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U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

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7. November 1990

44

GOLFKRISE

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse
vom 1. bis 15. Oktober 1990
DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse
vom 17. bis 30. Oktober 1990

TERRORISMUS

IRAKS UNTERSTÜTZUNG DES TERRORISMUS
Übersicht des Weißen Hauses

UMWELT

DAS GESETZ ZUR LUFTREINHALTUNG UND
SEINE AUSWIRKUNGEN AUF
KRAFTFAHRZEUGE, INDUSTRIE
UND KRAFTWERKE
Eine Übersicht

Die in der vergangene Woche angekündigte Chronologie der Ereignisse am Golf vom
1.-15. Oktober wird aufgrund eines technischen Versehens in der heutigen Ausgabe
nachgeliefert

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 23 66
Telex: 8-85432

�GOLFKRISE
7. November 1990

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom 17. bis 30. Oktober 1990
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend führen wir die Chronologie der Ereignisse am Golf für die Zeit vom 17. bis
30. Oktober fort.

17. Oktober
Außenminister Baker erklärt vor dem Auswärtigen
Ausschuß des Senats, die Iraker "löschen Kuwait als
Land und als Gesellschaft aus". Die Vereinigten
Staaten streben Baker zufolge nach einer "friedlichen
politischen und diplomatischen Lösung" für die Lage
am Golf. "Wir können die Möglichkeit des Einsatzes
von Gewalt nicht ausschließen ... wir haben sie aber
auch nicht bewußt herbeigeführt."
18. Oktober
In einem nach einem zweitägigen Arbeitsbesuch in
Nigeria veröffentlichten gemeinsamen Kommunique
fordern Präsident Gnassingbe Eyadema aus Togo und
Präsident Ibrahim Babangidaaus Nigeria den Irak zum
Abzug aus Kuwait auf und bekunden ihre Unterstützung für die Resolution des UN-Sicherheitsrats, in der
alle friedlichen Bestrebungen zur Lösung der Golfkrise
begrüßt werden.
19. Oktober
Einer amtlichen Bekanntmachung aus Bagdad zufolge
stellt der Irak Ausländern, die im irakisch besetzen
Kuwait leben, ein zweiwöchiges Ultimatum, um sich
bei den Einwanderungsbehörden registrieren zu lassen, andernfalls würden sie bestraft. Gründe für diese
Maßnahme werden nicht genannt.
20. Oktober
Die Interparlamentarische Union (IPU) fordert den
"unverzüglichen Abzug der irakischen Truppen aus
Kuwait" und fordert "alle Parlamentarier und Regierungen" auf, die neun bisher verabschiedeten Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu unterstützen und

AMERIKA DIENST 44

das Embargo gegenüber Bagdad strikt zu befolgen.
Die IPU ist eine der ältesten internationalen Organisationen der Welt. Mehr als 450 Parlamentsabgeordnete
aus 88 Ländern trafen sich in Montevideo. Die Resolution der IPU bezeichnet Iraks Invasion als "Akt der
Aggression", der"die Integrität jedes Landes der internationalen Staatengemeinschaft bedroht".
22. Oktober
König Fahd erklärt, Saudi-Arabiens Haltung gegenüber "Iraks krimineller Aggression gegenüber Kuwait
ist entschlossen, unwiderruflich, eindeutig und unzweifelhaft." Dem König zufolge ist diese Haltung in all
ihren Punkten kein Gegenstand von Verhandlungen.
Der französische Verteidigungsminister Chevenement
und US-Verteidigungsminister Cheney erklären in einer
gemeinsamen Pressekonferenz, die Vereinigten Staaten und Frankreich seien gleichermaßen der Meinung,
daß Saddam Hussein im Einklang mit den UN-Resolutionen zum Persischen Golf seine Streitkräfte aus
Kuwait abziehen muß.
23. Oktober
Präsident Bush bekräftigt in seinen Reden in New
Hampshire und in Vermont, im Hinblick auf die irakische Aggression "kann es niemals einen Kompromiß
geben". Er beschuldigt Saddam Hussein, "kleine
Botschaften in Kuwait auszuhungern" und erklärt, der
Akt "ist eine grobe Verletzung der Menschenwürde".
Bush nennt die irakischen Greueltaten "Verbrechen
gegen die Menschlichkeit", die Grundlage von Gerichtsverfahren im Stil der Nürnberger Prozesse nach
dem Zweiten Weltkrieg sein könnten, in denen die
Nazi-Kriegsverbrecher abgeurteilt wurden.

Seite 1

�25. Oktober

29. Oktober

Verteidigungsminister Cheney erklärt, die Vereinigten
Staaten würden unter Umständen zusätzliche Truppen an den Golf schicken.

Mit 13:1 Stimmen bei Enthaltung von Kuba und Jemen
verabschiedet der UN-Sicherheitsrat die Resolution
674, seine zehnte Resolution mit dem Ziel, den Irak
zum Abzug aus Kuwait zu zwingen. Diese Maßnahme
26. Oktober
fordert ein sofortiges Ende der Geiselnahmen und
appelliert an den Irak, für unverzüglichen Zugang zu
CIA-Direktor William Webster erklärt, der Golf könne
Nahrungsmitteln, Wasser und elementaren Dienstleisolange nicht sicher sein, wie Saddam Hussein den
stungen zu sorgen, die zum Schutz von Kuwaitern und
Irak regiert. Er deutet an, daß es zur Aufrechterhaltung
Angehörigen von Drittstaaten, einschließlich von Dides Friedens erforderlich sein könnte, das Waffenarplomaten, in Kuwait erforderlich sind. Die Resolution
senal des Irak zu zerstören. Vertreter des Pentagon
stellt fest, daß der Irak für sämtliche durch die Invasion
stellen fest, die Vereinigten Staaten beabsichtigten bis
Kuwaits verursachten Verluste haftbar gemacht wird.
zum Jahresende die Entsendung von mindestens 50 000
Sie betont die dringende Notwendigkeit des unverzügbis vielleicht sogar 100 000 zusätzlichen Soldaten
lichen und bedingungslosen Abzugs aller irakischen
sowie mehreren hundert weiteren Panzern in den
Truppen aus Kuwait, der Wiederherstellung von SouNahen Osten.
veränität, Unabhängigkeit und territorialer Integrität
Das bulgarische Parlament beschließt, eine aus Frei- Kuwaits sowie der Autorität seiner legitimen Regiewilligen bestehende Militäreinheit zu entsenden, die rung.
sich als Teil der UN-Bemühungen gegen den Irak der
multinationalen Streitmacht am Golf anschließen soll. Außenminister Baker erklärt, daß der irakische PräsiDie Freiwilligen, zu denen auch Ärzte und Sanitätsper- dent Saddam Hussein "sich der Tatsache bewußt
sonal gehören werden, sollen eine Einheit für Abwehr- werden muß, daß der Geduld der internationalen
Staatengemeinschaft Grenden gesetzt sind". In einer
maßnahmen gegen chemische Kriegführung bilden.
Rede in Los Angeles stellt Baker fest, Saddam HusDie Generalversammlung der Internationalen Zivilluft- sein müsse darüber hinaus erkennen, daß er im Falle
fahrtorganisation (ICAO) verabschiedet eine einmüti- eines Einsatzes von chemischen oder biologischen
ge Resolution, derzufolge die Mitgliedstaaten weder Waffen "mit den schlimmsten Folgen rechnen muß.
Ersatzteile noch Dienstleistungen für die nach der Wir können den möglichen Einsatz von Gewalt nicht
Invasion Kuwaits durch den Irak beschlagnahmten 15 ausschließen, falls der Irak Kuwait weiterhin besetzt
kuwaitischen und 1 britisches Flugzeug zur Verfügung hält."
stellen dürfen. Diese technische UNO-Behörde mit
Sitz in Montreal, die alle Aspekte der internationalen 30. Oktober
Zivilluftfahrt regelt, verurteilt die Plünderung des interDie Gründung einer neuen irakischen Oppositionsparnationalen Flughafens von Kuwait durch den Irak seit
tei, der Ummah-Partei, in der die meisten der 17
der Invasion am 2. August.
irakischen politischen Gruppierungen außerhalb des
Irak zusammengeschlossen sind, wird von ihrem
27. Oktober
Präsident, Sad Salih Jabr, bekanntgegeben. In einer
Der amerikanische Kongreß stimmt einem Schulden- in London veröffentlichten Presseerklärung bekräftigt
moratorium für Ägypten bis zum 31. März 1991 zu und Jabr "de Ablehnung der Übergriffe von Saddam Hussein
ermächtigt den Präsidenten, Ägypten sämtliche Schul- sowohl innerhalb als auch außerhalb Kuwaits durch
den einseitig zu erlassen, falls er zu dem Schluß das irakische Volk". Ziel der neuen Ummah-Partei ist
kommt, daß dies lebenswichtig für die nationale Si- Jabr zufolge die Gewährleistung individueller und
cherheit der Vereinigten Staaten ist und unter Berück- gesellschaftlicher Freiheit sowie die Achtung der
sichtigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Nachbarstaaten des Irak und des Völkerrechts.
Golfkrise auf die ägyptische Volkswirtschaft.

