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U.S. Information Service
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17. Oktober 1990

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USA-EUROPA

ENGE AMERIKANISCH-EUROPAISCHE
ZUSAMMENARBEIT BEI GOLFKRISE
Abteilungsleiter Seitz zur Entwicklung in Europa

GOLFKRISE

INTERNATIONALE REAKTIONEN AUF DIE
IRAKISCHE INVASION KUWAITS
Übersicht über wirtschaftliche und
politische Maßnahmen
DIE GOLFKRISE
Chronologie für September 1990

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 23 66
Telex: 8-85432

�USA-EUROPA
17. Oktober 1990

ENGE AMERIKANISCH-EUROPÄISCHE
ZUSAMMENARBEIT BEI GOLFKRISE
Abteilungsleiter Seitz zur Entwicklung in Europa
WASHINGTON - (AD) - Dem Leiter der Abteilung für europäische und kanadische Angelegenheiten im USAußenministerium, Raymond G. H. Seitz, zufolge arbeiten die Vereinigten Staaten und Europa bei der
Bewältigung der Golf krise eng zusammen. Vor dem Unterausschu ß des Repräsentantenhauses für Europa und
den Nahen Osten erklärte Seitz am 9. Oktober 1990, die Veränderungen in der Sowjetunion und der daraus
resultierende Abbau der Ost-West-Spannungen führe zum ersten Mal dazu, daß die Vereinigten Staaten und
die Sowjetunion eine Krise "als Partner bei umfassenden Bemühungen zur Eindämmung einer Bedrohung für
die internationale Staatengemeinschaft" angehen könnten.
Die Vereinten Nationen funktionierten nun "im Sinne ihrer Begründer", die NATO habe eine "neue und
überzeugende Chance, ihren Wert unter Beweis zu stellen" und die Türkei habe ihre geopolitische Bedeutung
bekräftigt.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Seitz vor dem Unterausschuß im Wortlaut.

Ich begrüße diese Gelegenheit, zu einer erneuten
Stellungnahme vor diesem Ausschuß.
Als ich im Juli das letzte Mal zu Ihnen sprach, habe ich
die bis dahin in der Europapolitik dieser Administration
erzielten Leistungen erläutert: den Durchbruch bei der
Vereinigung Deutschlands, die Stärkung der NATO
beim Londoner Gipfel, weitere Bemühungen in Wien
zum Abschluß eines bahnbrechenden Abkommens
über konventionelle Streitkräfte in Europa sowie die
Vorbereitungen für ein im November in Paris geplantes
Gipfeltreffen der Konfei enz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Diese politischen Initiativen
versprachen, im Herbst einen neuen Höhepunkt zu
erreichen.
Auf dem Weg zur Verwirklichung unserer erklärten
Ziele wurden ermutigende Fortschritte erreicht. Deutschland vollendete am 3. Oktober 1990 seine Einheit, und
das ist zu einem großen Teil auf unseren Erfolg bei den
Verhandlungen über den Zwei-plus-Vier-Vertrag zurückzuführen, der am 12. September 1990 unterzeichnet wurde. Die NATO beschäftigt sich aktiv mit der
beim Juli-Gipfel in London verabschiedeten ehrgeizigen Tagesordnung. Die Londoner Beschlüsse - zur
Überprüfung der NATO-Strategie, Einleitung von
AMERIKA DIENST 41

Verhandlungen über atomare Kurzstreckenraketen
(SNF), Schaffung eines neuen Verhältnisses zum
Warschauer Pakt und Neubelebung der KSZE - bildeten den Schlüssel zur raschen Wiederherstellung der
deutschen Einheit zu unseren Bedingungen. Die
NATO ist ein unerläßliches Gerüst bei der Planung der
neuen europäischen Architektur.
Vergangene Woche haben wir in New York prinzipiell
Einigung bei den wichtigsten noch offenen Fragen der
KSE-Verhandlungen erzielt, und wir erwarten die
Unterzeichnung dieses Vertrags bis Mitte November.
Der KSZE-Gipfel in Paris wird deshalb bei weiteren
wichtigen Beschlüssen für die Zukunft Europas auf
einem bahnbrechenden Abkommen zur Begrenzung
der konventionellen Streitkräfte aufbauen können.
Das gerade in New York beendete Ministertreffen - das
erste jemals in den Vereinigten Staaten abgehaltene
KSZE-Treffen - hat unsere Ziele in der KSZE gefördert: Erweiterung der politischen Konsultationen,
regelmäßige Veranstaltung von Folgekonferenzen sowie
die Gründung eines Konfliktverhütungszentrums, eines kleinen ständigen Sekretariats, eines Wahlbüros
und einer Europäischen Versammlung.

Seite 1

�Das große neue Element für uns und unsere europäischen Partner seit meiner letzten Erklärung vor diesem Unterausschuß ist die Krise am Persischen Golf.
Aus der internationalen Reaktion auf die irakische
Aggression haben wir wichtige Lehren gezogen, von
denen ich einige heute morgen erörtern möchte.
Mit der Abwehr des irakischen Einmarschs in Kuwait
steht die internationale Staatengemeinschaft vor ihrer
ersten großen Bewährungsprobe in der Welt nach dem
kalten Krieg. Die Ereignisse der vergangenen beiden
Monate haben gezeigt, daß das alte Muster des kalten
Kriegs durchbrochen wurde. Der Wandel in der Sowjetunion und der daraus resultierende Abbau derOstWest-Spannungen haben die Spielregeln verändert.
Zum ersten Mal gehen die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion eine Krise als Partner bei umfassenden
Bemühungen zur Eindämmung einer Bedrohung für
die internationale Staatengemeinschaft an. Das Gipfeltreffen in Helsinki im vergangenen Monat symbolisierte und festigte das Ende der automatischen Konfrontationen zwischen den Supermächten.
Ein Ergebnis besteht darin, daß die Vereinten Nationen endlich wieder im Sinne ihrer Begründer funktionieren. Befreit von vetobedingten Pattsituationen kann
der Sicherheitsrat in Krisenzeiten internationale Maßnahmen veranlassen. In einer gemeinsamen Erklärung sind die UdSSR und wir in der vergangenen
Woche in New York speziell auf das Potential für eine
verstärkte Rolle der UN bei der Lösung von Konflikten
und Unterstützung von Wahlen eingegangen. Die acht
Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zur Golfkrise
sind Vorboten der erweiterten Rolle, die die UNO in
Zukunft spielen kann. Infolge des neuen Konsenses
bei der UNO können die politisch Verantwortlichen in

den Vereinigten Staaten gemeinsame Interessen mit
guten Aussichten auf breite internationale Unterstützung und Beteiligung verteidigen.
Auflösung regionaler Pattsituationen
In der Vergangenheit konnten regionale Störenfriede
Ressourcen und Handlungsspielraum erlangen, indem sie die Rivalität zwischen den Supermächten
ausnutzten. Durch den Rückgang der Ost-WestKonfrontation ist die Behandlung und Lösung regionaler Probleme per se wahrscheinlicher geworden. Der
sowjetische Experte für Außenpolitik, Georgij Arbatow, hat dies folgendermaßen formuliert: "Die Golfkrise wird einigen Leuten - denjenigen, die ebenfalls
abenteuerliche Wünsche hegen und zu rücksichtslosen Handlungen bereit wären - ins Bewußtsein rufen,
daß sie die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion
nicht mehr gegeneinander ausspielen können. Statt
dessen werden sie sich wahrscheinlich mit der Zusammenarbeit zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten konfrontiert sehen."

Seite 2

Das Ende der Lähmung durch den kalten Krieg
Die Spaltung Europas in feindliche Lager hat die
Europäer häufig daran gehindert, die Rolle zu spielen,
die ihnen von ihrer Geschichte und Wirtschaftskraft
zugewiesen wurde. Heute sehen die Europäer auf
beiden Seiten der ehemaligen Trennungslinie klarer,
daß sie ein gemeinsames Interesse daran haben, sich
direkt bei Weltkrisen zu engagieren. Die Osteuropäer
lernen, ihre Interessen unabhängig abzuwägen und
dementsprechend zu handeln. Sie erwarten von uns
eine Führungsrolle und Hilfe, und wir beginnen sie als
Partner einzubinden. Die Osteuropäer haben direkte
Beiträge zu den Bemühungen am Golf geleistet; Polen, die Tschechoslowakei und Rumänien durch das
Angebot von Sanitätseinheiten, Ungarn durch den
Lufttransport von Versorgungsgütem für Flüchtlinge in
Jordanien. Wir dürfen nicht zulassen, daß die Golf krise uns von unseren Chancen und Verpflichtungen in
Osteuropa ablenkt.
Die Golfkrise hat der NATO eine neue und überzeugende Gelegenheit verschafft, ihren Wert unter Beweis zu stellen. Die umgehenden und effektiven
Konsultationen der NATO zur Golfpolitik sind ein hervorragendes Beispiel dafür, was wir unter der politischen Rolle der NATO verstehen. Wir und unsere
Verbündeten haben mit einer Stimme gegen die irakische Handlungsweise Stellung genommen. Ohne den
politischen Konsens der NATO wäre unsere Fähigkeit,
militärisch zu reagieren, erheblich eingeschränkt worden. Die Stützpunktstruktur der NATO ermöglichte die
von uns durchgeführte massive und noch andauernde
Verlegung von Truppen. Ohne voll funktionsfähige
NATO-Stützpunkte wären die nordatlantischen Demokratien in diesem und anderen, ähnlich gelagerten
Fällen erheblich in ihrer Fähigkeit eingeschränkt, ihre
vitalen Interessen zu schützen.
Unter unseren Verbündeten handelten besonders die
Briten in beeindruckender Weise, indem sie unverzüglich die Notwendigkeit einer festen Haltung erkannten
und ohne zu zögern umfangreiche Streitkräfte zur
Verfügung stellten. Wenn es hart auf hart kommt, ist
dieses besondere Verhältnis mehr als ein Gefühl. Die
Franzosen bauen eine Militärpräsenz von über 10 000
Mann und einem Dutzend Kriegsschiffen, mit Panzern
und Flugzeugen auf. Die deutsche Regierung hat
zugesagt, ihre Bemühungen zur Lastenteilung zu
verstärken. Insbesondere Bonn wird über eine Milliarde Dollar zur Unterstützung der amerikanischen Anstrengungen und eine gleich hohe Summe für die drei
am schwersten betroffenen Frontstaaten aufwenden.
Italien, das gegenwärtig die EG-Präsidentschaft innehat, war besonders effektiv bei der Koordinierung der
europäischen Bemühungen.
Insgesamt beteiligen sich 13 unserer NATO-Partner
an der Seeblockade. Griechenland, Belgien, die Nie-

