zu mildem. Stellt weitere 22 Millionen
Dollar an Flüchtlingshilfe bereit. Veröffentlichung
gemeinsamer Erklärungen mit der Sowjetunion und
Großbritannien, in denen der Irak zur Freilassung aller
ausländischen Geiseln und zum Abzug seiner Truppen aus Kuwait aufgefordert wird. Stellt gegenwärtig
ein UN-Friedenskorps auf, das die Entsendung ausgewählten Personals nach Übersee in Zusammenhang
mit Operationen zur Friedenssicherung gestatten würde.

Indien

Jemen

Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Premierminister Singh erklärt, Indien werde zu seiner
in den Vereinten Nationen gegebenen Zustimmung zu
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak stehen. Der
Leiter der Außenhandelsstelle verkündete am 5. Oktober ein vollständiges Handelsverbot mit dem Irak und
Kuwait, außer für "Lieferungen für medizinische Zwekke und Nahrungsmittel, sofern sie zu humanitären
Zwecken bereitgestellt werden".

Wird UN-Sanktionen gegen den Irak einhalten.

Unterstützt die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
gegen den Irak. Unterzeichnet CARICOM-Erklärung
mit der Forderung nach unverzüglichem Rückzug der
irakischen Truppen aus Kuwait.
Haiti
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait.
Honduras

,

Lehnt die irakische Invasion in Kuwait ab und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Bietet die Entsendung eines Truppenkontingents an, das sich der multilateralen Streitmacht am Golf anschließen soll. Hat
an konkreten Maßnahmen zur Durchsetzung der Wirtschaftssanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen den
Irak mitgearbeitet.
Hongkong
Schließt sich den britischen Wirtschaftssanktionen

Indonesien
Einstellung des Handels mit dem Irak, ölembargo.
Verstärkung der eigenen Erdölförderung.
Iran
•
•

Ablehnung der Annexion Kuwaits durch den Irak. Der
Iran erklärt sich zur Steigerung der Ölförderung bereit,
um die Ausfälle im Irak und in Kuwait auszugleichen.
Israel
Unterstützt die UN-Sanktionen gegen den Irak.
Jamaica
Verurteilt die Invasion und befolgt die UN-Sanktionen
gegen den Irak. Unterstützt die von der Organisation
Amerikanischer Staaten ins Leben gerufene Initiative,
im Rahmen derer die irakische Invasion in Kuwait auf
das schärfste verurteilt wird.
Japan
Ölembargo, Einstellung von Handel und Hilfe. Einfrieren kuwaitischer Vermögenswerte in Japan. Zieht
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Jordanien
Beteiligt sich an den UN-Sanktionen gegen den Irak.
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus, jedoch unter "Vorbehalten".
Katar
Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats verurteilt Katar die irakische Invasion in
Kuwait und fordert den Abzug der Invasionstruppen.
Stellt der multinationalen Streitmacht seine militärischen Einrichtungen zur Verfügung.
Kenia
President Moi erklärt, daß Kenia alle Resolutionen des
UN-Sicherheitsrats im Hinblick auf die Invasion Kuwaits unterstützt.
Kolumbien
Vizepräsidentschaft des UN-Sanktionsausschusses,
der die Einhaltung der Sanktionen überwacht.
Korea (Rep.)
Kündigt die volle Unterstützung für die Resolutionen
des UN-Sicherheitsrats gegen den Irak an. Waffenund Ölembargo, Einstellung des Handels, außer mit
Gütern für medizinische oder humanitäre Zwecke.
Ankündigung eines 220-Millionen-Dollar-Pakets zur

Seite 9

�Unterstützung der multilateralen Verteidigungsbemühungen und betroffenen Frontstaaten.

