<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<item xmlns="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5" itemId="2143" public="1" featured="0" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xsi:schemaLocation="http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5 http://omeka.org/schemas/omeka-xml/v5/omeka-xml-5-0.xsd" uri="https://www.amerikahaus-archiv.de/items/show/2143?output=omeka-xml" accessDate="2026-11-04T00:50:35+00:00">
  <fileContainer>
    <file fileId="2154">
      <src>https://www.amerikahaus-archiv.de/files/original/c4b99f2f3e3601efb39f44b80f4c60d0.pdf</src>
      <authentication>89d0feb371f3c9090ae8066ee31d37e6</authentication>
      <elementSetContainer>
        <elementSet elementSetId="4">
          <name>PDF Text</name>
          <description/>
          <elementContainer>
            <element elementId="52">
              <name>Text</name>
              <description/>
              <elementTextContainer>
                <elementText elementTextId="10837">
                  <text>cimGrikci
dienet

z

U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

-n

*&gt; ^

&amp; .#.4
.y s&gt;
c- a.'•'"
£ /? /•' .4
9. Mai 1990

18
j£
&gt;

ZWEI-PLUS-VIER-GESPRACHE

BAKER:VIERMACHTESTATUS FÜR BERLIN
SOLLTE BEENDET WERDEN
Erklärung des Außenministers bei
Zwei-plus-Vier-Gesprächen

NATO

BUSH:VEREINIGTES DEUTSCHLAND SOLL
MITGLIED DER NATO SEIN
Rede bei der Examensfeier der
Oklahoma State University

US-AUSSENPOLITIK

USA UNTERSTUTZEN SELBSTBESTIMMUNGSRECHT FÜR LITAUEN
Rede von Außenminister Baker vor
dem Senat

COCOM

UMFASSENDER US-VORSCHLAG ZUR
NEUGESTALTUNG DES COCOM
Eine Übersicht des Weißen Hauses

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-33923 66
Telex: 8-85432

�ZWEI-PLUS-VIER-GESPRACHE
9. Mai 1990

BAKER: VIERMÄCHTESTATUS FÜR BERLIN
SOLLTE BEENDET WERDEN
Erklärung des Außenministers bei den Zwei-plus-Vier-Gesprächen
BONN - (AD) - In seiner Erklärung zur Eröffnung der Zwei-plus-Vier-Gespräche in Bonn hat der amerikanische
Außenminister Baker am 5. Mai 1990 seiner Überzeugung Ausdruck verliehen, daß nach einer Vereinigung
beider deutscher Staaten in allseitig anerkannten Grenzen "die vier Mächte ihre Pflichten voll und ganz erfüllt
haben werden". Es sei deshalb "für diese Gruppe eine primäre Aufgabe, eine Formel zu erarbeiten, mit der alle
verbleibenden Rechte und Pflichten der vier Mächte beendet und auf ein völlig souveränes Deutschland
übertragen werden - ein Deutschland, das auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen
Demokratischen Republik und Berlins vereinigt ist".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung des Außenministers im Wortlaut.

Wir alle haben das Glück, in diesem Zeitalter großer
Ereignisse zu leben. Und heute haben wir sechs durch
unsere Zusammenarbeit eine Aufgabe zu lösen, die
einen der großartigsten Vorgänge in dieser außergewöhnlichen Zeit betrifft.
Als Staatsdiener ruhen auf uns nicht nur die Hoffnungen und Erwartungen unserer Regierungen, sondern
auch der Bürger Europas und Amerikas - vergangener,
heutiger und künftiger Generationen. Wir stehen vor
der Herausforderung, über die Vergangenheit herauszuwachsen.
Denn wir treffen uns heute, weil ein historischer Prozeß stattfindet: die Vereinigung Deutschlands in Frieden und Freiheit. Heute vollziehen wir einen Akt der
Anerkennung - eines zu lange getrennten Volkes,
eines zu lange geteilten Kontinents.
Wenn sie die Erlangung der Freiheit und Einheit Deutschlands unterstützen, können meiner Überzeugung nach
alle Staaten und Völker Europas die Gewinner sein.
Dies sollte unser Ziel sein. Das ist die Vision, die
zukunftsgerichtet ist und nicht vergangenheitsorientiert.
Die Vereinigten Staaten betrachten dies als Verwirklichung eines Zieles, das sie seit über vierzig Jahren mit
dem deutschen Volk gemeinsam verfolgt haben. Wir
gehen davon aus, daß das wichtigste Ziel dieses Zwei-

AMERIKA DIENST 18

plus-Vier-Prozesses darin besteht, die Vereinigung
der beiden deutschen Staaten zu erleichtern, während
das deutsche Volk auf der Grundlage freier und demokratischer Selbstbestimmung über seine Zukunft entscheidet. Wir streben ein vereinigtes, souveränes
Deutschland an, das auf der festen Grundlage universeller demokratischer Werte aufgebaut ist und in seinem Handeln die Interessen anderer Mitglieder der
europäischen und weltweiten Staatengemeinschaft
angemessen berücksichtigt. Wir sind diesem Ziel
verpflichtet - rechtlich und moralisch.
Wir sind davon überzeugt, daß ein vereinigtes Deutschland uns allen beim Aufbau eines ungeteilten, freien
Europas ein vollwertiger und konstruktiver Partner
sein wird. Die Geschichte der Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an der Weltpolitik der vergangenen vierzig Jahre bietet uns das sicherste Anzeichen
für das Engagement der Deutschen für Frieden und
internationale Zusammenarbeit. Und die Erklärung
der ersten demokratisch gewählten Regierung der
Deutschen Demokratischen Republik ist der Beweis,
daß diese Bestrebungen vom Volk der DDR voll und
ganz geteilt werden.
Als Ergebnis der demokratisch zustandegekommenen Entscheidungen in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik
ist der Vereinigungsprozeß bereits erheblich vorangeschritten. Über Zeitpunkt und Form dieser VereiniSeite 1

�gung mu ß noch entschieden werden. Unserer Ansicht
nach und auch der Erklärung zufolge, auf die sich die
Sechs in Ottawa geeinigt haben, sollen diese inneren
Fragen von den Deutschen selbst durch ihre demokratisch gewählten Vertreter entschieden werden.
Wenn ein vereinigtes und demokratisches Deutschland in allseitig anerkannten Grenzen gebildet ist,
werden die Vier Mächte ihre Pflicht voll und ganz erfüllt
haben. Für ein Weiterbestehen von Sonderrechten
wird keine Grundlage mehr bestehen. Es wird deshalb
für diese Gruppe eine primäre Aufgabe sein, eine
Formel zu erarbeiten, mit der alle verbleibenden Rechte und Pflichten der vier Mächte beendet und auf ein
völlig souveränes Deutschland übertragen werden ein Deutschland, das auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen
Republik und Berlins vereinigt ist. Wir müssen unsere
Bemühungen auf die Substanz einer abschließenden
Regelung konzentrieren, nicht auf Symbole der Vergangenheit.

die am besten andernorts gelöst werden - etwa in den
KSE- oder VSBM-Gesprächen, den bevorstehenden
Gesprächen über nukleare Kurzstreckenwaffen oder
der KSZE. Dieser Ansatz kann die betroffenen europäischen Staaten einschalten und Maßnahmen zu
wichtigen äußeren Fragen sicherstellen, ohne Deutschland auszuschließen und damit eine Saat zukünftiger
Instabilität zu säen.
Die Vereinigung Deutschlands sollte ein Anreiz sein,
umfassendere kooperative Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Ost und West zu stärken und institutionalisieren. Wie die gestrige Rede von Präsident
Bush erneut bewiesen hat, sind wir bereit, uns für
diesen Prozeß zu engagieren. Unser Erfolg hier wird
ein wichtiger Schritt nach vorn sein und unseren
gemeinsamen Bemühungen in anderen Foren starke
Impulse verleihen.
Wir haben uns auf vier Tagesordnungspunkte verständigt. Ich möchte auf jeden kurz eingehen.

Indem wir dies tun, sollten wir uns alle darum bemühen, vollständige, gleiche und kooperative Beziehungen zwischen einem vereinigten Deutschland und den
Mitgliedern der internationalen Staatengemeinschaft
zu fördern. Es sollte nicht versucht werden, Deutschland zu singularisieren. Einem souveränen Staat
diskriminierende Beschränkungen aufzuerlegen, kann
nur zu Ressentiments, Instabilität und Konflikten führen. Gleichermaßen würden Versuche, die Selbstbestimmung zu hemmen, der Entwicklung einer rechtmäßigen und harmonischen Weltordnung Schaden zufügen.

Zu den Grenzen haben die beiden deutschen Staaten
und Polen bereits die Zusammenarbeit aufgenommen, um jeden Rest von Zweifeln an ihrer gegenseitigen Verpflichtung auf die heutige Grenze auszuräumen. Unsere Position ist eindeutig. Wir respektieren
die Bestimmungen der Schlußakte von Helsinki - daß
die bestehenden Grenzen zwischen den Unterzeichnern der Akte unantastbar sind und sich nur friedlich
verändern lassen. Wir gehen ferner davon aus, daß
wir uns alle darauf verständigen können, daß ein
vereinigtes Deutschland das heutige Territorium der
Bundesrepublik, der DDR und Berlins umfassen sollte
- nicht mehr und nicht weniger.

Die Vereinigung wird für jeden von uns wichtige Auswirkungen auf seine Beziehungen zu Deutschland und
auch auf die Stellung Deutschlands in der neu entstehenden europäischen Ordnung haben. Die Vereinigten Staaten erkennen an, daß andere unter den Vier
legitime Interessen haben, die als Teil dieses Zweiplus-Vier-Prozesses der Klärung bedürfen. Wir gehen
davon aus, daß dieses Forum der geeignete Ort für
solche Gespräche sein könnte, aber wir sind auch der
Ansicht, daß dieses Forum nur zu solchen Fragen
Beschlüsse fassen sollte, die sich auf die Rechte und
Pflichten der Vier Mächte beziehen.

Zu den sicherheitspolitischen Fragen sind wir der Auffassung, daß die Sechs zwar zahlreiche Themen
erörtern können, wir aber primär als "Lenkungsgruppe" handeln sollten. Die meisten dieser Fragen haben
Auswirkungen auf andere Staaten als die Sechs.
Aufgrund dessen sollten sie in breiter angelegten
Foren behandelt werden, insbesondere in den KSEund VSBM-Gesprächen. Auf diese Weise können
sowohl die Souveränität Deutschlands als auch gesamteuropäische Interessen anerkannt und gesichert
werden.

Natürlich sind wir mit Blick auf umfassendere europäische Interessen zu diesem Treffen gekommen. Aber
wir - die Sechs - haben von anderen Nationen kein
Mandat zur Vertretung ihrer Interessen erhalten. Aus
diesem Grund werden zahlreiche Fragen, die für uns
von besonderem Interesse sind, Konsultationen und
Entscheidungen im Rahmen anderer, breiter angelegter Foren erfordern.

Im Hinblick auf Berlin erwarten wir die Beendigung des
Viermächtestatus in geordneter Weise. Schließlich
müssen wir eine endgültige Regelung gemäß dem
Völkerrecht vorbereiten und die Rechte und Pflichten
der Vier Mächte beenden. Diese Bemühungen müssen zukunftsgerichtet sein und sich nicht vom Vermächtnis der Vergangenheit fesseln lassen. Wir sollten diese Rechte und Pflichten rasch, aufrichtig und
rechtlich bindend auflösen.

Unseres Erachtens sollten die Zwei-plus-Vier im allgemeinen als "Lenkungsgruppe" handeln, die solche
äußeren Fragen im Hinblick auf die Einheit Deutschlands an die geeigneten europäischen Foren verweist,

Lassen Sie mich mit einem Punkt zum Schluß kommen, der einen treffenden Satz meines Freundes,
Außenminister Genscher, zur Grundlage hat: Wir

Seite 2

AMERIKA DIENST 18

�wollen ein europäisches Deutschland. Als die Berliner
Mauer am 9. November des vergangenen Jahres
zusammenbrach, sahen wir, wie Deutschland wieder
zu einem Ganzen gemacht wurde. Wir sahen jedoch
auch, wie Europa vereinigt wurde. Denn es ist unmöglich, ein ungeteiltes und freies Europa zu haben oder
ein Gemeinsames Europäisches Haus zu bauen, wenn
Deutschland nicht ungeteilt und frei ist. Indem sie die
Mauer niederrissen, trugen die Bürger Berlins dazu
bei, Deutschland zu einigen, und sie trugen ebenfalls
dazu bei, Europa zu einen.

AMERIKA DIENST 18

Die Unvermeidlichkeit und Erwünschtheit der Vereinigung Deutschlands sind eine Tatsache. Das gleiche
gilt für die Unvermeidlichkeit und Erwünschtheit der
europäischen Aussöhnung und Integration. Heute
unternehmen wir hier gemeinsame Schritte für Europa
und für Deutschland, wie die Bürger Berlins es am 9.
November des letzten Jahres taten.
Dies ist unser Auftrag. Es ist eine ehrenvolle Pflicht,
und ich bin glücklich, daß wir die Chance haben
werden, sie gemeinsam zu erfüllen.

Seite 3

�NATO
9. Mai 1990

BUSH: VEREINIGTES DEUTSCHLAND SOLL
MITGLIED DER NATO SEIN
Rede bei der Examensfeier der Oklahoma State University
STILLWATER (Oklahoma) - (AD) - Präsident Bush zufolge soll der bevorstehende NATO-Gipfel "erneut
bekräftigen, wie wichtig es ist, daß ein vereinigtes Deutschland Vollmitglied der NATO ist.
Bei der Examensfeier der Oklahoma State University (OSU) am 4. Mai 1990 erklärte Bush, die künftige politische
Mission des Bündnisses sei "die vordringlichste Aufgabe, der sich der NATO-Gipfel verschreiben sollte".
Der Präsident erläuterte ferner: "Angesichts der schwindenden militärischen Bedrohung kommt der politischen
Dimension der Arbeit der NATO - die stets vorhanden ist, aber kaum beachtet wird - grö ßere Bedeutung zu. Beim
NATO-Gipfel sollten wir Wege aufzeigen, um unseren deutschen Freunden bei der Bewahrung der Freiheit und
Wiederherstellung der Einheit behilflich zu sein."
In seiner Rede vor der OSU schlug Bush vor, der Gipfel sollte bei seiner anstehenden Überprüfung der NATOStrategie auf vier wichtige Punkte eingehen:
Die politische Rolle der NATO in einem neuen Europa.
Die konventionellen Streitkräfte, die das Bündnis in Zukunft benötigt und die Ziele der NATO bei der
konventionellen Rüstungskontrolle.
Die Rolle der in Europa stationierten Atomwaffen und die westlichen Ziele bei den neuen Verhandlungen
über Nuklearstreitkräfte zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.
Die Stärkung der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), zur Unterstützung
der NATO und zum Schutz demokratischer Werte.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Präsident Bush im Wortlaut.