*

Seite 2

*

* *

AMERIKA DIENST 44

�GOLFKRISE
31. Oktober 1990

DIE GOLFKRISE
Chronologie der Ereignisse vom 1. bis 15. Oktober
Nachfolgend veröffentlichen wir eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse im Zusammenhang mit der
Golfkrise für den Zeitraum vom 1. bis 15. Oktober 1990.

1. Oktober
Der US-Senat verabschiedet eine Resolution, in der
Präsident Bushs Bestrebungen, "die irakische Aggression abzuschrecken", unterstützt werden.
3. Oktober
Die bei den Vereinten Nationen zusammentretenden
Außenminister der Organisation der Islamischen
Konferenz (OIC) verurteilen die irakische Invasion
Kuwaits auf das schärfste, erklären die Annexion für
null und nichtig und fordern die Befolgung der Resolutionen des Sicherheitrats durch den Irak.

Amnesty International beschuldigt irakische Soldaten,
seit der irakischen Invasion Kuwaits am 2. August
unzählige Menschen gefoltert und exekutiert zu haben, unter anderem halbwüchsige Jungen. Der Bericht basiert auf Interviews mit vielen Menschen, die
aus Kuwait geflohen sind sowie mit Opfern und Augenzeugen von Mißhandlungen, die von zwei Vertretern
von Amnesty International in Bahrain interviewt wurden.
4. Oktober
Das irakische Fernsehen zeigt Saddam Hussein bei
seiner angeblich ersten Reise in das besetzte Kuwait.

Im Abschlußkommunique der OIC erklären die Minister ihre einhellige Unterstützung und Solidarität für
den Emir von Kuwait, das Königreich Saudi-Arabien
und andere Golf Staaten, die ausländische Streitkräfte
um Hilfe zur Verteidigung ihres Landes ersucht haben.

In einem Brief an den UN-Generalsekretär beschuldigt
die kuwaitische Exilregierung die irakischen Besetzer
der Durchführung einer Kampagne zur Veränderung
der Bevölkerungsstrukturen in Kuwait.

Das Kommunique fordert den Irak weiterhin auf, "seine
Repressionskampagne im besetzten kuwaitischen
Territorium unverzüglich aufzugeben, umgehend alle
festgehaltenen Bürger von Drittstaaten und Geiseln
freizulassen und deren sichere und ehrenvolle Rückkehr in ihre Heimatländer zu veranlassen".

Mehr als 100 Außenminister und Leiter von UN-Delegationen der Blockfreien-Bewegung veröffentlichen
eine Erklärung, in der die irakische Vorgehensweise
am Golf als "unannehmbar" bezeichnet und der unverzügliche und bedingungslose Abzug aus Kuwait gefordert wird. Alle Länder werden darin aufgefordert, "die
Bestimmungen der einschlägigen Resolutionen des
Sicherheitsrats streng zu befolgen".

Die Stimme Amerikas (VOA) überträgt erstmals täglich Botschaften der Familien an die im Irak und Kuwait
festgehaltenen Amerikaner.
Ein Abgesandter des sowjetischen Präsidenten Gorbatschow fährt in den Nahen Osten. Tass zufolge wird
General Jewgeni Primakow sowohl Bagdad als auch
Amman besuchen, wo er mit König Hussein und PLOChef Arafat zusammentreffen soll.

AMERIKA DIENST 43

5. Oktober
Der sowjetische Sonderbotschafter Jewgeni Primakow, Mitglied von Michail Gorbatschows Präsidialrat,
überbringt beim zweiten Treffen hochrangiger Vertreter beider Länder seit der irakischen Invasion in Kuwait
einen Brief des sowjetischen Präsidenten an den irakischen Präsidenten Saddam Hussein.

Seite 1

�Die Palästinensische Volksarmee/Schwarze- PantherEinheit erklärt in Zypern, ein Angriff auf den Irak werde
die "unverzügliche Vergeltung zu Lande, zur See und
in der Luft" zur Folge haben. Die in Bagdad ansässige
Arabische Befreiungsfront stellt fest, sie werde "energisch und unverzüglich mit machtvollen Schlägen
antworten".

Flüchtlingen aus Kuwait, die über irakische Gewalttaten gegen Kuwait und gegen irakische Staatsbürger
berichten.

Zum Abschluß eines sechstägigen Besuchs in den
Vereinigten Staaten auf Einladung des Vorsitzenden
der Vereinigten Stabschefs, Colin Powell, erklärt der
sowjetische Generalstabsschef Michail Moissejew, die
Sowjets unterstützten die von den Vereinten Nationen
gegen den Irak verhängten Wirtschaftssanktionen,
einschließlich der Luftblockade.

10. Oktober

Verteidigungsminister Cheney stellt fest, daß der Irak
"mehr als 350 000 Soldaten - über 20 Divisionen" im
besetzten Kuwait und im südlichen Irak stationiert hat.
Cheney erklärt, daß sich 25 Staaten - darunter Ägypten, Syrien, Marokko und andere arabische Staaten an der Stationierung von Luft-, See- und Landstreitkräften beteiligt haben.
9. Oktober
In einer von Radio Bagdad ausgestrahlten Botschaft
behauptet Saddam Hussein, der Irak habe eine neue
Rakete (die Steinschleuder oder AI Hajar) entwickelt,
die mit ihrer Reichweite in der Lage sei, die 300 000 zur
Verteidigung des Landes gegen eine mögliche irakische Aggression in Saudi-Arabien stationierten Soldaten der multinationalen Streitmacht zu treffen. Er tut
dies nach Zusammenstößen zwischen israelischen
Sicherheitskräften und palästinensischen Demonstranten in Jerusalem am 8. Oktober und fordert Israel und
die Vereinigten Staaten auf, sich aus arabischen
Gebieten zurückzuziehen.
Das US-Außenministerium berichtet, daß die Iraker
weitere drei Amerikaner im besetzten Kuwait festgenommen haben und jetzt mindestens 104 Amerikaner
vom Irak festgehalten werden.
Japan widerruft seine Einladung an den Irak zur Entsendung eines hochrangigen Vertreters zur Inthronisierung Kaiser Akihitos am 12. November. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärt, "angesichts der
irakischen Invasion und Annexion Kuwaits sowie anderer
Handlungen wurde die Einladung an den Irak zurückgezogen".
Der kuwaitische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Scheich Saud Nasir al-Sabah, berichtet dem
amerikanischen Kongreß, daß irakische Soldaten die
Zivilbevölkerung Kuwaits terrorisieren, sich an Massenexekutionen ohne Gerichtsverfahren, Vergewaltigungen sowie der Plünderung und Verwüstung seines
Landes beteiligten. AI Sabah sagt vordem Menschenrechtsausschuß des Repräsentantenhauses aus,
zusammen mit Zeugen von Amnesty International und

Seite 2

Bolivien kündigt an, daß das Land aufgrund eines
Überfalls irakischer Truppen im vergangenen Monat
seine Botschaft in Kuwait schließen wird.

Dem US-Außenministerium zufolge holen die irakischen Behörden 17 amerikanische Staatsbürger und
deren Familienangehörige aus einer Chartermaschine, mit der Amerikaner und Ausländer aus Kuwait und
dem Irak evakuiert werden. Die übrigen 271 Amerikaner und deren Familienangehörige fliegen an Bord des
von der US-Regierung gecharterten Flugzeugs der
Iraqi Airways nach London.
12. Oktober
Der kuwaitische Botschafter Mohammad Abulhasan
bittet den UN-Generalsekretär, die Lieferung von dringend benötigten Medikamenten nach Kuwait zu veranlassen. Abulhasan zufolge ist die kuwaitische Regierung "alarmiert über die Zahl der Todesfälle infolge
mangelnder Arzneimittel", insbesondere Insulin, Antibiotika und Blutplasma, da die Arzneimittelvorräte in
der Woche nach der Invasion von den irakischen
Streitkräften beschlagnahmt wurden.
13. Oktober
Die politisch Verantwortlichen in Kuwait kommen vom
1 3 . - 1 5 . Oktober 1990 in Dschidda (Saudi-Arabien)
zusammen, um Wege zur Befreiung ihres Landes zu
erörtern und dem irakischen Präsidenten Saddam
Hussein zu signalisieren, daß die irakische Invasion
und Annexion Kuwaits keinen Bestand haben wird.
"Wir sollten unsere Aufmerksamkeit auf das Kuwait
der Zukunft lenken", erklärt der Emir von Kuwait vor
1 200 kuwaitischen Zuhörern beim Volkskongreß und
betont, daß demokratische Reformen in die Wege
geleitet werden. 700 ehemalige Minister und Parlamentsmitglieder, andere gewählte Vertreter der Regierung, Industrie, Gewerkschaften und Pädagogen
waren besonders zur Teilnahme am Kongreß eingeladen worden.
Die derzeitige Lage in Kuwait ist "entschieden schlimmer als wir erwartet haben", erklärt einer der kuwaitischen Organisatoren des zivilen Widerstands gegen
die irakische Invasion, Tareq AI Suwaidan, vor Reportern in Dschidda.
Ihm zufolge wurden in der vergangenen Woche rund
50 Exekutionen vorgenommen. Laut AI Suwaidan hält
der zivile Ungehorsam an und das Volk weigert sich, in
irgendeiner Weise mit dem Regime zusammenzuarbeiten. Es befinden sich noch zwischen 200 000 und
250 000 Kuwaitis im Land, vor der Invasion waren es
700 000.