Mauritius

Verurteilt die irakische Invasion und Annexion Kuwaits, fordert den Abzug der Invasionstruppen und die
Freilassung aller Ausländer im Irak und in Kuwait.
Befolgung der UN-Sanktionen gegen den Irak.
Befolgt die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zum
Irak und hat Maßnahmen ergriffen, um alternative
Laos
Versorgungsquellen für bisher aus Kuwait importiertes
Verurteilt in einer Erklärung den irakischen Einsatz von öl zu sichern.
Gewalt und fordert den unverzüglichen Abzug des Irak
Marokko
aus Kuwait.
Kuba

Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait. Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiStimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UN- Arabien aus. Hat etwa 1 200 Soldaten nach SaudiResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die Arabien und 5 000 in die Vereinigten Arabischen Emirate
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi- zur Verstärkung der multinationalen Streitmacht entsandt. Ausweisung zweier irakischer Beamter aus
Arabien aus.
Marokko als Vergeltung für die irakische Entscheidung
Lesotho
zur Schließung der marokkanischen Botschaft in Kuwait
und die Festsetzung seiner Diplomaten im Irak. Bemüht
Der Vorsitzende des Militärrats und des Ministerrats, sich auf diplomatischem Wege aktiv um eine BeileGeneralmajor J. M. Lekhanya erklärt, die irakische gung der Krise, die den Forderungen der Vereinten
Invasion habe eine neue und völlig unannehmbare Nationen gerecht wird.
Lage am Golf verursacht. Der Generalversammlung
der Vereinten Nationen teilt er mit, daß Lesotho "die- Mexiko
sen Akt nicht nur als illegal und den vorherrschenden
Geist internationaler Entspannung vergiftend, son- Plant die Steigerung der ölförderung um 100 000
dern auch als gefährlichen Präzedenzfall für die wei- Barrel pro Tag in den nächsten zwei Monaten.
tere Existenz und Sicherheit kleiner Staaten" verurMyanmar
teilt.
Libanon

Macao
Befolgt die UN-Sanktionen.
Madagaskar
Präsident Ratsiraka verurteilt am 5. August die irakische Invasion Kuwaits und bekundet seine Zustimmung zu den Maßnahmen des Sicherheitsrats.
Malaysia
Unterstützt die UN-Resolution über Sanktionen gegen
den Irak. Vollständige Einhaltung der Sanktionen,
Einfrieren kuwaitischer Vermögenswerte. Erhöht die
ölproduktion um 55 000 Barrel pro Tag auf die Höchstmenge von 650 000 Barrel pro Tag, um den Bedarf der
Länder zu decken, die von irakischem und kuwaitischem öl abhängen. Spendet für die Flüchtlingshilfe
in Jordanien Nahrungsmittel im Wert von 100 000
Dollar.
Malediven
Fordern den Abzug irakischer Truppen aus Kuwait.
Mall
Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait.

Seite 10

,

Wird die Resolutionen der Vereinten Nationen zum
Irak befolgen.
Nepal
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UNSanktionen gegen den Irak.
Niederländische Antillen
Einfrieren irakischer Vermögenswerte, Einstellung des
Zahlungsverkehrs mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait.

•

Neuseeland

»

Verbot von Exporten in den Irak, geplantes Verbot von
Importen. Umleitung der Nahrungsmittellieferungen,
die sich auf dem Weg in den Irak befinden. ölembargo,
friert irakische Vermögenswerte ein. Stellt den Vereinten Nationen für den Einsatz am Golf zwei Transportflugzeuge zur Verfügung. Spendet Milchpulver für
Flüchtlinge aus dem Irak und Kuwait. Übernimmt die
Wartung von Transportflugzeugen für die Evakuierung
von Flüchtlingen nach Pakistan und Manila. Bietet den
Vereinten Nationen zwei zivile Flugzeuge mit Besatzungen und dem Internationalen Komitee vom Roten
Kreuz ein 40köpfiges ziviles medizinisches Versorgungsteam für den Einsatz in Saudi-Arabien an.

AMERIKA DIENST 45

�Nicaragua

Paraguay

Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait und fordert
den Abzug der Invasionstruppen.

Verurteilt die Invasion Kuwaits durch den Irak. Untersagt jeglichen Handel, alle finanziellen Transaktionen
und Geschäftsbeziehungen mit dem Irak. Die Abgeordnetenkammer verabschiedet einstimmig eine Resolution, in der die irakische Invasion verurteilt und die
UN-Sanktionen unterstützt werden.