Im Amerika der Nachkriegszeit konnten Frieden und
Wohlstand entstehen. Aber während sich die freie
Welt erholte, waren die Länder Osteuropas hinter
einem Eisernen Vorhang "isoliert". So begannen
vierzig Jahre Teilung Europas - und vierzig lange Jahre
des Mißtrauens zwischen den Supermächten.
Sie beenden heute ebenfalls eine Zeit vieler Konflikte
- einen Kampf anderer Art - einen kalten und abstrakten Kampf der Worte und Mauern. Jetzt treten auch
Europa und die ganze Welt in ein neues Zeitalter ein das Zeitalter der Freiheit.
Ich hoffe, Sie werden mir vergeben, daß ich dieses
Forum hier an ihrer berühmten Universität dazu nutze,
um ein sehr ernstes Thema abzuhandeln.

AMERIKA DIENST 18

Ich möchte bei jeder Examensfeier, zu deren Anlaß ich
in diesem Jahr eine Rede halte, von der Macht und den
Möglichkeiten demokratischer Veränderungen sprechen. Heute werde ich den Anfang machen, indem ich
auf Amerikas Stellung im neuen Europa eingehe.
Manche von Ihnen mögen sich fragen, was uns ein
Kontinent, der 4 000 Meilen entfernt ist, kümmert.
Durch große Umwälzungen in Europa wurden die
Amerikaner im Laufe ihrer Geschichte gezwungen, zu
reagieren und tiefgreifende Entscheidungen über die
Rolle zu treffen, die sie in der Politik Europas spielen
wollten. Das trifft auf die Zeit der Französischen
Revolution und die nachfolgenden Kriege ebenso zu
wie auf den Ersten Weltkrieg mit seinem zweifelhaften
Frieden und den Zweiten Weltkrieg und die Weltord-

Seite 1

�nung der Nachkriegszeit. Meiner Ansicht nach stehen
wir wieder vor großen Entscheidungen - und einem
wichtigen Zeitpunkt für unser strategisches Verhältnis
mit unseren Partnern auf der anderen Seite des Atlantiks.
Viele amerikanische Hochschulabsolventen des Jahres 1916 wunderten sich möglicherweise, warum der
weit entfernte Krieg, der in ihren Zeitungen Schlagzeilen machte, etwas mit ihnen zu tun haben sollte.
Vielleicht vertraten sie auch die Auffassung von Präsident Wilson, der damals erklärte: "Wir sind nicht
interessiert" an den Ursachen des Krieges, an "den
dunklen Tiefen, aus denen diese Flut entsprungen ist".
Aber nur ein Jahr später wurden die jungen Menschen
und ihr Land von der Flut mitgerissen, die sie in die
Schützengräben Frankreichs trieb.
Nach dem Krieg gaben wir die aktive Beteiligung an der
europäischen Politik auf. Statt dessen bemühten wir
uns um einen Vertrag, der den Krieg ächtete, und als
diese Ächtungen sich verfestigten, verabschiedeten
die Vereinigten Staaten neue Neutralitätsgesetze. Eine
neue Generation von Amerikanern nahm jetzt überall
an den Abschlußfeiern der Universitäten in dem Bewußtsein teil, der Krieg würde sie verschonen. Aber
als der Krieg ausbrach, mußten sie einen hohen Preis
für die Isolation Amerikas zahlen.
Bei Kriegsende stellten diese Studenten unsere Rolle
bei der Zukunft Europas nicht mehr in Frage. Sie
fragten nicht mehr, was Europa mit ihnen zu tun habe,
weil sie die Antwort bereits kannten.
Vor etwa einem Jahr habe ich in Deutschland das
Europa definiert, für das sich unser Land einsetzt: ein
friedliches, stabiles Europa - ein ungeteiltes und freies
Europa. Heute ist dieses Ziel in greifbare Nähe gerückt.
In einer Zeit der Unsicherheit, aber großer Hoffnungen
treten wir in ein neues Zeitalter der Freiheit ein. In den
aufstrebenden Demokratien Osteuropas finden soziale, politische und wirtschaftliche Umwälzungen statt,
die verkrustete, zentralisierte Bürokratien aufbrechen,
von denen die Initiative vieler Generationen erstickt
wurde.
In dieser Zeit der Veränderungen, in der die Nachkriegszeit und das Containment überwunden werden,
können wir nicht wissen, welche Wahl die Menschen in
Osteuropa im Hinblick auf ihre Zukunft treffen werden.
Der Prozeß der Veränderungen in der Sowjetunion
befindet sich ebenfalls noch in der Schwebe. Es bleibt
zum Beispiel abzuwarten, ob Moskau sich bei seiner
Reaktion auf die Hoffnungen des litauischen Volkes
und der Volksgruppen in der Sowjetunion des Zwangs
oder des friedlichen Dialogs bedient. Die einzig richtige Antwort wäre ein Dialog, der zur unbelasteten
Selbstbestimmung Litauens führt.

Seite 2

Präsident Gorbatschow hat in seinem Land tiefgreifende Fortschritte erzielt. Die Reformen sind so grundlegender Art, daß die Uhr nicht zurückgedreht werden
kann. Aber wir können die Uhr auch nicht vorstellen,
um zu erfahren, was für ein Land die Sowjetunion in
den nächsten Jahren sein wird.
Um der gemeinsamen Zukunft mit Europa willen müssen
unsere Politik und Präsenz dieser Übergangszeit
angemessen sein - und eine Kontinuität und Verläßlichkeit aufweisen, die unseren alten und neuen Freunden Sicherheit gibt.
Meine europäischen Amtskollegen wollen, daß die
Vereinigten Staaten Teil der Zukunft Europas werden.
Meiner Ansicht nach haben sie Recht. Die Vereinigten
Staaten sollten im weitesten Sinne - politisch, militärisch und wirtschaftlich - eine europäische Macht bleiben. Und als Teil unserer weltweiten Verpflichtung ist
und bleibt die NATO Grundlage des friedlichen amerikanischen Engagements in Europa.
Aus den Lektionen des Krieges haben wir für den
Frieden gelernt und gemeinsam mit den freien Ländern Europas eine Atlantische Gemeinschaft - ein
dauerhaftes politisches Bündnis - gebildet. Unser
Engagement in Europa hat bedeutet, daß die Europäer
Amerika als Teil der Zukunft ihres Kontinents akzeptieren und unsere Interessen insgesamt berücksichtigen.
Unser Engagement betrifft nicht nur Verteidigung,
sondern es muß eine wohldosierte Beteiligung an allen
Bereichen europäischer Politik beinhalten.
Aufgrund unseres politischen Engagements für den
Frieden in Europa hat es auf diesem Kontinent 45
Jahre lang keinen Krieg gegeben. Dieser "lange
Frieden" sollte durch das Weitwinkelobjektiv der
Geschichte betrachtet werden: Europa hat jetzt den
längsten Friedenszeitraum in der Geschichte des
Kontinents erlebt. Das Bündnis ist jetzt bereit, auf
diesen historischen Leistungen aufzubauen und seine
Zielsetzungen für das nächste Jahrhundert zu definieren. Das Bündnis muß also gemeinsam eine neue
Strategie des Westens für die neuen wechselvollen
Zeiten entwerfen.
Nach eingehenden Konsultationen mit Premierministerin Thatcher in Bermuda, Präsident Mitterrand in
Florida, Bundeskanzler Kohl in Camp David und telephonisch oder telegraphisch mit NATO-Generalsekretär Wörner und allen anderen Staats- und Regierungschefs des Bündnisses schlage ich einen baldigen
Gipfel aller NATO-Politiker vor. Eine der vehementesten Verfechterinnen der Freiheit in den letzten zehn
Jahren, Margaret Thatcher, hat mir gesagt, daß wir
trotz der großartigen Erfolge der NATO bereit sein
sollten, uns neuen Herausforderungen zu stellen. Für
das Bündnis ist der Zeitpunkt zum Handeln gekommen.

AMERIKA DIENST 18

�Der Hauptzveck dieses Gipfeltreffens sollte darin
bestehen, eine umfassende Überprüfung der NATOStrategie für das umgestaltete Europa der neunziger
Jahre vorzunehmen. An die Adresse meiner NATOKollegen gewandt, schlage ich vor, daß die Überprüfung beim Gipfeltreffen anhand folgender vier Kriterien
erfolgen sollte:
Erstens der politischen Rolle, die die NATO in einem
neuen Europa spielen kann.
Zweitens der konventionellen Streitkräfte, die das
Bündnis in der Zunkunft benötigt sowie den Zielen der
NATO bei konventioneller Rüstungskontrolle.
Drittens der Rolle der in Europa stationierten Nuklearwaffen - und der Ziele des Westens bei den neuen
Verhandlungen über nukleare Rüstungskontrolle zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.
Viertens der Stärkung der Konferenz über Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa - KSZE - zur Unterstützung der NATO und zum Schutz demokratischer
Werte in einem ungeteilten und freien Europa.
Die erste Aufgabe, die beim NATO-Gipfel erörtert
werden sollte, besteht in der zukünftigen politischen
Funktion des Bündnisses. Angesichts der schwindenden militärischen Bedrohung kommt der politischen
Dimension der Arbeit der NATO - die stets vorhanden
ist, aber kaum beachtet wird - größere Bedeutung zu.
Beim NATO-Gipfel sollten wir Wege aufzeigen, um
unseren deutschen Freunden bei der Bewahrung der
Freiheit und Wiederherstellung der Einheit behilflich zu
sein - ein Ziel, das wir und unsere Verbündeten seit
über 40 Jahren unterstützt haben. Und wir sollten
erneut bekräftigen, wie wichtig es ist, daß ein vereinigtes Deutschland Vollmitglied der NATO ist.
Das Bündnis muß Wege zur engeren Zusammenarbeit mit einer starken Europäischen Gemeinschaft
aufzeigen, die zu Recht ihre eigene Meinung artikuliert. Und in Osteuropa sind die Regierungen, die
einstmals unsere Gegner waren, heute unsere Partner
beim Aufbau eines neuen Kontinents. Wir müssen
ferner darüber sprechen, wie wir den demokratischen
Wandel in Osteuropa und der Sowjetunion weiter
ermutigen können.
Aber selbst wenn die NATO ihrer politischen Aufgabe
größere Bedeutung verleiht, muß sie weiterhin unerschütterlicher Garant der europäischen Sicherheit sein.
Unsere Gegner von heute sind Unsicherheit und Instabilität. Daher muß das Bündnis eine solide kollektive
militärische Struktur mit einsatzbereiten Streitkräften
aufrechterhalten, die von umfangreicheren, in Krisenzeiten einberufen Streitkräften unterstützt werden.
Damit komme ich zur zweiten Aufgabe des NATOGipfels - einer Überprüfung der konventionellen Streitkräfteplanung des Bündnisses. Obwohl wir uns vor

AMERIKA DIENST 18

Augen führen müssen, daß es einige Zeit dauern wird,
bevor die sowjetische Militärpräsenz in Osteuropa
beendet ist - und bevor die von beiden Seiten erwogenen einschneidenden Reduzierungen durchgeführt
werden können - müssen wir eine Strategie für die Welt
von heute entwickeln.
Es liegt auf der Hand, daß dem sowjetischen Vorgehen
entscheidende Bedeutung zukommt. Aber selbst wenn
alle vorgesehenen Reduzierungen der sowjetischen
Streitkräfte abgeschlossen sind und selbst wenn unsere aktuellen Rüstungskontrollvorschläge Zustimmung
finden und verwirklicht werden, stationiert die Sowjetunion immer noch Streitkräfte, die diejenigen aller
anderen europäischen Staaten weit in den Schatten
stellen - und mit Tausenden von Nuklearwaffen ausgerüstet sind. Militärisch bedeutende amerikanische
Streitkräfte müssen so lange auf der anderen Seite des
Atlantiks stationiert bleiben, wie unsere Verbündeten
dies wünschen und benötigen. Diese Streitkräfte
demonstrieren deutlicher als alle Worte das dauerhafte politische Gefüge, das Amerikas Zukunft mit den
Demokratien Europas verbindet.
Wenn der sowjetische Truppenabzug fortgesetzt wird
und unsere Rüstungskontrollbestrebungen erfolgreich
sind, müssen wir Planungen für eine andere militärische Präsenz vornehmen, die sich weniger auf die
Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden Kriegsausbruchs konzentriert. Wir müssen langfristige Stabilität
fördern und eine Eskalation von Krisen verhindern,
indem wir uns auf reduzierte Streitkräfte verlassen, die
unsere Fähigkeit - und Einsatzbereitschaft - demonstrieren, auf jede mögliche Gefahr zu reagieren.
Der von uns unterbreitete Vertrag über Konventionelle
Streitkräfte in Europa wäre das ehrgeizigste Abkommen über konventionelle Rüstungskontrolle, das je
geschlossen wurde.
Wir müssen diesen Vertrag unverzüglich zum Abschluß bringen und beabsichtigen, ihn beim KSZEGipfeltreffen im Herbst zu unterzeichnen. Beim NATOGipfel müssen wir jedoch weiter in die Zukunft planen
und die Verhandlungen nach Abschluß eines KSEVertrags vorbereiten. Beim NATO-Gipfel müssen die
Zielsetzungen des Bündnisses für diese Gespräche
entwickelt werden.
Drittens sollte beim NATO-Gipfeltreffen die Zukunft
der amerikanischen Nuklearstreitkräfte in Europa
analysiert werden. Während die Demokratien in Osteuropa aufstreben, sowjetische Truppen abgezogen
und Panzer verschrottet werden, besteht weniger
Notwenigkeit für Nuklearsysteme kürzerer Reichweite. Beim NATO-Gipfel sollte die Arbeit im Bündnis an
der Festsetzung einer Mindestzahl von Waffen und
Waffentypen beschleunigt werden, die zur Abschrekkung eines Kriegs erforderlich sind - und zwar glaubwürdig und effektiv.

