<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2152" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2152?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:28:36+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2163">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/676a47288a1b3a63556c27c6ee6cf46a.pdf</src>
      <authentication>2c5b6ff3fdd11401767aaa91854a2af9</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="10891">
                  <text>.«e2ofV

amcrika
U. S. Information Service
Embassy ofthe United States of America

^
Ai

£ • ! Mfif
^ J I ^ M I

^ \ ^ M
flW

S

11. Juli 1990

27

VSBM

FESTIGUNG DER STABILITÄT DURCH
OFFENHEIT
Die Wiener VSBM-Verhandlungen

KSE

DIE VERHANDLUNGEN ÜBER KONVENTIONELLE STREITKRÄFTE IN EUROPA
Die Wiener KSE-Verhandlungen

NATO-GIPFEL

SCHLUSSELINITIATIVEN DER LONDONER
ERKLÄRUNG
Eine Übersicht des Weißen Hauses

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 200300
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-33923 66
Telex: 8-85432

�VSBM
11. Juli 1990

FESTIGUNG DER STABILITÄT DURCH OFFENHEIT
Die Wiener VSBM-Verhandiungen

WASHINGTON - (AD) - Die nachfolgende Dokumentation der Wiener Verhandlungen über Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen (VSBM) wurde am 3. Juli 1990 vom amerikanischen Amt für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA) veröffentlicht.

Auszüge aus einer Erklärung Präsident Bushs
vom 9. März 1989:
"... Die Verhandlungen über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen werden das Problem des
Mi ßtrauens im militärischen und sicherheitspolitischen
Bereich sowie das aus Fehleinschätzungen resultierende Konfrontationsrisiko zum Gegenstand haben.
Unser Ziel ist es, den Schleier der Geheimhaltung, der
bestimmte militärische Aktivitäten und die Streitkräfte
umgibt, zu lüften und damit zu einem stabileren Europa
beizutragen... Natürlich sind diese Verhandlungen
Teil eines umfassenderen Prozesses, der sowohl die
Ursachen als auch die Symptome der gegenwärtigen
Spaltung Europas zum Thema hat. Fortschritte auf
militärischem Gebiet allein reichen nicht aus, um
dauerhaften Frieden zu sichern. Was wir brauchen, ist
eine echte Aussöhnung und ein Ende der Teilung
Europas. Echte Sicherheit kann ohne die Gerwährleistung der Menschenrechte und Grundfreiheiten für
alle Menschen nicht Bestand haben...".
Erklärungen von Außenminister Baker:
"Mehr Offenheit ist der sicherste Weg zu größerer
Berechenbarkeit und einem niedrigeren Kriegsrisiko,
insbesondere dessen eines Krieges aus Versehen....
Offenheit in bezug auf die militärischen Kräfte und
Maßnahmen bildet das Kernstück der Gespräche über
Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
(VSBM), an denen alle europäischen Staaten teilnehmen." (Rede beim Commonwealth Club in San Francisco, 23. Oktober 1989).

AMERIKA DIENST 27

Zur Förderung des KSZE-Prozesses:
"Erstens kann der Korb Sicherheit durch die zur Zeit in
Wien stattfindenden Verhandlungen der 35 Nationen
über vertrauensbildende Maßnahmen an Bedeutung
gewinnen. Die erörterten Abkommen sollen dazu
beitragen, Gewalt oder die Androhung von Gewalt als
Mittel zur Einschüchterung einer europäischen Nation
zu verhindern. Abgesehen davon, daß sie das Risiko
eines Krieges weiter abbauen, können vertrauensbildende Maßnahmen ein berechenbares Schema militärischer Interaktion institutionell verankern - ein Schema, das praktisch nicht umkehrbar ist und eine neue
Grundlage für Vertrauen bildet." (Rede beim Berliner
Presseclub, 12. Dezember 1989).
Zu Vertrauens- und Sicherheitsbildenden Maßnahmen:
"Die VSBM-Verhandlungen innerhalb der KSZE bieten ein Instrument für andauernde Bemühungen, die
Spannungen auf dem Kontinent zu reduzieren. ...
Darüber hinaus müssen wir Maßnahmen entwickeln,
die einem Einsatz militärischer Macht durch jeden
europäischen Staat gegen einen anderen Einhalt
gebieten würden. Ich schlage deshalb heute vor, daß
wir eine Erweiterung der VSBM-Tagesordnung in
Erwägung ziehen. So sollten wir zum Beispiel neue
Vorschläge zur Förderung größerer militärischer Transparenz zwischen Nachbarstaaten, insbesondere in
grenznahen Gebieten, sowie zur Offenlegung der
Militärhaushalte aller 35 KSZE-Teilnehmerstaaten
untersuchen." (Rede an der Prager Karls-Universität,
7. Februar 1990).

Seite 1

�Vorwort von Botschafter Maresca, Leiter der
amerikanischen Delegation bei den VSBM-Gesprächen
Die gegenwärtig stattfindende Verhandlungen über
Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
(VSBM) wurden von den 35 Teilnehmerstaaten der
KSZE am 9. März 1989 aufgenommen. Diese Verhandlungen führen den bei der Stockholmer Konferenz von 1984-86 eingeleiteten Prozeß fort. Jene
Konferenz brachte ein bemerkenswertes Abkommen
hervor, das unter anderem das Recht zu kurzfristig
anberaumten Vor-Ort-Inspektionen einführte, wann
immer bestimmte militärische Aktivitäten Zweifel oder
Besorgnis auslösten.
Im Verlauf unserer Verhandlungen in Wien haben wir
grundlegende Veränderungen in Osteuropa und der
Sowjetunion erlebt. Der KSZE-Prozeß wird zunehmend als wichtiges Instrument zur Verbesserung der
Offenheit zwischen den Staaten Europas und Nordamerikas betrachtet. Die westlichen Staaten stimmen
darin überein, daß der KSZE-Prozeß gestärkt werden
und eine wirksame institutionelle Form bekommen
sollte. Darüber hinaus hat das Interesse daran zugenommen, dieses vertrauensbildende Forum von 35
Ländern zu nutzen, um in einer Zeit raschen Wandels
neue Wege zur Festigung der Stabilität in ganz Europa
zu finden.
Insbesondere in dieser Periode rascher Veränderungen bleibt die traditionelle Rolle der NATO als Organisation zur kollektiven Verteidigung westlicher Interessen und für die allgemeine Stabilität in Europa unerläßlich. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit, die neuen
Demokratien Osteuropas in einen Rahmen einzubinden, der ihnen Vertrauen in ihre eigene Sicherheit gibt.
Wir müssen Stabilität in ganz Europa sicherstellen,
damit sich kein Staat durch die dramatische Entfaltung
der Ereignisse bedroht oder isoliert fühlt. Diese
Bemühungen können durch die Entwicklung des Vertrauensbildungsprozesses gestützt werden.
Seit Beginn des Jahres 1990 haben die Wiener VSBMVerhandlungen ihre Bemühungen in diese Richtung
konzentriert. Im Einklang mit der seit langem bestehenden Politik der NATO zur Förderung positiver OstWest-Beziehungen haben die westlichen Verbündeten die Führungsrolle dabei übernommen, neue Maßnahmen vorzuschlagen, die sich von den früheren
Konzepten für vertrauensbildende Maßnahmen qualitativ unterscheiden.
Im Januar haben die Teilnehmerstaaten das Seminar
über Militärdoktrinen abgehalten, das die Verbündeten
vergangenes Jahr vorgeschlagen hatten. Diese dreiwöchige Veranstaltung, an der auch Chefs der nationalen Verteidigungsstäbe teilnahmen, diente der eingehenden Erörterung von sicherheitspolitischen Konzepten und Einzelheiten der Streitkräfteplanung und

Seite 2

-struktur. Das Seminar war eine Pionierleistung zur
Förderung des Dialogs zwischen den militärischen
Körperschaften der Teilnehmerstaaten, um die Absichten hinter den Streitkräftestrukturen und -aktivitäten zu verstehen, um Veränderungen in den Militärdoktrinen der Staaten auszuloten und Vertrauen durch
direkte Gespräche über gemeinsame Probleme zu
bilden.
Neue westliche Vorschläge für verstärkte Kontakte
zwischen den Militärs, einen jährlichen Austausch von
Informationen über Militärhaushalte und militärische
Infrastruktur, und ein jährliches Treffen zur Überprüfung der Durchführung vereinbarter VSBM waren eine
unmittelbare Folge der Gespräche im Rahmen des
Seminars. Weitere neue Vorschläge spiegeln das
Klima der verringerten Konfrontation wider: ein Kommunikationssystem für den Austausch militärischer
Informationen zwischen den 35 Teilnehmerstaaten,
einen Mechanismus, der die Erklärung ungewöhnlicher militärischer Aktivitäten erforderlich macht, und
Maßnahmen zum Informationsaustausch über potentiell gefährliche Vorfälle und zu deren Verhinderung.
Unsere Bemühungen bei den VSBM-Verhandlungen
sind lediglich Teil eines umfassenderen Prozesses.
Die Offenheit und das Vertrauen, die wir in militärischen Angelegenheiten anstreben, entsprechen den
Veränderungen, die in den Beziehungen zwischen
Regierungen und Regierten in ganz Europa stattfinden. Durch den KSZE-Prozeß, der diesen Veränderungen Schubkraft verlieh, bemühen wir uns, das
Versprechen der Schlußakte von Helsinki aus dem
Jahr 1975 auf alle Bereiche des Lebens in Europa
auszudehnen und Garantien für die Freiheiten zu
fixieren, die viele in Osteuropa heute zum ersten Mal
genießen.
Hintergrund: Die Wiener VSBM-Verhandlungen
Die Wiener Verhandlungen über Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen (VSBM) dauern seit
Eröffnung der siebten Verhandlungsrunde im Mai 1990
an. Die Gespräche finden im Rahmen der Konferenz
über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE)
statt. Ziel der Gespräche, die vom Mandat der Madrider KSZE-Folgekonferenz geleitet sind, ist es, auf den
VSBM des Stockholmer Dokuments aufzubauen und
diese weiterzuentwickeln.
Runde I
9 . - 2 3 . März 1989
Die erste Verhandlungsrunde wird von den
Außenministern der 35 KSZE-Staaten eröffnet.
Ost und West bringen Vorschläge ein. Das
östliche Paket enthält Beschränkungen und
VSBM im Hinblick auf unabhängige See- und