Nigeria
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Truppenabzug, plant eine Steigerung derölförderung um 200 000 Barrel pro Tag (vorbehaltlich der
Zustimmung anderer OPEC-Staaten). Unterstützt die
Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, in denen der
Irak zum Abzug aus Kuwait aufgefordert wird. Begrü ßt
alle friedlichen Bemühungen zur Beilegung der Krise.

Peru
Unterstützung und Einhaltung aller Resolutionen der
Vereinten Nationen zum Irak.
Philippinen

Oman
Die omanische Botschaft in Kuwait bleibt geöffnet, und
das Sultanat erkennt die irakische Besetzung Kuwaits
in keiner Weise an. Oman hat seine Unterstützung der
Arabischen Liga, des Golf-Kooperationsrats und der
UN-Resolutionen versichert und fordert den Abzug der
Invasionstruppen.

Pakistan
Im politischen Bereich unterstützt Pakistan die Resolutionen und Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen den Irak. Die Regierung hat die Behörden angewisen, die Sanktionen durchzuführen und etwa 2 000
Soldaten zur Verteidigung Saudi-Arabiens entsandt.
Einstellung des Luft- und Seeverkehrs mit dem Irak
und dem besetzten Kuwait. Schließt sich dem Appell
von sechs nichtarabischen islamischen Staaten Asiens
an Saddam Hussein an, sich in Einklang mit den UNResolutionen aus Kuwait zurückzuziehen. Verpflichtet
sich zur Entsendung weiterer 3 000 Soldaten nach
Saudi-Arabien, so daß die Gesamtstärke einer Infanteriebrigade mit Unterstützungseinheiten erreicht wird.
Das zweite Kontingent steht bereit, ist jedoch noch
nicht verlegt worden, da die Arrangements mit SaudiArabien im Hinblick auf Transport und logistische
Unterstützung noch nicht abgeschlossen sind.
Panama
Unterstützt Sanktionen. Verbietet Handelsschiffen die
Ladung oder das Löschen jeder Art von Waren aus
dem Irak oder Kuwait. Die Bankaufsichtsbehörde
erläßt Vorschriften für die Behandlung irakischer und
kuwaitischer Vermögenswerte. Der irakischen Schiffahrt
wird die Durchquerung des Panamakanals gestattet.

Erkennen den bindenden Charakter der Sanktionen
an, ölembargo.
Salomonen
Führen Wirtschaftssanktionen gegen den Irak durch.
Saudi-Arabien
In internationalen Foren, der Arabischen Liga und im
Golf-Kooperationsrat hat Saudi-Arabien den irakischen
Einmarsch in Kuwait verurteilt und den bedingungslosen und unverzüglichen Abzug der Invasionstruppen
gefordert. Bittet eine multinationale Streitmacht, darunter Streitkräfte der Vereinigten Staaten, um Unterstützung zur Verteidigung Saudi-Arabiens. Der Transport irakischen Erdöls durch Saudi-Arabien wird eingestellt. Erhöht die ölförderung, um die Ausfälle in Irak
und Kuwait auszugleichen. Saudi-Arabien hat sämtliche von der UN gegen den Irak verhängten Sanktionen
ohne wenn und aber verwirklicht.
Senegal
Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait und
fordert den bedingungslosen Abzug der Invasionstruppen sowie die Wiederherstellung der legitimen Regierung Kuwaits. Entsendet am 17. September 500
Soldaten nach Saudi-Arabien. Einhaltung der UNSanktionen, Einfrieren irakischer und kuwaitischer
Vermögenswerte, ausgenommen der Mittel für den
Weiterbetrieb der Botschaften.
Simbabwe
Stellt den Handel mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait ein, setzt alle bilateralen Abkommen mit dem
Irak außer Kraft.
Singapur

Papua Neuguinea
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits aufs schärfste
und unterstützt die UN-Resolutionen, mit denen die
Souveränität und Integrität Kuwaits wiederhergestellt
werden soll.

AMERIKA DIENST 45

Wirtschaftsembargo gegen den Irak und das besetzte
Kuwait. Transaktionen der rechtmäßigen Besitzer
kuwaitischer Vermögenswerte werden bei Erfüllung
bestimmter Kriterien gestattet.