Seite 3

�In Lichte dieser neuen politischen Gegebenheiten und
der begrenzten Reichweite und Flexibilität der in Europa stationierten Nuklearraketen kürzerer Reichweite
habe ich unseren Plan zu Herstellung neuer, modernerer nuklearer Kurzstreckenraketen als Nachtolgemodell für die heute in Europa stationierte LANCE-Rakete
überprüft. Forschung und Entwicklung dieser neuen
Raketen sind praktisch abgeschlossen. Dennoch habe
ich nach Konsultationen mit unseren Verbündeten
beschlossen, vom LANCE-Nachfolgeprogramm Abstand zu nehmen. Darüber hinaus habe ich mich
gegen die weitere Modernisierung der in Europa stationierten amerikanischen nuklearen Artilleriegranaten
entschieden.
Es sind immer noch amerikanische - und sehr viel mehr
sowjetische - nukleare Kurzstreckensysteme in Europa stationiert. Wir sind bereit, auch über den Abbau
dieser Streitkräfte in einer jetzt festgelegten Reihe von
Rüstungskontrollgesprächen zu verhandeln.
Beim NATO-Gipfeltreffen werde ich meine Kollegen
auffordern, sich auf einen Rahmen für diese zukünftigen amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen zu
einigen und diese Gespräche im Bündnis vorzubereiten. Ferner schlage ich vor, da ß diese neuen amerikanisch-sowjetischen Gespräche unmittelbar nach Unterzeichnung eines KSE-Vertrags über Konventionelle
Streitkräfte aufgenommen werden.
Mit diesen Schritten wollen die Vereinigten Staaten
verhindern, daß Europa eher zum Schauplatz eines
konventionellen Kriegs wird. Wenige Lektionen der
Geschichte sind so eindeutig wie diese: Nur die
Kombination von konventionellen und Nuklearstreitkräften hat den Frieden in Europa gesichert.
Alle Aspekte des amerikanischen Engagements in
Europa - die militärischen, politischen und wirtschaftlichen - müssen sich jedoch ergänzen. Und sie alle
laufen an einem Ort zusammen - der Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa - einer
Organisation mit 35 Teilnehmerstaaten aus Europa
und Nordamerika. Die KSZE steht bereits als Symbol
für Menschenrechte und Freiheit des einzelnen. Jetzt
muß sie eine erweiterte Rolle übernehmen.
Die vierte Aufgabe des NATO-Gipfels besteht also
darin, gemeinsame Ziele des Bündnisses für die Zukunft der KSZE zu erarbeiten. Sie kann den erfolgreichen demokratischen Kräften in Osteuropa beistehen,
ihre Revolution zu vollenden und ihnen - wenn sie der
internationalen freien Staatengemeinschaft beitreten ein Mitspracherecht in dem neuen Europa einräumen.
Die KSZE sollte neue Richtlinien für den Aufbau freier
Gesellschaften anbieten - einschließlich der Festsetzung von Normen für wirklich freie Wahlen, Verabschiedung von Maßnahmen zur Festigung der Rechtsstaatlichkeit und Hilfestellung bei dem notwendigen,

Seite 4

aber schwierigen Übergang von Plan- zu freien Marktwirtschaften.
Darüber hinaus kann die KSZE ein Forum für politischen Dialog in einem geeinten Europa bieten. Ich
stimme denjenigen zu, die regelmäßige Konsultationen zwischen hochrangigen Vertretern der KSZEMitgliedstaaten gefordert haben. Wir sollten erwägen,
ob neue KSZE-Mechanismen dazu beitragen können,
Kontroversen in Europa abzuschwächen und zu schlichten. Meines Erachtens sollten meine Amtskollegen im
Bündnis und ich uns dahingehend einigen, diese neuen
Ideen beim KSZE-Gipfeltreffen Ende dieses Jahres im
Zusammenhang mit der Unterzeichnung eines KSEVertrags aufzugreifen.
In Osteuropa - auf dem gesamten Kontinent - hat der
Triumph der Demokratie das Anlitz der Welt in sein
warmes Licht getaucht. Aber das Ergebnis dieses
Kampfes um Freiheit ist nicht vorbestimmt und ist nicht
Wundern zu verdanken.
Alle von Ihnen, die heute von dieser Universität abgehen, sind Zeugen einer historischen Entscheidung für
das Engagement der Vereinigten Staaten an der Zukunft
Europas. Ich bin überzeugt, daß unsere Arbeit am
Schutz der Freiheit und dem Aufbau freier Gesellschaften unseren Frieden und Wohlstand gewährleisten wird.
Die Sicherheit Europas und der Welt ist in diesem
Jahrhundert sehr komplex geworden. Aber die Verpflichtung der Vereinigten Staaten zu Stabilität und
Frieden liegt klar auf der Hand. Ihre Motivation leitet
sich aus der Stärke unserer Vorväter ab - aus dem Blut
derjenigen, die für die Freiheit ihr Leben gelassen
haben - und zum Wohle aller, die in Frieden leben
wollen.
Jede Stimme, die Verpflichtung jedes einzelnen zu
Freiheit, ist von unschätzbarem Wert. Ich möchte
Ihnen hier die Geschichte von einem Mann erzählen,
der versucht, seinen Sohn davon zu überzeugen, daß
im Kampf für Freiheit jede Stimme zählt.
Sie standen in einem Tal und sahen, wie der Schnee
auf einen entfernten Berg fiel.
"Wieviel wiegt eine Schneeflocke?", fragte der Mann.
"Praktisch nichts", antwortete der Junge.
In dem sie umgebenden Schneetreiben sahen sie, wie
sich oben am Berg eine Lawine löste und donnernd zu
Tal stürzte. "Weißt du, welche Schneeflocke das
verursacht hat?", fragte der alte Mann. "Nein", antwortete der Junge.
"Vielleicht macht eine einzige Stimme im Kampf für
Freiheit einen ebenso himmelweiten Unterschied wie
die letzte Schneeflocke, die einen Berg erschüttert",
sagte der Mann.

AMERIKA DIENST 18

�Die Aufgabe der Vereinigten Staaten in Europa kann
ebenso wie Millionen für Freiheit getroffene Einzelentscheidungen einen himmelweiten Unterschied machen. Der Ruf nach Freiheit - in Osteuropa, Südafrika,

AMERIKA DIENST 18

auf diesem Kontinent - wurde mit der Revolution von
1989 auf der ganzen Welt vernommen. Stimmen Sie
heute, in diesem neuen Zeitalter der Freiheit, in diesen
donnernden Chor ein.

Seite 5

�US-AUSSENPOLITIK
9. Mal 1990

USA UNTERSTÜTZEN SELBSTBESTIMMUNGSRECHT
FÜR LITAUEN
Rede von Außenminister Baker im Senat
WASHINGTON - (AD) - Außenminister Baker zufolge beziehen die Vereinigten Staaten "eine eindeutige und
unerschütterliche Position im Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht des litauischen Volkes".
In einer Rede im Senat verwies Baker am 1. Mai 1990 darauf, daß die von den Vereinigten Staaten verfolgte
Politik zu Freiheit und Demokratie für die Bevölkerung der DDR und Ungarns sowie zum Abzug sowjetischer
Truppen aus diesen Ländern geführt hat.
Auf die Frage, ob die Vereinigten Staaten der Sowjetunion Meistbegünstigungsstatus einräumen würden, ohne
daß der Oberste Sowjet ein neues Gesetz über die Aufhebung der Auswanderungsrestriktionen verabschiedet,
erklärte Baker, "die Antwort lautet nein", und fügte hinzu, "wenn die Sowjetunion Fortschritte bei Reformen,
Demokratisierung, Freiheit und freier Marktwirtschaft machen soll, müssen wir sie weiterhin mit praktischer
Wirtschaftshilfe unterstützen. Wenn wir Fortschritte der Sowjetunion in diese Richtung befürworten, sollten wir
Schritte bezüglich der anderen von Präsident Bush in Malta erwähnten Maßnahmen in die Wege leiten, und
natürlich ist der Meistbegünstigungsstatus eine dieser Maßnahmen", fügte er hinzu.
Außenminister Baker verwies darauf, daß er Ende der Woche am ersten Zwei-plus-Vier-Treffen zur Vereinigung
der beiden deutschen Staaten teilnehmen wird. "Dabei kommt den Sowjets eine führende Rolle zu und sie haben
ein Mitspracherecht bei der Handhabung der äußeren Aspekte.",
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Außenminister Baker im Wortlaut.

Herr Vorsitzender, verehrte Mitglieder des Unterausschusses,
ich begrüße diese Gelegenheit zu einer Bilanz der
außenpolitischen Prioritäten der Bush-Administration
und unserer Etatanforderungen für Auslandshilfe im
Haushaltsjahr 1991.
Als ich im vergangenen Jahr diesem Unterausschuß
Rede und Antwort stand, verwies ich darauf, daß
unsere beste Richtlinie in der sich rasch wandelnden
Welt von heute in grundlegenden amerikanischen
Prinzipien zu finden sei: Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung, Achtung der menschlichen Würde und
Fairneß. Im vergangenen Jahr wurden diese Werte
und die Notwendigkeit einer amerikanischen Führungsrolle deutlich unter Beweis gestellt. Und ich möchte
meine Worte von damals wiederholen - es besteht eine
ebensolche Notwendigkeit für Überparteilichkeit.
Präsident Bush und ich waren über die produktive
Zusammenarbeit mit Ihnen, Herr Vorsitzender, den
Mitgliedern dieses Unterausschusses und anderen

AMERIKA DIENST 18

Kongreßabgeordneten sehr erfreut, der wir bei der
Bewältigung der vor uns liegenden Tagesordnung
gleichermaßen entgegensehen.
Bevor ich die Punkte des Haushalts im einzelnen
darlege, möchte ich zunächst unsere jüngsten Bestrebungen in drei Bereichen erörtern, die für diesen
Unterausschuß von besonderem Interesse sind: Mittelamerika, Osteuropa und Drogenbekämpfung.
Mittelamerika
Noch vor einem Jahr hätte sich kaum jemand träumen
lassen, daß Violeta Chamorro als demokratisch gewählte Präsidentin von Nicaragua vereidigt werden
würde. Kaum jemand hätte angenommen, daß die
gnadenlose Diktatur von General Noriega gestürzt und
trotz seiner Einwände die demokratisch gewählte
Regierung von Präsident Endara ins Amt eingeführt
werden konnte.
Die traditioneilen Lehren über Mittelamerika haben
sich als falsch erwiesen. Daher bietet sich uns heute

Seite 1

�eine historische Chance, dazu beizutragen, das Ziel
des mittelamerikanischen Friedensprozesses zu konsolidieren: Frieden und Freiheit für die gesamte Region.
Um diese Errungenschaften zu verankern, benötigen
wir Ihre - unverzügliche, großzügige und wirksame Reaktion auf das dem Senat vorliegende zusätzliche
Hilfspaket in Höhe von 800 Millionen Dollar. Die
Bevölkerung von Panama und Nicaragua erwartet von
diesen Mitteln einen reibungsloseren Übergang zu
einer demokratischen Regierung und die Behebung
der verheerenden Auswirkungen von jahrzehntelangem wirtschaftlichem Mißmanagement. Wir sehen in
diesen Mitteln die unabdingbare Versicherung gegen
erneute Diktatur auf diesem Kontinent. Es steht außer
Frage, daß sich dem mittelamerikanischen Volk eine
einmalige Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit den
Vereinigten Staaten und anderen Ländern des Westens bietet, um ein demokratisches Regierungssystem gesetzlich zu verankern und Wirtschaftswachstum durch freien Handel und offene Märkte zu fördern.
Präsident Bush und ich zählen auf Ihre überparteiliche
Unterstützung dieses Hilfspakets.
Die kürzlich abgehaltenen Wahlen in Nicaragua machen die Einbeziehung von El Salvador in den Friedensprozeß zu einem noch zentraleren Anliegen für
die Zukunft der Region. Wir unterstützen den Friedensprozeß in Mittelamerika und den Ruf der mittelamerikanischen Präsidenten nach Einstellung der FMLNAngriffe auf unschuldige Bürger sowie die Aufnahme
von Verhandlungen mit der demokratisch gewählten
Regierung von Präsident Cristiani unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen uneingeschränkt.
Wir fühlen uns durch den im vergangenen Monat in
Genf angekündigten Dialog zwischen der salvadorianischen Regierung und der FMLN ermutigt und hoffen,
beide Seiten erfüllen ihre Verpflichtung zur Aufnahme
offizieller Verhandlungen. In diesem Jahr muß der
Krieg in El Salvador beendet werden. Die Aussichten
sind heute vielversprechender denn je. Ich sehe der
Zusammenarbeit mit beiden Häusern des Kongresses
in den kommenden Wochen bei unserer Zielsetzung
erwartungsvoll entgegen, Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine politische Lösung des
schwelenden Konflikts zu verwirklichen.
Mittel- und Osteuropa
Die jüngsten Ereignisse in Mittel- und Osteuropa belegen, daß wir uns in der Tat am Wendepunkt zu einer
neuen Welt der Demokratie befinden. In Prag habe ich
vor drei Monaten festgestellt, daß die historische
demokratische Bewegung, deren Zeuge wir in ganz
Europa werden, eine einmalige Chance bietet. Die
anfänglichen Impulse für Demokratie könnten sich
jedoch als unzulänglich erweisen. Wenn 1989 das
Jahr des Umbruchs war, so muß 1990 zum Jahr des
Neubeginns werden.