AMERIKA DIENST 43

�14. Oktober
Premierminister Saad a-Abdallah al Salim al-Sabah,
der am zweiten Tag zu über 1 000 Kuwaitis beim
Volkskongreß in Dschidda spricht, erklärt, die kuwaitische Regierung werde keine andere Lösung als die
vollständige Durchführung der Resolutionen des UNSicherheitsrats akzeptieren, die den unverzüglichen
und bedingungslosen Abzug der irakischen Streitkräfte von kuwaitischem Territorium fordern. Er stellt fest,
die kuwaitische Regierung "behält sich weiterhin das
Recht vor, Entschädigung vom irakischen Regime für
den materiellen und moralischen Schaden an unserem
Volk und Land sowie für all das Kuwait gestohlene
Geld zu verlangen".
15. Oktober
Über 1 000 im Exil lebende Kuwaitis, unter ihnen
Studenten, Intellektuelle und Geschäftsleute geloben
dem Emir bei Beendigung des Kongresses in Dschidda Einheit als "eine Familie". In ihrem Schlußkommunique verurteilen sie die irakische Besetzung Kuwaits

*

AMERIKA DIENST 43

als kriminelle Aggression und Verletzung des Völkerrechts, einschließlich der Charta der Arabischen Liga
und der Vereinten Nationen. Das Kommunique fordert
alle im Exil lebenden Kuwaitis auf, "an der Befreiung
ihres Heimatlandes und der Vertreibung der Aggressoren zu arbeiten".
Die kuwaitische Regierung, die Kuwait beim Einmarsch
der irakischen Streitkräfte am 2. August verlassen
hatte, erklärt ihre Bereitschaft zur Erörterung aller
ungelösten Streitigkeiten mit Bagdad, sobald die
Besatzungstruppen das Emirat verlassen, erklärt
Ölminister Rashid Salem al-Ameeri bei einer Pressekonferenz in Dschidda.
Iran und Irak nehmen nach einem Jahrzehnt der
Feindseligkeiten wieder diplomatische Beziehungen
auf, und die Botschaften in den beiden Hauptstädten
werden erneut geöffnet, berichtet die offizielle iranische Nachrichtenagentur der Islamischen Republik.

*

Seite 3

�TERRORISMUS
7. November 1990

IRAKS UNTERSTÜTZUNG DES TERRORISMUS
Übersicht des Weißen Hauses
Nachfolgend bringen wir eine Übersicht über Maßnahmen des Irak zur Unterstützung des internationalen
Terrorismus, die am 5. November 1990 vom Büro für Öffentlichkeitsarbeit im Außenministerium veröffentlicht
wurde.

Iraks Unterstützung der Terroristen
Saddam Hussein hat einen Djihad oder "Heiligen
Krieg" gegen diejenigen gefordert, die die Verurteilung
des Irak durch die UN unterstützen. Als Reaktion auf
die Erklärung Präsident Bushs, er werde den Irak für
alle terroristischen Anschläge gegen die Vereinigten
Staaten verantwortlich machen, warnte das irakische
Außenministerium am 13. September, die amerikanische Militärpräsenz am Persischen Golf würde "eine
natürliche Reaktion der arabischen und islamischen
Massen zur Folge haben". Zu einem früheren Zeitpunkt hatte der irakische Außenminister Tariq Asis
erklärt, Bagdad habe keine moralische Verpflichtung,
von terroristischen Anschlägen abzusehen, wenn es
von den Regierungen Frankreichs, Großbritanniens
und der Vereinigten Staaten bedroht werde.
Der Irak verfügt über ein weltweites Netz zur Unterstützung terroristischer Operationen. In der Vergangenheit hat Bagdad Angehörige ziviler und militärischer
Nachrichtendienste, diplomatische Einrichtungen, die
Büros irakischer Fluggesellschaften und irakische
Kulturzentren sowohl zur Unterstützung seiner eigenen, vornehmlich gegen regionale Rivalen - Iran und
Syrien - und irakische Dissidenten gerichteten Operationen als auch zur Unterstützung der Operationen
nichtirakischer Gruppen genutzt. Darüber hinaus bietet
Bagdad palästinensischen Terroristengruppen seine
Unterstützung an. Viele dieser Gruppen erklären, sie
seien zur Unterstützung des Irak bereit, indem sie
Anschläge gegen Einrichtungen und Bürger westlicher, gemäßigter arabischer Staaten und Israels durchführen.

AMERIKA DIENST 44

Mehrere Hundert Zivilisten - vor allem aus den Vereinigten Staaten, Westeuropa und Japan - wurden in
strategische Einrichtungen im ganzen Land verschleppt,
und Tausenden anderer Zivilisten wurde die Ausreisegenehmigung verweigert. Einige, die Kuwait und den
Irak verlassen konnten, erklären, sie seien mit Gewalt
aus ihren Häusern geholt und von ihren Familien
getrennt worden.
Staatlich geförderter Terrorismus
Der Irak hat wiederholt unter Beweis gestellt, daß er
Terrorismus als legitimes Mittel zum Schlag gegen
seine aus- und inländischen Gegner ansieht. Während der siebziger Jahre gewährte Bagdad Elementen
der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO)
ebenso Unterstützung wie anderen Gruppen, die den
bewaffneten Kampf gegen Israel und den Westen
befürworteten. Bagdad hat Elementen der PLO-Sicherheitsorganisation AI Fatah und auch Abdullah alHamid Labib (Oberst Hawari) Unterschlupf gewährt,
der in den achtziger Jahren mit einer Welle von Bombenanschlägen in ganz Europa in Verbindung gebracht wurde. Im Jahr 1988 wurde er in Abwesenheit
von einem französischen Gericht für seine Rolle beim
Anlegen eines Waffendepots in Paris verurteilt.
Saddam Hussein hat seit Jahren terroristische Anschläge gegen politische Gegner seines Regimes
verüben lassen. Bagdad ist für die Ermordung von drei
im Exil in Großbritannien, dem Sudan und Norwegen
lebenden Dissidenten verantwortlich.
Der Irak gewährt Dissidentenorganisationen Unterschlupf, die Terroranschläge gegen die Regierungen

Seite 1

�von Syrien und dem Iran verübten und nutzt diese
Verbindungen, um in Zeiten verschärfter Spannungen
den Druck auf seine Rivalen zu erhöhen. In den späten
achtziger Jahren bildeten sechs von Irak aus operierende Dissidentenorganisationen die Syrische Nationale Heilsfront, die den bewaffneten Kampf als Mittel
gegen das Assad-Regime befürworten. Die prominenteste Gruppe innerhalb der Syrischen Nationalen
Heilsfront ist die militante Moslembruderschaft, die
bewaffnete Zellen in Syrien unterhält und Berichten
zufolge im Jahr 1989 Anschläge gegen dessen Diplomaten im Ausland und erneut Anfang 1990 in Brüssel
verübte. Der Irak unterstützt offen die am engsten mit
Terroranschlägen in Verbindung gebrachte iranische
Dissidentengruppe Mudschahedin Khalq und liefert
deren nationaler Befreiungsarmee Waffen.
Der Irak hat historische Verbindungen zu den radikalen Palästinensergruppen, einschließlich der Abu Nidal
Organisation (ANO), Splittergruppen der Volksfrontfür
die Befreiung Palästinas von George Habbash (PFLP)
wie der Volksfront zur Befreiung des Palästinensischen Sonderkommando (PLFP-SC) und der von dem
Bombenspezialisten Abu Ibrahim geführten Organisation 15. Mai. Die Gruppe 15. Mai war für eine Reihe von
Anschlägen verantwortlich, einschließlich der Bombenexplosion an Bord eines Pan Am-Flugzeugs über
Honolulu im Jahr 1982, mehrere Anschläge auf israelische Botschaften und El AI-Büros sowie auf Kaufhäuser in London, Paris und Brüssel. Im Jahr 1979
machten die Vereinigten Staaten den Irak in Abschnitt
6 (j) des Exportkontrollgesetzes für staatlich geförderten Terrorismus verantwortlich.
Der Irak zeigte während des Krieges mit dem Iran von
1980 bis 1988 ein geringeres Interesse an Terroranschlägen gegen westliche Ziele. Anfang des Jahres
1980 unternahm Bagdad eine Annäherung an die
Politik seiner gemäßigten arabischen Nachbarn, indem es seine Unterstützung für nichtpalästinensische
Terroristen teilweise aufgab und vielen Palästinensergruppen Beschränkungen auferlegte. Daraufhin wurde der Irak 1982 von der in den Vereinigten Staaten
geführten Liste der Staaten gestrichen, die den Terrorismus fördern. Als weiteres Beispiel seiner geänderten Politik wies der Irak 1983 die Abu Nidal Gruppe
aus.
Unmittelbar nach dem Krieg mit dem Iran verfolgte
Saddam Hussein seine weitreichenden Ambitionen in
der arabischen Welt weiter. Im Libanon leistete Bagdad mehr Hilfe an antisyrische Gruppen (die libanesische Miliz und syrische Dissidenten) und an palästinensische Terroristengruppen mit historischen Verbindungen in den Irak - der Palästinensischen Befreiungsfront PLF und Oberst Hawari. Anfang August
1990 intensivierte der Irak Kontakte mit mehreren
palästinensischen Terroristengruppen - einige haben
öffentlich mit terroristischen Übergriffen gegen die
Gegner Bagdads gedroht. Am 1. September 1990