AMERIKA DIENST 27

�Luftaktivitäten. Der Westen betrachtet dies als
einseitig oder außerhalb des durch das Madrider Mandat gezogenen Rahmens liegend.
Eine Verhandlungsstruktur mit zwei Arbeitsgruppen wird beschlossen.

die Entwicklung bilateraler militärischer Kontakte fordert.
Runde V
16. Januar - 5. Februar 1990

Runde II

Das Seminar über Militärdoktrinen

5. Mai-14. Juli 1989

Drei Wochen lang nehmen die 35 KSZE-Teilnehmerstaaten am ersten je veranstalteten multilateralen
zwischenstaatlichen Meinungsaustausch über Militärdoktrinen teil. Als integraler Bestandteil der Verhandlungen bietet das Seminar die Gelegenheit, Militärdoktrinen in Zusammenhang mit Einsatzkonzept, Struktur
und Aktivitäten der konventionellen Streitkräfte im
Gebiet vom Atlantik bis zum Ural zu erörtern. Hochrangige militärische Vertreter halten Vorträge über nationale Doktrinen und Sicherheitspolitik sowie über Einsatzkonzept und Strukturen der Streitkräfte, militärische Aktivitäten und Ausbildung sowie Verteidigungshaushalt und- planung. Die Vorträge und Diskussionen, darunter auch Kontakte zwischen den Militärs,
unterstreichen den Wert des Seminars beim Streben
nach dem gemeinsamen Ziel größerer Offenheit als
Schlüssel zur Stabilität.

Der Westen erhält die Zustimmung zur Erarbeitung der Tagesordnung und Modalitäten für ein
Seminar über Militärdoktrinen mit 35 Teilnehmerstaaten.
Im Bereich der Verbesserung der Stockholmer
Bestimmungen schälen sich allmählich Gemeinsamkeiten heraus.
Der Westen unterbreitet eine erweiterte Fassung seines Vorschlags vom März, der für ein
Schlußdokument geeignet ist.
Die östlichen Staaten präsentieren eine Reihe
informeller Papiere zu Fragen des Informationsaustauschs, der Beschränkungen sowie unabhängiger See- und Luftaktivitäten.
Die neutralen und blockfreien Staaten (NNA)
bringen einen eigenen Vorschlag ein, der zum
Teil die Zustimmung zum Prinzip eines regelmäßigen Austauschs militärischer Informationen signalisiert.
Runde III
4. September - 20. Oktober 1989
Die VSBM-Unterhändler konzentrieren ihre
Aufmerksamkeit auf die Vorbereitung des
Seminars über Militärdoktrinen.
Einigung über Modalitäten und Tagesordnung
des Seminars wird erzielt.
Die NNA-Staaten schlagen die Einführung informeller Arbeitsgruppen vor.
Runde IV
10. November - 22. Dezember 1989
Der Osten legt ein Papier vor, das im Prinzip auf
Stichproben basierende Auswertungen für einen militärischen Informationsaustausch akzeptiert. Obwohl sie sich eng am westlichen Vorschlag orientiert, erstreckt sich die Maßnahme
des Ostens auch auf Seestreitkräfte und deren
Ausrüstung.
Frankreich und Ungarn legen den ersten von
einem westlichen und einem östlichen Staat gemeinsam getragenen VSBM-Vorschlag vor, der

AMERIKA DIENST 27

5.-23. Februar 1990
Die VSBM-Unterhändler nehmen ihre Arbeit
wieder auf, jedoch in informellen Arbeitsgruppen unter dem Vorsitz neutraler Koordinatoren.
Die NNA-Staaten bringen eine Ergänzung zu
ihrem Vorschlag vom Juli ein, der weitere Einzelheiten über einen Informationsaustausch
enthältund das Prinzip der Auswertung beinhaltet.
Die westlichen Staaten schlagen zwei weitere
Maßnahmen zur Offenheit vor: einen Informationsaustausch über Militärhaushalte sowie ein
jährliches Treffen zur Beurteilung der Durchführung von VSBM.
Eine Gruppe westlicher, östlicher und neutraler
Staaten schlägt Optionen für ein VSBM-Kommunikationsnetz vor.
Runde VI
19. März-27. April 1990
Ein Konsens zur rechtzeitigen Fertigstellung
eines VSBM-Dokuments vor einem möglichen
KSZE-Gipfel im Jahr 1990 rückt in greifbare
Nähe.
Runde VII
18. Mai 1990
Der Westen schlägt sechs zusätzliche Maßnahmen vor, darunter eine, die den Staaten das

Seite 3

�•

Recht geben würde, Aufklärung über sie beunruhigende ungewöhnliche militärische Aktivitäten zu verlangen.

Verbesserte Information im jährlichen Terminkalender.
Verbesserte Information bei der Ankündigung.

Die Tschechoslowakei und Ungarn bringen einen
gemeinsamen Vorschlag ein, der zu bilateralen
vertrauensbildenden Maßnahmen ermutigt.
Die Tschechoslowakei und Polen legen einen
gemeinsamen Vorschlag vor, der die westliche
Maßnahme eines Informationsaustauschs über
Militärbudgets aufgreift.
Die Deutsche Demokratische Republik und
Ungarn bringen einen gemeinsamen Vorschlag
ein, der sich auf frühere Optionen zum Aufbau
eines VSBM-Kommunikationsnetzes stützt.

Verbesserung bei der Beobachtung.
Veränderungen bei den Mindeststärken.
Verbesserungen bei den Inspektionen.
Die Senkung der Mindeststärken, bei denen
eine längere Vorankündigung großangelegter
Aktivitäten erforderlich ist.
Verbesserter Zugang akkreditierten Personals
zur Behandlung militärischer Angelegenheiten.
Entwicklung eines Kommunikationsmittels.

Hintergrund: Wichtige Vorschläge
Gleichbehandlung von Medienvertretern.
Bei den Verhandlungen sind verschiedene Vorschläge
eingebracht worden. Im Einklang mit dem Mandat der
Madrider KSZE-Folgekonferenz sollen alle getroffenen Vereinbarungen militärisch bedeutsam, politisch
bindend, mit angemessenen, auf ihren Inhalt abgestimmten Verifikationsbestimmungen verbunden und
auf ganz Europa bis zum Ural anwendbar sein.
9. März 1989
Vorschlag des Westens
Belgien, Dänemark, die Bundesrepublik Deutschland,
Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Island, Italien,
Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen,
Portugal, Spanien, die Türkei und die Vereinigten
Staaten legen bei den Wiener VSBM-Verhandlungen
den ersten Vorschlag vor.
Diese 16 Staaten schlagen ein umfassendes Paket
vor, das sich um drei Themenbereiche gruppiert: 1.
Transparenz in der militärischen Organisation, 2.
Transparenz in militärischen Aktivitäten und 3. Kommunikation und Kontakte.
Mit dem Ziel der Weiterentwicklung und Erweiterung
der Stockholmer VSBM enthält das westliche Paket 12
konkrete Maßnahmen und einen Vorschlag für eine
Diskussion über Militärdoktrinen und militärische
Maßnahmen in "seminarähnlichem" Rahmen. Der
westliche Vorschlag fordert:
Einen Informationsaustausch über militärische
Organisation, Truppenstärken und Ausrüstung
in Europa.
Einen Informationsaustausch über Programme
zur Stationierung wichtiger konventioneller
Waffen.
Ein auf Stichproben aufgebautes Auswertungssystem.

Seite 4

Erörterung militärischer Doktrinen in Zusammenhang mit Einsatzkonzept und Struktur der
konventionellen Streitkräfte im Anwendungsgebiet in seminarähnlichem Rahmen.
9. März 1989
Vorschlag des Ostens
Bulgarien, die Deutsche Demokratische Republik, die
Tschechoslowakei und Ungarn legen (mit Unterstützung Polens, Rumäniens und der Sowjetunion) einen
Vorschlag mit folgenden Elementen vor:
Beschränkungen von Land-, Luft- und Seeaktivitäten.
VSBM für See- und Luftaktivitäten.
Erklärungen zur Verbesserung der Stockholmer VSBM.
Maßnahmen zur Einrichtung von Zonen in Europa, in denen Streitkräfte und Aktivitäten begrenzt werden sollen.
Informationsaustausch über Land-, See- und
Luftstreitkräfte.

»

Maßnahmen zur Einrichtung von Kommunika-

&gt;

tions- und Konsultationsmechanismen.
22. März 1989
Vorschlag Rumäniens
Rumänien bringt einen Vorschlag mit folgenden Elementen ein:
Errichtung von Sicherheitszonen und -korridoren in Europa.
Beschränkungen.

AMERIKA DIENST 27

�Begrenzungen für Streitkräftestationierung und
Errichtung neuer Militärstützpunkte in Europa.
Maßnahmen zur Verhütung nuklearer Unfälle.

Weitere Vorschläge des Westens

Maßnahmen zur Entwicklung eines Konsultations-/Kommunikationssystems.

Die beim Wiener Seminar über Militärdoktrinen gewonnenen Erfahrungen veranlassen den Westen, zwei
weitere Vorschläge zur Offenheit zu unterbreiten:

Ermutigung eines Dialogs mit dem Ziel, NATO
und Warschauer Pakt aufzulösen.

Informationsaustausch über die Militärhaushalte.