Seite 2

Eine der schwierigsten Herausforderungen, mit der
sich die Übergangsregierungen in Osteuropa konfrontiert sehen, ist die Notwendigkeit, faire und freie Wahlen
vorzubereiten und durchzuführen, mit denen ein Parlament - mit Raum für Opposition - geschaffen wird. In
Prag habe ich ferner die Notwendigkeit für die neuen
Demokratien hervorgehoben, Rechtsstaatlichkeit,
grundlegende Rechte und Freiheiten des einzelnen
und die Rechte der Minderheiten zu wahren.
In den vergangenen zwei Monaten wurden in der DDR,
Ungarn und der jugoslawischen Republik Slowenien
freie und faire Wahlen abgehalten. In der DDR wurde
eine nichtkommunistische Koalitionsregierung gebildet, und in Ungarn erwartet man im Anschluß an die
beiden Runden von Stimmabgaben für Parlamentssitze eine nichtkommunistische Koalitionsregierung. Im
Verlauf der nächsten zwei Monate sind in Rumänien,
der Tschechoslowakei und Bulgarien Parlamentswahlen mit mehreren Parteien geplant. Am 27. Mai werden
in Polen Kommunalwahlen für rund 50 000 Positionen
abgehalten. Wahlbeobachter aus den Vereinigten
Staaten und anderen KSZE-Teilnehmerstaaten werden die Stimmabgabe in den jeweiligen Ländern verfolgen und für den korrekten Ablauf des Wahlverfahrens
bürgen.
Die Regierungen in Osteuropa, die alle tiefgreifende
Reformen durchführen, stellen ihre Absicht zu Fortschritten in Richtung auf demokratische Regierungen
und Markt- statt Planwirtschaften deutlich unter Beweis. Dieser Proze ß ist noch weit davon entfernt, stabil
zu sein, und Fortschritte im politischen Bereich müssen durch Fortschritte in der Wirtschaft konsolidiert
werden. Damit Demokratie in Osteuropa Erfolge zeitigen kann, muß sie die Hoffnung auf ein besseres
Leben für die Völker dieser Region bergen. Wirtschaftliche Lebensfähigkeit ist in diesen aufkeimenden
Demokratien für die Aufrechterhaltung langfristiger
Stabilität in Europa unabdingbar. Wir stehen gerne mit
Rat und Tat bei politischen Maßnahmen und deren
Durchführung zur Seite.
Die jüngsten Anzeichen für die Verabschiedung marktorientierter Wirtschaftsreformen in Osteuropa sind
vielversprechend. Die von der Solidarität geführte
Regierung in Polen hat trotz der erforderlichen Opfer
erfolgreich ein umfassendes Wirtschaftsprogramm in
die Wege geleitet, das sich in der Öffentlichkeit breiter
Unterstützung erfreut. Dieses Programm stellt einen
drastischen Versuch dar, die hohe Inflation einzudämmen, das Haushaltsdefizit abzubauen, Subventionen
zu kürzen, Staatsbetriebe wettbewerbsfähig zu machen, eine konvertible Währung einzuführen, die
Handels- und Investitionsrestriktionen zu lockern sowie
ein soziales Netz einzuführen - und das alles in relativ
kurzer Zeit.
In Ungarn steht die vom Ungarischen Demokratischen
Forum gebildete Koalitionsregierung vor der Herausforderung, das von der Übergangsregierung unter

AMERIKA DIENST 18

�Ministerpräs.dent Nemeth entworfene Wirtschaftsreformprogramm durchzuführen und voranzutreiben.
Unter anderem sieht das Programm drastische Haushaltskürzungen durch Abbau von Subventionen für
Produzenten und Konsumenten, Reduzierung der
Verteidigungsausgaben und Erhöhung von Mieten und
Steuern vor.
Während meines Besuchs in Prag im Februar konnte
ich Fortschritte zu Demokratie und Wirtschaftsreformen in der Tschechoslowakei beobachten. Die von
Vaclav Havel geführte "Regierung des Verstehens"
hat ein ehrgeiziges Programm politischer und wirtschaftlicher Reformen angekündigt, um günstige
Bedingungen für die am 8. Juni anberaumten Wahlen
zu schaffen. Präsident Havel hat persönlich eine
Schlüsselrolle bei der Förderung von Dialog und Konsultationen zwischen Ost- und Mitteleuropäern zu einer
Reihe von Themen übernommen, die für die aufstrebenden Demokratien von Belang sind.
Wir beabsichtigen, diese aufstrebenden Demokratien
in folgender Weise zu unterstützen:

und Kapitalflucht vermeidet. Erfolgreiche Wirtschaftsreformen müssen die Beteiligung von ausländischen
Privatinvestitionen und einen konkurrenzfähigen heimischen Privatsektor umfassen, damit die durch Integration in die Weltwirtschaft gebotenen Vorteile zum
Tragen kommen.
Es steht außer Frage, daß die Vereinigten Staaten bei
der Erfüllung der Versprechungen dieses neuen Zeitalters eine Führungsrolle übernehmen müssen. Sicherheitspolitische und wirtschaftliche Herausforderungen müssen überwunden und neue Zusammenschlüsse in Erwägung gezogen werden. Die Botschaft, die ich bei meinem letzten Besuch vermittelt
habe, war die Botschaft, die alle vernehmen wollten:
Auf dem Weg zur Demokratie und bei der Bewältigung
dieser Herausforderungen sind Sie nicht allein - das
amerikanische Volk steht Ihnen zur Seite. Unser
Engagement erstreckt sich nicht nur auf den Beginn
der Reise, sondern bis zu dem Punkt, an dem wir
gemeinsam eine neue Welt des Friedens und der
Freiheit hervorbringen werden.
Drogen bekämpf u ng

Erstens sind wir bereit, ein auf die Bedürfnisse ausgerichtetes kurzfristiges Nothilfeprogramm bereitzustellen. Wir werden da sein, um jeden Sturz aufzufangen.
Aber so, daß die Wiederbelebung von national gewachsenen Lösungen nicht gefährdet ist. Wir haben
solche Hilfsleistungen bereits in Form von Nahrungsmittelhilfe an Polen und Rumänien zur Verfügung
gestellt, wo die ersten freien Wahlen für den 20. Mai
anberaumt sind.
Zweitens sind wir bereit, diesen Ländern beim Übergang von stalinistischen Planwirtschaften zu von Privatunternehmen getragenen Marktwirtschaften zu
helfen. Wir müssen uns vor Augen führen, daß die
Länder Osteuropas in diesem Bereich Neuland betreten. Aus diesem Grund ist technische und finanzielle
Hilfe erforderlich.
Drittens müssen wir diese neuen Marktwirtschaften in
das internationale Wirtschaftssystem integrieren. Auch
sie selbst brennen angesichts der Erkenntnis, daß
Disziplin ebensosehr erforderlich sein wird wie durch
regionale und globale Finanz- und Wirtschaftsinstitutionen gebotene Chancen darauf, ihre wirtschaftliche
Isolation zu beenden. Wir im Westen müssen mit
diesen Ländern zusammenarbeiten, damit sie multilateralen Wirtschaftsinstitutionen wie IWF, Weltbank
und GATT beitreten können, sobald sie in der Lage
sind, die Mitgliedsbedingungen zu erfüllen. Darüber
hinaus müssen wir sowohl auf bilateraler Ebene als
auch im GATT den Abbau von Handelshemmnissen
anstreben.
Ebenso wie im Fall der Sowjetunion liegt die Hauptverantwortung jedoch in den Händen der Osteuropäer
selbst - ein rechtliches und wirtschaftliches Umfeld zu
schaffen, das Privatinvestitionen und Ersparnisse anzieht

AMERIKA DIENST 18

Der internationale Drogenhandel stellt eine Bedrohung
unserer nationalen Sicherheit dar, und aus diesem
Grund haben Präsident Bush und ich das Drogenproblem zur ersten Priorität unserer Außenpolitik erklärt.
Letzten Endes raubt der internationale Drogenhandel
nicht nur dem einzelnen Verbraucher, sondern der
gesamten Nation die Freiheit. Die Drogenbarone und
Schieber greifen das zentrale Nervensystem und die
lebenswichtigen Organe der Regierung an: die Justizverwaltung, die Integrität der Regierung und das Recht
auf freie Meinungsäußerung. Das ist es, was in
Panama unter Noriega geschah und was die Drogenbarone in Kolumbien beabsichtigen.
Unsere Administration hat eine ehrgeizige, umfassende Strategie zur Bekämpfung des Kokainproblems
verabschiedet, von dem unser Kontinent bedroht ist.
Sie zielt auf eine Erweiterung der aktuellen internationalen Bestrebungen zur Unterstützung der Regierungen der Andenstaaten bei ihrem Kampf gegen Kokaanbau und -handel ab.
In diesem Bereich sind entscheidende Fortschritte
erzielt worden. Beim Gipfeltreffen von Cartagena sind
wir gemeinsam mit den Andenstaaten im Kampf gegen
Drogen ein gutes Stück vorangekommen. Herstellerund Verbraucherländer schieben sich nicht länger
gegenseitig die Schuld zu bei der Frage, wer für das
Drogenproblem verantwortlich ist. Wir haben uns bei
der Befreiung unseres Kontinents von dieser Bedrohung zusammengeschlossen. In Cartagena haben
sich die Konferenzteilnehmer verpflichtet, die Händler
von Drogen und Tod auf allen Ebenen anzugreifen - bei
Produktion, Verteilung, Finanzierung und Konsum.
Präsident Bushs Verpflichtung zur Reduzierung der
Drogennachfrage in den Vereinigten Staaten ist uner-

Seite 3

�schütterlich. Alle Teilnehmer der Gipfelkonferenz und
auch wir sind entschlossen, der Drogenindustrie das
Rückgrat zu brechen und die illegalen Drogenkartelle
aus dem Geschäft zu vertreiben.
Mit der Teilnahme an der Drogenkonferenz in Cartagena hat Präsident Bush die felsenfeste Entschlossenheit unseres Landes zur Drogenbekämpfung unter
Beweis gestellt. Diese Verpflichtung gilt, solange der
Kampf dauert. Wir haben unsere Partner unserer
Unterstützung bei der Drogenbekämpfung versichert.
Heute haben wir laut Präsident Bush das erste Drogenbekämpfungskartell. Mit der Verabschiedung der
Erklärung von Cartagena haben wir eine einheitliche
Strategie formuliert, die unseren gemeinsamen Angriff
auf alle Facetten des Drogenproblems koordiniert.
In Cartagena haben wir gemeinsam die Notwendigkeit
für Entwicklung, Handel und Investitionen zur Verbesserung von wachstumsorientierten wirtschaftspolitischen Maßnahmen bekräftigt, um die immensen Kosten
für Drogenbekämpfungsprogramme und den Aufbau
alternativer Industriezweige zu kompensieren. Wir
haben uns auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt,
um das Bewußtsein der Öffentlichkeit für die Beeinträchtigungen zu schärfen, die Drogenproduktion, handel und -mißbrauch für unsere Länder mit sich
bringen. Wir kamen überein, zur Stärkung der legitimen Volkswirtschaften der Andenstaaten Wirtschaftshilfe bereitzustellen. Und wir haben uns auf die Verbesserung der Polizeibehörden unserer Länder geeinigt, damit die Drogenhändler ihrer gerechten Strafe
nicht entgehen.
Präsident Bush hat seinen Amtskollegen aus den
Andenstaaten versichert, dieses Thema beim Gipfeltreffen der G-7 in Houston und bei anderen Industrienationen zur Sprache zu bringen. Die Vereinigten
Staaten arbeiten an der Verbesserung und Intensivierung von Konsultationen zur Drogenthematik und
Kooperation mit anderen Industrienationen, um die
internationale Unterstützung der Drogenbekämpfungsmaßnahmen von Herstellerländern zu verstärken.
Litauen
Herr Vorsitzender, bevor ich mich der Erörterung der
Haushaltsvorlage zuwende, möchte ich zunächst einige Bemerkungen zur Lage in Litauen machen.
Erstens haben Präsident Bush und ich wiederholt sowohl öffentlich als auch unter vier Augen - erklärt,
daß dem litauischen Volk seine Rechte nicht verweigert werden dürfen. Wir unterstützen das Streben des
litauischen Volkes nach Freiheit und Selbstbestimmung, und wir haben die erzwungene Eingliederung
von Litauen, Lettland und Estland nie formell anerkannt. Der Oberste Sowjet selbst hat den MolotowRibbentrop-Pakt von 1939 und seine geheimen Zusatzprotokolle als unrechtmäßig bezeichnet, womit die
Eingliederung de facto illegal ist.