Seite 2

setzte die US-Regierung infolge der neuerlichen Unterstützung des Iraks für terroristische Vereinigungen
und seiner Verhaftung von Ausländern den Irak erneut
auf die Liste der Länder, die den Terrorismus unterstützen.
Palästinensische Terroristengruppen sagen dem
Irak Unterstützung zu
Der Irak versucht, seine Unterstützung für palästinensische Gruppen, auch wenn sich sich für den Terrorismus einsetzen, damit zu rechtfertigen, daß sie im
Einklang mit der Politik für den Kampf um einen
Palästinenserstaat stünde. Darüber hinaus sieht der
Irak seine Hilfe als Mittel, das Ansehen des Landes zu
verbessern und vor allem Syrien davon abzuhalten,
die Bewegung für ein unabhängiges Palästina unter
Kontrolle zu bekommen. Bisher haben sich die meisten Palästinensergruppen revanchiert, indem sie dem
Irak politische Unterstützung im Krieg mit dem Iran
anboten, und einige haben dem Irak geholfen, sich
gegen Syrien zu wenden.
In den letzten Wochen haben die Führer verschiedener palästinensischer Terroristengruppen Saddam
Hussein Tribut gezollt und im Falle einer militärischen
Intervention gegen Bagdad Anschläge auf eine große
Bandbreite von Zielen angedroht. Die Kampfbereitschaft des Irak und die Hoffnung auf Unterstützung
haben Gruppen auf den Plan gerufen, die seit langem
den Einsatz von Gewalt zur Lösung des arabischisraelischen Konflikts propagieren.
Palästinensergruppen, einschließlich der PLO-Mitglieder haben gelobt, "jedes verfügbare Mittel" einzusetzen, um Truppen der Vereinigten Staaten und anderer
Länder zum Abzug aus Saudi-Arabien zu bewegen.
Der Führer der Palästinensischen Befreiungsfront,
Abu Abbas, hat den Irakern ausdrücklich seine Unterstützung versichert. Nur wenige Tage nach Bagdads
Invasion in Kuwait forderte er seine Anhänger auf,
"überall das Feuer auf den amerikanischen Feind zu
eröffnen. La ßt die Erde unter den Fü Ben der Amerikaner, der NATO-Invasoren und der Kollaborateure
erbeben." Am 1. Oktober droht Abu Abbas, ein
amerikanisches Flugzeug abzuschießen, falls eine
irakische Maschine im Rahmen der von der UNO
verordneten Luftblockade zur Landung gezwungen
würde. (Die Gruppe unter Abu Abbas hat 1985 das
italienische Kreuzfahrtschiff Achille Lauro entführt und
im Mai 1990 vom Meer einen erfolglosen Angriff auf
Zivilisten an israelischen Stränden geführt. Abu Abbas
Bekenntnis zu diesem Angriff wurde vom irakischen
Rundfunk übertragen.)
Einige von Syrien aus operierende Palästinensergruppen haben ihre Bereitschaft bekundet, Saddam Hussein in einem Konflikt mit den Vereinigten Staaten zu
unterstützen. Ihre Gründe liegen möglicherweise eher
im Enthusiasmus für ihre Organisation begründet als in
der Unterstützung für Bagdads regionale Ambitionen.

AMERIKA DIENST 44

v

&gt;

�Der Leiter der PFLP, George Habbash, hat öffentlich
erklärt, im Irak ein Büro zur Unterstützung Saddam
Husseins eröffnen zu wollen. Er erklärte ferner, seine
Organisation werde im Falle einer militärischen Konfrontation Angriffe gegen die Vereinigten Staaten und
andere Gegner des Iraks führen. In den siebziger und
frühen achtziger Jahren tötete die PFLP im Nahen
Osten und in Europa Zivilisten bei ihren Anschlägen
auf Flugzeuge und Busse.

*

Ahmed Jabrils stark prosyrische Volksfront für die
Befreiung Palästinas - Generalkommando (PFLP-GC)
und die Organisation Abu Musa haben sich vor kurzem
zu Saddam Hussein bekannt. Ende September empfing
Saddam Hussein den Führer der Bewegung des Palästinensischen Islamischen Djihad (PIJ), Scheich AlTamini, der den Irak seiner Unterstützung versicherte.
Die PIJ übernahm die Verantwortung fürden Anschlag
auf einen ägyptischen Bus im Februar 1990, bei dem
es neun Tote und 16 Verletzte gab.
Die Gruppe Abu Nidal gewinnt an Einfluß
Den Vereinigten Staaten zufolge schickt die Gruppe
Abu Nidal (ANO) - eine der gefährlichsten Terroristengruppen - Anhänger ihrer Organisation aus Libyen
zurück nach Bagdad. Seit Gründung der ANO im Irak
im Jahr 1974 haben ihre Mitglieder mehr als 900
Menschen in drei Erdteilen getötet oder verwundet.
Als Gegenleistung für einen sicheren Unterschlupf,
logistische Unterstützung und finanzielle Hilfe führte
die Gruppe jahrelang ihre Operationen mit Hilfe dreier
Länder durch, die den Terrorismus unterstützen - Irak,
Syrien und Libyen. In den letzten Monaten haben
ANO-Führer in mörderischen Kämpfen viele Mitglieder
getötet.
Der Führer der ANO, Sabri al-Banna, war bis 1974
Vertreter der PLO in Bagdad und brach dann zusammen mit anderen Mitgliedern mit der Fatah, weil er die
diplomatischen Bemühungen der PLO-Führung zur
Lösung des arabisch-israelischen Konflikts verurteilte.
In den siebziger Jahren führte die ANO ihre Anschläge
von ihrem Hauptquartier im Irak aus - zumeist gegen
die PLO, syrische und jordanische Ziele. 1980 verfolgten der Irak und die ANO nicht mehr die gleichen Ziele.
Die ANO führte eine Reihe schrecklicher Anschläge
auf Synagogen in Europa durch, die für die Organisation typisch werden sollten. Die Anschläge standen im
Gegenstz zu Bagdads Versuchen, für seinen Krieg mit
dem Iran Unterstützung aus Europa zu gewinnen.
Möglicherweise aufgrund des Drucks aus den Vereinigten Staaten und Europa bestand Bagdad darauf,
daß die ANO ihre Operationsbasis aus dem Irak verlegte.
Syrien hat der Gruppe von Sabri al Banna - bisweilen
mit Hilfe syrischer Geheimdienstoffiziere - gestattet,
ihre Operationen in Europa und Nahost auszuweiten.
Mitte der achtziger Jahre führte die ANO Anschläge in
den Flughäfen von Rom und Wien durch, setzte ihre