6. Mai 1989

•

23. Februar 1990

Jährliche Treffen zur Beurteilung der Durchführung von VSBM.

Vorschlag des Westens für ein Ad hoc-Vorbereitungsgremium

18. Mai 1990

Der Westen schlägt die Gründung eines Ad hocVorbereitungsgremiums vor, um die Modalitäten für

Überarbeitete und zusätzliche Maßnahmen des
Westens

ein Seminar über Militärdoktrinen festzulegen.

Unter Berücksichtigung der bisherigen Beiträge der
anderen Teilnehmerstaaten und Erwägung neuer Wege
zur Verbesserung von Offenheit und Vertrauensbildung schlagen die 16 westlichen Staaten folgende
Maßnahmen vor:

9. Juni 1989
Erweiterung des westlichen Vorschlags
Der Westen legt ein umfassendes Dokument vor, das
den vollständigen Wortlaut seiner 12 VSBM enthält.

Verbesserte militärische Kontakte.

12. Juli 1989

Entwicklung von Kommunikationsmitteln.

Vorschlag der neutralen und blockfreien Staaten

Besuch von Luftwaffenstützpunkten zur Beobachtung von Routineaktivitäten.

Neun neutrale und blockfreie Staaten (Finnland, Jugoslawien, Liechtenstein, Malta, Österreich, San Marino,
Schweden, die Schweiz und Zypern) legen eine Reihe
von Bestimmungen mit folgenden Elementen vor:
Informationsaustausch über Land-, See- und
Luftstreitkräfte.

Abbau des Risikos gefährlicher Zwischenfälle
und Berichterstattung darüber.
Austausch von Informationen über Verbesserung der Infrastruktur.

Informationsaustausch über die Einführung neuer
Waffensysteme bei den Streitkräften.

Angesichts der Möglichkeit von Instabilität als potentielle neue Bedrohung der Sicherheit Europas unterbreiten die 16 Staaten folgenden Vorschlag:

Ankündigung der friedlichen Durchfahrt von
Kriegsschiffen durch Hoheitsgewässer.

Einen Mechanismus zur Erörterung ungewöhnlicher Aktivitäten militärischer Natur.

Entwicklung eines VSBM-Systems zur raschen
Kommunikation.
Erwägung zusätzlicher Mittel für Konsultationen.
Detaillierte Verbesserungen des Stockholmer
Dokuments in den Bereichen Ankündigung, Beobachtung, jährlicher Terminkalender, Inspektion und einschränkende Bestimmungen.

25. Mai 1990
Tschechisch-ungarischer Vorschlag
Die Tschechoslowakei und Ungarn unterstützen einen
Vorschlag, der die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den KSZE-Teilnehmerstaaten
fordert.
I.Juni 1990

15. Dezember 1989

Tschechisch-polnischer Vorschlag

Französisch-ungarischer Vorschlag

Die Tschechoslowakei und Polen bringen gemeinsam
einen eigenen Vorschlag über die Offenlegung der
Militärhaushalte und militärischen Aufwendungen ein.

Frankreich und Ungarn schlagen gemeinsam die Entwicklung bilateraler militärischer Kontakte zwischen
den KSZE-Teilnehmerstaaten vor. Eine Woche später
schließt sich Österreich diesem Vorschlag an.

AMERIKA DIENST 27

Seite 5

�8. Juni 1990
DDR-ungarischer Vorschlag
Die DDR und Ungarn unterstützen einen Vorschlag,
der die Errichtung eines VSBM-Kommunikationsnetzes befürwortet.
Hintergrund: Der VSBM-Prozeß
Helsinki 1975
Die 35 KSZE-Teilnehmerstaaten, d.h., 33 europäische
Staaten, die Vereinigten Staaten und Kanada leiten mit
der Unterzeichnung der Schlußakte von Helsinki im
Jahr 1975 den Prozeß der VSBM ein. Die vertrauensbildenden Maßnahmen der Schlußakte von Helsinki
sehen folgendes vor: Ankündigung militärischer Manöver
mit über 25 000 Mann und zwar 21 Tage im voraus;
Einladungen an Beobachter und Ermutigung freiwilliger Ankündigung kleinerer Manöver. Diese und andere in der Schlußakte von Helsinki enthaltene Sicherheitsmaßnahmen bilden den Korb "Sicherheit" der
KSZE. Die beiden anderen KSZE-Körbe befassen
sich mit Wirtschaft, Menschenrechten und internationalen Verhaltensnormen. Der KSZE-Prozeß fordert
ausgewogene Fortschritte in allen der miteinander
verbundenen Körbe.
Madrid 1980-1983
Das Abschließende Dokument der Madrider KSZEFolgekonferenz enthält ein Mandat für die Konferenz
über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa (KVAE). Als substantieller und integraler Bestandteil des KSZE-Prozesses
wird der KVAE das Mandat erteilt, etappenweise neue,
wirksame und konkrete Schritte im Bereich von Vertrauensbildung und Abrüstung zu unternehmen. Darüber hinaus sind folgende wichtige Übereinkünfte in
diesem Mandat enthalten:
Die KVAE ist für die Verhandlungen über ein
Paket einander ergänzender VSBM vorgesehen, die darauf gerichtet sind, die Gefahr einer
militärischen Konfrontation in Europa zu vermindern.
Die VSBM werden militärisch bedeutsam und
politisch verbindlich sein und von angemessenen Formen der Verifikation begleitet werden,
die ihrem Inhalt entsprechen.
Die VSBM werden ganz Europa sowie das
angrenzende Seegebiet und den angrenzenden
Luftraum umfassen. VSBM werden auf militärische Tätigkeiten in angrenzenden Seegebieten
und im angrenzenden Luftraum anwendbar sein,
soweit diese Tätigkeiten sowohl die Sicherheit
in Europa berühren als auch Teil meldepflichtiger Übungen der Landstreitkräfte sind.

Seite 6

Die erste Phase der Konferenz wird im Januar
1984 in Stockholm abgehalten.
Stockholm 1984-1986
Bei Beendigung der Stockholmer KVAE-Konferenz
verabschieden die KSZE-Teilnehmerstaaten einen Satz
konkreter VSBM, der weit über die in der Schlußakte
von Helsinki enthaltenen Maßnahmen hinausgeht.
Vornehmlich auf sechs Vorschläge des Westens
gegründet, enthält das Stockholmer Dokument folgende VSBM:
Benachrichtigung über militärische Aktivitäten
auf dem gesamten Territorium Europas, wenn
mindestens 13 000, als Division organisierte
Soldaten oder 300 Panzer oder mindestens
zwei Brigaden/Regimenter beteiligt sind und im
Falle luftgestützter Angriffe oder amphibischer
Landungen, wenn sie 3 000 Mann umfassen,
und zwar 42 Tage im voraus.
Obligatorische Einladungen an alle anderen
Teilnehmerstaaten zur Beobachtung meldepflichtiger militärischer Aktivitäten über der Obergrenze von 17 000 Mann und, im Falle luftgestützter Angriffe oder amphibischer Landungen,
wenn 5 000 Mann beteiligt sind.
Austausch jährlicher Prognosen über alle meldepflichtigen Aktivitäten.
Verbot militärischer Aktivitäten mit über 40 000
Mann, es sei denn, sie sind im Terminkalender
vorgemerkt, sowie militärischer Aktivitäten mit
über 75 000 Mann, es sei denn, sie sind zwei
Jahre im voraus angekündigt.
Das Recht zu Vor-Ort-Inspektionen aus der Luft
oder zu Lande oder beides, die nicht abgelehnt
werden können, als Mittel zur Verifikation der
Einhaltung der vereinbarten Maßnahmen. Kein
Staat muß jedoch mehr als drei Inspektionen
pro Kalenderjahr auf seinem Territorium oder
mehr als eine Inspektion pro Kalenderjahr irgendeines einzelnen Teilnehmerstaats akzeptieren.
Wien 1986-1989
Im März 1989 wird in Wien ein Abkommen zur Wiederaufnahme der VSBM-Verhandlungen auf der Grundlage des Madrider Mandats in das Schlußdokument des
Wiener KSZE-Folgetreffens einbezogen. Darüber
hinaus finden diese Verhandlungen statt, um auf den
bereits bei der Stockholmer Konferenz des Jahres
1986 erzielten Ergebnissen aufzubauen und diese zu
erweitern. Das Schlußdokument enthält ferner ein
Abkommen der 23 (westlichen und östlichen) Teilnehmerstaaten, Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa aufzunehmen, die im Rahmen der
KSZE stattfinden werden. Beide Verhandlungsrunden
werden im März 1989 in Wien eröffnet.
AMERIKA DIENST 27

�Bilanz der Durchführung des Stockholmer Dokuments von 1986
Die VSBM des Stockholmer Dokuments traten am 1.
Januar 1987 in Kraft. Die Dreijahresbilanz zeigt, daß
viele KSZE-Teilnehmerstaaten aktiv an der Verwirklichung der Stockholmer VSBM beteiligt waren. Im
Geiste der Schlußakte von Helsinki haben einige Staaten solche militärischen Aktivitäten angekündigt oder
Beobachter dazu eingeladen, die unter die im Stockholmer Dokument enthaltenen Obergrenzen fallen.