Seite 11

�Sri Lanka

Togo

Wird alle erforderlichen Schritte unternehmen, um die
Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen gegen
den Irak durchzusetzen.

Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und erklärt
seine Unterstützung für die Resolution des UN-Sicherheitsrats, in der der Abzug des Irak aus Kuwait gefordert wird. Begrüßt alle Bemühungen zur friedlichen
Beilegung der Krise.

Sudan
Der Sudan "zollt der Charta der Vereinten Nationen
Respekt und bekundet seine Verpflichtung zu den

Trinidad/Tobago

Südafrika

Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UNSanktionen gegen den Irak.

Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den unverzüglichen Abzug der irakischen Streikräfte. Tunesien
Präsident de Klerk bekräftigt später im Weißen Haus,
daß Südafrika die irakische Aggression auf das schärf- Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
ste ablehnt.Resolutionen" 660, 661, 663 und 665.
Erklärt seine Bereitschaft, alle Resolutionen des UNSicherheitsrats bezüglich des Irak einzuhalten, einSurinam
schließlich der Handelssanktionen. Friert irakische
Verurteilt die irakische Invasion und Annexion Ku- Vermögenswerte ein und beschränkt den zivilen Luftwaits. Wird die Wirtschafts- und Finanzsanktionen verkehr. Tunesische Diplomaten bleiben in der Botschafterresidenz in Kuwait.
der Vereinten Nationen gegen den Irak einhalten.
Swasiland

Uganda

Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen
erklärt Premierminister Diamini am 5. Oktober seine
uneingeschränkte Unterstützung für die Resolutionen
des Sicherheitsrats zur Golfkrise. Er verurteilt die
irakische Invasion und Geiselnahme und fordert den
Irak zum Abzug aus Kuwait auf.

Fordert den Abzug der irakischen Streitkräfte aus
Kuwait. Unterstützt die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zur Verhängung von Sanktionen gegen den
Irak.
Uruguay

Verurteilt den Einsatz von Gewalt durch den Irak und
fordert den UN-Sicherheitsrat auf, Frieden und Sicherheit in der Region wiederherzustellen. Befolgt die
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNSanktionen der Vereinten Nationen gegen den Irak
Resolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
und wird jedes Angebot kostenlosen Öls aus dem Irak
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudiablehnen. Untersucht die Möglichkeit der Entsendung
Arabien aus. Syrien unterhält 4 000 Soldaten der
von Truppen an den Golf für den Fall, daß dies
Landstreitkräfte in Saudi-Arabien und den Vereinigten
angebracht und notwendig ist und realistisch zur raArabischen Emiraten als Teil der multinationalen Streitschen Beilegung der Krise beitragen könnte.
macht. Zusätzlich werden 10 000 Soldaten und 300
Panzer entsandt.
Vereinigte Arabische Emirate
Syrien

Taiwan

Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-KoopeLehnt die irakische Invasion Kuwaits energisch ab und rationsrates verurteilen die Vereinigten Arabischen
spricht sich für die Unterstützung der UN-Sanktionen Emirate die irakische Invasion in Kuwait und fordern
gegen den Irak aus. Erklärt, in Taiwan befänden sich den bedingungslosen und unverzüglichen Abzug der
keine irakischen Vermögenswerte, stoppt die Liefe- Invasionstruppen sowie die Wiederherstellung der
rung aller in Taiwan hergestellten Waren in den Irak, legitimen Regierung Kuwaits. Gewähren den Vereiunterbindet Erdölimporte aus dem Irak. Erklärt am 24. nigten Staaten und anderen an der Operation WüstenSeptember, daß Taiwan den Frontstaaten im Nahen schild beteiligten Ländern die umfassende Nutzung
Osten - Jordanien, der Türkei und Ägypten - Direkthilfe von militärischen Einrichtung und Unterstützung.
Rigorose Durchführung aller von der UNO beschlossein Höhe von 30 Millionen Dollar gewähren wird.
nen Sanktionen gegen den Irak und Erhöhung der
Ölförderung, um die Ausfälle in Irak und Kuwait wettTansania
zumachen. Stellen femer 1 Milliarde Dollar bereit, um
Bekundet seine Ablehnung der irakischen Invasion in von den Sanktionen betroffene Staaten zu unterstütKuwait und fordert den unverzüglichen Abzug der zen.
Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Sanktionen gegen
den Irak.