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Bomben- und Maschinengewehrattacken gegen Synagogen in Europa und der Türkei fort und beging über
ein Dutzend Anschläge gegen jordanische Ziele, darunter Diplomaten in Ankara und Bukarest sowie Büros
der jordanischen Fluglinie in Europa.
Nach öffentlichen Enthüllungen im Hinblick auf die
syrische Verwicklung in Terroranschläge in Europa
wurde für Syrien der Preis für seine Unterstützung des
Terrorismus höher als der Gewinn. In der britischen
Anklage gegen Nezar Hindawi - den Mann, der versucht hatte, eine Bombe in eine El AI-Maschine zu
schmuggeln - wurden Angehörige des syrischen Luftwaffengeheimdienstes, der syrischen Fluglinie und
der syrischen Botschaft belastet. Daraufhin brach
Großbritannien die diplomatischen Beziehungen zu
Syrien ab, die Vereinigten Staaten und die Bundesrepublik Deutschland beriefen ihre Botschafter zurück,
und die Europäische Gemeinschaft beschloß verschiedene politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen
Syrien. Auf Druck der Vereinigten Staaten sowie
europäischer und befreundeter arabischer Staaten
veranlaßten die Syrer im Juni 1987 die ANO zur
Verlegung ihrer Zentrale nach Libyen. Syrien gestattete es jedoch Terroristen der ANO weiterhin, im
syrisch kontrollierten Bekaa-Tal im Libanon zu operieren.
Die ANO, die erhebliche finanzielle und logistische
Unterstützung (einschließlich von Waffen und Reisedokumenten) aus Libyen erhält, führte im Juli 1988
einen Anschlag gegen das griechische Kreuzfahrtschiff City of Porös durch, bei dem neun Zivilisten
getötet und 98 verletzt wurden. Darüber hinaus tötete
die ANO im Mai 1988 acht Personen und verletzte 21
bei ihren Anschlägen auf das Hotel Acropole und den
British Sudan Club in Khartum.
Die ANO hat Stützpunkte im Irak, im Libanon, in
Libyen, Nordafrika und Europa, die für Operationen
gegen die Gegner der irakischen Invasion Kuwaits
benutzt werden konnte. Glaubwürdigen Quellen zufolge sind bereits Agenten der ANO auf dem Weg nach
Europa und Ländern des Nahen Ostens, wo die Behörden Maßnahmen treffen, um terroristische Anschläge
zu verhindern.
Eine internationale Reaktion auf den Terrorismus
Präsident Bush und Außenminister Baker haben
unmittelbar auf die irakische Aggression und die Androhung von Terroranschlägen auf Amerikaner und
Bürger anderer Länder reagiert. Die amerikanische
Regierung arbeitet ferner mit der internationalen Staatengemeinschaft zusammen, um den Irak und die von
ihm unterstützten Gruppen von Geiselnahmen und
Übergriffen auf Zivilisten abzubringen. Zu dieser
Zusammenarbeit gehören auch über diplomatische
Kanäle vorgebrachte Bitten an diejenigen, die bei
Bagdad und den palästinensischen Terrorgruppen
Einfluß haben, diesen zu nutzen, um einem Ausbruch

Seite 3

�internationaler terroristischer Gewalt entgegenzuwir-

mationsaustausch bis zur Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen gegen terroristische Anschläge.

Die Drohung terroristischer Anschläge wird ernstgenommen. Sowohl die Regierung des Irak als auch die
von ihr unterstützten Gruppen haben bereits in der
Vergangenheit solche Operationen durchgeführt. Sie
besitzen die Mittel und Infrastruktur für weitere Aktionen dieser Art. Die amerikanische Regierung gibt
Warnungen für Reisen und Gefahrenhinweise heraus,
mit denen die amerikanische Öffentlichkeit und andere, einschließlich ausländischer Regierungen, auf diese
Bedrohung aufmerksam gemacht werden. Die internationale Staatengemeinschaft bemüht sich daraufhin, die Zusammenarbeit bei der Abwehr des Terrorismus auf Operationsebene zu verbessern - von Infor-

Die Vereinigten Staaten haben klargestellt, daß sie
den Irak für von ihm selbst durchgeführte Terroranschläge wie auch für in seinem Auftrag verübte Anschläge verantwortlich machen. Für den Terrorismus
gibt es keine moralischen Argumente. Die Vereinigten
Staaten werden sich weiterhin zusammen mit anderen
Nationen darum bemühen, rechtlichen, wirtschaftlichen und anderen Druck auf Bagdad auszuüben,
damit der Irak seine Geiselnahme von Zivilisten und
seine Unterstützung für terroristische Gruppen einstellt, die Zivilisten mit Bombenanschlägen, Ermordung und anderen Gewalttaten bedrohen.

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�UMWELT
7. November 1990

DAS GESETZ ZUR LUFTREINHALTUNG
UND SEINE AUSWIRKUNGEN AUF
KRAFTFAHRZEUGE, INDUSTRIE UND KRAFTWERKE
Eine Übersicht
WASHINGTON - (AD) - Im folgenden veröffentlichen wir eine Zusammenfassung der wichtigsten Bestimmungen des am 27. Oktober 1990 vom Kongreß verabschiedeten Gesetzes zur Luftreinhaltung, das sich auf
Unterlagen des Senatsausschusses für Umwelt und öffentliche Versorgungsbetriebe stützt.

Titel I: Bestimmungen für Fälle, bei denen nicht
die Gesundheitsnormen für alle Schadstoffe erfüllt werden
Gegenwärtig entsprechen in den Vereinigten Staaten
über 100 Regionen nicht den Gesundheitsnormen, wie
sie im Gesetz zur Luftreinhaltung von 1970 für Ozon
(Smog) festgelegt wurden, mehr als 40 Regionen
erfüllen nicht die Normen für Kohlenmonoxid, und in
schätzungsweise 58 Regionen übersteigt die Zahl der
Partikel (particulate matter - PM-10) den gesundheitlich unbedenklichen Wert. Die Regierungen der Bundesstaaten und Gemeinden sind zur Durchführung
von Maßnahmen verpflichtet, mit denen die Umweltverschmutzung auf ein Niveau abgebaut wird, das
keine gesundheitliche Bedrohung darstellt. Die Bundesregierung definiert bestimmte Mindestanforderungen und stellt sicher, daß die einzelnen Staaten ihren
Verpflichtungen nachkommen.
Titel I des Gesetzes von 1990 teilt Regionen, die nicht
unter die oben genannten Normen für Umweltverschmutzung fallen, in Kategorien ein, die von der
Dringlichkeit des Problems abhängen und legt für jede
Kategorie unterschiedlich strenge Regeln fest.
Je nach Dringlichkeit des Problems der Umweltverschmutzung müssen Regionen, die nicht die Gesundheitsnormen für alle Schadstoffe erfüllen (sogenannte
"non-attainment areas") innerhalb von 5,10,15 oder
17 Jahren den gesundheitlich unbedenklichen Ozonwert erreicht haben. Im Fall Los Angeles, der Stadt mit
der landesweit höchsten Luftverschmutzung, sollen es
20 Jahre sein.

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Regionen, die nicht die Gesundheitsnormen für jeden
einzelnen Schadstoff erfüllen, müssen vom gegenwärtigen Zeitpunkt bis zur Erfüllung der Norm bestimmte
Zuwachsraten erreichen. Mit dieser neuen Regel wird
ein sofortiger Ozonabbau sichergestellt und zum ersten Mal ein stetiger Fortschritt bis zur Erfüllung der
Norm gewährleistet. Im Fall Ozon müssen einzelne
Regionen die Emission flüchtiger organischer Verbindungen, einer Vorstufe des Ozons, bis zur Erfüllung
der Norm um jährlich 3 Prozent reduzieren (wobei
unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen zulässig sind).
In Regionen mit überhöhten Ozonwerten müssen
Tankstellen mit einem Umsatz über 380 000 Litern
(bei Kleinbetrieben 190 000 Litern) Benzin monatlich
ihre Pumpen so umrüsten, daß die Emission flüchtiger
organischer Verbindungen reduziert wird.
Programme zur Inspektion und Wartung von Kraftfahrzeugen müssen in ozon- und kohlenmonoxidbelasteten Regionen verbessert und in möglichst vielen
Regionen, wo sie noch nicht existieren, eingeführt
werden.
Das Umweltschutzamt (Environmental Protection
Agency - EPA) muß eine der folgenden Strafen verhängen, wenn eine Region keinen Plan zur Erlangung
einer gesundheitlich unbedenklichen Luftqualitätsnorm
erarbeitet oder durchführt: es muß die Verwendung
von Mitteln aus den Fonds für Bundesautobahnen
kürzen oder bestimmen, daß neue Industrieunternehmen ihre Emissionen um die Hälfte reduzieren.