Inspektionen
In den Jahren 1987 und 1988 wurden Inspektionen
zum integralen Bestandteil des Stockholmer Regimes.
Seit dem 15. Juni 1990 wurden insgesamt 40 Vor-OrtInspektionen durchgeführt: 21 vom Westen und 19
vom Osten. Teile amerikanischer Streitkräfte waren
an 15 der 19 vom Osten durchgeführten Inspektionen
beteiligt.
Vor-Ort-Inspektionen
Inspizierender

Inspizierter

Staat

Staat

USA

UdSSR

28.-30. Aug. 1987

GB

DDR

10.-12. Sept. 1987

UdSSR

Türkei

5.- 7. Okt. 1987

UdSSR

BRD

28.-30. Okt. 1987

DDR

BRD

11.-13. Nov. 1987

USA

Ungarn

4.-

UdSSR

Norwegen

13.-15. März 1988

GB

UdSSR

9. - 11. Apr. 1988

USA

DDR

10.- 12. Apr. 1988

Bulgarien

Italien

USA

Polen

25.- 27. Juli 1988

BRD

DDR

12. - 14. Aug. 1988

Türkei

UdSSR

23. - 25. Aug. 1988

UdSSR

BRD

7.- 9. Sept. 1988

UdSSR

GB

5.- 7. Okt. 1988

USA

UdSSR

14.-16. Okt. 1988

Polen

BRD

7.- 9. Nov. 1988

DDR

BRD

28.-30. Nov. 1988

Obwohl der Osten nur einige wenige seiner militärischen Aktivitäten angekündigt und seine gemäß den
Bestimmungen der Schlußakte von Helsinki zu beobachtenden Aktivitäten nie allen KSZE-Teilnehmerstaaten zugänglich gemacht hat, war seine Durchführung
des Stockholmer Dokuments ermutigend.

BRD

DDR

9.- 11. Apr. 1989

Italien

UdSSR

15. -17. Apr. 1989

USA

DDR

1 9 . - 2 1 . Mai 1989

UdSSR

Italien

28. - 30. Mai 1989

Amerikanische Beobachter stellen anhaltende Bemühungen seitens einiger Staaten des Ostens fest, besseren Zugang und einen offeneren Ansatz bei der
Beantwortung von Fragen und Anträgen der Beobachter zu gewährleisten. Die Sowjetunion muß noch eine
offenere Haltung einnehmen, stellt jedoch die Mindestinformationen über die zu beobachtende Aktivität
sowie begrenzte Möglichkeiten für Kontakte mit den
beteiligten Soldaten zur Verfügung.

Kanada

CSSR

14.-16. Juni 1989

UdSSR

Dänemark

21.-23. Juni 1989

USA

UdSSR

11.-13. Aug. 1989

Italien

Bulgarien

13.-15. Aug. 1989

Frankreich

UdSSR

1 9 . - 2 1 . Aug. 1989

Terminkalender
Obwohl viele KSZE-Mitgliedstaaten Terminkalender
der vorgesehenen militärischen Aktivitäten vorgelegt
haben, zeichnet sich bei den westlichen wie östlichen
Staaten eine zunehmendene Tendenz ab, angekündigte Aktivitäten herunterzuschrauben oder abzusagen.
Ankündigung
Seit dem 15. Juni 1990 sind insgesamt 117 militärische
Aktivitäten gemäß dem Stockholmer Regime angekündigt worden. Auch sechs nicht meldepflichtige
Aktivitäten wurden angekündigt, wie beispielsweise
Bereitschaftsübungen, und zwar alle von westlichen
Staaten. Der Westen hat 47 Aktivitäten angekündigt;
die Benachrichtigung erfolgte zum Teil auf freiwilliger
Basis, da die Zahl der beteiligten Streitkräfte unterhalb
der Obergrenzen für obligatorische Benachrichtigung
lag. Der Osten hat 62 Aktivitäten angekündigt - auch
hier erfolgte die Benachrichtigung teilweise auf freiwilliger Basis. Die NNA-Staaten haben 8 Aktivitäten
angekündigt.
Beobachtungsprogramme
Insgesamt gab es 50 Beobachtungsprogramme militärischer Aktivitäten, zu denen KSZE-Staaten eingeladen wurden. Die westlichen Staaten haben 24 Beobachtungsprogramme durchgeführt, die des Ostens 21.
In den NNA-Staaten haben 5 Beobachtungsprogramme stattgefunden, von denen eins auf freiwilliger Basis
abgehalten wurde.

AMERIKA DIENST 27

Datum

2. -

6. Feb. 1988

4. Mai 1988

Seite 7

�GB

DDR

4. • 6. Sept. 1989

DDR

BRD

8. - 10. Sept. 1989

UdSSR

BRD

11. -13. Sept. 1989

DDR

Belgien

17. -19. Sept. 1989

UdSSR

Frankreich

23. -25. Sept. 1989

BRD

CSSR

30. Sept.-Okt. 1989

UdSSR

Türkei

18. -20. Okt. 1989

UdSSR

Belgien

6. • 8. Jan. 1990

USA

DDR

9. - H . F e b . 1990

UdSSR

Norwegen

14. -16. März 1990

BRD

UdSSR

20. -22. März 1990

GB

DDR

22. -24. April 1990

UdSSR

Italien

8. -10. Mai 1990

Auszüge aus dem Wiener Abschließenden Doku
ment
Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
und bestimmte Aspekte der Sicherheit und Abrüstung in Europa
Stockholmer Konferenz:
Fortschritte

Beurteilung der erzielten

Die Teilnehmerstaaten,
beurteilen in Übereinstimmung mit den einschlägigen
Bestimmungen des Abschließenden Dokuments von
Madrid die auf der Konferenz über Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in
Europa, die vom 17. Januar 1984 bis 19. September
1986 in Stockholm tagte, erzielten Fortschritte.
Sie begrüßten die Annahme eines Satzes einander
ergänzender Vertrauens- und Sicherheitsbildender
Maßnahmen (VSBM) in Stockholm.
Sie stellten fest, daß diese Maßnahmen mit den Kriterien des Madrider Mandats übereinstimmen und eine
wesentliche Verbesserung und Ausweitung der in der
Schlußakte angenommenen vertrauensbildenden
Maßnahmen darstellen.
Sie stellten fest, daß die Annahme des Stockholmer
Dokuments ein politisch bedeutsames Ergebnis darstellt und daß dessen Maßnahmen ein wichtiger Schritt
bei den Bemühungen sind, die Gefahr einer militärischen Konfrontation in Europa zu vermindern. Sie sind
übereingekommen, daß das Ausmaß, in dem die
Maßnahmen in der Praxis zu mehr Vertrauen und
Sicherheit beitragen, von der Erfüllungsbilanz abhängt.
Sie zeigten sich von der begonnenen Durchführung
ermutigt und stellten fest, daß weitere Erfahrungen

Seite 8

und eine ausführliche Überprüfung erforderlich sind.
Sie bekräftigten ihre Entschlossenheit, alle Bestimmungen des Dokuments der Stockholmer Konferenz
strikt einzuhalten und nach Treu und Glauben anzuwenden.
Sie bekräftigten ihre Verpflichtung gegenüber den
Bestimmungen des Abschließenden Dokuments von
Madrid in bezug auf die Konferenz über Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in
Europa und kamen überein, die Arbeit der Konferenz
in der Absicht wiederaufzunehmen, weitere Fortschritte in Richtung auf ihr Ziel zu erreichen.
Neue Bemühungen um Sicherheit und Abrüstung
in Europa
Die Teilnehmerstaaten,
Eingedenk der einschlägigen Bestimmungen der
Schlußakte und des Abschließenden Dokuments von
Madrid, denen zufolge sie ihrer aller Interesse an
Bemühungen anerkennen, die auf die Verminderung
der militärischen Konfrontation und die Förderung der
Abrüstung gerichtet sind,
Unter Berücksichtigung ihrer in der Schlußakte bekundeten Entschlossenheit, das Vertrauen zwischen ihnen zu stärken und somit zur Erhöhung der Stabilität
und Sicherheit in Europa beizutragen,
Unter Betonung des komplementären Charakters der
Bemühungen im Rahmen des KSZE-Prozesses, die
auf die Bildung von Vertrauen und Sicherheit, die
Schaffung von Stabilität und die Erzielung von Fortschritten in der Abrüstung gerichtet sind, um die militärische Konfrontation zu vermindern und die Sicherheit
für alle zu erhöhen,
Unter Betonung, daß sie bei derartigen Bemühungen
die ihrer souveränen Gleichheit innewohnenden Sicherheitsinteressen aller KSZE-Teilnehmerstaaten
achten werden,
Ferner nach Prüfung von Wegen und geeigneten
Mitteln zur Fortsetzung ihrer Bemühungen um Sicherheit und Abrüstung in Europa,
Erzielten Übereinstimmung, diese Bemühungen wie
folgt zu strukturieren:
Verhandlungen über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
Die Teilnehmerstaaten sind übereingekommen, daß
Verhandlungen über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen stattfinden werden, um auf den
bereits bei der Stockholmer Konferenz erzielten Ergebnissen aufzubauen und sie zu erweitern, mit dem
Ziel, einen neuen Satz einander ergänzender Vertrauens- und Sicherheitsbildender Maßnahmen auszuarbeiten und anzunehmen, die darauf gerichtet sind, die
Gefahr einer militärischen Konfrontation in Europa zu

AMERIKA DIENST 27

�vermindern.
Diese Verhandlungen werden in Übereinstimmung mit
dem Madrider Mandat stattfinden.
Die Beschlüsse des vom 25. Oktober bis 11. November 1983 in Helsinki abgehaltenen Vorbereitungstreffens finden sinngemäß Anwendung (siehe Anhang II).
Diese Verhandlungen werden in Wien stattfinden und
in der Woche ab dem 6. März 1989 beginnen.
Das nächste Folgetreffen der KSZE-Teilnehmerstaaten, das ab 24. März 1992 in Helsinki stattfinden wird,
wird die in diesen Verhandlungen erzielten Fortschritte
beurteilen.
Auszüge aus dem Madrider Abschließenden Dokument
Konferenz über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa
Die Teilnehmerstaaten,
Eingedenk der Bestimmungen der Schlußakte, denen
zufolge sie ihrer aller Interesse an Bemühungen anerkennen, die auf die Verminderung militärischer Konfrontation und die Förderung der Abrüstung gerichtet
sind,
Sind übereingekommen, eine Konferenz über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa einzuberufen.
Das Ziel der Konferenz ist es, als substantieller und
integraler Bestandteil des durch die Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa eingeleiteten multilateralen Prozesses unter Teilnahme aller
Unterzeichnerstaaten der Schlußakte etappenweise
neue, wirksame und konkrete Schritte zu unternehmen, die darauf gerichtet sind, Fortschritte bei der
Festigung des Vertrauens und der Sicherheit und bei
der Verwirklichung der Abrüstung zu erzielen, um der
Pflicht der Staaten, sich der Androhung oder Anwendung von Gewalt in ihren gegenseitigen Beziehungen
zu enthalten, Wirkung und Ausdruck zu verleihen.