Seite 4

Unsere Position ist eindeutig, und Präsident Gorbatschow und die übrige sowjetische Führung wissen,
was für ein großes Anliegen es für uns ist, daß die
Bestrebungen des litauischen Volkes verwirklicht
werden.
Zweitens sind wir über die Eskalation der Spannungen
zwischen den beiden Seiten zutiefst besorgt. Wie
Präsident Bush letzte Woche bekräftigt hat, ermutigen
wir sowohl die Sowjets als auch die Litauer, zum
jetzigen Zeitpunkt den Dialog voranzubringen. In der
vergangenen Woche haben beide Seiten in der Presse
verschiedene Möglichkeiten für einen Kompromiß
erörtert. Wir hoffen, daß beide Seiten jetzt die Gespräche aufnehmen können. Aus unserer Sicht birgt dies
das größte Potential für die Freiheit, die wir für die
Litauer anstreben. Wie Präsident Bush ebenfalls
eindeutig klargestellt hat, engagieren wir uns mit stiller
Diplomatie für die Förderung eines solchen Dialogs der einzig richtigen Antwort zur wirksamen Lösung
dieses Konflikts.
Da beide Seiten nun beginnen, von Kompromiß zu
reden, möchten wir drittens ihre Bemühungen um
einen Dialog durch keinerlei Komplikationen gefährdet
sehen. Zwischenzeitlich hat Präsident Bush erklärt,
falls die Vereinigten Staaten handeln würden, dann in
der Wirtschaft.
Schließlich sind wir weiterhin davon überzeugt, daß
Perestrojka, Glasnost und Demokratisierung die größten Hoffnungen für eine langfristige und dauerhafte
Verbesserung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen bergen. Perestrojka, Glasnost und insbesondere Demokratisierung sind jedoch untrennbar. Der
Reformprozeß wird nicht vorankommen und Erfolg
haben, wenn er in einigen Republiken verwirklicht und
in anderen nicht durchgeführt wird. Und er wird
scheitern, wenn Dialog unmöglich wird.
Die Notwendigkeit der amerikanischen Führungsrolle
In den vergangenen Monaten konnten große Fortschritte in der Außenpolitik des Präsidenten verzeichnet werden. Zu den herausragendsten Leistungen
zählen: Ein ungeteiltes und freies Europa, in dem wir
in Frieden und Sicherheit leben können, ist tatsächlich
in greifbare Nähe gerückt. Die schwierige Aufgabe,
Demokratie in Mittelamerika und Osteuropa aufzubauen, hat begonnen, wobei Nicaragua mit den besonders
vielversprechenden Wahlen Wegbereiter war. Und in
Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten erzielen
wir auch im Kampf gegen Drogen Fortschritte.
Dies sind die positiven, die sehr ermutigenden Seiten.
Ich würde jedoch meine Pflichten vernachlässigen,
lie ße ich die negativen Seiten au ßer acht. Nach vierzig
Jahren Kommunismus sehen sich die neu entstehenden oder wiedergeborenen Demokratien in Europa mit
äu ßerst schwierigen Aufgaben konfrontiert. Die Verei-

AMERIKA DIENST 18

�nigung Deufechlands wird zwangsläufig Geduld, Standfestigkeit, Kreativität und den guten Willen erfordern,
nicht nur den kalten Krieg, sondern auch die an Konflikten reiche Geschichte, die ihm vorausging, zu überwinden. Und natürlich ist der Krieg gegen Drogen noch
lange nicht gewonnen.
Ein umsichtiges Engagement amerikanischer Ressourcen wird unerläßlich sein, um die bevorstehenden
vielversprechenden Veränderungen zu katalysieren.
In meiner Erklärung vor dem Auswärtigen Ausschuß
des Senats habe ich dieses Jahr bereits die fünf
Herausforderungen benannt, mit denen die Vereinigten Staaten in den neunziger Jahren konfrontiert sein
werden: Konsolidierung der Demokratie, Ausbau der
freien Märkte, Hilfe für die Kräfte des Friedens, Schutz
der Welt vor transnationalen Gefahren und Erneuerung unserer Bündnisse. Die effektive Bewältigung
dieser Herausforderungen wird darüber entscheiden,
ob wir bei der Förderung grundlegender amerikanischer Werte und Interessen in der Welt Erfolg haben
oder nicht. Diese Fragen betreffen nicht nur Washington oder politische Insider. Sie haben Auswirkungen
auf die Lebensqualität aller Amerikaner.
Ich bitte um Ihre überparteiliche Unterstützung für die
amerikanische Führung, um die Veränderungen so zu
gestalten, daß unsere grundlegenden Werte und Interessen geschützt werden. Darüber hinaus bitte ich Sie
als Mitglieder des Bewilligungsausschusses darum,
uns das Mindestniveau an Mitteln zu gewähren, um die
Effektivität dieser Führungsrolle zu gewährleisten.
Übersicht über unseren Haushaltsansatz
Auswärtige Angelegenheiten und die nationale Verteidigung zusammen bilden das Rückgrat unserer nationalen Sicherheit. Der Haushalt des Präsidenten umreißt eine Szenerie, in deren Rahmen - vorausgesetzt,
die gegenwärtigen weltweiten Trends halten an - unsere
grundlegenden Sicherheitsbedürfnisse im Kontext eines
stufenweisen Abbaus unserer Ausgaben für die nationale Verteidigung gewährleistet werden können. In
diesem dynamischen weltweiten Umfeld müssen wir
jedoch weiterhin vernünftige Investitionen in ausgewählte auswärtige Initiativen vornehmen, um sicherzustellen, daß unsere Interessen und Werte bis ins
nächste Jahrzehnt geschützt werden.
Wir betrachten die Ausgaben für auswärtige Angelegenheiten deshalb nicht als Ersatz für Verteidigung,
sondern als Ergänzung, mit der die positiven Entwicklungen in der Welt gestärkt werden, die zu einem
weiteren Abbau der Verteidigungsausgaben führen
können. Wir schlagen nicht vor, die "Friedensdividende" auszugeben, bevor sie ausgezahlt wird. Stattdessen streben wir danach, eine Welt verringerter Spannungen zu gestalten, in der mit der Zeit unsere Sicherheit zu geringeren Kosten gewährleistet werden kann.
Angesichts der angespannten Haushaltslage beantragt die Administration deshalb 21 Milliarden Dollar an
AMERIKA DIENST 18

frei verfügbaren Mitteln für den Haushalt für internationale Angelegenheiten im Haushaltsjahr 1991. Dies
bedeutet einen Anstieg um 1,9 Milliarden Dollar oder
9,2 Prozent im Vergleich zu dem beim Haushaltsgipfel
des vergangenen Jahres vereinbarten Haushalt für
1990. Die Ausgaben für das Haushaltsjahr 1991
werden auf 18,3 Milliarden Dollar - gegenüber 14,6
Milliarden Dollar im vergangenen Jahr - geschätzt,
eine Zahl, die jedoch durch besondere Einnahmen
künstlich verringert wurde.
Herr Vorsitzender, wir bitten diesen Unterausschuß
um die Bewilligung von 14,8 Milliarden Dollar an frei
verfügbaren Haushaltsmitteln für Auslandshilfe.
Gegenüber dem Ansatz für 1990 bedeutet dies einen
Anstieg um 7,1 Prozent.
Angesichts des für uns auf dem Spiel stehenden
Einsatzes oder der Führungsposition, die das amerikanische Volk von uns auf der Weltbühne erwartet,
sind dies keine großen Summen. Tatsächlich beträgt
der gesamte von uns für auswärtige Angelegenheiten
beantragte Haushalt weniger als 2 Prozent des gesamten Bundeshaushalts. Er repräsentiert einen Anteil
von lediglich 0,4 Prozent unseres Bruttosozialprodukts. Und sowohl nominell als auch real liegen unsere
Ansätze heute wesentlich unter denen der Jahre 198587.
In der bilateralen und multilateralen Diplomatie übertraf die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, die weltpolitische Szenerie zu gestalten und beeinflussen, in den
meisten Fällen bei weitem unsere relativ bescheidenen Haushaltsbeiträge.
Der Gegenwert für unsere bescheidenen außenpolitischen Ausgaben in der Nachkriegszeit war beeindrukkend - vierzig Jahre Frieden und Wirtschaftswachstum
und - besonders vielversprechend - die neue Welle der
Demokratie, die sich am Horizont abzeichnet. Wir
sollten unsere Ausgaben nicht beschneiden, wenn
unsere seit langem bestehenden Engagements sich
gerade auszuzahlen beginnen.
Unser Haushaltsantrag für die Auslandshilfe im Jahr
1991 läßt sich in zwei Teile untergliedern:
Teil eins besteht aus fünf Finanzierungsinitiativen, um
auf einige der dringendsten Erfordernisse in der Welt
zu reagieren.
Teil zwei sind unsere grundlegenden Auslandshilfeprogramme, die zur Bewahrung der Fortschritte unerläßlich sind, die gegenwärtig mit dem Aufschwung von
Demokratie und freien Märkten in der ganzen Welt
Früchte tragen.
Finanzierungsinitiativen
Wir schlagen für die Haushaltsjahre 1990 und 1991
fünf neue Finanzierungsinitiativen vor, einschließlich
des dem Senat vorliegenden Ergänzungshaushalts

Seite 5

�1990 für Panama, Nicaragua und Flüchtlingshilfe. Sie
alle sind integraler Bestandteil unserer Fähigkeit,
amerikanische Werte und Interessen bis ins nächste
Jahrzehnt zu schützen.
Erstens beantragen wir zur Unterstützung der in Osteuropa stattfindenden dramatischen Veränderungen
300 Millionen Dollar, mit denen demokratische Institutionen und Umweltinitiativen gefördert, Ausbildungsund technische Hilfe geleistet sowie wirtschaftliche
Unterstützung für die Übergangsperiode bereitgestellt
werden sollen.
Unsere gesamte Unterstützung wäre davon abhängig,
ob der Präsident zu dem Schluß kommt, daß ein
betimmtes Empfängerland positive Schritte in Richtung auf politischen Pluralismus, Wirtschaftsreformen
und Achtung der Menschenrechte unternimmt und
darüber hinaus Bereitschaft zeigt, freundschaftliche
Beziehungen mit den Vereinigten Staaten aufzubauen. Am 7. Februar haben wir dem Kongreß einen
Gesetzentwurf zugeleitet, um diesen Bedingungen
zufolge Hilfe für Osteuropa und Jugoslawien zu leisten.
Wir stellen uns die Verwendung dieser Mittel folgendermaßen vor:
Unterstützung demokratischer Institutionen würde auch
Weiterbildungsmaßnahmen für neugewählte Abgeordnete, Unterstützung unabhängiger Medien und
Förderung rechtsstaatlicher Verhältnisse in der Region beinhalten.
Ausbildungs- und technische Hilfe würde Aus- und
Fortbildung in den Bereichen Finanzdienstleistungen,
Unternehmensführung und Marketing, Landwirtschaft
und landwirtschaftliche Betriebsführung sowie Überwachung und Eindämmung der Umweltverschmutzung umfassen.
Wirtschaftshilfe in der Übergangsperiode würde diejenigen Länder unterstützen, die sich im schwierigen
Übergang zu marktorientierten Volkswirtschaften mit
einem aktiven Privatsektor befinden. Dazu würde die
finanzielle Unterstützung glaubwürdiger Stabilisierungsund struktureller Anpassungsprogramme gehören.
Zusätzliche Unterstützung für diesen Prozeß soll über
das amerikanische Engagement für die Europäische
Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE)
gewährt werden. Die Vereinigten Staaten haben im
Grundsatz beschlossen, sich daran zu beteiligen. Die
Administration wird dem Kongreß eine Gesetzesvorlage zuleiten, um die Beteiligung an der EBWE zu regeln.
Wir müssen uns vor Augen halten, daß die Vereinigten
Staaten bei diesem Vorhaben nicht alleine stehen. Auf
Initiative von Präsident Bush hat der Pariser Gipfel die
Europäische Gemeinschaft aufgefordert, die westliche Förderung politischer und wirtschaftlicher Reformen in Polen und Ungarn zu koordinieren. Der G-24-

Seite 6

Mechanismus, der sich daraus ergeben hat, erwies
sich als äußerst effektiv. Insgesamt haben die G-24Länder - alle Mitglieder der OECD - über 14 Milliarden
Dollar an Fördermitteln, Krediten, Kreditbürgschaften,
Nahrungsmittelhilfe und technische Hilfe für Polen und
Ungarn zugesagt. Daneben haben die G-24-Mitgliedstaaten, einschließlich der Vereinigten Staaten und
der EG, den Zugang Polens und Ungarns zu westlichen Märkten verbessert. Die Vereinigten Staaten
möchten, daß die G-24 noch mehr tut. Wir werden mit
der G-24 zusammenarbeiten, um die Koordinierung
zwischen den Geberländern auszubauen. So hat sich
die EG zum Beispiel mit uns zusammengeschlossen,
um das Regionale Entwicklungszentrum in Budapest
zu unterstützen.
Wir erwarten, auch in Zukunft bei anderen gemeinsamen Projekten mit der EG zusammenzuarbeiten.
Zweitens beantragen wir 800 Millionen Dollar als Ergänzung zum Haushalt 1990, um den wirtschaftlichen
Wiederaufbau Panamas und Nicaraguas zu unterstützen. Wir hoffen, daß der Senat unseren Antrag
möglichst schnell behandelt. Wie ich bereits sagte,
tragen die Vereinigten Staaten die historische Verantwortung, auf die wichtigsten Erfordernisse dieser mittelamerikanischen Demokratien zu reagieren.
Panama wird eine ergänzende einmalige Finanzhilfe
benötigen, um die finanzielle Stabilität wiederherzustellen und die Wiederbelebung des Privatsektors zu
unterstützen, der traditionell einen starken und wichtigen Beitrag zum Wachstum leistet. Unsere Mittel zur
Unterstützung der Wirtschaft werden eingesetzt, um
Panama zu helfen, nach mehreren Jahren der Mißwirtschaft unter Noriega seinen wirtschaftlichen Elan
wiederzugewinnen. Zusammen mit unseren Freunden, einschließlich der Japaner, organisieren wir multilaterale Bemühungen, um Panama beizustehen, seine
Beziehungen zur internationalen Finanzwelt zu normalisieren. Die von uns für bilaterale Hilfe beantragten
500 Millionen Dollar würden für vier Hauptzwecke
eingesetzt: Wiederbelebung des Privatsektors, Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur, Erneuerung
des Zugangs Panamas zu den Weltfinanzmärkten
sowie Umstrukturierung des öffentlichen Sektors und
Stärkung der Demokratie.
In Nicaragua bilden die von uns beantragten 300
Millionen Dollar die erste Rate unseres Hilfspakets für
die neue Regierung Chamorro, das ihr helfen soll, die
nicaraguanische Wirtschaft nach einem Jahrzehnt der
Mißwirtschaft unter dem vergangenen Regime wiederzubeleben. Die Bedürfnisse Nicaraguas sind breitgefächert und lassen sich nicht alle mit Auslandshilfe
erfüllen. Trotzdem ist es erforderlich, Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit in Nicaragua mit rechtzeitig bereitgestellten Hilfsmitteln zu stärken. Unser Hilfspaket für
das Haushaltsjahr 1990 verfolgt drei grundsätzliche
Ziele: Wiederaufbau des Produktionssektors der nicaraguanischen Volkswirtschaft - hauptsächlich durch