AMERIKA DIENST 41

�derlande, Norwegen, Kanada und andere haben Schiffe entsandt. Portugal hat ein Schiff angeboten. Luxemburg trägt zur Finanzierung des Marineeinsatzes
der Westeuropäischen Union bei. Die Deutschen
haben Schiffe ins östliche Mittelmeer entsandt, um
heute im Golf befindliche Einheiten zu ersetzen.
Die Verbündeten tragen aber auch auf andere Weise
bei. Die Türkei hat eine Pipeline geschlossen, ihre
Truppen in Bereitschaft versetzt und ihre Zustimmung
zur Stationierung weiterer amerikanischer Flugzeuge
und AWACS-Systeme der NATO erteilt. Mehrere
Verbündete haben kostenlosen Seetransport angeboten. Die europäischen Stützpunkte - insbesondere in
Deutschland und Spanien - sind die wichtigsten Ausgangspunkte für unsere Dislozierungen. Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien verlegen Luftwaffeneinheiten.
Die Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft für
die Wirtschaftssanktionen kam unverzüglich, die Zusammenarbeit bei deren Durchsetzung war hervorragend. Die 12 Mitgliedstaaten haben Zusagen für
Hilfsleistungen im Wert von über 2 Milliarden Dollar an
die Türkei, Jordanien, Ägypten und andere betroffene
Staaten gegeben, einschließlich der reformwilligen
osteuropäischen Länder, die heute mit massiv gestiegenen Energiepreisen konfrontiert sind. Die EG hat
nahezu 200 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe für
Personen gestiftet, die durch die Invasion in Kuwait zu
Flüchtlingen wurden.
Auf unsere Initiative hin wurde ein informeller Mechanismus geschaffen, um alle Hilfsmaßnahmen in Zusammenhang mit der Golfkrise zu koordinieren, Erfahrungen auszutauschen und Überschneidungen zu
vermeiden. Von den Europäern werden Deutschland,
Frankreich, Italien, Großbritannien und die EG-Kommission daran teilnehmen. Das erste Treffen der
Finanzkoordinierungsgruppe zur Golfkrise fand am
26. September in Washington statt, das zweite Treffen
wird voraussichtlich nächste Woche abgehalten.
Die Türkei spielt nach wie vor eine Schlüsselrolle als
Verbündeter unter erneuter Bekräftigung ihrer geopolitischen Bedeutung und ihres Engagements gegenüber dem Westen. Präsident Özal, der die Vereinigten

*

AMERIKA DIENST 41

Staaten im vergangenen Monat besuchte, hat unter
erheblichen Kosten für seine Volkswirtschaft mutige
Entscheidungen getroffen. Wir müssen sicherstellen,
daß die Türkei in vollem Umfang anerkannt wird und
ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Wir werden unsere
europäischen Partner ermutigen, der Türkei die Hand
entgegenzustrecken, wie sie es mit der Einladung zur
Teilnahme der Türkei an der Koordinierungssitzung
der WEU am 21. August 1990 getan haben.
Die irakische Invasion Kuwaits hat der internationalen
Staatengemeinschaft die der Verbreitung moderner
Waffensysteme - insbesondere chemischer, biologischer und nuklearer Waffen sowie ballistischer Raketen - immanenten Gefahren überdeutlich vor Augen
geführt. Wie Außenminister Baker im vergangenen
Monat im NATO-Hauptquartier erklärte, beweist die
Existenz einer gutausgerüsteten, eine Million Mann
starken, nur wenige Jahre von Nuklearfähigkeiten
entfernten Armee im Irak ohne jeden Zweifel, daß der
Nichtverbreitungsvertrag verbessert werden muß. Wir
müssen einschneidende, international sanktionierte
Verfahren entwickeln, um die durch Massenvernichtungswaffen in den Händen von Diktatoren geschaffene Bedrohung im Keim zu ersticken. Die europäische
Zusammenarbeit ist hierbei von entscheidender Bedeutung.
Herr Vorsitzender, ich habe versucht, einige der Konsequenzen der Golfkrise für unsere Beziehungen zu
Europa aufzuzeigen. Meines Erachtens können die
Leistungen der vergangenen Monate in Europa dazu
beitragen, eine neue, friedlichere internationale Ordnung zu schaffen, in der wir gemeinsam mit unseren
Freunden und ehemaligen Gegnern Verantwortung
tragen. Wir begrüßen die Chance eines stärkeren,
verantwortungsvolleren Beitrags zu unseren gemeinsamen Bestrebungen durch Europa. Gleichzeitig wurde
durch die Golfkrise eindeutig belegt, daß die Welt bei
der Übernahme der Führungsrolle auf uns zählt. Wir
können auf die amerikanische Führungsrolle stolz
sein. Wir müssen zusammenarbeiten - Kongreß und
Administration - um ihre Zukunft sicherzustellen.
Herr Vorsitzender, ich danke Ihnen.

* * *

*

Seite 3

�GOLFKRISE
17. Oktober 1990

INTERNATIONALE REAKTIONEN AUF DIE
IRAKISCHE INVASION KUWAITS
Übersicht über wirtschaftliche und politische Maßnahmen
Die nachfolgende Übersicht über die von der internationalen Staatengemeinschaft als Reaktion auf die Invasion
des Iraks in Kuwait ergriffenen Maßnahmen stützt sich auf am 10. Oktober 1990 verfügbare Informationen und
ist gegebenenfalls unvollständig.

NATO
Die 16 Bündnispartner nehmen unmittelbar nach der
irakischen Invasion Kuwaits weiterhin andauernde

Konsultationen auf. Die Außenminister treffen am 10.
August 1990 im NATO-Hauptquartier zusammen, um
die Reaktion der Bündnispartner auf die Krise zu
erörtern und die Verpflichtung der NATO zur Verteidigung der Türkei im Falle eines Angriffs durch den Irak
zu bekräftigen. Die wichtigsten Ausschüsse der NATO
kommen weiterhin regelmäßig - zum Teil täglich zusammen, um die Maßnahmen zu koordinieren, Informationen und nachrichtendienstliche Erkenntnisse
auszutauschen. Die Außenminister der NATO-Partner kommen am 10. September 1990 zusammen, um
die Koordinierung zu intensivieren.
NATO-Mitgliedstaaten
Belgien
Ölembargo, Einfrieren der irakischen und kuwaitischen
Vermögenswerte. Entsendung von zwei Minensuchbooten und einem Versorgungsschiff in den Golf von
Oman. Zwei C-130 wurden für den Heimflug ägyptischer Flüchtlinge aus Kuwait zur Verfügung gestellt, 4
weitere C-130 werden zur Begleitung und zum Schutz
von Schiffen, die die Durchsetzung des Embargos
gewährleisten, zum Golf entsandt. Bereitstellung von
30 Tonnen Zucker und Mehl, 20 000 Tonnen Weizen.
Bundesrepublik Deutschland
Entsendung von Minensuchbooten und einem Versorgungsschiff zum Schutz der Seewege ins Mittelmeer
AMERIKA DIENST 41

und Angebot zusätzlicher Luft- und Seetransportunterstützung. Angebot an die Vereinigten Staaten zur
Nutzung von Stützpunkten für Operationen gegen den
Irak. Ölembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte. Am 16. August 1990 stellt die Bundespost
den Brief- und Paketverkehr mit dem Irak und Kuwait
ein. Die Bundesregierung und führende Wirtschaftsverbände versprechen, alles in ihrer Macht Stehende
zu tun, um das Embargo gegen den Irak "wasserdicht"
zu machen. An Flüchtlingshilfe stellt die Bundesrepublik 4,5 Tonnen Nahrungsmittel, 55 Zelte und zwei
Krankenwagen bereit.
Dänemark
Korvette der dänischen Marine im Golf eingetroffen.
Dänische Regierung bewilligt 4 Millionen Dollar zur
Unterstützung von Flüchtlingen aus Irak und Kuwait.
Die Privatreederei A. P. Moeller stellt zwei Schiffe zum
Transport amerikanischen Geräts an den Golf zur
Verfügung. Erlaubt die Nutzung seiner Handelsschiffe
im Golf als Versorgungsschiffe der multinationalen
Streitmacht in Saudi-Arabien. Unterstützt Sanktionen
der EG gegen den Irak; Ölembargo.
Frankreich
Die französische Marine unterhält 12 Schiffe und 1 500
Mann in der Golf region. Eine schwere Heeresbrigade
mit 4 300 Mann, 48 Hubschraubern, 48 Panzern und
64 gepanzerten Fahrzeugen bezieht in Saudi-Arabien
Stellung.
Die französischen Luftwaffeneinheiten
umfassen 24 Mirage- und Jaguar-Jagdflugzeuge, 5
Transport- und 2 Tankflugzeuge sowie insgesamt 800