trauens- und Sicherheitsbildenden Maßnahmen ganz
Europa sowie das angrenzende Seegebiet und den
angrenzenden Luftraum umfassen. Sie werden militärisch bedeutsam und politisch verbindlich sein und von
angemessenen Formen der Verifikation begleitet
werden, die ihrem Inhalt entsprechen.
In bezug auf die angrenzenden Seegebiete (in diesem
Zusammenhang ist der Begriff "angrenzendes Seegebiet" so zu verstehen, daß er sich auch auf an Europa
angrenzende ozeanische Gebiete bezieht) und den
angrenzenden Luftraum werden diese Maßnahmen
auf die dort stattfindenden Militärischen Tätigkeiten
aller Teilnehmerstaaten anwendbar sein, soweit diese
Tätigkeiten sowohl die Sicherheit in Europa berühren
als auch einen Teil von Tätigkeiten in ganz Europa, wie
oben angeführt, konstituieren, die anzukündigen sie
vereinbaren werden. Notwendige Spezifizierungen
werden durch die Verhandlungen über die
Vertrauens- und Sicherheitsbildenden Maßnahmen auf
der Konferenz erfolgen.
Die vorstehend gegebene Definition der Zone mindert
in keiner Weise bereits mit der Schlußakte eingegangene Verpflichtungen. Die auf der Konferenz zu
vereinbarenden Vertrauens- und Sicherheitsbildenden
Maßnahmen werden auch in allen Gebieten anwendbar sein, die von irgendeiner der Bestimmungen der
Schlußakte betreffend Vertrauensbildende Maßnahmen und bestimmte Aspekte der Sicherheit und Abrüstung erfaßt werden.
Die von den Verhandlungspartnern festgelegten Bestimmungen treten in den Formen und nach dem
Verfahren in Kraft, die durch die Konferenz vereinbart
werden.
Unter Berücksichtigung des obengenannten Ziels der
Konferenz wird das nächste Folgetreffen der Teilnehmerstaaten der KSZE, das ab 4. November 1986 in
Wien stattfinden wird, die in der ersten Phase der
Konferenz erreichten Fortschritte beurteilen.

Die erste Phase der Konferenz wird ab 17. Januar
1984 in Stockholm abgehalten.

Unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestimmungen der Schlußakte und nach Überprüfung der durch
die erste Phase der Konferenz erreichten Ergebnisse
sowie im Lichte anderer einschlägiger, Europa betreffender Verhandlungen über Sicherheit und Abrüstung
wird ein künftiges KSZE-Folgetreffen Wege und geeignete Mittel für die Teilnehmerstaaten zur Fortsetzung
ihrer Bemühungen um Sicherheit und Abrüstung in
Europa prüfen, einschließlich der Frage einer Ergänzung des gegenwärtigen Mandats für die nächste
Phase der Konferenz über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa.

Auf der Grundlage der Gleichheit der Rechte, der
Ausgewogenheit und Gegenseitigkeit, der gleichen
Achtung der Sicherheitsinteressen aller Teilnehmerstaaten der KSZE und ihrer jeweiligen Verpflichtungen
betreffend Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa, werden diese Ver-

Ein Vorbereitungstreffen, das mit der Festlegung der
Tagesordnung, des Zeitplanes und anderer organisatorischer Modalitäten für die erste Phase der Konferenz betraut wird, wird ab 25. Oktober 1983 in Helsinki
abgehalten. Seine Dauer soll drei Wochen nicht
überschreiten.

Die Konferenz wird somit einen Prozeß einleiten, dessen
erste Phase der Verhandlung und Annahme eines
Satzes einander ergänzender Vertrauens- und Sicherheitsbildender Maßnahmen gewidmet sein wird, die
darauf gerichtet sind, die Gefahr einer militärischen
Konfrontation in Europa zu vermindern.

AMERIKA DIENST 27

Seite 9

�Die Verfahrens- und Arbeitsregeln sowie der Verteiler- vorstehenden Paragraphen erwähnte Vorbereitungsschlüssel für die Kosten, die für die KSZE gelten, treffen angewendet. Das technische Sekretariat wird
werden sinngemäß auf die Konferenz und auf das im vom Gastgeberland gestellt werden.

* * * *

*

AMERIKA DIENST 27

�KSE
11. Juli 1990

DIE VERHANDLUNGEN ÜBER
KONVENTIONELLE STREITKRÄFTE IN EUROPA
Die Wiener KSE-Verhandlungen
WASHINGTON - (AD) - Die nachfolgende Dokumentation der Wiener Verhandlungen über Konventionelle
Streitkräfte in Europa (KSE) wurde am 2. Juli 1990 vom amerikanischen Amt für Rüstungskontrolle und Abrüstung (ACDA) veröffentlicht.

Der Abschluß eines Abkommmens, mit dem ein Gleichstand der konventionellen Streitkräfte in Europa auf
einem niedrigeren Niveau erreicht wird, ist eine der
höchsten Sicherheitsprioritäten der Vereinigten Staaten. Seit der Eröffnung der Verhandlungen über
Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) am 9.
März 1989 streben die Vereinigten Staaten und ihre
Verbündeten ein Abkommen an, mit dem die Sicherheit Europas gefestigt und nahezu 50 Jahre der destabilisierenden sowjetischen Überlegenheit bei konventionellen Rüstungen beendet werden sollen.
Vertreter der 16 Mitgliedstaaten der Organisation des
Nordatlantikvertrags (NATO) und der sieben Mitgliedstaaten des Warschauer Pakts verhandeln in Wien
unter einem Mandat, das die geographische Region
vom Atlantik bis zum Ural abdeckt (ATTU). Die Ziele
der Verhandlungen sind Festigung der Stabilität und
Sicherheit in Europa durch die Schaffung eines stabilen und sicheren Gleichgewichts der konventionellen
Streitkräfte auf niedrigerem Niveau; die Beseitigung
von Ungleichgewichten bei konventionellen Streitkräften und Waffen, die nachteilig für Stabilität und Sicherheit sind und - als vorrangige Angelegenheit - die
Beseitigung der Fähigkeit zur Auslösung von Überraschungsangriffen und zur Einleitung großangelegter
offensiver Handlungen. Die Mitglieder der NATO
haben Vorschläge unterbreitet, um diese Ziele durch
Reduzierungen und Begrenzungen eines breiten
Spektrums konventioneller Rüstungen zu erreichen,
die wirksam verifiziert werden.
Der Umfang der KSE hebt sie von bisherigen konventionellen Abrüstungsverhandlungen ab, die nur einige

AMERIKA DIENST 27

Mitgliedstaaten der NATO und des Warschauer Pakts
einbezogen und sich ausschließlich auf Streitkräfteniveaus in Mitteleuropa konzentriert haben. Die Vorschläge des Westens bei den KSE-Verhandlungen
streben die Begrenzung wichtiger konventioneller
Waffensysteme an, die zur Auslösung offensiver militärischer Operationen unabdingbar sind sowie der
außerhalb ihres nationalen Territoriums stationierten
amerikanischen und sowjetischen Streitkräfte. Um
Präsident Bush aus seiner Rede vom Mai 1990 zu
zitieren: "Der... Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa wäre das ehrgeizigste Abkommen
über konventionelle Rüstungskontrolle, das je geschlossen wurde".
Das von der NATO angestrebte KSE-Abkommen wird
eine wichtige Grundlage für eine neue politische und
militärische Ordnung in Europa darstellen. Es wird ein
grundlegendes Element von Sicherheit und Vertrauen
in einer Zeit rascher Veränderungen bieten. Ein wesentlicher Vorteil eines KSE-Vertrags besteht darin,
daß die gemäß der Vertragsgrenzen reduzierten
Ausrüstungen verschrottet werden und somit nicht
mehr in die Region vom Atlantik bis zum Ural zurückgeführt werden können. Die Verifikationsvorschläge,
die Datenaustausch ebenso beinhalten wie Vor-OrtInspektionen, gestatten uns nicht nur, die Vertragsbestimmungen zu überwachen und Verletzungen abzuschrecken, sondern tragen auch maßgeblich zur Vertrauensbildung bei. Nicht zuletzt wird nur ein KSEVertrag die sowjetischen Streitkräfte auf die westliche
Sowjetunion begrenzen und gleichzeitig das Vertrauen der Sowjetunion in die Respektierung ihrer legitimen Sicherheitsinteressen stärken.