Seite 1

�Die Definition von Großanlagen wird in der neuen
Gesetzgebung modifiziert, so daß auch kleinere Emittenten flüchtiger organischer Verbindungen ihre Emissionen kontrollieren müssen (45 Tonnen in mäßig oder
stark belasteten Regionen, 22,5 Tonnen in stark belasteten Regionen und 9 Tonnen in extrem stark belasteten Regionen).
Wenn ein Bundesstaat keinen Plan erarbeitet, der die
Gesetzesbestimmungen berücksichtigt, muß das
Umweltschutzamt eine Durchführungsverordnung der
Bundesregierung verfügen.
Das Umweltschutzamt muß für eine Reihe von Verursachem der Umweltverschmutzung, auch für Handelsware und Komsumgüter, Regeln zu deren Kontrolle aufstellen.
Titel II: Bestimmungen für Kraftfahrzeuge
Autos und Lastwagen sind gegenwärtig für 50 Prozent
der Ozonbelastung und 90 Prozent der Kohlenmonoxidbelastung in amerikanischen Städten verantwortlich. Darüber hinaus sind sie die Ursache erheblicher
Emissionen toxischer Schadstoffe. Es sind nicht nur
die Kraftfahrzeuge, sondern ihre Treibstoffe, die zur
Umweltverschmutzung führen.
Das Gesetz beschreibt folgende Maßnahmen zur
Schadstoffreduzierung:
Neue Zusammensetzung des Benzins
Eine saubere Benzin verbrennung mit neu zusammengesetztem Benzin wäre ab 1995 in den neun Städten
mit der stärksten Ozonbelastung Pflicht. Einzelne
Staaten könnten wählen, ob die Regel auch in anderen
Städten mit problematischer Ozonbelastung gelten
soll.
Verglichen mit herkömmlichem Benzin müßte die neue
Zusammensetzung bis 1995 um 15 Prozent niedrigere
Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen und
toxischer Stoffe und bis zum Jahr 2000 um 20 bis 25
Prozent niedrigere Werte zur Folge haben. Das Gesetz
enthält darüber hinaus zusätzliche Normen für Sauerstoff, Benzol und Duftstoffe.
Die Vereinbarung sieht ab 1992 in 44 kohlenmonoxidbelasteten Städten einen Sauerstoffgehalt von 2,7
Prozent vor. Diese Bestimmungen werden zur Verwendung von sauerstoffhaltigen Additiven wie Äthanol
und MTBE, einem Naturgasprodukt, ermutigen.
Abgasnormen für Kraftfahrzeuge und Lastwagen
Autohersteller müssen die Abgasemissionen von
Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden, die Smog verursachen, jeweils um 35 Prozent und 60 Prozent
abbauen, angefangen bei 40 Prozent der 1994 verkauften Kraftfahrzeuge und gesteigert auf 100 Prozent
bei den 1998 verkauften Kraftfahrzeugen. Vergleichbare Senkungen werden für leichte Lastwagen, wie
Kleintransporter und Pickups gefordert.

Seite 2

Der Zeitraum, in dem Kraftfahrzeuge zurückgerufen
werden können, wenn sie nicht den Emissionsnonnen
entsprechen, würde sich auf 10 Jahre oder 160 000
Kilometer verdoppeln, je nachdem, welcher Stand
eher erreicht wird.
Eine zusätzliche Reduzierung der Kraftfahrzeugemissionen, eine 50prozentige Reduzierung unter die für
Mitte der neunziger Jahre angestrebten Nonnen wäre
nach dem Jahr 2003 erforderlich, wenn das Umweltschutzamt zu dem Schluß gelangt, daß diese neue
Norm notwendig und technisch durchführbar ist.
Andere Regeln
Autohersteller müssen Systeme einbauen, die den
Fahrer alarmieren, wenn ein Emissionskontrollsystem
nicht funktioniert.
Autohersteller müssen ab 1995 in Kraftfahrzeugen
Kanister einbauen, um Kohlenwasserstoffe aufzufangen, die sonst während des Tankens in die Atmosphäre entweichen. Wenn diese Geräte vom Umweltschutzamt und dem Verkehrsministerium als sicher
eingestuft werden, müssen sie stufenweise innerhalb
von drei Jahren eingebaut werden.
Ab 1994 müssen neue Transitbusse mit sauberen
Kraftstoffen wie etwa Erdgas oder Methanol fahren,
um den Normen für Partikel zu enstprechen. Das
Gesetz fördert Emissionen von sauberem Diesel und
neue Testverfahren für Dieselfahrzeuge.
Wie beim gegenwärtigen Gesetz können andere Staaten die Autonormen von Kalifornien übernehmen und
durchführen.
In den am stärksten belasteten Regionen muß eine
verbesserte Inspektion von Kraftfahrzeugen stattfinden. Jährliche, zentral durchgeführte Inspektionsprogramme oder andere Programme, die ebensolche
Reduzierungen in den am stärksten belasteten Regionen, die nicht die Gesundheitsnormen für alle Schadstoffe erfüllen, zur Folge haben, werden Pflicht.
Flottenfahrzeuge
Die Vereinbarung umfaßt ein Programm für Flottenfahrzeuge. Flottenfahrzeuge würden im Rahmen des
Programms erheblich sauberer als konventionelle
Fahrzeuge.
Das vereinbarte Flottenprogramm wird die kalifornischen Normen für Fahrzeuge mit geringen Emissionen (low emission vehicle - LEV) bis 1998 für Lieferfahrzeuge und kleine Lastwagen mit einem Gewicht
unter 2 700 Kilo zwingend vorschreiben, wenn diese
Fahrzeuge in Kalifornien verkauft werden sollen. Bis
zum Jahr 2001 müssen Fahrzeuge diese Normen
erfüllen, auch wenn sie nicht in Kalifornien vertrieben
werden. Die Abgasnorm für diese Fahrzeuge beinhaltet eine Beschränkung auf 0,047 Gramm nicht methanhaltigen Kohlenwasserstoffs, verglichen mit 0,156
Gramm bei konventionellen Kraftfahrzeugen.

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�Das Umweltschutzamt muß eine gleichartige "umfassende" Norm (für Emissionen aus Abgasen, Verdampfung und Tanken zusammengenommen) für LEVs
unter 3 825 Kilo erlassen. Die umfassende Norm muß
sich auf LEVs stützen, die mit neu zusammengesetztem Benzin fahren. Die Entscheidung, ob sie die
Abgasnorm oder die umfassende Norm anlegen wollen, bleibt den Autoherstellern überlassen.
Schwerlastflottenfahrzeuge mit einem zulässigen
Gesamtgewicht von 3,8 bis 11,7 Tonnen müssen eine
kombinierte Stickoxid-Kohlenwasserstoff-Emissionsnorm von 3,15 Gramm pro gebremster PS-Stunde
erfüllen, was einem 50prozentigen Abbau gegenüber
den geschätzten Emissionen eines Schwerlastdieselmotors Baujahr 1994 entspricht. Sollte das EPA
feststellen, daß diese Norm für einen mit schadstoffarmem Diesel betriebenen Motor nicht möglich ist, könnte sie durch eine nur 30prozentige Verringerung ersetzt werden.
Die Garantiezeit für die Abgasreinigungskomponenten der meisten PKW und leichten LKW wird ab 1995
auf 2 Jahre oder 38 400 Kilometer verkürzt, für über
200 Dollar kostende größere Bauteile (wie etwa Katalysatoren, Borddiagnosegeräte und elektronische
Kontrollsysteme) jedoch auf 8 Jahre oder 128 000
Kilometer verlängert. Diese Änderung gilt nur für PKW
und leichte LKW.
Pilotprogramm für Kalifornien
Für Kalifornien wurde ein Pilotprogramm ins Leben
gerufen. Ab 1996 müssen 150 000 mit sauberem
Kraftstoff betriebene Fahrzeuge pro Jahr für den Verkauf in Kalifornien produziert werden. Bis 1999 muß
diese Zahl auf 300 000 erhöht werden. Diese Fahrzeuge müssen die kalifornische TLEV-Übergangsnorm (transitional low emissions vehicle - Übergangsnorm für schadstoffarme Fahrzeuge) von 0,078 Gramm/
km nicht methanhalöger organischer Gase, 0,25 Gramm/
km Stickoxid, 2,125 Gramm/km Kohlenmonoxid und
0,009 Gramm/km Formaldehyd bis zum Jahr 2000
erfüllen, ab dem sie den Grenzwerten für Schadstoff arme Fahrzeuge von 0,047 Gramm/km nicht methanhaltiger organischer Gase, 0,125 Gramm/km Stickoxid,
2,125 Gramm/km Kohlenmonoxid und 0,009 Gramm/
km Formaldehyd entsprechen müssen. Kalifornien
muß sicherstellen, daß ausreichend schadstoffarme
Treibstoffe produziert, geliefert und für alle LEVs
angeboten werden, damit diese in dem von dem Programm abgedeckten Gebiet ausschließlich mit solchen Brennstoffen betrieben werden können. Falls es
Kalifornien nicht gelingt, ein diese Anforderungen erfüllendes Brennstoffprogramm zu verabschieden, muß
das EPA binnen drei Jahren ein solches Programm ins
Leben rufen.
Andere Bundesstaaten mit gravierender, schwerer
oder extremer Ozonbelastung können die kalifornischen Normen einführen. Diese freiwillige Option darf
Produktion oder Verkauf von Fahrzeugen oder Brenn-