Seite 1

�Mann. Darüber hinaus hat Frankreich 300 Mann in den
Vereinigten Arabischen Emiraten, 150 Mann in Katar
sowie eine ständige Streitmacht von 4 000 Mann in
Dschibuti stationiert. Frankreich schließt sich der UNResolution über wirtschaftliche Sanktionen gegen den
Irak an. ö l - und Waffenembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte, Unterbindung des Handels
mit Ausnahme von Arznei- und Nahrungsmitteln für
humanitäre Zwecke. Das französische Au ßenministerium fordert die uneingeschränkte Durchsetzung des
Embargos. Vier französische Gewerkschaften (CFDT,
CFTC, CGC und FEN) verurteilen die Festsetzung von
Ausländern durch den Irak und fordern ihre unverzügliche und bedingungslose Freilassung. Drastische
Einschränkung der Bewegungsfreiheit einer Gruppe
irakischer Offiziere und Staatsbürger aus Sicherheitsgründen, die in Frankreich in der Bedienung von militärischem Gerät und Radaranlagen ausgebildet wurden.
Griechenland
Entsendung der Fregatte "Limnos" ins Rote Meer.
Unbürokratische Bereitstellung von drei unter griechischer Flagge fahrenden Schiffen für militärische Transporte. Ölembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte, Überflugerlaubnis für Militärflugzeuge der
Vereinigten Staaten und verbündeter Länder auf dem
Weg zum Golf. Uneingeschränkte Zusammenarbeit
bei Zwischenlandungen und Auftanken von Flugzeugen. Bereitstellung der Hafenanlagen für verbündete
Seestreitkräfte.
Großbritannien
Die in den Golf entsendeten britischen Landstreitkräfte
belaufen sich auf 10 - 12 000 Mann, davon sind 6 8 000 in Saudi-Arabien stationiert. Entsendung von
120 Panzern des Typs Challenger, mit Rapier-Flugabwehrraketen ausgerüsteten Einheiten, 4 Kampfschiffen mit Unterstützungseinheiten, einem Geschwader
Tornado-Kampfflugzeuge, einem Geschwader JaguarKampf bomber, VC 10-Tankflugzeugen und NimrodSeeaufklärern, 2 Schiffen für den Seetransport. Bewilligt
10,8 Millionen Dollar an Flüchtlingshilfe, wovon 4,2
Millionen im Rahmen des EG-Beitrags zur Verfügung
gestellt werden. Einfrieren kuwaitischer und irakischer
Vermögenswerte.
Island
Erklärung der uneingeschränkten Unterstützung der
UN-Sanktionen gegen den Irak.
Italien
Entsendung von acht "Tornados" in die Vereinigten
Arabischen Emirate. Zum ersten Mal seit dem Zweiten
Weltkrieg werden italienische Militärflugzeuge außerhalb des italienischen Luftraums eingesetzt. Vier
Marineschiffe werden in die Golfregion verlegt. Regierung verkündet am 17. September die Ausweisung der

Seite 2

irakischen Militärattaches und dfe Einschränkung der
Bewegungsfreiheit irakischer Diplomaten. Vollständiges Handelsembargo. Einfrieren irakischer und kuwaitischer Vermögenswerte. Verbot irakischer/kuwaitischer Luft- und Seetransportdienste. Erlaubnis der
Nutzung von US-Stützpunkten in Italien. Bereitstellung von 40 Tonnen an Hiffsgütern einschfießfich Decken,
Wasserkanistern, Müllcontamem, Zeltplanen, Werkzeugen und Küchengerät als FlüchtHhgshflfe. Sagt die
Bereitstellung von zivilen Transportschiffen zur Verlegung amerikanischer Truppen und Versorgungsgüter
zu. Genehmigt Hilfsleistungen in Höhe von 160 Millionen Dollar für Länder, die unmittelbar von der Blockade
des Iraks, betroffen sind.
Kanada
Premierminister Mulroney gibt am 14. September 1990
die Entsendung eines CF-18-Geschwaders an den
Golf bekannt und verspricht Hilfsleistungen in Höhe
von 75 Millionen Dollar für die Türkei, Ägypten, Jordanien, die Philippinen, Sri Lanka und Bangladesh.
Entsendung von zwei Zerstörern und einem Versorgungsschiff zur Verstärkung der multinationalen Streitmacht im Golf. Abbruch der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Irak. Verpflichtung zur Bereitstellung von 2,2 Millionen Dollar in bar, die als FKichtlingshilfe zwischen dem Internationalen Komitee vom
Roten Kreuz und zwischenstaatlichen Organisationen
aufgeteilt werden sollen.
Luxemburg
Die Regierung stellt vorläufig 2 Millionen Dollar als
Beitrag zu den Transportkosten für Männer und Material in die Region bereit. Diese Mittel werden für die
Hilfsleistungen der WEU-Partner Belgien, Niederlande und Portugal gewährt. Weitere 2 Millionen Dollar
werden für die EG-Bemühungen in der Region und 1,3
Millionen Dollar für Hilfe an die Türkei, Jordanien,
Ägypten und Bangladesh zur Verfügung gestellt.
Ölembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte.
Niederlande
Uneingeschränkte Finanzsanktionen gegen den Irak,
Ölembargo, Einfrieren der irakischen Vermögenswerte. Entsendung von zwei Fregatten in den Golf.
Werden im November ein Versorgungsschiff dorthin
verlegen. Angebot zur Entsendung eines Geschwaders von 18 F-16 in die Golfregion. Lieferung von
50 000 ABC-Schutzanzügen im Gesamtwert von 20,4
Millionen Dollar in die Türkei. Bereitstellung von 3
Millionen Dollar Flüchtlingshilfe. Eine weitere Million
wird von privaten Geldgebern gespendet.
Norwegen
Humanitäre Hilfe in Höhe von 126 Millionen Kronen,
darunter 30 Millionen an die Türkei, Ägypten und
Jordanien sowie 20 Millionen für die Repatriierung von

AMERIKA DIENST 41

�Flüchtlingen. Mittel werden ferner für Bangladesh,
Indien, Pakistan und Sri Lanka zur Verfügung gestellt,
um die für diese Länder durch die Krise entstehenden
Kosten zu mildern. Militärische Lufttransportmittel
werden für den Transport von Nahrungsmitteln und
medizinischer Ausrüstung nach Jordanien und von
Flüchtlingen nach Kairo bereitgestellt. Angebot von
Dekontaminierungsgerät für den Bedarfsfall sowie ABCSchutzkleidung an die multinationale Streitmacht. Das
Schiff "Andenes" der norwegischen Küstenwache wird
Mitte Oktober zur Unterstützung der dänischen Korvette "Olfert Fischer" im Golf eintreffen. Sechs Luftabwehrraketen des Typs Sea Sparrow wurden der dänischen Marine zur Verfügung gestellt, und 9 Freund/
Feind-Erkennungssysteme wurden an Großbritannien
ausgeliehen. Einfrieren kuwaitischer und irakischer
Vermögenswerte. Bereitstellung von 40 Tonnen hochproteinhaltiger Kekse als Flüchlingshilfe.
Portugal
Vollständige Einhaltung des UN-Embargos. Den
Vereinigten Staaten wird die Nutzung des Stützpunktes Lajes auf den Azoren für Truppentransporte gestattet. Bereitstellung eines Marinetransportschiffes
durch die WEU. Zwei Handelsschiffe werden an die
American Maritime AuthorityfürTransportoperationen
vermietet. Portugiesisches Ärzteteam wird in jordanische Flüchtlingslager entsandt, Regierung bietet ein
Feldlazarett, Medikamente sowie deren Transport an.
C-130 der Luftwaffe wird zur Unterstützung des Transports ägyptischer Flüchtlinge aus Jordanien bereitgestellt. Öl- und Waffenembargo. Embargo bei Dienstleistungen für irakische Schiffe.
Spanien
Entsendung einer Fregatte und zweier Korvetten in die
Straße von Hormuz und ins Rote Meer als Teil der
WEU-Bemühungen zur Durchsetzung des Embargos.
Einfrieren irakischer Vermögenswerte und Handelsembargo. Erhebliche Unterstützung für den Transit
amerikanischer Einheiten durch Nutzung militärischer
Einrichtungen in Spanien. Benutzung spanischer Häfen
für logistische Unterstützung und Reparatur von Transportschiffen. Spanische Luftwaffe liefert humanitäre
Hilfsmittel für Flüchtlinge in Jordanien und hilft bei der
Repatriierung ägyptischer und asiatischer Flüchtlinge
aus Jordanien.
Türkei
Einfrieren irakischer Vermögenswerte. Verweigert die
Verladung irakischen Öls am Ende der irakischen
Pipeline. Untersagt die Entladung zweier Schiffe mit
Nahrungsmitteln für den Irak im südlichen Hafen Mersin.
Handelsembargo mit Ausnahme von Nahrungs- und
Arzneimitteln. Das Parlament ermächtigt die Regierung im Falle eines Angriffs durch den Irak zur Kriegserklärung, zur Entsendung von Kampftruppen und
zum Einsatz ausländischer Truppen auf türkischem
Hoheitsgebiet.
AMERIKA DIENST 41