Seite 1

�Die KSE-Verhandlungen haben rasche Fortschritte
erzielt, und wir hoffen auf Abschluß eines Vertrags
noch vor Ende 1990.
Elemente eines KSE-Vertrags
Panzer und Artillerie
Kernstück eines KSE-Vertrags ist die Reduzierung
und Beseitigung von zwei Hauptkategorien der gepanzerten Kräfte - Panzern und gepanzerten Kampffahrzeugen - sowie Artillerie, die zusammengenommen
das zentrale Element eines konventionellen Überraschungsangriffs oder anderer offensiver Handlungen
in Europa ausmachen.
Kampfpanzer bilden das Hauptelement einer
Offensive und stehen als solche im Brennpunkt
der Verhandlungen. Zur Zeit verfügt der Warschauer Pakt über nahezu drei Viertel aller
Panzer in Europa. Die 23 Teilnehmerstaaten
haben Einigung über eine Definition von Kampfpanzern erzielt und gleiche Obergrenzen von
20 000 Panzern für jede Seite vereinbart. Dies
würde die Verschrottung von Tausenden von
Panzern des Ostens erforderlich machen und
damit die Stabilität in der ATTU-Region maßgeblich festigen.
Gepanzerte Kampffahrzeuge (ACV), wie Mannschaftstransportwagen (APC), Schützenpanzer
(AIFV) und Kampffahrzeuge mit schwerer
Bewaffnung (HACV) gewährleisten Mobilität und
Unterstützung während des Kampfes und können bei Offensiven ein entscheidender Faktor
sein. Ihr Abbau geht daher Hand in Hand mit der
Notwendigkeit zur Reduzierung von Panzern.
Die westlichen und östlichen Unterhändler haben
sich auf Definitionen dieser Fahrzeuge geeinigt
und Obergrenzen von 30 000 ACV für jede
Seite festgelegt. Darüber hinaus wurden Zwischenobergrenzen von 18 000 AIFV und HACV
für jede Seite vereinbart, dabei darf die Zahl der
HACV 1 500 pro Seite nicht überschreiten.
Artillerie liefert die erforderliche Feuerkraft für
die Durchführung einer Offensive. Westen und
Osten haben sich auf eine Definition dieser
wichtigen Rüstungskategorie, einschließlich der
Entscheidung, welche Systeme abgebaut werden sollen, geeinigt. Die Wiener Verhandlungen konzentrieren sich jetzt auf die maximale
Zahl von Artilleriegeschützen, die jede Seite
beibehalten darf.
Truppenstärken, Flugzeuge und Hubschrauber
Beim NATO-Gipfeltreffen im Mai 1989 schlug Präsident Bush eine Initiative für die Einbeziehung dreier
zusätzlicher Waffenkategorien in die KSE-Verhandlungen vor: Truppenstärken, Kampfflugzeuge und
Kampfhubschrauber. Die Staats- und Regierungs-

Seite 2

chefs der NATO unterstützten diese Initiative, die dann
auch von Osten angenommen wurde. Diese Elemente
sind jetzt ein wesentlicher Aspekt der Verhandlungen.
Der Osten verfügt zur Zeit über eine destabilisierende
zahlenmäßige Überlegenheit in allen diesen Bereichen.
Truppenstärken: Im Februar 1990 einigten sich
die 23 Teilnehmerstaaten der KSE-Verhandlungen, die außerhalb ihres nationalen Territoriums stationierten sowjetischen und amerikanischen Mannschaften der Land- und Luftstreitkräfte auf eine Obergrenze von 195 000 Mann
in der Region Europa Mitte zu begrenzen; den
Vereinigten Staaten werden darüber hinaus
zusätzlich 30 000 Mann für das übrige, vom
Vertrag abgedeckte Europa gestattet.
Kampfflugzeuge: Angesichts der Flexibilität
und Mobilität von Flugzeugen vertritt der Westen die Ansicht, daß alle kampffähigen Flugzeuge in die Verhandlungen einbezogen werden sollten, unabhängig von ihrer derzeitigen
Rolle, Mission oder Bestimmung. Der Westen
unterbreitete im Februar 1990 einen neuen
Vorschlag, mit dem die Zahl landgestützter, in
der ATTU-Region erlaubter Kampfflugzeuge
begrenzt und das derzeitige Ungleichgewicht
zugunsten des Ostens beträchtlich abgebaut
würde. Die von der NATO vorgeschlagene
Obergrenze bezieht sich auf den gesamten
Bestand ständig stationierter, landgestützter,
gefechtsfähiger Flugzeuge der NATO und des
Warschauer Pakts. Die Sowjetunion hat mit
einem Vorschlag reagiert, der eine große Anzahl landgestützter Marine- und anderer Kampfflugzeuge aus den vereinbarten Obergrenzen
ausklammem würde, der demzufolge für den
Westen unannehmbar ist.
Kampfhubschrauber, die Feuerunterstützung,
Flexibilität und rasche Mobilität bieten, können
ebenfalls eine wichtige Rolle bei Offensivoperationen spielen. Der Westen hat Schritte unternommen, um die Zahl der in der ATTU-Region
erlaubten Kampfhubschrauber mit strikten
Obergrenzen zu belegen. In Wien erörtern der
Westen und Osten zur Zeit die Hubschrauberkategorien, die im Rahmen des Vertrags begrenzt werden sollen. Die Diskussionen konzentrieren sich auf die vom Westen im Februar
1990 und vom Osten im April 1990 vorgeschlagenen Hubschrauberdefinitionen.
Andere Vertragselemente
Verifikation und Einhaltung: Die Fähigkeit zur
wirksamen Verifikation der Reduzierungen von
Truppen und Rüstungen ist ein wesentlicher
Vorteil eines KSE-Vertrags. Der Westen hat
Bestimmungen für detaillierten Datenaustausch,

AMERIKA DIENST 27

�Bilanz der Durchführung des Stockholmer Dokuments von 1986
Die VSBM des Stockholmer Dokuments traten am 1.
Januar 1987 in Kraft. Die Dreijahresbilanz zeigt, daß
viele KSZE-Teilnehmerstaaten aktiv an der Verwirklichung der Stockholmer VSBM beteiligt waren. Im
Geiste der Schlußakte von Helsinki haben einige Staaten solche militärischen Aktivitäten angekündigt oder
Beobachter dazu eingeladen, die unter die im Stockholmer Dokument enthaltenen Obergrenzen fallen.

Inspektionen
In den Jahren 1987 und 1988 wurden Inspektionen
zum integralen Bestandteil des Stockholmer Regimes.
Seit dem 15. Juni 1990 wurden insgesamt 40 Vor-OrtInspektionen durchgeführt: 21 vom Westen und 19
vom Osten. Teile amerikanischer Streitkräfte waren
an 15 der 19 vom Osten durchgeführten Inspektionen
beteiligt.
Vor-Ort-Inspektionen
Inspizierender

Inspizierter

Staat

Staat

USA

UdSSR

28.-30. Aug. 1987

GB

DDR

10.-12. Sept. 1987

UdSSR

Türkei

5.- 7. Okt. 1987

UdSSR

BRD

28.-30. Okt. 1987

DDR

BRD

11.-13. Nov. 1987

USA

Ungarn

4. - 6. Feb. 1988

UdSSR

Norwegen

13.-15. März 1988

GB

UdSSR

9. - 11. Apr. 1988

USA

DDR

10.- 12. Apr. 1988

Bulgarien

Italien

USA

Polen

25.- 27. Juli 1988

BRD

DDR

12.- 14. Aug. 1988

Türkei

UdSSR

23. - 25. Aug. 1988

UdSSR

BRD

7.- 9. Sept. 1988

UdSSR

GB

5.-

USA

UdSSR

14.-16. Okt. 1988

Polen

BRD

7.- 9. Nov. 1988

DDR

BRD

28.-30. Nov. 1988

Obwohl der Osten nur einige wenige seiner militärischen Aktivitäten angekündigt und seine gemäß den
Bestimmungen der Schlußakte von Helsinki zu beobachtenden Aktivitäten nie allen KSZE-Teilnehmerstaaten zugänglich gemacht hat, war seine Durchführung
des Stockholmer Dokuments ermutigend.

BRD

DDR

9.- 11. Apr. 1989

Italien

UdSSR

15. -17. Apr. 1989

USA

DDR

1 9 . - 2 1 . Mai 1989

UdSSR

Italien

28. - 30. Mai 1989

Amerikanische Beobachter stellen anhaltende Bemühungen seitens einiger Staaten des Ostens fest, besseren Zugang und einen offeneren Ansatz bei der
Beantwortung von Fragen und Anträgen der Beobachter zu gewährleisten. Die Sowjetunion muß noch eine
offenere Haltung einnehmen, stellt jedoch die Mindestinformationen über die zu beobachtende Aktivität
sowie begrenzte Möglichkeiten für Kontakte mit den
beteiligten Soldaten zur Verfügung.

Kanada

CSSR

14.-16. Juni 1989

UdSSR

Dänemark

21. - 23. Juni 1989

USA

UdSSR

11.-13. Aug. 1989

Italien

Bulgarien

13.-15. Aug. 1989

Frankreich

UdSSR

1 9 . - 2 1 . Aug. 1989

Terminkalender
Obwohl viele KSZE-Mitgliedstaaten Terminkalender
der vorgesehenen militärischen Aktivitäten vorgelegt
haben, zeichnet sich bei den westlichen wie östlichen
Staaten eine zunehmendene Tendenz ab, angekündigte Aktivitäten herunterzuschrauben oder abzusagen.
Ankündigung
Seit dem 15. Juni 1990 sind insgesamt 117 militärische
Aktivitäten gemäß dem Stockholmer Regime angekündigt worden. Auch sechs nicht meldepflichtige
Aktivitäten wurden angekündigt, wie beispielsweise
Bereitschaftsübungen, und zwar alle von westlichen
Staaten. Der Westen hat 47 Aktivitäten angekündigt;
die Benachrichtigung erfolgte zum Teil auf freiwilliger
Basis, da die Zahl der beteiligten Streitkräfte unterhalb
der Obergrenzen für obligatorische Benachrichtigung
lag. Der Osten hat 62 Aktivitäten angekündigt - auch
hier erfolgte die Benachrichtigung teilweise auf freiwilliger Basis. Die NNA-Staaten haben 8 Aktivitäten
angekündigt.
Beobachtungsprogramme
Insgesamt gab es 50 Beobachtungsprogramme militärischer Aktivitäten, zu denen KSZE-Staaten eingeladen wurden. Die westlichen Staaten haben 24 Beobachtungsprogramme durchgeführt, die des Ostens 21.
In den NNA-Staaten haben 5 Beobachtungsprogramme stattgefunden, von denen eins auf freiwilliger Basis
abgehalten wurde.