AMERIKA DIENST 18

�Bereitstellun j wichtiger Importgüter für Landwirtschaft
und Industrie -, Beistand bei der Repatriierung von
Mitgliedern des Widerstands und Flüchtlingen sowie
erste Maßnahmen zur Bewältigung der tiefgreifenden
Probleme für Wirtschaftswachstum und Entwicklung
durch Infrastruktur, technische Hilfe und Programme
zur Verankerung der nicaraguanischen Demokratie.
Um unsere Partner in der ganzen Welt zur Beteiligung
an der Hilfe für diesen Prozeß der wirtschaftlichen
Erholung und Demokratisierung in Mittelamerika und
der Karibik zu ermutigen, untersuchen wir die Möglichkeit der Schaffung eines internationalen Mechanismus, vielleicht ähnlich dem für Osteuropa existierenden G-24-Prozeß.
Drittens beantragen wir 441 Millionen Dollar Militärund Wirtschaftshilfe sowie Mittel zur Bekämpfung des
Drogenhandels, um die Andenstaaten bei ihrem Kampf
gegen Anbau und Schmuggel von Drogen zu unterstützen. Diese Initiative ist eine zentrale Säule der
Anti-Drogenstrategie des Präsidenten. Sie widmet
sich einem Problem, das auf unserer Liste transnationaler Herausforderungen im nächsten Jahrzehnt ganz
oben steht. Als Folge des Gipfels von Cartagena
verlassen sich die politisch Verantwortlichen in den
Andenstaaten auf diese Mittel zur Unterstützung unseres gemeinsamen wirtschaftlichen, polizeilichen und
politischen Kampfs gegen den Drogenhandel.
Unsere Vorlage beinhaltet 137 Millionen Dollar militärische Finanzhilfe, um die Regierungen der Andenländer bei ihren Bemühungen zu stärken, wirksame militärische und Lufteinsatzfähigkeiten zu entwickeln, mit
denen Drogenhändler abgefangen werden können.
Die wirtschaftliche Komponente unseres Ansatzes 214 Millionen Dollar - wird unseren Freunden dabei
helfen, legale Alternativen für die Drogenindustrie zu
entwickeln und andere strukturelle Anpassungen vorzunehmen, die für dauerhaftes Wirtschaftswachstum
erforderlich sind.
Viertens bitten wir um Ihre Unterstützung bei der
Bewilligung von 268 Millionen Dollar, um ausstehende
amerikanische Zahlungen an die multilateralen Entwicklungsbanken zu leisten. Dies ist eine Komponente
der Initiative des Präsidenten zur Begleichung der
ausstehenden Beiträge an die Vereinten Nationen,
andere internationale Organisationen, multilaterale
Entwicklungsbanken und für UNO-Friedensmissionen.
Der Präsident ist überzeugt davon, daß eine ausgewogene Initiative zu den ausstehenden Beiträgen unerläßlich ist, um die führende Rolle der Vereinigten
Staaten in diesen multilateralen Organisationen zu
sichern. Wir erwarten, daß die Weltbank und die
regionalen Entwicklungsbanken im nächsten Jahrzehnt eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung
von Mitteln spielen, um wachstumsorientierte Anpassung in den Entwicklungsländern zu unterstützen. Zur
Wahrung ihrer Glaubwürdigkeit und ihres Einflusses

AMERIKA DIENST 18

bei diesen multilateralen Organisationen müssen die
Vereinigten Staaten ihren Verpflichtungen nachkommen.
Fünftens beantragen wir schließlich für den Ergänzungshaushalt 1990 70 Millionen Dollar für dringende
Erfordernisse in bezug auf die Aufnahme von Flüchtlingen. Ich hatte bereits im vergangenen Jahr angedeutet, daß wir eventuell unseren Haushaltsansatz
1990 für Flüchtlinge überarbeiten müßten und versprochen, mit Ihnen über diese Frage zu beraten.
Primär als Folge der liberalisierten sowjetischen Auswanderungspolitik werden wir dieses Jahr 27 000
Flüchtlingen mehr die Einwanderung gestatten als wir
in unserem ursprünglichen Ansatz angenommen hatten. Wir begrüßen die von diesem Unterausschuß in
der Flüchtlingsfrage zum Ausdruck gebrachte Unterstützung und hoffen, daß der ganze Senat unsere
Vorlage zügig bearbeiten wird.
Das Auslandshilfebudget
Die von mir bereits angeführten Finanzierungsinitiativen beziehen sich auf einige unserer dringendsten
Herausforderungen beim Eintritt in ein neues Jahrzehnt. Wir sollten jedoch nicht die Tatsache aus den
Augen verlieren, daß unsere grundlegenden Auslandshilfeprogramme - die unseren engsten Freunden und
Verbündeten und westlichen Institutionen wichtige Hilfe
zur Verfügung stellen - eine wichtige Rolle bei der
Sicherung eines stabilen globalen Umfelds gespielt
haben, das den Weg für jene dramatischen Veränderungen geebnet hat, auf die wir heute reagieren. Unsere
traditionellen bilateralen und institutionellen Beziehungen haben den Vereinigten Staaten und den Demokratien des Westens in den vergangenen vierzig Jahren
gute Dienste geleistet. Die von uns heute beantragten
relativ bescheidenen Investitionen in diese grundlegenden Programme sind auf die wichtigsten Anliegen
des nächsten Jahrzehnts zugeschnitten - Förderung
von Demokratie und freien Märkten, Unterstützung
von friedensbewahrenden Kräften, Schutz vor transnationalen Bedrohungen und Stärkung von Bündnissen. Ebenso wichtig sind sie für unsere Fähigkeit, zu
gewährleisten, daß amerikanische Werte und Interessen auch weiterhin erfolgreich in der Welt gefördert
werden.
Militärhilfe
Für das Haushaltsjahr 1991 beantragen wir insgesamt
8,7 Milliarden Dollar an frei verfügbaren Mitteln für
unsere Militärhilfeprogramme (FMF, ESF, IMET und
Friedensbewahrung). Dies bedeutet einen Zuwachs
um 6,8 Prozent gegenüber den vom Kongreß in jedem
der drei vergangenen Haushaltsjahre bewilligten 8,1
Milliarden Dollar. Unser Ansatz für das Haushaltsjahr
1991 liegt jedoch noch unter den in den Jahren 1985
bis 1987 bewilligten Summen.
Für unseren Posten Militärische Finanzhilfe (FMF)

Seite 7

�beantragen wir 5 Milliarden Dollar an Haushaltsmitteln
für unsere militärischen Zuschußprogramme. Im
Haushaltsjahr 1990 lag dieser Ansatz bei 4,8 Milliarden
Dollar. Für unsere kleine aber wichtige Internationale
Militärische Ausbildungshilfe (IMET) beläuft sich unser
Ansatz auf 50,5 Millionen Dollar gegenüber 47,2 Millionen Dollar im laufenden Jahr. Für den Wirtschaftshilfefonds (ESF) liegt unser Ansatz bei 3,5 Milliarden
Dollar gegenüber 3,1 Milliarden im laufenden Jahr. Bei
diesen Ansatzniveaus lassen sich nur besonders wichtige Programme durchführen.
Unsere Mittel für Militärhilfe bleiben zur Ergänzung
unserer diplomatischen Initiativen zur Friedensförderung in einigen Spannungsgebieten der Welt unerläßlich.
Unsere diplomatischen Initiativen waren nirgendwo so
intensiv wie bei unserem Engagement für eine Verhandlungslösung des arabisch-israelischen Konflikts. Im
vergangenen Jahr haben wir uns bemüht, einen Prozeß in Gang zu setzen, der die jahrzehntealte Konfrontation zwischen Israelis und Palästinensern durchbrechen und diese Bemühungen sodann in einen dauerhaften Frieden zwischen Israel und der gesamten
arabischen Welt umsetzen würde. Dabei haben wir
Ergebnisse erzielt. In enger Zusammenarbeit mit
Israel und Ägypten haben wir einen Rahmen für einen
israelisch-palästinensischen Dialog in Kairo geschaffen, innerhalb dessen über Wahlen für die Palästinenser im Westjordanland und im Gaza-Streifen gesprochen werden soll. Wahlen sind ein praktischer Schritt,
um einen Verhandlungsprozeß einzuleiten, der zu
einem umfassenden Frieden führen könnte - auf der
Grundlage der UNO-Resolutionen 242 und 333, der
Sicherheit für Israel und alle Staaten in der Region und
der Erfüllung der legitimen politischen Rechte des
palästinensischen Volkes. Wir warten nun auf die
Klärung der politischen Lage in Israel. Wir hoffen, daß
die neue israelische Regierung die notwendigen Entscheidungen treffen kann, um den Friedensprozeß
voranzutreiben. Wenn alle Parteien bereit sind, diesen
Prozeß in einer praktischen und unvoreingenommenen Weise in Angriff zu nehmen, können wir Fortschritte machen.
Um den friedenstiftenden Kräften bei der Ausweitung
und Stärkung ihrer lebenswichtigen und andauernden
Bemühungen zu helfen, beantragen wir wiederum 5,1
Milliarden Dollar an gemeinsamer Militärhilfe für die
beiden Friedenspartner im Nahen Osten. Das sind 59
Prozent unseres Gesamtansatzes für Militärhilfe. Mit
diesen Mitteln wird Erfordernissen der militärischen
Modernisierung Rechnung getragen und ein Beitrag
zu den Zielen der Wirtschaftsstabilität und Entwicklung
geleistet.
Die Vereinigten Staaten und Pakistan unterhalten seit
über vierzig Jahren enge bilaterale Beziehungen. Für
das Haushaltsjahr 1991 beantragen wir insgesamt 573
Millionen Dollar für bilaterale Hilfe, geringfügig weniger

Seite 8

als die im Jahr 1990 bewilligten 588 Millionen. Dieser
Ansatz spiegelt die anhaltende Bedeutung wider, die
wir dieser Beziehung und der Schlüsselrolle Pakistans
bei der Unterstützung des afghanischen Volkes in
seinem Kampf für Selbstbestimmung beimessen. Unser
Ansatz unterstützt die Rückkehr Pakistans zur Demokratie, ermutigt wirtschaftliche Entwicklung, trägt zur
militärischen Modernisierung bei und fördert die allgemeine regionale Stabilität.
Die NATO ist entscheidender Bestandteil unseres
Strebens nach Sicherung von Frieden und Demokratie
in Europa. Wie der Präsident kürzlich in Brüssel
erklärte, bedeutet das Ende des kalten Krieges nicht
die Auflösung des erfolgreichsten Bündnisses der
Neuzeit. Wir erwarten, daß die lebenswichtige militärische Mission der NATO von einer Reihe zusätzlicher
Maßnahmen ergänzt wird, die auf der Stärke des
Bündnisses beim Schutz westlicher Interessen aufbauen. Dazu gehören die Verringerung der konventionellen Streitkräfte, Verifizierung und Zusammenarbeit
gegen Bedrohungen der gemeinsamen Sicherheit, die
sich aus neuen tödlichen Technologien und schwelenden regionalen Konflikten ergeben.
Für unsere Verbündeten an der Südflanke der NATO
- Portugal, Griechenland und Türkei - beantragen wir
insgesamt 1,1 Milliarden Dollar an Militär- und Wirtschaftshilfe oder 13 Prozent unseres Gesamtansatzes
für Militärhilfe. Im Haushaltsjahr 1990 betrug diese
Summe 992 Millionen Dollar. Griechenland, die Türkei
und Portugal sind für den südlichen Abschnitt der
NATO unerläßlich. Wenn die NATO im Verlauf des
nächsten Jahrzehnts neue Missionen entwickelt, werden wir unsere Programme den sich wandelnden
Erfordernissen anpassen müssen.
Der Unterstützung von Streitkräften unserer Stationierungsländer wird weiterhin entscheidende Bedeutung
zukommen, weil wir damit unter anderem unseren
kontinuierlichen Zugang zu wichtigen Einrichtungen
sicherstellen, wie etwa dem Luftstützpunkt Lajes auf
den Azoren und militärischen und nachrichtendienstlichen Einrichtungen in Griechenland und der Türkei.
Zur Konsolidierung der Demokratie und Förderung der
wirtschaftlichen Entwicklung in Mittelamerika fordern
wir insgesamt 939 Millionen Dollar für die Demokratien
in Mittelamerika, darunter in einem Nachtragshaushalt
200 Millionen Dollar für Nicaragua. Dem stehen 655
Millionen Dollar aus dem regulären Bewilligungsprozeß des Haushaltsjahrs 1990 plus weitere 800 Millionen Dollar zusätzlicher Hilfe für Panama und Nicaragua gegenüber, die wir mit Ihrer Hilfe bereitstellen
wollen. Wie bereits in den vergangenen Jahren sind
über vier Fünftel unseres Antrags für Wirtschaftshilfe
bestimmt, um den Lebensstandard zu erhöhen, marktorientierte Wachstumsstrategien zu fördern und ein
Klima fürdie Verbreitung des Friedens in der Region zu
schaffen.

AMERIKA DIENST 18

�Bei den Demokratien Mittelamerikas könnte zum ersten Mal seit zehn Jahren das Pendel zugunsten einer
Wiederbelebung von Wirtschaftswachstum, politischer
Stabilität und Frieden in der Region ausschlagen. Die
Expansion der Demokratie im gesamten Isthmus, die
geringere militärische Bedrohung durch die Sandinisten und einhellige Unterstützung für eine marktorientierte Wirtschaftspolitik haben die Aussichten für Frieden und Wohlstand gesteigert. Damit verbessert sich
auch die Möglichkeit, daß unsere bilaterale Hilfe entsprechend auf politische Reformen in den Stationierungsländern abgestimmt - direkt zu einem wirtschaftlichen Wiederaufbau auf breiter Basis beitragen
kann.
Zur Stützung einer weiteren fragilen Demokratie - den
Philippinen - beantragen wir insgesamt 450 Millionen
Dollar bilaterale Hilfe, plus eine zweite Rate von 200
Millionen Dollar für die Multilaterale Förderinitiative
(Multilateral Assistance Initiative - MAI). Dem steht im
Haushaltsjahr 1990 bilaterale Hilfe im Umfang von 341
Millionen Dollar und von 160 Millionen Dollar für MAI
gegenüber. Präsidentin Aquino braucht unsere Hilfe,
um die erforderlichen wirtschaftlichen und militärischen Reformen durchzuführen, mit denen die Grundlagen für die Stabilität ihrer demokratischen Regierungen ausgebaut werden können. Darüber hinaus werden in Kürze Gespräche über die Erneuerung unseres
Stationierungsabkommen mit den Philippinen aufgenommen werden. Wir hoffen, daß wir Einigung über
die weitere Nutzung dieser wertvollen Einrichtungen
erzielen werden.
Die oben dargelegten wichtigen Interessen machen zusammen mit der Komponente Sicherheitshilfe im
Rahmen unserer Drogeninitiative- 94 Prozent unseres
Antrags für weltweite Sicherheitshilfe aus. Aufgrund
beschränkter Haushaltsmittel verfügen wir lediglich
über 511 Millionen Dollar, um wichtigen Sicherheitsinteressen unter anderem in Afrika, dem Nahen Osten,
der Karibik und Thailand Rechnung zu tragen.
Wir müssen uns gemeinsam der Aussicht stellen,
zumindest in den kommenden Jahren mit einer angespannten Haushaltslage in der Außenpolitik fertigwerden zu müssen. Wenn die Mittel knapp werden, sollten
wir uns auf Instrumente einigen, damit weniger augenfällige, aber doch sehr wichtige Sicherheitsinteressen
nicht aus dem Blickfeld geraten. Wir sollten zusammen Möglichkeiten eruieren, wie wir auf die sich verändernden Umstände flexibler reagieren können.
Wir möchten zusammenarbeiten, um die schwierigen
Entscheidungen zu vermeiden, zu denen die Regierung im Haushaltsjahr 1990 bei der Zuwendung der
Mittel für die Sicherheitshilfe gezwungen war. Im
Haushaltsjahr 1990 waren 82 Prozent unseres Wirtschaftshilfefonds (Economic Support Funds - ESF)
und 92 Prozent unserer Finanzierung des Verkaufs
von Rüstungsgütem ins Ausland (Foreign Military Sales
- FMS) an bestimmte Länder oder regionale ProgramAMERIKA DIENST 18