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stoffen nicht erzwingen, sondern muß statt dessen
deren Verkauf und Betrieb ermutigen.
Titel III: Bestimmungen über toxische Luftschadstoffe
Emissionen von Großanlagen
Die Chemie-, Papier-, Plastik-, Gummi-, Auto- und
Metallindustrie sind die größten Verursacher industrieller Emissionen toxischer Luftschadstoffe. Das Gesetz
zur Reinhaltung der Luft aus dem Jahr 1970 verpflichtet das EPA, Luftschadstoffe zu benennen, die den
Tod oder schwere Krankheiten verursachen und Emissionsnormen für diese Schadstoffe aufzustellen. Bis
heute hat das EPA für weniger als 10 toxische Schadstoffe Emissionsnormen aufgestellt.
Das neue Gesetz setzt 189 solcher Chemikalien auf
eine verbindliche Liste und fordert das EPA auf, Normen für alle Kategorien wichtiger Verursacher aufzustellen. Rund 250 solcher Kategorien werden geregelt. Für unterschiedliche Kategorien werden unterschiedliche Normen angewendet. Das EPA wird für
jede Kategorie von Verursachern eine Norm bekanntgeben, die vom Verursacher dieser Kategorie die
Einführung der MACT-Technologie (maximum achievable control technology - maximal erreichbare Meßund Steuerungstechnologie) fordert. Die MACT ist
unter Berücksichtigung der Kosten für gewöhnlich die
beste verfügbare Kontrolltechnologie.
Alle Normen müssen binnen 10 Jahren bekanntgegeben werden, wobei für 41 Kategorien von Verursachern binnen 2 Jahren Normen festgelegt werden.
Die derzeitigen Verursacher müssen die MACT-Normen binnen drei Jahren nach ihrer Bekanntgabe erfüllen (ein Jahr Verlängerung ist möglich).
Bei der Auflistung von Schadstoffen und Festsetzung
von Normen muß das EPA die Auswirkungen auf die
Umwelt ebenso berücksichtigen wie diejenigen für die
menschliche Gesundheit.
Jeder Verursacher, der einen freiwilligen Abbau der
Emissionsmenge von 1987 um 90 Prozent vornimmt,
erhält eine 6jährige Verlängerung der MACT-Frist.
Unter bestimmten Umständen gewährt die MACT nicht
genügend Schutz für die öffentliche Gesundheit. Falls
nach Einführung der MACT ein beträchtliches Risiko
bestehen bleibt, muß das EPA die Normen 8 Jahre
nach der erstmaligen Bekanntgabe der MACT-Normen verschärfen.
Die Schutznorm beinhaltet "einen breiten Sicherheitsrahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit", es
sei denn, schärfere Normen zum Schutz der Umwelt
werden erforderlich.
Das EPA muß solche Normen für "Restrisiken" bei
Schadstoffen festlegen, die Krebs verursachen können, wann immer das Risiko für eine den Emissionen
einer Kategorie von Verursachern ausgesetzten Per-

Seite 3

�son der Gesamtbevölkerung größer als 1 zu 1 Million
ist.
Jeder unter diese Normen fallende Verursacher muß
gemäß Titel IV des Gesetzes eine Genehmigung
beantragen. Das Genehmigungsverfahren wird von
den Bundesstaaten gehandhabt solange sie die staatlichen Mindestvorschriften erfüllen.
Kokereien, die strikte Schadstoffkontrollen verwirklichen, können für eine Verlängerung der Frist für Normen von Restrisiken bis zum Jahr 2020 in Frage
kommen.
Kraftwerksemissionen von toxischen Luftschadstoffen werden erst nach Prüfung durch das EPA und nur
dann geregelt, wenn das EPA feststellt, daß eine
solche Regelung gerechtfertigt ist.
Das EPA muß die toxische Belastung der Großen
Seen prüfen, die Folge der atmosphärischen Ablagerungen von Metallen und anderen toxischen Partikeln
ist. Das EPA muß Maßnahmen zum Schutz der
Wasserqualität der Gro Ben Seen und der Chesapeake
Bay ergreifen.
Emissionen von Kleinanlagen
Anhand der obengenannten Liste von Schadstoffen
kann das EPA ferner Kategorien von Kleinanlagen
(Reinigungen, Tankstellen, Holzöfen, kleine Verbrennungsanlagen usw.) ebenso auflisten wie das Amt
Kategorien von Großanlagen aufführt und die MACT
vorschreibt. Das EPA muß genügend Kategorien von
Verursachern auflisten, um sicherzustellen, daß 90
Prozent der Emissionen der 30 wichtigsten Kleinanlagen geregelt werden.
Es gibt ein alternatives Kontrollprogramm für diejenigen Kleinanlagen, die ein beträchtliches Gesundheitsrisiko darstellen, für die jedoch die beste verfügbare
Technologie zu teuer ist.
Das EPA muß ein breites Spektrum von Schadstoffen
in Städten mit über 250 000 Einwohnern überwachen,
um festzustellen, welche Schadstoffe in den Städten
das größte Risiko darstellen.
5 Jahre nach Inkrafttreten mu ß das EPA eine nationale
Strategie zur Verminderung toxischer Luftschadstoffe
in den Städten unterbreiten, um das mit toxischen
Luftschadstoffen in den Städten verbundene Krebsrisiko um 75 Prozent zu verringern. Das EPA muß in
Acht- und Zehnjahresintervallen über den erzielten
Abbau berichten.
Versehentliche Freisetzungen
Das Gesetz enthält Bestimmunge zur Verhütung von
Unfällen in der chemischen Industrie.
Diese Bestimmungen verpflichten den Besitzer oder
Betreiber einer Einrichtung, in der extrem gefährliche
Substanzen verarbeitet werden, zum sicheren Betrieb
der Einrichtung.

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Das EPA muß eine Liste von mindestens 100 extrem
gefährlichen Luftschadstoffen veröffentlichen, von denen
rund 20 im Gesetz enthalten sind.
Jeder Besitzer einer Einrichtung, in der extrem gefährliche Substanzen verarbeitet werden, mu ß eine Analyse der Einrichtung vornehmen, um mögliche Gefahren
für die öffentliche Gesundheit aufzuzeigen. Diese
Studie würde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Gesetz sieht die Gründung einer Kommission für
chemische Sicherheit, ähnlich der Kommission für
Verkehrssicherheit vor, die Chemieunfälle prüfen soll.
Das EPA ist ermächtigt, Bestimmungen zur Unfallverhütung bekanntzugeben.
Gemeindeverbrennungsanlagen
Das Gesetz enthält Bestimmungen zur Kontrolle der
Emissionen von Gemeinden, Krankenhäusern sowie
anderer kommerzieller und industrieller Verbrennungsanlagen.
Titel IV: Bestimmungen über sauren Regen
Saurer Regen stellt weiterhin eine Bedrohung für die
öffentliche Gesundheit und die Umwelt dar. Das
Gesetz hat die Reduzierung der Schwefeldioxidemissionen (So2) um neun Millionen Tonnen pro Jahr zum
Ziel und sieht eine nationale Obergrenze für So2Emissionen vor. Dieser Titel ist ferner darauf ausgerichtet, die Emissionen von Stickoxid (NOx) um etwa
1,8 Millionen Tonnen jährlich zu senken.
Vorschriften zur Reduzierung von Schwefeldioxid
Das Gesetz schreibt die Reduzierung der Schwefeldioxidemissionen um neun Millionen Tonnen unter
dem Stand von 1980 vor.
Der jährliche Ausstoß von Schwefeldioxid wird vom
Jahr 2000 an begrenzt.
Verkäufliche Quoten
Zusätzlich zur Genehmigung zum Ausstoß einer bestimmten Menge an Schadstoffen werden jeder Emissionsquelle bestimmte "Quoten" zugeteilt, die dem
zulässigen Schadstoffausstoß entsprechen. Diese
Quoten sind verkäuflich und entsprechen einer Emissionsmenge von je 0,9 Tonnen Schwefeldioxid.
Wenn eine Schadstoffquelle ihre Emissionen um mehr
als das gesetzlich vorgeschriebene Maß verringert,
kann sie den verbleibenden Teil ihrer Quoten an eine
andere Schadstoffquelle verkaufen. Diese zweite
Quelle würde somit Schadstoffe über das gesetzlich
vorgeschriebene Maß ausstoßen dürfen und trotzdem
das Gesetz einhalten. Damit soll sichergestellt werden, daß die Gesamtreduzierung auf kostengünstigstem Wege erzielt und die Kosten der Reduzierung
gerecht verteilt werden.
Phase I
In der am 1. Januar 1995 beginnenden Phase I müssen Kraftwerke mit einer Emissionsmenge über 1,125