Vereinigte Staaten
Entsendung von über 175 000 Soldaten von Heer,
Marine und Luftwaffe nach Saudi-Arabien, um dieses
Land gegen einen möglichen irakischen Angriff zu
schützen. Zur Zeit befinden sich 13 Kriegsschiffe und
zwei Lazarettschiffe im Persischen Golf. 26 Schiffe,
darunter der Flugzeugträger "Independence" befinden sich im Norden des Arabischen Meers und 10
Schiffe, darunter der Flugzeugträger "Kennedy", im
Roten Meer. Verhängung eines vollständigen Embargos gegen den Irak und das besetzte Kuwait sowie
gegen kommerzielle Nahrungsmittellieferungen.
Aussetzung der Kredite, Anleihen und Zuschüsse.
Modifizierung des Embargos, so daß es das Verbot
von Exporten an jede vom Irak - direkt oder indirekt aus betriebene oder von der irakischen Regierung
kontrollierte oder in deren Besitz befindliche Körperschaft einschließt. Einfrieren der irakischen und
kuwaitischen Vermögenswerte. Amerikanische Zollbeamte beschlagnahmen für den Irak und Kuwait
bestimmte Ersatzteile, Satelliten- und Computergeräte. Das FBI versiegelt die Büros der irakischen Fluggesellschaft in New York, Detroit und Los Angeles. Die
Vereinigten Staaten werden zur Unterstützung der
UN-Sanktionen irakische öllieferungen in der Golfregion abfangen. Als Reaktion auf die illegale Schließung der amerikanischen Botschaft in Kuwait durch
den Irak weisen die Vereinigten Staaten 36 der 55
zuvor an der irakischen Botschaft in Washington akkreditierten Personen aus. Die Vereinigten Staaten
leisten Flüchtlingshilfe in Höhe von 1 Million Dollar
einschließlich Zelten, Wasserkanistern, Nahrungsmitteln sowie Beiträgen an die Internationale Organisation für Auswanderung. Die Vereinigten Staaten leiten
Initiativen zur Unterstützung der durch die Golfkrise
wirtschaftlich betroffenen Länder sowie zur Verteilung
der Kosten der Militäroperationen im Golf in die Wege.
Andere europäische Nationen
Andorra
Verbietet Importe und Exporte jeglicher Vermögenswerte aus und in den Irak und Kuwait sowie die
Bereitstellung von Dienstleistungen und Krediten.
Bulgarien
Unterbindung aller Lieferungen militärischer Güter an
den Irak und Erweiterung der Wirtschaftssanktionen.
Finnland
Unterstützung der Resolution des UN-Sicherheitsrats
über Sanktionen, vollständige Durchführung der UNMaßnahmen einschließlich eines uneingeschränkten
Handelsembargos. Ernennung des finnischen Botschafters bei den Vereinten Nationen zum Leiter der
Gruppe von Ländern, die die Einhaltung der UNSanktionengegen Irak überwachen. Verpflichtung zur

Seite 3

�Zahlung von 135 000 Dollar an Flüchtlingshilfe an das
Internationale Komitee vom Roten Kreuz.
Irland

kehrs mit Irak und Kuwait. Ab 20. Oktober Sperrung
des schwedischen Luftraums für Flugzeuge mit Gütern für oder aus Irak und Kuwait. Stellt 20 Millionen
Dollar an Flüchtlingshilfe bereit.

Ölembargo.

Schweiz

Jugoslawien

ö l - und Waffenembargo. Einfrieren von Vermögenswerten, Beschränkungen für den sonstigen Handel.
Die Schweiz beteiligt sich zum ersten Mal an UNWirtschaftssanktionen. Entsendet ein Hilfsteam für
Flüchtlinge.

Verurteilung der irakischen Invasion in Kuwait, fordert
den Irak auf, alle Truppen aus Kuwait zurückzuziehen.
Weigerung, die irakische Annexion Kuwaits anzuerkennen. Unterstützt die Wirtschaftssanktionen der UN
gegen den Irak. Einstellung aller Lieferungen in den
Irak, Aussetzung von Importen aus dem Irak, Abbau
jugoslawischer Arbeitskräfte in Irak und Kuwait, Einfrieren irakischer Vermögenswerte.
•

Liechtenstein
Einfrieren kuwaitischer und irakischer Vermögenswerte, Handelsembargo mit Ausnahme von Arznei- und
Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke.
Malta
Keine Vergabe von Aus- oder Einfuhrgenehmigungen
für Handel mit Irak und Kuwait, vor Verhängung der
Sanktionen erteilte Genehmigungen werden widerrufen.
Österreich
Vollständige Einhaltung der UN-Wirtschaftsanktionen
gegen den Irak, Waffenembargo für die Region. Blokkiert den Transfer irakischer Vermögenswerte. Erlaubnis zum Überfliegen amerikanischer militärischer
Transportflugzeuge über Österreich. Beitrag von etwa
einer Million Dollar an Hilfe für Ägypten, Jordanien und
die Türkei. Bereitstellung weiterer Finanzmittel wird
erwogen.
Polen
Vollständige Einhaltung des Handelsembargos gegen
den Irak. Waffenembargo, Verurteilung der Annexion
Kuwaits. Strikte Einhaltung der Resolutionen des UNSicherheitsrats. Regierung kündigt Entsendung eines
Lazarettschiffs und eines Feldlazaretts zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht an.

Sowjetunion
Verurteilung der Annexion Kuwaits durch den Irak,
Waffenembargo. Entsendung zweier Kriegsschiffe
zur Straße von Hormuz. Kündigt Absicht zum Abzug
von 1 700 technischen Experten aus dem Irak im
nächsten Monat an. Hat alle Familienangehörigen aus
Kuwait und viele aus dem Irak repatriiert. Einstellung
des Exports militärischen Nachschubs. Würde unter
Aufsicht der Vereinten Nationen die Abriegelung des
Golfs für irakische Schiffe in Erwägung ziehen. Erlaß
eines Dekrets an alle Ministerien und Behörden, die für
den Handel mit dem Irak oder sonstige Beziehungen
mit diesem Land zuständig sind, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaftssanktionen
der Vereinten Nationen zu verwirklichen. Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung mit Japan am 5.
September mit der Aufforderung an den Irak, alle
ausländischen Geiseln freizulassen und seine Truppen aus Kuwait abzuziehen.
Tschechoslowakei
Waffenembargo, Verurteilung der irakischen Aggression. Verzögerung der Abreise des neuen tschechoslowakischen Botschafters im Irak nach Bagdad.
Durchführung der UN-Sanktionen einschließlich Unterbindung aller Exporte und Importe aus und nach Irak
und Kuwait.
Ungarn
Öl- und Handelsembargo.
Vatikan

Rumänien

Lobt die Resolution der Vereinten Nationen über
Sanktionen gegen den Irak.

Wird UN-Sanktionen gegen den Irak befolgen.

Zypern

Schweden

Unterstützung der Sanktionen gegen den Irak.

Vollständige Durchführung und Einhaltung sämtlicher
UN-Sanktionen. Verbot von Aus- und Einfuhren nach
oder aus Kuwait und Irak, mit Ausnahme von Waren für
humanitäre oder medizinische Zwecke nach Genehmigung durch die Regierung. Verbot von Maßnahmen, die Geschäfte mit dem Irak oder Kuwait fördern
würden; Einstellung des Zahlungs- und Kreditver-

Andere Organisationen • regional und international

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Afghanische Interimsregierung
Offizielle Zustimmung des Kabinetts zur Entsendung
von 2 000 Mujahedin nach Saudi-Arabien zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht.

AMERIKA DIENST 41

�Arabische Liga
Die arabische Liga spricht sich (mit 12:3 Stimmen von
20 Mitgliedstaaten) für die Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi-Arabien aus, um das
Land gegen eine mögliche irakische Aggression zu
schützen. Jordanien, Mauretanien und der Sudan
stimmen für die Resolution, machen jedoch "Bedenken" geltend. Der Irak, Libyen und die PLO stimmen
dagegen. Der Jemen und Algerien enthalten sich.
Tunesien ist nicht vertreten. Die Resolution bekräftigt
darüber hinaus die Resolutionen 660,661 und 662 des
UN-Sicherheitsrats.
Europarat
Das Außenministertreffen des Europarats verabschiedet am 12. September eine Resolution, in der die
irakische Verletzung des Völkerrechts und die Geiselnahme verurteilt werden. Sie fordert die Anwendung
der UN-Sanktionen gegen den Irak durch alle Staaten
und appelliert an die Mitglieder des Europarats, Ländern beizustehen, die ohne eigenes Verschulden von
diesen Sanktionen betroffen sind. Die Erklärung widmet sich besonders humanitären Problemen der zahlreichen Menschen, die durch die Krise zur Flucht
gezwungen wurden und bedauert die Weigerung des
Irak, mit dem IKRK zusammenzuarbeiten.
Europäische Gemeinschaft
Die EG erklärt am 17. September die Ausweisung aller
irakischen Militärattaches sowie die Einschränkung
der Bewegungsfreiheit der anderen irakischen Diplomaten, die in den Hauptstädten der 12 Mitgliedstaaten
akkreditiert sind. Verhängt allgemeines Handelsembargo gegen den Irak und das besetzte Kuwait. Einfrieren von Vermögenswerten auf ihrem Hoheitsgebiet
sowie Einstellung jeglicher Zusammenarbeit mit dem
Irak und dem besetzten Kuwait. Unterstützt alle bis
jetzt in Zusammenhang mit der Golfkrise verabschiedeten UN-Resolutionen. Über die Botschafter der
gegenwärtigen Präsidentschaft (Irland, Italien und
Luxemburg) hat die EG Demarchen in Bagdad unternommen, um die bedingungslose Freilassung der
Ausländer in Irak und Kuwait zu unterstützen. Die EG
stellt 78 Millionen Dollar in Form von Transport, Nahrungsmitteln und humanitärer Hilfe für Flüchtlinge bereit.
Europaparlament
Verabschiedung einer Resolution am 14. September,
in der "die Invasion und Annexion Kuwaits durch den
Irak ... und die gezielte Geiselnahme von Ausländern
durch den Irak energisch verurteilt" wird. Die Resolution fordert "den unverzüglichen Rückzug der irakischen Truppen aus Kuwait, um dessen legitime Autorität und Souveränität wiederherzustellen..."