me gebunden. Da der Gesamtumfang der Mittel
daraufhin gekürzt wurde, konnten wir unseren außenpolitischen Erfordernissen insgesamt mit den restlichen Mitteln nicht gerecht werden, nachdem die zweckgebundenen Gelder vergeben waren.
Beim ESF blieben uns noch 570 Millionen Dollar nicht
zweckgebundene Mittel, die gestreckt werden mußten, um gerechtfertigten Erfordernissen im Umfang
von 950 Millionen Dollar Rechnung zu tragen. Beim
FMS standen uns noch 396 Millionen Dollar zur Verfügung, um den Bedarf von 659 Millionen Dollar abzudecken. Damit hatten wir von einem Dollar noch 60
Cents, um den Bedarf der nicht zweckgebundenden
Programme insgesamt abzudecken. Die schwierige
Wahl, wie die Defizite verteilt werden sollten, hat
konkrete außenpolitische Auswirkungen:
In Mittelamerika, wo die wirtschaftlichen Kosten
der regionalen Instabilität durch die Unsicherheit auf wichtigen Exportmärkten - insbesondere Kaffee - verschärft wurden, ist der Umfang
unserer Wirtschaftshilfe an die dortigen Demokratien im Vergleich zum Haushaltsjahr 1989
um fast 30 Prozent zurückgegangen.
Auf den Philippinen, wo die von Präsident Reagan
gegenüber der Regierung Aquino eingegangene Verpflichtung von 1988 erfüllt werden muß,
fehlen uns 96 Millionen Dollar und damit mehr
als ein Viertel des gesamten ESF/FMS-Bedarfs.
In der NATO, der entscheidende Bedeutung im
Hinblick auf die Sicherheitsgarantie eines vereinten Europas zukommt, konnten wir zwei
wichtigen Freunden nicht entgegenkommen.
Unsere ESF/FMS-Hilfe für Portugal sank um
fast 30 Prozent unter unseren Antrag, und unsere
Wirtschaftshilfe für die Türkei lag 75 Prozent
unter der Forderung.
In Afrika und der Karibik war der Wirtschafthilfefonds fast nicht verfügbar, um die wichtigen Bestrebungen in Sicherheitspolitik und Drogenbekämpfung treurer Freunde wie Kenia, Jamaika
und der Länder in der östlichen Karibik zu unterstützen.
Internationale Entwicklungshilfe und humanitäre
Hilfe
Um den Bedürfnissen der Menschen auf der ganzen
Welt gerecht zu werden und stärkeres Vertrauen auf
die Kräfte des Marktes zu fördern, spielen internationale Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe weiterhin
eine wichtige Rolle. Die Vereinigten Staaten sind in
diesem Bereich weltweit führend - durch unsere direkte Gewährung bilateraler Hilfe, humanitärer Notfallhilfe, die wir in Krisenzeiten leisten und die Führungsrolle,
die wir bei Flüchtlingsprogrammen und in internationalen Finanzinstitutionen übernehmen. Tatsächlich ist
Seite 9

�es der Führungsrolle der Vereinigten Staaten zu verdanken, daß die Länder auf der Welt, die Entwicklungshilfe leisten, so wichtige humanitäre Hilfe wie
Asyl für Flüchtlinge gewähren. Und unsere Führungsrolle hat ebenfalls dazu geführt, daß diese Länder
zunehmend die traditionellen staatlich gelenkten Entwicklungsstrategien aufgeben.
Für das Haushaltsjahr 1991 fordern wir6 600 Millionen
Dollar Haushaltsmittel für internationale Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe, verglichen mit den tatsächlich für das laufende Jahr bewilligten 6 100 Millionen
Dollar. Dieser Zuwachs wird unsere neue Initiative für
Osteuropa fördern und uns gestatten, Rückstände bei
den multilateralen Entwicklungsbanken zu tilgen.
Für die multilateralen Entwicklungsbanken beantragen wir 1 740 Millionen Dollar im Haushalt, eine Steigerung gegenüber 1 470 Millionen Dollar im Haushaltsjahr 1990. Mit diesen zusätzlichen Mitteln können
wir die Rückstände bei der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank tilgen. Unser Antrag umfaßt
1 060 Millionen Dollar für den amerikanischen Anteil
bei der neunten Auffüllung von Mitteln der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA). Diese zinsgünstigen Kredite bieten den ärmsten Ländern eine preiswertere Weltbank-Finanzierung.
Angesichts der
gemeinsam getragenen Verantwortung sind wir übereingekommen, 21,6 Prozent dieser Ergänzung für IDA
beizutragen, beim vorigen Mal betrug unser Anteil
noch 25 Prozent. Bis zu 50 Prozent der IDA-Mittel sind
für den dringlichsten Bedarf an Entwicklung und wirtschaftlicher Umstrukturierung in Afrika südlich der
Sahara vorgesehen.
Für unsere bilateralen Entwicklungshilfeprogramme die vom Amt für Internationale Entwicklung verwaltet
werden - beantragen wir im Haushaltsjahr 1991 2,8
Millionen Dollar. Damit sollen folgende Programme
finanziert werden:
1,2 Millionen Dollar für das Entwicklungshilfeprogramm, mit dem der Grundbedarf in den
Bereichen Landwirtschaft, Bevölkerung, Gesundheitswesen, Energie, Umwelt und Bildungswesen sichergestellt werden soll.
561 Millionen Dollar für den Entwicklungshilfefonds für Afrika.
500 Millionen Dollar für die obengenannten
Soforthilfe-Initiativen für die Philippinen (200
Millionen Dollar) und Osteuropa (300 Millionen
Dollar).
145 Millionen Dollar für kleinere A.I.D.-Programme, die bestimmte Sonderbereiche abdecken unter anderem humanitäre Katastrophenhilfe,
Unterstützung der amerikanischen Schulen,
Krankenhäuser und Wohnungsprogramme im
Ausland.

Seite 10

Angesichts der Kürzungen des Sicherheitshilfefonds
bleiben multilaterale und bilaterale Entwicklungshilfeprogramme weiterhin unser wichtigstes Instrument zur
Förderung des Wirtschaftswachstums nach marktwirtschaftlichen Kriterien in den afrikanischen Ländern.
Unser bilateraler Entwicklungshilfefonds für Afrika leitet diese Mittel in Länder, die bereit sind, als Grundlage
für dauerhaftes Wachstum Anpassungsmaßnahmen
zu ergreifen. Gegenwärtig führen 28 afrikanische
Länder in enger Abstimmung mit IWF und Weltbank
offizielle Maßnahmen zur strukturellen Anpassung durch.
Die Vereinigten Staaten spielen hauptsächlich durch
Hilfsmaßnahmen und Einwanderungserleichterungen
nach wie vor eine wichtige Rolle, um die Not der
Flüchtlinge auf der Welt zu lindern. Wir erzielen große
Fortschritte in folgenden Bereichen:
Wir haben unsere Hilfe an die sowjetischen
Flüchtlinge verbessert, indem wir unsere Organisationszentren von Rom und Wien nach Moskau
verlegt haben.
Wir arbeiten eng mit dem Kongreß an einer
besonderen Einwanderungsgesetzgebung zusammen, mit der unsere Flüchtlingsprogramme
ergänzt werden sollen.
Wir haben erfolgreich ein Abkommen mit Vietnam ausgehandelt, um in Umerziehungslagern
Inhaftierte in die Vereinigten Staaten umzusiedeln. Vor kurzem haben die ersten 750 ehemaligen Häftlinge und ihre Familienangehörigen
Vietnam im Rahmen dieses Programms verlassen.
Wir arbeiten auf multilateraler Ebene hart an der
Einhaltung des Prinzips der Gewährung von Asyl für
vietnamesische Boat People und am Erfolg des freiwilligen Repatriierungsprogramm für Hongkong.
Für das Haushaltsjahr 1991 beantragen wir 476 Millionen Dollar an Mitteln für Flüchtlingsprogramme. Im
gesamten Haushaltsjahr 1990 waren dafür 438 Millionen Dollar veranschlagt, einschließlich der obengenannten zusätzlichen Finanzierungsanträge. Diese
Mittel werden die Aufnahme von 95 000 Flüchtlingen
und 15 000 amerasischen Einwanderern - derselben
Zahl wie vergangenes Jahr - fördern, und wir werden
die unmittelbarsten Bedürfnisse von Millionen zusätzlicher Flüchtlinge und Zwangsumsiedlern weltweit
abdecken können.
Andere wichtige Komponenten unseres Antrags auf
Internationale Entwicklungshilfe betreffen:
898 Millionen Dollar an Mitteln für Nahrungsmittelhilfe PL-480, um ein Programm im Gesamtumfang von 1 500 Millionen Dollar zu unterstützen,

AMERIKA DIENST 18

�181 M'llionen Dollar zur Abdeckung der laufenden Kosten des Friedenskorps und
225 Millionen Dollar an freiwilligen Beiträgen zu
internationalen Organisationen wie dem Entwicklungshilfeprogramm der Vereinten Nationen (109 Millionen Dollar) und UNICEF (50
Millionen Dollar).
Für Programme zur internationalen Drogenbekämpfung, die vom Außenministerium verwaltet werden,
beantragen wir im Haushaltsjahr 1991 insgesamt 150
Millionen Dollar - verglichen mit den 113 Millionen
Dollar im laufenden Haushaltsjahr. Alle zusätzlich
beantragten Mittel sollen in die Bekämpfung des Kokaanbaus in den Anden fließen, wobei die länderspezifischen Programme für Lateinamerika von 57 Millionen auf 87 Millionen aufgestockt werden. Unsererseits
bereitgestellte Geräte und Ausbildung sind unerläßlich
bei der Unterbindung des Nachschubs und strafrechtlichen Maßnahmen gegen die wichtigsten Drogenkartelle.
Sparsamer Umgang mit Geldern
Die Regierung bedient sich einer Reihe von Instrumenten, um ein günstiges Klima für weltweites Wirtschaftswachstum zu fördern und zu gewährleisten, daß unsere Entwicklungshilfegelder angemessen ausgegeben
werden, um größtmögliche Wirkung zu erzielen. In
den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam mit
unseren Freunden an einer Reihe von Programmen
gearbeitet, um den Grundstein für dauerhaftes Wachstum in den Entwicklungsländern zu legen.
Unsere bilateralen Entwicklungshilfeprogramme zielen weltweit zunehmend auf Länder ab, die zu wachstumsorientierten Maßnahmen für strukturelle Anpassung bereit sind.
Unsere Hilfsprogramme für Osteuropa sind größtenteils auf die Stimulierung der Entwicklung des Privatsektors durch Unternehmensfonds ausgerichtet, mit
denen unternehmerische Fähigkeiten katalysiert werden sollen. Wir wollen sicherstellen, daß die neue Entwicklungsbank für Osteuropa - die EBWE - eine ähnliche Haltung gegenüber dem Privatsektor einnimmt.
Unsere eigene dynamische Wirtschaftsentwicklung nunmehr im achten Jahr - hat sowohl für amerikanische Exporteure als auch für solche aus Entwicklungsländern Handelschancen geschaffen.

und die Philippinen haben bereits von diesen Optionen
Gebrauch gemacht. Wir erwarten, daß in diesem Jahr
auch eine Reihe anderer Länder diesen Weg gehen.
Unser Engagement zur Förderung starker, angemessen finanzierter multilateraler Wirtschaftsinstitutionen
trägt zu marktorientierten Strukturveränderungen in
den Entwicklungsländern bei. Der Internationale
Währungsfonds und die Weltbank werden zusätzliche
Verantwortung tragen, wenn die Länder Osteuropas
bei ihrer Anpassung an Marktmechanismen Hilfe suchen. Lateinamerikanische Länder mit strukturellen
Wirtschaftsproblemen werden den Rat dieser Institutionen bei den Stabilisierungsprogrammen suchen, die
zur Erhaltung ihrer politischen Stabilität unabdingbar
sind.
Unser Engagement für einen erfolgreichen Abschluß
der Uruguay-Runde des GATT im Dezember 1990 ist
von entscheidender Bedeutung für die anhaltende
Expansion von Handel und Wirtschaftswachstum in
den nächsten zehn Jahren und im kommenden Jahrhundert. In Genf nehmen wir eine Reihe schwieriger
Fragen in Angriff - entwerfen Handelsregeln und
Maßstäbe für neue Bereiche wie Dienstleistungen,
geistiges Eigentum, Investitionen im Handel und Weltagrarproduktion. Die GATT-Verhandlungen haben
weiterhin höchste Priorität. Wir arbeiten hart mit
unseren Handelspartnern - aus Industrie- und Entwicklungsländern - um aussagekräftige Abkommen zu
gewährleisten, von denen alle Ländern profitieren
können.
Auf bilateraler Ebene verfestigen wir unsere Handesbeziehungen mit den nächsten Nachbarn und engsten
Freunden - Kanada und Mexiko - um gemeinsam den
wichtigsten Herausforderungen der nächsten zehn
Jahre gerecht zu werden. In Mexiko arbeiten wir
partnerschaftlich mit Präsident Salinas an der Erweiterung unserer gemeinsamen Tagesordnung. Durch
unser Rahmenabkommen über Handel und Investitionen ermutigen wir Mexiko weiterhin, die gegenwärtig
erfolgende starke Liberalisierung seiner Handels- und
Investitionspolitik zu vertiefen.
Der Präsident hat eine Handelsinitiative für die Andenstaaten angekündigt, um Wirtschaftswachstum durch
den Ausbau legitimer Handelsmöglichkeiten zu fördern.