AMERIKA DIENST 27

Datum

2. -

4. Mai 1988

7. Okt. 1988

Seite 7

�GB

DDR

4. • 6. Sept. 1989

DDR

BRD

8.

UdSSR

BRD

11. -13. Sept. 1989

DDR

Belgien

17. -19. Sept. 1989

UdSSR

Frankreich

23. -25. Sept. 1989

BRD

CSSR

30. Sept.-Okt. 1989

UdSSR

Türkei

18. -20. Okt. 1989

UdSSR

Belgien

6. - 8. Jan. 1990

USA

DDR

9. • H . F e b . 1990

UdSSR

Norwegen

14. -16. März 1990

BRD

UdSSR

20. -22. März 1990

GB

DDR

22. -24. April 1990

UdSSR

Italien

10. Sept. 1989

und eine ausführliche Überprüfung erforderlich sind.
Sie bekräftigten ihre Entschlossenheit, alle Bestimmungen des Dokuments der Stockholmer Konferenz
strikt einzuhalten und nach Treu und Glauben anzuwenden.
Sie bekräftigten ihre Verpflichtung gegenüber den
Bestimmungen des Abschließenden Dokuments von
Madrid in bezug auf de Konferenz über Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in
Europa und kamen überein, die Arbeit der Konferenz
in der Absicht wiederaufzunehmen, weitere Fortschritte in Richtung auf ihr Ziel zu erreichen.
Neue Bemühungen um Sicherheit und Abrüstung
in Europa
Die Teilnehmerstaaten,

8. - 10. Mai 1990

Auszüge aus dem Wiener Abschließenden DokuVertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
und bestimmte Aspekte der Sicherheit und Abrüstung in Europa
Stockholmer Konferenz:
Fortschritte

Beurteilung der erzielten

Die Teilnehmerstaaten,
beurteilen in Übereinstimmung mit den einschlägigen
Bestimmungen des Abschließenden Dokuments von
Madrid die auf der Konferenz über Vertrauens- und
Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in
Europa, die vom 17. Januar 1984 bis 19. September
1986 in Stockholm tagte, erzielten Fortschritte.
Sie begrüßten die Annahme eines Satzes einander
ergänzender Vertrauens- und Sicherheitsbildender
Maßnahmen (VSBM) in Stockholm.
Sie stellten fest, daß diese Maßnahmen mit den Kriterien des Madrider Mandats übereinstimmen und eine
wesentliche Verbesserung und Ausweitung der in der
Schlußakte angenommenen vertrauensbildenden
Maßnahmen darstellen.
Sie stellten fest, daß die Annahme des Stockholmer
Dokuments ein politisch bedeutsames Ergebnis darstellt und daß dessen Maßnahmen ein wichtiger Schritt
bei den Bemühungen sind, die Gefahr einer militärischen Konfrontation in Europa zu vermindern. Sie sind
übereingekommen, daß das Ausmaß, in dem die
Maßnahmen in der Praxis zu mehr Vertrauen und
Sicherheit beitragen, von der Erfüllungsbilanz abhängt.
Sie zeigten sich von der begonnenen Durchführung
ermutigt und stellten fest, daß weitere Erfahrungen

Seite 8

Eingedenk der einschlägigen Bestimmungen der
Schlußakte und des Abschließenden Dokuments von
Madrid, denen zufolge sie ihrer aller Interesse an
Bemühungen anerkennen, die auf die Verminderung
der militärischen Konfrontation und die Förderung der
Abrüstung gerichtet sind,
Unter Berücksichtigung ihrer in der Schlußakte bekundeten Entschlossenheit, das Vertrauen zwischen ihnen zu stärken und somit zur Erhöhung der Stabilität
und Sicherheit in Europa beizutragen,
Unter Betonung des komplementären Charakters der
Bemühungen im Rahmen des KSZE-Prozesses, die
auf die Bildung von Vertrauen und Sicherheit, die
Schaffung von Stabilität und die Erzielung von Fortschritten in der Abrüstung gerichtet sind, um die militärische Konfrontation zu vermindern und die Sicherheit
für alle zu erhöhen,
Unter Betonung, daß sie bei derartigen Bemühungen
die ihrer souveränen Gleichheit innewohnenden Sicherheitsinteressen aller KSZE-Teilnehmerstaaten
achten werden,
Ferner nach Prüfung von Wegen und geeigneten
Mitteln zur Fortsetzung ihrer Bemühungen um Sicherheit und Abrüstung in Europa,
Erzielten Übereinstimmung, diese Bemühungen wie
folgt zu strukturieren:
Verhandlungen über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
Die Teilnehmerstaaten sind übereingekommen, daß
Verhandlungen über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen stattfinden werden, um auf den
bereits bei der Stockholmer Konferenz erzielten Ergebnissen aufzubauen und sie zu erweitern, mit dem
Ziel, einen neuen Satz einander ergänzender Vertrauens- und Sicherheitsbildender Maßnahmen auszuarbeiten und anzunehmen, die darauf gerichtet sind, die
Gefahr einer militärischen Konfrontation in Europa zu

AMERIKA DIENST 27

�Vor-Ort-Inspektionen und Überwachung der
Verschrottung eingebracht. Obwohl der Ansatz
des Ostens sich in einigen Punkten unterscheidet, war seine Reaktion auf die westlichen Verifikationsvorschläge im großen und ganzen positiv.
Verschrottung/Demobilisierung: Der Westen
vertritt die Ansicht, daß ein wesentliches Element, um seine Fähigkeit zur Überwachung der
Einhaltung und Verhinderung der Verlagerung
von vertraglich begrenzten Ausrüstungen in das
Gebiet außerhalb der Zone zu gewährleisten,
darin besteht, das Gerät zu verschrotten, um die
vereinbarten Obergrenzen zu erfüllen. Der
Westen hat darüber hinaus den Vorschlag zur
Demobilisierung der amerikanischen und sowjetischen abgezogenen Truppen unterbreitet.
Der Osten hat diesem Prinzip noch nicht ganz
zugestimmt.
Stabilisierende Maßnahmen: Der westliche
Vertragsentwurf enthält eine Reihe anderer Maßnahmen, die zu Vertrauen und Stabilität im
regionalen Bereich beitragen würden. Dazu
gehören ständiger Informationsaustausch,
Bestimmungen über die Lagerung von Gerät,
die Ankündigung von Truppenbewegungen sowie
Beschränkungen des Umfangs militärischer
Aktivitäten.
Regionale Differenzierung und Hinlänglichkeit:
Neben Begrenzungen der Zahl von Waffensystemen, die in jeder Kategorie und auf jeder
Seite in der gesamten ATTU-Region zulässig
sind, stimmen die Teilnehmer auch darin überein, daß regionale zahlenmäßige Begrenzungen erforderlich sind, um destabilisierende
Konzentrationen von Waffensystemen der
Landstreitkräfte in allen vertraglich erfaßten
Regionen zu verhindern. Beide Seiten sind sich
ferner einig, daß darüber hinaus Obergrenzen
für den verhältnismäßigen Anteil jedes Staates
an den Waffensystemen eingeführt werden
("Hinlänglichkeit"). Die regionalen Verteilungsschemata beider Seiten unterscheiden sich jedoch
ebenso wie die Hinlänglichkeitsquoten. Während der Osten einem Land gestatten würde,
35-40 Prozent der in der ATTU zulässigen
Gesamtmenge an Gerät zu besitzen, geht der
Westen davon aus, daß die von ihm vorgeschlagenen 30 Prozent der Stabilität eher förderlich
sind. Der Westen hat ferner vorgeschlagen,
daß jedes Bündnis über festgelegte Obergrenzen hinaus keine Truppen außerhalb seines nationalen Territoriums stationieren darf. Diese
Obergrenzen würden eine zusätzliche Vorkehrung gegen Bemühungen irgendeines Staates
sein, im Sicherheitsgefüge der Region eine
dominierende Stellung einzunehmen.
KSE-Chronologie
AMERIKA DIENST 27

10. Januar 1989. In Wien paraphieren die 23 Staaten
von NATO und Warschauer Pakt ein Mandat, in dem
Umfang und Form der Verhandlungen über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) definiert werden.
9. März 1989. Die KSE-Gespräche zwischen den 23
Staaten von NATO und Warschauer Pakt werden in
Wien formell eröffnet. Der erste NATO-Vorschlag zielt
auf die Reduzierung und Begrenzung von Kampf panzern, gepanzerten Kampffahrzeugen und Artillerie ab.
23. März 1989. Runde I der KSE-Gespräche wird
beendet.
5. Mai 1989. Eröffnung von Runde II.
29. - 30. Mai 1989. Während eines Gipfeltreffens der
NATO unterstützen die Staats- und Regierungschefs
der NATO den Vorschlag Präsident Bushs, die KSEVerhandlungen auf Begrenzungen der Truppenstärken, Kampfflugzeuge und Hubschrauber auszudehnen und die Verhandlungen innerhalb eines Zeitraums
von sechs Monaten bis zu einem Jahr abzuschließen.
13. Juli 1989. Die NATO unterbreitet in Wien einen
umfassenden Vorschlag, der die beim NATO-Gipfeltreffen vom Mai vereinbarten Initiativen einbezieht.
13. Juli 1989. Runde II der KSE-Verhandlungen wird
beendet.
7. September 1989. Runde III wird eröffnet.
22. September 1989. Der Westen bringt einen Vorschlag über Informationsaustausch, stabilisierende
Maßnahmen, Nichtumgehung und Verifizierung ein.
19. Oktober 1989. Die Staaten des Warschauer Pakts
legen ihre Vorschläge zu Verifizierung, Informationsaustausch und stabilisierenden Maßnahmen vor, von
denen viele die Sprachregelungen der bereits von der
NATO unterbreiteten Vorschläge widerspiegeln.
19. Oktober 1989. Beendigung von Runde III der KSEGespräche.
9. November 1989. Eröffnung von Runde IV.
14. Dezember 1989. Sowohl die NATO als auch der
Warschauer Pakt legen Vertragsentwürfe vor.
21. Dezember 1989. Runde IV der KSE-Verhandlungen wird abgeschlossen.
12. Januar 1990. Runde V wird eröffnet.
8. Februar 1990. Die Staaten des Westens präsentieren neue Vorschläge zu Flugzeugen und Truppenstärken.
13. Februar 1990. In Ottawa einigen sich die Außenminister der 23 KSE-Teilnehmerstaaten darauf, die
außerhalb ihres nationalen Territoriums in der Zone
Europa Mitte stationierten amerikanischen und sowje-

Seite 3

�tischen Land- und Luftstreitkräfte auf je 195 000 Mann
zu begrenzen. Darüber hinaus dürfen die Vereinigten
Staaten 30 000 Mann außerhalb dieser Zone stationieren.