Hat Truppen in Saudi-Arabien stationiert. Saudi-Arabien bittet die Vereinigten Staaten und andere Länder
um militärische Hilfe zur Verteidigung gegen eine
mögliche irakische Aggression. Saudi-Arabien verpflichtet sich darüber hinaus zu höherer Ölförderung,
um die Produktionsausfälle in Irak und Kuwait wettzumachen. Verweigert einem irakischen Tanker das
Anlegen an einem saudischen Verladeterminal im
Roten Meer. Die Vereinigten Arabischen Emirate
öffnen ihre militärischen Einrichtungen für multinationale Streitkräfte und verweigern einem irakischen Tanker
die Einfahrt in den Hafen von Dubai. Katar stellt seine
militärischen Einrichtungen den multinationalen Streitkräften zur Verfügung. Berichten zufolge öffnen auch
Bahrain und Oman ihre militärischen Einrichtungen.
Der Golf-Kooperationsrat ist eine regionale Organisation, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten,
Saudi-Arabien, Bahrain, Oman, Katar und Kuwait
besteht.
Internationale Arbeitsorganisation
Die Internationale Arbeitsorganisation, eine Unterorganisation der UN, appelliert an den Irak, unverzüglich
Schritte zur Freilassung aller in Irak und Kuwait festgehaltenen ausländischen Arbeitnehmer zu ergreifen.
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit
in Europa (KSZE)
Die Außenminister der KSZE-Staaten verabschieden
am 2. Oktober in New York eine Erklärung, mit der sie
sich den Vereinten Nationen "bei der Verurteilung der
irakischen Invasion und Besetzung von Kuwait" anschließen. Darüber hinaus fordern sie die Regierung
des Irak zum unverzüglichen und bedingungslosen
Abzug aus Kuwait auf und erklären ihre volle Unterstützung für die UN-Resolutionen zur Verurteilung des
Irak. Sie bringen ferner ihre Entschlossenheit zum
Ausdruck, "die vollständige und wirksame Durchsetzung" der UN-Sanktionen zu gewährleisten und unterstützen "die Länder, die aufgrund der vom Irak herbeigeführten Krise besonders gelitten haben".
Koordinationsrat der Gewerkschaften des Südlichen Afrikas
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Forderung nach unverzüglichem Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak. Bittet die Gewerkschaften des südlichen Afrikas, jeglichen Bruch des Embargos zu melden und zu verurteilen.
Bewegung der Blockfreien
Verurteilung des Einsatzes von Gewalt durch den Irak
sowie Forderung nach Rückzug der Invasionstruppen.

Golf-Kooperationsrat

Nordischer Rat

Verurteilung der irakischen Aggression gegen Kuwait
und Forderung nach Rückzug der irakischen Truppen.

Verabschiedung einer Erklärung, in der die irakische
Weigerung, Staatsbürgern der nordischen Staaten

AMERIKA DIENST 41

Seite 5

�und anderen Ausländern das Verlassen des Irak und
Kuwaits zu gestatten, scharf verurteilt und festgestellt
wird, daß "die Entscheidung des Irak eine Verletzung
des Völkerrechts und der UN-Menschenrechtserklärung darstellt". Der Nordische Rat ist eine regionale
Organisation, die sich aus Vertretern Dänemarks,
Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens zusammensetzt.
Die nordischen Außenminister
Verabschiedung einer Erklärung zur Golfkrise am 11.
September, in der "die brutale Invasion und der Versuch der Annexion Kuwaits" scharf verurteilt und die
Rolle des UN-Sicherheitsrats bei der Aufrechterhaltung des internationalen Drucks auf den Irak hervorgehoben werden.
OPEC
Verständigung auf einen Plan, der den OPEC-Mitgliedern eine Erhöhung ihrer Erdölförderung über die
vereinbarten Quoten hinaus gestattet, um den durch
das Embargo gegen den Irak verursachten Ausfall von
4 Millionen Barrel täglich wettzumachen. Saudi-Arabien und Venezuela haben ihre ölproduktion bereits
erhöht. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Nigeria,
Gabun und Ecuador werden ihre Fördermenge wahrscheinlich in Kürze erhöhen. Der Iran und Libyen
stimmen gegen die Resolution, planen jedoch angeblich auch eine Erhöhung ihrer eigenen Produktion.
Organisation Amerikanischer Staaten
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Ablehnung der Annexion Kuwaits. Unterstützt alle
diesbezüglichen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats
gegen den Irak. Weist die Benutzung ausländischer
Geiseln in Bagdad als "menschliche Schutzschilde im
Konflikt" zurück. Bietet ihre guten Dienste für die in
Irak und Kuwait festgehaltenen Staatsbürger aus Mitgliedstaaten an. Die OAS ist eine regionale Organisation mit Vertretern der Karibikstaaten sowie aller Staaten Mittel-, Süd- und Nordamerikas außer Kuba.
Vereinte Nationen
Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolutionen, in
denen die irakische Invasion in Kuwait verurteilt und
der unverzügliche Rückzug der Invasionsstreitkräfte
gefordert, ein Handels- und Finanzembargo gegen
den Irak und Kuwait angeordnet, die irakische Annexion von Kuwait für null und nichtig erklärt, die Freilassung aller Ausländer durch den Irak verlangt und der
internationalen Staatengemeinschaft das Recht gegeben wird, das Wirtschaftsembargo gegen den Irak
durchzusetzen, indem die Schiffahrt nach und aus
diesem Land unterbunden wird. Die Vereinten Nationen legen enge Grenzen für die Lieferung von Arzneiund Nahrungsmitteln für humanitäre Zwecke in den
Irak und das besetzte Kuwait fest. Verurteilung des
Irak aufgrund von Gewalttaten gegen ausländische

Seite 6

Botschaften und deren Personal im besetzten Kuwait.
Verhängung eines Luftverkehrsembargos gegen den
Irak.
Westeuropäische Union
Die Außen- und Verteidigungsminister der neun Mitgliedstaaten der WEU erörtern während eines Treffens in Paris am 18. September weitere Möglichkeiten
zur Koordinierung ihrer Maßnahmen am Golf. Sie
verurteilen "uneingeschränkt die jüngsten Angriffe des
Irak auf das Völkerrecht und die Unverletzlichkeit von
Personen" und verleihen ihrer Entschlossenheit Ausdruck, das vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
verhängte Embargo mit all seinen Elementen anzuwenden und für seine Anwendung zu sorgen. Bei
früheren Maßnahmen verständigen sich die neun WEUMitgliedstaaten darauf, die Marineoperationen im Nahen
Osten auszuweiten und "ihre Operationen eng miteinander abzustimmen". Darüber hinaus erklären sie
sich bereit, zusammen mit den Vereinigten Staaten
Verantwortung für die Durchsetzung der UN-Sanktionen gegen den Irak zu übernehmen. Vier WEUMitglieder - die Niederlande, Belgien, Italien und Spanien - sowie Griechenland, das kein Mitglied der WEU
ist, kündigen die Entsendung von Kriegsschiffen in den
Nahen Osten an, die sich den bereits dort stationierten
französischen und britischen Luft- und Marineeinheiten anschließen sollen. Die WEU ist eine politische
Organisation mit Vertretern aus Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien,
Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und
Spanien.
Nichteuropäische Staaten
Algerien
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait. Einhaltung
der UN-Sanktionen gegen den Irak, ausgenommen
Lieferungen von Nahrungsmitteln und Medikamenten
aus humanitären Gründen.
Ägypten
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der Resolutionen 660, 661 und 662 des Sicherheitsrats der
Vereinten Nationen und spricht sich für die Entsendung einer arabischen Streitmacht nach Saudi-Arabien aus. Hat bereits 5 000 Soldaten zur Verstärkung
der multinationalen Streitmacht nach Saudi-Arabien
geschickt. Geplant ist die Entsendung von zusätzlichen 15 000 Soldaten zusammen mit Panzern und
Schützenpanzern. Ausweisung des irakischen Verteidigungsattaches und zweier weiterer irakischer Diplomaten.
Argentinien
Verurteilt die Invasion Kuwaits durch den Irak und
fordert den Rückzug der Invasionstruppen. Befolgt die
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. Stellt finanziel-

AMERIKA DIENST 41

�Brasilien

le Transaktionen mit Irak und Kuwait ein. Entsendet
zwei Kriegsschiffe mit zwei Flugzeugen, einer Infanterieeinheit sowie Luftwaffen- und Fernmeldepersonal
an den Golf, um das UN-Embargo gegen den Irak zu
unterstützen.

Öl- und Waffenembargo. Abbruch sämtlicher Handelsbeziehungen, einschließlich Nahrungsmittellieferungen.

Aruba

Chile

Wirtschaftssanktionen gegen den Irak.

Wirtschaftssanktionen, Waffenembargo.