Seite 12

AMERIKA DIENST 45

�Vanuatu

Venezuela

Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Erklärt die vollständige Einhaltung aller UN-Sanktionen gegen den Irak,

Unterstützt die UN-Sanktionen gegen den Irak. Wird
im Dezember 1990 die ölförderung auf 500 000 Barrel
pro Tag erhöhen.

*

AMERIKA DIENST 45

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*

Seite 13

�LANDWIRTSCHAFT
14. November 1990

DER US-LANDWIRTSCHAFTSVORSCHLAG
BEI DER URUGUAY-RUNDE
Eine Übersicht

WASHINGTON - (AD) - Die Vereinigten Staaten haben
am 15. Oktober 1990 bei der Uruguay-Runde von
Verhandlungen im Rahmen des Allgemeinen Zoll- und
Handelsabkommens ihren Vorschlag für die Liberalisierung des Handels mit Agrarprodukten vorgelegt. Im
Gegensatz zu früheren amerikanischen Vorschlägen
fordert der amerikanische Entwurf nicht mehr den
stufenweisen, vollständigen Abbau aller handelverzerrenden Subventionen, er geht jedoch immer noch weit
über den EG-Vorschlag hinaus.
Das amerikanische Papier folgt einem vom Vorsitzenden der Agrarverhandlungsgruppe, Aart de Zeeuw,
erarbeiteten Textentwurf. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten verständigten sich beim Wirtschaftsgipfel in Houston im Juli
darauf, den de Zeeuw-Text als Mittel zur Intensivierung der Landwirtschaftsverhandlungen zu benutzen.
Der amerikanische Vorschlag fordert eine 90prozentige Reduzierung der Exportsubventionen sowie einen
75prozentigen Abbau von Importschranken und Beihilfen im Inland, die innerhalb von zehn Jahren verwirklicht werden sollen.
Der EG-Vorschlag befürwortet eine 30prozentige
Kürzung der landwirtschaftlichen Beihilfen ohne eine
konkrete Verpflichtung zur Reduzierung der Exportsubventionen. Dazu gehört eine "Ausgleichsbestimmung", mit der die protektionistischen Maßnahmen
der EG in einigen Bereichen sogar noch verschärft
würden, damit die Beihilfen in anderen Sektoren abgebaut werden können.
Dieser "Ausgleich" ist für die Vereinigten Staaten, die
Caims-Gruppe und zahlreiche Entwicklungsländer,
deren Exporte von Getreidesubstituten durch höhere
Handelsschranken der EG reduziert oder gänzlich
ausgeschlossen würden, nicht akzeptabel.
AMERIKA DIENST 45

Der amerikanische Plan sieht die folgenden vier Hauptelemente vor:
Exportsubventionen Exportsubventionen für primäre landwirtschaftliche Erzeugnisse sollen innerhalb
von zehn Jahren um 90 Prozent verringert werden.
Exportsubventionen für verarbeitete landwirtschaftliche Produkte würden innerhalb von sechs Jahren
abgeschafft. Zu den betroffenen Subventionsprogrammen würden zum Beispiel direkte Finanzbeihilfen
für Exporteure gehören, mit denen ein Ausgleich zwischen dem Binnenmarktpreis im Exportland und dem
Weltmarktpreis geschaffen würde, Leistungen an
Erzeuger, die diesen einen höheren Ertrag einbringen
als der Weltmarktpreis für das betreffende Produkt,
Beihilfen zur Senkung der Transport- oder Vermarktungskosten, staatliche Exportkredite, die unter den
marktüblichen Sätzen liegen sowie die Vorzugsbesteuerung von Exporten.
Marktzugang Sämtliche nichttarifären Handelsschranken würden in gebundene Zölle umgewandelt. Alle
bestehenden Zölle wären gebunden. Ein gebundener
Zoll kann später nicht mehr erhöht werden. Diese
gebundenen Zölle würden innerhalb von zehn Jahren
um durchschnittlich 75 Prozent abgebaut, und der
Zollsatz für einzelne Erzeugnisse darf 50 Prozent nicht
überschreiten. Unter gewissen Bedingungen könnten
für Produkte, die gegenwärtig von nichttarifären Importschranken betroffen sind, Mindestzugangsverpflichtungen aufgestellt werden, die auf der Basis der Durchschnittssätze von 1991-92 in den folgenden zehn
Jahren um 75 Prozent erhöht würden, wobei ein Zollquotenmechanismus angewendet würde. (Das heißt,
daß über einer bestimmten Importmenge eines Produkts zwar zusätzliche Importe zulässig sind, diese
jedoch einem höheren Zollsatz unterliegen.) Diese