Unser Engagement für ein offenes System weltweiter
Investitionen zieht zusätzliches Privatkapital in Kapitalmärkte der Entwicklungsländer.

Gegenwärtig errichten wir eine neue regionale Gruppe
im Pazifischen Becken, die Hindernisse für freien Handel, Kapitalfluß und Technologietransfer ausmachen
und überwinden und damit zu verbessertem Weltwirtschaftswachstum beitragen soll.

Unsere verbesserte Schuldenstrategie umfaßt nunmehr Schulden und Optionen zur Reduzierung des
Schuldendienstes. Damit wird Ländern, die wirtschaftliche Reformprogramme durchführen, eine solidere
Basis geboten. Mexiko, Costa Rica, Venezuela, Chile

Im vergangenen Jahr haben die Vereinigten Staaten
eine aktive Tagesordnung verfolgt, um sicherzustellen, daß die Früchte eines offenen Welthandels- und
Wirtschaftssystems den Ländern zufallen, die am freien Wettbewerb teilnehmen wollen. Wir werden weiter-

AMERIKA DIENST 18

Seite 11

�hin auf Amerikas Engagement für freies Unternehmertum, Initiative des einzelnen und Pioniergeist bauen,
um marktorientiertes Wachstum in den Entwicklungsländern zu fördern.

men. Diese Regierung ist der Ansicht, daß amerikanische Werte und Interessen eine positive Reaktion auf
diese Veränderungen erfordern. Der vorliegende
Haushaltsantrag ist für diese Aufgabe unerläßlich.

Schlußbemerkung

Abschließend möchte ich folgendes feststellen. In der
dynamischen Welt von heute müssen wir flexibel sein,
Die vergangenen sechs Monate haben eindeutig wenn wir mit den Veränderungen erfolgreich umgehen
bewiesen, daß wir in ein neues Zeitalter der Demokra- wollen. Wir in der Exekutive sind uns bewußt, daß
tie eintreten. Freie Wahlen verändern die Welt von Rechenschaftspflicht und gutes Management für eine
Nicaragua über Panama bis zu Polen und - in abseh- effektive Außenpolitik unabdingbar sind. Ich möchte
barer Zukunft - den Rest Mittel- und Osteuropas. Die deshalb eine Art neuen Verhaltenskodex bei der Ausprimäre Verantwortung wird in den Händen der neuen landshilfe vorschlagen.
Führung dieser Länder liegen - politische und wirtschaftliche Strukturen zu schaffen, die den Willen des Wir sollten konstruktive Konsultationen als wichtigstes
Volkes berücksichtigen. Aber sie werden Hilfe brau- Instrument der Konsensbildung bei programmatischen
chen, um die gegenwärtig stattfindenden demokrati- Zielen betrachten. Wir sollten gemeinsam Möglichkeischen Prozesse zu verfestigen, freie Marktwirtschaft ten zu größerer Flexibilität erforschen, die in diesen
zu kanalisieren oder ganz einfach, um mit ihren Nach- außergewöhnlichen Zeiten und angesichts der veränbarn in Frieden zu leben. Viele unserer alten Freunde derten Prioritäten den Interessen aller dienen.
und Verbündeten sehen sich ähnlichen, wenn auch
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und
weniger dramatischen Veränderungen gegenüber.
den Mitgliedern ihres Unterausschusses bei der EntUnsere Reaktion auf diese drastischen Veränderun- wicklung neuer Beziehungen zwischen Exekutive und
gen wird unser Verhalten bei der Bewältigung der Legislative in diesem wichtigen Bereich.
Herausforderungen der nächsten zehn Jahre bestim-

* *

Seite 12

* *

AMERIKA DIENST 18

�COCOM
9. Mai 1990

UMFASSENDER US-VORSCHLAG ZUR
NEUGESTALTUNG DES COCOM
Eine Übersicht des Weißen Hauses
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir den Text einer am 2. Mai 1990 vom Weißen Haus
herausgegebenen Übersicht, in der die amerikanischen Vorschläge zur Neugestaltung der Exportkontrollen des
Koordinationsausschusses für multilaterale Exportkontrollen (COCOM) erläutert werden.

Die amerikanische Regierung hat eine gründliche
Überprüfung der Exportkontrollen für sowohl zivil als
auch militärisch nutzbare Technologien und Güter
abgeschlossen. Diese Artikel unterliegen gemäß den
Vereinbarungen mit anderen Mitgliedern des Koordinationsausschusses für multilaterale Exportkontrollen
(COCOM) Beschränkungen.
Als Ergebnis dieser Überprüfung haben die Vereinigten Staaten ihren Verbündeten im COCOM die Erstellung einer Liste von Schlüsseltechnologien vorgeschlagen, die kontrolliert werden müssen, um den
strategischen Technologievorsprung zu bewahren, der
Kernstück unserer militärischen Stärke ist. Neben
dem Vorschlag zur Erstellung dieser Liste haben die
Vereinigten Staatern angeregt, daß der COCOM
unverzüglich bestimmte kontrollierte Artikel ausklammert, die schon vor Erstellung der Liste von Schlüsseltechnologien entfallen können.
Auf einer gründlichen Analyse der Ministerien für
Auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung, Wirtschaft
und Energie beruhend, spiegeln die Vorschläge die
Veränderungen in der strategischen Bedrohung wider
und erlauben den erweiterten Zugang zu moderner
Technologie, insbesondere für die in Osteuropa entstehenden Demokratien.
Die Liste von Schlüsseltechnologien
Mit dem amerikanischen Vorschlag einer Liste von
Schlüsseltechnologien, der einem britischen Vorschlag
entspricht, würden die gegenwärtigen Exportkontrollen durch eine völlig neu strukturierte Liste von Schlüsseltechnologien und -gutem ersetzt. Diese neue Liste
würde "ganz von vorn" aufgebaut. Die in der Analyse
des Verteidigungsministeriums benannten militärischen

AMERIKA DIENST 18

Prioritäten wären für die Identifizierung derjenigen
Technologien und Güter richtungsweisend, die militärisch für unseren technologischen Vorsprung von
entscheidender Bedeutung sind. Die Vereinigten Staaten
schlagen vor, daß die regulären COCOM-Listen bis
Ende 1990 durch die neue Liste ersetzt werden sollen.
Der amerikanische Vorschlag würde eine stufenweise
oder vollständige Durchführung gestatten, solange
strategisch entscheidende Artikel voll und ganz in die
neue Liste einbezogen werden.
Ausklammerung bestimmter Industriegüter
Die gegenwärtig angewendeten Kontrollisten sind zu
lang, überflüssig oder enthalten Artikel, die keine strategischen Interessen der Vereinigten Staaten berühren. Anhand der vom Verteidigungsministerium erstellten Analyse militärisch wichtiger Technologien
wurden über 40 von 120 Kategorien identifiziert, die
vollständig oder teilweise aus den gegenwärtigen
COCOM-Listen herausgenommen werden können.
Davon sollen mindestens 30 völlig entfallen. Der
unverzügliche Abbau dieser Kontrollen würde den
Übergang zu der neuen Liste von Schlüsseltechnologien erleichtern.
Abbau der Kontrollen wie im Falle Chinas
Sorgfältige Untersuchungen haben darüber hinaus
ergeben, daß die meisten Güter und Technologien, die
für Abnehmer in Osteuropa und der Sowjetunion einer
Kontrolle unterliegen, jedoch für die Volksrepublik China
freigegeben sind (dieses Verfahren wird als China
Green Line bezeichnet), von geringem strategischem
Wert sind und deshalb von der Liste gestrichen werden.

Seite 1

�Abbau der Kontrollen in vordringlichen Bereichen

C. Werkzeugmaschinen

Der COCOM plant den unverzüglichen oder teilweisen
Abbau von Kontrollen in drei vordringlichen Bereichen:
Computer, Telekommunikationsausrüstung und Werkzeugmaschinen. Auf diese Bereiche entfällt ein Großteil aller Anträge auf Ausfuhrgenehmigung. Sie haben
entscheidende Bedeutung für die Verbesserung der
Infrastruktur in Osteuropa. Die Vereinigten Staaten
haben folgenden erheblichen Abbau von Kontrollen in
diesen Kategorien vorgeschlagen:

Mit geringfügigen Veränderungen wird die US-Regierung einen COCOM-Vorschlag unterstützen, der einen erheblichen Abbau der Kontrollen für Werkzeugmaschinen und ihre numerischen Controller vorsieht.
Damit entfallen die Kontrollen für zahlreiche Werkzeugmaschinen mit einer Positionierungsgenauigkeit
bis zu plus 2 oder 3 Mikron je nach Typ.

A. Computer

Die Vereinigten Staaten werden dem COCOM vorschlagen, den Ländern günstigere Lizenzbedingungen zu gewähren, die vom COCOM genehmigte Sicherheitsvorkehrungen gegen die Umleitung kontrollierter Güter und Technologien an unzulässige Bestimmungsorte oder nicht autorisierte Endverbraucher
einführen. Solchen Ländern würde in einem Übergangsstadium der Status eines zulässigen Bestimmungsorts gemäß den im COCOM vereinbarten
Bedingungen eingeräumt. Der COCOM würde aufgefordert, eine Liste von Technologien und Gütern zu
erarbeiten, bei denen solchen Staaten eine bevorzugte Behandlung zuteil würde.

Dem amerikanischen Vorschlag zufolge würden die
Kontrollen für die Lieferung von Computern mit einer
Datenverarbeitungsrate (PDR) von 275 Megabit pro
Sekunde (mps) beseitigt.
Dies entspricht einer
50prozentigen Annäherung an die China Green Line.
Ausfuhrgenehmigungen für alle zivilen Endverbraucher würden bis zur China Green Line (einer PDR von
550 mps) wohlwollend bearbeitet. Diese Maßnahme
würde zum Abbau der Kontrollen für die meisten
handelsüblichen Personalcomputer führen und Zugang zu einigen Mainframe-Computern für Bankwesen, Flugreservierungen etc. ermöglichen.

Differenzierung

Anwendung der Exportkontrollen
B. Telekommunikationsausrüstung
Die Vereinigten Staaten schlagen eine Lockerung von
Kontrollen vor, zum Beispiel für einige Zellenkommunikationssysteme und bestimmte Satellitenbodenstationen, und zwar für alle Zielorte. Für Osteuropa
schlagen wir einen verbesserten Zugang zu modernen
faseroptischen Systemen (bis zu einer Ubertragungsrate von 156 Megabit) und zu Mikrowellen-Telekommunikationssystemen vor. Der Zugang zu dieser
hochmodernen Technologie ist jedoch von der Einführung von Sicherheitsvorkehrungen gegen Mißbrauch
abhängig.

*

Seite 2

Die Regierung der Vereinigten Staaten ermutigt ihre
Verbündeten weiterhin zur Anwendung der Kontrollen.
Es ist unerläßlich, unsere Verbündeten im COCOM
um ihre Zustimmung zu einer erneuerten Verpflichtung
auf verbesserte Einhaltung der COCOM-Bestimmungen zu bitten, um auf diese Weise die neu erstellte
Liste von Schlüsseltechnologien zu schützen. Die
Vereinigten Staaten werden sich um die Einhaltung
der bisherigen Normen zum Schutz vor Umleitung
oder illegalem Erwerb kontrollierter Güter und Technologien bemühen.

*

AMERIKA DIENST 18

�</text>
                </elementText>
              </elementTextContainer>
            </element>
          </elementContainer>
        </elementSet>
      </elementSetContainer>
    </file>
  </fileContainer>
  <collection collectionId="4">
    <elementSetContainer>
      <elementSet elementSetId="1">
        <name>Dublin Core</name>
        <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
        <elementContainer>
          <element elementId="50">
            <name>Title</name>
            <description>A name given to the resource</description>
            <elementTextContainer>
              <elementText elementTextId="6534">
                <text>Dokumente</text>
              </elementText>
            </elementTextContainer>
          </element>
        </elementContainer>
      </elementSet>
    </elementSetContainer>
  </collection>
  <itemType itemTypeId="19">
    <name>Digitalisat</name>
    <description>Umwandlung eines physischen Dokumentes in ein digitales Medium.</description>
  </itemType>
  <elementSetContainer>
    <elementSet elementSetId="1">
      <name>Dublin Core</name>
      <description>The Dublin Core metadata element set is common to all Omeka records, including items, files, and collections. For more information see, http://dublincore.org/documents/dces/.</description>
      <elementContainer>
        <element elementId="40">
          <name>Date</name>
          <description>A point or period of time associated with an event in the lifecycle of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10832">
              <text>09.05.1990</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="51">
          <name>Type</name>
          <description>The nature or genre of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10833">
              <text>Digitalisat</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="39">
          <name>Creator</name>
          <description>An entity primarily responsible for making the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10834">
              <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="50">
          <name>Title</name>
          <description>A name given to the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10835">
              <text>Amerikadienst 09.05.1990</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
        <element elementId="41">
          <name>Description</name>
          <description>An account of the resource</description>
          <elementTextContainer>
            <elementText elementTextId="10836">
              <text>&lt;strong&gt;1. Zwei-plus-Vier-Gespräche&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Baker: Viermächtestatus für Berlin sollte beendet werden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung des Außenministers bei Zwei-plus-Vier-Gesprächen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. NATO&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: Vereinigtes Deutschland soll Mitglied der NATO sein&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede bei der Examensfeier der Oklahoma State University&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. US-Außenpolitik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA unterstützen Selbstbestimmungsrecht für Litauen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede von Außenminister Baker vor dem Senat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Cocom&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Umfassender US-Vorschlag zur Neugestaltung des COCOM &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Übersicht des Weißen Hauses&lt;/em&gt;</text>
            </elementText>
          </elementTextContainer>
        </element>
      </elementContainer>
    </elementSet>
  </elementSetContainer>
</item>