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�Kilogramm Schwefeldioxid pro Million britische Wärmeeinheiten (Btu) ihre Emissionen auf 1,125 kg pro
Million Btu reduzieren, multipliziert mit deren durchschnittlichem Brennstoffverbrauch aus den Jahren
1985-87. Etwa 111 Kraftwerke fallen in diese Kategorie.
Kraftwerke, die bestimmte Technologien zur Schadstoffreduzierung anwenden, um ihren Reduzierungsverpflichtungen in Phase I gerecht zu werden, können
eine Verlängerung dieser Frist bis 1997 oder einen
Bonus erhalten, falls sie die Reduzierung zwischen
1995 und 1997 erreichen. Darüber hinaus wird allen
Phase I-Kraftwerken, die bestimmte Technologien zur
Kontrolle des Schadstoffausstoßes anwenden, ein
Guthaben von zwei-zu-eins für jede reduzierte Tonne
unter einem Niveau von 0,54 kg pro Million Btu eingeräumt.
Eine Sonderzuteilung von 200 000 Jahresquoten wird
in jedem der fünf Jahre von Phase I den Kraftwerken
in Illinois, Indiana und Ohio eingeräumt, die Reduzierungen gemäß den Bestimmungen für Phase I durchführen müssen. Viele der schmutzigsten Kraftwerke
stehen im Mittleren Westen. Deshalb wären die Kosten für die Reduzierung in diesen Staaten am höchsten, und diese Regelung dient dazu, die Kosten etwas
abzumildern.
Phase II
In der am 1. Januar 2000 beginnenden Phase II
müssen alle Kraftwerke, deren Emissionen den Grenzwert von 0,54 kg pro Million Btu überschreiten, ihren
Schadstoffausstoß auf diesen Grenzwert von 0,54 kg
pro Million Btu reduzieren, der mit ihrem durchschnittlichen Brennstoffverbrauch von 1985-87 multipliziert
wird.
Landesweit dürfen Kraftwerke, die Schwefeldioxidmengen unter 0,54 kg pro Million Btu ausstoßen, ihre
Emissionen von heute bis zum Jahr 2000 um etwa 20
Prozent erhöhen. Danach gilt dieser Grenzwert auch
für sie. Diese Regelung ist notwendig, um die landesweite Obergrenze für Schwefeldioxidemissionen aufrechtzuerhalten.
Bonusquoten werden eingeräumt, um dem Zuwachs
an Einheiten in denjenigen Staaten gerecht zu werden,
in denen die durchschnittlichen Emissionswerte unter
0,36 kg pro Million Btu liegen. Kraftwerke, deren
Nutzung in den letzten fünf Jahren zugenommen hat,
erhalten ebenfalls Bonusquoten.

Gegenwärtig im Bau befindliche Kraftwerke werden
entweder Quoten erhalten, um ihre Emissionen auszugleichen, oder sie werden völlig von dem Programm
zur Schadstoffbegrenzung ausgenommen.
Das EPA wird Quoten versteigern, um ihre Verfügbarkeit für Versorgungsbetriebe sicherzustellen, die nicht
in der Lage sind, diese auf dem freien "Quotenmarkt"
zu erwerben.
Stickoxidemissionen der Kraftwerke
Bis 1993 muß das EPA bestimmte Leistungsnormen
erarbeiten, denenzufolge Kraftwerke, die zur Reduzierung der Schwefeldioxidemissionen in Phase I verpflichtet sind, auch ihren Stickoxidausstoß abbauen
müssen, und zwar aufgrund von Leistungsnormen für
bestimmte Kesseltypen. Grundlage dieser Emissionsnormen wird die Technologie für Brenner mit niedrigem Stickoxidausstoß sein.
Bis 1997 muß das EPA Leistungsnormen für alle
übrigen Kraftwerkskessel festlegen. Diese Normen
müssen dann bis zum Ende der Phase II eingehalten
werden. Diese Normen werden ebenfalls auf der
Grundlage der Brennertechnologie mit niedrigem Stikkoxidausstoß festgelegt und mit der Entwicklung neuer
Technologien weiter verschärft.
Im Hinblick auf Kraftwerkskessel muß das EPA eine
überarbeitete Leistungsnorm für neue Stickoxidquellen erlassen.
Das Programm wird flexibel gehandhabt werden, weil
es Bestimmungen über Durchschnittswerte für Emissionen sowie eine Fristenverlängerung für Kraftwerke
zuläßt, deren Schadstofffilterdie Normen nicht erfüllen
oder die mit Lieferengpässen bei der Beschaffung der
erforderlichen Technik konfrontiert sind.
Titel V: Genehmigungsvorschriften
Verschiedene Verursacher von Luftschadstoffen müssen
Betriebsgenehmigungen einholen, mit denen die Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen des Gesetzes zur Luftreinhaltung sichergestellt werden. Dieses
Genehmigungsprogramm orientiert sich an dem bereits bestehenden Programm im Rahmen des Wasserschutzgesetzes.

50,000 Bonusquoten pro Jahr werden den Kraftwerken in zehn Staaten des Mittleren Westens zugeteilt,
die Reduzierungen gemäß Phase I durchführen.

Das EPA muß innerhalb eines Jahres Bestimmungen
für die Erteilung von Betriebsgenehmigungen erarbeiten. Danach müssen die Bundesstaaten Programme
entwickeln, die mit diesen Bestimmungen in Einklang
stehen. Die Programme würden innerhalb von vier
Jahren in Kraft treten, und die Verpflichtung zum
Besitz einer Genehmigung würde in den folgenden drei
Jahren eingeführt.

Einheiten, in denen Energie eingespart wird oder die
erneuerbare Energien einsetzen, werden besondere
Vergünstigungen für die frühzeitige Reduzierung der
Schwefeldioxidemissionen erhalten.

Das EPA erhält das Recht, die von einem Staat
vorgeschlagenen Genehmigungen zu überprüfen und
Einspruch gegen Genehmigungen einzulegen, die das
Gesetz zur Luftreinhaltung verletzen. Das EPA würde

AMERIKA DIENST 44

Seite 5

�darüber hinaus die Möglichkeit haben, auf die Überprü- der Ozonschutzschild in den oberen Schichten der
fung von Genehmigungen für kleine Schadstoff quellen Atmosphäre abgebaut wird. Der Einsatz von Fluorchzu verzichten.
lorkohlenwasserstoffen, Halonen und Tetrachlorkohlenstoff wird bis 1999, der von Methylchloroform bis
Falls das EPA gegen eine Genehmigung, die das
2001 beendet.
Gesetz zur Luftreinhaltung verletzt, keinen Einspruch
einlegt, kann jedermann sich auf dem Petitionsweg an Hydrofluorchlorkohlenwasserstoffe bilden eine wenidas EPA wenden, um einen solchen Einspruch einzu- ger große Gefahr für die Ozonschicht. Ihre Produktion
legen. Die Petition muß sich auf Bedenken stützen, die wird bis zum Jahr 2015 eingefroren und bis zum Jahr
während der Frist für die Anhörung der Öffentlichkeit 2030 eingestellt. Vom Jahr 2015 an wird ihr Einsatz
vorgebracht wurden, außer, der Antragsteller legt allgemein begrenzt, außer bei Verwendung als Kühlglaubhaft dar, daß die in der Petition enthaltenen mittel für Haushaltsgeräte, wobei die Begrenzung im
Gegenargumente zu jener Zeit nicht geltend gemacht Jahr 2020 beginnt.
werden konnten (oder daß deren Vorbringung nicht
praktikabel war). Die Petition hat keine aufschiebende Den Vereinigten Staaten wird gestattet, Beiträge in
Wirkung für eine bereits erteilte Genehmigung. Das den internationalen Fonds einzuzahlen, der zur UnterEPA muß innerhalb von 60 Tagen nach Eingang der stützung von Entwicklungsländern bei der AbschafPetition entscheiden und gegebenenfalls Einspruch fung dieser zerstörerischen Verbindungen eingerichgegen eine Erlaubnis einlegen, wenn der Antragsteller tet wurde.
beweisen kann, daß die Genehmigung nicht in Ein- Studien über die Quellen und Optionen für die Kontrolklang mit dem Gesetz steht.
le von Methanemissionen werden ebenfalls genehmigt.
Titel VI: Schutz des stratosphärischen Ozons
Das Gesetz enthält Kompromißbestimmungen, um
den Einsatz von Verbindungen einzustellen, mit denen

* * * *

Seite 6

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          <name>Creator</name>
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              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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          <name>Title</name>
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              <text>Amerikadienst 07.11.1990</text>
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              <text>&lt;strong&gt;1. Golfkrise&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Golfkrise&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Chronologie der Ereignisse vom 1. bis 15. Oktober 1990&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Golfkrise&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Chronologie der Ereignisse vom 17. bis 30. Oktober 1990&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Terrorismus&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Iraks Unterstützung des Terrorismus&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des Weißen Hauses&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Umwelt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das Gesetz zur Luftreinhaltung und seine Auswirkungen auf Kraftfahrzeuge, Industrie und Kraftwerke&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht&lt;/em&gt;</text>
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