Seite 1

�Zollquoten würden mit dem Ende der Zehnjahresfrist
auslaufen.
Nationale Beihilfen Die am stärksten handelsverzerrenden nationalen Stützungsmaßnahmen - mit direktem Einfluß auf Produktion oder Preis eines bestimmten Erzeugnisses - würden innerhalb von 10 Jahren um
75 Prozent reduziert. Weniger handelsverzerrende
Maßnahmen in den Industrieländern würden um 30
Prozent abgebaut. Für Entwicklungsländer würden
gesonderte Kriterien festgelegt
Gesundheits- und Pflanzenschutzbestimmungen
Es würden Regelungen eingeführt, mit denen sichergestellt wird, daß tiermedizinische und pflanzenschutzrechtliche Bestimmungen nur auf gesundheitlichen
Erwägungen basieren und keine Handelsschranken
darstellen.

bestimmte Produkten gestatten, wenn deren hemische Industrie durch Importwellen oder Preisschwankungen beeinträchtigt wird.
Gleichzeitig stünde es den Regierungen weiterhin frei,
ein breites Spektrum von Maßnahmen anzuwenden,
um nationale Zielsetzungen in der Landwirtschaft zu
verwirklichen, darunter etwa Einkommensbeihilfen,
Umweltschutz, Flächenstillegung, Nahrungsmittelhilfe im Inland, Vermarktung, Forschungs- und Berichtstätigkeit, solange diese Programme so geplant und
umgesetzt werden, daß der Handel minimal beeinträchtigt wird.

Außer in Fällen, in denen ein Entwicklungsland als
Nettoexporteur eines bestimmten Produkts auftritt,
würde diesen Ländern eine längere Frist zur Öffnung
ihrer Märkte für Importe eingeräumt als den Industriestaaten. Entwicklungsländer mit einem durchschnittDer amerikanische Vorschlag fordert Japan und ande- lichen Pro-Kopf-Einkommen über 2 500 Dollar im Zeitre Länder, die vollständige Importverbote für bestimm- raum 1986-88 würden ihre Importschranken innerhalb
te Agrarprodukte aufrechterhalten, auf, im ersten Jahr von 10 Jahren um 75 Prozent abbauen. Länder mit
des Abkommens bei diesen Produkten einen minde- einem Pro-Kopf-Einkommen von 501 bis 2 500 Dollar
stens dreiprozentigen Importanteil auf ihren Binnen- würden 12 Jahre Zeit haben, um diese 75prozentige
märkten zu gestatten und diesen Mindestanteil bis Reduzierung durchzuführen, während Länder mit eizum Ende der zehnjährigen Einführungsphase auf nem Pro-Kopf-Einkommen von 500 Dollar oder darunetwa 6 Prozent zu steigern.
ter den Übergang innerhalb von 15 Jahren vollziehen
könnten.
Der amerikanische Vorschlag würde ferner einzelnen
Ländern die vorübergehende Erhöhung ihrer Zölle auf

* * *

Seite 2

AMERIKA DIENST 45

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t

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              <text>&lt;strong&gt;1. KSE&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Verhandlungen über konventionelle Streitkräfte in Europa&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht des ACDA&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Golfkrise&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Internationale Reaktionen auf die irakische Invasion Kuwaits&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht über wirtschaftliche und politische Maßnahmen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Landwirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der US-Landwirtschaftsvorschlag bei der Uruguay-Runde&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht&lt;/em&gt;</text>
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