Australien

China

Teilnahme am gemeinsamen Marineeinsatz. Entsendung zweier Lenkwaffenfregatten und eines Versorgungsschiffs sowie eines Sanitätsteams zum Persischen Golf. Zusage, den Golf für irakische Schiffe
abzuriegeln, um die UN-Sanktionen zu unterstützen.
Öl- und Waffenembargo. Einfrieren von Vermögenswerten.

Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait und
fordert den Rückzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Resolutionen gegen den Irak. Waffenembargo.

Bahamas
Verurteilung der irakischen Invasion in Kuwait und
Forderung nach Rückzug der Invasionsstreitmacht.
Einfrieren irakischer und kuwaitischer Vermögenswerte.

Costa Rica
In Unterstützung der UN-Resolutionen gegen den Irak
verurteilt Costa Rica den irakischen Einmarsch in
Kuwait, die Annexion Kuwaits und die irakische Anordnung zur Schließung der Botschaften.
Cote d'lvoire
Öl- und Handelsembargo.

Bahrain

Gabun

Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats verurteilt Bahrain die irakische Invasion in
Kuwait und fordert den Rückzug der Invasionstruppen.
Gestattet die Benutzung seiner Luftstützpunkte durch
die multinationalen Streitkräfte.

Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait, unterstützt
alle UN-Sanktionen gegen den Irak.

Bangladesh
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait.
Entsendet über 2 000 Soldaten nach Saudi-Arabien
zur Unterstützung der multinationalen Streitmacht.
Durchführung der UN-Sanktionen gegen den Irak,
einschließlich des Handels mit Waren und Dienstleistungen und der Lieferung von Tee.
Belize
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Forderung nach Rückzug der Invasionstruppen.

Gambia
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Abzug der Truppen.
Guatemala
Völliges Wirtschaftsembargo gegen den Irak und das
besetzte Kuwait.
Haiti
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait.
Honduras
Lehnt die irakische Invasion in Kuwait ab und fordert
den Abzug der Invasionstruppen.

Benin
Hongkong
Verurteilung des irakischen Einmarschs in Kuwait und
Forderung nach unverzüglichem Rückzug der Invasionstruppen.
Bermuda
Schließt sich den britischen Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak an. Verhängt eigene Finanzsanktionen.

Bolivien

Schließt sich den britischen Wirtschaftssanktionen
gegen den Irak an. Friert irakische und kuwaitische
Vermögenswerte ein.
Indien
Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Premierminister Singh erklärt, Indien werde zu seiner
in den Vereinten Nationen gegebenen Zustimmung zu
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak stehen.

Unterstützt die Sanktionen der Vereinten Nationen
gegen den Irak.
AMERIKA DIENST 41

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�Indonesien
Einstellung des Handels mit dem Irak, Ölembargo.
Verstärkung der eigenen Erdölförderung.
Iran
Ablehnung der Annexion Kuwaits durch den Irak. Der
Iran erklärt sich zur Steigerung der Ölförderung bereit,
um die Ausfälle im Irak und in Kuwait auszugleichen.
Israel
Unterstützt die UN-Sanktionen gegen den Irak.
Jamaica
Verurteilt die Invasion und befolgt die UN-Sanktionen
gegen den Irak. Unterstützt die von der Organisation
Amerikanischer Staaten ins Leben gerufene Initiative,
im Rahmen derer die irakische Invasion in Kuwait auf
das schärfste verurteilt wird.
Japan
Ölembargo, Einstellung von Handel und Hilfe. Einfrieren kuwaitischer Vermögenswerte in Japan. Stellt
Finanzhilfe in Höhe von 4 Milliarden Dollar bereit,
davon 2 Milliarden Dollar für die multinationale Streitmacht. Dazu gehören Beiträge zur Unterstützung von
Streitkräften, Ausrüstung und Kriegsmaterial. Entsendet medizinisches Personal auf die Arabische Halbinsel, das bis zu 100 Personen umfassen wird. Die
restlichen 2 Milliarden Dollar sind als Finanzhilfe für die
Türkei, Ägypten und Jordanien bestimmt, um die durch
die irakische Invasion in Kuwait verursachten wirtschaftlichen Härten zu mildern. Stellt weitere 22
Millionen Dollar an Flüchtlingshilfe bereit. Veröffentlichung gemeinsamer Erklärungen mit der Sowjetunion
und Großbritannien, in denen der Irak zur Freilassung
aller ausländischen Geiseln und zum Abzug seiner
Truppen aus Kuwait aufgefordert wird. Stellt gegenwärtig ein Korps zur Zusammenarbeit mit den Friedensbemühungen der Vereinten Nationen auf, das die
Entsendung ausgewählten Personals nach Übersee
gestatten würde, um die Operationen zur Erhaltung
des Friedens zu unterstützen.

Kuwait und fordert den Abzug der Invasionstruppen.
Stellt der multinationalen Streitmacht seine militärischen Einrichtungen zur Verfügung.
Kolumbien
Vizepräsidentschaft des UN-Sanktionsausschusses,
der die Einhaltung der Sanktionen überwacht.
Korea (Rep.)
Waffen- und ölembargo, Einstellung des Handels außer
mit Gütern für medizinische oder humanitäre Zwecke.
Bietet den Vereinigten Staaten und der multilateralen
arabischen Streitmacht gegen den Irak Transportmöglichkeiten an.

Befolgung der UN-Sanktionen gegen den Irak.
Laos
Verurteilt in einer Erklärung den irakischen Einsatz von
Gewalt und fordert den unverzüglichen Abzug des Irak
aus Kuwait.
Libanon
Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus.
Macao
Befolgt die UN-Sanktionen.
Malaysia

Jemen
Wird UN-Sanktionen gegen den Irak einhalten.

Malediven

Jordanien

Fordern den Abzug irakischer Truppen aus Kuwait.

Beteiligt sich an den UN-Sanktionen gegen den Irak.
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus, jedoch unter "Vorbehalten".

Mali

Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats verurteilt Katar die irakische Invasion in

Seite 8

i

Kuba

Unterstützt die UN-Resolution über Sanktionen gegen
den Irak. Vollständige Einhaltung der Sanktionen,
friert kuwaitische Vermögenswerte ein. Erhöht die
Ölproduktion um 55 000 Barrel pro Tag auf die Höchstmenge von 650 000 Barrel pro Tag, um den Bedarf der
Länder zu decken, die von irakischem und kuwaitischem Öl abhängen. Spendet für die Flüchtlingshilfe
in Jordanien Nahrungsmittel im Wert von 900 000
Dollar.

Katar

\

Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait.
Mauritius
Verurteilt die irakische Invasion und Annexion Kuwaits, fordert den Abzug der Invasionstruppen und die
Freilassung aller Ausländer im Irak und in Kuwait.
Unterstützt und befolgt die Resolutionen des UN-

AMERIKA DIENST 41

\

'

�Sicherheitsrats zum Irak und hat konkrete Maßnahmen ergriffen, um alternative Versorgungsquellen für
bisher aus Kuwait importiertes Öl zu sichern.
Marokko

f

Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus. Hat etwa 1 200 Soldaten nach SaudiArabien und 5 000 in die Vereinigten Arabischen Emirate
zur Verstärkung der multinationalen Streitmacht entsandt. Weist zwei irakische Beamte aus Marokko aus,
als Vergeltung für die irakische Entscheidung zur
Schließung der marokkanischen Botschaft in Kuwait
und die Festsetzung ihrer Diplomaten im Irak. Bemüht
sich auf diplomatischem Wege aktiv um eine Lösung
der Krise, die den Forderungen der Vereinten Nationen gerecht wird.
Mexiko
Plant die Steigerung der Ölförderung um 100 000
Barrel pro Tag in den nächsten zwei Monaten.
Myanmar
Wird die Resolutionen der Vereinten Nationen zum
Irak einhalten.
Nepal
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait.
Niederländische Antillen

rung um 200 000 Barrel pro Tag (vorbehaltlich der
Zustimmung anderer OPEC-Staaten).
Oman
Die omanische Botschaft in Kuwait bleibt geöffnet, und
das Sultanat erkennt die irakische Besetzung Kuwaits
in keiner Weise an. Oman hat der Arabischen Liga,
dem Golf-Koopeationsrat und den UN-Resolutionen
seine Unterstützung versichert, verurteilt die irakische
Invasion und fordert den Abzug der Invasionstruppen.
Pakistan
Bekundet seine Absicht zur Durchführung der UNSanktionen gegen den Irak. Entsendet ein Kontingent
von 1 800 Soldaten seines Heeres nach Saudi-Arabien, unter anderem ein verstärktes Infanteriebataillon
und ein provisorisches Unterstützungsbataillon.
Panama
Unterstützt Sanktionen. Verbietet Handelsschiffen die
Ladung oder das Löschen jeder Art von Waren aus
dem Irak oder Kuwait. Die Bankaufsichtsbehörde
erläßt Vorschriften für die Behandlung irakischer und
kuwaitischer Vermögenswerte. Der irakischen Schiffahrt
wird die Durchquerung des Panamakanals gestattet.
Papua Neuguinea
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwaits aufs schärfste und unterstützt die UN-Resolutionen, mit denen die
Souveränität und Integrität Kuwaits wiederhergestellt
werden soll.

Einfrieren irakischer Vermögenswerte, Einstellung des
Zahlungsverkehrs mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait.

Verurteilt die Invasion Kuwaits durch den Irak.