26. April 1990. Bei den KSE-Verhandlungen bringen
die Sowjets als nationalen Vorschlag den Entwurf
eines Zerstörungsprotokolls einschließlich der Modalitäten der Zerstörung ein.

22. Februar 1990. Die NATO schlägt ein detailliertes
Inspektionsprotokoll vor. Runde V der KSE-Verhandlungen wird abgeschlossen.

26. April 1990. Die NATO unterbreitet den Entwurf
eines Artikels über die Neueinstufung von Angriffshubschraubern sowie ein Protokoll über Verfahrensregeln
für die Neueinstufung von Angriffshubschraubem. Runde
VI der KSE-Gespräche wird abgeschlossen.

15. März 1990. Eröffnung von Runde VI. Die NATO
legt einen Protokollentwurf zur Zerstörung sowie einen
Vertragsartikel über Reduzierungen vor. Darüber hinaus
bringt die NATO auf Arbeitsebene einen Protokollentwurf zu Notifizierung und Informationsaustausch ein.
Der Westen hat nun Vorschläge für alle wichtigen
Elemente eines KSE-Vertrags vorgelegt.
29. März 1990. Der Osten schlägt eine neue Definition
für Kampfhubschrauber vor.
4. - 6. April 1990. Bei einem Treffen zwischen den
Außenministern Baker und Schewardnadse in Washington schlagen die Sowjets Begrenzungen der von
Amerikanern und Sowjets im KSE-Anwendungsbereich stationierten Flugzeuge vor. Die Vereinigten
Staaten lehnen diesen Vorschlag ab und betonen die
Bedeutung einer Einbeziehung der Flugzeuge aller 23
Teilnehmerstaaten. Beide Seiten kommen überein,
daß vertraglich begrenztes Gerät einen bestimmten
Prozeß durchlaufen muß, um auszuschließen, daß es
für militärische Zwecke wiederverwendet werden kann.
12. April 1990. Stellvertretend für den Warschauer
Pakt legt die DDR den östlichen Entwurf eines Inspektionsprotokolls als "Ergänzung" zum Entwurf des
Westens vor, anstatt einen Gegenvorschlag zu präsentieren.
24. April 1990. Die Sowjets machen bei den KSEGesprächen einen nationalen Vorschlag zur Begrenzung der gepanzerten Kampffahrzeuge auf 30 000 für
jedes Bündnis.

3. Mai 1990. Präsident Bush fordert für den Frühsommer einen NATO-Gipfel, auf dem eine umfassende
Überprüfung der NATO-Strategie für das umgestaltete
Europa der neunziger Jahre vorgenommen werden
soll. Er schlägt vor, daß eines der beim Gipfel zu
behandelnden Themen die künftige konventionelle
Verteidigung des Bündnisses sowie die nächsten Schritte
in der konventionellen Rüstungskontrolle sein sollten.
14. Mai 1990. Runde VII der KSE-Gespräche wird
eröffnet.
24. Mai 1990. Die Sowjets unterbreiten einen nationalen Vorschlag für eine Gesamtobergrenze von 4 700
für "taktische oder Fronf'-Kampfflugzeuge und mittlere Bomberfür jedes Bündnis. Bestimmte zu Kampfeinsätzen geeignete Ausbildungsflugzeuge würden durch
eine eigene Obergrenze auf unter 500 begrenzt.
Landgestützte Marineflugzeuge würden ausgenommen, und die Behandlung von Abfangjägern für die
Luftverteidigung würde bis zu Folgeverhandlungen
vertagt.
27. Juni 1990. Die Unterhändler der 23 Teilnehmerstaaten verständigen sich auf ein umfassendes Paket
im Hinblick auf Kampfpanzer und gepanzerte Kampffahrzeuge, darunter Definitionen für ACV, AIFV, APC
und HACV sowie Obergenzen für diese Art von Ausrüstungen.

* * * *

Seite 4

*

AMERIKA DIENST 27

�NATO-GIPFEL
11. Juli 1990

SCHLÜSSELINITIATIVEN DER LONDONER
ERKLÄRUNG
Eine Übersicht des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Die folgende Übersicht über die wichtigsten in der am 6. Juli 1990 von den Staats- und
Regierungschefs der NATO verabschiedeten Londoner Erklärung enthaltenen Initiativen wurde am 6. Juli 1990
von der Pressestelle des Weißen Hauses veröffentlicht.

Die Londoner Erklärung enthält 19 Initiativen, mit denen
ein neuer Kurs für die NATO eingeschlagen und ein
neues Europa geschaffen werden soll. Diese Initiativen fallen in folgende umfassende Kategorien:
1. Zugehen auf traditionelle Gegner
Versprechen, "niemals und unter keinen Umständen ... als erste Gewalt anzuwenden".
Vorschlag einer gemeinsamen Erklärung der
Mitgliedstaaten von NATO und Warschauer Pakt
mit einer Nichtangriffs-Verpflichtung, die auch
anderen KSZE-Teilnehmern offensteht.
Einladung an Gorbatschow und andere
Staats- und Regierungschefs des Ostens, vor
dem Nordatlantikrat zu sprechen.
Einladung der Regierungen der WarschauerPakt-Staaten, reguläre diplomatische Kontakte
zur NATO aufzunehmen.
Intensivierung der Kontakte zwischen den Militärs, einschließlich von Besuchen der NATOMilitärbefehlshaber in östlichen Hauptstädten.
2. Änderung des Charakters der konventionellen
Verteidigung

Hinblick auf die Gesamttruppenstärke eines
vereinigten Deutschlands umfassen werden.
Weitere Verhandlungen über konventionelle
Rüstungskontrolle nach KSE, mit denen "in den
neunziger Jahren weitreichende einschneidende Verringerungen der Offensivfähigkeit der
konventionellen Streitkräfte in Europa" angestrebt werden, "damit kein Land über eine unverhältnismäßige Militärmacht auf dem Kontinent verfügt".
Abkehr von der "Vorneverteidigung" und Stationierung kleinerer und umstrukturierter aktiver
Streitkräfte, die flexibler sind, Senkung des Bereitschaftsgrads der aktiven Einheiten, Reduzierung der Manöverzahl und verstärkten Rückgriff auf die Fähigkeit, umfangreichere Streitkräfte dann wieder aufzustellen, wenn sie erforderlich werden.
Verstärkte Stützung auf multinationale Korps,
die sich aus nationalen Einheiten zusammensetzen.
3. Verabschiedung einer neuen nuklearen NATOStrategie

Fortsetzung der KSE-Verhandlungen bis zur
Fertigstellung eines Vertrags.

Vorschlag, alle nuklearen Artilleriegeschosse
der NATO in Europa im Gegenzug zu einem
gleichartigen Vorgehen der Sowjets zu beseitigen.

Zusage, daß Folgeverhandlungen Maßnahmen
zur Begrenzung der Truppenstärken in Europa
und - eingedenk dieses Ziels - bei Unterzeichnung des KSE-Vertrags eine Verpflichtung im

Modifizierung der Strategie der "flexiblen Reaktion", um die Abstützung auf Nuklearwaffen zu
verringern und eine neue Strategie zu beschlie-

AMERIKA DIENST 27

Seite 1

�ßen, die Nuklearkräfte wahrhaft zu Waffen des
Rückgriffs macht.

Zeitplan für Folgetreffen mindestens alle zwei
Jahre.

4. Unterstützung des Auf baus eines ungeteilten,
freien Europas durch Stärkung der KSZE

Einsetzung eines KSZE-Sekretariats, um diese
Treffen und Konferenzen zu koordinieren.

Die Gipfelteilnehmer stimmen überein, daß der
KSZE-Gipfel neue Maßstäbe für freie Gesellschaften im Hinblick auf freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit, wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Umweltschutz setzen sollte.

Etablierung eines Mechanismus zur Beobachtung von Wahlen.

Vereinbarung regelmäßiger Konsultationen auf
Ebene der Minister oder Staats- und Regierungschefs mindestens einmal im Jahr.

Bildung eines KSZE-Parlaments, der Europäischen Versammlung.

* *

Seite 2

Schaffung eines KSZE-Zentrums für Konfliktverhütung.

*

AMERIKA DIENST 27

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10886">
              <text>11.07.1990</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10887">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10888">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10889">
              <text>Amerikadienst 11.07.1990</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10890">
              <text>&lt;strong&gt;1. VSBM&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Festigung der Stabilität durch Offenheit&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die Wiener VSBM-Verhandlungen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. KSE&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Verhandlungen über konventionelle Streitkräfte in Europa&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die Wiener KSE-Verhandlungen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. NATO-Gipfel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Schlüsselinitiativen der Londoner Erklärung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht des Weißen Hauses&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