Neuseeland

Peru

Verbot von Exporten in den Irak, geplantes Verbot von
Importen. Umleitung der Nahrungsmittellieferungen,
diesichauf dem Weg in den Irakbefinden. Ölembargo,
friert irakische Vermögenswerte ein. Stellt den Vereinten Nationen für den Einsatz am Golf zwei Transportflugzeuge zur Verfügung. Spendet Milchpulver für
Flüchtlinge aus dem Irak und Kuwait. Übernimmt die
Wartung von Transportflugzeugen fürdie Evakuierung
von Flüchtlingen nach Pakistan und Manila. Bietet den
Vereinten Nationen zwei zivile Flugzeuge mit Besatzungen und dem Internationalen Roten Kreuz ein
40köpfiges ziviles medizinisches Versorgungsteam
für den Einsatz in Saudi-Arabien an.

Unterstützung und Einhaltung aller Resolutionen der
Vereinten Nationen zum Irak.

Nicaragua
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait und fordert
den Abzug der Invasionstruppen.
Nigeria
Verurteilt die irakische Invasion Kuwaits und fordert
den Truppenabzug, plant eine Steigerung der ÖlfördeAMERIKA DIENST 41

Paraguay

Philippinen
Erkennen den bindenden Charakter der Sanktionen
an, Ölembargo.
Salomonen
Führen Wirtschaftssanktionen gegen den Irak durch.
Saudi-Arabien
In internationalen Foren, in der Arabischen Liga und im
Golf-Kooperationsrat hat Saudi-Arabien die irakische
Invasion in Kuwait verurteilt und den bedingungslosen
und unverzüglichen Abzug der Invasionstruppen gefordert. Bittet eine multinationale Streitmacht, darunter Streitkräfte der Vereinigten Staaten, um Unterstützung zur Verteidigung Saudi-Arabiens. Der Transport
irakischen Erdöls durch Saudi-Arabien wird eingestellt. Erhöht die ölförderung, um die Ausfälle in Irak

Seite 9

�und Kuwait auszugleichen. Saudi-Arabien hat sämtliche von der UN gegen den Irak verhängten Sanktionen
ohne wenn und aber verwirklicht.
Senegal

Taiwan
Spricht sich für die Unterstützung der UN-Sanktionen
gegen den Irak aus, ölembargo.
Tansania

Verurteilt den irakischen Einmarsch in Kuwait und
fordert den bedingungslosen Rückzug der Invasionstruppen sowie die Wiederherstellung der legitimen
Regierung Kuwaits. Entsendet am 17. September 500
Soldaten nach Saudi-Arabien. Einhaltung der UNSanktionen, Einfrieren irakischer und kuwaitischer
Vermögenswerte, ausgenommen der Mittel für den
Weiterbetrieb der Botschaften.

Bekundet seine Ablehnung der irakischen Invasion in
Kuwait und fordert den unverzüglichen Abzug der
Invasionstruppen. Unterstützt die UN-Sanktionen gegen
den Irak.
Togo
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait.

Simbabwe

Trinidad/Tobago

Stellt den Handel mit dem Irak und dem besetzten
Kuwait ein, setzt alle bilateralen Abkommen mit dem
Irak außer Kraft.

Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Unterstützt die UNSanktionen gegen den Irak.

Singapur

Tunesien

Wirtschaftsembargo gegen den Irak und das besetzte
Kuwait. Transaktionen der rechtmäßigen Besitzer
kuwaitischer Vermögenswerte werden bei Erfüllung
bestimmter Kriterien gestattet.

Fordert den Abzug der irakischen Truppen aus Kuwait.
Uruguay

Sri Lanka

Verurteilt den Einsatz von Gewalt durch den Irak,
befolgt die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen
den Irak.

Wird alle erforderlichen Schritte unternehmen, um die
Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen gegen
den hak durchzusetzen.

Vereinigte Arabische Emirate

Sudan
Der Sudan "zollt der Charta der Vereinten Nationen
Respekt und bekundet seine Verpflichtung zu den
Resolutionen" 660, 661, 665 und 665.
Surinam
Verurteilt die irakische Invasion und Annexion Kuwaits. Wird die Wirtschafts- und Finanzsanktionen
der Vereinten Nationen gegen den Irak einhalten.
Syrien
Stimmt mit der Arabischen Liga zugunsten der UNResolutionen 660,661 und 662 und spricht sich für die
Entsendung einer arabischen Streitmacht nach SaudiArabien aus. Syrien unterhält 4 000 Soldaten der
Bodentruppen in Saudi-Arabien und den Vereinigten
Arabischen Emiraten als Teil der multinationalen Streitmacht. Zusätzlich werden 10 000 Soldaten und 300
Panzer entsandt.

* *

Als Mitglied der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrates verurteilen die Vereinigten Arabischen
Emirate die irakische Invasion in Kuwait und fordern
den Abzug der Invasionstruppen. Gewähren befreundeten Streitkräften, darunter auch denen der Vereinigten Staaten, Zugang zu militärischen Einrichtungen.
Verhindern das Anlegen eines irakischen Tankers im
Hafen von Dubai, um die UN-Sanktionen gegen den
Irak zu unterstützen.
Vanuatu
Verurteilt die irakische Invasion in Kuwait und fordert
den Abzug der Invasionstruppen. Erklärt die vollständige Einhaltung aller UN-Sanktionen gegen den Irak.
Venezuela
Unterstützt die UN-Sanktionen gegen den Irak. Wird
im Dezember 1990 die Ölförderung auf 500 000 Barrel
pro Tag erhöhen.

* *

*

•

Seite 10

AMERIKA DIENST 41

�GOLFKRISE
17. Oktober 1990

DIE GOLFKRISE
Chronologie für September 1990
Nachfolgend veröffentlichen wir eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse in Zusammenhang mit der Golf krise
im September 1990.

4. September
Dem kuwaitischen Botschafter bei den Vereinten
Nationen, Mohammad Abulhasan, zufolge haben die
irakischen Besatzungsstreitkräfte in Kuwait eine
Operation "zur Ausplünderung" des Landes begonnen, mit der "die vollständige Beiseiteschaffung sämtlicher kuwaitischer Wertgegenstände erreicht werden
soll". In einem Schreiben an UN-Generalsekretär
Perez de Cuellar erklärt Abulhasan ferner, die Operation sein "unter der sorgfältigen und bewu ßten Aufsicht
der irakischen Besatzungsbehörden" durchgeführt
worden.
Präsident Diouf kündigt an, daß sich senegalesische
Truppen an der multilateralen Streitmacht in SaudiArabien beteiligen werden.
5. September
Der irakische Präsident Saddam Hussein ruft zum
Heiligen Krieg gegen die amerikanischen Streitkräfte
am Golf und zum Sturz des saudi-arabischen Königs
auf.
Großbritannien sagt die Beteiligung an einem Fonds
zu, der einen Teil der Kosten der Golfoperation zur
Verteidigung Saudi-Arabiens gegen den Irak abdekken soll.
Japan verabschiedet zusammen mit der Sowjetunion
eine äußerst seltene gemeinsame Erklärung, in der
der Irak zur Freilassung aller Geiseln und zum Abzug
seiner Truppen aus Kuwait aufgefordert wird. Es ist
das erste Mal seit über 50 Jahren, daß diese beiden
Länder eine gemeinsame Erklärung zu einem internationalen Problem beschließen.

AMERIKA DIENST 41

Die Exilregierung Kuwaits legt einen Gesetzentwurf
vor, um bis zu 55 Millionen Dollar monatlich für die
Lebenshaltungskosten kuwaitischer Flüchtlinge bereitzustellen. Kuwaitischen Regierungsvertretern zufolge befinden sich 160 000 Kuwaiter in Saudi-Arabien
und 60 000 in anderen Golfstaaten im Exil.
6. September
Weiteren Frauen und Kindern aus westlichen Ländern
wird die Ausreise aus dem Irak und dem besetzten
Kuwait gestattet, doch Hunderte werden immer noch
festgehalten. Die Zahl der in beiden Staaten festsitzenden Staatsbürger westlicher Länder wird auf 11 000
geschätzt.
Außenminister Baker erklärt in Dschidda, es müsse
"eine Art regionale Sicherheitsstruktur" geschaffen
werden, um künftiger Aggression und Instabilität in der
Region vorzubeugen. Seines Erachtens müsse ein
solches Sicherheitsarrangement "in voller Zusammenarbeit mit den in der Region befindlichen Staaten"
erarbeitet werden.
7. September
Die Vereinigten Staaten setzen den Irak auf die Liste
der Staaten, die den Terrorismus fördern.
Auf einer Sondersitzung bewilligen die Außenminister
der Europäischen Gemeinschaft Hilfsmittel zur Rettung der Volkswirtschaften der am stärksten von der
Krise betroffenen Länder. Der spanische Außenministererklärt vor Reportern, das Hilfspaket der EG werde
Jordanien, Ägypten und der Türkei zugute kommen.

Seite 1

�Der jordanischen Nachrichtenagentur zufolge sind seit
der Invasion über 600 000 Menschen aus Irak und
Kuwait geflohen.

rung, den Freundschaftsvertrag des Landes mit dem
Irak aus dem Jahre 1972 auszusetzen und alle Militärberater aus dem Irak abzuziehen.

10. September

13. September

Präsident Bush und der sowjetische Präsident
Gorbatschow warnen zum Abschluß ihres Treffens in
Helsinki Saddam Hussein, daß sie nicht näher definierte "zusätzliche" Schritte gegen den Irak in Betracht
ziehen werden, falls er die UN-Forderungen nach
Rückzug seiner Armee aus Kuwait weiterhin ignoriert.

Die Vereinigten Staaten kündigen in Genf an, daß sie
bis zu 28 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe bereitstellen werden, um die Not der aus dem Irak und
Kuwait Geflohenen zu lindern.

Iran und Irak einigen sich auf die Wiederaufnahme
voller diplomatischer Beziehungen.
11. September
Amerikanische, europäische und arabische Marinekommandeure sowie Regierungsvertreter aus 20
Staaten kommen überein, Patrouillenfahrten im Golf
zu koordinieren, um die Sanktionen der Vereinten
Nationen gegen den Irak besser durchzusetzen.
Aus Sorge, der irakische Präsident Saddam Hussein
werde die ausländischen Staatsbürger aushungern,
formuliert der Sanktionsausschuß ein Verfahren, um
Nahrungsmittellieferungen zu humanitären Zwecken
in den Irak und das besetzte Kuwait zu ermöglichen.
Der Ausschuß reagiert auf eine Bitte Indiens, Nahrungsmittel an im Irak und in Kuwait festsitzende Inder
und andere Asiaten liefern zu dürfen. Die indischen
Behörden schätzen, daß sich immer noch Hunderttausende von Indem in der Region befinden und kaum
Zugang zu Nahrungsmitteln haben.

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution 666,
in der die Kriterien für humanitäre Nahrungsmittellieferungen an die Zvilbevölkerung des Irak und Kuwaits
festgelegt werden.
Japan sagt zusätzliche drei Milliarden Dollar zur Unterstützung der internationalen Bemühungen gegen den
Irak am Golf zu. Damit erhöht sich die Gesamtsumme
japanischer Militär- und Wirtschaftshilfe auf vier Milliarden Dollar.
14. September
Irakische Soldaten dringen in die Residenz des französischen Botschafters in Kuwait ein und verschleppen
unter Verletzung der Genfer Konvention und des Völkerrechts den Militärattache und mehrere Zivilisten.
Der Militärattache wird später wieder freigelassen.
Presseberichten zufolge ist der Status der anderen
Verschleppten zu diesem Zeitpunkt unklar.
Die britische Premierministerin Thatcher ordnet die
Verlegung der 7. Panzerbrigade und von Unterstützungsflugzeugen nach Saudi-Arabien an.
15. September

Griechenland und die Schweiz ziehen ihre verbliebenen Diplomaten aus dem besetzten Kuwait zurück.
Die Schweiz beschuldigt die irakische Armee, Plünderungen und den Verfall von Recht und Gesetz in Kuwait
zu tolerieren.
Präsident Bush erklärt vor beiden Häusern des Kongresses, daß "eine neue Partnerschaft der Nationen"
gemeinsam gegen die irakische Besetzung Kuwaits
stehe und verspricht, daß "diese Aggression nicht
Bestand haben wird". Er fordert erneut den "unverzüglichen und bedingungslosen" Abzug des Irak aus
Kuwait und die Wiedereinsetzung der legitimen kuwaitischen Regierung.
12. September
Das religiöse Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, ruft zum Heiligen Krieg gegen die amerikanische Präsenz in der Golfregion auf.
UN-Vertretern zufolge verweigern die Iraker die direkte Lieferung von Nahrungsmitteln an im Irak und in
Kuwait festgehaltene ausländische Staatsbürger.
Das russische Parlament - das höchste Gremium der
Russischen Föderation - drängt die sowjetische FühSeite 2

Frankreich ordnet die Entsendung weiterer Truppen
nach Saudi-Arabien an. Die Gesamtstärke der französischen Truppen in der Golfregion steigt auf 13 000.
16. September
Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet einstimmig
Resolution 667, mit der die irakischen Übergriffe auf
diplomatische Vertretungen in Kuwait verurteilt werden.
Das irakische Fernsehen strahlt das Viedeoband mit
der Rede Präsident Bushs an das irakische Volk aus,
in der die Gründe für die weltweite Verurteilung der
irakischen Invasion in Kuwait erläutert werden.
17. September
Etwa 500 senegalesische Soldaten werden vom Senegal nach Saudi-Arabien verlegt, um zur Verteidigung
des Landes beizutragen.
Die EG-Staaten weisen die irakischen Militärattaches
aus, um gegen die irakischen Übergriffe auf die diplomatischen Vertretungen Frankreichs, Belgiens und
der Niederlande in Kuwait zu protestieren.

AMERIKA DIENST 41

�Großbritannien weist einen Teil des irakischen Botschaftspersonals aus.
19. September
Irak beschlagnahmt die Vermögenswerte der Staaten,
die das Embargo unterstützen.
20. September

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{

Saddam Hussein erklärt, er sei auf einen jahrelangen
Krieg vorbereitet. Jordanien legt einen neuen Friedensplan für den Golf vor.
Französische Truppen werden nach Saudi-Arabien
verlegt, um sich der multinationalen Streitmacht anzuschließen.
Der Irak wird von der Teilnahme an den Asienspielen
in Peking ausgeschlossen.
21. September
Der Irak verfügt die Ausweisung zahlreicher westlicher
und ägyptischer Diplomaten.
22. September
Die Ölpreise erreichen den höchsten Stand seit neun
Jahren.
Saudi-Arabien stellt die Öllief erungen an Jordanien ein
und verfügt die Ausweisung jordanischer und jemenitischer Diplomaten aufgrund von "Aktivitäten, mit denen
die Sicherheit des Königreiches untergraben wird und
die mit den diplomatischen Verhaltensregeln unvereinbar sind".
23. September

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»

Der Irak droht, er werde einen totalen Krieg gegen die
multinationalen Streitkräfte beginnen, die in defensiven Stellungen gegen den Irak stehen, falls er zu dem
Schluß kommen sollte, das Handelsembargo der
Vereinten Nationen werde das irakische Volk "erdrosseln". Das irakische Kommunique nennt Israel und die
Ölfelder im Nahen Osten als potentielle Ziele.
Ein von den Zielländern gechartertes irakisches Flugzeug befördert 150 Frauen und Kinder aus westlichen
Ländern nach London. Dies ist der letzte Flug einer
Luftbrücke, mit der Tausende evakuiert wurden.
Westlichen Nachrichtendiensten zufolge hat der Irak
360 000 Soldaten in und um Kuwait stationiert.
24. September
Der französische Präsident Mitterrand verurteilt den
Irak für dessen Invasion in Kuwait. Vor der UNGeneralversammlung erklärt er, Regierungen würden
der Anarchie weichen, falls es gestattet werde, daß die
Aggression Saddam Husseins Bestand hat.

AMERIKA DIENST 41

Der Irak erklärt den kuwaitischen Dinar für ungültig und
zieht ihn aus dem Verkehr. Der Irak erklärt, Inhaber
dieser Währung könnten ihr Geld in irakische Dinar
umtauschen.
Die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtet, 29
Personen seien bei dem Versuch festgenommen
worden, Nahrungsmittel in den Irak zu schmuggeln.
25. September
Mit 14 zu 1 Stimme verabschiedet der UN-Sicherheitsrat Resolution 670, mit der alle Mitgliedstaaten verpflichtet werden, ein Luftverkehrsembargo gegen den
Irak und das besetzte Kuwait zu verhängen. Die
Gegenstimme kommt von Kuba. Die Resolution wird
gemeinsam von den Vereinigten Staaten, Cote d'lvoire, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Kanada,
Rumänien, der Sowjetunion und Zaire eingebracht.
In einer Rede vorder UN-Generalversammlung fordert
der sowjetische Außenminister Schewardnadse den
Irak auf, "zur Besinnung zu kommen". Die unrechtmäßige Besetzung Kuwaits werde nicht toleriert, und die
Vereinten Nationen besäßen "die Macht, Akte der
Aggression zunichte zu machen".
Der Präsident der Weltbank, Barber Conable, kündigt
ein Nothilfeprogramm an, um die Rückführung Hunderttausender von Flüchtlingen aus dem Irak und dem
besetzten Kuwait zu unterstützen.
26. September
Bei einem Treffen der EG-Staaten und der Sowjetunion in New York wird eine gemeinsame Erklärung
veröffentlicht, in der "praktische Maßnahmen" in
Zusammenhang mit Friedensbemühungen zur Lösung der Golf krise, zur Eindämmung des Wettrüstens
und zur Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen in der Region gefordert werden.
27. September
Die Außenminister der Europäischen Gemeinschaft
und des Golf-Kooperationsrates kommen in New York
zusammen und verabschieden eine gemeinsame
Erklärung, in der sie ihre energische Verurteilung der
irakischen Invasion in Kuwait bekräftigen. Die Erklärung unterstreicht die Zusage zu diplomatischer und
politischer Zusammenarbeit mit dem Ziel, Frieden,
Recht, Stabilität und Sicherheit am Golf wiederherzustellen.
Der Irak erklärt, er werde westliche Diplomaten, die
Ausländern Zuflucht gewähren, nicht aufhängen, wie
eine an die Botschaften gerichtete offizielle Note angedeutet hatte.
Der Irak erklärt, Ausländer würden ab 1. Oktober keine
Bezugsscheine für rationierte Lebensmittel mehr erhalten.

Seite 3

�In einer Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen fordert der Emir von Kuwait, Scheich
Jabir al-Ahmad al-Sabah, die Wiederherstellung von
Regierung, Volk und Staatsgebiet von Kuwait. Die
Generalversammlung applaudiert ihm mit einer stehenden Ovation. Die irakische Delegation verläßt vor
Beginn der Rede des Emirs den Saal.

28. September
In Washington trifft der Emir von 'Kuwait 'mit Präsident
Bush, anderen amerikanischen Regierungsvertretern
und führenden Mitgliedern des Kongresses zusammen.

* * * * *

Seite 4

AMERIKA DlEfoSt 41

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